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Periodical volume

Full text: Lichtenberger Bezirks-Journal Issue 3.2016,2

AMBITIONIERT:
Die Kliniken bekommen
mehr Betten. S. 3

ENGAGIERT: Karin
Halsch ist seit 20 Jahren
in der Politik. S. 2

Lichtenberger

in Kooperation mit

Bezirks-Journal

Kostenlose und regionale Monatszeitung für Lichtenberg und Hohenschönhausen – mit Lokalnachrichten von Malchow bis Karlshorst für 268.465 Menschen
www.bezirks-journal.de | www.lichtenbergmarzahnplus.de | www.facebook.de/bezirksjournalberlin | www.twitter.com/bezirks_journal | 3. Jhg. | Ausgabe 2 | 11. Feb. 2016

Spätis: Piraten und FDP
wollen Straffreiheit
SONNTAGSÖFFNUNG: Parteien werben dafür, dass
Kioske auch sonntags verkaufen dürfen.

E

s gibt sie an vielen Ecken – zumindest im Altbezirk Lichtenberg:
Spätis. Doch die Betreiber der Kioske und kleinen Geschäfte verstoßen regelmäßig gegen das Ladenschlussgesetz.
Zumindest, wenn sie sonntags ihre Türen öffnen und ihr gesamtes Sortiment
zum Verkauf anbieten. Damit riskieren
sie ein Bußgeld. Die Piratenfraktion in
der
Bezirksverordnetenversammlung
(BVV) und die Lichtenberger FDP fordern jetzt Straffreiheit.
Ein Antrag der Piraten wurde jüngst
von der BVV in den Ausschuss für öffentliche Ordnung und Verkehr überwiesen. „Das Bezirksamt wird ersucht,
Verstöße gegen das Ladenöffnungsgesetz von inhabergeführten Spätverkaufsstellen an Sonntagen nicht zu verfolgen“, argumentiert die Piratenfraktion.

Auch sollten keine Geldbußen verhängt
werden, erklären die Piraten weiter.
Der zuständige Bezirksstadtrat Dr. Andreas Prüfer kann dem Antrag jedoch
nichts abgewinnen. „Den Antrag hätte
die BVV gleich ablehnen müssen, er ist
rechtswidrig“, erklärte er auf Nachfrage
der Onlinezeitung lichtenbergmarzahnplus.de Die FDP kritisiert das: „Der Unwille von Stadtrat Prüfer, dem Beispiel
anderer Bezirke zu folgen, zeigt, dass
das Bezirksamt den Draht zu den Bürgern vor Ort verloren hat“, sagte VizeFDP-Chef Dirk Gawlitza.
2014 wurden im Bezirk 32 Ordnungswidrigkeitsverfahren mit Festsetzung
von Geldbußen in einer Gesamthöhe
von 15.730 Euro eingeleitet. 2015 waren
es 36 Verfahren mit insgesamt 10.937
Euro. (gäd.)

Einer hat den Hut auf
Christoph Schmidt ist der Mann, der den Hut aufhat für die Internationale Gartenausstellung IGA Berlin 2017: Unter der Regie des Chefs der Grün Berlin
GmbH wird derzeit das 100 Hektar große Gelände in Marzahn-Hellersdorf fit
gemacht. Im Rahmen einer Auftaktpressekonferenz – unser Bild zeigt Schmidt
mit Maskottchen Stecky – informierte er mit seinen Kollegen über den Endspurt
für die IGA. Mehr dazu in „Standort Ost“ im Innenteil.
FOTO: MARCEL GÄDING

2

Bezirks-Leben

Februar 2016 | Bezirks-Journal Lichtenberg/ Hohenschönhausen

Per Zufall in die Politik

NACHRICHTEN

Neuer Chefarzt am
Sana Klinikum

LICHTENBERG.
Die Klinik für Allgemein- und Viszeralchirurgie am Sana
Klinikum Lichtenberg hat einen neuen
Chef. Professor Dr.
med. Michael Heise
trat am 2. Februar
Prof. Heise.

FOTO: SANA die Nachfolge von
Professor Klaus Gellert an, der Ende 2015 in den Ruhestand
ging. Dr. Heise, Spezialist für Tumorchirurgie der Oberbauchorgane (Speiseröhre,
Leber und Bauchspeicheldrüse) sowie des
Darms, war zuvor Chefarzt für Allgemein- und Viszeralchirurgie am Evangelischen Krankenhaus Bielefeld. Weitere
Spezialgebiete des neuen Chefarztes sind
die Schilddrüsen- und die Gefäßchirurgie. (lima+)

von Dr. Knut Käpernick*

E

s ist ein schier unfassbarer Verlust:
Dr. Rolf Meyerhöfer, unermüdlicher Chronist, unser guter Freund
und Kamerad, Gründungsmitglied des
Fördervereins Schloß Hohenschönhausen, ist am 26. Dezember gestorben.
Er war ein unermüdlicher Sammler,
der das Tagesereignis mit dem nüchternen Blick des Naturwissenschaftlers
dokumentierte. Als 2015 sein Stadtteil
Neu-Hohenschönhausen, wo er selbst
unweit vom Prerower Platz und Mühlengrund wohnte, die Dreißig erreichte,
wurde er zum begeisterten Fabulierer.
Mit großen Fotoalben, mit eigenen Postern, Publikationen und mit einer Ausstellung, sogar im Fernsehen, erzählte er,
wie das ehemalige Handelshaus, dann

KOMMUNALPOLITIK: Karin Halsch begann 1995, sich politisch zu engagieren.
Auch zwei Jahrzehnte danach hat sie die Lust daran nicht verloren.
oder nutzt ihr breites Netzwerk, um Probleme schnell zu lösen. An den übrigen
Tagen steht dafür ein eigens eingestellter
Mitarbeiter zur Verfügung. Mal geht es
um einen dringend benötigten Kitaplatz,
mal um einen Bescheid vom Job-Center,
mal um die Anerkennung eines DDRLehrerstudiums im Westen. Und dann
sind da die Ideen für einen lebenswerten Kiez. Viel Zeit für Privates bleibt der
Mutter von zwei Kindern da kaum.

von Marc Eichholz

D

ie Gehrenseestraße in Hohenschönhausen ist ein gefährliches
Pflaster. Weil es an Überquerungen und Ampeln fehlt, kommt es auf der
Strecke zwischen Alt- und Neu-Hohenschönhausen des Öfteren zu Unfällen.
Zumindest an einer Ecke gibt es jedoch
eine Ausnahme. Dort befindet sich seit
den 1990er-Jahren eine Ampel. Dass es
sie gibt, ist auch der Verdienst von Karin Halsch. Damals, als junge Mutter,
lief sich die Hohenschönhausenerin die
Hacken wund. „Ich wollte, dass meine
Kinder auf dem Weg zur Schule sicher
die Gehrenseestraße queren können“,
erinnert sich Halsch. Richtig ernst genommen wurde sie jedoch nur bei der
Hohenschönhausener SPD. Das imponierte ihr derart, dass sie spontan Mitglied wurde und sich bereits 1995 für die
Bezirksverordnetenversammlung (BVV)
aufstellen ließ.
„Die Ampel gibt es heute noch, die
Schule meiner Kinder nicht mehr“, sagt
Karin Halsch. Hohenschönhausen hat
sich verändert: Gegründet als vorletzter Ostberliner Stadtbezirk waren Wohnungen im Nordosten der Stadt Mitte
der 1980er-Jahre heiß begehrt. Es gab
Kitas, Schulen und Nahversorgungszentren. Busse und Straßenbahnen hielten
fast vor der Tür. Dann kam die Wende:
deutlich weniger Geburten, zunehmend
leerstehende Wohnungen und Menschen
ohne Job. Eine gerade erst auf dem
Reißbrett für sozialistische Verhältnisse
entworfene Großsiedlung wandelte sich
– wenn auch unfreiwillig.
Karin Halsch erinnert sich an diese
Zeit genau. An die ersten Vereine, die
sich um Arbeitslose kümmerten. Daran, wie man ehemals stark nachgefragte
Kinderspielplätze in Parkanlagen umfunktionierte und wie nicht mehr benötigte Kitas und Schulen der Abrissbirne
zum Opfer fielen. Aber auch, wie man
die einst so verrufenen Plattenbauwohnungen sanierte und auf westliche Standards brachte. Seit 20 Jahren begleitet
Halsch den Umbruch in „ihrem“ Ho-

Karin Halsch (rechts) mit ihrem einstigen
Mitstreiter, dem früheren Wirtschaftsstadtrat von Hohenschönhausen Matthias
Stawinoga.
FOTO: ARCHIV
henschönhausen: 1995 wurde sie in die
BVV gewählt. Vier Jahre später zog sie
in das Abgeordnetenhaus von Berlin,
machte dort auf Landesebene eine beachtliche Karriere: Bis heute ist sie Vorsitzende des Sportausschusses, 2006 bis
2011 war Halsch Vizepräsidentin des
Berliner Abgeordnetenhauses. Hinzu
kommen innerparteiliche Ämter und ihr
ehrenamtliches Engagement in etlichen
Vereinen auf Landes- und Bezirksebene.
Nein, ein Problemviertel ist dieses
Hohenschönhausen nicht geworden.
Halsch verschweigt nicht, dass hier bei
vielen Hohenschönhausenern das Geld
nicht locker sitzt und der eine oder andere auch auf staatliche Unterstützung
angewiesen ist. Den Kiez aber als Pro­
blemviertel zu stigmatisieren, wie es ihre
Kollegin Evrim Sommer von der Linkspartei macht, liegt ihr fern. Sie sagt, dass
Hohenschönhausen ein Teil von Berlin
sei – mit Vor- und Nachteilen. „Die Menschen hier fühlen sich aber grundsätzlich
wohl, leben gerne im Kiez“, weiß Karin
Halsch aus erster Hand. Vor acht Jahren eröffnete sie ihr Bürgerbüro in einer
ehemaligen Kindertagesstätte nahe dem
S-Bahnhof Wartenberg – lange, bevor es
auch andere Abgeordnete taten. „Läuft
was falsch – dann zu Halsch“ lautet ihr
Motto, das keine Werbeagentur entworfen hat, sondern ihr eher spontan einfiel. Einmal in der Woche hört sie sich
die Sorgen und Nöte der Menschen an,
macht sich Notizen, ruft in Ämtern an

Der Unermüdliche
NACHRUF: Dr. Rolf Meyerhöfer (1940-2015),
Ortschronist von Hohenschönhausen
das
Linden-Center
Schon bevor er mit
entstanden und wie
seiner Frau Doris
die vielen Menschen
nach Studium und Behier heimisch wurrufsausübung als Maden. Er kooperierte
thematik- und Phymit Künstlern, so mit
siklehrer 1985 nach
dem MetallbildhauHohenschönhausen
er Achim Kühn am Dr. Rolf Meyerhöfer mit seiner Frau zog, arbeitete er in
Mühlenradbrunnen, Doris.
Neustrelitz im HeiFOTO: ARCHIV/ KOSTOW
und sorgte dafür, dass
matgeschichtsverein.
eine Gedenktafel an die Entwicklung
Er gehörte zu den Wenigen, die sich
von städtischen Rieselfeldern zum le- im Mai/Juni 1998 zusammenschlossen,
benswerten Wohngebiet erinnert.
um nach Wegen zu suchen, das alte,
Ehrenamtliche Tätigkeit war Dr. Mey- schon aufgegebene, dreihundertjährige
erhöfer sein ganzes Leben lang wichtig. Gutshaus, allen scheinbaren Vernunft-

Langer Atem zahlt sich aus
Wenngleich Karin Halsch auf zwei
Jahrzehnte politisches Engagement zurückblickt – ans Aufhören denkt sie noch
lange nicht. Denn es gibt viel zu tun, wie
die Hohenschönhausenerin sagt. „Man
braucht schon einen langen Atem und
Geduld“, hat Karin Halsch seit 1995
gelernt. Diese Erfahrung musste sie machen, als es darum ging, der sportbetonten Werner-Seelenbinder-Schule in Hohenschönhausen zu ihrer lang ersehnten
Sporthalle zu verhelfen. Sie brachte es
sogar fertig, den damaligen Regierenden Bürgermeister Klaus Wowereit 2001
im Rahmen einer Kieztour vor Ort das
Problem zu erläutern. 14 Jahre später –
ein Jahr nach dem Rücktritt Wowereits
– konnte die Halle eingeweiht werden.
Zäh waren auch die Bemühungen, Lottogeld für das Gutshaus Hohenschönhausen, besser als Schloss bekannt, zu
akquirieren. Aber es gelang.
Und was steht für die kommenden
Jahre auf der Agenda? Die größte Herausforderung für den Kiez wird es sein,
geflüchtete Menschen in geeigneter Weise unterzubringen. „Es muss uns gelingen, sie zu integrieren“, sagt Halsch.
Deutliche Worte findet sie, wenn sie
auf Sporthallen angesprochen wird, die
quasi über Nacht zu Notquartieren umfunktioniert werden. „Wir dürfen unseren Sportvereinen nicht die Grundlage
für ihre Arbeit entziehen“, sagt Halsch.
„Zudem kann eine Sporthalle keine familiengerechte Unterkunft ersetzen.“
Aktuell bemüht sie sich darum, dass
kurzfristig für Flüchtlinge genutzte Hallen saniert werden.
gründen und Widerständen zum Trotz
erhalten zu wollen. Er hatte eine freundliche und hilfsbereite Art, konnte auch
zwischen entgegengesetzten Meinungen ausgleichen. Im Vorstand des Fördervereins Schloß Hohenschönhausen
hatte Dr. Meyerhöfer über viele Jahre
maßgeblichen Anteil an der Kultur-, Geschichts- und Öffentlichkeitsarbeit. Er
hielt viele Vorträge, führte am Tag des
offenen Denkmals durchs Haus, - kurz,
es gab beinahe nichts, woran er nicht
beteiligt war. Seine Broschürenreihen
„Hohenschönhausener Kalenderblätter“
(13 Hefte) sowie „Hohenschönhausen
gestern und heute“ (acht Hefte) sind jetzt
legendär.
*Unser Autor ist Mitglied im Förderverein Schloß
Hohenschönhausen

3

Bezirks-Journal Lichtenberg/ Hohenschönhausen | Februar 2016

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Blick in die Physiotherapie der Geriatrie im Sana Klinikum.

FOTO: MARCEL GÄDING

Berlin investiert in
Krankenhäuser
GESUNDHEIT: Auch in den Kliniken im Ostteil der
Stadt soll die Zahl der Betten erhöht werden.
von Marcel Gäding

B

erlin bekommt mehr Krankenhausbetten, die Qualität der Patientenversorgung wird verbessert. „In Berlin wurden seit der Wende
20.000 Krankenhausbetten abgebaut“,
sagte Gesundheitssenator Mario Czaja
(CDU) bei der Vorstellung des Krankenhausplans im Sana Klinikum Lichtenberg. Unterm Strich werden 1.300
neue „Planbetten“ dazu kommen. In der
Gesundheitsregion Ost, bestehend aus
Marzahn-Hellersdorf und Lichtenberg,
profitieren vor allem die großen Kliniken: Die Zahl der Betten am Evangelischen Krankenhaus Königin Elisabeth
Herzberge (KEH) steigt von derzeit 630
auf 748; im Sana Klinikum von 554 auf
621 und im Unfallkrankenhaus Berlin
von 546 auf 608. Den größten Zuwachs
erhält das Vivantes Klinikum Kaulsdorf
– dessen Bettenzahl wird mehr als verdoppelt: von 208 auf 421.
Damit steigt die Zahl der Krankenhausbetten auf 21.980. Gleichzeitig
wurden Qualitätsstandards definiert.
Dazu gehört unter anderem die Personalausstattung der Fachabteilungen, der
Notaufnahmen, der Intensivstationen
und der geriatrischen Abteilungen. Dass
Berlin mehr Betten bekommen soll,
liege auch an der Bevölkerungsprognose für die kommenden Jahre, die einen
deutlichen Zuwachs an neuen Berlinerinnen und Berlinern ausweist. Aktuelle
Berechnungen gehen davon aus, dass bis
2020 die Zahl der Berliner um 173.000
steigt.
„Wir haben den Strukturwandel hinter uns“, sagte Czaja mit Blick auf den
Bettenabbau in den zurückliegenden 25
Jahren. Jetzt wird nach vorn geschaut –
und das bedeutet unter anderem, enger
in Sachen Gesundheitspolitik zusammenzurücken: Weil bereits jetzt jeder
fünfte Brandenburger nach Berlin fährt,
um sich behandeln und therapieren zu
lassen, und im Umkehrschluss viele Ber-

liner in Brandenburg Rehabilitationsangebote wahrnehmen, soll es für beide
Bundesländer in Sachen Krankenhausplanung einen gemeinsamen Regionalausschuss geben.
Einen besonderen Schwerpunkt sollen die medizinischen Angebote für ältere und hochbetagte Menschen bilden,
sagte Czaja. „Allein in Lichtenberg
und Marzahn-Hellersdorf wird sich die
Zahl der 80-Jährigen bis zum Jahr 2030
verdoppeln“, erklärte der Gesundheitssenator. Demzufolge müssen sich die
Kliniken auf die älter werdenden Patienten einstellen. Wie das in der Praxis
funktioniert, erklärte am Donnerstag
Dr. med. Eric Hilf, Chefarzt der Geriatrie im Sana Klinikum Lichtenberg und
Vorstandsvorsitzender des Landesverbandes Geriatrie in Berlin. In seinem
Fachbereich werden jedes Jahr an die
1.700 ältere Menschen behandelt; das
Durchschnittsalter der Patienten beträgt
83 Jahre. Die Versorgung der Senioren
reduziert sich nicht nur auf die Behandlung und Therapie von Krankheiten.
Am Sana Klinikum gibt es gleich einen
ganzen Stab von Fachleuten, der sich
den Sorgen und Beschwerden älterer
Patienten annimmt. Zu dem „multiprofessionellen Team“ gehören Physio- und
Ergotherapeuten, Seelsorger und Logopäden, Sozialarbeiter, Ärzte, Pfleger und
Neuropsychologen. Außerdem gab es in
Abstimmung mit dem Bezirksamt Lichtenberg Schulungen für die Angestellten der Klinik. „So wissen wir, welche
Unterstützungsangebote es im Bezirk
außerhalb des Krankenhauses gibt.“
Schließlich höre die Altersmedizin nicht
im Krankenhaus auf. Chefarzt Hilf lobte den Gesundheitssenator am Donnerstag mehrfach für den neuen Krankenhausplan und sprach von „einem tollen
Tag für die älteren und hochbetagten
Bürger Berlins“. Der Krankenhausplan
enthalte ein großes Potenzial für Nachhaltigkeit. Er geht davon aus, dass die
Berliner Qualitätsvorgaben „bundesweit
Beachtung finden werden“.

4

Bezirks-Leben

Februar 2016 | Bezirks-Journal Lichtenberg/ Hohenschönhausen

Stick-Stoff zum Nähen

NACHWUCHSKRÄFTE: In Berlin gibt es immer mehr Schülerfirmen – einige davon auch in Lichtenberg.
von Steffi Bey

A

rbeiten wie in der richtigen Wirtschaft, Produkte entwickeln,
vermarkten und am Ende auch
Verantwortung übernehmen: allein in
Berlin gibt es 100 sogenannte Schülerfirmen. „Es gibt ganz verschiedene
Möglichkeiten, manche finden sich als
GmbH zusammen, andere als Aktiengesellschaft oder Genossenschaft“, erklärt
Elke Neumann von der Koordinierungsstelle für Schülerfirmen bei der Deutschen Kinder- und Jugendstiftung.
Vor rund 20 Jahren wurden in Berlin die ersten Schülerfirmen gegründet.
„Farben und Raum“ in der Schule am
Rosenhain in Marzahn-Hellersdorf gehört dazu, aber auch „Schwitters Art“
von der Pankower Kurt-SchwittersOberschule.
„Wenn eine Schule erst einmal mit
einer Firma beginnt, werden es schnell
mehr“, weiß Elke Neumann. Zu den
boomenden Branchen gehören ihrer Erfahrung nach vor allem das Catering, Cafeterien und Bäckereien. „Solche Ideen
lassen sich schnell umsetzen, weil dafür
nicht viele Anschaffungen nötig sind“,
sagt die Beraterin. Ihre Hauptaufgabe
sieht sie darin, die jungen Leute von BeAnzeige

Berry aus der Schule am Fennpfuhl freut
sich über Schlüsselbänder, die er produziert
hat.
FOTO: STEFFI BEY
ginn an zu unterstützen. Das beinhaltet
individuelle Gespräche. An Förderzentren sei es üblich, dass die Schüler direkt
im Unterricht für die Firma arbeiten,
aber ohne jegliche Organisationsform.
So wie das Lichtenberger Unternehmen „Stick-Stoff“ von der Schule am
Fennpfuhl. Melanie Friedemann unter-

richtet dort das Fach Arbeitslehre und
gründete 2008 die Schülerfirma. Mädchen und Jungen ab Klasse sieben können dort mitmachen. „Sie müssen sich
aber zuvor bei uns bewerben“, sagt die
Pädagogin. „Glaubhaft machen, warum
sie gerade zu uns wollen.“
Der 13-jährigen Elvisa ist das offensichtlich gut gelungen. Nach einer kurzen Probezeit stand für sie fest: „Das
macht mir Spaß, hier will ich bleiben.“
Kissen hat sie schon genäht und Beutel
und neulich sogar mehrere Adventskalender.
Auch Maria gehört inzwischen zu
„Stick-Stoff“, weil sie gerne „Dinge
selber macht“, wie sie sagt. Manchmal
teilt Melanie Friedemann sie auch als
Verantwortliche für den Einkauf und
Verkauf ein. „Im Team besprechen wir
vorher, was wir brauchen und weil es
preisgünstiger ist, wird dann im Internet
Stoff bestellt.“
Während der Nähstunden steht die
Lehrerin ihren jungen Mitarbeitern stets
zur Seite: Hilft beim Einfädeln des Fadens, beim Spulenwechsel oder beim
Aufsticken der Applikation. Vor kurzem
war es allerdings ziemlich stressig für
die 15 Jungunternehmer: Eine andere
Lichtenberger Schule hatte 20 Schürzen bestellt, die zu einem bestimmten

Termin fertig sein mussten. „Gemeinsam haben wir das wirklich in guter
Qualität geschafft“, sagt die 13-jährige
Angelina stolz. Natürlich lobte Melanie
Friedmann ihre Schützlinge. „Schön zu
sehen, wie sie sich verändern, selbstbewusster werden und lernen, auch in
Gruppen zu arbeiten.“
Die Einnahmen für die verkauften
Handarbeiten fließen ausschließlich
wieder in die Firma: für neues Material
oder auch für Nähmaschinenteile. Dass
das Geld nur für Unternehmenszwecke
dient, ist bei allen Schülerfirmen gleich.
Außerdem sei ebenso das Geschäftsfeld
eingeschränkt, betont Beraterin Elke
Neumann. „Schülerunternehmen dürfen keine Konkurrenz zu richtigen Firmen sein“, sagt sie. Etwa privat das Catering für Veranstaltungen übernehmen,
wäre nicht gestattet. Doch es gebe auch
Vergünstigungen – die Steuerbefreiung
beispielsweise.
Eher selten würde sich aus einer
Schülerfirma später ein „richtiges“ Unternehmen entwickeln. Doch es gebe
Beispiele, dass junge Leute irgendwann
einen Beruf lernen, der etwas mit ihrer
Branchen-Erfahrung zu tun hat.
Für Angelina von „Stick-Stoff“ steht
schon jetzt fest: Sie will Schneiderin werden und eigene Modelle kreieren.

STANDORT OST

MAGAZIN FÜR ARBEIT, WIRTSCHAFT, WOHNEN & KULTUR IN DER METROPOLENREGION BERLIN-EASTSIDE | 02/2016

BEZIRK WIRBT WEITER MIT
BERLINS BESTEN AUSSICHTEN
STANDORTMARKETING: Marzahn-Hellersdorf setzt
seine Imagekampagne für drei Jahre fort.

D

ass es Berlins beste Aussichten
in Marzahn-Hellersdorf gibt, ist
schon seit drei Jahren bekannt.
Denn genau mit diesem Slogan
warb der Bezirk für sich in der Hauptstadt
und darüber hinaus. Jetzt wird die großangelegte Imagekampagne weitergeführt,
denn das bei der bezirklichen Wirtschaftsförderung angesiedelte Projekt ist um drei
weitere Jahre verlängert worden. Für das
Standortmarketing fließen pro Jahr rund
300.000 Euro Fördermittel.
Wirtschafts- und Stadtentwicklungsstadtrat Christian Gräff (CDU) bekennt,
dass Marzahn-Hellersdorf weiter an seiner
Außenwirkung arbeiten muss: „Wir haben
noch immer ein kleines Imageproblem“,
sagt er. Deshalb müsse man auch mehr als
andere Bezirke für den Standort werben.
Er nannte drei Schwerpunkte, die unter
der Dachmarke „Berlins beste Aussichten“
besonders entwickelt werden sollen: der
Tourismus, die Gesundheitswirtschaft und
die Industrie. In diesen Bereichen gebe
es bereits beachtliche Stärken, die weiter
ausgebaut werden sollen. Zudem würden
auch die Potenziale der Region genutzt: In

NACHRICHTEN

Kürze startet gemeinsam mit dem Landkreis Märkisch-Oderland in Brandenburg
Deutschlands erstes länderübergreifendes
Regionalmanagement.
Der alte und neue Leiter des Standortmarketings, Dr. Oleg Peters, kann bereits
mit einigen konkreten Vorhaben aufwarten: So wird im April ein Führer durch
Marzahn-Hellersdorf mit Rad- und Wanderwegen sowie ein Gastgeberverzeichnis
erscheinen. Am 28. Mai wird es im CleanTech Business Park einen „Tag der offenen
Tür“ geben. Und am 3. Juni wird nach vielen Jahren in der „Hellen Mitte“ das Classic
Open Air neu aufgelegt, eine beliebte Musikveranstaltung. „Das ist auch ein Beitrag
zum 30. Hellersdorf-Jubiläum“, so Peters.
Im Rahmen der stadtweiten Veranstaltungen unter dem Motto „Berlins grüne Orte“ findet laut Peters am 9. Juli ein
Schlossparkfest in Biesdorf statt. Weitergehen soll 2016 die Erfolgsgeschichte des
mobilen Info- und Erlebnisstores. Dieser
soll nun auf Reisen gehen und MarzahnHellersdorf in Hamburg oder Köln („der
Ort ist noch nicht endgültig entschieden“)
präsentieren. BIRGITT ELTZEL

NEUES ZUHAUSE FÜR DEN ICE

Ein moderner ICE steht über einer Arbeitsgrube in der gerade sanierten und ausgebauten
ICE-Instandhaltungshalle in Rummelsburg. Gut 40 Millionen Euro flossen in die moderne
Werkstatt, in der auf vier Ebenen gleichzeitig gearbeitet werden kann. Gut drei Jahre hatte
der Um- und Ausbau der Halle an der Wallensteinstraße gedauert. Jetzt ist das Gebäude hell, freundlich und vor allem angenehm beheizt. In der „Triebzughalle“, wie der Komplex offiziell heißt, werden die ICE-Züge der neuesten Baureihe gewartet. Während das
Bordres­taurant mit Lebensmitteln und Getränken bestückt wird, können andere Kollegen
parallel den Zug von innen und außen reinigen sowie die Fahrzeuge warten. Angeschlossen ist Rummelsburg an alle Berliner Fernbahnhöfe. „Mit dem Umbau dieser Halle haben
wir für unser Aushängeschild eine Heimat geschaffen“, sagte Birgit Bohle, die Vorstandsvorsitzende von DB Fernverkehr, zur Eröffnung.
Foto: Marcel Gäding

BERUF & KARRIERE

BÜRGERSTIFTUNG LÄDT
ZUM KONZERT EIN
LICHTENBERG. Die Bürgerstiftung Lichtenberg lädt am 5. März zu ihrem Frühlingskonzert ein. Ab 16 Uhr musiziert im Audimax der
Hochschule für Technik und Wirtschaft die
Big Band „Just Mad“ der SchostakowitschMusikschule. Zu hören sind ansteckende
Grooves von Jazz bis Swing über Latin bis hin
zu Funk, aber auch facettenreiche Klangfarben und beeindruckende Tutti-Passagen.
Ehrengast ist Christine Stüber-Errath, Weltmeisterin im Eiskunstlauf. Karten gibt es für
15 Euro, Kinder zahlen 10 Euro. Der Erlös des
Konzertes kommt den Projekten der Bürgerstiftung Lichtenberg zugute. Informationen
unter Tel. 030 90296-3306. (bzj.)

KLAUS FELDMANN
STELLT BUCH VOR
KAULSDORF. Klaus Feldmann, langjähriger
Sprecher der Aktuellen Kamera, stellt am 18.
Februar um 15 Uhr sein Buch „Das waren die
Nachrichten“ vor. Feldmann – fast drei Jahrzehnte das „Gesicht“ der Aktuellen Kamera,
präsentiert Episoden und Anekdoten aus seiner Arbeit beim DDR-Fernsehen. Der Eintritt
ist kostenfrei. Die Buchpräsentation findet im
Stadtteilzentrum Kaulsdorf, Brodauer Straße
27-29, 12621 Berlin, statt. Anmeldungen unter
Tel. 030 9988160. (bzj.)

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2

02/2016 | STANDORT OST | Bezirks-Journal

INTERNATIONALE GARTENSCHAU 2017: Die Vorbereitungen für die IGA Berlin 2017 gehen in die heiße
Phase. Überall wird gebuddelt und gebaut. Das Investitionsvolumen beträgt fast 100 Millionen Euro.

DER BEZIRK
MACHT SICH FEIN
FÜR DIE IGA
Verwaltung investiert in
das IGA-Umfeld

M

arzahn-Hellersdorf
putzt
sich für die Internationale
Gartenausstellung 2017 heraus: Rund 8,6 Millionen Euro
investiert die Verwaltung aus Fördermitteln und dem eigenen Etat, um Straßen,
Radwege, Spielplätze und Zugänge zum
IGA-Gelände herzurichten. „Die IGA ist
für den Bezirk eine Riesen-Chance, aber
auch eine Riesen-Herausforderung“, sagt
Stadtentwicklungsstadtrat Christian Gräff
(CDU) bei der Vorstellung der insgesamt
15 Bauvorhaben rund um das 40 Hektar
große Areal. Das erstreckt sich zwischen
dem Blumberger Damm, der Hellersdorfer
Straße und der Landsberger Allee.
Das meiste Geld – 2,76 Millionen Euro
– fließt in die Neugestaltung der Kreuzung
Hellersdorfer Straße/Alte Hellersdorfer
Straße/Feldberger Ring: Am Bahnhof Neue
Grottkauer Straße sollen die Besucher von
der U-Bahn direkt auf das IGA-Gelände
gelangen. An diesem Eingangsbereich entsteht zudem ein bezirkliches Informationszentrum, sagt Christian Gräff. Gleichzeitig
wird die Hellersdorfer Straße in Schuss
gebracht – mit einer Art Vorplatz nahe der
Feuerwache. Den zweiten größeren Posten investiert der Bezirk am Blumberger
Damm. Dort soll für rund 1,1 Millionen
Euro ein besserer Zugang zum IGA-Besucherzentrum entstehen. Auch Wege werden in Schuss gebracht, unter anderem an
der Eisenacher Straße Ecke Suhler Straße
und an der Landsberger Allee und der Zossener Straße. Neu angelegt wird ein Gehund Radweg, der die Hellersdorfer Straße
mit dem Wuhletal verbindet. Außerdem
entstehen nahe der Eisenacher Straße, in
Höhe der Hellersdorfer Straße und auf dem
Areal der jetzigen Gärten der Welt neue
Spielplätze. Die Skateranlage am Fuße des
Kienbergs wird erneuert. Auf dem IGAGelände selbst lässt der Bezirk am Ufer des
Wuhleteiches ein Umweltbildungszentrum
bauen. „Dafür haben wir lange gekämpft“,
berichtet Gräff. Die Bauplanungsunterlagen für die 15 Projekte sind bereits fertig
und müssen, damit das Geld fließen kann,
noch vom Hauptausschuss des Abgeordnetenhauses freigegeben werden. Für alle
Vorhaben konnte Gräff Geldquellen auftun.
„Es gibt keine Maßnahme, die wir nicht realisieren können.“ Wacklig hingegen ist der
Bau der Wuhlebrücke am Landsberger Tor.
Die Planungskosten sind zwar abgedeckt.
Noch ist aber unklar, woher das Geld für
die Umsetzung kommt.
Mit dem Ende der Ausstellung sollen
sowohl das Umweltbildungszentrum als
auch das bezirkliche Informationszentrum
weiter genutzt werden, kündigt Gräff an.
Unter anderem zieht die Tourist-Info in
das Info-Zentrum. 
MARCEL GÄDING

Können die IGA Berlin 2017 kaum erwarten: Katharina Langsch, Beate Reuber und Christoph Schmidt.

Foto: Marcel Gäding

ENDSPURT FÜR DIE GROSSE GARTENSCHAU
Das IGA-Gelände nimmt Gestalt an. Baukräne und Bagger prägen das Bild.
Auch die ersten Pflanzen sind bereits in der Erde.

D

ie Vorbereitungen für die Internationale Gartenausstellung gehen in die entscheidende Phase:
Die Rohbauten für das neue
Besucherzentrum am Blumberger Damm
und die daneben liegende Freilichtbühne
stehen bereits. Auch die neue Tropenhalle ist so gut wie fertig. Ende Februar ist
Startschuss für den Bau der Seilbahn, die
Besucher vom U-Bahnhof Neue Grottkauer Straße auf das IGA-Gelände bringt. Die neue Tropenhalle befindet sich planmäßig
Foto: IGA/ Lichtschwaermer
Im Herbst ist der Eingang der Gärten der im Bau.
Welt in der Eisenacher Straße dran und
wird IGA-tauglich gemacht. „Auf dem Ge- beln in die Erde, die ihre volle Pracht zur
lände entsteht zudem für zwei Millionen IGA-Eröffnung am 13. April 2017 entfalEuro Berlins größter Wasserspielplatz mit ten sollen. „Das wird ein floraler Zaubereinem neun Meter großen, begehbaren schmuck, der richtig knallt“, sagte Schmidt.
Wal“, kündigte Christoph Schmidt, der Ge- „Wir hoffen, dass wir einen schönen, langen
schäftsführer der IGA Berlin und der Grün Sommer haben werden, der 186 Tage hält“,
Berlin GmbH, im Rahmen der Jahrespres- ergänzte seine Kollegin Katharina Langsch.
Bereits jetzt ist das Interesse an der IGA
sekonferenz an.
Annähernd 100 Millionen Euro fließen Berlin 2017 groß. Namhafte Branchenverin die Gestaltung der Internationalen Gar- bände haben bereits angekündigt, dass sie
tenausstellung, deren Gesamtfläche inklu- ihre Jahrestagungen auf dem IGA-Gelände
sive der Gärten der Welt gut 100 Hektar abhalten werden. Zudem sind 1.500 Verumfassen wird. Zwischen dem U-Bahnhof anstaltungen für Kinder und Jugendliche
Neue Grottkauer Straße, dem Blumberger geplant. Die große, 5.000 Besucher fasDamm und der Eisenacher Straße entste- sende Freilichtbühne soll ebenso Besuhen verschiedene Themengärten, Wasser- cher anlocken wie der Wolkenhain auf
welten und Spielplätze. Erwartet werden dem Kienberg, von dem aus man gut den
2,35 Millionen Besucher, von denen ein Fernsehturm in der City Ost sehen kann.
Drittel aus dem Umkreis von 150 Kilome- Dieser Tage werden Vertreter der IGA
tern kommt. „Wir liegen deutlich unter nach London reisen und dort bei Reiseverden Kosten“, sagte Christoph Schmidt am anstaltern auf der German Travel Show in
Freitag. Bereits fertiggestellt sind der Eng- den legendären Royal Horticultural Halls
lische Garten und der Wuhlesteg. Auch die werben. Mit Visit Berlin wurden ebenso
in die Jahre gekommenen Wege der Gär- Verträge geschlossen wie mit der Touristen der Welt wurden mittlerweile erneuert musvermarktungsgesellschaft für das Land
und verbreitert. Die Kienberg-Terrassen Brandenburg. Am Vorabend der Internasind schon bepflanzt, auch wurde ein Ro- tionalen Tourismusbörse ITB werden 300
sengarten mit 6.000 Pflanzen angelegt. Im Reisebusunternehmen in Marzahn erwarHerbst kommen fast 500.000 Blumenzwie- tet, die man auf die IGA einstimmen will.

Bei aller Vorfreude gibt es jedoch auch
einen Wermutstropfen für die Besucher
der Gärten der Welt. Weil die Parkanlage
Bestandteil der IGA sein wird, öffnet sie
am 16. Oktober letztmalig für die Besucher.
Dann ist ein Herbstfest, mit dem sich die
Grün Berlin GmbH in die Baupause verabschiedet. Bis dahin sind zehn Großveranstaltungen geplant, wie Senior Park-Managerin Beate Reuber sagte. Als Höhepunkte
nannte sie das Kirschblütenfest am 17. April, die Leserreise mit Saitenblicken am 12.
Juni und das Open-Air-Konzert „Viva la
musica“ am 10. September. Im Gegenzug
der Schließung der Gärten der Welt wird
es einige Annehmlichkeiten für die Besucher geben. Unter anderem wird das Parken bis zur Schließung im Herbst nichts
kosten; Besucher erhalten einen kostenlosen Parkführer. Am 4. Juni ist außerdem
bei freiem Eintritt ein Tag der offenen
Tür geplant. Und wer eine Jahreskarte der
Grün Berlin GmbH besitzt, darf ab August
kostenlos das frisch sanierte Schloss Biesdorf besuchen, dessen Betreiberin die Grün
Berlin GmbH werden wird.
Wer sich für das Baugeschehen und
den Fortgang der Bauarbeiten interessiert,
kann ab sofort jeden dritten Donnerstag
im Monat an den Baustellenführungen
teilnehmen. Die Teilnahme ist ohne Voranmeldung möglich. MARCEL GÄDING
Baustellenführungen: an jedem 3. Donnerstag im Monat von 14-16 Uhr, Treffpunkt: IGAInfopavillon am Eingang der Gärten der Welt,
Eisenacher Straße 99, 12685 Berlin.
Weitere Informationen:
www.iga-berlin-2017.de
www.gruen-berlin.de/gaerten-der-welt

Verlagssonderveröffentlichung

Recht & Steuern
Rechtzeitig um die Steuererklärung kümmern

D

en 31. Mai 2016 sollten sich
Steuerzahler im Kalender markieren: An diesem letzten Dienstag im Mai endet die reguläre Frist zur
Abgabe der Einkommensteuererklärung
für das Jahr 2015. Das geht aus einem
Verwaltungsschreiben des Bundesfinanzministeriums hervor. Für die meisten
Bürger wird an diesem Tag also die Steuererklärung fällig. Wird eine Einkommensteuererklärung nicht fristgemäß
abgegeben, kann das Finanzamt Verspätungszuschläge verlangen. Grund genug,
rechtzeitig mit den Vorarbeiten wie dem
Sortieren der Belege, zu beginnen. Wir
sagen, wer jetzt aktiv werden sollte:
ARBEITNEHMER: Der Abgabetermin
31. Mai gilt bei Arbeitnehmern nur,
wenn sie verpflichtet sind, eine Einkommensteuererklärung abzugeben. Dies ist
zum Beispiel der Fall, wenn bei mehreren Arbeitgebern gleichzeitig gearbeitet
wurde, ein Freibetrag bewilligt wurde, z.
B. für einen langen Fahrweg zur Arbeit,
Lohnersatzleistungen, wie beispielsweise
das Elterngeld oder Krankengeld bezo-

Bezirks-Journal

STEUERN: Bis Ende Mai Steuerunterlagen fertigstellen
gen wurden oder bei einem Ehepartner
der Arbeitslohn mit Steuerklasse V, VI
oder dem Faktorverfahren besteuert wurde. Liegen die Voraussetzungen für eine
Pflichtveranlagung nicht vor, können
Arbeitnehmer freiwillig eine Steuererklärung abgeben. Dies lohnt sich vor allem,
wenn eine Steuerrückerstattung winkt.
Für diese so genannte Antragsveranlagung gilt allerdings eine vierjährige Abgabefrist, sodass die Einkommensteuererklärung 2015 in diesem Fall noch bis
zum 31. Dezember 2019 abgegeben werden kann.
UNTERNEHMER: Selbstständige sind
grundsätzlich verpflichtet, eine Einkommensteuererklärung beim Finanzamt
einzureichen. Auch für sie gilt der 31.
Mai als Stichtag.

SENIOREN: Auch viele Rentenempfänger sind inzwischen verpflichtet, eine
Einkommensteuererklärung
einzureichen. Ob eine Abgabepflicht besteht,
hängt von der Höhe der Bruttorente und
dem Jahr des Rentenbeginns ab. Die
Faustformel: Je früher der Rentenbeginn,
desto mehr Rente kann steuerfrei vereinnahmt werden. Für Rentenempfänger
gilt ebenfalls die Abgabefrist 31. Mai. Senioren sollten daher rechtzeitig prüfen,
ob sie eine Steuererklärung einreichen
müssen.
Fristverlängerung: Steuerzahler, die
verpflichtet sind, eine Einkommensteuererklärung abzugeben aber den Abgabetermin nicht einhalten können, sollten
bei ihrem Finanzamt rechtzeitig eine
Fristverlängerung beantragen – schrift-

lich. Wird die Einkommensteuererklärung von einem Steuerberater oder
Lohnsteuerhilfeverein erstellt, verlängert
sich die Abgabefrist auf den 31. Dezember 2016. Da dies aber ein Sonnabend ist,
muss die Erklärung spätestens am Montag, 2. Januar 2017, beim Finanzamt eingehen. (Quelle: Bund der Steuerzahler)

Leserreisen

Noch mehr günstige Leserreisen unter www.bezirks-journal.de/leserreisen

4

A

uf den ersten Blick wirkt alles
wie immer. Am diesem Donnerstagvormittag sind es vor
allem ältere Kunden, die durch
die breiten Gänge des Lidl-Marktes in der
Gehrenseestraße schlendern. Und wäre da
nicht dieses Hinweisschild am Eingang
und die speziell für diese Woche angefertigte Dienstkleidung – womöglich würde
keiner der Kunden Notiz davon nehmen,
dass sie einen Discounter betreten, der
ausschließlich von Azubis geführt wird.
Motto: „Azubis handeln. Wir sind die Zukunft.“.
Eine Woche lang ist der Markt in der
Gehrenseestraße fest in der Hand von
Auszubildenden des zweiten und dritten
Lehrjahres. Die Stammmannschaft ist im
Urlaub oder bummelt freie Tage ab, während der Einzelhandelsnachwuchs den
Laden schmeißt. 14 junge Menschen wurden dafür vom Unternehmen ausgewählt.
Sie stammen aus Filialen von Schwedt
bis nach Cottbus, aber auch von Berliner
Standorten. In Hohenschönhausen sollen
sie nun zeigen, dass sie Verantwortung
übernehmen können. Quasi nebenbei machen sich die jungen Leute mit dem neuen
Filialkonzept des Unternehmens vertraut.
Der Standort in Hohenschönhausen ist
bereits auf Zukunft getrimmt: Mehr Platz
zwischen den Regalen, eine große Backstation und ein deutlich größeres Frischesortiment prägen das Bild der Filiale an der
Gehrenseestraße.
Und das funktioniert ganz gut, wie Sandra Preisig berichtet. Sie hat den Posten
der stellvertretenden Filialleiterin übernommen und ist permanent im Markt unterwegs. Mit dabei ein schnurloses Telefon
und ein kleines Gerät, mit dem sie Ware
nachbestellt und Preise überprüft. Zwischendurch geht sie ins Büro, in dem sie
neue Preisschilder ausdruckt oder schickt
ihre Kollegen in die Pause. Wenn Not am
Mann oder an der Frau ist, setzt sie sich
auch schon mal an die Kasse oder verräumt die im Morgengrauen gelieferte
Ware in die Regale. Für die Woche im Azubi-geführten Lidl-Markt ist Sandra Preisig
von Lübbenau nach Berlin gezogen, wohnt

AZUBIS ÜBERNEHMEN
DISCOUNTER

02/2016 | STANDORT OST | Bezirks-Journal

EINZELHANDEL: Auszubildende führen eine Woche
lang einen Lidl-Markt in Hohenschönhausen. Dort
können sie unter Beweis stellen, was sie in den
vergangenen Monaten gelernt haben.

Philipp Bulinski ist mit dem, was „seine“
Azubis da machen, ganz zufrieden. Kleine
Fehler wie die mit der Milch können passieren. Das gehört für den Ausbildungsleiter der Lidl Dienstleistung GmbH & Co. KG
mit Sitz im brandenburgischen Freienbrink
bei Grünheide dazu. Derzeit betreut die regionale Gesellschaft an die 50 Azubis in 74
Filialen. Für die Azubi-Filiale ausgewählt
zu werden, sei schon etwas Besonderes,
sagt Bulinski. Diese Ehre wird nicht jedem
Auszubildenden zuteil. Immerhin muss es
den jungen Leuten gelingen, das Tagesgeschäft zu meistern. „Sie sollen lernen, nach
links und nach rechts zu schauen und ihre
Scheuklappen abzulegen“, sagt Bulinski.
Gute Chancen, von Lidl übernommen
zu werden

Azubi Caner Mutlu (19) am Obstregal bei Lidl. Daneben: Ausbildungsleiter Philipp Bulinski. Auf
Fotos: Marcel Gäding
dem kleinen Foto: Sandra Preisig. 
wie viele ihrer Kollegen
im Hotel. Auf ein Feierabendbier an der Hotelbar muss die junge Frau,
die gerade ein spezielles
Ausbildungsprogramm
von Lidl zur Handelsfachwirtin
durchläuft,
verzichten. Denn ihr Arbeitstag beginnt bereits
um 6 Uhr. Zwei Stunden bleiben Zeit, um
die Filiale auf den bevorstehenden Tag
vorzubereiten: Frisches Obst, Gemüse und
Fleisch muss verräumt werden. Außerdem
werden Backbleche mit Brot und Brötchen
bestückt, die dann vor Ort in der neuen
Backstation gebacken werden. „Eigentlich

läuft alles bestens“, lautet
Sandra Preisigs Resümee
für den Vormittag. Zumal an diesem Tag auch
die sogenannte NonfoodWare in die Regale geräumt wurde – das sind
Sonderangebote
wie
Schreibwaren, Kleidung
oder Bücher. Nur bei der
Bestellung von 1,5-prozentiger H-Milch ist
etwas schief gelaufen. Die kam mit der aktuellen Lieferung nicht mit, was zu Nachfragen führt. Charmant versucht Sandra
Preisig einem Herren die 3,5-prozentige
Variante oder die weniger lange haltbare
Frischmilch schmackhaft zu machen.

Lidl gehört zu den größeren Ausbildungsbetrieben in der Region. Aktuell
werden noch 20 junge Menschen für das
demnächst beginnende Ausbildungsjahr
gesucht. Das Ausbildungsangebot richtet
sich sowohl an Schüler als auch an Studierende und Abiturienten. Neben einer
klassischen Ausbildung können die jungen Leute auch ein Duales Studium antreten oder am Abiturientenprogramm
teilnehmen. Letzteres führt zum Abschluss
„Handelsfachwirt/in“ und befähigt den
unternehmenseigenen Nachwuchs, Führungspositionen im Handel einzunehmen.
Die Chancen, danach von Lidl übernommen zu werden, sind gut.
Sandra Preisig hat noch anderthalb Jahre
vor sich. Danach darf sie sich – eine erfolgreiche Abschlussprüfung vorausgesetzt –
Handelsfachwirtin nennen. Ein wichtiger
Schritt auf dem Weg zur Filialleiterin. Ihr
Interesse am Einzelhandel entdeckte sie
schon während ihrer Ausbildung zur Bäckereifachverkäuferin. Auf dem zweiten
Bildungsweg holte sie ihr Abitur nach.
Jetzt sammelt sie praktischen Erfahrungen
bei Lidl. „Der Job bietet jeden Tag etwas
Neues“, sagt sie. „Und wenn man dann etwas geschafft hat, ist das ein gutes Gefühl.“

MARCEL GÄDING

Infos: http://bit.ly/lidl-karriere

NACHRICHTEN

KARLSHORST: PLÄNE
FÜR TRESKOWALLEE
LIEGEN AUS
KARLSHORST. Die Treskowallee soll in
Höhe der Bahnbrücke verbreitert werden.
Dafür wird ein Planfeststellungsverfahren
gestartet. Bis zum 10. März werden die
Planunterlagen öffentlich ausgelegt, wie das
Bezirksamt mitteilte. Sie können montags bis
mittwochs von 8 bis 16 Uhr, donnerstags von
8 bis 18 Uhr und freitags von 8 bis 13 Uhr im
Stadtentwicklungsamt, Alt-Friedrichsfelde
60, Haus 2, Raum 1210A, eingesehen werden.
Vorgesehen ist, das zweispurige Nadelöhr
in Höhe des Bahnhofs Karlshorst aufzulösen und die Fahrspuren zu verbreitern. Für
Radfahrer, Fußgänger und die Straßenbahn
soll es mehr Platz geben. Der Abschnitt der
Treskowallee ist seit Jahren ein Ärgernis für
Anwohner und Autofahrer zugleich, da sich
vor allem in Zeiten des Berufsverkehrs Staus
in Richtung Köpenick einerseits sowie in
Richtung Hohenschönhausen und Marzahn
andererseits bilden. (bzj.)

Anzeigensonderveröffentlichung

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FOTO: MARCEL GÄDING

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berg und Marzahn-Hellersdorf ermöglichen einen ersten Überblick, wie
immer häufiger eine Alternative zur viel Haus man für sein Geld bekommt,
Mietwohnung. Der Vorteil: Wer ins ei- welche Förderkredite es gibt und welche
gene Haus investiert, spart sich den Är- finanziellen Belastungen auf die Bauherger über Mieterhöhungen und schafft ren zukommen. Verbraucherschutzorgaeine sichere Altersvorsorge. Doch wie nisationen wie der Bauherren-Schutzfindet man das passende Haus? Welche bund informieren, welche Fallstricke es
Punkte sind bei der Immobilienfinanzie- auf der rechtlichen und bautechnischen
rung zu beachten?
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6

Bezirks-Sport

Februar 2016 | Bezirks-Journal Lichtenberg/ Hohenschönhausen

Wie in einer Familie

EISHOCKEY: Die OSC Eisladies, die im Sportforum Hohenschönhausen ihre sportliche Heimat haben, zählen zu
den besten Frauen-Eishockeymannschaften Deutschlands. Nationalspielerin Nina Kamenik weiß warum.
von Benedikt Paetzholdt

E

s ist schwer zu sagen, wo die
OSC Eisladies wirklich zu Hause sind. Die Geschäftsstelle des
Frauen-Eishockeyteams hat ihren Sitz in
Schöneberg. Training sowie Heimspiele
allerdings finden im Sportforum statt.
Viele Spielerinnen des Bundesligisten besuchen hier zudem das Schul- und Leistungssportzentrum (SLZB). „Wir fühlen
uns schon hier in Hohenschönhausen zu
Hause“, sagt Nina Kamenik, 30.
Dass sie als Dreijährige mit Eishockey
anfing, hat viel mit ihrem Vater zu tun.
Der kommt aus Tschechien, wo die Begeisterung für diesen Sport praktisch in
der DNA verankert ist. „Alle in meiner
Familie haben gespielt, ich war immer
dabei“, sagt Kamenik. Weil es im Jugendbereich so üblich ist, trainierte sie
mit Jungs, bis sie 16 Jahre alt war. „Eigentlich wirst du als Frau sehr gut angenommen“, sagt die Stürmerin. Die
Teamkollegen hätten sogar ausgeprägte
Beschützerinstinkte, wenn eine weibliche
Mitspielerin vom Gegner mal rüpelhaft
angegangen wird.
Ihr halbes Leben spielt Kamenik nun
aber schon für das Frauenteam der Eisladies, die eine Art Sammelbecken für
die besten Spielerinnen Ostdeutschlands
sind. Anders als bei den Männern sind
im Frauenbereich keine Bodychecks erlaubt. Und um das Gesicht zu schützen,
tragen die Spielerinnen auch als Erwachsene noch Gitter. Ansonsten unterscheiden sich die Regeln kaum von den Männern.
Dreimal die Woche trainiert die Mannschaft auf dem Eis des Sportforums,
dazu kommen Kraft- und Athletiktraining. In der Regel stehen am Wochenende zwei Spiele an. Weil sich die meisten
Mannschaften in Süddeutschland befinden, reist das Team häufig durchs Land.

Nina Kamenik im Trikot.
Trotz dieses Aufwands kann in Deutschland keine Frau vom Eishockey leben.
Wer nicht zur Schule geht oder studiert,
muss deshalb nebenher noch arbeiten.
Kamenik hat als Nationalspielerin die
Möglichkeit, Mitglied der Bundeswehr
zu sein. „Das macht die Sache sehr viel
einfacher“, sagt sie, „man muss sich nur
rechtzeitig vor dem Karriereende um die
Zeit danach kümmern“. Gerne möchte
sie später im Bereich Sportwissenschaft
arbeiten.
Auch wenn Kamenik inzwischen
zu den Routiniers in ihrer Mannschaft
zählt, will sie sich derzeit nicht akut mit
dem Karriereende beschäftigen. Noch
hat sie allerhand Pläne. Zum einen mit

FOTO: BENEDIKT PAETZHOLDT

dem Verein, der fünfmal Deutscher
Meister und viermal Pokalsieger wurde
– zuletzt 2014. „Es wäre toll, mit den vielen jungen Spielerinnen im Team noch
mal was zu gewinnen.“ Oder zumindest
die Topteams der Liga aus Memmingen
oder Planegg intensiv zu ärgern.
Sie genießt aber gerade auch die Tage
und Wochen mit der Nationalmannschaft. „Es macht schon Spaß, sich mit
den besten Spielerinnen aus anderen
Ländern zu messen.“ Auch deshalb
möchte Kamenik noch mal Olympische
Spiele erleben, so wie 2014, als sich die
Frauen im Gegensatz zu den Männern
für Sotschi qualifizierten. „Nie war die
Aufmerksamkeit auf unseren Sport so

groß wie damals“, erinnert sie sich,
plötzlich waren die deutschen Eishockeyspielerinnen gefragte Interviewpartnerinnen. Nächstes Jahr steht das
Turnier an, in dem es um die Teilnahme
an den kommenden Spielen in Südkorea
geht. Nach dem Abstieg im vergangenen
Jahr soll bei der B-WM aber zunächst die
Rückkehr zu den besten Teams der Welt
gelingen.
Von der olympischen Aufmerksamkeit ist gerade im Ligabetrieb nicht viel
übriggeblieben. „Bei uns geht es doch
sehr familiär zu“, sagt Kamenik. Vor
allem Freunde, Familienmitglieder und
ein paar Eishockeyverrückte besuchen
die Spiele, insgesamt sind es meist nicht
mehr als 100. „Neue Zuschauer zu finden, fällt uns sehr schwer.“ Daran wird
sich so schnell auch nichts ändern. Zu
groß ist einfach die sportliche Konkurrenz in dieser Stadt mit Erstligisten in
ziemlich allen Ballsportarten.
Der Konkurrenz aus Bayern geht es
da schon besser. Gerade in Planegg im
Landkreis München dreht sich alles um
das Fraueneishockey. „Die haben viele
Frauen, die Eishockey spielen wollen,
und eine gute Nachwuchsarbeit“, erklärt
Kamenik. „Die Dominanz der letzten
Jahre ist das Resultat daraus.“ Allerdings
sei in den letzten Jahren gerade auch in
Berlin viel passiert. „Wir sind hier eine
echt eingeschworene Truppe“, weiß Kamenik. Die Mannschaft hält sich stabil
im Tabellenmittelfeld.
Gerade die Möglichkeit, an die Sportschule zu gehen, hat jungen Spielerinnen
neue Perspektiven eröffnet. „Zu meiner
Jugendzeit gab es diese Möglichkeit
noch nicht“, sagt Kamenik. Was auch
ein Grund dafür war, dass Hohenschönhausen für die Zehlendorferin erst mit
der Zeit zu ihrer Heimat wurde. Anders
als viele Teamkolleginnen, die hier im
Sportforum von klein auf ihren Lebensmittelpunkt haben.

Eisspeedway: wer wird
Weltmeister?

O

FREIKARTEN: Wir verlosen Tickets!

hrenbetäubender Lärm, Männer
in dicker Kluft und Maschinen,
deren Spikes sich in das Eis graben: das ist Eisspeedway. Zum 43. Mal
findet im Horst-Dohm-Stadion in Wilmersdorf eine Weltmeisterschaft statt.
Denn werden die tollkühnen Männer in
spannenden Wettkämpfen um die Wette
fahren.
Dort wird am 5. (ab 17 Uhr) und 6.
März (ab 14 Uhr) einer von insgesamt
fünf Grands Prix ausgetragen. Bereits
am 3. März steht zudem eine deutsche
Meisterschaft auf dem Programm; der
4. März dient den Trainingsläufen. Ort:
Fritz-Wildung-Straße 9, 14199 Berlin.
Karten gibt es zwischen 10 und 70 Euro
im Internet unter http://bit.ly/eisspeedway-berlin Das Bezirks-Journal vergibt
außerdem dreimal zwei Freikarten.

Schreiben Sie uns bis zum 26. Februar
eine E-Mail an gewinnspiel@bezirksjournal.de. Bitte vergessen Sie nicht, uns
Ihre Adresse und Ihre Telefonnummer
mitzuteilen, damit wir Ihnen die Tickets
zuschicken können. Weitere Infos unter
www.eisspeedwayunion-berlin.eu (bzj.)

Günther Bauer ist einer der Favoriten bei
der 43. Berliner Eisspeedway-Weltmeisterschaft. 
FOTO: THORSTEN HORN

Bezirks-Kulturkalender

Bezirks-Journal Lichtenberg/ Hohenschönhausen | Februar 2016

THEATER

Schneewittchen: Ein altes Märchen voller
Überraschungen mit Puppen und Menschen,
zu sehen am 14. Februar um 16 Uhr sowie
am 16. und 17. Februar um 10 Uhr. Karten
kosten zwischen 3 und 6,50 Euro. Ort: Das
Weite Theater, Parkaue 23, 10367 Berlin,
Telefon 030 9917927, Internet: http://dasweite-theater.de/

MALEREI & FOTOGRAFIE

„Ronald Paris 1960 in Wartenberg“: Ausstellung im Bürgerschloss Hohenschönhausen, verlängert bis zum 31. März. Finissage
am 22. März um 18 Uhr mit Dokumentarfilm
über das Dorf Wartenberg in den 1960er-Jahren. Öffnungszeiten: Mo-Fr 9-16 Uhr. Eintritt:
frei. Ort: Bürgerschloss Hohenschönhausen, Hauptstraße 44, 13055 Berlin, Tel. 030
97895600, Internet: www.schlosshsh.de
„und ewig tobt Krieg - und ewig lockt
Liebe“: Ausstellung mit Bildern von Steffen
Blunk, zu sehen bis zum 7. April. Öffnungszeiten: Di-Fr 10 bis 15 Uhr, Sa 13 bis 17 Uhr.
Ort: Galerie Ost-Art, Giselastraße 12, 10317
Berlin, Internet: www.kulturring.org
Ausstellung „Der Darß – Landschaft zwischen Wasser, Wind und Wald“: Fotoaufnahmen von Peter Stelter, zu sehen bis 8.
März. Eintritt frei. Öffnungszeiten: Mo, Di,
Do, Fr 9-19 Uhr, Mi 13-19 Uhr, Sa 9-15 Uhr.
Ort: Anton-Saefkow-Platz 14, 10369 Berlin,
Telefon 030 902963790, Internet: www.
stadtbibliothek-berlin-lichtenberg.de
Ausstellung „Feuermond“: Malerei von
Karolin Hägele. Zu sehen bis zum 24. Februar. Öffnungszeiten: Di-Fr 10-18 Uhr, So
14-18 Uhr. Eintritt frei. Ort: Galerie 100 und
Kunstverleih, Konrad-Wolf-Straße 99, 13055
Berlin, Telefon 030 9711103, Internet: www.
kultur-in-lichtenberg.de/Galerie 100
Ausstellung ZWISCHEN//WELTEN:
Malerei, Collage und Fotografie der Berliner
Künstler/innen Maja Keyn, Henry Ruck,
Rashid Salman, Sylvie Weiss. Zu sehen bis
zum 4. März. Öffnungszeiten: Mo-Fr 10-18
Uhr. Ort: rk - Galerie für zeitgenössische
Kunst im Ratskeller Lichtenberg, Möllendorffstraße 6, 10367 Berlin, Telefon 030
902963713, Internet: www.kultur-in-lichtenberg.de/ratskeller
Ausstellung „Ansichten“: Malerei und
Zeichnungen von Georg Otto Welke. Zu
sehen bis zum 30. März. Öffnungszeiten: Mo,
Di, Do, Fr 9-19 Uhr, Mi 13-19 Uhr, Sa 9-15
Uhr. Ort: Bodo-Uhse-Bibliothek am Tierpark,
Erich-Kurz-Straße 9, 10319 Berlin, Telefon
030 5122102.
Ausstellung „Landschaftsimpressionen“:
Landschaftsbilder in Pastellkreide von der
Ostsee, aus Berlin und der Uckermark der
Künstlerin Britta Bastian. Zu sehen bis 29.
April. Öffnungszeiten: Mo, Di, Do, Fr 9-19
Uhr, Mi 13-19 Uhr, Sa 9-15 Uhr. Ort: EgonErwin-Kisch-Bibliothek, Frankfurter Allee
149, 10365 Berlin, Telefon 030 5556719,
Internet: www.stadtbibliothek-berlin-lichtenberg.de

Ausstellung „Erkenntnis“: Bilder von Irina
Stefan, Skulpturen von Klaus Siegmund
(„Das Ewig Weibliche…“). Zu sehen bis
zum 26. Februar, montags bis freitags von 11
bis 14.30 Uhr. Ort: Galerie „Neue KapelleCafeteria“ im KEH, Haus 63, Herzbergstraße
79, 10365 Berlin.

LESUNG & GESPRÄCH

Usbekistan - Eine Reise in 1001 Nacht:
Vortrag mit Fotos von Christoph Albrecht
im Bürgerschloss Hohenschönhausen am
19. Februar, 19 Uhr. Eintritt inkl. Imbiss:
7,50 Euro, erm. 5 Euro. Ort: Hauptstraße 44,
13055 Berlin. Um Anmeldung unter Tel. 030
97895600 wird gebeten.
Lesung: „Für uns begann ein neues Leben:
Anna Seghers über Flucht und Ankunft“:
Die Schauspielerinnen Renate Geißler und
Angelika Neutschel würdigen das Leben
einer großen Schriftstellerin – am 26. Februar
um 19 Uhr. Ort: Anna-Seghers-Bibliothek
im Linden-Center, Prerower Platz 2, 13051
Berlin, Tel. 030 92796440, Internet: www.
stadtbibliothek-berlin-lichtenberg.de
Vortrag: „200 Jahre Familie von Treskow auf
Friedrichsfelde“ am 17. März um 19 Uhr.
Zu Gast: Dr. Rüdiger von Treskow. Eintritt:
10 Euro. Ort: Schloss Friedrichsfelde, Am
Tierpark 41, 10319 Berlin, Internet: www.
schloss-friedrichsfelde.de

VORTRAG/ FÜHRUNG

Stadttour Lichtenberg: Im Rahmen der Veranstaltung geht es am 27. Februar um 11 Uhr
zum Sonnenhof Friedrichsfelde. Treffpunkt:
Vorplatz S- und U-Bahnhof Lichtenberg.
Eintritt: 4 Euro. Veranstalter: Studio Bildende
Kunst im Kulturring Berlin e.V.

GESCHICHTE

Ausstellung „Nachbarn“: Erinnerung an
fünf jüdische Familien aus Karlshorst. Zu sehen bis zum 1. April. Öffnungszeiten: Di-Fr
sowie So 11-18 Uhr. Ort: Museum Lichtenberg im Stadthaus, Türrschmidtstraße 24,
10317 Berlin, Telefon 030 57 79 73 88 12/18,
Internet: www.museum-lichtenberg.de
Ausstellung „Stein | Schlacke| Beton –
Neues Bauen in Lichtenberg“: Exposition
zur Geschichte des Bauens in Lichtenberg. Zu
sehen bis zum 20. März. Öffnungszeiten: DiFr sowie So 11-18 Uhr. Ort: Museum Lichtenberg im Stadthaus, Türrschmidtstraße 24,
10317 Berlin, Telefon 030 57 79 73 88 12/18,
Internet: www.museum-lichtenberg.de
Begleitveranstaltung:
Gespräch „Städtebauliche Planung von Großsiedlungsgebieten am Beispiel des Wohngebietes Fennpfuhl“ mit dem Architekten Thorleif
Neuer am 17. Februar, 19 Uhr. Eintritt 3,
erm. 1,50 Euro.
Ausstellung „Inhaftiert in Hohenschönhausen. Zeugnisse politischer Gewalt 19451989“: Dauerausstellung im ehemaligen
zentralen Stasi-Gefängnis. Führungen: Einzelbesucher: stündlich 10-16 Uhr (6, erm. 3

Euro), Gruppen (Voranmeldung): täglich 9-16
Uhr, Eintritt frei. Ausstellung tgl. 9-18 Uhr.
Ort: Gedenkstätte Berlin-Hohenschönhausen,
Genslerstraße 66, 13055 Berlin, Tel. 030
98608230. Infos: www.stiftung-hsh.de

7

Staatssicherheit in der SED-Diktatur:
Dauerausstellung im Stasi-Museum. Geöffnet
Mo-Fr 10-18 Uhr, Sa/ So 11-18 Uhr. Ort:
Stasi-Museum/ASTAK e.V., Ruschestraße
103, Haus 1, 10365 Berlin, Tel. 030 5536854,
Internet: www.stasimuseum.de. Eintritt:
Erwachsene 6, erm. 3-4,50 Euro.

MUSIK & KONZERT

Konzert „Ach, Odessa!“: mit dem Trio Scho
und Evergreens, russischen Romanzen sowie
jiddischen Liedern am 15. Februar um 19
Uhr. Eintritt: 4, erm. 3 Euro. Ort: AntonSaefkow-Platz 14, 10369 Berlin, Telefon 030
902963790, Internet: www.stadtbibliothekberlin-lichtenberg.de
Konzert „Friday Music Bar“: Musik mit
der Big Swingin‘ Group unter der Leitung
von Olaf Hengst am 19. Februar um 20 Uhr.
Eintritt: 7,50, erm. 5 Euro. Ort: Schostakowitsch-Saal der Musikschule im Theater
Karlshorst, Stolzenfelsstraße 1, 10318 Berlin,
Kartentelefon 030 50378144, Internet: www.
schostakowitsch-musikschule.de
K(r)ampf der Generationen: satirisches
Liederstück mit Barbara Thalheim und
Christian Haase am 24. Februar um 19.30
Uhr. Karten kosten zwischen 3 und 10 Euro.
Ort: Kulturhaus Karlshorst, Treskowallee 112,
10318 Berlin, Telefon 030 475940610, Internet: www.kultur-in-lichtenberg.de/Kulturhaus
Karlshorst

KINDER

Der Elefant: Aufführung des Theaters an
der Parkaue am 18. Februar um 10 Uhr.
Eintritt Erwachsene 13, erm- 3-9 Euro. Ort:
Kulturhaus Karlshorst, Treskowallee 112,
10318 Berlin, Tel. 030 475940610, Internet:
www.kultur-in-lichtenberg.de/Kulturhaus
Karlshorst
Zimbel Zambel: Das Kindertheater ist am
25. Februar um 9.30 Uhr mit dem Stück
„Du hast angefangen! – Nein, Du!“ zu Gast.
Ort: Humboldt-Haus, Warnitzer Straße 13 A,
13057 Berlin. Eintritt: 4,50 Euro.

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Schreiben Sie uns eine Mail:
kultur@bezirks-journal.de
Mehr Tipps unter
www.bezirks-journal.de/kultur

FILM

„Halbe Treppe“: Filmvorführung mit Gästen
am 26. Februar um 19 Uhr. Eintritt: 3, erm.
1,50 Euro. Ort: Museum Lichtenberg im
Stadthaus, Türrschmidtstraße 24, 10317 Berlin, Tel. 030 5779738812/18, Internet: www.
museum-lichtenberg.de

IMPRESSUM
Bezirks-Journal

Unabhängige Monatszeitung für
die Berliner Bezirke. In Kooperation mit
www.lichtenbergmarzahnplus.de und www.qiez.de
Das Bezirks-Journal erscheint einmal im Monat kostenlos
und liegt derzeit an ca. 300 Orten in den Bezirken Lichtenberg sowie Marzahn-Hellersdorf zur Mitnahme aus. Die
Zeitung finanziert sich ausschließlich durch Werbung.
Herausgeber/ Chefredakteur:
Marcel Gäding (V.i.S.d.P.)
Verlag:
Medienbüro Gäding | Marcel Gäding
Josef-Orlopp-Straße 54 | 10365 Berlin
Telefon: 030 55 49 96 56
Telefax: 030 55 49 43 69
E-Mail: redaktion@bezirks-journal.de
Internet: www.bezirks-journal.de
Facebook: www.facebook.com/bezirksjournalberlin
Twitter: www.twitter.com/bezirks_journal
Redaktion & Internet:
Marcel Gäding (Ltg.),
freie Mitarbeit: Steffi Bey, Benedikt Paetzholdt
Anzeigen & Werbung:
Falko Hoffmann, Lutz Neumann
Tel. 030 55 49-96 55/ -43 60
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Wirtschaftskreis Hohenschönhausen-Lichtenberg e.V.
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Es gilt die Anzeigenpreisliste Nr. 3/2015.
Das nächste Bezirks-Journal erscheint am 10.03.2016

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Bezirks-Nachrichten

Februar 2016 | Bezirks-Journal Lichtenberg/ Hohenschönhausen

Alles, was Lichtenberg bewegt. Kurz. Bündig. Kompakt. Senden Sie uns Ihre Infos!
E-Mail: redaktion@bezirks-journal.de

Mildes Wetter, früher Frühling
Das milde Wetter der vergangenen Tage bringt die Natur durcheinander - wie
hier vor dem Hauptgebäude des Evangelischen Krankenhauses Königin Elisabeth Herzberge – aufgenommen von der Fotogruppe des Deutschen SeniorenComputerclubs. Die Knospen einer Magnolie sind schon so dick, dass ihre Blüte
nicht mehr lange auf sich warten lassen dürfte. Nach Prognosen des Wetterportals www.wetter.com bleibt es weiter mild – bis Ende Februar liegen die Temperaturen zwischen 5 und 7 Grad im Plus-Bereich. Zum Monatsende ist sogar mit
vielen Sonnentagen zu rechnen. FOTO: GISELA GESIEHN

Evrim Sommer soll
Bürgermeisterin werden
WAHLEN 2016: Abgeordnete zur Spitzenkandidatin
der Partei DIE LINKE nominiert.

D

Grüne sammeln 14
Fahrräder für Flüchtlinge
LICHTENBERG. Die Bündnisgrünen
haben im Rahmen der Aktion „Werde Radgeber!“ 14 nicht mehr benötigte
Fahrräder gesammelt. Sie wurden an
eine Fahrradwerkstatt übergeben und
sollen repariert werden. Anschließend
werden die fahrtauglichen Fahrräder der
Notunterkunft in Falkenberg zur Verfügung gestellt. Weiterhin können Fahrräder jeden Dienstag zwischen 16 und 19
Uhr in der Münsterlandstr. 33, 10317
Berlin, abgegeben werden. (bzj.)

ie Partei DIE LINKE will wieder in Lichtenberg regieren –
mit einer Frau an ihrer Spitze.
Mitte Januar nominierte die Partei ihre
Spitzenkandidaten für die Wahlen zur
Bezirksverordnetenversammlung (BVV)
und zum Abgeordnetenhaus. Evrim
Sommer konnte sich durchsetzen – allerdings mit einem eher dürftigen Ergebnis.
57,7 Prozent sollen für die Politikerin gestimmt haben.
Schon im Herbst hatte Sommer parteiinternen Unmut ausgelöst, weil sie sich
für den Posten der Bezirksbürgermeisterin ins Spiel brachte und dies berlinweit
über den Tagesspiegel kundtat. Michael
Grunst, gemeinsam mit Sommer Chef
des Lichtenberger Kreisverbandes der
LINKEN, schmiss daraufhin seinen Hut
in den Ring – ebenfalls mit der Absicht,
Bezirksbürgermeister zu werden und intern ermuntert vom gegnerischen Lager
Sommers, bestehend aus etlichen Kommunalpolitikern der Partei. Doch nun
kommt alles anders: Grunst hat sich auf
Platz 2 der BVV-Liste seiner Partei wählen lassen, Evrim Sommer auf Platz 1.

Sommer und Grunst führen seit gut
drei Jahren den Bezirksverband der
Linken in Lichtenberg, dem mit 1.200
Mitgliedern stärksten Verband innerhalb der Partei. Während Sommer seit
1999 Mitglied des Abgeordnetenhauses
ist, bekleidet Grunst seit einem Jahr den
Posten des Bezirksstadtrates für Jugend
und öffentliche Ordnung in TreptowKöpenick. Er war zuvor 16 Jahre lang
Mitglied der BVV in Lichtenberg.
Auch für das Abgeordnetenhaus wurde nominiert. Für Wahlkreis 1 wurde
BVG-Gesamtfrauenvertreterin
Ines
Schmidt nominiert, für Walhkreis 2
der Abgeordnete Wolfgang Albers, für
Wahlkreis 3 die Abgeordnete Marion
Platta, für Wahlkreis 4 der stellvertretende Kreisvorsitzende Sebastian Schlüsselburg, für Wahlkreis 5 die Co-Fraktionsvorsitzende in der BVV, Hendrikje Klein
und für Wahlkreis 6 Ex-Wirtschaftssenator Harald Wolf. Kathrin Lompscher,
einst Umweltsenatorin, teilte auf Nachfrage mit, dass sie nicht mehr in Lichtenberg kandidiert. Sie will ihr Glück in
Charlottenburg versuchen. (gäd.)

Florian Münter

POLIZEIREPORT
FRAU VERLETZT. Bei einem Unfall
in der Wustrower Straße ist eine 55-jährige Fußgängerin verletzt worden. Ersten
Erkenntnissen der Polizei zufolge war
sie auf die Straße gelaufen, ohne auf
den Verkehr zu achten. Sie wurde in ein
Krankenhaus gebracht.
FRAU GESCHLAGEN. Zwei Frauen
sind bei dem Versuch, sich schützend vor
ein neunjähriges Mädchen zu stellen, verletzt worden. Der unbekannte Täter hatte die Kleine an einer Straßenbahnhaltestelle an der Ecke Falkenberger Chaussee
und Welsestraße zunächst fremdenfeindlich bedroht. Als die Frauen die Neunjährige schützen wollten, schlug der
Mann zu. Er konnte unerkannt flüchten.
Der polizeiliche Staatsschutz hat die Ermittlungen übernommen.
SENIORIN VERLETZT. Schwere Verletzungen erlitt eine Seniorin bei einem
Unfall auf der Straße Am Tierpark. Angeblich soll die 80-Jährige bei Rot über
die Straße gelaufen sein, als sie von einem Autofahrer erfasst wurde.
SONNENSTUDIO ÜBERFALLEN.
Die Tageseinnahmen sowie Tabakwaren
sind die Beute eines Unbekannten, der
ein Sonnenstudio an der Frankfurter Allee überfiel. Er bedrohte die 26 Jahre alte
Angestellte mit einer Pistole und konnte
in Richtung Möllendorffstraße flüchten.

Bestattungen

S O Z I A L B E S TAT T U N G
Feuer-oderErdbestattung
unverbindlicher und kostenfreier Hausbesuch
komplette Antragsstellung und Erledigung alle Formalitäten
Kostenübernahme durch das Sozialamt

Tag & Nacht

30 34 04 47
        
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