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Periodical volume

Full text: Lichtenberger Bezirks-Journal Issue 2.2015,8

IM FOKUS: Ein neues
Flüchtlingsheim in
Karlshorst. Seite 3

Ihr Abgeordneter für Lichtenberg

Ole Kreins MdA

Öffnungszeiten Bürgerbüro: Mo+Di von 10 bis 16 Uhr,
Do von 10 bis 18 Uhr, Fr von 10 bis 14 Uhr sowie nach Vereinbarung.
Heinrichstr. 1 10317 Berlin Tel. (030) 21 47 16 12 www.ole-kreins.de

Lichtenberger

IM DIALOG: Dr. Martin
Pätzold über seine Arbeit
im Bundestag. Seite 9
ab sofort in Kooperation mit

Bezirks-Journal

Kostenlose und regionale Monatszeitung für Lichtenberg und Hohenschönhausen – mit Lokalnachrichten von Malchow bis Karlshorst für 260.000 Menschen
www.bezirks-journal.de | www.lichtenbergmarzahnplus.de | www.facebook.de/bezirksjournalberlin | www.twitter.com/bezirks_journal | 2. Jhg. | Ausgabe 8 | 13. August 2015

Fahrraddiebe lieben
Karlshorst

A

Polizei vermeldet Anstieg der Fallzahlen/
Bahnhöfe sind besonders stark betroffen

n keinem anderen Ort in Berlin
werden derzeit so viele Fahrräder gestohlen wie in Karlshorst.
Das geht aus der Antwort auf eine
Anfrage des Abgeordneten Dr. Gregor
Költzsch (SPD) hervor. Demnach führt
der S-Bahnhof Karlshorst die berlinweite Statistik an und steht auf Rang eins
der Stationen, an der besonders viele
Fahrräder verschwinden. Eine dem Bezirks-Journal vorliegende Polizeistatistik
bestätigt dies: Im vergangenen Jahr wurden in Karlshorst 251 Fahrräder geklaut.
Im gesamten Bezirk wurden 2014 rund
1.800 Drahtesel als gestohlen gemeldet
– gut 300 mehr als ein Jahr zuvor. Berlinweit nahm die Zahl der Fahrraddiebstähle 2014 um 16 Prozent im Vergleich
zu 2013 zu. „Damit wurde die höchste
Fallzahl der vergangenen zehn Jahre

erreicht“, heißt es dazu aus Kreisen der
Berliner Polizei.
„Die Polizei ist hier in der Pflicht“,
sagt Költzsch. „Dem starken Anstieg
der Zahl der Fahrraddiebstähle muss
entgegengewirkt werden.“ Dazu seien
mehr und regelmäßige Zivilstreifen rund
um die beiden Bahnhöfe Karlshorst und
Nöldnerplatz notwendig. „Gelegentliche Schwerpunkteinsätze der Polizei
reichen nicht aus.“ Der Abgeordnete
fordert zudem auch bauliche Maßnahmen. „Derzeit bleiben viele Fahrräder
aufgrund mangelnder Abstellmöglichkeiten ohne festen Anschluss und sind
ein leichtes Ziel für Diebe.“
Wie die Polizei reagiert und was Betroffene sagen, lesen Sie in unserem großen Report in der Beilage Standort Ost
im Innenteil! (bzj.)

AB INS WASSER!

Das kleine Freibad im Garten

Es muss nicht immer ein Freibad sein bei diesem Wetter, um sich wie Lennox (5)
zwischendurch bei tropischen Temperaturen abzukühlen. Extra für ihn wurde ein
kleiner Swimmingpool in den Garten gestellt. Lennox, der mehrmals am Tag ins
Wasser springt, hat sichtlich Freude daran.
FOTO: FALKO HOFFMANN

2

Bezirks-Leben

August 2015 | Bezirks-Journal Lichtenberg/ Hohenschönhausen

In eigener Sache

S

eit 2014 informiert Sie, liebe Leserinnen und Leser, das Bezirks-Journal: Mit unserer Monatszeitung für
die Bezirke Lichtenberg und MarzahnHellersdorf haben wir offensichtlich
den Nerv der Menschen getroffen. Viele
von Ihnen möchten das Bezirks-Journal
nicht mehr missen. Mit unserer Berichterstattung setzen wir uns bewusst von
unseren Wettbewerbern ab und füllen
die Lücke, die Berliner Tageszeitungen
inzwischen hinterlassen. Engagierte
Lokalreporter sind für Sie täglich unterwegs, arbeiten an Hintergrundbeiträgen,
kommen mit interessanten Persönlichkeiten ins Gespräch oder stellen für Sie
topaktuelle Veranstaltungen zusammen.
Fast zeitgleich zum Bezirks-Journal ging
2014 auch die neue Online-Zeitung LichtenbergMarzahn+ ans Netz. Tagesaktuell liefern die Kolleginnen und Kollegen

Die Herausgeber Volkmar Eltzel und Marcel Gäding.
FOTO: FALKO HOFFMANN
Informationen über Interessantes, kleine
und große Ereignisse aus den Bezirken
bis in die Kieze hinein.
Ab sofort kooperieren wir mit den
Kolleginnen und Kollegen der OnlineZeitung. Künftig finden Sie im BezirksJournal ausgewählte Geschichten von
LichtenbergMarzahn+, und in der Online-Zeitung erscheinen Beiträge von den
Kolleginnen und Kollegen des BezirksJournals. Darüber hinaus beziehen wir
von der Online-Zeitung aktuelle Meldungen. Künftig arbeiten unsere Reporterinnen und Reporter Hand in Hand,
ohne dass LichtenbergMarzahn+ und
das Bezirks-Journal ihre Eigenständigkeit aufgeben.
Und was haben Sie davon? Wir bündeln unsere journalistische Kompetenz
und liefern Ihnen wie keine andere
Zeitung beziehungsweise Onlineplattform Aktuelles aus Lichtenberg, Hohenschönhausen, Marzahn und Hellersdorf.
Selbstverständlich kosten solche Projekte
Geld, das wir über Anzeigenschaltungen
und Bannerwerbung generieren. Daher
freuen wir uns über jede Unternehmerin
und jeden Unternehmer, der LichtenbergMarzahn+ und das Bezirks-Journal
auch als attraktive Werbeplattform nutzt.
Dadurch stärken Sie gut gemachten, lokalen und unabhängigen Journalismus.
Gemeinsam wollen wir noch schneller
sein als alle anderen, noch mehr Berichte aus der Region liefern und Sie, liebe
Leserinnen und Leser, sowohl in der gedruckten Ausgabe als auch online topaktuell und umfassend informieren. Auf
diese Weise verpassen Sie keine Neuigkeiten mehr. Schauen Sie doch mal rein
unter www.bezirks-journal.de und www.
lichtenbergmarzahnplus.de!
Herzlichst, Volkmar Eltzel vom
BezirkePlus-Verlag und Marcel Gäding
vom Medienbüro Gäding

Unterwegs mit dem Segway im Tierpark Berlin.

FOTO: STEFFI BEY

Tierpark-Safari auf Rollen
TIERPARK BERLIN: Wer den größten Landschaftstiergarten Europas auf neue Art
und Weise entdecken möchte, kann das jetzt per Segway.
von Steffi Bey

L

ang sind die Wege im Tierpark
Berlin. Wollen Besucher jeden
Winkel der vor 60 Jahren eröffneten Einrichtung sehen, müssten sie
25 Kilometer zurücklegen. Zu Fuß eine
wahre Herausforderung. Aber jetzt gibt
es ein neues Angebot: Die Gehege können auch mit einem Segway umrundet
werden.
„Unsere Safaris kommen gut an“, sagt
Robert Morgenstern. Er gehört zum Unternehmen Yoove, das in Kooperation
mit dem Berliner Tierpark die modernen Safaris anbietet. Derzeit hält er sich
täglich in Friedrichsfelde auf und bringt
mit dem elektronischen Zweirad unternehmungslustigen Gästen die Tierwelt
näher.
Für die meisten ist es ein Gaudi, das
unter höchster Konzentration und Muskelanspannung beginnt, im Laufe von
zwei Stunden aber immer lockerer und
entspannter wird. Marita, Ivonne, Ronny, Sabine und Rainer, die aus Lichtenberg, Hellersdorf und Kaulsdorf kommen, empfinden es jedenfalls so. Alle
sind gespannt auf die Tour, hätten sich
aber „den ersten Stehversuch leichter
vorgestellt“, wie es Rainer formuliert.
Doch bevor es hinaus auf die viel frequentierten Wege geht, wird auf dem

Hof der Tierparkschule geübt. Guide
Robert erklärt das Fortbewegungsmittel,
bei dem der Fahrer zwischen zwei nebeneinander angeordneten Rädern auf
einer Plattform steht. Festgehalten wird
sich an einer Lenkstange. „Das Segway
fährt automatisch in die Richtung, in
die Ihr euch lehnt“, betont Robert und
macht es vor. Durch solche Gewichtsverlagerungen wird es gesteuert. Bedienelemente zum Bremsen oder Beschleunigen
gibt es nicht. Dafür eine Klingel und einen Lautsprecher, der neben den Griffen
hängt und aussieht wie ein großes Brillenetui.
Nur sechs Teilnehmer gehören jeweils
zu einer Gruppe. Aber wo die rollenden
Gefährten auftauchen, stehen sie im
Mittelpunkt: Kinder winken, Erwachsene lächeln oder rufen auch mal „gute
Fahrt“ hinterher. Und manchmal stellen
sie sich einfach dazu, wenn Guide Robert an einem der vielen Haltepunkte
tierische Geschichten erzählt. Das kann
bei den Eisbären sein, am Alfred-BrehmHaus, bei den Elefanten, den Affen oder
am Schloss Friedrichsfelde. Zwei Stunden dauert die besondere Führung.
Robert, der das seit Juni macht, kennt
den Tierpark aus seiner Kindheit und
freut sich über die neue Aufgabe. Er orientiert sich zwar an dem vom Tierpark
vorgegebenen Script, kann aber auch
„abweichende Fragen“ beantworten.

Schließlich hat er seit vorigem Jahr sein
Biologie-Diplom in der Tasche.
„Es ist interessant, was er erzählt“, sagen Marita und Ivonne. Doch dann geben sie zu, dass sie sich eigentlich „ziemlich doll auf das Fahren konzentrieren.“
Ihren Eltern und ihrem Bruder geht es
ähnlich. Aber trotzdem finden sie die Safari „richtig cool“. Zudem staunen alle,
„wie schön der Tierpark ist“. Schließlich
sind sie seit der Wende das erste Mal
wieder hier. Dass es große Pläne für den
größten Landschaftstierpark Europas
gibt, haben sie gehört. Und deshalb wollen sie auf jeden Fall wiederkommen.
Dieses positive Echo dürfte vor allem
Zoo- und Tierparkdirektor Andreas
Knieriem freuen. Der hofft, „mit diesem
zeitgemäßen Angebot mehr Touristen,
aber auch neue Zielgruppen beispielsweise aus Friedrichshain und Kreuzberg
in den Tierpark zu locken“, wie er bei
der Segway-Präsentation betonte. Europaweit ist der Tierpark Berlin die erste
zoologische Einrichtung mit einem solchen Programm.

i

SEGWAY-TOUR BUCHEN:
Gebucht werden können die SegwaySafaris unter www.tierpark-berlin.de.
Kosten inklusive Tierpark-Eintritt, 69
Euro für Erwachsene, Kinder zahlen
63 Euro.

Bezirks-Journal Lichtenberg/ Hohenschönhausen | August 2015

von Marcel Gäding

D

er Weg endet in einer Sackgasse: Zwischen Bahngleisen und
Kleingärten liegt ein Bürogebäude, das einst ein Standort der Deutschen
Telekom war. Das Areal an der Köpenicker Allee wirkt gepflegt, dicke Eisentore
und Mauern umgeben die leerstehende
Immobilie. An diesem späten Mittwochnachmittag fährt die Polizei Streife,
spricht verdächtige Personen an. Wenige
Tage später spielen Kinder auf den Betonstraßen, wohnen die ersten Flüchtlingsfamilien in dem Komplex. Doch bei
einem Provisorium wird es nicht bleiben.
Sukzessiv entsteht in Karlshorst eine Gemeinschaftsunterkunft, die auf Dauer
angelegt ist. „Wir beabsichtigen einen
Vertrag für eine Laufzeit von zehn Jahren“, erklärt Sozialstaatssekretär Dirk
Gerstle (CDU). Dem Vernehmen nach
mietet das Land Berlin die Immobilie
von einem privaten Eigentümer, der eigentlich dort Wohnungen bauen wollte.
Wer das Heim dauerhaft betreiben wird,
ist derzeit unklar. Fakt ist aber, dass aktuell bis zu 400 Flüchtlinge am Tag nach
Berlin kommen. „Im Juli haben wir
4.150 Flüchtlinge aufgenommen“, erklärt Gerstle. „Das sind mehr als wir im
gesamten Jahr 2011 registriert haben.“
Die Notunterkunft für Flüchtlinge
wurde kurzfristig eingerichtet. Eilig berief das Bezirksamt eine Anwohnerversammlung ein. Gut 400 Menschen sind
dazu wenige Tage vor dem Einzug der
Flüchtlinge in die Kirche Zur frohen
Botschaft gekommen. Alle Plätze sind
besetzt, unten im Kirchenschiff ebenso wie auf der Empore. Einige Zuhörer
müssen stehen. Vor dem Haus parkt ein
Streifenwagen der Polizei. Bevor der Vizebürgermeister mit dem Staatssekretär
den aktuellen Stand der Dinge darlegt,
gibt es ein kleines Stück auf der Elektroorgel und von Pfarrerin Sapna Joshi einleitende Worte: „Jeder von uns wird hier
gebraucht.“ Wie sich später zeigt, sehen
das nicht alle so.
An diesem Abend sind die Lager gespalten: Mal gibt es Applaus dafür, dass
traumatisierte Flüchtlinge aus Kriegsgebieten aufgenommen werden sollen. Ein
anderes Mal klatscht ein Großteil des

Zwischen Freude
und Angst

Bezirks-Leben

FLÜCHTLINGE: Ein früheres Bürogebäude der
Deutschen Telekom wird zu einer Notunterkunft.
Viele Karlshorster wollen helfen. Andere krakeelen.

3

„Wir müssen aber auch diejenigen mitnehmen, die heute nicht hier sind und
Kritik üben.“
Am Abend der Anwohnerversammlung gibt sich Lichtenbergs Vizebezirksbürgermeister Dr. Andreas Prüfer große
Mühe, vorhandene Ängste auszuräumen
– und liefert Tatsachen. „Nach Darstellung der Polizei gibt es im Umfeld unserer Flüchtlingsheime keine gestiegene
Kriminalität“, sagt er. Und fügt hinzu:
„Im Gegenteil, an einigen Standorten ist
die Kriminalität sogar zurückgegangen.“
Für einige Herren in den hinteren Reihen
wäre jetzt ein beruhigendes Orgelied das
richtige. Stattdessen springt einer von ihnen von der Kirchenbank und schreit die
halbe Kirche zusammen.
Keine Schulplätze in Sicht

Nicht sehr schön, aber funktional: das frühere Telekom-Gebäude. Es bietet Platz für minFOTO: MARCEL GÄDING
destens 300 Geflüchtete, kann aber auch erweitert werden.
Publikums, als eine Anwohnerin von der
Empore in Richtung Politiker ruft: „Sie
müssen Ihren Anteil dazu beitragen,
dass unsere Sicherheit gewährleistet ist.“
Zu Wort kommen besorgte Kleingärtner,
deren Parzellen sich wie ein Ring um
das neue Flüchtlingsheim ziehen. „Es
wäre blauäugig zu sagen, wir freuen uns
und klatschen in die Hände“, sagt Erich
Looff, der Vorsitzende des Bezirksverbandes der Kleingärtner in Lichtenberg.
Er bittet darauf zu achten, dass die Sorgen und Nöte der Bürger, aber auch der
Kleingärtner ernstgenommen werden.
Gleichzeitig kündigt er aber die Bereitschaft an, gemeinsam mit Flüchtlingen
in Projekten arbeiten zu wollen.
Zunächst soll das Deutsche Rote
Kreuz das Areal an der Köpenicker Allee
übernehmen. Bevor hauptamtliche Mit-

arbeiter die Gemeinschaftsunterkunft
aufbauen, werden Angehörige des Katastrophenschutzes sowie des Technischen
Hilfswerks das Gebäude notdürftig herrichten, wie Jens Quade, Präsident des
Deutschen Roten Kreuzes Müggelspree,
sagt. „Wir werden versuchen, die notwendige Infrastruktur zu schaffen“, sagt
Quade. Aus der Sicht des DRK sei das
Gebäude von den möglichen Unterkünften in der Region am geeignetsten. Nach
und nach werden bei laufendem Betrieb
die Etagen für einen Dauerbetrieb hergerichtet. Auch ein Netzwerk bürgerschaftlich engagierter Karlshorster existiert
bereits. Es gebe viele Anfragen, vor Ort
im Heim ehrenamtlich zu helfen. „Wir
freuen uns über 300 neue Menschen bei
uns“, sagt Dr. Andreas Köhler, der Vorsitzende des Bürgervereins. Und erklärt:

Doch ob berechtigter oder unberechtigter Protest, die Inbetriebnahme der
Notunterkunft ist beschlossene Sache.
Während das DRK zunächst die Hausleitung übernimmt, womöglich auch
langfristig das neue Flüchtlingsheim betreiben wird, steht der Bezirk vor ganz
anderen Problemen. Gut 30 Prozent der
Flüchtlinge sind Kinder zwischen 0 und
18 Jahren, viele im schulpflichtigen Alter. Aber: Die Schulen in Karlshorst sind
übervoll. „Im Moment haben wir keine
Idee“, räumt Prüfer ein und verrät dann
doch eine mögliche Variante. Weil auf
dem Areal an der Köpenicker Allee genügend Platz vorhanden ist, könnte dort
ein Schulneubau entstehen. „Allerdings:
Wenn wir dort jetzt bauen, ist das Problem morgen nicht gleich gelöst.“
Unterdessen haben sich in Karlshorst
über soziale Netzwerke im Internet Menschen zusammengeschlossen, die vor Ort
ehrenamtlich helfen, Spenden ins neue
Flüchtlingsheim bringen und ärztliche
Hilfe für erkrankte Bewohner organisieren.

i

Flüchtlingen helfen:
Engagierte Karlshorster haben bei Facebook eine Plattform gegründet, auf
der u.a. Hilfsaktionen für Geflüchtete
koordiniert werden:
http://bit.ly/fluechtlinge-in-kh

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4

Bezirks-Leben

August 2015 | Bezirks-Journal Lichtenberg/ Hohenschönhausen

NACHRICHTEN
Flüchtlinge in
Unternehmen

LICHTENBERG. Der Wirtschaftskreis Hohenschönhausen-Lichtenberg
(WKHL e.V.) will es Lichtenberger
Unternehmen leichter machen, freie
Stellen oder Praktikumsplätze mit
Flüchtlingen zu besetzen. Dazu hat
sich Anfang Juni der „Runde Tisch
Flüchtlinge in Arbeit“ konstituiert.
Neben Lichtenberger Unternehmerinnen und Unternehmern arbeiten in
dem Gremium auch Soziale Träger
und die bezirkliche Verwaltung mit
Bezirksbürgermeisterin Birgit Monteiro (SPD) für das gemeinsame Ziel.
„Vielen Lichtenberger Unternehmen
fällt es zunehmend schwer, geeignetes
Personal zu finden“, sagte die Geschäftsstellenleiterin des Wirtschaftskreises, Claudia Kirchert. Gleichzeitig
gebe es im Bezirk einen Pool gut
ausgebildeter Flüchtlinge. (lima+)

Der neue, gerade nicht intakte Brunnen am Mühlengrund und die alte, leerstehende Kaufhalle.

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der Förderverein Obersee & Orankesee e.V. am Sonnabend, 5. September, ab 15 Uhr (Einlass ab 14 Uhr) in
das Strandbad Orankesee ein. Das
Jubiläumsfest zum Sommerausklang
solle „die Krönung einer beliebten
Tradition“ werden, ließ der Verein
mitteilen. Zur Einstimmung auf das
Fest wird das Berliner Virtuosen
Ensemble um Lothar de Maizière die
Gäste mit leichter Klassik musikalisch verwöhnen. Beim Auftritt der
Störtebüker-Band darf mitgesungen
und getanzt werden. Rock‘n‘Roll vom
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Sweet - Slade - David Bowie - Roxy
Music - T-Rex stehen auf dem Programm der Band. Die Fernsehmoderatorin Inka Bause will auf der Bühne
für beste Laune sorgen. (lima+)
mehr Nachrichten bei

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FOTO: ANDREA SCHEURING

EINZELHANDEL: In Lichtenberg gibt es große Lücken bei der Nahversorgung:
Vor allem Friedrichsfelde und Neu-Hohenschönhausen sind betroffen.
von Andrea Scheuring

D

er Platz „Am Mühlengrund“
inmitten der ältesten, inzwischen sanierten Plattenbausiedlung in Neu-Hohenschönhausen wirkt
wie verwaist. Gegenüber der Apotheke
liegt die ehemalige Kaufhalle still in der
Nachmittagssonne. Die Wände sind mit
Graffiti beschmiert, die Eingänge mit
Spanplatten vernagelt. Hier wurde schon
lange nicht mehr eingekauft. Auch im
benachbarten Mühlengrundcenter stehen die meisten Läden leer. Nur wenige
Geschäfte, zwei Lokale und ein Discounter im einstigen Dienstleistungekomplex,
haben noch geöffnet. Absperrbänder
flattern lose im Wind. Ein Steinhaufen
liegt am Wasserlauf des Mühlenradbrunnens, der – erst im November letzten Jahres wieder in Betrieb genommen
– nun schon wieder abgeschaltet werden
musste. Reparaturen sind notwendig,
weil Blätter der umstehenden Bäume
die Filteranlage verstopfen. Die Wasserpumpe schaltet dann automatisch ab.
Der Mühlenradbrunnen als Symbol des
Stillstandes im Stadtquartier.
Zwei ältere Frauen sitzen vor der
sterbenden Ladenpassage auf einer
Bank. „Vor Monaten wurden auf einer
Einwohnerversammlung die Pläne für
den Abriss des Centers vorgestellt, weil
der neue Eigentümer hier Wohnungen,
neue Läden und Arztpraxen bauen
wollte. Getan hat sich seither allerdings
nichts“, sind die älteren Anwohnerinnen
erbost. Für viele Erledigungen müssen
sie nun den Weg zum Linden-Center
in Kauf nehmen. Dies wird wohl auch
während der Bauzeit der Versorgungsweg sein, sollte im Mühlengrund doch
irgendwann mit dem Abriss der Passage
und dem Neubau der geplanten etwa

400 Wohnungen mit Einzelhandel und jeweiligen Zentren- und EinzelhandelsDienstleistungen begonnen werden. Wie konzepten verantwortlich. Diese sollen
bzw. ob die noch vorhandenen Geschäf- darauf abzielen, „die Nahversorgung
te dann gegebenfalls vorübergehend in als verbrauchernahe Versorgung für alle
fertiggestellte Gebäudeteile umziehen Teile der Stadt sicherzustellen“, heißt es
könnten, ist ebenso offen wie die Frage in dem Senatsschreiben. Von zentraler
der weiteren Planung des Vorhabens, Bedeutung ist auch für Költzsch die Sidenn der Investor will jetzt erst einmal cherstellung einer wohnortnahen Versoreinen Teil des Grundstücks verkaufen. gung: „Ich sehe die Bezirksämter daher
Die Situation der wohnortnahen Ver- in der Pflicht, geeignete Örtlichkeiten
sorgung wird sich für die Bewohner im offensiv zu vermarkten.“ Nur bedingt
Mühlengrund also in naher Zukunft positive Nachrichten kommen in diesem
nicht ändern.
Kontext aus Friedrichsfelde: Im GenNeu-Hohenschönhausen Süd gehört singer-Viertel ist auf dem Grundstück
damit zu den zehn Gebieten mit der des früheren, inzwischen abgerissenen
schwierigsten Nahversorgungslage in Versorgungszentrums „Kalinka“ zwar
Berlin. Wie aus der Antwort der Senats- künftig neues Wohnen, aber keinerlei
verwaltung für Stadtentwicklung und Nahversorgungs- und DienstleistungsanUmwelt auf eine Schriftliche Anfrage gebot mehr vorgesehen. LiMa+ berichdes Wahlkreisabgeordneten Dr. Gre- tete. Für die künftigen, in der Regel mogor Költzsch (SPD)
her vorgeht, torisierten Reihenhaus-Besitzer dürfte
befindet sich Frieddies kein Problem darmehr aus den Bezirken:
richsfelde Nord auf
stellen. Für viele der
Platz 3 der Liste
vorwiegend
älteren
(0,12 Quadretmerund 7.000 Bewohner
www.lichtenbergmarzahnplus.de
ter Lebensmitteldes Quartiers jedoch
Verkaufsfläche je
schon.
Einwohner, Stand Januar 2015), HellersDoch die Entwicklung und Umsetdorf-Ost auf Platz 5 (0,15 Quadretme- zung integrativer Konzepte, die die Nahter) und Neu-Hohenschönhausen Süd versorgung sichern, können nicht allein
auf Platz 10 (0,18 Quadretmeter). Die als Aufgabe der Bezirke gesehen werden.
größte Unterversorgung im Lebensmit- Wie eine Studie des Büros für integrierteleinzelhandel weist das Gebiet Heer- te Planung, die bereits 2011 im Auftrag
straße in Charlottenburg-Wilmersdorf
des Bundesinstituts für Bau-, Stadt- und
(0,04 Quadretmeter) auf. Vom Richt- Raumforschung die Wechselwirkung
wert des Senats (0,35 – 0,45 Quadretme- zwischen Versorgung und Mobilität in
ter nach AV Zentrenkonzepte) und vom Städten untersuchte, aufzeigt, ist dies
Berliner Durchschnittswert (2009: 0,33 Aufgabe mehrerer öffentlicher und privaQuadretmeter) weichen die Werte dort ter Akteure. Neue Ansätze und kooperaerheblich ab. „Somit finden sich die ge- tive Verfahren sind notwendig, „um die
häuften Schließungen von Discountern verschiedenen Interessen, Instrumente
nun auch in der Statistik wieder“, macht und Maßnahmen zu koordinieren“ und
Költzsch deutlich.
die unmittelbare Nachbarschaft „als atFür die Steuerung der Nahversor- traktiven Standort für den Einzelhandel
gung zeichnen die Bezirke mit ihren wiederzubeleben“.

Bezirks-Leben

Bezirks-Journal Lichtenberg/ Hohenschönhausen | August 2015

Mit der ODEG hin und zurück zum Zwiebelmarkt
und zu den schönsten Weihnachtsmärkten

5

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ODEG: Sonderfahrten in der Vorweihnachtszeit – jetzt buchen!

E

insteigen, Platz nehmen und eine
entspannte Fahrt zu den schönsten Ausflugszielen genießen: Die
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den Thüringer Weihnachtsmärkten nach
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Zwiebelmarkt in Weimar: Am 10. Oktober geht es in die Bauhausstadt Weimar
nach Thüringen zum traditionellen Zwiebelmarkt, einem der ältesten und traditionellsten Volksfeste Thüringens. Vor Ort
gibt es Livemusik, Gaukler-Vorführungen
und die Wahl der Zwiebelmarktkönigin.
Advent in Thüringen: Mit dem
ODEG-Sonderzug führt dieser Ausflug
am 5. Dezember nach Weimar, Erfurt
und Eisenach zu den schönsten Weihnachtsmärkten Thüringens. Erinnerungen an die Kindheit werden wach beim

Sonderfahrten:
Termine & Preise
10.10.2015 (Sa) Weimar
Sonderzug zum „Zwiebelmarkt“
und „Eisenbahnfest“
Abfahrt ab Berlin-Lichtenberg: 8.34 Uhr
Tickets ab 32 Euro*

Blick auf die festlich beleuchteten Altstädte. Erfurt wartet mit einer haushohen
Weihnachtspyramide auf, in Eisenach
gibt es auf der Wartburg eine Zeitreise
ins Mittelalter, während in Weimar märchenhafte Geschichten erzählt werden.
Übrigens: Der Weihnachtsbaum hat seinen Ursprung in Thüringen.
Marzipanstadt Lübeck: Die norddeutsche Hansestadt gilt als die Heimat
des Marzipans. Die historische Altstadt
wartet mit einem traditionsreichen Weihnachtsmarkt auf. Termin: 12. Dezember.
Christkindles-Express nach Franken:
Mit dem Sonderzug geht es am 19. Dezember nach Bamberg und Nürnberg,

wo die historischen Christkindles-Märkte
auf ihre Besucher warten.
Freuen Sie sich auf eine Fahrt mit dem
KISS, dem größten Triebfahrzeug der
ODEG-Flotte. Alle Wagen sind modern
eingerichtet, klimatisiert und bieten neben Steckdosen auch viel Beinfreiheit. Im
Zug ist genug Platz für Rollstühle oder
Fahrräder. Zudem stehen für die Fahrgäste während der Sonderfahrt preisgünstige
Snacks und Getränke bereit. Fahrscheine
können unter odeg.de oder am Tag der
Reise im Zug gekauft werden. Darüber
hinaus gibt es Tickets bei der ODEGServicestelle an der Möllendorffstraße
49, montags bis freitags von 8 bis 18 Uhr.

05.12.2015 (Sa) Weimar/Erfurt/Eisenach
Sonderzug „Thüringer Weihnachtsmärkte“
Abfahrt ab Berlin-Lichtenberg: 8.34 Uhr
Tickets ab 35 Euro*
12.12.2015 (Sa) Lübeck
Sonderzug „Marzipan-Express“
Abfahrt ab Berlin-Lichtenberg: 8.43 Uhr
Tickets ab 35 Euro*
19.12.2015 (Sa) Bamberg/Nürnberg
Sonderzug „Christkindles-Express“
Abfahrt ab Berlin-Lichtenberg: 7.30 Uhr
Tickets ab 40 Euro*
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Preise für Fahrten in der 2. Klasse
Buchungen und Infos:
http://bit.ly/odeg-sonderfahrten
Tel. (030) 514 88 88 88

Auf Sparflamme
BILDUNG: Wegen Personalmangels müssen die beiden Jugendverkehrsschulen im Bezirk ihr Angebot
zurückfahren. Ab dem kommenden Jahr soll sich die Situation wieder bessern.
von Marcel Gäding

R

uhig ist es an diesem Nachmittag
in der Jugendverkehrsschule an
der Baikalstraße. Auf einer Bank
sitzt ein junger Vater und schaut dabei
zu, wie seine drei Kinder ihre Runden
im Kettcar drehen. Die Kleinen bleiben
am Stoppschild stehen oder machen
Halt am Fußgängerübergang, wie sie
es im Verkehrsunterricht gelernt haben.
Als die Hitze aber immer unerträglicher
wird, packt der junge Mann seine Sachen.
Wäre die Hitze nicht gewesen, Wolfgang Kopischke hätte den jungen Familienvater spätestens um 16 Uhr gebeten,
so langsam den Heimweg anzutreten.
Seit Jahresbeginn schließt die Jugendverkehrsschule früher: In der Schulzeit ist
um 14 Uhr Schluss, in den Ferien zwei
Stunden später – weil die Jugendverkehrsschule erst später öffnet. Personalmangel ist der Grund, warum das Areal
nicht mehr bis um 18 Uhr zugänglich
ist. Von den einst 16 Beschäftigten der
beiden Jugendverkehrsschulen am Malchower Weg in Hohenschönhausen und
an der Baikalstraße in Friedrichsfelde
sind gerade einmal drei Kollegen übrig
geblieben. „Für 2014 hatten wir gehofft,
über Förderinstrumente des Job-Centers
Mitarbeiter zugeteilt zu bekommen“,

sagt Frank Schulz, der Geschäftsführer
der Gesellschaft Atina, seit 2012 Träger
der Jugendverkehrsschulen. Weil jedoch
die Fördervoraussetzungen für das konkrete Förderinstrument fehlten, gab es
das dringend benötigte Personal nicht.
Die Folge: Seit Jahresbeginn arbeitet die
Jugendverkehrsschule auf Sparflamme.
Konnten 2014 noch rund 16.000 Kinder
und Jugendliche betreut und unterrichtet werden, liegt die Zahl in diesem Jahr
wahrscheinlich bei knapp 10.000.
Polizistin erklärt Regeln
Die Jugendverkehrsschule richtet ihr
Angebot vormittags an Schulen: Grundschulkinder erhalten von der ersten bis
zur vierten Klasse Verkehrsunterricht.
Ab der vierten Klasse wird den Jungen
und Mädchen die Prüfung zum Fahrradführerschein an den beiden Standorten abgenommen. Eine Polizistin erklärt
ihnen nicht nur, dass man bei einem
Stop-Schild zunächst warten muss, sondern vermittelt ihnen auch Verkehrsregeln und erklärt die Bedeutung der
Schilder. Wolfgang Kopischke und seine
Kollegen begleiten diesen Unterricht, an
dessen Ende die Prüfung für den Fahrradführerschein steht. Der Nachmittag
kann frei genutzt werden von Eltern
und ihren Kindern, von Arbeitsgemeinschaften oder Jugendlichen, die in der

Jugendverkehrsschule ihre Freizeit verbringen können. „Am Standort Baikalstraße ist vieles denkbar, man könnte das
Areal zu einem Kinder- und Jugendfreizeitzentrum entwickeln“, sagt Projektkoordinator Dr. Siegfried Köpke. Doch
für derartige Visionen ist derzeit kein
Platz. Man ist froh, wenigstens einen
Teil des bisherigen Angebots aufrechterhalten zu können. In der Tat bietet
der Standort Baikalstraße eine Menge
Potenzial. 30 Jahre lang war der Zweigeschosser eine Kita, bevor er 1998 zur
Jugendverkehrsschule umfunktioniert
wurde. Die Immobilie gehört zum Fachvermögen des bezirklichen Schulamtes.
Die Räume im Erdgeschoss werden
als Fahrradwerkstatt und Abstellraum
für die Fahrräder und Kettcars genutzt.
Die erste Etage dient als Lager. „Man
könnte hier Koch- und Backkurse veranstalten oder Bastelnachmittage“, sagt
Köpke. Denkbar wäre auch ein Streichelzoo mit Garten für die Vermittlung
des Umwelt- und Naturschutzes. „Wie
in keinem anderen Bezirk erhalten wir
Unterstützung von der Kommunal- und
Landespolitik“, freut sich Frank Schulz.
Vor einigen Monaten traten die Mitglieder der Linksfraktion in der Bezirksverordnetenversammlung zweimal zum
Arbeitseinsatz an und malerten das Gebäude. Immerhin: Für das Jahr 2016 stehen bessere Zeiten an: Das Bezirksamt

hat mit Unterstützung des Job-Centers
15 öffentlich geförderte Stellen versprochen. Eingesetzt werden Menschen,
die lange arbeitslos sind und sich einen
kleinen Obolus dazu verdienen möchten. Begleitet werden die Männer und
Frauen von sogenannten Job-Coaches,
die ihnen dabei helfen, auf dem ersten
Arbeitsmarkt Fuß zu fassen. Gleichzeitig werden dringend Ehrenamtliche gesucht, die in den Jugendverkehrsschulen
helfen.
Regelfinanzierung gefordert
Bei aller Freude über vom Job-Center
geplante Einsätze bleibt Hendrikje Klein,
die Vorsitzende der Linksfraktion in der
Bezirksverordnetenversammlung, skeptisch. „Die Gefahr ist groß, dass die
Bundesagentur für Arbeit in Nürnberg
Maßnahmen streicht.“ Der Verkehrsunterricht sei wichtig, daher spricht sich
die Haushaltspolitikerin für eine Regelfinanzierung aus. „Es gibt zwar Konzepte
auf Landesebene für die Jugendverkehrsschulen, eine Finanzierung bleibt jedoch
aus“, kritisiert Klein und fordert: „Personell müssen Jugendverkehrsschulen auf
feste Füße gestellt werden.“ Im Klartext
heißt dies: Nur mit einer regelmäßigen finanziellen, staatlichen Unterstützung ist
das Angebot der Jugendverkehrsschulen
auch dauerhaft aufrechtzuerhalten.

Anzeigensonderveröffentlichung

Unsere eigenen vier Wände
Hausbau | Finanzierung | Energieeffizienz | Handwerk | Grundstückssuche

Berlin sucht das
„Haus des Jahres“
DAS EIGENE HAUS: Im Postbahnhof am
Ostbahnhof präsentieren 50 Hausbauunternehmen
preisverdächtige Entwürfe.

D

ie Wahl zum Haus des Jahres
ist der Höhepunkt der Berliner
Immobilienmesse „Das eigene
Haus“, zu der sich rund 130 Aussteller
angemeldet haben. Darunter sind viele
namhafte Hausbauunternehmen, Hausplaner und Architekten. Die Palette der
rund 16.000 Hausentwürfe reicht vom
preiswerten Anderthalbgeschosser in
Fertigbauweise bis zur individuell geplanten Stadtvilla in Massivbauweise,
vom altersgerechten Bungalow bis zum
zeitlos schönen Stadthaus im Bauhausstil. Fachunternehmen aus den Bereichen Energieeffizienz- und Haustechnik
wie Viessmann, Vaillant oder viele mehr
geben den Besuchern in ersten Gesprächen einen Überblick über die Leistungsvielfalt klimafreundlicher, sparsamer und effizienter Heizsysteme.
Namhafte Hausbauunternehmen haben sich um den begehrten Titel „Haus
des Jahres“ beworben, der in den Kategorien Massivhaus und Fertighaus vergeben wird. Auf der Berliner Immobilienmesse „Das eigene Haus“ am 12. und
13. September kommt es zum großen
Finale, bei dem die Jury die Gewinner
des diesjährigen Hauswettbewerbs verkünden wird. „Noch kann im Internet
fleißig abgestimmt werden“, sagt Jan
Schwalme, Veranstalter der größten Immobilienmesse in Berlin und Brandenburg und Chef vom euro messe team
schwalme. Wer sich an der Abstimmung
beteiligt, erhält Freikarten für die Berliner Immobilienmesse und hat zudem
die Chance darauf, eine Urlaubsreise
beziehungsweise wertvolle Sachpreise
zu gewinnen. Die Gewinner werden am
12. September ermittelt.
Experten im Gespräch

Ihr kompetenter Begleiter in Baufragen:

www.berliner-bauen.de
Kostenlos. Anbieterneutral. Tagesaktuell.

Baufinanzierer im Dialog: Unter den
Ausstellern befinden sich zahlreiche
Banken und Baufinanzierer. Dazu gehören klassische Bausparkassen genauso wie unabhängige Baufinanzierer, die
den Besuchern aufzeigen, wie viel Haus
sie für ihr Geld bekommen. Der Fokus
liegt erneut auf den nach wie vor niedrigen Zinsen für Baukredite. Die Finanzfachleute erklären auch, welche Gesamtkosten auf Bauherren zukommen.
Zwei Vortragsprogramme mit Verbraucherschutz-Experten:
Besucher
der Berliner Immobilienmesse können
an beiden Tagen Informationen aus erster Hand erhalten – beim kostenlosen
Vortragsprogramm, für das kompetente

Experten gewonnen wurden. Themen
werden unter anderem Baufinanzierung, Baustoffe, Energieeffizienz und
Verbraucherschutz sein.
Service rund um den Hausbau: Das
Onlineportal www.bauratgeber-deutschland.de versorgt die Messebesucher mit
wertvollen Checklisten rund um den
Hausbau. Darüber hinaus informieren
die Berater des Bauherren-Schutzbundes e.V. unter anderem über Fallstricke
beim Hausbau oder Hauskauf und er-

Messe-Chef Jan Schwalme.

FOTO: MARCEL GÄDING
klären, worauf man in rechtlicher Hinsicht achten sollte. Außerdem erhalten
die Besucher der Immobilienmesse einen umfangreichen, informativen Messekatalog. Für die Betreuung der Kinder
ist im messeeigenen Kindergarten gesorgt. Zur Stärkung und Entspannung
zwischendurch lädt das Messe-Café ein.
Abstimmung im Internet:
http://bit.ly/hausdesjahres

i

Informationen zur Messe
„Das eigene Haus“
12./13. 9. 2015, 11 bis 18 Uhr
Ort: Postbahnhof am Ostbahnhof,
Straße der Pariser Kommune 8,
10243 Berlin
Eintritt: 10 Euro inkl. Messekatalog,
Kinder haben freien Eintritt.

Anzeigensonderveröffentlichung

präsentiert von

Bauherren liegen beim
Geld oftmals falsch

GE WINN
SPIEL

BAUFINANZIERUNG: Eine realistische Kalkulation
verhindert böse Überraschungen beim Hausbau.

K

unden schätzen bei der Baufinanzierung häufig immer wieder dieselben Punkte falsch ein.
„Planungs- und kalkulatorische Fehler
können für Bauherren sehr teuer werden“, weiß Stephan Scharfenorth, Geschäftsführer des Baufinanzierungsportals Baufi24.de (https://www.baufi24.
de/). Die häufigsten Fehleinschätzungen treten bei folgenden Themen auf.
Eine geringe Tilgung verlängert die
Rückzahlungsdauer und eine lange
Zinsbindung schafft Planungssicherheit.
„In Niedrigzinszeiten sollten Bauherren
eine möglichst hohe Tilgung sowie lange Zinsbindung anstreben. Dann rückt
die schuldenfreie Zeit meist deutlich näher“, rät Scharfenorth. In Zeiten hoher
Bauzinsen wäre es dagegen günstiger
eine kurze Zinsbindung zu vereinbaren. Dann könnten Bauherren zur Anschlussfinanzierung von einem gesunkenen Zinssatz profitieren.
Umso mehr Finanzierungsmöglichkeiten Bauherren vergleichen, desto
unabhängiger kann die Entscheidung
ausfallen. Idealerweise arbeiten Berater
dabei provisionsfrei und sind nicht an
bestimmte Banken gebunden. „Nur wer
mit denselben Daten exakt vergleicht,
kann auch das passendste Angebot identifizieren“, erklärt Scharfenorth. Der
Vergleich kann sowohl über unabhängige Finanzierungsberater als auch über
Webportale wie Baufi24.de erfolgen.

Eine realistische Kalkulation ist die
unabdingbare Voraussetzung, damit der
Traum vom Eigenheim nicht platzt. Neben der Bausumme kommen noch Gebühren, Steuern, Einrichtungskosten,
Doppelbelastung durch Miete/Zinsen
oder weitere Leistungen wie etwa für
den Gartenbau hinzu. Diese vergessen
Bauherren häufig oder kalkulieren sie
zu niedrig. Auch fortlaufende Instandhaltungskosten werden oft nicht berücksichtigt.
„Für unvorhersehbare Ereignisse
sollte immer eine ausreichend große finanzielle Reserve eingeplant werden“,
empfiehlt Scharfenorth. Ob erste Reparaturen oder längere Mietzahlungen
durch Bauverzögerungen, ohne Rücklage kann die Kalkulation schnell durcheinander geraten.
Bei geplanten Eigenleistungen kommt
es häufig zur Überschätzung. Zeitaufwand, mangelnde Fachkenntnis oder
eine gesundheitliche Einschränkung
können die Planung torpedieren. Eine
Nachfinanzierung kann dann sehr teuer
werden.
Wie monatliche Raten aus Zins,
Tilgung und Sondertilgung bei unterschiedlichen
Finanzierungsbeträgen
und Beleihungssätzen ausfallen, ermitteln Interessierte schnell und einfach mit
dem Baufinanzierungsrechner (https://
www.baufi24.de/baufinanzierung-rechner/) von Baufi24.de. (ots.)

Zu einer soliden Baufinanzierung gehört auch eine kompetente Beratung. Experten wissen, worauf Bauherren achten müssen.
FOTO: BHW BAUSPARKASSE

Garer und Grill in einem: Backofen von Miele.

FOTO: MIELE

IFA 2015: Das sind die
Trends bei Hausgeräten
KOCHEN & BACKEN: Wer auf der Suche nach einem
neuen Herd oder Kühlschrank ist, sollte auch
die Internationale Funkausstellung besuchen.

S

ie sind schnell, sparsam, sehen gut
aus und lassen sich neuerdings
auch vom Smartphone aus steuern: Hausgeräte wie Herde, Kochfelder,
Dunstabzugshauben,
Geschirrspüler
oder Kaffeevollautomaten. Vom 4. September an präsentieren die führenden
Hersteller auf der Internationalen Funkausstellung (IFA) die neuesten Trends.
Das Bezirks-Journal hat die wichtigsten
Entwicklungen zusammengestellt.
Energieeffizienz: Hausgeräte sind
längst keine Stromfresser mehr. Die führenden Hersteller von Backöfen, Kochfeldern oder Kühlschränken bringen
inzwischen nur noch Geräte auf den
Markt, deren Strom- und Wasserverbrauch weit unter denen älterer Vorgänger liegen. Damit reagieren sie auf den
Wunsch vieler Verbraucher, die immer
stärker nach energieeffizienten Hausgeräten nachfragen.
Design und Technik: Die sogenannte
weiße Ware ist alles andere als blütenweiß. Inzwischen kommt in Küche oder
Bad Farbe. Auch beim Design gehen die
Hersteller mit der Zeit, nicht zuletzt auch
wegen neuer Bedienmöglichkeiten: Viele Hausgeräte verfügen inzwischen über
berührungsempfindliche Monitore, mit
denen sich beispielsweise die Temperatur
eines Backofens sowie die Garzeiten einstellen lassen. Viele Hersteller liefern ihre
Geräte mit einer WLAN-Schnittstelle
aus. Dadurch lassen sich die Hausgeräte
perfekt mit dem Internet oder dem eigenen Hausnetz verbinden. Auf diese Weise liefern die Bildschirme Rezepte und
Anregungen für frische, gesunde Speisen. Gleichzeitig erhalten die Nutzer Informationen über mögliche Wartungen
und können – je nach Hersteller – eine
direkte Verbindung zum Kundenservice

aufbauen. Über das heimische Netz können die Geräte auch kombiniert werden,
was in der Praxis schon gut zwischen
dem Kochfeld und der Dunstabzugshaube funktioniert.
Viele Funktionen unter der Haube:
Etliche Hausgeräte erfüllen inzwischen
zahlreiche Aufgaben, wie ein Blick auf
die IFA-Trends 2015 beweist. Backöfen
fungieren auch als Heißluftofen, Grill
oder Dampfgarer. Auf mehreren Ebenen
lassen sich verschiedene Gerichte zubereiten. Bei den energiesparsamen Induktionskochfeldern erleichtern Zusatzfunktionen wie Sensoren das Leben: Sie
wiegen automatisch die Kochzutaten im
Topf und verfügen über einen Überhitzungsschutz. Neu sind zudem Küchenmaschinen, die automatisch Speisen
zubereiten: Sie kneten beispielsweise den
Teig und backen anschließend frisches
Brot.
Wer ein neues Hausgerät sucht, ist
auf der Internationalen Funkausstellung
gut aufgehoben. Vor Ort stehen Berater
zur Verfügung, die alle Funktionen und
Vorzüge erklären. In der Regel sind die
IFA-Neuheiten parallel zur Messe auch
im Handel verfügbar. (bzj.)
Die IFA im Internet:
www.ifa-berlin.de

i

Gewinnen Sie IFA-Freikarten!
4.-9. 9. 2015, 10 bis 18 Uhr
Die IFA ist täglich von 10 bis 18 Uhr
geöffnet. Tageskarten sind ab 12 Euro
erhältlich. Wir vergeben fünfmal zwei
Freikarten. E-Mail mit dem Stichwort
bis 30.08.2015 an gewinnspiel@
bezirks-journal.de Der Rechtsweg ist
ausgeschlossen. Bitte Postadresse
angeben: Die Gewinner erhalten ihre
Tickets mit der Post!

8

M

Bezirks-Politik

August 2015 | Bezirks-Journal Lichtenberg/ Hohenschönhausen

Mehr Geld für den Boom-Bezirk

FINANZEN: Der Bezirk Lichtenberg kann in den kommenden beiden Jahren mehr Geld ausgeben.

ehr als 400 Seiten liegen gut
verschnürt vor der Bezirksbürgermeisterin. Viel Papier, das
die Mitarbeiter der bezirklichen Finanzverwaltung seit Mai zusammengetragen
haben. Das ein Kilogramm schwere
Konvolut, das Birgit Monteiro (SPD) vor
der Sommerpause präsentiert, enthält
die Eckdaten für den Bezirkshaushalt
2016/ 2017. Für das Jahr 2016 stehen
Lichtenberg 798,5 Millionen Euro zur
Verfügung – 6,2 Prozent mehr als 2014.
2017 rechnet die Verwaltung mit einem
Etat in Höhe von 800,1 Millionen Euro.
„Wir haben solide gewirtschaftet in
den letzten Jahren“, erklärt Birgit Monteiro, die auch Finanzstadträtin des Bezirks ist. Hinzu kommt, dass die Stadt
und damit auch der Bezirk wachsen,
mehr Steuern in die Staatskasse fließen.
„Dem Bezirk stehen finanzielle Mittel
für eigene politische Schwerpunkte zur
Verfügung“, sagt Monteiro. Selbstverständlich ist das nicht. In einigen Bezirken haben die Verwaltungen bis heute
keine Haushaltsplanentwürfe veröffentlicht, weil das Geld hinten und vorne
nicht reicht.
Denn: Ein Großteil der Bezirksetats
kommt den sogenannten gesetzlichen
Pflichtaufgaben zu Gute. Darunter sind

Transferleistungen, also nach dem Sozialgesetzbuch vorgeschriebene finanzielle Hilfen für Menschen ohne oder mit
niedrigem Einkommen. Außerdem nehmen die Personalkosten in den bezirklichen Budgets einen hohen Anteil ein.
In Lichtenberg machen die nicht oder
nur schwer steuerbaren Ausgaben allein
für das Jahr 2016 rund 707,8 Millionen
Euro aus. Für Sachausgaben stehen gut
52 Millionen Euro zur Verfügung; für
Investitionen rund 11 Millionen Euro,
das entspricht 1 Prozent des Gesamtetats. Im Vergleich zum Gesamtetat bleibt
also nicht viel Geld übrig, das die Verwaltung eigenständig im Rahmen politischer Schwerpunktsetzungen ausgeben
kann. Hoffen kann der Bezirk jedoch aus
Überschüssen des Landeshaushaltes, die
im Rahmen des “Sondervermögens Investitionen Wachsende Stadt” (SIWA)
zusätzlich verteilt werden.
„Wir wünschen uns für die Sachkosten und die Investitionen mehr Geld,
denn alles, was wir jetzt nicht machen,
verschleppen wir in die Zukunft“, sagt
Birgit Monteiro. Mit anderen Worten:
Der Zustand maroder Spielgeräte auf
Spielplätzen oder kaputter Gehwege
verschlimmert sich, wenn nicht bald gehandelt wird. Damit steigen am Ende

die Kosten für den Bezirk. Schon jetzt
bestehe im Bezirk Lichtenberg ein Sanierungsstau von geschätzten 100 Millionen
Euro. „Wir können nicht alle Spielgeräte
instandsetzen, die kaputt sind, deshalb
versuchen wir, Überschüsse, die wir erwirtschaften, diesem Bereich zur Verfügung zu stellen“, erklärt Birgit Monteiro.
Gestoppt werden soll auch der Personalabbau, zu dem der Bezirk bis 2020
verpflichtet wäre. Die Vorgabe des Landes, 274 Stellen zu streichen, wurde nur
bedingt erfüllt. Bislang fielen 150 Stellen
weg. Monteiro hofft, dass das Land Berlin von einer ursprünglich abgeschlossenen Zielvereinbarung abrückt und angesichts steigender Einwohnerzahlen mehr
Personal einstellt. Verschoben wird der
Personalabbau im Jugendamt, bei den
Bürgerdiensten und in den Bibliotheken,
wo planmäßig zwölf Stellen wegfallen
sollten. Außerdem sollen 25 dringend
benötigte Stellen neu geschaffen werden.
Darüber hinaus ist vorgesehen, 2017
rund 20 Gärtner in Ausbildung zu übernehmen.
Investiert wird vor allem in den Ausbau Lichtenbergs zur familienfreundlichen Kommune, wofür es kürzlich
ein Zertifikat gab. Rund 335.000 Euro
fließen in ein Familienbüro, die bessere

Präsentation familiengerechter Angebote, Kinder-Kiez-Karten, den Ausbau der
Familienförderung sowie die Einrichtung und den Betrieb einer Freiwilligenagentur. Für den Tiefbau – also Straßen
und Gehwege – stehen 2016 zusätzlich
800.000 Euro bereit, der Grünflächenetat wird um 1 Million Euro erweitert.
Mehr Geld gibt es auch für die Schulreinigung – das Budget wurde von 2,6
Millionen Euro auf 1,6 Millionen Euro
in 2016 und 1,7 Millionen Euro in 2017
aufgestockt. Erstmals investiert das Bezirksamt auch in das eigene Personal. So
soll es Geld geben für Fort- und Weiterbildung. Unter anderem ist geplant, drei
Mitarbeitern pro Jahr die Teilnahme an
einem dualen Studiengang im Bereich
der öffentlichen Verwaltungswirtschaft
zu gewähren. 50 Führungskräften der
Verwaltung soll außerdem das Heimarbeiten ermöglicht werden, um Beruf und
Familie miteinander zu vereinbaren.
Noch handelt es sich bei dem von der
Verwaltung vorgelegten Haushaltsplan
um einen Entwurf, der zwei Hürden
überwinden muss: Am 24. September
beschäftigen sich die Mitglieder der Bezirksverordnetenversammlung mit dem
Papier. Dabei können sie noch einzelne
Posten streichen oder ergänzen. (gäd.)

STANDORT OST
MAGAZIN FÜR ARBEIT, WIRTSCHAFT, WOHNEN & KULTUR IN DER METROPOLENREGION BERLIN-EASTSIDE | 08/2015

N

och gehört eine Menge Fantasie
dazu, sich Berlins größtes Industriegebiet bildlich vorzustellen. Derzeit dominieren freie,
sandige Flächen das Areal zwischen der
Straße Am Nordring, der Hohenschönhauser Straße, der Bitterfelder Straße und der
Wolfener Straße. Aber: Straßen und Zuwegungen sind fertiggestellt, neue Parkplätze
sind entstanden, Leitungen wurden verlegt.
Am 2. September soll der CleanTech Business Park Berlin-Marzahn eröffnet werden.
Der Marzahn-Hellersdorfer Wirtschaftskreis (MHWK) blickt mit voller Vorfreude
auf diesen Tag. „Der Clean Tech Business
Park wird ein Magnet sein und das Herzstück von Berlin Eastside bilden“, ist sich
Uwe Heß, der MHWK-Vorsitzende sicher.
Gut drei Jahre dauerten die Vorbereitungen, um das 90 Hektar große Industriegebiet ans Netz zu nehmen. Nach Auskunft
von Wirtschaftsstadtrat Christian Gräff
(CDU) sollen dort produzierende Unternehmen aus dem Bereich der erneuerbaren Energien angesiedelt werden, darunter
auch Startups. Das Areal bietet dafür die
perfekte Infrastruktur: Zur Autobahn ist es
nicht weit, die Innenstadt ist auch gut erreichbar. Die S-Bahn ist fußläufig entfernt,
zum neuen Großflughafen dauert es gerade
einmal etwas mehr als eine halbe Stunde.
Im Gegensatz zu anderen Standorten stehen hier auch Flächen für spätere Unternehmenserweiterungen zur Verfügung.
Entscheidend aber ist, dass der CleanTech
Business Park für Unternehmen geeignet
ist, die mit einer Vielzahl von Gefahrenstoffen arbeiten.
Uwe Heß vom Marzahn-Hellersdorfer
Wirtschaftskreis geht davon aus, dass
durch die Ansiedlung von Unternehmen

CHANCE AUF VIELE
NEUE ARBEITSPLÄTZE

Schulen, Kitas oder Sportplätzen muss entsprechend entwickelt werden.“ Vor allem
aber könnten nach Darstellung des MHWK
Dienstleister im Bezirk von den neuen
Unternehmen profitieren. „Das können
Reinigungsfirmen ebenso sein wie Unternehmen aus dem Bereich der Bauunterhaltung“, sagt MHWK-Geschäftsstellenleiter
Dr. Klaus Teichmann. „Ich denke, dass für
ortsansässige Firmen die Chance besteht,
zu partizipieren“, fügt Uwe Heß hinzu.
Der Marzahn-Hellersdorfer Wirtschaftskreis rechnet damit, sein Netzwerk von
derzeit 222 Mitgliedsunternehmen und
unzähligen Partnern weiter auszubauen.
Gleichzeitig mahnt der MHWK aber wichtige Infrastrukturprojekte an und hofft,
dass die Tangentialverbindung Ost von
Treptow-Köpenick über Lichtenberg und
Marzahn-Hellersdorf bis zum Berliner Ring
kommen wird. „Ohne eine vernünftige In­
frastruktur wird es mit der Ansiedlung
neuer Unternehmen schlecht“, sagt Uwe
Heß auch mit Blick auf andere Industrieflächen im Bezirk. Ein Arbeitsschwerpunkt
der kommenden Monate werde zudem das
Thema Fachkräfte sein, die auch im CleanTech Business Park benötigt werden.
Zur Eröffnung des CleanTech Business
Parks wird es am 2. September von 11 bis
20 Uhr eine Industriekonferenz im Rahmen
des 11. Wirtschaftspartnertages geben. PoUwe Heß (links) und Klaus Teichmann vom MHWK. 
Foto: Marcel Gäding diumsdiskussion sind unter anderem zu
den Themen „Chancen, Risiken und Herim CleanTech Business Park neue Ar- genossenschaft Marzahner Tor eG. Er geht ausforderungen für die Cleantech-Branbeitsplätze entstehen. Er rechnet damit, davon aus, dass – auch bedingt durch den che in Berlin“, „Mission Zukunft – Cleandass es einen großen Schub geben wird nicht enden wollenden Zuzug – bis 2030 an tech global, national und regional“ sowie
bei der Schaffung von neuen Industrie- die 3.000 bis 3.500 neue Wohnungen entste- „Cleantech meets eastside“ geplant.
arbeitsplätzen. „Das wird sich zudem auf hen werden. Für den Bezirk bedeute dies

MARCEL GÄDING
den Wohnungsmarkt auswirken“, sagt Heß, eine riesige Herausforderung, sagt Hess. INFOS:
hauptberuflich Vorstand der Wohnungs- „Denn auch die Infrastruktur in Form von www.wirtschaftspartnertag-berlin-eastside.de

WIRTSCHAFT: Vom CleanTech Business Park werden
auch Unternehmen in der Region profitieren. Der
Wirtschaftskreis sieht den Standort im Aufwind.

GE WINN
SPIEL

TIERHEIM LÄDT ZUM
TAG DER KATZE EIN

Tierheimkatze Lilly wurde auf einem Parkplatz
gefunden. Jetzt lebt sie in Hohenschönhausen. 
Foto: Marcel Gäding

OPEN AIR KLASSIK IN DEN GÄRTEN DER WELT
Die Gärten der Welt bieten auch in diesem Jahr die Kulisse für Viva la Musica – das Open Air Klassik Konzert. In einem besonderen
Ambiente mit neuer Bühne werden die Besucher am 5. September ab 19.30 Uhr auf eine „Musikalische Reise rund um das Mittelmeer“
mitgenommen. Klassiker wie „La Donna é mobile“ aus Verdis Oper Rigoletto, die „Rondo alla Turca“ von Mozart und „Funiculi, Funicola“
von Luigi Denza und Werke von Rossini, Strauß, Ravel, Mozart, Puccini und Wagner werden von der Kammerphilharmonie St. Petersburg
unter der Leitung von Juri Gilbo dargeboten. Karten gibt es zwischen 28 und 30 Euro an allen Vorverkaufsstellen. Das Bezirks-Journal vergibt dreimal zwei Freikarten. Einfach bis zum 27. August eine Mail mit Stichwort „Viva la musica“ an gewinnspiel@bezirks-journal.de (bitte
Adresse nicht vergessen!). 
Foto: Holger Koppatsch

FALKENBERG. Der Tierschutzverein für Berlin veranstaltet einen Tag rund um die Katze
und lädt Tierfreunde am 6. September von 11
bis 16 Uhr ins Tierheim an den Hausvaterweg
39, 13057 Berlin, ein. Um 11, 12.30 und 15 Uhr
gibt es Spezialführungen zum Thema Katzen.
Außerdem sind spannende Vorträge rund um
Katzen und Katzenhaltung geplant, zu denen
unter anderem eine Katzenpsychologin und
Verhaltenstherapeuten erwartet werden.
Der Tierschutzverein erklärt zudem, wie man
ehrenamtlich helfen kann und warum Tierpatenschaften dringend notwendig sind. Für
das leibliche Wohl ist in Form von vegetarischem Essen und veganem Kuchen gesorgt.
Infos: www.tierschutz-berlin.de (bzj.)

2

EIN BISSCHEN WIE IM
RAUMFAHRTZENTRUM

08/2015 | STANDORT OST | Bezirks-Journal

NAHVERKEHR: Die Berliner Verkehrsbetriebe (BVG)
haben die neue U-Bahnleitstelle in Betrieb
genommen. Vom U-Bahngelände in Friedrichsfelde
werden künftig alle neun Berliner U-Bahnlinien
zentral gesteuert. Ein Exklusiv-Besuch.

D

er Notruf erreicht die U-Bahnleitstelle der BVG um 14.28 Uhr:
Ein Fahrgast der U-Bahnlinie
7 benötigt einen Notarzt. Gespannt blicken Michael Wrzeszcz und seine
Kollegen auf den großen, überdimensionalen Bildschirm. Der betroffene Zug blinkt
auf dem Streckenschema der U-Bahnlinie
7 rot auf, während daneben die Live-Bilder
der Überwachungskamera vom Bahnhof
Gneisenaustraße zu sehen sind. Es dauert
nur wenige Minuten, bis weitere planmäßige Züge rot markiert sind. Ab jetzt gerät
der Fahrplan der U7 ins Wanken. Wertvolle
Minuten vergehen. Wenn der Notarzt noch
entscheidet, den Fahrgast im Zug zu versorgen, bleiben die nachfolgenden Züge Richtung Spandau auf der Strecke. Doch um
14.35 Uhr gibt es Entwarnung. Der Fahrgast
wird außerhalb des Zuges versorgt.

Michael Wrzeszcz ist Netzmanager, ein
erfahrener BVG-Mitarbeiter im 39. Dienstjahr. Seit einigen Tagen muss er morgens
deutlich mehr Zeit auf dem Weg zur Arbeit
einplanen. Bis vor kurzem befand sich die
U-Bahnleitstelle der BVG noch an der Potsdamer Straße in Schöneberg. Jetzt arbeiten
Wrzeszcz und eine Handvoll Kollegen in
Friedrichsfelde auf dem Gelände der Betriebswerkstatt. Doch der längere Arbeitsweg ist für Michael Wrzeszcz kein Problem.
In einem futuristischen, trapezförmigen
Gebäude arbeiten ab sofort alle Leitstellen der neun Berliner U-Bahnlinien unter
einem Dach. Von seinem Arbeitsplatz aus
kann Michael Wrzeszcz durch meterhohe
Fenster auf abgestellte U-Bahnzüge blicken, wenn es seine Zeit erlaubt. Meist aber
schaut er konzentriert auf einen seiner sieben Monitore, nimmt im Minutentakt An-

Netzmanager Michael Wrzeszcz an seinem neuen Arbeitsplatz. 
rufe entgegen oder verfolgt mit den Kollegen auf einem von drei XXL-Bildschirmen
das Geschehen auf den U-Bahnhöfen oder
auf dem Streckennetz.
Ein bisschen erinnert die neue U-Bahnleitstelle der BVG an ein Raumschiff. Drinnen, in der ersten Etage, kommen einem
gleich viele vergleichbare Bilder in den
Kopf – etwa vom Parkett der Frankfurter
Wertpapierbörse mit den vielen Flachbildschirmen oder vom Kontrollzentrum
der Weltraumorganisation NASA. 21 Arbeitsplätze stehen zur Verfügung, jeder
Mitarbeiter blickt auf sieben Monitore. Die
Tische lassen sich in ihrer Höhe so verstellen, dass man auch mal im Stehen arbeiten kann. Aus Lautsprechern dringt ab
und an für alle hörbar der Funkverkehr der
U-Bahn, zwischendurch klingeln Telefone.
Von Michael Wrzeszcz‘ Platz aus wird die
ganze Dimension deutlich. Ganz hinten, an
der Fensterfront, befinden sich drei mehrere Quadratmeter große Hauptbildschirme.
Davor sind im Halbrund die Arbeitsplätze der Teilnetzmanager aufgebaut. In der
linken Reihe werden die U-Bahnlinien 5, 8
und 9 überwacht; die Kollegen für das Monitoring der U6 und U7 sitzen mittig. Und
rechts, wo derzeit noch alle Bildschirme
schwarz sind, nehmen in drei Wochen die
Mitarbeiter der Linien U1, U2, U3 und U4
Platz. Noch arbeiten sie am alten Standort
an der Potsdamer Straße.
„Ende August wird der Umzug abgeschlossen sein“, sagt Berlins U-Bahn-Chef
Hans-Christian Kaiser. Bis auf wenige
Ausnahmen hat alles reibungslos funktioniert. Immerhin musste die gesamte
Überwachungstechnik – darunter Server,
PC-Arbeitsplätze und Funkverbindungen
– im laufenden Betrieb von Schöneberg
nach Friedrichsfelde gebracht und in nur
wenigen Stunden installiert werden. Zwei
Jahre dauerte die technische Vorbereitung.
Stolz ist U-Bahn-Chef Kaiser darauf, dass
kein Bildschirm schwarz blieb und alles
weitestgehend problemlos funktionierte.
„Man kann sagen, die U-Bahnleitstelle der
BVG ist jetzt eine Lichtenbergerin“, erklärt Kaiser. Ein wenig freut er sich auch
deshalb, weil er in Friedrichsfelde 1979 bei
den damaligen Ostberliner Verkehrsbetrieben BVB anfing. „Das Areal wurde 1930
eingeweiht, von hier aus wurden später zu
DDR-Zeiten alle Ostberliner U-Bahnzüge
gewartet und instandgesetzt.“ Man habe
bestimmt drei Jahre nach einem Standort
für die zentrale Berliner U-Bahnleitstelle
gesucht. Am Ende fiel die Entscheidung für

Foto: Marcel Gäding

Friedrichsfelde. Dort wurde ein Verwaltungsgebäude um jenen futuristischen Anbau erweitert. Stolz zeigt Kaiser auch die
um das Gebäude herumführende Terrasse,
die Teeküche mit Automatik-Wasserspender, Kaffeeautomat und demnächst auch einer Couch. Vor der Tür gibt es jede Menge
Parkplätze, zum nächsten U-Bahnhof am
Tierpark sind es nur wenige Meter. Keine
Frage: Wer hier arbeitet, hat einen schönen Arbeitsplatz. „Am wichtigsten ist uns
aber: Wir haben alles an einem Ort“, sagt
Kaiser. Waren die Angestellten der Leitstelle früher auf mehrere Etagen verteilt,
sitzen sie nun alle in einem Großraumbüro.
Was nur wenige wissen: Von Lichtenberg
aus werden künftig alle Verkehrsmittel der
BVG gemanaget: Auf dem Betriebshof an
der Siegfriedstraße arbeiten die Kollegen
von Bus und Straßenbahn; in Friedrichsfelde an der Erich-Kurz-Straße die U-Bahner.
Arbeitsabläufe können damit gestrafft und
optimiert werden.
Michael Wrzeszcz von der U-Bahnleitstelle braucht jetzt nicht jedes Mal zum
Hörer greifen und seine Kollegen anrufen.
Er verfolgt das Geschehen von seinem Arbeitsplatz aus, der auf einem Podest installiert wurde. Auch ein Kommunikationsassistent arbeitet hier, direkt neben Wrzeszcz.
Er versorgt die Kollegen der Fahrgastinformation und die zentrale Leitstelle an der
Siegfriedstraße mit allen nötigen Informationen. Bei Bedarf kann er über ein eigenes
Mikrofon sogar zentrale Durchsagen veranlassen, die in allen oder in ausgewählten
U-Bahnlinien zu hören sind. Von hier oben
aus reichen manchmal kurze Zwischenrufe oder Nachfragen. Das hat sich auch
bei dem Notarzteinsatz auf dem Bahnhof
Gneisenaustraße bemerkbar gemacht. Per
Funk werden an diesem Freitag die Fahrer
aller 29 im Einsatz befindlichen U-Bahnzüge informiert. Mit wenigen Mausklicks
disponieren die Teilnetzmanager Züge
um, damit die Fahrgäste nicht ewig auf
eine U-Bahn warten müssen. Überall auf
der Strecke gibt es Stationen, an denen UBahnzüge kehrt machen können. In diesem
Fall lässt ein BVG-Leitstellen-Mitarbeiter
einen nach Rudow fahrenden Zug am
Rohrdamm wenden und schickt ihn wieder zurück Richtung Spandau. Ohne dieses Eingreifen würden sich die U-Bahnen
auf der gesamten Strecke stauen – auf den
Bahnhöfen würden sich Menschentrauben
bilden. Dieses Mal ist alles noch einmal gut
gegangen. Es mussten keine Ersatzbusse
bestellt werden.
MARCEL GÄDING

3

Bezirks-Journal | STANDORT OST | 08/2015

AZUBI MIT BESTNOTE

WIRTSCHAFT: Karsten Heidelbach ist der ganze
Stolz eines Unternehmens aus Lichtenberg. Gerade
schloss er seine Ausbildung mit der Note 1,0 ab.
Das ist bundesweit ein seltener Spitzenwert.

S

tolz präsentiert Heike Meyer eine es an einem einzigen Schein. Heidelbach
Kopie von Karsten Heidelbachs beendete das Ganze und ging zunächst ins
Zeugnis. Sie hat das Zertifikat des Ausland. Er machte sich selbstständig. Als
Oberstufenzentrums
Bürowirt- er schließlich seine Frau kennenlernte und
schaft II eingerahmt, und das hat einen später mit ihr auch Kinder bekam, sortierte
guten Grund. Denn Karsten Heidelbach sich der junge Berliner neu. Plötzlich musshat nach dem Ende seiner dreijährigen te er nicht nur für sich, sondern auch für
Ausbildung in jedem Fach einen Einser, seine kleine Familie Verantwortung überder Gesamtnotendurchschnitt liegt bei 1,0. nehmen. Also entschied er sich, eine AusBundesweit schaffen dieses Ergebnis nur bildung zum Bürokaufmann anzufangen.
wenige. Karsten Heidelbach gehört dazu. „Bei Zahlen liegt schon mein Interesse“,
„Ich habe viel Freude bei der Arbeit, die ich sagt er. Seit Jahren ist der gläubige Christ
mache“, sagt Karsten Heidelbach, Ex-Azubi in seiner Kirchengemeinde, der „Kirche
der BSB-Saugbagger und Zweiwegetechnik Jesu Christi der Heiligen der letzten Tage“
Stefan Mattes GmbH & Co. KG. „Er hat im- Finanzsekretär. 60 Bewerbungen schrieb
mer mehr gemacht als wir erwartet haben“, er, meist kamen Absagen. „Bei meiner jetfügt Heike Meyer, seine Ausbilderin, hinzu. zigen Firma aber hatte ich irgendwie ein
Karsten Heidelbach war nicht der typi- gutes Gefühl“, blickt Heidelbach zurück.
sche Azubi. Erst mit 30 Jahren entschied Doch Ausbilderin Meyer sagt, anfangs häter sich, was Handfestes zu lernen, das er ten ihre Kollegen und sie gezögert – unter
mit einem anerkannten Abschluss krönen anderem wegen des Alters. Am Ende aber
kann. Nach dem Abitur hatte er zunächst entschied sich das Lichtenberger Industrieauf Lehramt studiert, wollte Mathe- und unternehmen dafür, Heidelbach einen AusPhysiklehrer werden. Am Ende scheiterte bildungsvertrag anzubieten. „Heute kann

Bezirks-Journal

Heike Meyer und Karsten Heidelbach.

Foto: Marcel Gäding
ich sagen: Er ist eine Bereicherung für unser Unternehmen.“
Dass es Karsten Heidelbach auf einen
solchen Abschluss bringt, führt er unter
anderem auf seine Selbstdisziplin zurück.
Nach jeder Klausur habe er sich eine Zusammenfassung erarbeitet, alle zwei Tage
eine halbe Stunde daheim die Unterlagen
studiert. Alte Prüfungsbögen nutzte er, um
die Fragen darin zu beantworten. „Viel hat
mir aber auch gebracht, dass ich mich aktiv
am Unterricht beteiligt habe.“ Als er nach
dem ersten Semester sein erstes Zwischenzeugnis erhielt, das bis auf zwei Zweien
alles Einsen aufwies, packte ihn der Ehr-

geiz: „Ich wollte in allen Fächern eine
Eins“, sagt der junge Familienvater. Parallel zur Berufsschule durchlief Heidelbach
alle Abteilungen der BSB-Saugbagger und
Zweiwegetechnik Stefan Mattes GmbH &
Co. KG. Dort konnte er seine theoretischen
Kenntnisse gleich praktisch anwenden.
Er schrieb unter anderem Rechnungen,
buchte Zahlungseingänge, half dabei mit,
Lohnzahlungen vorzubereiten. Die finale
Prüfung ließ Heidelbach dann ohne Stress
angehen. „Ein Tag vorher habe ich mir eine
Lernpause gegönnt und mich einfach nur
etwas erholt“, sagt der Azubi mit Bestnote.
Heidelbachs Chef Stefan Mattes lobt seinen Ex-Azubi in höchsten Tönen. „Herrn
Heidelbach zeichnet aus, dass er Interesse
am Beruf gezeigt hat.“ Zehn Azubis hat das
60 Mitarbeiter starke, 1994 gegründete Unternehmen, das sich auf Saugbagger spezialisiert hat, die wie eine Art Großstaubsauger Sand und Erde ansaugen. Auftraggeber
sind unter anderem die BVG und die Deutsche Bahn AG. Seine Maschinen baut das
Unternehmen mit Sitz in der Vulkanstraße
seit 15 Jahren selbst.
Um seine Zukunft muss sich Karsten
Heidelbach keine Sorgen machen. Er hat
schon seinen Anstellungsvertrag in der
Tasche. Ausruhen will er sich nicht. Ihm
schwebt vor, sich demnächst fortzubilden
und als Controller beziehungsweise Bilanzbuchhalter zu arbeiten. „Vielleicht studiere
ich auch noch einmal parallel“, sagt Heidelbach, der in Marzahn-Hellersdorf lebt.

MARCEL GÄDING

4

FAHRRADKLAU
SCHLIMM WIE NIE

08/2015 | STANDORT OST | Bezirks-Journal

KRIMINALITÄT: Die Zahl der Fahrraddiebstähle
steigt rasant: In der City Ost sind vor allem Biesdorf,
Karlshorst, der Kaskelkiez und Marzahn-Mitte
betroffen. Selbst dicke Schlösser helfen nicht, wie
ein aktueller Fall zeigt.

U

te Pechardscheck fährt gerne
Rad. Wo immer es geht, legt sie
kürzere Strecken auf zwei Rädern zurück, und das täglich. Der
Weg zwischen ihrem Zuhause und dem
S-Bahnhof Karlshorst gehört dazu. Fünf,
sechs Minuten braucht sie von der Haustür zur Station – von dort geht es mit der
S-Bahn weiter zur Arbeit. Vor wenigen Tagen lief die junge Mutter die Treppen vom
S-Bahnhof hinunter und wollte, wie all die
Jahre zuvor, ihr Rad abschließen. Doch das
geliebte Triumph, Kostenpunkt 450 Euro,
war weg. „Natürlich bin ich erst einmal
alles abgelaufen, bestimmt zehn Minuten
lang“, sagt Ute Pechardscheck. Doch von
ihrem geliebten Fahrrad fehlte jede Spur,
genau wie von dem dicken Fahrradschloss
eines bekannten Markenherstellers.
Der Platz, an dem Ute Pechardscheck
Tag für Tag ihr Fahrrad abstellte, befindet
sich in der Straße Am Carlsgarten, direkt
am S-Bahnausgang. An die 400 Fahrräder
stehen hier den lieben langen Tag, während deren Besitzer ihre Fahrt Richtung

eben zum Fahrrad. Und doch gelang es Unbekannten, das dicke Markenschloss von
Ute Pechardschecks Fahrrad zu knacken
und in aller Ruhe mit dem Zweirad davon
zu fahren. Als sie den Fall Stunden später
auf der Polizeiwache zur Anzeige bringt,
erfährt sie erstaunt: Es war das achte Fahrrad, das allein an diesem Tag im Gebiet
Karlshorst und Friedrichsfelde als gestohlen gemeldet wurde.
Karlshorst gehört zweifelsohne zu jenen
Ortsteilen in der City Ost, die am stärksten von Fahrradklau betroffen sind. Nach
einer internen Polizeistatistik, die dem
Bezirks-Journal vorliegt, verschwanden
allein im vergangenen Jahr 251 Fahrräder.
Spitzenreiter in Lichtenberg ist jedoch
Lichtenberg-Mitte, also die Gegend rund
um den Kaskelkiez und die Viktoriastadt.
Dort registrierte die Polizei 314 Fahrraddiebstähle. Innerhalb von zwölf Monaten
wurden in Lichtenberg 1.783 Fahrräder als
gestohlen gemeldet – das sind 309 mehr
als 2013. In Marzahn-Hellersdorf waren es
1.200, 86 mehr als 2013. Dort sind vor allem
Marzahn-Mitte (187), Biesdorf (181) und
Hellersdorf Nord (161) betroffen. Dass der
Fahrraddiebstahl inzwischen keine Randerscheinung mehr ist, zeigt ein Blick in die
„Polizeiliche Kriminalitätsstatistik“. Über
Berlin verteilt nahm die Zahl der Fahrraddiebstähle um 16 Prozent zu. „Damit wur1) Sichern Sie Ihr Fahrrad immer und
de die höchste Fallzahl der vergangenen
überall.
zehn Jahre erreicht“, heißt es hierzu in dem
2) Stellen Sie Ihr Fahrrad an belebten, gut
Bericht. „Gründe für diese Entwicklung
einsehbaren Orten ab.
3) Sprechen Sie Personen an, die sich an
liegen im ungebrochen hohen Stellenwert
einem Fahrrad zu schaffen machen.
des Fahrrades als urbanes Verkehrsmittel.“
4) Schließen Sie Ihr Fahrrad an FahrradDie Zunahme der Fallzahlen begründet
bügeln oder einer Laterne an.
die Polizei unter anderem auch mit einer
5) Nehmen Sie teures Zubehör ab.
„erhöhten Anzeigebereitschaft der betrof6) Stellen Sie Ihr Fahrrad auf einem Hof,
fenen Fahrradbesitzer“. Viele schließen
etc. ab, schließen sie auch dort die
inzwischen eine Fahrradversicherung ab.
Türen.
„Die Regulierung eines Versicherungsfalls
7) Achten Sie beim Kauf eines Fahrradsetzt grundsätzlich eine bei der Polizei erschlosses auf die Qualität.
stattete Strafanzeige voraus.“
8) Lassen Sie Ihr Fahrrad codieren und
Auch Ute Pechardscheck hatte ihr Fahrnotieren Sie die Nummer.
rad
versichert. Inzwischen hat die Ver9) Kennzeichnen Sie Ihr Fahrrad indivisicherung den Schaden reguliert. Dass
duell.
ausgerechnet ihr gut gesichertes Fahrrad
10) Kaufen Sie nie ein gebrauchtes Fahrgeklaut wurde, kann sie nicht nachvollzierad ohne sich vorab den alten Kaufbeleg
hen. „Zumal hier am S-Bahnhof Karlshorst
zeigen zu lassen.
oft
auch Räder herumstehen, die nicht
Polizei)
Berliner
u.a.
(Quelle:

angeschlossen wurden.“ Von ihrem Nachbarn erfuhr sie, dass dieser inzwischen drei
Schlösser einsetzt, um den Dieben das LeInnenstadt mit der S-Bahn fortsetzen. Die ben schwer zu machen. „Ich werde mein
kleine Straße parallel zur S-Bahnstrecke neues Rad mit mindestens zwei Schlössern
nach Köpenick liegt abseits vom Trubel schützen“, sagt Ute Pechardscheck.
des beliebten Lichtenberger Ortsteils. RuDie mechanische Sicherung ist nach
hig ist es dort aber keinesfalls: Gegenüber Auskunft von Polizeioberkommissar Jens
befindet sich eine Kita, daneben eine Bau- Hartwich vom Landeskriminalamt Berlin
stelle für eine neue Wohnanlage. Immer das A und O, um sich vor Fahrraddiebstahl
wieder laufen dort Menschen entlang, auf zu sichern. „Fahrradbesitzer sollten auch
dem Weg zu ihrem geparkten Auto oder individuelle Merkmale schaffen – wie

Zehn Tipps gegen
Fahrradklau

Ute Pechardscheck mit dem Fahrrad einer Bekannten am S-Bahnhof Karlshorst. Dort verschwinden derzeit viele Räder. 
Foto: Marcel Gäding
auffällige Details am Rad oder eine Kennzeichnung beziehungsweise Codierung
des Fahrradrahmens über die Polizei oder
den ADFC“, sagt Hartwich. Hochwertige
Fahrräder verfügen von Hause aus zudem
über eine Rahmennummer, die man über
eine kostenlose App registrieren lassen
kann. Beim Kauf eines geeigneten Fahrradschlosses gelte zudem die Devise, nicht
am falschen Ende zu sparen. „Oftmals ist
es tatsächlich sinnvoll zwei Schlösser zu
verwenden“, sagt der Polizeibeamte. Wesentlich sei auch, das Fahrrad nicht nur
abzuschließen, sondern auch anzuschließen – etwa an einem Fahrradbügel. Um
Fahrraddiebstahl vorzubeugen, sei die Polizei auch auf Zeugen angewiesen. „Wer
Personen bemerkt, die sich an einem Fahrrad zu schaffen machen, sollte gleich die
Polizei rufen.“ Geschädigte seien zudem
aufgefordert, den Diebstahl eines Fahrrads
anzuzeigen. „Da geht auch ganz einfach
online über die Internetwache der Berliner
Polizei.“
Mit Hilfe von Erkenntnissen – etwa
aus einer Häufung von Anzeigen aus einem bestimmten Kiez – kann die Polizei
gezielter ermitteln. Die Berliner Polizei

geht nach Angaben ihres Sprechers Stefan
Redlich „geht mit Schwerpunktmaßnahmen gegen Fahrraddiebstahl vor“. Hierzu
würden Einsatzkonzepte entwickelt, die
an die regionalen Gegebenheiten angepasst werden. Zum einen gehöre die Prävention dazu, „bei denen Fahrradbesitzer
in Bezug auf geeignete Schlösser und Sicherungsmöglichkeiten beraten werden“.
Auch finden an diesen Orten Aktionen zur
Fahrradcodierung statt. Außerdem werden
relevante Brennpunkte observiert. „Durch
intensive Ermittlungen, auch durch Sensibilisierung der Anwohner, Verdächtiges zu
melden, ist es gelungen, mehrere Tatverdächtige zu identifizieren beziehungsweise
festzunehmen“, sagt Polizeisprecher Stefan
Redlich. Drei Tatverdächtige konnten auf
diese Weise Ende Juli in Hohenschönhausen festgenommen werden. Sie hatten fünf
gestohlene Fahrräder bei sich. „Bei anschließenden Durchsuchungsmaßnahmen
fanden die Beamten vier weitere Räder.“
Anfang Juli schnappten Polizeibeamte am
S-Bahnhof Karlshorst drei mögliche Täter,
unter ihnen zwei sogenannte Intensivtäter
und ein Täter, für den bereits Haftbefehl
vorlag.
MARCEL GÄDING

Bezirks-Politik

Bezirks-Journal Lichtenberg/ Hohenschönhausen |August 2015

9

„Mir ist es wichtig, für die Leute da zu sein“
BUNDESTAG: Dr. Martin Pätzold gehört mit seinen 31 Jahren zu den jüngsten Bundestagsabgeordneten.
Vor zwei Jahren zog er ins Parlament. Zeit für eine erste Zwischenbilanz.

V

iel ist derzeit nicht los in der
zweiten Etage des Bundestagsgebäudes an der Dorotheenstraße
in Mitte. Es sind Parlamentsferien, Abgeordnete sucht man hier derzeit meist
vergeblich. Zu den wenigen Parlamentariern, die auch in der Sommerpause
fast täglich ins Büro fahren, gehört Dr.
Martin Pätzold. Der 31-jährige Christdemokrat wurde 2011 in den Bundestag
gewählt und nutzt die warmen Monate, um Vereine in seinem Wahlkreis zu
besuchen, Abgeordnetenkollegen zu
treffen oder liegengebliebene Themen
aufzuarbeiten. Für das Bezirks-Journal
zieht Pätzold eine Zwischenbilanz seiner Bundestagsarbeit.
Der Parlamentsbetrieb startet erst wieder
Ende August und wir treffen Sie hier in Ihrem Büro. Haben Sie schon Urlaub gemacht?
Ja, anderthalb Wochen waren wir in
Bad Saarow. Ich habe die Zeit genutzt,
Sport zu treiben, Tennis zu spielen oder
einfach mal ausgiebig zu frühstücken.
Wir waren viel spazieren und haben uns
einfach gut erholt. Das Telefon blieb
weitestgehend aus, denn mein Leben ist
ja nicht nur die Politik. Aber einen Großteil der Parlamentsferien nutze ich, um
mir Studien durchzulesen, mit Abgeordnetenkollegen Gespräche zu führen oder
liegengebliebene Themen aufzuarbeiten.
Gleichzeitig widme ich meine Zeit meiner Arbeit als CDU-Kreisvorsitzender.
Vor wenigen Tage haben Sie Ihre aktuelle
Dialog-Tour durch Lichtenberg beendet. Worum ging es dabei?
Ich habe zwei Wochen lang Vereine
und Einrichtungen im Bezirk besucht,
mich vor Ort in Lichtenberg und Hohenschönhausen mit den Menschen unterhalten. Bei diesen Gesprächen ist es mir
wichtig herauszufinden, was gerade ein
Thema ist oder auf die Agenda genommen werden muss. Täglich habe ich bis
zu sieben Einrichtungen aufgesucht, bin
dort ins Gespräch gekommen. Ich habe
Hinweise mitgenommen, etwa auf mögliche neue Kriminalitätsschwerpunkte
oder sanierungsbedürftige Toiletten in
einer Turnhalle. Ich halte es mit Sokrates, der sagt: „Ich weiß, dass ich nichts
weiß.“

Ihr Programm war ambitioniert: 70 Termine
in zwei Wochen. Welche Erlebnisse sind Ihnen nach diesen zwei Wochen im Kiez besonders in Erinnerung geblieben?
Ich denke da beispielsweise an das
Haus des Ehrenamts des Deutschen
Roten Kreuzes (DRK), das mich sehr
beeindruckt hat. Ich finde es bemerkenswert, wie viele Menschen sich ehrenamtlich engagieren. Bei einer Qualifizierungsgesellschaft erfuhr ich, wie
junge Menschen, die es im Leben nicht
leicht hatten, umgeschult werden. Und
dann denke ich noch an meinen Termin
im Selgros-Großmarkt zurück, wo ich
mich einfach mal an die Kasse gesetzt
habe. Ich kann Ihnen sagen: Das ist da
ganz schön anstrengend. Eine ziemlich

Dr. Martin Pätzold (CDU) vor dem Plenarsaal des Deutschen Bundestages.
harte Arbeit. Ich finde: Jede Arbeit, egal
welche, sollte wertgeschätzt werden. Übrigens: Gut 250 Euro, die ich an diesem
Tag an der Kasse eingenommen habe,
hat Selgros für den Hospiz- und Palliativ-Dienst der Malteser gespendet. Ich
habe gesehen, wie vielfältig Lichtenberg
ist. Mein Ziel ist es, meine Neugierde zu
behalten und weiterhin mit offenen Augen durch den Bezirk zu gehen. Ich bin
auch schon mal mit der Polizei Streife
gefahren und war bei der Feuerwehr im
Einsatz. Jeder Termin ist für mich etwas
Besonderes.
Welche Erkenntnisse nehmen Sie aus den
Terminen vor Ort mit für Ihre parlamentarische Arbeit?
Viele! Als Mitglied im Ausschuss für
Arbeit und Soziales treffen wir ja umfassende Entscheidungen, deren Auswirkungen ich direkt vor Ort nachprüfen
kann. Mein Anspruch ist es daher auch,
das neue Lichtenberg positiv mitzugestalten. Und da habe ich als Bundestagsabgeordneter relativ viel Spielraum.
Nennen Sie uns doch mal einige Beispiele.
Spontan fällt mir das Thema Arbeit
ein. Als Angela Merkel 2005 Bundeskanzlerin wurde, lag die Arbeitslosenquote in Lichtenberg bei 17,3 Prozent.
Das waren gut 25.000 Menschen ohne
Job. Inzwischen beträgt die Quote rund
9,5 Prozent, was umgerechnet rund
14.000 Erwerbslosen entspricht. Ich führe dies auch auf eine gute Bundespolitik
zurück. Vor Ort stehe ich in engem Kontakt zu den verschiedenen Akteuren im
Bezirk. Ich sage: Arbeit ist nicht nur da,

FOTO: MARCEL GÄDING

um seinen Lebensunterhalt zu verdienen. Arbeit dient auch der gesellschaftlichen Teilhabe. Auf Bundesebene habe
ich mich auch für die Mütterrente engagiert, weil ich denke, dass es wichtig ist,
die Erziehungsleistung der Frauen anzuerkennen. Als Bundestagsabgeordnete
können wir für viele Dinge die Rahmenbedingungen schaffen.

tagswahl würdigen, in dem sie mir ihre
Stimme geben. Ich habe ganz klar das
Ziel, in Lichtenberg das Direktmandat
zu holen. 

Das Gespräch führte Marcel Gäding.

Bis zur nächsten Bundestagswahl sind noch
gut zwei Jahre. Wie sieht Ihre Zwischenbilanz aus?
Bisher habe ich acht Reden gehalten,
die meisten vollkommen frei ohne ausformuliertes Redemanuskript. Mir ist
es gelungen, gemeinsam mit unserem
Fraktionsvorsitzenden Volker Kauder
137.000 Euro für die Sanierung der
Koptischen Kirche aus dem Bundeshaushalt zu erhalten und Bundesmittel
für den Verein „Publicata“ zu akquirieren. Besonders stolz bin ich darauf, dass
wir es im Bund geschafft haben, keine
neuen Schulden zu machen. Gern hätte
ich, auch in Verantwortung für die nach
uns folgenden Generationen einst aufgenommene Schulden getilgt. Seit ich Bundestagsabgeordneter bin, haben mich
3.300 Menschen aus dem Wahlkreis
hier im Bundestag besucht und sind mit
mir ins Gespräch gekommen. Mir ist es
wichtig, für die Leute da zu sein.

Einer von hier: Martin Pätzold wurde
1984 in Moskau geboren, wuchs jedoch
in Hohenschönhausen auf. Er machte dort
2004 sein Abitur am Barnim-Gymnasium.

Wo möchten Sie am Ende der Legislaturperiode stehen?
Schöne wäre es, wenn die Menschen
sagen würden, dass der Pätzold etwas
für Lichtenberg bewegt hat und mein
Engagement bei der nächsten Bundes-

In den Ausschüssen aktiv: Als Mitglied
des Deutschen Bundestages ist Martin
Pätzold in den Ausschüssen Arbeit und
Soziales sowie für die Angelegenheiten
der Europäischen Union aktiv.

Infos: www.martinpaetzold.de

Sechs Fakten über
Dr. Martin Pätzold

Politisch von Anfang an: Mit 18 Jahren
tritt Martin Pätzold in die CDU ein. 2007
wird er Ortsvorsitzender von Hohenschönhausen. Seit 2011 ist er Kreisvorsitzender
von Lichtenberg
Sportlich seit der Jugend: Martin Pätzold
treibt gerne Sport, darunter Tischtennis.
Alle zwei Tage geht er joggen. Er ist zudem
Vize-Chef des Bezirkssportbundes.
Im Bundestag seit zwei Jahren: 2013 zog
der inzwischen promovierte Wirtschaftswissenschaftler Martin Pätzold über die
Landesliste in den Deutschen Bundestag.
Engagiert im Bezirk: Pätzold sammelt
regelmäßig Kleidung und Essen für Hilfsbedürftige und engagiert sich in Vereinen,
unter anderem im TuS Hohenschönhausen.

Vital
& gesund
Schnelle Hilfe bei
Fieber und Schnupfen

Sonnenbrand mit
Schwarztee behandeln

Ob Schnupfen oder Fieber – gut, wenn
die Hausapotheke dann aufgefüllt ist.
Nach Auskunft des Apothekenmagazins
„Baby und Familie“ gehört folgendes in
die Hausapotheke: Ibuprofen und Paracetamol, abschwellende Nasentropfen,
ein pflanzliches Hustenmittel, Elektrolyte, Fieberthermometer, zwei Coolpacks,
Zeckenkarte und Splitterpinzette, Wunddesinfektionsspray,
Wundheilsalbe,
Pflaster und Verbandmaterial, Gel mit
pflanzlichen Wirkstoffen gegen Sonnenbrand und Insektenstiche, Arnikasalbe
für blaue Flecke. (ots)

Ein Sonnenbrand unterscheidet sich
nicht wesentlich von einer Verbrennung,
die man sich am Herd zuzieht. „Auch bei
Verbrennungen durch die Sonne wirkt
alles lindernd, was die Haut kühlt und
anfeuchtet. Zum Beispiel Umschläge mit
Wasser oder kaltem Schwarztee“, erklärt
Dr. Birgit Kunze, Hautärztin in Hamburg, im Apothekenmagazin „Diabetes
Ratgeber“. Für die örtliche Behandlung
rät sie zu rezeptfreien Gels und Cremes
mit Hydrocortison. „Zum Einnehmen
kommen Ibuprofen, Paracetamol oder
Acetylsalicylsäure (ASS) infrage.“ (ots)

Abnehmen mit Genuss
Anzeige

Sport und Spaß für jedes Alter

S

Verein Kietz für Kids-Freizeitsport e.V.:
Kurse von Aerobic bis Warmwassergymnastik

port ohne Leistungsdruck, mit viel
Spaß für Menschen jeder Altersgruppe: Das bietet der Verein Kietz
für Kids-Freizeitsport e.V. Qualifizierte und
engagierte Übungsleiter betreuen die
Sportgruppen. Interessierte können zunächst einmal ein kostenloses Probetraining absolvieren.
Sport ist gesund und hält fit. Doch
anonyme Fitnessstudios sind nicht Jedermanns Sache. Der Kietz für Kids-Freizeitsport e.V. hat daher Sportkurse entwickelt, die von Anfang an fachmännisch
betreut werden und bei denen auch der
Spaß nicht zu kurz kommt. Die Abteilung
Freizeitsport organisiert unter anderem
Badminton (Di., 19-21 Uhr, Degnerstraße 71-77, 13053 Berlin, und Do 19-22
Uhr, Falkenberger Chaussee 160, 13057
Berlin). Im Pia Olymp, Am Berl 25, 13051
Berlin, werden montags von 20 bis 21.30
Uhr und mittwochs von 19 bis 20.30 Uhr
Kurse wie Aerobic oder Zumba gegeben.
Der Schwerpunkt der Abteilung Synigia
vital und gesund liegt auf dem Rehabilitationssport und dem Funktionstraining.
Es gibt Sportgruppen für Cardio-Fitness,
Herzsport, Herz-Kreislauftraining, Behindertensport, Osteoporosegymnastik,
Warmwassergymnastik, Wirbelsäulen-

gymnastik und Sportkurse nach einer
Krebserkrankung. Präventive Wirbelsäulengymnastik, Thai Chi, Seniorensport
und Schwimmen im warmen Wasser werden im Rahmen des Gesundheitssports
angeboten. Die Warmwassergymnastik
und das Schwimmen finden in der Parkklinik Weißensee, in der Residenz Weißer
See sowie in der Carl von Linné-Schule
statt. Die Trockengymnastik findet Zum
Hechtgraben 1, 13051 Berlin, sowie im
Sana Klinikum statt. Interessenten erhalten vorab eine kostenlose Beratung. Als
Kursleiter stehen Sport- und Physiotherapeuten zur Verfügung. Zielgruppe sind
Menschen ab 45 Jahren, die ihre Gesundheit aktiv erhalten wollen und Sport in der
Gemeinschaft lieben.

Kietz für Kids-Freizeitsport e.V.
Abtl. Freizeitsport
Abtl. Synigia vital und gesund
Zum Hechtgraben 1, 13051 Berlin
Tel. (030) 9 20 11 05
Mail: info@synigia.de
Web: www.synigia.de

Abnehmen mit einer an deutsche Vorlieben angepassten Mittelmeerküche funktioniert. Das zeigt eine aktuelle Studie des Instituts für Ernährungspsychologie an der
Universitätsmedizin Göttingen. Mit dem AOK-Ernährungsprogramm „Abnehmen
mit Genuss“ lässt sich eine modifizierte Mittelmeerkost ganz einfach umsetzen. Olivenöl statt Butter, Fisch statt rotem Fleisch, viel Gemüse, Obst und Nüsse – das ist
der Kern der Mittelmeerdiät, die seit 2010 sogar Weltkulturerbe ist. Übergewichtige
können mit dieser gesunden Ernährungsweise erfolgreich abnehmen. Das zeigen verschiedene Studien. (ots)

#Gesundheit
#Pflege
#Wellness
#Sport

Bier und Fleisch besser nur in Maßen genießen

D

GICHT-GEFAHR: Gegrilltes enthält Purine, die im Körper zu Harnsäure abgebaut werden

er Geruch von frisch Gegrilltem
erfüllt die Luft, fröhliches Gelächter dringt von den Balkonen, dazu hin und wieder das Ploppen
von Bierflaschen – ganz klar: Sommerzeit ist Grillzeit. Denn was gibt es Schöneres, als mit Familie oder Freunden im
Grünen um den Grill zusammenzukommen und dabei dem goldenen Gerstensaft zu frönen? Schließlich gehören Bier
und Grillen für viele unweigerlich zusammen. Jedoch folgt in der Nacht dann
oft das böse Erwachen: Als Folge von zu
viel Fleisch und Bier kann nämlich ein
schmerzhafter Gichtanfall drohen.
Ob Bratwurst, Steak oder Speck - auf
den meisten Grills landet noch immer
Fleisch. Und während der Rollbraten oft
auch noch eine Bierdusche erhält, damit
die Kruste besonders lecker wird, wird
dazu auch das ein oder andere Bier getrunken. Doch viele wissen nicht, dass
Anzeige

M

sie damit zu viele Purine zu sich nehmen. Warum das so gefährlich ist? Purine aus der Nahrung werden im Körper
zu Harnsäure abgebaut. Das bedeutet,
dass der Harnsäurespiegel nach dem
Genuss von purinreichen Nahrungsmitteln in die Höhe schießen kann. So kommen bei einem Grillabend mit drei Hefeweizen über den Abend verteilt, zwei
Bratwürsten mit Ketchup, einem Steak
und etwas Nudelsalat beispielsweise fast
1.150 mg Harnsäure zusammen. Dabei
sollten Gicht-Patienten täglich nicht
mehr als 500 mg Harnsäure über die
Nahrung zu sich nehmen.
So ist es nicht verwunderlich, dass
Gicht-Patienten häufig noch am selben
Abend einen schmerzhaften Gichtanfall
erleiden. Schließlich ist ihr Harnsäurespiegel ohnehin dauerhaft erhöht und
steigt durch die falsche Ernährung zusätzlich an.

Anzeige

Bier ist übrigens nicht nur wegen der
Purine keine gute Wahl für Gicht-Patienten. Der darin enthaltene Alkohol hat
ebenfalls einen negativen Einfluss auf
den Harnsäurespiegel, weil er die Ausscheidung der Harnsäure über die Nieren vermindert. Wer jetzt jedoch denkt,
dass die alkoholfreie Variante die richtige Wahl ist, der irrt: Während ein halber
Liter normales Bier mit durchschnittlich 20 mg Purinen aufwartet, enthält

die gleiche Menge in der alkoholfreien
Variante immer noch im Schnitt 15 mg.
Wer das auch beim Grillen beherzigt,
muss sich nicht in Verzicht üben. So
kann eine kleinere Menge Fleisch zum
Beispiel durch gegrillten Fetakäse oder
eine Folienkartoffel ergänzt werden. Die
vegetarischen Äquivalente, wie gegrillte
Maiskolben oder Gemüsespieße, sind
ebenfalls eine leckere und purinarme
Alternative.
Wer seinen Harnsäurespiegel das ganze Jahr über unter dem Zielwert von 6
mg/dl bzw. 360 µmol/l hält und sich purin- und fruktosearm ernährt, kann auch
im Sommer mal der Grillsaison frönen.
Allerdings sollten Gicht-Patienten auf
die Portionsgrößen achten, purinarme
Beilagen essen und beim Grillen nicht
zu Alkohol und Softdrinks greifen.
Dann hat der gemütliche Grillabend
auch kein böses Nachspiel. (ots.)
Anzeige

Hilfe für pflegende Angehörige
Im KEH werden Kurse zur Pflege in Familien angeboten

it der zunehmenden Zahl älterer
Menschen in Deutschland gibt es
auch immer mehr Patienten, die
nach dem Krankenhausaufenthalt pflegerische
Hilfe benötigen – ob zeitweilig oder dauerhaft.
Wer einen pflegebedürftigen Angehörigen betreut, sollte zum Schutz gegen Überlastung
professionelle Techniken und psychisch-soziale Zusammenhänge kennen.

Evangelisches Krankenhaus Königin
Elisabeth Herzberge gGmbH
Herzbergstraße 79, 10365 Berlin

PfiFf – Pflege in Familien fördern
Deshalb richtet sich das Programm „Pflege in Familien fördern“ – kurz PfiFf – an
Angehörige, die z.B. Patienten nach einem
Krankenhausaufenthalt zu Hause pflegen, versorgen und begleiten. Ziel des Programms ist
die Schulung und Anleitung, um für die Pflegetätigkeit zu qualifizieren und die pflegenden
Angehörigen in ihrer Lebenssituation zu unterstützen und zu stärken.
PfiFf ist ein Angebot, das durch das Evangelische Krankenhaus Königin Elisabeth
Herzberge (KEH) in Zusammenarbeit mit der
AOK Nordost – Die Gesundheitskasse und
unterstützt durch »Pflege in Not« und Alzheimer-Gesellschaften entwickelt wurde. Die
Teilnahme ist kostenlos und kann unabhängig
von der Krankenkassenzugehörigkeit in Anspruch genommen werden.
Pflegeanleitungen am Krankenbett
Angehörige, die entscheiden möchten, ob
sie die Pflege ihres Angehörigen übernehmen
können, erhalten mit PfiFf neben pflegerischem Fachwissen, Tipps und Hilfestellungen
zugleich Sicherheit im Umgang mit dem Erkrankten und zur Erleichterung der Alltags-

gestaltung. Pflegende Angehörige bekommen
Unterstützung bei der Bewältigung der Pflegeaufgaben in der Familie, gegebenenfalls
unter Hinzuziehung anderer Hilfsangebote,
wie z.B. von Pflegediensten, Ehrenamt oder
Selbsthilfegruppen.
Die Pflegeanleitungen werden auf die jeweils individuelle Situation abgestimmt. Mit
praktischen Übungen am Krankenbett wird
erlernt, wie Personen mit wenig Kraftanstrengung rückenschonend bewegt und mobilisiert
werden können. Die Teilnehmer erfahren viel
über spezielle Körperpflege und wie sie zusätzliche Erkrankungen vermeiden bzw. rechtzeitig erkennen können.
Nur wer sich auch selbst etwas Gutes tut,
bleibt belastbar, um Anderen helfen zu können. Die Pflegekurse bieten Informationen zur
Vorbeugung von Überlastungen, vermitteln,
auf welche Weise der Rücken geschont werden kann, und geben Anregungen, wie man
mit Entspannungsübungen vom täglichen
Stress loslässt. Nach der Teilnahme sollen Sie
sich entlastet und gestärkt fühlen.

Pflegekurse im Krankenhaus
Die Kurse richten sich sowohl an Angehörige als auch an alle Beteiligten, die sich für eine
Übernahme der Pflege entschieden haben, und
interessierte Personen, die sich auf eine eventuelle Pflegesituation vorbereiten wollen.

Der Pflegekurs findet jeweils samstags in der
Krankenpflegeschule des KEH, Herzbergstraße 79, statt. Er beginnt um 9.00 Uhr und endet
(mit Pausen) gegen 17.00 Uhr.
Die weiteren Termine im Jahr 2015
26. September
24. Oktober
14. November
12. Dezember
Bei Interesse wenden Sie sich bitte an:
Susanne Lichtenberger/Kati Bauer
Telefon: (030) 54 72-21 10
(Termine über das Sekretariat der Pflegedirektion)

IHRE GESUNDHEIT IST BEI
UNS IN GUTEN HÄNDEN!
Gefäßzentrum Berlin
Angiologie/Kardiologie/Diabetologie
Telefon: (030) 54 72 - 37 01
Gefäßchirurgie
Telefon: (030) 54 72 - 47 01
Geriatrie
Telefon: (030) 54 72 - 56 01
Orthopädie/ Unfallchirurgie
Telefon: (030) 54 72 - 34 02
Chirurgie
Telefon: (030) 54 72 - 30 20
Urologie
Telefon: (030) 54 72 - 46 01
www.keh-berlin.de

8

Bezirks-Sport

August 2015 | Bezirks-Journal Lichtenberg/ Hohenschönhausen

Ein Aufstieg, am besten in dieser Saison
FUSSBALL: Thomas Stratos möchte mit dem BFC Dynamo schnell in die Dritte Liga.
Dafür will er auch die Erfahrungen nutzen, die er einst als Spieler sammeln konnte.
von Benedikt Paetzholdt

T

homas Stratos nimmt den Ball
auf, dreht sich leicht um die eigene Achse, spielt ihn zum Mitspieler. Während des Trainings im Stadion
des BFC Dynamo im Sportforum Hohenschönhausen fällt schnell auf, dass
er kein Trainer ist, der sich vor allem
als Beobachter versteht. Der 48-Jährige
Grieche will selbst erleben, was er von
seiner Mannschaft verlangt.„Ich erkenne
so sehr viel mehr“, sagt er, „und ich glaube, dass ich so auch glaubwürdiger bin“.
Aufgrund seiner Vita sollte Stratos
ohnehin keine Probleme haben, bei den
Spielern anzukommen. 129-mal spielte er in der Fußball-Bundesliga für den
Hamburger SV und Arminia Bielefeld.
Vor allem in Bielefeld genießt er noch
heute Heldenstatus, weil er Teil des
Mannschaftskerns war, der die Mannschaft einst von der Regionalliga ins
Oberhaus führte.
Einen ähnlichen Coup mit dem BFC
Dynamo zu erwarten, wäre zu vermessen. Zumal die Regionalliga damals die
dritt- und heute die vierthöchste Spielklasse ist. Einen Aufstieg peilt Stratos,
der das Team in der vergangenen Saison
von Volkan Uluc übernommen hat, dennoch an – bestenfalls schon in dieser Saison. „Im Sport musst du immer der Beste
sein wollen, sonst erreichst du nichts“,
lautet seine Devise.
Wie schwierig die Umsetzung dieses
Projekts werden kann, zeigte sich gleich
zum Auftakt dieser neuen Regionalliga-Saison. Im heimischen FriedrichLudwig-Jahn-Sportpark setzte es eine
empfindliche 0:3-Heimpleite gegen den
FSV Zwickau, der ebenfalls aufsteigen
will. „Die haben uns den Schneid abgekauft“, sagt Stratos. Deutlich besser sah
es dann beim 6:2 gegen Halberstadt aus.

Thomas Stratos am Spielfeldrand. Er ist nicht nur Beobachter.
Gerne hätte man diesen Schwung dann
auch in die erste Runde des DFB-Pokals
genommen. Die Berliner mussten aber
einsehen, dass das Zweitligateam FSV
Frankfurt eine Nummer zu groß war, das
Spiel ging 0:2 verloren.
Kleinere Rückschläge werden auch in
den kommenden Wochen nicht ausbleiben. Das gehört zu einer jungen Mannschaft, die sich noch entwickelt, dazu.
„Ich habe in meinem Leben schon viele talentierte Fußballer gesehen“, sagt
Stratos. Man wisse aber nie, wie ein
Sportler den Trubel des Fußballgeschäfts
mental verarbeitet. Das aber entscheide

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FOTO: PATRICK SKRZPEK

oft über die weitere Karriere, weiß der
BFC-Coach. „Einen Sieger erkennst du
oft schon, bevor es losgeht. Das ist im
Fußball nicht anders als im 100-MeterLauf.“
Anders als in der vergangenen Saison konnte Stratos in dieser Saison mitentscheiden, welche Spieler zum Kader
gehören. Sich Leute in die Mannschaft
holen, die seiner fußballerischen Auffassung entsprechen. Insgesamt elf Neue
sind zum BFC gekommen. „Das ist im
Fußball völlig normal, dass du immer
hier und da was unternehmen musst“,
weiß Stratos. Schließlich gehe es darum,

mit jedem Spieler ein paar Prozent zu
werden.
Um die Liga als Erster abzuschließen,
braucht es gewiss noch einige Prozent
mehr. Fünf bis sechs Mannschaften dürften ernsthafte Ambitionen darauf haben.
Die Vision Drittel Liga ist dennoch sehr
präsent. Zum einen, weil sich dort gleich
acht Mannschaften tummeln, die schon
zur DDR-Oberliga gehörten. „Spiele gegen Dresden oder Magdeburg wären für
die Fans schon was Besonderes“, sagt
Kapitän Björn Brunnemann.
Für Stratos ist diese Nostalgie nicht
ausschlaggebend. Vor seinem Engagement beim BFC Dynamo hatte er nicht
allzu viele Berührungspunkte mit dem
ostdeutschen Fußball. Duelle mit den
einstigen Rivalen würde er sich vor allem
aus einem anderen Grund wünschen.
„Derbys sind immer geile Spannung, da
herrscht eine besondere Spannung auf
dem Platz.“
Dass sich diese Spannung negativ entlädt, fürchtet er nicht. Vielmehr empfindet er die Stimmung in Berlin als weitaus
friedfertiger als an manchem Standort,
wo er selbst einst gekickt hat. „Man darf
gar nicht sagen, mit welchen Worten wir
zum Beispiel in Saarbrücken beschimpft
wurden“, sagt Stratos. Den Umgang mit
den Spielern in Berlin nimmt er als sehr
viel respektvoller wahr. Dass sich hin und
wieder Mal ein Fan daneben benimmt,
komme zudem in jedem Verein vor.
Überhaupt ist Stratos mit seiner neuen Heimat sehr schnell warmgeworden.
Nachdem er zuvor in kleineren Städten
wie Regensburg oder Wiedenbrück trainiert hatte, musste er sich hier anfangs
schon umstellen. „Für die Wege hier
braucht man schon mehr Zeit.“ Als Privatmann kann sich Stratos diese hin und
wieder nehmen. Als Übungsleiter des
BFC Dynamo hingegen kann es ihm gar
nicht schnell genug nach oben gehen.

Glückliche Gewinner

So sehen Gewinner aus: Anlässlich der Eröffnung von EDEKA im Hansa-Center wurden unter den ersten Kunden Preise im Gesamtwert von 5.000 Euro verlost. Marktleiter Frank Krähling (3. von links) übergab die Gewinne kürzlich. Das E-Center eröffnete am 16. Juli und wird gut von den Kunden angenommen. Im Center fanden 95
Menschen einen neuen Job. 
Foto: Falko Hoffmann

Bezirks-Journal Lichtenberg/ Hohenschönhausen |August 2015

MUSIK & KONZERT

Bilder und Musik: Die Journalistin Christine
Dähn eröffnet am 17. August um 18 Uhr
ihre Ausstellung mit farblich intensiven
Acrylbildern. Anschließend stellt Thomas
Natschinski seine neue CD vor und spielt live.
Eintritt 4, erm. 3 Euro. Ort: Anton-SaefkowBibliothek, Anton-Saefkow-Platz 14, 10369
Berlin, Telefon (030) 902 96 37 90
Rokoko-Fest: Zum sechsten Mal findet rund
um das Schloss Friedrichsfelde das RokokoFest statt. Das „Kostümfest der Extraklasse“
(Veranstalter) wird am 22./23. August jeweils
von 10 bis 17 Uhr gefeiert. Ein Schlossmarkt,
Konzerte im und um das Schloss, historische
Tänze und viele andere Überraschungen sind
garantiert. Eintritt: regulärer Tierparkeintritt.
Ort: Schloss Friedrichsfelde, Am Tierpark,
10319 Berlin. Am 22. August zusätzlich
Schlossfest, ab 20 Uhr, mit Tanz. Karten: 37
Euro. Infos unter Tel. (030) 51 53 14 07.

MALEREI/ FOTOGRAFIE

JuKs feiert HSH 30: Die Jugendkunstschule
Lichtenberg präsentiert zum 30-jährigen
Hohenschönhauser Bestehen Bilder aus ihren
Kursen. Kinder und Jugendliche dokumentieren in den Arbeiten ihren speziellen Blick
auf diesen Stadtteil. Zu sehen sind die Werke
bis zum 29. August in der Anna-SeghersBibliothek im Linden-Center, Prerower Platz
2, 13051 Berlin. Öffnungszeiten: Mo, Di, Do,
Fr 9-20 Uhr; Mi 13-20 Uhr, Sa 9-16 Uhr.
Landschaftsimpressionen: Aquarelle, Pastelle und Seidenbilder der Künstlerin Carola
Frentrup sind noch bis zum 5. Oktober in der
Galerie der Cafeteria im Park zu sehen. Ort:
Haus 24, Evangelisches Krankenhaus Königin
Elisabeth Herzberge, Herzbergstraße 79,
10365 Berlin.
Anonymus oder bewegte Ruhe: Ausstellung
von Margit Grüger und Niels Unbehagen. Die
beiden Künstler stellen bis zum 28. August
Malerei, Grafik, Plastik und Assemblagen
aus. Öffnungszeiten: Mo-Fr 10-18 Uhr. Ort:
rk-Galerie für zeitgenössische Kunst im

13

THEATERPARCOURS

Hoher Salon: „Hinode: der Sonnenaufgang“
ist das Motto dieser Veranstaltung am 21.
August um 19.30 Uhr. Im Mittelpunkt des
interkulturellen Salonabends mit Musik, bildender Kunst und Kulinarischem, durch den
Alina Martirosjan-Pätzold führt, steht diesmal Japan mit seiner bezaubernden Kultur.
Zu Gast ist das japanische Vokal-Ensemble
„Sakura“ unter Leitung von Kazuhiro Shigematsu (Dirigent und Klavier). Im Programm
sind vierstimmig gesungene japanische
Lieder, solistische Darbietungen, A Cappella
und in Begleitung von Klavier, Koto sowie

Shamisen. Frau Dr. Terue Mizonobe-Schulze
wird dazu über Land und Leute erzählen.
Original-Kaligraphien werden ausgestellt und
sind auch käuflich zu erwerben. Kulinarische
Spezialitäten aus Japan stimmen auf den
Abend ein. Vorbestellungen der Karten zum
Preis von 18 Euro unter der Telefonnummer
553 22 76. Ort: Humboldt-Haus, Warnitzer
Str. 13, 13057 Berlin.

Bezirks-Kulturkalender

Der Landschaftspark Herzberge wird am 29. August ab 18 Uhr zu einer Theaterkulisse. Das Theater Ju Li Me zeigt das Tanztheaterstück Undine. Dabei gehen die Zuschauer durch den Theaterparcours. Regie führt Juliane Meyerhoff. Karten kosten 18, erm.
12 Euro und können unter Tel. (030) 54 72 24 24 bestellt werden. Treffpunkt: Museum Kesselhaus im Landschaftspark Herzberge,
Haus 29, Herzbergstraße 79, 10365 Berlin.
FOTO: BORIS HECZKO
Ratskeller Lichtenberg, Möllendorffstraße 6,
10367 Berlin
„NEU entdeckt“: Fotografien von Emil
Hypschmann aus Hohenschönhausen sind bis
zum 4. Oktober im Kulturhaus Karlshorst zu
sehen. Ort: Kulturhaus Karlshorst Treskowallee 112, 10318 Berlin, Tel. (030) 475 94 06 10.
Öffnungszeiten: Mo-Sa 11-19 Uhr, So 14-18
Uhr.
„In the Summertime“: Keramik und Malerei
von Beate Bendel, zu sehen bis 30. August.
Ort: Kulturhaus Karlshorst Treskowallee 112,
10318 Berlin, Tel. (030) 475 94 06 10. Öffnungszeiten: Mo-Sa 11-19 Uhr, So 14-18 Uhr.
„Andreas Kramer – Malerei und Holzschnitt“: Ausstellung in der Galerie 100.
Ausstellungsdauer: bis 23. September. Ort:
Galerie 100 und Kunstverleih, Konrad-WolfStraße 99, 13055 Berlin, Tel. (030) 971 11 03.
Öffnungszeiten: Di bis Fr 10-18 Uhr, So 14-18
Uhr.

KINO & FILM

Seniorenkino: „Da geht noch was“ lautet der
Titel des Films im Rahmen des Seniorenkinos
im Cinemotion Hohenschönhausen am 26.
August um 15 Uhr. Für Conrad gibt es nichts
Schlimmeres als Familienbesuche. Vor allem
sein Vater Carl ist nicht gern gesehener Gast,
weil er es ihm nie recht machen konnte. Als
der jedoch von seiner Frau Helene verlassen
wird und seinen Kummer kurzerhand in jeder
Menge Bier ertränkt, lässt sich Conrad überreden, vorübergehend bei ihm einzuziehen.
Ort: Wartenberger Str. 174, 13051 Berlin.
Eintritt: 4,50 Euro.
Berlin - Die Sinfonie der Großstadt:
Stummfilm mit Livemusik am 4. September um 19.30 Uhr. Der Film dokumentiert
detailgetreu einen Tagesablauf im Berlin der
1920er-Jahre. Die leeren Straßen am Morgen,
die Hektik des Tages und die Vergnügungen
des Abends. Der Film erzählt vom Rhythmus
der Großstadt mit all ihren Kontrasten. Live
begleitet am Klavier von Filmkomponist Peter
Gotthardt. Er komponierte mehr als 500
Filmmusiken für Dokumentar- und Spielfilme und arbeitete mit namhaften DEFARegisseuren zusammen. Eintritt: 6 Euro. Ort:
Humboldt-Haus, Warnitzer Str. 13, 13057

LESUNG/ FÜHRUNG

Luftschiffe über Karlshorst: Geführter
Stadtspaziergang mit Wolfgang Schneider
vom Verein Geschichtsfreunde Karlshorst
am 29. August um 11 Uhr. Treffpunkt ist der
Platz vor dem Deutsch-Russischen Museum
in der Zwieseler Straße. Die Teilnahme kostet
3 Euro.

KULTURKALENDER

„Steine Schlacke Beton“: Ausstellung über
Neues Bauen in Lichtenberg. Baustoffe und
Bauweisen haben mit dem Beginn der Industrialisierung das Bild der Stadt verändert.
Durch die rasante Entwicklung als Industriestadt und Wohnort einer stetig wachsenden
Bevölkerung beherbergt Berlin-Lichtenberg
innovative und richtungsweisende Bauwerke
aus zwei Jahrhunderten. Diese und andere, innovativen Ideen folgende Bauten und Bauweisen werden erstmals in einem Zusammenhang
dargestellt. Zu sehen bis 28. Februar 2016.
Öffnungszeiten: Di-Fr 11-18 Uhr, So 11-18
Uhr. Ort: Museum Lichtenberg im Stadthaus,
Türrschmidtstr. 24, 10317 Berlin.

Kontakt zur Kulturredaktion:
kultur@bezirks-journal.de

VORTRÄGE/ GESPRÄCH

Zurück im DDR-Fernsehen: Klaus Feldmann war einer der bekanntesten Fernsehgesichter der DDR, unter anderem wegen seiner
Tätigkeit als Nachrichtensprecher der Aktuellen Kamera. Am 26. August ist Feldmann
um 19 Uhr zu Gast in der Anna-SeghersBibliothek. Er präsentiert Geschichten und
Gedichte aus dem Eulenspiegel-Verlagshaus
zum Thema „Fernsehen“. Eintritt 4, ermäßigt
3 Euro. Ort: Prerower Platz 2, 13051 Berlin.
Baumeister und Gartenkünstler: Wirken
und Schaffen der auf dem Zentralfriedhof in
Friedrichsfelde bestatteten Baumeister und
Gartenkünstler stehen im Mittelpunkt einer
Führung am 23. August um 14 Uhr. Kosten:
4, erm. 2 Euro. Treffpunkt ist der Haupteingang zum Zentralfriedhof, Gudrunstraße 20,
10365 Berlin.



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IMPRESSUM
Bezirks-Journal

Unabhängige Monatszeitung für
die Berliner Bezirke. In Kooperation mit
www.lichtenbergmarzahnplus.de

Das Bezirks-Journal erscheint einmal im Monat kostenlos
und liegt derzeit an ca. 300 Orten in den Bezirken Lichtenberg sowie Marzahn-Hellersdorf zur Mitnahme aus. Die
Zeitung finanziert sich ausschließlich durch Werbung.
Herausgeber/ Chefredakteur:
Marcel Gäding (V.i.S.d.P.)
Verlag:
Medienbüro Gäding | Marcel Gäding
Josef-Orlopp-Straße 54 | 10365 Berlin
Telefon: 030 55 49 96 56
Telefax: 030 55 49 43 69
E-Mail: redaktion@bezirks-journal.de
Internet: www.bezirks-journal.de
Facebook: www.facebook.com/bezirksjournalberlin
Twitter: www.twitter.com/bezirks_journal
Redaktion & Internet:
Marcel Gäding (Ltg.),
freie Mitarbeit: Steffi Bey, Benedikt Paetzholdt
Anzeigen & Werbung:
Falko Hoffmann, Lutz Neumann
Tel. 030 55 49-96 55/ -43 60
E-Mail: anzeigen@bezirks-journal.de
Vertrieb & Verteilung:
Detlef Matzki, Eckhard Kietzmann
E-Mail: vertrieb@bezirks-journal.de
Druck:
BVZ Berliner Zeitungsdruck
Am Wasserwerk 11, 10365 Berlin

Mitglied im
Deutschen Journalistenverband e.V.
Wirtschaftskreis Hohenschönhausen-Lichtenberg e.V.
Bundesverband mittelständische Wirtschaft e.V.
Gesamtauflage: 100.000 Exemplare
Es gilt die Anzeigenpreisliste Nr. 2/2014.
Das nächste Bezirks-Journal erscheint am 10.9.2015

Weiterbildung

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Lange Nacht
der Ausbildung

Laut Statistik der Bundesagentur
für Arbeit sind Anfang August noch
5.567 Ausbildungsplätze in Berlin
unbesetzt. Zu den beliebtesten Ausbildungsberufen gehörten in den letzten
Jahren Fachinformatiker, Mechatroniker, Kaufmann für Büromanagement,
Hotelfachmann oder auch Kaufmann
im Einzelhandel – für alle gibt es momentan noch offene Stellen in Berlin.
Am 9. und 10. September veranstaltet
die IHK Berlin gemeinsam mit der
Handwerkskammer und der Agentur
für Arbeit in der Zeit von 10 bis 17
Uhr in den STATION-Hallen am
Gleisdreieck (Luckenwalder Straße
4-6, 10963 Berlin) die LASTMinuteBörse für Ausbildungsplätze. Die
Agentur für Arbeit lädt alle in Berlin
noch suchend gemeldete Jugendliche
ein, sich dort beraten zu lassen und
vor Ort Kontakte zu Unternehmen zu
knüpfen. Unternehmen können sich
ab sofort unter www.ihk-berlin.de/
lastminuteboerse für eine Teilnahme
anmelden. (bzj./ihk)

Mehr als 30 Unternehmen aus der
Region werden sich an der „Langen
Nacht der Ausbildung“ beteiligen,
die am 16. September in der Zeit von
16 bis 22 Uhr auf dem Gelände der
Alten Börse stattfindet. Sie wollen den
angehenden Schulabgängern Einblicke in ihre Berufspraxis gewähren
und Ausbildungsberufe vorstellen.
Darunter werden unter anderem Feuerwehr, Polizei, Bundeswehr, Vivantes
Ausbildungszentrum, Holiday Inn,
Dämmisol, Kluwe, Kapella, Rederei
Riedel, Plischka, Hornbach und Pro
Seniore vertreten sein. Ein kulturelles Rahmenprogramm mit Bands
und einem Wettbewerb rundet die
Veranstaltung ab. Die ortsansässige
Gastronomie sorgt für das leibliche
Wohl der Gäste. Die Lange N8 der
Ausbildung ist ein Projekt des Regionalen Ausbildungsverbundes (RAV)
Marzahn-Hellersdorf und wird vom
seinem Leitbetrieb, der ABU gGmbH,
organisiert. (bzj.)

Infos: www.lange-n8.de

Jobcenter Berlin Lichtenberg

Weiterbildung mit Qualifizierungsbegleitern
Weiterbildung gehört zum Arbeitsleben dazu. Sei es, um beruflich
weiter zu kommen oder auch, um
im Arbeitsprozess wieder Fuß fassen zu können. Jedoch ist es nicht
immer einfach, sich weiterzubilden.
Gerade wenn man für einen längeren Zeitraum dem Berufsalltag fern
bleiben musste, zum Beispiel durch
persönliche Veränderungen, wie Familienplanung oder durch soziale Umbrüche. Dann fällt es mitunter nicht
leicht, den Alltag neu zu organisieren
und auch das Lernen ist manchmal
eine große Herausforderung, die
gemeistert werden will.
Es stellt sich die Frage, wie den
Lernenden geholfen werden kann!
Das Jobcenter Berlin Lichtenberg
verfügt seit Juni vergangenen Jahres
über ein in Berlin bisher einzigartiges
Team, welches Menschen, die sich
in einer sechsmonatigen oder länger
währenden Weiterbildung befinden,
speziell betreut. Die Besonderheit
dieses Angebotes besteht darin, dass
jedem Weiterbildungsteilnehmer des
Jobcenters Berlin Lichtenberg ein

direkter Ansprechpartner – ein sogenannter Qualifizierungsbegleiter – zur
Seite gestellt wird.
Die vier Qualifizierungsbegleiter fungieren als eine Art Mediator zwischen
den Teilnehmenden, den Bildungsträgern und den Arbeitsvermittlern. Ihre
Aufgabe besteht darin, die Teilnehmer
während ihrer Weiterbildung mit zu
betreuen, um Schwierigkeiten frühzeitig zu erkennen, zu besprechen und
diesen entgegenzuwirken. Spricht ein
Teilnehmer beispielsweise schulische
Defizite an oder wird dies vom Träger
gemeldet, dann werden die Qualifizierungsbegleiter aktiviert. Sie sprechen
mit den Bildungsträgern und erarbeiten schnellstmöglich eine Lösung!
Dies kann z. B. Stützunterricht oder
auch ein Sechs-Augen-Gespräch
aller Beteiligten sein.
Ebenso können sie Hilfestellung für
den privaten Bereich geben. Hier
unterstützen sie die Teilnehmer bei
Angelegenheiten, die das Jobcenter betreffen oder sogar darüber
hinausgehen z. B. Vermittlung zur
Schuldnerberatung, Kontakt zum
Jugendamt, Unterstützung bei der

Jobcenter Berlin Lichtenberg
Gotlindestraße 93 | 10365 Berlin
Tel. (030) 5555 88 2222

Wohnungssuche etc.
Zurzeit betreuen die Qualifizierungsbegleiter 603 Teilnehmer bei 150
Bildungsträgern. Die Qualifizierungsbegleiter treffen die Teilnehmer für
gewöhnlich bei den Bildungsträgern,
die über ganz Berlin und in den
Randgebieten verteilt sind. Vorteil:
den Teilnehmenden geht keine Qualifizierungszeit verloren, da sie ihre
Anliegen vor Ort vorbringen können
und eine zusätzliche Vorsprache im
Jobcenter nicht notwendig wird.
Aber auch Hausbesuche sind möglich, etwa wenn größere Probleme
auftreten und weiterführende Unterstützung vonnöten ist.
Die Qualifizierungsbegleiter haben
einen sehr engen und vertrauensvollen Kontakt zu ihren Kunden, es
kommt sogar vor, dass sie mit ihnen
im wöchentlichen Turnus miteinander
kommunizieren.
Vorbeugend werden alle Maßnahmen
ergriffen, um einen Abbruch zu verhindern und um einen erfolgreichen
Abschluss zu gewährleisten.
Dabei ist auch eine schnelle Erreichbarkeit wichtig. Ein Direktkontakt

zu den Qualifizierungsbegleitern ist
jederzeit mit verschiedenen Medien
möglich.
Sollten die Kollegen einmal nicht erreicht werden – kein Problem - dann
erfolgt spätestens am nächsten Tag
ein Rückruf.

Wir sind für Sie da, damit Ihre
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INPA Berufsfachschule für Sozialassistenz

Ausbildung mit guten
Aussichten auf einen Job

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Sozialassistent/ -in und Altenpfleger/in: noch freie Plätze

A

n der INPA Berufsfachschule für
Sozialassistenz gibt es noch freie
Plätze für die Ausbildung zum/ zur
Sozialassistent/ -in: In kleinen Klassen
unterrichten praxiserfahrene Lehrkräfte
Schülerinnen und Schüler, die beruflich
gerne mit Menschen arbeiten möchten.
Sozialassistenten und Sozialassistentinnen unterstützen Erzieher/-innen und
Sozialpädagogen/ -innen sowie Pflegefachkräfte. Nach der erfolgreich abgeschlossenen Ausbildung können die Sozialassistenten und Sozialassistentinnen
beispielsweise in Einrichtungen für Kinder, für Menschen mit Behinderung oder
für alte und kranke Menschen arbeiten.
Die Ausbildung erstreckt sich über
zwei Jahre und beinhaltet neben der
Vermittlung praxisrelevanter Inhalte im
Unterricht auch Praxisphasen: In Einrichtungen der sozialen Pflege sollen
die Schülerinnen und Schüler berufliche
Erfahrungen sammeln und ihr Wissen
vor Ort einsetzen. Die Chancen, im Anschluss eine Festanstellung zu finden,
sind groß. Wer sich für die Ausbildung
zum Sozialassistent/ -in entscheidet, hat

zudem die Möglichkeit, den Mittleren
Schulabschluss (MSA) zu erwerben. Er
ist zusammen mit der Praxiserfahrung
Voraussetzung für die Ausbildung zur Erzieherin beziehungsweise zum Erzieher.
Das monatliche Schulgeld beträgt 100
Euro inkl. Aufnahme- und Prüfungsgebühren. Sofern die individuellen Voraussetzungen vorliegen, haben die Schülerinnen und Schüler auch Anspruch auf
eine BAföG-Förderung.
Interessenten können sich mit dem
Nachweis ihres Hauptschulabschlusses,
einem Lebenslauf, einer Beurteilung aus
dem Schulpraktikum, ggf. Praktikumsund Arbeitszeugnissen und zwei Lichtbildern direkt bei der INPA Berufsfachschule für Sozialassistenz, Eichenstraße 3 b,
12435 Berlin, bewerben. Vorabinformationen gibt es unter Tel. (030) 53 62 15
40 oder im Internet: www.inpa-berlin.de
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bei uns garantiert die neue Ausbildung
zum Altenpfleger/in! An der INPA gibt
es auch für diesen Bereich noch freie
Plätze, auf die man sich kurzfristig bewerben kann.

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anzugehen oder die lang geplante Weiterbildung in Angriff zu nehmen, bietet
sich am 3. September bei der Berliner
Bildungsmesse „Marktplatz Bildung“.
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Berlin am U-Bahnhof Weberwiese. Der
Eintritt ist frei!
Derzeit werden in allen Branchen
dringend Fachkräfte gesucht, darunter in der Pflege, in der Erziehung,
im technischen Bereich sowie der Verkehrs- und Logistikbranche.

Am Messetag erwartet Sie in der
„Hall of Jobs“ eine aktuelle Übersicht
zu aktuellen Stellen- und Ausbildungsplatzangeboten in der Hauptstadtre-

gion. Sie können sich aus der Vielzahl
von Angeboten diejenigen auswählen
und kopieren, die Ihnen am meisten zusagen. Neu ist das Jobdating, das wir
gemeinsam mit dem JOB POINT Berlin
organisieren. Sie können hier mit potentiellen Arbeitgebern verschiedener
Branchen sprechen. Bringen Sie am
besten gleich Ihre Bewerbungsunterlagen mit.
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berufliche Weiterbildung geben Ihnen
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über aktuelle Fördermöglichkeiten.
Das umfangreiche Messeprogramm
mit 40 Vorträgen spiegelt die breite Palette der beruflichen Herausforderungen
in der Hauptstadtregion. Die Medienstadt Berlin, die dynamisch wachsende
Tourismusbranche und interessanten
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16 Bezirks-Navigator

August 2015 | Bezirks-Journal Lichtenberg/ Hohenschönhausen

Zu Besuch bei Störchen und alten Bäumen
TOURISMUS: Der Bezirk hat seine Wanderkarten erneuert: Zehn Routen laden zu
Touren durch Parks, die Ortsteile und Naturschutzgebieten ein.

Alles, was Lichtenberg in den kommenden
vier Wochen bewegt. Kurz. Bündig. Kompakt. Senden Sie uns Ihre Infos! E-Mail:
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ichtenberg ist ein grüner, wasserreicher und geschichtsträchtiger
Bezirk. Wer Lust hat, die 13 Ortsteile zu erkunden, sucht jedoch im Buchhandel vergebens nach Reiseführern.
Doch die Nachfrage nach Tourentipps
ist groß, wie die vom Bezirksamt Lichtenberg herausgegebenen Wanderkarten zeigen. „Als die ersten Wanderkarten 2005 herauskamen, waren sie nach
gut einem Jahr vergriffen“, sagt Heike
Gruppe vom Arbeitskreis Umwelt und
Bildung in Lichtenberg. Jetzt präsentierte Umweltstadtrat Wilfried Nünthel
(CDU) die Neuauflage der Wanderkarten, die um zwei weitere Touren ergänzt
wurden. Seit Juni sind die überarbeiteten
Karten erhältlich.
„Die ursprüngliche Idee hinter den
Wanderkarten war, Kinder und Jugendliche für ihre schulischen Wandertage Informationen an die Hand zu geben“, sagt
Heike Gruppe. Doch die kleinen, handlichen Tourentipps waren sehr bald auch
schon bei älteren Hohenschönhausenern
und Lichtenbergern begehrt. Mehrere
Monate dauerten die Überarbeitung
der bisherigen Wanderkarten und die
Erstellung der beiden neuen Ratgeber.

Heike Gruppe, Wilfried Nünthel und DoFOTO: M. GÄDING
reen Hantuschke.
„Dafür sind wir in kleinen Gruppen die
Routen nochmals abgelaufen“, berichtet
Doreen Hantuschke vom Umweltbüro
Lichtenberg. Jedes Faltblatt enthält eine
große Landkarte, auf der die jeweiligen
Sehenswürdigkeiten eingetragen sind.
Dreht man die Karte um, finden sich
neben den Routenbeschreibungen auch
wertvolle Informationen. Ausgearbeitet
wurden die Malchow-Tour, die SeenTour, die Land-Tour, die Geschichtstour,
die Ufer-Tour, die Alt-Hohenschönhausen-Tour, die Park-Tour, die Felder-Tour,
die Biesenhorster Sand-Tour (neu) und
die Zeitzeugen-Tour (neu). Geld für den
Druck kam unter anderem von einer

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Bürgermeisterin lädt
zur Sprechstunde
LICHTENBERG. Bezirksbürgermeisterin Birgit Monteiro (SPD) lädt am 26.
August in der Zeit von 16.30 bis 18.30
Uhr zu ihrer nächsten Bürgersprechstunde ein. Sie findet im Raum 114 des
Rathauses, Möllendorffstraße 6, 10367
Berlin, statt. Eine telefonische Voranmeldung unter (030) 90 29 6-3001 ist erwünscht. (bzj.)

Das Unternehmen KleRo verlagert seine Produktion - und zieht 200 Meter
weiter in ein neues Gebäude. Ende Juli wurde für den Neubau Richtfest gefeiert. Rund 20 Mitarbeiter werden künftig an der Siegfriedstraße arbeiten. Die
Kosten für den Neubau belaufen sich auf rund 2,5 Millionen Euro. Die 2005
gegründete KleRo GmbH hat ihren Schwerpunkt in der Roboterautomation
und konfiguriert Roboter für ihren Einsatz unter anderem in der Automobilindustrie. 
FOTO: FALKO HOFFMANN

kommunalen Wohnungsbaugesellschaft.
Die vorgeschlagenen Wanderungen umfassen Strecken zwischen vier und zehn
Kilometer.
Dass sich die Wanderkarten so großer Beliebtheit erfreuen, ist für Lichtenbergs Umweltstadtrat Wilfried Nünthel
„ein Zeichen dafür, dass die Thematik
Umwelt und Bildung einen hohen Stellenwert genießt“. In erster Linie sollen
Lichtenberger auf die Wanderkarten
mit dem Titel „Lichtenberger Wanderungen“ zurückgreifen. Nünthel schließt
allerdings nicht aus, dass sich auch Berlin-Touristen auf die Spur zu den Störchen von Malchow, der 400 Jahre alten
Floraeiche in Karlshorst oder die Wartenberger Rinderkoppeln machen. „Eine
Idee ist, die Karten auch in den Hotels
im Bezirk auszulegen.“ (gäd.)

i

Hier gibt es die Wanderkarten:
Die Wanderkarten können kostenlos
unter http://bit.ly/wanderkarten heruntergeladen werden. Darüber hinaus
sind sie im Umweltbüro Lichtenberg,
Passower Straße 35, 13057 Berlin,
erhältlich. Infos unter www.umweltbuero-lichtenberg.de

Mit dem Fahrrad zum
Regionalparkfest
HOHENSCHÖNHAUSEN. Am 12.
September ist wieder großes Regionalparkfest, dieses Mal in Blumberg (Landkreis Barnim). Wie in den Jahren zuvor
soll es erneut eine Fahrradsternfahrt geben. Eine Gruppe wird unter anderem
um 10 Uhr am S-Bahnhof Hohenschönhausen starten, wie das Umweltbüro
Lichtenberg mitteilte. Angeführt wird
die Gruppe von Doreen Hantuschke,
der Leiterin des Umweltbüros, und dem
Bezirksstadtrat für Stadtentwicklung,
Wilfried Nünthel (CDU). Mit dem Fahrrad geht es vorbei an der Dorfkate Falkenberg durch Ahrensfelde, Eiche und
Mehrow. Die Strecke hat eine Länge von
rund 15 Kilometern. Um 14 Uhr können
die Teilnehmer in Blumberg an der Fachtagung „Landschaft im Wandel“ teilnehmen, die im früheren Stufensaal auf dem
Schlossparkgelände von Blumberg stattfindet. Informationen zur Fahrradsternfahrt gibt es im Umweltbüro unter Tel.
(030) 92 90 18 66. (bzj.)

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