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Periodical volume

Full text: Marzahn-Hellersdorfer Bezirks-Journal Issue 3.2016,5

JUBILÄUM: Hellersdorf
wird 30 – persönliche
Erinnerungen. S. 4

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www.bezirks-journal.de | www.lichtenbergmarzahnplus.de | www.facebook.de/bezirksjournalberlin | www.twitter.com/bezirks_journal | 3. Jhg. | Ausgabe 5 | 12. Mai 2016

Straßenschäden: Bezirk
fordert Programm

Mit Beilage
:
HINAUS IN
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Allein in Marzahn-Hellersdorf werden 60 Mio. Euro
benötigt, um Fahrbahnen zu erneuern.

D

ie Straßen in Marzahn-Hellersdorf befinden sich in einem
katastrophalen Zustand. Inzwischen sind auch viel befahrene Hauptstraßen wie die Landsberger Allee oder
die B1 in Biesdorf so stark beschädigt,
dass sie dringend saniert werden müssten. Doch der Jahresetat für derartige
Maßnahmen beträgt gerade einmal 3,8
Millionen Euro, wie Stadtentwicklungsstadtrat Christian Gräff (CDU) dem
Bezirks-Journal auf Nachfrage mitteilte.
„Wir bräuchten 10 Millionen Euro pro
Jahr, um das Nötigste zu machen und
60 Millionen Euro, für dringende Sanierungen“, sagte Gräff.
Inzwischen ist das gesamte Straßennetz von Marzahn-Hellersdorf von kleineren und größeren Kratern übersäht.
Vor allem die zu DDR-Zeiten aus Be-

tonplatten gegossenen Fahrbahnbeläge
weisen immer mehr Schäden auf, die
meist mit Teer aufgegossen werden.
Hinzu kommt, dass in den Siedlungsgebieten wie Biesdorf, Mahlsdorf oder
Kaulsdorf viele Straßen nach wie vor
gar keine Fahrbahndecke haben. Gräff
kündigte an, diese Abschnitte wenigstens mit einer provisorischen Asphaltdecke versehen zu lassen.
Gräff fordert ein Investitionsprogramm von mindestens 10 Millionen
Euro pro Jahr und Bezirk. Unterstützung bekommt er dazu vom Automobilclub ADAC, der das Land Berlin in der
Pflicht sieht. Die Senatsverwaltung für
Stadtentwicklung sieht sich hier jedoch
nicht zuständig und verweist an den Finanzsenator. (gäd.)

Lesen Sie weiter auf Seite 2.

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FOTO: M. GÄDING

2

Bezirks-Leben

Mai 2016 | Bezirks-Journal Marzahn-Hellersdorf

Straßenschäden: Bezirke fordern Programm
INFRASTRUKTUR: Die Straßen in Lichtenberg sowie Marzahn-Hellersdorf sind in einem miserablen Zustand.
ADAC und Bezirksverwaltungen fordern vom Land Berlin Konzepte. Das aber sieht sich nicht zuständig.
von Marcel Gäding

D

ie Landsberger Allee ist stadtauswärts eine reine Kraterpiste:
Auf dem gut einen Kilometer
langen Abschnitt zwischen dem Blumberger Damm und der Zossener Straße
ist die zweispurige Straße derart mit
Schlaglöchern übersät, dass inzwischen
ein Dutzend Schilder Autofahrer davor
warnen. Gleichzeitig gilt Tempo 30. Gut
beraten ist, wer sich an die Geschwindigkeitsbegrenzung hält. Wer schneller
fährt, riskiert mindestens Schäden am
Unterboden seines Fahrzeugs oder an
den Rädern.
Gut ein Fünftel aller Straßen befindet
sich in Marzahn-Hellersdorf „in einem
Zustand, in dem akut etwas passieren
muss“, sagt Stadtentwicklungsstadtrat
Christian Gräff (CDU). Darüber hinaus
müsste bei jeder zweiten Straße im Bezirk die Asphaltdecke erneuert werden,
„um die Substanz zu erhalten“. Allein
um die dringendsten Sanierungen in
Auftrag zu geben, bräuchte der Bezirk
60 Millionen Euro, schätzt Gräff. Pro
Jahr, sagt der Bezirksstadtrat, müssten
zehn Millionen Euro in den Etat eingestellt werden. Allerdings sind das aktuell nur Wunschträume. Derzeit stehen
im Haushalt zwei Millionen Euro bereit, weitere 1,8 Millionen Euro steuert
das Land Berlin über sein sogenanntes
Schlaglochsanierungsprogramm
zu.
Glück für Marzahn-Hellersdorf: Weil
andere Bezirke ihre Mittel nicht immer
ausschöpfen, fließt ein kleiner Teil der
Überschüsse nach Marzahn-Hellersdorf.

Schilder warnen auf der Landsberger Allee stadtauswärts für Straßenschäden.

Fast jede Hauptstraße betroffen
Besonders bedenklich: Inzwischen ist
so gut wie jede große Hauptverkehrsstraße beschädigt. Dazu gehört auch die
Straße Alt-Biesdorf, die Teil der Bundesfernstraße 1/5 ist. Sie müsste dringend
grunderneuert werden. Dort, zwischen
Blumberger Damm und der Grenze zum
Bezirk Lichtenberg, gibt es teilweise
noch einen Plattenbelag aus DDR-Zei-

Einer der Krater auf der Landsberger Allee in Höhe des Betriebshofes Marzahn.

FOTOS: MARCEL GÄDING

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ten. Ähnlich sieht es bei der Hellersdorfer Straße oder der Cecilienstraße aus.
Hunderte Kilometer des Straßennetzes
sind zudem ohne Rad- und Gehwege, in
den Siedlungsgebieten stellen unbefestigte Straßen weiterhin ein Problem dar.
Stadtentwicklungsstadtrat Christian
Gräff (CDU) sieht vor allem das Land
Berlin in der Verantwortung. „Wir brauchen in Berlin ein Programm, damit wir
die gute Infrastruktur erhalten können“,
lautet seine Forderung. Er fordert ein
Sanierungsprogramm und hofft, dass
nach den Wahlen das Thema Eingang
in ein Koalitionsprogramm finden wird.
Gräff bleibt jedoch realistisch. „Ich denke, dass wir in Berlin eine schlechte Lobby haben“, sagt er und meint damit vor
allem die Außenbezirke.
Der ADAC fordert seit langem mehr
Geld für die Bezirke. „Wir bemängeln,
dass es keine systematische Instandsetzung von Straßen gibt“, sagt Sprecher
Jörg Becker vom Automobilclub. Er
kritisiert, „dass nur stellenweise geflickt
oder saniert wird“. Er schlägt vor, großflächig heranzugehen und Straßen lieber
komplett länger zu sperren, sie dafür
aber gleich richtig instandzusetzen. „Ein
solches Programm lässt sich aber nicht
in einer Sommersaison abwickeln“, sagt
Becker. Durch die derzeitige Flickschusterei werde bislang eher Geld verbrannt.
Unterstützung vom Land Berlin können sich die Bezirke aber nicht erhoffen. Ganz im Gegenteil. Derk Ehlert,
Sprecher von Stadtentwicklungssenator
Andreas Geisel (SPD) – welcher selbst
viele Jahre Baustadtrat in Lichtenberg
war –, spielt den Ball zurück in die Bezirke. „Mit mehr Finanzmitteln ist es
leider nicht getan: die Instandsetzung
der Straßen muss auch ausgeschrieben,
beauftragt, koordiniert und kontrolliert werden. Und dafür sind die Bezirke zuständig.“ Ehlert ergänzt: „Mit
dem Schlaglochprogramm haben die
Bezirke bereits zusätzliche Mittel bekommen, die aber auch innerhalb eines
Haushaltsjahres ausgegeben werden
müssen.“

Bezirks-Journal Marzahn-Hellersdorf | Mai 2016

von Marcel Gäding

D

er Bezirk Marzahn-Hellersdorf
reagiert auf den anhaltenden
Zuzug von Familien nach
Mahlsdorf: Neben neuen Kitas plant die
Verwaltung auch, die vor sieben Jahren
geschlossene Schule in der Elsenstraße
wieder ans Netz zu nehmen und eine
neue Oberschule zu bauen. Darüber informierte Bezirksbürgermeister Stefan
Komoß (SPD) auf einer Informationsveranstaltung des Bürgervereins Mahlsdorf-Süd. Daran nahm auch Verkehrsstaatssekretär Christian Gaebler (SPD)
teil.
Mahlsdorf gehört zu den Stadtteilen
im Bezirk, in denen die Zahl der Einwohner besonders stark zunimmt. In den vergangenen zwei Jahren entstanden in dem
Siedlungsgebiet etliche neue Wohnparks.
Zwischen den Jahren 2000 und 2015 zogen zusätzlich nach Angaben des Amtes
für Statistik mehr als 3.000 Menschen
nach Mahlsdorf. Dieses Wachstum stellt
die Verwaltung jedoch vor große Probleme: Derzeit geht man davon aus, dass in
Mahlsdorf allein 500 zusätzliche Kitaplätze entstehen müssten, um die Nachfrage zu decken, wie Jugendstadträtin Juliane Witt (DIE LINKE) sagte. Die gute
Nachricht: In diesem und im nächsten
Jahr werden neue Kitas gebaut. Dadurch
entstehen 300 neue Plätze. Ähnlich groß
ist die Nachfrage nach Schulen, so dass
die erst 2008/2009 geschlossene Oberschule am Elsengrund wieder reaktiviert
wird. Bezirksbürgermeister Komoß kündigte an, dass das Gebäude saniert werden soll. Er geht davon aus, dass Planung
und Bauarbeiten ungefähr vier Jahre
dauern. „Vorgesehen ist die Eröffnung
einer neuen Grundschule“, sagte Komoß auf der Bürgerversammlung. Weil
viele Oberschüler derzeit bis nach Köpenick fahren müssen, möchte der Bezirk
in Mahlsdorf zudem eine Oberschule
bauen. Gut 31 Millionen Euro stehen
dafür zur Verfügung. Vorgesehen ist, die
auf acht Jahre angesetzte Planungs- und
Bauzeit um „vier bis fünf Jahre zu verkürzen“, sagte Komoß. Der Bezirk wolle
dafür ein Modellprojekt starten und mit
Hilfe des Abgeordnetenhauses den zügigeren Bau vorantreiben. Noch Ende
Mai, Anfang Juni soll es hierzu im Par-

Neue Schulen und Kitas
für Mahlsdorf

Bezirks-Leben

KIEZ: Das Bezirksamt reagiert auf den
Bevölkerungszuwachs im Siedlungsgebiet.

An einigen Stellen verkehrt die Straßenbahnlinie 62 zweigleisig. Ein Ausbau ist jedoch
sehr zeitaufwändig, allein der Planungen wegen.

Der Bahnhof Mahlsdorf wird 2017 auch Station für die Regionalbahn. Dadurch verFOTOS: MARCEL GÄDING
kürzt sich die Fahrzeit in die Berliner Innenstadt.

3

lament einen entsprechenden Beschluss
geben, „so dass wir unmittelbar danach
in die Planung gehen könnten“.
Vorgesehen ist auch, das Zentrum von
Mahlsdorf rund um den S-Bahnhof in
der Hönower Straße aufzuwerten. Nach
Auskunft von Stadtentwicklungsstadtrat
Christian Gräff (CDU) weiche der bislang in einer alten DDR-Kaufhalle untergebrachte REWE-Supermarkt einem
Neubau, an dem auch 220 zusätzliche
Fahrradstellplätze entstehen. Verkehrsstaatssekretär Gaebler erklärte außerdem, dass ab Ende 2017 am Bahnhof
Mahlsdorf auch Regionalbahnen halten
werden.
Größtes Problem aber wird der Ausbau der Straßenbahnstrecke sein, die Köpenick mit dem S-Bahnhof Mahlsdorf
verbindet. Zwar wurden auf einigen Abschnitten der Linie 62 bereits die Taktzeiten verkürzt. Weil die Straßenbahn
aber weitestgehend auf nur einem Gleis
fahren kann, ist ein zweigleisiger Ausbau unumgänglich. Das Problem: Vor
allem auf dem Abschnitt zwischen der
Rahnsdorfer Straße und der Straße AltMahlsdorf beziehungsweise zwischen
Alt-Mahlsdorf und dem S-Bahnhof
Mahlsdorf ist die Straße sehr eng. Angedacht ist deshalb, einen Teil des Autoverkehrs auch über die Straße an der Schule
und die Landsberger Straße zu führen.
Dafür sind Planfeststellungsverfahren
notwendig, die viel Zeit kosten werden.
In weiter Ferne liegt auch die Eröffnung eines Bürgerhauses. Der Bezirk
scheiterte bislang mit seiner Suche nach
einem freien Träger, der idealerweise
über ein passendes Grundstück verfügt.
Eine neue Option brachte Klaus Lichtenstein vom Bürgerverein auf der Bürgerversammlung ins Spiel: das Gasthaus St.
Hubertus, das Ende März seinen Betrieb
einstellte. Der Eigentümer wäre nach
Lichtensteins Darstellung bereit, rund
250 Quadratmeter Nutzfläche für 2.000
Euro im Monat zu vermieten. Sozialstadträtin Dagmar Pohle (DIE LINKE)
lehnt eine Anmietung jedoch ab. Dennoch machte sie den rund 150 Mahlsdorfern auf der Bürgerversammlung Hoffnung. Es müsste sich ein Träger finden,
der ein finanzierbares Konzept vorlege.
„Wenn es solche Interessenten gibt, ist
das Bezirksamt bestimmt bereit, die Frage neu aufzugreifen.“

4

Bezirks-Leben

Mai 2016 | Bezirks-Journal Marzahn-Hellersdorf

In den Gründerjahren fehlte manches

JUBILÄUM: Hellersdorf wird 30 Jahre alt. Ganz persönliche Erinnerungen an Bummibus und Adebar.
von Birgitt Eltzel

A

ls wir im Herbst 1986 nach
Kaulsdorf-Nord zogen, existierte der Bezirk Hellersdorf bereits
vier Monate. Doch das interessierte uns
eigentlich recht wenig, war lediglich bedeutsam für die polizeiliche Anmeldung
und den Antrag auf einen Krippenplatz
beim Rat des Stadtbezirks. Das Wichtigste für uns: Wir hatten eine fernbeheizte Wohnung bekommen – 4. Stock
im Fünfgeschosser ohne Fahrstuhl. Das
bedeutete mit Kleinkind zwar eine ganz
schöne Schlepperei. Allerdings hatte die
vom Wohnungskombinat Neubrandenburg gebaute Wohnung 61 Quadratmeter
und insgesamt drei Zimmer, was damals
für drei Personen fast luxuriös war.
Weil das Kinderzimmer aber nur ein
langer Schlauch war, räumten wir es gar
nicht erst als solches ein. Unser Sohn
bekam das wesentlich vorteilhafter geschnittene Schlafzimmer, wir machten
aus dem Kinderzimmer einen kombinierten Schlaf- und Arbeitsraum. Im
kleinen Flur wurde ein tiefer Hängeschrank gleich über der Eingangstür eingebaut, die gespundeten Bretter hatten
wir mit dem Kinderwagen von irgendwo
her aus Kaulsdorf geholt. Das ist mir immer noch gut in Erinnerung, weil es eine
ganz schöne Plackerei war, sie so nach
Hause zu transportieren. Denn weder
besaßen wir damals ein Auto, noch war
mit Kinderwagen auch nur ansatzweise
gut in Busse zu kommen, die zunächst
das einzige öffentliche Verkehrsmittel in
Hellersdorf waren.
Im damals jüngsten Bezirk Ostberlins gab es nämlich ausgesprochen viele
Kinderwagen. Das Durchschnittsalter
betrug 26 Jahre, die Durchschnittsfamilie hatte zwei Kinder. Kein Wunder, dass
der Platz in den Bussen nicht ausreichte.
Deshalb machten die Verkehrsbetriebe
aus der Not eine Tugend und richteten
eine ganz spezielle Linie für Leute mit
Kinderwagen ein. Die sogenannten Bummi-Busse, die zum S-Bahnhof Kaulsdorf
führten, hatten einen Extra-Fahrplan

Kinderwagen, wohin das Auge schaut. Wer in Hellersdorf eine Wohnung bekam, hatte
das große Los gezogen.
FOTO: ADN/ BUNDESARCHIV/ BILD 183-1986-0128-002
und keine Sitze. Die Bummi-Linie wurde
erst eingestellt, als die U-Bahnlinie 5 bis
nach Hellersdorf verlängert worden war.
Ganz fertig war der Streckenabschnitt
Tierpark – Hönow am 1. Juli 1989. Damals mussten wir aber schon lange nicht
mehr den Bummi-Bus nehmen. Da war
unser Sohn schon vier Jahre alt, viel länger als 18 Monate saß seinerzeit kaum
ein Kind im Kinderwagen. Zudem hatten wir das Glück, einen Platz in einer
Kita gleich neben unserem Wohnhaus zu
erwischen, mussten also nicht zur Krippe
oder zum Kindergarten fahren. Die Einrichtung wurde übrigens nach der Wende nicht mehr lange gebraucht, später in

den Jugendtreff Titanic umgewandelt
und dann Mitte der 2000er-Jahre abgerissen. Heute fehlen wieder Kitaplätze.
Als wir nach Kaulsdorf-Nord zogen,
standen die Häuser dort schon etwa drei
Jahre. Die Gummistiefelzeit der Gründerjahre haben wir also selbst nicht mehr
miterlebt. Auch gab es bereits zwei Kaufhallen und eine der damals typischen
Clubgaststätten. Unsere hieß „Mecklenburg“, da bekamen auch die Schüler
tagsüber ihre Mittagsmahlzeit. Oben
war die eigentliche Gaststätte, immer
gut besucht und nach meiner Erinnerung
schmeckten die dort angebotenen Gerichte ziemlich lecker. Seit vielen Jahren

gibt es das „Mecklenburg“, wie die meisten früheren Gaststätten in den Neubaugebieten, nicht mehr. Jetzt befindet sich
in den Räumen eine Kampfsportschule, das Gebäude und sein Umfeld sieht
ziemlich verwahrlost aus. Gehalten hat
sich dafür der „Klabautermann“, eine
kleine Eckkneipe in der Bansiner Straße.
Vielleicht auch deshalb, weil dort nach
wie vor Rauchen erlaubt ist.
Anfangs gab es in den neu errichteten
Vierteln, wo fast 100.000 Menschen lebten, nur sehr wenige Geschäfte. Einige
für Waren des täglichen Bedarfs wurden deshalb provisorisch in Sporthallen
untergebracht. Spiel- und Sportplätze
waren Mangelware, ebenso Kultureinrichtungen. So wurde in einem kleinen
Jugendclub das erste Kino der Großsiedlung eingerichtet, die „Kiste“ an der Heidenauer Straße, wo auch noch jetzt Filme gezeigt werden. Dort, wo sich heute
die „Helle Mitte“ erstreckt, war eine unkrautüberwucherte Brache. Immer wieder war von den DDR-Verantwortlichen
der Bau des Zentrums für die Großsiedlung verschoben worden. Die Hellersdorfer Mitte wurde erst einige Jahre nach
der Wende gebaut und 1997 eröffnet.
Einer der Anziehungspunkte der ersten Jahre war das alte Dorf Hellersdorf.
Auf dem Markt (heute steht dort ein
Supermarkt) gab es verschiedene Verkaufsstände und -kioske. Ein Muss bei
Spaziergängen in der warmen Jahreszeit
mit unserem Sohn war der Aufenthalt
am Storchenest, das Meister Adebar jedes Frühjahr bezog. Es befand sich auf
dem Schornstein einer früheren Gärtnerei. Der Storch schaffte es sogar aufs
alte Hellersdorfer Wappen, eine benachbarte Kleingartenkolonie wurde „Storchennest“ genannt. Sie heißt bis heute
so, obwohl die Störche schon seit Mitte
der 1990er-Jahre Hellersdorf nicht mehr
anfliegen. An die Plattenbauten mit den
vielen Menschen hatten sich die Tiere
noch gewöhnt, dass aber mit dem Bau
des Kaufparks Eiche und danebenliegenden Wohnsiedlungen die Felder verschwanden, auf denen sie ihre Nahrung
gefunden hatte, vergrämte sie endgültig.

HELLERSDORFER CHRONIK: EIN FEST ZUM JUBILÄUM
Erstmals erwähnt wird Hellersdorf
1375 im Landbuch Kaiser Karl IV. Der
Gutsbezirk wird bei der Gründung von
Groß-Berlin 1920 eingemeindet und Teil
von Lichtenberg. 1979 kommt Hellersdorf zum neu gegründeten Stadtbezirk
Marzahn. 1980 werden die Neubaugebiete von Kaulsdorf-Nord montiert, 1984
beginnt der Bau der Plattenbauten rund
um das alte Dorf.
Am 1. Juni 1986 wird Hellersdorf,
zu dem auch die Siedlungsgebiete
Mahlsdorf und Kaulsdorf gehören, ein
eigenständiger Bezirk. Etwa 44.000
Wohnungen in Großblockbauweise
entstehen bis 1990 in der Großsiedlung.
Der übergroße Teil davon ist inzwischen

komplett modernisiert. Zurzeit saniert
die Deutsche Wohnen die Häuser rund
um die Hellersdorfer Promenade.
Nach der Wende wird der bis dahin unfertige Bezirk komplettiert. Letzte Plattenbauten werden 1990 fertig gestellt.
1997 wird das Zentrum „Helle Mitte“
eröffnet – mit Geschäften und Gaststätten, dem Rathaus, einem Multiplex-Kino,
einem Oberstufenzentrum und einer
Fachhochschule, einem Ärztezentrum
und weiteren Einrichtungen. Doch die
„Helle Mitte“ leidet unter zu wenig Kaufkraft, insbesondere der nahegelegene
Kaufpark Eiche in Brandenburg zieht
Kunden ab. Zudem wohnen inzwischen
in den umliegenden Vierteln vor allem

sozial Schwache. So wird das Kino, einst
das Multiplex mit den meisten Besuchern in Berlin, verkleinert. In einem Teil
der Kinosäle wird das „Bergwerk“ eingerichtet, der einzige Indoor-Klettergarten
Berlins. Im früheren C&A-Kaufhaus
eröffnet ein großes Fitnessstudio.
Innerhalb des Programms Stadtumbau
Ost werden wegen massiven Bevölkerungsrückgangs (teilweise stehen
zwischen 11 und 12 Prozent der Wohnungen leer) in Marzahn-Hellersdorf
rund 4.300 Wohnungen abgerissen, in
Hellersdorf vor allem zwischen Zossener Straße und Hellersdorfer Graben.
Dazu kommen viele Einrichtungen des
gesellschaftlichen Bedarfs wie Kitas

und Schulen. Seit 2009 steigt die
Bevölkerungszahl wieder. Erneut ziehen
junge Familien in den Bezirk, gefragt
wegen erschwinglicher Mieten ist nun
auch wieder die Großsiedlung. Es wird
erneut gebaut, u.a. an der Hasenholzer
Allee gegenüber den „Gärten der Welt“.
Auf der Fläche an der Zossener/Alte
Hellersdorfer Straße soll die städtische
Gewobag ein Wohnungsneubau-Projekt
realisieren.
Der 30. Geburtstag von Hellersdorf
wird am Freitag, 3. Juni, mit einem
Classic-Open-Air auf dem Fritz-LangPlatz (Helle Mitte) festlich begangen.
Die Veranstaltung beginnt um 17.30 Uhr,
der Eintritt ist frei.

Bezirks-Leben

Bezirks-Journal Marzahn-Hellersdorf | Mai 2016

5

Das Fest der Nachbarn auf dem Victor-Klemperer-Platz
KOLUMNE: Bündnis wirbt für ein buntes, offenes und vielfältiges Marzahn-Hellersdorf

I

n diesem Jahr findet am 28. Mai das
zweite Fest der Nachbarn auf dem
Victor-Klemperer-Platz statt. Das
Fest soll vor allem Menschen aus dem
Bezirk zusammenbringen und die neuen
Nachbarinnen und Nachbarn willkommen heißen. In den vergangenen Monaten sind viele Menschen aus Kriegs- und
Krisengebieten nach Berlin gekommen
und leben auch in Marzahn-Hellersdorf
in unmittelbarer Nachbarschaft zu den
„Alteingesessenen“.
Um für ein nachbarschaftliches Miteinander aller Menschen im Bezirk zu
werben, haben sich Akteurinnen und
Akteure der Zivilgesellschaft unter dem
Dach vom Bündnis für Demokratie und
Toleranz am Ort der Vielfalt MarzahnHellersdorf zusammengetan und das
Fest der Nachbarn organisiert. Damit
sollen die demokratischen Kräfte im
Bezirk gestärkt, ein Miteinander aller
Menschen gelebt und den anhaltenden
rechtsextremen Protesten gegen Geflüchtete entgegnet werden. Mit dem
Fest soll dafür geworben werben, dass
auch Geflüchtete als Nachbarinnen und
Nachbarn wahrgenommen und dementsprechend behandelt werden. Zum
Vorbereitungskreis gehören die demokratischen Parteien, Gewerkschaften,

Der Victor-Klemperer-Platz wird zum Ort der Begegnung.
Stadtteilzentren, Kirchgemeinden, die
Unterkünfte für Geflüchtete, engagierte
Einzelpersonen und bezirkliche Wohnungsunternehmen.
Das Fest findet im Rahmen des alljährlich stattfindenden Fest der Nachbarn
(European Neighbours Day) statt, dessen Ziel es ist, die Bürgerinnen und Bürger Europas enger zusammenzubringen.
1999 in Paris ins Leben gerufen, gibt es
dieses Fest mittlerweile in ganz Europa .
In Berlin gibt es die Feste seit 2012 und

FOTO: MARCEL GÄDING

in Marzahn-Hellersdorf fand es 2015 das
erste Mal statt. Der Weltspieletag am 28.
Mai und der Kindertag am 1. Juni finden
sich ebenso in der programmatischen
Ausrichtung des Festes wieder. So wird
es neben dem bunten Bühnenprogramm
mit kleinen und großen Künstlerinnen
und Künstlern, Spiele- und Mitmachangebote für Kinder und Jugendliche
geben. Auch für das leibliche Wohl ist
gesorgt: Von einheimischen Speisen, bis
hin zu Gegrilltem und orientalischen

Spezialitäten ist für alle etwas dabei.
Durch vielfältige kulturelle, spielerische und sportliche Angebote für Jung &
Alt möchten alle Beteiligten an diesem
Tag für Zusammenhalt und Solidarität
werben und daran erinnern, dass die
Menschenrechte unteilbar sind. Nach
wie vor ist das keine Selbstverständlichkeit und das Zusammenleben aller Menschen im Bezirk wird auch künftig immer wieder durch die Feinde der offenen
Gesellschaft in Frage gestellt werden.
Das Bündnis für Demokratie und Toleranz will deshalb auch im nächsten Jahr
wieder ein „Fest der Nachbarn“ organisieren und für ein buntes, offenes und
vielfältiges Marzahn-Hellersdorf und
für die Unterstützung von Geflüchteten
eintreten.
Dr. Manuela Schmidt (MdA, DIE
LINKE) für das Bündnis für Demokratie und Toleranz am Ort der Vielfalt
Marzahn-Hellersdorf
Das Bündnis für Demokratie und Toleranz
am Ort der Vielfalt Marzahn-Hellersdorf
informiert jeden Monat bei LiMa+ und im
Bezirks-Journal über seine Aktivitäten und
Vorhaben, über Ansichten und Ideen. Die
Beiträge geben nicht die Auffassung der Redaktion wieder.

WEITERBILDUNG & BERUF

6

Mai 2016 | Bezirks-Journal Marzahn-Hellersdorf

Marcus Senst und Nadine Jahn mit ihren Kindern.

FOTO: REGINA FRIEDRICH

Ein Baum für Theo
KIEZ: Der Hochzeitspark ist heiß begehrt. Inzwischen
gibt es keinen Platz mehr für neue Bäume.
von Regina Friedrich

T

heo hat jetzt einen eigenen Baum.
Sein Vater Marcus Senst pflanzte
ihn vor wenigen Tagen im Hochzeitspark. Es ist nicht das erste Mal, dass
der junge Vater gemeinsam mit seiner
Partnerin Nadine Jahn Baumpate wird.
Bereits zur Geburt ihres Sohnes Anton
vor gut vier Jahren übernahmen sie eine
Patenschaft. „Da, wo Antons Baum
steht, das war mal meine alte Schule“,
sagt Marcus Senst.
Der Baum für Theo war einer der
letzten Bäume, die im Hochzeitspark gepflanzt wurden. Inzwischen stehen dort
228 heimische Gewächse, deren Paten
entweder einen runden Geburtstag feierten oder die anlässlich von Hochzeit
oder Geburt einen Baum „übernahmen“. Und obwohl der Park schon einmal erweitert wurde, ist nun kein Platz
mehr für neue Gewächste.
Seit 2007 gibt es den Hochzeitspark
zwischen Alfred-Döblin-Straße und
Ludwig-Renn-Straße, auf dem Gelände
einer Schule, die in den 1990er-Jahren
abgerissen wurde. Er ist ein Gemeinschaftsprojekt der Senatsverwaltung
für Stadtentwicklung und Umwelt, des
Bezirksamts Marzahn-Hellersdorf, der
Lokalen Agenda 21, der Agrarbörse
Deutschland Ost e.V., des Quartiersmanagements sowie der Anwohner und
Gewerbetreibenden und wurde größtenteils aus dem Programm Stadtumbau Ost finanziert. Die Gesamtkosten
betrugen 756.000 Euro, davon 531.000
Euro aus dem Programm Stadtumbau
Ost, inkl. Mittel der EU (EFRE). Der
Hochzeitspark ist Teil des Hönower
Wanderweges und gehört damit zu den
vom Berliner Senat geförderten 20 grünen Hauptwegen in und um Berlin. Zusammen mit dem benachbarten „Garten
der Begegnung“ ist er einer der „Grünen
Orte auf dem Weg zur IGA“.
Am Eingang zum „Garten der Begegnung“, wo sich einst ein Schulgarten
befand, informiert eine Tafel über diese
grünen Orte. Und grün ist es wirklich
im Garten. Überall auf den Beeten sind
kleine grüne Pflänzchen durch die Erde

gebrochen, an anderer Stelle blüht es
schon. Der Garten hat sich in den vergangenen Jahren zu einem wichtigen
Nachbarschaftsort im Quartier an der
Mehrower Allee entwickelt und das soll
auch so bleiben. Ab Mai ist der „Garten
der Begegnung“ von Montag bis Freitag von 8 bis 14 Uhr geöffnet, betreut
von Ehrenamtlichen. Wer mitmachen
möchte ist herzlich willkommen. Nicht
nur für die Gartenpflege, sondern auch
zu den Veranstaltungen, die geplant sind
wie das interkulturelle Picknick oder das
„Singen unter Bäumen“. Einfach nur in
der Sonne sitzen und genießen ist aber
auch in Ordnung.
Baumblütenfest im nächsten Jahr
Das kann man ebenso im nun fertiggestellten Hochzeitspark. Viele der Besucher, die Ende April zur letzten Pflanzaktion gekommen waren, nutzten das
schöne Wetter für ein Sonnenbad, sahen
beim Baumpflanzen zu oder lasen interessiert die großen Tafel, die zu einigen
der Bäume auch eine Geschichte erzählten. Wie die von Lina und Martin Wildenhain. Zur Geburt des ersten Enkels
wurde eine Eiche gepflanzt, „damit er
ein kräftiger Junge wird“. Ein Jahr später war es eine Linde für Martin Wildenhain, ein Geschenk seiner Frau. Jeder,
der einen Baum pflanzte, bezahlte bis
zu 100 Euro und wählte aus einer Liste
eine von 14 Baumarten aus – übrigens
nur einheimische wie Trauben-Kirsche,
Bergahorn, Eberesche und Sommerlinde. Zu jedem gesetzten Baum gibt es
ein Zertifikat mit Namen, Datum und
Pflanzort.
Sabine Antony, Leiterin des Bereiches
Städtebauförderung, dankte allen, die
dazu beigetragen haben, dass der Park
sich großer Beliebtheit erfreut. „Es ist
ein Ort geworden, an dem Menschen
mit ihrem Bezirk verwurzeln können“,
sagte sie, „und ein Ort, an dem eine
neue Tradition geschaffen wurde“. In
den nächsten Jahren soll im Frühjahr ein
Baumblütenfest gefeiert werden. Bereits
in diesem Sommer wird es auch wieder
eine Broschüre geben mit Geschichten,
die mit den Bäumen verbunden sind.

Bezirks-Journal

Hinaus ins Grüne & ans Wasser
MAGAZIN FÜR AUSFLÜGE AN DEN STADTRAND UND IN DAS BERLINER UMLAND | FRÜHJAHR 2016

Mit großem
Spezial:
MÄRKISCH
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IM BIERGARTEN SITZEN

PER BOOT ZUM MÜGGELSEE

WIE AN DER OSTSEE

Wer im Osten Berlins ein nettes
Ausflugslokal sucht, wird durchaus
fündig. Unsere Auswahl auf SEITE 2.

Man muss keinen Bootsführerschein
haben, um sich ein Motorboot zu mieten.
Die wichtigsten Tipps auf SEITE 3.

Nur eine Stunde von Berlin entfernt fühlt
man sich am Scharmützelsee wie im
hohen Norden. Wir waren da: SEITE 8.

2
BIERGÄRTEN IN LICHTENBERG UND MARZAHN-HELLERSDORF

Ein kühles Blondes unter alten Linden

Wer gut essen und trinken möchte, findet im Berliner Osten viele Ausflugslokale. Eine kleine Auswahl.
Es muss nicht immer Köpenick sein
oder Weißensee: Wer seinen Arbeitstag bei einem kühlen Blonden ausklingen lassen will oder am Wochenende
auf der Suche nach einem Ausflugsziel
ist, wird auch in Lichtenberg und Hohenschönhausen fündig. Doch zugegeben: Man muss ganz schön lange suchen. Das Bezirks-Journal stellt Ihnen
interessante Ausflugslokale vor.
Gaststätte „Zur S-Bahn Kaulsdorf“: Das Lokal ist mit vielen liebevoll zusammengetragenen S-Bahn-Devotionalien gestaltet. Noch
besser sitzt es sich bei schönem Wetter im
Garten. Die Küche ist gutbürgerlich. Natürlich gibt’s auch die S-Bahnklassiker Sülze,
Eisbein und Rinderroulade. Es wird saisonal
gekocht, da kommen die Spargelliebhaber
auf ihre Kosten. Für durstige Kehlen gibt es
fünf Sorten Bier vom Fass, dazu alkoholfreie
Getränke, Tee, Kaffee. Der Wein kommt von
einem Weingut in Rhein-Hessen.
Heinrich-Grüber-Straße 1, 12621 Berlin, Mo
bis So 11-23 Uhr, Tel. 030 5627003, www.zurs-bahn.de
Gasthof „Zum Oberfeld“: Wie früher zu Besuch bei Oma vermitteln die Gasträume eine
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gemütliche Wohnzimmeratmosphäre. Draußen gibt es einen lauschigen Biergarten. Ob
Zander oder Wildschwein - alles regional
und frisch zubereitet. Natürlich gibt es saisonale Angebote wie frischen Spargel im Frühjahr oder den weihnachtlichen Gänsebraten.
Und nicht zu vergessen: leckeres Eis und der
Kuchen. Bei den Getränken wird das Konzept
konsequent verfolgt: Sinalco-Cola aus Radebeul, sechs verschiedene Biere vom Fass und
deutsche Weine aus dem Schwarzwald.
Zanderstraße 27, 12621 Berlin, Mo-Sa 11 bis 00
Uhr, So 11 bis 22 Uhr, Tel. 030 5689460, www.
zum-oberfeld.de
„Marzahner Krug“: Wer den Gastraum betritt, steht erst mal auf einem rustikalen
Dorfplatz. Ein leichter Hauch von mediterranem Flair umweht dagegen das Hofcafé. Und
wer das Marzahner Dorfleben vorbeiziehen
lassen möchte, trinkt sein Bier draußen an
der Straße. Das Gasthaus wirbt mit deftiger,
gutbürgerlicher Küche von Berlin bis Wien.
Die Zutaten sind frisch und regional, nicht
nur Spargel, Zander oder Wildschwein sind
„made in Brandenburg“. Das Bier kommt
vom Fass oder aus der Flasche, darunter
Spezialitäten wie Urbömisch Gold.
Alt-Marzahn 49, 12685 Berlin, täglich geöffnet

Der Biergarten auf der Alten Börse Marzahn zählt zu den größten in der Region.

FOTO: VOLKMAR ELTZEL
ab 11 Uhr, Tel. 030 5400560, www.marzahnerkrug.de
Café & Restaurant „Maxim“: Das Restaurant
am Barnimplatz empfängt seine Gäste in einem modernen Ambiente. Die gepolsterten
Sitzbänke erinnern an einen amerikanischen
Diner. Wenn dann die Palmen herausgestellt
werden, sitzt es sich im Liegestuhl auf der
Sandfläche fast wie am Strand... In der Küche
wird deutsch gekocht. Es gibt auch vegetarische Gerichte und sogar eine hauseigene
Burgerkreation. Selbst gebacken sind die Kuchen und Torten. Neben Bier vom Fass und
aus der Flasche werden Cocktails serviert,
Weine aus Deutschland, Italien und Ungarn,
alkoholfreie Getränke und natürlich Kaffee
und Tee.
Havemannstraße 24, 12689 Berlin, täglich von
9 bis 23 Uhr, Tel. 030 270040799, www.maximberlin.de
Alte Börse Marzahn: Unter alten Linden lädt
der Biergarten der Braustube ein. Gemütliche, rustikale Holzbänke gibt es reichlich,
dazu aus der eigenen Küche frische, regionale Spezialitäten, dazu selbst gebrautes
Bier. Samstagabends spielen Live-Bands, an
kühleren Tagen wird ein Feuerchen entfacht.
Zur Alten Börse 59, 12681 Berlin, Mo-Do 1222 Uhr, Fr 12-24 Uhr, Wochenende 10-24 Uhr,
http://alte-boerse-marzahn.de/, Tel. 030
55475132
Gartenlaube: Der gemütliche Biergarten ist
schon lange kein Geheimtipp mehr. Besucher jeden Alters schätzen neben dem Urlaubsambiente auch die deftigen Speisen.
Jetzt ist unter anderem der Schnitzelteller
mit frischem Spargel und Pfifferlingen beliebt. Wer dazu ein wohltemperiertes Bier
ordert, kann alles ganz entspannt zwischen
Palmen genießen. Zu erreichen ist der Biergarten auch bequem mit dem Bus 256, denn
die Haltestelle ist direkt vor der Tür.
Birkholzer Weg 77-79, 13059 Berlin, Di n. V., MiSa ab 19 Uhr, So 9-22 Uhr. Tel. 030 92374569,
www.gartenlaube-wartenberg-live.de
Hafenkante: Moderne Bierzeltgarnituren
und Hochtische mit Barhockern laden in den
Biergarten ein. An Speisen werden frische
Fischbrötchen, Lachsgerichte, Thüringer
Bratwürste oder der Hafenkanten-Burger

geboten. „Natürlich haben wir auch eine vegetarische Variante“, verspricht Restaurantleiterin Sandra Richter. Für die Kleinen gibt
es eine Spielecke und wer möchte, leiht sich
ein Tretboot aus.
Zur Alten Flussbadeanstalt 5, 10317 Berlin,
Mo-Fr ab 10 Uhr, Wochenende, feiertags ab 9
Uhr, Tel. 030 42219926, www.hafenkueche.de
Café Lehmsofa: Klein aber fein – bis zu 40
Plätze gibt es auf der urigen Terrasse. Die
Gäste haben nicht nur einen schönen Blick
auf die denkmalgeschützte Dorfkate Falkenberg sondern ebenso auf das frisch bezogene Storchennest. Wer dabei regionale Biere
genießen möchte, Weine oder Kanadische
Whiskysorten, ist in Falkenberg genau richtig. Zu den leckeren Kreationen des Teams
gehören selbstgebackene Kuchen und Torten.
Dorfstr. 4, 13057 Berlin. Mi-Fr 12-18 Uhr, Wochenende 12-19 Uhr, feiertags 12-18 Uhr, Tel.
030 93022874, http://cafelehmsofa.wix.com/
falkenberg
Böhmischer Garten: Die Besucher kommen
seit vielen Jahren vor allem wegen der hervorragenden Böhmischen Küche. Ist das
Wetter kalt, wird innen, an rustikalen Holztischen serviert. Bei warmen Temperaturen
lassen sich aber viele Gäste auch deftige
Speisen wie Prager Schnitzel oder Szegediner Gulasch draußen schmecken: Natürlich
alles aus frischen Zutaten und selbstgekocht.
Dönhoffstraße 35 a, 10318 Berlin, Di-So 1221.30 Uhr, Tel. 030 5088191, www.boehmischer-garten.de
Märkische Aue: Bis zu 200 Gäste können im
Biergarten die ruhige Atmosphäre genießen.
Serviert wird an Holztischen, auf denen grüne Decken mit weißer Bordüre liegen. Wer
Deftiges mag, ist hier genau richtig: Ob Eisbein, hausgemachte Sülze oder das beliebte
Aue-Brot mit Kassler, Käse und Rahmchampignons überbacken – die Auswahl ist groß.
Für Kinder gibt es eine Extra-Speisekarte
und einen großen Spielplatz.
Schwarzmeerstraße 80, 10319 Berlin, Di-Fr
ab 12 Uhr, Wochenende ab 10 Uhr. Tel. 030
5103460, www.fetendienst.de
Zusammenstellung:
Steffi Bey/ Regina Friedrich

CITYMARINA RUMMELSBURG

Auf zum Müggelsee

Man muss keinen Bootsführerschein haben, um eine Tour durch Berlins Gewässer zu unternehmen.
 Von Marcel Gäding

Das Motorboot Helena ist ein ganz besonderes Exemplar: Bis zu 20 Personen können an Bord Platz nehmen. Es
gibt eine eigene Toilette, auf Wunsch
können ein Kühlschrank und ein
Grill gemietet werden. Wer möchte,
lässt sich zuvor Getränkepakete oder
Picknickkörbe zusammenstellen und
dann, ohne Bootsführerschein, auf
Berlins Gewässern schippern. „Bei Bedarf stellen wir auch einen Skipper“,
sagt Hafenmeister Valerian Dahmen.
Die Helena, keine drei Wochen alt,
ist das jüngste Boot in der Flotte der
Citymarina Rummelsburg und kann
von Freizeitkapitänen ohne Bootsführerschein gemietet werden. Derzeit
liegen am Ufer der Rummelsburger
Bucht zehn Boote von spreebote.de –
das kleinste, ein Tretboot, bietet Platz
für zwei Personen. Eine Einweisung
genügt, und schon können die Gäste
mit ihrem Mietboot zu ihrer Tour starten. „Eine der beliebtesten Strecken
ist die zum Müggelsee“, berichtet der
Hafenmeister. Dort kann man dann
mal die Seele baumeln lassen und
direkt vom Boot ins kühle Nass springen. Wer einen Bootsführerschein

besitzt, darf sogar in Richtung City
aufbrechen – über die Oberbaumbrücke und den Landwehrkanal rüber
Richtung Potsdamer Platz und über
die Spree wieder zurück nach Rummelsburg.
Die Nachfrage nach Ausflügen mit
dem eigenen Mietboot steigt von
Jahr zu Jahr. Vor allem, seit 2012 eine
neue Regel in Kraft trat: Seither wird
für Boote mit einer Leistung von bis
zu 15 PS kein Führerschein mehr benötigt. Eine Einweisung durch einen
Experten genügt. „Die dauert, je nach
Kenntnisstand des Kunden, bis zu 20
Minuten“, sagt Valerian Dahmen. In
dem Crashkurs geht es um die wichtigsten Instruktionen: Etwa, dass die
Freizeitkapitäne möglichst die durch
rote und grüne Bojen gekennzeichnete Fahrrinne benutzen oder, dass
Motorboote stets den Binnenschiffen, Ausflugsdampfern, Ruder- oder
Tretbooten nach rechts auszuweichen
haben. „Wer das erste Mal ein Boot
steuert, sollte nach Möglichkeit auf
Gewässer mit Schleusen verzichten“,
rät Dahmen. Denn das ständige Anund Ablegen bedeute für Ungeübte
Stress. „Und den will man ja auf ei-

Hafenmeister Valerian Dahmen weist
die Hobbykapitäne vor der Fahrt ein.

FOTO: MARCEL GÄDING

nem solchen Ausflug vermeiden.“
Gut 90 Prozent der Buchungen von
spreebote.de wird über das Internet
abgewickelt. Die Betreiber haben dabei an alle Dinge gedacht: So können
sich Interessenten nicht nur das passende Motor-, Tret- oder Elektroboot
aussuchen, sondern sich auch mit
entsprechendem Proviant eindecken.
Der wird vom Ausflugslokal Hafenküche zusammengestellt und reicht

vom Grillkorb über das Kaffeegedeck
bis hin zum Picknickkorb oder einem
Fass Bier. Wer nicht selber am Steuer
stehen mag, kann einen Skipper dazubuchen. „Beliebt sind auch unsere
Grills“, sagt Valerian Dahmen. Bei den
Lotusgrills handelt es sich um Spezialanfertigungen, die weder Rauch
noch Funkenflug verursachen und die
wegen einer speziellen Schicht direkt
auf dem Boot verwendet werden dürfen.
Natürlich hat der Spaß auf dem
Wasser auch seinen Preis: Für einen
Tagesausflug sollte man schon an die
400 Euro kalkulieren, Verpflegung und
Reinigung kosten extra. Preiswerter
wird es in der Woche, dort sind die
Preise zwischen 9 und 16 Uhr für die
Anmietung etwa ein Drittel niedriger.
Am Wochenende und an Feiertagen
ist in der Zeit von 9 bis 12 Uhr bei einer drei Stunden dauernden Tour ein
Frühstückskorb inklusive.
Weitere Informationen im Internet:
www.spreeboote.de oder Tel. 030
422199299

Verlagssonderveröffentlichung

Märkische S5-Region
Strausberg | Altlandsberg | Petershagen/Eggersdorf | Neuenhagen bei Berlin

kurz notiert
STRAUSBERG

Tipps für Wanderer
und Radfahrer
Der Strausberger Wander- und
Radwanderkalender 2016 ist
erschienen und liegt in der
Strausberger Stadt- und Touristinformation am Lustgarten
(August-Bebel-Straße 1) für
interessierte Wanderer und
Radfahrer bereit. Zwischen April
und Dezember lockt der Flyer
mit insgesamt neun Terminen
wieder alle Naturliebhaber raus
ins Grüne. Neben der beliebten
Kräuter-, Forst- oder Winterwanderung kommen in diesem
Jahr auch die Radfahrer mit zwei
Touren auf ihre Kosten.

RÜDERSDORF

Internationaler
Museumstag
Der Museumspark Rüdersdorf
beteiligt sich am „Internationalen Museumstag“. Am 22. Mai gibt
es beispielsweise Sonderführungen, unter anderem durch den
sogenannten Heinitztunnel und
in die Schachtofenbatterie. Auf
dem Programm stehen außerdem Landrover-Touren entlang
des aktiven Tagebaus. Los geht
es um 10 Uhr. Der Eintritt kostet
5, erm. 3 Euro. Ort: Museumspark,
Heinitzstraße 9, 15562 Rüdersdorf. Anmeldungen: Tel. 033638
799797.

STRAUSBERG

Elektrofahrräder
zum Ausleihen
Die Stadtwerke Strausberg
vermieten auch in diesem Jahr
Elektrofahrräder für Ausflüge in
die Region – auf dem Flugplatz
(Flugplatzstraße F1 20, 15344
Strausberg) oder im Sport- und
Erholungspark (Landhausstraße
16–18, 15344 Strausberg). Die
Miete kostet 10 Euro pro Stunde
bzw. 25 Euro pro Tag. Interessenten können sich unter Tel. 03341
421019 anmelden.

EINE LINIE
INS GRÜNE:

Die Strausseefähre verbindet die Altstadt mit der Waldseite. Strom kommt von der Oberleitung. 

FOTO: MARCEL GÄDING

KURZURLAUB AUF DEM WASSER

Lautlos über den Bötzsee

Von der „Sunny Manuela“ aus kann man viele Sehenswürdigkeiten entdecken.
 Von Steffi Bey
Lautlos über den Bötzsee schippern, den herrlichen Ausblick auf
die Umgebung genießen und einfach
die Seele baumeln lassen. Wer der
Hauptstadthektik entfliehen möchte,
dem sei ein Ausflug ins brandenburgische Eggersdorf, direkt vor den Toren Berlins, empfohlen.
Vor wenigen Wochen hat die dritte
Saison für „Sunny Manuela“ begonnen. Der elegante grün-weiße Elektro-Katamaran dreht seit 2014 von
Ostern bis Oktober seine Runden auf
dem Bötzsee. Jeweils 60 große und
kleine Passagiere finden im Panoramasalon sowie auf dem Sonnenoberdeck Platz. Viermal täglich (außer
montags) legt das gut 19 Meter lange
und fünf Meter breite Ausflugsschiff
zu einer entspannten und interessanten Reise ab. Auch ohne Schalldämmung ist von den zwei Elektroantrieben mit je acht KW während der Fahrt
kaum etwas zu hören. Stattdessen
nehmen die Besucher das Geräusch
der Bugwellen wahr: Wenn das Schiff
sie wie eine Schaumkrone vor sich
her schiebt.
Vorbei geht es unter anderem am
sanierten und behindertengerechten
Strandbad, entlang des Postbruchs
und der gleichnamigen Siedlung,
am FKK-Strand sowie den zur Zeit
geschlossenen Ausflugsgaststätten

Berlin-Lichtenberg

Mahlsdorf

Wuhletal

Neue und Alte Spitzmühle. „Angehalten wird deshalb am nördlichen Ufer
nicht mehr“, sagt Deckmann Uwe
Kietzmann.

Wassertouren
Wasserfreunde kommen in der Märkischen S5-Region auf ihre Kosten. Einige
lohnenswerte Tipps:
ÜBERN STRAUSSEE IN ACHT MINUTEN:
Die elektrisch betriebene Strausseefähre verbindet das Strausberger
Stadtzentrum mit dem Erholungsgebiet
„Jenseits des Sees“. Von der Fähre aus
hat man einen schönen Blick auf die
Silhouette der Strausberger Altstadt.
Auf der Waldseite kann man schön
wandern oder die Beine ins Wasser
halten. Dauer der Fahrt: 8 Minuten.
Ablegestelle: Karl-Liebknecht-Straße,
Strausberg. Infos unter www.strausseefaehre.de
VON TREPTOW NACH RÜDERSDORF: Immer donnerstags startet die Stern- und
Kreisschifffahrt im Treptower Hafen
ihre Schiffsausflüge. Mit dem Dampfer
geht es durch Köpenick, Friedrichshagen, über den Müggelsee und die
Müggelspree nach Neu-Venedig und
Erkner nach Rüdersdorf. Infos unter
www.sternundkreis.de
Mehr Infos im Flyer „Ahoi“, bestellbar
unter Tel. 03341 311066.

Neuenhagen

Hoppegarten

Gemeinsam mit dem Schiffsführer
holt er die Passagiere an der Anlegestelle am „Seeschloss“ in Eggersdorf,
Altlandsberger Chaussee 102, ab und
bringt sie nach rund einer Stunde
auch wieder dorthin zurück.
Während der fast lautlosen und
umweltschonenden Schifffahrt können die Gäste nicht nur gemütlich
Kaffee trinken und leckeren Kuchen
oder auch kleine, herzhafte Snacks
genießen, sondern bekommen ebenso viele Informationen rund um die
herrliche Natur serviert. Dass der
Bötzsee etwa vier Kilometer lang
und 400 Meter breit ist und praktisch
die gesamte Saison über mit einer
gleichbleibend guten Wasserqualität
punktet. Erwähnt wird auch das 1906
erbaute Hotel und Café-Restaurant
„Seeschloss“. Und dass schon um
1900 mehrere Ausflugsschiffe auf
dem See verkehrten.
Auf Initiative des Kapitäns Stefan
Zopf, der den 2007 gebauten Katamaran vom Bostalsee im Saarland ins
Berliner Umland holte, wurde diese
zwischenzeitlich vergessene Tradition wieder aufgenommen.
Wer will, nimmt an einer Bootsfahrt
teil und steigt 11, 13, 15 oder 17 Uhr
an der Anlegestelle am „Seeschloss“
in Eggersdorf, ein. Möglich sind auch
Reservierungen für Kaffee- oder
Charterfahrten unter Telefon: 0160
90133333.
Die S-Bahnlinie 5
bringt sie alle 20
Minuten in die
märkische
Strausberg S 5-Region.

Petershagen

Fredersdorf

Verlagssonderveröffentlichung

Genießen, Erholen und Bewegen.
Fredersdorf-Vogelsdorf | Rüdersdorf bei Berlin | Hoppegarten

Veranstaltungen

WANDERTIPP

Echte Tiere und ein englisches Castle
Unterwegs von Strausberg Nord über Wilkendorf bis zum Burghotel
 Von Steffi Bey
Die Märkische S5-Region lässt sich
auch gut zu Fuß erkunden – etwa bei
der Tour über rund sieben Kilometer
von Strausberg Nord über Wilkendorf
bis zum Burghotel in Strausberg:
Strausberg Nord: Wandern, zwischendurch Tiere beobachten oder
streicheln, später Holz-Skulpturen
besichtigen und mit Künstlern sprechen sowie eine Vorstellung im Burgtheater besuchen: Wer darauf Lust
hat, sollte mit der S5 bis zur Endstation Strausberg Nord fahren – oder den
Ausflug mit dem Auto ansteuern.
In Strausberg Nord, wo die Stadt
Strausberg nur noch zu erahnen ist,
überwiegt das Grün. Es gibt viel Wald,
Wiesen, Felder und Seen sowie idyllisch gelegene Siedlungsgebiete. Die
Route führt zunächst entlang der
Prötzeler Chaussee, über den Kreisverkehr, entlang des Wilkendorfer
Weges. Nach dem letzten Einfamilienhaus auf der linken Seite, führt eine
schmale Straße direkt zum Roten Hof.

ROTER HOF: Dieser Kinderbauernhof (Telefon: 03341 309960) liegt in einem Tal, nur etwa zehn Minuten vom
S-Bahnhof Strausberg Nord entfernt.
Hier leben Ponys, Esel, Schafe, Kaninchen, Meerschweine, Ziegen und
Hühner in einem Streichelzoo. Auch
die bäuerliche Erlebnisstube und das
Naturkundekabinett warten auf wissbegierige kleine und große Besucher.
Und es gibt einen neu gestalteten
Kinderspielplatz, ein Hofcafé und ein
Abenteuercamp (www.sterematbsg.
de). Weiter geht es Richtung Skulpturenpark Wilkendorf (Telefon: 03341
216336). Auf dem weitläufigen Grundstück, Nordring 5, hat der DiplomIngenieur und Bildhauer Wolfgang
Stübner ein sehenswertes Kleinod
aufgebaut. Hier lebt und arbeitet der
kreative Künstler. Seit elf Jahren lädt
er im Mai zum Bildhauer-Pleinair ein.
Eine Woche lang gestalten internationale Künstler aus einem dicken
Baumstamm jeweils ein Kunstwerk zu
einem vorgegebenen Thema. „Couples“ – Paare - standen 2016 im Mittel-

punkt. Interessierte können jederzeit
die Ergebnisse auf seinem Hof bewundern oder auch kaufen. Überall
verteilt stehen ebenso etliche Werke
aus vergangenen Jahren sowie neu
geschaffene Skulpturen von Wolfgang
Stübner. www.skulpturenpark.de.
Wer jetzt noch Lust und Kraft für
ein weiteres Ziel hat, wandert die
Straße Alt-Wilkendorf entlang, vorbei am Ihlandsee, Richtung L23. Nach
etwa 2,5 Kilometern ist The Lakeside
Burghotel zu Strausberg (Telefon:
03341 34690) erreicht. Vor den Toren
Berlins und am Rande zur Märkischen
Schweiz, ist es ein beliebtes Ziel für
Erholungssuchende,
Brautpaare,
Wellnessgäste, aber auch für Geschäftsreisende von verschiedenen
Kontinenten. Das einstige „Schützenhaus“ verwandelte sich in den vergangenen Jahren in ein einzigartiges
englisches Castle. Hier kann sich der
Wanderer genussvoll stärken aber
auch unter freiem Himmel Theater,
Kabarett oder ein Konzert im Burgtheater genießen.

Die märkische S5-Region:

In der Märkischen S5-Region ist immer
etwas los. Die schönsten Veranstaltungen der kommenden Wochen:
14.05.
Wesendahler Blütenfest, Wesendahl
15.05.
Oleander Renntag, Hoppegarten
21.05.
Gartenkonzert am Bötzsee, Sax-OBoogie, Eggersdorf
27.05.
Sommerwind-Openair, Neuenhagen
29.05.
DANZA y MÚSICA, Museumspark Rüdersdorf
01.06.
Kindertagsfest, Altlandsberg
01.06.
Abendrenntag, Hoppegarten
03.06.
Sommerwind-Openair, Neuenhagen
12.06.
Ladies-Day, Hoppegarten
18.06.
25. Wachtelbergfest, Hennickendorf
18.06.
Rock am See, Eggersdorf
25.06.
10. Taubenturmfest, Fredersdorf
01.-03.07.
Rüdersdorfer Bergfest mit
Schausprengung, Museumspark
Rüdersdorf
08.07.
6. Strausberger Jugendnacht, Strausberg
09.07.
Drachenbootrennen und Sparkassenfamilientag, Strausberg
09.07.
Sommerwind-Openair, Neuenhagen
16.07.
91. Strausseeschwimmen, Strausberg
Weitere Informationen im Netz:
www.maerkische-s5-region.de

Nähere Informationen zur Märkischen S5-Region erhalten Sie bei:
Stadt- und Touristinformation
August-Bebel-Str. 1 | 15344 Strausberg

Tel.: (03341) 31 10 66
Fax: (03341) 31 46 35

E-Mail: touristinfo@stadt-strausberg.de

Internet: www.maerkische-s5-region.de

ÖFFNUNGSZEITEN Mo-Fr 9.00-17.00 Uhr | Sa (Oktober bis April) 10.00-15.00 Uhr | Sa, So + Feiertage (Mai - September) 10.00-16.00 Uhr

6
GRÜNANLAGEN IM SÜDEN DER STADT

Paradiese am Rande des Großstadttrubels
Vier Parkanlagen lassen in Tempelhof die Hektik Berlins vergessen.

Die Kirche von Tempelhof entstand im 12. Jahrhundert. 

 Von Birgitt Eltzel

„Hinaus ins Grüne und ans Wasser“

Urlaubsmagazin für den Berliner Stadtrand und das
Brandenburger Umland
Herausgeber:
Bezirks-Journal | lichtenbergmarzahnplus.de
Redaktion/ Layout: Marcel Gäding
Tel. 030 55494360 | redaktion@bezirks-journal.de

Wer den Trubel von Berlins größter
Spielwiese scheut, dem Tempelhofer
Flugfeld, das seit 2009 ein beliebter
und vielfältig genutzter Freizeitpark
ist, dem sei ein Spaziergang nur wenige hundert Meter entfernt empfohlen. Nicht viel mehr als einen Steinwurf weit weg vom geräuschvollen
Tempelhofer Damm befinden sich
in Höhe des Rathauses Tempelhof
(Tempelhofer Damm 165) vier lauschige Parks, die ineinander übergehen: Alter Park, Bose- und Lehnepark
sowie Franckepark. Diese sogenannte
Tempelhofer Grünachse ist eine der
Berliner Premiumflächen zur Internationalen Gartenausstellung (IGA)
Berlin 2017. In allen Berliner Bezirken
wurden sehenswerte Orte in Vorbereitung der Schau ausgewählt, die
den Besuchern unter dem Motto „IGA
dezentral“ vorgestellt werden sollen.
Entspannung und Ruhe Suchende
werden in dem Tempelhofer ParkQuartett fündig. Das ist so beschaulich, wie man es nahe einer vielbefahrenen sechsspurigen Straße nicht
erwartet hätte. Wer in den Alten Park
eintaucht, findet sich nach kurzer Zeit

FOTO: BIRGITT ELTZEL

an einem kleinen Gewässer. Die Dorfkirche Tempelhof befindet sich schon
im nächsten Grünzug, dem Lehnepark. In dessen Mitte liegt der von
uralten Weiden, Nadelgehölzen und
vielen anderen Bäumen umgebene
Wilhelmsteich. Die Dorfkirche entstand um 1200 n.Chr. und war einst
Teil einer Komturei der Tempelritter,
die Tempelhof gründeten. Den denkmalgeschützten Kirchhof betreten
Besucher durch ein imposantes Tor
aus Feldsteinen, innen gibt es außer

der Kirche, die zu den ältesten Steinbauten der Mittelmark zählt, sehenswerte historische Grabmale und Erbbegräbnisse. Auf der anderen Seite
des Tempelhofer Damms, direkt hinter dem Rathaus, zieht sich der Franckepark entlang. Man scheint durch
einen Wald zu spazieren, mit hohen
Bäumen und Lichtungen, auf denen
bei gutem Wetter Sonnenbader relaxen. In einem hügeligen Damwildgehege ruhen die Tiere am tiefsten
Punkt des Geländes.
Wer nach den beschaulichen Momenten dann doch noch eintauchen
will in die lebhafte Freizeitwelt der
Großstadt, kann etwa 700 Meter den
Tempelhofer Damm entlang spazieren oder eine Station mit der
U-Bahnbahn (Linie 6, Richtung AltTegel) bis zur U-und S-Bahnstation
Tempelhof fahren. Dort befindet sich
einer der Eingänge zum Tempelhofer
Feld – und auch gleich ein Verleih von
Segways, mit denen man die mit 355
Hektar größte innerstädtische Freifläche der Welt umrunden kann.
So kommen Sie hin: Tempelhofer
Grünachse: U 6, Station Alt-Tempelhof; oder S+U-Bahnhof Tempelhof
und ca. 700 Meter Gehweg

Berlins grüne Orte
Noch bis zum 23. Juni
werden „Berlins grüne
Orte“ in Vorbereitung
der IGA Berlin 2017 in
einer Ausstellung in der
Senatsverwaltung für
Stadtentwicklung und
Umwelt, Am Köllnischen
Park 3, Lichthof, präsentiert. Geöffnet: Mo bis
Sa 10 bis 18 Uhr, Eintritt:
frei. IGA-Premiumflächen
in den Bezirken: Charlottenburg-Wilmersdorf:
Lietzenseepark, Neue
Kantstraße; Friedrichs-

hain-Kreuzberg: Rosengarten an der Karl-MarxAllee 142; Lichtenberg:
Ober- und Orankesee,
Obersee-/Waldowstraße;
Landschaftspark Herzberge, Herzbergstraße;
Marzahn-Hellersdorf:
Hochzeitspark/ Garten
der Begegnung LudwigRenn-Straße; Mitte:
Großer Tiergarten, Großer
Stern Neukölln: Gutspark
Britz, Alt-Britz 73; Pankow:
Wasserturm Prenzlauer
Berg, Knaackstraße 23;

Bezirks-Journal

Reinickendorf: Gartenstadt Frohnau, Zeltinger
Platz/Ludolfingerplatz;
Spandau: Lindenufer
(Zusammenfluss von Havel und Spree); SteglitzZehlendorf: Stadtpark
Steglitz, Sedan-/Albrechtstraße; TempelhofSchöneberg: Bosepark,
Lehnepark, Alter Park,
Franckepark, rechts und
links des Tempelhofer
Damms 165; TreptowKöpenick: Treptower Park,
Am Treptower Park

Leserreisen

Noch mehr günstige Leserreisen unter www.bezirks-journal.de/leserreisen

7
RADFAHREN

„Trinken ist ganz wichtig“

Nachgefragt bei Hans-Joachim Legeler, ADFC
Berlin und Brandenburg lassen sich gut
mit dem Fahrrad erkunden. Vielerorts sind die
Radwege
inzwischen
gut ausgebaut, so dass
das Auto ruhig mal stehen bleiben kann. Wer
sich aber das erste Mal
auf große Fahrt begibt,
sollte einige Dinge beachten. Hans-Joachim
Legeler von der Bezirksgruppe Lichtenberg des
Allgemeinen Deutschen
Fahrradclubs (ADFC) erklärt, was zu beachten
ist.
Herr Legeler, fangen wir
mal ganz vorn an: Ich
möchte mir zunächst ein
neues Fahrrad kaufen.
Worauf muss ich achten?
Für den Fahrradkauf
sollten Sie sich stets
an einen Fachhändler
wenden. Dort gibt es
im Vergleich zu Supermärkten oder Internetportalen auch einen
umfangreichen Service.
Markenfahrräder sind
beim Fachhändler mittlerweile erschwinglich.
Einsteiger müssen aber
schon rund 700 Euro
für ein gutes Modell investieren – vor allem,
wenn man damit auch
Radtouren machen will.
Völlig ausreichend sind

Hans-Joachim Legeler legt
jedes Jahr 8.000 Kilometer
auf dem Fahrrad zurück.

FOTO: MARCEL GÄDING

Fahrräder mit einer
7- oder 8-Gang-Nabenschaltung. Der Vorteil
ist, dass man die Gänge
auch im Stand schalten

„Anfänger
sollten es nicht
übertreiben und
ruhig fahren.“
kann, der Verschleiß ist
geringer, die Schaltung
wartungswarm.
Bevor es auf die erste
große Tour geht: Welche
Ratschläge geben Sie
Anfängern?
Ganz wichtig ist, genügend
zu
trinken

dabei zu haben. Wer
länger unterwegs ist,
sollte sich auch Proviant einpacken und an
Luftpumpe,
Flickzeug
und Werkzeug denken.
Sinnvoll ist es, sich vorher – etwa beim ADFC
(www.adfc-berlin.de) –
erklären zu lassen, wie
man einen platten Reifen repariert. Wer etwas
mehr Geld investieren
möchte, kauft sich unplattbare Reifen. Dann
hat man seine Ruhe.
Wie lang sollte die erste
Tour sein?
Das hängt natürlich
immer von der körperlichen
Kondition
des Radfahrers ab. Im
Rahmen der vom ADFC
angebotenen Einsteigertouren haben wir
die Erfahrung gemacht,
dass man locker schon
mal 20 bis 30 Kilometer
schaffen kann. Damit
kommt man schon bis
Krummensee, Blumberg
oder
Hobrechtsfelde.
Grundsätzlich aber rate
ich allen Anfängern, es
nicht zu übertreiben,
ruhig zu fahren und vor
allem regelmäßig (z.B.
zur Arbeit).
Das Gespräch
Marcel Gäding.

führte

Radtouren mit dem ADFC
Der ADFC bietet regelmäßig geführte Radtouren durch Berlin und das
Umland an. Die Tourenleiter sind erfahrene
Kenner und verfügen
über viel detailreiches
Wissen.
Wir haben einige Termine zusammengestellt:
Durch die Barnimer Feldmark: Tour am 12. Juni,
Länge: 35 Kilometer, von
Marzahn zum Tierheim
und zur Naturschutzstation Malchow, danach
zur Dorfkate Falkenberg.
Start: 12 Uhr, S-Bahnhof
Springpfuhl, Ausgang
Helene-Weigel-Platz.
Anmeldungen und Infos:
0173 4944279.
Karlshorst, Dahlem des
Ostens: Tour am 26. Juni,
Länge: 25 Kilometer,

durch Kleingartenanlagen zum DeutschRussischen Museum und
zur Trabrennbahn, inkl.
Führung durch einen
Wildobstgarten. Start: 12
Uhr S-Bahnhof Karlshorst, Ausgang Treskowallee. Anmeldungen
und Infos: 0173 4944279.
Ein Sonntag im Garten: Tour am 26. Juni,
Länge: 30 Kilometer,
über Blumberg zu einem
Künstlerhof, anschließend zur Ausflugsgaststätte „Rainers Garten“.
Start: 11 Uhr, Brücke Bhf.
Hohenschönhausen.
Anmeldungen und Infos:
Tel. 0172 5890024.
Yoga auf dem Rieselfeld:
Tour am 10. Juli, Länge:
32 Kilometer, durch
ehemalige Rieselfelder,
durch die größte Wald-

weide Deutschlands,
Yoga-Pause, Besuch des
Stadtgutes Hobrechtsfelde. Start: 12 Uhr, Brücke
Bhf. Hohenschönhausen.
Anmeldungen und Infos:
Tel. 0172 5890024.
Fahrt in den Sonnenaufgang: Nachttour am
13. August, Länge: 60
Kilometer. Die Teilnehmer erleben den Himmel
über Brandenburg und
mitunter Sternschnuppen. Start: 22 Uhr, Brücke
Bhf. Hohenschönhausen.
Anmeldungen und Infos:
Tel. 0172 5890024.

Teilnahmebeitrag:
ADFC-Mitglieder 3 Euro,
Nichtmitglieder 6 Euro,
Sozialtarif 3 Euro. Weitere Informationen unter
www.radundtouren.de

Auf ins Wochenende! Mit den Ausflugstipps von
www.lichtenbergmarzahnplus.de

8
SEENLAND ODER-SPREE

KURZ NOTIERT
BARNIM

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Barnim-Panorama
lockt Familien
in die Natur
Im Herzen des Naturparks Barnim befindet sich das „BARNIM
PANORAMA Naturparkzentrum ·
Agrarmuseum Wandlitz“. Es ist
idealer Ausgangspunkt für Entdeckungstouren in die wald- und
seenreiche Naturparkregion. Mit
einem Besuch durch die faszinierende Ausstellung „Geformte
und Genutzte Landschaft“ kann
man sich auf eine Reise durch
Landschaft, Natur und Agrargeschichte begeben. Im Außengelände lockt ein Schaugarten mit
wertvollen Nutzpflanzen. Bei
einem Rundgang kann man auch
alte und in Vergessenheit geratenen Gemüse-, Kartoffel- und
Getreidesorten kennenlernen.
Ein Naturerlebnis der besonderen Art bietet der Entdeckerpfad.
Am 22. Mai findet von 11 bis 17
Uhr das Museumsfest statt. Ein
buntes Programm rund um die
Dauerausstellung bietet Wissenswertes und Unterhaltsames
über Natur, Landwirtschaft und
Technik. In diesem Jahr stehen
traditionelle und aktuelle Handwerkspräsentationen im Mittelpunkt. Der Eintritt für Programm
und Ausstellung beträgt 4,00 €.
Für Kinder und Jugendliche bis 16
Jahre ist der Eintritt kostenfrei.
Kontakt & Informationen:
BARNIM PANORAMA,
Breitscheidstr. 8-9, 16348 Wandlitz,
www.barnim-panorama.de,
Tel. 033397 68192-0, E-Mail:
info@barnim-panorama.de

Klare Seen, dunkle Kiefernwälder
Nur eine Stunde von Berlin entfernt fühlt man sich wie an der Ostsee.
 Von Marcel Gäding
Wer das erste Mal über die Strandstraße von Wendisch Rietz schlendert,
fühlt sich ein kleines bisschen wie an
der Ostsee: Kleine Cafés, ein Leuchtturm und skandinavische Ferienhäuser prägen das Bild des kleinen Ortes
am Scharmützelsee. Entscheidender
Unterschied: Von Berlin dauert es nur
knapp eine Stunde bis an den Strand.
Nicht umsonst nennen die Touristiker
jenes Gewässer im Seenland OderSpree auch „Märkisches Meer“.
Allein ein Ausflug nach Wendisch
Rietz kann schon einen ganzen Tag in
Anspruch nehmen. Dort gibt es nicht
nur eine schöne Promenade, sondern
auch zahlreiche Badestellen und
Bootsvermietungen.
Lohnenswert
ist auch ein Abstecher in eines der
vielen kleinen Ausflugslokale – etwa
Richtung Glubigseenkette. Kleiner
Tipp für Familien: Nahe dem Bahnhof
gibt es einen Eisenbahnpark, auf dem
kleine Lokomotiven tuckern und eine
ausrangierte Straßenbahn besichtigt
werden kann.
Mondäner geht es in Bad Saarow zu,
jenem traditionsreichen Kurort, der

Ein bisschen wie an der Ostsee: der
Scharmützelsee, hier am Strand von
Wendisch Rietz. FOTO: MARCEL GÄDING

sich ebenfalls am Scharmützelsee
befindet. Urlaubsstimmung kommt
beim Spaziergang durch den großzügigen Kurpark auf. An schlechten
Tagen lockt die Saarow-Therme. Nette Stunden lassen sich auch an Bord
eines der Schiffe der Scharmützelsee-Schiffahrtsgesellschaft erleben.
Angeboten werden Dampferfahrten

über den Scharmützelsee oder Ganztagestouren bis nach Prieros.
Nur wenige Kilometer von Bad Saarow liegt – umgeben von dunklen
Kiefernwäldern – Storkow, mit einem
eigenen Strandbad, einer Binnendüne und einer hübsch sanierten Altstadt. Ist es richtig heiß, gibt es in
der Stadtkirche Abkühlung – und mit
etwas Glück einen tollen Vortrag über
die Geschichte des Sakralbaus von
einer der ehrenamtlichen Aufsichtspersonen. Absolut lecker ist zudem
das hausgemachte Eis im AltstadtCafé. Auf der Burg gibt es in den Sommermonaten viele Feste und OpenAir-Konzerte. Kurz vorm Ortsausgang
Richtung Autobahn A 12 lässt sich
zudem im Mitmachpark Irrlandia eine
schöne Zeit verbringen.
So kommen Sie hin: Von Ostkreuz mit der
RB24 bis Königs Wusterhausen, von dort mit
der RB36 nach Storkow und Wendisch Rietz;
RB1 bis Fürstenwalde, danach RB35 nach
Bad Saarow (Achtung: Schienenersatzverkehr bis Ende August!).
Weitere Infos: www.seenland-oderspree.de
oder Tel. 033631 868100.

Oder-Seenland: Aktion gegen verkürzte Schleusenzeiten
Alle Gespräche waren bisher
vergebens, nun soll eine Postkartenaktion Bundesverkehrsminister Alexander Dobrindt
(CSU) zum Einlenken bringen:
Das Motiv ist ein Freizeitkapitän, der per Megafon ruft: „Dobrindt, mach die Schleuse auf!
Ich will nach Brandenburg.“
Der Hintergrund: Seit vergangenem Jahr endet an vier
Schleusen (Storkow, Kummersdorf, Neue Mühle, Wendisch
Rietz) die Schleusenzeit bereits

um 18 Uhr statt wie früher um
21 Uhr. Ellen Rußig, Geschäftsführerin des Tourismusvereins
Seenland Oder-Spree, fordert
eine Rückkehr zur alten Regelung. „Der Wassertourismus ist
für uns ein wichtiger Faktor“,
sagt sie. Wegen der vorzeitigen
Schleusenschließung beklagen
die Touristiker in der Region um
den Scharmützelsee und den
Storkower See Einbußen. „Alle
Schleusen schließen gleichzeitig, das ist das Problem“, sagt

Guido Haß, der Geschäftsführer
der Scharmützelsee-Schifffahrtsgesellschaft. Für den
Wassertourismus bedeute dies
Stillstand statt Wachstum. Haß
macht das an einem konkreten
Beispiel fest: Eine Sammelsteganlage an einem geplanten
5-Sterne-Hotel in Bad Saarow
wird vorerst nicht gebaut.
Zunächst wurden 5.000 Protestkarten gedruckt. Infos unter
www.seenland-oderspree.de
oder Tel. 033631 868100. (gäd.)

Protestieren gegen kurze
Schleusenzeiten: Ellen Rußig
und Guido Haß.

FOTO: MARCEL GÄDING

Der kleinste Biergarten Deutschlands...
...befindet sich in
Groß Eichholz, einem
Ortsteil von Storkow.
Er hat gerade einmal
acht Sitzplätze.
Wirtin Gabriele
Schöber ist gleichzeitig Betreiberin der
Privatbrauerei Hopfenhexe. Das frisch
gebraute Bier – zwei
Sorten davon vom
Prost im kleinen Biergarten.

FOTO: GÄDING

Fass – wird freitags
und sonnabends von
11 bis 22 Uhr und am
Sonntag von 11 bis 17
Uhr ausgeschenkt.
Adresse: Hopfenhexe, Groß Eichholz 70,
15859 Storkow, nahe
der L74 zwischen
Kehrigk und Münchehofe. Infos:
www.hopfenhexe.de

Bezirks-Journal Marzahn-Hellersdorf | Mai 2016

Bezirks-Wirtschaft

Neue Behörde zieht positive Bilanz

7

ARBEITSLOSIGKEIT: In Lichtenberg gibt es jetzt eine Jugendberufsagentur. Im Nachbarbezirk
Marzahn-Hellersdorf blickt man inzwischen auf eine erfolgreiche sechsmonatige Modellphase zurück.
von Marcel Gäding

S

eit wenigen Tagen gibt es auch in
Lichtenberg eine Jugendberufsagentur. Am Standort in der Gotlindestraße 93 (Haus 1) kümmern sich
Mitarbeiter von Arbeitsagentur, Jobcenter und Bezirksamt gemeinsam um junge
Menschen ohne Arbeit. Dass diese behördenübergreifende Zusammenarbeit
funktioniert, ist mit Blick auf den Nachbarbezirk Marzahn-Hellersdorf ohne
Zweifel. Dort startete bereits im Oktober
vergangenen Jahres die Jugendberufsagentur als Modellprojekt. Seit ihrer
Eröffnung wenden sich pro Woche bis
zu 1.000 junge Menschen mit und ohne
Termin an die Fachleute – entweder,
weil sie auf der Suche nach einer Lehrstelle sind oder weil sie nach abgeschlossener Berufsausbildung noch keinen Job
gefunden haben.
Die Idee hinter den inzwischen berlinweit vertretenen Jugendberufsagenturen
ist es, jungen Menschen den Weg von
der Schule ins Berufsleben zu erleichtern
beziehungsweise Jugendliche zwischen
20 und 25 Jahren dabei zu unterstützen,

sich für den Arbeitsmarkt zu qualifizieren. „Mit Hilfe der Jugendberufsagentur
ist es uns gelungen, wieder ein Coachingprogramm aufzunehmen“, sagt
Enrico Stölzel vom Bezirksamt Marzahn-Hellersdorf. Dabei handelt es sich
um Mitarbeiter, die junge Menschen mit
besonderem Unterstützungsbedarf ins
Berufsleben begleiten. Das Programm
setzt bereits in der neunten Klasse an –
im Rahmen der Berufsorientierung. Im
Zuge sogenannter Erstgespräche vor Ort
in den Schulen wird der entsprechende
Coachingbedarf analysiert. Immerhin
jeder zehnte potenzielle Schulabgänger lässt sich von den Fachleuten betreuen. „Derzeit sind zwei Coaches an
fünf Integrierten Sekundarschulen in
Marzahn-Hellersdorf unterwegs“, berichtet Stölzel. Auch die Mitarbeiter der
Jugendberufsagentur gehen in die Kieze.
Heinz Trostmann, der für das Jobcenter
Marzahn-Hellersdorf in der Jugendberufsagentur arbeitet, berichtet davon,
dass man junge Menschen unter anderem in den Jugendfreizeiteinrichtungen
des Bezirkes aufsuche.
Gute Erfahrungen haben die Mitarbeiter der Behörden auch im Zusammen-

Die Jugendberufsagentur in MarzahnHellersdorf mit Sitz an der Rhinstraße 86.
Derzeit sind im Bezirk rund 1.070 Jugendliche bis 25 Jahre als arbeitssuchend registriert. Vor einigen Jahren war deren Zahl
noch doppelt so hoch. FOTO: MARCEL GÄDING
hang mit der Arbeit unter einem Dach
gemacht. „Es ist schon ein Unterschied,
wenn man direkt über einzelne Fälle
mit den Kollegen spricht“, sagt Tobias

Dreher, der Bereichsleiter „U25“ bei
der Bundesagentur für Arbeit. Während
man sich früher nur vom Telefon kannte, sei man nun direkt im Gespräch. Für
die Jugendlichen sei es zudem von Vorteil, alle Ansprechpartner vor Ort zu haben. „In den ersten Monaten haben wir
schnell gemerkt, dass es Synergieeffekte
gibt.“ Von Vorteil sei auch die Zusammenarbeit mit Schuldner- und Suchtberatern, die ebenfalls ein Büro in der
Jugendberufsagentur haben. „Man setzt
sich gemeinsam hin und überlegt, wie
man einem Jugendlichen helfen kann.“
Die Chancen, dass junge Menschen
in einen Job oder eine Berufsausbildung
vermittelt werden, stehen gar nicht so
schlecht – vor allem in den Branchen des
produzierenden Gewerbes. „Die Arbeitgeber rennen uns im Moment die Türen
ein“, sagt René Dreke, der Sprecher der
Bundesagentur für Arbeit Berlin-Mitte.
Während sich Trendberufe wie Tätigkeiten in der Medienbranche nicht über zu
wenig Bewerber beklagen können, fehlt
es in den Industrieberufen an Interessenten. „Da kann man in Berlin noch Karriere machen“, sagt Dreke.

Infos: www.jba-berlin.de

8

Wahlen 2016

Mai 2016 | Bezirks-Journal Marzahn-Hellersdorf

Die Mitte am Rand

Vorgestellt: Der Wahlkreis 3 hat ein eigenes Zentrum, wirkt aber irgendwie abgehängt vom Puls der Hauptstadt.
von Birgitt Eltzel

D

ie „Helle Mitte“ ist gewissermaßen ein Sinnbild des Wahlkreises, der sich von den „Gärten
der Welt“ in Marzahn über den Kienberg und angrenzende Viertel bis hin zur
Landesgrenze zieht. Einst als Zentrum
des damals noch eigenständigen Bezirks
Hellersdorf gebaut, liegt die „Helle Mitte“ aber weniger zentral als eigentlich
am Rand von Marzahn-Hellersdorf. Die
Planung geht auf den ersten gesamtdeutschen städteplanerischen Wettbewerb
zurück, ausgelobt noch 1991 vom sogenannten Magisenat bevor es eine von
allen Berlinern gewählte Landesregierung gab. Das Zentrum hat eigentlich
alles, was eine städtische Mitte braucht:
Wohnhäuser, Geschäfte, Arztpraxen, ein
Kino, das Bezirksrathaus und mit der
Alice-Salomon-Hochschule und dem
Oberstufenzentrum auch Bildungseinrichtungen, die längst nicht nur für den
Bezirk von Bedeutung sind.
Dennoch erscheint die 1995 bis 1997
fertiggestellte „Helle Mitte“ abgehängt
vom pulsierenden Leben in der Groß-

stadt Berlin. Der Einzelhandel hat zu
kämpfen, vor allem, weil der nur knapp
zwei Kilometer weiter im Brandenburgischen gelegene Kaufpark Eiche schon
seit Jahren die Kunden abgezogen hat.
Die Folge: weniger attraktive Läden, weniger Umsatz, immer wieder mal Leerstand und Wechsel der Geschäfte rund
um die Stendaler Straße und den AliceSalomon-Platz.
Vom Aufschwung der Metropole
Berlin profitieren auch große Teile der
Bevölkerung im Wahlkreis nicht. Nach
dem Berliner Sozialstrukturatlas von
2013 rangiert in diesem Gebiet ein Quartier sogar unter den letzten zehn von 419
untersuchten Berliner Sozialräumen: Die
Alte Hellersdorfer Straße (Rang 415). Im
Bezirk liegt nur der Boulevard Kastanienallee aus dem Nachbar-Wahlkreis 6 mit
Platz 418 noch weiter hinten. Der Demografiebericht Marzahn-Hellersdorf
2014 registriert für Hellersdorf-Nord mit
36,9 Prozent die zweithöchste Quote
von Hartz-IV-Beziehern (nach Marzahn-

Der Fritz-Lang-Platz in Helle Mitte.

FOTO: M. GÄDING

Mit 34,9 Prozent errang Dr. Gabriele Hiller (Die Linke) das Direktmandat.
Nord) – rund 46 Prozent beträgt diese in
der Alten Hellersdorfer Straße, gefolgt
von der Hellersdorfer Promenade mit
45 Prozent. Auch der Stadtteil Hellersdorf-Ost, der in den Wahlkreisen 3 und
6 liegt, ist stark von Armut betroffen.
In beiden Stadtteilen gibt es eine junge
Bewohnerschaft, viele Kinder und Jugendliche. Hellersdorf-Nord hat mit 38,2
Jahren das geringste Durchschnittsalter
aller Stadtteile (Daten aus dem Demografiebericht 2014).
Wo die Menschen soziale Sorgen haben, kommen auch millionenschwere
Großprojekte vor der Haustür wie die
Internationale Gartenausstellung (IGA)
2017 nicht so gut an. Verfolgt man die
Debatten in einschlägigen Internetforen
und –gruppen, ist gerade von Bewohnern der ärmeren Teile Hellersdorfs viel
Kritik an der bevorstehenden Schau in
den „Gärten der Welt“ und angrenzenden Flächen des Wuhletals zu hören.

Das Einwohnerwachstum war nach
dem Demografiebericht 2014 insbesondere in den sozial sehr schwachen
Gebieten Hellersdorf-Nord und Hellersdorf-Ost am höchsten. Denn dort gibt es
noch günstige Mieten aufgrund größerer
unsanierter Bestände an Plattenbauwohnungen, woraus eine Zunahme sozial
schwacher Einwohner resultierte – durch
Verdrängung aus anderen Berliner Bezirken, aber auch durch Zuzug aus dem
Ausland. In Hellersdorf-Nord beträgt
der Anteil der Menschen mit Migrationshintergrund 17 Prozent, unter ihnen
sind viele Ausländer, insbesondere aus
Rumänien, Bulgarien sowie dem ehemaligen Jugoslawien.
Nicht von ungefähr eröffnete das bekannte christliche Kinder- und Jugendhilfswerk „Die Arche“ schon 1995 seinen allerersten Standort in Deutschland
in der Tangermünder Straße in Hellersdorf-Nord. In der Hellersdorfer Prome-

nade 17 gibt es das Büro des Quartiersmanagement Hellersdorfer Promenade,
das sich mit zahlreichen Aktionen um
Verbesserungen im Stadtteil kümmert.
Das bundesweit einmalige Kinderforschungszentrum „Helleum“ an der Kastanienallee wurde ganz bewusst gerade
dort eingerichtet. Seit drei Jahren gibt
es mit der „Hellen Oase“ ein gut von
der Bewohnerschaft angenommenes
Gemeinschaftsgarten-Projekt. Und auch
an den bisher unsanierten Wohnungen
rund um die Hellersdorfer Promenade
wird inzwischen etwas getan, seit 2014
richtet die Deutsche Wohnen die Häuser
her. Mit der „Hellen Mitte“ soll es ebenfalls wieder vorangehen – Eigentümer,
Geschäftsinhaber, Bezirksamt und Kommunalpolitiker haben sich inzwischen zu
ersten Beratungen an einem extra dafür
ins Leben gerufenen Runden Tisch getroffen. Ein kleines Zeichen: Im Sommer
soll auf dem Fritz-Lang-Platz wieder ein
großes Open-Air-Konzert stattfinden.
Das war viele Jahre lang ausgefallen.
Bei den Berlin-Wahlen 2011 wurden
in mehreren Stimmbezirken des Wahlkreises die höchsten Stimmgewinne für
die rechtsextreme NPD erzielt. 12,0 Prozent der Stimmen entfielen im Stimmbezirk 303 auf die Rechtsextremisten
(Abgeordnetenhaus). Dieser liegt im
besonders sozial schwachen Gebiet Alte
Hellersdorfer Straße. Direkt gewann den
Wahlkreis Gabriele Hiller (Die Linke).
Wahlkreis 3: von nördlicher Richtung Stadtgrenze
Berlin-Brandenburg/ Landsberger Allee, entlang
der Stadtgrenze in östliche Richtung, später in
südliche Richtung bis Ortsteilgrenze HellersdorfMahlsdorf, dieser entlang in südliche Richtung
bis Ortsteilgrenze Hellersdorf-Mahlsdorf/ Riesaer
Straße, dieser entlang der Straßenbahnführung
in westliche Richtung bis U-Bahn-Trasse U5, der
Führung der U-Bahn-Trasse in südliche Richtung
folgend bis Höhe Feuerwache, an der Feuerwache in westliche Richtung unterhalb des JelenaŠantic´-Friedensparks entlang bis zur Wuhle, den
Flusslauf entlang in südliche Richtung bis Höhe
Ortsteilgrenze Marzahn-Biesdorf, der Ortsteilgrenze in westliche Richtung bis Ortsteilgrenze
Marzahn-Biesdorf/ Blumberger Damm, diesen
in nördliche Richtung folgend bis Blumberger
Damm/ Spitzmühler Straße, dieser entlang in
östliche Richtung bis Spitzmühler Straße/ Trappenfelder Pfad, den Trappenfelder Pfad, später
Prötzeler Ring entlang bis Prötzeler Ring/ Landsberger Allee, dieser entlang der Straßenbahnführung bis Landsberger Allee/ Stadtgrenze.

DIREKTKANDIDATEN
Mit Ihrer Erststimme entscheiden Sie am
18. September, welche(r) der Kandidat-innen/ -en direkt in das Abgeordnetenhaus
gewählt werden.
Die Linke: Dr. Gabriele Hiller
SPD: Enrico Stölzel
CDU: Kathrin Bernikas
Grüne: Mathias Raudies
FDP: Peter Kastschajew
Piraten: treten nicht an

Bezirks-Politik

Bezirks-Journal Marzahn-Hellersdorf | Mai 2016

9

NACHRICHTEN

Flüchtlingsunterkünfte:
Pläne überarbeitet

MARZAHN. Der Bezirk hat seine Pläne
für neue Flüchtlingsunterkünfte überarbeitet. Am vorgesehenen Standort Buckower Ring solle es keine Modulbauten,
sondern eine „individuelle Lösung“ geben, die später anderweitig nachgenutzt
werden kann, sagte Bezirksbürgermeister Stefan Komoß (SPD). Weil der vorgeschlagene Container-Standort an der
Kreuzung Alt-Biesdorf (ehemaliges Polizeigebäude) als ungeeignet abgelehnt
worden war, gab es nun einen neuen Vorschlag – eine Brachfläche am Frankenholzer Weg. Dazu fehlt aber noch eine
Rückmeldung von den Senatsbehörden,
die für die Unterbringung von Flüchtlingen zuständig sind. (lima+)
Sucht Personal: Bezirksbürgermeister Stefan Komoß (rechts), hier mit Stadtrat Christian Gräff.

FOTO: MARCEL GÄDING
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Der Bezirk hat ein Personalproblem
AUS DEM BEZIRKSPARLAMENT: Verwaltung sucht händeringend nach Fachkräften.
von Birgitt Eltzel

D

er Bezirk Marzahn-Hellersdorf
hat ein ernsthaftes Problem,
Stellen in der Verwaltung zu besetzen. Bezirksbürgermeister Stefan Komoß (SPD) sagte jüngst auf der Bezirksverordnetenversammlung (BVV), dass es
derzeit mehr als 100 offene Positionen in
der Bezirksverwaltung gebe und sprach
sogar von teilweise erheblichen „Besetzungs- und Rekrutierungsproblemen“.
Deshalb seien erst kürzlich mit sieben
Berliner Hochschulen intensive Gespräche geführt worden. Vereinbart wurde
eine Zusammenarbeit, u.a. bei Praktika
und Abschlussarbeiten. Zudem sollen
Stellenanzeigen des Bezirksamtes auch
über die Hochschulmedien verbreitet
werden. Der für Facility Management
zuständige Stadtrat Stephan Richter
(SPD), der dringend Ingenieure sucht,
habe in Kürze erste Gesprächstermine
in der Hochschule für Technik und Wirtschaft (HTW).
Mit der notwendigen sozialen Infrastruktur (sprich: neue Kitas und Schulen, Spiel- und Sportplätze usw.) angesichts steigender Bevölkerungszahlen
befasste sich eine große Anfrage der Linken. Dass ausnahmslos alle Mitglieder
der SPD-Fraktion justament zu diesem
Zeitpunkt den Tagungssaal verlassen

hatte, veranlasste den Linken-Fraktionsvorsitzenden Bjoern Tielebein zu der
süffisanten Behauptung: „Die Fraktionen, die sich für Soziales im Bezirk interessieren, sitzen im Saal.“ Laut Christian Gräff (CDU), Stadtrat für Wirtschaft
und Stadtentwicklung, hat MarzahnHellersdorf bereits im vergangenen
Jahr als einziger Berliner Bezirk ein Infrastrukturkonzept vorgelegt. Nachdem
die Senatsprognose zum Bevölkerungswachstum bis 2030 nach oben korrigiert
wurde, wird das bezirkliche Konzept
jetzt evaluiert. Im Sommer sollen die
Arbeiten beginnen, im Herbst wird die
überarbeitete Fassung vorliegen. Gräff
sagte, er sei angesichts der Senatsprognose ein wenig skeptisch: „Bisher haben
die Prognosen des Senats für MarzahnHellersdorf noch nie gestimmt.“ So sei
vor einigen Jahren noch von Bevölkerungsschwund geredet worden, als im
Bezirk bereits die Zahl der Einwohner
wieder zunahm. Deshalb werde man
sich die Entwicklung „sehr kleinräumlich anschauen“. Auch das bezirkliche
Wohnungsmarktentwicklungskonzept
werde derzeit überarbeitet und soll im
Juni 2016 vorliegen. „Klar ist schon
jetzt: Wir benötigen Neubau in allen
Marktsegmenten“, so Gräff. Ziel dabei
sei, eine gute soziale Durchmischung zu
erhalten beziehungsweise auszubauen.
Er kritisierte Wohnungsunternehmen,

die mehrere hundert Wohnungen bauen,
aber nur 50 Parkplätze dabei vorsehen:
„So etwas schafft massive Probleme in
den Quartieren.“ Insbesondere bei Projekten in der Großsiedlung zeichneten
sich diese schon jetzt ab.
In der jüngsten BVV gab es auch
Antworten auf die bereits vor Monaten gestellte Frage der SPD zum seit
Jahren brachliegenden Verkehrsgarten
an der Borkheider Straße in Marzahn.
Gräff: Zurzeit gebe es die Anfrage eines
freien Trägers, der den Komplex, der
sich im Eigentum der Berliner Immobilienmanagement GmbH (BIM) befindet, kaufen wolle. Dieser würde das
Gebäude selbst nutzen, die Freifläche
möglicherweise einem anderen Träger
zur Verkehrserziehung zur Verfügung
stellen, so Gräff. Der Bezirk könne das
aus finanziellen Gründen nicht selbst
leisten, aber eventuell mit Sachmitteln
unterstützen. Denn mit wachsenden
Schülerzahlen steigt auch der Bedarf an
Verkehrserziehung. Derzeit gibt es eine
Jugendverkehrsschule im Bezirk, in der
Erich-Kästner-Straße 100 in Hellersdorf.
Das Bezirksparlament Marzahn-Hellersdorf tagt das nächste Mal am Donnerstag, 26. Mai, im Freizeitforum Marzahn, Marzahner Promenade 55. Die
Sitzung ist öffentlich. Dann auch wieder
ab 17 Uhr im Livestream zu sehen unter:
http://mh.demokratielive.org

Ein Stadtführer für
Marzahn-Hellersdorf
MARZAHN-HELLERSDORF.
In
Kürze erscheint der erste „Stadtführer
Berlin Marzahn-Hellersdorf“ für den
Bezirk. Am Dienstag, 24. Mai, wird der
Bezirksstadtrat für Wirtschaft und Stadtentwicklung, Christian Gräff (CDU)
die Publikation im Tierhof Marzahn
vorstellen. Die erste Auflage des Stadtführers beinhaltet auch ein Radwanderund Wandertouren- sowie Gastgeberverzeichnis. 88 Seiten stark ist der im
handlichen Pocket-Format vorliegende
Guide, zweisprachig in Deutsch und
Englisch soll er Lust auf „Berlins beste
Aussichten“ machen. Das Projekt wurde
gefördert mit Mitteln des Bundes und des
Landes Berlin im Rahmen der Gemeinschaftsaufgabe „Verbesserung der regionalen Wirtschaftsstruktur“. (lima+)

10 Bezirks-Wirtschaft

Mai 2016 | Bezirks-Journal Marzahn-Hellersdorf

Der CleanTech Business-Park Berlin-Marzahn bietet Unternehmen auf 90 Hektar Platz.
FOTO: MARCEL GÄDING


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Unternehmen zieht
es in den Osten
WIRTSCHAFT: Die Nachfrage nach
Gewerbeimmobilien in Marzahn-Hellersdorf steigt.

V

von Birgitt Eltzel

or einigen Tagen musste Wirtschaftsstadtrat Christian Gräff
(CDU) zwei Unternehmen absagen. Diese wollten Flächen südlich der
Bitterfelder Straße kaufen. „Ich habe
ihnen mitteilen müssen, dass dort keine
größeren Grundstücke mehr vorhanden
sind“, erzählt Gräff. Denn MarzahnHellersdorf ist quasi ein Profiteur der
Verdrängung von Gewerbe aus der Innenstadt – seit fünf Jahren steigt insbesondere die Nachfrage nach Grundstücken im Marzahner Gewerbegebiet
stetig an. Insgesamt wurden seit 2010
rund 150.000 Quadratmeter landeseigene Fläche im Gewerbegebiet Wolfener
Straße/BitterfelderStraße/Boxberger
Straße verkauft bzw. Erbbaurechtsverträge abgeschlossen. Das geht aus dem jetzt
vorgelegten Wirtschafts- und Europabericht 2015 des Bezirkes hervor. 20 Unternehmen mit mehr als 1.000 Mitarbeitern
siedelten sich an, für weitere 16 Grundstücke läuft das Verkaufsverfahren. Allein 2015 erwarben sechs Unternehmen
Grundstücke, die Firmen kommen aus
den Bereichen der Metallverarbeitung,
des Möbelbaus, der Lebensmittelindustrie, der Elektroinstallation und der Hygienewirtschaft..
Vielen Firmen wie beispielsweise dem
Unternehmen Scansonic sei es besonders wichtig gewesen, dass sie in Marzahn Optionen auf Erweiterung haben,
so Gräff. Scansonic, ein in den Branchen Maschinenbau, Mikroelektronik,
Metallbearbeitung, Laserverfahrensentwicklung und -forschung, Lasermateri-

albearbeitung und Optik tätiges Unternehmen, kam aus Pankow. Es errichtete
seinen Firmensitz am Schwarze-PumpeWeg. „Inzwischen werden aber auch
in unserem Gewerbegebiet die Flächen
knapper“, sagt Gräff. Südlich der Bitterfelder Straße werde in einem Jahr alles
verkauft sein, an der Boxberger Straße
sind die Grundstücke bereits verkauft
beziehungsweise laufen Verkaufsverhandlungen. Der Bezirk werde deshalb
mit Mitteln von neun Millionen Euro
aus dem Programm wirtschaftsdienliche
Maßnahmen weitere, kleinere Grundstücke herrichten, u.a. am Nordring
und am Hornower Weg. Dort müssten
jedoch noch Altlasten weggeräumt werden. „Gefährliche Stoffe befinden sich
aber nicht im Boden“, beruhigt Gräff.
Frei sind noch die Flächen im für 36
Millionen Euro hergerichteten Cleantech Business Park an der Bitterfelder
Straße. Das Gelände umfasst rund 90
Hektar und ist das größte zusammenhängende Industriegebiet Berlins. Es soll
für emissionsarmes produzierendes und
verarbeitendes Gewerbe, für erneuerbare Energien, Mobilität und nachhaltige
Wasserwirtschaft genutzt werden. Fertiggestellt wurde der Industriepark Ende
2015, erst seit diesem Jahr dürfen dort
Grundstücke verkauft werden. In dieser Woche wird der Cleantech Business
Park am Berlin-Stand auf der HannoverMesse vorgestellt. Laut Gräff sollen
zwei Ansiedlungs-Verhandlungen noch
im 1. Halbjahr abgeschlossen werden.
„Ich bin optimistisch, dass wir bis zum
Ende des Jahres dort drei bis vier Grundstücke verkaufen“, sagt der Stadtrat.

Bezirks-Journal Marzahn-Hellersdorf | Mai 2016

MUSIK & KONZERT

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Bezirks-Kulturkalender

„Nacht der offenen Kirchen“: Die Evangelische Kirchengemeinde Hellersdorf öffnet
am 15. Mai ihre Kirchentüren – darunter zwischen 17 und 21 Uhr in der Glauchauer Straße 7, 12627 Berlin. Um 19.30 Uhr gibt es dort
ein Orgelkonzert und Textlesungen. Weitere
Informationen: Tel. 030 9918013.

Solange sich die Flügel drehen: Sonderausstellung über das Mühlenleben in MarzahnHellersdorf bis zum 28. Mai. Die Müllerei in
Marzahn-Hellersdorf hat eine jahrhundertelange Geschichte, jedes der historischen
Dörfer des Bezirkes besaß nachweislich
mindestens eine Windmühle. Ort: Spree
Center, Hellersdorfer Str. 77-82, 12619 Berlin.
Öffnungszeiten: Mo-Fr 9-19.30 Uhr, Sa 9-16
Uhr.

Nachtkonzerte in der Parkbühne: Johnny
Clark and the Outlaws treten am 20. Mai
um 22.45 Uhr auf der Parkbühne Biesdorf
auf: Johnny Clark & The Outlaws ist eine
klassische 3 Mann Texas Blues Band. Tief
verwurzelt in den amerikanischen Musiktraditionen von Texas bis Missouri. Kerniger
Texas Blues trifft hier auf den guten alten
Rock, melancholischen Folk und lebendige
Country- Musik. Am gleichen Tag spielen zudem um 23.55 Uhr Johnny Mastro, 23:55 Uhr.
Die Karten kosten 12 Euro. Ort: Alt-Biesdorf
55, 12683 Berlin.

MenschenLeben – Lebenswerke: Sonderausstellung des Bezirksmuseums MarzahnHellersdorf Dauer: bis 2. Oktober. Ort: Bezirksmuseum Marzahn-Hellersdorf, Haus
1, Alt-Marzahn 51, 12685 Berlin, Tel. 030
54790921, Internet: www.museum-marzahnhellersdorf.de. Öffnungszeiten: Mo-Fr 11-17
Uhr, So 11-17 Uhr. Der Eintritt ist frei.

FILM & KINO

Jazz und Talk im Kulturforum: Im Rahmen
der Reihe „Lukas Natschinski und seine
Gäste“ ist am 21. Mai um 19.30 Uhr Tanja Maria Hirschmüller zu Gast. Die beiden jungen
Künstler traten 2014 das erste Mal bei der
Fête de la Musique auf und werden an dem
Abend nicht nur gemeinsam Musik machen,
sondern auch über dies und das plaudern.
Eintritt: 15, erm. 12 Euro. Bestellungen unter
Tel. 030 5611153. Ort: Kulturforum Hellersdorf, Carola-Neher-Str. 1, 12619 Berlin.

Landstück: Der neue Dokumentarfilm von
Volker Koepp wird am 19. Mai um 20 Uhr
gezeigt. Gast ist der Gästeführer und Brandenburg-Kenner Frank Beiersdorff. Er wird
an dem Abend Hintergrundinformationen
zu den Drehorten liefern. Eintritt: 7 Euro. Ort:
KISTE Kino & Konzerte & mehr, Heidenauer
Str. 10, 12627 Berlin, Tel. 030 9987481.
Pfade der Freiheit: Der Dokumentarfilm aus
dem Jahre 2011 wird am 20. Mai um 19.30
Uhr aufgeführt. Ehemalige Partisanen aus
den toskanisch-emilianischen Apenninen
berichten über ihr Leben und ihren Kampf
für die Befreiung Italiens im Zweiten Weltkrieg. Die Regisseurin Lucia Vannucchi ist
anwesend. Eintritt: 7, erm. 5 Euro. Ort: Kulturforum Hellersdorf, Carola-Neher-Str. 1,
12619 Berlin, Tel. 030 5616170.

Tschechow-Abend: Leben und Werk von
Anton Tschechow stehen im Mittelpunkt
eines musikalisch-literarischen Themenabends am 24. Mai um 19 Uhr. Eintritt: 3
Euro. Ort: Berliner Tschechow-Theater, Märkische Allee 410, 12689 Berlin.
„Ein Apfel für Eva“: Musikalische Lesung zu
Texten von Mark Twain am 30. Mai um 20
Uhr mit Juliane Eyermann (Text und Rezitation), Ute Metzkes (Blockflöten) und Henriette Jüttner-Uhlich (Blockflöten). Eintritt frei.
Ort: Bezirkszentralbibliothek „Mark Twain“
und Musikbibliothek, Marzahner Promenade 52-54, 12679 Berlin, Tel. 030 54704142.
Chansons d‘ Amour: Am 5. Juni gibt es um
11 Uhr ein Konzert mit Carola Krautz-Brasin
und ihrer Pianistin Peggy Voigt. Sie präsentieren französisches Liedgut in deutscher
Übersetzung, darunter von Edith Piaf,
Jaques Brel und Mireille Mathieu. Eintritt: 8,
erm. 6 Euro. Ort: Stadtteilzentrum Biesdorf,
Alt Biesdorf 15, 12681 Berlin.

IMPRESSUM

Bezirks-Journal

Unabhängige Monatszeitung für
die Berliner Bezirke. In Kooperation mit
www.lichtenbergmarzahnplus.de und www.qiez.de

Ihre Anzeige an dieser Stelle! Mehr Infos: Tel. (030) 55 49 96 55
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THEATER & BÜHNE
Kabarett mit Lutz Hoff: Der Moderator und
Kabarettist Lutz Hoff („Schätzen Sie mal“) ist
am 27. Mai um 19 Uhr zu Gast im TschechowTheater. Er präsentiert sein aktuelles Programm „Mutti – wir schaffen das!?“. Karten
kosten 8, erm. 6 Euro. Bestellungen unter
Tel. 030 93661078. Ort: Berliner TschechowTheater, Märkische Allee 410, 12689 Berlin.

MALEREI/ FOTOGRAFIE
Porträts junger Europäer: „I´m not afraid
of anything!“ lautet der Titel einer Ausstellung, die bis zum 26. Juni in der Galerie M zu
sehen ist. Gezeigt werden Fotografien von
Edgar Zippel, der junge Menschen in ganz
Europa porträtiert. Zu sehen sind 80 analog
fotografierte Porträts aus den verschiedenen europäischen Ländern. Ort: Marzahner
Promenade 46, 12679 Berlin. Öffnungszeiten: Mo-Fr 12-18 Uhr, So 10-18 Uhr. Eintritt
frei.

GESCHICHTE

11

Das Bezirks-Journal erscheint einmal im Monat und liegt
derzeit an ca. 300 Orten in den Bezirken Lichtenberg sowie
Marzahn-Hellersdorf kostenlos zur Mitnahme aus. Die
Zeitung finanziert sich ausschließlich durch Werbung.
Herausgeber/ Chefredakteur:
Marcel Gäding (V.i.S.d.P.)
Verlag:
Medienbüro Gäding | Marcel Gäding
im Medienzentrum Marzahn
Zur Alten Börse 77 | 12681 Berlin
Telefon: 030 55 49-43 60
Telefax: 030 55 49-43 69
E-Mail: redaktion@bezirks-journal.de
Internet: www.bezirks-journal.de
Facebook: www.facebook.com/bezirksjournalberlin
Twitter: www.twitter.com/bezirks_journal
Redaktion & Internet:
Marcel Gäding (Ltg.), Volkmar Eltzel (lima+)
freie Mitarbeit: Steffi Bey, Benedikt Paetzholdt,
Regina Friedrich, Birgitt Eltzel
Anzeigen & Werbung:
Lutz Neumann, Tel. 030 55 49-96 55
E-Mail: anzeigen@bezirks-journal.de
Vertrieb & Verteilung:
Detlef Matzki, Eckhard Kietzmann
E-Mail: vertrieb@bezirks-journal.de
Druck:
Pressedruck Potsdam GmbH
MADSACK Mediengruppe
Friedrich-Engels-Straße 24, 14473 Potsdam
Mitglied im
Deutschen Journalistenverband e.V.
Wirtschaftskreis Hohenschönhausen-Lichtenberg e.V.
Bundesverband mittelständische Wirtschaft e.V.
Gesamtauflage: 100.000 Exemplare
Es gilt die Anzeigenpreisliste Nr. 3/2015.
Das nächste Bezirks-Journal erscheint am 09.06.2016

12 Bezirks-Nachrichten

Mai 2016 | Bezirks-Journal Marzahn-Hellersdorf

Kita-Kinder
feiern Einzug
„ihrer“ Bienen
Völker leben jetzt auf dem
Dach der „Wunderwelt“

I

Alles, was Marzahn-Hellersdorf bewegt. Kurz. Bündig. Kompakt.
Senden Sie uns Ihre Infos!
E-Mail: redaktion@bezirks-journal.de

Führungen über das
IGA-Gelände
MARZAHN-HELLERSDORF.
Am
19. Mai gibt es wieder eine Baustellenführung über das künftige IGA-Gelände.
Treffpunkt ist um 16 Uhr der IGA-Infopavillon am Eingang der Gärten der
Welt an der Eisenacher Straße 99, 12685
Berlin. Die nächste Führung ist am 16.
Juni zwischen 17 und 19 Uhr. Die Teilnahme ist kostenlos, festes Schuhwerk
und wetterfeste Kleidung werden empfohlen. Eine Anmeldung ist nicht erforderlich. (bzj.)

Vortrag über das Leben
Heinrich Grübers
MARZAHN-HELLERSDORF. Heinrich Grüber (1891-1975) war als Pfarrer
der Bekennenden Kirche über Kaulsdorf
hinaus aktiv… Im Rahmen der Reihe
„Marzahn-Hellersdorfer Gespräche zur
Geschichte“ gibt der Kirchenhistoriker
Dr. Hartmut Ludwig am 7. Juni um 18
Uhr einen Einblick in das Wirken des
Theologen. Ort: Bezirksmuseum, AltMarzahn 51, 12685 Berlin. (bzj.)

Wohnungsbauprogramm
Berlin braucht mehr Wohnungen, auch für die heimische Vogelwelt. Diesen
Nistkasten entdeckte Gisela Seifert von der Fotogruppe des Deutschen Seniorencomputerclubs bei einem Spaziergang an der Märkischen Aue. Derzeit sorgen
sich viele Vögel liebevoll um ihren Nachwuchs, die ersten Jungtiere haben
bereits Flugversuche unternommen. Nistkästen helfen den Vögeln dabei, ihre
Nachkommen vor anderen Stadttieren wie Katzen oder Füchsen zu schützen.
FOTO: GISELA SEIFERT


m Rahmen des Projektes „IGA vor
Ort“ bezogen Bienen in der Kita
„Wunderwelt“ ihr neues Zuhause. Mit dabei waren Schirmherr Sven
Kohlmeier (SPD), Imker Klaus Gatzel,
der Geschäftsführer der JAO gGmbH,
Rainer Rühlemann, Kita-Leiterin Anke
Raubuch und die Kita-Kinder Johann
und Yves. Die Königin wurde mit einem
Hofstaat in den Kasten (Beute) gesetzt.
Anschließend wurden die Bienen vor
den Kasten gefegt, so dass sie alleine hineinlaufen konnten. Im Kasten befanden
sich bereits Waben zum Bebauen und
Futter für die erste Zeit. Insgesamt wurden in der KITA-Bienenwerkstatt drei
Kästen für je ein Volk von 2.000 Bienen
durch die Kinder mit dem Imker angefertigt und liebevoll gestaltet. Zukünftig
können die Kinder beobachten und erleben, wie Honig hergestellt wird und
wozu Bienenwachs verwendet wird. (ln.)

Alte Börse vermietet Räume für einen Euro
MARZAHN. Die Alte Börse Marzahn
vermietet ab sofort Veranstaltungsräume
für lediglich einen symbolischen Euro.
Damit will die Event-Location Kulturschaffende, aber auch bezirkliche und
überregionale Initiativen und Verbände
unterstützen. „Das Fördervolumen beträgt 100.000 Euro“, sagt Eventchefin
Eva Schulz. „Unser Ziel ist es, Räume
auch für jene Gruppen zur Verfügung zu
stellen, die sich keine Miete für Veran-

staltungsstätten leisten können oder die
wir für besonders förderwürdig halten“,
sagt Schulz.
Bewerben mit interessanten Veranstaltungskonzepten können sich Vereine,
Verbände, Unternehmen im Kultur- oder
Bildungsbereich sowie Einzelpersonen
bis zum 31. Mai 2016 ganz unkompliziert per E-Mail. Infos unter Tel. 030
55074074 oder event@alte-boerse-marzahn.de (bzj.)

Florian Münter

Imker Klaus Gatzel mit seinen jungen Helfern.
FOTO: LUTZ NEUMANN

Bestattungen

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Feuer-oderErdbestattung
unverbindlicher und kostenfreier Hausbesuch
komplette Antragsstellung und Erledigung alle Formalitäten
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Tag & Nacht

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