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Periodical volume

Full text: Lichtenberger Bezirks-Journal Issue 1.2014,6

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Bezirks-Journal

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Zahl der 80-Jährigen
verdoppelt sich

Statistiker: Anteil der Senioren nimmt stetig zu –
Lichtenberg reagiert mit altersgerechten Angeboten.

V

on wegen altes Eisen: Wer nach
einem erfüllten Arbeitsleben
in Rente geht, dem steht unter
Umständen ein neuer, langer Lebensabschnitt bevor. Zu diesem Schluss kommt
die Berliner Altersforscherin Adelheid
Kuhlmey von der Charité. Zahlen des
Amtes für Statistik belegen das: Bis 2030
wird sich die Zahl der über 80 Jahre
alten Berliner nahezu verdoppeln. Mit
einem Anstieg rechnen die Statistiker
auch bei den Berlinern in der Alterklasse
65 bis 80: Ihr Anteil an der Bevölkerung
wird um gut 15 Prozent zunehmen.
Der Bezirk Lichtenberg hat auf diese
Entwicklung frühzeitig reagiert und erst
vor Kurzem einen weiteren generationenfreundlichen Spielplatz an der Gensinger Straße in Friedrichsfelde eröffnet.
Mittlerweile gibt es sowohl in Hohen-

schönhausen als auch in Lichtenberg
viele dieser Spielplätze, die bewusst für
Kinder, Erwachsene und ältere Menschen ausgelegt sind.
Auch die Wirtschaft reagiert auf eine
älter werdende Gesellschaft: So hat die
Wohnungsbaugenossenschaft „Neues
Berlin“ ein Programm mit dem Namen
„Wohnen im Alter“ aufgelegt. Jedes
Jahr stellt der Vermieter 650.000 Euro
für den altersgerechten Umbau von
Wohnungen zur Verfügung. Vor allem
Mieter, die über 65 Jahre alt sind, nutzen
die von der Genossenschaft gewährten
Zuschüsse rege. Eigens wurde auch eine
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Interessenten über das altersgerechte
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2 Bezirks-Leben

 Bezirks-Journal | Juni/Juli 2014

Altes und Schönes

Lorén Scholz betreibt einen kleinen Laden im Kaskelkiez. „Lorelei“ ist eine Mischung aus Trödelladen
und Keramikwerkstatt. Gearbeitet wird gern nach Kundenwunsch.

Lorén Scholz in ihrer kleinen Werkstatt. Zu ihren Werken gehören Tassen (o.l.) und Fliesen (u.l.). BILDER: MARCEL GÄDING
von Marcel Gäding

D

as Zebra ist gut verpackt. Lorén Scholz hat die noch feuchte
Tonfigur eingewickelt. Es wird
drei, vier Tage dauern, bis sie das Huftier
so weit modelliert hat, dass es austrocknen und in den Ofen kann. Katzenfiguren hat sie schon viele gemacht, Teller
und Tassen. Und nun ein Zebra. Ihr war
einfach mal danach, sagt Lorén Scholz.
Und wenn sie Glück hat, findet sie für
ihre neueste Kreation schnell einen Käufer. Manchmal vergehen aber auch Wochen, bis ein Liebhaber auf die Werke
der Keramikerin aufmerksam wird. So
genau weiß man das vorher eigentlich
nie. Verlass ist nur auf die Weihnachtszeit. Dann kommt die Lichtenberger
Künstlerin mit Mecklenburger Wurzeln
nicht mehr hinterher. „Meine Keramik­
engel sind der Renner.“
„Lorelei“ heißt der kleine Laden von
Lorén Scholz in der Kaskelstraße. Auf
den Namen kam eine Freundin, die
Schriftstellerin ist und ihr zur Eröffnung sagte: „Du, Lorén, ich habe einen
Namen für deinen Laden.“ Und das

Wortspiel passt zu dem Geschäft, das
mal eine Kiezbäckerei gewesen sein soll.
Ein kleiner Laden, nicht größer als ein
Wohnzimmer. Links hinten steht ein alter Küchenschrank aus der Jahrhundertwende, rechts ein Sekretär, dazwischen
alte Schränke und Nähmaschinentische.
Klamotten, Puppen, Besteck und Porzellan warten hier auf neue Besitzer.
An den Wänden hängen Bilder mit
Motiven von Reet gedeckten Häusern.
Sie stammen von Hannes Warscycek,
einem befreundeten Maler und „wunderbaren Lehrer“, sagt Scholz. Überall
hat Lorén Scholz auch Keramikfliesen
platziert, Katzenfiguren, Tassen, Teller
und Teekannen. Vieles davon stammt
aus ihren Händen. Dass sie ihre Werke
und den schönen Trödel in einem Raum
zum Verkauf anbietet, hat pragmatische
Gründe. Nur von der Keramik könnte
sie nicht leben. So betreibt sie den Laden
und trödelt am Wochenende auf dem
Kunstmarkt an der Museumsinsel.
Lorén Scholz hat das Talent für Schönes aus Ton von ihrem Vater. Lothar
Scholz sei ihr Vorbild, sagt die stolze
Tochter. Eigentlich hat sie mal techni-

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sche Bauzeichnerin gelernt. In Sachen
Keramik ist sie Autodidaktin. Viel hat
sie vom Vater übernommen, der eigenen Angaben zufolge an mehr als 600
Bauwerken in der DDR künstlerische
Spuren hinterlassen hat. Er entwarf die
Wände und Fassaden von Hotels, Gaststätten, Schulen, Kindergärten oder
Kliniken. „Vieles ist nach der Gebäudesanierung verschwunden“, sagt Lorén
Scholz. Doch hier und da sind noch Spuren zu finden: Das Fliesenwandbild in
der Schwimmhalle am Anton-SaefkowPlatz beispielsweise existiert noch. Oft
half Lorén Scholz ihrem Vater bei der
Umsetzung seiner Wandbildentwürfe.
Während Vater Scholz auf dem Familienanwesen im mecklenburgischen
Boizenburg arbeitet und lebt, betreibt
Lorén Scholz seit 2006 ihren kleinen
Laden mit angeschlossener Werkstatt im
Lichtenberger Kaskelkiez. Hin und wieder kommt mal ein größerer Auftrag herein. Vor Kurzem war sie für den Besitzer
eines Schlosses im Brandenburgischen
tätig, der nach und nach das Anwesen
sanieren lässt. Für das herrschaftliche
Bad ließ er sich die Fliesen nach alter

Handwerkskunst von Lorén Scholz anfertigen. Wer es nicht weiß, würde tatsächlich Originale aus der Zeit des 19.
Jahrhunderts vermuten. Gut 15 Quadratmeter groß war die zu gestaltende
Fläche – jede der 750 Fliesen ist ein Unikat und aufwendig hergestellt. Zweimal
wurden sie gebrannt und glasiert.
Bei der Gestaltung der Fliesen oder
von ausgefallenem Kaffeegeschirr sind
keine Grenzen gesetzt. Scholz mag das
Natürliche, das Florale. Für einen Kunden schuf sie unlängst Teller und Tassen
mit erotischen Motiven. Die Keramikerin hat aber auch Gefallen daran, die
Jugendstilmuster alter Fliesen als Vorlage zu nehmen und daraus kleine Serien
herzustellen. Vorbilder dafür findet sie
zuweilen in alten Berliner Hausfluren.
Dort existieren teilweise noch aus der
Jahrhundertwende mit Fliesen gestaltete Wände. Heute leistet sich kaum ein
Bauherr diese Art von Wandgestaltung,
denn die hat ihren Preis.
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Bezirks-Leben 3

Juni/Juli 2014 | Bezirks-Journal

Historische Züge und kreative Künstler

Die Betreiber des S-Bahn-Museums in Potsdam-Griebnitzsee brauchen dringend mehr Platz für ihre Exponate.
Sie suchen einen neuen Standort. Lichtenberg hat gute Karten – und mit der Stadt Erkner eine Mitbewerberin.
von Thuy Anh Nguyen

S

eine Vergangenheit ist nicht einfach zu erahnen. Man darf sich
nicht von all dem Grün täuschen
lassen, von den Häuschen mit den skurrilen Namen oder von den abstrakten
Skulpturen. Man muss schon Detektiv
spielen, um die wenigen Spuren zu finden, die etwas über die frühere Nutzung
verraten. Etwa das Rot der Klinkerhäuser, die verdächtige runde Fläche und die
eingerosteten Gleise, die nur zögerlich
aus dem Gras hervorlugen. Und dann
hat man es raus: Der Ort hier ist das Gelände des ehemaligen Bahnbetriebswerks
Lichtenberg Ost, auch BLO genannt.
Rund 30 Kilometer davon entfernt, in
der Nähe vom S-Bahnhof Griebnitzsee
in Potsdam, steht ein Mann, dem das
BLO die Erfüllung seines Traums bedeuten könnte. Es ist Sonntagnachmittag im
S-Bahn-Museum. Geschäftsführer Udo
Dittfurth ist vor Ort. Mit schwungvollen
Schritten geht er von einem Besucher
zum anderen, zeigt der jungen Frau die
S-Bahn-Pläne, lässt einen Jungen den
Kartenautomaten bedienen und berichtet von den konfliktreichen 1980er-Jahren der S-Bahn. Seine Worte erwecken
den Ausstellungsraum zum Leben. Ehrfürchtig betrachtet man die Ortsschilder
mit den Granatlöchern. Die Hebelbank,
der Frühstückstisch, der Eisenbahnkalender ­– sie alle erzählen seit 1997 Geschichte. Nach einem historischen Zug
sucht man jedoch vergebens.
Es gebe hier keinen Platz für Fahrzeuge, bedauert Udo Dittfurth. Überhaupt
zeige das Museum nur einen Bruchteil
von dem, was die S-Bahn an Historie zu
bieten habe. Von einer größeren Aufmachung träumt Dittfurth schon lange. Er
will ein allumfassendes, international
anerkanntes S-Bahn-Museum. Er will
die Geschichte Deutschlands über die
S-Bahn erzählen. „Die S-Bahn ist das
Medium, um den Alltag der Deutschen
Teilung zu verstehen. Und es gibt historische Fahrzeuge, die Technik- und

Schilder von S-Bahnhöfen aus unterschiedlichen Epochen sind überall im Museum zu finden. BILD: THUY ANH NGUYEN
Designgeschichte, den Fahrzeugbau in
Deutschland repräsentieren.“
Dafür wäre der Raum in Potsdam zu
klein. Schon lange wird diskutiert, wie
und wo die Dittfurth-Vision realisiert
werden kann. Die CDU-Fraktion Lichtenberg schlägt das ehemalige Bahnbetriebswerk Lichtenberg vor. Das BLO.
„Mit dem Museum würde der Ort einen
Magnet mit großer touristischer, wirtschaftlicher und imagebildender Kraft
dazugewinnen“, heißt es in einer Pressemitteilung.
Auch Dittfurth ist von dem BLOGelände begeistert. Durch die Fabriken,
Mietskasernen und Gleise habe der Ort
eine besondere Bahn-Atmosphäre. Als
Stadtplaner weiß er jedoch, dass ein
Standortwechsel dieser Größe mit viel
Aufwand und Geld verbunden ist. Das
sei der Grund, warum die Deutsche
Bahn AG noch zögere, so Dittfurths
Eindruck. Auch vom Land Berlin erhofft sich Udo Dittfurth mehr Engage-

Familienfreundliches Unternehmen:
HOWOGE erhält Zertifikat
HOHENSCHÖNHAUSEN – Die HO­
WOGE Wohnungsbaugesellschaft hat
für ihre familienbewusste Unternehmenskultur ein Zertifikat erhalten.
Das „audit berufundfamilie“ bescheinigt dem Wohnungsunternehmen eine
Personalpolitik, die Rücksicht auf die
persönlichen Belange der Angestellten
nimmt. „Angebote wie Homeoffice-Arbeitsplätze, flexible Arbeitszeiten oder
die Freistellung für die Pflege von Angehörigen stehen unseren Mitarbeitern
bereits zur Verfügung. Diese gilt in den
kommenden drei Jahren weiter auszubauen und zu ergänzen“, sagte HOWOGE-Geschäftsführerin Sophia Eltrop.
Insbesondere vor dem Hintergrund des

demografischen Wandels sei dies ein
wichtiger Aspekt, um Mitarbeiter zu binden und neue Fachkräfte zu generieren.
Das Zertifikat „audit berufundfamilie“
wird von der Hertie-Stiftung verliehen.
Im Rahmen der Auditierung wurden
bestehende Angebote zur Vereinbarkeit
von Beruf und Familie geprüft. Gleichzeitig wurden mit den Mitarbeitern und
dem Betriebsrat neue Anforderungen an
eine familienbewusste Personalpolitik
definiert. Bei der Umsetzung wird die
Vereinbarkeit von Beruf und Familie
nicht als isolierte Maßnahme betrachtet,
sondern erfolgt ganzheitlich im Rahmen
der Personalpolitik, erklärt die HOWOGE. (bzj.)

ment. „Das Land Berlin setzt sehr stark
auf schöne Künste. Aber um die Alltagskultur wie die S-Bahn kümmert sich das
Land Berlin noch zu wenig.“
Derzeit wird das Gelände von den
BLO-Ateliers, einer Künstlergemeinschaft von rund 90 Künstlern, genutzt.
Bis vor kurzem war ungewiss, ob der
auslaufende Mietvertrag mit der Deutschen Bahn AG verlängert werden soll.
Nun steht fest: Die BLO-Ateliers können
weitere zehn Jahre bleiben. Karola Vogel, Pressesprecherin der BLO-Ateliers,
hat von dem Vorschlag mit dem S-BahnMuseum gehört. „Gedanklich haben
wir uns noch nicht damit auseinander
gesetzt.“ Dann fügt sie hinzu: „Wobei,
den Lokschuppen nutzen wir gar nicht.“
Der Lokschuppen ist das größte Gebäude. Davor liegt das Rondell, auf
dem früher die Züge in sonnenähnlicher
Form aufgestellt wurden. Ein perfekter
Ort für das Museum. Mit der Zeit ist der
Lokschuppen jedoch baufällig gewor-

den. Die Sanierungsarbeiten wären mit
großem Aufwand verbunden. Ob es die
Künstler stören könnte? „Den Lärm sind
wir zum Teil gewohnt“, sagt Karola Vogel und meint damit die vorbeifahrenden
Züge neben dem Gelände. Hat sie auch
bedacht, dass Bauarbeiten um einiges
lauter wären? Auch die erhöhte Touristenattraktivität, mit der die CDU-Fraktion wirbt, würde nicht so leicht einhergehen mit dem Konzept der BLO-Ateliers.
Das sieht nämlich vor, einen ruhigen
Arbeitsort für die Künstler zu schaffen.
Udo Dittfurth vom S-Bahn-Museum
bleibt optimistisch. „Wir möchten an
diesem Ort Technik und Kultur verbinden.“
Eine Alternative wäre Erkner, Endhaltestelle der Linie S3. Dort werden im
Moment die historischen Züge vom Verein Historische S-Bahn gelagert. „Erkner
wäre die pragmatische Lösung. Lichtenberg ist das authentische Berlin. Da, wo
die S-Bahn hingehört“, erklärt Dittfurth.

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4 Bezirks-Leben

 Bezirks-Journal | Juni/Juli 2014

40 Quadratmeter Glück

Im Interkulturellen Garten an der Liebenwalder Straße treffen sich Menschen aus der ganzen Welt. Jeder hat sein
eigenes, kleines Beet – und eine eigene Geschichte zu erzählen.

D

von Marcel Gäding

ie Sonne meint es gut an diesem
späten Nachmittag. Mit einem
Grubber beseitigt Zejna das Unkraut zwischen den Brechbohnen. Gerade hat sie eine Walnuss gefunden, die
vermutlich ein Eichhörnchen auf seinem
Streifzug durch Alt-Hohenschönhausen
liegen ließ. „Ach, die stecke ich in die
Erde, mal sehen, was passiert“, sagt Zejna. Die frühere Bankangestellte hatte nie
einen eigenen Garten. Ihre Eltern seien
zwar passionierte Kleingärtner gewesen,
sagt die 56-Jährige und lächelt. Sie aber
versucht alles auf gut Glück.
Zejna ist Hobbygärtnerin und nutzt
eines von insgesamt 51 Beeten im Interkulturellen Garten in Alt-Hohenschönhausen. An der Liebenwalder Straße
entstand auf einer Fläche von 13.000
Quadratmetern eine beeindruckende
Oase, in die sich die Gärtner aus aller
Herren Länder zurückziehen können.
Jedes Beet sieht anders aus. Der eine mag
den Wildwuchs und setzt mehr auf Blumen. Andere wie Zejna lieben Gemüse,
das sie dann für leckere Suppen verarbeiten. 2005 gab es den ersten Spatenstich,
2006 wurden die alten, leerstehenden
Kitagebäude abgerissen. Die erste richtige Gartensaison startete 2007, sagt die
Sozialpädagogin und Sozialmanagerin
Anne Haertel. Sie ist Projektleiterin des
Interkulturellen Gartens und arbeitet
für die Sozialdiakonische Arbeit Berlin
GmbH. Das Unternehmen ist Träger
des Gartens. Die rund 140 Gärtner kommen aus dem früheren Jugoslawien, aus
Teilen Afrikas, aus England, Frankreich
oder Asien und nutzen derzeit 34 Beete.
„Unser Konzept sieht vor, dass mindestens 50 Prozent der Menschen über
einen Migrationshintergrund verfügen“, erklärt Anne Haertel. Unter den
Gärtnern finden sich zum Teil auch binationale Ehepaare unterschiedlicher
Generationen. Zum Garten gehören ein
Gartencafé, ein Lehmhaus mit Küche,
ein Wildbienenhotel und eine Obstwiese. Kräuter- und Steingärten werden
gemeinsam bewirtschaftet. Für Sommerfeste steht ein Lagerfeuerplatz zur
Verfügung. Zu Beginn wurde versucht,
Stimmung gegen das Projekt zu machen.
Vertreter einer rechten Partei schürten
sogar mit Flugblättern in der Nachbar-

Zejna aus Bosnien zeigt Projektleiterin Anne Haertel stolz ihr Beet. 34 Menschen aus aller Herren Länder bewirtschaften ein Stückchen Land im Interkulturellen Garten. BILDER: MARCEL GÄDING
schaft Ängste – oder versuchten es zumindest. Denn der „Protest“ ging gründlich in die Hose.

Wer auf die 40 Quadratmeter schaut,
die Zejna zusammen mit zwei anderen
Frauen hegt, pflegt und in Schuss hält,

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stellt fest: Das Glück ist auf Zejnas Seite.
Ihre Tomaten, der Spinat und die Zucchini wachsen prächtig, auch die Gurken, die Kartoffeln und der scharfe Paprika gedeihen hervorragend. Nur wenige
Samen hat Zejna gekauft. Die für die
Tomaten hat sie einfach aus gekauften
Früchten herausgenommen. Sie staunte
selber nicht schlecht, dass sie damit eine
Handvoll Tomatenpflanzen hochziehen
konnte. So oft es geht, ist Zejna in AltHohenschönhausen, auch wenn sie dafür die Fahrt von Lichtenberg bis hierher
in Kauf nehmen muss. Seit drei Jahren
ist das so, und alles ist wie ein bisschen
Therapie. „Das Gärtnern tut mir und
meinem Herzen gut“, sagt sie. Es sollte
mehr solcher Gärten in Berlin geben, findet sie.
Das Ziel des Interkulturellen Gartens
ist die Gemeinschaft von Menschen aus
unterschiedlichen Kulturen, Religionen
und Ländern. „Unser soziales Anliegen
besteht darin, über das Gärtnern Verbindungen zu schaffen“, sagt Anne Haertel.
Die Idee sei der Austausch über gemeinsame Interessen. Untereinander werden
schon mal Pflanzen getauscht und Gespräche geführt. Es gibt Veranstaltungen,
bei denen es mal fröhlich und mal nachdenklich zugeht: Flucht, Vertreibung,
Krieg – und Ankunft in einem fremden
Land tauchen da beispielsweise als Themen auf. Und dann geht es aber zuweilen auch um ganz banale Dinge des Lebens - etwa darum, wie Erdbeerkonfitüre
hergestellt wird.
Jeder Gartennutzer muss im Monat
15 Euro an den Trägerverein zahlen.
Von den Einnahmen werden die laufenden Kosten bestritten. Dafür dürfen die
Gärtner Wasser, Toiletten und Gemeinschaftsgeräte benutzen. Den Rest der
Kosten muss der Verein selbst irgendwie
ohne Zuschüsse stemmen. „Ich wäre
froh, wenn wenigstens die Kosten für
eine halbe Personalstelle übernommen
würden“, sagt Anne Haertel. Dann wäre
dies eine sichere Perspektive für den Interkulturellen Garten. Auch hätten sie
gerne einen längeren Vertrag und noch
mehr Zulauf aus dem Kiez.
Interkultureller Garten Lichtenberg, Liebenwalder Straße 12-18, 13055 Berlin,
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Bezirks-Leben 5

Juni/Juli 2014 | Bezirks-Journal

Alles klar für die Badesaison

Das Strandbad am Orankesee ist das einzige Freibad in Lichtenberg. Für den bevorstehenden Sommer ist es gut
gerüstet – auch dank einer engagierten Betreiberfamilie.

E

inmal am Tag werfen Alexandra und Brian Barnewski einen
Blick auf den Wetterbericht des
RBB. Er entscheidet, wie der nächste
Arbeitstag wird. Denn Barnewskis sind
vom Wetter abhängig, und das für mindestens fünf Monate im Jahr. Alexandra
Barnewski ist die Pächterin des Strandbades am Orankesee, ihr Sohn Brian ihr
engster Mitarbeiter. Gemeinsam mit einer Handvoll Angestellter sorgen sie für
einen reibungslosen Badebetrieb in Lichtenbergs einzigem Freibad. „Das Wetter
im RBB hat sich für uns als sehr zuverlässig erwiesen“, sagt Brian Barnewski.
Die Vorhersagen treten meist ein.
Ginge es nach Familie Barnewski,
dann würde der Wetterbericht des RBB
derzeit für jeden Tag 30 Grad Celsius
und strahlenden Sonnenschein vorhersagen. Denn die Zeit zwischen Mai und
September ist die Saison, in der sie Geld
verdienen. Den Rest des Jahres gibt es
hier und da mal einen Fremdmieter,
aber in der Regel ist diese Zeit frei von
Einnahmen. Barnewskis und ihre Mitarbeiter sind Allrounder: Mal sitzen sie
an der Kasse, mal mähen sie den Rasen,
mal reparieren sie einen Strandkorb. Das
Bad kennen sie seit 1993. Damals übernahm die Gastronomenfamilie zunächst
den Imbiss. 2002 suchten die Berliner
Bäder-Betriebe einen Pächter fürs Bad.
Barnewskis zögerten keine Sekunde
und bewarben sich. Seither haben sie

einiges in das Freibad im Herzen von
Alt-Hohenschönhausen investiert: Neue
Toiletten, frische Farbe und ein komplett
rundumerneuerter Spielplatz. Jedes Jahr
kommt frischer Ostseesand dazu, was
dem Bad eine besondere Note gibt.
An sonnigen Tagen zieht es einige
Tausend Badegäste zum Orankesee.
Sind die 3.000 voll, wird niemand mehr
hineingelassen. „Dann ist kein Platz
mehr am Strand und auf der Liegewiese“, sagt Alexandra Barnewski. Wenn
es mehrere Tage hintereinander heiß ist,
steigen die Temperaturen im Wasser auf
maximal 23 Grad. Wegen des fehlenden
natürlichen Wasserzugangs muss über
eine Pumpe Wasser in den Oranksee gelassen werden. Dadurch bleibt es immer
schön frisch in dem Gewässer.
Das Strandbad am Orankesee versteht
sich als Familienbad – und das in zweierlei Hinsicht. Zum einen, weil es gerne
von Familien mit Kind und Kegel besucht wird. Zum anderen, weil Barnewskis ihr Team wie eine Familie zusammenhalten. Vor dem großen Ansturm
wird morgens in aller Ruhe gemeinsam
gefrühstückt. Danach geht jeder an seine
Arbeit. Wenn um 9 Uhr das Tor geöffnet
wird, stehen schon die ersten Badegäste
auf der Matte.
Ist das Bad richtig voll, sitzt die Chefin auch schon mal selbst an der Kasse.
Konflikte wie in anderen Berlinern Freibädern gehören am Orankesee zur Aus-

Alexandra und Brian Barnewski in
„ihrem“ Strandbad am Orankesee.
Sie sind gut gerüstet. BILD: M. GÄDING
nahme: Streit unter den Badegästen gibt
es selten. Wer hierher kommt und die
Ruhe inmitten der Großstadt genießt,
ist in friedlicher und erholungsuchender
Absicht hier. Ärgerlich ist nur, wenn auf
der anderen frei zugänglichen Seite des
Orankesees die Leute ins Wasser springen – und die gerade bepflanzte Uferzone heruntertrampeln.
Zu tun gibt es reichlich im Strandbad
während der Saison. Während die Rettungsschwimmer ein wachsames Auge
auf das Geschehen im und am Wasser
haben, kümmert sich der Rest der Crew
um die Grünanlagen, sorgt für saubere
Toiletten, erledigt die Müllentsorgung,

die Warenbestellung und organisiert
den Strandkorbverleih. Gut 15 Frauen
und Männer gehören zur Stamm-Mannschaft, wobei immer wieder Personal
gesucht wird. Aktuell halten Barnewskis
Ausschau nach Rettungsschwimmern.
Gut 16 Stunden lang ist derzeit der Arbeitstag der Barnewskis. An Urlaub ist in
dieser Zeit gar nicht zu denken, auch an
ein erfrischendes Bad im klaren, rund
21 Grad Celsius kalten Wasser nicht.
„Es gibt Sommer, da waren wir nicht
ein einziges Mal im Wasser“, erinnert
sich Brian Barnewski. „Dafür fahren wir
dann schon mal im Winter zum Baden
in warme Länder.“ (gäd.)

Wannsee des Ostens
Theaterdirektor und Badbetreiber: Die Geschichte des Strandbades am Orankesee geht
zurück auf Wilhelm Heinrich (1895-1980),
den alle nur Heiden-Heinrich nannten. Heinrich war Theaterdirektor der Stadthalle Weißensee, Gastwirt der Terrassen am Orankesee
(dem heutigen Biergarten) sowie Bauherr und
Pächter des Strandbades Orankesee. Das
Bad entstand 1929 und wurde von Heinrich
bis 1944 betrieben. Heinrich war eine lokale
Größe, der nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges nach Bayern übersiedelte.
Badestelle mit Konzept: Heiden-Heinrich
erhielt 1929 den Zuschlag für den Wiederaufbau des Wirtshauses und baute zudem
das Strandbad am Orankesee. Der Sand für
den Strand stammte aus den Baugruben der
Hochhäuser am Alexanderplatz und war so
weiß, dass viele ihn für feinen Ostseesand
hielten. Die Presse betitelte den Orankesee
schnell als „Wannsee des Ostens“. Bereits
am 23. Juli 1929 vermeldete man einen
Rekord: An einem einzigen Tag kamen 12.000

Menschen zum Orankesee. Strandbad und
Wirtshaus stellten beliebte Postkartenmotive
dar.
Strandbad nach dem Krieg: Das Strandbad
wurde in der Nacht vom 2. auf den 3. Januar
1944 in Folge eines Bombenangriffes total
zerstört. Nach kurzem Wiederaufbau fielen
wieder Bomben auf den Orankesee. Nach
dem Krieg war der Orankesee Teil einer von
den Sowjets eingerichteten Sperrzone und
bis 1957 zunächst Offizieren vorbehalten. Zu
DDR-Zeiten wurde es wieder für die Öffentlichkeit hergerichtet. Nach der Wende übernahmen die Berliner Bäder-Betriebe die Anlage.
Sie verpachteten diese 2002 an Familie
Barnewski.
(Quelle: Ruben, Bärbel – Der Theaterdirektor
von Weißensee, 1996)
Eintritt und Öffnungszeiten: Das Bad ist
täglich von 9 bis 19 Uhr geöffnet und befindet
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6 Bezirks-Leben

 Bezirks-Journal | Juni/Juli 2014

Der Mann der ersten Stunde

Die Wohnungsgenossenschaft Lichtenberg (WGLi) feiert ihr 60-jähriges Bestehen. Fred Boger ist Mieter
von Anfang an. Sein Zuhause ist das erste Wohnhaus der Genossenschaft. Es wurde 1954 errichtet.

D

von Marcel Gäding

er Blick vom Balkon auf den
liebevoll gestalteten Garten ist
auch ein Blick in die Vergangenheit - zumindest für Fred Boger. Nur
wenige Bewohner des Wohnhauses an
der Josef-Orlopp-Straße können noch
aus eigenem Erleben berichten, wie
das hier mal aussah. „Wo sich jetzt ein
Blumenbeet befindet, stand einst eine
Mühle“, sagt Fred Boger. Die Birke und
die Kastanie weiter hinten haben seine
Nachbarn und er in den 1950er-Jahren
gepflanzt. Und im Sommer trafen sie
sich hinterm Haus, um den Rasen zu
mähen. Fred Boger ist ein Mann der ersten Stunde in diesem Wohnhaus. Er zog
1954 zunächst in eine zweieinhalb Zimmer große Wohnung, die er sieben Jahre
später gegen die Vier-Raum-Wohnung
im Aufgang nebenan tauschte. Dort lebt
der inzwischen 81-Jährige bis heute.
Mieter wie Fred Boger gibt es nur
noch wenige an der Josef-OrloppStraße. Das Wohnhaus ist das erste
Gebäude der einstigen Arbeiterwohnungsbaugenossenschaft (AWG) VEB
Siemens-Plania, die am 4. Juni 1954
gegründet wurde. Der Giebel eines der
ersten Gebäude an der Ecke Ruschestraße und Josef-Orlopp-Straße erinnert seit
einigen Wochen an die Geschichte der
Genossenschaft, die nach dem Mauerfall in Wohnungsgenossenschaft Lichtenberg umbenannt wurde. Anfangs waren sie 27 Mitglieder, sagt Fred Boger.
Damals habe der Vorsitzende der AWG
die Fäden in der Hand gehabt und die
Einsätze der Mitglieder organisiert.
Denn jeder künftige Bewohner musste
200 Arbeitsstunden leisten, um eine der
begehrten Wohnungen für 73 Pfennig
pro Quadratmeter anmieten zu können.
Im Gegensatz zu anderen Wohnungen
war das eine günstige Miete. Woanders
musste man schon 90 Pfennig pro Quadratmeter berappen.

„Die Geburtstage
haben wir im Wohnzimmer gefeiert.“
Fred Boger, WGLi-Mieter

Für den gelernten Großhandelskaufmann Fred Boger und seine 2005 verstorbene Frau Lieselotte war die Genossenschaft das große Glück. Gern halfen
sie bei den Arbeitseinsätzen, Dachziegel
in die obere Etage zu transportieren
oder Schächte für Elektrokabel aufzustemmen. Im Nachkriegs-Berlin kam
die neue Wohnung mit Platz für die junge Familie wie gerufen. 1961 zog es die
Bogers in die Hausnummer 12, zweite
Etage, vier Zimmer. Dort verbrachte die
Familie eine wunderbare Zeit, an die
sich die sieben Kinder von Fred und Lieselotte Boger heute noch gut erinnern.
„Die Geburtstage haben wir im Wohnzimmer gefeiert“, sagt Fred Boger. Ti-

Fred Boger ist 81 Jahre und noch sehr aktiv. In seiner Wohnung lebt er inzwischen allein. BILD: M. GÄDING
sche und Stühle wurden so gestellt, dass
25 Menschen Platz fanden. Die sieben
Kinder teilten sich zwei Zimmer, schliefen im Doppelstockbett oder auf ausziehbaren Sofas.
Das Wohnhaus, in dem Fred Boger bis
heute wohnt, hat die Zeiten überstanden
und ist doch so etwas wie ein kleines

Wohndenkmal. 1997 wurden die alten
Kachelöfen durch moderne Heizungen
ersetzt, auch die Fenster und alten Elektroleitungen in Bad und Küche wurden
getauscht. Doch vieles hier ist noch wie
1954: Dazu gehören die schönen, alten
Holztüren mit den Milchglasfenstern.
Oder der Steinfußboden im Treppen-

Berlins größte Wohnungsgenossenschaft
Die WGLi wurde am 4. Juni 1954 als Arbeiterwohnungsbaugenossenschaft (AWG) VEB
Siemens-Plania, dem späteren VEB Elektrokohle, gegründet. Das Richtfest für den ersten
Wohnblock der Genossenschaft wurde am 18.
Dezember 1954 gegründet. Bis 1958 wurden
sechs Wohnobjekte mit 146 Wohnungen
fertiggestellt. Sie entstanden in traditioneller
Bauweise.

Deutlich schneller wurden die weiteren Wohnhäuser der AWG ab den 1960er-Jahren in
industrieller Plattenbauweise errichtet. 1962
entstehen die ersten sechs Wohnobjekte im
Großblockverfahren. Ab 1965 beschäftigt die
AWG ein eigenes Handwerkerteam für die
Instandhaltung der Häuser. 1969 folgen die
ersten Wohnungen im „Hans-Loch-Viertel“ in
Friedrichsfelde - in zehngeschossigen Wohnbauten des Typs QP64.
Ab 1972 entstand mit dem Fennpfuhl die
erste zusammenhängende PlattenbauGroßsiedlung der DDR. Bis heute leben in dem
Lichtenberger Ortsteil die meisten Mieter der
Genossenschaft. Bis Ende der 1970er-Jahre
wächst der Wohnungsbestand der AWG auf
10.489 Wohnungen.

Ein Wandbild zum 60. Geburtstag:
Vertreter der WGLi und Bezirksbürgermeister Andreas Geisel (SPD)
eröffneten das neue Kunstwerk an der
Ruschestraße. BILD: M. GÄDING

Im September 1990 bekommt die AWG einen
neuen Namen und eine neue Satzung. Es ist
die Geburtsstunde der WGLi Wohnungsgenossenschaft Lichtenberg e.G. Die Genossenschaft verfügt jetzt über 10.134 Wohnungen,
in denen 25.000 Menschen leben. Sie ist die
größte Genossenschaft Berlins.

(Quelle: WGLi)

haus. So mancher Lichtschalter hat
die Jahre in den Wohnungen überlebt.
Und auch die alte Speisekammer dient
zumindest Fred Boger weiter als Stauraum. „Die sollte eigentlich im Zuge der
Küchensanierung weichen“, sagt Boger.
Er bat aber darum, das Kämmerlein unversehrt zu lassen.
Um das Haus herum hat sich alles
verändert. Auf der Josef-Orlopp-Straße
nach vorn raus fahren unentwegt Autos
und Linienbusse. Vom einstigen Rittergut, auf dem das Wohnhaus entstand,
ist auch nichts mehr übrig. Während
sich Berlin in den vergangenen Jahrzehnten veränderte, blieb das Wohnhaus von Fred Boger und seinen Nachbarn fast unverändert - sieht man mal
von der sanierten Fassade ab. Drinnen,
in seiner Wohnung, steht noch die erste
Hellerau-Schrankwand, die sie sich damals gekauft haben. Auch die Stühle am
Esstisch, die kleinen Beistelltischchen
oder die Wanduhren haben die Zeit
überstanden.
Mehrmals hat Fred Boger überlegt, in
eine kleinere Wohnung zu ziehen. Seit
dem Tod seiner Frau ist es hier sehr ruhig und vier Zimmer für eine einzelne
Person fast schon zu viel. Doch zum
einen ist Boger noch sehr rüstig, putzt
selbst und hält sein trautes Heim gut in
Schuss. Zum anderen müsste er für eine
kleinere Wohnung genauso viel Miete
bezahlen. Denn: Als Bestandsmieter
wohnt Boger bei der WGLi günstig, die
Grundmiete liegt bei 415 Euro. Woanders bekommt man dafür gerade einmal
eine kleine Ein-Zimmer-Wohnung.

Bezirks-Nachrichten 7

Juni/Juli 2014 | Bezirks-Journal

Schule erhält Trinkbrunnen

Europa-Wahl 2014: Lichtenberger Ergebnisse

Eltern sammeln 3.500 Euro

Wahlbeteiligung: 37,2 % (2009: 26,8 %)

13,9

10,2

20,4

33,3

1,2

CDU

GRÜNE

SPD

LINKE

FDP

+0,2

-1,7

+3,0

-7,1

-3,5

3,4
+1,9

PIRATEN

9,3
+9,3

AfD

8,3
-2,1

Sonstige

alle Angaben ohne Gewähr | Quelle: www.wahlen-berlin.de | Grafik: Bezirks-Journal

KARLSHORST – Kürzlich erhielt die Kreativitätsgrundschule Karlshorst 3.500
Euro Spende für den Bau eines Trinkbrunnens. Damit sollen die Gesundheit
und das Wohlbefinden der Schüler gefördert werden. Anstoß ist eine Studie
vom Dortmunder Forschungsinstitut
für Kinderernährung (FKE). Der Studie
zufolge führen leitungsgebundene Trinkbrunnen in Schulen zu einer größeren
Flüssigkeitsaufnahme und verhindern
dadurch Übergewicht. An der Studie
nahmen zwei Gruppen mit gleich vielen
übergewichtigen Kindern teil. Während

die Wasser-Gruppe nach einem Jahr
unverändert blieb, stieg in der Kontrollgruppe der Anteil übergewichtiger Kinder von 25,9 auf 27,8 Prozent.
Thomas Mosebach, Vorsitzender des
Schulträgers Die Kappe e.V. zeigt sich
dankbar gegenüber dem Förderverein.
Neben Karlshorst beschäftigt Die Kappe
e.V. noch acht weitere Kreativitätseinrichtungen. Deren Konzept sieht vor,
dass mathematische und künstlerische,
kommunikative, soziale und sportliche
Fähigkeiten gleichwertig geschult werden. (tan.)

Linke verliert, bleibt aber vorn
Im Zusammenhang mit der EuropaWahl hat DIE LINKE in Lichtenberg
deutliche Verluste hinnehmen müssen,
während die eurokritische Alternative
für Deutschland aus dem Stand 9,3
Prozent der Wählerstimmen gewann.

(+9,3 Prozent) die SPD verzeichnen.
Sie steigerte ihren Stimmanteil um 3
auf 20,4 Prozent. Drittstärkste Kraft
wurde in Lichtenberg die CDU mit 13,9
Prozent (+0,2 Prozent), gefolgt von den
Grünen mit 10,2 Prozent (-1,7 Prozent).

DIE LINKE kam nach dem vorläufigen
Endergebnis auf 33,3 Prozent – sieben
Prozent weniger als bei der EuropaWahl 2009. Allerdings bleibt DIE LINKE
weiterhin stärkste Kraft.

Erfreulich: Die Wahlbeteiligung lag bei
37,2 Prozent – und damit 10,4 Prozent
höher als bei den Europa-Wahlen
2009. Die aus Hohenschönhausen
stammende Berliner SPD-Spitzenkandidatin Sylvia-Yvonne Kaufmann wird ins
Europa-Parlament einziehen. (bzj.)

Größte Gewinne konnte neben der AfD

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GEHEIMNISSE DER BRAUKUNST

Hinter den Kulissen der Hauptstadtbrauerei
Mehrmals in der Woche gibt es Führungen durch die Berliner-Kindl-Schultheiss-Brauerei
Wie wird ein gutes Bier gebraut? Was
unterscheidet die einzelnen Marken?
Und was macht ein Qualitätsbier aus
der Hauptstadt aus? Diese und viele weitere Fragen beantwortet die
Berliner-Kindl-Schultheiss-Brauerei
mehrmals in der Woche – im Rahmen
von Spezialtouren.
Unter fachkundiger Führung haben
Bierfreunde die Gelegenheit, hinter die
Kulissen einer der bedeutendsten Brauereien in der Region zu blicken: Bei den
anderthalb- bis dreistündigen Touren über
das Brauereigelände an der Indira-Gandhi-Straße geht es darum, wie die Markenbiere Berliner Pilsner, Berliner Kindl,
Berliner Bürgerbräu und Schultheiss entstehen. Dargestellt wird die Entwicklung
vom Rohstoff bis zum fertigen Bier.
Neben den technischen Abläufen erfahren die Teilnehmer der Brauereiführungen Interessantes zur Geschichte des
Bieres und des Brauereistandortes Berlin.
Auch die Geschichte der einzelnen Marken kommt nicht zu kurz. Unterhaltsam
und informativ ist die Reise in die Vergangenheit. Die Gegenwart hingegen präsentiert sich hautnah in Form einer moder-

nen Produktionsstätte, in der jedoch die
Tradition an erster Stelle steht. Noch immer wird in der Berliner-Kindl-Schultheiss-Brauerei nach dem Deutschen Reinheitsgebot und nur mit besten Rohstoffen
gebraut. Dazu gehören Hopfen, Malz und
Wasser.
Angeboten werden die Führungen
das ganze Jahr über immer montags bis
donnerstags (außer an Feiertagen) jeweils um 10.00, 14.00 und 17.30 Uhr.
Nach Vereinbarung finden auch freitags

um 14.00 und um 17.30 Uhr Führungen
statt. Die Dauer richtet sich je nach Leistungsumfang zwischen anderthalb bis
drei Stunden. Im Rahmen der Führung
dürfen natürlich die verschiedenen Produkte verkostet werden (dreimal 0,3 Liter
Bier). Auf Wunsch darf im Anschluss im
brauereieigenen Restaurant gespeist werden. Gereicht werden nach Vorbestellung
regionale Gerichte.
Der Eintritt kostet 5 Euro für eine einfache Brauereiführung, 7 Euro für eine

Brauereiführung mit Bierprobe, 9 Euro
für eine Brauereiführung mit Bierverkostung und ab 12 Euro für eine Brauereiführung mit Bierverkostung und Essen.
Besichtigungen sind nach telefonischer oder schriftlicher Bestätigung möglich. Anmeldungen per Telefon unter
(030) 96 09-579 oder per E-Mail an
s.stark@radeberger-gruppe.de
BERLINER-KINDL-SCHULTHEISS-BRAUEREI
Indira-Gandhi-Straße 66-69 • 13053 Berlin

8 Bezirks-Leben



Bezirks-Jourrnal| Juni/Juli 2014

Marion Dureck gehört zu den Stammkunden. Sie wohnt in der Nähe des Kaufhauses und hat sich ihre Wohnung komplett mit „Dingen“ aus dem Sewan-Kaufhaus
eingerichtet. Monika Hugo bei ihrer Lieblingsbeschäftigung im Lager – sie sortiert Kleider-Spenden, bevor sie gewaschen werden (kl. Foto). BILDER: STEFFI BEY

Zweite Chance für Suchtkranke
In einem Flachbau an der Sewanstraße gibt es ein besonderes Kaufhaus: Dort werden Menschen beschäftigt, die
es im Leben nicht einfach hatten. Die Nachbarn kaufen gerne dort ein und loben die Atmosphäre.
von Steffi Bey

D

er erste Eindruck überzeugt: In
dem 360 Quadratmeter großen
Verkaufsraum ist es sauber, alles scheint genau am richtigen Platz zu
stehen und freundliche Menschen gehen auf ebenso freundliche Kunden zu.
Mehrere Nischen laden zum Schauen
und Verweilen ein. Couchgarnituren
wurden platziert und davor passende
Tische mit unterschiedlichen Services
eingedeckt. Meistens gehören auch ein
Fernseher zu dem dekorierten Ensemble
sowie Vasen, Decken, Lampen und Dinge, die man eigentlich nicht braucht, die
aber das Leben ansehnlicher gestalten.
Dass sämtliche Artikel gebraucht sind,
ist eigentlich nur an den niedrigen Preisen zu erkennen.
„Wir legen sehr viel Wert auf eine angenehme Kaufhausatmosphäre“, betont
Wolfgang Kuleßa. Der Sozialarbeiter
von der SPI Ausbildung & Qualifizierung Berlin-Brandenburg gGmbH hat
das Sewan- Kaufhaus von Anfang an
mit aufgebaut und leitet seit 2011 die
ungewöhnliche Einrichtung an der Sewanstraße.
Es ist ein besonderes Kaufhaus, weil es
suchtkranken Menschen die Chance bietet, wieder am gesellschaftlichen Leben
teilzunehmen. „Wir geben unseren Mitarbeitern eine Tagesstruktur und somit
auch einen wichtigen Grund jeden Tag
aufzustehen“, sagt Kuleßa.

32 Zuverdiener, wie sie der Chef
nennt, halten den Laden am Laufen. Das
sind trockene Alkoholiker und Drogenabhängige. Einige von ihnen absolvieren
nebenbei noch therapeutische Maßnahmen. So wie Monika Hugo. Seit 2012
gehört die Alkoholkranke zum SewanTeam. „Ich komme gerne hierher zum
Arbeiten, weil es mir Spaß macht und
ich etwas Nützliches tue“, erklärt die
52-Jährige. Sie sortiert am liebsten die
gespendeten Kleidungsstücke hinten im
übervollen Lager. Dieter Liedtke sieht in
dem
Kaufhaus
inzwischen sogar
seinen „rettenden
Lebensmittelpunkt“. Gelernt
hat er Kran- und
S t a p e l f a h r e r,
wurde nach der
Wende arbeitslos,
begann zu trinken
und landete in
einem scheinbar
ausweglosen Teufelskreis: bis er
glücklicherweise
Hilfe annahm und mit einem eigenen,
starken Willen sein Dasein langsam
wieder in den Griff bekam. „Jetzt bin
ich wieder da, wo ich einmal war“, sagt
er selbstbewusst. Damit meint er vor allem seinen geregelten Tagesablauf, eine
Beschäftigung, die ihm gefällt, und den
Kontakt zu anderen. „Des Geldes wegen
mache ich das hier im Kaufhaus nicht“,

erklärt er. Das bestätigen auch andere,
die beim Projekt dabei sind. „Ein ganz
tolles Gefühl ist es, wenn die Kunden zufrieden sind, und das auch mal sagen“,
findet Ivo Richter, der meistens für die
Kasse zuständig ist. Dem 33-Jährigen
helfen die konkreten Aufgaben, die er in
Lichtenberg übernimmt, von den Drogen wegzukommen. „Ich habe dadurch
auch gelernt, auf Menschen zuzugehen“, sagt er.
Bis zu 1.000 Artikel werden wöchentlich an der Sewanstraße 186 verkauft:
Bekleidung, Geschirr,
Schuhe,
Bücher,
Spielzeug, Elektrogeräte, Möbel bis
hin zu kompletten Küchen. Und
alles gespendete
Waren. „Die Abholorte
müssen
allerdings in 20
bis 30 Minuten
erreichbar sein“,
sagt
Wolfgang
Kuleßa. Werden
beispielsweise größere Möbel oder technische Geräte angeboten, vereinbaren
die Sewaner einen Besichtigungstermin
beim Spender. „Bei Interesse nehmen
wir die Dinge auch gleich mit“, sagt der
Chef.
Danach landen die Waren im Lager,
werden gereinigt, aufgebaut, repariert
und bekommen einen Preis. Der richtet

sich nach der Qualität und der Nachfrage. „Neulich hatten wir sogar ein Designer-Sofa im Angebot und dafür einen
relativ hohen Preis – 350 Euro – angesetzt“, berichtet Wolfgang Kuleßa. Doch
es sei im Nu weggewesen.
Technische Geräte, die dem Team angeboten werden, dürfen nicht älter als
sechs Jahre sein. In Lichtenberg wird
dann die Funktionsfähigkeit getestet
und schließlich sechs Monate Gewährleistung geboten.
Vor allem im Kiez nahe dem Tierpark hat es sich mittlerweile herumgesprochen, dass man in dem renovierten
Flachbau nicht nur Günstiges erwerben
kann, sondern gut bedient wird und weder der Geruch noch das Ambiente im
Verkaufsraum etwas mit einem üblichen
Second-Hand-Shop gemeinsam haben.
Stammkunden kommen immer wieder
in den prall gefüllten Verkaufsraum. „Ich
habe meine komplette Wohnungseinrichtung von hier“, sagt Marion Dureck
aus Lichtenberg. Die positive Resonanz
freut Wolfgang Kuleßa ganz besonders.
Und er ist zuversichtlich, dass sich das
Projekt bald alleine trägt. „Noch wirkt
unter anderem eine Anschubfinanzierung der Aktion Mensch“, sagt der Chef.

Das Sewan-Kaufhaus befindet sich in der
Sewanstraße 186, 10319 Berlin. Öffnungszeiten: montags bis freitags, 9 bis 18 Uhr, sonnabends, 9 bis 15 Uhr.

Bezirks-Journal spezial Nr. 2/2014

ÄLTER WERDEN IN LICHTENBERG

Unser Sonderthema | Jeden Monat ein neuer Schwerpunkt | Anzeigenbuchungen: Tel. (030) 55 49 96 55 | E-Mail: anzeigen@bezirks-journal.de
THEMEN: Barrierefreies Wohnen - S. 10 | Alle Generationen unter einem Dach - S. 11 | Leben wie im Hotel: Zu Besuch im Domicil-Seniorenpflegeheim Lichtenberg - S. 12

Bereit für die reife Generation
Überall entstehen in Lichtenberg generationenfreundliche Spielplätze. Wer heute in Rente geht, hat einen kompletten neuen
Lebensabschnitt vor sich, sagen Wissenschaftler.

A

uf den ersten Blick wirkt der
Spielplatz an der Gensinger
Straße wie ein Fitness-Studio
unter freiem Himmel. Schaukeln sucht
man hier ebenso vergeblich wie Klettergerüste. Dafür gibt es einen interessanten
Parcours aus Kletterseilen, Open-AirFitnessgeräten und Holzklötzen, auf
denen man das Balancieren üben kann.
Generationenübergreifender Spielplatz
nennt sich das Areal, das Ende Mai
von Stadtentwicklungsstadtrat Wilfried
Nünthel (CDU) eröffnet wurde. Mittlerweile gibt es einige dieser Spielplätze im
Bezirk.
Lichtenberg wird älter, das steht außer
Frage. Die Zahl der 65- bis 75-Jährigen
stieg von 23.000 im Jahr 2001 auf 30.000
im Jahre 2012. Die Zahl der 70-Jährigen
von 13.100 im Jahre 2001 auf 23.300
im Jahre 2012. Das geht aus Zahlen des
Bezirksamtes hervor. Und das reagiert
seit Jahren auf diesen Trend. Inzwischen sind im Bezirk Lichtenberg viele
generationenübergreifende Spielplätze
entstanden – unter anderem im Oberseepark in Alt-Hohenschönhausen, an der

Stadtentwicklungsstadtrat Wilfried
Nünthel testet den neuen generationenübergreifenden Spielplatz an der
BILD: M. GÄDING
Gensinger Straße.

Waldow­allee in Karlshorst und an der
Mellenseestraße in Friedrichsfelde. Dort
treffen sich die Besucher einer Seniorenfreizeitstätte zum Sport.
An der Gensinger Straße können Senioren auf einem Fußstapfenweg balancieren, Armzüge an der Eisenstange machen oder einen eleganten Hüftschwung
auf der Schwebeplattform hinlegen. Bewusst habe man sich für einen derartigen
Spielplatz entschieden, da die Nachfrage
der Lichtenberger nach solchen Angeboten wächst, erklärt Amtsleiter Joachim
Ehrendreich. „Um die Sicherheit zu gewährleisten, haben wir für diesen und für
alle anderen generationenübergreifenden
Spielplätze einen Vertrag mit einer Spezialfirma“, sagt Ehrendreich. Einmal im
Monat würden die Geräte auf Sicherheit
und Funktionstüchtigkeit hin überprüft
und im Bedarfsfall repariert.
Nach Angaben der Senatsverwaltung
für Stadtentwicklung und dem Amt für
Statistik erhöht sich das Durchschnittsalter in Berlin von derzeit 42,3 auf 44,2
Jahre im Jahr 2030. „Ausschlaggebend
für das steigende Durchschnittsalter ist
die überproportionale Zunahme der
Bevölkerung in den höheren Altersgruppen“, heißt es in einem bereits 2012

veröffentlichten Papier. Im PrognoseZeitraum wird sich die Zahl der über
80-Jährigen Personen mit einer Steigerung von 80,7 Prozent auf rund 268.000
nahezu verdoppeln, erklären die Statistiker. Die Zahl der „jungen Alten“ im Alter von 65 bis unter 80 Jahren wird um
14,4 Prozent auf etwa 590.000 steigen.
Nach Ansicht der Gerontologin Adelheid Kuhlmey hat sich das Alter im klassischen Bilde eines alten Menschen nach
hinten verschoben. „Wenn wir uns heute
60-jährige Menschen anschauen, dann
stellen wir schon Veränderungen am Äußeren fest“, sagt die Direktorin des Instituts für medizinische Soziologie an der
Charité Berlin. „Ein 60-jähriger Mensch
ist heute anders aufgestellt als 60-Jährige
in früheren Generationen“, sagt sie. Man
habe es mit einem Zugewinn an gesunden Lebensjahren und Vitalität zu tun,
erklärt die Wissenschaftlerin.
Kuhlmey sagt, dass für viele Menschen
nach einer aktiven beruflichen Laufbahn
eine neue Lebensphase beginnt. „Statistisch beendet jeder Deutsche mit 61 Jahren seine berufliche Laufbahn – gut und
gerne steht ihm dann ein neuer Lebensabschnitt bevor, der im Idealfall 30 Jahre
dauern kann.“ (bzj.)

Wegen der großen Nachfrage:

Adressen und Fakten für Senioren in Lichtenberg
Seniorenfreizeitstätten: Der Bezirk Lichtenberg verfügt über acht sogenannte Seniorenbegegnungsstätten: Ribnitzer Straße 1b
(Neu-Hohenschönhausen), Warnitzer Straße
8 (Neu-Hohenschönhausen), Neustrelitzer
Straße 63 (Alt-Hohenschönhausen), JudithAuer-Straße 8 (Fennpfuhl), Ruschestraße 43
(Lichtenberg), Einbecker Straße 85 (Lichtenberg), Sewanstraße 235 (Friedrichsfelde)
und Hönower Straße 30 A (Karlshorst). Die
Angebote reichen von Kommunikation und
Unterhaltung über Bildung bis hin zu Kultur
und Sport. Fast täglich gibt es in den kommunalen Einrichtungen Veranstaltungs- und
Kursangebote.
Seniorenvertretung: Die Interessen älterer
Menschen im Bezirk nimmt die Seniorenvertretung wahr. Das Gremium ist demokratisch gewählt und beteiligt sich aktiv an der
Seniorenpolitik des Bezirks. Vorsitzender ist
Jürgen Steinbrück, Tel. (030) 40 03 99 63.
Die Seniorenvertretung hat im Rathaus an der
Möllendorffstraße ihr Büro.
Seniorenkonzept für Lichtenberg: Leitfaden
der Seniorenpolitik bildet ein „Bezirkliches
Handlungskonzept für Seniorinnen und
Senioren des Bezirkes Lichtenberg“, das
jedoch schon zehn Jahre alt ist. Das Papier
enthält Informationen und Empfehlungen für
Themen wie „Wohnen im Alter“, „Hilfebedarf
bei Hochaltrigen“, „Gesundheitsförderung und
Prävention“, „Ehrenamt und Senioren“ und

„Altersarmut im Bezirk“. Senioren können im
Bezirk auf Hilfe und Beratung vom Bezirksamt
zurückgreifen sowie Angebote wie Computerund Gesundheitskurse wahrnehmen.
Tagespflege für Senioren: Wer im Alter auf
Pflege angewiesen ist, kann dennoch in den
eigenen vier Wänden wohnen. Möglich macht
dies eine sogenannte Tagespflege, wie sie
unter anderem von der Volkssolidarität in der
Volkradstraße 28 in Friedrichsfelde angeboten wird. Auf Wunsch werden die Senioren
abgeholt und tagsüber fachkundig betreut.
Dazu gehört auch der soziale Aspekt in Form
von Beschäftigungsangeboten. Auch werden
Dienstleistungen wie Friseur oder Fußpflege
vermittelt. Infos: Tel. (030) 5 15 88 10.
Senioren fahren günstig: Ganz Berlin und
Brandenburg zum günstigen Preis - das ist das
Konzept vom VBB-Abo 65plus des Verkehrsverbundes Berlin-Brandenburg. Seniorinnen
und Senioren fahren - unabhängig von ihrer
Einkommenssituation - für nur 49 Euro im
Monat Bus, Bahn und Tram im gesamten Tarifnetz des VBB, also in Berlin und dem Land
Brandenburg. Das Ticket gilt in 37 Orten zudem als Rabattkarte für Eintritte, Führungen,
Speisen und Getränke. Informationen zum
VBB-Abo 65plus gibt es unter der Rufnummer
(030) 25 41 41 41.
Weitere Informationen:
www.berlin.de/ba-lichtenberg

Stadtbad Lichtenberg
20. August 2014
Referent:
Jürgen Hofmann,
Förderverein Stadtbad
Lichtenberg
Besichtigung: 16.30 Uhr,
Treffpunkt:
Eingang Hubertusstraße
10365 Berlin

BILD: M. GÄDING

Vortrag: 17.30 Uhr,
„Hubertusbad – Rückblick und Ausblick“
im Sana Klinikum Lichtenberg
Alte Cafeteria | Haus L
Anmeldung erbeten bis 18. August 2014,
Tel. 030 / 5518-2019, E-Mail: i.anuth@sana-kl.de

10 Älter werden in Lichtenberg

 Bezirks-Journal | Juni/Juli 2014

In der Musterwohnung: Christina und
Alexander Münch sind vom Gardinenlift begeistert. BILD: M. GÄDING

Zuhause ist es am schönsten

Die Nachfrage nach barrierearmen Wohnungen steigt. Das merkt auch „Neues Berlin“.
Die Wohnungsbaugenossenschaft hat sich darauf eingestellt und übernimmt soziale Verantwortung.
von Marcel Gäding

D

ie Wohnung von Familie
Münch ist schön: 58 Quadratmeter umfasst ihr Quartier nahe
dem Rathaus Hohenschönhausen. Ein
kleiner Balkon ermöglicht den Blick auf
das grüne Umfeld. Drum herum gibt es
viele Einkaufsmöglichkeiten, zur Straßenbahn ist es ein Katzensprung. Und
doch werden Christina und Alexander
Münch umdenken und nach 53 wunderschönen Jahren in der Wohnanlage „Am
Rathaus“ ausziehen. Es ist nur noch eine
Frage der Zeit. Ihre in den 1960er-Jahren
bezogene Wohnung ist für das Wohnen
im Alter nur bedingt geeignet. Es gibt
beispielsweise keinen Fahrstuhl in die
zweite Etage. Und den werden sie früher
oder später brauchen, sagen die Münchs.
Immerhin gehen beide auf die 80 zu.
Der Terminkalender von Familie
Münch ist momentan geprägt von der
Suche nach einer neuen Wohnung. „Wir
wollen bei Neues Berlin bleiben“, sagt
Alexander Münch. Seit 1961 sind sie
Mitglieder der einstigen Arbeiterwohnungsbaugenossenschaft, die seit der
Wende
Wohnungsbaugenossenschaft
ist. 5.050 Wohnungen gehören zum
Bestand von „Neues Berlin“. Darunter
sind viele Wohngebäude aus den 1960erJahren. Der Großteil der Wohnungen
befindet sich jedoch in Plattenbauten,
die aufwendig saniert wurden und die inzwischen heiß begehrt sind. An der Matenzeile hat „Neues Berlin“ eine Musterwohnung eingerichtet, die nun auch
die Eheleute Münch aufsuchen. Ein
barrierearmes Bad ist zu sehen mit einer
bodengleichen Dusche. Das WC-Becken
kann mit zusätzlichen Haltegriffen ausgestattet werden. Im Schlafzimmer steht
ein Boxspringbett, dessen Liegefläche
angenehm hoch ist und sich per Fernbedienung steuern lässt. Die Gardinen

sind an einem sogenannten Gardinenlift
befestigt. Mit wenigen Handgriffen lässt
sich die Gardinenstange nach unten fahren, um die Gardine zum Waschen abzunehmen. Und im Wohnzimmer mit
offener Küche zeigt die Wohnungsbaugenossenschaft das Modell einer Küche,
deren Arbeitsflächen und Geräte auf das
Alter der Bewohner abgestimmt sind.
Die einst hinderliche Schwelle zwischen
Wohnbereich und Loggia ist weg. Theoretisch könnte man ohne Hürde einen
Rollstuhl oder Rollator nutzen, um nach
draußen zu gelangen.
Die 71 Quadratmeter große Musterwohnung inspiriert Christina und Alexander Münch. Und sie beruhigt sie.
„Wir sind mit unserem Vermieter sehr
zufrieden“, sagt Alexander Münch. Deshalb haben sie sich zum einen für eine
Wohnung in der gerade im Bau befindlichen Wohnanlage an der Degnerstraße
32-34 in Alt-Hohenschönhausen beworben. Parallel suchen sie aber auch unter den wenigen freien Wohnungen der
Wohnungsbaugenossenschaft. Das neue
Quartier soll nicht nur barrierearm sein.

„Wir wünschen uns eine Wohnung in
der obersten Etage mit Blick über ganz
Berlin“, sagt Alexander Münch.
Dass Familie Münch möglichst lange
in den eigenen vier Wänden leben will,
ist für die Wohnungsbaugenossenschaft
„Neues Berlin“ nichts Ungewöhnliches. „Viele unserer Mieter gehören zu
den Erstbeziehern“, sagt Andrea Köhn,
die Leiterin des Bestandsmanagements
bei der Wohnungsbaugenossenschaft
„Neues Berlin“. Jetzt seien die Bewohner im fortgeschrittenen Alter. „Und
daher steigt die Nachfrage nach einem
barrierearmen Umbau der eigenen vier
Wände.“ Wer über 60 Jahre alt ist, profitiert von dem Programm „Wohnen im
Alter“, das „Neues Berlin“ eigens aufgelegt hat und für das allein in diesem Jahr
650.000 Euro zur Verfügung stehen.
Die Hälfte der Umbaukosten trägt die
Genossenschaft, die andere Hälfte die
Mieter. Die können entscheiden, ob sie
ihren Anteil auf einmal, in Raten oder
im Rahmen einer Umlage auf die Miete
zahlen. Seit 2012 wurden zehn Wohnungen komplett umgebaut und im Rahmen

Genossenschaft legt Grundstein für Neubau
52 neue Wohnungen: An der Degnerstraße
32-34 in Alt-Hohenschönhausen hat die Wohnungsbaugenossenschaft „Neues Berlin“ den
Grundstein für ihr fünftes Neubauvorhaben
gelegt. In dem runden Gebäude entstehen
Wohnungen mit einer Fläche zwischen 53 und
149 Quadratmetern. Das gesamte Wohnhaus
wird barrierefrei sein.
Günstige Mieten: Die Mieten liegen zwischen
8 und 10 Euro pro Quadratmeter. Ein Teil der
Zwei-Raum-Wohnungen wird besonders günstig angeboten. „Neues Berlin“ leistet damit
einen Beitrag im Rahmen des bezirklichen
Bündnisses für Wohnen. Mehrere Vermieter
haben sich darin dem Bezirk gegenüber
verpflichtet, günstigen Wohnraum zu schaffen.

In dem Neubau werden auch Wohnungen entstehen, die von Menschen mit Behinderung
bewohnt werden.
Barrierearmes Wohnen: Wer als Mieter von
„Neues Berlin“ seinen Bedarf am Umbau
seiner Wohnung zu einem barrierearmen
Quartier anmeldet, bekommt Unterstützung.
In vielen Fällen gibt es im Rahmen des Programms „Wohnen im Alter“ einen Zuschuss
in Höhe von 50 Prozent zu den entstehenden
Kosten. Außerdem verfügen speziell geschulte
Mitarbeiter über Informationen zu Zuschüssen
von Kranken- und Pflegekassen.
Informationen:
www.neues-berlin.de

des Programms 118 ebenerdige Duschen
installiert. Darüber hinaus beantragten
225 Mieter, dass die Schwelle zwischen
Wohnzimmer und Loggia beseitigt wird.
Doch auch wer noch unter 60 Jahre alt
ist, bekommt Unterstützung. So wurden
außerhalb des Sonderprogramms bereits
42 Bäder und 58 Loggien umgebaut. Seit
Beginn des Programms entstanden 160
Bäder mit ebenerdiger Dusche. 283 Loggiaschwellen wurden abgesenkt. Zum
Programm „Wohnen im Alter“ gehört
rutschfestes Laminat, der 7.000 Euro
teure Badumbau mit Installation einer
ebenerdigen Dusche, das Entfernen
von Schwellen und das Vergrößern von
Türrahmen. Es gibt eine Kooperation
mit dem Anbieter eines Hausnotrufes.
Der verteilt an seine betagten Kunden
fürs Handgelenk ein Alarmsystem. Was
konkret für jeden einzelnen Mieter unternommen werden kann, klären Mitarbeiter von „Neues Berlin“ in der Musterwohnung. Dort erfahren die Mieter,
an welchen Kosten sich ihr Vermieter
beteiligt.
Dass ein Vermieter Kosten für das altersgerechte Wohnen teilweise trägt, ist
ungewöhnlich. „So etwas wollen sich
nur Wohnungsbaugenossenschaften leisten“, sagt Andrea Köhn. Ziel soll es aber
sein, dass alle Mieter so lange wie möglich in ihrer Wohnung bleiben können.
Ihre Mitglieder zu fördern gehöre zu den
Schwerpunkten der Genossenschaft.
Sie gehe davon aus, dass die Nachfrage
nach altersgerechtem und barrierearmen
Wohnraum anhalten werde. Ein Blick
auf die Zahlen belegt das: So ist statistisch jeder zweite Mieter von „Neues
Berlin“ zwischen 50 und 70 Jahre.
Die Musterwohnung in der Matenzeile 21 in
Hohenschönhausen ist jeden ersten und dritten Dienstag im Monat von 9 bis 12 Uhr sowie auf Nachfrage geöffnet. Termine können
unter (030) 98 19 20 00 vereinbart werden.

Juni/Juli 2014 | Bezirks-Journal

A

Älter werden in Lichtenberg 11
Alle unter einem Dach

Das Haus der Generationen an der Paul-Junius-Straße ist ein Haus voller Leben. Hier treffen kleine
Kinder auf rüstige Senioren, Menschen mit Handicap auf Bewohner aus der Nachbarschaft.

n diesem Abend wird der Grill
angeworfen. Alles ganz unkompliziert, es fehlt nur etwas Grillkohle. Die
ist schnell gefunden. Tatjana Vogt zögert
keine Sekunde, als sie von Eltern gefragt
wird, ob sie den Grill benutzen können.
Es ist ein herrlicher Sommertag mitten
in der Woche und im Hof des Hauses
der Generationen sitzen mehrere Generationen beim gemeinsamen Abendessen zusammen.
Tatjana Vogt ist die Leiterin der Begegnungsstätte im Haus der Generationen an der Paul-Junius-Straße 64 A
im Ortsteil Fennpfuhl. Auf drei Etagen
ist ein bezirksweit einmaliges Projekt
entstanden: Aus einer alten, heruntergekommenen Kindertagesstätte wurde
eine Einrichtung, in der Menschen mit
und ohne Behinderung, Junge und Alte,
Familien und Singles einen Treffpunkt
haben. Nach hinten hin öffnet sich eine
Terrasse, die einen Blick auf den schönen Garten ermöglicht. Die Beete mit
den vielen Stauden wirken top gepflegt.
„Darum kümmert sich ein Ehrenamtlicher“, sagt Tatjana Vogt. Die Begegnungsstätte soll ein Ort der Zusammenkunft und des Austausches sein. Im Haus
fanden auch eine Kindertagesstätte mit

Tatjana Vogt im Garten der Begegnungsstätte. BILD: M. GÄDING
75 Plätzen, betreute Wohnungen sowie
Kurzzeitpflegeplätze eine Heimat. Das
hauseigene Café „Sonnenstrahl“ wird
von der Lichtenberger Werkstatt für Behinderte betrieben. Es ist ganz normal,
dass tagsüber Menschen mit und ohne
Behinderung gemeinsam Mittagessen,
dass Senioren mit Kindern basteln oder
gemeinsam gesungen wird. Ganz wich-

tig ist auch das Seniorenbüro, das in
erster Linie Angebote für Menschen mit
Demenz und deren Angehörigen erstellt.
„Hier findet vieles parallel statt“, sagt
Tatjana Vogt.
Unter dem Dach der Stiftung Rehabilitationszentrum Berlin-Ost und deren
Tochtergesellschaften ist das Konzept
für ein offenes Haus entstanden, das

im September 2012 erstmals seine Pforten öffnete. Der Angebotskalender ist
gut gefüllt, für jede Alters- und Nutzergruppe ist etwas dabei. Es wird gekocht,
gehäkelt, Sport gemacht oder getanzt.
Bernardette Theobald vom Seniorenbüro ist stolz, zweimal im Jahr geführte
Tierparkbesuche für Menschen mit und
ohne Demenz auf die Beine zu stellen
oder ein Tanzcafé ins Leben gerufen zu
haben, bei dem alle fröhlich tanzen und
sogar singen. Wenn an schönen Tagen
die Türen des Saales zur Terrasse hin offen stehen, zieht es auch die Kinder aus
der Umgebung an.
Bewusst will das Haus der Generationen ein offenes Haus ohne Hürden und
Barrieren sein. Und das Konzept geht
auf. „Zum Mittagessen oder zum Frühstück kommen auch Angestellte von
Firmen aus der Nachbarschaft“, sagt
Tatjana Vogt. Täglich kommen an die
100 Besucher in das Haus, sagt Tatjana
Vogt. Inzwischen werden auch schon
mal gemeinsame Reisen oder Theaterworkshops organisiert. (gäd.)
MEHR IM INTERNET: bezirks-journal.de
Das Haus der Generationen ist erreichbar
unter Tel. (030) 98 60 19 99-11/-17

Aktiv werden in Sachen Gesundheit!
Warmwassergymnastik und Schwimmen im Angebot

Seit 5. Mai 2014 aktiv: „Synigia - vital und
gesund“.
Wo?
Treffpunkt für Wassergymnastik und
Schwimmen ist die Carl-von-Linné-Schule
für Körperbehinderte, Paul-Junius-Str. 15,
10367 Berlin
Was wird geboten?
Es steht ein Schwimmbecken mit 33 Grad
Wassertemperatur zur Verfügung.
Wer steht im Fokus?
Berufstätige, die gesundheitliche Einschränkungen sowie orthopädische Beschwerden haben und aktiv etwas für die
Verbesserung ihrer Gesundheit tun wollen.
Die Therapie findet unter Anleitung qualifizierter Physio- und SporttherapeutInnen
statt.

Über Synigia
„Synigia - vital und gesund“ ist seit fast 17
Jahren erfolgreicher Anbieter von Warmwassergymnastik und steht für Kompetenz
und Zuverlässigkeit. „Synigia - vital und
gesund“ ist der Name der Abteilung Gesundheits- und Rehabilitationssport des
Vereins „Kietz für Kids - Freizeitsport e.V.“
und bedeutet frei aus dem griechischen
übersetzt „Gemeinschaft für Gesundheit“.
Es werden Menschen angesprochen, die
aktiv ihre Gesundheit erhalten wollen.
Wissenswertes zur Bewegungstherapie
Ziel der Therapie ist, eine Verbesserung
von Funktionseinschränkungen zu erreichen und die Beweglichkeit zu fördern. Im
Mittelpunkt der Bewegungstherapie steht
die Entwicklung der eigenen aktiven
Einflussnahme jedes Einzelnen auf die
Erhaltung und Verbesserung seiner Gesundheit und damit seiner Lebensqualität
im Alltag.

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Domicil - Seniorenpflegeheim Gotlindestraße GmbH
Gotlindestraße 51 | 10365 Berlin - Lichtenberg
Tel.: 030 / 12 02 20 - 0 | lichtenberg@domicil-seniorenresidenzen.de
www.domicil-seniorenresidenzen.de

12 Älter werden in Lichtenberg

 Bezirks-Journal | Juni/Juli 2014

Wie im Hotel

An der Gotlindestraße eröffnete im April ein Seniorenpflegeheim der neuen Generation. 174 Menschen werden
hier ihren Lebensabend verbringen. Heim-Atmosphäre vergangener Tage soll gar nicht erst aufkommen.
von Marcel Gäding

D

amit hat Angela Woderski nun
wirklich nicht gerechnet. Stolz
führt sie den interessierten Besucher durch das noch neue DomicilSeniorenpflegeheim, als sich gerade die
Tür zum Fahrstuhl öffnet. Eine ältere
Dame mit Rollator hält die Einrichtungsleiterin kurz auf und kann ihre
Freude nicht zurückhalten. „Ich fühle
mich hier so wohl bei Ihnen, und das
nach wenigen Tagen“, sagt die Seniorin.
Eine bessere Werbung kann sich Angela
Woderski nicht vorstellen.
Seit Anfang des Jahres ist Angela Woderski Einrichtungsleiterin des DomicilPflegeheims an der Gotlindestraße. Das
ist jetzt zwei Monate in Betrieb und irgendwie schon angekommen im Kiez.
An der Stelle einer früheren Kaufhalle
entstand das moderne Haus, das sich
von der Architektur gut in die Gegend
einfügt. Die Bewohner im vorderen Teil
schauen auf eine idyllische Schrebergartenanlage. Der Blick nach hinten geht
auf den liebevoll gestalteten Park des
Domicil mit schattigen Sitzecken und
erfrischenden Wasserspielen. Tagsüber
hört man von nebenan das Lachen von
Schul- und Kita-Kindern. „Unsere Bewohner mögen das“, sagt Angela Woderski. 174 Plätze hat das Haus, verteilt
auf 124 Einzelzimmer und 25 Doppelzimmer. Derzeit sind von den fünf
Wohnbereichen drei in Betrieb. In einer
eigenen Fachabteilung leben an Demenz
erkrankte Menschen in einem beschützten Bereich.
Wer das erste Mal ins Domicil Seniorenpflegeheim kommt, muss mit alten
Vorurteilen von herzlosen Altenheimen
aufräumen. Empfangen wird der Besucher in einer Lobby, die gut zu einem
Mittelklassehotel passen könnte. Aus

i!

nfre

e
kost
Gemeinsam unterwegs

Bus & Bahn-Begleitservice

Angela Woderski blickt auf ein schönes Haus mit Park. Hier ist Platz für 174 Senioren. BILD: M. GÄDING
Lautsprechern klingt dezent klassische heim“, sagt Angela Woderski. Schon die
Musik, an den Wänden hängen zeit- Philosophie der aus Hamburg stammengenössische Kunstwerke. Alles wirkt den Domicil-Gruppe spricht dagegen.
wegen der Farbgebung sehr warm. Die So wird höchsten Wert auf die Wahl
stilvollen Sitzgruppen passen hier gut der Standorte gelegt, denn die Bewohhinein. Freundliche Mitarbeiter an der ner sollen nicht irgendwo am StadtRezeption lassen für einen Moment ver- rand betreut und versorgt werden. In
gessen, dass hier Menschen den letzten Lichtenberg ist der Weg zum nächsten
Abschnitt ihres Lebens verbringen. Wer Supermarkt kurz, zu Straßenbahn und
sich für das Domicil entscheidet, zahlt Bus sind es nur wenige Schritte. „Wir
in der Regel die marktüblichen Berliner sind mitten im Kiez, mitten im Leben“,
Unterbringungskosten. Durch die Zu- sagt Angela Woderski. Und das ist auch
sammenarbeit mit sozialen Trägern kön- das Motto der Domicil-Gruppe: „Mitten
nen auch Menschen aufgenommen wer- im Leben“. Solange es geht, sollen die
den, denen im Monat nur wenig Geld Bewohner selbstständig leben können –
zum Leben bleibt.
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800 48 4i4
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Doppelzimmer und richten es sich dort
gemütlich ein. Alle Zimmer sind größer
geschnitten, als dies vom Gesetzgeber
vorgeschrieben ist. Auch die Zahl der
Betreuungskräfte liegt über den Mindeststandards. Die Messlatte hängt auch für
die Fachkräfte und Pflegehelfer hoch –
nicht zuletzt wegen der selbst gesteckten
Ziele von Domicil. „Respekt, Würde,
Anstand, Höflichkeit und Freundlichkeit sind unsere obersten Gebote“, sagt
Angela Woderski. Weil der Markt derzeit kaum freie Fachkräfte bereithält,
startet ihr Haus ab Herbst eine Ausbildungsoffensive. „Viele unserer Bewerber
kommen auch mit dem Ziel zu uns, sich
beruflich weiter zu entwickeln.“
Bewusst sind die Angebote des Hauses
wie Kegeln, Korbflechten und Gymnastik offen für alle, auch für die Nachbarn
aus dem Kiez. Gut angenommen wird
der Mittagstisch, zu dem sich Nachbarn
und Bewohner gleichermaßen treffen.
„Derzeit bauen wir einen Kontakt zu
den Kitas und Schulen in der Umgebung auf“, sagt Angela Woderski. Eng
ist auch die Zusammenarbeit zum SanaKlinikum und dem Evangelischen Krankenhaus Königin Elisabeth Herzberge.
Gut 50 Bewohner sind inzwischen
im Domicil Seniorenpflegeheim Lichtenberg zu Hause – wenn alles klappt,
dann sind viele der großzügigen Zimmer
schon zum Jahresende vergeben. „Wir
waren überrascht, dass sich so schnell
eine Nachfrage entwickelt hat“, sagt Angela Woderski. Gut 80 Prozent der neuen Bewohner stammen aus dem Bezirk
Lichtenberg. Viele Beschäftigte wohnen
im Kiez, das schafft Verbindungen. Die
größte Werbung für Angela Woderski
sind tatsächlich die Eindrücke der Menschen, die mit ihrem Haus in Verbindung stehen.

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14 Bezirks-Geschichte

 Bezirks-Journal | Juni/Juli 2014

Die unbekannten Sieger

Das Museum Lichtenberg widmet sich in einer neuen Ausstellung dem Alltag sowjetischer Soldaten in Lichtenberg
und Hohenschönhausen. Erstmals werden auch Bilder des Fotografen Rudolf Jünke gezeigt.
von Marcel Gäding

I

hre erste Begegnung mit den Russen
hatte sie, als sie 13 Jahre alt war. Ilse
Jünke hat die Bilder von dem Rotarmisten noch vor Augen, der plötzlich im
Haus stand und zu verstehen gab, dass
fortan er und seine Soldaten hier wohnen werden. Also zog die Familie in den
Keller und richtete sich ein, soweit dies
möglich war. Die Großmutter bekochte
die Männer. Man gewöhnte sich aneinander in dieser wirren Nachkriegszeit.
„Wir Kinder bekamen ab und an Kommissbrot oder Suppe aus der Gulaschkanone“, erinnert sich Ilse Jünke. „Wir
hatten zum Glück nicht die negativen
Erlebnisse mit den Russen wie andere.“
Es ist ein differenziertes Bild, das Ilse
Jünke über jene Zeit zeichnet – nicht
zuletzt auch, weil die Russen im Leben
von ihrem Mann und ihrem Schwiegervater eine große Rolle spielten. Letzterer
war der Fotografenmeister Rudolf Jünke, der an der Große-Leege-Straße in
Hohenschönhausen wohnte und arbeitete. In einer zweieinhalb Zimmer großen Wohnung lebten Jünkes mit ihren
vier Kindern, darunter Sohn Hartmut.
Geschlafen wurde im Wohnzimmer auf
Betten, die man herunterklappen konnte. Tagsüber wurde der Platz für das Atelier benötigt. Dort ließen sich die Offiziere im feinsten Rock ablichten.
Dass Rudolf Jünke kurze Zeit nach
Kriegsende zurück nach Hohenschönhausen durfte, ist einem glücklichen
Umstand zu verdanken. Zunächst war
er als Kriegsgefangener in einem Lager
bei Frankfurt/Oder untergebracht. Er
war sich sicher, dass auch er auf eine
ungewisse Reise nach Sibirien geht – bis
der Kommandant sich erkundigte, ob
unter den Kriegsgefangenen ein Fotograf sei. „Auch damals liebte man das
Festhalten von Ereignissen im Bilde“,
schrieb später Jünkes Sohn Hartmut
auf. Während die anderen Inhaftierten
abtransportiert wurden, begann Jünke
damit, das Leben der Russen im besetzten Deutschland festzuhalten. Darunter
sind auch wenige Aufnahmen direkt
aus dem Lager. Rudolf Jünke durfte im
September 1945 wieder nach Berlin zurück. Als entlassener Kriegsgefangener
war er dazu verpflichtet, sich auf der
sowjetischen Kommandatur zu melden.
Schnell sprach sich bei den Russen herum, wer sich dort vorstellte. Fortan füllte

Sie waren jung und wussten nicht, was
sie in Deutschland erwartet: Soldaten
der sowjetischen Armee (links). Ilse
Jünke hütet das Erbe ihres Schwiegervaters sowie ihres Mannes.



Soldatenleben in Lichtenberg
Das Museum Lichtenberg eröffnet am 20.
Juni die Ausstellungen „Russischer Soldatenalltag in Deutschland 1990-1994“ sowie
„Die unbekannten Sieger“. Anlass ist der
20. Jahrestag des Abzugs der Russen aus
Deutschland, der 1994 abgeschlossen wurde.
Die Expositionen entstanden unter anderem
in Kooperation mit dem Deutsch-Russischen
Museum in Karlshorst. Sie sind bis Ende
September zu sehen.
Die sowjetische Armee besetzte im Mai 1945
Karlshorst und baute dort die Sowjetische
Militäradministration in Deutschland (SMAD)
auf. Das Gelände rund um den Obersee wurde

sich Jünkes Auftragsbuch mit Terminen
russischer Offiziere.
Gut 100 Aufnahmen sind aus dieser Zeit erhalten geblieben. Sie zeigen
junge sowjetische Soldaten, mal in der
Gruppe, mal stolz vor Militärfahrzeugen. 1946 ließen sich viele von ihnen
am festlich gedeckten Tisch ablichten,
um diese Aufnahmen als Silvestergruß
in die Heimat zu senden. Dekoriert
wurde mit echtem Kommissbrot, das
die Russen dem Fotografen als Bezahlung zurückließen. Die auf dem Foto
eingesetzte (leere) Schnapsflasche, Gläser, Teller und Messer steuerten Jünkes

ebenfalls von Militärs besetzt und abgeriegelt.
Während das Areal später wieder aufgegeben
wurde, bestimmte die Anwesenheit der sowjetischen Streitkräfte den Alltag von Karlshorst.
Begleitet werden die Ausstellungen von zahlreichen Veranstaltungen. Am 25. Juni wird um
19 Uhr aus den Manuskripten von Hartmut
Jünke gelesen. Einen Vortrag über die Fotografien von Wladimir Borissow gibt es mit Margot
Blank vom Deutsch-Russischen Museum am
2. Juli um 19 Uhr.
Weitere Informationen:
www.museum-lichtenberg.de

bei. „Die Bilder sollten natürlich auch
ausdrücken, mit welchen persönlichen
Vorteilen und Errungenschaften man
in Deutschland Bekanntschaft gemacht
hatte“, erinnert sich Hartmut Jünke in
seinen Aufzeichnungen.
Fotografiert wurde manchmal hintereinander weg: Ins kleine Wohnzimmer
ließ Rudolf Jünke meist nur drei Soldaten oder Offiziere, während die anderen
im Treppenhaus warten mussten. Anfangs hätten die Soldaten Wert auf gemeinsame Fotos gelegt. „Sie waren die
Gleichmacherei im Militär gewohnt und
hatten offensichtlich Furcht, sich per-

BILDER: M. GÄDING/ MUSEUM LICHTENBERG

sönlich zu präsentieren“, heißt es hierzu in den Aufzeichnungen von Hartmut
Jünke. So entstanden häufig die gleichen
Posen – manches mal auch durchaus
skurrile Szenen. Ein Oberfeldwebel ließ
sich mit seiner Pistole fotografieren, was
andere nachahmten. Ein anderer zog
mit angeleintem Hund vor die Kamera. Der Vierbeiner fühlte sich sichtlich
unwohl. Das Bild wirkt unfreiwillig komisch.
Bis 1948 war Fotografenmeister Jünke
für die Russen im Einsatz. Oft verließ er
seine Wohnung und baute seine Leinwand in einer der Villen rund um den
Obersee auf. Die schmucken Häuser
waren von den Russen besetzt worden.
„Mein Mann assistierte seinem Vater
und schnitt die Bilder zu“, sagt Ilse Jünke. Das hat ihn geprägt. „Später fotografierte er selbst gern in seiner Freizeit.“
Dass jene Bilder von 1945 bis 1948
jetzt der Öffentlichkeit präsentiert werden, war Hartmut Jünkes sehnlichster
Wunsch. Jahrelang hatte der promovierte Ingenieur versucht, ein Museum
für diese Aufnahmen zu begeistern. Bis
nach Schweden, wo Jünkes Bruder lebt,
gingen die Bemühungen. „Leider war es
meinem Mann nicht vergönnt, dabei zu
sein, wie seine Bilder gezeigt werden“,
sagt Ilse Jünke. Hartmut Jünke starb im
vergangenen Sommer nach schwerer
Krankheit mit 81 Jahren.

Rummelsburg: Sieger von Gestaltungswettbewerb entschieden

Säulen und Infotafel soll an die Vergangenheit der Haftanstalt erinnern/ Ausstellung in der Gedenkstätte Hohenschönhausen
Eine Konzeption aus Säulen und Infotafel soll die Geschichte der Haftanstalt
Rummelsburg erzählen.
Helga Lieser, Peter Francis Lewis und
Jens Henningsen haben sich beim Gestaltungswettbewerb „Gedenkort Rummelsburg“ durchgesetzt. Initiator des
Wettbewerbs war das Bezirksamt Lich-

tenberg. Das Siegerkonzept überzeugte
die Jury durch seine Klarheit und seinen
hohen Wiedererkennungswert.
Die unterschiedlichen Materialien der
Säulen repräsentieren die historischen
Epochen des Arbeitshauses und der
DDR-Haftanstalt Rummelsburg. Wo
heute Menschen wohnen, saßen Jahr-

zehnte Häftlinge hinter Gittern. Ziel
des Wettbewerbs war es, einen Gedenkort zu schaffen, der auf künstlerische
Art und Weise über die Geschichte von
Rummelsburg informiert. Bis zum Ende
des Jahres soll der Gedenkort fertig gestellt werden. Für die Realisierung sind
120.000 Euro angesetzt, die das Land

Berlin aus dem Mauerfonds und aus
dem Bezirkshaushalt Lichtenberg zur
Verfügung stellt.
Eine Ausstellung aller eingereichten
Beiträge findet vom 19. Juni bis 2. Juli
von 9 bis 18 Uhr in der Gedenkstätte
Berlin-Hohenschönhausen, Genslerstraße, statt. (tan.)

Bezirks-Wirtschaft 15

Juni/Juli 2014 | Bezirks-Journal

Standort mit Blick aufs Potenzial

Erstmals fand im neuen Office & Business Center LEUNAER7 ein Netzwerktreffen
statt – fast 100 Unternehmer aus der Region „berlin eastside“ kamen.

N

och sieht es ziemlich leer aus auf
dem Gelände des neuen CleanTech-Parks zwischen Marzahn
und Lichtenberg. Wer jedoch genau hinschaut, sieht bereits das eine oder andere
Ergebnis: Alte Gebäude sind abgerissen,
überall wurde Sand zusammengeschoben und Platz gemacht für ein außergewöhnliches Gewerbegebiet. Die Mieter
des neuen Office & Business Centers
„LEUNAER7“ können quasi jeden
Tag mitverfolgen, was wenige Hundert
Meter entfernt vor ihren Büros passiert.
Auch bei der ersten Visitenkartenparty
des LEUNAER7 blieb den Gästen nicht
verborgen, dass am Standort Berlin Eastside in den kommenden Monaten eine
neue Ära beginnt.
Am Standort rund um die Wolfener
Straße, dem Nordring und der Bitterfelder Straße auf Marzahner und der
Hohenschönhauser Straße auf Lichtenberger Seite wächst mit 90 Hektar
Fläche Deutschlands größter innerstädtischer Industriepark. Der CleanTech
Business Park Berlin-Marzahn vereint
Unternehmen der grünen Branche aus
dem Bereich erneuerbare Energien und
Energieeffizienz. Stolz präsentiert Rainer Mayerhofer, der Eigentümer des Of-

Gute Stimmung im LEUNAER7 bei der Visitenkartenparty. BILD: LEUNAER7
fice & Business Centers „LEUNAER7“,
was um sein Haus herum passiert. Im
Rahmen der von ihm initiierten Visitenkartenparty lud er Unternehmer aus
Marzahn, Hellersdorf und Lichtenberg
in eine der oberen Etagen seines Hauses
mit Rundumblick auf den Wirtschaftsstandort, der einiges Potenzial bietet.
Künftig will der Unternehmer weitere
Firmeninhaber und Freiberufler für den
Standort begeistern und ein neues Netzwerk knüpfen. Die Vistenkartenpartys
sind ein Teil. Der Kontakt der Mieter im
Office & Business Center LEUNAER7
gehört dazu. Am Standort des früheren

Finanzamtes Marzahn entstand nach
Umbau ein modernes, verkehrsgünstig
gelegenes Gebäude. Es beherbergt kleine
und mittelständische Firmen. Mayerhofer glaubt, dass das Gewerbegebiet rund
um das LEUNAER7 der derzeit „heißeste Unternehmensstandort Berlins“
ist. „Wir bringen Branchen zusammen,
die sich sonst wohl nie getroffen hätten“,
erklärt Mayerhofer sein Konzept. „Sie
mieten ein Büro und bekommen die
Business-Partner gleich mit dazu.“ (bzj.)
Informationen unter
 Weitere
www.leunaer7.de

Bezirk sucht
Unternehmen
des Jahres

LICHTENBERG – Zum dritten Mal sucht
das Bezirksamt das Unternehmen des
Jahres. Für den Wirtschaftspreis „Lichtenberger Unternehmen des Jahres
2014“ werden bis zum 31. August Vorschläge entgegengenommen. Diese können von Bürgern des Bezirks, aber auch
von den Unternehmen selbst kommen.
Voraussetzung: Die Firma sollte ihren
Sitz oder wesentliche Standorte ihrer
wirtschaftlichen Tätigkeit im Bezirk
Lichtenberg haben. Die Auszeichnung
ist mit einem Preisgeld von 1.000 Euro
dotiert.
„Bei uns im Bezirk finden Sie die gesamte Bandbreite an Unternehmen: von
alteingesessenen Familienbetrieben mit
Tradition über etablierte mittelständische Firmen bis hin zu multinationalen
Konzernen, die weltweit agieren“, sagt
der für Wirtschaft zuständige Bezirksbürgermeister Andreas Geisel (SPD).
„Lichtenberg ist Standort für mehr als
18.000 kleine und große Betriebe aller
Branchen.“
Vorschläge können per Fax (030) 90
296 4319 oder per Brief bis zum 31. August 2014 eingereicht werden. Weitere
Infos per E-Mail unter wifoe@lichtenberg.berlin.de. (gäd.)
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AKTIOn „LAng Lebe dIe KIezKneIpe“

Freibier und vieles mehr gewinnen ...
... beim Schultheiss Kneipen Kickercup vom 21. Juni bis 5. Juli
In den Kiezkneipen schlägt das Herz
des Fußballs: Hier wird gemeinsam
geguckt, gejubelt und gefachsimpelt.
Jetzt, pünktlich zur Fußball-Weltmeisterschaft, sind die Gäste am Ball: beim
Schultheiss Kneipen Kickercup. Wenn
es nur das Handicap nicht gäbe…
Lust auf eine Runde Kicker? Dann nichts
wie hin zum Schultheiss Kneipen Kickercup! An den kommenden drei Samstagen kann jeder spontan mitspielen
und sofort tolle Preise gewinnen.
Wie es geht? Gekickert wird in Zweierteams. Die Sieger einer Partie belohnt
Schultheiss für die perfekte Fußballstimmung mit Freibier-Gutscheinen oder

weiteren Sofortgewinnen wie aufblasbaren Pokalen, Caxirolas oder Handklappen plus einem Los. Alle Lose landen
in einem Topf – maximal fünf Lose pro
Team. Für das Gewinnerlos bei der finalen ziehung gibt es den Siegerpokal
samt Kickertisch. Allerdings hat der
Schultheiss Kneipen Kickercup einen
Haken: Jede Partie ist durch ein anderes
Handicap geprägt.
Gespielt wird zum Beispiel mit einem
besonderen Kickerball: Mal ist er schwer,
mal ist er leicht, mal eher langsam, dann
wieder schnell. Auch die Spieler haben
es nicht einfach: Gekickert wird zum
Beispiel mit Topflappenhandschuhen.
Oder mit einer Brille, die das Sichtfeld

einschränkt. Wer hier den Durchblick behält, ist ein echter Kickermeister.

Spielplan zum Schultheiss
Kneipen Kickercup

Anstoß immer samstags um 14.00 Uhr • Ende gegen
20.00 Uhr
21. Juni

28. Juni

5. Juli

Klabautermann
Ludwigsluster Str. 95A,
Hellersdorf
Zur Buschhütte
Wittgensteiner Weg 21,
Spandau
Herthaner
Weserstr. 210, Neukölln
Uhland-Eck
Berliner Str. 33, Wilmersdorf
Märkische Bierstuben
Oranienburger Str. 91,
Reinickendorf
Tempelhofer Krug
Manteuffelstr. 56, Tempelhof

Kiezkneipen-Botschafter
Frank zander:

„Nach den ersten 29 Kiezkneipen im vergangenen Jahr erklären wir in diesem
Jahr 30 weitere zum ‚Berliner Kiezkulturerbe‘. Diese einmalige Institution Kiez–
kneipe ist, wie der Zander, ein echtes
berliner Original und muss unbedingt
erhalten bleiben!“

Die Aktion
Wie keine andere Stadt Europas hat sich
Berlin verändert. In Zeiten des Wandels
engagieren sich zwei Originale für ein echtes Stück Berlin: mit der Aktion „Lang lebe
die Kiezkneipe“. Schirmherr Frank Zander
und Initiator Schultheiss küren in diesem
Jahr weitere 30 Kiezkneipen zum „Berliner
Kiezkulturerbe‘. Zum Finale im September
kann jeder seine Stimme für die „Beste
Kiezkneipe Berlins 2014“ abgeben. Mehr
unter www.schultheiss.de

Mit geschmückter Pferde-Bierkutsche
fuhr Kiezkneipen-Botschafter Frank
Zander durch Berlin, um das erste Denkmal-Schutzschild an „Mariellas Treff“ im
Wedding auszuliefern.

16 Bezirks-Kulturkalender
KONZERT & MUSIK

Interkultureller Salon: Am Freitag (27.
Juni) wird im Humboldt-Haus, Warnitzer
Straße 13 A, 13057 Berlin, gefeiert.
„Zehn Jahre Best of Hoher Salon Hohenschönhausen“ lautet der Titel der Jubiläumsfeier: Im Mittelpunkt stehen die von
Alina Martirosjan-Pätzold organisierten
und präsentierten Veranstaltungen unter
dem Namen „Hoher Salon“. Um 19.30
Uhr werden zahlreiche internationale
Künstler auftreten. Zu ihnen gehören
die beliebten griechischen Musiker Aris
Meliadis, Leftheris Stampouloglou, der
chilenische Künstler Alejandro Soto
Lacoste und weitere Überraschungsgäste. Originalbilder von Irina Weisel werden
ausgestellt und sind käuflich zu erwerben. Kulinarische Spezialitäten aus Kuba
stimmen auf den Abend ein. Eintritt 15
Euro. Kartentelefon: (030) 553 22 76
Musik auf Orgel und Flöte: Werke von
Bach, Chaminade, Alain und Bédard
stehen im Fokus des Orgel- und Flötenkonzerts am 28. Juni um 17 Uhr in der
evangelischen Kirche zu Wartenberg,
Falkenberger Chaussee 93, 13059 Berlin. Der Eintritt ist frei. Es spielen Dace
Bickovska (Flöte) und Prof. Dr. Bernd
Scherers (Orgel).

Klassik im Schloss: Werke von Frédéric
Chopin und Ludwig van Beethoven
erklingen am 29. Juni um 15 Uhr auf
Schloss Friedrichsfelde, Am Tierpark 41,
10319 Berlin. Der aus Rom stammende
Konzertpianist Marco Arcieri entführt in
die Zeit der beiden berühmten Komponisten. Auf dem Programm stehen von
Ludwig van Beethoven die Klaviersonate
Nr. 23 in f-Moll op. 57 Appassionata und
von Frédéric Chopin eine Auswahl aus
den Préludes op. 28. Karten kosten 22
Euro pro Perrson inkl. Begrüßungssekt.
Vorbestellungen unter Tel. (030) 51 53
14 07 oder per Email unter info@schlossfriedrichsfelde.de
Orgelmusik in der Kirche: Mit einer
ganzen Reihe von Konzerten beginnt am
10. Juli der Orgelsommer in der Erlöserkirche, Nöldnerstraße 43, 10317 Berlin.
Die Konzerte finden vom 10. Juli bis 21.
August jeweils donnerstags um 20.00
Uhr statt, der Eintritt ist frei.

Kultur-Tipps mailen an:
kultur@bezirks-journal.de

VORTRÄGE & FÜHRUNGEN
Spaziergang über den Friedhof: Im
Rahmen der „Friedrichsfelder Friedhofsspaziergänge“ laden Prof. Dr. Jürgen
Hofmann und Klaus Schäling am 3. Juli
zu den Gräbern bekannter Künstler ein.
„Von Meyerheim bis Womacka. Künstlergräber in Friedrichsfelde“ lautet der
Titel des Spaziergangs, der um 14 Uhr
am Haupteingang des Zentralfriedhofs,
Gudrunstraße 20, 10317 Berlin, beginnt.
Eintritt: 4 Euro pro Person, ermäßigt 2
Euro. Kinder bis 14 Jahre dürfen kostenlos dabei sein.

AUSSTELLUNGEN

Humboldts in Falkenberg: Noch bis zum
27. Juni ist in der Anna-Seghers-Bibliothek, Prerower Platz 2, 13051 Berlin,
die Ausstellung „Falkenberg und Familie
von Humboldt“ zu sehen. Die Mutter der
Gelehrtenbrüder Alexander und Wilhelm
von Humboldt war Gutsherrin in Falkenberg und ist auch dort begraben. Wissenswertes über die Humboldts und das
historische Falkenberg, über das Gut und
den Park, die Dorfkate sowie die Feldmark verspricht diese Ausstellung des
Fördervereins Landschaftspark Nord-Ost
e.V. und der Dorfkate Falkenberg zum
30jährigen Jubiläum Hohenschönhausens. Eintritt frei.

 Bezirks-Journal | Juni/Juli 2014

Fotoausstellungen im Kulturhaus: „Frostige Zeiten“ sowie „Grenzfälle“ lauten
die Namen der beiden Fotoausstellungen, die bis zum 9. Juli im Kulturhaus
Karlshorst, Treskowallee 112, 10318
Berlin, zu sehen sind. Unter dem Titel
„Frostige Zeiten“ sind Porträts, Szenen
und Landschaften aus der Sowjetunion
der 1980er-Jahre zu sehen. „Grenzfälle“
widmet sich dem Alltag und Leben an
der deutsch-deutschen Grenze. Geöffnet
ist Dienstag bis Freitag von 11 bis 19 Uhr
sowie am Sonntag von 14 bis 18 Uhr.

KINDER
Räuberfest und Spielzeitausklang:
Einen räuberischen Spielzeitausklang
feiert das Weite Theater, Parkaue 23,
10367 Berlin, am 6. Juli. Um 14 Uhr
startet ein Räuberfest. Um 16 Uhr steht
die Vorstellung „Die drei Räuber“ nach
Tomi Engerer auf dem Plan. Eintritt: Erwachsene 6,50 Euro, Kinder 4,50 Euro.
Wer als Räuber verkleidet erscheint,
spart 1 Euro. Karten: (030) 9 91 79 27.

GEWINNSPIEL

Harmonie und Farbe: Die Mitglieder
der Malgruppe „Harmonie in Farbe“
zeigen ihre Arbeiten. Anregungen für ihre
Malerei holen sie sich aus der Natur. Sie
treffen sich seit zehn Jahren und arbeiten unter Leitung von Gabriele Wunderlich jeden Montag im Kieztreff Warnitzer
Bogen. Die Ausstellung noch bis zum 27.
Juni 2014 in der Anna-Seghers-Bibliothek, Prerower Platz 2, 13051 Berlin, zu
sehen.
20 Jahre Jugendkunstschule: „JuKsiläum“ lautet das Motto, unter dem die
Jugendkunstschule (JuKs) Lichtenberg
ihr 20-jähriges Bestehen feiert. Vom 30.
Juni an präsentiert die Einrichtung einen
Querschnitt der JuKs-Geschichte in Bildern, Objekten, Kalendern und Plakaten.
Die Ausstellung ist bis zum 31. August
zu sehen. Ort: Anna-Seghers-Bibliothek,
Prerower Platz 2, 13051 Berlin.

Drei grimmige Räuber

„& danke für den Fisch“: Drei Künstler,
ein Thema: Das Museum Kesselhaus,
Herzbergstraße 79, 10365 Berlin, zeigt
bis zum 18. Juli Keramik, Malerei, Fotografie und Grafik der Künstler Sabina
Sternberg, Alfred Schumm und Knut
Bartsch rund ums Thema Fisch, Meeresbewohner und den Meer als Lebensraum. Die Exponate können dienstags
von 14 bis 16 Uhr sowie donnerstags von
14 bis 18 Uhr besichtigt werden. Eintritt:
frei
Objektkunst im Architekturdenkmal:
Gerold Miller hat eigens für das Mies von
der Rohe Haus eine Serie von Wandobjekten mit dem Ausstellungstitel „MIES
VAN DER ROHE“ entwickelt. Diese Objekte setzen sich mit Fragen der Bildlichkeit
im Grenzbereich von Skulptur, Wandfläche und Raum auseinander. Die Ausstellung ist bis zum 14. September im Mies
van der Rohe-Haus, Oberseestraße 60,
13053 Berlin zu sehen. Öffnungszeiten
sind dienstags bis sonntags von 11 bis
17 Uhr. Eintritt: frei

BILD: M. KARL

„Es waren einmal drei grimmige Räuber ...“, die lebten in ihrer Räuberhöhle im
Räuberwald. So beginnt das Stück „Die drei Räuber“, das am 6. Juli um 16 Uhr
in „Das Weite Theater“ aufgeführt wird. Weitere Vorstellungen sind am 7. und 8.
Juli um 10 Uhr geplant (siehe Programmtipp). Das Bezirks-Journal verlost für die
Vorstellung am 6. Juli dreimal zwei Freikarten. Einfach bis zum 4. Juli, 12 Uhr, eine
E-Mail an gewinnspiel@bezirks-journal.de schicken. Die Gewinner werden von uns
per E-Mail benachrichtigt und können ihre Freikarten an der Kasse abholen.

IMPRESSUM
Bezirks-Journal

Redaktion & Internet:
Marcel Gäding (Ltg.),
Steffi Bey, Benedikt Paetzholdt
(freie Mitarbeiter), Thuy Anh Nguyen
(Redaktionspraktikantin)

Herausgeber/ Chefredakteur:
Marcel Gäding (V.i.S.d.P.)

Anzeigen & Werbung:
Falko Hoffmann,
Tel. 030 55 49 96 55
E-Mail: anzeigen@bezirks-journal.de

Unabhängige Monatszeitung für
Lichtenberg und Hohenschönhausen.
Das Bezirks-Journal erscheint einmal im Monat
kostenlos und liegt an 140 Orten in Lichtenberg
zur Mitnahme aus.

Verlag:
Medienbüro Gäding | Marcel Gäding
Verlags-Anschrift:
Josef-Orlopp-Straße 54 | 10365 Berlin
Telefon: 030 55 49 96 56
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Vertrieb & Verteilung:
MBG Vertrieb, Ronny Meschke
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Druck:
BVZ Berliner Zeitungsdruck
Am Wasserwerk 11, 10365 Berlin
Mitglied im Deutschen Journalistenverband.
Auflage: 50.000 Exemplare
Es gilt die Anzeigenpreisliste Nr. 1/2013.
Das nächste Bezirks-Journal erscheint am
17. Juli 2014

Juni/Juli 2014 | Bezirks-Journal

Bezirks-Kultur 17

Kunst im Industriedenkmal

Das Museum Kesselhaus präsentiert nicht nur Geschichte. Mittlerweile ist es auch ein Ort für zeitgenössische
Kunst und Kultur. Noch darf man von einem Geheimtipp sprechen.
Veranstaltungen

Kunstausstellung: In der Zeit vom 22. Juli
bis zum 4. September sind Öl- und Acrylbilder
der Künstler Heidrun Wittkowski und Anahyt
Mkrtchyan zu sehen. Die Finissage ist am 21.
August um 18 Uhr.
Theaterparcours/ Sommerfest: Shakespeares Sommernachtstraum steht auf dem
Programm des Theaterparcours am 28. und
29. August. Am 30. und 31. August findet auf
dem Krankenhausgelände und im benachbarten Landschaftspark das Sommerfest
„Herzberger Lichter“ statt.
Tag des offenen Denkmals: Zum Tag des
offenen Denkmals am 14. September ist das
Museum Kesselhaus von 11 bis 17 Uhr geöffnet. Um 12 und um 15 Uhr gibt es fachkundige Führungen durch das Industriedenkmal.
Adresse und Öffnungszeiten: Museum
Kesselhaus Herzberge, Herzbergstraße 29,
10365 Berli, Haus 29, dienstags von 14 bis
16 Uhr und donnerstags von 14 bis 18 Uhr.
Eintritt: 2 Euro. Gruppenanmeldungen und
Führungen nach Vereinbarung unter Tel. (030)
54 72 24 24.

Heizkessel vom Berliner Hersteller Borsig. Sie sorgten einst für Wärme in der Reichskanzlei. BILDER: M. GÄDING

H

inter der Zufahrt vom Evangelischen Krankenhaus Königin
Elisabeth Herzberge erstreckt
sich ein wunderschönes Gelände. Die
einzelnen, backsteinroten Gebäude
im Stil des Klassizismus verteilen sich
zwischen liebevoll gestalteten Blumenbeeten und gepflegten Rasenflächen.
Wuchtige, alte Bäume machen aus dem
Gelände eine kleine Oase in der Großstadt. Am Ende des Areals steht ein
kleines, unscheinbares Haus. Man übersieht es schnell, das einstige Kesselhaus
hinter dem Müllplatz der Klinik – wäre
da nicht jenes Schild über der Eingangstür. Seit 2003 ist das frühere Heizhaus
des Evangelischen Krankenhauses ein
Museum. Und seit wenigen Jahren auch
Adresse für zeitgenössische Kunst.
Bis 1992 diente das Kesselhaus der
Wärmeversorgung des weitläufigen
Areals. Damals zur Eröffnung im Jahre
1893 wurde in dem Gebäude auch der
Strom erzeugt. Erst mit dem Beitritt
Lichtenbergs zur Stadt Berlin im Jahre
1920 kam auch der Anschluss an das
städtische Energienetz. Wärme jedoch
wurde bis kurz nach der Wende produziert – und das in Kesseln aus drei
Epochen. Einer stammt aus dem Jahr
1892, drei von 1938 und zwei aus den
1960er-Jahren. Schautafeln erläutern die
Funktion der Kessel und sorgen auch
für so manchen Aha-Effekt. So stammen die 1938 gebauten Kessel aus der
Reichskanzlei in Mitte. Normalerweise
wären sie als Reparation in der Sowjetunion gelandet. Weil aber am Standort
des Krankenhauses in Herzberge auch
sowjetische Armeeangehörige behandelt wurden, ließ man die Technik 1945

vom alten Regierungsviertel nach LichNoch heute riecht man das Schmieröl
tenberg transportieren. Bis zu 40 Heizer der Anlagen. Die wuchtigen Kessel stebefeuerten die Kessel mit Kohlen. Nach- hen nach wie vor an ihrem Platz. Patina
schub lagerte auf dem Hof, wo sich heu- hat sich auf die Maschinen in der oberen
te die Müllcontainer befinden. An hei- Etage gelegt. Neben der alten Kesselhalßen Tagen fing das Brennmaterial schon le wurde ein Theater- und Konferenzmal Feuer und musste gelöscht werden. saal hergerichtet. Im Erdgeschoss ist
„Das dadurch entstehende Gas roch wie eine Ausstellungswelt entstanden: Eine
faule Eier“, sagt der langjährige techni- Schau widmet sich dem Schaffen des Arsche Betriebsleiter des Krankenhauses, chitekten Hermann-Blankenstein. Er ist
Joachim Schütz.
nicht nur der Baumeister des EvangeliDer 71-jährige Diplomingenieur ist schen Krankenhauses gewesen, sondern
der Vorsitzende des Fördervereins Mu- auch Architekt vieler öffentlicher Geseums Kesselhaus Herzberge e.V. Die bäude in Berlin. Dazu gesellt sich eine
knapp 30 Mitglieder bewahren die In- Technik- und Architekturausstellung
dustriegeschichte. Angefangen hatte al- mit Bauzeichnungen aus den Jahren
les 1999. Da brannte schon sieben Jahre 1893 bis 1988. Die Dritte im Bunde ist
kein Feuer mehr in den Kesseln. Die die medizinhistorische Ausstellung mit
Spuren des Leerstandes waren nicht zu Instrumenten, Mobiliar und anderen
übersehen. Gemeinsam mit dem Ver- krankenhaustypischen Gegenständen.
ein „Baufachfrau Berlin“ wurden Pläne An zwei Tagen in der Woche ist geöfffür eine Sanierung geschmiedet. Hin- net. Mehr ist nicht drin, denn dem Verzu kamen Anträge für den Einsatz von ein fehlt das Personal. Bis auf den einen
ABM-Kräften
oder anderen
– also langzeitkleinen Sonderarbeitslosen
zuschuss
der
Menschen. Gut
Bezirksverordzwei Millionen
netenversammD-Mark floslung fehlt es
sen in das Geauch an öffentbäude. Nicht
lichen Zuwengezählt wurden
dungen. 7.000
die
ArbeitsEuro Betriebsstunden
der
kosten muss der
ehrenamtlichen
Verein im Jahr
Vereinsmitglieaufbringen, um
der, zu denen
das Museum zu
viele
frühere
bewirtschaften.
KrankenhausUm das Geld
beschäftigte gezu erwirtschafBlick in die Galerie mit ihren Werken.
hören.
ten, werden die

Internet: www.museumkesselhaus.de

Räume für Tagungen, Hochzeiten oder
Familienfeiern vermietet. Trotz seiner
Einzigartigkeit – das Museum Kesselhaus bleibt ein Geheimtipp, und das ist
nicht immer positiv zu sehen. Damit
auch Menschen außerhalb des Bezirks
auf dieses industriegeschichtliche Kleinod aufmerksam werden, kam 2007 die
Idee, zeitgenössische Kunst ins Haus zu
holen: Aquarelle, Skulpturen und Fotos sind seither im Wechsel von vier bis
sechs Wochen zu sehen. „Damals war
ich angenehm überrascht, mit welch
menschlicher Wärme ich hier empfangen wurde“, sagt die Hobbymalerin Tabea Junge. Erst stellte sie im Kesselhaus
aus, später wurde sie Mitglied im Verein. Inzwischen ist sie dessen stellvertretende Vorsitzende und als Kuratorin für
die Kunst im Hause zuständig.
„Dieses Gebäude ist nicht vergleichbar mit anderen Gebäuden“, sagt die
frühere Diakonin. Eng ist die Zusammenarbeit mit dem Kulturring in Berlin,
aber auch mit der Klinik. Einmal im
Jahr stellen Patienten ihre Werke aus,
die im Rahmen von Kunsttherapien entstanden. Ab und an kommen jetzt auch
Musiker wie unlängst Tina Tandler.
Dann ist das Haus voll, die Stimmung
gut.
Längst ist nicht alles ausgeschöpft,
wenn es um pfiffige Ideen geht, sagt
Joachim Schütz. Doch es fehlt an engagierten Ehrenamtlichen. Hinzu kommt,
dass viele Vereinsmitglieder wegen ihres
Alters langfristig auch darüber nachdenken, etwas kürzer zu treten. Eine
Arbeitsgruppe wurde gegründet, um
mittelfristig die Geschicke des Museums
in neue, jüngere Hände zu geben. (gäd.)

18 Bezirks-Sport
SPORT KOMPAKT

BR-Volleys:
US-Spieler
verstärkt Team

Zur Saison 2014/15 verstärken sich die
BR Volleys mit dem US-Nationalspieler
Erik Shoji. Durch die Verpflichtung des
Liberos aus Hawaii wird – nach den
Brüdern Norbert und Eckhard Walter –
bereits zum zweiten Mal in der Vereinsgeschichte ein Brüderpaar im Kader des
Volleyballteams stehen. Zuspieler Kawika Shoji trägt bereits seit drei Jahren
das Trikot des Deutschen Meisters. Der
24-jährige Erik Shoji wechselt von Hypo
Tirol Innsbruck, wo er in der abgelaufenen Saison sowohl die Meisterschaft als
auch den Pokal gewann, in die Hauptstadt. In der Saison 2012/13 war der
jüngere der beiden Shoji-Brüder schon
einmal in der Bundesliga aktiv, damals
für Chemie Volley Mitteldeutschland.
Am Ende dieses Spieljahres belegte Erik
Platz drei in der Rangliste der besten
Annahme-Spieler. „Mit seinen Stärken
in Annahme und Abwehr wird Erik uns
in der kommenden Saison noch flexibler machen“, nennt Kaweh Niroomand
einen der Gründe für die Verpflichtung
des Nationalspielers, der seit 2013 zum
Stammpersonal seines Heimatlandes gehört und zurzeit mit Team USA in der
FIVB World League unterwegs ist. (eb.)

BFC Dynamo:
Meister zieht
positive Bilanz
Der BFC Dynamo zieht ein positives
Saison-Fazit. Der Tabellenerste der Fußball-Oberliga brachte es in der zurückliegenden Spielzeit auf 27 Siege, drei Remis und 84 Punkte. Die Mannschaft um
Trainer Volkan Uluc musste nicht eine
einzige Niederlage an den 30 Spieltagen
einstecken, wie der Verein mitteilte. Wie
berichtet, sicherte sich der BFC Dynamo
in dieser Saison den Meistertitel. (gäd.)

Lichtenberg 47:
Trainer bleiben
an Bord
Die Oberligamannschaft von Lichtenberg 47 wird auch in der kommenden
Saison von Uwe Lehmann trainiert.
Das teilte der Verein mit. Co-Trainer
Marcel Scheck verlängerte seinen Vertrag ebenfalls um zwei Jahre. Erhalten
bleiben zudem die Mannschaftsbetreuer
Klaus Schröder, Torwarttrainer Riccardo Ventura und Physiotherapeutin Anja
Fabian. Darüber hinaus werden Außenspieler Nico Englert und Offensivspieler Felix Polster ihrem Verein die Treue
halten. Sie verlängerten ebenfalls für die
bevorstehende Saison. (gäd.)

 Bezirks-Journal | Juni/Juli 2014

Brutkasten des
Leistungssports

Das Sportforum Hohenschönhausen war erfolgreiche Kaderschmiede der DDR.
Die Spuren sind heute noch zu finden. Teil 1 unserer neuen Serie.

F

von Benedikt Paetzholdt

ür viele Passanten mag das Sportforum schon etwas merkwürdig
wirken. Zerborstene Fenster in
längst ungenutzten Betonbauten und
Bäume, die von rot-weißen AbsperrBanderolen gesichert werden müssen,
zeugen rund um den Bereich der TramHaltestelle Hohenschönhauser Straße/
Weißenseer Weg von Verfall. Nur wenige Meter versprüht dann aber die Große Sporthalle, einst Dynamo-Sporthalle
getauft, noch jede Menge historischen
Pathos. Mit gigantischen Bannern, auf
denen unter anderem der hier ansässige Olympiastützpunkt beworben wird,
steht das Wahrzeichen der Anlage wie
kein zweites für die Verbindung aus Vergangenheit und Gegenwart.
Richtig angefangen hatte hier alles
1954. Das Ministerium für Staatssicherheit hatte festgelegt, dass eine groß angelegte Sport-und Trainingsstätte auf der
Fläche zwischen Konrad-Wolf-Straße,
Weißenseer Weg, Fritz-Lesch-Straße,
Orankeweg und dem Andreas-MarkusFriedhof entstehen soll. 1955 wurde der
erste Spatenstich getan. Zuerst entstand
die besagte Dynamo-Sporthalle. Nach
und nach kamen dann immer mehr
Sport- und Kongressstätten dazu. Und
mit ihnen fanden sich die talentiertesten
Sportler der DDR hier zum Trainieren
ein.
Joachim Ziesche, der es später zur Eishockey-Legende bringen sollte, machte
bereits in den Anfangsjahren Bekanntschaft mit dem Sportforum. Zunächst
genoss er als jugendlicher Leichtathlet
die Vorzüge der Kinder- und Jugendsportschule. „Das hier war immer eine
große Talente-Ansammlung“, sagt er.
Vor allem entwickelte sich das zirka 45
Hektar große Areal aber als Brutkasten
des DDR-Leistungssportsystems. Wobei sich die Dynamo-Sportvereine ganz
besonders hervortaten. Die Vereinigung
der inneren DDR-Sicherheitsorgane galt
als größter Sportverein der Welt. Fast
1.000 Trainer, Lehrer und Pflegekräfte
betreuten etwa 800 Leistungssportler.
Ab 1957 stürmte Ziesche für den SC
Dynamo Berlin, den Vorgänger der Eisbären. Gespielt wurde hier zunächst unter freiem Himmel. Die Überdachung,
welche dem Eisstadion den Namen
Wellblechpalast einbrachte, folgte erst
1960. Die Entwicklung der EishockeyInfrastruktur war ohnehin nur dank der
tatkräftigen Mithilfe der Spieler möglich. „Manchen Entscheidungsträgern
erschien die Arbeit am Eis wichtiger als
das Training“, erinnert sich Ziesche.
Der Leistung hat das offensichtlich
nicht geschadet. Bis zu seinem Karriereende 1970 spielt er die Gegner regelrecht schwindelig, national wie international. Als Trainer war er nicht weniger
erfolgreich. Als einziger DDR-Eishockeyspieler wurde der heute 74-Jährige

Joachim Ziesche im Sportforum. BILD: B. PAETZHOLDT
in die Hall of fame in Toronto aufgeAn diesem Frühsommertag gilt das
nommen.
insbesondere für das Fußballstadion des
Zu internationalen Ehren brachte es BFC Dynamo im Zentrum des Sportfoauch Detlef Kästner, 56. Bei den Olym- rums, wo der surrende Rasenmäher die
pischen Spielen 1980 boxte er sich zur einzige Geräuschkulisse bildet. Dass das
Bronze-Medaille. Bereits mit 14 Jahren ganz anders sein kann, weiß Jörn Lenz,
kam Kästner aus Wurzen nach Berlin, 45, Mitglied des Organisationsteams.
um sich nach oben
In der abgelaufezu kämpfen. „Das
nen Saison, in der
Bezirks-Journal Serie
war nicht immer
die
Mannschaft
leicht, in so jungen
den Aufstieg in die
Jahren von zuhauRegionalliga klarse wegzugehen“,
machte, entwickelweiß er, „aber das
te sich die Arena
Training hat das
immer häufiger zu
Kaderschmiede des
Heimweh vergeseinem
Tollhaus.
sen lassen“. Als
So hatte Lenz die
deutschen Sports
Jugendlicher kam
Stimmung rund um
er damals im Inden Klub auch erternat der Werner-Seelenbinder-Schule lebt, als er 1986 aus Rostock kam. „Fußunter, das heute unter anderem den Ge- ball war ein extrem wichtiger Bestandsundheits-Sportverein Berlin und eine teil auf der Anlage“, sagt er. Schließlich
Karate-Schule beherbergt. Diese Fritz- gewann der Klub zehnmal in Folge den
Lesch-Herberge gehört auch noch heu- Titel in der DDR-Oberliga und spielte
te zu Kästners Alltag. Als Hallenwart deshalb auch auf der europäischen Bühkümmert er sich um die direkt anliegen- ne.
de Lilli-Henoch-Sporthalle, in der jetzt
Von dieser Zeit übriggeblieben sind
die Füchse Berlin trainieren.
die Möbel in der Geschäftsstelle. „Das
Kästner ist froh, noch immer Teil des sieht noch so aus wie damals, als ich
Sportforums zu sein. „Das Zusammen- zum ersten Mal hier reingekommen
leben hier war immer was Besonderes“, bin“, sagt Lenz, während er es sich gesagt er. In dem Gebäudekomplex, der mütlich gemacht hat. Gerade was die
heute unter dem Namen Fecht-, Judo- Trainingsbedingungen angeht, habe sich
und Ballspielhalle läuft, trainierte er aber viel verändert. „Wir haben damals
damals viele Stunden am Tag. Mit Sor- auf Schotterplätzen trainiert, wo sich
ge verfolgt er aber die Entwicklung der nach Regen tiefste Pfützen sammelten.“
jüngeren Vergangenheit. „Es gibt immer Heute passen sich die Nachwuchs-Fußweniger Talente.“ Auch Ziesche glaubt baller in Hohenschönhausen die Kugel
eine deutliche Veränderung zu erken- auf gepflegtem Kunstrasen hin und her.
nen. „Zu meinen Zeiten war immer Es ist der beste Beweis, wie sehr sich das
was los, alle Anlagen waren ausgelastet. Sportforum trotz aller Spuren der VerHeute herrscht hier an manchen Tagen gangenheit an die Moderne angepasst
wahre Friedhofsruhe.“
hat.

SPORTFORUM
BERLIN

Sport 19
Kämpfer mit Hirn

Juni/Juli 2014 | Bezirks-Journal

Griechisches
Restaurant

Stefan Härtel hat sich beim SV Lichtenberg 47
zum Profiboxer entwickelt.

S

tefan Härtel geht voran. Der
26-Jährige schraubt und schleppt,
damit sich die Boxabteilung des
SV Lichtenberg 47 beim Stadionfest in
bestem Licht präsentieren kann. Bevor
ein heftiger Regenschauer die Boxveranstaltung jäh beendet, übernimmt er auch
noch das DJ-Pult und schießt Fotos der
Festlichkeiten. Er sagt: „Das ist für mich
selbstverständlich hier zu helfen, ich
habe diesem Klub alles zu verdanken.“
Hier wurden schließlich die Grundlagen für den jetzt anstehenden Karrieresprung geschaffen.
Ziemlich genau einen Monat ist es
jetzt her, dass Härtel einen Vertrag beim
Sauerland-Boxstall unterschrieben hat.
Der erfolgreichste Boxstall Europas mit
Sitz in Berlin führte bereits Leute wie
Henry Maske oder Sven Ottke zu Weltruhm. Momentan sind Arthur Abraham
und Jürgen Brähmer die bekanntesten
Vertreter hier. Der große Ruhm steht
in Härtels Agenda derzeit aber nicht
ganz oben. Er sagt: „Für mich ist dieser
Schritt zunächst mal wichtig, um ein
bisschen Planungssicherheit zu haben.“
So kann er sein Studium auf Lehramt
für Geschichte und Sport fortsetzen und

Stefan Härtel, Boxer. BILD: B. PAETZHOLDT
parallel an seiner Form feilen. Für den
Spätsommer ist der erste Kampf als Profi angedacht.
Die Aussichten, in diesem schwierigen Metier Fuß zu fassen, sind durchaus
vielversprechend. Viermal wurde der
Blondschopf mit dem spitzbübischen
Lächeln, der lange von seinem Vater
Frank trainiert wurde, bei den Amateuren Deutscher Meister im Mittelgewicht. Bei den Europa- und Weltmeisterschaften im vergangenen Jahr wurde
er Fünfter. Denselben Platz erreichte
er bei den Olympischen Spielen 2012,
als er es hierzulande doch zu gewisser
Prominenz brachte. Jetzt ist die Zeit für
neue Anreize gekommen.
Erwin Kunzelmann, Erster Vorsitzender der Boxabteilung des SV Lichtenberg 47, hat Härtels Weg von klein
auf verfolgt. „Es ist schon was Beson-

deres, dass Deutschlands bester Boxer
aus diesem Verein kommt.“ Für ihn ist
es auch so etwas wie der späte Lohn für
Jahrzehnte aufopferungsvoller Arbeit
im Klub. Der heute 72-Jährige leitet die
Boxsparte seit 1959, als diese ins Leben
gerufen wurde. „Schon zu DDR-Zeiten
hatten wir gute Leute hier“, erinnert er
sich. „Die besten wurden aber zur Sportschule delegiert.“ Dort boxten sie dann
für den TSC Berlin.
Auch heute noch sind die Boxer das
Aushängeschild des Vereins mit Sitz in
der Ruschestraße 90. Neben Härtel sorgen derzeit vor allem die Brüder Thiemke für Furore. Dominik wurde vor zwei
Jahren Vize-Europameister der U17 und
zählt heute zu den besten NachwuchsSchwergewichten in Deutschland. Fabian kämpfte sich vor wenigen Tagen
zum Deutschen Meister der Altersklasse
U15 in der Gewichtsklasse bis 68 Kilogramm.
Dass sich reihenweise Lichtenberger Sportler national und international
durchsetzen, ist bei Weitem keine Selbstverständlichkeit. 60 Mitglieder zählt die
Boxabteilung. Nur rund 20 davon treten
aber regelmäßig bei Kämpfen an. „Passenden Nachwuchs zu finden, wird immer schwerer“, weiß Kunzelmann. „Es
gibt heute so viele Möglichkeiten für die
Jugendlichen, sich abzulenken.“ Für ihn ist
Boxen natürlich die
beste aller Optionen.
„Du kannst voll verausgaben und lernst
dich zu disziplinieren.“
Um erfolgreich zu
sein, braucht es dann
aber doch eine ganze
Menge. „Als Boxer
darfst du natürlich
nicht zu sensibel
sein“, erklärt Kunzelmann. Die eine oder
andere Schramme ist
bei den Lichtenberger Boxern nicht zu
übersehen. Auch sollten die Sportler überdurchschnittlich beweglich sein. Bei den
Kämpfen, die beim Stadionfest vor dem
großen Regen über die Bühne gingen,
konnten sich vor allem die Kämpfer hervortun, die besonders flink waren und
voraussehen konnten, was ihr Gegner
so vorhat. Und nicht zuletzt spielt natürlich auch Kraft eine wichtige Rolle.
Aussichtsreiche Boxer müssen stundenlang im Fitnessraum malochen, um sich
zu stählen. Neu-Profi Härtel sagt: „Am
Ende kommt es auf die richtige Mischung an.“
Für ihn trifft das insbesondere auf das
Leben neben dem Sport zu. Für den SV
Lichtenberg 47 darf er jetzt zwar nicht
mehr starten. Wenn es die Zeit zulässt,
wird er hier aber auch zukünftig vorbeischauen, wenn es etwas zu feiern gibt.
Bodenständigkeit hat sich schon oft als
das wahre Erfolgsrezept erwiesen.

Genießen Sie griechische Gastlichkeit
der Extraklasse!

Jetzt mit neuer großer Sommerterrasse!

Aus unserer aktuellen Mittagskarte
Mo-Fr von 11.30 -14.30 Uhr:
-Hirtensalat
-Gyros mit Zaziki, Reis und Salat
-Gyros überbacken, Reis und Salat
-Suflaki mit Zaziki, Reis und Salat
-2 Schweinesteaks, Reis und Salat
-Rinderleber mit gebratenen Zwiebeln,
Reis und Salat
-Hähnchenbrustfilet, Reis und Salat
-Bifteki mit Zaziki, Reis und Salat
-Calamari mit Knoblauchsauce, Broccoli,
Salzkartoffeln und Salat
-Seezungenfilet mit Knoblauchsauce,
Broccoli, Salzkartoffeln und Salat
-Gyros-Pfännchen mit Brot
-Rinderleber-Pfännchen mit Brot
-Bifteki, Gyros mit Zaziki, Reis und Salat
-Leber, Gyros, Reis und Salat
-Steak, Gyros, Leber, Reis und Salat
-Hirtensalat mit 2 Stück Lammfilet
-Hirtensalat mit Leber
-Schweinefilet mit Kräuterbutter, Reis
und Salat
-Hähnchenbrustfilet, Steak, Reis und Salat
-Lachsfilet - 1 Stück, mit Knoblauchsauce,
Broccoli und Salzkartoffeln
-Lammkotelett, Lammfilet, Lammsteak
mit Zaziki, Reis und Salat
-Schweinesteak-Pfännchen mit Brot
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Änderungen und Druckfehler vorbehalten!

von Benedikt Paetzholdt

Ruschestr. 64-70 10365 Berlin
Telefon 57 79 50 70

20 Bezirks-Navigator

 Bezirks-Journal | Juni/Juli 2014

RUMMELSBURGER BUCHT

Piratenschiff geht vor Anker

Alles, was Lichtenberg in den kommenden vier Wochen bewegt. Kurz.
Bündig. Kompakt.
Senden Sie uns Ihre Infos!
E-Mail: lichtenberg@bezirks-journal.de

POLITIK VOR ORT
23. Juni 2014, 13 bis 16 Uhr: Kostenlose Hartz-IV-Beratung mit dem
Hartzer-Roller im Bürgerbüro von Ole
Kreins (SPD), MdA. Ort: Margaretenstraße 11, 10317 Berlin-Lichtenberg.
25. Juni 2014, 17.30 bis 18.30 Uhr:
offene Bürgersprechstunde mit der
Grünen Fraktion Lichtenberg und Silke
Gebel, MdA. Ort: Ostseeviertel Kiezlüt‘, Raum 2.06, Ribnitzer Straße 1b,
13051 Berlin-Hohenschönhausen.
25. Juni 2014, 18.30 Uhr: Einwohnersprechstunde, Schwerpunkt
Neu-Wartenberg mit Evrim Sommer
(DIE LINKE), MdA. Ort: Klub „Falkenbogen“, Grevesmühlener Straße 20,
13059 Berlin-Hohenschönhausen.
30. Juni 2014, 17 bis 18 Uhr: Bürgersprechstunde mit Harald Wolf (DIE
LINKE), MdA. Ort: Alfred-Kowalke-Straße 14, 10315 Berlin-Friedrichsfelde.

Die Hauptstadtkogge in ihrem neuen Heimathafen. BILD: HAUPTSTADTFLOSS

D

ie Rummelsburger Bucht hat
eine neue Attraktion – ein Piratenschiff. Die gut 50 Tonnen
schwere und 26 Meter lange Kogge soll
ab 1. Juli unter dem Namen „Gode
Wind“ Gäste aus Berlin und Brandenburg anziehen. Derzeit laufen die letzten
Arbeiten an dem Schiff, das in der Marina an der Gustav-Holzmann-Straße in
Rummelsburg vor Anker gegangen ist.
Zuvor war das Schiff aufwendig nach
Berlin transportiert worden, teilte die
Hauptstadtfloß GmbH als neue Eigentümerin mit. Bei der strapaziösen Passage im Bauch eines Cargo-Schiffes musste das historische Schiff unter anderem
seinen 15 Meter hohen Mast einbüßen.
Seit Ende März laufen die Restaurierungsarbeiten an der Hauptstadtkogge.
Der komplette Korpus wurde entkernt,
Balken und andere Holzteile ausge-

tauscht. Entstanden sind ein Gastraum
für 45 Personen, zwei Terrassen für weitere 50 Personen und zwei Toiletten.
Auch der Mast ist wiederhergerstellt.
Derzeit beschäftigen sich Handwerker
mit dem Einbau der Küche, dem Spannen der Segel sowie Netze und der Montage der Lampen.
Das neue Restaurant „Gode Wind“
soll gehobene, regionale Fischküche
bieten und eine neue touristische Attraktion werden. Aufmerksame Fernsehzuschauer kennen das Schiff bereits
aus der ARD-Produktion Störtebecker.
Zuletzt lag es in Litauen vor Anker, von
wo es medienwirksam nach Deutschland transportiert wurde. Der Nachrichtensender N24 hat das Geschehen
festgehalten und plant vermutlich zum
Spätsommer hin die Ausstrahlung seiner
Reportage. (gäd.)

1. Juli, 19 Uhr: Dienstagsgespräch
der AfD Lichtenberg. Thema: „Familienpolitische Leitlinien der AfD“.
Anmeldung: transfor@web.de

NATURSCHUTZSTATION MALCHOW

2. Juli 2014, 17 bis 18 Uhr: Bürgersprechstunde mit Karin Halsch (SPD),
MdA. Ort: Bürgerbüro am Berl 13,
13051 Berlin-Hohenschönhausen.

och vor den Sommerferien können sich Naturfreunde am 20.
Storchenfest erfreuen. Auf dem
Gelände der Naturschutzstation Malchow gibt es am Sonnabend, 5. Juli, (13
bis 19 Uhr) und am Sonntag, 6. Juli, (11
bis 18 Uhr) einiges zu entdecken.
Zahlreiche Marktstände bieten an der
Dorfstraße 35 Bio- und Naturprodukte an. In der fahrbaren Bäckerei backt
Märkisches Landbrot ofenfrische Brote. Mit Bäcker Hansi Schmock dürfen
Kinder selbst an den Teig. Währenddessen können Eltern an Führungen zu
den Kräuterbeeten oder zu den Bienen
teilnehmen. Wer seinen Horizont über

4. Juli 2014, 16 bis 17:30 Uhr: Bürgersprechstunde mit dem Bezirksverordneten Kevin Hönicke (SPD). Ort:
Bürgerbüro Ole Kreins, Margaretenstraße 11. 10317 Berlin-Lichtenberg.
16. Juli 2014, 18 bis 19 Uhr: Bürgersprechstunde mit Birgit Monteiro
(SPD), MdA. Ort: Bürgerbüro, Rathausstraße 7, 10367 Berlin-Lichtenberg.

Fest rund um die Störche

N

Störche erweitern will, der erfreut sich
an den Vorträgen. Für Musik sorgt die
Jazzin‘ Kids Revival Band am Sonntag
von 11 bis 13 Uhr. Getanzt wird mit Evi
Richters Tanzcompany Step by Step.
Eine Tombola beendet beide Tage. Nur
zu der Jazz-Veranstaltung und für die
Ausstellung in der Naturscheune wird
für Besucher (über 15 J.) Eintrittsgeld (4
Euro/ 1 Euro) erhoben. Ehrengäste des
Festes sind zwei junge Störche, die auf
dem Mast im Erlebnisgarten das bunte
Treiben mitverfolgen. (tan.)

 Informationen:
www.naturschutz-malchow.de

TICKER +++ TICKER +++
OFFENES TIERHEIM. Am 22. Juni
lädt das Tierheim Berlin, Hausvaterweg
39, 13057 Berlin, von 11 bis 16 Uhr
zum Tag der offenen Tür ein. Geboten
wird ein vielfältiges Unterhaltungsund Bühnenprogramm. Für kleine
Tierfreunde gibt es unter anderem
eine Hüpfburg, ein Wasserbecken mit
Lauf-Bällen, Kinderschminken und
Spaß mit Clown Herzchen sowie viele
Mitmachaktionen. Bei einer Pause auf
der Kuschelwiese können die Kinder
dann dem Kinder-Hörspielmusical
„Minas Abenteuer“ lauschen. Besucher
sind eingeladen, sich gegen eine Spende
mit bunten Handabdrücken oder einer
Unterschrift auf einem Buddy Bären zu
verewigen. „Im Mittelpunkt stehen die
derzeit 1.500 Tierheimschützlinge, von
denen hoffentlich der eine oder andere
in gute Hände vermittelt werden kann“,
erklärt das Tierheim. Die Tiervermittlung ist wie gewohnt geöffnet, die
Mitarbeiter in den Tierhäusern helfen
gerne bei der Suche nach einem Hausgenossen weiter.
RUNDER TISCH KULTUR: „Was
braucht Hohenschönhausen an Kultur?“ ist die Frage eines Runden Tisches
Kultur am 10. Juli um 19 Uhr. Auf
Einladung des Bürgervereins Hohenschönhausen e.V. soll im Kieztreff
Falkenbogen, Grevesmühlener Straße
20, 13059 Berlin, darüber gesprochen
werden, wie die Kultureinrichtungen
von Hohenschönhausens im neuen
Kulturentwicklungsplan des Bezirks­
amtes berücksichtigt werden können.
Ziel soll es sein, rechtzeitig die Stimme
zu erheben, um die Kultur­standorte zu
erhalten, erklärt der Verein.
SENIORENVERTRETUNG LÄDT
ZU KIEZSPAZIERGANG: Die nächste öffentliche Sitzung der Seniorenvertretung findet am 3. Juli in Form eines
Kiezrundgangs in Hohenschönhausen
statt. Treffpunkt ist um 9.30 Uhr am
Mühlengrund (Tram 5,17 Haltestelle
Rüdikenstraße). Die Dauer des Rundgangs beträgt etwa drei Stunden.
STRASSE WIRD SANIERT: Die
Köpenicker Chaussee wird saniert. Die
Arbeiten dauern bis zum 23. Juni an
und erstrecken sich über den Abschnitt
stadteinwärts zwischen Blockdammweg und Heizkraftwerk Klingenberg.
Auf einer Länge von 500 Metern wird
die Fahrbahndecke abgefräst und neu
asphaltiert. Die Kosten der Sanierungsmaßnahme belaufen sich auf etwa
120.000 Euro. Baustadtrat Wilfried
Nünthel (CDU) sagt, dass während der
relativ kurzen Bauphase Einschränkungen für Autofahrer zu erwarten sind.
        
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