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Periodical volume

Full text: Lichtenberger Bezirks-Journal Issue 1.2014,3

In Friedrichsfelde lebt
die DDR auf. SEITE 3

In Karlshorst traben die
Pferde weiter. SEITE 6

In Hohenschönhausen
entsteht ein Musical. SEITE 15

Lichtenberger

Bezirks-Journal
Kostenlose Monatszeitung | www.bezirks-journal.de | www.facebook.de/bezirksjournalberlin | www.twitter.com/bezirks_journal | 1. Jg. / März 2014

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Frühlingsgrüße

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30 Millionen Euro:
Lichtenberg profitiert
von Europa
EU fördert mehr als 200 Projekte/
Unternehmen pflegen EU-weite Kontakte.

L

Es blüht zurzeit überall, auch beim Grünen Holländer. Im Blumen- und
Pflanzencentrum nahe der Rhinstraße unweit der Mercedes-Niederlassung
herrscht aktuell Hochbetrieb. Weil der Frühling deutlich früher da ist, können
es Hobby- und Stadtgärtner kaum noch erwarten, Balkon, Terrasse oder
Garten zu bepflanzen. An die 5.000 verschiedene Produkte hat der Grüne
Holländer auf Lager, und das immer frisch. Mehr auf Seite 3. BILD: M. GÄDING

ichtenberg profitiert in zunehmendem Maße von der Europäischen Union: In den vergangenen
zehn Jahren flossen gut 30 Millionen
Euro in Projekte. Das geht aus Zahlen
des Bezirksamts hervor, die dem BezirksJournal vorliegen. Das Geld floss in kleine, lokale Kiezprojekte. Von den Fördermitteln haben aber auch Parkanlagen,
Schulen und Kitas sowie die Wirtschaft
profitiert. „Ob die Heinrich-DathePromenade in Friedrichsfelde oder der
Quartierspark Neubrandenburger Straße in Wartenberg: Europa hat im Bezirk
sichtbare Spuren hinterlassen“, lautet die
Bilanz von Bezirksbürgermeister Andreas Geisel (SPD).
Zehn Wochen vor den Wahlen zum
Europäischen Parlament zeigen die Zahlen, welche enge Verbindung der Bezirk
zu Europa hat. Darüber hinaus profitieren auch die Lichtenberger von einer einheitlichen Währung und können ohne
Grenzkontrollen zum Urlaub nach Polen, Dänemark oder Italien fahren. „Wir
alle leben Europa täglich“, sagt Geisel.
Nicht zuletzt habe auch die Wirtschaft
von der europäischen Freizügigkeit Vor-

teile. Viele Lichtenberger Unternehmen
exportieren ihre Produkte innerhalb der
EU. Dadurch entstehen neue Arbeitsplätze. Doch nicht jeder brennt auf den
inzwischen auf 28 Mitgliedsländer gewachsenen Staatenbund. 2009 gingen
zur Wahl des Europäischen Parlaments
gerade einmal 35 Prozent der Berliner,
also nur jeder Dritter.
Die Wahl zum Europäischen Parlament am 25. Mai gilt als etwas Besonderes: Erstmals können die 400 Millionen
Europäer über ihr Votum Einfluss auf
die Wahl des neuen Präsidenten der Europäischen Kommission nehmen. Die
Deutschen werden in dem 751 Mitglieder umfassenden Parlament die meisten
Plätze einnehmen: 96 Abgeordnete kommen aus der Bundesrepublik. In Berlin
bewerben sich Sylvia-Yvonne Kaufmann
(SPD), Joachim Zeller (CDU), Martina
Michels (DIE LINKE), Michael Cramer
(Grüne) und Alexandra Thein (FDP) um
Mandate. Die Sozialdemokratin Kaufmann hat zu Lichtenberg einen besonderen Bezug. Sie wohnt in Alt-Hohenschönhausen.

Lesen Sie weiter auf Seite 9

2 Bezirks-Leben
von Jeannine Kostow

W

enn man die Wohnungstür
in der ersten Etage der Einbecker Straße 102 in Friedrichsfelde aufschließt, öffnet sich ein
Tor zu einer anderen Welt. Mit einem
Schlag befindet sich der Besucher in der
Vergangenheit – genauer gesagt in den
1950er-Jahren. Anschauen und anfassen ist in dieser Nostalgiewohnung der
Wohnungsbaugenossenschaft Vorwärts
eG ausdrücklich erwünscht. Sie hat diese anlässlich ihres 60-jährigen Bestehens
im Stil vergangener Tage eingerichtet.
Im Flur liegt ein Teppichläufer aus der
guten alten Zeit in auch heute wieder angesagten Rottönen und mit Rankenmuster. Eine schlichte Kommode mit liebevoll arrangierten Dekorationsartikeln
steht unter einer Holz-Garderobe, an der
ein einsamer Kleiderbügel, ein alter Teppichklopfer sowie ein Gehstock hängen.
Die helle Küche geht direkt vom Flur ab
und lässt das Hausfrauenherz zumindest
aus einem romantischen Blickwinkel
höher schlagen. Bei den rot-geblümten



Der Charme der DDR
In Friedrichsfelde erinnert eine
Wohnungsgenossenschaft an das Wohnen
der 1950er-Jahre.

„Wir wollen zeigen,
wie man damals
gewohnt hat.“

Galt damals noch als Luxus: Ein
eigenes Fernseh-Empfangsgerät.

Mathias Nordmann, Wohnungsgenossenschaft „Vorwärts“ eG

Vorhängen, der mintgrünen Anrichte und einer Kochstelle wie aus Omas
Zeiten werden garantiert Erinnerungen
wach. Wenn der Besucher weiter ins
Schlafzimmer geht, entdeckt er neben
dem massiven dunkelbraunen Doppelbett und dem robusten Kleiderschrank
allerhand bekannte Einrichtungsgegenstände aus der Vergangenheit des mittleren 20. Jahrhunderts. So kann man am
Schminktisch mit dem großen Spiegel
noch einmal schnell die Frisur und das
Make-up überprüfen. Die Puderquasten sowie die Lederboxen für sämtliche
Utensilien sind allerdings nur Requisite
und nicht für ein schnelles Auffrischen
des Teints geeignet. Mit Sicherheit der
Hingucker im Schlafzimmer ist der ty-

Wie zu DDR-Zeiten: ATA fehlte in
keiner Küche. BILDER: F. HOFFMANN

Bezirks-Journal | März 2014

pisch ockergelbe Kachelofen, den viele
Berliner noch aus ihrer Kindheit kennen. Wohlige Wärme strömte von diesen „Ungetümen“ durch die ganze Wohnung. Dieses Exemplar ist allerdings
nicht mehr in Betrieb. Sein Pendant steht
im Nebenraum, dem Wohnzimmer.
Dort bildet ein opulentes Polstersofa
mit passendem Sessel und dem für diese Stilepoche typischen Nierentischchen
den Mittelpunkt des Raumes. Ein ausladender Tisch präsentiert sich vor einem
wuchtigen Buffetschrank als Herzstück
der Essecke.
„Dieses Jubiläum zum Anlass genommen, wollten wir mit unseren Mitgliedern eine kleine Zeitreise in das
Jahrzehnt der Gründung unserer Genossenschaft antreten und zeigen, wie man
damals, in den 50er-Jahren, gewohnt
hat“, sagt Mathias Nordmann, verantwortlich für die Presse- und Öffentlichkeitsarbeit bei der Wohnungsgenossenschaft Vorwärts. Herausgekommen sind
drei liebevoll eingerichtete Zimmer mit
Möbeln, die laut Nordmann vorwiegend
„von unseren Mitgliedern spendiert wurden“ beziehungsweise bei denen es sich
„um Leihgaben aus Museen“ handelt.
Noch bis zum November dieses Jahres
kann die Nostalgiewohnung an jedem
Dienstag von 10 bis 12 Uhr und Donnerstag von 14 bis 16 Uhr, ausgenommen Feiertage, besichtigt werden. „Jede
Woche besuchen etwa zwanzig interessierte Personen die Nostalgiewohnung
zu den genannten Öffnungszeiten“,
weiß Mathias Nordmann von Vorwärts
zu berichten. Nach dem Aktionszeitraum werden die Räumlichkeiten „wieder dem Wohnungsmarkt zur Verfügung
gestellt“.
Dafür sind aber noch einige Arbeiten
notwendig. Immerhin befindet sich die
Wohnung noch einem Zustand, der in
ihrem Baujahr 1960 Standard war. Nach
Angaben der Wohnungsgenossenschaft
müssen das Badezimmer und die Küche modernisiert, Fußböden und Elek­
trik erneuert sowie die alten Kachelöfen
entfernt werden. Bis dahin haben alle
Lichtenberger noch einmal die Chance,
sich in Friedrichsfelde auf eine außergewöhnliche Zeitreise in die 1950er-Jahre
zu begeben.
Informationen im Internet:
 Mehr
www.wg-vorwaerts.de

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Grüner Holländer: Pflanzsaison hat bereits begonnen
Täglich treffen neue Pflanzen für Balkon und Garten ein

D

er Frühling ist dieses Jahr zu früh
– drei Wochen, um es genau zu
nehmen. Wer jetzt seinen Balkon, die
Terrasse oder den Garten bepflanzen
möchte, muss aber nicht warten. Beim
Grünen Holländer sind jetzt schon die
Regale und Ausstellungsflächen prall
gefüllt: Herrlich duftende Frühblüher
wie Primeln, Vergissmeinnicht oder
Narzissen soweit das Auge sieht, eine
Pflanze schöner als die andere. Das
Garten- und Pflanzencenter direkt neben der Mercedes-Niederlassung an
der Rhinstraße ist also bereits bestens
auf den viel zu frühen Frühling vorbereitet. Alles gibt es zu attraktiven Aktionspreisen.
Stiefmütterchen für den Balkon
Stiefmütterchen und Primeln lassen
sich jetzt schon gut im Balkonkasten
oder dem Blumenbeet auspflanzen.
Der eine oder andere Frost kann den
Pflanzen nichts anhaben. Ins Geschäft
schaffen es nur Blumen, die auch widerstandsfähig sind. Denn Qualität und
ein ausgezeichnetes Preis-Leistungsverhältnis sind Standard in den drei
Garten- und Pflanzencentern von Grüner Holländer. Derzeit sind Frühblüher
stark nachfragt. Groß ist aber auch das
Angebot an Heckenpflanzen, Obstbäumen, Ziersträuchern und Bäumen. Alles zu Top-Preisen in einer Top-Qualität.
Lichtenberger, Hohenschönhausener
und Marzahner haben an der Meeraner

Straße 6 seit dem vergangenen Frühjahr eine feste Anlaufstelle. Dort hat
Herr Tilma, der Grüne Holländer, auf
dem Gelände eines früheren Baumarktes ein Pflanzen- und Blumenparadies
eröffnet. Während andere Anbieter nur
einige wenige Sorten jeder Gattung
vorrätig haben, zählt hier die Auswahl.
„Andere haben fünf Sorten stehende
Geranien, wir 35“, sagt der Chef. „Allein an Tulpenzwiebeln können wir im
Herbst mit 200 verschiedenen Sorten
aufwarten, bei den Narzissen sind es
100.“ Damit verfügt sein Blumen- und

Pflanzencenter über die größte Produktvielfalt in der Region. Außerdem
gibt es den ganzen Tag frische Ware.
Mehrmals in der Woche bringen Lastkraftwagen Nachschub aus den traditionellen Gärtnereien in Holland und
Deutschland. „Damit dürfen sich die
Kunden zu jeder Tageszeit auf ein frisches, umfangreiches Blumen- und
Pflanzensortiment freuen.“
Wer noch auf der Suche nach einer
passenden Idee für Balkon und Garten
ist, kann sich von den Gartenexperten
bei Grüner Holländer kostenlos beraten

und inspirieren lassen. Geöffnet ist an
sieben Tagen in der Woche: Mo-Fr 9 bis
19 Uhr, Sa 9 bis 18 Uhr und So 10 bis 15
Uhr. Ab 300 Euro Warenwert wird kostenlos geliefert. Es gibt viele Parkplätze
direkt vor der Tür.
Wegen einer Baustelle an der Rhinstraße ist die Zufahrt verkehrsbedingt
jedoch auch über die Allee der Kosmonauten zu empfehlen.
Viele weitere Informationen:
www.gruenerhollaender.de

4 Bezirks-Leben
von Marcel Gäding

N

och herrscht im Tierheim Berlin in Falkenberg die Ruhe vor
dem Sturm. In den Katzenhäusern, der Katzenkrankenstation und
dem Freigehege für Katzen ist gerade
etwas Platz. Doch in wenigen Tagen
wird es damit vorbei sein. Dann steigt
die Zahl der Samtpfoten wieder sprunghaft. Neben den Katzen, die von ihren
Besitzern abgegeben werden, nimmt der
Tierschutzverein für Berlin auch Tiere
auf, die in der Stadt aufgelesen wurden.
Von den im vergangenen Jahr versorgten
1.583 Katzen im Tierheim am Hausvaterweg kamen 219 von der Straße. Vom
Tierschutzverein für Berlin heißt es, dass
diese Katzen nicht mehr an ihren Fundort zurückgebracht werden können. Da
viele dieser Tiere durch das Leben auf
der Straße sehr scheu sind, ist eine Vermittlung in private Haushalte schwierig
bis unmöglich. Daher ist der Aufwand
groß, der vom Tierschutzverein betrieben wird: Sogenannte ehrenamtliche
Streichelpaten widmen sich den einst
freilebenden Straßenkatzen. Ein Prozedere, das lange Zeit in Anspruch nimmt.
Berlin hat nach wie vor ein Katzenproblem. In Bezirken wie Lichtenberg
trennen sich Katzenbesitzer ohne Skrupel von den Tieren und setzen sie aus.
Auf der Straße vermehren sich die meist
unkastrierten Samtpfoten. Hinzu kommt
der Nachwuchs von zeugungsfreudigen
„Freigängerkatzen“: Das sind Samtpfoten, die hinaus in den Garten oder vor
die Tür dürfen. Gemeinsam mit Nachbars Katze sorgen sie von ihren Besitzern
unbemerkt für Nachwuchs. Während
der liebestolle Kater abends heimkehrt,
bringt die Kätzin wenige Wochen später
vier bis acht Junge zur Welt.
Auf der Straße führen die Katzen
einen harten Überlebenskampf, sind
auf der Suche nach Futter. Gerade im
Winter, bei Schnee und Kälte, erkranken viele der Tiere. Nicht alle Katzen
können im Tierheim in Falkenberg ein
vorübergehendes Zuhause bekommen.
Sie verbleiben im Kiez und werden dort
von Tierfreunden gefüttert. 245 Orte hat
der Tierschutzverein berlinweit registriert, an denen 147 ehrenamtliche Helfer regelmäßig Futter an 2.000 Katzen
austeilen. Gleichzeitig behalten sie den
Bestand der auf mehrere 10.000 Straßenkatzen geschätzten Population im Auge.
Die Kosten für Futter, Kastration und



Der unendliche
Katzenjammer

In Lichtenberg leben Hunderte Katzen auf der Straße.
Sie wurden von ihren früheren Besitzern ausgesetzt.
Der Tierschutzverein will ihre Vermehrung stoppen.

Harald Wolf, MdA, DIE LINKE: 17. März, 17 Uhr,
Bürgersprechstunde, Bodo-Uhse-Bibliothek,
Erich-Kurz-Straße 9, 10319 Berlin
Danny Freymark, MdA, CDU: 24. März, 17.30
Uhr: Bürgersprechstunde, Umweltbüro Lichtenberg, Passower Straße 35, 13057 Berlin.
Karin Halsch, MdA, SPD: 19. März, 17 Uhr: Bürgersprechstunde, Am Berl 13, 13051 Berlin
Birgit Monteiro, MdA, SPD: 19. März, 18 Uhr,

tierärztliche Versorgung trägt allein der
Tierschutzverein. Das Land Berlin hält
sich aus dem Thema heraus. Ein Katzenjammer. Seit Jahren.

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Einst freilebende Katzen haben im
TIerheim Berline in vorübergehendes
Zuhause gefunden.

Wolfgang Apel, der Präsident des
Tierschutzvereins für Berlin, ärgert
sich seit Jahren darüber, dass die Behörden und der Senat wegschauen. Er
fordert gemeinsam mit dem Deutschen
Tierschutzbund eine sogenannte Katzenschutzverordnung. Sie soll Besitzer
von Freigängerkatzen verpflichten, ihre
Tiere auf eigene Kosten kastrieren zu
lassen. Immerhin gibt es eine solche
Verordnung bereits in 238 deutschen
Kommunen, darunter auch in Bremen.
„In vielen Städten und Gemeinden ist
die Kastrationsverordnung ein Erfolgsmodell, die politisch Verantwortlichen
in Berlin müssen endlich tätig werden“,
sagt Apel.
Die ersten von der Straße eingesammelten Katzenbabys wurden bereits in
die Obhut des Berliner Tierheims aufgenommen. Bis zum Sommer wird die
Zahl der vom Tierschutzverein betreuten
Katzen auf 800 steigen.

HELFEN UND SPENDEN
Finanzielle Hilfe: Der Tierschutzverein für
Berlin ist auf Spenden angewiesen, um freilebende Katzen mit Futter zu versorgen und
die Kosten für die Kastrationen aufzubringen.
Spendenkonto: IBAN: DE68 1002 0500 0001
0379 00; BIC: BFSWDE33BER

Herrenlose Katzen, die in Berliner Parks
oder auf Hinterhöfen leben, verwildern
schnell. BILDER: TVB/ BEATE KAMINSKI

BÜRGERSPRECHSTUNDEN UND TERMINE
Dr. Gesine Lötzsch, MdB, DIE LINKE: 25. März,
17 Uhr: Bürgersprechstunde mit Jugend- und
Gesundheitsstadträtin Sandra Obermeyer. Ort:
Ahrenshooper Straße 5, 13051 Berlin.

Bezirks-Journal | März 2014

Bürgersprechstunde, Rathausstraße 7, 10367
Berlin
Ole Kreins, MdA, SPD: 24. März, 13 bis 16 Uhr,
kostenlose Hartz-IV-Beratung mit dem „Hartzer
Roller“, Bürgerbüro Margaretenstraße 11, 10317
Berlin.
Darüber hinaus bieten Bezirksbürgermeister
Andreas Geisel und die Bezirksstadträtinnen und
-stadträte Bürgersprechstunden an. Die Termine
können unter Tel. (030) 90296-0 erfragt werden.
Weitere Termine:
www.die-linke-lichtenberg.de, www.spd-lichtenberg.de, www.cdu-lichtenberg.de, www.gruenelichtenberg.de, www.piraten-lichtenberg.de

Persönliche Hilfe: Gesucht werden Menschen, die freilebende Katzen versorgen. Sie
sollten belastbar, flexibel und mobil sein. Interessenten können sich an den Tierschutzverein
unter Tel. (030) 76 88 81 35 wenden.
Weitere Informationen im Internet:
www.tierschutz-berlin.de

Barrierefreiheit in Lichtenberg
Verbesserungsvorschläge erwünscht

A

nlässlich der 1. Lichtenberger
Inklusionswoche hat der Mobilitätsrat das Thema „Barrierefreiheit in Lichtenberg“ auf die
Tagesordnung seiner nächsten Sitzung
gesetzt. Am 19. März stellen um 18 Uhr
im Ratssaal des Rathauses, Möllendorffstraße 6, Matthias Schröder von der
BVG und Heiko Puls von der Deutschen
Bahn/S-Bahn Berlin ihre zukünftigen
Planungen und Projekte vor.
Zudem geben die beiden einen Überblick über die bisherige Entwicklung
der Barrierefreiheit im Bezirk. Anschließend findet eine öffentliche Diskussion

zum Thema statt, an der sich alle interessierten Bürger und Vertreter von Fachverbänden, Initiativen, Politik sowie
Verwaltung beteiligen können. Bereits
im Vorfeld können bis 16. März Anliegen und Verbesserungsvorschläge im
Zusammenhang mit Barrierefreiheit, die
in die Zuständigkeit von BVG und Deutsche Bahn fallen, an umwelt@firmaris.
de gesendet oder unter Telefon 030 81 85
90 98 mitgeteilt werden.
Natürlich besteht aber auch am Veranstaltungsabend die Möglichkeit, eigene
Anliegen während der Sitzung vorzubringen. (jk.)

Bezirks-Journal | März 2014

Bezirks-Leben 5

Karlshorst wird
zur Jazz-Metropole
Beim „Monat des Jazz“ gibt es
ordentlich was auf die Ohren.

W

er in nächster Zeit am Kulturhaus Karlshorst in der Treskowallee 112 vorbeischlendert, wird vielleicht seinen Ohren nicht
trauen wollen. Doch die Swingbeats und
Dixiesounds kommen wirklich aus dem
Gebäude gegenüber des S-Bahnhofs
Karlshorst. Bis zum 12. April steht hier
nämlich alles im Zeichen des Monats
des Jazz, der am Sonnabend, 15. März,
um 18 Uhr mit der Fotoausstellung
„JazzMoments“ in der Galerie des Kulturhauses eröffnet wird.
Die Exposition vereint auf Bildern eingefangene Momente der Jazzmusik mit
Arbeiten von Volkhard Kühl, Gerhard
Metzschker und Heinz Georg Schubel,
drei Mitglieder des Jazz Treff Karlshorst
e.V. Dieser sorgt ebenfalls am 15. März
mit dem Konzert „Black Heritage“ um
20 Uhr im großen Saal für den musikalischen Auftakt der Veranstaltungsreihe. Es ist das erste von insgesamt fünf
Konzerten, die im Rahmen des Monats
des Jazz stattfinden. An diesem Abend
präsentieren die aus Madagaskar stammende Sängerin MFA KERA, Gitarrist
Mike Russel und Keyboarder Reinhard
Katemann die gesamte Bandbreite des
Jazz – mit afrikanischen und kubanischen Rhythmen zu einem schwungvollen Sound vermischt.
Im Wochentakt geht es dann jeden
Sonnabend mit einem Konzert des Jazz
Treff Karlshorst weiter. Am 22. März
um 20 Uhr spielen FAVO um den belgischen Sänger Sander de Winne und
seine Bandkollegen Volker Schlott und
Falk Breitkreuz im Saal des Kulturhauses auf. Mit einer Mischung aus Jazz
und Folklore bilden sie „die kleinste,
aber voll funktionsfähige Groove-Einheit Berlins“ und entführen den Zuhörer
auf eine musikalische Reise. Ganz im
Zeichen des American Jazz steht das

Sarah Elgeti. BILD: SARAH ELGETI QUINTET.

dritte Konzert am 29. März um 20 Uhr,
wenn Schlagzeuger Torsten Zwingenberger (BERLIN 21) die Gäste mit quirligen Eigenkompositionen begeistert.
Zusammen mit Gitarrist Patrick Farrant
sowie Lionel Haas am Piano und Martin
Lillich am Bass lässt er Elemente aus Bebop und Hardbop, aus Soul, Latin und
Afro-Jazz zu einem aufregenden Klangerlebnis verschmelzen.
Nicht nur etwas auf die Ohren gibt
es beim Videoabend über den „King of
Jazz“ Louis Armstrong am Mittwoch,
2. April, um 19.30 Uhr. Dann nämlich
lädt Moderator Karlheinz Drechsel zu
einer visuellen Zeitreise in die Goldenen
Zwanziger Jahre der Musikgeschichte
ein. Drei Tage später, am 5. April, geben
sich die zwei Youngsters Stanley Schätzke und Jonathan Gradmann sowie die
beiden routinierten Berliner Jazzer Stefan Schätzke und Bernd Gesell im Konzertsaal des Kulturhauses Karlshorst die
Ehre. Ab 20 Uhr heißt es dann „Quadro
Jazz Only“. Mit dem Konzert des „Sarah Elgeti Quintet“ am Sonnabend, 12.
April, um 20 Uhr findet der Monat des
Jazz ein fulminantes Finale. Die Presse
feiert die Saxophonistin als „neuestes
Wunder Dänemarks, das die internationale Jazzbühne betreten hat“ und ist verzückt von ihrer „unbeschwert entspannt
groovenden Musik“. Gemeinsam mit
ihr sorgen Marianne Markmann-Eriksen, Soren Bebe, Kristor Brodsgaard und
Andreas Fryland für eine eindrucksvolle
stilistische Bandbreite. Das hervorragende Quintett setzt Elgetis Musik gekonnt
in Szene und zaubert wunderbare musikalische Bilder auf die Bühne.
Kartenbestellungen unter der Telefonnummer (030) 5 67 68 92. (jk.)
Informationen im Internet:
 Mehr
www.jazztreff.de

6 Bezirks-Geschichte



Bezirks-Journal | März 2014

Höhen und Tiefen an der Treskowallee

Seit 160 Jahren hat der Pferdesport in Karlshorst seine Heimat – die Geschichte ist wechselvoll. Bis heute.
lichkeiten. Seit vergangenem Jahr gibt
es eine Anbindung der Trabrennbahn an
das Reitnetz der benachbarten Wuhlheide. Aktuell führen die Bezirke Lichtenberg und Treptow-Köpenick Gespräche
darüber, die Trabrennbahn in Richtung
Wuhlheide ganz zu öffnen. Denn nebenan, wo bis 1994 die Russen Kasernen hatten, ist inzwischen ein stark frequentierter Volkspark entstanden. Dann
könnte auch der Biergarten wieder in
Betrieb gehen, der derzeit hinter der Tribüne sein Dasein fristet. „Unser Ziel ist
ein multifunktionaler Pferdestandort“,
sagt Thomas Hartl. Schon heute nutzen

von Marcel Gäding

A

n einem der ersten warmen
Frühlingstage drehen drei Sulky-Gespanne ihre Runde. In
schnellem Tempo umrunden sie das
Oval, vorbei an der großen Tribüne,
dem alten Zielrichterturm und der alten Waage, die noch aus der Kaiserzeit
stammt. Es ist wie immer in diesen Tagen auf der Trabrennbahn Karlshorst.
Während draußen die Pferde trainiert
werden, sitzt Thomas Hartl vom Verein Pferdesportpark an seinem Schreibtisch und blickt auf die viel befahrene
Treskowallee. Hier spricht er über die
Pläne, die sein Verein für das Areal an
der Wuhlheide hat und hier blickt er in
die Zukunft der Trabrennbahn. „Ich bin
optimistisch, dass wir es schaffen, die
Anlage in den kommenden 20 Jahren zu
erhalten.“
Hartls Worte wirken voller Zuversicht. Zehn Jahre zuvor stand die Zukunft der Trabrennbahn unter keinem
guten Stern. Hätte der Verein Pferdesportpark Karlshorst nicht das Geld
aufgebracht, um wenigstens einen Teil
der Trabrennbahn von der Treuhand zu
kaufen, stünden auf dem Gelände womöglich längst Wohnhäuser. „Damals
wurde das einst 80 Hektar große Areal
geteilt“, sagt Hartl. Wo sich früher Stallungen befanden, wuchs das neue Viertel „Carlsgarten“. Die verbliebenen 37
Hektar erwarb der Verein. Er rettete damit ein Stück Pferdesportgeschichte. Seit
1854 gibt es Pferdesport in Karlshorst,
1894 fanden an der Treskowallee die
ersten Hindernisrennen statt. An guten
Tagen strömten Zehntausende aus dem
gesamten Stadtgebiet nach Karlshorst.
Im feinsten Zwirn verfolgten die von der
Tribüne aus die spannenden Rennen –
nicht zuletzt wegen der Wetten. Auch
nach dem Zweiten Weltkrieg schrieb die
Trabrennbahn in Karlshorst Geschichte,
denn sie war die einzige Anlage dieser
Art in der DDR. 99 Renntage fanden

An Wochentagen dient die Trabrennbahn dem Trainingsbetrieb. BILD: M. GÄDING
im Jahr statt. „Karlshorst war die einzige Chance für DDR-Bürger, auf Pferde
zu wetten“, sagt Thomas Hartl. Nach
der Wende folgte der Zusammenschluss
mit der Trabrennbahn Mariendorf im
Westteil der Stadt. Nachdem beide Einrichtungen viele Jahre getrennte Wege
gingen, gibt es jetzt wieder so etwas wie
Annäherung.
Denn die Zeiten im Trabrennsport
sind hart. Heute freut man sich, wenn
es noch 28 Renntage in Karlshorst gibt
und Mariendorf 50 Veranstaltungen
dieser Art ausrichten kann. Denn der
Pferdesport befindet sich in seiner tiefsten Krise. Während in Frankreich oder
Schweden Rennen mit Traum-Wettquoten gefahren werden, ist in der Bundesrepublik der Trabrennsport kaum noch
von Bedeutung. Wettbüros verdienen ihr
Geld eher mit Fußballwetten. In Frankreich findet man mit 200.000 Pferdewettbüros an fast jeder Ecke einen Ort,
an dem man auf Pferde setzen kann. In
der Bundesrepublik liegt die Zahl der
Pferdewettannahmestellen bei 80. Während in Frankreich Preisgelder von bis zu

200.000 Euro warten, sind es in Karlshorst um die 800 Euro, davon 400 Euro
für den Sieger. „Wenn man bedenkt,
dass ein Pferd im Schnitt 600 Euro im
Monat kostet, dann muss man für diesen
Sport schon ziemlich viel Enthusiasmus
mitbringen.“ Nicht selten schaffen es gerade einmal 500 Pferdefreunde auf die
Trabrennbahn zum Renntag. Die Tribüne bietet Platz für 2.500 Gäste.
Immerhin: In Karlshorst haben noch
25 Trainingsbetriebe und 200 Pferde
ihre Heimat. Gut drei Millionen Euro
flossen in den vergangenen Jahren in die
Anlage, wie Thomas Hartl sagt. Zwar
sieht man davon auf den ersten Blick
nicht viel. „Aber uns ist es gelungen, den
Status quo zu erhalten.“ Weil absehbar
ist, dass die Zahl der Trabrennen nicht
mehr zunimmt, müssen andere Konzepte her. Immer noch gibt es die Pläne
vom Reitsportzentrum: Eine Anlage auf
der Trabrennbahn für Reitunterricht und
Freizeitreiter.
Der Bedarf dafür ist vorhanden, sagt
Thomas Hartl. Viele Familien aus der
Nachbarschaft fragen nach Reitmög-

„Unser Ziel ist ein
multifunktionaler
Pferdestandort.“
Thomas Hartl, Pferdesportpark
Karlshorst e.V.

Familien die Trabrennbahn für Feiern
aller Art, hin und wieder wird das Gelände für Veranstaltungen vermietet.
Das bringt Einnahmen in die Kasse, um
unter anderem die gut 15 Mitarbeiter der
Trabrennbahn zu bezahlen.
Was konkret mit dem Gelände passieren kann, will der Verein im Frühjahr
mit dem Bezirksamt beraten. Dann werden die Ergebnisse eines Projekts vorgestellt, das für den Standort Perspektiven
erarbeiten sollte. Geld dafür kam von
der Europäischen Union und vom Rathaus. Parallel laufen die Festvorbereitungen, denn 2014 wird gleich dreimal
gefeiert. Der Trägerverein Pferdesportpark begeht seinen zehnten Geburtstag;
die Rennbahn selbst 120 Jahre und der
Reitsport in Karlshorst 160 Jahre. Spezielle Jubiläums-Renntage sind für den
13. April, den 9. Mai und den 22. Juni
jeweils ab 12 Uhr angesetzt. Unter anderem sind Festparaden, Ausstellungen
und Filmvorführungen geplant.

Bezirks-Geschichte 7

Bezirks-Journal | März 2014

Preußens Reformer kamen aus Lichtenberg
Das Museum Lichtenberg widmet eine neue Ausstellung Scharnweber und Hardenberg.

D

enken wir an Preußen, fallen
uns Orte wie Potsdam, Königs
Wusterhausen oder Neuruppin
ein. Das Stadtschloss haben wir vor Augen, das Schloss Sanssouci und Schloss
Charlottenburg. Aber Lichtenberg? Jener
Flecken fernab Berlins und Potsdams?
Eine neue Ausstellung im Museum Lichtenberg tritt den Beweis an, dass Lichtenberg für Preußen von zentraler Bedeutung war. Immerhin lebten hier zwei der
entscheidendsten Reformer: Carl August
von Hardenberg und Friedrich Scharnweber. Bereits im 19. Jahrhundert zog
sich ihr Band von Hohenschönhausen
nach Lichtenberg.
„Die neue Ausstellung vertieft das
Wissen über die zwei herausragenden
historischen Persönlichkeiten und lässt
neue Forschungsergebnisse einfließen“,
sagt Dr. Thomas Thiele, der Leiter des
Museums Lichtenberg. Grundlage bildet eine bereits 2011 erarbeitete und nun
modifizierte Ausstellung über Friedrich
Scharnweber. Er war einst Besitzer des
Guts Hohenschönhausen, von dem heute noch das Gutshaus gegenüber dem
Storchenhof in Alt-Hohenschönhausen
existiert und das gerade zum „Bürgerschloss“ umgebaut wird. Vor allem die

Das Herrenhaus des Vorwerks Lichtenberg. BILD: MUSEUM LICHTENBERG

AUSSTELLUNG UND BEGLEITPROGRAMM
Die Ausstellung: Die Ausstellung „Preußische
Reformer in Lichtenberg: Carl August von Hardenberg und Friedrich Scharnweber“ wird am
21. März um 19 Uhr im Museum Lichtenberg,
Türrschmidtstraße 24, 10317 Berlin, eröffnet.
Sie ist bis zum 6. Juni zu sehen. Öffnungszeiten: Di-Fr sowie So 11-18 Uhr. Eintritt: frei

Das Begleitprogramm: Am 23. April stellt
Martin Frielinghaus von der Fördergesellschaft Albrecht Daniel Thaer das Wirken des
Agrarreformers vor, der in Verbindung mit Hardenberg stand. Am 21. Mai hält Gebhard Graf
von Hardenberg einen Vortrag über seinen
Vorfahren. Infos: Tel. (030) 57797388-12

fast in Vergessenheit geratenen Leistungen Scharnwebers stehen im Fokus.
Scharnweber galt als enger Vertrauter
des preußischen Außenministers und
späteren Staatskanzlers Carl August
von Hardenberg. Hardenberg hatte seinerzeit das Kämmereigut Lichtenberg
erworben. Dort wurden unter anderem
agrarwissenschaftliche Anbauversuche
unternommen. 1806 musste Hardenberg wegen der verlorenen Schlacht bei
Jena und Auerstedt vor Napoleon nach
Ostpreußen fliehen. 1810 bat ihn Königin Luise um Rückkehr und übertrug
Hardenberg die preußischen Reformen:
Der Staat sollte gesellschafts- und wirtschaftspolitisch neu geordnet werden.
Ab Mai 1810 fanden im Herrenhaus des
Gutes nahe dem heutigen Loeperplatz
geheime „Lichtenberger Conferencen“
statt. Sie dienten der Vorbereitung der
preußischen Reformen.
„Neben dem politischen Verdienst
hatten beide Reformer großen Anteil an
der Umgestaltung insbesondere der Agrarwirtschaft in Preußen“, sagt Thomas
Thiele. Zwar seien die „Lichtenberger
Conferencen“ historisch nur eine Episode gewesen. „Sie halfen aber, historische
Weichen zu stellen.“ (gäd.)

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8 Top-Thema

D

von Marcel Gäding

er Ritter kommt im Anzug. Am
Revers steckt das Bundesverdienstkreuz. Günter Toepfer
ist gerade aus Vilnius zurück, wo er vor
wenigen Tagen in den Ritterstand erhoben wurde. Im Rahmen einer Feier
erhielt er den entsprechenden Orden –
die höchste Auszeichnung des Landes.
Und weil diese Ehre nur wenigen zuteil
wird, ist Toepfer tief gerührt von dieser
Form der Anerkennung. Damit würdigt
der Staat Litauen Toepfers Engagement
für das litauische Volk. Obwohl Toepfer
schon einige Auszeichnungen bekam,
war die Verleihung im Audienzsaal der
Staatspräsidentin sehr bewegend für den
Pensionär.
Günter Toepfer ist Karlshorster. Seit
59 Jahren lebt der Bauingenieur in
dem Lichtenberger Ortsteil, über den
er vergangenes Jahr ein Buch schrieb:
„Verliebt in Karlshorst“ lautet der Titel.
Doch es ist nicht die späte schriftstellerische Karriere des einstigen Mitglieds
der CDU-Fraktion im Berliner Abgeordnetenhaus, mit der er sich einen Namen macht. Seit dem Fall der Mauer
engagiert sich Toepfer für die Menschen
im Baltikum. Erst fuhr er jahrelang
nach Estland, dann nach Litauen. Aus
Lichtenberger Schulen organisierte der
72-Jährige Tische und Stühle, die in
Klassenzimmern nicht mehr benötigt
wurden. Toepfer ließ Großküchenein-



Der Guttäter

Günter Toepfer hilft Kindern, Jugendlichen und Senioren in Litauen. Für dieses Engagement bekam er einen
Ritter-Orden. Es ist nicht die erste Auszeichnung.

Bezirks-Journal | März 2014

Ostpreußen gebracht werden. Seine
Mutter aber hatte Angst davor und blieb
in Magdeburg. „Vermutlich hätte ich ein
halbes Jahr später das gleiche Schicksal
erlebt wie die Wolfskinder“, sagt Toepfer. Also fährt er fünfmal im Jahr „rüber“, mit Auto und Anhänger. Nie ohne
Spenden.
Die Dankbarkeit, die Toepfer empfindet, sitzt tief. Er sagt, dass sein Engagement Ausdruck von Dankbarkeit sei. Er
schafft nicht nur Spenden ran und organisiert für die Ärmsten der Armen Benefiz-Marathonläufe. Toepfer hilft auch
ganz konkret bei Einzelschicksalen, die

„Mein Engagement
ist Ausdruck von
Dankbarkeit.“
Günter Toepfer, Ritterorden-Träger und
Karlshorster Urgestein

Wurde in den Ritterstand erhoben: Günter Toepfer. BILD: MARCEL GÄDING
richtungen aus Kitas im Bezirk ab- und
im Baltikum wieder aufbauen. Für Altenheime schafft er Rollatoren, Krü-

cken, Bettwäsche und Geschirr heran.
Der frisch gebackene Ritter fühlt sich
dem baltischen Volk tief verbunden.
Vor allem wegen dessen Engagement
für die sogenannten Wolfskinder: Das
waren deutsche Jungen und Mädchen,
die während der Flucht aus Ostpreußen
ihre Eltern verloren und monatelang allein durch die Wälder irrten. Von den
Litauern weiß Toepfer, dass sie die Kinder bei sich aufnahmen, ihre Papiere
fälschten und sie damit vor den Russen
und womöglich der Verschleppung in
Arbeitslager retteten. „Sie waren immer
auf der Flucht, vor den Wölfen, vor den
Russen – stets auf der Suche nach etwas
Essbarem“, sagt Günter Toepfer. Ihm
selbst blieb dieses Schicksal erspart.
Nachdem seine Familie in Magdeburg
1944 ausgebombt wurde, sollte sie nach

ihn nicht mehr loslassen. So übernahm
er die Kosten für die Operation des an
Krebs erkrankten Ainovas Koleesas: Ein
Tumor hatte sich im Kopf des heute
zehn Jahre alten Jungen ausgebreitet.
„Es stand nicht gut um ihn, er war dem
Tode geweiht“, sagt Toepfer. Weil sich
kein Spezialist fand, ihn zu operieren,
machte sich Toepfer selbst auf die Suche – und wurde an der Charité fündig.
Der kleine Ainovas wohnte der Ordensverleihung in der Residenz der litauischen Präsidentin bei. Stolz zeigt
Günter Toepfer ein Foto, auf dem auch
Ainovas zu sehen ist. Seinen Orden wird
er in die Vitrine packen, in der schon der
Verdienstorden der Republik Estland,
die Urkunde über die Ehrenbürgerschaft
des Regierungsbezirks Schacken sowie
das Bundesverdienstkreuz liegen. Demnächst geht es wieder nach Litauen, das
für ihn zweite Heimat geworden ist.
Etwas Litauisch spricht er inzwischen,
sagt Toepfer. Das ermöglicht ihm auch
zu übersetzen, was die örtlichen Zeitungen über ihn schreiben. „Unter anderem
nennen sie mich immer Guttäter.“

Volkssolidarität
startet Sammlung

S

400 Helfer klingeln an Haustüren

ie gehört zur guten
Tradition, die Spendensammlung
der
Volkssolidarität:
Anfang
März starteten die Mitglieder des Sozialverbandes ihre
diesjährige Aktion, die bis
zum 30. April dauern wird,
wie Ingolf Hähnel vom
Vorstand der Lichtenberger
Volkssolidarität
mitteilte.
„Mit dem finanziellen Erlös wird die
dringender werdende Unterstützung für
Benachteiligte und sehr alte Menschen
gezielt und auf Dauer weitergeführt“,
sagt Hähnel.
Im vergangenen Jahr waren bei der
Spendensammlung berlinweit 306.000
Euro zusammengekommen, wie der
Volkssolidarität Landesverband mitteil-

te. „Dabei geht es nicht um
Almosen“, sagt Verbandssprecher Mario Zeidler.
Vielmehr komme es darauf
an, so viel wie möglich für
die Förderung eines menschenwürdigen Daseins zu
tun. „Wir hoffen erneut, bei
den Berlinern auf offene Türen zu stoßen sowie auf eine
rege Spendenbereitschaft.“
In Lichtenberg sind die 400 aktiven
Ehrenamtlichen des insgesamt 4.000
Mitglieder starken Bezirksverbandes
aufgerufen, in den kommenden Wochen
von Tür zu Tür zu gehen.
Weitere Informationen gibt es bei der
Berliner Volkssolidarität im Internet unter www.volkssolidaritaet-berlin.de

(bzj.)

Bezirks-Journal | März 2014

Spezial: Europawahl 9

Lichtenberg wählt Europa

Am 25. Mai finden die Wahlen zum Europäischen Parlament statt. Die Politiker setzen auf hohe Wahlbeteiligung.

D

ie Heinrich-Dathe-Promenade
in Friedrichsfelde ist ein Stück
Europa: Von den Sitzbänken
bis hin zur abendlichen Beleuchtung
entstand diese kleine Kiez-Flaniermeile
unter anderem auch mit Hilfe der Europäischen Union. Ähnlich ist es beim
Wohnpark an der Randowstraße in
Neu-Hohenschönhausen, der neben
hübschen Grünflächen auch Bolz- und
Spielplätze bekam. Die Liste der sichtbaren EU-Projekte ließe sich lange
fortsetzen, denn mehr als 200 einzelne
Vorhaben wurde mit Mitteln der Europäischen Union unterstützt.
Von den in den vergangenen zehn Jahren bereitgestellten 30 Millionen Euro
aus EU-Fördertöpfen profitierten aber
nicht nur Kiezvereine, Spielplätze oder
Schulen. Ein Teil des Geldes floss auch
in die Wirtschaftsförderung und in die
Ansiedlung neuer Unternehmen. „Lichtenberg profitiert in vielfältiger Weise
von Europa“, sagt Bezirksbürgermeister
Andreas Geisel (SPD).
Neben den EU-Fördermitteln gehöre
dazu auch der Blick auf die im Bezirk
ansässigen Unternehmen. „Bei meinen
regelmäßigen Betriebsbesuchen erfahre
ich immer wieder, wie viele Lichten-

berger Firmen bereits auf dem europäischen Markt unterwegs sind.“ Wegen
der Freizügigkeit können die Unternehmen ungehindert Waren exportieren.
„Daher muss ein starkes Europa mit einem starken Euro in unserem Interesse
sein“, sagt Geisel. „Schließlich hängt
daran unsere Wirtschaft.“ Die Auftragsbücher der Unternehmen im Bezirk
Lichtenberg seien noch nie so voll gewesen wie jetzt.
Geisels Worte richten sich vor allem
an jene, die Europa kritisch gegenüber
stehen. Er steht dazu, dass schwächelnden Ländern wie Griechenland oder
Irland in schweren Zeiten geholfen und
der Euro als Einheitswährung dadurch
gesichert werden konnte.
Nach der schlechten Wahlbeteiligung
im Jahr 2009 setzen die demokratischen
Parteien am 25. Mai darauf, deutlich
mehr Wähler mobilisieren zu können.
Die zu wählenden 751 EU-Abgeordneten werden unter anderem Einfluss auf
die EU-Gesetzgebung nehmen – darunter sind Gesetze zum Binnenmarkt,
zum Umwelt- und Klimaschutz, zur
Verkehrspolitik, zum Verbraucherschutz
und für Bürgerrechte. Außerdem entscheiden sie über die Finanzen. (gäd.)

RUND UM DIE WAHL
Kandidaten für das EU-Parlament: Für
die Partei DIE LINKE kandidiert Martina Michels. Die Berliner CDU schickt
den langjährigen Bezirksbürgermeister
von Mitte, Joachim Zeller, erneut ins
Rennen um ein Direktmandat. Er ist
seit 2009 Mitglied des Europäischen
Parlaments. Die SPD setzt auf SylviaYvonne Kaufmann, die 2009 aus der
Partei DIE LINKE austrat und zu den
Sozialdemokraten wechselte. Kaufmann
war bereits zwischen 1999 und 2009
Mitglied des Europäischen Parlaments.
Die Grünen wollen es mit Michael Cramer
noch einmal wissen. Auch er gehört seit
2009 dem Europäischen Parlament an.
Die FDP erhofft sich mit Alexandra Thein
wieder eine Berliner Vertreterin in Brüssel
und Strasbourg, wo sie seit 2009 Politik
macht.
Bezirk sucht Wahlhelfer: Das Bezirksamt Lichtenberg ist auf der Suche nach
Wahlhelfern für die einzelnen Wahllokale. Interessenten können sich im
Bezirkswahlamt, Tel. (030) 90296-4683,
melden.

10 Bezirks-Sport



Bezirks-Journal | März 2014

Magische Hände

Thomas Wöhrl lindert seit 16 Jahren die Schmerzen der Eisbären-Spieler.

von Benedikt Paetzholdt

T

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homas Wöhrl hat in diesen Tagen
so viel zu tun wie nie in dieser
Saison. Weil ein Spiel das andere jagt, sind die Behandlungs-Künste
des 37-jährigen Physiotherapeuten der
Eisbären besonders gefragt. Im Akkord
knetet er Schmerzen und Verspannungen aus den Muskeln der Spieler, verabreicht wohltuende Salben – so lange, bis
alle versorgt sind. „Es kommt schon vor,
dass ich bis tief in die Nacht rumrenne“,
sagt er.
Das geht inzwischen schon viele Jahre
so. Nach einem kurzen Engagement bei
den Fußballern von Hertha BSC, wechselte Wöhrl 1998 zu den Eisbären. Bommel, wie er hier von allen genannt wird,
ist seit dem nicht mehr wegzudenken.
Magische Hände werden ihm zugesagt.
Weil er jedes noch so hartnäckige Leiden
zu lindern versteht. Und das in kürzester
Zeit. „Es gibt Tage, da kommen zwölf
Leute“, erklärt er. „Wenn du nicht effizient bist, würdest du zwei Wochen rumkneten.“ Trainer Jeff Tomlinson weiß
um die Bedeutung seines vielleicht wichtigsten Mitarbeiters: „Wir sind auf seine
Überstunden angewiesen, um die Spieler
fit zu kriegen.“
Das gilt auch für die hartnäckigeren
Fälle wie Abwehrmann Jens Baxmann,
der im November des letzten Jahres einen Kreuz- und Innenbandriss erlitt. Mit
ihm ist erst kommende Saison wieder zu
rechnen. „Schwere Verletzungen haben
in den letzten Jahren zugenommen“,
sagt Wöhrl, „weil das Spiel schneller
und spezifischer geworden ist. Manche
Teams haben die Strategie, uns kaputt zu
machen.“
Natürlich weiß niemand genau, wann
und wo ein Spieler einen gegnerischen
Schläger vors Knie bekommt oder sich
mit einer ungeschickten Bewegung den
Oberschenkel zerrt. „Ein Auto kommt
alle 20.000 Kilometer in die Werkstatt“,
sagt er, „der Mensch kommt erst, wenn
schon was passiert ist.“ Wöhrl ist des-

D

Kurze Pause: Thomas Wöhrl ist ein viel gefragter Mann. BILD: PAETZHOLDT
halb als schneller Helfer bei jeder sportlichen Aktivität der Eisbären dabei – vom
ersten Krafttraining im Sommer bis zum
Ende der Saison, die man in den letzten
Jahren stets als Meister abschloss.
Wenn mal kein Spieler auf der Warteliste steht, erweitert sich Wöhrls Bewegungsradius. Weiter geht es dann auf
der anderen Straßenseite der KonradWolf-Straße. Hier hat er 1998 zusammen
mit seiner Frau Kyra die eigene Praxis
„Physiowöhrld“ eröffnet. „Irgendwann
hab‘ ich mich gefragt: Was machste im
Sommer“, sagt er. Dass in unmittelbarer
Nähe zum Sportforum ein Geschäftsraum leer stand, war ein Glücksfall. Im
Kiez ist die Praxis ein gefragter Anlaufpunkt – für Sportler wie für alle anderen
auch. Wegen der steigenden Nachfrage
hat Wöhrl inzwischen noch vier weitere
Mitarbeiter.
Das Arbeitsfeld Wöhrls – zumindest
was die Tätigkeit bei den Eisbären geht
– reicht allerdings weit über das eines gewöhnlichen Physiotherapeuten hinaus.

GEWINNSPIEL

as knappe Scheitern im
DVV-Pokalfinale ist längst
Geschichte. Die BR Volleys
sind in der Bundesliga voll auf Kurs,
wollen als Tabellenführer in die Playoffs. „Wir haben viel Energie und viele
Emotionen in das Pokalfinale investiert. Dass das nicht belohnt wurde, ist
schwierig zu verkraften“, erklärt BR
Volleys Coach Mark Lebedew nach
der knappen 2:3-Niederlage gegen den
VfB Friedrichshafen, „aber auch wenn
unsere Situation jetzt nicht einfach ist,
müssen wir nach vorne schauen. Wir
wollen uns den Heimvorteil in allen
Runden sichern, denn der kann am
Ende über den Titelgewinn entscheiden. Den Pokal haben wir verpasst,
jetzt wollen wir die Meisterschaft.“
Als kleines Trostpflaster für die Fans

und als kleine Erinnerung an das Pokalfinale vergibt das Bezirks-Journal
drei T-Shirts „Berlin Halleluja Berlin“.
Und so machen Sie mit: Senden Sie
uns eine E-Mail mit Ihrer Rufnummer und Betreff „BR Volleys“ an gewinnspiel@bezirks-journal.de
Die
Gewinner werden benachrichtigt. Der
Rechtsweg ist ausgeschlossen.

Für die wirklich schweren Verletzungen
ist Mannschaftsarzt Jens Ziesche zuständig. Weil Wöhrl manchmal aber schlichtweg schneller zur Stelle ist, braucht auch
er überdurchschnittliches medizinisches
Verständnis. Über die Jahre hat er sich
deshalb beigebracht, bestimmte Phänomene schnell zu erkennen. Wie zum
Beispiel den Innenbandriss bei Stürmer
Julian Talbot Ende Dezember. „Als er
sagte, er hat ein Knallen gehört, wusste
ich gleich, was Sache ist.“ Es stellte sich
als Innenbandriss heraus.
Genaues Wissen ist auch hinsichtlich
der verwendeten Heilmittel ohnehin absolut wichtig. Manche Medikamente, die
zu jeder Hausapotheke gehören, sind für
die Spieler tabu – wegen der AntidopingBestimmungen. „Du musst verdammt
vorsichtig sein“, sagt Wöhrl. Wobei Tabletten für ihn ohnehin nur das letzte Mittel sind. „Wirklich Erfolg hast du nur,
wenn du den Ursachen auf den Grund
gehst.“ Insofern in stressigen Zeiten eben
Zeit dafür bleibt.

Fußball: 440 Euro
für kranken
Jungen erspielt
WARTENBERG –
­ Bei den beiden Benefizturnieren der F-Jugend des Wartenberger SV, die zugunsten des erkrankten
Arne-William aus Hohen Neuendorf
ausgerichtet wurden, kamen insgesamt
440 Euro an Spenden zusammen. Der
zweijährige Junge war auf einer Geburtstagsfeier in einen Pool gestürzt und
hat durch den Sauerstoffmangel schwere gesundheitliche Schäden davongetragen. Mit dem Geld soll unter anderem
eine Delfintherapie finanziert werden.
Der Wartenberger SV unterstützt die
Spendenaktion auf seiner Vereinshomepage www.wartenberger-sv.de

Bezirks-Sport 11

Bezirks-Journal | März 2014

Regionalliga ist die Champions League
Fußball: Lichtenberg 47 legt Aufstiegsträume vorerst auf Eis/ Sponsoren fehlen.

von Jeannine Kostow

B

eim Blick auf die Tabelle der
Oberliga Nordost können die Verantwortlichen von Lichtenberg 47
sehr zufrieden sein. Platz sechs und eine
Erfolgsserie von acht Siegen aus den
letzten neun Punktspielen können sich
durchaus sehen lassen. Die Mannschaft
spielt eine gute Saison und hat sich im
oberen Mittelfeld etabliert. Und obwohl
bei vielen Vereinen jetzt der Blick weiter nach oben gerichtet wäre, halten die
Lichtenberger den Ball flach.
Es ist noch gar nicht so lange her, dass
die Regionalliga der große Traum war.
Allerdings hat der Verein angesichts der
finanziellen Situation dieses Ziel erst
einmal ad acta gelegt. „Die Oberliga ist
für uns wie für andere die Bundesliga“,
erklärte die sportliche Leitung kürzlich
auf einer Sponsorenveranstaltung. „Wir
sind in der Liga angekommen, die für
uns passig ist. Es ist unsere große Motivation, diese Liga zu halten, denn
wir wollen in Lichtenberg ordentlichen
Amateurfußball auf hohem Niveau anbieten.“
Im Geschäftsjahr 2013 konnte man
auch durch die Einnahmen aus dem Er-

TABELLE
Pl. Mannschaft 		
1. BFC Dynamo		
2. Brandenburger SC Süd 05	
3. Hansa Rostock II		
4. FC Strausberg		
5. Pommern Greifswald	
6. Lichtenberg 47		
7. VSG Altglienicke		
8. BSV Hürtürkel		
9. Union Fürstenwalde	
10.SV Altlüdersdorf		
11.FSV Luckenwalde		
12.1. FC Neubrandenburg	
13.Greif Torgelow		
14.RSV Waltersdorf		
15.FC Schönberg 95		
16. Malchower SV		


Spiele 	 G
	
U	
V
	 Pkt.
17	
16 	
1	
0	
49
17	
10	
4	
3	
34
17	
9	
5	
3	
32
17	
9	
5	
3	
32
17	
9	
3	
5	
30
17	
8	
5	
4	
29
17	
7	
3	
7	
24
17	
7	
2	
8	
23
17	
5	
6	
6	
21
17	
6	3	8	21
17	
5	4	8	19
17	
5	
2	
10	
17
17	
3	5	9	14
17	
2	6	9	12
17	
1	7	9	10
17	
2	
3	
12	
9

reichen des Berliner Pilsner-Pokalfinales
mit einem Etat von 180.000 Euro für
die erste Mannschaft planen. Allerdings
bewegt sich Lichtenberg 47 damit im
unteren Drittel der Oberligateams. Und
in diesem Jahr muss sogar noch Geld
eingespart werden, da Zusatzeinnahmen
aus dem Pokalwettbewerb wegfallen,
aus dem man bereits ausgeschieden ist.
Die Verantwortlichen kalkulieren mit

Legende: G: gewonnen; U: unentschieden; V: verloren

170.000 Euro, haben aus Kostengründen bereits Spieler abgegeben.
Somit ist klar, dass der Tabellensechste
der Oberliga Nordost trotz einer sportlichen Erfolgsserie realistisch bleibt. „Die
Oberliga ist schon ein teures Vergnügen
und die Regionalliga wäre dagegen so
etwas wie die Champions League. Abgesehen von den finanziellen Aufwendungen, die ein Aufstieg mit sich bringen

würde, sind die Auflagen zu groß. Für
viele Spiele müssten wir umziehen. Das
ist nicht unser Ziel. Lichtenberg ist unsere Heimat, hier fühlen wir uns wohl“,
heißt es aus dem Verein. Ziel sei es vielmehr, alles daran zu setzen, die Oberliga
zu halten.
Und da ist Lichtenberg 47 auf einem
guten Weg. Auch Nico Dörr, sportlicher
Leiter der Fußballabteilung, bestätigt:
„Die Ziele für die erste Mannschaft sind
kurz vor dem Erreichen. Wir wollten
den Klassenerhalt schaffen und außerdem eine gute Saison spielen. Das ist uns
bisher gut gelungen.“

Tischtennisdamen siegen
FENNPFUHL ­– Die Tischtennisdamen
des ttc eastside haben ihr Hinspiel
im Champions-League-Finale gegen
Fenerbahce Istanbul mit 3:2 gewonnen. Für das Rückspiel am 13. April
in Istanbul haben die Damen nun eine
komfortable Ausgangssituation, um den
Champions-League-Titel nach 2012 erneut nach Berlin zu holen. Das nächste
Heimspiel in der Bundesliga ist am 16.
März, 14 Uhr, gegen Kolbermoor. Ort:
Anton-Saefkow-Platz 4, 10369 Berlin.

12 Bezirks-Wirtschaft

D

er Wirtschaftskreis Hohenschönhausen-Lichtenberg
(WKHL) ist die Interessenvertretung von Unternehmen im Bezirk.
Rund 100 Mitglieder sind im WKHL
organisiert, der dieses Jahr sein 20-jähriges Bestehen feiert. Nachdem der erst
im vergangenen Jahr gewählte, neue
WKHL-Vorstand wegen inhaltlicher
und strategischer Differenzen geschlossen von seinem Amt zurücktrat, wählte
der Verein im Februar ein neues, neunköpfiges Führungsgremium. Der Immobilienkaufmann Thomas Kleindienst
ist jetzt Vorsitzender des Unternehmerverbandes. Er arbeitet sei 2004 als kaufmännischer Vorstand der Wohnungsgenossenschaft Lichtenberg, der größten
Wohnungsgenossenschaft Berlins.
Herr Kleindienst, Sie haben sich an die
Spitze des Wirtschaftskreises wählen lassen. Warum?
Der Verein hatte im vergangenen Jahr
jede Menge Turbulenzen, in deren Folge der gesamte Vorstand zurücktrat.
Gleichzeitig ist die Vereinsgeschäftsstelle seit Monaten unbesetzt. Nachdem
eine Neuwahl im Herbst scheiterte,
wurde ich von unterschiedlichen Seiten
angesprochen und gebeten, mir zu überlegen, für das Amt des Vorsitzenden zu
kandidieren. Der Wunsch vieler Mitglieder ist es, den WKHL wieder in feste
Strukturen zu bringen. Da ich bereits
seit fast zehn Jahren in Lichtenberg tätig
bin, hätte ich es schade gefunden, wenn
der WKHL als Interessenvertretung für
Unternehmer nicht mehr arbeitsfähig
gewesen wäre. Ich musste jedoch einige Gespräche führen, privat genauso
wie mit dem Aufsichtsrat meiner Wohnungsgenossenschaft, die ja die größte
in Berlin ist.
Hinzu kommt, dass ich mit meinem
Ehrenamt als Kuratoriumsvorsitzender
der Bürgerstiftung Lichtenberg bereits
viel Freizeit investiere. Vor dem Hintergrund, dass ich in absehbarer Zeit auch
mehr Verantwortung im Verband BerlinBrandenburgischer Wohnungsunternehmen übernehmen möchte, ist für mich
klar, dass ich nur bis Ende des Jahres
Vorsitzender des WKHL sein kann. Bis
dahin, hoffe ich, haben wir Strukturen
geschaffen und eine geeignete Persönlichkeit gefunden, die meine Arbeit fortsetzt. Vor uns liegt also ein sogenanntes
konditioniertes Jahr. Froh sind wir, dass
wir bei unserer Wahl im Februar so viel
Rückenwind seitens unserer Mitglieder
erhalten haben.
Wir sind ein breit aufgestellter Vorstand: vom Einzelunternehmer bis hin
zum Wohnungsunternehmen. Im neuen
Vorstand gibt es für unsere Mitglieder
vielfältige Ansprechpartner. Wichtig ist
mir, dass wir auf Augenhöhe arbeiten.



„Wichtig ist mir,
dass wir auf
Augenhöhe arbeiten“

Im Gespräch: Thomas Kleindienst, neuer Vorsitzender
des Wirtschaftskreises Hohenschönhausen-Lichtenberg

Thomas Kleindienst arbeitet seit 2004 in Lichtenberg. BILD: MARCEL GÄDING
Die vor Ihnen liegenden Monate werden
sportlich. Worum wird es in erster Linie
gehen?
Zunächst soll es wieder einen regelmäßigen Austausch mit den Fachabteilungen des Bezirksamtes geben – das
beginnt vom für Wirtschaft zuständigen
Bezirksbürgermeister und reicht bis zur
Wirtschaftsförderung. Eng soll auch die
Zusammenarbeit mit den Kooperationspartnern wie dem Unternehmensportal
Lichtenberg oder der Mittelstandsvereinigung der CDU aussehen. Wir wollen uns mit ihnen abstimmen, damit
es nicht zu Überschneidungen kommt.
Das wird notwendig sein, um im Sinne
der Sache an optimale Informationen zu
gelangen, mit denen wir wiederum unseren Mitgliedern ein entsprechend adäquates Angebot als Verein unterbreiten
können. Gleichzeitig wollen wir uns mit
unseren Mitgliedern austauschen, ihnen
unser Konzept vorstellen, um am Ende
zielgenau das bieten zu können, was sie
von uns erwarten. Wir müssen also ins
Gespräch kommen und Diskussionen
führen, um nicht an den Mitgliederinteressen vorbeizuschießen. Mein Ziel
ist es, das so zu gestalten, dass wir am
Ende des Jahres mit Elan, Freude und

Gemeinsamkeit das 20-jährige Bestehen
unseres Vereins begehen können. Uns
steht eine harte Zeit bevor. Aber ich denke, das ist die Sache wert. Vielleicht gelingt es uns ja auch, Unternehmerinnen
und Unternehmer zurückzugewinnen,
die einmal Mitglied im WKHL waren.
Vergangenes Jahr zog sich der WKHL
aus dem Wirtschaftspartnertag zurück,
der gemeinsam mit dem Wirtschaftskreis
Marzahn-Hellersdorf veranstaltet wurde.
Wie stellen Sie sich die Zusammenarbeit
mit den Bezirksnachbarn vor?
Wichtig ist, mit den Marzahn-Hellersdorfern wieder in Abstimmung zu
treten. Wir müssen die Marke BerlinEastside gemeinsam voranbringen. Dieser Begriff vermittelt, dass es sich um
einen interessanten Standort auf der
östlichen Seite Berlins handelt. Er steht
aber auch für den modernen Anspruch
an Neues. Konkret bedeutet dies, dass
wir nicht alle in den Bezirken Inselpolitik betreiben. Es muss darum gehen,
gemeinsam Ansiedlungspolitik jenseits
der Berliner Innenstadt umzusetzen und
Ansprechpartner zu sein für verschiedene Branchen. Das Potenzial hat BerlinEastside mit seinen kleinen und großen

Bezirks-Journal | März 2014

Entwicklungsgebieten.
Wie würden Sie den Wirtschaftsstandort
Lichtenberg umschreiben?
Zentrumsnah, gut strukturiert und
wegen seines wachsenden, positiven
Images sehr nachgefragt. Der Bezirk
hat, wie auch die gesamte Region Berlin-Eastside, viele Ansiedlungsgebiete,
die noch frei sind: für Unternehmen
oder Wohnungsvorhaben. Große Firmen sind in Lichtenberg zu Hause, der
Bezirk hat zudem eine hervorragende
Hochschullandschaft und ein tolles Kulturangebot. Was ich bislang in keiner
anderen Region gesehen habe ist zudem,
dass in Lichtenberg viele Frauen in Unternehmen Verantwortung tragen. Diese
Frauenpower ist doch schon sehr auffällig und in jedem Fall zu begrüßen.
Wie werden Sie sich wirtschaftspolitisch
positionieren?
Bevor wir dies machen, müssen wir
ja erst einmal vor unserer eigenen Tür
kehren. Dazu gehört, dass wir ein klares, strukturiertes Programm vorlegen
können. Unter anderem möchten wir
eine Mitgliederumfrage aus dem Jahr
2012 auswerten und Fragestellungen
herausarbeiten, die wir dann in Veranstaltungen mit unseren Mitgliedern
weiter diskutieren. Es ist angedacht,
das Tourismusprojekt und das Projekt
„Wirtschaft in der Region Lichtenberg“
wieder aufleben zu lassen. Auch muss
unsere Kinder- und Jugendstiftung weiter gefördert werden. Dafür wurde der
Wirtschaftskreis schließlich einmal gegründet. Hier muss es Veranstaltungen
und Aktionen geben, die zu Einnahmen
für die Stiftung führen. Auch die Ansiedlung weiterer Unternehmen ist relevant. Anfang April wollen wir zudem
in Kontakt treten mit Mandatsträgern
auf Bezirks-, Landes- und Bundesebene.
Dabei stellen wir uns als neuer Vorstand
vor und wollen in Erfahrung bringen,
was von uns als Wirtschaftskreis erwartet wird. Da wir alle viel beschäftigte
Menschen sind, wollen wir die Themen
auf verschiedene Arbeitsgemeinschaften
innerhalb des Vereins verteilen.
Um den Wirtschaftskreis zu stärken, müssen Sie auch neue Mitglieder gewinnen.
Warum sollte ein Unternehmen Mitglied
werden?
Im Vordergrund steht die Kraft der
Gemeinschaft: Mir ist der Austausch
und der Vernetzungsgedanke wichtig.
Kleine Unternehmen treffen auf große,
kommen ins Gespräch. Neue Mitglieder
treffen auf Unternehmen, die schon lange dabei sind und die ihnen helfen, sich
im Bezirk besser zurecht zu finden. Es
ist ein Geben und Nehmen.

Das Gespräch führte Marcel Gäding.

Bezirks-Wirtschaft 13

Bezirks-Journal | März 2014

Berlins Blumen kommen aus Lichtenberg

Der Großmarkt an der Josef-Orlopp-Straße ist seit 20 Jahren bei Händlern vor allem im Osten begehrt.

M

orgens um 5 Uhr in Lichtenberg. Der Bezirk schläft noch
tief und fest. An diesem kühlen Märzmorgen hängen Nebelschwaden tief über der Straße. Nur vereinzelt
sind schon Menschen auf ihrem Weg
zur Arbeit zu entdecken. Doch in der Josef-Orlopp-Straße 92 herrscht bereits reger Betrieb. Auf dem Blumengroßmarkt
Lichtenberg, seit 20 Jahren an diesem
Standort, sind um diese Uhrzeit schon
alle auf den Beinen. Der Parkplatz ist
prall gefüllt, Kunden pendeln vom Auto
in die große Markthalle und zurück.
Wenn man durch den mit großen
Plastikplanen verhangenen Eingangsbereich eintritt, steigt einem sofort der
Geruch von Blumenerde und frischem
Grün in die Nase. Ein Stimmengewirr
kommt aus dem Mittelgang, an dem
sich links und rechts die Verkaufsstände
der Händler erstrecken. Ein kleiner vietnamesischer Imbiss liegt unscheinbar
zwischen riesigen Kühlhallen, in denen
die Schnittblumen frischgehalten werden. In regelmäßigen Abständen hört
man ein klapperndes Geräusch, wenn
die Kunden ihren Einkauf auf kleinen
Transportwagen über den Betonboden
zu ihren Autos manövrieren. In der
insgesamt 5.000 Quadratmeter großen
Halle, also auf der Fläche eines kleinen Fußballfeldes, werden montags bis
samstags diverse Schnittblumen, Topfund Grünpflanzen sowie florale Dekorationsartikel an die Frau und den Mann
gebracht. Bis zu 250 Gewerbetreibende
aus Berlin kaufen an den so genannten Warentagen im Blumengroßmarkt
Lichtenberg für ihre Geschäfte ein. Jeden Dienstag, Donnerstag und Samstag
wird frische Ware geliefert, dann öffnet
der Markt bereits um 2.30 Uhr.
„In Spitzenzeiten fahren hier acht Lkw
vor und laden zahlreiche Paletten ab. In
der Regel beliefern uns an den Haupttagen vier bis fünf Lkw mit Ware“, erklärt
Steve Junker, der seit 18 Jahren hier
arbeitet. Er ist der Geschäftsführer der
Blumen und Pflanzen StJu GmbH und
einer von insgesamt acht Händlern, die
auf dem Großmarkt ihre Pflanzen zum
Kauf anbieten. Derzeit sind die Frühlingsblüher wie Tulpen, Narzissen und
Osterglocken stark nachgefragt. Auch
für Balkonpflanzen ist jetzt die richtige
Zeit und dementsprechend das Angebot
groß. Neben der Saisonware, die selbstverständlich regelmäßig wechselt, findet
man im Sortiment ganzjährig Grünpflanzen und gängige Schnittblumen
wie Rosen, Nelken und Freesien.
Steve Junker bezieht seine Ware wie
viele andere auch von einem Einkäufer
aus Holland. Dort sitzen „seine Jungs“
in den Versteigerungen und bieten fleißig mit, um seinen Bestellzettel abzuarbeiten. Oder sie beziehen die Ware direkt vom Produzenten. Dabei kommen
die Blumen keineswegs nur aus dem
Nachbarland. Der Großteil der Pflanzen wird in Afrika und Südamerika produziert. Junker: „Rosen beispielsweise
kommen heutzutage vielfach aus Afrika
oder Kolumbien, Bindegrün aus Latein-

Alle Hände voll zu tun: Steve Junker an seinem Arbeitsplatz im Blumengroßmarkt. BILD: JEANNINE KOSTOW
und Mittelamerika. Das hat in erster
Linie etwas mit den optimalen Klimabedingungen zu tun, natürlich aber auch
mit den geringeren Lohnkosten.“ Natürlich beziehen die Händler ihre Waren
aber auch aus Europa. So sind die ersten
Sommerblumen aus Frankreich bereits
bestellt, Tulpen kommen – wie soll es
auch anders sein – aus den Niederlanden. Andere Frühlingsblüher sowie
Kräuter finden ihren Weg aus Italien
nach Lichtenberg.
Doch die Einkäufer sind nicht die einzige Bezugsquelle des Blumengroßmarktes. Vieles wird heute auch in Internetshops bestellt. Diesen Trend verfolgen
mittlerweile auch einige der Kunden.
Allerdings legt der Großteil nach wie
vor darauf Wert, die Ware anzufassen,
zu riechen und sich vor Ort einen Eindruck von der Qualität der Pflanzen zu
machen. Ein weiterer Vorteil des persönlichen Einkaufs ist auch der Blick
über den Tellerrand. Häufig entdeckt
der Kunde dabei nämlich immer mal
wieder eine interessante Gattung, die er
ursprünglich nicht auf dem Zettel hatte.
Die Vielfalt ist im Blumengeschäft
der entscheidendste Faktor. Denn Fachmann Steve Junker weiß, dass man mit
den Jahren betriebsblind werden kann.
„Man muss aufpassen, dass man nicht
irgendwann immer die selben Pflanzen
anbietet. Jeder sollte bestrebt sein, eine
gewisse Kreativität in sein Sortiment
einfließen zu lassen.“ Natürlich gibt
es auch bestimmte Blumen, die immer
wieder nachgefragt werden. So erzählt
Junker, dass es im Januar einen Run auf
rote Nelken gibt. Grund: der Todestag
von Karl Liebknecht und Rosa Luxemburg. Eine durchaus nicht ungewöhnliche Tatsache, bedenkt man den Standort
des Blumenmarktes im Osten der Stadt.
Ohnehin beschränkt sich die breite
Kundschaft auf die angrenzenden Bezirke. „Wir sind von den vier Blumengroßmärkten definitiv der Ostmarkt. Der
Großteil unserer Stammkunden kommt
aus einem Umkreis von etwa 25 bis 30

Kilometern. Es ist natürlich auch naheliegend, dass jemand, der sein Geschäft
in der Nähe der Beusselstraße hat, eher
dort seine Pflanzen einkauft als hierher
zu fahren“, erklärt Steve Junker. Neben

dem Blumengroßmarkt Lichtenberg gibt
es noch drei Standorte, an denen Gewerbetreibende in Berlin ihre Ware beziehen: Beusselstraße, Langerwisch und
Buchholz.

14 Bezirks-Nachrichten

Mercedes Benz
im Linden-Center

HOHENSCHÖNHAUSEN ­– Freunde von
PS-starken Boliden sind bei „Power.
Passion. Pole Position“ im Linden-Center am Prerower Platz genau richtig. Bis
zum 29. März nimmt die Ausstellung
den Besucher mit auf eine Zeitreise
durch 120 Jahre Renngeschichte von
Mercedes Benz – vom legendären
Silberpfeil bis zu den Hightech-Rennwagen aus Formel 1 und den deutschen
Tourenwagen-Masters. Für DTM-Fans
gibt es am 22. März einen ganz besonderen Höhepunkt, wenn Mercedes-Pilot
Pascal Wehrlein für eine Autogrammstunde im Center vorbeischaut. Rennbegeisterte Kunden können außerdem
an den Freitagen am Fahrsimulator
um den Linden-Center-Cup mitfahren.
Jeweils an den Sonnabenden steht der
Fahrsimulator außerdem allen kurz­
entschlossenen Hobby-Rennfahrern
zur Verfügung. Bei einem Gewinnspiel
winkt als Hauptpreis ein DTM-Rennwochenende am Lausitzring für zwölf
Personen. Freitags und sonnabends
haben Besucher zusätzlich die Möglichkeit, an exklusiven Ausstellungsführungen teilzunehmen. Diese finden
um 12, 14 und 16 Uhr statt und sind
kostenlos. Anmeldung für die Führungen und den Linden-Center-Cup sind
über die Kundeninformation unter Tel.:
030/9279610 möglich.

Stiftung errichtet
Bildungscampus

Für ein Kinder-Musical werden kleine Nachwuchsschauspieler im Alter von 5 bis 13 Jahren gesucht. Wer Freude
am Singen, Tanzen und Theaterspielen hat, kann sich bei der Evangelischen Kirche (Am Berl 17, 13051 Berlin),
telefonisch anmelden unter (030) 42 08 86 67. Die Proben beginnen bereits am 17. März. Und darum geht’s: Räuber stürzen sich auf einen reichen Kaufmann und lassen ihn dann am Wegesrand liegen. Auch die vorbeiziehenden
Reisenden beachten den Beraubten nicht. Bis ein damals als „Bürger zweiter Klasse“ geltender Samariter vorbeikommt und sich um ihn kümmert. Das Musical soll zeigen, wie wichtig es ist, hinzuschauen und zu helfen. BILD: EVK

Bezirk erwacht aus Winterschlaf

D

Brunnensaison beginnt/ 30.000 Frühlingsblumen werden gepflanzt.

ie Temperaturen steigen, locken
die Lichtenberger und Hohenschönhausener ins Freie. Der
Frühling zeigt sich schon jetzt von seiner schönsten Seite. Während viele den
frühen Lenz bei einem Ausflug oder mit
dem ersten Besuch in der Eisdiele genießen, stehen auch im Bezirk alle Signale
auf Grün.
So eröffnet Wilfried Nünthel, Bezirksstadtrat für Stadtentwicklung (CDU),
am 25. März die Brunnensaison in der
Erich-Kurz-Straße am Tierpark-Center. Neben dem dortigen Spree-HavelBrunnen werden bis Mitte April der
Brunnen „Jüngling mit Fisch“, Fontänenfeld, Kugel-, Keramik-, Schalen-,
Findlings-, Vogel- sowie Fontanebrunnen, die Schwimmfontäne Fennpfuhl
und der Brunnen der Jugend in Betrieb
genommen. Wenn alles sprudelt und
blüht, macht der Spaziergang durch
den Bezirk noch mehr Spaß. Das findet
auch der Bezirksstadtrat und freut sich
über die verfrühten milden Temperaturen. „Hatte uns der Frühling im Vorjahr noch sechs Wochen warten lassen,
so dürfen wir die Beete diesmal etwas
früher mit Leben erfüllen.“ Gemeint ist
die traditionelle Bepflanzung von ausgewählten öffentlichen Flächen im Bezirk.
Diese sei „vor dem Hintergrund des
Sparzwangs“ zwar jedes Mal eine Abwägungsentscheidung.
In diesem Jahr beteiligen sich allerdings erstmals lokale Unternehmen
an der Finanzierung der Pflanzaktion.
Begonnen wird an der Falkenberger
Chaussee, unmittelbar vor der Zufahrt
ins Parkhaus des Linden-Centers. Centermanagerin Victoria Esser begrüßt
und unterstützt das Projekt, denn sie
wolle dazu beitragen, den Kiez weiter
attraktiv zu gestalten. Insgesamt werden

Frühling am Obersee. BILD: M. GÄDING

30.000 Frühblüher wie Stiefmütterchen,
Tulpen, Primeln und Hyazinthen an
elf verschiedenen Orten gepflanzt. In
den nächsten Wochen verschönern die
Gärtner die Ribnitzer Straße vorm SBahnhof Wartenberg, das Ehrenmal in
der Nöldnerstraße, der Fischerbrunnen,
die Egon-Erwin-Kisch-Straße vorm Bürgeramt, die Grünanlagen Warnitzer Bogen und am Wolfgangspfuhl, die Deg­
nerstraße, der Münsterlandplatz, der
Zentralfriedhof Friedrichsfelde und der
Eingangsbereich zum Fennpfuhlpark
mit Blumen. Auch im Landschaftspark
Herzberge reagiert man auf die frühlingshaften Temperaturen. Knapp einen
Monat vor der Lammzeit werden die
50 Muttertiere der Rauhwolligen Pommerschen Landschafe von ihrem dicken
Wollkleid befreit. (jk.)

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HOHENSCHÖNHAUSEN ­– An der
Hedwigstraße 9-10 in Alt-Hohenschönhausen entsteht bis Ende des Jahres ein
modernes Kinder-, Familien- und Stadtteilzentrum. Beim ersten Spatenstich
für das neue Bauprojekt erklärt Michael
Heinisch, Vorstandsvorsitzender der
SozDia Stiftung Berlin: „Mitten in
Lichtenberg-Hohenschönhausen möchten wir für die dortigen Kinder, Familien und Anwohner einen exklusiven Bildungscampus errichten. Wir wünschen
uns einen Ort, an dem alle Menschen
mit uns Leben gestalten, an Angeboten
mitwirken und Unterstützung erfahren
können.“ In den zweistöckigen Neubau
sollen nach seiner Fertigstellung die
Kindertagesstätte „Spatzenhaus“, das
Stadtteilzentrum HEDWIG und die
FLEXiblen Erziehungshilfen einziehen.
Die Kita stand vor einigen Jahren kurz
vor der Schließung, konnte aber davor
bewahrt werden. Zusammen mit dem
Stadtteilzentrum ist sie derzeit noch in
einem alten DDR-Bau auf demselben
Gelände untergebracht. Investiert werden hier insgesamt 2,2 Millionen Euro,
davon sind 770.000 Euro Fördermittel
des Bundesministeriums für Familie,
Senioren, Frauen und Jugend.

Bezirks-Journal | März 2014

Kinder-Musical



AKTUELL



Bezirks-Journal | März 2014

LESUNG
Oscar Gregorovius: Die Lesung des
Karlshorster Erzählkreises am 14. März
um 19 Uhr ist Höhepunkt eines Abends,
der sich dem berühmten Gründer und
Baumeister widmet. Anlässlich des 100.
Todestages werden unbekannte Bildund Tondokumente präsentiert, zudem
Ausführungen des Urenkels Jürgen Gregorovius zu hören sein. Ort: Kulturhaus
Karlshorst, Treskowallee 102, 10318
Berlin. Telefon: 030 47 59 46 10.
Krimilesung: Die Berliner Autorin liest
am 17. März um 19 Uhr aus ihrem
Wein-Krimi „Silvaner trocken oder ein
tödlicher Tropfen“ vor. Josefine Laux, die
zusammen mit ihrem Mann ein kleines
Weingut betreibt, und ihre Freundin, die
Buchhändlerin Charlotte Messerschmidt,
streiten sich beim Krimi-Dinner. Es geht
um Moritz Wolff, einen attraktiven Bekannten, der im Verlauf des Abends völlig die Fassung verliert, herumbrüllt und
seinem Vater vor aller Augen Wein ins
Gesicht schüttet. Am nächsten Morgen
ist der Vater tot. Vergiftet. Und sein Sohn
steht unter Mordverdacht. Josefine und
Charlotte können das nicht glauben. Gemeinsam machen sie sich auf die Suche
nach einer gefährlichen Wahrheit, die
weit in die Vergangenheit zurückreicht.
Der Eintritt kostet 4 Euro, erm. 3 Euro.
Der Vorverkauf in der Bibliothek hat
bereits begonnen. Ort: Anton-Saefkow-Bibliothek, Anton-Saefkow-Platz 14, 10369
Berlin. Telefon: 030 90 29 63 790.
Literatur am Fenster: Am 19. März stellt
die Berliner Literaturwissenschaftlerin
Sonja Hilzinger erstmals „Gemeinsam
gelebte Zeit – Die Doppelbiografie über
Christa und Gerhard Wolf“ vor. In ihrem
Buch gewährt die Autorin Einblicke in die
einzigartige Lebenspartnerschaft des
Schriftsteller-Ehepaars. Die Karten kosten 8 Euro, erm. 3 Euro. Ort: Kulturhaus
Karlshorst, Treskowallee 102, 10318
Berlin. Telefon: 030 47 59 46 10.

KONZERT & MUSIK
Rock & Pop: Die Big Band der Musikschule Lichtenberg nimmt es am 15.
März um 16 Uhr mit bekannten Rockund Poplegenden musikalisch auf. Die
Songs von „The Beatles“, „Simon & Garfunkel“, „The Blues Brothers“ und vielen
anderen werden neu interpretiert und
aufgeführt. Der Eintritt ist frei. Spenden
sind erbeten. Ort: Humboldt-Haus, Warnitzer Straße 13, 13057 Berlin. Telefon:
030 96 24 25 08.
4. Schostakowitsch-Wettbewerb: Die
Gewinner des traditionellen Wettbewerbs der Schostakowitsch-Musikschule
Lichtenberg werden geehrt und zeigen
am 27. März um 18.30 Uhr ihre künstlerische Klasse. Auf Streichinstrumenten,
Akkordeon, Schlagzeug, Klavier und im
Gesang werden von Klassik über Rock
und Pop bis hin zu Jazz alle Genres
präsentiert. Der Eintritt ist frei. Ort:
Kulturhaus Karlshorst, Treskowallee 102,
10318 Berlin. Telefon: 030 47 59 46 10.

AUSSTELLUNGEN

Bezirks-Kulturkalender 15
FINNISCHER SALON

Werkschau: Die Ausstellung zeigt
Aquarelle, Zeichnungen und Mischtechniken von Magdalena Kreipe und ist bis
voraussichtlich Ende Juni während der
Veranstaltungen im Humboldt-Haus zu
sehen. Ort: Humboldt-Haus, Warnitzer
Straße 13, 13057 Berlin. Telefon: 030
96 24 25 08.

Synthesis: Halina Hildebrand und
Michail Schnittmann wagen in ihrer
Ausstellung einen Dialog zwischen
Malerei und Fotografie. Die Fotografin
und der Maler suchen Antworten auf die
Frage, ob diese beiden Kunstrichtungen
zusammen passen. Synthesis ist bis
zum 11. Mai zu sehen und montags bis
donnerstags von 11 bis 19 Uhr, freitags
bis 18 Uhr sowie sonntags von 14 bis 18
Uhr. Ort: studio im hochhaus, Zingster
Straße 25, 13051 Berlin. Telefon: 030
92 93 821.
Zeichnung = Skulptur: Die Ausstellung
mit Werken von Helmut Stromsky wird
am 16. März um 16 Uhr eröffnet. Sie ist
bei freiem Eintritt bis 1. Juni zu sehen
und immer dienstags bis sonntags von
11 bis 17 Uhr geöffnet. Ort: Mies van der
Rohe Haus, Oberseestraße 60, 13053
Berlin. Telefon: 030 97 00 06 18.
Fayencen und Radierungen: Vom 19.
März bis 27. April werden die üppig geschmückten und mit Ornamenten in Fayence-Bemalung verzierten Objekte von
Sigrid Artes gezeigt. Im selben Zeitraum
sind außerdem diverse Radierungen von
Dieter Goltzsche zu sehen. Der Eintritt
ist frei. Geöffnet ist immer dienstags bis
freitags von 10 bis 18 Uhr und sonntags
von 14 bis 18 Uhr. Ort: Galerie 100 und
Kunstverleih, Konrad-Wolf-Straße 99,
13055 Berlin. Telefon: 030 97 11 103.
Die Kunst der Intervention III: Die
Arbeiten von Künstlern des Programms
„Lichtenberg Studios“ werden vom 26.
März bis 9. Mai gezeigt. Sie haben Orte
und Räume in Lichtenberg erforscht
und versucht, eine Verbindung zwischen
Kunst, Architektur und öffentlichem
Raum zu entwickeln. Die Ergebnisse sind
immer montags bis freitags von 10 bis
18 Uhr zu sehen. Besucherführungen
finden am 2. April und 7. Mai jeweils um
17 Uhr statt. Ort: Galerie Ratskeller, Möllendorffstraße 6, 10367 Berlin. Telefon:
030 90 29 63 713.
15 Facetten: Noch bis zum 27. März
zeigen Schülerinnen und Schüler des
Kunstleistungskurses der GutenbergOberschule Lichtenberg in der Ausstellung ihre Arbeiten aus Fotografie, Design
und Malerei. Ort: Museum Kesselhaus
Herzberge, Herzbergstraße 79, 10369
Berlin. Telefon: 030 54 72 24 24.

Immer aktuell:
www.kultur-in-lichtenberg.de

Finnischer Tango im Kulturhaus Karlshorst, Treskowallee 112, 10318 Berlin:
Am 28. März findet dort um 19.30 Uhr der Carlshorster Salon statt. Gastgeberin
Alina Martirosjan-Pätzold präsentiert die Tangokultur Finnlands. Zu Gast ist die
Gruppe „Satumaa“ (Foto). Außerdem werden Bilder aus Finnland ausgestellt,
die erworben werden können. Die Karten kosten 18 Euro inkl. Speisen. Bestellungen nimmt der Kulturring in Berlin unter Tel. (030) 5532276 entgegen.

KINDER
Kasper und der grüngelbe Kakadu: Am
20. März ist das Kindermusiktheater
ZimbelZambel zu Gast und zeigt um
9.30 Uhr das Puppenspiel von Tante
Ernas Kakadu, der nicht mehr sprechen
will. Für Kinder ab 3 Jahren. Eintritt für
Gäste 4 Euro, für Mitglieder der WBG
1 Euro. Ort: Humboldt-Haus, Warnitzer
Straße 13, 13057 Berlin. Telefon: 030
96 24 25 08.
Marionettentheater: Am 29. März zeigt
das Marionettentheater Kaleidoskop um
10 Uhr das Märchen „Aschenputtel“.
Auf der wunderschönen Bühne werden
fantastisch gestaltete Marionetten zu
Hauptdarstellern, die Vera Pachale für
ihr Theater selbst entworfen hat. Der
Eintritt kostet 1 Euro. Reservierung: 030
51 22 102. Ort: Bodo-Uhse-Bibliothek,
Erich-Kurz-Straße 9, 10319 Berlin. Telefon: 030 51 22 102.
Verspielter Tag: Kinder, Freunde, Eltern
und Großeltern sind am 15. März ab
10 Uhr in die Bodo-Uhse-Bibliothek am
Tierpark zum Spielen eingeladen. Es
können neue und ältere Spiele verschiedener Hersteller ausprobiert werden. Der
Eintritt ist frei. Ort: Bodo-Uhse-Bibliothek,
Erich-Kurz-Straße 9, 10319 Berlin. Telefon: 030 51 22 102.

FILM
Film ab: In der neuen Reihe der Lichtenberger Bibliotheken laufen an ausgewählten Sonnabenden Trickfilme für
Kinder, Märchen oder Abenteuerfilme für
die ganze Familie.
Die nächsten Termine:
15. März, 10 Uhr, Bodo-Uhse-Bibliothek,
Erich-Kurz-Straße 9, 10319 Berlin, Telefon: 030 51 22 102.

15. März, 10 Uhr, Anna-Seghers-Bibliothek, Prerower Platz 2, 13051 Berlin,
Telefon: 030 92 79 64 40.
22. März, 10 Uhr, Egon-Erwin-KischBibliothek, Frankfurter Allee 149, 10365
Berlin, Telefon: 030 55 56 719.

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IMPRESSUM
Bezirks-Journal

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Das Bezirks-Journal erscheint einmal im Monat
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Es gilt die Anzeigenpreisliste Nr. 1/2013.
Das nächste Bezirks-Journal erscheint am 10.4.

16 Bezirks-Kultur



Bezirks-Journal | März 2014

Mord und Liebe in Friedrichsfelde

Beim theater coram publico treten Amateure vors Publikum.Lichtenberg ist seit fünf Jahren Heimat des Theaters.
von Marcel Gäding

Z

ugegeben, bei dieser Probebühne braucht es doch schon etwas
Phantasie: Zwischen hölzernen
Schränken, Pokalen und Gesangsbüchern wird gesungen, getanzt und
gelacht. Wo sonst Schachspieler ihre
Nachmittage verbringen und der Blutspendedienst des Roten Kreuzes zu Gast
ist, proben an diesem Frühlingsnachmittag zwei Männer und vier Frauen ihr
aktuelles Stück: „Shakespeares sämtliche Werke – leicht gekürzt“. In ein paar
Tagen ist Premiere, dann wird es ernst
für die sechs Laiendarsteller des theater
coram publico.
Das theater coram publico ist ein Theater ohne Bühne. Sein Name stammt aus
dem Lateinischen und heißt „vor Publikum“. 20 Jahre schon existiert das Theater, das seit fünf Jahren eine Heimat
in Lichtenberg gefunden hat – aber mit
dem Umstand leben muss, dass es keine
feste Spielstätte gibt. Michael Hogh ist
von Anfang an dabei, so eine Art Urgestein. Er hält als Vereinsvorsitzender die
Truppe zusammen, organisiert Auftritte,
macht Werbung, ist Theaterchef, Schauspieler und ein bisschen auch Fels in der
Brandung. 1994 war das theater coram
publico gegründet worden. Damals als
Truppe von Eltern im Freizeit- und Erholungszentrum Wuhlheide. Die hatten
sich beim Kindertheater kennengelernt.
Damals stand Hoghs Sohnemann auf
der Bühne. Das können wir doch auch

Laientheater, professionell: das Ensemble probt Shakespeare. Viele weitere Fotos finden Sie unter www.bezirks-journal.de/theatercorampublico BILD: M. GÄDING
mal probieren, dachten sich die Mütter
und Väter. Hoghs Sohn ist inzwischen
Abteilungsleiter in einem großen Kaufhaus. Er selbst kam nie wieder los von
der Schauspielerei. Nach Feierabend engagiert sich der Sicherheitstechniker aus
Hohenschönhausen für sein Theater, das
bis Ende März in der KultSchule an der
Sewanstraße 43 probt.
Seit 2001 gab es 155 Inszenierungen.
Seither führt man bei dem kleinen Theater Statistik. Das aktuelle Ensemble
besteht aus acht Mitgliedern. Studenten
und Dozenten sind darunter, eine Diplom-Agraringenieurin, eine Großhan-

delskauffrau – und ein Lehrer. Letzterer
hat zu DDR-Zeiten mal Deutsch und
Englisch unterrichtet, war als Lektor
tätig und arbeitet derzeit als Kommunikationstrainer und Job-Coach: Stephan
Ploog ist der aktuelle Regisseur des Theaters, ein freundlicher Mann mit langem,
grauen Haar und Berliner Humor. Sein
einstiger Job als Lehrer kommt ihm im
Theater zu Gute. Ab und an muss er
schon mal sein Ensemble zur Disziplin
rufen – meist, wenn es wieder zu albern
wird. Bei den Proben sitzt Ploog an einem großen Tisch, spielt von seinem
Smartphone die im Ablaufplan festge-

haltenen Musikstücke ab und überprüft
anhand des 60 Seiten starken Manuskriptes, ob alle den Text gelernt haben.
„Shakespeares sämtliche Werke –
leicht gekürzt“ ist eine witzige und extrem kurzweilige Inszenierung, bei der es
sich um einen Kessel Buntes aus den 37
Bühnenstücken Shakespeares handelt.
Die Darsteller, darunter auch Michael
Hogh, schlüpfen in Dutzende Rollen.
Sie spielen Hamlet und Julia, Opfer
sowie Täter. Sie rappen Othellos Geschichte und gehen sich mit unscharfen
Messern an die Gurgel. Sie sind Sänger,
Komödianten, Charakterfiguren. Alles
wirkt trotz des einen oder anderen Versprechers in den Proben professionell.
Für das aktuelle Stück passen alle Requisiten in eine Kiste. Das Bühnenbild
ist übersichtlich. Ab und an kommen
Holzschwerter oder mit Kunstblut verschmierte T-Shirts zum Einsatz. Michael
Hogh muss auch in einer Szene eine Perücke und ein Tütü anziehen, was sehr
lustig aussieht. Alles wird aufs Wesentliche reduziert. Das gehört eben auch zu
einem Theater ohne Bühne.

„Shakespeares sämtliche Werke –
leicht gekürzt“ feiert am 21. März um
18 Uhr in der KultSchule, Sewanstraße
43, 10319 Berlin, Premiere. Eine weitere Aufführung ist am 22. März um 15
Uhr geplant. Die Karten kosten 8 Euro,
erm. 4 Euro. Bestellungen sind unter
Tel. 01520 9275983 möglich.
        
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