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Periodical volume

Full text: Lichtenberger Bezirks-Journal Issue 2.2015,6

KARLSHORST: Wo
kleine Leute das
Gärtnern lernen. Seite 3

Ihr Abgeordneter für Lichtenberg

Ole Kreins MdA

Öffnungszeiten Bürgerbüro: Mo+Di von 10 bis 16 Uhr,
Do von 10 bis 18 Uhr, Fr von 10 bis 14 Uhr sowie nach Vereinbarung.
Heinrichstr. 1 10317 Berlin Tel. (030) 21 47 16 12 www.ole-kreins.de

HOHENSCHÖNHAUSEN:
Wo Flüchtlingskinder
zur Schule gehen. Seite 6

Lichtenberger

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Bezirks-Journal

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Bürger sollen über
Parkzonen mitreden

Bezirk ermittelt Stimmung per Umfrage im Internet

S

oll der Bezirk zwischen S-Bahnhof
Frankfurter Allee und der Viktoriastadt Parkautomaten aufstellen
und das Parken von Fahrzeugen kostenpflichtig machen? Diese zentrale Frage will die Verwaltung nicht im stillen
Kämmerlein beantworten, sondern die
Lichtenberger einbeziehen. Im Internet
hat das Bezirksamt eine Umfrage gestartet, die ein Stimmungsbild ermitteln soll.
Wie das Bezirks-Journal bereits berichtete, prüft der Bezirk, in dem an Friedrichshain angrenzenden Wohnviertel
Parkautomaten aufzustellen und das
Parken damit kostenpflichtig zu machen. Hintergrund ist die auf Friedrichshainer Seite eingerichtete Parkzone 50:
Seit dort für das Parken bezahlt werden
muss, weichen Autofahrer auf den Nachbarbezirk Lichtenberg aus. Dort kostet

das Parken nichts. Bislang jedenfalls.
Die Folge: Abends und an Wochenenden finden Anwohner nur schwer einen
freien Platz für ihr Fahrzeug. „Deutlich
mehr Fahrzeuge werden von Pendlern
und Gebietsfremden für längere Zeit am
Tag und in der Nacht abgestellt“. heißt
es hierzu vom Bezirksamt.
In der Bezirksverordnetenversammlung sind die Meinungen zum Thema
unterschiedlich. Daher wählt der Bezirk
in diesem Fall einen ungewöhnlichen
Weg: Bis Ende Juni können interessierte
Lichtenberger an einer Umfrage teilnehmen und entscheiden, ob sie für oder gegen Parkautomaten sind. (bzj.)
Abstimmung im Internet unter:

 http://bit.ly/parken-in-lichtenberg

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Kurzes Farbenspiel
Nur wenige Wochen legten sich die Rapsfelder wie ein gelber Teppich um Hohenschönhausen. Inzwischen ist das Gelb, wie hier an der Darßer Straße, verschwunden. Raps gehört zu den wirtschaftlich bedeutenden Nutzpflanzen. Das aus den
Körnern gewonnene Öl findet unter anderem in der Küche für Salate sowie als
Grundstoff für Biodiesel Verwendung.
FOTO: M. DIETRICH

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2

Juni 2015 | Bezirks-Journal Lichtenberg/ Hohenschönhausen

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eigenes Kartoffelfeld. Nebenan wächst Mohn.
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V

or einigen Tagen haben die Kinder einer zweiten Klasse ihre
Radieschen auf den akurat angelegten Beeten der Gartenarbeitsschule Lichtenberg geerntet. Einige haben
gleich gekostet und dabei das Gesicht
verzogen. Denn anders als die Radieschen aus dem Supermarkt schmeckte ihr
Wurzelgemüse scharf. „So, wie Radieschen eben schmecken“, sagt Sigrid Meyer und schmunzelt.
Die Gartenarbeitsschule an der Trautenauer Straße in Karlshorst ist ein kleines
Refugium: Auf einer Fläche von 10.000
Quadratmetern wurden liebevoll Beete,
Obstgärten, Nistkästen, Gewächshäuser
und Geräteschuppen angelegt. Unter alten Obstbäumen stehen Tische und Stühle, überhall hängen Informationstafeln,
auf denen Wissenswertes zu Kartoffelsorten, dem Wasserkreislauf oder Vögeln
zu lesen ist. Seit 31 Jahren ist Sigrid Meyer die Chefin der aus dem Zentralschulgarten hervorgegangenen Gartenarbeitsschule Lichtenberg. Dass es das Gelände
heute noch gibt, ist ein kleines Wunder.
1993 beschloss der Senat, dass diese Einrichtung – wie die Freilandlabore und
anderen Gartenarbeitsschulen Berlins
auch – erhalten und gesichert werden
soll. Und erst kürzlich bekannte sich das
Bezirksamt Lichtenberg in seinem neuen Schulentwicklungskonzept zu dem
Standort. Drei feste Mitarbeiter arbeiten
hier, unterstützt von Helfern des Vereins
Agrarbörse und Praktikanten.
Wie wichtig es ist, dass dort Kitakinder und Grundschüler auf Tuchfühlung mit der Natur gehen, beweist die
Geschichte mit den Radieschen und so
manch andere Anekdote: „Viele Kinder
kennen Rotkohl nur aus dem Glas oder
sind erstaunt, wie aus einer kleinen Kartoffel eine ganze Hand voll Kartoffeln
wächst“, sagt die Gartenbaupädagogin.
Und so kann es gar nicht früh genug
losgehen mit der Gartenarbeit. So hegen
und pflegen Kitas aus der Nachbarschaft
kleine Beete, während Erstklässler im
Frühjahr Zwiebeln setzen. Die größeren
Kinder machen beim Projekt „Kids an
die Kartoffel“ mit, bauen ihre Erdäpfel
selber an und verarbeiten sie im Herbst

zu Kartoffelpuffern, Kartoffelsuppe oder
Kartoffelsalat. Hinzu kommen die Kinder einer Arbeitsgemeinschaft, die einen
Bauerngarten pflegen. Dort wachsen so
interessante Kräuter wie Olivenkraut,
Currycraut, Salbei oder Thymian. Blumen gedeihen dort ebenfalls, darunter
Lupinen, Zierlauch und Schwertlilien.
Als Sigrid Meyer 1984 im damaligen
Zentralschulgarten anfing, nutzten diesen drei Schulen aus Lichtenberg. Bis
auf ein Biotop gleich am Eingang fand
sie ausschließlich Beete und Gewächshäuser vor, die noch aus der Zeit des 19.
Jahrhunderts stammen. Damals versorgte die einstige Gärtnerei Koch die Karlshorster mit Obst und Gemüse. Drei der
einstigen Gewächshäuser gibt es immer
noch. Sie stehen zur Hälfte in der Erde.
Im Winter werden dort Pflanzen wie Paprika, Tomaten oder Basilikum angezogen, die später an die Schulen im Bezirk
abgegeben werden. Auch das Hauptgebäude der alten Gärtnerei Koch existiert
noch. Wo einst das Wohnzimmer der
Gärtnerfamilie war, befindet sich heute
eines von zwei Klassenzimmern. Was
heute an der Trautenauer Straße wächst,
nehmen die Kinder oder deren Eltern
mit nach Hause. Mittlerweile ist das Gelände in viele kleine Pflanzwelten geteilt.
Viele Kinder legen in der Lichtenberger
Gartenarbeitsschule erstmals ihre Angst
vor Spinnen, Würmern und Käfern ab.
Sie lernen, dass die Insekten und Kriechtiere nützliche Gartenhelfer sind.
Gut 300 Jungen und Mädchen nutzen
aktuell die Gartenarbeitsschule, entweder als Kitagruppe oder im Rahmen des
Sachkundeunterrichts. Hinzu kommen
die Besucher der Tage der offenen Türen,
an denen auch Eltern so manche Frage
zum eigenen Garten stellen. Beliebt, sagt
Sigrid Meyer, sind auch die Zwei-TagesKurse zum aid-Ernährungsführerschein.
Dort lernen die Kinder spielerisch, woher das Essen kommt und wie man es
zubereitet. 
(mad.)
Informationen:
Gartenarbeitsschule Lichtenberg,
Trautenauer Straße 40, 10318 Berlin,
Tel. (030) 5 09 96 28

Bezirks-Leben

Bezirks-Journal Lichtenberg/ Hohenschönhausen | Juni 2015

Die sture Elefantenoma

3

60 Jahre Tierpark Berlin: Die afrikanische Elefantendame Dashi ist die älteste Bewohnerin von Europas größtem
Landschaftstiergarten. Sie kam 1968 nach Berlin. Ein Vor-Ort-Besuch.
200 Kilo Äpfel, Grünfutter, Heu und
obendrauf ein spezielles Vitaminpulver.
Tagsüber auf der Anlage sucht sie wie
die anderen Elefanten nach den vergrabenen Ananas oder knabbert an grünen
Zweigen.
Natürlich müssen die Pfleger um Mario Hammerschmidt damit rechnen,
dass es Dashi einmal nicht mehr geben
wird. „Wir sagen uns jedes Mal, wenn
sie über den nächsten Winter kommt, erlebt sie auch den Frühling.“

von Marcel Gäding

D

as mit den Äpfeln funktioniert
immer noch: Pfleger Mario
Hammerschmidt steht mit einer
Handvoll Früchte am Gehege und ruft
nach Dashi. Die afrikanische Elefantendame lässt sich nicht lange bitten. Mit
ihrem Rüssel greift sie nach dem Obst.
Wenige Sekunden später ist von den Leckereien nichts mehr übrig. Was kaum
einer der Besucher am Rande der Anlage
weiß: Dashi ist die älteste lebende afrikanische Elefantenkuh in einem deutschen
Zoo. Und sie gehört zu den Urgesteinen
des Tierparks Berlin in Friedrichsfelde,
der Anfang Juli 60 Jahre alt wird.
Vor 47 Jahren kam Dashi nach Berlin.
Sie ist ein Wildfang, stammt aus Afrika.
Als Kalb wurde sie damals von ihrer
Mutter getrennt und in die Hauptstadt
der DDR gebracht. So etwas war lange
Zeit üblich, berichtet ihr Pfleger Mario
Hammerschmidt. Damals seien ganze
Herden erschossen worden. „Die Elefantenbabys kamen schließlich in Zoos.“
Woher genau Dashi stammt, weiß man
bis heute nicht. Während bei ihren dickhäutigen Mitbewohnern Simbabwe oder
Uganda als Herkunftsländer genannt
werden, beließ man es bei Dashi bei dem
simplen Hinweis „Afrika“. 47 Jahre also
lebt die Elefantendame im Tierpark Berlin, hat Generationen von Pflegern erlebt
und spielt auch in den Kindheitserinnerungen von so manchem Tierpark-Besucher eine Rolle. Anfangs war sie die
einzige afrikanische Elefantin im Tierpark Berlin. Damals lebte sie noch in der
Herde der asiatischen Elefanten. „Vermutlich hat sie dort gelernt, sich durchzusetzen“, sagt Mario Hammerschmidt.
Der Tierpfleger kennt Dashi nun auch
schon 17 Jahre. Er sagt, dass sie manchmal ganz schön stur sein kann. Das
macht sich meist dann bemerkbar, wenn
Dashi auf Kommando Dinge machen
soll, die ihre Artgenossen aus dem Effeff umsetzen. An manchen Tagen ist die

60 JAHRE TIERPARK

Dashi und ihr Pfleger Mario Hammerschmidt.
rüstige Elefantenoma aber einfach nicht
in Stimmung. Jetzt, im Alter, ist sie auch
nur noch schwer für das Beschäftigungsprogramm ihrer Pfleger zu begeistern.
„Hinzu kommt, dass sie auch nicht mehr
so bewegungsfreudig ist.“ In ihren besten Jahren war das anders. Da schubste
sie schon mal einen Pfleger zur Seite,
wenn sie genervt war. Heute würde das
wegen der verstärkten Sicherheitsvorschriften nicht mehr passieren.
In der Hierarchie der Elefantenherde
hat Dashi inzwischen ihren Platz als
Oma eingenommen. Elefantendame
Lilak, 1971 in Uganda geboren, hat ihr
längst den Rang als Leitkuh abgelaufen.
Vormittags darf Dashi mit den anderen
Elefantenkühen gemeinsam auf die Anlage. Nachmittags aber, wenn die Elefantenbullen herausgelassen werden, geht es
auf eine abgetrennte Fläche. Zu groß ist
die Gefahr, dass der 30 Jahre alte Bulle
Tembo und der erst 2007 im Tierpark ge-

FOTO: MARCEL GÄDING

borene Kando die alte Dame angreifen.
„Kando ist in der Pubertät und Tembo
wurde als Jungtier von Dashi gemobbt“,
sagt Mario Hammerschmidt. Daher
gehe man auf Nummer sicher und trenne die Halbstarken von der Elefanten­
oma. Aus gutem Grund: Vor drei Monaten stürzte Tembo Dashi zu Boden. Die
Elefantenkuh konnte sich nur mit Mühe
wieder aufraffen. Die Blessuren sind bis
heute zu sehen.
Auch im hohen Alter erfreut sich
Dashi bester Gesundheit. Das ist nicht
selbstverständlich, denn in Gefangenschaft werden solche Tiere kaum 40 Jahre alt. Doch hier und da sieht man der
Elefantenkuh ihr Alter an. So sind ihre
Stoßzähne über die fast fünf Jahrzehnte
abgewetzt. Noch aber hat Dashi großen
Hunger, verspeist morgens zum Frühstück gut 15 Kilo Obst und Gemüse.
Abends, wenn sie wieder ins Dickhäuterhaus kommt, gibt es die Hauptmahlzeit:

Das Gründungsjahr: Der Tierpark
Berlin in Friedrichsfelde wurde am
2. Juli 1955 vom damaligen DDRPräsidenten Wilhelm Pieck und dem
Ostberliner Oberbürgermeister Friedrich Ebert eröffnet. Gründungsdirektor war Prof. Dr. Dr. Heinrich Dathe,
der 1990 pensioniert wurde. Sein
Nachfolger Dr. Bernhard Blaszkiewitz
musste seinen Posten Anfang 2014
räumen. Heute leben im Tierpark
7.000 Tiere auf einer Fläche von 160
Hektar.
Das Tierparkfest: Zum 60. Geburtstag gibt es am 4. Juli von 11 bis 17
Uhr ein großes Fest auf der Freilichtbühne und der Bühne der Cafeteria.
Radio Teddy organisiert auf der Freilichtbühne von 11 bis 17 Uhr ein
Musikprogramm. Außerdem dabei:
„Frank und seine Freunde“, „Petticoat“, die Kindermusikband „Rumpelstil“ sowie Ulf & Zwulf. Geplant
sind auch exklusive Führungen,
Ausstellungen und eine „TierparkOlympiade“. Historische Beiträge und
die Vorstellung eines Dathe-Films
erwartet die Besucher im Schloss
Friedrichsfelde.
Alle Infos im Internet:
http://bit.ly/tierparkberlin

4

Bezirks-Leben

Juni 2015 | Bezirks-Journal Lichtenberg/ Hohenschönhausen

Hohenschönhausen
im Fokus der Kamera
Lange Filmnacht zum 30-Jährigen

H

ohenschönhausen wird 30 Jahre alt – und das ist Anlass für
die erste Lange Filmnacht. Sie
findet am 20. Juni von 14 bis 23.40 Uhr
in der Arche an der Degnerstraße 40 in
Alt-Hohenschönhausen statt.
Wie die Veranstalter mitteilten, stehen
spannende, lustige, informative sowie
unterhaltsame Trick-, Kurz- und Dokumentarfilme aus und über Hohenschönhausen auf dem Programm. Gezeigt
werden sechs thematische Filmblöcke.
Die filmische Reise durch Hohenschönhausen beginnt um 14 Uhr mit einem
Kinderfilmprogramm. Zu sehen sind
unter anderem Kurzfilme, bei denen
Kinder vor und hinter der Kamera selbst
aktiv waren. Darunter sind „Mücken in
der Not“, „Unfaires Leben“ und „Tanzmäuse“.
Ab 15 Uhr geht es mit historischen
Archivaufnahmen aus dem Bestand
des Deutschen Rundfunkarchivs weiter,
welche unter anderem die Entstehung
des Neubaugebiets Hohenschönhausen in den Jahren 1984 bis 1988 doku-

mentieren. Die Spanne reicht von der
Grundsteinlegung mit Staatschef Erich
Honecker bis zum dreijährigen Bestehen der Großsiedlung rund um die
Falkenberger Chaussee. Eine weitere
Zeitreise versprechen zudem die Filme
„B-Klasse – Pioniere der letzten Stunde“ sowie „Der weiße Fleck“, in dem
vor allem persönliche Erinnerungen und
die Auseinandersetzung mit der Vergangenheit thematisiert werden. Beginn ist
um 16.20 Uhr. Der Film „Heimspiel“
wiederum ist ein Streifen aus der Gegenwart, in dem der Oscar-Preisträger
Pepe Danquart den Eishockeyclub Eisbären porträtiert. Beginn ist um 18.10
Uhr. In dem Film „Sperrmüll“ (Beginn
20.05 Uhr) zeichnet Regisseurin Helke
Misselwitz ein Bild der Band „Sperrmüll“. Ein weiterer Höhepunkt ist der
Streifen „Von Hohenschönhausen nach
Niederschöneweide“.
Der Eintritt zur Langen Filmnacht ist
frei. Informationen im Internet unter
http://langefilmnachthsh.blogspot.de

(bzj.)

Tanzen für Nicaragua
In traditionellem Gewand führt Tänzerin Alexa in den Räumen der Volkssolidarität Lichtenberg einen Volkstanz auf, wie man sie aus dem nicaraguanischen Dorf
Monimbó kennt. Die künstlerische Einlage gehört zum Auftakt einer Wanderausstellung, die Anfang Juni eröffnet wurde und dem Giebelwandgemälde „Nicaraguanisches Dorf - Monimbó 1978“ gewidmet ist. Es hatte viele Jahre seinen
Platz an einem Haus nahe des Bahnhofs Lichtenberg und wurde 2004 auf eine
private Initiative hin restauriert. Ein Fehler an der Konstruktion führte dazu, dass
die Hausfassade inklusive Wandbild von Manuel Garcia Moia abgetragen werden
musste. Bis August werden nun rund 50.000 Euro für die Wiederherstellung des
Bildes benötigt. Spenden werden erbeten auf das Konto DE 41 1007 0848 0525
6219 01, BIC DEUTDEDB110, Kontoinhaber: Kulturring in Berlin e.V., Kennwort: Initiative Nicaragua-Wandbild. Die Ausstellung zur Geschichte des Wandbildes ist bis zum 1. Juli bei der Volkssolidarität Lichtenberg, Einbecker Straße 85,
10315 Berlin (4. Etage) zu sehen. 
FOTO: MARCEL GÄDING

Ein Schwimmbad für alle

A

Wie kinderfreundlich ist der Kiez Frankfurter Allee Nord? Kinder und Jugendliche haben es
Erwachsenen erklärt und eine Wunschliste erarbeitet.

uf der Suche nach einem
Schwimmbad müssen Kinder
und Jugendliche im Quartier
Frankfurter Allee Nord lange suchen.
Denn im Kiez zwischen Möllendorffstraße, Frankfurter Allee und S-Bahnhof
Lichtenberg gibt es weit und breit keine Möglichkeit, schwimmen zu gehen.
Kein Wunder also, dass ein Schwimmbad ganz oben auf der Wunschliste von
Kindern und Jugendlichen steht, die in
dem Viertel leben. Diese und viele weitere Vorschläge wurden im Rahmen eines
Projekts gesammelt, das den sperrigen
Begriff „Spielleitplanung“ trägt. Bei gemeinsamen Streifzügen durch den Kiez
erklären die Kids den Erwachsenen, was
ihnen gefällt und was ihnen fehlt.
Seit Herbst vergangenen Jahres sind
die Stadtplaner von „dieraumplaner“ im
Kiez Frankfurter Allee Nord unterwegs:
Im Auftrag des Bezirksamtes sollen die
Mitarbeiter des Büros für Stadt- und
Regionalentwicklung herausfinden, welche Interessen und Bedürfnisse Kinder

und Jugendliche aus städtebaulicher
Sicht haben. Immerhin leben in den von
Mietskasernen aus dem 19. Jahrhundert
geprägten Viertel 1.800 junge Menschen.
„Der Bezirk ist in den letzten Jahren immer attraktiver für junge Familien mit
Kindern geworden“, sagt Jugendstadträtin Dr. Sandra Obermeyer (parteilos/
für DIE LINKE). „Dadurch ergeben
sich veränderte Ansprüche, wie die Lichtenbergerinnen und Lichtenberger leben
wollen.“ Spielleitplanung helfe, diese
Ansprüche zu identifizieren und solle
zeigen, wie die räumliche Situation der
Lichtenberger Quartiere für Kinder und
Jugendliche verbessert werden kann.
Zur Bestandsaufnahme gehört auch,
dass sich die Experten von den Kindern
und Jugendlichen an die Hand nehmen
lassen und mit ihnen durch den Kiez
laufen. „Dabei geht es nicht nur darum,
Spiel- und Sportflächen zu begutachten,
sondern den gesamten Stadtraum aus
der Sicht der jungen Menschen zu erfassen“, sagt Patrick Giebel. Im Kern sollte

die Frage beantwortet werden, wo die
Kinder und Jugendliche gerne ihre Freizeit verbringen und was sie sich für ihren
Kiez wünschen. Dabei kamen durchaus interessante Ergebnisse zu Tage: So
wurde bei den Streifzügen immer wieder
der schlechte Zustand der Straßen angesprochen – aus einem simplen Grund:
Schlaglöcher sind fürs Skateboard-Fahren suboptimal.
Bei einer Befragung in drei Schulen
im Kiez – Grundschule auf dem lichten
Berg, die Schule am Rathaus und das
Kreativitätsgymnasium – kam heraus,
dass jeder fünfte Jugendliche seine Freunde im Ring-Center an der Frankfurter
Allee trifft. Jeder Zehnte berichtete aber
auch, dass er sich am liebsten daheim bei
der Familie aufhält. Erstaunlich: Viele
Kinder und Jugendliche bemängelten
bei den Streifzügen durch Spiel- und
Sportflächen, dass es dort unter anderem an Schaukeln für junge Menschen
mit Behinderung fehlt. Erfasst wurden
aber auch Orte, an denen sich die Kin-

der und Jugendlichen nicht wohlfühlen.
Der S-Bahnhof Frankfurter Allee zählt
dazu oder die Gegend um einen REWEMarkt an der Gotlindestraße, an denen
sich offensichtlich eine Drogenszene etabliert. Gefragt wurde zudem nach dem
Sicherheitsgefühl auf den Straßen: Viele
Kinder empfinden die Kreuzung Frankfurter Allee und Azpodienstraße als gefährlich. „Kinder und Jugendliche sehen
ihr Umfeld doch anders als Erwachsene“, sagt Stadt- und Regionalplaner Patrick Giebel vom Büro „dieraumplaner“
Die Ergebnisse der „Spielleitplanung“
sollen in einem nächsten Schritt mit Experten diskutiert werden. Am 30. Juni
treffen sich im Rathaus Lichtenberg an
der Möllendorffstraße Experten, darunter Stadtplaner und Entscheidungsträger,
um über die Interessen und Bedürfnisse
zu reden. Die Runde von 15 bis 18 Uhr
ist öffentlich. Ergebnis soll eine Prioritätenliste sein, an Hand derer der Bezirk
die Wünsche der jungen Lichtenberger
umsetzen soll. (mad.)

Bezirks-Journal Lichtenberg/ Hohenschönhausen | Juni 2015

Bezirks-Leben

5

Gesendet aus Karlshorst, weltweit gehört
Seit 2008 gibt es im Ortsteil ein Kiezradio – von Anfang an wird mit Schulen zusammengearbeitet.
von Steffi Bey

A

uf den ersten Blick wirkt alles
eng. In dem kleinen Studio, das
sich im Jugendklub Rainbow
befindet, ist wenig Platz für viele Ideen.
Auf einem schmalen Tresen drängeln
sich CD-Hüllen und Platten, DVDs und
Broschüren. Dahinter steht die Technik:
Ein Computer, auf dem sich sämtliche
Lieder, alle aufgenommenen Interviews
und Interpreten befinden. Dazwischen
thront ein Mischpult, davor ein schwenkbares Mikrofon mit Popschutz und danach kommt ein zweiter Computer.
Harri Marquering, der mit seinem
dünnen, grauen Zopf selbst ein bisschen
wie ein Künstler aussieht, gründete vor
sieben Jahren einen Verein, gab ihm den
Namen Kietz-Radio-Karlshorst (in diesem Fall mit „t“) und sendet seit dem
täglich sein eigenes Internet-Programm.
Zu hören ist es 24 Stunden am Tag. „Wir
geben mit unserer ehrenamtlich betriebenen Plattform vor allem dem Nachwuchs eine Chance“, sagt der 63-Jährige,
der früher einmal als Mess-, Steuer- und
Regeltechniker arbeitete. Denn über den
Sender laufen ausschließlich Musikproduktionen junger Bands. „Das sind
solche Sounds, die keine kommerziellen Radiostationen spielen“, erklärt der
Karlshorster.
Manchmal kommen Hobbymusiker
von sich aus ins Studio an der Hönower
Straße 30 und bringen ihr Repertoire
mit. Oft spricht der quirlige Radiochef
auch Jugendliche an: Weil er sie live

Harri Marquering bei seiner Arbeit.
auf der Bühne erlebte oder jemanden
kennt, der Kontakt zu solchen noch unbekannten Bands hat. „Wer uns hört, ist
erstaunt, was für tolle Musik wir spielen“, berichtet Harri Marquering. Dieses
Feedback bekommt er nicht selten, wenn
er in seinem Heimatkiez unterwegs ist.
Obwohl die Musik den meisten Sendeplatz einnimmt, verbreitet das kleine
Team auch Informationen aus dem Bezirk Lichtenberg. Bislang ging es dabei
meistens um Kulturangebote, Geschichten über einheimische Künstler oder aktuelle Vorhaben. „Wir sind mit unserem
Kietzradio-Mobil auch auf Festen unter-

FOTO: STEFFI BEY

wegs, berichten Live von Konzerten oder
führen Interviews mit besonderen Talenten“, erzählt der Karlshorster.
Diesen Part übernimmt Heidi Greeb.
Auch sie wohnt in dem Lichtenberger
Ortsteil, ist ausgebildete Erzieherin und
findet in der Radioarbeit einen „schönen Ausgleich zum Alltag“. „Ich bin
sehr neugierig und versuche meine Fragen so zu stellen, dass ganz viel über die
Motivation der Künstler rüberkommt“,
betont die 51-Jährige. Reizvoll findet sie
ebenso die technische Bearbeitung, die
nach dem Interview folgt, um es später zu senden. „Natürlich machen wir

auch Live-Gespräche, die ausschließlich
dienstags stattfinden“, sagt Heidi Greeb.
Denn das ist der Wochentag, an dem
sich das Team immer im Studio aufhält.
„Wir sind wohl das einzige Internetradio, das diesen öffentlichen Bürotag
anbietet“, ist Marquering überzeugt.
Lehrer, Musiker, andere Künstler oder
Schüler klopfen dann an die Studiotür.
Genauso hat es Arlen Beckmann gemacht. Der 15-Jährige war so begeistert
von dem Workshop, den Marquering
und Greeb in seiner Schule organisierten, dass er sich ein paar Wochen später
freiwillig für ein Radiopraktikum meldete. Seit dem produziert er Jingles, führt
kleine Interviews und schreibt offizielle
Meldungen so um, dass sie jeder Hörer
versteht. „Es macht Spaß und auch das
technische Drum und Dran interessiert
mich riesig“, sagt der Karlshorster.
Gemeinsam mit dem Jugendweihe Berlin/Brandenburg e.V. bietet das
Kietzradio fünf Projekte an: Dabei lernen Schüler, sich besser zu artikulieren,
ihre Umwelt genauer zu erkennen und
ihre Talente und Fähigkeiten besser anzuwenden. Die Workshops haben Namen wie: „Ich werde Reporter“, „Aufnehmen wie die Profis“ oder „Mein
eigenes Internetradio in 30 Minuten“.
Aber die Ehrenamtlichen wollen noch
mehr. Sie suchen Interessierte, die verlässlich sind, mit Computertechnik umgehen können und das Kietzradio mit
ihren eigenen Ideen bereichern wollen.
Mehr Infos unter www.kietzradio.de oder unter Tel. (030) 50 17 36 76

6

Bezirks-Leben

Juni 2015 | Bezirks-Journal Lichtenberg/ Hohenschönhausen

Isolde Adling, Rektorin der Schule Am Breiten Luch.

FOTO: MARCEL GÄDING

Beim Fußball Vorurteile abbauen
Isolde Adling leitet die Schule Am Breiten Luch. Neben Schülern mit
Lernbehinderung kümmert sich das Team um die Rektorin auch darum, dass
Flüchtlingskinder Deutsch lernen. Dafür gab es jetzt einen Preis

H

in und wieder sitzt Isolde Adling mit Eltern an ihrem kleinen
Tisch des Rektorenbüros der
Schule Am Breiten Luch. Das an sich
ist nicht ungewöhnlich, denn solche Gespräche gehören dazu, wenn ein Kind
neu an ihre Schule kommt. Doch viele
Mütter und Väter, die mit ihrem Nachwuchs bei der Schulleiterin vorsprechen,
verstehen kein Deutsch. „Manche bringen einen Übersetzer mit“, sagt die Pädagogin. Zuweilen hilft auch ein bisschen
Englisch. Allzu oft aber klappt es mit
der Verständigung nur über einen Zettel,
auf dem kleine Bilder abgedruckt sind.
Ein Rucksack ist dort beispielsweise zu
sehen, eine Federtasche oder Sportschuhe. Alles Utensilien, die man für den
Unterricht benötigt. „Ich frage dann die
Eltern und ihre Kinder, was das denn in
ihrer Muttersprache heißt“, sagt Isolde
Adling. Spätestens beim Versuch der
Schulleiterin, Rucksack auf Serbisch
oder Persisch auszusprechen, bricht das
Eis zwischen den Beteiligten und es gibt
auch schon mal einen Lacher.
Gut 75 der 230 Schüler der Schule
Am Breiten Luch in Hohenschönhausen
sind Flüchtlingskinder. Sie sprechen kein
Wort Deutsch, wenn sie das erste Mal
das dreigeschossige Gebäude betreten.
Viele von ihnen, etwa afghanische Mädchen, waren noch nie in einer Schule.
Diese Flüchtlingskinder werden derzeit
in sechs sogenannten Willkommensklassen unterrichtet. Dort bringen ihnen die
Lehrer Deutsch bei und bereiten sie auf
den regulären Schulbesuch in der neuen
Heimat vor. Die Jungen und Mädchen
kommen aus 23 Nationen. Die meisten
davon sind aus Syrien, Afghanistan,
dem Iran, Serbien und Bosnien geflüchtet. Dass das Team um Isolde Adling neben den Kindern mit Lernbehinderung
auch Flüchtlingskinder betreuen wird,
kam für alle überraschend. Die Lehrer

versuchen, das Beste aus der Situation
zu machen. Bisher hatte sich die Schule
Am Breiten Luch darauf spezialisiert,
Kinder mit sonderpädagogischem Förderbedarf zu unterrichten. Dann aber
mussten Wege gesucht werden, Flüchtlingskinder aufzunehmen. Gut drei Jahre gibt es nun die Willkommensklassen.
Das Sprachwirrwarr auf dem Schulhof
ist längst Alltag geworden.
Isolde Adling versucht bei jedem
Neuankömmling zunächst, Empathie
aufzubauen. Sie versteht sich als eine
Botschafterin Deutschlands, denn viele
geflüchtete Eltern und ihre Kinder kommen meist erst in der Schule Am Breiten
Luch mit dem deutschen Schulsystem in
Berührung. Weil sie als Englischlehrerin
eine gewisse Affinität zu fremden Sprachen hegt und einst selbst im Ausland
studierte, versucht sie, es den Flüchtlingen in ihrer Schule so einfach wie
möglich zu machen. Dazu gehört auch,
das eine oder andere persische oder
serbische Wort aufzuschnappen. „Die
Kinder freuen sich, wenn wir zwei oder
drei Wörter in ihrer Sprache sprechen“,
sagt sie. „Mein Ziel ist es schließlich,
dass sich die Kinder bei uns wohlfühlen.“ Hilfreich ist auch, dass unter den
älteren Schülern welche mit Migrationshintergrund sprechen und schon mal
als Dolmetscher aushelfen. „In einem
Fall hat ein serbisches Mädchen aus
der achten Klasse eine Art Patenschaft
für eine Zehnjährige aus ihrem Heimatland übernommen hat.“ Die Kleine hat
schlichtweg Angst, in die Schule zu gehen. Die Größere von beiden kümmert
sich um sie. Hinzu kommen Lehrerkollegen, die ebenfalls einen Migrationshintergrund besitzen. Sie werden verstärkt
in den Willkommensklassen eingesetzt.
Allerdings: Im tagtäglichen Unterricht
ist es nicht einfach mit der Verständigung zwischen Lehrern und Flüchtlings-

kindern. Daher kommt eine interaktive
Tafel ins Spiel – Bilder sagen dann doch
mehr als Worte. „Das ist für uns schon
eine Herausforderung“, sagt Isolde Adling. Nicht zuletzt auch deshalb, weil die
Lehrer zwischen den deutschen Kindern
und den Flüchtlingskindern vermitteln
müssen.
Tief sitzen manches Mal Vorurteile,
welche die Kleinen von Erwachsenen
aufschnappen. „Da heißt es gerne, dass
die Ausländer uns Deutschen die Arbeit wegnehmen“, berichtet die Rektorin. In diesem Fall hilft nur reden und
aufklären. Ganz pragmatisch funktioniert das beispielsweise bei einem Supermarktbesuch. „Die Kinder staunen,
welche Früchte aus anderen Ländern
kommen“, sagt Isolde Adling. Immerhin: Als im April dieses Jahres die neue
Schulbibliothek eingeweiht wurde, beteiligten sich 50 deutsche und nichtdeutsche Kinder an einem Konzert. „Wir
haben außerdem die Erfahrungen gemacht, dass beispielsweise gemeinsames
Fußballspielen verbindet.“
Vor Kurzem bekam Isolde Adling für
ihr Engagement den von der Bundestagsabgeordneten Dr. Gesine Lötzsch
(DIE LINKE) ausgelobten Integrationspreis verliehen. „Ein Lesewettbewerb,
die Einrichtung einer Schulbibliothek
und ein von ihr angestoßener Spendenmarathon zur Ausstattung der Flüchtlingskinder mit Schulmaterialien sind
nur einige der Projekte, die sie erfolgreich zum Wohle ihrer Schüler initiiert
hat“, heißt es dazu in der Begründung.
„Frau Adling lebt in ihrer Schule eine
Willkommenskultur, die man anderswo
sucht.“ Natürlich freut sich die Geehrte
über so viel Lob. Viel wichtiger aber ist
ihr, dass ihre Arbeit damit auch öffentlich gemacht wird. „Nicht zuletzt trägt
das ja auch zum Image unserer Förderschule bei“, sagt sie. (bzj.)

STANDORT OST
MAGAZIN FÜR ARBEIT, WIRTSCHAFT, WOHNEN & KULTUR IN DER METROPOLENREGION BERLIN-EASTSIDE | 06/2015

MIT DER SEILBAHN AUF
DEN MINI-HIMALAYA
Bis 2030 soll der Tierpark Berlin ein Zoo der Kontinente werden –
gut 93 Millionen Euro kostet der grundlegende Umbau.

Das Schloss Friedrichsfelde soll ein eigenes Café bekommen. Langfristig soll auch die Tierpark-Verwaltung das Gebäude räumen. Der frühere Tierpark-Chef Bernhard Blaszkiewitz hatte das
denkmalgeschützte Gebäude kurz vor seinem Weggang bezogen. 
Fotos: Marcel Gäding

E

in kleiner Himalaya, der mit der hard Blaszkiewitz angehäuft und waren
Seilbahn erklommen wird, und mitten in der Planungsphase aufgetaucht.
eine Afrika-Savanne, auf der Ele- Inzwischen ist der Fall vor Gericht. „Für
fanten, Giraffen und Löwen zu- uns ist das eine enorme Belastung“, sagte
sammenleben: Der Tierpark Berlin steht Knieriem. Ein Teil der Hinterlassenschafim 60. Jahr seines Bestehens vor den größ- ten soll jetzt in die Neugestaltung des
ten Veränderungen seiner Geschichte. Bis Tierparks im Berliner Bezirk Lichtenberg
zum Jahr 2030 soll Europas größter Land- integriert werden – etwa für eine kleine
schaftstiergarten in einen Zoo der Konti- Gebirgswelt, die
Anzeige
nente umgestaltet werden. Ein entspre- von
Knieriem
chendes Konzept stellte Tierparkdirektor als Himalaya beAndreas Knieriem der Öffentlichkeit vor. zeichnet wird.
93 Millionen Euro sollen in drei Phasen
Etappenweise
in die 160 Hektar große Anlage investiert soll der Umbau
werden. „Unser Ziel ist es, die Besucher- des Berliner Tierzahlen zu erhöhen“, sagte Knieriem im parks
vorangeSchloss Friedrichsfelde, das sich am Rande trieben werden.
des Tierparks befindet.
Das DickhäuterMit dem 180 Seiten starken Konzept will haus wird in eine
Knieriem den Tierpark Berlin in eine neue F e l s l a n d s c h a f t
Ära führen. Als er im April vergangenen verwandelt, Ställe
Jahres sein Amt als Chef des Tierparks im will Knieriem in
Osten und des Zoologischen Gartens im die neuen AnlaWesten antrat, hatte er nicht lange gezö- gen so integriegert und die Karten auf den Tisch gelegt. ren, dass man sie
Marode und desaströs sei der Tierpark. nicht mehr rich„Inzwischen haben wir unter jede Grasnar- tig sieht. Viele der
be geschaut“, sagt Knieriem. Sein anfäng- mehr als 10.000
licher Eindruck habe sich dabei bestätigt.
Tiere ziehen um,
Ein halbes Jahr liegt der Ziel- und Ent- denn der Tierpark
wicklungsplan des 1955 eröffneten Tier- wird in Erlebnisparks Berlin bereits in der Schublade. Dass zonen eingeteilt.
Knieriem ihn erst jetzt vorstellt, hänge mit Die sogenannte
den Altlasten zusammen: 100.000 Tonnen G e o z o n i e r u n g
Bauschutt hatten sich am Rande des Tier- „ermöglicht uns,
parks unter Knieriems Vorgänger Bern- dass der Besucher

eine Reise durch die Kontinente unternimmt“, sagt Knieriem. Über den Haupteingang geht es durch Europa, dahinter
liegen Südamerika, Australien und Afrika.
Nahe dem Schloss Friedrichsfelde entsteht
die asiatische Erlebniswelt, während die
heutige Eisbärenanlage Teil des Nordamerika-Bereichs wird. Allein für die afrikanische Tier- und
Pflanzenwelt will
der Tierpark Berlin 23,2 Millionen
Euro ausgeben –
und dafür unter
anderem eine afrikanische Lodge
bauen. Mit einer
richtigen
Eisenbahn können Besucher durch die
Anlage
tuckern.
Die Besucher sollen das Gefühl
bekommen, mittendrin zu sein
und nicht außen
vor. In Planung ist
auch ein Brandenburgischer Bauernhof. Mit einer
bereits in Betrieb
genommenen
Tierpark-Bahn
werden die Wege
verkürzt – immerhin umfasst der

größte Rundweg im Tierpark sieben Kilometer. Außerdem ist im Konzept Europas
größte begehbare Vogelvoliere enthalten.
Deutlich verbessert werden soll auch die
Gastronomie, die bislang auf wenig Zustimmung bei den jährlich rund eine Millionen Besuchern stößt. Mit Hilfe eigener
Blockheizkraftwerke, Sonnen- und Windenergie möchte der Tierpark zudem der
Energieverbrauch drastisch senken. Auch
an die Beschäftigten ist gedacht: Das einstige Wohnhaus von Tierparkgründer Prof.
Dr. Dr. Heinrich Dathe ist als Ort für einen
Betriebskindergarten vorgesehen.
Ein Großteil des Geldes für die nach
Knieriems Worten dringend notwendigen
Investitionen muss seiner Ansicht nach
vom Land Berlin kommen. Bis 2022 erhofft
sich der Tierpark-Direktor zu dem bisherigen Jahres-Zuschuss von rund 5,5 Millionen Euro weitere jährliche Zuschüsse
zwischen 4,2 und 9 Millionen Euro. „Ich
glaube, dass es jetzt an der Zeit ist, ein
klares Bekenntnis für den Tierpark abzugeben“, lautet dann auch Knieriems Botschaft an das Berliner Abgeordnetenhaus.
Dessen Hauptausschuss bekommt die
Zukunftspläne für den Tierpark am kommenden Mittwoch erläutert. Im Gegenzug
zu den gewünschten Investitionsmitteln
kann sich der Tierpark-Chef vorstellen,
nicht benötigte Flächen der Einrichtung
für Wohnungsbau abzugeben. „Flächen für
Investitionen wären ein denkbarer Kompromiss“, sagte Knieriem.

MARCEL GÄDING

2

06/2015 | STANDORT OST

A

uf der Mitte des Tisches stehen
die Kaffeekannen, drum herum
haben eine Handvoll Frauen und
Männer Platz genommen. Vorn
sitzt Johann Keib vor einem Laptop. Es ist
Donnerstag, Probetermin. In einem kleinen Raum des SOS-Familienzentrums in
Hellersdorf bereiten sich die Mitglieder des
Seniorenkabaretts „Die alten Schachteln“
auf ihren nächsten Auftritt vor. Gut eine
halbe Stunde dauert der heutige Durchlauf,
bei dem fast alles klappt und Johann Keib
zuweilen bei den Liedpassagen volkstümlich mitschunkelt.
Seit 20 Jahren gibt es „Die alten Schachteln“. Einige Darsteller sind noch aus der
Anfangszeit dabei, viele aber kamen im
Laufe der Jahre dazu. Fast alle sind Senioren. Eine frühere Lehrerin ist darunter,
eine berentete Fachredakteurin, ein einstiger Bauleiter, eine ehemalige Sekretärin.
Die jüngste Schauspielerin ist 58 Jahre
alt, die älteste 77. Alle sind Amateure, wie
Ensemblemitglied Hannelore Kretschmer
sagt. Spätestens aber bei den Auftritten vor
Publikum ist davon nichts zu merken. Wie
ihre Kollegen von den großen Bühnen ziehen sie professionell ihr Programm durch.
Aktuell sind „Die alten Schachteln“ wieder
auf der Suche nach weiteren Mitstreitern.
Von Politik und Wehwehchen
„Die alten Schachteln“ nehmen aufs
Korn, was ältere Menschen im Alltag erleben. Ihre Stücke handeln mal von der
großen Politik, mal von der Gesundheitsreform, mal von den Wehwehchen, die
man als älterer Mensch eben so hat. In
einem Sketch wird ein Senior von einem
Einbrecher überrascht, der sich die Munition für seine Pistole nicht leisten kann.
In einem anderen Sketch bringt die Kandidatin einer Fernsehshow die Quizmasterin in einer Herricht-Preil-Manier fast
zur Verzweiflung. Eine andere Szene spielt
sich in einem Arztzimmer ab, wo ein älterer Herr bei seiner Hausärztin vorspricht
und um potenzsteigernde Präparate bittet.
Und dann ist da noch das Stück „Der Telefonservice“, bei dem eine ältere Dame

DER GANZ NORMALE
WAHNSINN

permanent in der Warteschleife eines Ärztehauses hängt. Ihre Stücke schreiben die
Senioren selber. Doch oft feilen die Ensemblemitglieder lange an ihren Vorlagen, bis
sie stimmig sind. Ob ein Sketch schließlich
beim Publikum ankommt, stellt sich erst
bei einem Auftritt heraus. „Jeder Auftritt
ist eine Prüfung“, sagt Johann Keib. Und:
„Jedes Stück muss irgendwie auch zum Publikum passen.“

Seit 20 Jahren gibt es das Senioren-Kabarett
„Die alten Schachteln“: Das Ensemble nimmt
alltägliche Erlebnisse aufs Korn.

Amateure mit Profi-Anspruch

Regisseur Johann Keib (rechts) wippt schon mal mit, während „Die alten Schachteln“ zu Beginn ihrer Stücke ein flottes Liedchen singen.

Helmut Krüger, Stefan Rucker, Eleonore Thiemig und Ingrid Hinz (von links nach rechts) bei den
Proben für ihren nächsten Auftritt.
Fotos: Marcel Gäding

Es ist ein großes Glück, dass der ausgebildete Theaterregisseur und Kulturpädagoge Johann Keib vor 18 Jahren zur Truppe stieß. Der gemütliche wirkende Mann
hat einst mit Profis gearbeitet. Und das
merkt man auch bei den Proben an diesem Donnerstag. Sobald er das Gefühl hat,
dass etwas nicht stimmt, ermahnt er seine
Truppe: „Konzentriert euch bitte“, sagt er
dann. Keib ist eine Art Mädchen für alles,
schließlich springt er schon mal von seinem Platz auf, um Requisiten wegzuräumen. Oder er startet eines der Lieder, zu
denen seine Kabarettisten singen. Darunter sind richtige Ohrwürmer, wie die Melodie zu „Das ist die Berliner Luft“ von Paul
Lincke oder „Du hast mich tausendmal belogen“ von Andrea Berg, aus dem das Lied
„Ich habe mich tausendmal gewogen“ wird.
„Johann Keib gibt sich große Mühe, aus uns
Profis zu machen“, lautet dann auch das
Fazit von Hannelore Kretschmer. Für die
Hobby-Kabarettisten ist das hier alles wie
eine Art Gehirnjogging.
Bis zu 100 Zuschauer kommen zu einer
Vorstellung zu den alten Schachteln, die
sich auf der Bühne genauso wohl fühlen
wie in Seniorenfreizeitstätten oder Nachbarschaftszentren. Hin und wieder passieren dort auch Dinge, die so vorher nicht
geprobt wurden. Etwa, wenn es Probleme
mit den selbst gestalteten Kostümen gibt.
Vor einiger Zeit verrutschte einer der Damen der Hut. Das sorgte für Lacher im Publikum.
MARCEL GÄDING
Termine und Auftritte:
www.die-alten-schachteln.de

TAG DES HUNDES IM
TIERPARK BERLIN

OFFENE TÜREN IM
BERLINER TIERHEIM

FRIEDRICHSFELDE. Auch in diesem Jahr
veranstaltet die Fördergemeinschaft von Zoo
und Tierpark einen Hundetag. Er findet am
28. Juni von 10 bis 18 Uhr im Tierpark Berlin
statt. Geplant sind ein Info-Markt rund um
den Hund sowie Spiel & Spaß mit Hunden.
An dem Tag wird es ein buntes Rahmenprogramm mit und für Hunde geben. Alles rund
um den Hund wird angeboten – von Futter
und Zubehör bis zu Reiseangeboten für die
Familie mit Hund. Eintritt: Hunde frei, Halter
regulärer Tierpark-Eintritt. (bzj.)

FALKENBERG. Das Tierheim Berlin in
Falkenberg lädt am 5. Juli in der Zeit von
11 bis 16 Uhr zum Tag der offenen Tür. Auf
dem Programm stehen ein Pitbull-Ballett,
Agility, Kinderschminken, eine Buddy Bär
Spendenaktion, Vorstellung von TierheimTieren und Basteln mit der Tierschutzjugend.
Dazu gibt es eine Hüpfburg, ein Glücksrad,
Info- und Verkaufsstände, Kaffee & Kuchen
sowie vegan-vegetarische Leckereien. Das
Tierheim befindet sich am Hausvaterweg 39
und ist mit dem Bus 197 erreichbar. (bzj.)

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3

STANDORT OST | 06/2015

D

ass hier Autogrammjäger stehen, kommt eher selten vor.
Doch an diesem Donnerstagnachmittag warten an der Einfahrt zur Matt Lamb-Kita in Alt-Hohenschönhausen tatsächlich einige Fans von
Gene Simmons. Der Bassist und Gründer
der legendären Hard-Rock-Band KISS
(„The Demon“) ist derzeit auf DeutschlandTour. Zwei Termine hat er heute bereits für
den guten Zweck absolviert. Jetzt also wird
Simmons in Hohenschönhausen erwartet
in einer Kita, in der Kinder unterschiedlicher Herkunft miteinander spielen, lachen
oder im kitaeigenen Restaurant kochen.
Mit Sonnenbrille und einem rosafarbenen
Einstecktuch läuft er gelassen über den
Spielplatz der Kita an der Konrad-WolfStraße. Ihm zu Ehren wurde ein kleines
Festzelt aufgebaut, es gibt ein Buffet und
am Ende ein Karaoke-Ständchen der Kita-Kinder, die den KISS-Hit „I Was Made
for Lovin‘ You“ wie die Großen performen – inklusive geschminkter Gesichter,
einem der Markenzeichen von KISS. Auf
ihrer Tour zum 40-jährigen Bandbestehen
erinnert KISS an Matt Lamb, einen irischamerikanischen Maler und Friedensaktivisten, dessen Name die Kita trägt. Für sein
Projekt „Umbrellas for Peace“ wurde Matt
Lamb 2010 mit dem Kinderpreis „Theos
Blaues Herz“ auf der „Brücke der Herzen“
geehrt. KISS-Gründer Gene Simmons wird
den Preis dieses Jahr für sein weltweites
Engagement für Kinder und Jugendliche
erhalten.

EIN STÄNDCHEN FÜR
DEN WELTSTAR
KISS-Gründer Gene Simmons von KISS besuchte
die Matt Lamb-Kita in Hohenschönhausen – um ein
Zeichen für Kinderrechte zu setzen.

KISS-Gründer Gene Simmons ganz ungeschminkt: Für seine Auftritte versteckt er sein Gesicht
Fotos: Marc Dietrich
hinter einer Maskerade – wie die Kita-Kinder (Foto oben).

Der Musiker mit dem pechschwarzen
Haar nimmt sich bei seinem Besuch viel
Zeit. Starallüren kommen nicht auf. Geduldig lässt er sich fotografieren. Dann
folgen Reden, unter anderem von der
Vorsitzenden der Deutschen Matt LambGesellschaft, Silvia Schmidt: Aus 40 Nationen stammen die Jungen und Mädchen.
„Unser Ziel ist die Integration von Anfang
an“, sagt Schmidt. „Jedes Kind hat die gleichen Rechte.“ Lichtenbergs Bezirksbürgermeisterin Birgit Monteiro (SPD) würdigt
die Arbeit der Kita, „in der sich Menschen
ganz besonderen Herausforderungen stellen“. Sheila Lamb, Tochter von Matt Lamb,
erklärt, dass ihr verstorbener Vater sehr
stolz wäre, dies hier alles sehen zu können.
Und auch Gene Simmons findet passende
Worte, weil er Kinder ganz großartig findet: „Die Zukunft des Planeten Erde steht
neben mir“, sagt der 65-Jährige und zeigt
auf die Kids an seiner linken Seite. Es sei
unsere Aufgabe, das Leben der Kinder zu
verbessern. „Das können wir mit Geld, mit
Kraft oder aber mit Musik.“ (md.)

INPA Berufsfachschule für Sozialassistenz

Ausbildung mit guten
Aussichten auf einen Job
Sozialassistent/ -in: noch freie Plätze

A

n der INPA Berufsfachschule für
Sozialassistenz gibt es noch freie
Plätze für die Ausbildung zum/
zur Sozialassistent/ -in: In kleinen
Klassen unterrichten praxiserfahrene
Lehrkräfte Schülerinnen und Schüler, die beruflich gerne mit Menschen
arbeiten möchten. Sozialassistenten
und Sozialassistentinnen unterstützen
Erzieher/-innen und Sozialpädagogen/
-innen sowie Pflegefachkräfte. Nach
der erfolgreich abgeschlossenen Ausbildung können die Sozialassistenten
und Sozialassistentinnen beispielsweise in Einrichtungen für Kinder, für Menschen mit Behinderung oder für alte
und kranke Menschen arbeiten.
Die Ausbildung erstreckt sich über
zwei Jahre und beinhaltet neben der
Vermittlung praxisrelevanter Inhalte im Unterricht auch Praxisphasen:
In Einrichtungen der sozialen Pflege
sollen die Schülerinnen und Schüler
berufliche Erfahrungen sammeln und
ihr Wissen vor Ort einsetzen. Die Chancen, im Anschluss eine Festanstellung
zu finden, sind groß. „Einen Fachkräftebedarf gibt es in allen Bereichen“,
sagt Elke Glaser, die Leiterin der INPA

Berufsfachschule für Sozialassistenz.
Wer sich für die Ausbildung zum Sozialassistent/ -in entscheidet, hat zudem
die Möglichkeit, den Mittleren Schulabschluss (MSA) zu erwerben. Er ist
zusammen mit der Praxiserfahrung
Voraussetzung für die Ausbildung zur
Erzieherin beziehungsweise zum Erzieher. Das monatliche Schulgeld beträgt
100 Euro inkl. Aufnahme- und Prüfungsgebühren. Sofern die individuellen Voraussetzungen vorliegen, haben
die Schülerinnen und Schüler auch Anspruch auf eine BAföG-Förderung.
Jetzt informieren und bewerben!
Interessenten können sich mit dem
Nachweis ihres Hauptschulabschlusses, einem Lebenslauf, einer Beurteilung aus dem Schulpraktikum, ggf.
Praktikums- und Arbeitszeugnissen
und zwei Lichtbildern direkt bei der
INPA Berufsfachschule für Sozialassistenz, Eichenstraße 3 b, 12435 Berlin,
bewerben.
Vorabinformationen gibt es unter Tel.
(030) 53 62 15 40 oder im Internet:
www.inpa-berlin.de

INPA Berufsfachschule für Sozialassistenz - staatlich anerkannt Eichenstraße 3 b | 12435 Berlin | Internet: www.inpa-berlin.de

4

STANDORT OST | 06/2015

ARCHITEKTUR IN
MARZAHN: RUDIMENTE
EINER VISION
Wolf-Rüdiger Eisentraut prägte das Aussehen des
einstigen DDR-Vorzeige-Stadtbezirks wie kein
anderer. Er entwarf Kaufhäuser, Galerien und
Wohngebietsgaststätten. Von vielen öffentlichen
Gebäuden gibt es heute nur noch Fotos. Zum Ärger
ihres geistigen Schöpfers.

A

uf dem Besprechungstisch seines Charlottenburger Büros
liegen vergilbte Architekturmagazine. Architekt Wolf-Rüdiger
Eisentraut hat sie für dieses Gespräch
bereitgelegt. Unzählige Male hat er darin
schon geblättert. Die teilweise losen Seiten
sind der Beweis dafür. In einer Ausgabe
erstreckt sich ein von ihm und seinen Kollegen verfasster Beitrag über mehrere Seiten, gespickt mit vielen Fotos. Der Artikel
ist Marzahn gewidmet, einem VorzeigeStadtbezirk, der Ende der 1970er-Jahre entstand. Heute, fast 40 Jahre danach, kann
man immer noch von einer beachtlichen
Leistung sprechen. Innerhalb weniger Jahre entstand vor den Toren Ostberlins eine
völlig neue Stadt für Zehntausende Bewohner. Bis heute sind die Plattenbauten
aus der damaligen Zeit das Markenzeichen
Marzahns. Doch von vielen öffentlichen
Gebäuden, deren Entwürfe aus der Feder
Eisentrauts stammen, existieren heute nur
noch Fotos.
Wolf-Rüdiger Eisentraut war gerade
einmal 36 Jahre alt, als er einen Wettbewerb gewann. Während im Akkord ein
Wohnhaus nach dem anderen hochgezogen wurde und die ersten Bewohner nur
über matschige Baustraßen in ihre neuen,
modernen Neubauwohnungen gelangten,
musste auch drum herum etwas passieren.
Immerhin gab es keine Kinos, keine Kaufhallen, keine Kneipen oder Theater. „Dort
war nichts, was über das Wohnen hinaus
ging“, sagt Eisentraut. Die Herausforderung für den heute 71 Jahre alten Planer bestand darin, Kaufhallen, Wohngebietsgaststätten oder Warenhäuser zu konzipieren,
die vom baulichen Standard ähnlicher Gebäude in der DDR abwichen. Mit anderen
Worten: Eisentraut war gefragt, Entwürfe
für ganz individuelle Bauten abzuliefern.
Das war sportlich, denn trotz der von der
gängigen DDR-Architektursprache neuer
Wohngebiete abweichenden Architektur
musste Eisentrauts Team ebenfalls strenge Zeitvorgaben einhalten. „Marzahn war
eine Stadt für sich“, sagt Eisentraut. Auch
heute noch lobt er die Weitsicht der damals politischen Verantwortlichen, die erkannten, dass man den Menschen auch vor
Ort etwas bieten muss. „Unsere Wohngebietsgaststätten bewiesen, dass man nicht
erst in die Innenstadt fahren muss, um
abends mal gut essen zu gehen.“
Zehn Jahre beschäftigte sich der in
Chemnitz geborene Architekt damit, ein
öffentliches Gebäude nach dem anderen

fertigzustellen. Marzahn, aber auch später
Lichtenberg und Hohenschönhausen, waren so etwas wie seine zweite Heimat. In
Marzahn habe er zehn interessante und
vergnügliche Jahre gehabt, sagt Eisentraut.
Vor Ort kannten ihn die Leute. „Wenn ich
dort unterwegs war, passierte es, dass
mich Hausgemeinschaften abends zum
Grillen einluden.“ Eisentraut schuf Orte
der Begegnung, an denen getanzt und gelacht, gefeiert und gesungen wurde. An
denen bekannte Ostkünstler auftraten,
Jugendweihen ausgerichtet wurden oder
Brigaden auf ihre Planerfüllung mit Rotkäppchensekt anstießen.
Ein Großteil der von Eisentraut entworfenen öffentlichen Gebäude entstand
entlang der Marzahner Promenade, beginnend mit dem Empfangsgebäude des
S-Bahnhofs Marzahn an der Märkischen
Allee über zwei Warenhäuser, der Galerie
M bis hin zum Freizeitforum. Geblieben
ist das Freizeitforum, ein Kulturtempel
mit zwei Veranstaltungssälen, Klubräumen, Schwimmbad und Bibliothek. Gleich
nach der Wende verschwand das Bahnhofsgebäude. Die Warenhäuser wichen
dem Einkaufszentrum, die Galerie wurde
vergangenes Jahr dem Erdboden gleich gemacht. Auch die Wohngebietsgaststätten
wie der Ahrensfelder Krug oder die Brunnenschänke sind inzwischen nur noch

Prof. Dr. Wolf-Rüdiger Eisentraut in seinem Büro in Berlin-Charlottenburg. An der Wand eine
Auswahl der von ihm entworfenen Gebäude.
Foto: Marcel Gäding

auf Fotos im Archiv Eisentrauts zu finden. Was von einem nicht mehr vorhandenen
Sein damals ausgeklügelter und zügig um- politischen System gut geheißen wurde,
gesetzter Plan von kleinen Kiezzentren, in hat in der heutigen Gesellschaft nichts
denen das gesellschaftliche Leben außer- mehr zu suchen. Dabei waren seine Plähalb der Plattenbauwohnungen stattfinden ne alles, nur nicht politisch gedacht. „Als
sollte, ist Architekturgeschichte. Natürlich Architekt ist es meine Pflicht, etwas Gutes
sieht es Eisentraut in erster Linie prag- zu schaffen“, sagt Eisentraut. Damals stand
matisch, dass ein Architekt ein Gebäude der soziale Aspekt hinter den Entwürfen.
einem Nutzer übergibt und der dann da- „Für die Menschen waren diese Gebäude
für verantwortlich ist. Doch es ärgert ihn, seinerzeit ein Wertgewinn“, resümiert
dass viele seiner Konzeptergebnisse neuen Eisentraut. Er bezeichnet es als Versagen
Nachwendebauten weichen mussten. Ein der Politik, der er unter anderem vorwirft,
schönes Beispiel sind die Ringkolonnaden, dem Abriss der Galerie M tatenlos zugesedie einst wichtiges Nahversorgungszent- hen zu haben.
Es ist fast schon ein Wunder, dass sorum waren. Gut die Hälfte des Ensembles
existiert heute noch, der Rest ist mittler- wohl das Freizeitforum als auch das erst
weile abgerissen. In dem verbliebenen Ge- 1988 eröffnete Rathaus Marzahn von den
bäude harren noch einige wenige Läden Abrissbaggern des Westens verschont blieaus, die man an einer Hand abzählen kann. ben. Letzteres wurde sogar unter Denkmalschutz gestellt und soll demnächst saniert
Ein Großteil des Gebäudes steht leer.
Nein, er hat nicht gezählt, wie viele sei- werden. Dass man es in das Handbuch der
ner Gebäude kaum 25 Jahre überstanden. Deutschen Kunstarchitektur eintrug, ist
Doch Wolf-Rüdiger Eisentraut räumt ein, eine späte Würdigung für den Planer. Eidass sich nach dem Fall der Mauer auch sentraut sagt, dass er ein Auge hat auf diedie wirtschaftlichen Rahmenbedingungen se Gebäude. Dass sich das lohnt, zeigt das
änderten – etwa für den Handel. Da ihm Freizeitforum. Dort konnte er verhindern,
am Erhalt der Gebäude gelegen war, er- dass das Freizeitforum in seiner Grundarbeitete er auf die neue Zeit angepasste struktur verändert wird.
Damals wie heute gelten die von EisenKonzepte. Umgesetzt wurden diese aber
nie. 1993 lieferte er ein komplettes städte- traut entworfenen öffentlichen Gebäude
bauliches Konzept für Marzahn, das zwar als gut durchdacht. Wie ein roter Faden
viel Beachtung fand. Bis heute existiert es ziehen sich beispielsweise die lichtdurchfluteten Dächer durch Eisentrauts Gebäuaber nur auf dem Papier.
Zuletzt machte sich Eisentraut Gedan- de. Und er hat ein Faible für das Achteckiken, wie man das von ihm entworfene, ge. Diese Formen tauchen immer wieder in
2007 geschlossene Kino Sojus am Helene- den Plänen auf. Licht spielte für ihn eine
Weigel-Platz wieder nutzen kann. Jüngste große Rolle, weshalb er auch seine WarenMeldungen, dass das Gebäude einer Ein- häuser mit vielen Fensterflächen zu allen
kaufspassage weichen muss, machen ihm Seiten ausstattete.
Hin und wieder zieht es Eisentraut heuda aber wenig Hoffnungen. Vermutlich
wird auch das Sojus abgerissen. Er ärgert te noch nach Marzahn. Längst könnte er in
sich darüber, findet es unwürdig und zum Rente sein, arbeitet aber immer weiterhin.
Teil auch unlogisch und kommt auf die Aktuell kümmert er sich um die Planung
Galerie M zu sprechen, die in dieser Form eines Skigebiets bei Salzburg, das auch auheute keine Kommune mehr bauen würde. tofrei sein soll. Also muss man den MenEisentraut spitzt ein bisschen zu und sagt: schen vor Ort etwas bieten. Wie damals. In
MARCEL GÄDING
„Nur, weil es durch das Dach regnet, muss Marzahn.
man ein Haus nicht abreißen.“ Alles hat
Eine Galerie verschwundener Gebäude
für Eisentraut, wie damals beim Palast der
Die Galerie M wurde 2014 abgerissen.
finden Sie unter http://bit.ly/eisentraut

Foto: Archiv Eisentraut Republik, auch eine politische Dimension:

Bezirks-Politik

Bezirks-Journal Lichtenberg/ Hohenschönhausen | Juni 2015

7

den Eliten, heute fühlen sie sich von der
Politik ignoriert“, sagt Sommer. Weil
es an Kultur im Kiez fehlt, versucht sie,
eine Brücke zu bauen und organisiert
auf eigene Faust eine politische TalkRunde mit dem Namen „Ein SommerAbend“.
Mehr Geld für das Tierheim

Evrim Sommer in ihrem Wahlkreis. Er ist grün, aber voller Probleme.

FOTO: MARCEL GÄDING

Zwischen Armut und Naturidylle
Evrim Sommer (DIE LINKE) wurde 2011 direkt ins Abgeordnetenhaus gewählt.
Ein Jahr vor der nächsten Wahl zieht sie Bilanz und zählt hierfür viele Probleme auf.
von Marcel Gäding

V

or den Fenstern ihres Wahlkreisbüros tauchen immer wieder
Bauarbeiter auf. Zwischendurch
ist es sehr laut in der ersten Etage eines
Plattenbaus an der Zingster Straße. Es
wird gebohrt und gehämmert. Gut ein
Jahr ist Evrim Sommer (DIE LINKE)
jetzt hier vor Ort, teilt sich die Etage mit
der Bundestagesabgeordneten Gesine
Lötzsch. Doch wie es aussieht, muss
sie demnächst wieder ausziehen – zumindest vorübergehend. Es ist eines der
letzten Gebäude im Kiez, die 25 Jahre
nach dem Fall der Mauer instandgesetzt
werden.
Natürlich könnte man dies jetzt als
Zeichen deuten: Es geht voran in NeuHohenschönhausen. Doch Evrim Sommer hält sich mit ihrer Euphorie zurück.
Sicher, in der 30 Jahre alten Großsiedlung lässt es sich gut wohnen – und das
mitten im Grünen. Vor der Tür halten
die Straßenbahnen, die im Zehn-Minuten-Takt Richtung Stadtmitte fahren.
Nur einen kleinen Spaziergang entfernt
leuchten dieser Tage die Rapsfelder
Gelb, während man am Malchower
See gleich nebenan den Kuckuck hören
kann.
Der Wahlkreis, den Evrim Sommer
2011 direkt holte, ist ein Ort voller Widersprüche. Einerseits wohnen dort
Menschen mit einem festen Arbeitsplatz. Andererseits leben rund um die
Zingster Straße alleinerziehende Mütter oder Männer und Frauen, die ohne
staatliche Hilfe nicht auskommen. Dazu
passt dann der Satz, den Evrim Sommer
aus der Statistik ableitet: „21 Prozent der
Lichtenbergerinnen und Lichtenberger
sind armutsgefährdet.“ Noch schlimmer
sieht es rund um die Randowstraße aus.
Dort leben bis zu 70 Prozent der Menschen von Transferleistungen, also von

Stütze. In vielen der 17 Kitas, die Evrim
Sommer besucht hat, klagen die Leiterinnen über Elternhäuser, die die Zuzahlung für den Kitaplatz ihrer Kinder nicht
mehr aufbringen können. Im Grunde
genommen, sagt Sommer, müsste dort
zusätzliches Personal eingestellt werden, um auch den Eltern Hilfe anbieten
zu können. Immerhin finde in den Kitas
die Vorschule statt. „Ein möglicher Weg
wäre, Familienzentren einzurichten.“
Die Fakten, die Evrim Sommer zur
Bilanz ihrer Wahlkreisarbeit präsentiert, sind nicht schön. Von einem Problemkiez wolle sie nicht sprechen: „Die
soziale Strukturen sind ja gar nicht mal
so schlecht.“ Kritik äußert sie aber am
Bezirksamt, an Stadtentwicklungssenator Andreas Geisel (SPD), der mal
Bürgermeister von Lichtenberg war,
und dessen Nachfolgerin Birgit Monteiro (SPD). „Es erfordert ein komplexes
Maßnahmepaket“, lautet Sommers Forderung. Von den Verantwortlichen auf
Bezirksebene erwarte sie, „dass diese
das Problem beim Namen nennen“. Einen Fokus legt Sommer auf alleinerziehende Frauen. Geplant seien Antragsinitiativen, mit deren Hilfe Betroffene
eine Perspektive erhalten. Dazu gehöre
eine flexiblere Kinderbetreuung, die den
Frauen ermöglicht, wieder in Arbeit
zu gelangen. Dabei sieht sie auch das
Land in der Pflicht, dem sie unterstellt,
die Kommune – also den Bezirk – ausgeblutet zu haben. „Es eskaliert immer
dann, wenn ein Kind verwahrlost aufgefunden wird“, sagt Sommer. Daher sei
es verantwortungslos, Mittel in diesem
Bereich zu reduzieren.
Aktiv wurde Sommer auch in anderer
Hinsicht: Aus der eigenen Tasche finanzierte sie einen Bürgerbrief, der an 2.000
Haushalte im Kiez verteilt wurde. Darin
versucht die Abgeordnete, den Ängsten
der Anwohner vor der Ansiedlung von
Flüchtlingen zu nehmen. „Mir ging es

darum, zunächst einmal darüber aufzuklären, dass wir hier nicht von Flüchtlingen überschwemmt werden“, sagt Sommer. Ein weiteres Dauerthema in ihren
Bürgersprechstunden sei der Ärztemangel. Viele der Ratsuchenden hätten zudem das Gefühl, abgehängt worden zu
sein. „Zu DDR-Zeiten gehörten sie zu

Doch Sommer ist nicht nur in der
Platte unterwegs. In der Siedlung Wartenberg organisierte sie Gesprächsrunden zwischen Anwohnern und den Berliner Wasserbetrieben, weil dort unklar
ist, wie die Fäkalien abgefahren werden.
In Falkenberg engagiert sich Sommer
für ein Informationsleitsystem, das den
Weg in die Barnimer Feldmark weist.
Auch mit dem Tierschutzverein als Betreiber des Tierheims ist sie in ständigem
Kontakt. Unter anderem geht es darum,
die Mittel für die Versorgung herrenloser Tiere zu erhöhen. Nachhaken will
sie noch einmal in Sachen Stadtteilzentrum nahe dem Bahnhof Hohenschönhausen. „Dafür gab es einen Einwohnerantrag, passiert ist aber bislang nichts.“
Das können auch einer der Gründe dafür sein, dass sich sämtliche Kiezaktive
inzwischen zurückgezogen hätten. „Als
ich 2011 hier im Wahlkreis anfing, gab
es davon sechs“, erinnert sich Evrim
Sommer. Mittlerweile hätten diese Anwohnerinitiativen ihre Arbeit weitestgehend eingestellt. „Es tut uns nicht gut,
wenn wir sie links liegen lassen“, sagt
die Abgeordnete. Daher habe sie sich
vorgenommen, mit den Fraktionen in
der BVV und der Bezirksbürgermeisterin noch einmal ins Gespräch zu kommen.
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Anzeigensonderveröffentlichung

fit & gesund

Vor dem Urlaub besser zum Arzt

E

Vorherige Impfungen bieten Schutz in fernen Ländern/ Krankenkassen übernehmen oft die Kosten

ine Reise in ferne Länder ist
schön, kann für den Körper aber
belastend sein. Das Immunsystem wird gleich mehrfach herausgefordert - nicht nur durch Zeitumstellung,
ungewohntes Klima und andere hygienische Bedingungen. Im Ausland können
Urlauber auch schnell mit fremden Erregern in Kontakt kommen und ernsthaft
erkranken. Schutz bietet eine vorherige
Impfung.
Der richtige Schutz braucht die richtigen Angaben: Reiseziel, Reisedauer,
Reisestil – all das muss ein Arzt wissen,
um die nötigen Impfungen empfehlen zu
können. „Bei einer Tour durch Thailand
sind zum Beispiel ganz andere Vorbereitungen zu treffen als bei einem Ausflug
nach Tschechien“, sagt Privatdozent
Dr. Markus Reiser, Facharzt für Innere
Medizin und Infektiologie. „Außerhalb
Europas ist das Risiko deutlich höher,
sich mit einer Infektionskrankheit anzustecken. Denn während einer Fernreise begeben sich Urlauber oft in eine
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ungewohnte Klimazone und erleben
hygienische Bedingungen, die nicht den
europäischen Standards entsprechen“,
erklärt der Knappschafts-Experte Reiser weiter. Erreger können sich schnell
über verunreinigtes Trinkwasser oder
infizierte Nahrung übertragen - und zu
Krankheiten wie Cholera oder Typhus
führen. Um das zu verhindern, sind
Schutzimpfungen eines der wirksamsten vorbeugenden medizinischen Mittel. Sie können nicht nur dafür sorgen,
dass Geimpfte gesund bleiben, sondern
auch verhindern, dass sich ansteckende
Krankheiten ausbreiten.
Vorsicht bei Fisch und Fleisch
Darüber hinaus sollten sich Urlauber
über die Lebens- und Umweltbedingungen im Reiseland informieren und
darauf vorbereiten. Dazu gehört auch,
seine Reiseapotheke entsprechend anzupassen. Sie kann sich bei leichten Erkrankungen und kleineren Verletzungen

Vor dem Urlaub am Pool unbedingt den
Arzt aufsuchen. 
FOTO: BEZIRKS-JOURNAL
als sehr nützlich erweisen. Eine weitere
Empfehlung: Reisende sollten am Urlaubsort bestimmte ungekochte oder
nicht gebratene Nahrungsmittel meiden,
um sich keinen unnötigen Risiken auszusetzen. „Niedrigere Hygienestandards
bei der Lagerung und der Verarbeitung
können zum Beispiel dazu führen, dass
roher Fisch oder nicht durchgegartes
Fleisch mit Salmonellen, Bakterien oder

Würmern belastet sind“, erklärt Dr.
Markus Reiser. Auch ein frisch gezapftes Glas Trinkwasser aus der Leitung ist
nicht zu empfehlen.
Welcher Impfschutz für welches Reiseziel der richtige ist? Darüber sollten
sich Reisewillige sechs bis acht Wochen
vor ihrem Urlaubsbeginn bei ihrem Arzt
informieren. „In bestimmten Fällen
brauchen Impfstoffe diese Zeit, um zu
wirken - zum Beispiel beim Aufbau einer Grundimmunisierung“, erklärt Dr.
Reiser. Die Kostenübernahme sollten
Reisende mit ihrer Krankenkasse regeln. Versicherte sollten sich von einem
Vertragsarzt oder beim Gesundheitsamt
impfen lassen. Grundlage dafür sind
die Empfehlungen der Ständigen Impfkommission beim Robert Koch-Institut
in Verbindung mit den Reisehinweisen
des Auswärtigen Amtes. Darüber hinaus
sollten Reisewillige darauf achten, dass
auf den Impfrechnungen und den Belegen über die ärztlichen Behandlungen
das Reiseziel notiert ist. (lifepr)
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Altersmedizin im KEH auf
Zukunft vorbereitet

Behandlungszentrum für ältere Patientinnen und Patienten eröffnet

A

m 6. Mai 2015 wurde das spezielle
Behandlungszentrum für ältere Patientinnen und Patienten im Evangelischen Krankenhaus Königin Elisabeth Herzberge (KEH) in Berlin-Lichtenberg offiziell
eröffnet. Unter einem Dach kooperieren seit
Beginn des Jahres in Haus 10 die Geriatrische
Tagesklinik und die Tagesklinik für Spezielle
Schmerztherapie für ältere Patienten. Das Besondere ist die räumliche Nähe und die inhaltliche Kooperation von Geriatrie und Neurologie
– unter Einbeziehung der Gerontopsychiatrie.
Bei der feierlichen Eröffnung nannte Bezirksbürgermeisterin Birgit Monteiro die Arbeit des
Zentrums eine „Rückkehr ins Basislager“. Das
Behandlungsspektrum sei daran ausgerichtet,
was den Patienten helfe, so lange wie möglich
im vertrauten Lebensumfeld zu bleiben. Das
Zentrum bietet ein „multimodales“ Behandlungsprogramm für Patienten mit chronischen
Schmerzsyndromen, d.h. eine wirksame Verbindung von verschiedenen Therapieformen,
während in der Geriatrischen Tagesklinik in
abgestufter Form Krankheitsbilder behandelt
werden, die zu Einschränkungen der Mobilität
oder Alltagskompetenz geführt haben. In den
sanierten und neu ausgestatteten Räumlichkeiten sorgt ein spezielles Farbkonzept in den Fluren für bestmögliche räumliche Orientierung
bei den Seniorinnen und Senioren mit demenziellen Einschränkungen.

dung von Verwirrtheitszuständen nach einer
Operation. Das Speisenangebot wurde verändert und ein „demenzfreundliches Essen“ eingeführt. Seit 2014 werden Pflegekräfte in allen
Stationen speziell zum Thema „Demenz“ ausgebildet.
Auf den steigenden Anteil von Patienten mit
Demenzproblemen sind die meisten Krankenhäuser nicht vorbereitet. Um die Situation verbessern zu helfen, wird seit Februar 2015 eine
durch das KEH vorbereitete Weiterbildung für
Krankenhäuser in Berlin, Brandenburg und
Mecklenburg-Vorpommern angeboten, die in
Kooperation mit dem Evangelischen Diakonieverein Zehlendorf und der AOK Nordost
durchgeführt wird. Für ein im KEH entwickeltes Pilotprojekt zur Entwicklung von speziellen
Behandlungspfaden ist vor kurzem eine Förderung beantragt und bewilligt worden. Ziel
ist ein „Kompetenz Zentrum Demenz“, das
helfen soll, die Versorgung im Bezirk und die
Zusammenarbeit aller Akteure zu verbessern.
Geriatrische Tagesklinik | Seniorenprogramm
der Tagesklinik für Spezielle Schmerztherapie
Telefon: (030) 5472–56 30

Beim Auftakt „80plus“ (v.l.n.r.): Prof. Dr. Hans-Peter Thomas (Geriatrie, KEH), Bezirksstadträtin
Dr. Sandra Obermeyer, Senator Mario Czaja, Prof. Dr. Adelheid Kuhlmey (Charité Berlin), Dr. Eric
Hilf (Geriatrie, Sana) und KEH-Geschäftsführer Dr. Johannes Feldmann.

Auftaktveranstaltung 80plus
Diskussion zur Versorgung hochaltriger Menschen gestartet

D

er gestiegene Bevölkerungsanteil an
Menschen in hohem Alter wird in
den kommenden Jahren vor große
Herausforderungen beim Pflege- und Versorgungsbedarf stellen. Deshalb fand am 20.
Mai 2015 im KEH die Auftaktveranstaltung
„80plus“ statt.
Entscheidungsträger aus Landes- und Be-

Evangelisches Krankenhaus Königin
Elisabeth Herzberge gGmbH
Herzbergstraße 79, 10365 Berlin
www.keh-berlin.de

„Demenzsensibles“ Krankenhaus
Bereits seit Jahren wird im KEH erfolgreich
daran gearbeitet, die Behandlungssituation z.B.
für Menschen mit der Nebendiagnose Demenz
zu verbessern: eine Studie führte zur Vermei-

Ein spezielles Farbkonzept in Haus 10 erleichtert
die Orientierung.

IHRE GESUNDHEIT IST BEI
UNS IN GUTEN HÄNDEN!

zirkspolitik, von Krankenkassen, Verbänden
und Trägern von Krankenhäusern und Pflegeeinrichtungen begannen gemeinsam mit dem
Senator für Gesundheit und Soziales Mario
Czaja einen übergreifenden Diskussionsprozess, an dessen Ende eine Konzeption für die
„Gesundheitliche und pflegerische Versorgung
hochaltriger Menschen“ stehen soll.

Anzeigensonderveröffentlichung

fit & gesund
Nützlicher Ratgeber
für Menschen ab 55
apercu-Verlag legt Broschüre neu auf

D

er Apercu-Verlag hat seinen
Ratgeber „55 plus“ für den Bezirk Lichtenberg neu aufgelegt.
Das 98 Seiten starke Heft ist ab sofort an
vielen Stellen im Bezirk kostenlos erhältlich. Es enthält neben vielen Adressen
und Kontakten auch liebevolle Porträts
über Seniorenprojekte im Bezirk.
Die Seniorenvertretung Lichtenberg
beschäftigt sich in ihrem Beitrag mit u.
a. mit dem ersten politischen Seniorenforum Lichtenbergs am 28. September
2015 im Rahmen der „Woche der älteren Menschen“. Es wird gemeinsam
mit dem Bezirksamt und der BVV veranstaltet. Lichtenberg – „kinder- und
familienfreundlicher Bezirk“ – soll auch
seniorenfreundlich sein. Als Erfolgsgeschichte wird die Etablierung der Seniorenuniversität Lichtenberg, die seit fünf
Jahren besteht, gewertet.
Erfreuliche Tendenzen mit Luft nach
oben brachte die neue Befragung nach
der Zufriedenheit von Senioren der Katholischen Hochschule für Sozialwesen
Berlin im Auftrag des Bezirksamtes. Die
Gesamtzufriedenheit hat sich seit der
ersten Befragung von 2009 leicht verbessert. Am zufriedensten ist man in den
Regionen Frankfurter Allee Süd, AltHohenschönhausen Nord, Alt-Lichtenberg, am unzufriedensten nach wie vor
in den „Dörfern“ und der Rummelsburger Bucht.
Seit fünf Jahren leisten neun Frauen
und ein Mann zwischen 57 und 70 Jahren Schülerhilfe in Kiezschulen. Sie nennen sich die „Grauen Zellen“ und können durchaus Verstärkung vertragen.
Inge Golle beschreibt, wie sie dank der
Anna-Seghers-Bibliothek am Prerower
Platz zur „Weltreisenden“ wurde. Sie
besucht hier gemeinsam mit anderen Senioren freitags um 10 Uhr den angebotenen Kurs für die ersten Schritte im Netz.
„Die Weisetreter“, das Seniorenkabarett, begann 1995 als Kurs an der
Volkshochschule. Mittlerweile 20-jährig
hat sich der eingetragene Verein unter
der künstlerischen Leitung von Lina
Wendel zu einem professionellen Ensemble entwickelt. Geprobt wird immer mittwochs von 9 bis 13 Uhr in der
Karlshorster Seniorenbegegnungsstätte
Hönower Str. 30a.

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Vorgestellt werden Wohn- und Pflegemöglichkeiten, Treffpunkte für Senioren im Bezirk sowie Gesundheitsund Sportangebote, z. B. Fitness mit
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die Pflegebedürftigen und deren Angehörigen, aber auch in ganz „normalen“
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Das Journal 55 PLUS 2015 Lichtenberg wurde herausgegeben und realisiert
von der apercu Verlagsgesellschaft mbH
in Zusammenarbeit mit dem Bezirksamt
Lichtenberg. Die Broschüre erschien in
einer Auflage von 30.000 Exemplaren.
Sie ist kostenfrei erhältlich in öffentlichen Einrichtungen des Bezirkes. Gegen
Einsendung von 1,45 Euro in Briefmarken kann das Journal bestellt werden
bei der apercu Verlagsgesellschaft mbH,
Gubener Straße 47, 10243 Berlin.

(bzj./apc)
Die Broschüre gibt es als kostenfreie App im
Gratis-Download bei Google Play wie auch
im App Store unter „Berlin-Broschueren“.
Hier kann online geblättert werden: www.
verlag-apercu.de/ebroschueren

10 Bezirks-Sport

Juni 2015 | Bezirks-Journal Lichtenberg/ Hohenschönhausen

Wie bei Robin Hood

Beim Bogenschießen herrscht konzentrierte Ruhe. Der SV Bau-Union Berlin hat eine Abteilung,
in der Frauen und Männer gemeinsam trainieren. Das sei für sie ein Sport der Entspannung, sagen sie.
von Benedikt Paetzholdt

D

er Ablauf ist immer gleich:
Die Schützen stellen sich alle
an einer Linie in der Sporthalle der Adam-Ries-Grundschule in AltFriedrichsfelde auf. Sie heben Pfeil und
Bogen bis auf Schulterhöhe und visieren
das Ziel an. Nach und nach sausen die
Geschosse zischend auf die knapp 20
Meter entfernte Scheibe. Das alles wiederholt sich, bis alle Köcher leer sind.
Gemeinsam gehen dann alle los, um die
Pfeile für eine neue Serie einzusammeln.
Gesprochen wird hier nicht viel, das soll
während der ganzen Trainingseinheit so
bleiben.
Für Ulrike Marschinke, die beim hier
trainierenden SV Bau-Union Berlin zur
Abteilungsleitung gehört, macht diese
konzentrierte Arbeit den Reiz des Bogenschießens aus. „Andere gehen zum
Yoga, ich komme eben hierher“, sagt sie.
„Ich fühle mich total entspannt.“ Nur
wer wirklich zur Ruhe kommt und sich
vom Stress des Alltags freimachen kann,

Nachwuchsarbeit waren Beweis für die
sportliche Entwicklung. 1978 erfolgte
der Umzug in das Stadion „1. Mai“ an
der Scheffelstraße, hier hat die Abteilung
bis heute ihr Domizil. In den warmen
Sommermonaten trainieren die Schützen vermehrt hier.
Unter freiem Himmel sind die Bedingungen ungleich schwerer. Schon kleinste Windstöße können die Flugbahnen
der Pfeile entscheidend verändern. Vor
allem Bogenschützen, die ihre Pfeile
mit optischer Unterstützung abfeuern,
mögen die Freiluft-Saison. Das Training
kann dann nämlich unter Wettkampf-Bedingungen stattfinden. Im Gegensatz zu
Schützen ohne Visier, die maximal aus
einer Entfernung von 50 Metern zielen,
kann der Abstand hier schon mal bis zu
90 Metern liegen. „Das ist ausgleichenBogen spannen und los. Auf die Haltung kommt es an.
FOTO: BENEDIKT PAETZHOLDT
de Gerechtigkeit“, sagt Visier-Schütze
Klaus Schwark. „Die Entfernung gleich
wird seine Pfeile nah am Zentrum der wegzudrücken, die einen sonst beschäfti- den Vorteil der höheren Zielgenauigkeit
Scheibe unterbringen. Je näher man dem gen“, weiß Schütze Peter Schmidt.
aus.“
Mittelpunkt kommt, desto mehr Punkte
Die Abläufe beim Bogenschießen sind
Insgesamt gibt es drei unterschiedbekommt man bei einem Wettkampf. vor allem Erfahrungssache. „Eigentlich liche Bogentypen. Grundform ist der
„Man kann hier wirklich lernen, Sachen kann das jeder. Man sollte nur nicht zu klassische Langbogen, wie man ihn aus
hektisch sein“, sagt Schützin Marschin- Robin-Hood-Filmen kennt. Er besteht
ke. Um sich zu verbessern, helfen sich meistens aus Holz und ist nur einfach
die Sportler gegenseitig. Dazu zählen gebogen. Die Entwicklung davon ist der
zum Beispiel Tipps, wie sich die Haltung Recurvebogen, der bei Training weitgeverbessern lässt. Wie bei vielem im Le- hend zum Einsatz kommt. Der Bogen
ben können gerade auch Kleinigkeiten hat die klassische Doppel-S-Biegung und
bei dieser Sportart
ist in der Regel
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den Unterschied
dreiteilig aufgemachen. Das zeigt
baut (Mittelstück
sich auch alle vier
und zwei WurfarJahre, wenn das
me). Um einen
Bogenschießen bei
optimalen Schuss
den Olympischen
abgeben zu könüber 60 Jahre in Berlin
Spielen im Fernnen, ist dieser
sehen zu verfolgen
Bogen mit einer
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auch jede Menge Verbissenheit. Beim SV
Der Compoundbogen ist ein hochgeBau-Union soll das aber gerade nicht so rüsteter Bogen. Er ist in der Lage, eine
sein. Die Mitglieder der Bogensport-Ab- sehr große Energiemenge zu speichern.
teilung verstehen sich als Freizeitsportler Das wird durch die angewandte Flaund stehen damit in einer langen Tradi- schenzugtechnik möglich. Mit ihm ist
tion. Los ging es bereits Ende der Fünf- eine hohe Präzision möglich, allerding
zigerjahre, als die Schützen ihrem Hob- ist er technisch am schwierigsten zu beby in einem Verein in Berlin-Oberspree dienen. Deshalb ist er beim Training
nachgingen, der sich bald später auflöste. der SV Bau-Union auch wenig vertreIm März 1965 wurde dann eine neue ten. „Ich habe bei der Arbeit so viel mit
Abteilung Bogenschießen im BSG Auf- Technik zu tun, da brauche ich das hier
bau Zentrum gegründet – mit großem nicht“, sagt Schütze Schmidt. Wenn BoErfolg. DDR-Meistertitel, Teilnahme an genschützen eines nämlich nicht wollen,
der neu entstandenen Oberliga, große dann ist es Ablenkung vom WesentliTurniere auf dem vereinseigenen Ge- chen, von der Konzentration auf sich
lände sowie eine breite und erfolgreiche selbst.

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Bezirks-Kulturkalender

Bezirks-Journal Lichtenberg/ Hohenschönhausen | Juni 2015

THEATER & KABARETT

Theater unter freiem Himmel: „Die Bremer
Stadtmusikanten … an die frische Luft
gesetzt“ heißt es am 20. Juni um 20 Uhr
beim Theater Open Air vom Weiten Theater.
Weitere Aufführungen gibt es am 21. Juni, 16
Uhr, am 23. und 24. Juni jeweils um 10 Uhr.
Ort: Das Weite Theater, Parkaue 23, 10367
Berlin. Infos: Tel. (030) 991 79 27. Eintritt:
Kinder 4,50 Euro, Erwachsene 6,50 Euro.

10369 Berlin. Infos: Tel. (030) 90296-3790.
Öffnungszeiten: Mo, Di, Do, Fr 9-19 Uhr, Mi
13-19 Uhr, Sa 9-15 Uhr.

120 Jahre Karlshorst: „Einblicke in die
Geschichte – 120 Jahre Karlshorst“ lautet der
Titel der Ausstellung, die bis zum 26. Juli in
der Galerie des Kulturhauses zu sehen ist.
Sie entstand in Kooperation des Museums
Lichtenberg mit den Geschichtsfreunden
Karlshorst im Kulturring Berlin e.V. Ort:
Kulturhaus Karlshorst, Treskowallee 112,
10318 Berlin. Infos unter Tel. (030) 4 75 94
06 10. Öffnungszeiten: Mo-Sa 11-19 Uhr, So
14-18 Uhr.

VORTRÄGE & FÜHRUNG

Kunstvortrag: Dr. Gerhild Komander stellt
am 25. Juni um 19.30 Uhr das künstlerische
Wirken von Suzanne Valadon und Maurice
Utrillo vor. Eintritt: 2, erm. 1 Euro. Ort: Galerie 100, Konrad-Wolf-Straße 99, 13055 Berlin.
Infos: Tel. (030) 971 11 03.

KULTUR & KUNST

Vielfalt: Kinder und Jugendliche stellen
noch bis zum 20. Juni ihre Arbeiten in der
Jugendkunstschule aus. Die Besucher können
die Ergebnisse aus dem Kursus Malen und
Zeichnen bewundern, an dem die jungen
Nachwuchskünstler teilnehmen. Ort: Jugendkunstschule Lichtenberg, Demminer Straße 4,
13059 Berlin. Öffnungszeiten bitte unter Tel.
(030) 924 88 73 erfragen.
Konzeptkunst: Werke des amerikanisch-belgischen Konzeptkünstlers Peter Downsbrough
sind noch bis zum 28. Juni im Mies van der
Rohe-Haus zu sehen. Peter Downsbrough
zählt zu den New Yorker Konzeptkünstlern
der ersten Stunden. Mit minimalen Interventionen, Wortbildern, schwarzen Linien auf
der Wand verändert Downsbrough in seiner
Ausstellungsanordnung die Wahrnehmung
des Ortes. Ort: Mies van der Rohe Haus,
Oberseestraße 60, 13053 Berlin. Infos: Tel.
(030) 97 00 06 18. Öffnungszeiten: Di bis So
11-17 Uhr
Fotoausstellung: „Schönheiten in Stein –
unvergängliche Schönheiten“ lautet der Titel
einer Fotoausstellung, die bis zum 11. August
in der Anton-Saefkow-Bibliothek zu sehen
ist. Gezeigt werden die Arbeiten der Mitglieder der Fotogemeinschaft des Betreuten
Einzelwohnen des Rehabilitationszentrum
Berlin Ost gGmbh. Sie hatten Friedhofskulpturen fotografisch festgehalten. Ort: AntonSaefkow-Bibliothek, Anton-Saefkow-Platz 14,

ARGENTINISCHE MUSIK

Fotos vom Ende der Welt: Bis zum 30. Juni
sind in der Egon-Erwin-Kisch-Bibliothek
Fotos zu sehen, die Christine Seifert während
einer Tour von Santiago de Chile bis ans Ende
der Welt unternommen hat. Entstanden sind
sehenswerte Aufnahmen von der Einsamkeit
der unendlichen Weiten Ostpatagoniens und
den spektakulären Naturszenarien in der wilden Gletscherwelt. Ort: Egon-Erwin-Kisch-Bibliothek, Frankfurter Allee 149, 10365 Berlin,
Tel. (030) 5 55 67 19. Öffnungszeiten: Mo, Di,
Do, Fr 9-19 Uhr, Mi 13-19 Uhr, Sa 9-15 Uhr.
Zehn Jahre interkultureller Garten: 2005
wurde der Interkulturelle Garten an der Liebenwalder Straße in Alt-Hohenschönhausen
eröffnet. Eine Ausstellung mit dem Titel
„Miteinander. Füreinander“ würdigt bis
zum 27. Juni die Arbeit dieser Einrichtung.
Die Fotos geben Einblick in die ökologische
Vielfalt, zeigen den Wert der Früchte der
Natur und erinnern an Veranstaltungen und
Begegnungen der verschiedenen Generationen
im Freien. Ort: Anna-Seghers-Bibliothek, Prerower Platz 2, 13051 Berlin, Tel. (030) 92 79
64 40. Öffnungszeiten: Mo, Di, Do, Fr 9-20
Uhr, Mi 13-20 Uhr, Sa 9-16 Uhr.

Skulptur und Malerei: Die beiden Künstler
Barbara Illmer und Martin Mehlitz stellen
bis zum 5. August in der Galerie 100 aus.
Sie präsentieren Skulptur und Malerei. Der
Eintritt ist frei. Ort: Galerie 100, KonradWolf-Straße 99, 13055 Berlin, Tel. (030) 971
11 03. Öffnungszeiten: Di-Fr 10-18 Uhr, So
14-18 Uhr.

MUSIK & TANZ

Alles nur geklaut: Plagiate der Musikgeschichte stehen auf dem Programm dieses
Konzerts am 27. Juni um 18 Uhr. Im
Mittelpunkt steht das Wirken der berühmtesten Komponisten Europas. Zu Gast ist Felix
Reuter, der unter anderem aufdeckt, welche
Melodien damals wie heute raffiniert geklaut
wurden. Eintritt: 22 Euro. Ort: Schloss Friedrichsfelde, Am Tierpark 125, 10319 Berlin.
Karten unter Tel. (030) 51 53 14 07.

11

Der Carlshorster Salon präsentiert am Freitag, 19. Juni, um 19.30 Uhr russischen Tango. Alina Martirosjan-Pätzold lädt zum interkulturellen Abend mit
Musik, bildender Kunst und Kulinarischem ein. In Kooperation mit dem Kulturring in Berlin e. V. Karten kosten 18 Euro, Reservierungen unter Tel.
(030) 5 53 22 76. Ort: Kulturhaus Karlshorst, Treskowallee 112, 10318 Berlin.

FOTO: KULTURRING IN BERLIN E.V.

KINDER

Familiensamstag: Das Puppentheater Parthier ist am 27. Juni um 10 Uhr zu Gast in
der Bodo-Uhse-Bibliothek. Gezeigt wird das
Stück „Das Rübchen und andere Geschichten
vom Großwerden“. Eintritt: 1 Euro. Ort:
Erich-Kurz-Str. 9, 10319 Berlin.
Bei der Feuerwehr wird der Kaffee kalt:
Das Kultstück für kleine Zuschauer ist wieder
am 28. Juni (16 Uhr), am 30. Juni (10 Uhr)
und am 1. Juli (10 Uhr) im Weiten Theater
zu sehen. Ort: Das Weite Theater, Parkaue
23, 10367 Berlin. Infos: Tel. (030) 991 79 27.
Eintritt: Kinder 4,50 Euro, Erw. 6,50 Euro.

IMPRESSUM
Bezirks-Journal

Unabhängige Monatszeitung für
die Berliner Bezirke.
Das Bezirks-Journal erscheint einmal im Monat kostenlos
und liegt derzeit an ca. 250 Orten in den Bezirken Lichtenberg sowie Marzahn-Hellersdorf zur Mitnahme aus. Die
Zeitung finanziert sich ausschließlich durch Werbung.
Herausgeber/ Chefredakteur:
Marcel Gäding (V.i.S.d.P.)
Verlag:
Medienbüro Gäding | Marcel Gäding
Josef-Orlopp-Straße 54 | 10365 Berlin
Telefon: 030 55 49 96 56
Telefax: 030 55 49 43 69
E-Mail: redaktion@bezirks-journal.de
Internet: www.bezirks-journal.de
Facebook: www.facebook.com/bezirksjournalberlin
Twitter: www.twitter.com/bezirks_journal
Redaktion & Internet:
Marcel Gäding (Ltg.),
freie Mitarbeit: Steffi Bey,
Benedikt Paetzholdt
Anzeigen & Werbung:
Falko Hoffmann, Lutz Neumann
Tel. 030 55 49-96 55/ -43 60
E-Mail: anzeigen@bezirks-journal.de
Vertrieb & Verteilung:
Detlef Matzki, Eckhard Kietzmann
E-Mail: vertrieb@bezirks-journal.de
Druck:
BVZ Berliner Zeitungsdruck
Am Wasserwerk 11, 10365 Berlin

Mitglied im
Deutschen Journalistenverband e.V.
Wirtschaftskreis Hohenschönhausen-Lichtenberg e.V.
Bundesverband mittelständische Wirtschaft e.V.
Gesamtauflage: 100.000 Exemplare
Es gilt die Anzeigenpreisliste Nr. 2/2014.
Das nächste Bezirks-Journal erscheint am 16.7.2015

12 Bezirks-Navigator

Juni 2015 | Bezirks-Journal Lichtenberg/ Hohenschönhausen

DER AUGENBLICK: hoch hinaus

POLITIK VOR ORT
CDU Lichtenberg: Bürgerfest der
CDU Lichtenberg-Mitte am 14. Juni,
12-17 Uhr, Villa am Fennpfuhl, KarlLade-Straße 79, 10369 Berlin.
Harald Wolf, MdA, DIE LINKE: Bürgersprechstunde am 15. Juni um 17
Uhr im Bürgerbüro, Alfred-KowalkeStraße 14, 10315 Berlin.

Alles, was Lichtenberg in den kommenden
vier Wochen bewegt. Kurz. Bündig. Kompakt. Senden Sie uns Ihre Infos! E-Mail:
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Karin Halsch, MdA, SPD: Bürgersprechstunden am 17. und 24. Juni,
17 bis 18 Uhr, Bürgerbüro Am Berl
13, 13051 Berlin.

Seniorenvertretung lädt
zu Spaziergang ein
FRIEDRICHSFELDE. Die Mitglieder
der Lichtenberger Seniorenvertretung
laden am 26. Juni zu einem Rundgang
durch das Gensinger Viertel ein. Treffpunkt ist um 15 Uhr an der Jugendfreizeitstätte, Gensinger Straße 58. Im Fokus des Spaziergangs stehen die weitere
Gestaltung des Kiezes sowie die damit
verbundene Lebensqualität für Senioren.

Früh übt sich, was ein großer Schwimmer werden will. Die Seen in der Region
sind mit bis zu 20 Grad angenehm war. An dieser Stelle veröffentlichen wir
in loser Folge die Aufnahmen der fotografierenden Senioren des Deutschen
Senioren-Computerclubs.
FOTO: ELISABETH KINTSCHER

Fest der Vielfalt
und Begegnung

Wahlkreisbüro bleibt
geschlossen
HOHENSCHÖNHAUSEN. Wegen Sanierungsarbeiten bleibt das Bürgerbüro
von Dr. Gesine Lötzsch in der Zingster
Straße bis einschließlich 3. Juli geschlossen. Die nächste Bürgersprechstunde
findet daher am 25. Juni ab 17 Uhr im
Nachbarschaftshaus im Ostseeviertel,
Ribnitzer Straße 1b, 13051 Berlin, statt.
In der Schließzeit ist das Büro Lötzsch
auch für Wahlkreisangelegenheiten telefonisch unter (030) 22 77 17 87 beziehungsweise per E-Mail unter gesine.loetzsch.wk01@bundestag.de erreichbar.

GmbH

Konrad-Wolf-Straße 98
13055 Berlin Telefon 971 14 74

Herzberger Lichter am 4. Juli im Landschaftspark

D

as Gelände des Evangelischen
Krankenhauses Königin Elisabeth Herzberge und des angrenzenden Landschaftsparks wird zu einem
Festareal: Am 4. Juli findet dort „Herzberger Lichter – Das Fest der Vielfalt
und Begegnung“ statt. Ab 15 Uhr werden auf sechs Bühnen rund 60 Künstler
auftreten. Höhepunkt ist ein Abschlussfeuerwerk gegen 22 Uhr. Der Eintritt ist
frei.
Das Programm wird von bekannten
und unbekannten Talenten gestaltet, wie
Veranstalterin Zlata Findeis berichtet.
Gemeinsam mit dem Rehabibiltationszentrim Berlin-Ost solle ein Kulturfest
gefeiert werden, das sich gegen Vorurteile und Ausgrenzung richtet. „Beim
Herzberger Fest von Bürgern für Bürger bekommen alle eine Plattform, ihr
kreatives Potenzial, ihre Talente, ihre
Fähigkeiten einem breiten Publikum
zu präsentieren“, heißt es in der Programmvorschau. Unter anderem werden auch Menschen mit Behinderung
in die Gestaltung des Festes einbezogen.

Dr. Gregor Költzsch, MdA, SPD:
Bürgersprechstunde am 18. Juni
zwischen 16 und 18 Uhr, Bürgerbüro
Dönhoffstraße 36 A, 10318 Berlin.
Katrin Lompscher, MdA, DIE LINKE:
Wahlkreistag am 20. Juni, Start um
10 Uhr beim Run für Help 2015 im
Stadion Friedrichsfelde, Zachertstraße 30-50, 10315 Berlin.
Evrim Sommer, MdA, DIE LINKE:
Bürgersprechstunde am 24. Juni,
18.30 Uhr, Wahlkreisbüro Zingster
Straße 12, 13051 Berlin.
Silke Gebel, MdA, Bündnis 90/ Die
Grünen: Offene Bürgersprechstunde
mit Camilla Schuler, Vorsitzende Grüne Fraktion in der BVV, am 29. Juni
zwischen 17 und 18 Uhr, Münsterlandstraße 33, 10317 Berlin.
PIRATEN-Fraktion in der BVV: Offene
Fraktionssitzungen am 15. und 22.
Juni jeweils um 19.30 Uhr, Rathaus
Lichtenberg, Raum 9, Möllendorffstraße 6, 10367 Berlin.

Kabarett kommt unter anderem von
Dagmar Gelbke und Wolfgang Fiedler
(Foto), Schlager und Oldies von Stefanie
Simon. Geplant sind eine Modenschau
mit gehörlosen Models, eine Lesung
mit dem früheren Amtsrichter Rüdiger
Warnstädt und gefühlvolle Melodien mit
Klaus Beyer. Im Park darf zudem Segway gefahren werden. Die Kulisse wird
auch von Straßenkünstlern, Akrobaten,
Tänzern und Chören genutzt. (bzj.)
Weitere Informationen unter

 www.herzbergerlichter.de

Ole Kreins, MdA, SPD: Bürgersprechstunde am 6. Juli von 16-18 Uhr,
Bürgerbüro Heinrichstraße 1, 10317
Berlin. Anmeldungen erbeten unter
Tel.(030) 21 47 16 12.
Die nächste Sitzung der BVV Lichtenberg findet am 18. Juni um 17 Uhr in
der Max-Taut-Aula, Fischerstraße 36,
10317 Berlin, statt. Live im Internet:
http://lichtenberg.demokratielive.org

Michael Müller kommt
nach Lichtenberg
KARLSHORST. Berlins Regierender
Bürgermeister Michael Müller (SPD)
kommt nach Lichtenberg. Am 16. Juni
wird er sich um 17 Uhr den Fragen der
Lichtenberger stellen, mit ihnen über die
Politik auf Bezirks- und Landesebene reden, wie die Senatskanzlei mitteilte. Wer
an der Diskussion im Kulturhaus Karlshorst, Treskowallee 112, 10318 Berlin,
teilnehmen möchte, muss sich zuvor namentlich unter senatvorort@senatskanzlei.berlin.de anmelden. (bzj.)
        
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