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Periodical volume

Full text: Marzahn-Hellersdorfer Bezirks-Journal Issue 2.2015,9

OEHMCKE

SPEZIAL: Flucht hat
viele Gesichter, Hilfe
auch. Seiten 2-3

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Bezirk bekennt sich
zu „Helle Mitte“

CLEANTECH-PARK

Rathaus bleibt bis Ende 2027 im Zentrum Hellersdorfs

D

er Bezirk bekennt sich zum
Zentrum „Helle Mitte“: Der
Mietvertrag für das Rathaus am
Alice-Salomon-Platz wurde jetzt von der
Verwaltung vorzeitig verlängert. Demnach wird Hellersdorf bis mindestens
Ende 2027 das Verwaltungszentrum von
Marzahn-Hellersdorf bleiben.
„Wir machen das, weil wir glauben,
dass der Standort für die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Verwaltung,
aber auch für die Bürgerinnen und
Bürger gut erreichbar ist“, sagt Bezirksbürgermeister Stefan Komoß (SPD).
Auf rund 8.500 Quadratmetern ist das
Herzstück der Bezirksverwaltung untergebracht. Allerdings zahlt der Bezirk
deutlich weniger Miete.
„Ich freue mich unglaublich über dieses positive Signal für den Standort“,

sagt Wilhelm Pfaffenhausen, der Geschäftsführer der „Mega 4 Management
GmbH“, die vier Gebäudekomplexe in
„Helle Mitte“ mit einer Mietfläche von
44.000 Quadratmetern bewirtschaftet
und damit den größten Teil der Verantwortung für das neue Hellersdorfer
Zentrum trägt. Aktuell seien 99 Prozent
ihrer Flächen vermietet, sagt Pfaffenhausen.
Erweitern wird sich die Synexus Clinical Research GmbH: Die Fläche des
medizinischen Prüfzentrums erweitert
sich von 280 auf 600 Quadratmeter. Das
Bergwerk Berlin, ein Indoor-Kletterparcours, eröffnet im Oktober ein „Bergwerk mini“. Und das Fitness-Center
„FIT T9“ plant den Ausbau der Flächen
auf 2.500 Quadratmeter.

Mehr auf Seite 4

Hier wird Zukunft produziert
Innerhalb von drei Jahren ist an der Grenze zwischen Marzahn-Hellersdorf und
Lichtenberg Berlins größtes Industriegebiet entstanden. Offiziell eröffnet wurde
es von Jörg Simon (Berliner Wasserbetriebe), Wirtschaftsstaatssekretär Henner
Bunde (CDU), Berlin Partner-Chef Stefan Franzke und Marzahn-Hellersdorfs
Wirtschaftsstadtrat Christian Gräff (CDU, v.l.n.r.) Mehr: S. 7
FOTO: M. GÄDING

2

Bezirks-Leben

September 2015 | Bezirks-Journal Marzahn-Hellersdorf

FLÜCHTLINGE IN BERLIN: Krieg und Gewalt lassen Menschen aus ihren Heimatländern flüchten.
In Lichtenberg und Marzahn-Hellersdorf finden sie eine sichere Bleibe und finden von vielen Seiten Hilfe.

Die meisten
Flüchtlinge leben
in Lichtenberg
von Andrea Scheuring

E

twa 18.500 Flüchtlinge wurden
dieses Jahr bislang in der Hauptstadt gezählt (Stand August).
Viele Zehntausend werden 2015 nach
Prognosen des Bundesamtes für Migration und Flüchtlinge insgesamt erwartet. Nicht nur die Zahl, auch die vielen
individuellen Schicksale stellen die geflüchteten Menschen selbst, aber auch
die Verwaltungen und zahllosen Helfer/
innen in allen Stadtteilen vor große Herausforderungen.
Lichtenberg ist der Berliner Bezirk,
der bisher die meisten Flüchtlinge aufgenommen hat. Hier leben mittlerweile
3.475 Menschen aus Syrien, Afghanistan, Albanien, Bosnien, Serbien,
Russland, Ägypten und Eritrea in acht
Sammelunterkünften: in drei Gemeinschaftsunterkünften in der Werneuchener Straße, Degnerstraße und am
Hausvaterweg (Falkenberg) sowie in
fünf Erstaufnahmeeinrichtungen in der
Bornitz-, Herzberg-, Rhin- und Max-

Mirijana blättert durch ein Buch. Die deutsche Sprache beherrscht sie schon gut.

FOTO: REGINA FRIEDRICH

DIE SCHÜLERIN

Für die Mama übersetzt sie
Mirijana lebt in einem Wohnheim in Hellersdorf. 2014 kam sie nach Deutschland.
Inzwischen spricht sie sehr gut Deutsch.
von Regina Friedrich

U

Irina Plat.

FOTO: ANDREA SCHEURING

Brunnow-Straße und in der Köpenicker
Allee. Die Einrichtung in Karlshorst, die
momentan eine Notaufnahme ist, wird
künftig dauerhaft sowohl als Erstaufnahme als auch als Gemeinschaftsunterkunft fungieren.
Der Betreibervertrag mit dem DRK
läuft über sieben Jahre. Bis Ende des Jahres sollen noch zwei neue Unterkünfte in
Lichtenberg hinzukommen, erklärt Irina
Plat, die seit April als Mitarbeiterin für
Flüchtlingsfragen beim Bezirksamt tätig
ist. In dieser Funktion ist die 38-Jährige
viel unterwegs, um an Begleitgremien
teilzunehmen, die sich im Umfeld der
Unterkünfte gebildet haben; um zu hören, welche Probleme vor Ort bestehen;
um an Lösungen mitzuarbeiten. Neben
der Kommunikation mit den Betreibern
der Unterkünfte muss zudem die Vernetzung der Ehrenamtlichen und die Organisation bedarfsorientierter Hilfsangebote für die Flüchtlinge realisiert werden.
Auch Bürger können sich mit Ideen
und Fragen an Irina Plat wenden unter
Tel. (030) 902 96 35 96 bzw. per Mail:
irina.plat@lichtenberg.berlin.de.

nter den 19.461 Schüler und
Schülerinnen, die am 31. August
im Bezirk ins neue Schuljahr
starteten, ist auch die elfjährige Mirijana. Lieblingsfächer der Fünftklässlerin
sind Mathematik und Deutsch. Dabei
kannte sie bis vor einem Jahr noch kein
einziges deutsches Wort.
Mirijana, die in einem Wohnheim an
der Maxi-Wander-Straße lebt, stammt
aus dem Irak. „Vor einem Jahr und einem Monat sind wir angekommen“, erzählt das aufgeweckte Mädchen mit dem
dicken Zopf. Wir, das sind Mama, Papa
und ihre achtjährigen Zwillingsbrüder.
Damals ging Mirijana in die 4. Klasse.
Die hat sie nun in Deutschland wiederholt, „aber das machen ja alle hier angekommenen Kinder“.
Weil anfangs kein Platz in der Willkommensklasse der Kolibri-Grundschule in der Schönewalder Straße frei war,
musste sie einen Monat warten. Den
nutzte das Mädchen, um schon mal
mit dem Deutschunterricht anzufangen. „Ich konnte bis zehn zählen, die
Körperteile und die Wochentage“, erklärt sie stolz. Und was waren die ersten
Wörter, die sie in der Klasse gelernt hat?
„Familiennamen.“
Familiennamen?
„Na, Mama, Papa, Bruder, Oma, Onkel, Tante…“. Weil sie so fleißig lernte,
konnte Mirjiana bereits nach einem halben Jahr in eine Regelklasse wechseln.

„Das war nach Weihnachten.“ Mathe
ist ihr Lieblingsfach. „Aber Deutsch ist
auch gut. Arabisch ist schwerer.“ Ihre
Muttersprache kann die Elfjährige sprechen und schreiben, das hat sie noch im
Irak gelernt. Damit sie die aber nicht
vergisst, liest das Kind „ein ganz dickes
Buch auf arabisch. Das heißt, „ähm, …
die Bibel.“ Sie liest überhaupt gerne. Ihr
aktuelles Lieblingsbuch ist „Die kleine
Meerjungfrau“.
Inzwischen spricht Mirijana so gut
Deutsch, dass sie ihre Mutter auch bei

SPEZIAL:

Flucht hat
viele Gesichter,
Hilfe auch.
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e

us.d
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Behördengängen begleitet. „Ich war mit
Mama im Jobcenter wegen einer Kostenübernahme. Da habe ich übersetzt.“
Kostenübernahme, das sperrige Wort,
geht ihr flüssig von der Zunge. Nur
beim Beugen der Verben schleicht sich
manchmal ein Fehler ein. „Heute waren

wir nochmal im Jobcenter, da haben wir
einen Stempel bekommen in den Berlinpass, der ist für eine Fahrkarte.“ Eigentlich könnte Mirijana nun zur Schule fahren, statt die zwanzig Minuten zu Fuß
zu gehen – „dreißig Minuten, wenn ich
müde bin“. Aber sie genießt den Schulweg mit ihren Brüdern und dem Papa.
„Er bringt uns hin und dann muss er selber zur Schule, er lernt auch Deutsch.“
Das eine oder andere Wort hat die Schülerin ihrem Vater schon beigebracht.
Die sogenannten Willkommensklassen, offiziell „Lerngruppen für Neuzugänge ohne Deutschkenntnisse“, sind
für Kinder und Jugendliche, die kein
oder nur wenig Deutsch sprechen. Es
sind nicht nur Flüchtlinge, sondern auch
Zugezogene in den Förderklassen. Dort
werden sie auf die Regelschule vorbereitet. Diese Lerngruppen gibt es in Berlin
seit dem Schuljahr 2011/12. In Marzahn-Hellersdorf wurden im vergangenen Schuljahr 217 Kinder und Jugendliche in 17 Lerngruppen beschult. Für das
Schuljahr 2015/16 sind 29 Lerngruppen
bereits jetzt mit 360 Kindern und Jugendlichen mehr als ausgelastet, es gibt
Wartelisten. Laut Bezirksamt kommen
täglich neue Anmeldungen von Kindern
hinzu.
Die Willkommensklasse hat Mirijana den Start ins hiesige Schulleben erleichtert. Das junge Mädchen hat große
Pläne. Ärztin möchte sie werden, denn
„Ärzte werden immer gebraucht“, sagt
sie.

Bezirks-Leben

Bezirks-Journal Marzahn-Hellersdorf | September 2015

FLÜCHTLINGE IN BERLIN: Das Schicksal Geflüchteter hat eine Welle der Hilfsbereitschaft ausgelöst.
Die Aktionen vor Ort sind beispiellos. Hilfsorganisationen sind rund um die Uhr im Einsatz.

3

FLÜCHTLINGSHELFER

Helden mit Herz und Hand

HILFSVEREIN
Engagement nicht
ohne Gefahr

Nachbarn und andere Unterstützer leisten schnelle und pragmatische Hilfe beim
Aufbau der Unterkunft in Karlshorst.

Hellersdorfer helfen
Geflüchteten

E

in kleiner syrischer Junge liegt
ertrunken an einem türkischen
Strand. Dieses Foto prägt derzeit
die Berichterstattung über das Flüchtlingsdrama in Europa. Doch die Flüchtlingskrise zeitigt – vor Ort wie auch im
Internet – noch ein anderes Bild. Das
einer überwältigenden Hilfsbereitschaft
von Menschen, die Flüchtlinge in ihren Stadtteilen willkommen heißen und
unterstützen. Auch rund um die Unterkünfte in Lichtenberg und MarzahnHellersdorf wächst das Netz der Ehrenamtlichen und Helfer. So organisieren
Unterstützer/innen der Karlshorster
Notunterkunft (NUK) in der Köpenicker
Allee u.a. in der Initiative „Karlshorst
hilft“ und über die ebenfalls ehrenamtlich eingerichtete Website „Lichtenberg
hilft“ (http://nuk.lichtenberg-hilft.de)
Sach- und Geld-, vor allem aber Zeitspenden in Form von freiwilliger Hilfe in
der Einrichtung selbst.
Als die NUK Anfang August innerhalb weniger Tage mit 1.000 Flüchtlingen belegt wurde, waren die Ehrenamtlichen, auch die des DRK und des
Katastrophenschutzes sofort vor Ort.
Angehörige der Freiwillligen Feuerwehr
halfen beim Transport und Aufbau der
Betten. Nachbarn und andere Unterstützer kümmerten sich um die Registrierung, Essenausgabe, Beschaffung von
Kleidung, Möbeln, Spielzeug, teilweise
auch um die gesundheitliche Versorgung
der Flüchtlinge, kauften Hygieneartikel,
Windeln und Medikamente.
In der Kleiderkammer räumt Judy
kistenweise Kleiderspenden auf Stangen
und in Regale. Die zierliche 31-Jährige

A

Judy hilft in der Kleiderkammer der Notunterkunft.
mit der auffallenden Rockabilly-Frisur
hat eigentlich Urlaub. „Ich wollte mit
Freunden anfangs nur kurz Spenden abgeben, seitdem bin ich hier, 12 Stunden
am Tag“, erzählt die Rettungsdienstlerin. „Wenn man das einmal macht, kann
man gar nicht anders.“ Die Menschen in
der Unterkunft kommen nicht nur, um
sich passende Kleidung abzuholen. „Die
Leute möchten ihre Geschichte erzählen“, erklärt Judy. „Heute war zum Beispiel eine Frau hier, die gerade erfahren
hatte, dass sie schwanger ist. Voller Stolz
und überglücklich hat sie uns ihr Ultraschallbild gezeigt. Auch Frances hilft in
der Kleiderkammer. Die Arbeit und die
vielen in Gesprächen mit den Flüchtlingen erfahrenen Schicksale sind nicht
spurlos an der 35-Jährigen vorübergegangen. „An einem meiner ersten Tage kam
eine Familie an, die Mutter war schwanger, das Kind noch sehr klein. Sie hatten
nichts mehr, nur die Sachen, die sie am
Leib trugen. Sie waren müde, hungrig,

FOTO: EMMANUELE CONTINI

wussten nicht, was mit ihnen passiert,
konnten auch keine Sprache, die jemand
vor Ort sprach. Da hab ich gedacht, es
wäre schön, wenn das Kind etwas hätte,
woran es sich festhalten kann, und so
habe ich aus der Kleiderkammer ein Kuscheltier geholt. Die Freude darüber war
unglaublich“, erzählt Frances. Die junge
Frau, die als Pädagogische Mitarbeiterin
in einem Familienprojekt in Karlshorst
arbeitet, möchte sich gern längerfristig
vor Ort engagieren. „Wir versuchen,
zwischen Familienleben und Arbeit die
Tätigkeit in der Unterkunft noch irgendwie unterzubringen und auch so oft wie
möglich hier zu sein, gerade weil so viel
zu tun ist und noch keine festen Strukturen vorhanden sind.“ Frances wechselt sich vor Ort und bei Terminen mit
ihrem Freund ab. Nach der Aufbauphase
möchte sie schauen, in welche Projekte –
geplant sind vor allem Freizeitangebote
für die Flüchtlinge – sie sich künftig einbringen kann. Andrea Scheuring

ls 2013 Pläne für die Einrichtung einer Flüchtlingsunterkunft
in Hellersdorf bekannt wurden,
gingen Bilder von Protesten durch die
Nachrichten. Neben Anwohnern mischten sich auch stadtbekannte Rechtsradikale unter die Demonstranten. Das
war die Geburtsstunde von „Hellersdorf
hilft“, einer Initiative, die seit vergangenem Jahr als Verein fungiert. Gut 400
Menschen schlossen sich zusammen,
um ein Zeichen zu setzen: „Refugees
welcome“ – Flüchtlinge willkommen.
Zunächst ging es darum, Spenden für
die vor Krieg und Gewalt geflüchteten
Menschen zu sammeln, sagt Vereinssprecher Stephan Jung. 250 Umzugskisten seien damals zusammengekommen.
Schnell entstand die Idee, eine Begegnungsstätte zu schaffen. Mit dem im
vergangenen Jahr eröffneten „LaLoka“
in der Schneeberger Straße 17 wurde
das Konzept umgesetzt. Täglich kommen bis zu 70 Geflüchtete in den Laden,
der komplett ehrenamtlich betreut wird.
„Unter anderem organisieren Geflüchtete in Eigenregie Sprachkurse“, sagt Stephan Jung. Die monatlichen Kosten von
rund 700 Euro werden aus Spenden sowie aus Preisgeldern beglichen, die das
bundesweit viel beachtete Projekt inzwischen erhalten hat. Vor Ort wurde auch
ein Internetcafé eingerichtet, von dem
aus Geflüchtete Kontakt zu Freunden
und Verwandten aufnehmen können.
Ganz ungefährlich ist das Engagement
der rund 20 aktiven Vereinsmitglieder
jedoch nicht: In der Vergangenheit gab
es unter anderem Morddrohungen und
einen Überfall aufs LaLoka. (gäd.)

DRK-PRÄSIDENT

„Mit so viel Hilfe hatten wir nicht gerechnet“
Jens Quade steht dem Deutschen Roten Kreuz vor, das die Notunterkunft in Karlshorst betreibt.
von Volkmar Eltzel

A

ls Jens Quade, Präsident des
Kreisverbandes
Müggelspree
des Deutschen Roten Kreuzes,
zur Karlshorster Flüchtlingsunterkunft
kommt, kurzes Haar, Dreitagebart, gebräunt, Ohrring und mit gewinnendem
Lächeln, da wird er von DRK-Helfern
gleich in Beschlag genommen. Es geht
um Lagerung und Verteilung von Spenden, um Verpflegung und die Erneuerung von 20 Feuerlöschern.
Am 5. August hatten Quades Leute
das Areal an der Köpenicker Allee zum
ersten Mal in Augenschein genommen.
Heute wohnen dort rund 1.000 Flüchtlinge. Der Präsident steht Berlins größtem DRK-Kreisverband mit 17.000

Mitgliedern vor, der als Betreiber der
Unterkunft fungiert. „Für Außenstehende mag einiges chaotisch wirken, aber
es gibt klare Strukturen“, sagt er. Allerdings brauchte es einige Tage, ehe man
Schnittstellen zur „Riesenwelle bürgerschaftlichen Engagements“ eingerichtet
hatte. „Mit so viel Hilfe hatten wir nicht
gerechnet.“
Jens Quade vermittelt das Gefühl, als
würde man ihn schon ewig kennen. Jemand, dem man schwer eine Bitte abschlagen kann. Sein Amt ist ehrenamtlich, obwohl er auch für 280 Angestellte
zuständig ist und mit zwei hauptamtlichen Geschäftsführern zusammenarbeitet. Der gelernte Rettungsassistent ist
heute Ausbilder im Rettungsdienst.
In den letzten Wochen gab es kaum einen Feierabend für ihn. „Ich bin stolz auf

meine Frau, dass sie das ertragen hat“,
sagt er. Der Sommerurlaub schrumpfte
von drei Wochen auf anderthalb Tage.
Sein Engagement beim DRK sei „genetisch veranlagt“, meint der in Lichtenberg aufgewachsene Mittvierziger. Die
Familie segelte auf dem Müggelsee, der
Vater war beim Wasserrettungsdienst.
Mit 14 absolvierte Jens die Rettungsschwimmer-Ausbildung. Ein Bestandteil: der Erste-Hilfe-Kurs beim DRK.
Damit war das Band geknüpft, und es
hält bis heute. Quade wurde vor zwei
Jahren zum Präsidenten gewählt. Seine
Führungsqualitäten hatte er bei Hilfsaktionen wie zum Beispiel dem Elbe-Hochwasser bewiesen.
In der Notunterkunft soll nun die bisher ehrenamtliche DRK-Arbeit von 30
neuen MitarbeiterInnen übernommen

werden.
Denn der
K r e i s verband
betreibt
darüber hinaus einen
Sozial-,
Pflege- und
Fahrdienst,
ein JugendRot-Kreuz,
Wasserrettung und
Jens Quade.
künftig ein

FOTO: ANDREA SCHEURING
Familienzentrum in der Weitlingstraße. Für 1.500
Kinder und Jugendliche organisiert
DRK-Müggelspree Ferienreisen und
übernimmt dabei einen Teil der Kosten.

Bezirks-Leben

4

September 2015 | Bezirks-Journal Marzahn-Hellersdorf

Südländisches Flair am Fritz-Lang-Platz. Im Sommer ist dort tote Hose. Die FDP findet, dass hier mehr Leben sein könnte.

FOTOS: MARCEL GÄDING

Totgesagte leben länger
STADTENTWICKLUNG: Die Betreiber des Zentrums Helle Mitte vermelden einen Vermietungsstand von
99 Prozent. Gerade hat der Bezirk seinen Mietvertrag für das Rathaus vorfristig bis 2027 verlängert.
von Marcel Gäding

A

n diesem Freitagvormittag strahlt
der Himmel über dem FritzLang-Platz in schönstem Blau.
In den Straßencafés und Kneipen sitzen
vereinzelt Gäste, Palmen vermitteln ein
südländisches Flair. In frischen Farben
erstrahlen die Werbefahnen, die an den
Gebäuden rund um den Platz hängen.
„Helle Mitte. Meine City“ steht darauf.
Und in der Tat gibt es hier im Karree
zwischen Stendaler Straße, Hellersdorfer Straße und Janusz-Korczak-Straße
alles, was ein Stadtzentrum ausmacht:
ein Rathaus, ein Kino, eine Hochschule,
Restaurants, Geschäfte, ein SB-Warenhaus, kleine Shoppingmalls sowie viele
Arztpraxen und Kliniken. Doch in den
vergangenen Monaten hat der Ruf von
„Helle Mitte“ gelitten: Seit dem Auszug
von C&A und dem Weggang von Saturn
auf der anderen Straßenseite der Hellen
Mitte ist vielfach vom Niedergang des
neuen Hellersdorfer Zentrums die Rede.
Und so lädt Dr. Wilhelm Pfaffenhausen
an diesem schönen Freitag im August
die lokale Presse ein um zu beweisen,
welches Potenzial die „Helle Mitte“ hat
um zu verkünden: „99 Prozent unserer
Flächen sind vermietet.“
Pfaffenhausen ist der Geschäftsführer
der „Mega 4 Management GmbH“, die
vier Gebäudekomplexe in „Helle Mitte“
mit einer Mietfläche von 44.000 Quadratmetern bewirtschaftet und damit
den größten Teil der Verantwortung für
das neue Hellersdorfer Zentrum trägt.
1997 war nahe des U-Bahnhofs eine der
größten Brachflächen im Bezirk bebaut
worden – ähnlich wie seinerzeit der Potsdamer Platz. Die modernen, vier- bis
fünfgeschossigen Wohn- und Geschäftshäuser hoben sich nicht nur architektonisch von den Plattenbauten aus DDR-

Sören Sydow auf der Baustelle des „Bergwerk mini“.
Zeiten ab. Mit der Hellen Mitte entstand
auch gleichzeitig das nie fertiggestellte
Zentrum von Hellersdorf. Doch wenige
Jahre danach geriet die neue City am
Rande der Stadt in die Schlagzeilen. Der
einstige Investor meldete Insolvenz an,
große Mieter packten ihre Kisten. Aber:
Seit 2005 flossen mehr als sieben Millionen Euro in Umbauten, in den nächsten
Monaten folgen weitere fünf Millionen
Euro Investitionen von Mietern, die fest
an den Standort glauben.
Zu den größten Büromietern gehört
der Bezirk Marzahn-Hellersdorf, der
8.500 Quadratmeter nutzt und kürzlich
seinen Mietvertrag in „Helle Mitte“
bis Ende 2027 vorfristig verlängert hat.
Allerdings zu neuen Konditionen: So
zahlt der Bezirk bis 2018 jedes Jahr rund
200.000 Euro weniger. Hätten sich Bezirk und Vermieter nicht geeinigt, wäre
womöglich ein Rathaus-Neubau an der
Riesaer Straße entstanden. „Ich freue
mich unglaublich über dieses positive
Signal für den Standort“, sagt Wilhelm

Pfaffenhausen. Nach Angaben von Bezirksbürgermeister Stefan Komoß (SPD)
habe man einen Zehn-Jahres-Vertrag mit
der Option auf Verlängerung um weitere
fünf Jahre ausgehandelt. „Wir machen
das, weil wir glauben, dass der Standort
für die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter
der Verwaltung, aber auch für die Bürgerinnen und Bürger gut erreichbar ist“,
sagt Komoß. Nicht zuletzt habe man
auch ein Zeichen setzen wollen zur Stabilisierung des Wirtschaftsstandortes.
Langfristig soll die Miete an das Niveau
der Umgebung angepasst werden. Auf
Dauer wird der Bezirk daher jährlich
Geld einsparen. Um wie viel Komoß
die Betreiber „heruntergehandelt“ hat,
lässt der Bezirksbürgermeister auch auf
Nachfrage offen.
Mehr Fläche werden auch private
Mieter nutzen: So wird die Synexus
Clinical Research GmbH die Fläche
ihres Prüfzentrums von derzeit 280 auf
knapp 600 Quadratmeter erweitern.
Grund ist der große, wachsende Zu-

lauf an Patienten. Das Unternehmen ist
spezialisiert auf Studien im Auftrag der
Pharmaindustrie und testet anhand von
Patienten die Wirksamkeit von Medikamenten. „Die Zahl der Arbeitsplätze
wird auf zwölf erhöht“, sagt Thorsten
Michael, der Leiter der Klinischen Forschung. Das Fitness-Center „FIT T9“
erweitert ebenfalls auf insgesamt 2.500
Quadratmeter und wird vor allem den
Frauenfitness-Bereich ausbauen. Allerdings: Nur wenige Meter weiter, in der
leer stehenden C&A-Filiale, plant der
Betreiber einer weiteren Fitnesskette
einen neuen Standort zu eröffnen. Einfluss darauf hat die Mega 4 Management GmbH nicht. Das Gebäude gehört
einem anderen Eigentümer. Mehr Platz
wird auch das vor drei Jahren eröffnete
Bergwerk Berlin beanspruchen: Das Indoor-Kletterparadies nutzt einen Großteil des Cinestar-Kinos und eröffnet Mitte Oktober im früheren Kinosaal 1 das
„Bergwerk mini“. Dort können Kinder
zwischen drei und fünf Jahren in einer
Märchenlandschaft klettern und spielen.
„Das Bergwerk hat sich gut entwickelt“,
sagt der geschäftsführende Gesellschafter Sören Sydow und verweist auf rund
150.000 Besucher, die teilweise auch aus
anderen Bundesländern kommen. „Wir
haben uns hier unseren Marktanteil erobert“, erklärt Sydow ganz sportlich.
Peter Kastschajew (FDP), Initiator
der Bürgerinitiative „Rettet unsere Helle
Mitte“, ist erfreut über die Entwicklung.
Er sagt: „Ziel muss es sein, den FritzLang-Platz und den Alice-SalomonPlatz zu beleben, dann reguliert sich
auch der Einzelhandel.“ Wichtig sei,
dass die Politik der Entwicklung keine
Steine in den Weg lege. Wilhelm Pfaffenhausen betont, dass die „Helle Mitte“
zu einem urbanen Zentrum weiter entwickelt wird. „Dafür haben wir sehr an
den Strukturen gearbeitet.“

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JOBCENTER MARZAHN-HELLERSDORF

Spätzünder? Na und, da geht doch noch was!
AUSBILDUNG: Wer einen Ausbildungsplatz sucht, der hat noch gute Chancen / Zahlreiche Veranstaltungen für Jugendliche

D

as Schuljahr 2015 ist zu Ende,
die Zeugnisse ausgegeben und
doch hat noch nicht jeder den
perfekten Plan, wie seine Zukunft ab
September aussehen soll. Nicht alle
Jugendlichen aus unserem Bezirk haben ihren Ausbildungsplatz schon gefunden. Sicher wäre es jetzt schön, das
Ende der Schulzeit in vollen Zügen zu
genießen. Doch was dann?
Wer sich jetzt bemüht, steht nicht
alleine da
Viele Möglichkeiten gibt es um einen
Ausbildungsplatz, vielleicht sogar im
Wunschberuf, zu finden. Aber nutzen
muss man diese Möglichkeiten selbst.
Das Jobcenter Berlin Marzahn-Hellersdorf hält noch viele Angebote bereit. In Zusammenarbeit mit der Berufsberatung der Agentur für Arbeit werden
Jugendliche kompetent beraten und
beim Einstieg in das Berufsleben begleitet.
Ob die perfekte Erstellung von Bewerbungsunterlagen, die Erprobung in
Arbeitsbereichen, eine berufliche Orientierung – hier wird geholfen. Angebote gibt es genug, schließlich wollen
wir uns die künftigen Fachkräfte für die
Region sichern.
Viele Ausbildungsplatzangebote sind
noch unbesetzt
Es finden noch so einige Veranstaltungen statt, auf denen der Einstieg
ins Berufsleben realisiert werden kann.
Zum Beispiel auf der „Langen Nacht
der Ausbildung“ am 16.09.2015 in
der Alten Börse Marzahn – hier hat das
Jobcenter Berlin Marzahn-Hellersdorf
einen Beratungsstand.
Wer alleinerziehend ist, kann am
15.10.2015 an der Arbeits- und Ausbildungstour teilnehmen. Dabei werden
mehrere Unternehmen aus der Region
Marzahn-Hellersdorf/ Lichtenberg angefahren. Man kann sich ein persönliches Bild von den unterschiedlichen
Möglichkeiten für eine Ausbildung, den
Arbeitseinstieg oder einem Praktikum
machen. Natürlich spielen bei den Unternehmen die Vereinbarkeit von Beruf
und Familie eine große Rolle.
Gute Chancen auf Ausbildung auch
ohne Schulabschluss
Ebenfalls am 15.10.2015 werden
die Kammern (IHK, HWK) gemeinsam
mit der Bundesagentur für Arbeit und
den Jobcentern Jugendliche mit einem
abgeschlossenen Schulabschluss einladen, die zu diesem Zeitpunkt noch
keinen Ausbildungsplatz gefunden
haben. Hier werden noch freie Ausbildungsplatzangebote unterbreitet oder
alternative Berufswege vorgeschlagen.
Eingeladen wird man für diese Veranstaltung durch das Jobcenter, aber man
kann sich auch gern selbst anmelden.
Aber auch ohne Schulabschluss ist
die Aufnahme einer Ausbildung möglich. Das Jobcenter Berlin MarzahnHellersdorf bietet Unterstützung und
eröffnet Möglichkeiten.

Zum Beispiel kann man an einer
berufsvorbereitenden
Bildungsmaßnahme teilnehmen, sich beruflich orientieren, ausprobieren und sogar den
Schulabschluss nachholen.
Einstiegsqualifizierungen bieten jungen Menschen die Möglichkeit sich
direkt in einem Betrieb auszuprobieren
und sich so auf die Aufnahme einer
Ausbildung vorzubereiten.
Gegebenenfalls ist der Einstieg über
eine Berufsausbildung in einer außer-

betrieblichen Einrichtung oder über das
Ausbildungsplatzprogramm Berlin möglich. Oder der Weg in die betriebliche
Ausbildung gelingt durch die assistierte
Ausbildung – hier gibt es individuelle
Unterstützung für Azubi und Betrieb.
Angebote und Hilfe
beim Ausbildungsatlas
Unzählige Internetseiten bieten Angebote und Hilfestellungen. Zum Bei-

spiel der Ausbildungsatlas MarzahnHellersdorf und auch anderer Bezirke
oder die Seite „Meine Stadt.de“.
Fazit: Da geht doch wirklich noch
was! Wir, die Mitarbeiterinnen und
Mitarbeiter des Jobcenters Berlin
Marzahn-Hellersdorf, beraten und
helfen gern. Aber hingehen, teilnehmen, mitmachen müssen die Jugendlichen selbst. Und ... wer sich jetzt
bemüht, kann den richtigen Weg einschlagen.

6

Bezirks-Leben

September 2015 | Bezirks-Journal Marzahn-Hellersdorf

Bücherbox vollständig
zerstört

Drei tolle Tage in
Alt-Marzahn

Abgeordneter ruft
zum Putztag auf

Ehemalige Schule wird
Flüchtlingsunterkunft

HELLERSDORF. Erst im März eingeweiht, ist in der Nacht zum Sonntag, 6.
September, die Bücherbox im Bürgergarten „Helle Oase“ von Unbekannten
abgefackelt worden. Bereits vor Wochen
war die mit Literatur der verschiedensten
Art gefüllte Telefonzelle Ziel von Zündlern geworden. Damals fingen Bücher
Feuer, jetzt ist das ganze Häuschen Raub
der Flammen geworden. Am Dienstag,
8. September, erinnerte in der Anlage an
der Tangermünder Straße nichts mehr
an die im Kiez beliebte Büchertauschstation – dort wo sie stand, gibt es nur noch
glattgeharkten Sand. Der Verein Kids &
Co, der die Erholungsanlage gemeinsam
mit Ehrenamtlichen geschaffen hat und
bewirtschaftet, klagt seit längerem über
Vandalismus in der „Hellen Oase“. „Ich
finde keine Worte für diese unsägliche
Art, mit Mitmenschen und ihrem Engagement umzugehen“, sagte Kulturstadträtin Juliane Witt (DIE LINKE). (lima+)

MARZAHN. Das 21. Alt-Marzahner
Erntefest und das 23. Marzahn-Hellersdorfer Umweltfest werden von Freitag
bis Sonntag, 11. bis 13. September, gemeinsam auf dem Dorfanger von Marzahn begangen. Eröffnet wird das Fest
traditionsgemäß im Anschluss an den
Festumzug um 11.45 Uhr durch den Bezirksbürgermeister und Schirmherrn Stefan Komoß (SPD). Highlights sind unter
anderem das bunte Feuerwehr-Hoffest,
das frisch gebackene Mühlenbrot vom
Müller, der Tierhof sowie das Kulturgut.
Auf vielen Höfen gibt es Interessantes zu
sehen. Bühnenprogramme und PonnyReiten laden die Besucher zum Verweilen ein. Auf dem Festplatz sollen Musik
und Show für beste Unterhaltung sorgen.
Verkauft werden zudem regionale Produkte. Öffnungszeiten: 11. September:
12 bis 22 Uhr; Sonnabend, 12. September: 10 bis 22 Uhr; Sonntag, 13. September: 10 bis 19 Uhr. Eintritt frei. (lima+)

HELLERSDORF. Der Kaulsdorfer
Abgeordnete Alexander J. Herrmann
(CDU) unterstützt den „Aktionstag für
ein schönes Berlin“ und möchte gemeinsam mit den Anwohnern das Gebiet rund
um den U-Bahnhof Kaulsdorf-Nord säubern. Der Aktionstag ist zu einer festen
Größe in Berlin geworden. Dabei suchen
sich Anwohner einen Ort in ihrem Kiez
aus und säubern diesen mit weiteren
Nachbarn als eigene Aktion. Der Aktionstag findet in diesem Jahr von Freitag,
dem 18. September bis Samstag, dem 19.
September, statt. In Kaulsdorf-Nord ruft
Frau Ute Linz in diesem Jahr zur Putzaktion rund um den U-Bahnhof KaulsdorfNord auf. Los geht es am Freitag um 16
Uhr an der Fußgängerbrücke am NordAusgang (Cecilienstr.). Alexander J.
Herrmann wird mit seinem Bürgerbüro
Treffpunkt bürgernAH am Cecilienplatz
4 für das leibliche Wohl der Helferinnen
und Helfer der Putzaktion sorgen. (pm)

MARZAHN. Ein ehemaliges Schulgebäude am Glambecker Ring ist zu einer
Flüchtlingsunterkunft umfunktioniert
worden. Das Gebäude, das bis vor kurzem von einem privaten Träger genutzt
wurde, soll bis zum 11. September voll
belegt sein. Dort werden 250 Geflüchtete ein vorübergehendes Zuhause erhalten. Bezirksbürgermeister Stefan
Komoß (SPD) betonte, dass es sich bei
allen vier Objekten nicht um Sporthallen
handelt, sondern um ehemalige Schulen
oder Bürodienstgebäude. „Wir möchten
die Unterbringung in Sporthallen möglichst lange vermeiden“, sagte Komoß.
Freiwillige, Spenderinnen und Spender,
die bei den Vorbereitungen, der Begrüßung oder der Betreuung der Flüchtlinge mithelfen wollen, können sich bei der
Freiwilligenagentur (http://www.allerehren-wert.de/), Helene-Weigel-Platz
6, 12681 Berlin, Tel. (030) 76 23 65 00
melden. (ba.)

DEGEWO-Sporttag auf der Promenade
MARZAHN. Zum dritten Mal lädt
degewo in Kooperation mit dem „AKTIVEN ZENTRUM Marzahner Promenade“ zum degewo-Sporttag ein.
Am 20. September von 13 bis 20 Uhr
können Sporterfahrene und Neulinge
rund um das Freizeitforum Marzahn
aktiv werden. Es gibt ein buntes Mitmachprogramm mit Segwayparcours,
Sumo Wrestling, Aerotrim u.v.m. Beim
Stundenlauf liegen 2.000 Euro zum Ver-

teilen in der Kasse, die Läuferteams von
mindestens 10 Sportlern anteilig erhalten
und dann verteilen können. Als Highlight gibt um 18.30 Uhr die OstrockKultband CITY ein Gratiskonzert.
Für den Stundenlauf sind Anmeldungen bis zum 15. September erforderlich
und möglich unter: Telefonnummer 030
20215-470 oder per E-Mail: info@kai-ko.
de. Einzelteilnehmer können sich auch
noch selbst vor Ort anmelden. (pm)

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Jahren Ihr freundlicher Vermieter mit
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im Vordergrund, wie unsere Mitglieder selbst. Unser Mitgliedertreff bietet
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Dance, Skatturniere, den Seniorentanz
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in unserem Wohngebiet und eine Ferienwohnung an der Ostseeküste. Unsere
Wohnungen liegen sehr verkehrsgünstig. In unmittelbarer Nähe befinden sich
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Schulen, Kitas, Spielplätze sowie diverse
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Bezirks-Journal Marzahn-Hellersdorf | September 2015

Grüner wird’s nicht

Bezirks-Leben

ERNEUERBARE ENERGIEN: Obwohl die Flächen im neuen CleanTech Business
Park erst ab 2016 vergeben werden, melden sich die ersten Interessenten – darunter
sind auch Unternehmen aus Russland.
von Marcel Gäding

W

ie eine Steppe wirkt das Gelände des gerade eröffneten
CleanTech Business Parks
Berlin-Marzahn: Gras ist auf den sandigen Flächen gewachsen, die sich zwischen der Bitterfelder Straße und der
Straße Am Nordring erstrecken. Dazwischen schlängeln sich neu angelegte
Straßen, die von jungen Bäumen gesäumt werden. Obwohl Berlins größtes,
zusammenhängendes
Industriegebiet
vor wenigen Tagen offiziell eröffnet wurde, herrscht auf dem 90 Hektar großen
Areal noch die Ruhe vor dem Sturm.
Erst ab Januar 2016 darf offiziell mit
der Vermarktung begonnen werden, weil
andernfalls Fördermittel des Bundes zurückgegeben werden müssen. Doch bereits jetzt gibt es eine Reihe von Anfragen
von Unternehmen aus dem In- und Ausland, wie Wirtschaftsstadtrat Christian
Gräff (CDU) sagt: „Darunter sind auch
internationale Firmen aus dem osteuropäischen Raum und Russland.“.

Mit dem CleanTech Business Park
wurde ein Industriegebiet geschaffen,
das nicht nur von der Größe her einmalig
ist. Auch das Konzept dahinter ist neu.
Geplant ist, Unternehmen anzusiedeln,
die im Bereich der erneuerbaren Energien arbeiten und sich den sogenannten
sauberen Technologien verschrieben haben. „Hier können Sie fast alles machen,
nur kein Atomkraftwerk bauen“, sagt
Christian Gräff und lächelt.
Vor allem die Lage soll Unternehmen
bewegen, sich in Marzahn niederzulassen. Punkten wollen die bezirkliche
Wirtschaftsförderung und die Vermarktungsgesellschaft „Berlin Partner für
Wirtschaft und Technologie“ vor allem
mit den Standortfaktoren: In die Berliner
Innenstadt ist es nicht weit, die Autobahn
ebenfalls nicht. Hinzu kommen Flächen,
die in dieser Form kaum jemand anbieten kann. So soll es problemlos möglich
sein, sich über mehrere Dutzend Hektar
erstreckende Grundstücke an Unternehmen zu verkaufen. „Beim Preis sind wir
wettbewerbsfähig“, sagt Christian Gräff
mit Blick auf Gewerbestandorte auf der

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BERLINS GRÖSSTES ASIA-BUFFET

Kulinarische Reise durch
fünf asiatische Länder

NEUERÖFFNET: das Zhou’s Five im Victoria Center
Eine kulinarische Reise durch China,
die Mongolei, Vietnam, Japan und Thailand können die Berliner seit kurzem
im Victoria Center antreten: Auf einer
Gesamtfläche von 2.500 Quadratmetern hat das größte Asia-Buffet Berlins,
das Zhous’s Five, eröffnet. „Unseren
Gästen stehen im Restaurant 550
Sitzplätze zur Verfügung, im kommenden Jahr werden wir unsere Terrasse
mit mehr als 200 Plätzen eröffnen“,
sagt Restaurant-Chef. Es ist neben
dem Zhou’s Five in Moabit das zweite
Asia-Buffet des Gastronomen.
Die nach Ländern unterteilten Buffets sind insgesamt 60 Meter lang. Alle
Speisen werden frisch zubereitet. Wochentags kann zwischen 12 und 16.30
Uhr für 9,90 Euro so viel gegessen werden, wie die Gäste mögen. Zwischen
17.30 und 22 Uhr öffnet die Showküche. Dort zaubern die Köche die asiatischen Gerichte live für 16,90 Euro pro
Person. Am Wochenende sowie feiertags wird das Buffet von 12 bis 22 Uhr
zum Preis von 16,90 Euro pro Person
angeboten. Gewählt werden kann zwischen 200 verschiedenen Gerichten,
die sich die Gäste ganz nach Belieben
selbst zusammenstellen können.
Vor dem Victoria Center entstand ein
asiatischer Park. Dort befinden sich
bereits Palmen und japanische Zierkirschen. Einen Platz fand auch ein vier
Tonnen schwerer Buddha, der eigens in
China angefertigt wurde. Die gesamte

Inneneinrichtung kommt ebenfalls aus
dem Land des Lächelns. Statt Kitsch
dominiert im Zhou’s Five die moderne,
angesagte asiatische Innenarchitektur
mit imposanten Kronleuchtern.
Übrigens: Für Tagungen, Hochzeiten
und Geburtstagsfeiern steht ein separater Raum für rund 200 Gäste zur
Verfügung. Er verfügt über moderne
Konferenztechnik sowie eine Beschallungs- und Karaokeanlage.
INFORMATIONEN: Zhou’s Five im
Victoria Center, Marktstraße 6, 10317
Berlin, Tel. (030) 67 95 21 00, und
Zhou’s Five im MOA Bogen, Stephanstraße 41, 10559 Berlin, Tel. (030) 49
20 07 89.
Parkplätze stehen in ausreichender
Menge zur Verfügung.
www.zhousfive.de

sogenannten grünen Wiese. Anfang September wurden die Bauarbeiten für den
CleanTech Business Park beendet. Bis
dahin wurden allein 10.000 Lkw-Ladungen Bauschutt entsorgt, 63 Gebäude abgerissen und rund 290.000 Kubikmeter
Boden bewegt. Ein Großteil der Flächen
überließen die Berliner Wasserbetriebe
dem Land Berlin. Sie wurden einst für
das inzwischen geschlossene Klärwerk
Falkenberg genutzt. Rund 37,3 Millionen Euro flossen in die Umgestaltung
des Areals – deutlich weniger, als zuvor
kalkuliert. Ursprünglich sollte es rund
48 Millionen Euro kosten, die brachliegenden Flächen in einen CleanTech
Business Park zu verwandeln. „Es gab
am Ende weniger Altlasten als zunächst
angenommen“, sagt Gräff.
Gut 15 Jahre rechnet der Bezirk damit, Berlins größtes Industriegebiet zu
vermarkten. Dafür wurden eigens zwei
Mitarbeiter abgestellt. Derzeit werde
darüber nachgedacht, die Akquise von
potenziellen Unternehmen in die Hände
einer neu zu gründenden, landeseigenen
Gesellschaft zu legen.

7

8

Bezirks-Leben

September 2015 | Bezirks-Journal Marzahn-Hellersdorf

Die Marzahner Promenade.

FOTO: MARCEL GÄDING

Kunst statt Kommerz
KULTUR: Die Marzahner Promenade hat sich zur
Spielwiese von Künstlern entwickelt. Gerade sind drei
neue Projekte gestartet.
von Marcel Gäding
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Sport und Spaß für jedes Alter

Verein Kietz für Kids-Freizeitsport e.V.:
Sportgruppen von Aerobic bis Warmwassergymnastik

S

port ohne Leistungsdruck, mit viel
Spaß für Menschen jeder Altersgruppe: Das bietet der Verein Kietz
für Kids-Freizeitsport e.V. Qualifizierte
und engagierte Übungsleiter betreuen die
Sportgruppen. Interessierte können zunächst einmal ein kostenloses Probetraining absolvieren.
Sport ist gesund und hält fit. Doch
anonyme Fitnessstudios sind nicht Jedermanns Sache. Der Kietz für Kids-Freizeitsport e.V. hat daher Sportkurse entwickelt, die von Anfang an fachmännisch
betreut werden und bei denen auch der
Spaß nicht zu kurz kommt. Die Abteilung
Freizeitsport organisiert unter anderem
Badminton (Di., 19-21 Uhr, Degnerstraße 71-77, 13053 Berlin, und Do 19-22
Uhr, Falkenberger Chaussee 160, 13057
Berlin). Im Pia Olymp, Am Berl 25, 13051
Berlin, werden montags von 20 bis 21.30
Uhr und mittwochs von 19 bis 20.30 Uhr
Kurse wie Aerobic oder Zumba gegeben.
Der Schwerpunkt der Abteilung Synigia
vital und gesund liegt auf dem Rehabilitationssport und dem Funktionstraining.
Es gibt Sportgruppen für Cardio-Fitness,
Herzsport, Herz-Kreislauftraining, Behindertensport, Osteoporosegymnastik,
Warmwassergymnastik, Wirbelsäulen-

gymnastik und Sportkurse nach einer
Krebserkrankung. Präventive Wirbelsäulengymnastik, Thai Chi, Seniorensport
und Schwimmen im warmen Wasser werden im Rahmen des Gesundheitssports
angeboten. Die Warmwassergymnastik
findet im Unfallkrankenhaus Marzahn
statt. Ansprechpartner sind die Sport- und
Physiotherapie Aequilibrium, Böhlener
Straße 3-5, 12627 Berlin, sowie die Physiotherapie Asmus, Praxis mit Bewegungsbad, Havemannstraße 24, 12689 Berlin.
Interessenten erhalten vorab eine kostenlose Beratung. Als Kursleiter stehen Sportund Physiotherapeuten zur Verfügung.
Zielgruppe sind Menschen ab 45 Jahren,
die ihre Gesundheit aktiv erhalten wollen
und Sport in der Gemeinschaft lieben.

Kietz für Kids-Freizeitsport e.V.
Abtl. Freizeitsport
Abtl. Synigia vital und gesund
Zum Hechtgraben 1, 13051 Berlin
Tel. (030) 9 20 11 05
Mail: info@synigia.de
Web: www.synigia.de

E

s gibt diese Tage, da gibt die Marzahner Promenade kein schönes
Bild ab: Schwarzhändler verkaufen ungeniert ihre illegalen Zigaretten,
während einige Meter weiter zwei Rettungssanitäter (vergeblich) versuchen,
einer stark alkoholisierten Frau wieder
auf die Beine zu helfen. Alltag auf der
fast zwei Kilometer langen Verbindung
zwischen dem S-Bahnhof Marzahn und
dem Freizeitforum. Hin und wieder passieren aber auch ganz andere Dinge auf
dem zu DDR-Zeit angelegten Vorzeigeboulevard. Da fangen Passanten wie
aus heiterem Himmel an zu tanzen oder
Künstler laden spontan zum Mittagessen unter freiem Himmel ein. Kulturschaffende haben die Marzahner Promenade als Spielwiese entdeckt und toben
sich dort aus. Sie sind Teil temporärer
Kunstprojekte, die seit 2010 angeboten
werden und die dieser Tage ihre sechste
Auflage feiern. Im Fokus steht die Straße
selbst, ihre Bewohner und Anlieger. Mit
Hilfe der Kultur soll die Promenade revitalisiert werden. Gefördert wird das Vorhaben aus dem Bund-Länder-Programm
„Aktive Stadt-und Ortsteilzentren“.
Kunst statt Kommerz könnte das
Motto lauten, mit dessen Hilfe seit
2010 deutsche, aber auch internationale Künstler Leben auf den sonst eher
ruhigen Boulevard bringen. „Am Beispiel der Marzahner Promenade sollen
sich die künstlerischen Arbeiten mit
der Frage des Funktionierens von Stadt
und Stadtraum befassen“, erklärt Katrin
Scheel, seit 2008 Leiterin der kommunalen Galerie M. In Form von temporären
künstlerischen Installationen, Interventionen, Aktionen im Stadtraum werde
der Wohn- und Lebensort Marzahner
Promenade hinsichtlich seiner heutigen
und zukünftigen Potenziale thematisiert.

Jedes Kunstprojekt sei immer wie ein
Lotteriespiel, sagt Scheel, „getreu der
Devise: mal sehen, wie das ankommt“.
Der Hintergrund ist ein banaler: Auf
künstlerische Art und Weise versucht
der Bezirk, ein Konzept für die Marzahner Promenade zu finden. Der Abschnitt war zu DDR-Zeiten eine beliebte Einkaufsstraße. Doch heute stehen
Geschäfte entweder leer oder werden
für nicht-kommerzielle Zwecke genutzt.
Städtebaulich hat der Bezirk bereits viel
Geld in die Erneuerung von Grün- und
Parkanlagen investiert. Wie man aber
langfristig Leben auf die Promenade
bringt, ist unklar. Mit der Kunst jedenfalls scheint es zu funktionieren.
In diesem Herbst wird es drei Aktionen auf der Promenade geben: Die
Künstlerin Mareike Drobny ist seit wenigen Tagen mit einem Hochdruckreiniger
und Schablonen unterwegs. Gemeinsam
mit Passanten bringt sie Formen auf die
Gehwege. Der ausgestanzte Raum der
Schablone wird mit einem starken Wasserstrahl vom Schmutz befreit. Zurück
bleiben Formen, die dann wieder verwittern. Sven Kalden wiederum lädt am
26. September auf den Victor-Klemperer-Platz ein. Wie auf einem Jahrmarkt
können Besucher auf einer plastischen
Wachstumskurve Platz nehmen, deren
Funktionsweise der eines elektrischen
Ochsens gleicht. Ziel: Beim Ritt auf
der Kurve nicht abwerfen lassen. Und
Reiner Matysik möchte – in Anlehnung
an Fritz Langs 20er-Jahre-Film „Metropolis“ den Streifen „Marzahn-Polis“
drehen, dabei Anwohner als Darsteller
gewinnen. Der fertige Film wird am 9.
Oktober auf der Promenade gezeigt.

i

Weitere Informationen
unter Tel. (030) 545 02 94 oder
www.kunstraum-m.de

STANDORT OST
MAGAZIN FÜR ARBEIT, WIRTSCHAFT, WOHNEN & KULTUR IN DER METROPOLENREGION BERLIN-EASTSIDE | 09/2015

D

AUFERSTANDEN
AUS RUINEN

ieser Blick hat es in sich. Bevor
es die Stufen der Marmortreppe
hinauf in den langen Flur geht,
sollte der Besucher ein paar Minuten verharren. Ist jede Flügeltür geöffnet,
sieht man ganz hinteren Ende den Gartensalon mit seinem imposanten Kronleuchter
und der dahinter liegenden Terrasse. Kaum
zu glauben, was Bauarbeiter hier in den
vergangenen Monaten vollbracht haben.
Aus einer Bauruine, die nach dem Zweiten
Weltkrieg notdürftig wieder hergerichtet
wurde, entstand ein herrschaftliches Haus,
das wieder im Glanze seiner besten Tage
erstrahlt: Schloss Biesdorf. Zum Tag des offenen Denkmals dürfen erstmals Besucher
die Räume der zu großen Teilen wieder
neu aufgebauten Fabrikantenvilla und die
eigens für diesen Tag inszenierten Ausstellungen bewundern. Denn Schloss Biesdorf
selbst geht erst im Herbst 2016 ans Netz –
als Bilderschloss, Veranstaltungsort und
Künstlerwerkstatt. Bis dahin nutzt es der
Bezirk übergangsweise.
Vom ursprünglichen Schloss Biesdorf
– 1868 als spätklassizistische Turmvilla erbaut – ist in der Substanz nicht viel übrig
geblieben: Fassade, Turm und Erdgeschoss
haben leidlich den Zweiten Weltkrieg überstanden. Ein Brand hatte 1945 große Teile
des ehrwürdigen Hauses vernichtet. Das
Obergeschoss krachte in sich zusammen.
„Es muss eine wahnsinnige Hitze gegeben
haben“, sagt Bauleiter Alexander Pechmann,
der im Auftrag der Architektin Prof. Mara
Pinardi die Arbeiten vor Ort koordiniert.
„Die Steine glühten aus, dadurch wurden
die Steinköpfe porös.“ Vielfach wurden die
Wände nur durch den Putz zusammengehalten. Im Rahmen der im September 2013
gestarteten Bauarbeiten seien 20 Maurer
viereinhalb Monate damit beschäftigt gewesen, die Steine auszutauschen – gut die
Hälfte der Ziegel wurde als Bauschutt entsorgt und ersetzt. Bei den Arbeiten kamen
auch andere Dinge zu Tage: Das übrig gebliebene Erdgeschoss erhielt ein Dach aus
Altholz und Straßenbahnschienen sowie
Stahlträgern aus Häusern, die dem Bombenhagel zum Opfer fielen. Die Treppe ins
Schloss wurde von Bauschutt getragen. Alles in allem habe aber die Rettung der vorhandenen Bausubstanz sehr viel mehr Zeit
in Anspruch genommen, berichtet Alexander Pechmann. Das brachte den Zeitplan
durcheinander, sodass teilweise vier Gewerke gleichzeitig auf der Baustelle anzutreffen waren. „Heute sind wir stolz, dass
wir den Zeitplan trotz aller Widrigkeiten
eingehalten haben.“ Dafür wurden einfach
die Abläufe verdichtet. Gut zwölf Millionen Kulturamtsleiterin Christina Dreger, Bauleiter Alexander Pechmann und Kulturstadträtin Juliane
Euro kostete die Sanierung. Das Geld ist Witt im sanierten Schloss. Unten: Die Säle im neuen, alten Glanz. 
Fotos: Marcel Gäding
gut angelegt, wenn man das Ergebnis sieht
und weiß, dass das Projekt im Zeitplan liegt. oder blaue Tüten über die Schuhe streifen. auf einer Baustelle“, sagt sie. Allerdings legt
Beeindruckend ist, mit wie viel Liebe zum Im gesamten Haus – mit Ausnahme des Bauleiter Alexander Pechmann wert darhistorischen Detail Mara Pinardi das Haus Dachgeschosses – wurde Eichenparkett auf, dass es sich um eine Fassadenbaustelle
rekonstruierte, es dabei auf den neuesten verlegt. Auf vier Etagen erstrecken sich handelt. Eine Firma aus Sachsen, spezialiStand der Haustechnik und Haussteuerung die Ausstellungsräume, die Veranstaltungs- siert auf Stuck und Fassade, wird Schloss
säle und ein kleines Café. Kleine berüh- Biesdorf auch äußerlich sein altes Antlitz
brachte.
Marzahn-Hellersdorfs Kulturstadträtin rungsempfindliche Bildschirme dienen der zurückgeben.
Schon heute kann das Haus für kulturelJuliane Witt (DIE LINKE) präsentiert der- Steuerung von Licht und Heizung. „Der
zeit, wo sie nur kann, das neue, alte Kleinod. Außenbereich wird im nächsten Jahr fer- le Veranstaltungen genutzt werden, bevor
Schließlich ist sie die Hausherrin. Wer sie tiggestellt“, kündigt Juliane Witt an. Am 9. es Anfang 2016 in die Regie der landeseidurch das denkmalgeschützte Haus beglei- September 2016 soll dann das Gesamten- genen Grün Berlin GmbH übergeht. Die
tet, muss entweder die Schuhe ausziehen semble öffnen. „Bis dahin befinden wir uns umtriebige Kulturstadträtin und ihre Mit-

DENKMALSCHUTZ: Schloss Biesdorf erstrahlt
wieder im Glanz seiner besten Tage. Zum Tag des
offenen Denkmals öffnet es nach Jahren der
Sanierung wieder seine Pforten.

arbeiter organisierten unter anderem einen
Flügel und Stühle aus dem Internationalen
Congress-Centrum in Charlottenburg, das
gerade saniert wird. Instrument und Mobilar kommen dann erstmals zum Tag des
offenen Denkmals zum Einsatz. „Auf dem
Weg zum Bilderschloss“ lautet der Titel
eines bunten Programms, das am 13. September geboten wird. Um 12 Uhr eröffnet Juliane Witt den Tag gemeinsam mit
Stadtentwicklungssenator Andreas Geisel
und Bezirksbürgermeister Stefan Komoß
(beide SPD). Anschließend gibt es Konzerte, Vorträge und Führungen, in deren
Mittelpunkt die wechselvolle Geschichte
des Schlosses steht. Unter anderem wurden dafür namhafte Referenten gewonnen,
darunter Dr. Oleg Peters, der sein jüngst
erschienenes Buch dem Schloss-Architekten Heino Schmieden widmet. Prof. Dr.
Johannes Bähr von der Goethe-Universität
Frankfurt/Main ist mit seinem Vortrag „Die
Schlossherren Werner und Wilhelm von
Siemens: Erfinder und Pioniere der Elektrotechnik und des Verkehrswesens (u.a. die
Luftschiffhalle in Biesdorf)“ zu Gast und
bildet damit den Auftakt einer Vortragsreihe der Stiftung Ost-West-Begegnungsstätte
Schloss Biesdorf e.V. und der Volkshochschule Marzahn-Hellersdorf. Ab 15.30 Uhr
gibt es mit Mara Pinardi und ihrem Team
Führungen durch das Haus. Um 16 Uhr
wird die Ausstellung „Auf dem Weg zum
Bilderschloss“ im Skulpturensaal eröffnet.
Von 12 bis 18 Uhr versorgt das „SchlossCafé“ die Besucher.
MARCEL GÄDING

Denkmaltag:
Schauen Sie mal rein!
Der„Tag des offenen Denkmals“ widmet
sich dieses Jahr dem Thema „Handwerk,
Technik, Industrie“ widmet. Eine Auswahl
von lichtenbergmarzahnplus.de:
Angebote in Lichtenberg
Amalien-Orgel (Weseler Straße 6, 10318
Berlin): geöffnet am 13. September von
13 bis 17 Uhr. Geplant u.a. Konzerte. +++
Waldsiedlung Lichtenberg
Gleyeweg/ Ecke Drosselstieg, 10318 Berlin: geöffnet am 13. September. 13 Uhr:
Führung +++ Haus 22 – Ehemaliges Speisehaus des MfS, Ruschestraße 103, 10365
Berlin: geöffnet am 12.9. mit Führungen
um 14 und 15.30 Uhr +++ Museum Kesselhaus Herzberge, Herzbergstr. 79 (Haus
29), 10365 Berlin: geöffnet am 13.9. von 11
bis 17 Uhr. 12 und 15 Uhr Führungen.
Angebote in Marzahn-Hellersdorf:
Gründerzeitmuseum, Hultschiner Damm
333, 12623 Berlin: geöffnet am 13.09. von
10 bis 18 Uhr +++ Bockwindmühle, Hinter
der Mühle 4, 12685 Berlin: geöffnet am
12. und 13.9. jeweils von 10 bis 17 Uhr +++
Haus Dittmar, Am Baltenring 24-25, 12621
Berlin:geöffnet am 12.9. zu den Führungen um 13, 14, 15, 16 und 17 Uhr.
Weitere Informationen im Internet:
• http://bit.ly/denkmale-lichtenberg
• http://bit.ly/denkmale-ma-he

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09/2015 | STANDORT OST | Bezirks-Journal

Tigerdame Sarai in der „Röhre“. Für die Untersuchung wurde sie zuvor narkotisiert.


Foto: Marcel Gäding

3.500 AUFNAHMEN IN
WENIGEN MINUTEN
FORSCHUNG: Der weltweit größte
Computertomograph steht in Friedrichsfelde – am
Leibniz-Institut für Zoo- und Wildtierforschung.

T

igerdame Sarai schläft tief und fest.
Auf einer großen Plane liegt die
narkotisierte Raubkatze im Flur
des Leibniz-Instituts für Zoo- und
Wildtierforschung (IZW) und wartet auf
ihre Untersuchung. Vier Pfleger sind nötig,
um das 120 Kilogramm schwere Tier auf
den Untersuchungstisch zu hieven. Wenige Minuten später wird die Tür geschlossen und Tierarzt Guido Fritsch beginnt mit
seiner Untersuchung. Langsam wird Sarai
durch die Röhre geschoben. Minuten später
meldet der Computer die ersten Aufnahmen. Am Ende sind es 3.500 Bilder, die der
größte und derzeit modernste Computertomograph der Welt erzeugt.
Der Computertomograph aus dem Hause Toshiba ist der ganze Stolz des IZW. Seit
dem Frühjahr ist das 2,2 Millionen Euro
teure Konstrukt im Institut am Rande des
Tierparks Berlin im Einsatz. Mit seiner
Hilfe können lebende und tote Tiere untersucht werden. Im Fall von Sarai soll geprüft
werden, ob sie an einer Gebärmuttervereiterung leidet. „Im März hatten wir Sarai
schon einmal im CT“, berichtet Dr. Günter
Strauß, Tierarzt im Tierpark Berlin. Damals sei eine auffällige Flüssigkeit entdeckt
worden, die ein erstes Anzeichen für eine
Gebärmuttervereiterung sein könnte.
Fünfmal am Tag kommt der Computertomograph zum Einsatz, berichtet Prof. Dr.
Thomas B. Hildebrandt, Abteilungsleiter
Reproduktionsmanagement am IZW. Lebende Tiere von einem Gewicht von bis
zu 310 Kilogramm könnten untersucht
werden. Der teuerste Patient war bereits
tot: ein 14 Millionen Jahre altes Fossil eines Archaeopteryx. Oftmals gehe es darum,
ungeklärte Todesursachen zu untersuchen.
Genutzt wird das CT aber auch für Hausund Heimtiere, die nach Überweisung
durch den behandelnden Tierarzt in die
Röhre geschoben werden. Gut 300 Euro
kostet eine solche Untersuchung den privaten Tierhalter.

Die Bilder, die IZW-Tierarzt Guido
Fritsch auf seinen Monitor bekommt, sind
einzigartig. Mit wenigen Mausklicks kann
er zwischen den Ansichten wechseln: Mal
ist das dreidimensionale Skelett von Sarai
zu sehen, mal kann er sich vom Zustand
der inneren Organe überzeugen. Der Vorteil: Die tierischen Patienten müssen für
diese harmlose Untersuchung nicht in den
Operationssaal. Auch der Tierpark profitiert davon, dass das IZW über ein solch
modernes Gerät verfügt. „Früher sind wir
mit unseren Tieren extra in die Tierklinik
der Freien Universität gefahren“, sagt Dr.
Günter Strauß. Für ihn und seine Kollegen
war das eine kleine Tagesreise. Heute geht
es im Transporter quer durch den Tierpark
ins benachbarte Institut.
IZW-Direktor Prof. Dr. Heribert Hofer ist
hoch erfreut über das CT, das von der Firma Toshiba über einen Leasingvertrag zur
Verfügung gestellt wird und dessen Einsatzzeit vermutlich bis zum Jahr 2019 dauern wird. Es sei das derzeit in der Veterinärmedizin weltweit beste Gerät seiner Art.
Über die Kooperation mit Toshiba spart das
IZW Geld – unter anderem für die Aktualisierung von Software, die schon mal an die
100.000 Euro kosten kann.
Seit 15 Jahren nutzt das IZW die Technik des CT, um Tiere zu untersuchen. Mit
dem Vorgängermodell wurde einst der Kadaver des beliebten Eisbären Knut in Augenschein genommen. Es kam aber auch
schon vor, dass eine 2,5 Gramm leichte
Fledermaus in die Röhre kam, sagt Prof. Dr.
Thomas B. Hildebrandt.
Der Ganzkörperscan von Sarai im neuen
CT bringt am Ende erfreuliche Ergebnisse.
Es sei zwar noch Flüssigkeit im Uterus vorhanden, aber „das sehe nicht weiter problematisch aus“, sagt Guido Fritsch. Auch
beim Blick auf die anderen Organe – darunter die Lunge und das Herz – gibt es einen zufriedenstellenden Befund: alles okay.

MARCEL GÄDING

3

Bezirks-Journal | STANDORT OST | 09/2015

ALLE LIEBEN
SCHILKIN

WIRTSCHAFT: Der Kaulsdorfer Spiritousenhersteller
hat sich aus eigener Kraft heraus saniert. Bekannte
Marken wie „Berliner Luft“ avancieren zum Exportschlager – und der Goldbrand erobert den Westen.

D

r. Erlfried Baatz‘ Freude ist groß,
und das hat einen guten Grund:
Seit Mai gehören die wirtschaftlichen
Schwierigkeiten
von Schilkin der Vergangenheit an – und
der für dieses Jahr prognostizierte Umsatz
des Spiritousenherstellers aus Kaulsdorf
wird weit übertroffen. „Man muss auch
mal ein bisschen Glück haben“, sagt Baatz,
seit Juni geschäftsführender Gesellschafter
der SCHILKIN GmbH & Co. KG BERLIN.
Noch im vergangenen Jahr hatte Schilkin
für Schlagzeilen gesorgt, weil das einst von
Sergej Schilkin gegründete Unternehmen
in eine Schieflage geraten war. Doch diese
schwierige Phase hat Schilkin jetzt hinter
sich, blickt zuversichtlich nach vorn.

Läuft wie geschnitten Brot: „Berliner Luft“
von Schilkin ist so nachgefragt wie nie in der
Geschichte des Spiritousenherstellers.


Foto: Marcel Gäding

Der Schnaps- und Likörhersteller hatte sich mit der Produktion sogenannter
Handelsmarken für Supermarktketten
übernommen. Diese hatten die edlen Tropfen aus Kaulsdorf unter den Namen ihrer
Discountmarken verkauft. Die Gewinnspanne für Schilkin wurde aber zu klein,
bedrohte sogar die Zahlungsfähigkeit der
Kaulsdorfer. „Wir haben noch die richtige
Zeit erwischt“, sagt Baatz zurückblickend.
Denn im Herbst vergangenen Jahres wurde ein sogenanntes Schutzschirmverfahren eröffnet. Dahinter verbirgt sich ein
Insolvenzverfahren in Eigenverwaltung
unter Aufsicht eines gerichtlich bestellten
Sachwalters. Innerhalb von drei Monaten

erstellte das Unternehmen einen Insolvenzplan, die Gehälter zahlte in der Zeit die
Bundesagentur für Arbeit. Ziel war es, sagt
Erlfried Baatz, die Gläubiger zu befriedigen.
Zu denen gehören unter anderem Lieferanten und Logistiker, der für die Branntweinsteuer zuständige Zoll und die Bundesagentur für Arbeit. Diese stimmten schließlich
dem Plan von Schilkin zu.
Bestandteil des Planes ist unter anderem,
sich von defizitären Projekten zu trennen:
Die Kooperation mit Edeka wurde ganz beendet. Nur mit Aldi-Nord gibt es noch Vereinbarungen: Für den Discounter produziert Schilkin drei No-Name-Marken. Der
Fokus liegt nun wieder verstärkt auf den
eignen Kernmarken, darunter sind der Pfefferminzlikör „Berliner Luft“, „Vodka Schilkin“ und der Goldbrand. Unter der Marke
„Berliner Luft“ entstanden neue Kreationen
– mit Schokogeschmack und eine deutlich
höherprozentige Version mit 40 Prozent
Alkoholvolumen. Kult soll der „Mondleuchter“ werden, das ist „Berliner Luft“ im 200
Gramm Marmeladenglas. „Wie geschnitten
Brot“ gehen die Spezialvarianten der Berliner Luft, die man in Brandenburger Torund Fernsehturmflaschen unter anderem
an den Flughäfen in Duty-Free-Shops kaufen kann. „Viele Berlin-Besucher nehmen
sich ein solches Souvenir mit nach Hause“,
berichtet Baatz. Dankbare Abnehmer hat
Schilkin auch bei den Berliner Clubbetreibern gefunden, die inzwischen gerne in
Kaulsdorf ordern. Selbst der einst eher im
Osten geliebte Goldbrand ist auf dem Vormarsch und wird jetzt zunehmend aus den
alten Bundesländern bestellt. Den Kernmarken wurde ein Softrelaunch verpasst.
Die Produkte kommen jetzt im neuen, leiht
veränderten Verpackungsdesign daher.
Gerade der Berlin-Boom beschert Schilkin
eine in dieser Form neue Nachfrage. Inzwischen gibt es auch Pläne, die Produkte nach
Österreich und in die Schweiz zu exportieren. In den kommenden Monaten soll außerdem der Werksverkauf von Schilkin auf
dem alten Gutshof in Kaulsdorf ausgebaut
werden.
Die Geschäfte laufen inzwischen wieder
so gut, dass der für dieses Jahr prognostizierte Umsatz deutlich übertroffen werden
wird. Er wird aber längst nicht mehr die
Dimensionen der vergangenen Jahre erreichen: Statt rund 50 Millionen Euro rechnet
Schilkin nach dem Wegfall der Handelsmarkenproduktion für Edeka mit rund 15
Millionen Euro im Jahr. Zwar musste sich
das Unternehmen nach dem Ende der Kooperation mit Edeka von Zeitarbeitskräften trennen. „Uns ist es aber gelungen, die
Stammmannschaft zu behalten“, sagt Erlfried Baatz. Der Job der 28 Beschäftigten ist
damit gesichert.

MARCEL GÄDING

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4

09/2015 | STANDORT OST | Bezirks-Journal

Sozialarbeiter Ayad Shehata und Erzpriester Girgis El Moharaky in der kleinen Kapelle der Koptisch-Orthodoxen Kirche. 

D

ie Tür der alten Kirche am
Roedeliusplatz steht weit offen,
und das könnte durchaus als
Botschaft verstanden werden:
Jeder ist willkommen. „Uns ist es egal, ob es
sich dabei um Christen oder Muslime handelt“, sagt Ayad Shehata vom Gemeinderat
der Koptisch-Orthodoxen Kirche. Es riecht
nach Weihrauch in der festlich beleuchteten kleinen Kapelle. Auf dem Rednerpult
liegt ein kleines, dickes Buch mit Texten
in arabischer Schrift. Das gelbe Licht des
Kronleuchters sorgt für eine ganz besondere Stimmung. Ein Raum weiter sitzen syrische Flüchtlinge an einem Tisch, Männer,
Frauen und Kinder. Als Erzpriester Girgis
El Moharaky den Raum betritt, ist es plötzlich ruhig. Ehrfürchtig küsst ihm eine Frau
die Hand, während ihr etwa zwei Jahre
alter Sohn am silbernen Kreuz des hohen
Geistlichen zieht, das an einer Halskette befestigt ist. Seit 8 Uhr ist er in seiner Kirche
zugange, sagt El Moharaky. Zweieinhalb
Stunden Gottesdienst liegen bereits hinter
ihm, danach folgte ein Termin mit Vertretern des Bezirksamtes Lichtenberg. Jetzt,
am frühen Nachmittag, knurrt ihm der Magen. „Ich habe den ganzen Tag noch nichts
gegessen.“
Girgis El Moharaky ist ein sehr freundlicher Mann mit einem grauen Rauschebart. Der Mönchspriester trägt ein langes,
schwarzes Gewand mit Kreuzen darauf
und eine Kappe mit zwölf Kreuzen auf der
linken und rechten Seite, welche die zwölf
Apostel darstellen. Das Kreuz auf der Hinterseite steht für Jesus. Der Ägypter ist der
höchste Geistliche in der St. Athonsius
und St. Schenouda-Gemeinde, die 1996 die
einstige evangelische Glaubenskirche übernahm und der rund 800 koptisch-orthodoxe
Christen betreut. Die Kopten gehören zur
christlichen Minderheit Ägyptens. Weltweit wird ihre Zahl auf 18 Millionen Gläubige geschätzt. In der Bundesrepublik leben
rund 15.000 Kopten.
Wenn er sonntags den Gottesdienst feiert, ist das Haus voll, sagt Girgis El Moharaky. Dann sitzen an die 400 Männer, Frauen und Kinder auf den alten Bänken der
1905 eröffneten Kirche. Auch heute noch
ist die Bescheidenheit der Protestanten
im Kirchenschiff zu spüren. Nur der 2013

EIN ALTAR
MIT VORHANG

RELIGION: Die Koptisch-Orthodoxe Kirche hat in
Berlin 800 Mitglieder. Die aus dem arabischsprachigen Raum stammenden Christen gelten in vielen
Ländern als verfolgt. Ein Vor-Ort-Besuch.

Der Kirchturm der einstigen Glaubenskirche kann demnächst saniert werden.
geweihte Altar deutet darauf hin, dass das nimmt ihn mit in seine Kirche. Er geht voeinst evangelische Gotteshaus von ortho- ran, zeigt stolz Räume, die gerade für die
doxen Christen genutzt wird. Hinter der „Kinderschule“ und für die Sozialarbeiter der
reich verzierten Wand und dem mittig plat- Gemeinde hergerichtet werden. Im Gegenzierten Vorhang befindet sich die Kanzel. satz zu den Katholiken oder Protestanten
Für kleinere Andachten wurde eben jener können die Kopten nicht auf Einnahmen
Nebenraum hergerichtet. Stolz thront über aus der Kirchensteuer hoffen. Sie leben von
dem Haupteingang zum Kirchenschiff die Spenden, mit denen der Erhalt des Gotalte Orgel. Das Herzstück der koptischen teshauses finanziert wird. „Wir müssten
Kirche ist mit einem Teppichboden ausge- eigentlich mehrere Millionen Euro in das
stattet, der dem Sakralbau die Kälte und ein Haus investieren“, sagt Ayad Shehata vom
Stück weit auch die Dominanz nimmt. Das Gemeinderat. Überall blättert der Putz von
alles hat fast schon etwas Gemütliches.
den Wänden. Im Winter ist es in der KirIn zügigen Schritten kommt Girgis El che bitterkalt. Unter zwölf Kirchenbänken
Moharaky auf seinen Besucher zu und wurden Heizungen angebracht. Doch die

Fotos: Marcel Gäding
Kosten für das Heizöl belaufen sich auf gut
3.500 Euro im Monat. Geld, das die Koptisch-Orthodoxe Kirche derzeit nicht hat.
Immerhin: Auf Initiative des Bundestagsabgeordneten Dr. Martin Pätzold (CDU) gab
der Bund jetzt 137.000 Euro frei, um die
Türme der denkmalgeschützten Kirche zu
sanieren.
Viel Zeit, sich Gedanken über die dringende Sanierung zu machen, hat die Gemeinde aber nicht. Derzeit kommen täglich
bis zu 15 Flüchtlingsfamilien in die Kirche.
Dort erhalten sie Hilfe bei der Wohnungssuche, bei Behördengängen oder bei der
Übersetzung wichtiger Dokumente. Am
Roedeliusplatz finden die Flüchtlinge
christlichen Glaubens eine Heimstatt, denn
hier wird arabisch gesprochen.
Allerdings: Auch im vermeintlich sicheren Deutschland sehen sich die koptischen
Christen Anfeindungen und sogar Gewalt
ausgesetzt. Erst im vergangenen Herbst
wurde auf das Gotteshaus in Lichtenberg
ein Brandanschlag verübt. Girgis El Moharaky vermutet dahinter muslimische Syrer
aus einem nahe gelegenen Flüchtlingsheim.
Er selbst wurde bereits auf der Straße angesprochen und angefeindet, musste syrische
Jugendliche gar der Kirche verweisen. „Natürlich haben wir Angst“, sagt Girgis El Moharaky. Deshalb werden aber die schweren
Holztüren nicht verrammelt.
Ganz im Gegenteil: Die Koptisch-Orthodoxe Kirche möchte den Fokus ihrer Gemeindearbeit noch stärker auf Flüchtlinge
richten, Deutsch-Unterricht anbieten und
die Sozialarbeit verstärken. Viele deutsche
Nachbarn bieten ihre Hilfe an, unternehmen mit den Flüchtlingsfamilien Ausflüge
in die Innenstadt und zeigen ihnen Sehenswürdigkeiten wie die Siegessäule oder das
Brandenburger Tor. Damit die Kinder Abwechslung zur Tristesse der Flüchtlingsunterkünfte bekommen, soll am Rande der
Kirche ein Spielplatz entstehen. „Diesen
wollen wir aber einzäunen, damit die Kinder nicht auf die Straße laufen“, sagt Ayad
Shehata, der auch als Sozialarbeiter tätig ist.
Bislang aber macht die deutsche Bürokratie
dem Vorhaben einen Strich durch die Rechnung – und beruft sich stur auf den Denkmalschutz.
MARCEL GÄDING
INFOS: www.kopten.de

Bezirks-Kultur

Bezirks-Journal Marzahn-Hellersdorf | September 2015

Trommeln, überall, in der Alten Börse.

FOTO: STEFAN LAUER

Trommel-Rhythmen
in der Alten Börse
MUSIK: Zum zweiten Mal findet in Marzahn
das Internationale Percussionfestival statt

D

ie Alte Börse wird zum zweiten
Mal zum Austragungsort Austragungsort des Internationalen
Percussionfestival. Am 19. September
werden sich Künstler aus Ghana, Senegal, Japan, Brasilien, Deutschland und
weiteren Ländern im weitläufigen Areal des ehemaligen Magermilchviehhofs
präsentieren und die Räumlichkeiten
nicht nur mit Trommelwirbel, sondern
mit Ideen, Projekten und Kulturaktivitäten füllen.
„Die Idee zu dem Festival, das nun
zum zweiten Mals stattfindet, hatte ich
als ich mit meiner Gruppe Furioso bei
der Eröffnung der Alten Börse Marzahn
spielte und diesen tollen Veranstaltungsort entdeckte“, sagt Organisator Stefan
Lauer. Er konnte die Alte Börse als Veranstalter gewinnen. Nach dem gelungenen Start im vergangenen Jahr liegt der
Schwerpunkt in diesem Jahr mehr auf

afrikanischer Percussion. Den Höhepunkt bildet die Band Roots Amamomo
aus Ghana, mit den besten Musikern aus
dieser Region.
Das Festival findet in Räumen statt,
die in dieser ästhetischen Qualität einzigartig sind, ein wichtiger Impuls für
Künstler. So spielen die Konzerte und
Auftritte der Percussiongruppen im einzigartigen „Börsensaal“, der mit seinen
zwölf Meter hohen Decken eine spektakuläre Atmosphäre schafft. Im „Kutschersaal“ können sich Besucher ganz
ohne Vorkenntnisse bei jeweils einem
Trommel- und Tanzworkshop ausprobieren. Die Workshops beginnen ab
11.30 Uhr; die Auftritte der einzelnen
Formationen sind zwischen 14 und 22
Uhr geplant. Ort: Alte Börse Marzahn,
Zur Alten Börse 59, 12681 Berlin. (bzj.)
Die Webseite zum Festival:
www.percussion-berlin.de

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9

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Unsere eigenen
vier Wände

Hausbau | Finanzierung | Energieeffizienz | Handwerk |
Grundstückssuche

Grundstückspreise steigen
Die Grundstückspreise in Berlin sind
im vergangenen Jahr deutlich gestiegen.
Das geht aus den Zahlen hervor, die der
Gutachterausschuss für Grundstückswerte vorgelegt hat. Demnach wurden
die Bodenrichtwerte um bis zu zehn
Prozent angehoben. In Berliner Spitzenlagen wie dem Grunewald, Dahlem,
Zehlendorf oder Hermsdorf stiegen die
Preise sogar um bis zu 25 Prozent.
Wer ein Haus in Berlin bauen will,
muss sich auf weiter steigende Grundstückspreise einstellen. Bauland wird
dem aktuellen Bericht des Gutachterausschusses zufolge an Wert steigen. „Nach

der Analyse des vorliegenden Kaufpreismaterials sind bei verstärkter Nachfrage
und fehlendem Angebot an unbebauten Grundstücken z.T. sehr deutliche
Preissteigerungen über alle Teilmärkte
zu verzeichnen“, heißt es dazu aus der
Senatsverwaltung für Stadtentwicklung
und Umwelt.
Allerdings führen die steigenden
Grundstückspreise nach Darstellung
des Gutachterausschusses zu einem
Umsatzrückgang bei Ein- und Zweifamilienhäusern. Die geringsten Einbußen
verzeichnete der Eigentumswohnungsmarkt. (bzj.)

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Ein eigener
Fachmarkt für
hochwertige Küchen
ROLLER in Mahlsdorf ist nun noch größer,
schöner und besser: Der Komplettumbau der Filiale
ist abgeschlossen!

D

ie Kunden in Mahlsdorf
können sich freuen: Seit
kurzem sind die umfangreichen Umbaumaßnahmen bei
ROLLER beendet und der MöbelDiscounter präsentiert sich in völlig
neuem Glanz.
In der ROLLER-Filiale in Mahlsdorf ist kein Stein auf dem anderen
geblieben: Nach und nach wurde der
Markt komplett umgebaut und auf
den allerneuesten Stand gebracht.
Ab sofort können die Kunden ein
völlig neues Einkaufserlebnis genießen.
Die wichtigste Neuerung: Mit
der „MegaKüchenwelt“ finden Besucher nun einen eigenen Fachmarkt für hochwertige Küchen von
Top-Marken wie Alno oder Nolte – natürlich zu gewohnt günstigen Preisen. Insgesamt wurde die
Ausstellungsfläche für Küchen fast
verdoppelt und bietet eine riesige
Auswahl für jeden, der eine neue

Anschaffung plant. Auch in allen
anderen Abteilungen wurde kräftig
angepackt.
Quer durch die gesamte Filiale
können sich die Kunden auf einen
ganz neuen ROLLER freuen. In der
Malerabteilung kann man sich ab
sofort Alpina-Farben in der Farbmischmaschine individuell produzieren lassen.
Beim großen Trendthema Boxspringbetten bietet ROLLER nun ein
noch größeres Sortiment und auch
der Service kommt nicht zu kurz: Es
wurden neue Arbeitsplätze für ausgelernte Auszubildende geschaffen,
so dass ROLLER seiner Verantwortung nachkommt und gleichzeitig
noch mehr Beratungsqualität für seine Kunden bereitstellen kann.
Der Besuch in der „neuen“ ROLLER-Filiale lohnt sich. Das Team
in Mahlsdorf steht für alle Kundenwünsche jederzeit mit Rat und Tat
zur Seite.

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präsentiert von

Mit eigenem Haus fürs Alter vorsorgen

D

IMMOBILIENMESSE: 130 Aussteller auf „Häuserwelten & Energie“ im Postbahnhof am Ostbahnhof

ie Mieten in Berlin steigen –
und das inzwischen auch in
den Randbezirken. Ein eigenes
Haus kann für viele Familien oder Paare
eine gute Alternative darstellen. Rund
130 Aussteller informieren Bauinteressierte am 10. und 11. Oktober zu allen
Themen rund um Hausbau, Energieeffizienz und Baufinanzierung – auf der
traditionellen Berliner Immobilienmesse
„Häuserwelten & Energie“ im Postbahnhof am Ostbahnhof. „Die Miete für die
eigene Wohnung landet in der Tasche
des Eigentümers, die Rate für ein eigenes
Haus hingegen ist eine gute Investition
und Altersvorsorge“, sagt Jan Schwalme
vom euro messe team schwalme, dem
Veranstalter der Immobilienmesse in
Berlin. „Ein weiterer Vorteil: Hausbesitzer brauchen sich nie wieder vor Mieterhöhungen fürchten.“
Die Berliner Immobilienmesse „Häuserwelten & Energie“ möchte Bauwilligen eine erste Orientierung bieten. „Zu

Gast auf der Messe sind alle namhaften
Unternehmen der Branche, die sich für
die Fragen unserer Besucher Zeit nehmen“, sagt Jan Schwalme. Baufinanzierungsexperten geben Auskunft zu Konditionen für Baukredite und Fördermittel;
sie beraten zur monatlichen finanziellen
Belastung und erklären, welche Nebenkosten auf Bauwillige zukommen.
Regionale und bundesweit tätige Hausbauunternehmen stellen ihre Hausentwürfe vor – sie reichen vom Typenhaus
in Fertigbauweise bis zum individuell geplanten Massivhaus, vom altersgerechten Bungalow bis zur repräsentativen
Stadtvilla. Verbraucherschutzorganisationen wie der Bauherren-Schutzbund
verraten, welche rechtliche Aspekte eine
Rolle spielen und bei welchen fachlichen
Fragen Bauherren Experten zu Rate ziehen sollten. Darüber hinaus werden auf
der Immobilienmesse „Häuserwelten
& Energie“ Unternehmen aus dem Bereich Haustechnik, Wärmeversorgung

Beratung steht auf der Immobilienmesse
FOTO: M. GÄDING
an erster Stelle.
und Energiegewinnung vertreten sein.
Sie präsentieren marktreife Konzepte für
Heizung, Warmwasser und Strom aus
erneuerbaren Energien.
Für beide Messetage hat das euro messe team schwalme ein informatives, kostenfreies Vortragsprogramm organisiert:
Dort erklären Branchenexperten das Für
und Wider der verschiedenen Baustoffe,

referieren zur Energieeffizienz im Haus
oder zum Bauablauf. Das Onlineportal
www.bauratgeber-deutschland.de hält
für die Besucher mehr als 50 kostenlose
Checklisten bereit und hilft bei der Suche
nach einem passenden Baugrundstück
in der Region. Am Infostand des Portals
sind außerdem 16.000 Hausentwürfe abrufbar. Zum Service der Berliner Immobilienmesse „Häuserwelten & Energie“
gehört ein eigener Messekindergarten
und ein Messecafé, in dem sich die Besucher zwischendurch von ihrer Tour
durch die beiden Ausstellungsetagen erholen können. (bzj.)

i

Informationen zur Messe
„Häuserwelten & Energie“
10./11. 10. 2015, 11 bis 18 Uhr
Ort: Postbahnhof am Ostbahnhof,
Straße der Pariser Kommune 8,
10243 Berlin
Eintritt: 10 Euro inkl. Messekatalog,
Kinder haben freien Eintritt.

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Hausbau | Finanzierung | Energieeffizienz | Handwerk | Grundstückssuche

Eigenkapital macht
den Baukredit billiger

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BAUMERT-IMMOBILIEN IN MAHLSDORF

Ein Fest zum runden Geburtstag
JUBILÄUM: Familienunternehmen vermittelt seit 1995
Baugrundstücke und ist Partner von SCHWABENHAUS
Seit
1995
vermarktet
Baumert-Immobilien
Baugrundstücke und Bestandsimmobilien. Als Partner des
Fertighausherstellers SCHWABENHAUS verwirklicht das
Familienunternehmen zudem
den Traum vom eigenen Haus.
Am 19. und 20. September
feiert Baumert-Immobilien das
20-jährige Bestehen im Musterhaus an der Pariser Straße
32 in Mahlsdorf.
Die Erfolgsgeschichte von Baumert-Immobilien begann im Herbst 1995. Damals
gründete Thomas Baumert das Unternehmen. Seit vielen Jahren steht ihm auch seine Frau Heike beruflich zur Seite; die Kinder
Dave und Denise sind inzwischen ebenfalls
Teil des Teams von Baumert-Immobilien.
„Wir blicken auf 20 erfolgreiche Jahre zurück“, sagt Thomas Baumert. In dieser
Zeit vermittelte das Unternehmen 500
Baugrundstücke und Bestandsimmobilien.
Erfolgreich ist auch die Zusammenarbeit
mit SCHWABENHAUS, einem der führenden
Fertighausanbieter in der Bundesrepublik.
Seit drei Jahren berät Baumert-Immobilien
künftige Bauherren an der Pariser Straße
32 in Mahlsdorf – in einer zweigeschossigen Stadtvilla, die als Biohaus errichtet
wurde und deren Kosten für Heizung und
Warmwasser gerade einmal 45 Euro im Monat betragen.
Mittlerweile bauen mit Baumert-Immo-

bilien Berliner in der dritten
Generation. „Deren Eltern
und Großeltern haben schon
mit uns gebaut“, sagt Thomas Baumert. Der Fokus von
Baumert-Immobilien liegt auf
Mahlsdorf, Biesdorf, Kaulsdorf, Hellersdorf und Köpenick. „Der Wunsch nach
einem freistehenden Einfamilienhaus ist wie vor 20 Jahren
nach wie vor groß“, resümiert
Thomas Baumert. „Viele möchten auch raus
aus der Mietwohnung, dabei sind wir ihnen
mit Rat, Tat und vor allem Erfahrung und
Kompetenz behilflich.“
Zum großen Jubiläumswochenende empfangen Baumerts Bauherren, Bauinteressierte, frühere Bauherren sowie Kunden
von Schwabenhaus und Baumert-Immobilien am 19. und 20. September jeweils
in der Zeit von 11 bis 15 Uhr. Es gibt die
Möglichkeit, sich aus erster Hand die moderne, energieeffiziente Stadtvilla zeigen zu
lassen. Darüber hinaus ist für das leibliche
Wohl und Musik gesorgt. RUDER Küchen &
Hausgeräte ist ebenfalls vor Ort.

Schwabenhaus
Musterhaus
Pariser Straße 32,
12623 Berlin
Tel. (030) 651 91 37
Internet: www.baumert-immobilien.de

BAUFINANZIERUNG: Wer Erspartes in das
eigene Haus investiert, zahlt mitunter weniger Zinsen.

N

iedrige Bauzinsen haben die
Nachfrage nach Immobilien erhöht. Doch nach wie
vor gilt: Je höher das Eigenkapital,
umso günstiger fällt das Darlehen für
das neue Haus oder die neue WohAnzeige
nung aus. Denn
Banken sehen es
gerne, wenn der
Kreditnehmer eine
gewisse Geldsumme selbst in das
Bauvorhaben mitbringt,
berichtet
das Baufinanzierungsportal Baufi24.de.
„Finanziert der
Kunde mit dem
Darlehen nur einen
Teil der Kosten,
geht der Kreditgeber ein kleineres
Risiko ein und die
Zinsen fallen entsprechend niedriger aus“, sagt Stephan Scharfenorth,
Geschäftsführer des Baufinanzierungsportals Baufi24.de. Vorteil für
den Kunden sei, dass ihm günstigere
Konditionen gewährt werden, sobald
er zu einem höheren Teil die Immobilie selbst finanziert. „Bei einer Kaufsumme von 200.000 Euro und einer
Laufzeit von 10 Jahren beträgt, bei ei-

nem Eigenanteil von 40 Prozent, der
Zinssatz 1,61 Prozent“, erklärt das
Portal. Dies bedeute, dass der Kunde
Zinsen in Höhe von 17.300 Euro zahlen muss. Bringe der Bauherr nur etwa
20 Prozent Eigenkapital ein, liegen
die Zinsen für das
Darlehen bereits
bei 24.500 Euro
(Zinssatz
hier:
1,71 Prozent).
Eine Möglichkeit, das Eigenkapital zu organisieren, sei das
Auflösen von Bauspar- oder Kapitalversicher ungsverträgen.
„Der
Verkauf lohnt sich
dann, wenn die für
Immobilienfinanzierung eingesparten Zinsen über
dem Ertrag, den die Versicherung in
der Restlaufzeit noch einbringen würde, liegen.“ Eine weitere Möglichkeit
könnte sein, sich Geld innerhalb der
Verwandtschaft zu leihen. Übrigens:
Wer handwerkliche Eigenleistungen
erbringt, kann sich dies von der finanzierenden Bank als Eigenleistung
– die sogenannte Muskelhypothek –
anerkennen lassen. (bzj.)

Smart Home ist auf
dem Vormarsch
Das vernetzte Eigenheim ist auf dem
Vormarsch, der Trend geht zum Smart
Home: Rollläden werden aus dem Urlaub ferngesteuert, das Licht bereits in
der Einfahrt, die Heizung gar auf dem
Heimweg eingeschaltet, berichtet der
Bundesverband Deutscher Fertigbau
e.V., BDF. „Moderne Haustechnik und
-automation machen das Leben in einem Smart Home vor allem komfortabler, sparsamer und auch sicherer“, sagt
Dirk-Uwe Klaas, Hauptgeschäftsführer
des BDF. Innovative Hausanbieter berücksichtigen bereits heute in ihren Entwürfen die sogenannte Hausautomation,
wie der BDF mitteilt. Sie kommt bei
Rollläden und der Steuerung von Lichtelementen zum Einsatz. Programmierte
Leuchtelemente würden entweder per
Zeitsteuerung oder Bewegungssensor
ein- und ausgeschaltet, erklärt der BDF.
Außerdem könne der Hausprozessor mit
Wetterdaten gefüttert werden, anhand
derer er eigenständig auf Sonnenschein
und Sturm reagiert, indem er Rollläden
automatisch öffne oder schließe. (bzj.)

Bezirks-Journal Marzahn-Hellersdorf | September 2015

Blick vom neuen Marzahner Skywalk auf Marzahn und Hellersdorf.

Bezirks-Leben

13

FOTO: DEGEWO/ KONZEPT UND BILD / CATHRIN BACH

Marzahner Aussicht für Schwindelfreie
TOURISMUS: Ein neuer Skywalk wird Ende September auf dem Doppelhochhaus an der
Raoul-Wallenberg-Straße 40/42 eröffnet. Der Aufstieg erfolgt in der Gruppe und ist kostenlos.
von Steffi Bey

E

inen unvergesslichen Panoramablick über Marzahn genießen – ab Ende September
ist das möglich: Dann wird die neue
Aussichtsplattform auf dem Dach des
Doppelhochhauses
Raoul-Wallenberg-Straße 40/42 eröffnet. Die Idee
für den Skywalk hatte Dirk Enzesberger, Leiter des DEGEWO-Kundenbüros in der Großsiedlung.
„Besucher äußerten immer wieder
den Wunsch, Marzahn von oben zu
sehen“, sagt der 48-Jährige. Gäste
des Bezirksamtes gehörten dazu, Teilnehmer von Architektur-Exkursionen
und es gab viele Anfragen von Schulklassen. Hin und wieder durften solche Interessenten bislang von einem
25-Geschosser am Helene-WeigelPlatz über den Großbezirk schauen.
Dirk Enzesberger war meistens dabei, dachte aber jedes Mal, ein besserer Ausguck müsste her: Etwas,
dass es so noch nicht in der Hauptstadt, geschweige dann in Marzahn
gibt. Mit seinem Team diskutierte er
verschiedene Möglichkeiten, bezog
DEGEWO-Ingenieure ein, schaffte es
gemeinsam mit „seinen Verbündeten“
schließlich den Vorstand des Unternehmens von diesem Imagewerbenden Projekt zu überzeugen. Geplant
wurde die Plattform schließlich von
einem externen Büro. Soweit die Geschichte im Schnelldurchlauf.
Inzwischen gibt es ihn – den Skywalk Marzahn. In 70 Meter Höhe ragt
er in den großstädtischen Himmel.
Am Ende der Marzahner Promenade wurde der Stahlbau hochgezogen.
Zu erreichen ist er vom 22. Stock des
Doppelhochhauses. Genau 35 Stufen
sind zu erklimmen und die Aussicht
ist bei gutem Wetter perfekt: Auf den
Müggelsee, das Märkische Viertel,
das Rüdersdorfer Zementwerk, den
Flughafen Schönefeld und den Fernsehturm. Gleichwohl können schwindelfreie Aufsteiger natürlich das Ge-

schehen direkt unter ihren Füßen
beobachten. Dazu gehören das alte
Dorf Marzahn, das künftige IGAGelände mit dem Kienberg und den
Gärten der Welt sowie die Marzahner
Promenade.
„Schon jetzt ist das Interesse an unserem ,Höhepunkt‘ riesig“, freut sich
Enzesberger. Etliche Termine seien
in den vergangenen Wochen gebucht
worden. Und das weit vor der offiziellen Einweihung. Ab 28. September
steht das Bauwerk Schaulustigen zur
Verfügung. Ein paar Tage vorher wird
es schon mal nur für interessierte
Mieter begehbar sein.
Etwas ist künftig bei jedem Aufstieg
gleich: Es geht nur gruppenweise
nach oben – mit jeweils 15 Personen.
„Die oberste Plattform steht mit ihren ungefähr acht Mal sieben Metern
auch 30 Neugierigen zur Verfügung“,
sagt der Kundenbüro-Leiter.
Er selbst hat dieser Tage bereits die
moderne Stahlkonstruktion getestet.
Und das, obwohl er nach eigener Aussage nicht unbedingt schwindelfrei
ist. „Bei der ersten, kleineren Plattform bin ich eben nicht bis ganz nach
vorn gegangen“, gesteht er. Der Blick
durch den Gitterrost sei jedenfalls unbeschreiblich schön.
Wer sich demnächst nach oben
wagt, kann noch mehr dazu buchen.
So werden künftig auch Führungen
durch die Marzahner Promenade mit
ihren vielen Kunstwerken angeboten.
Zurzeit schult die DEGEWO insgesamt 15 Ehrenamtliche, vorwiegend
Marzahner, die bereitwillig den Gruppen ihren Heimatbezirk und den Blick
in die Ferne erklären. Auf extra angefertigten Schautafeln kann auch alles
noch einmal nachgelesen werden.
Und was müssen die Rundumblicker für die besondere Aussicht bezahlen? „Nichts, wir wollen aber bei
jeder Tour mit einer Spendendose für
gemeinnützige Vereine in Marzahn
sammeln“, erklärt Dirk Enzesberger.
Gespannt ist der Initiator, wie das
Projekt angenommen wird. Sicher

ist, dass der oft zu Unrecht mit negativen Schlagzeilen belegte Stadtteil
damit positiv werben kann.
Die Kosten für den Skywalk Marzahn betragen rund 300.000 Euro.
50 Prozent zahlt die DEGEWO, die
andere Hälfte kommt aus dem Pro-

gramm „Aktive Zentren“ der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung.

i

Anmelden und schauen:
DEGEWO-Kundenzentrum Marzahn
unter Tel. (030) 2 64 85 25 88 oder
per E-Mail unter marzahn@degewo.de
Anzeige

14 Bezirks-Sport

September 2015 | Bezirks-Journal Marzahn-Hellersdorf

Kapitän, Torschützenkönig und Berater
FUSSBALL: Christoph Zorn von Eintracht Mahlsdorf ist dank seiner Trefferquote zu einem
Star des Berliner Amateurfußballs geworden.

von Benedikt Paetzholdt

E

s braucht nicht lange, um bei
einer
Trainingseinheit
von
Eintracht Mahlsdorf auf dem
Sportplatz Am Rosenhag zu erkennen,
welche Bedeutung Christoph Zorn für
das Berlinliga-Team hat. Immer wieder
nimmt sich der 28-jährige Mittelstürmer
seine Mitspieler zur Seite und spricht
mit ihnen. Wenn er merkt, dass irgendetwas falsch läuft, macht er den entsprechenden Teamgefährten sofort darauf
aufmerksam. „Ich sehe mich schon als
Wortführer“, sagt Zorn, der auch seit
vier Jahren Kapitän ist. „Ich will meine
Erfahrungen weitergeben.“
Zorn ist ohne Frage einer der Stars
in der Berliner Verbandsliga. Zweimal,
in den Spielzeiten 11/12 sowie 13/14,
wurde er Torschützenkönig. Rund 30
Prozent der Tore, die der Klub seit dem
Aufstieg 2006 geschossen hat, erzielte
Zorn. Um die 200 Mal durfte er sich also
bereits feiern lassen. „Ich merke schon,
dass mir viel Respekt entgegengebracht
wird“, weiß der Vertriebsmitarbeiter in
einem Unternehmen, das überregional
Außenwerbung produziert. So ziemlich
jeder Gegner muss sich vor Duellen mit
den Mahlsdorfern eine Strategie überlegen, wie man den bulligen Stürmer bestmöglich aus dem Spiel nehmen kann.
„Es gibt da ganz unterschiedliche Herangehensweisen“, weiß Zorn. Je intensiver sich die gegnerischen Spieler auf
ihn stürzten, desto mehr Räume ergäben sich aber auch gleichzeitig für seine
Mitspieler.
So ganz gelingt es fast keiner Abwehrreihe, den 1,87-Meter-Mann komplett
kaltzustellen. Auch weil man hin und

Christoph Zorn von Eintracht Mahlsdorf.
wieder das Gefühl haben muss, dass
sich Zorn und der Ball einfach magisch
anziehen. Gerne erinnert er sich an eine
Situation in einem Spiel, das nun schon
etwas länger zurückliegt. „Ich stand bereit, um mit rechts einzuschießen. Der
Ball hüpfte dann aber irgendwie gegen
mein linkes Schienbein, ging von dort
aber trotzdem rein“, erzählt er. Das ist
der Instinkt eines Torjägers. „Zufällig
passiert so was natürlich nicht“, meint
Zorn, „das habe ich mir schon hart erarbeitet“. Auch weil er trotz seines zeitraubenden Berufs kaum eine Trainingseinheit bei der Eintracht auslässt.
Instinkt hin, Talent her: Die Mannschaft kam bislang recht schleppend in
diese noch junge Saison. In vier Spielen
konnte Mahlsdorf bislang nur einmal
gewinnen, vor allem weil es hin und

FOTO: BENEDIKT PAETZHOLDT

wieder an der nötigen Durchschlagskraft gemangelt hat. „Bislang hat uns ein
bisschen die nötige Konstanz gefehlt“,
sagt Zorn. In Panik verfällt hier deshalb
aber niemand. In den letzten Jahren
stand der Verein – vor allem auch dank
der Tore des Goalgetters – durchweg
ganz weit oben in der Tabelle, oftmals
nur wenige Punkte vom Aufstiegsplatz
entfernt. Normalerweise dürfte der Klub
zurück zu alter Stärke finden. In den
oberen Tabellenregionen gelten Altglienicke, Tasmania und der BFC Preußen
als die härtesten Konkurrenten. „Es
wäre schon ein Traum, wenn man sich
irgendwann mal Berliner Meister nennen dürfte“, sagt Zorn über die Visionen
des Klubs.
Für Zorn ist der Zusammenhalt der
entscheidende Grund für die kontinu-

ierlich starken Platzierungen der letzten
Jahre. Er bezeichnet sein Team sogar als
„Kumpeltruppe“. Viele der Spieler haben schon in der Jugend miteinander gekickt und verstehen sich deshalb prächtig, 19 Nachwuchsmannschaften zählt
der Klub insgesamt. Während manche
Klubs nach jeder Saison ihre Kader
wild durcheinanderwürfeln, haben die
Ostberliner oft nur wenige Abgänge zu
verzeichnen, die dann intelligent kompensiert werden. „Warum sollte man
hier auch weg?“, fragt Zorn rhetorisch.
Der Torjäger selbst wurde vor einigen
Jahren mal mit Tennis-Borussia Berlin
in Verbindung gebracht, die damals in
der viertklassigen Regionalliga spielten.
„Ich weiß nicht, wie konkret deren Interesse wirklich war“, sagt Zorn, „ich habe
nur davon gehört.“ Auch Lichtenberg
47 und BFC Dynamo hätten ihre Kader
gerne mit dem Angreifer verstärkt. „Der
zeitliche Mehraufwand wäre aber schon
enorm gewesen“, weiß Zorn. Und dann
ist da eben noch die Verbundenheit zu
diesem Klub. Was vor allem auch Vereinspräsident Thomas Loest freut. „Das
wirkt sich natürlich auf andere Spieler
aus.“ Passend dazu trägt Zorn im Training nicht das Trikot des FC Bayern
München oder eines anderen Klubs von
Weltruhm, sondern streift sich aus Überzeugung die Trainingskluft seines Klubs
über.
Somit hat der Kapitän auch einen
wichtigen Anteil an der positiven Entwicklung des Klubs in Sachen. Die Jugendcamps im Sommer werden auch
von Kindern besucht, die in einer anderen Ecke der Stadt wohnen. Zudem sei
die Rolle im Bezirk gewachsen. Zorn
sagt: „Mir fällt schon auf, dass der Klub
Berlins
hier Gesprächsthema ist.“

Bezirks-Jo

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MaHe092015

Region:

b

Bezirks-Journal Marzahn-Hellersdorf | September 2015

MUSIK & KONZERT

Engerling und Zöllner „Ein Maikäfer auf´m
Blatt“: Engerling feiert dieses Jahr 40 Jahre
Bühnenpräsenz und hat sich „Die Zöllner“
eingeladen. Das Konzert findet am 18. September um 18 Uhr in der Parkbühne Biesdorf,
Nordpromenade 5, 12683 Berlin, statt. Karten
gibt es an den Vorverkaufskassen für 17 Euro
zzgl. Gebühr.
Das ganz besondere Konzert: „Horch! Ein
Pop-Chor-Konzert mit dem Jäzzchor mit ä“
unter der Leitung von Cathleen Lüdde gibt es
am 19. September um 19.30 Uhr im Theodor
Fliedner Heim, Schrobsdorffstr. 35/36, 12623
Berlin. Die jungen Sängerinnen und Sänger
singen Jäzz, eine Mischung aus POP, Jazz,
Spiritual und Volksliedern und allem, was
sich nicht in eine Schublade stecken lässt
- und alles a capella! Eintritt bei Austritt!
(Spenden sind erwünscht) Veranstalter: Bürgerverein Mahlsdorf-Süd e.V.

nade 46, 12679 Berlin. Infos: Tel.: (030) 5 45
02 94.
Kostbarkeiten, die Fünfte: Zum fünften Mal
verwandeln sich die Flure des Rathauses in
Marzahn zur Galerie. Aus der Reihe „Kostbarkeiten“ sind vom 1. Oktober an Bilder
der Künstler Ellena Olsen und Peter Engl zu
sehen. Kurator der Ausstellung ist Michael
Wiedemann, unterstützt wird die Reihe
auch von BVV-Vorsteherin Kathrin Bernikas
(CDU). Das Rathaus am Helene-Weigel-Platz
ist werktags von 8 bis 20 Uhr geöffnet.

LESUNG & GESPRÄCH

„Wenn die Neugier nicht wär...“: In ihrer
besonderen Talkshow begrüßt Barbara Kellerbauer am 19. September um 19 Uhr die Eiskunstläuferin Christine Errath. Karten kosten
13, erm. 10 Euro. Tickets: Tel. (030) 542 70

Bezirks-Kulturkalender

Begleitung von Ortschronisten werden die
Dörfer besucht. Interessant sind die Dorfanlagen und die kulturhistorisch bedeutsamen
sakralen Bauten. Die Exkursion ist wieder als
Halbtagestour mit eigenem Pkw vorgesehen.
Anmeldungen nehmen Herrn Rau (Tel. 54
37 69 97) und Herr Reise (Tel. 67 89 64 42)
entgegen. Kosten: 3 Euro. Abfahrt ist um 8.45
Uhr auf dem Parkplatz unterhalb der Mühle
in Alt-Marzahn.

GESCHICHTE

MenschenLeben – Lebenswerke: Das Bezirksmuseum Marzahn-Hellersdorf eröffnet
am 11. September um 16 Uhr seine neue
Sonderausstellung. Zu sehen sind die Porträts
von 60 Persönlichkeiten, die seit dem 16.
Jahrhundert die Region Marzahn und Hellersdorf geprägt haben – darunter Charlotte
von Mahlsdorf, Kurt Schwaen und Franz

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Die Reise zum Mond: Zu einer „Reise zum
Mond“ lädt die Krankenhauskirche im Wuhlgarten am 22. September um 19 Uhr ein.
Drei Künstler präsentieren ein musikalischliterarisches Programm rund um den Roman
von Cyrano de Bergerac, den berühmten
barocken Autor mit der legendären Nase,
der sich mit überschäumender Fantasie und
hintergründigem Witz auf eine einzigartige
Expedition begibt. Eintritt: frei, um Spenden
wird gebeten. Ort: Krankenhauskirche im
Wuhlgarten, Brebacher Weg 15, Haus 34,
12683 Berlin.

Das hässliche Entlein: Märchenaufführung
in russischer Sprache frei nach H.C. Andersen
mit dem Ensemble „T&T“ für Kinder ab 3
Jahren am 27. September um 12 Uhr im Kulturforum Hellersdorf. Eintritt: Erwachsene 6
Euro, Kinder 4 Euro. Reservierung unter Tel.
(030) 564 60 21. Ort: Kulturforum Hellersdorf, Carola-Neher-Str. 1, 12619 Berlin.

MALEREI/ FOTOGRAFIE

Jürgen von Woyski - Arbeiten auf Papier:
Eine Auswahl von Reiseimpressionen des
Bildhauers Jürgen von Woyski ist bis zum
26. Oktober im Kulturforum in Zeichnungen
und Aquarellen zu sehen. Die Ausstellung
entstand in Kooperation mit der Jürgen-vonWoyski-Stiftung Hoyerswerda. Eintritt frei.
Ort: Kulturforum Hellersdorf, Carola-NeherStr. 1, 12619 Berlin.

Fotoausstellung „Baumgestalten“: Die
Fotografin Sabine Sentz war auf der Spur
der Bäume und hat sie in all ihren Facetten
aufgenommen. Das Ergebnis kann bis zum
13. November im Theater am Park bewundert
werden. Ort: Frankenholzer Weg 4, 12683
Berlin.
Mein Garten – ein kleines Paradies: Der
Garten als Sinnbild für Individualität und
Glück steht im Mittelpunkt dieser neuen Ausstellung in der Galerie M. Vorgestellt werden
Orte der Wonne in der Großraumsiedlung.
Die Ausstellung ist bis zum 17. Oktober zu
sehen. Ort: Galerie M, Marzahner Prome-

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THEATER & BÜHNE

Wie man einen König heiratet: Das Kindertheater Zimbel Zambel ist am 22. September
im Kulturforum Hellersdorf zu Gast und
präsentiert ein Marionettentheater nach dem
Grimmschen Märchen „Die kluge Bauerntochter“ mit der Mobilen Märchenbühne für
Kinder ab 3 Jahren. Beginn: 10 Uhr. Ort:
Kulturforum Hellersdorf, Carola-Neher-Str.
1, 12619 Berlin. Infos: Tel. (030) 561 61 70.
Eintritt: 4 Euro.

15

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Dann rufen Sie an:
Tel. (030) 55 49 43 60


91. Ort: Studiobühne Freizeitforum Marzahn,
Marzahner Promenade 55, 12679 Berlin.
Märchen und Brei: „Peer Gynt og Rømmegrøt“ heißt es am 23. September um 14 Uhr:
Im Rahmen der Interkulturellen Tage 2015
in Marzahn-Hellersdorf lädt das Stadtteilzentrum Hellersdorf-Ost zu einer Lesung ein.
Izabela Wieczynska stellt das norwegische
Märchen „Peer Gynt“ vor. In dem Werk setzt
sich der Autor Henrik Ibsen kritisch mit dem
romantischen Nationalismus im Norwegen
seiner Zeit auseinander. Zur Lesung wird der
norwegische Sauerrahmbrei „Rømmegrøt“
gereicht. Eintritt: 1,50 Euro. Anmeldung: Tel.
(030) 99 49 86 91. Ort: Albert-Kuntz-Straße
58, 12627 Berlin.
Schwebende Bücher – Leseempfehlungen:
Alle sechs Wochen stellen die Mitarbeiterinnen der Marzahn-Hellersdorfer Stadtbibliothek Bücher vor, die besonders lesenswert
sind. Nächster Termin ist der 30. September,
18 Uhr. Die Auswahl zieht sich durch alle
Genres hindurch – vom Roman über das
Sachbuch, Hörbuch und Kinderbuch, Altes
und Neues. Eine kunterbunte Mischung
schwebt jedes Mal auf einer eigens dafür
gespannten Leine. Zur Tradition geworden
sind das Vorlesen eines Bilderbuches und die
Rubrik „Wiederentdecktes“. Ort: MarkTwain-Bibliothek / Bezirkszentralbibliothek,
Marzahner Promenade 52-54, 12679 Berlin,
Tel. (030) 54 70 41 42.

VORTRÄGE & FÜHRUNGEN

Exkursion mit dem Heimatverein: Die Dörfer
Wesendahl, Gielsdorf und Wilkendorf stehen
auf dem Tourenplan der Exkursion des Heimatvereins Marzahn-Hellersdorf e.V. am 19.
September ab 8:45 Uhr. Unter sachkundiger

Carl Achard. Gezeigt werden unter anderem
persönliche Objekte aus dem Nachlass der
Porträtierten. Ort: Bezirksmuseum MarzahnHellersdorf, Haus 1, Alt-Marzahn 51, 12685
Berlin. Öffnungszeiten: Mo-Fr 11-17 Uhr, So
11-17 Uhr. Der Eintritt ist frei.

FILM & KINO

Vortrag über Borneo: „Im Dschungel
Borneos – Über Flüsse und Dschungelpfade“
lautet der Titel einer Video-Reportage, die am
16. September um 14.30 Uhr von Dr. Roland
Wuttke aufgeführt wird. Der Eintritt kostet
2,50 Euro; Kaffee und Kuchen gibt es für
1,70 Euro. Ort: Stadtteilzentrum „PestalozziTreff“, Pestalozzistraße 1A, 12623 Berlin.
Anmeldung unter Tel. (030) 56 58 69 20.

Ihr Veranstaltungstipp fehlt?
Mailen Sie uns:
kultur@bezirks-journal.de
Stilles Land und großes Kino: Der Filmund Fernsehwissenschaftler Frank-Burkhard
Habel macht mit seinem Leseprogramm
„Heißer Sommer in diesem Jahr – DEFAErfolge zwischen Ostsee und Erzgebirge“ Halt
in Marzahn: Am 18. September ist er um 17
Uhr im Wohnfühltreff „Marzahner Tor“. In
erster Linie wird sich der Kenner des DDRFilms unterhaltsam und mit vielen Anekdoten
den Filmen widmen, die im Norden gedreht
wurden, denn sein von Marco Voß herausgegebenes Buch über Drehorte in MecklenburgVorpommern „Stilles Land und großes Kino“
erscheint im Mai im Rostocker HinstorffVerlag. Ort: Wohnfühltreff „Marzahner Tor“,
Oppermannstraße 5, 12679 Berlin.

* zzgl. gesetzl. Umsatzsteuer

IMPRESSUM
Bezirks-Journal

Unabhängige Monatszeitung für
die Berliner Bezirke. In Kooperation mit
www.lichtenbergmarzahnplus.de

Das Bezirks-Journal erscheint einmal im Monat kostenlos
und liegt derzeit an ca. 300 Orten in den Bezirken Lichtenberg sowie Marzahn-Hellersdorf zur Mitnahme aus. Die
Zeitung finanziert sich ausschließlich durch Werbung.
Herausgeber/ Chefredakteur:
Marcel Gäding (V.i.S.d.P.)
Verlag:
Medienbüro Gäding | Marcel Gäding
Josef-Orlopp-Straße 54 | 10365 Berlin
Telefon: 030 55 49 96 56
Telefax: 030 55 49 43 69
E-Mail: redaktion@bezirks-journal.de
Internet: www.bezirks-journal.de
Facebook: www.facebook.com/bezirksjournalberlin
Twitter: www.twitter.com/bezirks_journal
Redaktion & Internet:
Marcel Gäding (Ltg.),
freie Mitarbeit: Steffi Bey, Benedikt Paetzholdt
Anzeigen & Werbung:
Falko Hoffmann, Lutz Neumann
Tel. 030 55 49-96 55/ -43 60
E-Mail: anzeigen@bezirks-journal.de
Vertrieb & Verteilung:
Detlef Matzki, Eckhard Kietzmann
E-Mail: vertrieb@bezirks-journal.de
Druck:
Pressedruck Potsdam GmbH
MADSACK Mediengruppe
Friedrich-Engels-Straße 24, 14473 Potsdam
Mitglied im
Deutschen Journalistenverband e.V.
Wirtschaftskreis Hohenschönhausen-Lichtenberg e.V.
Bundesverband mittelständische Wirtschaft e.V.
Gesamtauflage: 100.000 Exemplare
Es gilt die Anzeigenpreisliste Nr. 3/2015.
Das nächste Bezirks-Journal erscheint am 14.10.2015

16 Bezirks-Navigator

September 2015 | Bezirks-Journal Marzahn-Hellersdorf

Einmal über die
ganze Baustelle

POLITIK VOR ORT
Sven Kohlmeier, MdA, SPD: Sprechstunden im Bürgerbüro immer Di und Do
16-19 Uhr sowie Mi und Fr 10-14 Uhr,
Heinrich-Grüber-Straße 8, 12621 Berlin.

IGA Berlin 2017: Am 20. September gibt es Touren
über das künftige IGA-Gelände

Alles, was Marzahn-Hellersdorf in
den kommenden vier Wochen bewegt. Kurz. Bündig. Kompakt.
Senden Sie uns Ihre Infos!
E-Mail: redaktion@bezirks-journal.de

F

ast überall wird derzeit in den
„Gärten der Welt“, auf dem Kienberg und in angrenzenden Teilen
des Wuhletals gebaggert, gebuddelt und
gewühlt – die Bauarbeiten für die IGA
Berlin 2017 gehen zügig voran. Spaziergänger und Neugierige bekommen
davon allerdings meist nur am Rande etwas mit, denn das Baugelände ist durch
feste Zäune gesichert. Am 20. September sind jedoch Gäste auf der Baustelle
willkommen. Von 11 bis 18 Uhr findet
dort die zweite IGA-Herbsttour statt.
Ausgehend vom künftigen IGAHaupteingang nahe des U-Bahnhofes
„Neue Grottkauer Straße“ starten geführte Touren ins Gelände und vermitteln Einblicke in die Vorbereitungen am
Kienberg und im Wuhletal. Bauwerke
wie der „Wolkenhain“ und der Wuhlesteg sind in Entstehung, Pflanzungen
werden vorbereitet, Spielplätze geplant.
Ebenso sind die neuen Kienbergterrassen und der geplante Natur-ErlebnisRaum für Kinder Stationen auf den
geführten Spaziergängen. Auch Familien können den künftigen Kienbergpark
über Familientouren und Aktionen für
Kinder erkunden. Themenführungen
informieren darüber hinaus zu den geplanten Bepflanzungen oder zu den
Naturschutzmaßnahmen auf dem Weg
zur IGA. Wer ebenso die Erweiterungsflächen der Gärten der Welt erkunden
möchte, kann sich bei einem dreistündigen Spaziergang anschließen, der zweimal an diesem Tag angeboten wird.

Harald Moritz (B90/ Die Grünen), MdA:
Bürgersprechstunde am 16. September
von 18 bis 20 Uhr, Bündnisgrünes Büro,
Helene-Weigel-Platz 6, 12681 Berlin.
Liane Ollech (SPD), MdA: KiezTag mit Berlins Regierendem Bürgermeister Michael
Müller am 17. September ab 17 Uhr in
der Alten Börse Marzahn, Zur Alten Börse
59, 12681 Berlin.
Wolfgang Brauer (DIE LINKE), MdA:
Sprechstunde am 18. September von 11
bis 13 Uhr, Abgeordnetenbüro, Havemannstr. 24/2. OG, 12689 Berlin.

Impressionen
Herbsttour.

der

vergangenen

IGA-

FOTO: DOMINIK BUTZMANN

Alle Programmangebote sind kostenfrei. Festes Schuhwerk wird empfohlen.
Teilnehmende an einer Baustellen-Führung über das IGA-Gelände erhalten im
Anschluss an diesem Tag ermäßigten
Eintritt in die Gärten der Welt (1,50 €
pro Person).
Die IGA wird am 13. April 2017 eröffnet. Die Bauarbeiten sind laut Marzahn-Hellersdorfs Stadtentwicklungsund Wirtschaftsstadtrat Christian Gräff
(CDU) das größte öffentliche Infrastrukturprojekt der Hauptstadt. Insgesamt
100 Millionen Euro werden eingesetzt,
allein 48 Millionen Euro davon sind
Fördermittel aus der Gemeinschaftsaufgabe „Verbesserung der regionalen Wirtschaftsstruktur“ (GRW). 30,2 Millionen
Euro müssen durch die Schau erwirtschaftet werden (u.a. durch Eintrittskartenverkauf, Merchandising und Bustouristik). Der Anteil Berlins für das Projekt
liegt bei 9,8 Millionen Euro. (lima+/iga)

Florian Münter

Dr. Manuela Schmidt (DIE LINKE), MdA:
Kiezsprechstunde am 18. September von
10 bis 12 Uhr vor dem KAUFLAND, Märkische Allee 172, 12681 Berlin.
Dr. Gabriele Hiller (DIE LINKE), MdA:
Bürgersprechstunde am 21. September
um 17.30 Uhr, Wahlkreisbüro, Teterower
Ring 41, 12619 Berlin.
Alexander J. Herrmann (CDU), MdA: Bürgersprechstunde am 22. September um
16 Uhr, Treffpunkt bürgernAH, Cecilienplatz 4, 12619 Berlin.
Regina Kittler (DIE LINKE), MdA: Sprechstunde am 23. September von 15.30 bis
17.30 Uhr, Helene-Weigel-Platz 7, 12681
Berlin.
Die nächste Sitzung der BVV MarzahnHellersdorf findet am 17. September um
17 Uhr, Freizeitforum Marzahn, ArndtBause-Saal, Marzahner Promenade 55,
12679 Berlin. Live im Internet: http://
mh.demokratielive.org

Bestattungen

S O Z I A L B E S TAT T U N G
Feuer-oderErdbestattung
unverbindlicher und kostenfreier Hausbesuch
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Tag & Nacht

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