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Periodical volume

Full text: Lichtenberger Bezirks-Journal Issue 2.2015,10

Rummelsburg: Kajak
fahren für den Umweltschutz. Seite 4

LIchtenberg: Neues
aus dem Leben von
Oskar Ziethen. Seite 6

Lichtenberger

ab sofort in Kooperation mit

Bezirks-Journal

Kostenlose und regionale Monatszeitung für Lichtenberg und Hohenschönhausen – mit Lokalnachrichten von Malchow bis Karlshorst für 268.465 Menschen
www.bezirks-journal.de | www.lichtenbergmarzahnplus.de | www.facebook.de/bezirksjournalberlin | www.twitter.com/bezirks_journal | 2. Jhg. | Ausgabe 10 | 15. Okt. 2015

LINKE vor Duell um
Bürgermeisterposten
Nach Evrim Sommer will auch Michael Grunst
Rathaus-Chef werden/ Entscheidung im Januar

D

IE LINKE will nach der Wahl
zur
Bezirksverordnetenversammlung (BVV) 2016 wieder
den Posten des Bezirksbürgermeisters
für sich deklarieren. Allerdings stehen
die rund 1.200 Mitglieder des Lichtenberger Kreisverbandes vor einer spannenden Frage: Wer soll der derzeitigen
Bezirksbürgermeisterin Birgit Monteiro
(SPD) den Job streitig machen? Nach
Evrim Sommer hat nun auch Michael
Grunst erklärt, für den entsprechenden
Spitzenplatz kandidieren zu wollen. Das
geht aus Schreiben hervor, die Sommer
und Grunst an die Mitglieder beziehungsweise den Bezirksvorstand ihrer
Partei verschickten. Beide Briefe liegen
dem Bezirks-Journal vor.
Bereits Anfang September hatte Evrim Sommer parteiintern darüber infor-

miert, Spitzenkandidatin für DIE LINKE werden zu wollen. Zum Erstaunen
vieler Genossen tat sie das dann auch
über den Tagesspiegel kund. Michael
Grunst zieht jetzt nach und erklärt, dass
er entgegen seiner einstigen Überlegungen doch das Bürgermeisteramt anstrebe. Viele seiner jahrelangen politischen
Weggefährten hätten ihn ermuntert, darunter einstige parteiinterne Kritiker.
Sommer und Grunst führen seit gut
drei Jahren den Bezirksverband der
Linken in Lichtenberg. Während Sommer Mitglied des Abgeordnetenhauses
ist, bekleidet Grunst seit Januar dieses
Jahres den Posten des Bezirksstadtrates
für Jugend und öffentliche Ordnung
in Treptow-Köpenick. Er war zuvor 16
Jahre lang Mitglied der BVV in Lichtenberg. Weiter Seite 4. (bzj.)

Karlshorst-Revue

Alles auf Anfang
Zufrieden sind Spielleiterin Luise Lotty Ruhnau (links) und Olaf Michael Ostertag mit den Proben zur Karlshorst-Revue „Die Treskow rauf und runter“. Nach
dem großen Erfolg im Juni soll es nun eine zweite Auflage des Stücks geben, an
dem rund 40 Karlshorster mitwirken. Gezeigt wird eine Zeitreise durch 120 Jahre
Karlshorst. Mehr auf Seite 7.
Foto: M. Gäding

2

Bezirks-Leben

Oktober 2015 | Bezirks-Journal Lichtenberg/ Hohenschönhausen

Kommen nicht nur zum Lesen, sondern auch zum Spieletesten in die Bibliothek: Tino (9) und Janina (11).

Foto: Marcel Gäding

Zwischen Klassik und Moderne
FREIZEIT: Vor 20 Jahren eröffnete im Linden-Center die Anna-Seghers-Bibliothek. Sie gehört zu den größten
kommunalen Büchereien in Berlin. Täglich nutzen bis zu 800 Menschen das Angebot, das inzwischen auch viele
digitale Medien umfasst.
von Marcel Gäding

D

er erste Eindruck überrascht
nicht: Eine ältere Dame liest in
aller Ruhe eine Zeitung, während zwei Schülerinnen ein paar Tische
weiter ihre Hausaufgaben machen und
sich durch einen kleinen Bücherstapel
arbeiten. Doch es braucht nicht lange,
um herauszufinden, dass die AnnaSeghers-Bibliothek mehr ist als nur ein
Ort, an dem man Bücher ausleihen
kann. Dazu gehören nicht nur die PCInternetarbeitsplätze, sondern auch die
Regale mit den CDs, DVDs und Computerspielen. Mit großer Freude führt
Sigrid Tschepe an diesem Nachmittag
ihren Besucher durch die Anna-SeghersBibliothek, die vor 20 Jahren ihre neuen
Räume im Linden-Center bezog.
Dass eine Bücherei in einem Einkaufszentrum eröffnet, war 1995 deutschlandweit einmalig. Inzwischen gibt es ähnliche Beispiele aus anderen Regionen.
Mit einem Bestand von nahezu 95.000
Büchern, CDs, DVDs, Bluerays, Konsolenspielen, konventionellen Spielen,
Zeitungen und Zeitschriften gehört die
Anna-Seghers-Bibliothek zu den großen kommunalen Büchereien Berlins.
Über drei Etagen erstrecken sich die
rund 2.300 Quadratmeter Nutzfläche.
Zwischen den Bücherregalen gibt es 145
Arbeitsplätze für Einzel- oder Gruppenarbeit und 13 PC-Arbeitsplätze, an
denen Besucher kostenlos das Internet
nutzen können. Täglich kommen bis
zu 800 Menschen in die Anna-SeghersBibliothek. Für 2014 weist die Statistik
207.193 Besucher aus. „Statistisch war
vergangenes Jahr jeder Einwohner Hohenschönhausens zweimal bei uns in der
Bibliothek“, sagt Sigrid Tschepe.
Dass sich die Anna-Seghers-Bibliothek eines solch großen Zulaufs erfreut,
hat gleich mehrere Gründe: Zum einen

stellte der Bezirk auch in Zeiten knapper
Kassen einen entsprechenden Medien­
etat zur Verfügung, um den Bestand aktuell zu halten. Zum anderen lässt sich
das 20-köpfige Team um Sigrid Tschepe
viel einfallen, um den Besuchern etwas
zu bieten. So sind an sonnigen Tagen die
vor einigen Jahren auf der Terrasse der
Bibliothek eingerichteten Plätze heiß begehrt. Hinzu kommt ein Veranstaltungsangebot, das sich sehen lassen kann.
Dazu gehören nicht nur Lesungen, sondern auch Konzerte und Ausstellungen.
Zunehmend an Bedeutung gewinnen
Expertenvorträge zu Alltagsthemen oder
Bilderabende, bei denen Bibliotheksbesucher ihre Urlaubsimpressionen präsentieren.
Seit ihrer Eröffnung im Linden-Center
entwickelte sich die Anna-Seghers-Bibliothek zu einem Ort der Begegnung, der
Kultur und der Kommunikation. „Unsere Beobachtung zeigt: der Mensch ist ein
soziales Wesen“, sagt Sigrid Tschepe. Sie
freut sich, wenn Mütter und Väter den
Sonnabendvormittag mit ihren Kindern
nutzen, um in der Bibliothek Brettspiele auszuprobieren oder Studentinnen in
aller Ruhe für ihre Hausarbeiten recherchieren. Wegen der großen Nachfrage

werden daher gerade in der zweiten Etage der Bibliothek weitere Aufenthaltsecken eingerichtet.
Inzwischen machen Bücher im Bestand der Anna-Seghers-Bibliothek nur
noch zwei Drittel aus. Der Rest besteht
aus den sogenannten neuen Medien.
„Wir sind recht weit, was den Einsatz
von digitalen Medien betrifft“, sagt Sigrid
Tschepe. Während andernorts E-Books
oder E-Paper als Anfang vom Ende des
guten alten Buches oder der Zeitung verteufelt werden, setzt das Team der AnnaSeghers-Bibliothek ganz bewusst darauf,
neue Medien einzubinden. So gehörte
die Anna-Seghers-Bibliothek zu einer
der ersten Büchereien, die auch E-BookReader zur Ausleihe bereithielt. „Der
physische Bestand an Medien ist bei uns
zurückgegangen“, berichtet die Bibliotheksleiterin. Ganz oder weitestgehend
aus dem Sortiment verschwunden sind
Schallplatten und Musikkassetten.
Im 20. Jahr am neuen Standort befindet sich die 1986 eröffnete Anna-SeghersBibliothek – wie andere Büchereien auch
– vor dem größten Wandel. „Die Vielfalt
der Methoden ist eine Herausforderung
für uns“, sagt Sigrid Tschepe mit Blick
auf die anhaltende Digitalisierung auch

Jubiläumsprogramm
Zum 20. Jahrestag der Eröffnung der
Anna-Seghers-Bibliothek gibt es ein
buntes Jubiläumsprogramm:
Mittwoch, 21. Oktober, 10 Uhr: Lesung für Kinder mit Autor Dirk Petrick,
Gruppenanmeldungen unter Tel. (030)
92 79 64 30
Sonnabend, 24. Oktober, 11 Uhr:
„Pippi Langstrumpf“ – Das Berliner
Puppentheater spielt das Stück nach

Astrid Lindgren, Eintritt 1 Euro, für
Mieter der HOWOGE frei
Mittwoch, 28. Oktober, 18 Uhr: ExpertenRat von Dr. Helmut Sörensen zum
Thema „Rheumatische Erkrankungen“,
Eintritt 1 Euro
Freitag, 30.Oktober, 19 Uhr: „Weiber,
Wollust, Weingelage“ – die Schauspielerin Annekathrin Bürger liest aus Boccaccios „Decamerone“. Eintritt 5 Euro

im Bibliotheksbereich. Besuchern steht
kostenfreies WLAN zur Verfügung, um
sich mit dem eigenen Laptop oder dem
Tablet-PC ins Internet einzuloggen. Darüber sind dann auch die digitalen Angebote abrufbar, für die es kein Bücherregal
mehr braucht: Der Verbund der öffentlichen Bibliotheken Berlins stellt über eine
eigene Plattform elektronische Bücher
und Zeitschriften zur Verfügung und ermöglicht, sich online Hörspiele oder Videos auszuleihen. „Der Wandel der Bib­
liothekslandschaft ist dem veränderten
Nutzerverhalten geschuldet“, sagt Sigrid
Tschepe. Sie und ihr Team nehmen diese
Herausforderung an. Vor wenigen Tagen
erst beteiligten sie sich mit den drei anderen Lichtenberger Stadtbibliotheken am
Deutschen Kindersoftwarepreis 2015,
dem Tommi: Mehrere Tage durften Kinder Computer- und Konsolenspiele sowie elektronisches Spielzeug testen und
bewerten. „Computer- und Konsolenspiele sind ein fester Bestandteil der heutigen Kinder-und Jugendkultur“, sagt Bibliotheksmitarbeiterin Corinna Eckert.
Es gebe viele pädagogisch empfehlenswerte Spiele, mit denen das Lernen der
Kinder und ihre Entwicklung gefördert
werden könnten.
Ganz oben auf der Agenda für die
kommenden Monate steht auch der Ausbau von Mitmachangeboten. Künftig
werden sogenannte Actionbound-Rallys
angeboten. Kinder und Erwachsene können beispielsweise bis zum 21. Oktober
mit Hilfe eines Tablet-PCs zu einer Art
Schnitzeljagd durch die Bibliothek starten. Dabei müssen sie Fragen beantworten. Als Hilfsmittel sind unter anderem
die Bücher erlaubt, die in den Regalen
der Bibliothek stehen. Der Effekt: Mit
der interaktiven Aktion sollen junge und
erwachsene Besucher für die Bibliothek
begeistert werden. „Natürlich steht dabei
der Spaß im Vordergrund“, sagt Sigrid
Tschepe.

Bezirks-Leben

Bezirks-Journal Lichtenberg/ Hohenschönhausen | Oktober 2015

Rettung für die KULTschule

3

Nachbarschaft: Das Nachbarschaftshaus an der Sewanstraße stand kurz vor der Schließung.
Der Bezirk gibt für 2016 und 2017 Geld aus seinem Etat frei. Für den Betreiberverein ein kleiner Etappensieg.

W

alter Gauks ist die Freude anzumerken. Monatelang wusste der Vorsitzende des Vereins
Lyra e.V. nicht, wie es mit der KULTschule an der Sewanstraße in Friedrichsfelde weitergeht. Seit wenigen Tagen
aber ist klar: Das Nachbarschaftshaus,
das sein Verein im Sommer 2014 als Betreiber übernahm, hat eine Zukunft. Parteiübergreifend gaben die Mitglieder der
Bezirksverordnetenversammlung (BVV)
von Lichtenberg ihre Zustimmung dafür,
dass die KULTschule in den Jahren 2016
und 2017 finanzielle Mittel aus dem
Bezirkshaushalt bekommt. „Damit ist
unsere Existenz gesichert“, sagt Walter
Gauks.
Im Sommer 2014 hatte der Verein
„Integrationshaus Lyra e.V.“ die KULTschule übernommen und verwaltet das
frühere Schulgebäude im Auftrag des
Bezirksamtes. Der Organisation, die
sich seit 1996 um die Integration von
Russlanddeutschen bemüht, ist es zu
verdanken, dass die KULTschule mit
ihren zahlreichen Angeboten offen
bleibt. Dazu gehören unter anderem
eine Fahrradwerkstatt, Computerkurse
und Rechtsberatungen, Lesungen, Kon-

zerte und Exkursionen. Im Haus hat das
Zimmertheater genauso seine Heimat
wie die Kindertagesstätte Wolkenschaf,
der Kinder- und Jugendchor Canzonetta und der 1.000 Mitglieder starke
Sportverein Borussia Friedrichsfelde.
Elf Vereine und Einrichtungen nutzen
die KULTschule. „Die KULTschule ist
ein Nachbarschaftshaus mit kulturellen
Angeboten und Bildungsmöglichkeiten
sowie ein Ort der Begegnung“, sagt Walter Gauks. Immerhin konnte der neue
Betreiberverein die Zahl der Besucher
pro Woche auf 2.600 steigern – das entspricht einem Plus von 31 Prozent. Dass
sich sein Verein für die KULTschule engagiert, hat für Gaucks einen ganz einfachen Grund: „Wir Russlanddeutsche
haben viel Hilfe und Unterstützung erhalten, jetzt wollen wir etwas zurückgeben.“ Vieles in der KULTschule konnte
jedoch nur dadurch aufrechterhalten
werden, weil die KULTschule über ein
dichtes Netz von Ehrenamtlichen verfügt. Gleichzeitig wagte sich der Verein
an neue Projekte heran. Inzwischen
gibt es im Haus ein Museum der Russlanddeutschen. In der warmen Jahreszeit wird zudem freitags im Garten der
Anzeige

Sport treiben und Spaß haben
Dietrich Herbst besucht regelmäßig die Sport- und
Reha-Gruppen des Kietz für Kids Freizeitsport e.V.

D

ietrich Herbst (Foto) ist auch mit
84 Jahren ein agiler Mann – und
das, obwohl er 2003 ein künstliches Hüftgelenk bekam. Nach seiner
Operation rieten ihm die Ärzte, regelmäßig
Sport zu treiben. Der Hohenschönhausener suchte nicht lange. Bei der Abteilung
Synigia vital und gesund des Vereins Kietz
für Kids Freizeitsport e.V. wurde der frühere Bauingenieur schließlich fündig.
Seit zwölf Jahren treibt Dietrich Herbst
Sport im Verein: dienstags geht es zur
Osteoporosegruppe. Freitags steht Wassergymnastik auf dem Plan. „Ich habe gemerkt, dass Gartenarbeit allein nicht hilft,
um in Bewegung zu bleiben“, sagt Dietrich
Herbst. In seinen Sportgruppen lernt er,
seine Arme und Beine zu dehnen und sich
gesund zu bewegen. Ein schöner Nebeneffekt: der familiäre Zusammenhalt in der
Osteoporosegruppe. Die Frauen und Männer haben Freundschaften geschlossen,
feiern gemeinsam Geburtstage und beteiligen sich aktiv am Vereinsleben. „Wir treiben Sport und haben Spaß dabei“, sagt
Dietrich Herbst.
Der Schwerpunkt der Abteilung Synigia
vital und gesund liegt auf dem Rehabilitationssport und dem Funktionstraining.

Es gibt Sportgruppen für Cardio-Fitness,
Herzsport, Herz-Kreislauftraining Behindertensport, Osteoporosegymnastik,
Warmwassergymnastik, Wirbelsäulengymnastik und Sportangebote nach einer
Krebserkrankung. Präventive Wirbelsäulengymnastik, Thai Chi, Seniorensport
und Schwimmen im warmen Wasser werden im Rahmen des Gesundheitssports
angeboten. Die Warmwassergymnastik
findet in der Parkklinik Weißensee und in
der Residenz Weißer See statt, das Warmwasserschwimmen in der Carl von LinnéSchule. Die Trockengymnastik findet Zum
Hechtgraben 1, 13051 Berlin, sowie im
Sana Klinikum statt. Interessenten erhalten vorab eine kostenlose Beratung. Kursleiter sind Sport- und Physiotherapeuten.
Zielgruppe sind Menschen ab 45 Jahren,
die ihre Gesundheit aktiv erhalten wollen
und Sport in der Gemeinschaft lieben.

Kietz für Kids-Freizeitsport e.V.
Abtl. Freizeitsport
Abtl. Synigia vital und gesund
Zum Hechtgraben 1, 13051 Berlin
Tel. (030) 9 20 11 05
Mail: info@synigia.de
Web: www.synigia.de

KULTschule gegrillt. Vor allem junge
Familien aus der Nachbarschaft nutzen
das gerne, um sich mit Kind und Kegel
nach Feierabend zu treffen.
Dabei war vor anderthalb Jahren gar
nicht klar, ob die KULTschule offen
bleibt. Bevor der neue Verein die Geschäfte vom Lichtenberger Kulturverein übernahm, wurde auch die Schließung der KULTschule thematisiert.
„Wir haben die Fahne hochgehalten“,
sagt Walter Gauks. Lange hatte der Bezirk gezögert, Geld für das einzigartige
Nachbarschaftshaus einzuplanen. Völlig
unverständlich, wenn man sich die Ergebnisse des Bürgerhaushalts anschaut.
Dort sprach sich die Mehrheit der Lichtenberger dafür aus, kommunales Geld
in die KULTschule zu investieren. Ende
August bekannten sich jedoch sowohl
DIE LINKE als auch die SPD zu der
Einrichtung. Mit dem von der BVV beschlossenen Haushalt 2016/2017 ließen
die Kommunalpolitiker nun auch Taten
folgen. „Das verschafft uns für die kommenden zwei Jahre eine Atempause“,
sagt Walter Gauks.
Zunächst wird es darum gehen, bestehende Angebote zu erhalten und neue

Projekte ins Leben zu rufen. Gauks
denkt da an kulturelle Länderabende, an
Weiterbildungsmöglichkeiten für Flüchtlinge oder an Tanzabende. Für den
November ist eine Familienolympiade
geplant. Auch die Wiedereröffnung der
Kiezküche soll fokussiert werden. Dort
sollen die Bewohner aus der Nachbarschaft preiswert Mittag essen können.
Angedacht ist auch ein kleines Café. Daran mangelt es nämlich im Kiez rund um
die Sewanstraße.
Allerdings: Wie es nach 2017 weitergeht, steht in den Sternen. Das alte
Schulgebäude muss dringend saniert
werden. Andererseits kann das auch
das große Glück für die Nutzer der
KULTschule sein. Der Bezirk braucht
neue Schulen, könnte das Haus an der
Sewanstraße ebenfalls wieder ans Lichtenberger Schulnetz nehmen. Wegen der
hohen Investitionskosten allerdings gibt
es Pläne, deutlich preiswertere Schulcontainer auf dem Areal aufzustellen. Eine
Lösung, mit der Walter Gauks gut leben
kann. Dennoch werde man in den kommenden Jahren nicht umhin kommen,
sich über eine Sanierung Gedanken machen zu müssen. (gäd.)

4

Bezirks-Leben

NACH R I CHTEN

Bezirk bekommt
150 Straßenbäume
LICHTENBERG. Der Bezirk bekommt
150 neue Straßenbäume, die ab 19. Oktober gepflanzt werden. Das teilte das
Straßen- und Grünflächenamt mit. Aus
Spendengeld stellt das Land dem Bezirk
dafür rund 200.000 Euro zur Verfügung.
Garten- und Landschaftsbaufirmen ergänzen mit den Bäumen den vorhandenen Baumbestand, beispielsweise in der
Landsberger Allee im Norden und in der
Treskowallee im Süden. „Bei der Auswahl der Standorte berücksichtigen wir
die vielen Hinweise und Vorschläge der
Lichtenberger. Spenderinnen und Spender können im Rahmen der Kampagne
gezielt für einzelne Standorte oder ganz
allgemein spenden“, erklärt der Bezirksstadtrat für Stadtentwicklung, Wilfried
Nünthel (CDU). (bzj.)

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Oktober 2015 | Bezirks-Journal Lichtenberg/ Hohenschönhausen

Umweltschutz mit Spaßfaktor
UMWELT: Wer Boot auf dem Rummelsburger See fahren will, muss dafür unter
Umständen nichts bezahlen. Einziger Haken: Er muss den Müll einsammeln, den
andere wegwerfen.

D

ie Ausbeute ist doch ganz ordentlich: Paul Döhring und Philipp Müller holen einen kleinen
Sack aus ihrem Kajak. Darin finden sich
alte Eisverpackungen, ein Handspiegel,
ohne Ende Folien und ein Haufen alter
Flaschen. Zwei Stunden waren sie heute
auf dem Rummelsburger See unterwegs,
mit dem Kanu ging es spreeabwärts
Richtung Plänterwald und Insel der Jugend.
Die beiden Studenten haben an der
CleanUp-Regatta teilgenommen, die
Jan Seeger ins Leben rief. Der Geschäftsmann betreibt die Bootsvermietung
„Ahoi Ostkreuz“. Und weil Seeger nicht
nur mit dem Verleih von Booten Geld
verdienen will, sondern auch ein Herz
für die Umwelt hat, brachte ihn das auf
eine einfache wie geniale Idee: Immer
dann, wenn ohnehin kaum Nachfrage
nach Kajaks ist, verleiht er seine Boote kostenfrei für zwei Stunden. Einzige
Bedingung: Jedes Team muss Müllsäcke
mitnehmen und den Müll einsammeln,
der sich im Laufe der Zeit in Schilfgürteln oder am Ufer ansammelt. „Im Mai
habe ich die Aktion gestartet“, sagt Seeger. Seitdem veranstaltete er mehrere
CleanUp-Regatten. Die letzte, an der
Paul Döhring und Philipp Müller teilnahmen, fand im September statt. „Pro
Aktion kommen schon mal bis zu vier
große, blaue Müllsäcke zusammen“, sagt
Seeger. Allein in dieser Saison entsorgte

Philipp Müller und Paul Döhring während der CleanUp-Regatta.
er insgesamt 18 dieser Beutel. „Die Idee
hinter der Aktion ist, dass der See und
die Spree sauber bleiben“, erklärt Seeger.
Davon hätten am Ende alle etwas: er als
Bootsverleiher und seine Kunden.
Es sind vor allem Schüler und Studenten, die sich für die CleanUp-Regatta
begeistern. „Wir wollten eigentlich nur
mal schauen, wie lange die Saison hier
so geht“, sagt Paul Döhring. Eher zufällig erfuhren sie dann von Seegers Projekt
– und entschieden sich nach einer langen, vorhergehenden Partynacht spon-

Foto: Marcel Gäding

tan zu einer Kajak-Tour. „Wir sind ganz
begeistert, es müsste mehr solcher Leute
geben“, sagt Philipp Müller.
Feste Termine hat die CleannUp-Regatta nicht. In der Regel veröffentlicht
Seeger wenige Tage vor der nächsten
Aktion den Termin auf seiner FacebookSeite. Für dieses Jahr ist zwar Schluss,
doch kommendes Jahr soll es ab Mai
weitergehen. (gäd.)
Weitere Informationen unter

 www.facebook.com/ahoiostkreuz

Doppelkopf, erste Runde
POLITIK: DIE LINKE erwartet ein spannender Kampf – beide Bezirksvorsitzende
wollen 2016 Bezirksbürgermeister von Lichtenberg werden.
von Marcel Gäding

E

Bürgeramt nur noch mit
Kartenzahlung
LICHTENBERG. Wer ein polizeiliches
Führungszeugnis oder einen Personal in
einem der Lichtenberger Bürgerämter
beantragen möchte, kann die anfallenden Gebühren künftig nur noch per Karte bezahlen. „Zur weiteren Verbesserung
des Bürgerservices werden ab Oktober
2015 die anfallenden Gebühren in den
Bürgerämtern nur noch mit girocard in
Verbindung mit einer PIN gezahlt werden“, erklärt die Behörde. „Dies ist ein
wichtiger Beitrag zu mehr Sicherheit in
den Bürgerämtern“, sagt der zuständige
Bezirksstadtrat Dr. Andreas Prüfer (DIE
LINKE). „Für die Mitarbeiter entfällt
die umständliche Verwaltung der Geldbeträge. Und durch die so gewonnene
Zeit können mehr Bürgerinnen und Bürger bedient werden.“ (bzj.)

in Jahr vor den Wahlen zum Abgeordnetenhaus und zur Bezirksverordnetenversammlung wird
in den Reihen der Partei DIE LINKE“
bereits um den begehrten Posten des Bezirksbürgermeisters gerungen. Die beiden Bezirksvorsitzenden Evrim Sommer
und Michael Grunst haben im Abstand
von zwei Wochen Briefe an die Basis
verschickt und damit offiziell ihr Interesse am Bürgermeisteramt bekundet.
„Ich strebe dieses Amt an, denn ich
glaube die Richtige dafür zu sein“,
schreibt Sommer an die rund 1.200 Mitglieder ihres Bezirksverbandes. Ihre Erfahrungen aus dem Abgeordnetenhaus
könne sie gut mit ihrer Spitzenkandidatur für das Bürgermeisteramt in Lichtenberg verbinden. „Gern möchte ich ein
großes Netzwerk aus Experten und Politikern für meine Ziele auf kommunaler
Ebene nutzen“, schreibt Sommer weiter.
Auf gut einer A4-Seite fasst sie zudem
ihre politischen Ziele für Lichtenberg
zusammen und endet mit den Worten:
„Für das Handeln krempele ich die Är-

mel schon mal hoch.“ Bestärkt werde
sie in ihrer Entscheidung zu kandidieren
durch eine „breite Unterstützung aus der
Basis“.
Rückendeckung ist auch das Motiv
von Michael Grunst, Spitzenkandidat seiner Partei werden zu wollen. Er
sagt, dass er eine solche Kandidatur immer ausgeschlossen habe. „Ich gehöre
schließlich zu denen, die eine gewisse
Anzeige

Demut vor großen Aufgaben haben“,
sagt Grunst. Langjährige Wegbegleiter
hätten ihn schließlich ermuntert, seinen Hut doch in den Ring zu werfen.
„Erstaunlicherweise sind darunter auch
Genossinnen und Genossen, die ich zu
meinen Kritikern zähle“, sagt Grunst.
In seinem Schreiben an den Bezirks-

vorstand heißt es zudem: „Ich verbinde
diese Kandidatur mit dem ausdrücklichen Wunsch, gemeinsam mit Sandra
Obermeyer im Bezirksamt zusammenzuarbeiten.“ Obermeyer war 2013 ins
Bezirksamt gewählt worden als Nachfolgerin von Jugendstadträtin Christina
Emmrich.
Bis zur entscheidenden parteiinternenen Nominierungsveranstaltung wird
es, so wie es aussieht, Vorstellungsrunden von Grunst und Sommer bei den
Mitgliedern der Basisorganisationen geben. „Wir haben die Chance, eine breite inhaltliche Debatte zu führen“, sagt
Grunst.
Thematisch sind die beiden Kontrahenten übrigens nicht weit auseinander.
Beide wollen etwas gegen die Armut im
Bezirk unternehmen. Grunst plädiert
für den zügigen Ausbau der Schul- und
Kitalandschaft und will die Menschen,
die nach Lichtenberg ziehen – darunter
auch Flüchtlinge – bestmöglich integrieren. Evrim Sommer will das soziale
Gleichgewicht in den Vordergrund ihres politischen Handelns stellen und die
Mitbestimmung der Lichtenbergerinnen
und Lichtenberger stärken.

Bezirks-Leben

Bezirks-Journal Lichtenberg/ Hohenschönhausen | Oktober 2015

5

Marzahner Brücke: Sanierung lässt auf sich warten
INFRASTRUKTUR: Verkehrsknoten zwischen Lichtenberg und Marzahn kann frühestens nach
2016 instandgesetzt werden. Die Kosten dürften 43 Millionen Euro betragen.
von Linna Schererz

I

m vergangenen Jahr hatte Staatssekretär Christian Gaebler (SPD)
auf eine Anfrage der aus MarzahnHellersdorf stammenden Abgeordneten
Manuela Schmidt (Die Linke) noch
das Jahr 2017 genannt: Ab da sei der
Neubau der Marzahner Brücken in der
Investitionsplanung des Landes Berlin
enthalten, hieß es damals. Denn die Brückenbauwerke entsprechen nicht mehr
den heutigen Anforderungen – angesichts des seinerzeit eingesetzten Spannstahls und dem hohen Konfliktpotenzial
für Radfahrer und Fußgänger. Kürzlich
fragte Schmidt noch einmal nach zum
Verkehrsknoten Marzahn – verschiedene Brückenkonstruktionen im Bereich
Landsberger/Märkische Allee. Daraufhin äußerte sich Senatsbaudirektorin
Regula Lüscher, allerdings etwas vager.
Lüscher nannte keinen Baubeginn.
Nach ihren Worten könnten erste „Annahmen über die Dauer der Bauzeit und
verkehrliche Maßnahmen erst nach dem
Vorliegen einer Vorentwurfsplanung
getroffen werden“. Mit Ergebnissen
aus dieser Planungsphase sei nicht vor

Die Marzahner Brücke ist auch für Lichtenberg von Bedeutung.
Sommer 2016 zu rechnen. Laut Lüscher
findet derzeit die Ausschreibung der Planungsleistungen in einem europaweiten
Verfahren statt, mit einer Vergabe sei

Foto: Birgitt Eltzel

zum Jahreswechsel zu rechnen. Die Planungszeit bis zur Ausschreibung der Gesamtmaßnahme und der nachfolgende
Baubeginn „sind davon abhängig, ob ein

vorlaufendes planungsrechtliches Verfahren erforderlich wird“, so Lüscher.
Auf gut Deutsch: Es könnte also alles
etwas länger dauern. Die geschätzten
Kosten für den Neubau des Verkehrsknotens mit drei Straßenbrücken, zugehörigen Verbindungsfahrbahnen und die
Instandsetzung eines Fußgängertunnels
bezifferte sie auf 43 Millionen Euro.
Nach Prüfungen durch Experten bekamen die verschiedenen Marzahner
Brücken in den Jahren 2012 bis 2014
Noten zwischen 2,2 und 3,0. Nach Mitteilung der grünen Bundestagsfraktion,
die kürzlich eine Anfrage an die Bundesregierung zum Zustand der Brücken
in Deutschland stellte, erhalten Brücken von den Behörden Zustandsnoten
ähnlich dem Notensystem aus Schule
oder Universität. Für Brücken in TopZustand gibt es ein „sehr gut“ (1,0 bis
1,4), die schlechtesten bekommen ein
„ungenügend“ (3,5-4,0) und müssten eigentlich sofort erneuert werden.
Die Marzahner Brücken haben danach größtenteils noch einen befriedigenden (2,0 bis 2,4) bzw. ausreichenden
Zustand (2,5-2,9), bei zweien lautete
allerdings bereits 2013 die Einschätzung
„nicht ausreichender Zustand“ (3,0-3,4).

6

Bezirks-Geschichte

Oktober 2015 | Bezirks-Journal Lichtenberg/ Hohenschönhausen

Prof. Dr. Jürgen Hofmann mit einem Gemälde, das Oskar Ziethen zeigt. Es ist Teil der Ausstellung.

Foto: Marcel Gäding

Schöpfer des modernen Lichtenbergs
GESCHICHTE: Oskar Ziethen war fast 25 Jahre der erste Bürgermeister von Lichtenberg. Auf seine Initiative hin
entwickelte sich die einstige Gemeinde zu einer Großstadt. Eine neue Ausstellung würdigt sein Schaffen.
von Marcel Gäding

E

ine Verlobungsanzeige, eine
Handvoll Fotos, die Geburtsund die Sterbeurkunde sowie ein
Kondolenzschreiben der Stadt Naugard,
dazu sein großer, schwerer Holzschreibtisch – mehr gibt es nicht aus dem Nachlass des Friedrich Wilhelm Oskar Ziethen (1858-1932). Das ist zumindest das
Fazit des Historikers Prof. Dr. Jürgen
Hofmann, der nach monatelangen Recherchen eine dennoch aussagekräftige
Ausstellung über das Leben und Wirken
Ziethens erarbeitete. „Oskar Ziethen –
eine Spurensuche“ lautet der Titel jener
Schau, die bis zum 29. November im
Museum Lichtenberg zu sehen ist. Sie
würdigt Ziethens Verdienste als Bürgermeister von Lichtenberg. Und sie gibt
Einblick in sein Familienleben.
Es ist schon eine Weile her, dass der
Historiker Jürgen Hofmann zahlreiche
weiße Flecken in der Biografie Ziethens
entdeckte. Zuletzt wurde ihm das deutlich, als er das vorhandene Material für
das Buch zum 725-jährigen Bestehen
Lichtenbergs überarbeitete. „Da wurde
uns klar, dass unser Wissen über seine
Biografie lückenhaft ist“, sagt Hofmann
rückblickend. So wusste man zwar, dass
Ziethen einst in Stettin geboren wurde.
Wie es jedoch um die familiären Verhältnisse bestellt war, musste Hofmann
erst selbst in Erfahrung bringen. Also bemühte er nicht nur die hiesigen Archive
um Auskunft, wälzte wochenlang Akten
und Urkunden. Er trat auch eine eigene
Reise in die Vergangenheit Ziethens an,
die ihn in das heutige Szczecin führte.
Am Ende seiner Vor-Ort-Recherche kam
er mit vielen neuen Erkenntnissen zurück nach Berlin. „Wir wissen jetzt, dass
Ziethen in der Großen Wollweberstraße
in Stettin geboren wurde“, sagt Hofmann. Heute steht sogar noch das Geburtshaus, von dem aber unklar ist, ob es

nach historischem Vorbild saniert wurde. Mehr Details fand Hofmann auch
über das Elternhaus von Ziethen heraus:
Dieser wuchs in einer preußischen Offiziersfamilie auf. Und Ziethen hatte fünf
Geschwister: Richard, Adalbert, Margarete und Waldemar. Letzterer verstarb
schon im achten Lebensjahr, während
die anderen beiden Brüder ebenfalls eine
militärische Laufbahn vorzogen. Überrascht fand Hofmann heraus, dass Ziethen mit Alfred einen Zwillingsbruder
hatte, der ihm vom Aussehen her wie
aus dem Gesicht geschnitten ähnelte.
Komplett ist auch Ziethens Schulund Studienweg. Das Abitur legte er in
Anklam ab, zum Studium der Kameralistik und Rechtswissenschaften ging es
nach Freiburg im Breisgau, nach Leipzig, Berlin und Greifswald. „Ihn zog es
durch das gesamte Deutsche Reich“,
sagt Jürgen Hofmann. Interessant findet er, dass sich Ziethen auch für Themen wie Völkerrecht, politische und
soziale Theorien, Kulturgeschichte und
Religion begeistern konnte. Nach dem
Ziethen zunächst für die Stettiner Justiz
tätig war, absolvierte er ein Praktikum
beim Greifswalder Magistrat. Bereits um
Juli 1892 wurde er Bürgermeister von
Naugard in Westpommern, dem heutigen Nowogard. Schon vier Jahre später,
1896, wechselte Ziethen in die Gemeinde Lichtenberg bei Berlin. Dort trat er
im September das Amt des Amts- und
besoldeten Gemeindevorstehers an, für
das er sich beworben hatte und in das er
Hofmann zufolge mit überwältigender
Mehrheit gewählt wurde. Ziethen hatte
eine wichtige Aufgabe zu lösen: Sollte
Lichtenberg nach Berlin eingemeindet
oder zu einer selbstständigen Stadt am
Rande Berlins entwickelt werden? Ziethen entschied sich für Letzteres. Zehn
Jahre nach seiner ersten Wahl wurde er
erneut berufen und trägt fortan den Bürgermeistertitel. 1911 wird ihm der Titel
des Oberbürgermeisters von Lichtenberg

verliehen. In seiner 25-jährigen Amtszeit stieg die Zahl der Lichtenberger von
29.000 auf mehr als 150.000.
Dass ihn sein Zeitgenosse Ernst Kaeber, einst Gründungsdirektor des Berliner Landesarchives, als „Schöpfer des
modernen Lichtenbergs“ bezeichnete,
kommt keiner Übertreibung gleich. Bis
heute prägen die in der Amtszeits Ziethens errichteten öffentlichen Gebäude
das Stadtbild von Lichtenberg. Dazu
gehören neben dem Rathaus auch das
Amtsgericht am Roedeliusplatz, das
Städtische Krankenhaus (heute SanaKlinikum) und das Stadtbad an der
Hubertusstraße. Unter Ziethens Regie
erhielt Lichtenberg ein Elekrizitätswerk,
hinzu kamen viele Fabriken wie das
Konsum-Areal an der Josef-Orlopp-Straße oder das Verwaltungsgebäude von
Siemens & Halske in der Herzbergstraße. Aus der Amtszeit Ziethens existieren
heute noch sieben Gebäude, die einst
und teilweise noch heute als Schulen
genutzt werden. Sein Amt führte er als
ausgewiesener Verwaltungsexperte, hütetete die Stadtkasse und investiert dort,
wo es am nötigsten erscheint. 1921 ging
Ziethen in den Ruhestand – ein Jahr,
nachdem Lichtenberg nach Groß-Berlin
eingemeindet wurde.
Hofmanns Spurensuche würdigt auch
den Familienmenschen Ziethen, der
1892 die Kaufmannstochter Friederica
Lang heiratete. Mit ihr bekam er zwei
Kinder: Hellmuth und Dorothee, die
am 4. Dezember 1902 im Rathaus Lichtenberg zur Welt kam. „Damals befand
sich die Dienstwohnung Ziethens in der
zweiten Etage des Rathauses, dort, wo
heute Stadtentwicklungsstadtrat Wilfried Nünthel mit seinen Mitarbeitern
sitzt“, sagt Hofmann. Die Witwe von
Ziethens einzigem Engel Melchior Fedor
Kritzinger lernte Hofmann während seiner Recherchen ebenfalls kennen: Erna
Kritzinger war es auch, die noch einige
Fotos und Urkunden von Oskar Ziethen

für die neue Ausstellung zur Verfügung
stellen konnte.
Ziethen galt als Anhänger der Monarchie und als Konservativer. Im Ersten
Weltkrieg diente er freiwillig, musste
aber auf Geheiß des Oberpräsidenten
wieder seinen Schreibtisch im Rathaus
Lichtenberg einnehmen. Nach dem
Ausscheiden aus dem Bürgermeisteramt
wurde Ziethen für die Deutschnationale Volkspartei in die Stadtverordnetenversammlung von Berlin gewählt und
gleichzeitig Mitglied der Lichtenberger
Bezirksverordnetenversammlung.
Bemerkenswert: Trotz der sozialdemokratischen und kommunistischen Dominanz
konnte er eine überwältigende Mehrheit
auf sich vereinen. „Ziethen genoss in
Lichtenberg ein hohes Ansehen“, sagt
Hofmann. Zeitgenossen attestierten ihm
„Liebenswürdigkeit, strenge Gerechtigkeit und Großzügigkeit gegenüber seinen Mitarbeitern“. Allerdings war Ziethen keiner, der den offenen politischen
Diskurs suchte. Er habe sich eher im
Hintergrund gehalten, weiß Hofmann.
Nur zweimal finden sich in den Quellen
Redebeiträge Ziethens.
Mit der neuen Ausstellung im Museum Lichtenberg ist die Arbeit für Prof.
Dr. Jürgen Hofmann allerdings noch
nicht beendet. Der Historiker will sich
noch einmal intensiver mit Ziethens
Wirken als Bürgermeister von Naugard
beschäftigen. „Leider haben wir keinen
Zugriff mehr auf Zeitungen und Veröffentlichungen aus der damaligen Zeit“,
bedauert Hofmann. Dennoch will er
nichts unversucht lassen – und seine
Spurensuche demnächst fortsetzen.

i

„Oskar Ziethen – von Stettin nach
Berlin“ lautet der Titel eines Vortrages, den Jürgen Hofmann am 21.
Oktober um 19 Uhr im Museum Lichtenberg hält. Der Eintritt kostet 3, erm.
1,50 Euro. Ort: Türrschmidtstraße 24,
10317 Berlin. Die Ausstellung ist Di-Fr
u. So von 11 bis 18 Uhr zu sehen.

Standort Ost
Magazin für Arbeit, Wirtschaft, Wohnen & Kultur in der Metropolenregion Berlin-Eastside | 10/2015

E

rman Tanyildiz ist ein Mann voller
Visionen und Tatendrang. Während die Politik noch darüber diskutiert, wie man Flüchtlinge in
der neuen Heimat integriert, hat Tanyildiz
einen Plan. Einen sehr konkreten sogar. Er
möchte geflüchteten Menschen dabei helfen, sich für den deutschen Arbeitsmarkt
zu qualifizieren. Sein Unternehmen, das
OTA-Ausbildungszentrum in der Lichtenberger Josef-Orlopp-Straße, hat sich gerade
für ein entsprechendes Projekt des JobCenters beworben.
Erfahrungen bei der Integration von
Flüchtlingen hat Tanyildiz allemal: Seit
mehr als 30 Jahren bildet er Menschen aus,
die wegen ihrer Einschränkungen kaum
eine Chance auf dem Arbeitsmarkt hätten.
Nach dem Fall der Mauer qualifizierte sein
Unternehmen unter anderem frühere vietnamesische Vertragsarbeiter zu Montierinnen in der Großindustrie und beteiligte sich
daran, einstige bosnische Kriegsflüchtlinge
auf ihrem Weg zurück in ihre vom Bürgerkrieg zerstörte Heimat zu begleiten. In Sarajevo baute er eigens dafür Schulen auf, in
denen junge Menschen fit für das Berufsleben gemacht wurden. Derzeit bildet das
gemeinnützige OTA Ausbildungszentrum
an den Standorten Lichtenberg und Strausberg 400 junge Menschen in 18 Berufsrichtungen aus, die in der Regel ein Handicap
haben. Stolz verkündet Tanyildiz die Quote
von 91,5 Prozent bestandenen Prüfungen
im handwerklich-technischen Bereich. Damit die Ausbildungsvoraussetzungen stimmen und die OTA-Schützlinge den Auszubildenden anderer Unternehmen in nichts

Eine Arbeitschance
für Flüchtlinge

das OTA Ausbildungszentrum die Jugendlichen in Praktikumsbetriebe vermitteln.
„Darunter sind Unternehmen, mit denen
wir seit 30 Jahren zusammenarbeiten.“
Ein ähnliches Konzept schwebt Tanyildiz für die Flüchtlinge vor, von denen
er weiß, dass viele von ihnen gerne einer
Arbeit nachgehen würden. Er sieht gute
Chancen, geflüchtete Menschen für den
deutschen Arbeitsmarkt fit zu machen und
Fehler zu vermeiden, die man seinerzeit
bei den unzähligen Gastarbeitern gemacht
hat. „Heute können wir sagen: sie wurden
schlecht integriert.“ Sein Unternehmen
sehe sich in der moralischen Pflicht, diesen
Weg zu gehen und einen Beitrag zur Integration geflüchteter Menschen zu leisten.
Dabei gehe es nicht darum, Flüchtlingen
perfektes Deutsch beizubringen, sondern
„sie entsprechend ihren Fähigkeiten auf berufliche Tätigkeiten vorzubereiten“. Dafür
genüge in erster Linie, dass die geflüchteten Menschen deutsche Fachbegriffe erlernen, die sie im Job benötigen. „Ich denke,
die Chance ist gut, dass sie nach einem Jahr
eine Anstellung finden werden und sei es
nur in einem Helferberuf.“
Paul Rehfeld vom Bundesverband Mittelständische Wirtschaft (BVMW) hegt
die Hoffnung, mit der Qualifizierung von
Flüchtlingen dem Arbeitskräftemangel zu
begegnen. „Man muss jedoch erst einmal
schauen, in welche Branchen diese MenPaul Rehfeld vom BVMW sowie Margit Weiß-Tanyildiz und Erman Tanyildiz vom OTA-Ausbilschen passen.“ Grundsätzlich sei die Bereitdungszentrum. Foto: Marcel Gäding
schaft bei den technischen und handwerklinachstehen, gibt es im OTA-Ausbildungs- dene Berufe kennen und werden gezielt auf chen Unternehmen in Marzahn-Hellersdorf
zentrum berufsvorbereitende Lehrgänge. ihre spätere Ausbildung vorbereitet. Über und Lichtenberg vorhanden, Flüchtlinge
Dort lernen die jungen Menschen verschie- ein gut funktionierendes Netzwerk kann einzustellen.
Marcel Gäding

Arbeitsmarkt: Das OTA-Ausbildungszentrum aus
Lichtenberg möchte Flüchtlingen den Weg in den
deutschen Arbeitsmarkt ebnen.

2

E

s gibt Tage im Leben des Alexander J. Herrmann, die haben es in
sich. Wenn der Rechtsanwalt nicht
gerade Mandanten vor Gericht
verteidigt, sitzt er in Ausschüssen oder im
Plenum des Berliner Abgeordnetenhauses.
Derzeit hat der CDU-Politiker aus dem
Wahlkreis Kaulsdorf-Nord besonders viel
zu tun. Aktuell berät das Landesparlament
über den Haushalt für 2016 und 2017. Und
da ist Herrmann als Mitglied des Hauptausschusses besonders gefragt. Umso mehr
freut sich Herrmann, wenn er nach einem
anstrengenden Arbeitstag eine Schellackplatte auf einen seiner alten Plattenspieler
legen kann und bei Swing oder dem grandiosen Sound von Big Bands entspannen
kann.
Vermutlich weiß bis heute keiner seiner
Fraktionskollegen, schon gar nicht der politische Konkurrent von einem Hobby, das
Herrmann im Zusammenhang mit seiner
Liebe zur alten Musik hegt. Er ist Sammler
von Schellackplatten. „Es dürften an die
2.000 Exemplare sein“, sagt Herrmann. Die
genaue Zahl kenne er nicht, weil er im Gegensatz zu Sammlerkollegen keine Inventurlisten führe. „Ich sammle aus Liebe zur
Musik“, sagt der Politiker und Rechtsanwalt.
Durch Zufall erfuhr einst Schlagerpabst,
Sänger und Moderator Siegfried „Siggi“
Trzoß von der Leidenschaft des Landespolitikers, widmete eine seiner „Kofferradio“Sendungen Herrmann und der alten Musik.
Darunter sind die „Capri-Fischer“ aus den
späten 1940er-Jahren, aber auch Teddy

Bezirks-Journal

Tagsüber Politik,
abends Swing

10/2015 | Standort Ost | Bezirks-Journal

POLITIK: Der CDU-Abgeordnete Alexander J.
Herrmann hat ein ungewöhnliches Hobby. Er hegt
eine Leidenschaft für Schellackplatten.

Alexander J. Herrmann im privaten Radio- und Plattenmuseum von Reno Heller. Er liebt alte
Platten sowie Radios und Plattenspieler. Foto: privat
Stauffer – Swing-König der 1930er-Jahre –
und der belgische Jazzer Fud Candrix. „Diese Musik ist ja ein Teil unserer Kultur“, sagt
Alexander J. Herrmann, der sich auch für
die Comedian Harmonists, Claire Waldoff,

Hans Albers oder Zarah Leander begeistern kann. Ein Großteil seiner Sammlung
umfasst vor allem Amiga-Schellackplatten,
von denen die letzten in den 1960er-Jahren
produziert wurden. Es sind weniger die

Schnulzenschlager der 1950er- und 1960erJahren, sondern eher der Swing und der Big
Band-Sound dieser Zeit, die Herrmann ein
Lächeln ins Gesicht zaubern. „Nach einem
anstrengenden Arbeitstag kann ich dabei
gut entspannen“, sagt Herrmann. Außerdem sei das eine Musikrichtung, die aus
seiner Sicht bedauerlicherweise im Radio
viel zu kurz komme. „Dabei ist das Musik
mit Herz und Seele.“
Seine Leidenschaft teilt Herrmann mit
Reino Heller, einem Radio- und Tonträgersammler. Der betreibt ein kleines, privates
Museum bei sich zu Hause, das Herrmann
mit eigenen Exponaten unterstützt – darunter sind viele alte Holzradios. „Wir geben alten Schätzchen ein Zuhause“, sagt
Herrmann. Neue Platten oder Radios
werden den beiden meist von Privatleuten angeboten, bevor diese es womöglich
achtlos wegwerfen. Nach seinem Auftritt
in der Radiosendung von Siggi Trzoß kam
beispielsweise eine alte Dame zu ihm ins
Bürgerbüro und brachte ihm einen alten
Bühnenscheinwerfer, der gut zur Deko des
kleinen Privatmuseums passt.
Die meisten Platten aber hat Alexander J.
Herrmann in seinem Keller verstaut. Dort
lagern sie in alten Plattenschränken. Hin
und wieder genießt er das Knistern der
Plattenmusik auf einem alten Gerät. Meist
aber hört er sich alte Musik auf dem CDPlayer an. „Der Vorteil ist, dass man nicht
alle paar Minuten die Platte wechseln
muss“, sagt der 40-Jährige.

Marcel Gäding

http://bit.ly/leserreisen

Bezirks-Journal | Standort Ost | 10/2015

3

Richtige Hilfe für
Samtpfoten

TIerschutz: Sie sind abgemagert, oft auch krank
und werden immer mehr: freilebende Katzen in Berlin. Eine Katzenschutzverordnung könnte helfen, das
Elend der verwilderten Haustiere zu stoppen.

H

enri gehört zu den Neugierigen.
Der Kater hält sich gern in der
Nähe von Natascha Junker auf,
schleicht ihr um die Beine, lässt
sich auch mal kraulen und wartet auf ein
Leckerli. „Es hat lange gedauert, aber inzwischen ist er sehr zutraulich“, sagt die Tierpflegerin.
Zusammen mit zwei anderen Mitarbeiterinnen kümmert sie sich um das Katzenfreigehege im Tierheim Berlin in Falkenberg:
Sie stellt das Futter bereit, lockert das Stroh

Tiere nicht kastrieren lassen, obwohl diese
ins Freie dürfen. „Es kommt zur sprunghaften Vermehrung – denn sie paaren sich
untereinander und mit herrenlosen Tieren,
von denen es schätzungsweise einige Zehntausend im Stadtgebiet gibt“, macht Ulf
Hoffmann deutlich.
„Das sind unhaltbare Zustände, die aus
unserer Sicht von vornherein vermieden
werden können“, betont der Sprecher. Seit
Jahren fordert der Tierschutzverein eine
Katzenschutzverordnung: die eine Kennzeichnungs- und Kastrationspflicht für
Katzen mit Freigang regelt. Damit würden
endlich die Halter in die Pflicht genommen
werden und letztendlich vielen Tieren unnötiges Leid erspart.
Doch die zuständige Senatsverwaltung
für Justiz und Verbraucherschutz blockt ab:
„Wir halten nichts von einer Verordnung,
die nicht kontrollierbar ist und deshalb
auch keinen Sinn macht“, erklärt SprecheTierpflegerin Natascha Junker versorgt einst freilebende Katzen. Fotos: Steffi Bey
rin Claudia Engfeld. Nach einer „intensiven
Prüfung“ sei man zu diesem Ergebnis gekommen. Stattdessen setzt die Senatsver- Haushalt 2016 eingeplant. Wie lange der tische Verwaltungsvorgaben“. „Von dem
waltung auf „Aussprache und Einsicht der Versuch läuft, hängt von der Nachfrage ab. verbliebenen Geld sollten zusätzliche TierKatzenbesitzer“, betont Engfeld.
„Wir hätten das Projekt gerne mit dem Tier- ärzte und Kollegen zum Fangen der Katzen
Geplant sei ein Projekt – eine Art Pro- schutzverein Berlin durchgeführt“, sagt sie. bezahlt werden“, gibt der Tierheimsprecher
belauf – für das gerade ein KooperationsDer lehnte aber ab: „Weil das alles nur zu Bedenken. Für die Tiere bliebe viel zu
in den kleinen Holzhütten auf, wischt Stüh- partner gesucht werde. „Wir stellen eine ein Tropfen auf den heißen Stein gewesen wenig übrig. „Mit einer einmaligen Kastrale ab, dreht Decken um und freut sich „über Summe zur Verfügung und in unserem wäre – allein 10 000 Euro von der Gesamt- tionskampagne kann sich lediglich der Sejeden kleinen Fortschritt“. Wenn zum Bei- Auftrag werden dann Katzen kastriert und summe hätte der Senat für eine werbeträch- nat schmücken – den Katzen der Stadt hilft
spiel ein Kätzchen nach ein, zwei Wochen sterilisiert“, erklärt die Sprecherin der Jus- tige Imagekampagne verwendet“, berichtet das nicht“, sind die Tierschützer überzeugt.
den Eingewöhnungsbereich der Anlage tizverwaltung. 30 000 Euro seien dafür im Hoffmann. Zudem gab es „hohe bürokra- 
Steffi Bey
verlässt. Wenn es zutraulich geworden ist
und sich selbst auch etwas zutraut. Neugierig am Zaun steht, der diesen sensiblen
Bereich von den anderen Katzen trennt und
auf einmal interessiert die restlichen Bewohner beschnuppert.
Es ist schon eine ganz besondere Anlage,
die deshalb auch keine Besucher betreten
dürfen. Denn wer hier landet, hat einiges durchgemacht in seinem Katzenleben:
Wuchs zumeist ohne menschliche Bezugsperson auf und streunte durch Straßen der
Hauptstadt. Doch sie wurden gerettet: „Von
Tierschutzberatern eingefangen und nach
Falkenberg gebracht, manchmal auch von
besorgten Anwohnern“, sagt Tierheimsprecher Ulf Hoffmann. Hier wurden sie als Erstes auf Kosten des Tierheims kastriert – das
sind pro Katze etwa 100 Euro. Und im extra
angelegten Freigehege, auf dem sich auch
eine Küche und Schlafmöglichkeiten befinden, werden sie behutsam und geduldig
sozialisiert. „Manche Katzen leben hier bis
zu ihrem Tod, einige vermitteln wir irgendwann einmal“, berichtet Natascha Junker.
Zurzeit haben dort 47 Kater und Kätzchen ein Zuhause gefunden. Doch manchmal drängeln sich bis zu 60 Tiere auf engstem Raum. In den Katzenhäusern auf dem
Gelände des Tierheims Falkenberg leben
gerade 570 Samtpfoten.
Ganz schlimm ist es jedes Mal im Frühjahr: Weil unverantwortliche Halter ihre

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4

D

en schönsten Blick hat Dr. Frank
Wild vom Mehrkammermischsilo des Zementwerks Berlin.
Wann immer es seine Zeit erlaubt, führt er Besucher auf das Dach des
runden Gebäudes – so wie vor kurzem
anlässlich des 25-jährigen Bestehens des
Unternehmens. Von dort aus kann man
an schönen Tagen auf der einen Seite bis
weit nach Brandenburg blicken und auf
der anderen Seite die Berliner Innenstadt
mit Fernsehturm und Rotem Rathaus bewundern. Wild ist aber viel wichtiger, dass
man vom 60 Meter hohen Dach des Silos
die Lage am Wasser erkennt – für das Zementwerk ein entscheidender Standortvorteil. Denn an der unternehmenseigenen
Hafenanlage machen täglich bis zu zwei
Binnenschiffe Halt, um Nachschub für die
Produktion von Zement, Mörtel und Transportbeton zu liefern. 90 Prozent aller benötigten Rohstoffe gelangen über die Spree in
das moderne Zementwerk, für das aktuell
80 Menschen arbeiten.
Frank Wild ist seit Juni 2013 Geschäftsführer des Zementwerks in Berlin. Der
promovierte Bergbauingenieur nahm nach
Stationen in Westdeutschland, Marokko,
Ungarn und Serbien die Herausforderung
in Berlin an, das Zementwerk Berlin zu
managen. Das blickt jetzt auf ein Vierteljahrhundert in der freien Marktwirtschaft
zurück. Dabei reicht seine Geschichte viel
weiter zurück: Gegründet wurde das Unternehmen als VEB Zementwerk Rummelsburg. Es galt als wichtiger Zementlieferant
für den Wiederaufbau Berlins. Im Dezember 1950 nahm das Werk an der Köpenicker
Landstraße seinen Betrieb auf. Später wurde es in das VEB Zementwerk Rüdersdorf
integriert. Nach dem Fall der Mauer übernahm zunächst ein Konsortium aus drei

10/2015 | Standort Ost | Bezirks-Journal

Nachschub für die
GroSSbaustelle Berlin

REGIONALWIRTSCHAFT: Das Zementwerk Berlin
produziert Zement und Beton für Berlins Baustellen
– darunter für den Neubau des Berliner Stadtschlosses. Jetzt wurde das Zementwerk das „Lichtenberger Unternehmen des Jahres“.

Dr. Frank Wild hat Berlin fest im Blick. Foto: Marcel Gäding

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westdeutschen Unternehmen das Zementwerk. Inzwischen ist „Spenner Zement“ aus
dem westfälischen Erwitte einzige Eigentümerin. Ein jahrelanges Tauziehen um immer wieder diskutierte Schließungspläne
war damit vom Tisch. Mehrfach befand
sich das Zementwerk in der Krise, musste
einst sogar einen Großteil der Belegschaft
entlassen.
Das Zementwerk Berlin behauptet sich
heute als mittelständisches Unternehmen
gegen die ganz Großen in der Branche.
Immerhin beträgt der Marktanteil 15 Prozent. Ein Grund für den Erfolg ist auch
der 20.000 Quadratmeter große Standort.
Sowohl auf dem Wasser- als auch auf dem
Straßenweg können Schiffe und Lkw das
Werksgelände erreichen, das im Schatten
des monumentalen Kraftwerks Klingenberg entstand. Das Zementwerk Berlin
beliefert die Großbaustellen in Berlin. An
der Köpenicker Landstraße werden neben
Zement auch Trockenmörtel, Spezialbindemittel und Transportbeton hergestellt. Die
Rohstoffe dafür kommen unter anderem
aus Eisenhüttenstadt, das Hüttensand zur
Verfügung stellt. Dahinter verbirgt sich
granulierte Schlacke – Rückstand aus den
Hochöfen der ostbrandenburgischen Industriestadt. Hinzu kommen Klinker, die in
eigenen Mühlen des Zementwerks zermahlen werden. Zehn Sorten Zement befinden
sich derzeit im Sortiment des Zementwerks
Berlin. Weitere Produkte sind in Arbeit. Für
die gleichbleibend hohe Qualität sorgen eigene Labors sowie ein vor Ort integriertes
Qualitätsmanagement. Die Jahresproduktion kann sich sehen lassen: Neben 400.000

Tonnen Zement und Trockenmörtel verlassen jedes Jahr auch rund 180.000 Kubikmeter Transportbeton das Werk in Rummelsburg. Die Abnehmer kommen vorwiegend
aus der Region Berlin und Brandenburg,
aber auch als Polen und Tschechien. Zu den
größten Bauvorhaben, bei denen Zement
aus Rummelsburg zum Einsatz kam, gehört zweifelsohne das Stadtschloss. Für den
Neubau in der historischen Mitte Berlins
lieferte das Zementwerk Berlin innerhalb
von zwei Jahren 90.000 Kubikmeter Transportbeton. Einen weiteren Abnehmer gibt
es ebenfalls in Mitte – dort kommen die
Baustoffe beim neuen Eingangsportal des
Pergamonmuseums zum Einsatz. Auch im
neuen IKEA Lichtenberg und im Berliner
Hauptbahnhof wurde Zement aus Rummelsburg verbaut.
„Zement ist vielfältig einsetzbar“, sagt Dr.
Frank Wild. Hinzu kommt, dass es sich um
einen nachhaltigen Baustoff handele, bei
dem auch Produktionsrückstände etwa aus
der Kohleverstromung zum Einsatz kommen. Allerdings bestehe die Kunst darin,
logistisch so gut aufgestellt zu sein, dass
die Lieferwege beispielsweise beim Transportbeton optimal sind. Daher nutzt das
Zementwerk weitere Standorte in Pankow
und Spandau, um sternenförmig die Großbaustellen im Berliner Stadtzentrum beliefern zu können.
Die Zukunft des Zementwerks Berlin
scheint in der wachsenden Stadt gesichert.
„Jedes Jahr ziehen an die 50.000 Menschen
in die Stadt“, sagt Dr. Frank Wild. An allen
Ecken und Enden werde gebaut. „Ich denke,
dass wir in den kommenden Jahren noch
gut zu tun haben werden.“ Er geht auch davon aus, dass der Berlin-Boom in die Randbezirke ausstrahle. Allerdings weckt die
wachsende Stadt auch Begehrlichkeiten:
Befand sich das Zementwerk einst am Rande der Stadt in einem unwirtlichen Industriegebiet, schauen heute Projektentwickler
mit großem Interesse auf die exponierte
Wasserlage dieses und anderer Unternehmen entlang der Spree. Teure Miet- und Eigentumswohnungsprojekte rücken immer
näher an das Zementwerk. Wild hofft jedoch, dass die in Rummelsburg angesiedelte Industrie ohne Einschränkungen weiter
produzieren kann.
Marcel Gäding

Unternehmen
des Jahres

Das Zementwerk Berlin wurde mit dem Preis
„Lichtenberger Unternehmen des Jahres 2015“
ausgezeichnet. Mit der Auszeichnung, die Bezirksbürgermeisterin Birgit Monteiro (SPD), der
Vorsitzende des Ausschusses für Wirtschaft
und Arbeit, Bartosz Lotarewicz (Bündnis 90/
Die Grünen), und Karsten Dietrich vom Verein
Wirtschaftskreis Hohenschönhausen-Lichtenberg verliehen, wird das Engagement des
Unternehmens für den Standort Lichtenberg
gewürdigt. „Mit hoher Qualität und höchsten
Umweltstandards hat es sich gegen die harte
Konkurrenz am Markt behauptet. Betriebliche
Mitbestimmung, Gesundheitsvorsorge und
Ausbildung werden groß geschrieben“, heißt
es dazu in der Begründung. Foto: Hoffmann

Bezirks-Kultur
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Bezirks-Journal Lichtenberg/ Hohenschönhausen | Oktober 2015

Mona Rüdiger, Wolfgang Helfritsch, Annette Kühne und Jonas Seidel spielen in der Revuei die Hauptrollen.

Foto: Marcel Gäding

Karlshorst-Revue, die Zweite

KIEZKULTUR: Nach der erfolgreichen Premiere gibt es eine Neuauflage des Stücks
„Die Treskow rauf und runter“. Anwohner erzählen in unterhaltsamer Weise die
Geschichte ihres Kiezes.

J

enny und Lucas sind zwei ganz
normale Teenager. Als sie für die
Schule eine Smartphone-App über
ihren Kiez erarbeiten sollen, werden sie
in Büchern kaum fündig. Also begeben
sich die Gymnasiasten auf Spurensuche,
treffen auf das Ehepaar Elfriede und
Karl Horst. Gemeinsam gehen sie auf
eine ungewöhnliche Zeitreise durch die
Geschichte von Karlshorst. Ein Druck
auf ihr Smartphone bringt sie zurück in
bewegende Zeiten des südlichen Lichtenberger Ortsteils. So beginnt die Revue
„Die Treskow rauf und runter“ – ein
Theaterstück, bei dem die Karlshorster
die Hauptrolle spielen. Nach einer gelungenen Premiere im Juni arbeitet das
Team um Regisseur Olaf Michael Ostertag gerade an der Neuauflage, die am
8. November um 16 Uhr im Kulturhaus
Karlshorst zu sehen sein wird.
Für die Karlshorst-Revue stehen an
die 40 Darsteller auf der Bühne – bis auf
wenige Ausnahmen handelt es sich bei
allen um Laien. Jenny wird von Mona
Rüdiger gespielt, Lucas von Jonas Sei-

del. Beide besuchen das Hans und Hilde Coppi-Gymnasium. Gemeinsam mit
Dr. Wolfgang Helfritsch und Annette
Kühne alias Elfriede und Karl Horst haben sie in dem unterhaltsamen Stück die
Hauptrollen übernommen. Musik liefern Band und Chor des Hans und Hilde
Coppi-Gymnasiums sowie die Kinder
aus Karlshorster Kindertagesstätten.
Ihre Zeitreise beginnt im Jahr 1895,
dem Gründungsjahr von Karlshorst.
Stationen sind die Zeit der Weimarer
Republik, das Ende des Zweiten Weltkrieges, 40 Jahre real existierender Sozialismus sowie die Epoche nach dem
Fall der Mauer. Die Zuschauer lernen
den Rennbahnbetrüger Klante kennen,
der in elf Monaten mehrere Zehntausend Berliner um ihr Erspartes brachte.
Oder die Liebesroman-Autorin Hedwig
Courths-Mahler. Es gibt eine Begegnung
mit dem Berliner Stadtkommandanten
Nikolaus Bersarin, aber auch mit weniger bekannten Karlshorstern wie dem
Pfarrer oder dem Schuldirektor.
„Die Idee hinter der Revue ist eine

Produktion von und mit Karlshorstern
anlässlich des 120-jährigen Bestehens
von Karlshorst“, sagt Regisseur Olaf
Michael Ostertag. Im Gegensatz zur
Erstaufführung soll die Neuauflage jedoch wesentlich kürzer werden. „Wir
bemühen uns darum, alles drastisch zu
kürzen“, sagt Ostertag. Eine entsprechende Kurzvariante liegt als Text inzwischen vor.
Derzeit wird, so gut es geht, geprobt.
Allerdings ist es unmöglich, alle Beteiligten für einen Durchlauf vorab auf die
Bühne zu bekommen. Wie beim ersten
Mal sind Überraschungen daher auch
bei der Neuauflage nicht ausgeschlossen. Immerhin wurde bei der Premiere
der eine oder andere Patzer von den
Darstellern charmant übergangen. „Unsere Darsteller sind spontan mit der Situation umgegangen“, erinnert sich Spielleiterin Luise Lotty Ruhnau. (gäd.)
„Die Treskow rauf und runter“, 8. November 2015, 16 Uhr, Kulturhaus Karlshorst, Treskowallee 112, 10318 Berlin.

7

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Vital
& gesund
Gute Matratzen müssen nicht teuer sein
Stiftung Warentest: gesunder Schlaf ist keine Frage des Preises

V

iele Händler und Hersteller in der
Bettenbranche erzählen Unsinn,
dass sich die Lattenroste biegen.
Die Stiftung Warentest enttarnt in der
Oktober-Ausgabe der Zeitschrift test die
größten Bluffs der Branche. Sie weist
nach, dass „gute“ Matratzen nicht teuer
sein müssen und man sich einen Lattenrost am besten selber baut.
„Je dicker die Matratze, umso besser
ist sie“, „Qualität hat eben ihren Preis“,
„Gelschaum ist besser als Kaltschaum“
oder: „Unsere Matratzen und Lattenroste verhelfen zu einem gesunden Rücken“. Diese Aussagen von Händlern
und Herstellern widerlegen die Tests
der Stiftung Warentest ebenso wie die
Behauptung, dass der Lattenrost einen
großen Einfluss auf die Schlafqualität
habe, er nach zehn Jahren durchgelegen
sei oder nur die abgestimmte Kombinati-

on von Rost und Matratze eine Oase der
Ruhe und Entspannung bieten. Sehr viele der verkaufsfördernden Argumente im
Handel sind Bluffs, die für Kunden teuer
werden können.
Produktfinder im Internet
Die Testergebnisse aller seit 2008 untersuchten Matratzen stehen im Produktfinder Matratzen auf test.de. Der
Vergleich zeigt: Die für die OktoberAusgabe von test geprüften teuren Kaltschaummatratzen zu Preisen zwischen
600 und 1.390 Euro sind nicht besser als
andere, die die Hälfte kosten, ja nicht
einmal besser als Rollmatratzen von
Aldi oder Lidl. „Gute“ Matratzen gibt es
als Aktionsware für 70 Euro, die beste je
getestete kostet 199 Euro.
Ebenfalls im Test waren 10 Lattenros-

te, die sich mit einem selbst gezimmerten messen lassen mussten und kläglich
scheiterten. Keine der Unterfederungen
im Test zu Preisen von 12 bis 1.060
Euro ist empfehlenswert, teilweise verschlechtern sie die Liegeeigenschaften
der Matratzen sogar. Wer kein verstellbares Kopf- oder Fußteil braucht, kann
einen Lattenrost selbst bauen. Der selbst
gezimmerte Rost zu Kosten von etwa 35
Euro schnitt in zentralen Prüfungen besser ab als die gekauften Modelle. Die Anleitung findet sich kostenfrei unter www.
test.de/lattenrost-bauen.
Die Tests Matratzenkauf, Kaltschaummatratzen und Lattenroste erscheinen in
der Oktober-Ausgabe der Zeitschrift test
und sind bereits im Produktfinder unter
www.test.de/matratzen abrufbar. Ebenfalls finden sich dort rund 100 weitere
noch lieferbare Matratzen. (bzj.)

Die Oktober-Ausgabe von Test.

#Gesundheit
#Pflege
#Wellness
#Sport

Alzheimer rechtzeitig erkennen
Gesundheit: Leidet das Gedächtnis, sollte man in jedem Fall einen Arzt aufsuchen

T

äglich erreichen die Alzheimer
Forschung Initiative e.V. (AFI)
Anfragen von Menschen, die bei
sich eine Verschlechterung des Gedächtnisses feststellen. „Diesen Menschen
raten wir grundsätzlich, einen Arzt aufzusuchen. Es ist wichtig, früh und professionell abzuklären, was der Auslöser
der Vergesslichkeit ist, um mögliche Ursachen zu behandeln oder im Falle einer
Alzheimer-Erkrankung frühzeitig mit
einer Therapie zu beginnen“, sagt der
AFI-Vorstandsvorsitzende und niedergelassene Nervenarzt Dr. Michael Lorrain.
Der erste Ansprechpartner bei Gedächtnisproblemen ist der Hausarzt, der den
Patienten überweisen kann.
Da es sich bei Alzheimer um eine
fortschreitende Gehirnleistungsstörung
handelt, ist es besonders wichtig, die
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Verschlechtert sich das Gedächtnis, sollte ein Arzt aufgesucht werden. 

Foto: Rainer Sturm/ Pixelio.de
Krankheit möglichst lange in einem frühen Stadium zu halten. Auch mögliche
Begleiterkrankungen wie Schlafstörun-

gen oder Depressionen können gezielt
behandelt werden. „Nur bei einer frühen
Diagnose haben Betroffene die Mög-

lichkeit, wichtige Entscheidungen über
Betreuung und Pflege weitestgehend
eigenständig zu treffen. Das sichert Lebensqualität“, sagt Dr. Lorrain.
Wie die Alzheimer-Krankheit diagnostiziert wird, stellt die AFI in ihrer
kostenlosen Broschüre „Diagnose-Verfahren bei Alzheimer - Ärztliche Tests im
Überblick“ vor. Die Broschüre bietet einen leicht verständlichen Überblick über
psychometrische Tests, Labordiagnostik,
bildgebende Verfahren und Liquordiagnostik zur Diagnose der AlzheimerKrankheit.
„Diagnose-Verfahren bei Alzheimer“
und weitere Materialien können kostenfrei bestellt werden bei der Alzheimer
Forschung Initiative e.V., Kreuzstr. 34,
40210 Düsseldorf; per Internet auf www.
alzheimer-forschung.de. (ots)
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Geriatrie in neuen, hellen Räumen
Sanierungsarbeiten an den KEH-Krankenhausgebäuden sind beendet

A

lt werden ist nichts für Feiglinge“,
hatte Kirchenrätin Susanne KahlPassoth bei der Eröffnung der geriatrischen Tagesklinik des KEH im Mai gesagt. Ein
biblischer Text sagt: „Keine Freude habe ich
daran“ (Prediger 12) Er verweist deutlich auf
die Einschränkungen des Alters, „aber Geriatrie kann lindern und helfen“.
Inzwischen sind neben der Geriatrie-Tagesklinik mit enger Kooperation zur Tagesklinik
für Spezielle Schmerztherapie in Haus 10 auch
die sanierten Stationsbereiche der Geriatrie
im KEH fertiggestellt worden. Im September
konnte die Abteilung ihre neuen Räume in
Haus 4 beziehen.
Bessere Orientierung
Ein spezielles Farb- und Orientierungssystem sorgt in den hellen und modernen Fluren
dafür, dass sich ältere oder demenziell erkrankte Patientinnen und Patienten immer gut zurechtfinden. Die Patientenzimmer sind mit
allen technischen Voraussetzungen ausgestattet, so dass die altersmedizinischen Behandlungsmöglichkeiten voll ausgeschöpft werden
können.

Als Anfang 2014 die Epileptologie in Haus
2 ihre sanierten Stationen bezogen hatte, war
auch seit einiger Zeit mit vorbereitenden Arbeiten an Haus 4 begonnen worden. Bei den
Reparaturen an Fassade und Dach wurden
jedoch massive Verwerfungen am Westgiebel
(Westrisalit, an der Seite, die zum Innenbereich
des KEH-Geländes weist) festgestellt. Dadurch
ergab sich die Notwendigkeit, die Risse im
Mauerwerk statisch zu ertüchtigen. Mit zahllosen Edelstahlklammern und Stahlbau wurde
der Westrisalit an den Baukörper des Hauses

Kammerkonzertreihe
2015/2016
Für alle, die Freude an Konzerten mit herausragenden Musikern in fast privatem Rahmen
haben, bietet die Konzertreihe 2015/2016 am
Epilepsie-Zentrum Berlin-Brandenburg im
KEH wieder außergewöhnlichen musikalischen Arrangements.
Freitag, 30. Oktober 2015
STREICHKONZERT mit dem »Diverso
String Quartet« und der Pianistin Katarzyna
Wasiak als Gast.
Freitag, 27. November 2015
BLÄSERKONZERT mit dem »Lietze Posaunen4tet«
Freitag, 18. Dezember 2015
LIEDERABEND zum Advent mit Marianne
Schechtel (Mezzosopran), Alexander Fedorov
(Tenor) und Sijin Liang (Klavier).

Farbgestaltung auf der neuen Geria­
triestation in Haus 2.

Die Konzerte beginnen jeweils 19 Uhr und
dauern – mit einer Pause – etwa 90 Minuten.
Im Anschluss wird ein Imbiss angeboten. Der
Eintritt ist frei – Spenden zur Unterstützung
der Musiker sind immer willkommen.

Blick auf das sanierte Haus 4.
gebunden. Auch die Dachkonstruktion musste
umfänglicher verstärkt werden, so dass sich die
Fertigstellung um Wochen verzögerte
Erweiterter Geriatriebereich
Im Laufe dieser Arbeiten wurde auch die
Raumplanung verändert, da mehr Patientenzimmer für die Geriatrie benötigt wurden.
Zur geriatrischen Versorgung der steigenden
Zahl sehr alter Patientinnen und Patienten war
auch die Zahl der Betten durch die Berliner Senatsverwaltung erhöht worden. So wurde der
Geriatriebereich in Haus 4 ausgeweitet und die
Physiotherapie bezieht ein anderes Haus.
Ab Sommer wurde auch verstärkt an den
Grünflächen zwischen den Häusern 2 und
4, rund um Haus 30 und an weiteren Stellen
gearbeitet. Im KEH-Innenbereich waren die
gartenarchitektonischen Veränderungen weitgehend abgeschlossen. Dadurch bietet das
Krankenhausgelände in seinem Kernbereich
wieder die Gartengestaltung, die zur Eröffnung
im Jahr 1893 angelegt worden war.
Noch sind einige Arbeiten im Außenbereich
im Gange. Zuletzt werden auch die Straßen
auf dem Gelände Berücksichtigung finden.

Evangelisches Krankenhaus Königin
Elisabeth Herzberge gGmbH
Herzbergstraße 79, 10365 Berlin
Telefon: (030) 5472 – 0

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UNS IN GUTEN HÄNDEN!
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Geriatrie
Telefon: (030) 54 72-56 01
Neurologie
Telefon: (030) 54 72-42 01
Urologie
Telefon: (030) 5472-4601
www.keh-berlin.de

10 Bezirks-Sport

Oktober 2015 | Bezirks-Journal Lichtenberg/ Hohenschönhausen

Schnell angekommen

HANDBALL: Die Füchse Berlin haben den Umbruch im Sommer bestens gemeistert.
Mit dem neuen Trainer Erlingur Richardsson schwimmen sie auf einer echten Erfolgswelle.
von Benedikt Paetzholdt

U

ngewissheit und eine gespannte
Vorfreude, das waren die vorherrschenden Gefühle bei den
Füchsen Berlin vor dieser Saison. Nach
sechs Jahren hatte Trainer Dagur Sigurdsson den Verein im Sommer verlassen, um sich um die deutsche Nationalmannschaft zu kümmern. Die Erfolgsära
der vergangenen Jahre mit den Gewinnen des DHB-Pokals und des EHF Europa Pokal war maßgeblich durch die
Arbeit des Isländers geprägt. Mancher
fürchtete sich gar vor einem Loch.
Nach acht Partien kann davon aber
keine Rede sein. Nach dem hart umkämpften 24:24 beim SC Magdeburg
am Wochenende stehen die Füchse aktuell auf Rang fünf der Tabelle. Da sie
ein Spiel weniger absolviert haben, ist
sogar Rang drei realistisch. Die aktuelle
Erfolgsgeschichte bezieht sich aber nicht
nur auf die Liga. Im September hatten
sie sensationell die Klub-WM in Doha
gewonnen und hier Weltklasseteams wie
den FC Barcelona und den MKB Veszprem geschlagen. Es hat also den Anschein, dass die Verantwortlichen genau
richtig lagen, als sie sich bei der Neubesetzung des Trainerpostens für Erlingur
Richardsson entschieden haben.
Eingewöhnungszeit braucht er praktisch keine, nachdem er zuvor den österreichischen Klub SG Handball West
Wien trainiert hatte. „Natürlich ist
das hier ein völlig neuer Verein“, sagt
Richardsson, „aber die Grundzüge des
Handballtrainings ändern sich ja nicht:
Kraft spielt eine Rolle, Taktik, die Torhüter müssen gut geschult sein“. Dass
diese Anlagen bei den Füchsen durchaus

Erlingur Richardson beim Spiel gegen den SC Magdeburg.
vorhanden sind, haben sie immer wieder
bewiesen.
Zumal sich der Kader auch absolut
sehen lässt. Mit Petar Nenadic spielt
aktuell der beste Torschütze der Liga in
Berlin. 66-mal traf er bereits, er hat eine
Abschlussquote von 62 Prozent. Mit
dem Kroaten Drago Vukovic, der bereits
Olympiasieger und dreimal Europapokalgewinner ist, gelang Manager Bob
Hanning zudem ein echter Transfercoup.
Sein Vorzug: Er fühlt sich praktisch überall auf dem Feld wohl. Und obwohl mit
Paul Drux, Mattias Zachrisson, Colja
Löffler und Denis Spoljaric vier wichtige
Spieler fehlen und auch nicht zu erwarten ist, dass der Langzeitverletzte Bartlomiej Jaszka nach seiner ewigen Schulterverletzung wieder zurückkommt, ist ein
Qualitätsverlust aktuell nicht wirklich zu
erkennen.

Foto: Falko Hoffmann

Die beiden Torhüter Petr Stochl und
Silvio Heinevetter sind allerdings die
einzigen, die der ehemalige Kreisläufer
Richardsson besonders hervorhebt. „Sie
sind bislang sehr gut“, sagt er. Hätten die
beiden viele Bälle abgewehrt, habe sich
das auch auf die Mannschaftsleistung
ausgewirkt. Ansonsten lobt er aber vor
allem das Kollektiv. „Wir haben keine
Spieler mit ganz großem Namen. Es ist
deshalb sehr wichtig für uns, cleveren
Handball zu spielen.“
Mit dieser Herangehensweise haben
die Füchse nicht nur die Schwergewichte des europäischen Handballs bei der
Klub-WM geschockt. Hätte die praktisch
letzte Toraktion nicht zum Torerfolg für
die Gastgeber geführt, wären die Berliner vor einigen Wochen auch bei der
SG Flensburg-Handewitt als Sieger vom
Platz gegangen, die neben dem THW

Kiel und den Rhein-Neckar Löwen für
Deutschland in der Champions League
vertreten sind. „Dieses Spiel hat gezeigt,
dass du zu keinem Zeitpunkt des Spiels
nachlassen darfst“, sagt Richardsson.
Überhaupt scheint sich die Liga aktuell in einem kleinen Umbruch zu befinden. Mit Ausnahme der Rhein-Neckar
Löwen leisten sich die großen Teams der
Liga ungewohnte Schwächen. Die Mittelklasseteams der letzten Jahre, zu denen auch die Füchse zu zählen sind, haben plötzlich Oberwasser. Der Berliner
Trainer sieht den Grund vor allem in den
Bemühungen der Nachwuchsförderung.
Hier sind die Füchse ohnehin schon
seit Jahren in Kooperation mit dem
Schul- und Leistungssportzentrum im
Sportforum Hohenschönhausen führend. Jetzt, wo mit Drux, 20, der Vorzeigespieler des eigenen Programms nicht
mitwirken kann, liefert Fabian Wiede,
21, eine Topleistung nach der anderen
ab. Und auch Willy Weyhrauch wird mit
seinen 21 Jahren immer mehr fester Bestandteil dieser Mannschaft. Diese Vereinsphilosophie sei ein ausschlaggebender Grund für den Wechsel nach Berlin
gewesen, sagt Richardsson.
Und auch in der Stadt fühlt sich
Richardsson mit seiner Familie schon
sehr heimisch. Im Volkspark Friedrichshain geht er gerne joggen, bald aber soll
sich die Laufstrecke ändern. „Ich will
noch mehr von Berlin sehen.“ Sich vom
Handball abzulenken, fällt aber schwer.
„Meine Kinder sind alle handballverrückt“, gesteht er. Sandra Erlingsdottir,
die Älteste, spielt bei den Spreefüxxen,
dem Frauenteam der Füchse. Schon
nach wenigen Wochen kann man sagen:
Da ist jemand richtig angekommen.Berlins

Bezirks-Jo

Das Bezirks-Journal frei Haus – im Abo!

Das Bezirks-Journal ist Berlins neue Monatszeitung mit interessanten Geschichten aus Lichtenberg, Hohenschönhausen und aus Marzahn und Hellersdorf. Sie finden unsere Zeitung kostenlos an mehr als 250 Stellen zum Mitnehmen. Wenn Sie keine Ausgabe verpassen wollen, lassen Sie sich Ihr
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LiBg102015

Region:

b

Bezirks-Journal Lichtenberg/ Hohenschönhausen | Oktober 2015

MALEREI & FOTOGRAFIE

Bezirks-Kulturkalender

Theaterpremiere

25 Jahre Deutsche Einheit: Fotografien aus
den Jahren von 1978 bis 1989 von Harald
Hauswald sind bis zum 5. November im
Museum Kesselhaus zu sehen. Die Ausstellung anlässlich 25 Jahre Deutsche Einheit ist
dienstags von 14 bis 16 Uhr und donnerstags
von 14 bis 18 Uhr geöffnet. Ort: Museum Kesselhaus im KEH, Herzbergstraße 79, 10365
Berlin. Infos: Tel. (030) 54 72 24 24.
Bilder von Kindern: Farbenfrohe Arbeiten
auf Leinwand werden bis zum 31. Oktober in
der Bodo-Uhse-Bibliothek gezeigt. Sie stammen von Kindern, die sich immer mittwochs
zum Basteln und Malen treffen. Ort: ErichKurz-Straße 9, 10319 Berlin. Öffnungszeiten:
Mo, Di, Do, Fr 9-19 Uhr; Mi 13-19 Uhr, Sa
9-15 Uhr.
30 Jahre Hohenschönhausen – 30 Porträts
aus einer neuen Stadt: Am 1. September
1985 wurde der Bezirk Hohenschönhausen
offiziell gegründet. Es entstanden etwa 30.000
Wohnungen für 90.000 Neubewohner. Die
Ausstellung, zu sehen bis zum 20. Dezember,
lässt die Bebauung am Beispiel eines Großmodells sichtbar werden. Fotos werden an die
Erbauer und die neuen Bewohner erinnern.
Eintritt frei. Ort: studio im HOCHHAUS,
Zingster Straße 25. 13051 Berlin. Öffnungszeiten: Mo-Do 11-19 Uhr, Fr 11-16 Uhr, So
14-18 Uhr.
Wo Orpheus begraben liegt: Fotografien von
Christian Muhrbeck von seinen langjährigen
Reisen durch Bulgarien sind das Thema einer
Ausstellung, die bis zum 25. Oktober im Kulturhaus Karlshorst zu sehen ist. Jenseits aller
Klischees, zeigt er eine Welt zwischen archaischer Kultur, postsozialistischer Gegenwart
und den Spannungen der jüngsten Vergangenheit. Ort: Treskowallee 112, 10318 Berlin, Tel.
(030) 475 94 06 10. Öffnungszeiten: Mo-Sa
11-19 Uhr, So 14-18 Uhr
„Miresi – die Poesie des Verlassens: Die seit
20 Jahren leerstehenden Baracken- und Kasernengebäude der sowjetischen Streitkräfte
haben das Interesse der italienischen Malerin
und Fotografin Miresi geweckt. Sie hat die
Hinterlassenschaften in malerischer Perspektive aufgenommen. Ihre Bildern sind bis zum 8.
November zu sehen. Ort: Deutsch-Russisches
Museum Berlin-Karlshorst, Zwieseler Straße
4, 10318 Berlin. Eintritt frei. Öffnungszeiten:
Di-So 10-18 Uhr.
diaries - Für jeden Tag ein Blatt: „diaries“ ist
ein kollaboratives, fortlaufendes Jahresprojekt
der vier Künstler Christine Baumann (Wien),
Julia Hürter (Berlin), Michaela Nasoetion
(Berlin) und Kenneth Pils (Stockholm).
Über den Verlauf eines Jahres wurde für
jeden Tag ein Bild produziert. So entstanden
aus vier unterschiedlichen künstlerischen
Positionen heraus 4 x 365 Blätter, die bis zum
6. November in der rk- Galerie für zeitgenössische Kunst gezeigt werden. Öffnungszeiten:
Mo-Fr 10-18 Uhr. Ort: Möllendorffstraße 6,
10367 Berlin.
Ahnengalerie XVII: Bis zum 28. November
ist die Ausstellung der Malgruppe „Leser
malen - Maler lesen“ zu sehen. Unter der
Anleitung der Kunsttherapeutin und Malerin
Marianne Höhne entstanden Bilder mit Motiven aus dem eigenen Erleben. Ort: Anna-Seghers-Bibliothek im Linden-Center, Prerower
Platz 2, 13051 Berlin.

LESUNG & GESPRÄCH

Gisela Steineckert liest: Die Autorin Gisela
Steineckert ist am 19. Oktober um 19 Uhr zu
Gast in der Anton-Saefkow-Bibliothek. Sie
liest Prosa und Gedichte. Die Dichterin und
Autorin unvergessener Liedtexte wie „Als ich
fortging“ von Dirk Michaelis/Karussell, tex-

„Es klopft bei Wanja in der Nacht“ lautet der Titel der neuesten Inszenierung für
Kinder am Weiten Theater. Am 25. Oktober ist um 16 Uhr Premiere. Im tiefen, tiefen Walde sitzen Wanja und Babuschka in gemütlicher Wärme, als ein Schneesturm
losbricht. Gut, dass sie in ihrer Hütte sind! Doch da klopft es in der Nacht: Wer kann
das sein bei diesem entsetzlichen Wetter? Ein Hase, eine Füchsin und ein Bär bitten
um Unterschlupf. Da klappern der Babuschka und dem Wanja ordentlich die Zähne
- sollen sie diese wilden Tiere ins Haus lassen? Ist ihr menschliches Herz größer als
ihre Angst? Theaterstück für kleine Menschen ab 3 Jahren. Weitere Vorstellungen:
27./28.10, 10 Uhr; 6.12., 11+16 Uhr, 8./9.12., 10 Uhr. Ticketreservierungen: Tel.
(030) 991 79 27. Karten: 4,50 Euro Kinder, 6,50 Euro Erwachsene. Ort: Parkaue
23, 10367 Berlin.
Foto: Das weite theater
tete auch für Veronika Fischer, Frank Schöbel
und Jürgen Walter. Eintritt 4, ermäßigt 3
Euro. Ort: Anton-Saefkow-Platz 14, 10369
Berlin.
„Es tut so gut mit dir zu sprechen“: Annekathrin Bürger stellt am 22. Oktober um 18 Uhr
das Buch von Claudia Johanna Bauer und
Thea Weiß „Es tut so gut mit dir zu sprechen“
vor. Die Begegnungen mit Sterbenden sind
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1,50 Euro. Ort: studio im HOCHHAUS,
Zingster Straße 25. 13051 Berlin.

Geschichte

Große Namen der Kunstgeschichte: Im Rahmen der Vortragsreihe über bedeutende Persönlichkeiten der Kunstgeschichte stellt Dr.
Gerhild Komander am 29. Oktober um 19.30
Uhr Leben und Wirken des Malers, Dichters,
Bildhauers und Architekten Michelangelo
vor. Eintritt 2, erm.1 Euro. Ort: Galerie 100,
Konrad-Wolf-Straße 99, 13055 Berlin.

Musik & Konzert

sehr unterschiedlich, einige dauern nur wenige Stunden, andere Monate, oder sogar Jahre.
Geprägt sind sie von den Lebenserinnerungen
und das Nachdenken über das Sterben. Die
50 Geschichten machen Mut, den Tod nicht
zu negieren, sondern ihn als Teil des Lebens
anzunehmen. Eintritt 1 Euro. Ort: EgonErwin-Kisch-Bibliothek, Frankfurter Allee
149, 10367 Berlin.

VORTRAG & FÜHRUNG

30 Jahre HSH – Die Entstehung der Großsiedlung zwischen 1983-1989: Dr. Rolf
Meyerhöfer, Kenner der Geschichte Hohenschönhausen, lädt am 16. Oktober um 18 Uhr
zum Vortrag. An diesem Abend wird er sein
Wissen über die Aufbauleistung und das sich
entfaltende Leben in der damaligen sozialistischen Großsiedlung mit seinen Licht- und
Schattenseiten vorstellen. Eintritt 3, ermäßigt

Eine Reise nach Italien: Die Sopranistin Alexandra Lachmann und die Pianistin Katrin
Dasch gehen am 25. Oktober um 15 Uhr auf
eine musikalische Reise nach Italien. Lieder,
Arien und Klavierwerke sind der Hauptbestandteil dieser Reise. Dabei stehen nicht nur
italienische Komponisten wie Gaetano Donizetti und Giovanni Battista Pergolesi auf dem
Programm. Vielmehr erklingen auch Werke
über Italien und die italienische Lebensart,
so unter anderem von Wolfgang Amadeus
Mozart, Franz Schubert, Felix Mendelssohn
Bartholdy oder Georg Friedrich Händel. Ort:
Schloss Friedrichsfelde, Am Tierpark, 10319
Berlin. Eintritt: 22 Euro inkl. Begrüßungssekt.
Reservierungen: Tel. (030) 51 53 14 07
Concert im Center: „Schau einer schönen
Frau nicht zu tief in die Augen“ lautet der
Titel des Violinenkonzerts, das am 18. Oktober um 11 Uhr im Linden-Center zu erleben
ist. Die Zuhörer erwartet eine herbstbunte
Mischung schöner Melodien aus Operette,
Film und Musical präsentieren Maja Lange,
Sopran; Christoph Schröter, Tenor; Erdmuthe
Brunner, Violoncello; und Virginia Ehrhardt
am Klavier. Gewohnt charmant moderiert
Wolfgang Hütter die musikalische Sonntagsmatinee. Karten 9, ermäßigt 7 Euro. Ort:
Anna-Seghers-Bibliothek im Linden-Center,
Prerower Platz 2, 13051 Berlin.
Hoher Salon – „Ein Australier in Berlin“:
Unter dem Motto „Ein Australier in Berlin“
findet am 23. Oktober um 19.30 Uhr im

11

Humboldt-Haus der nächste „Hohe Salon“
statt. Im Mittelpunkt des interkulturellen
Salonabends mit Musik, bildender Kunst und
Kulinarischem, durch den Alina MartirosjanPätzold führt, steht diesmal Australien. Zu
Gast ist der 1953 im südaustralischen Adelaide geborene Schauspieler, Regisseur und
Theatermacher Peter Scollin. Er singt und begleitet sich selbst auf seiner Gitarre. Zwischen
die Lieder gibt er Anekdoten und Erzählungen über seine australischen Vergangenheit
und seine Erlebnisse in Deutschland zum
Besten. Original-Bilder werden ausgestellt und
sind auch käuflich zu erwerben. Kulinarische
Spezialitäten aus Australien stimmen auf den
Abend ein. Karten: 18 Euro, Bestellungen
unter Tel. (030) 553 22 76. Ort: Warnitzer Str.
13A in 13057 Berlin

Kinder & Familie

„Hans im Glück“: Die Galerie 100 wird am
8. November um 15.30 Uhr zum Puppentheater. Zu Gast ist Martin Lenz mit dem Stück
„Hans im Glück“. Karten kosten 2,50 Euro.
Vorbestellungen unter Tel. (030)
971 11 03. Ort: Konrad-Wolf-Straße 99, 13055
Berlin.
Halloween im Tierpark: Mit Einbruch der
Dunkelheit wechselt am 31. Oktober im
Tierpark Berlin die Stimmung – der idyllische
Park wird zur finster-schaurigen Heimat von
Fledermäusen und Geistern, Sensenmännern
und Halbtoten. Neben einer Gruselroute
gibt es auch Märchenvorlesungen und ein
Feuerwerk um 20.30 Uhr. Die Besucher
erwartet am Terrassen-Café ein Bühnenprogramm einige Bastelstände, Quizspiele und
Mitmach-Aktionen. Karten kosten 10 Euro
für Erwachsene, Kinder ab 5 Jahren zahlen
5 Euro. Die Tickets sind an den TierparkKassen erhältlich. Einlass: 17 Uhr. Ort: Am
Tierpark 125, 10319 Berlin.

IMPRESSUM
Bezirks-Journal

Unabhängige Monatszeitung für
die Berliner Bezirke. In Kooperation mit
www.lichtenbergmarzahnplus.de und www.qiez.de
Das Bezirks-Journal erscheint einmal im Monat kostenlos
und liegt derzeit an ca. 300 Orten in den Bezirken Lichtenberg sowie Marzahn-Hellersdorf zur Mitnahme aus. Die
Zeitung finanziert sich ausschließlich durch Werbung.
Herausgeber/ Chefredakteur:
Marcel Gäding (V.i.S.d.P.)
Verlag:
Medienbüro Gäding | Marcel Gäding
Josef-Orlopp-Straße 54 | 10365 Berlin
Telefon: 030 55 49 96 56
Telefax: 030 55 49 43 69
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Internet: www.bezirks-journal.de
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Redaktion & Internet:
Marcel Gäding (Ltg.),
freie Mitarbeit: Steffi Bey, Benedikt Paetzholdt
Anzeigen & Werbung:
Falko Hoffmann, Lutz Neumann
Tel. 030 55 49-96 55/ -43 60
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Pressedruck Potsdam GmbH
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Friedrich-Engels-Straße 24, 14473 Potsdam
Mitglied im
Deutschen Journalistenverband e.V.
Wirtschaftskreis Hohenschönhausen-Lichtenberg e.V.
Bundesverband mittelständische Wirtschaft e.V.
Gesamtauflage: 100.000 Exemplare
Es gilt die Anzeigenpreisliste Nr. 3/2015.
Das nächste Bezirks-Journal erscheint am 12.11.2015

12 Bezirks-Navigator

Oktober 2015 | Bezirks-Journal Lichtenberg/ Hohenschönhausen

Alles, was Lichtenberg in den kommenden
vier Wochen bewegt. Kurz. Bündig. Kompakt. Senden Sie uns Ihre Infos! E-Mail:
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Lichte Momente
Nicht alles rund beim
neuen Degnerbogen
Hohenschönhausen.
Dieses
Wohnhaus macht berlinweit Schlagzeilen – wegen seiner Architektur (auf
dem Foto das Atrium). Der vor wenigen
Tagen eröffnete Degnerbogen in der Degner Straße bietet Platz für 58 Familien.
Was rund anmutet, besteht tatsächlich
aus 32 Ecken. Entworfen wurde das
Haus, das zum Bestand der Wohnungsbaugenossenschaft Neues Berlin gehört,
vom Architekten Charles De Ry aus der
Schweiz. Alle Wohnungen im Degnerbogen sind voll vermietet.  Foto: M. Gäding

Die letzten Sonnenstrahlen bahnen sich an den kalten Herbsttagen ihren Weg
durch die Bäume der Lichtenberger Parkanlagen. In Kombination mit dem leuchtend gelbroten Laub gibt dieses Naturschauspiel - eingefangen von Gisela GraehnBaumann - ein besonderes Motiv ab. In loser Folge veröffentlichen wir an dieser
Stelle Bilder der Mitglieder der Fotogruppe des Deutschen Senioren-Computerclubs.

Namen für Wege in der
Feldmark gesucht

Naturschutzstation
jetzt mit Naturhof

Vortrag über
Gewaltprävention

Hohenschönhausen. Für die
Wege in der Wartenberger und Falkenberger Feldmark werden Namen gesucht.
Vorschläge können bis zum 20. November beim Umweltbüro Lichtenberg eingereicht werden. Eine Karte mit den
bisher unbenannten Wegen finden sich
auf der Website des Umweltbüros: www.
umweltbuero-lichtenberg.de. (lima+)

MALCHOW. Nach der Beendigung
umfangreicher Sanierungsarbeiten präsentiert sich der Dreiseithof der Naturschutzstation in der Dorfstraße 35 in
Malchow in neuem Ambiente. Interessenten sind am Sonnabend, 17. Oktober,
zwischen 12 und 17 Uhr zum Tag der offenen Tür eingeladen. Geplant sind unter
anderem Führungen. (lima+)

LICHTENBERG.
„Gewaltprävention in der Pflege“ lautet der Titel es
Fachvortrages, zu dem Interessierte am
3. November von 16 bis 17 Uhr in das
Domicil-Seniorenheim eingeladen sind.
Angesprochen sind in erster Linie Pflegende. Der Eintritt ist frei. Das DomicilSeniorenheim befindet sich in der Gotlindestraße 51, 10365 Berlin. (bzj.)

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Schönes Ferienhaus, 2-6 Pers., 6 Automin. zum Meer, ideal zum
Baden & Wandern. Infos: www.liloit.de | Tel. (040) 522 20 85
        
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