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Full text: Marzahn-Hellersdorfer Bezirks-Journal (Rights reserved) Ausgabe 9.2022,[4] April (Rights reserved)

Anzeige Das große Problem: Der Bezirk verzeichnet Zuzug. Doch es fehlt insbesondere an Schulen. Seite 2 Das große Programm: Ab sofort wieder mit unserem beliebten Veranstaltungskalender für den Berliner Osten. Seite 7 MARZAHN-HELLERSDORFER GRATIS BEZIRKS-JOURNAL zum Mitnehmen Ihre kostenlose Monatszeitung für Marzahn-Hellersdorf | Ausgabe April 2022, 7. April 2022 |  www.bezirks-journal.de | m redaktion@bezirks-journal.de JUGENDFORSCHERZENTRUM: Das HELLEUM bekommt Zuwachs Gespannt, aber erleichtert verfolgt Prof. Dr. Hartmut Wedekind, wie eine mit Fotos und Zeitungen gefüllte Zeitkapsel in den Grundstein des HELLEUM II eingelassen wird. Mit einigen Jahren Verspätung ist der Bau des neuen Jugendforscherzentrums in vollem Gange. Es entsteht direkt neben dem Kinderforscherzentrum, das die Handschrift seines langjährigen wissenschaftlichen Leiters Wedekind trägt. Von ihm stammt auch das Konzept für das HELLEUM II. Mehr dazu auf Seite 4. Foto: Marcel Gäding autohaus autohaus MARZAHN rfelde r Str. e Bitte Sportgelände Marzahn R.Wall enberg -S tr. ee All erger dsb Lan lle eA sch rki Mä Mehro wer A llee Blumb erger Damm Wo lfen er S tr. MARZAHN Sondermodelle Aktionspreise Inzahlungnahme Autohaus Marzahn GmbH Wolfener Straße 13 a, 12681 Berlin Tel. 030 / 93 69 160 | www.autohaus-marzahn-berlin.de BEZIRKS-THEMA 2 April 2022 | Marzahn-Hellersdorf | BEZIRKS-JOURNAL Neue Wohnungen, aber viel zu wenig Schulen STADTENTWICKLUNG: In Marzahn-Hellersdorf entstehen neue Quartiere. Das stellt den Bezirk jedoch vor ein Problem – es fehlen insbesondere Schulen. Die CDU will, dass jetzt die Bremse gezogen wird. Von Marcel Gäding. E s gibt im Leben von Kommunalund Landespolitikern schöne Termine. Richtfeste gehören dazu. Ein paar aufbauende Worte hier, ein paar schöne Fotos dort. So war es auch kürzlich auf dem Areal des Stadtguts Hellersdorf, wo die landeseigene Wohnungsbaugesellschaft Gesobau weitere 448 Wohnungen errichtet. Neben Vertretern des Vorstandes waren der Bausenator, der Bezirksbürgermeister und die Stadtentwicklungsstadträtin zu Gast. Rund um den historischen Hellersdorfer Ortskern verspricht die Gesobau ein „lebendiges Quartier mit rund 1.500 neuen Wohnungen, einem attraktiven Gewerbeareal, zahlreichen Grün- und Erholungsflächen sowie alternativen Mobilitätsangeboten“. Bis zu 3.000 Menschen werden künftig in dem neuen Viertel leben, viele davon sind schulpflichtige Kinder. Allerdings hat man bei den Planungen für die dringend benötigten Wohnungen einen entscheidenden Fehler gemacht: Es wird im Quartier keine einzige neue Schule entstehen, wie die Gesobau auf Nachfrage des Bezirks-Journals bestätigt. Dr. Torsten Kühne ist seit Dezember Bezirksstadtrat für Schule, Sport, Weiterbildung, Kultur und Facility Management. Der CDU-Politiker steht vor einer großen Herausforderung. Wegen des anhaltenden Zuzugs benötigt Marzahn-Hellersdorf bis Ende des Jahrzehnts mindestens 7.000 neue Schulplätze. „Wir planen derzeit zwölf neue Schulstandorte und 13 Mobile Ergänzungsbauten“, sagt Kühne. Um den Bedarf zu decken, müsste jedes Jahr mindestens eine neue Schule eröffnet werden. Das Problem aber ist, dass die Neubauten auf Landesebene geplant werden. Und da stockt es, wie Kühne zu berichten weiß. Während neue Wohnquartiere entstehen, hinken Planung und Umsetzung neuer Schulstandorte mächtig hinterher. Niemand bestreitet, dass dringend neuer Wohnraum benötigt wird. Doch nach Ansicht der bezirklichen CDU leidet vor allem Marzahn-Hellersdorf unter den zahlreichen Bauaktivitäten. Viele über Jahre ungenutzte Flächen werden nun mit mehrgeschossigen Häusern bebaut. Alexander Herrmann, Mitglied des Abgeordnetenhauses, spricht von einer „Maximalverdichtung“, insbesondere durch die landeseigenen Wohnungsunternehmen. „Jede freie Fläche, jeder freie Innenhof wird bebaut“, kritisiert der Christdemokrat. Es würden Grünflächen vernichtet, zudem fehle es an Pkw-Stellplätzen und an öffentlichen Verkehrsmitteln. Herrmann sieht bereits deutliche Spannungen in den Kiezen. Vor allem bei kleineren Bauvorhaben gibt es nach Darstellung seines Parteifreundes Torsten Kühne keine Verpflichtung für die Bauträger, die Kosten für den Bau von neuen Schulen oder Kitas zu Großbaustelle Stadtgut Hellersdorf: Hier entstehen 1.500 Wohnungen, viel Grün - aber keiFoto: Marcel Gäding ne einzige neue Schule. übernehmen. Viele der 47 Schulstandorte im Bezirk seien bereits voll belegt, berichtet der Schulstadtrat. Er bemängelt, dass neue Wohnungen entstehen, ohne vorab die Bedarfe an Schul- und Kitaplätzen zu analysieren. Juliane Witt (Die Linke) ist Bezirksstadträtin für Stadtentwicklung und ärgert sich, dass die zwölf in der Planung befindlichen Schulbauvorhaben stocken. „Die Mehrzahl der Schulbauvorhaben hat es bis heute nicht einmal bis zum ersten Spatenstich geschafft“, sagt sie. Auch sie sieht mit Sorge auf die neuen Stadtquartiere am Gut Hellersdorf oder rund um den Gewerbepark Georg Knorr in Marzahn, wo perspektivisch nicht ausreichend Schulplätze vorhanden sind. CDU-Chef Czaja fordert nun eine Art Wohnungsbaumoratorium, also einen Stopp weiterer Projekte. „Die Infrastruktur muss mitgedacht werden“, erklärt er. Stadtentwicklungsstadträtin Witt erwartet vom Land Berlin, dass alle Wohnbauflächen in Bezug auf das Thema Schule und erhaltenswertes Grün auf den Prüfstand kommen. Grundstücke, die zunächst für weitere Wohnungen vorgesehen waren, sollen zudem für den Bau neuer Schulen oder Kitas verwendet werden. „In einigen Gebieten unseres Bezirks gibt es kaum noch Vorhalteflächen, um mittel- und langfristig Kindergärten, Schulen und Kultureinrichtungen zu bauen“, sagt Sarah Fingarow, Vorsitzende und familienpolitische Sprecherin der Linksfraktion in der Bezirksverordnetenversammlung. „Wir können es uns nicht leisten, weitere Bauflächen im Bezirk für den Wohnungsbau herzugeben oder gar völlig ungenutzt zu lassen, während es keine Möglichkeiten gibt, z.B. eine neue Bibliothek zu bauen. Dort wo einst ein Kindergarten stand, könnte auch wieder einer errichtet werden.“ Zudem lehne die Linksfraktion die Umwandlung von ausgewiesenen Grünflächen in Bauland ab. Für den Vorsitzenden der Linksfraktion, Bjoern Tielebein, müssten die Fachämter des Bezirks ihren Bedarf an Flächen mitteilen. Reichen landes- oder bezirkseigene Immobilien nicht aus, müsse auch der Ankauf von Grundstücken durch das Land Berlin ernsthaft geprüft werden: „Es gibt Stadtteile, in denen es faktisch keine Vorhalteflächen mehr für neue Schulen gibt. Dies kann nur durch einen Flächenankauf geändert werden.“ ANZEIGEN erste marzahner wohnungsgenossenschaft eG Blumberger Damm 178 a 12679 Berlin 'J: 030 / 93 02 64 30 www.emwg-eg.de IMPRESSUM BEZIRKS-JOURNAL – Unabhängige Monatszeitung | Das Bezirks-Journal erscheint einmal im Monat und liegt an ca. 300 Orten in Lichtenberg sowie Marzahn-Hellersdorf kostenlos zur Mitnahme aus. HERAUSGEBER/ CHEFREDAKTEUR Marcel Gäding (V.i.S.d.P.), Medienbüro Gäding, Groß Eichholz 4, 15859 Storkow (Mark) TELEFON 033760 206891 E-MAIL redaktion@bezirks-journal.de ANZEIGENSCHALTUNGEN: anzeigen@bezirks-journal.de INTERNET www.bezirks-journal.de | FACEBOOK www.facebook.com/bezirksjournalberlin | VERTRIEB & VERTEILUNG Eigenvertrieb DRUCK: BVZ Berliner Zeitungsdruck GmbH, Am Wasserwerk 11, 10365 Berlin. GESAMTAUFLAGE 100.000 Exemplare | Es gilt die Anzeigenpreisliste 2022 | Das nächste Bezirks-Journal erscheint am 12. Mai 2022. BEZIRKS-JOURNAL | Marzahn-Hellersdorf | April 2022 BVG erneuert Bahnsteigkanten HELLERSDORF. Die BVG erneuert auf dem UBahnhof Cottbusser Platz die Bahnsteigkanten. Wie das landeseigene Unternehmen mitteilt, hätten sich die etwa 1,20 Meter langen Betonsteine im Laufe der Jahre verschoben. Während der Bauarbeiten, die bis zum 24. April dauern, halten die U-Bahnen in Richtung Hauptbahnhof nicht am U-Bahnhof Cottbusser Platz. Von Montag, den 25. April, bis Sonntag, den 22. Mai, halten die Bahnen dort nicht in Richtung Hönow. Für Fahrgäste bleibt der U-Bahnhof Cottbusser Platz auch während der Bauarbeiten erreichbar. Sie müssen lediglich eine Station vor- bzw. zurückfahren über die Bahnhöfe Kienberg (Gärten der Welt) und Hellersdorf. Allee der Kosmonauten bekommt Radweg MARZAHN. Radfahrer werden künftig besser auf der Allee der Kosmonauten vorankommen. Der Senat will dort nun einen durchgehenden Radweg einrichten. Bislang existieren auf der mehrspurigen Straße nur Teilstücke, die für Radfahrende freigegeben sind. Mit dem durchgehenden Radweg könne nun eine zentrale Verbindung zwischen dem S-Bahnhof Springpfuhl und der Raoul-WallenbergStraße entstehen. Dort gäbe es dann einen Anschluss an den Radweg TR7. Linke und Grüne hatten bereits vor zwei Jahren die Einrichtung eines durchgehenden Radweges auf der Allee der Kosmonauten gefordert. Allerdings sei das Projekt jetzt erst durch die neue für Straßen zuständige Bezirksstadträtin Juliane Witt (Die Linke) beim Land Berlin angemeldet worden. Regionalbahn könnte am Springpfuhl halten MARZAHN. Der S-Bahnhof Springpfuhl könnte künftig auch ein Haltepunkt für Regionalbahnen sein. Das fordern Linke, Grüne und Tierschutzpartei in einem Antrag in der Bezirksverordnetenversammlung. In der Begründung heißt es, dass am S-Bahnhof Springpfuhl eine elektrifizierte Bahnstrecke verlaufe, die nach Hohenschönhausen führe. Zudem verkehre dort die Regionalbahn RB 26, die Lichtenberg und Werneuchen miteinander verbindet. Möglich wäre, aus dem S-Bahnhof Springpfuhl ein neues Ostkreuz zu machen, da dort unter anderem die S7 und die S75 halten und ein Umstieg auf die Straßenbahnlinien M8 und 18 möglich sei. Das Bezirksamt soll sich nun beim Senat und der Deutschen Bahn AG für einen Regionalbahnhalt einsetzen. Fitness-Plätze für alle MARZAHN-HELLERSDORF. In den Grünanlagen des Bezirks könnten Sport- und Fitnessparcours entstehen, die allen Generationen zur Verfügung stehen. Das fordert die CDU-Fraktion und fordert vom Bezirksamt, zu prüfen, in welchen Kiezen solche Anlagen entstehen könnten. „In unserem Bezirk gibt es nur wenige öffentliche Angebot für Fitnesssport-Aktivitäten im Freien“, heißt es in der Antragsbegründung. „Die vorhandenen Angebote, z.B. am Bewegungspark Berlin Marzahn, werden intensiv genutzt.“ Bei der Konzeption eines Angebots sollte auch berücksichtigt werden, dass die bestehenden Angebote häufig für die „ältere“ Generation nur schwer erreichbar sind und daher überwiegend von den jüngeren Generationen genutzt werden. BEZIRKS-NACHRICHTEN Kostenfreie Unterkunft für Zeitungsarchiv MARZAHN. Das Zeitgeschichtliche Archiv soll seine Räume an der Premnitzer Straße kostenfrei nutzen können. Dafür setzen sich Linke und Tierschutzpartei ein. Wie berichtet, war Ende des vergangenen Jahres ein Mietvertrag für die bezirkseigenen Räume ausgelaufen. Noch sucht der Betreiberverein ein neues Domizil für das Archiv, das unter anderem die kompletten Bestände der Tageszeitungen Neues Deutschland und Der Tagesspiegel beherbergt. Bis zum Umzug an einen neuen Ort sollen dem Verein die Betriebskosten erlassen werden, erklären Linke und Tierschutzpartei. „Eine Übernahme der Bestände ist durch das DDR-Museum geplant. Jedoch wird dies noch bis zur Fertigstellung eines Neubaus im Pyramidenring dauern. So lange muss das Archiv an seinem jetzigen Standort verbleiben. Das ist nur möglich, wenn der Bezirk dies kostenfrei duldet“, erklären die Fraktionen in ihrem Antrag in der Bezirksverordnetenversammlung. Schulhof soll nicht zum Baulager werden KAULSDORF. Weil auf dem Areal der FranzCarl-Achard-Schule gebaut wird, wird der Platz auf dem Schulhof knapp. Darauf weist die SPD-Fraktion hin – und befürchtet, dass sich die Situation in den kommenden Monaten weiter verschärfen wird. Hintergrund ist, dass Teile des Pausenhofs als Lager für Baumaterialien genutzt werden. „Es gibt bereits jetzt zu wenig Fläche an der Franz-Carl- Achard-Grundschule, die als Schulhof oder Spielfläche genutzt werden kann. Hier muss das Bezirksamt dringend hinschauen und nachbessern“, sagt Eike Arnold, verkehrspolitischer Sprecher. „Darum sollten unverzüglich Möglichkeiten geprüft werden, die für den Bau benötigten Materialien, Geräte etc. für den Zeitraum der Baumaßnahmen außerhalb des Schulgeländes zu lagern.“ Laternen werden zu Aufladestationen MARZAHN-HELLERSDORF. Noch in diesem Jahr soll es möglich sein, an rund 1.000 Straßenlaternen in Marzahn-Hellersdorf und Steglitz-Zehlendorf Elektroautos aufzuladen. Die Senatsverwaltung für Umwelt, Mobilität, Verbraucher- und Klimaschutz hat dafür einen entsprechenden Auftrag an das Berliner Unternehmen „Ubitricity“ vergeben. Damit kann das seit 2019 geplante Berliner Pilotprojekt im Rahmen des Forschungsvorhabens „ElMobileBerlin“, gefördert vom Bundesministerium für Wirtschaft und Klimaschutz, nach einigen insbesondere technisch bedingten Verzögerungen nun starten. Dabei soll geprüft werden, ob die Nutzung der vorhandenen Straßenlaternen-Infrastruktur, trotz geringer Ladeleistung, zur flächendeckenden Versorgung mit Ladepunkten für Elektroautos im öffentlichen Raum, etwa zum Laden in Wohnortnähe, geeignet ist. Die Errichtung der ersten 200 Laternenladepunkte soll bereits im zweiten Quartal 2022 beginnen. Zum Einsatz wird der von Ubitricity entwickelte Laternenladepunkt „Heinz“ mit einer Ladeleistung von 3,7 kW und einer herkömmlichen Typ-2-Steckverbindung kommen. Er wird als schmaler Kasten von außen auf die Laternenmasten montiert. Sportverein bekommt Förderpreis HELLERSDORF. Der Hellersdorfer AthletikClub Berlin e.V. bekommt den zweiten Förderpreis beim bundesweiten Wettbewerb des Deutschen Leichtathletikverbandes (DLV). Ausgezeichnet wird das Engagement gegen Rassismus und Diskriminierung. Der Preis ist mit 2.000 Euro dotiert. Der vor 30 Jahren gegründete Sportverein ist in seiner Zusammensetzung vielfältig. Dort trainieren Menschen unterschiedlicher ethnischer Herkunft oder mit körperlichen Einschränkungen. Derzeit hat der Verein 1.693 Mitglieder. Wege auf der Nordpromenade werden saniert BIESDORF. Die Wege auf der Nordpromenade werden in den kommenden drei Wochen saniert. Wie das bezirkliche Straßen- und Grünflächenamt mitteilt, wird die Strecke zwischen S-Bahnhof und dem Schlosspark neu asphaltiert. Außerdem werden drei Sitzbänke aufgestellt. Während der Bauarbeiten ist der Weg gesperrt. ANZEIGE 3 Mehr Sicherheit auf dem Jacques-Offenbach-Platz MAHLSDORF. Der Jacques-Offenbach-Platz nördlich des S-Bahnhofs Berlin-Mahlsdorf wird grundhaft erneuert. Um den Fußverkehr an diesem Verkehrsknoten sicherer zu machen, entstehen in allen vier Einmündungsbereichen Zebrastreifen. Außerdem erhalten die Bereiche der Hönower Straße nördlich und südlich des Kreisverkehrs je eine Mittelinsel. Die Fahrbahn des Kreisverkehrs wird grundhaft erneuert. Darüber hinaus werden die Beleuchtungsanlagen angepasst. Die Baukosten betragen rund 500.000 Euro und werden vom Land Berlin finanziert. Während der gesamten Bauzeit ist mit Verkehrsbeeinträchtigungen zu rechnen. Es wird empfohlen, den Bereich weiträumig zu umfahren. Die vorhandene Buslinien 395, 398, 197 und N90 sowie die Linie 399 werden weiterhin erreichbar sein. In Fahrtrichtung S-Bahnhof Berlin Mahlsdorf werden seitens der BVG Ersatzhaltestellen in der Nentwigstraße und der Wodanstraße eingerichtet. Für die Linien 195 und N95 ist keine Umleitung oder Ersatzhaltestelle notwendig. Der Abschluss der Arbeiten ist im Dezember 2022 geplant. Informationen zu Fördermitteln MARZAHN-HELLERSDORF. Welche Fördermöglichkeiten für Projekte im Bezirk existieren, ist das Thema eines Workshops am 27. April von 10 bis 12 Uhr. Im Rahmen einer von der Freiwilligen-Agentur organisierten Videokonferenz stellen Erik Legat von der Koordinationsstelle Großsiedlungen Marzahn-Hellersdorf (Mittendrin Leben e.V.) und Heidrun Schmidtke (Freiwilligen-Agentur) ausgewählte Fördermöglichkeiten vor. Derzeit existieren zehn verschiedene Fördertöpfe für Vorhaben, die den gesellschaftlichen Zusammenhalt, Demokratie, bürgerschaftliches Engagement und Nachbarschaft unterstützen. Anmeldung zur Veranstaltung nimmt die FreiwilligenAgentur Marzahn-Hellersdorf per E-Mail unter kontakt@fwa-mh.de beziehungsweise unter Telefon 030 76236500 entgegen. Regenwasser soll künftig gespeichert werden MARZAHN-HELLERSDORF. Vor dem Hintergrund zunehmender Trockenheit soll das Regenwasser in Marzahn-Hellersdorf künftig gespeichert werden. Einen entsprechenden Antrag der Linksfraktion, der Grünen und der Tierschutzpartei hat nun die Bezirksverordnetenversammlung beschlossen. Demnach könnten Regenwasserzisternen entstehen. „Ziel ist es, Projekte für die Speicherung und Nutzung von aufgefangenem Regenwasser durch das Grünflächenamt umzusetzen. Hierfür sollen geeignete Grundstücke, zum Beispiel ungenutzte Innenhöfe, identifiziert werden“, erklärt Stefanie Wagner-Boysen, umweltpolitische Sprecherin der Linksfraktion. Gerade in den Sommermonaten sei der Bedarf an Gießwasser für die öffentlichen Grünflächen hoch. „Mit Regenwasserzisternen wollen wir einen Beitrag dazu leisten, dass die Reviere des Grünflächenamtes ausreichend Wasser zur Verfügung haben und die Nutzung von Frischwasser gemindert werden kann.“ Aus Sicht der Linksfraktion könnten derartige Anlagen auf Innenhöfen in den Großsiedlungen realisiert werden. „Auch zur Unterstützung von Maßnahmen gegen die Austrocknung von kleinen Gewässern im Bezirk könnten Regenwasserspeicher einen Beitrag leisten.“ 4 BEZIRKS-LEBEN April 2022 | Marzahn-Hellersdorf | BEZIRKS-JOURNAL Das HELLEUM wächst BILDUNG: An der Kastanienallee entsteht nun ein Jugendforscherzentrum. Zur Grundsteinlegung gab dessen Schöpfer allerdings seine Schlüssel ab. A ls der offizielle Teil beendet ist, steht Prof. Dr. Hartmut Wedekind an der Baugrube und blickt zufrieden auf die aus dem Boden ragenden Kellerwände. Wie sehr hat er sich auf diesen Tag gefreut, denn er ist ein weiterer Meilenstein im Leben des Mathematik- und Physiklehrers. Bis zum Herbst kommenden Jahres entsteht an der Kastanienallee in Hellersdorf das HELLEUM II, ein Jugendforscherzentrum. Auf drei Etagen können dort künftig Jugendliche ab der siebenten Klasse naturwissenschaftliche Phänomene ergründen, experimentieren oder über ein Observatorium in den Sternenhimmel über Berlin blicken. Bereits 2012 wurde nebenan das HELLEUM als Kinderforscherzentrum eröffnet. Geistiger Vater ist Prof. Dr. Hartmut Wedekind, der junge Menschen spielerisch für die Naturwissenschaften begeistern möchte und der das HELLEUM selbst als sein Lebenswerk bezeichnet. In den zehn Jahren seit der Eröffnung des HELLEUM kamen rund 50.000 Kinder und 20.000 Wissenschaftler aus der ganzen Welt nach Hellersdorf. Die Idee, in lockerer Atmosphäre zu tüfteln, zu basteln und zu experimentieren, wurde zum Exportschlager. In Asien wurde die Einrichtung eins zu eins nachgebaut, und auch die Bundesstadt Bonn plant mit dem neuen „Bonneum“ eine Lernwerkstatt für Kinder, die dem HELLEUM sehr ähnelt. Für Wedekind, heute 71 Jahre alt, war damals schnell klar, dass es nicht nur Angebote für Kinder im Grundschulter, sondern auch für Jugendliche ab der 7. Klasse geben muss. Und so strickte er mit seinem Team an einem Konzept. 2018 gab es den ersten symbolischen Spatenstich. Weil dann aber die Baukosten explodierten und immer wieder umgeplant werden musste, verzögerte sich die für 2019 geplante Eröffnung des HELLEUM II. Statt ursprünglich 2,7 Millionen Euro kostet das Projekt 6,4 Millionen Euro. Nun ist davon auszugehen, dass das HELLEUM II im August oder September kommenden Jahres in Betrieb geht. Was zur deutlich verspäteten Grundsteinlegung vor wenigen Tagen niemand der Gäste – darunter Bundestagsvizepräsidentin Petra Pau (Die Linke), Bundestagsabgeordneter Mario Czaja (CDU) und Bezirksbürgermeister Gordon Lemm (SPD) – weiß: Es ist auch der letzte Arbeitstag von Prof. Dr. Hartmut Wedekind. „Das habe ich in meiner Rede ganz vergessen zu erwähnen, dass ich heute meine Schlüs- Prof. Dr. Hartmut Wedekind war wissenschaftlicher Leiter des HELLEUM in Hellersdorf. Er wäre gerne weiter beratend tätig gewesen. Fotos: Marcel Gäding lang nicht unterbreitet. Gebaut wird das HELLEUM II nach den Plänen des Berliner Architekten Klaus Groth. Es wird eine auffällige AluminiumMetall-Fassade haben, viele lichtdurchflutete Flächen und im Inneren Sichtbeton. Auf dem Dachgarten sticht nicht nur die Kuppel des Sternen-Observatoriums hervor. Dort soll auch ein Garten mit einer Bienenzucht entstehen. Marzahn-Hellersdorfs Bezirksbürgermeister Gordon Lemm (SPD) sieht im HELLEUM einen herausragenden Ort, „der neue Maßstäbe in der außerschulischen Bildungsarbeit setzt“. Die Einrichtung unterbreite ein niederschwelliges Angebot, Naturwissenschaften zu vermitteln. Hartmut Wedekind hofft nach seinem Ausstieg, dass das von ihm mitentwickelte Konzept der Lernwerkstatt aufgeht. „Ich wünsche mir sehr, dass die Idee von Lehrern in die Schulen getragen wird.“ Das HELLEUM wird vom Bezirksamt, der Alice-Salomon-Hochschule Berlin und der Senatsverwaltung für Bildung betrieben. In den Bau der Einrichtung floss unter anderem Geld aus dem Stadtumbau-Programm der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung. Auch die Erweiterung wird mit einem Teil Fördermittel finanziert. (gäd.) Bürgermeister Gordon Lemm (Mitte) übergibt historisches Material für die Zeitkapsel. Neben ihm Mario Czaja (rechts), Dr. Torsten Kühne (links), Stadträtin Juliane Witt. sel abgebe“, sagt der Wissenschaftler. Bis Ende vergangenen Jahres habe er noch einen Honorarvertrag gehabt, seit Januar arbeitet der langjährige wissenschaftliche Leiter des HELLEUM ehrenamtlich. „Ich kann nicht weiter die Verantwortung für dieses Projekt tragen.“ Den Tag der Grundsteinlegung verbinde er einerseits mit ganz großer Demut, andererseits mit einem sehr großen Glücksgefühl. „Es wärmt mein Herz zu sehen, wie dieses Haus wächst.“ Traurig sei er jedoch darüber, dass das Projekt zu wenig strukturell begleitet werde. Bis heute sei kein Nachfolger für ihn gefunden worden. Unklar ist auch, ob die in seinem Konzept festgeschriebenen neun Pädagogen im kommenden Jahr bereitstehen. Er selbst wäre gern weiter beratend tätig gewesen. Doch ein entsprechendes Angebot wurde ihm bis- Kein BEZIRKS-JOURNAL mehr verpassen: Jetzt E-Paper kostenlos abonnieren! g: Zahlen vom Wahlta wurde gewählt. Am 26. September Ergebnisse und Eine Übersicht über Anzeige Bezirkspolitik: Abschied aus der 29 Jahre die Rainer Bosse leitete ersammlung. Bezirksverordnetenv . Seite 2 Jetzt ist damit Schluss Personen. Seiten LICHTENBERGER Abschied aus der Bezirkspolitik: Dagmar Pohle (Die Linke) verlässt die politische Bühne – und freut sich auf eine neue Zeit. Seite 2 4-5 GRATIS AL BEZIRKS-JOURNMARZAHN-HELLERSDORFER BgoEge ZnIRKS-JOURNAL t Päda Lichtenberg such Anzeige zum Mitnehmen Zahlen vom Wahlta g: Am 26. September wurde gewählt. Eine Übersicht über Ergebnisse und Personen. Seiten 4-5 journal.de redaktion@bezirksirks-journal.de | m 2021 |  www.bez 2021, 14. Oktober n | Ausgabe Oktober rg & Hohenschönhause eitung für Lichtenbe Oktober: Ihre kostenlose Monatsz nLERNEN“ am 27. GRATIS AKTIONSTAG „Kenne Ihre kostenlose Monatsz eitung für Marzahn -Hellersdorf | Ausgabe Oktober zum Mitnehmen 2021, 14. Oktober RUINE AM HELEN Alles auf Anfang 2021 |  www.bez irks-journal.de | m redaktion@bezirksjournal.de E-WEIGEL-PLATZ: am Kino Sojus Das gedruckte BEZIRKS-JOURNAL erhalten Sie an rund 300 öffentlichen Auslagestellen. Wenn Sie künftig Ihre Monatszeitung regelmäßig beziehen wollen, melden Sie sich einfach für unseren Newsletter an. Kostenlos. Und ohne jede Verpflichtung: Noch schneller geht es, wenn Sie unseren QR-Code scannen: Einst war das Sojus das Vorzeigekino im damals jungen Immobilie ein weiteres Bezirk Marzahn. Mal verkauft. Wer Doch 2007 fiel der nun meint, dass es letzte Vorhang. Seitdem auf den Prüfstan jetzt schnell vorangeh d. Mehr dazu auf steht das Ensembl Seite 12. t und die Ruine verschwi e am Helene-Weigel-Pla ndet, irrt. Alle bisherige tz leer. Inzwischen n Pläne kommen wurde die wegen des Eigentüm erwechsels erneut Foto: Angelika Giorgis Seit 29 Jahren ausen in Hohenschönh Übrigens: Rund um die Uhr informieren wir Sie auf www.bezirks-journal.de über alles, was sonst noch wichtig ist – mit Nachrichten, Polizeimeldungen und aktuellen Berichten. autohaus Wol fene rS tr. MA RZ AH N autohaus MARZAH N rfeld e r St r . e Bitt e Mehro wer Allee Sportgelände amm www.bezirks-journal.de/newsletter des bezirklichen Oktober im Rahmen kann sich am 27. der SenatsbildungsBezirk arbeiten möchte, , Martina Roth von der 55 Schulen im Foto: Marcel Gäding stadtrat Martin Schaefer erg. Wer an einer auf Seite 9. bewerben. Bildungs willkommen in Lichtenb persönlich. Mehr bei Gefallen sofort en die Bewerber n und Erzieher sind anschauen – und Grunst (v.l.n.r.) empfang Lehrer, Sonderpädagoge ngen in Lichtenberg ürgermeister Michael ERNEN“ die Einrichtu eis-Schule) und Bezirksb Aktionstages „kennenL Philipp-R der Härtel (Leiter verwaltung, Roland Sondermodell e BEZIRKS-JOURNAL | Marzahn-Hellersdorf | April 2022 BEZIRKS-LEBEN 5 Regenwasser soll kleine Biotope retten UMWELT: Das Land Berlin will den Schleipfuhl und den Feldweiher aufwerten und vor dem weiteren Austrocknen bewahren. G leich hinter der Nossener Straße in Hellersdorf erstreckt sich ein kleines Naturparadies. Wege ziehen sich durch die Grünanlage, die von Wiesen, Sträuchern und Bäumen geprägt ist. Mittendrin befinden sich zwei Biotope, von denen eines aber bereits ausgetrocknet ist. Während der Schleipfuhl noch Wasser führt, ist der Feldweiher schon lange kein Gewässer mehr. Es fehlt schlichtweg an Niederschlagswasser. Die beiden kleinen Gewässer sind auf Regenwasser angewiesen. Als die Großsiedlung Hellersdorf in den 1980er-Jahren entstand, verschwanden jedoch weite Flächen, auf denen bislang Niederschlagswasser versickerte und auf diesem Weg in Schleipfuhl und Feldweiher gelangte. Stattdessen wurde das wertvolle Nass in eine Regenkanalisation geleitet. Die Folge: Der Feldweiher trocknete völlig aus. Nur der Schleipfuhl konnte erhalten werden, weil in ihm das Regenwasser einer benachbarten Schule eingeleitet wird und er bei Be- darf auch Wasser aus Brunnen bekommt. Im Rahmen eines Projekts will das Land Berlin nun die beiden Gewässer in Hellersdorf retten und wiederbeleben. Dafür soll das Regenwasser genutzt werden, das künftig rund um den Feldweiher versickern kann. Geplant ist auch, Hochstauden zu pflanzen, um den Lebensraum für heimische Tierarten zu verbessern. In Arbeit sind Machbarkeitsstudien und -konzepte, um das einstige natürliche Gleichgewicht der Biotope wiederherzustellen. In Marzahn-Hellersdorf gibt es rund 50 fließende und stehende Gewässer, darunter die Wuhle, der Springpfuhl oder der Wernersee. Ihr Zustand ist nach Angaben der Senatsumweltverwaltung bedenklich. Mit der Aufwertung von Schleipfuhl und Feldweiher soll nun ein Anfang gemacht werden, den Trend der Austrocknung zu beenden. Der gut 5 Hektar große Biotopverbund ist ein wichtiger Lebensraum für Amphibien, Brut- und Wasservögel. (bzj.) Im Gegensatz zum Schleipfuhl (kleines Foto) führt der Feldweiher seit Jahren kein Wasser mehr. Fotos: Marcel Gäding ANZEIGE Kein Platz für Autos: Am 21. März wurde die Apfelwicklerstraße an der Fuchsberg-Grundschule zur Spielstraße umfunktioniert. Foto: Netzwerk Fahrradfreundliches Marzahn-Hellersdorf Wenn die Straße zum Spielplatz wird SICHERHEIT: Mit einer ungewöhnlichen Aktion machen Eltern auf den Verkehr vor der Fuchsberg-Grundschule aufmerksam. D ie Straßen vor vielen Schulen im Bezirk sind verkehrsberuhigte Bereiche: Schilder weisen Autofahrer darauf hin, dass dort das Tempo gedrosselt werden muss. Doch nur wenige halten sich daran – was den Schulweg vor allem für Grundschüler zu einem gefährlichen Abenteuer werden lässt. Wenigstens an einem Tag konnten die Schüler der Fuchsberg-Grundschule die Gefahren des Straßenverkehrs ignorieren. Am 21. März luden Eltern und das Netzwerk „Fahrradfreundliches Marzahn-Hellersdorf“ zu einer ungewöhnlichen Aktion ein. Sie verwandelten die vor der Schule verlaufene Apfelwicklerstraße kurzerhand in eine Spielstraße um, auf der unter anderem ein Geschicklichkeitsparcours aufgebaut wurde. „Die Aktion sollte darauf aufmerksam machen, dass zwar unmittelbar vor der Schule ein verkehrsberuhigter Bereich existiert, aber weder dessen Gestaltung noch dessen Nutzung durch den motorisierten Verkehr lassen den sicheren Schutzraum sichtbar werden, den die Schüler- und Schülerinnen einer Grundschule dringend benötigen“, erklärte das Netzwerk. Weil Eltern oft besorgt seien um die Sicherheit ihrer Kinder, würden sie ihre Schützlinge mit dem eigenen Pkw zur Schule fahren. Doch das birgt nach Ansicht des Netzwerks Gefahren: „Schnelles Fahren, (illegales) Halten und Rangieren stellen vermeidbare Gefahren für unsere Jüngsten dar. Darum fordern wir autofreie Schulstraßen und sichere, nach den Bedürfnissen von Kindern ausgerichtete Schulwege.“ (bzj.) 6 BEZIRKS-WIRTSCHAFT April 2022 | Marzahn-Hellersdorf | BEZIRKS-JOURNAL Eine treue Kundschaft machte den Neuanfang möglich SERIE: „Morgen wird besser“ ist der Name einer Eckkneipe und das Motto seiner Betreiber. Von Angelika Giorgis. Eine typische Berliner Eckkneipe – der Treffpunkt nach Feierabend. Geöffnet ist bis Mitternacht. S tark sind nicht diejenigen, die immer gewinnen. Stark sind die, die nicht aufgeben, wenn sie einen Rückschlag erleiden. Es gibt Menschen, die verlieren mehrmals in ihrem Leben, stehen aber immer wieder auf. Ein solcher ist der Inhaber der Bar und Kiezkneipe in der Hagen- / Ecke Fanningerstraße. Der Mann mit jüdischen Vorfahren will seinen Namen nicht nennen. Auch andere, mit denen ich spreche, sagen mir nicht den ihrigen. Das hat einen Grund: Alexander, wie ich ihn nenne, kam 2014 ¬ nach einem schweren persönlichen Schicksalsschlag ¬in das Nibelungen-Viertel nördlich des S-Bahnhofs Lichtenberg und versuchte hier einen privaten und beruflichen Neuanfang. Deshalb gab er seiner Kneipe den Namen „Morgen wird besser“. Damit verband er viel Hoffnung, die sich zum größten Teil auch erfüllte, denn die beiden Räume entwickelten sich zu einem wahren Nachbarschaftstreff. „Sie wurden zum zweiten Zuhause für unsere Nachbarn“, erzählt eine Mitarbeiterin. Man kann im gemütlichen Ambiente in kleiner Runde auf dem Sofa sitzen oder in einer größeren an einem der zahlreichen Tische. 30 bis 40 Gäste kommen nach Feierabend hierher, um sich mit Freunden zu treffen und sich bei einem Bier oder einem Cocktail zu unterhalten. Einige amüsieren sich am Kicker-Tisch, andere am Addams-Family-Flipper. Spielautomaten gibt es hier nicht. „Wir bedienen eher das alte Berliner-Raucherkneipen-Klischee“, meint die Bardame. Und dennoch passte dieses friedliche Miteinander einigen Leuten nicht. Innerhalb weniger Jahre gab es mehrere Anschläge aus der rechten Szene. So wurde hier 2019 eingebrochen und die Kasse geklaut. Am 14. August 2020 alarmierten Anwohner die Feuerwehr, denn die Bar im Erdgeschoss brannte total ab. Verletzt wurde zum Glück niemand. Aber die Räume waren schwarz, die Inneneinrichtung verkohlt. Der Inhaber überlegte, ob er nicht aufgeben und woanders sein Glück versuchen sollte. Doch Freunde und Nachbarn sprachen ihm Mut zu und halfen nach besten Kräften. Viele Anwohner packten mit an und beseitigten die Schäden, andere spendeten Möbel und Geld und auch der Bezirk half. Nach einer etwa einjährigen Schließung öffnete das „Morgen wird besser“ wieder. Bei einem großen Straßenfest trafen sich Nachbarn und Gäste. Heute sieht man dem Lokal nicht mehr an, dass es hier einmal brannte. Gäste und Nachbarn aller Altersklassen haben ein wachsames Auge auf ihre Kneipe. Viele neue Gesichter sind zu sehen. Und auch zu einer Geburtstagsfeier wurden die Räumlichkeiten schon wieder vermietet. „Man ist hier nie allein. Die Gäste würden auch eingreifen, wenn es zu Tätlichkeiten käme“, ist sich die Bardame sicher. Außerdem fährt regelmäßig eine Polizeistreife vorbei. Das erhöht auch die Sicherheit für das gegenüberliegende Café „Zeitenträumer“. Die nahe gelegenen Bars und Cafés sehen sich eher als Ergänzung denn als Konkurrenz. Gäste aus „Zum Schwalbenschwanz“ in der Margaretenstraße als auch aus dem „interkosmos“ in der Fanningerstraße schauen schon mal bei „Morgen wird besser“ vorbei. Deren Stammgäste kehren wiederum ab und zu dort ein. Das belebt das Geschäft gerade in schwierigen UNTERNEHMEN IM F KUS Das Bild an der Wand hat ein Nachbar gemalt und zur Eröffnung gespendet. Fotos: Angelika Giorgis Zeiten, sind sich die Wirte sicher. Mit Außer-Haus-Verkauf während der Corona-Pandemie konnten die Kneipeninhaber einige finanzielle Engpässe abfedern. Alexander hat eigentlich Koch gelernt. Darum beschloss er, die israelische Küche nach Berlin zu holen und entwickelte dafür „Shalom´chen Berlin“. Alle Speisen bietet er nun auf einer digitalen Speisekarte an (https://app.lvly-menu. com/menu/morgen-wird-besser-4, nur auf dem Smartphone). Der Lieferservice hat eine Reichweite von etwa drei Kilometern. Es ist aber auch möglich, die Speisen telefonisch zu bestellen und sie dann selbst abzuholen. Da gibt es diverse HummusGerichte und Shakshuka, eine Spezialität aus Eiern mit einer Soße aus Tomaten, Paprika, Zwiebeln und Knoblauch. Man kann sie unter anderem mit Hackfleisch, Zucchini, Spinat oder Schafskäse essen. Beliebt sind auch die Pita Burger, die Challa Sandwiches oder die Shalom’chen Bowls’s. Seit Anfang des Jahres ist ein FoodTrucker mit diesen köstlichen Speisen – hauptsächlich am Wochenende im Westen Berlins – unterwegs. So zum Beispiel auf dem Trödelmarkt an der Straße des 17. Juni. Beim Mauerpark wurde angefragt und auch auf den nahe gelegenen Märkten soll der Food-Trucker bald Station machen. Scheitern ist keine Option für Alexander und seine vier Angestellten. Die Rückschläge waren nur vorübergehend, denn „Morgen wird besser“. Weitere Informationen: Hagenstraße 7a, 10365 Lichtenberg, geöffnet: Mo-Sa 18-0 Uhr, So geschlossen, Tel. 030 56492699, Instagram: @morgenwirdbesser_official Facebook morgenwirdbesser-official BEZIRKS-JOURNAL | Marzahn-Hellersdorf | April 2022  Kinder & Familie Der Froschkönig: Mitspieltheater für Kinder ab 6 Jahre, am 12. und 13. April jeweils um 10 Uhr. Ort: Berliner Tschechow-Theater, Märkische Allee 410, 12689 Berlin. Weitere Infos: Tel. 030 93661078. DaCapo Show 2022: Jubiläums-Veranstaltung von CABUWAZI Marzahn. Die sieben Jugendlichen der Gruppe sind seit mehr als 10 Jahren mit dem Zirkus CABUWAZI in Marzahn verbunden und trainieren selbstorganisiert, um wieder mit spektakulärer Artistik, eleganten Choreografien und glamourösen Nummer zu faszinieren. Aufführungen am 9. April (15/19 Uhr), 10. April (15/18 Uhr), 12. April (9.15/11.45 Uhr) und 13. April (9.15/11.45 Uhr). Eintritt: 5 Euro (Jugendliche), 9 Euro (Erwachsene), Tickets unter www.cabuwazi.de/events Osterbrunch-Wochenende: Gleich dreimal lädt das Königliche Brauhaus Altlandsberg am Osterwochenende zum Brunch mit Kulturprogramm. 16. April, 11 Uhr – Kinderbrunch, 17./18.04., 11 Uhr – Osterbrunch. Tickets ab 20 bzw. 35 Euro in der Stadt- und Touristinformation Altlandsberg, an allen VVK-Stellen und online zzgl. Gebühren. Kinder bis einschließlich 3 Jahre frei. Ort: Krummenseestraße 1, 15345 Altlandsberg. Infos: www.schlossgut-altlandsberg.de Vögel entdecken in der Hönower Weiherkette: Veranstaltung für Familien am 20. April, 9.30 Uhr: Die meisten Zugvögel sind mittlerweile wieder in ihren Sommerhabitaten angekommen und fangen nun mit der Paarung und der Brut an. Bei einer Wanderung durch das Wuhletal können Interessierte die vielfältige Vogelwelt von Hellersdorf erkunden. Treffpunkt: Freilandlabor Marzahn, Torgauer Straße 6, 12627 Berlin. Anmeldung freilandlabormarzahn@ inu-ggmbh.de oder Tel. 030 9989017.  Vorträge & Lesungen Seniorenuniversität Lichtenberg: 13. April, 15 Uhr: „Streiten will gelernt sein!?“, Ort: Katholische Hochschule für Sozialwesen (Köpenicker Allee 39-57, Erdgeschoss, Raum H 109, 10318 Berlin). 20. April, 15 Uhr: „Alternde Gesellschaft - Produktives Leben im Alter“. Ort: Katholische Hochschule für Sozialwesen (Köpenicker Allee 39-57, Erdgeschoss, Raum H 109, 10318 Berlin). 27. April, 15 Uhr: „1945. Kriegsende. Die sowjetischen Opfer des Vernichtungskrieges“. Ort: Deutsch-Russisches Museum Berlin-Karlshorst (Zwieseler Straße 4, 10318 Berlin). 11. Mai, 15 Uhr: „Familie, Eltern-Sein und Chronische Erkrankung“, Ort: Katholische Hochschule für Sozialwesen (Köpenicker Allee 39-57, Erdgeschoss, Raum H 109, 10318 Berlin). 18. Mai, 15 Uhr: „Sicherheit im Netz - Wie schütze ich mich?“, Ort: Stiftung Stadtkultur in Kooperation mit der Anna-SeghersBibliothek (Linden-Center, Prerower Platz 2, 13051 Berlin). „Zukunftsmusik“: Lesung mit Katerina Poladjan am 13. April, 18 Uhr. In der sibirischen Weite, tausende Kilometer östlich von Moskau, leben in einer Kommunalka auf engstem Raum Großmutter, Mutter, Tochter und Enkelin unter dem bröckelnden Putz einer vergangenen Zeit. Es ist der 11. März 1985, Beginn einer Zeitenwende, von der noch niemand etwas ahnt. Ort: Heinrichvon-Kleist-Bibliothek, Havemannstraße 17B, 12689 Berlin, Tel. 030 9339380. Galeriefrühstück: Lukas Cranach. Vortrag mit Jörg Bock am 20. April um 10 Uhr. Eintritt: 2,50 Euro, Frühstück: 5 Euro. Ort: Studio Bildende Kunst, John-Sieg-Straße 13, 10365 Berlin. Anmeldung unter Tel. 030 5532276 erforderlich. Der Schlossarchitekt Heino Schmieden - Pionier des europäischen Krankenhausbaus: Vortrag am 20. April, 18 Uhr, mit Dr. Oleg Peters. Der Architekt des Schlosses Biesdorf Heino Schmieden (1835 -1913) entwickelte sich mit seinem älteren Partner Martin Gropius (1824-1880) und später mit weiteren Partnern zu einem der wichtigsten Krankenhausarchitekten in Deutschland und Europa. Der erste Bau war das Städtische Krankenhaus im Friedrichshain (1868-74), den der einflussreiche Arzt und Pathologe Rudolf Virchow (1821-1902) maßgeblich förderte und das von Zeitgenossen als modernstes Krankenhaus in Europa bezeichnet wurde. Weitere Krankenhäuser folgten: Klinikum Westend, Kliniken für die Charité oder das damals erste Kinderkrankenhaus Berlins. Die für Tuberkulosekranke konzipierten Heilstätten in Beelitz gehören dazu. Fast 80 Krankenhäuser und weitere Bauten für gesundheitliche und Pflegebetreuung entstanden unter der Federführung Schmiedens in Deutschland und anderen Ländern. Anmeldung unter info@freundeschloss-biesdorf.de. Ort: Schloss Biesdorf, Alt-Biesdorf 55, 12683 Berlin. „Du küsst wie Rachmaninow“: Lesung mit Siegfried Kühn und Christian Steyer am 22. April, 18.30 Uhr: Eine Frau zwischen zwei Männern, eine Zeit zwischen zwei Welten. Siegfried Kühns Liebesgeschichte aus Zeiten des Kalten Krieges führt ins Agenten-Milieu der Glienicker Brücke und in die Film- und Intellektuellen-Szene der DDR. Eintritt: 4 Euro, ermäßigt 3 Euro. Ort: Anton-SaefkowBibliothek, Anton-Saefkow-Platz 14, 10369 Berlin, Tel. 030 90296-3773. „Gustav Mahler: seine Lieder, seine Sinfonien“: Musikalischer Vortrag von Prof. Dörte Schmidt (UdK Berlin) am 28. April, 18 Uhr. Eintritt frei, Anmeldung erforderlich. Ort: Musikbibliothek im Freizeitforum Marzahn, Marzahner Promenade 55, 12679 Berlin, Tel. 030 54704142. „Wild Brandenburg“: Buchvorstellung mit Gregor Münch am 28. April, 19 Uhr. 50 Sehnsuchtsorte in der Natur. Abseits VERANSTALTUNGEN IM OSTEN BERLINS UND IM UMLAND 7 bekannter Wanderwege. Der Autor verrät, wo sich links und rechts der ausgetretenen Pfade paradiesische Kleinode finden lassen, die eine Entdeckung wert sind. Eintritt 4, erm. 3 Euro. Ort: Egon-Erwin-Kisch-Bibliothek, Frankfurter Allee 149, 10365 Berlin, Tel. 030 5556719. und heimste mit dem Nr.1-Hit „No No Never“ Gold und Platin ein. Den Cowboyhut hat der Musiker und Schauspieler („Dittsche – das wirklich wahre Leben”, WDR) längst abgelegt. Ort: Musikbibliothek im Freizeitforum Marzahn, Marzahner Promenade 55, 12679 Berlin, Tel. 030 54704142. Eine Leiche namens Ala Basta: Lesung mit der Autorin Katharina Gericke am 3. Mai, 19 Uhr. Eintritt: 4 Euro. Ort: Studio Bildende Kunst, John-Sieg-Straße 13, 10365 Berlin. Anmeldung erforderlich unter Tel. 030 5532276. Musik am Nachmittag: Die goldenen 20er- und 30er-Jahre am 27. April, 15 Uhr. Verführerisch schöne Liebeslieder und Geschichten der Ufa-Stars - vorgetragen von der charmanten Wiener Sängerin Martha Pfaffeneder. Eine Veranstaltung des SeniorenServiceBüro in Zusammenarbeit mit dem Kulturring in Berlin. Eintritt: 6 Euro. Ort: MAXIE-Treff der WG Wuhletal eG, MaxieWander-Straße 56/58, 12619 Berlin. Anmeldung erforderlich unter Tel. 030 22356127. „Die Kinder von der Fischerinsel“: Lesung mit Andreas Ulrich am 10. Mai, 19.30 Uhr. Eintritt: 4, erm. 3 Euro. Ort: Anton-SaefkowBibliothek, Anton-Saefkow-Platz 14, 10369 Berlin, Tel. 030 90296-3773. Öl und Bienen: Lesung mit Torsten Schulz am 10. Mai, 20 Uhr. Die Zeiten, in denen man in Beutenberge den Siegeszug des Erdöls ersehnte, sind längst vorbei. Stattdessen hoffen Lothar Ihm und seine Freunde höchstens noch auf die nächste geschmuggelte Platte aus dem Westen. Doch dann fällt ein Schwarm heiratswilliger Frauen in das havelländische Provinznest ein, und nichts bleibt mehr, wie es war. Ein herrlich skurriler DDRRoman über die Beharrlichkeit von alten und neuen Mythen. Ort: Mark-Twain-Bibliothek, Marzahner Promenade 55, 12679 Berlin, Tel. 030 54704154. „Hätt‘ ich ein Kind“: Lesung mit Lea Streisand am 12. Mai, 19 Uhr. Eintritt: 4, erm. 3 Euro. Ort: Egon-Erwin-Kisch-Bibliothek, Frankfurter Allee 149, 10365 Berlin, Tel. 030 5556719.  Musik & Konzert Carlshorster Musikbühne: Thematischer Abend rund um Finnland am 22. April, 19.30 Uhr, mit Kultur und Kulinarik. Es spielt die finnische Band Tango Finlandés. Ort: Kulturhaus Karlshorst, Treskowallee 112, 10318 Berlin, Tel. 030 475940610. „Der Mann auf dem Seil“: Soloabend mit Jon Flemming Olsen am 22. April, 20 Uhr. Mit seiner Band „Texas Lightning“ vertrat er Deutschland beim Eurovision Song Contest ANZEIGE  Ausstellungen Habitate: Ausstellung mit Arbeiten von: Costantino Ciervo, Lioba von den Driesch, Stefan Fahrnländer, Helga Franz, Susanne Hegmann, Andreas Greiner, Christina Paetsch, Gert Pötzschig, Christine Schulz, Thomas Wrede. Zu sehen bis zum 6. Juni. Ort: Schloss Biesdorf, Alt-Biesdorf 55, 12683 Berlin. Geöffnet: tgl. 10-18 Uhr, Fr 12-21 Uhr, Di geschlossen. Horizonte: Ausstellung mit Werken von Künstlern aus der Uckermark. Zu sehen bis zum 13. Mai. Ort: rk – Galerie für zeitgenössische Kunst im Rathaus Lichtenberg, Möllendorffstraße 6, 10367 Berlin, Tel. 030 90296-3712. Der eigene Blick: Ausstellung mit Fotografien. Zu sehen bis zum 20. Mai. Ort: Ausstellungszentrum Pyramide, Risaer Straße 94, 12627 Berlin. „Responsive Curating“: Ausstellung mit Arbeiten von Anjana Kothamachu, Antonia Low, Ina Ettlinger, Hans HS Winkler, Harish V Mallappanavar, Rasso Rottenfußer, Vichar B N und Vineesh Amin. Zu sehen bis 15. Juni. Ort: studio im HOCHHAUS, Zingster Straße 25, 13051 Berlin. Geöffnet: Mo-Do 11-19 Uhr, Fr 11-18 Uhr, So 14-18 Uhr. Porträt: Ausstellung der Wuhletaler Fotofreunde. Zu sehen bis 15. Juni. Ort: Golferia Berlin, Wittenberger Str. 50, 12689 Berlin. Geöffnet tgl. 13-20 Uhr. Galeriegespräch am 7. Mai, 18 Uhr. „Urbane Perspektiven Fennpfuhl“: Fotoausstellung zum 50-jährigen Bestehen des Stadtteils. Zu sehen bis 15. Juli. Die Ausstellung ist das Ergebnis zweier Workshops der Volkshochschule und mehrerer Spaziergänge der Kursteilnehmenden im Fennpfuhl. Sie haben als Kiezreporter mit der Kamera unter Anleitung des Fotografen Konrad Langer die Architektur und das Stadtteilbild betrachtet und dabei eigene Perspektiven entwickelt. Ort: Margarete-Steffin-Volkshochschule Berlin-Lichtenberg, Paul-Junius-Straße 71, 10369 Berlin.  Ausflüge & Touren Trabrennbahn Karlshorst: Führung mit Michael Laschke im Rahmen der „Stadttour Lichtenberg“ am 30. April, 10 Uhr. Treffpunkt ist der Rennbahneingang am S-Bahnhof Karlshorst. Teilnahme: 4 Euro. Veranstalter: Studio Bildende Kunst, JohnSieg-Straße 13, 10365 Berlin. Anmeldung erforderlich unter Tel. 030 5532276. BEZIRKS-LEBEN 8 April 2022 | Marzahn-Hellersdorf | BEZIRKS-JOURNAL Keine Zeit für Regionalgeschichte KIEZFORSCHUNG: Der Heimatverein zieht Bilanz für das zurückliegende Jahr, das von der Pandemie geprägt war. Noch immer engagieren sich dessen Mitglieder unter anderem dafür, die Vergangenheit der Region in den Unterricht einzubringen – allerdings mit wenig Erfolg. Von Uwe Lemm. E r hätte sich sicher für das vergangene Jahr einen so unbeschwerten Verlauf wie in Vor-Corona-Zeiten gewünscht, doch so konnte Wolfgang Brauer zusammen mit seinen Mitstreitern Dr. Christa Hübner und Claas Reise auch für das Jahr 2021 nur eine durchwachsene Bilanz für die Arbeit seines Heimatvereins Marzahn-Hellersdorf e. V. ziehen. Wie stark sich die anhaltende Pandemie auf die Aktivitäten des rührigen Vereins im Jahr 2021 ausgewirkt hat, verdeutlicht nicht zuletzt die Liste der zwangsweise abgesagten Veranstaltungen. Hatte der Vorstandsvorsitzende noch vor einem Jahr z. B. auf eine Exkursion nach Brandenburg an der Havel gehofft mit Besuch im Industriemuseum mit seinem einzig erhaltenen Siemens-MartinSchmelzofen, ebenso etwa auf eine Fahrt nach Altfriedland im Oderbruch zum dortigen früheren Zisterzienserkloster oder auf die Durchführung des Weihnachtsmarktes in Kaulsdorf, so machte auch im letzten Jahr das Covid-19-Virus erneut einen dicken Strich durch die Rechnung. Dass allerdings dies die Ursache für die um rund 10 Prozent auf nunmehr 124 gesunkenen Mitgliederzahlen war, ist nach Erkenntnis der stellvertretenden Vorsitzenden Hübner nur eine unbelegte Vermutung. Vielmehr haben sich Todesfälle und eine turnusmäßige Bereinigung der Mitgliederliste deutlich spürbar ausgewirkt: Wie viele andere Kulturvereine kämpft halt auch der Heimatverein mit dem demographischen Faktor. Ob dagegen die persönliche Ansprache hilft, von der Brauer sprach, wird sich zeigen müssen. Und Schülerinnen und Schüler für die Geschichte ihres Wohnorts zu begeistern, scheitere nicht selten an übervollen Lehrplänen und der Schulbürokratie, weiß Brauer aus eigener Erfahrung ebenfalls zu berichten, war er doch selbst einmal Lehrer… Vielleicht hilft ja Anderes – die Durchführung von öffentlichkeitswirksamen Veranstaltungen etwa und eine leserorientierte Publikationstätigkeit. Beides hat es selbst im letzten Jahr, Corona hin – Corona her, jedoch in stark ein- Freuen sich über das neue Jahrbuch: Wolfgang Brauer, Vorsitzender des Heimatvereins, und seine Stellvertreterin Christa Hübner. Foto: Uwe Lemm geschränktem Maß gegeben. „Wir haben eine Pandemie-Lücke ausnutzen können“, beschreibt Brauer diesen Glücksumstand und leitet so zur positiven Seite seines Berichts über. Kleinere Führungen durch Ortsteile des Bezirks konnten – „soweit erlaubt“ (Brauer) – ebenso veranstaltet werden wie der „Tag der Regional- und Heimatgeschichte“. Insgesamt sechs Autoren hatten dazu am 30. Oktober 2021 vor 68 Interessierten in der Jesuskirche Kaulsdorf über die Geschichte des Ortsteils berichtet und damit ihren etwas verfrühten Tribut zu seinem 675. Jubiläum geleistet. Schließlich begeht Kaulsdorf offiziell seinen 675. erst am diesjährigen Nikolaustag, wie Historiker belegen können. Eingang haben diese Vorträge in dem jetzt erhältlichen dritten Band des „Historischen Jahrbuchs Marzahn-Hellersdorf“ gefunden. Hier werden neben einer detaillierten, umfangreich illustrierten ANZEIGEN Das nächste Bezirks-Journal erscheint am 12. Mai 2022. Wollen Sie eine kostenpflichtige Anzeige schalten oder haben Sie Themenvorschläge für uns? Melden Sie sich bis 6. Mai 2022 bei uns! redaktion@bezirks-journal.de oder Tel. (033760) 20 68 91 Kaulsdorfer Kirchengeschichte Themen wie die frühe Geschichte des Ortes, seine Geschichte in den 1970er-Jahren, die Besiedelung von Kaulsdorf-Mitte sowie die Historie der Gaststätten fachkundig ausgebreitet. Besonders spannend: Der Artikel zum Inhalt eines Fotoalbums des Kaulsdorfer Metallbildhauers und Bronzegießers Hans Füssel (1897-1989) als Erinnerungsgabe für seinen Mitarbeiter Willi Wolf (1920-1990). Es dokumentiert die Demontage des Kaiser-Wilhelm-Nationaldenkmals auf der Berliner Schlossfreiheit und kam 2021 als Schenkung des Sohnes aus Wolfs Nachlass ins Eigentum des Heimatvereins. So macht Regionalgeschichte Spaß! Komplettiert wird der neue Band durch Beiträge zu bekannten Persönlichkeiten wie der Illustratorin Ingeborg Meyer-Rey zu deren 100. Geburtstag oder dem Komponisten Kurt Schwaen sowie eine Bezirk- schronik für das Jahr 2020. Zu haben ist das 180 Seiten umfassende Paperback für 10 Euro in Buchhandlungen in MarzahnHellersdorf sowie im Bezirksmuseum. Sein Nachfolgeband soll übrigens bereits in Arbeit sein. Interessierte dürfen sich dabei schon auf die Beiträge des kommenden „Tags der Regional- und Heimatgeschichte“ freuen, die hier Eingang finden sollen. Dieser selbst ist für den 14. Oktober 2022 geplant und soll sich dem Ortsteil Biesdorf widmen, gibt sich der Vorsitzende des Heimatvereins optimistisch, jedenfalls was die Durchführung betrifft. Und wenn Corona es denn zulässt, werden die im letzten Jahr ausgefallenen Veranstaltungen nachgeholt – Teilnahme offen übrigens auch für Nicht-Vereinsmitglieder. Detaillierte Informationen dazu finden Interessierte bereits jetzt unter www.heimatverein-marzahn.de
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