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Periodical volume

Full text: Marzahn-Hellersdorfer Bezirks-Journal Issue 3.2016,4

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ENGAGEMENT: Die
Verfechterin der
Schulgärten. S. 2

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www.bezirks-journal.de | www.lichtenbergmarzahnplus.de | www.facebook.de/bezirksjournalberlin | www.twitter.com/bezirks_journal | 3. Jhg. | Ausgabe 4 | 14. April 2016

Naturschützer bitten:
Runter vom Gas!
Kröten, Frösche und Molche queren wieder die
Straßen/ NABU rettet viele vorm Unfalltod.

M

ilde Nachttemperaturen und
feuchte Witterung locken wieder Kröten, Frösche und Molche aus der Deckung. Zu Tausenden
begeben sich die Amphibien auf Wanderung zu ihren angestammten Fortpflanzungsgewässern und queren Straßen und Wege. Der NABU Berlin bittet
die Autofahrer besonders am Stadtrand
um aufmerksame Fahrweise.
Mitglieder des NABU Berlin stellen
auch in diesem Jahr wieder an Hauptwanderrouten Amphibienzäune auf,
um die Tiere abzufangen und sicher
über die Straße zu bringen. So zum
Beispiel in Zusammenarbeit mit dem
Verein Naturschutz Berlin-Malchow
an der Dammheide in Mahlsdorf Süd:
Seit 1998 werden hier Erdkröten vor
dem Unfalltod gerettet, im letzten Jahr

waren es 967 Tiere. Der Shuttle ist
aufwendig. Jeden Morgen und Abend
müssen die Fangeimer geleert werden.
Nicht alle Wanderstrecken der Amphibien sind vorhersehbar. Daher bittet der
NABU Berlin die Autofahrer vor allem
in den Außenbereichen in der Nähe von
Feuchtgebieten und Gewässern darum, in den frühen Morgen- und späten
Abendstunden vom Gas zu gehen und
besondere Aufmerksamkeit auf die
Straße zu legen, um notfalls um eine
lebensfreudige Kröte oder einen frühlingsgefühligen Frosch herum fahren zu
können. Aber auch Gartenbesitzer werden um Aufmerksamkeit gebeten. „Bitte verschließen Sie offene Gruben oder
steilwandige Gräben und Lichtschächte“, bittet Jens Scharon, Artenschutzreferent beim NABU Berlin. (ps.)

Beste Aussichten in Marzahn
Man muss nicht unbedingt in die Gärten der Welt fahren, um eine wahre Blütenpracht zu erleben. Überall im Bezirk legen sich derzeit die Frühblüher wie ein
bunter Teppich über die Grünflächen – wie hier die Narzissen an der Kreuzung
Allee der Kosmonauten und Poelchaustraße. In gut drei Wochen aber ist der Zauber schon vorrüber. Dann verwelken die Blumen. Dass die Blumen blühen, ist
ein Verdienst der Bezirksverwaltung. Sie steckt regelmäßig Blumenzwiebeln. Der
Vorteil: Die Blumen blühen jedes Jahr aufs Neue.
FOTO: M. GÄDING

2

Bezirks-Leben

April 2016 | Bezirks-Journal Marzahn-Hellersdorf

Die Verfechterin der Schulgärten

ENGAGEMENT: Eine frühere Lehrerin aus Marzahn hat Generationen von Kindern das Gärtnern beigebracht.
Eine neue Ausstellung würdigt das Engagenement – und bedeutet gleichzeitig auch ein Ende.
von Steffi Bey

D

iese Augen sagen alles: Sie strahlen und machen die Freude über
die erste selbstgeerntete Erdbeere deutlich. Wer das Bild betrachtet,
kann mit ein bisschen Fantasie sogar den
süßen Geschmack der Frucht spüren.
Dazu reicht der Blick in das fröhliche
Kindergesicht. Auf dem Foto daneben
gießen Schüler selbst gepflanzte Kräuter.
Und auf dem nächsten werden akribisch
Ringelblumensamen gesammelt. Aber es
ist ein anderes Motiv, das Gerda Schneider immer wieder am meisten bewegt.
Es zeigt einen Zehnjährigen, der am
Rand einer Baumscheibe kniet. Mit der
einen Hand lockert er den Boden auf, in
der anderen hält er ein Kräuterbüschel.
„Hoch konzentriert und voller Andacht
widmet er sich seiner Aufgabe“, sagt die
ehemalige Marzahner Lehrerin. Für sie
sei das ein ganz besonderer Moment.
In den zurückliegenden 30 Jahren erlebte sie viele solche wunderbaren Augenblicke in verschiedenen Schulgärten.
Sie hat gemeinsam mit den Mädchen
und Jungen gesät, geerntet, gekocht, gegessen und manchmal auch die Früchte der Arbeit vermarktet. Dass sie von
einigen Kollegen und Vorgesätzen wegen ihrer „luftigen Unterrichtsführung“
manchmal belächelt wurde, ärgert sie
nicht mehr. Im Gegenteil, es löste bei ihr
so etwas wie einen extra Kraft- und Willensschub aus. Nach dem Motto: „Nun
erst recht“. Das hat wahrscheinlich auch
etwas mit ihrer Herkunft zu tun. Gerda
Schneider wuchs auf einem Bauernhof
auf und lernte früh, sich durchzusetzen.

Gerda Schneider dokumentierte die Arbeit von Kindern in Gärten.
Sie initiierte seit den 1980er-Jahren
nicht nur Schulgärten in Marzahn, sondern leitete ehrenamtlich eine Arbeitsgemeinschaft. Über die Steine, die ihr
dabei in den Weg gelegt wurden, will
sie gar nicht mehr reden. Denn viel
wichtiger sei, was die Kinder durch die
aktive Bewegung und Beschäftigung in
der Natur mitnehmen. „Ich habe erlebt,
wie sie sich veränderten, wie sie selbstbewusst wurden und manche sogar das
erste Mal Anerkennung bekamen“, berichtet die 72-Jährige. Sie erinnert sich
an Schüler, die in den Förderunterricht
mussten, weil sie weder richtig schreiben noch sprechen konnten. Die aber
dann am Nachmittag, im Schulgarten,
leidenschaftlich und versiert Vorträge
über Kräuter hielten. Wenn sie das erzählt, ziehen sich ihre wachen Augen

FOTO: STEFFI BEY

ein wenig zusammen und ihr freundliches Gesicht wirkt wie weich gezeichnet. Manchmal kommen ihr dabei auch
Freuden-Tränen.
Denn sie weiß, dass es richtig ist, sich
immer wieder für den Erhalt von Schulgärten einzusetzen. „Ich meine, dass
jedes Kind, nicht nur seine Schule, sondern auch seinen Schulgarten braucht“,
betont Gerda Schneider immer wieder,
schreibt es auch auf ihren Briefkopf und
auf ihrer Homepage. Zudem sei so ein
Garten auch ein Therapie-Ort.
Seit sie im Ruhestand ist, macht sie
sich noch aktiver für den Aufbau solcher
urbanen Mitmach-Oasen stark. Inzwischen hat sie in ganz Deutschland eine
Spur von Kräuterbeeten in Schulgärten
hinterlassen. Dass ihr Hauptaugenmerk
gerade auf gesunden Gewürzen und

Kräutern liegt, ist eigentlich aus der Not
geboren. Denn als sie vor mehr als 30
Jahren mit dem Gärtnern im Unterricht
anfing, wurden immer wieder die reifen
Früchte gestohlen. „Manchmal brachte
ich dann sogar aus meinem eigenen Garten Erdbeeren mit, damit wir arbeiten
konnten“, sagt die Marzahnerin. Und
dann kam sie auf die Idee, Kräuter in
den Mittelpunkt zu rücken: Weil die keiner klaut, sie einfach zu pflegen sind und
sich prima verwenden lassen.
Noch immer hat Gerda Schneider
Kontakt zu ehemaligen Kindern aus der
Arbeitsgemeinschaft. Viele von ihnen
absolvierten eine Ausbildung zum Koch.
Es macht sie schon stolz zu sehen, wie
aus einst schüchternen Kindern, die oft
aus schwierigen Elternhäusern kamen,
selbstbewusste Persönlichkeiten wurden.
Wenn sie heute durch Deutschland
reist – sie ist unter anderem Gründungsmitglied der Bundesarbeitsgemeinschaft
Schulgarten und der Lenné-Akademie
– hält sie Vorträge, legt natürlich Kräuterbeete an und erzählt oft Geschichten
„ihrer Kräuterkids“. Entstanden sind
bereits vier Kräuterbücher unter dem
Titel „Kinder – Kräuter – Schulgartengeschichten“.
Mit der aktuellen Fotoausstellung
zieht die engagierte Marzahnerin aber
auch einen Schlussstrich unter ihre aktive Schulgartenarbeit in Marzahn. Die
Leitung der Arbeitsgemeinschaft legte
sie 2015 nieder.
Die Fotoausstellung „Gärtnern mit Kindern“ ist bis
zum 29. April in der Mark-Twain-Bibliothek, im
Freizeitforum Marzahn, Marzahner Promenade 5254, zu sehen. Gerda Schneider führt jeden Mittwoch,
nach Anmeldung, unter 5423914, durch die Schau.

„Nächste Station: Poelchaustraße“

N

KOLUMNE: Über ein Beispiel demokratischer Erinnerungskultur in Marzahn-Hellersdorf.

ächste Station: Poelchaustraße“; diese Ansage hören täglich
S-Bahnpassagiere der Linie 7,
die gerade den S-Bahnhof Marzahn oder
Springpfuhl passiert haben. Den Namen
erhielt der Bahnhof von der angrenzenden Poelchaustraße, welche 1992 nach
dem NS-Widerständler Harald Poelchau
(1903-1972) benannt wurde. Nun hat
sich im Rahmen des Bündnisses eine
Gruppe von engagierten Bürger/-innen
zusammengefunden, die Lebensgeschichte Poelchaus im Bezirk bekannter
zu machen.
Poelchau, der sich in den 1920er-Jahren der Strömung des „religiösen Sozialismus“ anschloss, wirkte während der
NS-Zeit als Gefängnisseelsorger. Nach
1945 arbeitete er unter anderem als
erster Sozial- und Industriepfarrer der
Evangelischen Kirche Berlin-Brandenburg. Den einen ist er als Mitglied der
„Bekennenden Kirche“ und Teilnehmer
der NS-Widerstandsgruppe „Kreisauer
Kreis“ in Erinnerung. Bedeutend war
auch sein „stilles Engagement“ als Gefängnisseelsorger, der in den NS-Haft-

anstalten Tegel, Moabit und Plötzensee über 1000 zum Tode Verurteilte bis
zu ihrem Tod begleitete. Poelchau half
außerdem zahlreichen Menschen, die
vor dem NS-Terrorapparat flohen oder
untertauchen mussten. Den anderen ist
sein Engagement als „religiöser Sozialist“ im Bereich der Arbeiterjugendbildung und -hilfe bis zu seinem Tod 1972
ein Vorbild.
Poelchau indes lebte Zeit seines Lebens nie im Bezirk und wird daher nicht
wenigen vor Ort unbekannt sein. Daher
hat sich aus privater Initiative heraus
eine Gruppe von interessierten Bürger/innen zusammengefunden, um Harald
Poelchau im Bezirk bekannter zu machen. Dies freilich nicht ohne Hintergedanken, denn er gilt den Initiator-/
innen des Projektes als Vorbild für eine
solidarische Grundhaltung und gelebte
Menschlichkeit, für Zivilcourage, demokratische Teilhabe und Mitgestaltung des
politischen Gemeinwesens. Die Erinnerung an ihn – insbesondere in der Region
der Poelchaustraße – soll ein Beitrag zur
Stärkung der demokratischen Identität

sein. Aus diesem Grunde hat sich diese
Initiative dem Bündnis für Demokratie
und Toleranz angeschlossen.
Im Bündnis ist zugleich, ausgelöst
durch diese Initiative, die Erkenntnis
gereift, dass auch die Erinnerungskultur
und die Arbeit an der Erinnerung ein
wichtiger Teil der Demokratieentwicklung ist. Demokratische Erinnerungsarbeit ist mehr als die Errichtung von
Denkmälern oder die Benennung von
Straßen und S-Bahnhöfen. Sowohl in
der Poelchau-Initiative als auch bei den
so unterschiedlichen Mitgliedern im
Bündnis für Demokratie und Toleranz
zeigt sich ein lebendiges Interesse daran,
Orte, Straßen und Denkmäler im Bezirk auch historisch zu verstehen. Und
Denkmäler und Straßennamen stehen
dabei meist am Ende einer mindestens
ebenso wichtigen demokratischen Verständigung über historische Ereignisse
und Personen im Bezirk, die uns sehr
viel über unsere aktuelle Gesellschaft
sagen können. Diskussionsprozesse über
die Erinnerungslandschaft und einzelne
historische Begebenheiten finden einer-

seits in Gremien wie der Bezirksverordnetenversammlung, der bezirklichen
„Kommission Gedenkorte“ oder in den
Medien statt, andererseits auch in der Zivilgesellschaft, etwa in Geschichtswerkstätten, Bildungseinrichtungen, Schulen
und Schulprojekten oder in Institutionen wie dem Heimatverein MarzahnHellersdorf e.V. Die Poelchau-Initiative,
die vom Ökumenischen Forum getragen
wird, ist ein Beispiel für eine demokratische Erinnerungsarbeit „von unten“,
welche das Bündnis für Demokratie und
Toleranz insbesondere im Kampf gegen
rechtsextreme Geschichtsumdeutungsversuche unterstützen wird.
Raiko Hannemann, Bündnis für
Demokratie und Toleranz am Ort der
Vielfalt Marzahn-Hellersdorf
Das Bündnis für Demokratie und Toleranz
am Ort der Vielfalt Marzahn-Hellersdorf
informiert jeden Monat bei LiMa+ und im
Bezirks-Journal über seine Aktivitäten und
Vorhaben, über Ansichten und Ideen. Die
Beiträge geben nicht die Auffassung der Redaktion wieder.

Bezirks-Journal Marzahn-Hellersdorf | April 2016

von Marcel Gäding

D

ie Tiefkühltruhen sind bereits
leer, im Frischeregal finden sich
nur noch einige wenige Exemplare abgepackter Wurst: Endzeitstimmung im Supermarkt „Grüne Geiß“.
Ende des Monats schließt das Geschäft
in der Einkaufspassage „Treffpunkt
Geißenweide“ an der Allee der Kosmonauten. Die Regale werden nicht mehr
bestückt, ein großes Werbeschild am
Eingang läutet mit satten Rabatten den
Ausverkauf ein.
Dass die zwölf Beschäftigen des „Frische-Supermarktes“ Ende April ohne
Arbeit sein werden, kommt für die Betroffenen überraschend. „Die Kurve ging
in den letzten Jahren nach oben“, sagt
Marktleiterin Manuela Drenske. Vor allem die Bewohner aus der Nachbarschaft
schätzten das Angebot des Supermarktes, der sich mit regionalen Produkten
deutlich von den Discountern der Umgebung absetzen wollte. Zusätzlich schaltete die „Grüne Geiß“ mit dem Zicklein
im Logo ganzseitige Anzeigen in Offertenblättern, um Kunden aus anderen
Bezirken aufmerksam zu machen. „Wir
wurden immer besser“, blickt Drenske
auf die fast fünf Jahre zurück, in denen
der Markt bestand. Neben beliebten Ostprodukten verkaufte der Markt auch Erzeugnisse von Produzenten, die man in

Bezirks-Leben

Frische-Supermarkt schließt
überraschend

EINZELHANDEL: Die „Grüne Geiß“ wollte mit
regionalen Produkten punkten. Doch jetzt ist Schluss.
Zwölf Mitarbeiter müssen sich einen neuen Job suchen.

Viele Regale sind bereits leer, in den nächsten Tagen ist bei „Grüne Geiß“ Ausverkauf.
FOTOS: MARCEL GÄDING
Das Team dankt traurig seinen Kunden (kl. Foto).

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FitX-Studio jetzt auch in Hellersdorf
Fitness rund um die Uhr, 35 Kurse pro Woche und viele weitere Services: Das
bietet die Essener Fitnessstudiokette FitX. In Hellersdorf eröffnete am 2. und 3.
April ein weiterer FitX-Standort, an dem das Team um Pia (links), Hamun und
Mayra (rechts) Sportbegeisterte betreut. Damit ist der Fitnessanbieter an sieben
Standorten in der Hauptstadt vertreten. Mit seinem Konzept setzt der Fitnessanbieter neue Maßstäbe in der Fitnesswelt. Ziel von FitX ist es, Menschen für
Fitness zu begeistern und dafür zu sorgen, dass sich die Menschen in den FitXStudios wohlfühlen. Seit dem 4. April läuft bei FitX in der Hellersdorfer Straße
235, 12627 Berlin, der reguläre 24h-Trainingsbetrieb, die FitX-Kurse starten am
2. Mai. Jedes der aktuell 42 FitX-Studios setzt sich aus sechs Trainingsbereichen
zusammen: Trainingsfläche, Cardio, Freihantel, Zirkel, Lady Gym und Kursraum. Letzterer ist der Ort von ClassX, der von FitX entwickelten Kurswelt. Sie
bietet 35 Kurse pro Woche an, die so gestaltet sind, dass sich jeder einzelne darin
wiederfindet. Weitere Services bei FitX sind Getränke-Flat, Duschen, Parkplätze, individuelle Trainingsbetreuung, Öffnungszeiten rund um die Uhr und
das Starterpack. Komplizierte Preisstrukturen gibt es dabei nicht, die 15 Euro
Monatsbeitrag (bei 12 Monaten Vertragslaufzeit, zzgl. einmalig 29 Euro Aktivierungspauschale für die X-Card) enthalten alle Leistungen. Weitere Informationen im Internet: www.fitx.de 
FOTO: LUTZ NEUMANN

3

anderen Berliner Lebensmittelgeschäften nicht findet.
Doch nun ist Schluss. Das kleine Einkaufszentrum nebst Wohnanlage hat
den Besitzer gewechselt. Der vorherige
Eigentümer war auch Betreiber des Supermarktes; eine Miete musste er nicht
zahlen. Wer jetzt im Besitz der Immobilie ist, lässt sich nicht herausfinden.
„Anfang April bekamen wir alle unsere
Kü n d i g u n g “ ,
berichtet Manuela Drenske.
Für sie, ihren
Sohn
und
ihre Schwiegertochter
ein doppelter Schicksalsschlag. Erst im
März hatten sie ihren Edeka-Markt in
Schwedt geschlossen, weil das umliegende Wohnviertel abgerissen wurde
und damit Kunden ausblieben. In Berlin
hatten sich Drenskes eine Zukunft erhofft, wollten das Konzept vom „Grüne
Geiß“-Markt weiterentwickeln.
Womöglich aber genügen die bisherigen Umsätze den neuen Eigentümern
nicht. Trotz aller Werbebemühungen
von Marktleiterin Drenske hatte die
„Grüne Geiß“ doch ein entscheidendes
Problem: Der Haupteingang des Marktes ist nur über einen Innenhof erreichbar. Nun ist am 22. April letzter Verkaufstag. Danach werden die Flächen
beräumt.

6

Bezirks-Leben

April 2016 | Bezirks-Journal Marzahn-Hellersdorf

WOHNUNGSBAU: Jahrelang wurden in Marzahn-Hellersdorf Wohnungen abgerissen. Jetzt werden dringend
Quartiere benötigt. Der Bezirk sucht Flächen. Die degewo kündigt den Neubau von 900 Wohnungen an.

degewo startet
NeubauOffensive
Bis 2020 entstehen
900 Wohnungen.
von Marcel Gäding

D

as landeseigene Wohnungsunternehmen degewo startet eine
Wohnungsneubauoffensive. Bis
2020 will das Unternehmen 900 Wohnungen in Marzahn bauen, „und damit
der steigenden Nachfrage Rechnung tragen“, kündigte degewo-Vorstand Christoph Beck an.
Im September sollen an der JoachimRingelnatz-Straße die Arbeiten für sieben neue Wohngebäude beginnen, wie
die degewo mitteilte. Dadurch wächst
die bereits in den 1990er-Jahren errichtete „Joachim-Ringelnatz-Siedlung“ um
300 zusätzliche Wohnungen. Damit verschwindet auch eine hässliche Brache,
die vor allem den Bereich an der Cecilienstraße prägte. Ein Drittel der Wohnungen solle für 6,50 Euro pro Quadratmeter angeboten werden.
Ebenfalls im September ist der Baustart für 126 Wohnungen in der Marchwitzastraße vorgesehen. In den vier
Wohnhäusern soll es vornehmlich Dreibis Vier-Zimmer-Wohnungen geben.
Weitere 250 Wohnungen sind an der
Karl-Holtz-Straße und zusätzliche 200
Quartiere in der Ludwig-Renn-Straße
geplant.
Noch vor einigen Jahren hatte die degewo Wohnungen abgerissen – von 2002
bis 2010 waren dies allein in Marzahn
3.500 Wohneinheiten. Das landeseigene
Unternehmen hatte, wie offensichtlich
auch die zuständige Senatsstadtentwicklungsverwaltung, nicht mit dem starken
Zuzug von Menschen nach Berlin gerechnet. Gut ein Jahrzehnt hatten sich
die landeseigenen Wohnungsgesellschaften aus dem Bau von neuen Wohnungen verabschiedet.
Ironie des Schicksals: Genau an der
Stelle, wo sich noch bis vor wenigen Jahren Wohnungen aus DDR-Zeiten befanden, entstehen jetzt teilweise die Neubauprojekte. „degewo nutzt die Chance,
auf diesen unbebauten Grundstücken
Neubauten mit modernen Grundrissen
und neuen Wohnformen zu erreichten
und damit den Bezirk als attraktiven
Wohnstandort
weiterzuentwickeln“,
heißt es hierzu in einer Erklärung des
Unternehmens.
Im Gegensatz zu anderen Bezirken
wie Lichtenberg verzichtete die degewo
jedoch darauf, ganze Wohnsiedlungen
platt zu machen. So wurde aus Mitteln
des Bundesprogramms „Stadtumbau
Ost“ auch der Rückbau von Plattenbauwohnungen finanziert. Unter anderem entstanden dadurch nahe der
Havemannstraße in Marzahn Nord die
Ahrensfelder Terrassen – kleine Reihenäuser anstelle von elfgeschossigen
Wohnhäusern.

Neben sanierten Wohnhäusern aus DDR-Zeiten entstehen Wohngebäude der Neuzeit wie entlang der Allee der Kosmonauten. Die starke
FOTO: MARCEL GÄDING
Nachfrage nach Wohnraum beschert Marzahn und Hellersdorf einen kleinen Boom.

Platz für 8.300 neue Wohnungen

Weil es an Quartieren fehlt, wird die Verwaltung kreativ. Von Hochhäusern ist die
Rede und von Wohnprojekten, in denen Flüchtlinge integriert werden.
von Birgitt Eltzel

B

is zu 35-geschossige Hochhäuser könnte sich Christian Gräff
(CDU) auf der früheren AllkaufFläche an der Trusetaler Straße/Märkische Allee vorstellen. „Allerdings nur
mit ansprechender, begrünter Fassade,
mit innovativen architektonischen Lösungen“, sagt der Stadtentwicklungsstadtrat von Marzahn-Hellersdorf.
Hintergrund dieser Überlegungen: Der
Wohnraum wird knapp, die Nachfrage
nach Wohnungen steigt.
In Marzahn-Hellersdorf, wo zwischen
2002 und 2007 im Rahmen des Stadtumbau Ost rund 4.700 Plattenbauwohnungen wegen massiven Leerstands
abgerissen wurden, wird daher längst
wieder gebaut. Wurden im Jahr 2012
noch Genehmigungen für den Bau von
500 Wohnungen erteilt, waren es 2015
bereits 1.280 neue Wohnungen. Noch
bis 2014 wurden zu 90 Prozent Einfamilien-, Doppel- und Reihenhäuser errichtet, meist Eigentum. 2015 war schon die
Hälfte der genehmigten neuen Wohnungen im Geschoss-Wohnungsbau (Miete). Das größte Wohnungsbauvorhaben
im Bezirk hat die städtische Wohnungsbaugesellschaft Stadt und Land derzeit
in Angriff genommen. Diese baut an
der Bundesstraße 1 Alt-Biesdorf auf
dem Areal von Gut Biesdorf 450 Mietwohnungen. An der Hasenholzer Allee
errichtet das Unternehmen gemeinsam
mit einem privaten Investor 360 neue
Wohnungen.
Der Wohnungsneubau ist wichtig,
denn die Zahl der Menschen im Bezirk
steigt unerwartet stark. Zum 31. Dezember 2015 hatte der Bezirk laut Gräff
bereits knapp 260.000 Einwohner und
damit schon die zunächst vom Senat
für das Jahr 2020 prognostizierte Zahl
erreicht. Nach der neuesten Senatsprognose wird Marzahn-Hellersdorf bis
2030 rund 15 Prozent mehr Einwohner

als derzeit haben. Wenngleich Gräff die
neueste Prognose zur Bevölkerungsentwicklung für „sehr optimistisch“ hält,
ist klar: Sowohl das bezirkliche Infrastrukturkonzept von 2015 als auch das
Wohnungsmarktentwicklungskonzept
Marzahn-Hellersdorf von 2013 müssen
überarbeitet werden. Bis zum Sommer
soll das geschehen sein. „Wenn die Annahme des Senats zur Bevölkerungsentwicklung stimmt, ist das bisher von uns
ausgemachte Flächenpotenzial für den
Wohnungsneubau zu gering“, sagt der
Stadtrat. Platz für 8.306 neue Wohnungen wurde bisher aufgetan. Es müsse
neu gedacht werden, eventuell auch an
Hochhäuser. Die freilich nicht überall
hinpassten – auf einer früheren AbrissAnzeige

fläche mitten in einem Wohngebiet beispielsweise bringe das Probleme, u.a.
beim Parkplatzangebot, sagt Gräff. Auf
dem ehemaligen Allkauf-Gelände, das
am Rand der Großsiedlung liegt, seien jedoch ein, zwei hohe Häuser unter
Umständen denkbar. Über Wohnungsbau an diesem Standort habe es bereits
Gespräche zwischen dem Eigentümer
und einer landeseigenen Wohnungsbaugesellschaft gegeben.

Fast alle der bisher für modulare
Flüchtlingsunterkünfte vorgesehenen
Standorte sind Wohnungsbau-Potenzialflächen des Bezirks. Gräff regt an, die
Unterbringung neu zu denken, beispielsweise am Buckower Ring in BiesdorfNord. Dort soll eine Modulare Flüchtlingsunterkunft (MUF) entstehen, es
gibt aber zwei weitere Brachflächen im
Gebiet, an denen Wohnungsunternehmen Interesse haben. „Warum sollte
man es dort nicht beim Wohnungsbau
belassen und statt der MUF eine Anzahl
geförderter Wohnungen für Flüchtlinge
dabei festschreiben? Das wäre doch ein
spannender Modellversuch und förderlich für die Integration“, sagt er.
Scharf geht der Christdemokrat mit
der von der SPD verantworteten Wohnungspolitik des Senats ins Gericht.
Gräff findet es falsch, dass landeseigene
Wohnungsbaugesellschaften jetzt Bestände in den Großsiedlungen zurückkaufen, die sie in den 1990er-Jahren
veräußern mussten.
Auch den Ankauf von Projekten
Privater durch die städtischen Unternehmen hält er nicht für den richtigen
Weg. „Das kurbelt den Neubau nicht
an“, sagt er. „Im Gegenteil, es bindet
Kapital der Wohnungsbaugesellschaften und bringt keine einzige Wohnung
mehr.“ Zudem erstellten die landeseigenen Gesellschaften auch nur 30 Prozent
geförderte Wohnungen bei ihren Neubauprojekten.
Dass allein durch die öffentliche
Hand der Wohnungs-Neubau nicht zu
stemmen sei, zeige exemplarisch das
Beispiel Zossener Straße/Gut Hellersdorf. Die Fläche für 700 neue Wohnungen soll seit dem vergangenen Jahr von
der städtischen Gesobau bebaut werden, getan hat sie bisher noch gar nichts,
kritisiert
Stadtentwicklungsstadtrat
Christian Gräff. „Wir haben extra ein
Konzeptverfahren entwickelt, mit Privaten hätte der Bezirk das Projekt schon
längst realisiert.“

STANDORT OST

MAGAZIN FÜR ARBEIT, WIRTSCHAFT, WOHNEN & KULTUR IN DER METROPOLENREGION BERLIN-EASTSIDE | 04/2016

I

n luftiger Höhe von mehr als 20 Metern wurden jetzt die Rollbatterien an
der ersten Stütze der künftigen Seilbahn für die Internationale Gartenausstellung (IGA) 2017 angebracht – der
Auftakt für die Arbeiten an dem Verkehrsmittel. Nach Fertigstellung wird Berlins
erste Kabinen-Seilbahn auf einer Strecke
von 1.500 Metern stündlich bis zu 6.000
Fahrgäste in zwei Richtungen befördern.
62 Kabinen mit bequemen Ledersitzen
stehen dafür bereit (Platzkapazität je 10
Personen). Sechs der Kabinen werden mit
einem speziellen Glasboden ausgestattet
und bieten Schwindelfreien einen ganz besonderen Ausblick auf das Wuhletal, den
Kienberg und die „Gärten der Welt“.
Die Seilbahn verkehrt zwischen dem
IGA-Haupteingang gegenüber dem UBahnhof „Kienberg – Gärten der Welt“
(heute noch „Neue Grottkauer Straße“),
dem Kienberg und dem Haupteingang
Blumberger Damm. Bis April werden die
Arbeiten an den mechanischen Teilen der
Stützen und Stationen abgeschlossen sein,
dann beginnt der Seilzug. Im September
wird der Probebetrieb aufgenommen. Die
Seilbahn-Fahrt ist im Ticket für die IGA
inbegriffen, das pro Erwachsenen 20 Euro
kostet. Es gibt jedoch zahlreiche Ermäßi-

IGA BERLIN 2017: BAU
DER SEILBAHN BEGINNT

GARTENSCHAU: Verkehrsmittel soll täglich bis zu
6.000 Fahrgäste befördern.

Die erste Stütze für die Seilbahn steht, die Rollenbatterien werden eingebaut.

Foto: B. Eltzel

gungen. Das umweltfreundliche Verkehrsmittel soll auch nach der 186 Tage dauernden Garten-Schau bleiben, mindestens drei
Jahre lang. Und sogar noch länger, wenn
sich der Betrieb rentiert.
60 Jahre nachdem erstmals eine Seilbahn
in Berlin verkehrte –1957 zur Internationalen Bauausstellung –bekommt die Hauptstadt damit ein solches Verkehrsmittel
wieder. Bauherr ist die aus Südtirol stammende Leitner AG, die das Vorhaben komplett privatwirtschaftlich realisiert. Es fließen keine öffentlichen Gelder dafür. Das
Familienunternehmen mit mehr als 125
Jahren Tradition baut nicht nur Seilbahnen
in Touristengebieten, sondern auch in urbanen Regionen. In der türkischen Hauptstadt Ankara beispielsweise sorgt eine
Kabinenbahn von Leitner ropeways für
weniger Stau auf den Straßen, in der georgischen Hauptstadt Tiflis führt eine Leitner-Seilbahn hinauf zur mittelalterlichen
Festung Narikala. Und in der drittgrößten
Stadt Kolumbiens, Cali, wurde ein ganzes
Stadtviertel mittels einer Seilbahn aus dem
Tiroler Unternehmen verkehrlich besser
ans Zentrum angebunden. In Deutschland
hatte Leitner eine solche Bahn erfolgreich
auf der Expo Hannover im Jahr 2000 betrieben. BIRGITT ELTZEL

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2

G

ar nicht so einfach, 100 widerspenstige Kilogramm zu fixieren – doch Jens Gerbert greift
sich das trächtige Mutterschaf
gekonnt, presst es zwischen seine Oberschenkel und setzt seine Maschine an.
Keine drei Minuten dauert die Prozedur,
dann hat der Schafscherer aus Bad Freienwalde das Tier von seiner dicken Wolle
befreit. Die meisten Schafe ertragen diesen ungewöhnlichen Termin mit Fassung.
Nur selten wehrt sich eines der Tiere gegen die Schur. „Am empfindlichsten sind
die Schafe am Hals und im Bauchbereich“,
sagt Gerbert.
Vier Stunden braucht Schafscherer Gerbert an diesem Tag, um alle 50 Schafe aus
dem Landschaftspark Herzberge zu scheren. Wenige Wochen vor dem Frühling befreit er die Tiere von ihrem Fell, einige von
ihnen erhalten im Anschluss von Schäfer
Matthias Breutel noch Klauenpflege. Danach geht es (nackt) zurück auf die Koppel.
„Die Wolle verkaufen wir, daraus entstehen
Böschungsmatten für Autobahnen“, erklärt Breutel. Viel Geld gibt es für das Naturmaterial nicht – gerade einmal um die
0,35 Euro pro Kilogramm zahlt der Abnehmer. 180 Kilogramm sind am Ende im Sack.
Seit gut zehn Jahren gibt es die Schafherde im Landschaftspark Herzberge - einem wirklich idyllischen Naturschutzgebiet jenseits der Allee der Kosmonauten,
unweit vom Evangelischen Krankenhaus
Königin Elisabeth Herzberge. Vorrangig haben dort rauhwollige pommersche

SCHAFE LIEFERN WOLLE
FÜR AUTOBAHNEN

04/2016 | STANDORT OST | Bezirks-Journal

LANDSCHAFTSPFLEGE: Einmal im Jahr werden die
Schafe im Landschaftspark Herzberge geschoren.
Dafür rückt eigens ein Fachmann an, um die Tiere
von ihrem Winterfell zu befreien.

Wieder chic: einige der rauhwolligen pommerschen Landschafe. Die Schafschur dauerte rund
Foto: Marcel Gäding
vier Stunden. 

Landschafe ein Zuhause gefunden – sie
gehören zur ältesten Landschafrasse und
sind vom Aussterben bedroht. Ihre ursprüngliche Heimat haben sie auf der
Halbinsel Mönchgut auf Rügen. Rauhwollige pommersche Landschafe gelten als
robust und kommen gut mit nasser, kalter
und stürmischer Witterung klar. 1982 betrug ihr Bestand nur noch 72 Exemplare.
Inzwischen wird die Population auf bis zu
3.000 Tiere geschätzt. Allerdings finden
sich die rauhwolligen pommerschen Landschafe immer noch auf der Roten Liste der
vom Aussterben bedrohten Haustierrassen
der Vereinten Nationen.
Die Flächen, rund 23 Hektar, verpachtete der Bezirk an den Verein Agrarbörse
Ost. Die Idee dahinter: Die Schafe sorgen
für extensive Landschaftspflege. In diesem Jahr gibt es 50 Muttertiere, von denen
25 trächtig sind beziehungsweise waren.
Wird der Platz eng, gehen überzählige Tiere nach Marzahn auf eine Fläche nahe dem
Kletterfelsen an der Wuhlestraße.
Zusammenrücken ist ohnehin angesagt,
denn auf einem Teil der Flächen in Lichtenberg werden aktuell streng geschützte
Zauneidechsen angesiedelt. Einen kleinen
Teil des Areals können die Schäfer vom
Landschaftspark daher nicht mehr nutzen.
Weil die Schafe sehr vermehrungsfreudig sind, kümmert sich der Verein Agrarbörse auch um die Vermarktung des
Fleisches: Einmal im Jahr wird hausgeschlachtet und an private Abnehmer verkauft. MARCEL GÄDING

Bezirks-Journal

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3

Bezirks-Journal | STANDORT OST | 04/2016

E

UNTERNEHMEN SETZEN AUF
MARZAHN-HELLERSDORF

inen Blumenstrauß von Wirtund Kalkulator bei anderen Garten- und
schafts- und StadtentwicklungsLandschaftsbauunternehmen gearbeitet
stadtrat Christian Gräff (CDU) behat, sprach von einer inzwischen recht gukam Michael Döll überreicht. Der
ten Auftragslage. „Der Wind hat sich ge38-Jährige, gelernter Garten- und Landdreht, viele setzen zunehmend wieder auf
schaftsbauer und studierter LandschaftsQualität von Fachfirmen und deren Verarchitekt/Umweltplanungsingenieur, ist
lässlichkeit.“ Er kritisierte in diesem ZuGeschäftsführer der Uwe Döll Garten- und
sammenhang die gängige AusschreibungsLandschaftsbau GmbH. Die Firma, früpraxis, bei der vor allem ein niedriger Preis
her ein Einzelunternehmen seines Vaters,
im Vordergrund steht. Dabei nickte Gräff
nach dem sie auch noch den Namen hat,
zustimmend, obwohl er ebenfalls, wie alle
ist seit 1. Januar eine Kapitalgesellschaft –
öffentlichen Auftraggeber weitgehend an
und das 20.000 Unternehmen, das in Mareine solche Vergabepraxis gebunden ist.
zahn-Hellersdorf registriert wurde.
„Das Thema Qualität steigt aber wieder“,
Für die kleine Ehrung in den Räumen des
sagte der Stadtrat.
Ordnungsamtes an der Premnitzer Straße
Als Verantwortlicher für das Gewerbe
11-13 hatte sich Döll extra umgezogen –
im Bezirk freute er sich, eine gute Bilanz
war er doch vorher schon zwei Stunden im
ziehen zu können. Gab es am 31. Dezember
Blaumann auf einer Baustelle unterwegs
2015 noch 19.398 Gewerbebetriebe in Margewesen. Seine Firma, an der er 90 Prozent
zahn-Hellersdorf, waren es im März 2016
der Anteile hat, arbeitet gegenwärtig u.a.
bereits rund 20.100. Im Vorjahr stehen
an der Neugestaltung von Wohnhöfen der
2.400 Gewerbeanmeldungen 1.800 -abmelGenossenschaft Wuhletal an der Bansiner
dungen gegenüber. Es gab 936 UmmeldunStraße in Kaulsdorf-Nord. Döll Garten und
gen, u.a. aus anderen Bezirken. Unter den
Landschaftsbau, insgesamt neun Mitarneu Angemeldeten 2015 sind laut Gräff
beiter, sei ein klassisches FamilienunterGewerbetreibende aus 57 Nationen, darnehmen, sagte der Geschäftsführer: „Vater,
unter zu 78 Prozent EU-Bürger. An erster
Mutter und ich arbeiten mit, dazu sechs
Stelle standen Polen, danach folgen MenAngestellte.“ Letztere sind teilweise 20 Jahschen aus Rumänien und der Türkei. Das
re im Unternehmen, was auch für das Beist vor allem auf die 2012 eingeführte völtriebsklima spricht. Döll zahlt schon lange
lige Niederlassungsfreiheit innerhalb der
mehr als den Mindestlohn und vergütet
Europäischen Union zurückzuführen. Daauch An- und Abfahrt zu den Baustellen: Blumenstrauß von Stadtrat Christian Gräff (r.) für Michael Döll.
durch hätten sich vor allem Handwerker
Foto: B. Eltzel
„Gute Mitarbeiter, die Qualitätsleistungen
als Einzelunternehmen angemeldet. „Es
bringen, sind nicht so einfach zu finden“, Meon-Gewerbepark, arbeitet hauptsäch- in der Mark-Twain-Bibliothek und über- gab anfangs einen starken Anstieg“, sagt
sagt er. Das Unternehmen, das seinen Sitz lich für Wohnungsunternehmen im Be- nimmt Aufträge von Privaten.
Gräff, der jetzt aber nachgelassen habe.
in Biedorf hat und den Maschinenpark im zirk. Es pflegt aber auch die Grünpflanzen
Michael Döll, der früher als Bauleiter

BIRGITT ELTZEL

BILANZ: Der Bezirk verzeichnet einen Anstieg bei
den Gewerbeanmeldungen. Gerade wurde das 20.000
Unternehmen begrüßt: die Uwe Döll Garten- und
Landschaftsbau GmbH.

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4

04/2016 | STANDORT OST | Bezirks-Journal

Viele der gezeigten Plakate enthalten politische Botschaften und zeugen von der Aufbruchstimmung in der noch jungen DDR.

Ü

ZEITREISE DURCH
40 JAHRE OSTGESCHICHTE

berraschte Gesichter bei Besudas Originalplakat aus der Berliner Volkschern des Rathausgebäudes am
bühne „Arzt wider Willen“, gestaltet vom
Helene-Weigel-Platz. Werbung
großen deutschen Maler Harald Metzkes
für Fit und DT 64? Die mehr als
aus dem Jahre 1970, wieder zu sehen ist.
100 Plakate gehören zur neuen Ausstellung
Der Künstler selbst hat das Exemplar nur
in der Reihe Kostbarkeiten, die DDR-Plafür diese Ausstellung exklusiv zur Verfükatkunst aus fast 40 Jahren zeigt und noch
gung gestellt. Sie verweisen auch auf weibis 30. Juni zu sehen ist.
tere Highlights wie die drei Originalplakate
Das Alte Rathaus Marzahn entwickelt
aus den Anfängen des DDR-Balletts, Leihsich immer mehr zum Kunst- und Kulgaben von Andreas Weidt, dem Sohn des
turort. Sicher dazu beigetragen hat auch
Tänzers und Choreographen Jean Weidt:
die Reihe Kostbarkeiten, die nun schon
„Stunde des Tanzes“ von 1979, „Dramatizum sechsten Mal stattfindet und verschiesches Ballett“ von 1950 und „tanzt für den
dene Kunstrichtungen präsentiert. Diesmal
Frieden“ von 1947.
sind es Plakate, Kunstplakate. Im GegenFür die Kuratoren sind Plakate interessatz zum Poster, was ja oft nicht mehr als
sante Zeitzeugen und spiegeln den Zeitgeist
ein großes Foto darstellt, sind diese Plakate
wider. Die einen zeugen von gestalterischer
künstlerisch gestaltet, teilweise selbst kleiSelbstverliebtheit durch belanglose Typone Kunstwerke.
Spielereien und geistlose Klischee-Welten,
Ein Rundgang durch die Ausstellung ist
andere übermitteln klare Informationen,
wie eine Zeitreise durch (ost)deutsche Geliefern emotionale Erzählungen oder inschichte. Da ist das streng formale, grafitelligente, künstlerische Kommentare zur
sche Plakat zu einer Ausstellung der Kunstaktuellen Situation einer Gesellschaft. In
schule Burg Giebichenstein und gleich
beiden Teilen Deutschlands entwickelte
daneben ein typischer Vertreter des „soziasich eine individuelle Gestaltungssprache,
listischen Realismus“, ein Jugendlicher mit
die politischen Verhältnisse spiegelten sich
dem damals sprichwörtlichen Slogan „Ich
in der künstlerischen Alltagskultur. Nicht
bin Bergmann! Wer ist mehr?“ Gleich um
selten waren in Plakaten auch subversive
die Ecke finden sich schlanke Frauenbeine,
Botschaften versteckt, wurde zwischen den
die für Perlonstrümpfe aus dem Konsum
Zeilen gelesen. Einige interessante Beispiewerben oder die lachende Fitflasche, die
le dafür sind in der Ausstellung zu sehen
das Abtrocknen erspart. Die Plakate mit
und laden zum Entdecken und Erinnern ein.
Produktwerbung verschwanden übrigens
Das Projekt der Ospe ®ART und der
mit Beginn der 1970er-Jahre. Warum für Die Plakate sind in den Rathaus-Fluren zu bewundern. 
Stiftung Plakat OST wurde realisiert von
Fotos: Marcel Gäding
etwas werben, was Mangelware ist oder soder BVV Berlin Marzahn-Hellersdorf von
wieso unter dem Ladentisch weggeht wie das Gesicht des Schriftstellers vor Augen. sen Team auch schon die anderen Aus- Berlin, mit Unterstützung des Bezirksamwarme Semmeln.
Ganz anders die Stückankündigungen für stellungen in der Reihe Kostbarkeiten or- tes Marzahn-Hellersdorf von Berlin, dem
Da hatten es Plakate für Kino, Theater die Volksbühne oder das Deutsche Theater ganisierte. Sie soll das hohe künstlerische Fachbereich Kultur und dem Fachbereich
oder Ausstellungen schon leichter, weil sie – da muss man manchmal genau hinsehen, Niveau der Plakatkunst in der DDR zeigen Wirtschaft/Stadtentwicklung.
auf ein interessiertes Publikum abzielten. um die relevanten Informationen zu be- und einzelne Plakatkünstler würdigen. Die 
REGINA FRIEDRICH
Für Grafiker eine Spielwiese der Möglich- kommen. Verspielter dagegen die Plakate meisten Kunstplakate stammen von der
keiten, mal reduziert auf das Nötigste, mal für die Opernhäuser, da möchte man sich Kunsthistorikerin und Treuhänderin Dr.
ausufernd verspielt mit Farben und Formen. das eine oder andere einrahmen und mit- Sylke Wunderlich von der Stiftung Plakat Die Ausstellung ist noch bis 30. Juni 2016 im
Das Plakat zur Thomas Mann-Ehrung 1975 nehmen.
Ost aus Berlin sowie von privaten Leih- Alten Rathaus Marzahn, Helene-Weigel-Platz
zeigt nur den Namen und die typische FlieZusammengestellt hat die Ausstellung gebern. Besonders stolz sind die Ausstel- 8, zu besichtigen, Montag bis Freitag von 8 bis
ge auf schwarzem Grund, sofort hat man Michael Wiedemann von Ospe®ART, des- lungsmacher, dass erstmals nach 46 Jahren 18 Uhr, der Eintritt ist frei.

KULTUR: In der Reihe „Kostbarkeiten“ werden im
Rathaus Marzahn Plakate gezeigt, die zu DDR-Zeiten
aufwändig von Künstlern gestaltet wurden.

MITTELALTERFEST

ORTSUMFAHRUNG

ROMA-KULTURTAG

GLEISBAUARBEITEN

LICHTENBERG. Zum vierten Mal findet rund
um das Rathaus Lichtenberg das „Spectaculum am lichten Berg“ statt. Auftakt ist am
30. April um 14 Uhr im Rathauspark an der
Möllendorffstraße. Am 1. Mai geht es um 12
Uhr weiter - unter anderem mit Marktständen und darstellenden Künstlern, unter anderem „Viatores Historica“ und „Spielwütige
Gesinde“. (bzj.)

AHRENSFELDE. Die Chancen, dass Ahrensfelde eine Ortsumfahrung erhält, steigen.
Wie die CDU-Bundestagsabgeordnete Prof.
Monika Grütters (CDU) mitteilte, sei das
Projekt Bestandtteil des Bundesverkehrswegeplanes. In dem Entwurf des Papiers seien
44,7 Millionen Euro berücksichtigt. Bislang
hält sich das Land Berlin in Fragen der Ortsumfahrung jedoch zurück. (bzj.)

MARZAHN. Musik, Tanz und Lagerfeuer:
Zum dritten Mal lädt der AWO-Kreisverband
Berlin Spree-Wuhle e.V. zum Roma-Kulturtag
ein. Er findet am 13. Mai von 15-21 Uhr auf
dem Abenteuerspielplatz in der Ahrensfelder
Chaussee 26 statt. Der Tag soll der Begegnung von Menschen aus verschiedenen Kulturbereichen dienen und das gegenseitige
Verständnis fördern, erklärt die AWO. (bzj.)

WEISEENSEE/ HOHENSCHÖNHAUSEN. Weil
Fahrleitungen und Gleise erneuert werden,
schränken die Berliner Verkehrsbetriebe
die Straßenbahnlinie 27 ein. Bis Juli ist der
Straßenbahnverkehr auf der Suermondtstraße unterbrochen. Zwischen den Haltestellen
Weißensee/ Pasedagplatz und Rhinstraße/
Gärtnerstraße ist ein Ersatzverkehr mit barrierefreien Bussen eingerichtet. (bzj.)

Vital
& gesund

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Foto: fotolia.de/ drubig-photo

Blasenschwäche: Unbedingt
Fachärzte aufsuchen
Wer unter Harninkontinenz leidet, sollte sich helfen
lassen, rät Gynäkologe Dr. med. Thomas Fink.

E

twa fünf Millionen Menschen Husten, Niesen oder beim Sport. „Das
leiden in Deutschland an Harnin- beeinträchtigt das Leben immens“, sagt
kontinenz – vor allem Frauen der Mediziner. Patientinnen würden sich
sind von sogenannter Blasenschwäche häufig aus der Öffentlichkeit zurückziebetroffen. Aus Scham verschweigen sie hen, ihre Aktivitäten einschränken.
ihre Erkrankung oft sogar dem Hausoder Facharzt. Dabei kann ihnen geholBotox für die Blase
fen werden, sagt Dr. med. Thomas Fink,
Leitender Oberarzt Gynäkologie und
„Reden Sie“, empfiehlt Dr. Fink. BeLeiter des Beckenbodenzentrums am reits bei den ersten Anzeichen sollte man
Sana Klinikum Lichtenberg.
zu seinem Haus- oder Facharzt gehen
Der 45-Jährige gebürtige Wiesbade- und das Thema zur Sprache zu brinner, der seit 2015 im Klinikum an der gen. „Und man sollte so lange fragen bis
Fanningerstraße wirkt, ist einer der füh- man zu einem Spezialisten überwiesen
renden Urogynäkologen Deutschlands. wird.“ Bei leichten Fällen könne manchEr besitzt innerhalb der
mal schon durch eine
Arbeitsgemeinschaft für
Physiotherapie geholfen
Urogynäkologie und Plaswerden, es gebe Medikatische Beckenbodenrekonmente für eine unruhige
struktion (AGUB e.V.) die
Blase und auch HilfsZertifizierung AGUB III,
mittel zur Stabilisierung
die höchste Qualifizieder Harnröhre und der
rung in diesem Bereich.
entsprechenden MuskulaNur 40 Mediziner mit eitur. Selbst das Nervengift
ner solchen Zertifizierung
Botox, bekannt als Mittel
gibt es derzeit in Deutschzur
Faltenreduzierung
land. Unter Leitung von
im Gesicht, werde bei eiFink, Vater von zwei Kinner überaktiven Blase mit
dern, der in Kreuzberg
Erfolg eingesetzt, erzählt
lebt, strebt das Lichten- Dr. med. Thomas Fink.
Fink. Und wenn das alles
berger Klinikum in spätes- 
FOTO: B. ELTZEL nicht wirkt, könne minitens zwei Jahren für das
malinvasiv, also ohne groBeckenbodenzentrum die Zertifizierung ßen Eingriff, operiert werden.
als Kompetenzzentrum an, ein QualiVorbeugen kann man nur wenig. Allertätssiegel. Ziel ist es unter anderem, der dings ist auch hier eine gesunde Lebensmit Harninkontinenz oft verbundenen weise hilfreich – so verstärken Rauchen
Einschränkung der Lebensqualität von und Koffein eine überaktive Blase. Nach
betroffenen Frauen entgegenzutreten einer medizinischen Studie hat auch eine
und mit interdisziplinären Therapien die Gewichtsreduzierung bei Patientinnen
Heilung zu unterstützen.
sowohl die überaktive Blase als auch
die Belastungsinkontinenz positiv beeinErnst zu nehmende Krankheit
flusst, berichtet Dr. Fink. „Man könnte
auch ein wenig Training machen, zum
Was oftmals Blasenschwäche oder Beispiel 10 Minuten später zur Toilette
schwache Blase genannt wird, ist eine gehen als man vorhatte, wenn das ausernst zu nehmende Krankheit, sagt Dr. zuhalten ist, oder ein Tagebuch führen“,
Fink, die für die Betroffenen viel Leid be- rät er. Letzteres helfe dabei, sich von
deute. Das Risiko, daran zu erkranken, Zwängen zu befreien wie beispielsweise
steige mit dem Lebensalter, beginne häu- vor dem Gang zum Einkaufen als Vorfig ab 50 Jahren. Die Krankheit könne sichtsmaßnahme stets noch einmal das
aber auch jüngere Menschen betreffen, WC aufzusuchen.
„Man muss sich mit diesen Leiden
so zum Beispiel nach einer Schwangerschaft, aber auch nach Unfällen und nicht abfinden“, betont Dr. Fink. Das A
Operationen. Es wird zwischen der soge- und O sei, sich nicht zu scheuen, Ärzte
nannten überaktiven Blase (Dranginkon- um Rat zu fragen. Er bietet selbst Beratinenz) und der Belastungs-Inkontinenz tungen dazu an – kommt beispielsweise
durch Schwächung der Harnröhre unter- in Einrichtungen der Region wie Senischieden, dazu gibt es noch eine Misch- orenheime oder Stadtteilzentren zu Inform aus beiden. Während Erstere sich formationsvorträgen. „Bei Wünschen
durch häufiges störendes Wasserlassen danach einfach im Sekretariat der Gymanifestiert, das zur Belastung wird, äu- näkologie anrufen“, sagt der Leitende
ßert sich Letztere durch Urinverlust beim Oberarzt. 
Birgitt Eltzel

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8

Wahlen 2016

April 2016 | Bezirks-Journal Marzahn-Hellersdorf

Das Herz von Marzahn

Der Wahlkreis 2 bildet das Zentrum des einstigen Bezirks Marzahn. Er ist reich an Kontrasten.

von Birgitt Eltzel

E

r ist gewissermaßen das Herz der
Großsiedlung Marzahn, zumindest, was die Wohnbebauung
betrifft. Denn der größte Teil des Wahlkreises, wo elfgeschossige Plattenbauten
und einige Hochhäuser dominieren, entspricht dem in den 1980er-Jahren erbauten Stadtteil Marzahn-Mitte. Südöstlich
der Landsberger Allee erstreckt sich,
umrahmt von Plattenbauten, ein Viertel mit Ein- und Zweifamilienhäusern.
Auch in dem kleinen Areal rund um die
Schönagelstraße stehen Eigenheime.
Genau dieses Areal an der Kreuzung
Blumberger Damm/Landsberger Allee war ab Herbst 2014 häufig in die
Schlagzeilen geraten, weil sich dort jeden Montag Gegner eines geplanten
Flüchtlingsheims und Unterstützer der
geflüchteten Menschen gegenüberstanden. Laut Erkenntnissen des Berliner
Verfassungsschutzes wurde die Initiative „Nein zum Heim“ von Rechtsextremisten gesteuert. Anfangs mobilisierte
sie mehr als 1.000 Menschen zu ihren
sogenannten Montagsdemos, im Früh-

jahr 2015 allerdings nur noch wenige
Dutzend. Im Juli 2015 wurde dann das
Containerdorf am Blumberger Damm,
eine Gemeinschaftsunterkunft für rund
400 Menschen, bezogen. Auch danach
gab und gibt es dort immer wieder Provokationen gegen die Bewohner, nach
wie vor initiiert von Rechtsextremisten.
Täter, die im August brennende Holzlatten auf das Gelände geworfen hatten,
konnten von der Polizei später ermittelt
werden.
Die Flüchtlingsunterkunft ist nicht die
einzige im Wahlkreis, auch in der Bitterfelder Straße 11 und 13 wurden Ende
2015 solche Einrichtungen eröffnet.
Bereits seit einigen Jahren werden, von
der Öffentlichkeit ziemlich unbemerkt,
Flüchtlinge und Obdachlose in eigens
dafür errichteten Wohnhäusern am Otto-Rosenberg-Ring betreut. Mit dem benachbarten Don-Bosco-Zentrum, einer
sozialen Einrichtung der katholischen
Kirche, gibt es eine gute Zusammenarbeit. Am Otto-Rosenberg-Platz befindet

Gehört seit Kurzem zum Wahlkreis 2: die russisch-orthodoxe Kirche.

FOTO: B. ELTZEL

Mit 34,9 Prozent errang Dr. Manuela Schmidt (Die Linke) das Direktmandat.
sich mit einer Open-Air-Ausstellung ein
Gedenkort für die von den Nationalsozialisten in das „Zigeunerlager“ Marzahn
verschleppten Sinti und Roma, im nahen
Parkfriedhof gibt es als Denkmal den
Sinti-Stein. 1936, anlässlich der Olympischen Spiele in Berlin, wollte Hitler
die Stadt „zigeunerfrei“ haben und ließ
das Zwangslager Marzahn einrichten.
Viele der Menschen fanden den Tod in
den Konzentrations- und Vernichtungslagern der Nationalsozialisten. Mit verschiedenen Veranstaltungen wird in diesem Jahr, 80 Jahre nach der Einrichtung
des Zwangslagers, öffentlich daran erinnert werden – eine Auseinandersetzung
mit rassistischer, fremdenfeindlicher und
menschenverachtender Ideologie, wohl
nie notwendiger als derzeit.
Während der Parkfriedhof für die
Vergangenheit steht, steht das nahegelegene Gewerbegelände für Gegenwart
und Zukunft. Im Bereich Wolfener/

Bitterfelder/Boxberger Straße bis hin
zur Georg-Knorr-Straße haben sich bereits viele Firmen angesiedelt, der 2015
fertiggestellte CleanTech Business Park
bietet das Terrain für Innovationen: Berlins größte Industriepotenzialfläche soll
künftig der Platz für saubere „grüne“
Wirtschaft sein.
Wo das Herz der Großsiedlung
schlägt, gibt es natürlich auch Besonderes: Die 1994 errichtete Bockwindmühle
an der Kreuzung Landsberger Allee/
Allee der Kosmonauten, das Ende der
1980er-Jahre sanierte historische Angerdorf-Alt-Marzahn gleich dahinter, das
Freizeitforum Marzahn an der Marzahner Promenade als größte Kultur- und
Freizeitstätte im Berliner Nordosten
beispielsweise. Aber auch die erste nach
den 1930er-Jahren in Berlin neugebaute
russisch-orthodoxe Kirche an der Schragenfeldstraße/Allee der Kosmonauten
und das Einkaufszentrum Eastgate am

S-Bahnhof Marzahn, das sich im Bezirk
großer Beliebtheit erfreut. Im September
2015 wurde auf dem Dach des Doppelhochhauses Raoul-Wallenberg-Straße
40/42 ein Skywalk eröffnet, von der
Plattform in 70 Meter Höhe bietet sich
ein grandioser Ausblick über den Bezirk.
So unterschiedlich der Wahlkreis
von der Bebauung her geprägt ist, so
differenziert ist die soziale Lage der Bewohner. Grundsätzlich trifft auch hier
zu, was für den gesamten Bezirk gilt: Je
weiter südlich, desto besser geht es den
Menschen. Wer in den Eigenheimen beispielsweise um die Bruno-Baum-Straße
oder in den in den 1990er-Jahren gebauten Mietshäusern an der Geißenweide
wohnt, kann sich häufig mehr leisten
als die Mieter an der Raoul-WallenbergStraße oder der Marzahner Promenade.
Der den Wahlkreis prägende Stadtteil
Marzahn-Mitte ist der bevölkerungsreichste im Bezirk. Rund 30 Prozent der
Menschen dort leben von Hartz IV, die
Arbeitslosigkeit beträgt 11,7 Prozent,
die Beschäftigtenquote 55,7 Prozent. 17
Prozent der Bewohner haben einen Migrationshintergrund, davon kommt knapp
die Hälfte aus Gebieten der ehemaligen
Sowjetunion (Russlanddeutsche und
ihre Partner). In Marzahn-Mitte ist jeder
Fünfte zwischen 55 und 65 Jahre und 18
Prozent sind über 65 Jahre alt, sodass
hier für die nächsten Jahre eine starke
Alterung zu erwarten ist. (Daten aus
dem Sozialbericht Marzahn-Hellersdorf
2014). Zwischen der Mehrower Allee
und der Raoul-Wallenberg-Straße gibt
es seit 2007 das Quartiersmanagement
Mehrower Allee mit dem Vorortbüro in
der Alfred-Döblin-Straße 2A. Die meisten Häuser sind saniert und teilweise
umgebaut, nicht mehr gebrauchte Wohnungen wurden im Rahmen des Stadtumbau Ost zurückgebaut, u.a. an den
Ringkolonnaden. Inzwischen wächst die
Einwohnerzahl wieder.
Der Wahlkreis 2 umfasst das Industriegebiet rund um die Bitterfelder und Wolfener
Straße, Teile der Märkischen Allee (zwischen Mehrower Allee und Landsberger
Allee), das Wohnviertel rund um die Marzahner Promenade, Alt-Marzahn und im
Süden die Elisabethstraße (Biesdorf).

DIREKTKANDIDATEN
Mit Ihrer Erststimme entscheiden
Sie am 18. September, welche(r) der
Kandidat-innen/ -en direkt in das
Abgeordnetenhaus gewählt werden.
Grüne: Hans-Joachim Selle
SPD: Ulrich Brettin
CDU: Dr. Sergej Henke
DIE LINKE: Dr. Manuela Schmidt
FDP: Katrin Zohr
Piraten: treten nicht an

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Unsere eigenen vier Wände

Hausbau | Finanzierung | Energieeffizienz | Handwerk | Grundstückssuche

Größte Berliner
Immobilienmesse lädt ein
HAUSBAU: 130 Aussteller präsentieren sich auf der
Messe „Häuserwelten & Energie“.

H

inein ins eigene Haus: Auf dem
Weg dorthin finden Interessenten auf der Hausbaumesse
„Häuserwelten & Energie“ am 23. und
24. April von jeweils 11 bis 18 Uhr alle
notwendigen Informationen: Gut 130
Aussteller werden auf der größten Immobilienmesse Berlins und Brandenburgs im Postbahnhof am Ostbahnhof
vertreten sein, wie das euro messe team
schwalme mitteilte. „Auf der Messe sparen Sie Zeit und Wege, denn alle wichtigen Ansprechpartner finden Sie bei uns
unter einem Dach“, verspricht Messeveranstalter Jan Schwalme.

130 Aussteller informieren, darunter auch
viele Hausbaufirmen.
FOTO: EMTS
Auf einer Fläche von rund 4.000
Quadratmetern sind unter anderem alle
namhaften Hausbauunternehmen vertreten: Fertighaushersteller, Holzhausspezialisten und Massivhausexperten
präsentieren ihre aktuellen Hausentwürfe und beantworten die Fragen der
Besucher – unter anderem nach Grundrissen, Ausstattung, Preis und Bauzeit.
„Wer sich noch nicht sicher ist, welcher
Haustyp für ihn der richtige ist, wird spätestens auf der Berliner Immobilienmesse fündig“, berichtet Messeveranstalter
Jan Schwalme. Aus mehr als 24 Jahren
Messeerfahrung weiß er, dass viele angehende Hausbesitzer auf der Messe den
Weg zum eigenen Haus geebnet haben.
Vor Ort werden auch unterschiedliche
Baufinanzierungsanbieter vertreten sein,

um Interessenten individuelle Finanzierungskonzepte zu unterbreiten und darüber hinaus über zinsgünstige Förderkredite und Zuschüsse zu informieren.
„Viele künftige Hausbesitzer werden
überrascht sein, wie günstig sich derzeit
ein Haus angesichts niedriger Bauzinsen
finanzieren lässt“, sagt Jan Schwalme.
„Wegen steigender Mieten ist das eigene
Haus inzwischen eine gute Alternative
zur immer teurer werdenden Mietwohnung.“
Auf der Berliner Immobilienmesse
„Häuserwelten & Energie“ treffen die
Besucher zudem auf Experten in Sachen Energie- und Wärmeversorgung,
Küchenplanung und Haustechnik sowie
zahlreiche Dienstleister rund ums Haus.
Im Postbahnhof am Ostbahnhof beantworten außerdem Fachleute Fragen zum
Verbraucherschutz rund um den Hausbau und erklären den Besuchern, worauf sie bei der Grundstückssuche, der
Vertragsgestaltung und dem Bauablauf
achten sollten. An beiden Messetagen
konnten überdies wieder namhafte Referenten für die kostenlosen Fachvorträge
gewonnen werden.
Besonders umfangreich ist der Service
für die Besucher der Berliner Immobilienmesse „Häuserwelten & Energie“ im
Postbahnhof am Ostbahnhof: Er reicht
von kostenlosen Checklisten des Bauherrenratgeberportals www.bauratgeberdeutschland.de über einen umfangreichen, kostenlosen Ausstellerkatalog mit
nützlichen Informationen bis hin zum
messeeigenen Kindergarten, einer umfangreichen Online-Grundstückssuche
und einem Messe-Café. Der Eintritt kostet zehn Euro; Onlinetickets gibt es unter
www.immobilienmesse.berlin bereits für
8 Euro.

i

Immobilienmesse „Häuserwelten &
Energie“
23./24. April 2016, 11 bis 18 Uhr,
Postbahnhof am Ostbahnhof, Straße
der Pariser Kommune 8, 10243 Berlin

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10 Bezirks-Sport

April 2016 | Bezirks-Journal Marzahn-Hellersdorf

Lohn der Leidensfähigkeit

SCHACH: Der SC Eintracht Berlin ist der Anlaufpunkt für Schachspieler im Bezirk. Mit viel Mühe versucht der
Klub, die Lust auf die Königsdisziplin des Denksports weiterzugeben.
von Benedikt Paetzholdt

K

lack, klack, klack. Am Donnerstagabend ist dieses Geräusch
vorherrschend im Haus des
Sports in der Eisenacher Straße. Es entsteht immer dann, wenn die Schachspieler des SC Eintracht Berlin heftig auf
die Uhr neben ihrem Brett hauen. Weil
eine gewöhnliche Schachpartie schon
mal fünf Stunden dauern kann, duellieren sich viele Denksportler in der BlitzVersion. Für das gesamte Match steht
eine Bedenkzeit von fünf Minuten zur
Verfügung. „Das ist erhöhter Druck“,
weiß Abteilungsleiter Hans-Dieter Ostwald.
Für die 39 Erwachsenen sowie 37
Kinder und Jugendlichen des Vereins
sind Blitz- oder Schnellschach (15-30
Minuten) immer mal eine willkommene Abwechslung. Aber natürlich ist das
klassische Schach die Königsdisziplin.
Hier zeigt sich schließlich, wer eine ausgereifte Strategie parat hat und wer den
Spielverlauf besser antizipieren kann.
„Du musst erkennen, ob deine oder seine Scheune brennt“, erklärt Ostwald die
Herausforderung seiner Sportart.

Hans-Dieter Ostwald bei einer Partie im Haus des Sports.
„Du musst anfangs schon was aushalten und verlieren können“, sagt er.
Gewinnen könne nur, wer hart an sich
arbeite. „Eigentlich muss man sich hinsetzen und zuhause Schachbücher reinziehen“, weiß Ostwald, der früher regelmäßig die Partien bekannter Größen
nachgespielt hat.
Beim Nachwuchs hakt es mit dieser

FOTO: BENEDIKT PAETZHOLDT

Bereitschaft. „Die Kinder sind zugedroschen mit Terminen und haben viele
andere Sachen im Kopf“, weiß Ostwald.
Was vor allem in einer Partie problematisch sei. „Du musst ab dem ersten Zug
voll konzentriert sein“, sagt er, „denn
wenn du die Eröffnung verpennst,
kannst du handlungsunfähig sein“. Sich
Zeit fürs Überlegen zu nehmen, sei ein
jahrelanger Lern- und Erziehungsprozess. „Man muss sich davor hüten, zu
schnell ziehen zu wollen.“
Für die Sportler von Eintracht Berlin sind vor allem die Berliner Mannschaftsmeisterschaften von Bedeutung.
Am Ende entscheidet die Leistung des
ganzen Teams über den Erfolg, im Spiel
sind die Spieler aber auf sich alleine gestellt. Anders als beim Fußball könne
sich niemand damit rausreden, dass er
den Ball schlecht zugespielt bekommen
hat.
„Früher war Schach vor allem eine
Alternative für Brillenträger“, sagt Ost-

wald, „weil Kontaktlinsen und Sportbrillen noch nicht so gängig waren“.
Heute fangen die mit dem Schachsport
an, die Spaß an Kombinationen haben.
Eine gewisse Fähigkeit, logisch zu denken ist dabei auch bestimmt kein Nachteil. „Manche sind einfach fix, manche
brauchen länger, um zu begreifen.“
Um die Spielstärke einzelner Spieler einzuschätzen, wurde vor mehr als
20 Jahren die Deutsche Wertungszahl
(DWZ) eingeführt. Sie steht für die Gewinnerwartung, die ein Spieler aufgrund
seiner bisher gezeigten Leistungen hat.
Die Chancen, jemanden mit einer höheren Zahl zu schlagen, stehen eher
schlecht. Deshalb ist es umso entscheidender, Trainingspartner zu finden, die
einen besser machen. Die Schwächen
des Gegners gnadenlos aufdecken können.
Die beste Mannschaft der Marzahner spielt in der sogenannten 1. Klasse,
das ist die dritthöchste Ebene in Berlin.
„Wer hoch hinaus will, muss sich sicher
einen anderen Verein suchen“, sagt Ostwald, „du musst aber dann auch bereit
sein, echt was zu leisten.“ Ganz so verbissen geht es im Eintracht-Spiellokal
deshalb auch nicht zu. Das eine oder andere Bier gehört deshalb genauso dazu
wie ein flotter Spruch, wenn der Plan
eines Gegners nicht aufgeht.
Inzwischen ist der SC Eintracht Berlin
der Anlaufpunkt für Schachspieler aus
dem Bezirk, vor allem seit dem Fortuna
Marzahn 2007 seine Schachabteilung
aufgelöst hat. Aber auch rund 20 Spieler
aus dem Brandenburger Umland haben
hier eine sportliche Heimat gefunden.
Nach vielen Umzügen konnte das Haus
des Sports 2008 als festes Spiellokal gewonnen werden. „Andere Vereine müssen ständig betteln“, weiß Ostwald, „wir
hingegen können sagen: das ist unseres.“

Bezirks-Journal Marzahn-Hellersdorf | April 2016

MUSIK & KONZERT
Album-Premiere: Die aus Hellersdorf stammenden Musiker von CEEYS präsentieren
am 24. April um 17 Uhr ihr neues Album
„Concrete Fields“. Hinter „CEEYS“ stecken
die Brüder Sebastian und Daniel Selke. Als
Instrumental-Duo arbeiten sie mit experimentellen, aber zugänglichen Kompositionen und Improvisationen... Ort: Kulturforum
Hellersdorf, Carola-Neher-Str. 1, 12619 Berlin. Eintritt: 12, erm. mit Berlin-Pass 10 Euro.
Reservierung unter Tel. 030 5611153.
Chanson á l carte: Musikkabarett mit Arnold
Krohne und Maxim Shagaev (Bajan) am 29.
April um 19 Uhr. Eintritt: 8, erm. 6 Euro. Ort:
Berliner Tschechow-Theater, Märkische Allee 410, 12689 Berlin, Tel. 030 93661078.
Tino Eisbrenner in concert: Tino Eisbrenner kommt am 29. April in die KISTE nach
Hellersdorf. Ab 21 Uhr präsentiert er seine
Lieder zusammen mit dem Pianisten, Gitarristen und Songschreiber Alejandro Soto
Lacoste. Karten kosten 17 Euro im Vorverkauf, 14 Euro an der Abendkasse. Ort: KISTE, Heidenauer Str. 10, 12627 Berlin, Tel. 030
9987481.
Sängerfest: Zum 19. Mal findet im Schlosspark Biesdorf das Sängerfest statt. Am 8.
Mai geben sich die Sängerinnen und Sänger
in der Zeit von 13 bis 18 Uhr ein Stelldichein.
Ort: Parkbühne Biesdorf im Schlosspark
Biesdorf, Nordpromenade 5, 12683 Berlin.
Vollständiges Programm: www.biesdorferparkbuehne.de/konzerte/saengerfest/

Otto Dix: Lithographien zum Evangelium
nach Matthäus: Ausstellung im Kulturforum, zu sehen bis zum 2. Mai. Eintritt frei.
Öffnungszeiten: Mo, Mi-Fr 9-16.30 Uhr, Di
9-18 Uhr. Eintritt frei. Ort: Kulturforum Hellersdorf, Carola-Neher-Straße 1, 12619 Berlin, Tel. 030 5611153.

Bezirks-Kulturkalender
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IMPRESSUM

Bezirks-Journal

Unabhängige Monatszeitung für
die Berliner Bezirke. In Kooperation mit
www.lichtenbergmarzahnplus.de und www.qiez.de

Begegnungen: 20. Ausstellung der Kunstwerkstätten Marzahn-Hellersdorf, zu sehen bis zum 21. April. Gezeigt werden die
Arbeiten von 170 Schülern aus dem Bezirk.
Ort: Ausstellungszentrum Pyramide, Riesaer Str. 94, 12627 Berlin, Tel. 030 902934132.
Öffnungszeiten: Mo-Fr 10-18 Uhr.

Das Bezirks-Journal erscheint einmal im Monat und liegt
derzeit an ca. 300 Orten in den Bezirken Lichtenberg sowie
Marzahn-Hellersdorf kostenlos zur Mitnahme aus. Die
Zeitung finanziert sich ausschließlich durch Werbung.
Herausgeber/ Chefredakteur:
Marcel Gäding (V.i.S.d.P.)

GESCHICHTE
MenschenLeben – Lebenswerke: Sonderausstellung des Bezirksmuseums MarzahnHellersdorf Dauer: bis 2. Oktober 2016. Ort:
Bezirksmuseum Marzahn-Hellersdorf, Haus
1, Alt-Marzahn 51, 12685 Berlin, Tel. 030
54790921, Internet: www.museum-marzahnhellersdorf.de. Öffnungszeiten: Mo-Fr 11-17
Uhr, So 11-17 Uhr. Der Eintritt ist frei.
Jürgen Nagel – Aus der Dokumentation
Marzahn 1981-1990: Fotoausstellung. Bis
auf weiteres zu sehen im Bezirksmuseum
Marzahn-Hellersdorf, Haus 2, Alt-Marzahn
55, 12685 Berlin, Tel. 030 54790921, Internet:

ristischen literarisch-musikalischen Abend
über Menschen und ihre Konzepte. Ort:
Mark-Twain-Bibliothek, Marzahner Promenade 52-54, 12679 Berlin, Tel. 030 54704-142.
Erotische Märchen: Lesung mit Agathe
Leselust am 22. April um 20 Uhr. Agathe
Leselust liest und erzählt für Erwachsene
verführerische, erotische Volksmärchen.
Eintritt frei. Ort: Alte Börse Marzahn, Zur Alten Börse 59, 12681 Berlin.
Hans Füssel – Bildhauer, Metallgießer,
Poet: Ein Vortrag mit Präsentation am 26.
April um 17 Uhr von Karin Satke, OrtschroAnzeige

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Verlag:
Medienbüro Gäding | Marcel Gäding
im Medienzentrum Marzahn
Zur Alten Börse 77 | 12681 Berlin
Telefon: 030 55 49-43 60
Telefax: 030 55 49-43 69
E-Mail: redaktion@bezirks-journal.de
Internet: www.bezirks-journal.de
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Redaktion & Internet:
Marcel Gäding (Ltg.), Volkmar Eltzel (lima+)
freie Mitarbeit: Steffi Bey, Benedikt Paetzholdt,
Regina Friedrich, Birgitt Eltzel
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E-Mail: anzeigen@bezirks-journal.de
Vertrieb & Verteilung:
Detlef Matzki, Eckhard Kietzmann
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Mitglied im
Deutschen Journalistenverband e.V.
Wirtschaftskreis Hohenschönhausen-Lichtenberg e.V.
Bundesverband mittelständische Wirtschaft e.V.
Gesamtauflage: 100.000 Exemplare
Es gilt die Anzeigenpreisliste Nr. 3/2015.
Das nächste Bezirks-Journal erscheint am 12.05.2016

MALEREI/ FOTOGRAFIE
Drushba-Trasse – Bilder und Film über ein
Abenteuer: Im Stadtteilzentrum Hellersdorf-Süd wird am 19. April um 17 Uhr die
Fotoausstellung zum Abenteuer an der legendären Drushba-Trasse eröffnet. Verbunden wird die Vernissage mit der Aufführung
des preisgekrönten Films „Von Krementschuk bis Bar“ von Dietmar Schürtz und
Hajo Obuchoff, die Zeitzeugen und Autoren
sind. Die Ausstellung ist vom 20. April bis
zum 19. Juli Mo-Fr 9-19 Uhr im KOMPASS
– Haus im Stadtteil, Kummerower Ring 42,
12619 Berlin, Tel. 030 56497401, zu sehen.

11

KINDER & FAMILIE

www.museum-marzahn-hellersdorf.de. Öffnungszeiten: Mo-Fr 11-17 Uhr, So 11-17 Uhr.
Der Eintritt ist frei.

VORTRAG & LESUNG
Drei Bücher – ein Abend: Tilmann Birff präsentiert am 27. April um 20 Uhr einen humo-

nistin, aus dem Heimatverein Marzahn-Hellersdorf. Seit Mitte der 1940er-Jahre bis zum
Ende seiner Schaffenszeit war Hans Füssel
eine sehr bekannte und gefragte Persönlichkeit bei Denkmalschützern, Kunstschaffenden und Handwerksmeistern in Berlin.
Eintritt frei. Ort: Stadtteilzentrum Kaulsdorf,
Brodauer Straße 27-29, 12621 Berlin, Tel. 030
56588762.

Die 3 kleinen Schweinchen: Puppenspiel
am 19. April um 10 Uhr für Kinder ab drei
Jahren. Eintritt: 3,50 Euro. Weitere Aufführungen: 20./ 21./ 26./ 27. und 28. April. Ort:
Theater am Park, Frankenholzer Weg 4,
12683 Berlin, Tel. 030 5143714.
Lappen will mit: Puppentheater für kleine
Leute ab 3 Jahren am 20. April um 10 Uhr.
Eintritt: 4, erm. 2,50 Euro. Ort: Stadttheater
Lichtenberg e.V., Allee der Kosmonauten 67,
12681 Berlin, Tel. 030 4423651.
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„Marokkos Wälder entdecken“: Ausstellung im orientalischen Garten, zu sehen
bis zum 28. April. Gezeigt werden Impressionen der marokkanischen Pflanzenwelt
vom Küstenland im Norden bis zum Rande
der Sahara. Ort: Gärten der Welt – Saal der
Empfänge, Orientalischer Garten, Eisenacher Straße 99, 12685 Berlin. Öffnungszeiten von 9 Uhr bis zum Einbruch der
Dunkelheit. Eintritt: 5, erm. 1,50 Euro (inkl.
Parkeintritt).
„Biesdorf im Wandel“: Ausstellung von
Projektmitarbeitern. Zu sehen sind bis zum
1. Mai Fotos und die Ergebnisse von Recherchen, wie sich ein Stadtteil verändert.
Eintritt: frei. Ort: Stadtteilbüro des BALL
e.V., Wuhlestraße 19 D, 12683 Berlin, Tel. 030
54845210.

12 Bezirks-Nachrichten

April 2016 | Bezirks-Journal Marzahn-Hellersdorf

Sozialverband
Volkssolidarität
strukturiert um
Organisation will näher
bei Mitgliedern sein.

D

Alles, was Marzahn-Hellersdorf bewegt. Kurz. Bündig. Kompakt.
Senden Sie uns Ihre Infos!
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Verein eröffnet
„KastanienNest“
HELLERSDORF. Auf dem Boulevard
Kastanienallee eröffnet der Verein „Kids
& Co.“ Anfang Mai das KastanienNest.
In der neuen Einrichtung an der Stollberger Straße sollen insbesondere junge
Menschen und junge Mütter auf das
Berufsleben vorbereitet werden. In erster
Linie können Teilnehmer in Berufe des
Gastgewerbes hineinschnuppern. Das
KastanienNest soll außerdem mit einem
eigenen Café Treffpunkt für junge Eltern
werden. (bzj.)

Wernerbad: eine Ära geht zu Ende
Die Tage des legendären Wernerbades in Kaulsdorf sind gezählt: Die Berliner
Wasserbetriebe haben damit begonnen, das alte Schwimmbecken abzureißen.
Geplant ist, das Gewässer zu renaturieren. Der Badebetrieb war vor 14 Jahren
eingestellt worden. Die Skulptur vom Nilpferd Knautschke, einst vom Künstler
Erwin Kobbert geschaffen, soll erhalten bleiben. Die Arbeiten am Rückbau des
mehr als 100 Jahre alten Freibades sollen sich bis zum Jahresende hinziehen.

FOTO: MARCEL GÄDING

Neuer Chef für die
Volkshochschule

Politiker stellen sich
dem Dialog

Spaziergang in die
Hönower Weiherkette

MARZAHN-HELLERSDORF.
Die
Volkshochschule hat einen neuen Direktor: Nicolas Vecchini besetzt den Posten
seit Anfang des Monats. Er war zuvor
unter anderem Chef der Kreisvolkshochschule in Potsdam-Mittelmark. Diesen
Posten hatte Vecchini erst 2014 angetreten. Der gebürtige Italiener wird außerdem auch das Amt für Weiterbildung
und Kultur leiten. (bzj.)

MAHLSDORF. Verkehrsstaatssekretär
Christian Gaebler (SPD), Bezirksbürgermeister Stefan Komoß (SPD) und
die Mitglieder des Bezirksamtes stellen
sich am 21. April den Fragen der Mahlsdorfer. Auf Einladung des Bürgervereins Mahlsdorf-Süd beginnt um 19 Uhr
die Dialogreihe „Wie geht es weiter in
Mahlsdorf-Süd?“. Ort: Kiekemal-Schule,
Hultschinder Damm 219. (bzj.)

HELLERSDORF/ HÖNOW. Zu einer
Frühlingswanderung in die Hönower
Weiherkette lädt das Freilandlabor Marzahn ein. Am 28. April geht es um 14
Uhr vom U-Bahnhof Hönow aus in das
Naturschutzgebiet. Unter fachkundiger
Leitung können sich die Teilnehmer über
heimische Vögel, Bäume und Kräuter informieren. Startgeld: 2 Euro. Weitere Informationen: Tel. 030 9989017. (bzj.)

Florian Münter

ie Berliner Volkssolidarität
strukturiert sich um. Wie der
17.000 Mitglieder starke Sozialverband mitteilte, werde es in Berlin
künftig neben der Landesgeschäftsstelle
drei regionale Begegnungszentren geben
– darunter in der Einbecker Straße 85,
zuständig für Lichtenberg und MarzahnHellersdorf. „Durch die Neuorganisation leben wir unser Leitbild: Wir wachsen dorthin, wo wir gebraucht werden“,
sagt André Lossin, der Geschäftsführer
der Volkssolidarität Berlin.
In jedem regionalen Begegnungszentrum werden drei hauptamtliche Mitarbeiter des Verbandes arbeiten. Dafür
wurde das Personal aufgestockt. Zudem
wurde für berufstätige Mitglieder eine
Nachmittagssprechzeit eingeführt. Die
bisherigen Standorte bleiben überdies
erhalten. Die neuen regionalen Anlaufstellen befinden sich in Kiezen, in denen
viele Mitglieder der Volkssolidarität zu
Hause seien, erklärte die Organisation.
Berlinweit betreibt die Volkssolidarität
75 Einrichtungen, unter anderem Kindertagesstätten, Seniorenheime, Stadtteilzentren und Flüchtlingsunterkünfte.
Der Verband beschäftigt rund 1.500
Menschen.
Das regionale Begegnungszentrum in
der Einbecker Straße 85 ist montags bis
mittwochs von 9 bis 12, dienstags von
13 bis 18 Uhr, Donnerstags von 9 bis 12
Uhr und nach Vereinbarung geöffnet.
Weitere Informationen gibt es unter Tel.
030 5253675. (bzj.)

Bestattungen

S O Z I A L B E S TAT T U N G
Feuer-oderErdbestattung
unverbindlicher und kostenfreier Hausbesuch
komplette Antragsstellung und Erledigung alle Formalitäten
Kostenübernahme durch das Sozialamt

Tag & Nacht

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