Publication:
2019
URN:
https://nbn-resolving.de/urn:nbn:de:kobv:109-1-15365056
Path:
STARTUP-SERIE:

AUDIO-RUNDGANG:

Zwei Unternehmer gegen das
Geschenkpapier. Seite 6

Alt-Hohenschönhausen zum
Reinhören. Seite 8

Bezirks-Journal
in Zusammenarbeit mit

plus.de
www.lichtenbergmarzahn

Kostenlose Monatszeitung für Lichtenberg & Hohenschönhausen | Ausgabe 01/2019 | www.lichtenbergmarzahnplus.de | Druckauflage: 50.000 Exemplare

Kostenfreie Beratung
für alle Mieter

EVANGELISCHES KRANKENHAUS KÖNIGIN ELISABETH HERZBERGE

ANGEBOT: Experten geben zu verschiedenen Themen Auskunft an
unterschiedlichen Standorten von Lichtenberg.

G

ute Nachricht für Wohnungsmieter in Lichtenberg: Ab sofort
gibt es an verschiedenen Orten
des Bezirks kostenfreie Beratungsangebote, wie das Bezirksamt mitteilte. Wer
den Rat von Experten in Anspruch nehmen möchte, muss weder Mitglied in einem Mieterverein sein, noch über eine
Rechtschutzversicherung verfügen.
Finanziert wird die bezirkliche Mieterberatung vom Bezirksamt Lichtenberg und der Senatsverwaltung für
Stadtentwicklung und Wohnen. Das
Themenspektrum ist vielfältig. Es umfasst Fragen zu Mieterhöhungen, Regelungen im Mietvertrag, Betriebskosten und Kündigungsschutz. Außerdem
können sich Mieter Informationen aus
erster Hand zu Sachverhalten wie Eigenbedarf, Wohnungsmängel, Modernisierung und Untervermietung holen.
„Lichtenberg ist der Bezirk mit dem
höchsten Anteil an Mietwohnungen in
Berlin: knapp 96 Prozent. Auch wenn es
bei uns noch vergleichsweise bezahlbare Mieten gibt, so deutet der Trend

doch nach oben“, sagt die für Wohnungsfragen zuständige Bezirksstadträtin Birgit Monteiro (SPD). Außerdem
kauften Großvermieter Gebäude auf,
denen ein zweifelhafter Ruf vorauseilt.
„Um angesichts dieser Entwicklungen
die Rechte der Mieterinnen und Mieter
zu stärken, haben wir nun die Mieterberatung eingerichtet.“
Die kostenfreien Beratungen finden
montags (15-19 Uhr) im Kieztreff Undine, Hagenstra e 53, donnerstags von
10.30 bis 12.30 Uhr im Haus der Generationen, Paul-Junius-Straße 64A, sowie
donnerstags von 15 bis 17 Uhr in der Bodo-Uhse-Bibliothek, Erich-Kurz-Straße
9, statt. Weitere Beratungen zu Wohngeldanträgen und Vermieterangelegenheiten dienstags von 16 bis 19 Uhr im
BENN-Büro, Warnitzer Straße 14 sowie
mittwochs 16 bis 19 Uhr im Bürgeramt
4, Große Leege Straße 103, Raum 113.
Nach einer Testphase sollen Orte und
Beratungszeiten noch einmal überprüft
werden, kündigt das Bezirksamt Lichtenberg an. (bzj.)

FOTO: BEZIRKS-JOURNAL/ MARCEL GÄDING

Ein Neubau mit 65 Betten

Es gibt Schöneres als Krankenhaus-Aufenthalte. Den Patienten des Evangelischen
Krankenhaus Königin Elisabeth Herzberge (KEH) soll die Zeit allerdings so angenehm
wie möglich gemacht werden. Wie das funktioniert, zeigt das KEH im gerade eröffneten
Neubau von Haus 100: Helle, freundliche Räume prägen das Gebäude, dazu ein moderner
Empfgangstresen und Lichthöfe. Mehr auf Seite 4.

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BEZIRK AKTUELL

HOHENSCHÖNHAUSEN-LICHTENBERG | BEZIRKS-JOURNAL

Top-Sportler geehrt

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LEISTUNGSSPORT: Bezirk sowie Schul- und Leistungssportzentrum
zeichnen 44 Nachwuchskader aus. Von Volkmar Eltzel.

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food

drinks

Wolfener Straße 32-34, Haus E in Berlin-Marzahn auf dem GSG econopark
benscafe.de

n einer Feierstunde im Schul- und
Leistungssportzentrum
Berlin
(SLZB) wurden die 44 erfolgreichsten Sportlerinnen, Sportler und Mannschaften des Jahres 2018 geehrt. An der
Auszeichnungsveranstaltung der Eliteschule in der Fritz-Lesch-Straße nahmen Schülerinnen und Schüler teil, die
Medaillen bei Europa- oder Weltmeisterschaften errungen haben, erfolgreich an den Olympischen Spielen oder
den Jugendspielen teilnahmen und
Siege bei der Schul-Weltmeisterschaft
erreichten.
„Die Zahl der großartigen sportlichen
Leistungen war in diesem Jahr so hoch,
dass wir für die Ehrung der Sportlerinnen und Sportler eine Auswahl treffen
mussten“, sagte Gudrun Götze zu Beginn. Die Leiterin des Schul- und Leistungssportzentrums bedankte sich
bei allen, insbesondere auch bei den
vielen Trainern und Helfern, die oft im
Hintergrund agieren. „Ohne ihr Engagement wären diese tollen Ergebnisse
nicht möglich gewesen“, erklärte sie
und wünschte für 2019 viel Erfolg.
Bürgermeister Michael Grunst (Die
Linke) beglückwünschte die Athleten.
„Ihr seid nicht nur Lichtenbergs beste
Sportlerinnen und Sportler, sondern
weltweit erfolgreich“, sagte er. Es sei
wichtig, sich bei internationalen sportlichen Wettkämpfen mit Sportlern aus
anderen Ländern zu treffen und einander kennenzulernen. So werde die
europäische Idee vorangebracht. „Wir
sind stolz auf das SLZB und freuen uns,

FOTO: WWW.LICHTENBERGMARZAHNPLUS.DE/ VOLKMAR ELTZEL

Bezirksbürgermeister Michael Grunst
(Die Linke) ehrte die Sportlerinnen und
Sportler.

dass es in Lichtenberg zu Hause ist“,
so der Bürgermeister. Viele Menschen
würden aus den Leistungen der Spitzensportler Kraft und Mut für die eigene sportliche Betätigung schöpfen.
Das Lichtenberger Schul- und Leistungssportzentrum ist die älteste
und seit der Erweiterung 2014 auch
die größte Eliteschule des Sports in
Deutschland. Zugleich ist sie eine der
erfolgreichsten. 1.200 Schülerinnen
und Schüler finden dort modernste
Unterrichts- und Trainingsbedingungen in 19 verschiedenen Sportarten
vor. Sie werden von 180 Lehrern und
Trainern unterrichtet und betreut. Auf
schulischen Unterricht und sportliches
Training wird für eine duale Karriere
gleichermaßen Wert gelegt. „Schließlich gibt es auch ein Leben nach dem
Hochleistungssport“, betonte Gudrun
Götze.

TOP-SPORTLER UND ERFOLGE
TOP-SPORTLER:

meisterschaften

Elena Wassen – Wasserspringen: Silber Youth
Olympic Games in Buenos
Aires, Bronze Europameisterschaften Glasgow

Daniel Wörz – Turnen:
Bronze bei den JuniorenEuropameisterschaften

Lou Massenberg – Wasserspringen: Teilnahme Youth
Olympic Games in Buenos
Aires; Gold und Silber bei
den Europameisterschaften Glasgow
Christina Wassen – Wasserspringen: Bronze bei
den Europameisterschaften
Lena Hentschel – Wasserspringen: Silber bei den
Europameisterschaften

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Interesse? Wir beraten Sie gern! Tel. 030 5549-9655

Daniel Schwed – Turnen:
Teilnahme an den Youth
Olympic Games in Buenos
Aires
Karim Rida – Turnen: Silber
bei den Junioren- Europa-

Maurice Ingenrieth –
Schwimmen: Teilnahme an
den Youth Olympic Games
in Buenos Aires; Silber und
Bronze bei den JuniorenEuropameisterschaften
Maya Tobehn – Schwimmen: 3x Silber, 1x Bronze
bei den Junioren- Europameisterschaften
Clea Reisenweber – Bogenschießen: Teilnahme an
den Youth Olympic Games
in Buenos Aires; 1x Gold,
2x Silber bei den JuniorenEuropameisterschaften

Olympischen Winterspielen Pyeongchang
ERFOLGE 2018
Bei den Mannschaftssportarten errang das SLZB
folgende Erfolge:
Silber bei der Schul-Weltmeisterschaft im Volleyball
Gold bei den Europameisterschaften U18 im
Volleyball
Silber bei den Weltmeisterschaften U 19 im Beach
Volleyball
Teilnahme an den Youth
Olympic Games in Buenos
Aires: Filip John und Lukas
Pfretzschner

Delil Dadaev – Boxen:
Bronze bei den Europameisterschaften U17

Gold bei den Europameisterschaften U 18 im Beach
Volleyball: Lea Kunst
(und Svenja Müller)

Annika Hocke – Eiskunstlaufen: Teilnahme an den

Silber bei der Schul-Weltmeisterschaft im Handball

IMPRESSUM: BEZIRKS-JOURNAL - Unabhängige Monatszeitung. In Kooperation mit www.lichtenbergmarzahnplus.de | Das Bezirks-Journal erscheint einmal im Monat und liegt derzeit an ca. 300 Orten in
den Bezirken Lichtenberg sowie Marzahn-Hellersdorf kostenlos zur Mitnahme aus. Die Zeitung finanziert sich ausschließlich durch Werbung. | HERAUSGEBER/ CHEFREDAKTEUR: Marcel Gäding (V.i.S.d.P.)
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BEZIRK AKTUELL

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Der geschenkte Müll

UMWELTSCHUTZ: Mit Helium gefüllte Luftballons werden gerne zu Geburtstagen oder Einschulungen in den Himmel geschickt. Doch das Material
ist nichts anderes als ärgerlicher Abfall, der biologisch nicht abbaubar ist und unsere Umwelt verschmutzt. Von Linna Schererz.

I

mmer wieder finde man Reste von
Luftballons auf Erholungs- und Beweidungsflächen, sagt Doreen Hantuschke vom Lichtenberger Umweltbüro.
Denn es habe sich inzwischen eingebürgert, mit Helium gefüllte Ballons zu allen
möglichen Ereignissen wie Geburtstagen oder Einschulungen fliegen zu lassen. Doch was mit ihnen passiere, wenn
sie am Horizont verschwunden sind, darüber werde leider viel zu wenig nachgedacht. Denn gelandete Luftballons, die
aus Naturkautschuk sowie einer Beimischung verschiedener Stoffe bestehen,
sind biologisch nicht abbaubar. Luftballons reisen oft 800 Kilometer weit und
verbleiben oft für Jahrzehnte in Flüssen,
Meeren und offenen Landschaften.
„Gelandete Luftballons sind eine Gefahr für Tiere“, sagt Beate Kitzmann,
die Geschäftsführerin des Vereins Naturschutz Berlin-Malchow, der auch den
Naturhof an der Dorfstraße 35 betreibt.
Vögel könnten sich an den anhaftenden Bändern verheddern, Wildtiere und
Nutzvieh, das auf den Grünflächen weidet, die Überreste aufnehmen – ein Problem für den Magen. „Wir müssen leider
jährlich Hunderte Luftballons von unseren Beweidungsflächen sammeln“, sagt
Kitzmann. Der Verein betreibt Bio-Land-

FOTO: WWW.LICHTENBERGMARZAHNPLUS.DE/ BIRGITT ELTZEL

Immer beliebter wird es bei Veranstaltungen, mit Helium gefüllte Luftballons zu verteilen
und diese dann fliegen zu lassen.

wirtschaft mit Schottischen Hochlandrindern und Rindern der Rasse Deutsche Shorthorn. Die Tiere wirken nicht
nur als Landschaftspfleger, ihr Fleisch
wird auch verwertet.
Um auf die Probleme mit dem zunehmenden Luftballon-Steigenlassen aufmerksam zu machen, hat der Verein jetzt
einen Flyer unter dem Titel „Aus den
Augen, aus dem Sinn“ herausgegeben.

Darin ist u.a. zu erfahren, dass die Ballonindustrie den Abbau der Reste gern
mit einem Eichenblatt vergleicht. Doch
es vergehen mehrere Jahre bis sich ein
robustes Eichenblatt zersetze, heißt es
in dem Flyer. Ballons aus Latex seien
auch keine Alternative. Diese benötigten
ebenfalls mindestens ein halbes Jahr
bis sie verrotten. Und selbst wenn der
Ballon sich zersetzt habe, blieben die

an ihm befestigten Polybänder, die aus
schwer zersetzbarem Kunststoff bestehen. Zudem sei Helium, mit dem die Ballons gefüllt werden, eine begrenzte Ressource. Es werde u.a. in der Medizin für
Beatmungsmaschinen und MRT-Scanner
benötigt. „Dieser wertvolle Stoff wird
förmlich in die Luft geblasen und verschwendet“, sagt Beate Kitzmann.
Deshalb sei es sinnvoll, nach Alternativen zu suchen, rät Kitzmann: „Wir
entscheiden selbst, ob bei einer Hochzeit oder bei einem Kindergeburtstag
Luftballons steigen müssen.“ Große
Seifenblasen beispielsweise seien auch
etwas Schönes, ebenfalls selbstgebastelte Dekorationen aus Papier. Auch Blumen- oder Baumpflanzaktionen könnten
Veranstaltungen wie beispielsweise Einschulungsfeiern zu etwas ganz Besonderem machen.
Nicht geeignet sind sogenannte Himmelslaternen, die mit offenem Feuer
aufsteigen und Brände auslösen können. Zudem können sie für Flugzeuge
zu einem Problem werden. In vielen
Bundesländern benötigt man deshalb
eine Genehmigung dafür. Lässt man sie
ohne Erlaubnis einfach steigen, kann
das Strafen bis zu 5.000 Euro nach sich
ziehen.
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BEZIRKS-LEBEN

HOHENSCHÖNHAUSEN-LICHTENBERG | BEZIRKS-JOURNAL

FOTOS: BEZIRKS-JOURNAL/ MARCEL GÄDING

Fast schon wie in einem Hotel: Aufenthaltsraum für Patienten der Neurologie im Evangelischen Krankenhaus Königin Elisabeth Herzberge. Der Neubau markiert einen wichtigen Meilenstein in der mehr als 125 Jahre währenden Geschichte des Krankenhausstandortes.

Neubau bietet Platz für 65 Betten

GESUNDHEITSWESEN: Mit dem „Haus 100“ erweitert das Evangelische Krankenhaus Königin Elisabeth Herzberge sein Versorgungsspektrum. Gut
20 Millionen Euro flossen in das Projekt. Von Marcel Gäding.

D

as Evangelische Krankenhaus Königin Elisabeth Herzberge (KEH)
hat nach zwei Jahren Bauzeit ein
neues Haus in Betrieb genommen: Kurz
vor dem Jahreswechsel überreichten
Planer und Bauleute den symbolischen
Schlüssel für den Dreigeschosser. Gut 20
Millionen Euro kostete der Neubau, der
sich zurückhaltend in das Gesamtensemble einfügt: Auf dem 125 Jahre alten
Klinikareal dominieren Klinkerbauten
aus der Entstehungszeit der einstigen, so
genannten Irrenanstalt. Entworfen wurden sie vom berlinweit bekannten Architekten und Stadtbaurat Hermann W.
A. Blankenstein (1829–1910). Daher war
klar, dass ein Neubau zur Gegend passen
muss – sowohl von der Gebäudehöhe als
auch von der äußeren Gestaltung.
Das ist den Planern unter der Leitung
von Architekt Thomas Linne bestens gelungen. Der Dreigeschosser wurde quasi etwas im Boden versenkt, um nicht
die Nachbargebäude zu überragen. Für
ausreichend Licht in den unteren Etagen sorgen Atrien und großzügig angelegte Fensterflächen zu allen Seiten. Bei
der Innengestaltung setzte das KEH auf
schon bewährte Farbakzente an Wänden und Fluren.
Bereits der Eingangsbereich erinnert
wenig an eine sterile Klinik. Besucher
werden an einem Tresen in Holzoptik
empfangen, der Wartebereich ähnelt
einer Hotellobby. Auf jeder Etage findet
sich ein Bezug zum christlichen Träger
des KEH, dem Evangelischen Diakoniewerk Königin Elisabeth: schlichte Kreuze aus dunklem Holz. Wer das Haus
betritt, sieht zudem einen Leitsatz des

Theologen und Pastoren Friedrich von
Bodelschwingh: „…dass ihr mir niemanden abweist“. Das KEH ist Teil der
von Bodelschwinghschen Stiftungen
Bethel mit Sitz in Bielefeld. Der symbolischen Schlüsselübergabe folgte auch
die theologische Weihe durch Pastorin
Hella Thorbahn: „Christus, segne dieses
Haus.“
Der Neubau bietet zwei Stationen mit
insgesamt 65 Betten Platz: Dort befinden sich nun das Diabeteszentrum mit
eigener Pflegestation sowie die neurologische Abteilung, die unter anderem

auf die Behandlung von Schlaganfallpatienten spezialisiert ist. Auch das Medizinische Versorgungszentrum konnte
im neuen Haus 100 untergebracht werden. Über eine verglaste Brücke gibt es
einen Anschluss an Haus 3, in dem weitere Fachabteilungen des Evangelischen
Krankenhauses Königin Elisabeth Herzberge beheimatet sind.
„Der Neubau ist ein weiterer, wichtiger Mosaikstein in der gesundheitlichen
Versorgung von Lichtenberg und darüber hinaus“, sagt KEH-Geschäftsführer
Michael Mielke. Unterstützung gab es

vom Land Berlin, das künftig stärker in
den Ausbau und die Erweiterung der
Krankenhauslandschaft investieren will.
„Die Gesundheitsverwaltung setzt sich
dafür ein, dass wir noch mehr Geld für
die pauschale Förderung in Investitionen zur Verfügung stellen“; erklärt Gesundheitsstaatssekretär Martin Matz
(SPD). Ein Ziel sei unter anderem ein
zukünftiges Krankenhausinvestitionsprogramm für Berlin. Für Lichtenbergs
Bezirksbürgermeister Michael Grunst
(Die Linke) ist der Neubau eine gute
Antwort auf den wachsenden Zuzug in
den Bezirk. Dadurch entstünde auch ein
höherer Bedarf in Sachen medizinische
Versorgung. „Das KEH ist ein gut aufgestelltes Krankenhaus“, sagt Grunst.
25.000 Patienten jährlich

Planer Thomas Horstmann, die beiden Pflegeverantwortlichen Laura Kilz und Silke Scheer
sowie Architekt Thomas Linn bei der symbolischen Schlüsselübergabe (v.l.n.r.).

Das Evangelische Krankenhaus Königin Elisabeth Herzberge wurde einst als
„Irrenanstalt“ gegründet, war lange Zeit
auf die Behandlung psychischer Erkrankungen spezialisiert. Nach der Wende
wurde das Krankenhaus erweitert und
zu einem modernen Klinikstandort ausgebaut. Mehr als 1.000 Beschäftigte kümmern sich jedes Jahr um mehr als 25.000
Patienten. Das KEH ist nicht nur auf Notfallversorgung, Geriatrie und die Versorgung Demenzerkrankter, Neurologie und
Schlaganfallversorgung
spezialisiert.
Zu den Schwerpunkten gehören auch
Orthopädie und Unfallchirurgie, Gefäßmedizin, tumormedizinische Behandlungen, Kinder- und Jugendpsychiatrie und
-psychotherapie sowie Psychiatrie und
Psychotherapie und Psychosomatik.

BEZIRKS-JOURNAL | HOHENSCHÖNHAUSEN-LICHTENBERG

BEZIRKS-LEBEN

5

Wie Fäden Menschen verbinden

HOBBY: Andrea Milde ist Neu-Lichtenbergerin und eine besondere Künstlerin: Sie webt große Teppiche mit Bildergeschichten. Steffi Bey.

A

ndrea Milde macht ihr eigenes
Ding – und das seit mehr als 30
Jahren. Sie ist Künstlerin und
Handwerkerin zugleich: Die 54-Jährige
webt Bilder. Bislang in ihrer Wahlheimat
Spanien, seit einem Jahr allerdings in
Berlin.
„Kreativ war ich schon immer und ich
finde es schön, aus dem Nichts etwas
entstehen zu lassen“, sagt die im Ruhrgebiet aufgewachsene Frau mit dem
sympathischen Lächeln. Dass aus ihrer
Leidenschaft aber gleichzeitig Berufung
wurde, stellte sich auf einer Reise nach
Guatemala heraus. Dort begegnete sie
in den 1980er-Jahren Frauen, die aus
tausenden Fäden farbenfrohe Textilien
herstellten. Fasziniert sah sie den Weberinnen zu.
In Frankreich erlernte Andrea Milde
später selbst das Bildwirken: Ein uraltes Handwerk, das mit viel Leidenschaft
und Fingerfertigkeit verbunden ist. „Ich
zeichne einen Entwurf und stelle danach meine besonderen Bilder her“, erklärt die Künstlerin.
Durch ihre Arbeiten vermittelt sie
auch jedes Mal eine Botschaft. Das war
bei ihren ersten Werken – unter anderem zur Situation in Nicaragua und die
große Einwanderungswelle nach Spanien – schon so. Ihre Aussagen verpackt
sie in zeitgenössischer Kunst, die mit
Handwerkstechniken aus der Vergangenheit entstehen.
In den vergangenen 25 Jahren konnte
sie ihre Leidenschaft zunächst in Madrid ausleben, später mit einer offenen
Werkstatt im Norden Spaniens. Trotzdem wohnt sie jetzt mit ihrem Sohn und
ihrem Mann in Deutschland. „Weil wir
hier bessere Zukunftschancen sehen“,
sagt sie.
Eingewöhnt habe sie sich schnell. Vielleicht auch weil sie unkompliziert ist,
nach dem Motto: „Dort wo mein Webstuhl steht, ist mein Zuhause“. Zudem
gefällt ihr der pulsierende Stadtteil. „Die
Menschen sind freundlich und kommunikativ.“ Und sie kann weben – wenn
auch noch nicht auf ihrem großen Bock.

Der 2,70 Meter breite und 2,25 hohe
„Riese“ steht zwar über ihrem Schreibtisch, aber bislang eher symbolisch. „Ich
bin auf der Suche nach einem Atelier
und möchte dort wieder meine großen
Teppiche weben“, kündigt Andrea Milde an. Ideen für neue Projekte hat sie

längst. „Lückstraße Lichtenberg“ soll
ihr Willkommensteppich heißen. Erste
Fotos und Skizzen sind fertig.
In den vergangenen Monaten arbeitete sie manchmal auf ihrem Balkon: Am
kleinen, selbstgebauten Webstuhl und
setzte mit der Holzspinne Faden für

FOTO: STEFFI BEY

Andrea Wild an ihrem Webstuhl. An die drei Jahre investiert sie schon mal in einen großen Teppich.

Faden übereinander. Immer nach dem
selbst kreierten Entwurf, der um 90
Grad gedreht und spiegelverkehrt hinter den vertikalen „Schnüren“ klemmt.
Dabei versinkt die Aktivistin und Visionärin, wie sie sich selbst bezeichnet,
total: In solchen Momenten widmet sie
sich nur ihrer Kunst und nimmt kaum
etwas um sich herum wahr. Wer sie beobachtet, sieht ständig kreuzende Fäden
und hört ein dumpfes Geräusch, das
vom Anschlagen der Wolle kommt.
Weil Andrea Milde möchte, dass dieses traditionelle Handwerk nicht verschwindet, geht sie in die Öffentlichkeit.
Mit ihrer mobilen Werkstatt saß sie
schon in Karlshorst oder am Tempelhofer Feld und war jedes Mal von den „interessierten Menschen“ beeindruckt.
Außerdem bietet sie Kurse an: bislang an der Volkshochschule Pankow.
Geplant sind weitere Projekte in Bernau
sowie Tempelhof-Schöneberg. Begeistert reagieren Besucher ebenso auf ihre
Ausstellungen. Andrea Milde mag es, mit
den Gästen zu sprechen. Erstaunt sind
die jedes Mal, wenn sie erzählt, dass in
einem 2,50 Meter mal 6 Meter großen
Teppich ungefähr drei Jahre intensive
Arbeit steckt.
Aber wer zahlt denn für ein Unikat einen Dreijahreslohn? „Handwerk
braucht eine andere Infrastruktur als
sie die Gesellschaft heute bietet“, sagt
die Bildwirkerin ernst. Sie hofft auf eine
gesellschaftliche Wertschätzung des
Immateriellen und träumt von offenen
Werkstätten.
Zu den schönsten Augenblicken zählt
für sie der Moment, wenn sie als Abschluss eines langen Arbeitsprozesses
die Webkante setzt und anschließend
den Rand abtrennt. Erst dann kann sie
erstmals ihr Gesamtwerk betrachten:
den fertigen, ausgerollten Teppich. „Es
ist wunderbar solche Gänsehautmomente mit anderen zu teilen“, sagt sie.
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BEZIRKS-WIRTSCHAFT

BEZIRKS-JOURNAL

Umweltfreundliche Alternative zu Geschenkpapier
SERIE STARTUPS IM FOKUS: Die 19-jährigen Studenten Dat Nguyen und Minh Nguyen gründen ihr erstes Unternehmen. „RangeBox“ aus Marzahn
will die Flut an Abfall nach den Festtagen durch innovative Produkte stoppen. Von Angelika Giorgis.

Z

u keiner Zeit im Jahr wird in
Deutschland mehr gewickelt, verhüllt und eingetütet als zu Weihnachten. Aber schon kurz nach dem
Auspacken landet das Papier jedoch im
Müll. Nach Schätzung der Deutschen
Umwelthilfe (DUH) steigt das Abfallvolumen nach dem Weihnachtsfest um bis zu
20 Prozent. Zu Weihnachten werden die
Deutschen allerdings von den Briten getoppt. Würde dort alles Geschenkpapier
aufgerollt aneinander liegen, könnte man
damit bis zum Mond kommen.
Vor allem beschichtetes Geschenkpapier ist kaum wiederverwertbar. Darum
empfiehlt die Deutsche Umwelthilfe alljährlich, Verpackungen zu vermeiden, sie
wiederzuverwenden und auf den Einsatz
von Recyclingmaterialien zu achten – mit
mäßigem Erfolg. „In Neuseeland wird
wesentlich mehr wiederverwertet als
bei uns. Ich habe vorher noch nie so viel
über Recycling gelernt wie dort und meine Beobachtungen notiert“, erzählt Dat
Nguyen, den es nach seinem Abitur am
Siemens-Gymnasium dorthin verschlug.
Zwischen Abi und Studium, in einem
Gap Year, wollte er sich für die Zukunft
orientieren. Er arbeitete etwa zwei Wochen auf einem Bauernhof, lernte dort
das Leben der Menschen kennen, und
zog dann weiter. Von seinen Eindrücken

Startups im
Fokus

Darüber berichtete er dem 19-jährigen
Minh Nguyen, der Betriebswirtschaftslehre an der Universität Mannheim
studiert und bereits Erfahrungen mit
Startups gesammelt hat. Dat studiert
seit September an der Hochschule für
Technik und Wirtschaft in Berlin und
Maximilian hat sich auf den Weg nach
Neuseeland gemacht. Dat und Minh beschlossen, ein eigenes Startup in Marzahn zu gründen. „Wir sind sehr zielstrebig gestartet. Das verdanke ich meinem
Wirtschaftslehrer am Gymnasium, der
viel mit uns über Startups sprach“, erzählt Dat. „Minh bringt Erfahrung aus
der Arbeit in mehreren Startups mit, sodass wir RangeBox auf einem gewissen
Wissensfundament gründen konnten.“
Bisher wurden zwei Boxen entwickelt – eine vorrangig für Bücher, eine
für Weinflaschen. Nun sollen weitere
Modelle hinzukommen. Deshalb stehen
die Gründer wieder in Kontakt mit dem
Studiengang Verpackungstechnik der
Beuth-Hochschule. Sie wollen aus ihrer
Idee ein Studienprojekt kreieren. Für den
Federmechanismus in den Geschenkboxen meldeten sie nach Rücksprache mit
ihrem Anwalt ein internationales Patent
an. Ursprünglich war nur ein Gebrauchsmuster geplant. Jetzt wollen sie auch die
Marke „RangeBox“ schützen lassen.
Auf der weltweit größten Crowdfunding-Plattform Kickstarter suchten die
jungen Männer nach Spendern und Vorbestellern. Sie scheiterten aber, weil der
Versand ins Ausland sehr teuer ist. Aus
Deutschland kamen weniger Interessenten als erhofft, weil die Kampagne auf
Englisch angelegt war. Aus diesen Fehlern haben sie gelernt und suchen nun
nach einem deutschen Unternehmen,
das beste Qualität zum bezahlbaren
Preis liefert. Angeboten werden die Boxen später Weinhändlern und Buchfilialen.

Dat Nguyen und Minh Nguyen wollen papierlose Geschenke.

RangeBox sucht wie alle anderen
Start-ups auch nach Venture Capital. Das
geschieht unter anderem mit einem Pitch
Deck. Auf wenige Präsentations-Folien
komprimiert werden dort die wichtigsten Inhalte aus dem Businessplan dargestellt, so dass ein Wagniskapitalgeber in
kürzester Zeit einen Überblick über die
Geschäftsidee und den Finanzierungsbedarf erhält. „Wir haben bereits auf Wettbewerben vor Publikum und Experten
gepitcht. Bei Co-Found Berlin belegten
wir den ersten Platz, beim START Call
den dritten“ erzählt Dat. Im Januar neh-

berichtete er seinem Kumpel Maximilian
Graustein, der zu dieser Zeit ein Freiwilliges Ökologisches Jahr in einer Gartenarbeitsschule absolvierte. Sich zukünftig
aktiv für die Umwelt einzusetzen, das
planten beide. „Wir gehören schließlich
zu der Generation, die die Welt nachhaltig verändern will“, sagt Dat.
Im Februar 2018 kam er auf die Idee
„etwas gegen Geschenkpapier zu unternehmen“ und erzählte es seinem
Freund. Wiederverwendbare Geschenkverpackungen mit einer verstellbaren
Kapazität könnten beträchtlich Müll
reduzieren. „Wir arbeiten mit Wellpappfedern, die das Geschenk in Richtung
Boxzentrum drücken. Möchte man das
Volumen erweitern, drückt man die
Feder(n) zurück an die Außenwände der
Box, legt das Geschenk ein und lässt die
Feder(n) wieder los. Damit ist der Inhalt
auch stets fixiert und vor Stürzen und
Kollisionen geschützt“, erklärt Dat. Er
nahm Kontakt zu deutschen Hochschulen mit dem Studiengang Verpackungstechnik auf und ließ sich bestätigen, dass
Die wiederverwendbaren Geschenkboxen von RangeBox.
es dieses System noch nicht gab.

men sie am Berlin-Brandenburger Businessplan-Wettbewerb teil.
Damit die Vision bald real wird, gesellen sich zu den Gründern und ihrem
Anwalt demnächst Freunde, die den Vertrieb, das Marketing, Foto-/Videografie
und die neue Webseite verantworten.
Dat und Minh hoffen außerdem auf Verpackungstechniker der Beuth-Hochschule. Und Maximilian wird nach seiner
Neuseelandreise auch wieder zu ihnen
stoßen.
Infos im Netz:
https://www.therangebox.com/

FOTOS: RANGEBOX

BEZIRKS-JOURNAL

KULTURNACHRICHTEN FÜR LICHTENBERG, HOHENSCHÖNHAUSEN, MARZAHN-HELLERSDORF & DAS UMLAND

MUSIK | KONZERTE
Irish & Scottish Folk: Die Berliner Live-Band
Clover ist am 25. Januar, 21 Uhr, zu Gast. Karten
kosten 10 Euro (Abendkasse) bzw. 9 Euro (Vorverkauf). Ort: Kiste.
Musikalischer Salon: Hans-Joachim Scheitzbach präsentiert am 26. Januar, 15 Uhr, Werke
von Weber, Schumann, Grieg, Bruch u.a. Ort:
Freizeitforum Marzahn.
Panta Rhei mit Blue Winter Night: Jazz-Konzert
am 26. Januar, 20 Uhr. Eintritt: 15 Euro. Ort: Kulturhaus Karlshorst.
Die Liederkarawane: Musikalischer Nachmittag mit Ina Hohenwaldt und Christian Koch am
30. Januar, 15 Uhr. Eintritt: 6 Euro, Kaffeegedeck: 3 Euro. Ort: MAXIE-TREFF.
„Arndt Bause und ich“: Zehnte Arndt-BauseGala am 17. Februar, 15 Uhr. Moderator Siegfried Trzoß präsentiert unter anderem Inka
Bause, Monika Herz, Nina Lizell, Hans-Jürgen
Beyer und Wolfgang Lippert. Zu Gast sind der
Kinderchor der Hans-Werner-Henze-Musikschule Berlin sowie die Energy Dancers. Eintritt: 25 Euro. Ort: Freizeitforum Marzahn.
Vive la france: Konzert mit Musikern der Kammerakademie Potsdam am 22. Februar, 19 Uhr.
Eintritt: 18, erm. 9 Euro. Ort: Schlosskirche Altlandsberg.

THEATER & KABARETT
„Irrsinn galoppiert“: Politisches UmbruchKabarett in turbulenten Zeiten von und mit
Olaf Michael Ostertag am 25. Januar, 19 Uhr.
Kompositionen und musikalische Begleitung:
Dirk Morgenstern. Eintritt: 10, erm. 8 Euro.
Karten unter Tel. 030 93661078. Ort: Berliner
Tschechow-Theater.
Eine total verrückte Märchenwelt: LiveHörspiel am 25. Januar, 20 Uhr. Gastspiel der
DreamTeamerHörspieler. Ort: Das Weite Theater. Weitere Aufführung: 26. Januar, 20 Uhr.
Karten: 12,50, erm. 10 Euro.
„Wenn die Neugier nicht wär‘...“: Gesprächsreihe am 26. Januar, 19 Uhr. Zu Gast: Schauspieler
Stephan Grossmann. Ort: Freizeitforum Marzahn.
Crash Boom Click – Der Mond kann trommeln:
Rhythmische Theatervorstellung am 29. Januar, 10 Uhr. Ort: Theater an der Parkaue.
„Na det war wieda ‚n Jahr“: Satirischer Jahresrückblick mit dem Kabarettisten Gerald Wolf
am 29. Januar, 19.30 Uhr. Eintritt: 4, erm. 3 Euro.
Ort: Galerie 100.
Aus Leben und Werk von Anton Tschechow:
Literarisch-musikalischer Abend anlässlich
seines 149. Geburtstages am 29. Januar, 19
Uhr. Eintritt 3 Euro. Ort: Berliner TschechowTheater.

AUSSTELLUNGEN
30 Jahre Farbfinderei: Ausstellung mit Arbeiten von Klaus Nowakowski. Zu sehen bis zum
26. Februar. Ort: Anton-Saefkow-Bibliothek.
Fantasie und Vielfalt: Ausstellung mit Werken
des Hobbykünstlers Hans-Joachim Netzband.
Zu sehen bis zum 5. März. Ort: Anna-Seghers-

7

Bibliothek im Linden-Center.

25. Februar. Eintritt frei. Ort: Schloss Biesdorf.

Bodo-Uhse-Bibliothek.

Drachengeflüster übern See: Fotos von Inés
Bartels aus China, zu sehen bis zum 14. Mai.
Ort: Bodo-Uhse-Bibliothek.

Typobilder - Bilder zum Lesen: Gunnar Riemelt stellt eine Auswahl seiner typografisch
bildhaften Umsetzungen. Zu sehen bis zum 12.
Februar. Ort: Bodo-Uhse-Bibliothek.

„Ein Leben ist zu wenig“: Lesung mit Gregor
Gysi am 23. Januar, 19 Uhr. Hans-Dieter Schütt
stellt Gysi seine Autobiografie vor. Eintritt: 4,
erm. 3 Euro. Ort: Egon-Erwin-Kisch-Bibliothek.

„Landschaften und mehr…“: Malerei von HansJoachim Hoffmann, zu sehen bis 28. Februar.
Ort: Bezirkszentralbibliothek „Mark Twain“.

„Die Hinrichtung – Authentische Kriminalfälle“: Lesung mit dem Rechtsanwalt und Literaturwissenschaftler Dr. phil. Bernd Hesse am
28. Januar, 19 Uhr. Eintritt: 4, erm. 3 Euro. Ort:
Anton-Saefkow-Bibliothek.

Landschaften in Öl und Tusche: Ausstellung
mit Arbeiten von Nico Weinert. Zu sehen bis
zum 30. März. Ort: Egon-Erwin-Kisch-Bibliothek.
Fernwärme: Ausstellung mit Arbeiten von
Schülern der Ostkreuzschule für Fotografie,
zu sehen vom 17. Februar bis 29. März. Ort:
Schloss Biesdorf.
Erleben ohne Sucht: Ausstellung anlässlich
des 20-jährigen Bestehens des Edgar-CarloBettermann-Hauses. Zu sehen bis 3. März. Ort:
Ausstellungszentrum Pyramide.
Zuflucht Hoffnung: Ausstellung mit Fotografien von Giovanni Lo Curto über Menschen, die
über lebensgefährliche Routen nach Europa
flüchteten. Zu sehen bis zum 17. März. Ort: Museum Lichtenberg.
„Beglückung der Welt“: Arbeiten von Jill Baroff. Zu sehen bis zum 14. April. Vernissage am
27. Januar, 14 Uhr. Ort: Mies van der Rohe Haus.
Transitionen – Travel on Time: Malerei, Zeichnungen und Collagen zum Sehnsuchtsort Stadt
von Sonja Blattner, zu sehen bis zum 8. März.
Vernissage: 22. Januar, 19 Uhr. Ort: rk – Galerie
für zeitgenössische Kunst im Ratskeller.
„Rückblick“: Grafik und Malerei von Peter
Hoffmann, zu sehen bis zum 22. Februar. Ort:
Studio Bildende Kunst.
Dir zur Feier – Planet Erde: Ausstellung mit
Bildern von Silvia Dzubas. Vernissage am 23.
Januar, 19 Uhr, mit Bezirksbürgermeister Michael Grunst. Zu sehen bis zum 13. März. Ort:
Galerie 100.
Bronze und Keramik: Ausstellung mit Werken
von Johanna Jura. Zu sehen bis 26. April. Ort:
Bezirksmuseum Marzahn-Hellersdorf.
„…und des Menschen Größe“: Grafiken und
Fotografien zu Gedichten von Johannes R. Becher, Präsentation des Kunstarchiv Beeskow –
Archivierte Kunst aus der DDR. Ausstellung bis

„Niemand ist vergessen“: Ausstellung anlässlich des 80. Jahrestag der Reichspogromnacht.
Initiator: Bündnis für Demokratie und Toleranz. Zu sehen bis 27. Januar. Ort: Bezirkszentralbibliothek „Mark Twain“.
Chamäleon oder das Bedürfnis nach Erneuerung: Ausstellung von Detlef Günther. Zu sehen bis 28. Februar, Di. & Do. 15-19 Uhr. Ort:
Kreisverband Lichtenberg von Bündnis 90/Die
Grünen, Münsterlandstraße 33, 10317 Berlin.

KINDER & FAMILIE
Zimbel Zambel: Schi-Scha-Schatzsuche: Eine
Unterwasserkomödie für Kinder am 24. Januar,
9.30 Uhr, mit dem Zuckertraumtheater. Eintritt:
4 Euro. Anmeldungen unter Tel. 0305616170.
Ort: Humboldt-Haus.
Aschenputtel: Kindertheater nach dem Märchen der Brüder Grimm am 27. Januar, 16 Uhr.
Ort: Das Weite Theater.
5. Kinder-Saal-Winter: Unter der Leitung von
Birgit Letze-Funke kommt das Stück „Der
Teufel mit den drei goldenen Haaren“ auf die
Bühne. Es spielen die Mitglieder des FFM-Theater-Ensembles. Premiere: 3. Februar, 16 Uhr.
Weitere Vorstellungen am 5./6./7. Februar, jeweils um 10 Uhr und am 9. Februar, 16 Uhr. Ort:
Freizeitforum Marzahn.

VORTRAG | LESUNG
Frankreich - 100 Jahre nach dem Großen Krieg
1914-1918: Vortrag mit Hanno Schult am 21.
Januar, 19 Uhr. Eintritt: 3,50 Euro. Ort: Studio
Bildende Kunst.
„Kranichland“: Lesung mit Anja Baumheier am
23. Januar, 19 Uhr. Eintritt: 4, erm. 3 Euro. Ort:
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MUSIK AUF DEM SCHLOSSGUT

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U-Bhf. Hönow entfe

22.02.2019, 19 Uhr
Musikalische Residenzen: Vive la France
23.02.2019, 19 Uhr
DuckTapeTicket – Musical Dinner im Brau- und Brennhaus
09.03.2019, 19.30 Uhr Salt House, zeitgen. Folk aus Schottland

KINO IN DER SCHLOSSKIRCHE

19.01.2019, 20 Uhr
09.02.2019, 20 Uhr
16.03.2019, 20 Uhr

Gundermann
Ein Dorf zieht blank
Wer hat eigentlich die Liebe erfunden?

HEIRATEN |
TAGEN | FEIERN

KULTUR AUF DEM SCHLOSSGUT

22.03.2018, 19 Uhr

Wiener Blut – Glanzstunden der Operette

VORMERKEN: FÜHRUNGEN
03.02.2019, 11 Uhr
Brauerei-Führung, Start: Stadtinfo
29.03.2019, 20 Uhr
Führung mit dem Nachtwächter
12.04.2019, 20 Uhr
Stadtrundgang mit dem Nachtwächter
Tickets unter www.reservix.de oder in der Stadtinformation.
Krummenseestraße 1
15345 Altlandsberg
www.schlossgut-altlandsberg.de
info@schlossgut-altlandsberg.de
Tel: 033438 151150

RESTAURANT
SOZIETÄTSBRAUEREI
& BRENNEREI
Öffnungszeiten
Stadtinformation:
Mo-Fr 11-17 Uhr
Sa/ So 11-16 Uhr
Restaurant
tgl. ab 12 Uhr

Mit fremden Federn - eine kleine Geschichte der Hochstapelei: Lesung mit der Autorin
Anett Kollmann am 7. Februar, 18 Uhr. Ort: Bezirkszentralbibliothek Mark Twain. Anmeldung
Tel. 030 54704142.
Fräulein Brehms Tierleben: Lesung zum Thema
Wolf am 10. Februar, 14 Uhr. Eintritt kostenlos,
um eine Anmeldung unter Tel. 030 92901866
wird gebeten. Ort: Umweltbüro Lichtenberg.
„Zweierkisten – ausgesprochene Wahrheiten
über das Leben als Paar“: Lesung mit Manon
Straché und Peer Jäger am 14. Februar, 19 Uhr.
Eintritt: 24 Euro. Ort: Freizeitforum Marzahn.
„Das scheue Wort - ein Windstoß nahm es“: Literarisch-musikalischer Ringelnatz-Abend mit
dem Berliner „trio ringelnatz“ am 15. Februar, 20 Uhr. Ort: Bezirkszentralbibliothek Mark
Twain. Anmeldung: Tel. 030 54704142.

FÜHRUNG & AUSFLUG
Lichtenberger Wanderung: Tour durch die Hohenschönhausener Schutzgebiete am 23. sowie 26. Januar, jeweils 14 bis 17 Uhr, mit Sabine
Engert. Start: Anna-Seghers-Bibliothek. Anmeldung unter Tel. 030 92796410 erforderlich.
Berliner Revolutionsfriedhöfe: Bustour im
Rahmen des Themenwinters „100 Jahre Revolution 1918/19“ am 26. Januar, 10 bis 14 Uhr.
Start: 10 Uhr, Friedhof der Märzgefallen, ErnstZinna-Weg 1, 10249 Berlin. Ansprechpartner:
Museum Lichtenberg.

KINO
Ein Dorf zieht blank: Filmvorführung am 9. Februar, 20 Uhr. Ort: Schlosskirche Altlandsberg.
PROGRAMM KINO KISTE
24. bis 30. Januar
Der kleine Drache Kokosnuss 2: Do., Mi. 16 Uhr,
Fr. 15.20 Uhr, Sa. 15.40 Uhr, Di. 16.15 Uhr
Leon und die magischen Worte: So., Mo. 16 Uhr
Adam und Evelyn: Do., So., Mi. 14 Uhr, Sa. 17.05
Uhr, Di.18 Uhr, Fr. 18.55 Uhr
Colette: Fr. 13.20 Uhr, Mo. 13.55 Uhr, Do., So., Mi.
17.55 Uhr, Sa. 18.50 Uhr, Di. 20 Uhr
Shoplifters-Familienbande: Do. 9 Uhr Seniorenkinobrunch, Sa. 13.30 Uhr, Di. 14 Uhr, Fr.
16.45 Uhr, Mo. 17.45 Uhr, Do., So., Mi. 20 Uhr
Gundermann: Mo. 20 Uhr
31. Januar bis 6. Februar
Der kleine Drache Kokosnuss 2: Do., So., Di., Mi.
16 Uhr, Fr. 15.30 Uhr, Sa. 15.05 Uhr, Mo. 16.15 Uhr
Colette: Do., So., Mi. 14 Uhr, Sa. 16.30 Uhr, Di.
17.55 Uhr, Fr. 18.40 Uhr
Shoplifters-Familienbande: Fr. 13.20 Uhr, Mo.
14 Uhr, Do., So., Mi. 17.45 Uhr, Sa. 18.30 Uhr, Di.
20 Uhr
Der Junge muss an die frische Luft: Sa. 13.20
Uhr, Di. 14 Uhr, Fr. 16.55 Uhr, Mo. 18 Uhr, Do.,
So., Mi. 20 Uhr
Mackie Messer: Mo. 20 Uhr

ADRESSEN, KONTAKTE & ÖFFNUNGSZEITEN
Anna-Seghers-Bibliothek Im Linden-Center,
Prerower Platz 2, 13051 Berlin, Tel. 030
92796410. Öffnungszeiten: Mo, Di, Do, Fr 9-20
Uhr, Mi 13-20 Uhr, Sa 9-16 Uhr.
Anton-Saefkow-Bibliothek, Anton-SaefkowPlatz 14, 10369 Berlin, Tel. 030 902963790.
Öffnungszeiten: Mo, Di, Do, Fr 9-20 Uhr, Mi
13-20 Uhr, Sa 9-15 Uhr.
Ausstellungszentrum Pyramide, Riesaer
Str. 94, 12627 Berlin, Tel. 030 902934132.
Öffnungszeiten: Mo-Fr 10-18 Uhr.
Berliner Tschechow-Theater, Märkische
Allee 410, 12689 Berlin, Tel. 030 93661078.
Bezirksmuseum Marzahn-Hellersdorf, AltMarzahn 51, 12685 Berlin, Tel. 030 54790921,
Internet: www.museum-marzahn-hellersdorf.de. Öffnungszeiten: Mo-Fr 11-17 Uhr.
Bezirkszentralbibliothek „Mark Twain“ und

Musikbibliothek, Marzahner Promenade
52-54, 12679 Berlin, Tel. 030 54704154. Öffnungszeiten: Mo, Di, Do, Fr 10-19.30 Uhr; Mi
14-19.30 Uhr; Sa 10-14 Uhr
Bodo-Uhse-Bibliothek am Tierpark, ErichKurz-Straße 9, 10319 Berlin, Öffnungszeiten:
Mo, Di, Do, Fr 9-19 Uhr; Mi 13-19 Uhr; Sa 9-15
Uhr.
Das Weite Theater, Parkaue 23, 10367 Berlin,
Tel. 030 9917927.
Deutsch-Russisches Museum BerlinKarlshorst, Zwieseler Straße 4, 10318 Berlin,
Tel. 030 501508-10. Öffnungszeiten: Di-So
10-18 Uhr.
Egon-Erwin-Kisch-Bibliothek, Frankfurter
Allee 149, 10365 Berlin, Tel. 030 5556719.
Öffnungszeiten: Mo, Di, Do, Fr 9-19 Uhr; Mi
13-19 Uhr; Sa 9-15 Uhr.

Freizeitforum Marzahn, Marzahner Promenade 55, 12679 Berlin. Tickets unter Tel. 030
5427091.
Galerie 100 und Kunstverleih, Konrad-WolfStraße 99, 13055 Berlin, Telefon 030 9711103.
Öffnungszeiten: Di-Fr 10-18 Uhr, So 14-18 Uhr
Galerie Ost-Art, Giselastraße 12, 10317 Berlin.
Öffnungszeiten: Di-Fr 10-15 Uhr, Sa 13-17 Uhr.
Gedenkstätte Berlin-Hohenschönhausen,
Genslerstraße 66, 13055 Berlin, Tel. 030
98608230. Infos: www.stiftung-hsh.de
Humboldt-Haus, Warnitzer Straße 13 A, 13057
Berlin, Tel. 030 96242-0.
KISTE Kino & Konzerte & mehr am UBahnhof Hellersdorf, Heidenauer Str. 10,
12627 Berlin, Tel. Tel. 030 9987481.
Krankenhauskirche im Wuhlgarten, Wuhlgarten e.V., Brebacher Weg 15, 12683 Berlin,

Tel. 030 562969423.
Kulturhaus Karlshorst, Treskowallee 112,
10318 Berlin, Tel. 030 475940610. Öffnungszeiten: Mo-Sa 11-19 Uhr, So 14-18 Uhr.
Maxie-Treff Begegnungsstätte, Maxie-Wander-Straße 56/58, 12619 Berlin.
Mies van der Rohe Haus, Oberseestraße
60, 13053 Berlin, Telefon 030 97000618.
Öffnungszeiten: Di bis So 11-17 Uhr.
Museum Lichtenberg im Stadthaus,
Türrschmidtstraße 24, 10317 Berlin, Tel. 030
5779738812/18. Öffnungszeiten: Di-Fr und So
11-18 Uhr.
Naturhof Malchow, Dorfstraße 35, 13051
Berlin, Tel. 030 9279930, www.naturschutzmalchow.de
rk - Galerie für zeitgenössische Kunst im
Ratskeller Lichtenberg, Möllendorffstraße 6,

10367 Berlin, Tel. 030 902963712. Öffnungszeiten: Mo-Fr 10-18 Uhr.
Schloss Biesdorf, Alt-Biesdorf 55, 12683
Berlin, tgl. 10-18 Uhr, Di Schließtag, Fr 12-21
Uhr. Telefon: Tel. 030 516567790, Internet:
www.schlossbiesdorf.de
Schlossgut Altlandsberg, Krummenseestraße 1, 15345 Altlandsberg, Tel. 033438 151150.
Stasi-Museum/ASTAK e.V., Ruschestraße
103, Haus 1, 10365 Berlin, Tel. 030 5536854,
Internet: www.stasimuseum.de. Eintritt:
Erwachsene 6, erm. 3-4,50 Euro.
Studio Bildende Kunst, John-Sieg-Straße 13,
10365 Berlin, Tel. 030 5532276.
Theater an der Parkaue, Parkaue 24, 10367
Berlin, Tel. 030 55775252.
Umweltbüro Lichtenberg, Passower Str.
35,13057 Berlin, Tel. 030 92901866.

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BEZIRKS-LEBEN

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HOHENSCHÖNHAUSEN-LICHTENBERG | BEZIRKS-JOURNAL

Ein Kiez zum Nachhören

ALT-HOHENSCHÖNHAUSEN: Wer sich über die wechselvolle Geschichte der Gegend um den Orankesee
informieren möchte, kann dies nun mit einem Smartphone machen. Von Birgitt Eltzel.

G

Zoo-Akademie
sucht Dozenten
Die Akademie Hauptstadtzoos möchte
ihr Angebot ausbauen und sucht daher weitere ehrenamtliche Dozenten.
Angesprochen werden Menschen, die
über Erfahrungen in der Bildungsarbeit in den Bereichen Tiere, Natur- und
Artenschutz verfügen. Diese sollen im
Semesterprogramm Vorlesungen zu
verschiedenen Themen halten. Die Akademie vermittelt seit 2011 erwachsenen
Tierfreunden Informationen über den
Tierpark- bzw. Zoo-Wegweiser hinaus
und stellt ein Bildungsangebot zu Tieren, Natur, Artenschutz und der Arbeit
der Hauptstadtzoos ein Bildungsangebot dar. Bisher haben über 200 Teilnehmer das Bildungsangebot angenommen.
Interessierte können sich telefonisch
an die Fördergemeinschaft von Tierpark und Zoo, Telefon 030 51531407,
wenden. (bzj.)

Neue Ausstellung im
Museum Lichtenberg
Mit einer neuen Ausstellung „Schießbefehl für Lichtenberg“ startet das Museum Lichtenberg in das neue Jahr. Es
macht damit auf das gewaltsame Ende
der Revolution 1918/19 in Berlin und die
Lichtenberger Märzkämpfe aufmerksam. Fotos, Zeitungs-, Ton- und Filmdokumente sowie Zeitzeugenberichte
illustrieren das Geschehen vor 100 Jahren. Das Museum Lichtenberg befindet sich in der Türrschmidtstraße 24.
Geöffnet ist Dienstag bis Freitag sowie
Sonntag von 11 bis 18 Uhr. (ba.)

eschichten rund um Ober- und
Orankesee sind dort jetzt an 20
sogenannten Hörstationen zu
erfahren. Von der Prinzessin Oranka
über den Bau des Strandbads, die Zeit
der sowjetischen Besatzung und der
Nutzung durch die DDR-Staatssicherheit bis zum Traum von einem Kunstkomplex nach der Wende und die vor
einigen Jahren erfolgte Seensanierung
spannt sich der Bogen. Spaziergänger
benötigen nur ein Smartphone, das sie
an die QR-Codes der Stationen halten
müssen – und schon startet die jeweilige Erzählung.
Wer kein solches Gerät hat, kann die
Internetseite mit dem schönen Titel Hörenschönhausen aufrufen. Dort gibt es
nicht nur die 20 Audiomitschnitte, sondern auch noch längere Aufsätze zum
jeweiligen Thema sowie historische und
aktuelle Fotos aus dem Seenpark. Erzählt werden die Geschichten von acht
professionellen Sprechern, die u.a. auch
für das Museum Barbarini in Potsdam
tätig waren.
Die neueste Attraktion im Seenpark
von Alt-Hohenschönhausen ist vor allem drei Frauen aus dem rührigen
Förderverein Obersee & Orankesee zu
verdanken, der sich seit Jahren für die
Entwicklung des Gebiets engagiert:
Nikola John, Bärbel Ruben und Elke
Weihusen. Am Rande einer vom Verein
organisierten Veranstaltung waren sie
ins Gespräch über die Geschichten der
Gegend gekommen – und beschlossen,
dass diese einer breiten Öffentlichkeit
zugänglich gemacht werden sollten.
Mit 14.500 Euro aus dem Fonds zur
Förderung zeitgeschichtlicher und erinnerungskultureller Projekte der Senatskulturverwaltung und mehr als 800
ehrenamtlich geleisteten Arbeitsstunden wurde das Vorhaben binnen eines
Jahres Realität. Lichtenbergs Bezirksbürgermeister Michael Grunst (Linke)
bedankte sich bei der Einweihung für
die Aktivität des Fördervereins: „Eine
wirklich fantastische Initiative! Bürgerschaftliches Engagement par excellence.“ Der wertvolle Rundgang sei eine
gute Gelegenheit, den Bezirk noch besser kennenzulernen.
In der Tat können nicht nur Besucher, die längst schon auch aus anderen
Bezirken an die Seen von Alt-Hohenschönhausen kommen, Wissenswertes

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lokale Werbung.
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FOTO: WWW.LICHTENBERGMARZAHNPLUS.DE/ BIRGITT ELTZEL

Die Initiatorinnen: Elke Weihusen (2.v.l.), Bärbel Ruben (3.v.l.), Nikola John. Daneben
Bürgermeister Michael Grunst. Links: Bettina Grotewohl, die zu den zahlreichen Unterstützern des Teams gehört.

hören. Selbst Menschen, denen die Gegend durchaus vertraut ist, erfahren
Spannendes. Beispielsweise, dass das
beliebte Strandbad im Jahr 1928 nach
der Ausschreibung für einen neuen
Pächter für das Traditionslokal Orankesee-Terassen entstand. Dieser wurde
Wilhelm Heinrich, ein früherer Theaterbetreiber, genannt Heiden-Heinrich.
Von ihm stammt auch der Orankewalzer, dessen ursprüngliche Komposition
verschollen war und 2016 nach einem
Wettbewerb des Fördervereins neu
komponiert wurde. Die Neuvertonung
von Heidens Gedicht ist natürlich auch
auf der „Hörenschönhausen“-Website
zu genießen.
Doch auch über die weniger helle
Geschichte des Gebiets wird berichtet.
Wer weiß heute schon noch, dass Anfang November 1945 das Gebiet um den
Obersee durch die Rote Armee komplett
eingezäunt wurde, die letzten Bewohner bis 1947 vertrieben wurden? Erst im
Frühjahr 1951 trat die sowjetische Besatzungsmacht das „Militärstädtchen
Hohenschönhausen“ an die DDR ab. Das
Gros des Sperrgebiets übernahm das
Ministerium für Staatssicherheit. In den
später geschaffenen zweigeschossigen
Plattenhäusern am Obersee entstanden
Wohnungen für ranghohe Stasi-Offiziere, so den Chef der Auslandsspionage
Markus Wolf. Namen standen natürlich
damals keine an den Briefkästen.

Bärbel Ruben, die zu den Initiatorinnen des Audio-Rundgangs gehört, erinnert sich: „Anfangs hatten wir sieben
Hörstationen geplant, nun sind es 20 geworden. Denn es gibt einfach viel zu erzählen.“ Von den frühen 1990er-Jahren
an bis 2001 war sie Leiterin des Museums Hohenschönhausen im nahen Lindenweg gewesen. Dieses wurde im Zuge
der Berliner Bezirksfusion geschlossen.
Mit dem Zusammenschluss von Hohenschönhausen und Lichtenberg blieb
nur noch ein Museum erhalten, das in
der Lichtenberger Türrschmidtstraße.
Ruben, die seit Jahren im Bezirksamt
Neukölln arbeitet, freut sich deshalb
besonders, dass „Hörenschönhausen“
Realität geworden ist: „Damit verhelfen
wir dieser Gegend wieder zu ihrem lokalen Gedächtnis.“
Björn Döhring, der Vorsitzende des
Fördervereins Obersee & Orankesee,
hofft auf einen weiteren Ausbau des
Rundgangs. „Das ist noch nicht zu
Ende“, sagt er. Auch andere könnten
ihre Geschichten erzählen, beispielsweise die Feuerwache, die jetzt ein Hotel und Restaurant ist, Kleingartenvereine oder andere Institutionen. Döhring
hofft wie die anderen Mitglieder des
Fördervereins, dass die Hörstationen
gut angenommen werden. Und natürlich, dass es keinen Vandalismus an den
auf Bänken angebrachten Plaketten mit
den QR-Codes gibt.
                            
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