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Periodical volume

Full text: Marzahn-Hellersdorfer Bezirks-Journal Issue 2.2015,8

MARZAHN: Anwohner
engagieren sich für
Flüchtlinge. Seite 3

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www.bezirks-journal.de | www.lichtenbergmarzahnplus.de | www.facebook.de/bezirksjournalberlin | www.twitter.com/bezirks_journal | 2. Jhg. | Ausgabe 8 | 13. August 2015

Bahnhöfe oft im
Visier von Raddieben
Polizei vermeldet Anstieg der Fallzahlen/ LINKE
fordert Ausbau von Fahrradstellplätzen

D

ie Zahl der Fahrraddiebstähle
ist in Berlin und damit auch in
Marzahn-Hellersdorf drastisch
gestiegen. Berlinweit nahm die Zahl geklauter Räder 2014 um 16 Prozent im
Vergleich zu 2013 zu. „Damit wurde die
höchste Fallzahl der vergangenen zehn
Jahre erreicht“, heißt es dazu aus Kreisen der Berliner Polizei. Laut Statistik
der zuständigen Senatsverwaltung sind
nach Auskunft der Linksfraktion in der
Bezirksverordnetenversammlung Marzahn-Hellersdorf vor allem die S- und
U-Bahnhöfe in Marzahn-Hellersdorf
betroffen. Allein am S-Bahnhof Mahlsdorf wurden innerhalb eines Jahres 80
Delikte gemeldet.
„Die Entwicklung der Zahl der Fahrraddiebstähle sollte dem Bezirksamt und
dem Berliner Senat zu denken geben“,

erklärt Frank Beiersdorff, der stellvertretende Vorsitzende der Linksfraktion. „Neben den bereits stattfindenden
präventiven und repressiven Maßnahmen sollte der Ausbau von guten und
sicheren Fahrradstellplätzen absolute
Priorität genießen.“ DIE LINKE werde das Bezirksamt ersuchen, alle S- und
U-Bahnhöfe im Bezirk unter Begleitung
von Experten der städtebaulichen Kriminalprävention zu überprüfen, um daraus geeignete Maßnahmen zur Gestaltung von Fahrradstellplätzen ableiten zu
können. Entscheidend sei aber, dass der
Berliner Senat dazu bereit ist, die Bezirke finanziell besser zu unterstützen
Wie die Polizei reagiert und was Betroffene sagen, lesen Sie in unserem großen Report in der Beilage Standort Ost
im Innenteil! (bzj.)

AB INS WASSER!

Das kleine Freibad im Garten

Es muss nicht immer ein Freibad sein bei diesem Wetter, um sich wie Lennox (5)
zwischendurch bei tropischen Temperaturen abzukühlen. Extra für ihn wurde ein
kleiner Swimmingpool in den Garten gestellt. Lennox, der mehrmals am Tag ins
Wasser springt, hat sichtlich Freude daran.
FOTO: FALKO HOFFMANN

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Bezirks-Leben

August 2015 | Bezirks-Journal Marzahn-Hellersdorf

In eigener Sache

S

eit 2014 informiert Sie, liebe Leserinnen und Leser, das Bezirks-Journal: Mit unserer Monatszeitung für
die Bezirke Lichtenberg und MarzahnHellersdorf haben wir offensichtlich
den Nerv der Menschen getroffen. Viele
von Ihnen möchten das Bezirks-Journal
nicht mehr missen. Mit unserer Berichterstattung setzen wir uns bewusst von
unseren Wettbewerbern ab und füllen
die Lücke, die Berliner Tageszeitungen
inzwischen hinterlassen. Engagierte
Lokalreporter sind für Sie täglich unterwegs, arbeiten an Hintergrundbeiträgen,
kommen mit interessanten Persönlichkeiten ins Gespräch oder stellen für Sie
topaktuelle Veranstaltungen zusammen.
Fast zeitgleich zum Bezirks-Journal ging
2014 auch die neue Online-Zeitung LichtenbergMarzahn+ ans Netz. Tagesaktuell liefern die Kolleginnen und Kollegen

Annelies Wachsmann im Bürgergarten.

FOTOS: STEFFI BEY

Gärtnern gegen Vandalismus
Die Herausgeber Volkmar Eltzel und MarFOTO: FALKO HOFFMANN
cel Gäding.
Informationen über Interessantes, kleine
und große Ereignisse aus den Bezirken
bis in die Kieze hinein.
Ab sofort kooperieren wir mit den
Kolleginnen und Kollegen der OnlineZeitung. Künftig finden Sie im BezirksJournal ausgewählte Geschichten von
LichtenbergMarzahn+, und in der Online-Zeitung erscheinen Beiträge von den
Kolleginnen und Kollegen des BezirksJournals. Darüber hinaus beziehen wir
von der Online-Zeitung aktuelle Meldungen. Künftig arbeiten unsere Reporterinnen und Reporter Hand in Hand,
ohne dass LichtenbergMarzahn+ und
das Bezirks-Journal ihre Eigenständigkeit aufgeben.
Und was haben Sie davon? Wir bündeln unsere journalistische Kompetenz
und liefern Ihnen wie keine andere
Zeitung beziehungsweise Onlineplattform Aktuelles aus Lichtenberg, Hohenschönhausen, Marzahn und Hellersdorf.
Selbstverständlich kosten solche Projekte
Geld, das wir über Anzeigenschaltungen
und Bannerwerbung generieren. Daher
freuen wir uns über jede Unternehmerin
und jeden Unternehmer, der LichtenbergMarzahn+ und das Bezirks-Journal
auch als attraktive Werbeplattform nutzt.
Dadurch stärken Sie gut gemachten, lokalen und unabhängigen Journalismus.
Gemeinsam wollen wir noch schneller
sein als alle anderen, noch mehr Berichte aus der Region liefern und Sie, liebe
Leserinnen und Leser, sowohl in der gedruckten Ausgabe als auch online topaktuell und umfassend informieren. Auf
diese Weise verpassen Sie keine Neuigkeiten mehr. Schauen Sie doch mal rein
unter www.bezirks-journal.de und www.
lichtenbergmarzahnplus.de!
Herzlichst, Volkmar Eltzel vom
BezirkePlus-Verlag und Marcel Gäding
vom Medienbüro Gäding

HELLERSDORF: Gemeinsam angelegt, gemeinsam genutzt:
Die „Helle Oase“ an der Tangermünder Straße ist eigentlich ein Paradies – doch
Zerstörungswut macht den Ehrenamtlichen das Leben schwer.
von Steffi Bey

D

ie Geduld von Jürgen Wolf
scheint grenzenlos zu sein.
Wieder einmal hebt er die heruntergerissenen Infotafeln auf, putzt den
Dreck ab und hängt sie zurück an ihren
Platz. Manchmal muss er die kleinen
Hinweisschilder sogar komplett neu anfertigten. Wie oft er das in den vergangenen Wochen gemacht hat, kann er nicht
genau sagen.
Doch der Hellersdorfer bleibt zumindest äußerlich gefasst. „Warum soll ich
mir von den mutwilligen Zerstörern die
Laune verderben lassen“, fragt er. Und
sagt darauf entschlossen: „Das hier ist
unsere Oase und die soll es auch bleiben.“
Jürgen Wolf, der freiberufliche Landschaftsplaner, gehört zu den Helfern, die
aus einer unansehnlichen Brache an der
Tangermünder Straße einen Bürgergarten gestalten. Zunächst gab es Foren,
auf denen Anwohner und Interessierte
aus anderen Stadtteilen ihre Ideen und
Vorschläge einbrachten. Ältere Teilnehmer wünschten sich Boulebahnen, Jüngere eine Hängematten-Lounge und alle
träumten von vielen Beeten, auf denen
Blumen sprießen und Gemüse wächst.
Die Diplom-Biologin Anna Juhnke
stellte aus den Einzelteilen schließlich
ein Permakultur-Garten-Konzept zusammen: für einen offenen Nutzgarten
mit völlig geschlossenem ökologischen
Kreislauf. „Wir produzieren praktisch
keine Abfälle, sondern kompostieren,
wir nutzen das Regenwasser, pflanzen
Mischkulturen und legen Biotope an“,
erklärt die Hellersdorferin. Sogar das

Bundesamt für Naturschutz ist von dem
Projekt begeistert und zeichnete es 2012
mit dem Deutschen Naturschutzpreis –
54.000 Euro – aus.
Im selben Jahr wurde unter Anleitung
des Trägers Kids & Co begonnen, auf
dem Grundstück in der Großsiedlung die Pläne umzusetzen. Eine
besonders schweißtreibende Angelegenheit, denn der Untergrund
besteht aus verdichtetem Betonbruch. „Mit viel Kraftaufwand entfernten wir Unrat und Unkraut“,
berichtet die 80-jährige Annelies
Wachsmann. Außerdem bauten
die engagierten Hobbygärtner unter fachmännischer Anleitung beispielsweise einen Spielpatz, eine
Streetsocceranlage – auf der eine
Form des Straßenfußballs gekickt
wird, sowie Bänke und Hochbeete.
Darin wachsen inzwischen Möhren, Zwiebeln, Kohlrabi, aber auch
Tomaten und kunterbunte Blumen.
„Für mich erfüllt sich ein wunderbarer
Traum“, sagt die Rentnerin. Wie einige ihrer Nachbarn kommt sie täglich in
den großen Garten, in dem 14 verschiedene Baumarten gedeihen, gießt, erntet
und trifft Gleichgesinnte. Manchmal
kommen auch Kitagruppen oder Schulklassen vorbei.
Zu tun gibt es immer etwas: Jürgen
Wolf gestaltet gerade mit Kindern aus
dem Kiez ein rustikales Eingangstor.
Geplant ist noch ein zweites am Naumburger Ring. Neben dem hölzernen
Schriftzug „Helle Oase“ befestigt er daran auch Nistkästen für Fledermäuse.
Gut genutzt wird seit März ebenso
die Bücher-Oase. Die zur Tauschzentrale umfunktionierte Telefonzelle ist reich

bestückt. Doch auch vor diesem liebevoll gestalteten Detail machten Randalierer nicht Halt. Ende Juli schmissen sie
nachts Bestände heraus und zündeten
sie an. Der Verein Kids & Co erstattete Anzeige. „Leider wird der Garten
in den letzten Monaten
verstärkt von Vandalen
heimgesucht“, sagt Vereinsvorsitzende
Steffi
Märker. Sogar die selbstgebaute Pergola samt
Sitzbänken blieb nicht
verschont. Zudem werden von der Streetsocceranlage seit Ferienbeginn
immer wieder Umrandungen abgetreten und Holztribünen zerstört. Unbekannte reißen außerdem
fast täglich Zaunpfähle
aus dem Feuchtbiotop.
Jetzt erst recht, machen die unermüdlichen Hobbygärtner deutlich und lassen
sich nicht entmutigen. Und Jürgen Wolf
bezieht beim Reparieren der Schäden
ganz bewusst jedes Mal Kinder und Jugendliche mit ein.
Noch unklar ist derzeit, wie lange die
„Helle Oase“ überhaupt bestehen bleibt.
Der Liegenschaftsfonds stellt die Fläche
zunächst als Zwischennutzung bis 2017
bereit. „Wir setzen aber alles daran, dass
es hier ein dauerhaftes Projekt wird“,
betont Steffi Märker.

i

WEITERE INFORMATIONEN:
Bürgergarten „Helle Oase“, Tangermünder Straße 127-129. Jeden
Donnerstag finden ab 15 Uhr offene
Treffen statt. Infos: www.helle-oase.de

Bezirks-Journal Marzahn-Hellersdorf | August 2015

Bezirks-Leben

Willkommen in Marzahn

3

EHRENAMT: Die Zahl der Menschen, die Flüchtlingen den Start in ein neues Leben
erleichtern wollen, steigt. Zu ihnen gehört die Hellersdorferin Karla Huwe-Hofmeyer.
von Marcel Gäding

D

iesen späten Mittwochnachmittag verbringt Karla HuweHofmeyer im Stadtteilzentrum
Marzahn-Mitte. Es ist einer dieser Termine, von denen es in den vergangenen
Wochen schon einige gab und bei denen
besprochen werden soll, wie den Bewohnern der neuen Flüchtlingsunterkunft
am Blumberger Damm geholfen werden
kann. Karla Huwe-Hofmeyer hat sich
bereit erklärt, in der Deutsch-Gruppe
mitzumachen. Demnächst wird sie in
kleinen Gruppen unterrichten und den
geflüchteten Menschen aus dem Irak,
aus Syrien und Afghanistan beibringen,
sich mit einem Grundwortschatz in der
neuen, fremden Heimat zu verständigen. Die Seniorin aus Hellersdorf gehört
zu jenen 80 Menschen, die sich bei der
Volkssolidarität gemeldet haben, um den
Geflüchteten auf ehrenamtlicher Basis
den Start in Deutschland zu erleichtern.
Dass sich Karla Huwe-Hofmeyer für
Flüchtlinge in Marzahn engagiert, liegt
an ihrer Natur – und an ihrer eigenen
Biografie. Sie war gerade einmal vier
Jahre alt, als ihre Familie aus dem ost-

preußischen Tilsit flüchten musste. Erin- Huwe-Hofmeyer. „Außerdem habe ich
nern kann sich Karla Huwe-Hofmeyer die Erfahrung gemacht, dass man von
zwar nicht mehr an die Odyssee. Aus Menschen, denen man etwas gibt, das
Erzählungen ihrer Mutter weiß sie aber, Doppelte zurück erhält“, sagt die Senidass es über Tschechien ging, bevor die orin fast schon philosophisch. Am Ende
Familie schließlich in Berlin landete. Im- helfe der bekennenden Katholikin auch
mer wieder halfen der Familie von Karla der Glaube. „Er ist mein Fundament.“
Huwe-Hofmeyer wildfremde Menschen,
Für ihre neue ehrenamtliche Tätigkeit
darunter russische Militärangehörige. hat Karla Huwe-Hofmeyer eigens ein anHeute, mehr als 70
deres Engagement aufJahre nach dem Ende
gegeben: 20 Jahre war
des Zweiten Weltkriesie bei einer Organisages, hat sie das drintion eine Art Seelengende Bedürfnis, ein
trösterin am Telefon,
Stück von der Hilfe,
hörte sich unterschieddie sie einst erfuhr,
liche Probleme an und
weiterzugeben.
gab so manchen mit
Es ist nicht das erste
viel
Lebensweisheit
Mal, dass Karla Hugepaarten Ratschlag.
we-Hofmeyer sich ehJetzt aber reizt sie etrenamtlich für Flüchtwas Neues. Ab wann
linge einsetzt. Schon
genau sie Flüchtlingen
vor zwei Jahren überDeutsch beibringen
nahm die 74-Jährige Karla Huwe-Hofmeyer.FOTO: GÄDING wird, weiß sie noch
eine Patenschaft für
nicht. Derzeit sind
eine junge, geflüchtete Mutter und de- noch viele Fragen offen. Geklärt werren Kinder aus dem Flüchtlingsheim in den muss, wo der Unterricht stattfindet.
Hellersdorf. Daraus ist schließlich eine In keinem Fall soll eine von der Volksenge Bindung entstanden. „Ich glaube, hochschule oder anderen Trägern anich habe das Helfersyndrom“, sagt Karla gebotene Qualifikation ersetzt werden,

erklärt Gerda Krause, die für die Volkssolidarität die ehrenamtlichen Einsätze
der „Deutsch-Gruppe“ anleitet. Den ehrenamtlich tätigen Männern und Frauen
geht es eher darum, den Bewohnern des
Flüchtlingsheims ganz banale Alltagsbegriffe beizubringen. „Viele kommen aus
arabischen Ländern, müssen sich erst
einmal an unsere Schrift gewöhnen und
lernen, von links nach rechts zu schreiben“, sagt Gerda Krause. Spielerisch sollen die Flüchtlinge mit Vokabeln vertraut
gemacht werden, die ihnen im täglichen
Leben begegnen. Dazu zählen Begriffe
rund ums Einkaufen, den Schulbesuch
oder die eigene Gesundheit.
Karla Huwe-Hofmeyer lässt also alles
auf sich zukommen und freut sich bereits auf ihren ersten Einsatz. Ein wenig
Erfahrungen bringt die pensionierte Sozialarbeiterin und gelernte Apothekenhelferin mit. Vor einigen Jahren half sie
ihrem an einen Schlaganfall erkrankten
Bruder dabei, Stück für Stück die Sprache wieder zu erlangen. Scheu davor, auf
fremde Menschen zuzugehen, hat Karla
Huwe-Hofmeyer nicht. Seit neun Jahren
unterstützt sie das Projekt „Haltestelle“
bei der Diakonie und betreut dort an Demenz erkrankte Menschen.

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Bezirks-Leben

August 2015 | Bezirks-Journal Marzahn-Hellersdorf

NACHRICHTEN

Flüchtlinge
ziehen ins Parkhotel
KAULSDORF. Im ehemaligen
Parkhotel Kaulsdorf sind rund 40
Flüchtlinge untergebracht worden.
Wie das Bezirksamt mitteilt, handelt
es sich nicht um eine vom Land Berlin
betriebene Flüchtlingseinrichtung,
sondern um eine Vereinbarung zwischen dem Betreiber und den einzelnen Flüchtlingen. Das Bezirksamt
Marzahn-Hellersdorf ist bei der Unterbringung nicht beteiligt, prüft aber
die Unterbringungsbedingungen im
Parkhotel Kaulsdorf auf Einhaltung
der rechtlichen Rahmenbedingungen.
Das 2001 von zwei Frauen eröffnete
Hotel an der Brodauer Straße in neobritischer Schlossanmutung lief seit
langem schlecht, beim Hotelbewerter
tripadvisor überwogen die negativen
Meinungen über Service und Unterbringung. Erst Mitte Juli wurde an
der Kreuzung Blumberger Damm/
Landsberger Allee in Marzahn ein
sogenanntes Containerdorf für rund
400 Flüchtlinge eröffnet. Laut Bjoern
Tielebein, Fraktionsvorsitzender der
Linken im Bezirksparlament, werden
in Zukunft auch in Marzahn-Hellersdorf weitere Flüchtlingsunterkünfte
entstehen. Konkretes dazu sei jedoch
nicht bekannt. (LiMa+)
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Marzahn von
oben anschauen
MARZAHN. In 70 Metern Höhe
über der Marzahner Promenade kann
man ab Ende September einen Rundumblick über Marzahn genießen: Am
28. September öffnet auf dem Doppelhochhaus Raoul-Wallenberg-Straße
40/42 der „degewo-Skywalk Marzahner Promenade“. Die Aussichtsplattform wird für Einzelpersonen und
Gruppen bis zu 15 Personen kostenfrei
zugänglich sein. Die Gäste werden
von ortskundigen Guides begleitet.
Kristina Jahn, degewo-Vorstand:
„Das Interesse am neuen Skywalk in
Marzahn ist schon jetzt riesig. Mit
der Aussichtsplattform reagieren wir
auf die vielen Besucheranfragen, die
sich einen Überblick über Marzahn
verschaffen wollen.“ (LiMa+)
mehr Nachrichten bei

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Mit Weißfischen aus der Havel soll dieser Seeadler wieder zu Kräften kommen.

FOTO: ANDREA SCHEURING

Seeadler in städtischer „Reha“

ARTENSCHUTZ: Berlin ist auch Hauptstadt der Wildtiere. 59 Arten leben derzeit
hier. In Marzahn werden einige von ihnen aufgepäppelt.
von Andrea Scheuring

F

ast jede/r, der im grünen Bezirk
am östlichen Stadtrand lebt, wird
schon einmal eine tierische Überraschung erlebt haben. Wenn sich in der
Frühe das Rehwild ins Neubauviertel
am Kummerower Ring verirrt hat, wenn
der Fuchs den morgendlichen Weg zur
Arbeit im Springpfuhlpark kreuzt oder
der stolze Pkw-Besitzer im Frettchenweg feststellen muss, dass sich nahe
Verwandte der Straßennamen gebenden
Familie – meist neugierige Marder oder
Iltisse – an funktionswichtigen Kabeln
seines Autos zu schaffen gemacht haben.
Berlins ausgedehnte Grünzüge und
Parkanlagen, Feucht- und Waldgebiete, aber auch Friedhöfe, Brachflächen,
Flüsse, Seen und sonstige Gewässer sind
wichtige Lebens- und Rückzugsräume
für Wildtiere im ansonsten stark verdichteten Stadtgebiet. Der Naturschutzbund (NABU) Berlin hat dafür mehrere
Ursachen ausgemacht: „Seit Mitte des
letzten Jahrhunderts verschwanden
durch die Industrialisierung und Intensivierung der Landwirtschaft diverse
Lebensräume. Moore und Auen wurden trockengelegt, Wasserläufe begradigt und der Einsatz von Pestiziden und
Düngemitteln führten zum Verlust von
Tier- und Pflanzenarten, die sich auf
diese massiven Eingriffe nicht einstellen
konnten und zur Abwanderung von Arten, die sich neue Lebensräume suchen
mussten.“ Der Ersatzlebensraum in den
verschiedenen, städtischen Gebieten
mit Seen, Gärten, Obstbäumen, Komposthaufen, Mülltonnen… bietet den
Wildtieren wiederum leicht verfügbare
Nahrung. Hinzu kommt der fehlende
Jagddruck in der Stadt.
Die Gesamtartenliste der Wildtiere
(Säugetiere) in Berlin umfasst aktuell
59 Arten. Wie aus der Antwort auf eine
Schriftliche Anfrage des Abgeordneten Dr. Turgut Altug (Bündnis 90/ Die
Grünen) hervorgeht, liegen aber nur zu

wenigen Säugetierarten quantitative Angaben vor. So finden regelmäßige Zählungen etwa bei Fledermäusen an deren
großen Winterquartieren statt. Bei der
letzten Kontrolle wurden etwa 5.100
Tiere gezählt. „Da in einigen Quartieren
(Zitadelle Spandau, Fort Hahneberg)
nur ein kleiner Teil der Tiere erfasst wird,
(…) kann vermutlich von mindestens
dem doppelten Bestand ausgegangen
werden“, heißt es in dem Schreiben der
Senatsverwaltung für Stadtentwicklung
und Umwelt. Daneben hat der Biber
zirka 40 Ansiedlungen im Land Berlin.
Hinter dieser Zahl stecken vermutlich
etwa 100 bis 150 Tiere.
Zahlenmäßige Angaben zu den in der
Hauptstadt lebenden jagdbaren Wildtieren konnte der Senat nicht machen.
Trotzdem leben – insbesondere auch in
den Randbezirken Berlins – Wildschweine, Reh-, Rot- und Damwild, Waschbären, Wildkaninchen, Feldhasen, Füchse und Fasane in nicht immer trauter
Nachbarschaft mit den Menschen. Konflikte treten aber eher in Einzelfällen auf.
Etwa dann, wenn Wildschweine Gärten
oder Spielplätze umpflügen; Maulwürfe
den innerstädtischen Sportplatz für sich
entdecken; Fledermäuse in der Zeit der
Wochenstuben (im Juli/ August) vermehrt in Wohnungen einfliegen, Steinmarder oder Waschbären sich in Wohngebäuden einnisten. Manchmal verirrt
sich auch ein Wildtier im Großstadtdschungel. So wurden nach Senatsangaben im vergangenen Jahr fünf „hilflose
Fledermäuse“ bei der Wildvogelstation
des NABU in Marzahn (Zum Forsthaus
7, 12683 Berlin) abgegeben und wieder
ausgewildert.
Momentan beherbergt die Station einen einjährigen Seeadler, der Mitte Juni
im benachbarten Brandenburg mit einer
Fraktur aufgefunden worden war. Die
Verletzung am linken Flügel war nicht
ohne. Während die Tierklinik in Düppel
bei einigen ihrer Patienten Bruchverletzungen mittels Schiene und Ruhigstellen in den Griff bekommt, musste der

Flügelbruch des Seeadlers mittels Operation gerichtet werden. Nachdem das
Ärzteteam ganze Arbeit geleistet hat,
erholt sich der stattliche Greifvogel seit
kurzem in der NABU-Wildvogelstation.
Zwar mäkelt er ein bisschen am Futter
– Weißfische aus der Havel – herum,
doch die gefressenen Mengen stellen das
Betreuerteam zufrieden. „Sein Bewegungsdrang ist groß, er hat ein vernünftiges Gewicht aufgebaut“, erklärt Stationsleiter André Hallau. „Jetzt kommt
bald die Flugmuskulatur an die Reihe.“
Sofern sich das Tier weiter so gut entwickelt, wird es bald in eine Großvoliere
der Naturschutzstation Woblitz, einem
langjährigen Kooperationspartner der
Berliner Wildvogelstation, umsiedeln
können, um das Fliegen vor seiner Auswilderung richtig zu trainieren.
Die Pflege und Wiederauswilderung
von solch großen Vögeln ist für die Wildvogelstation nur mit Hilfe vieler Partner
möglich. Im Fall des jungen Seeadlers
waren dies die Klinik für kleine Haustiere der FU Berlin, die sich in diesen und
vielen anderen Fällen um fachkundige
Diagnose und Behandlung kümmert,
bevor der große Greifvogel in der Wildvogelstation zwecks „Reha“ untergebracht werden konnte. Ein Stahnsdorfer
Fischer versorgt die Station mit der notwendigen Fischnahrung. Die Großvolieren der Naturschutzstation Woblitz
bieten genug Raum, um den Greifvogel
mit einer Flügelspannweite von mehr als
zwei Metern die Flugmuskulatur trainieren zu lassen. Hier erhält er auch einen
Kennring.
Seeadler waren durch den Menschen
in Deutschland fast ausgerottet. Seit
Mitte der 1980er-Jahre und dem Verbot des Einsatzes des Insektizids DDT
erholen sich die Bestände langsam. Ein
Schwerpunkt der Verbreitung liegt in
Brandenburg. Mittlerweile gibt es dort
wieder schätzungsweise 175 Brutpaare.
Die Pflege und Wiederauswilderung eines Seeadlers beläuft sich auf mindestes
500 Euro.

Bezirks-Journal Marzahn-Hellersdorf | August 2015

Bezirks-Leben

Mit der ODEG hin und zurück zum Zwiebelmarkt
und zu den schönsten Weihnachtsmärkten

5

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E

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Weihnachtspyramide auf, in Eisenach
gibt es auf der Wartburg eine Zeitreise
ins Mittelalter, während in Weimar märchenhafte Geschichten erzählt werden.
Übrigens: Der Weihnachtsbaum hat seinen Ursprung in Thüringen.
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des Marzipans. Die historische Altstadt
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hinaus gibt es Tickets bei der ODEGServicestelle an der Möllendorffstraße
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Tickets ab 35 Euro*
19.12.2015 (Sa) Bamberg/Nürnberg
Sonderzug „Christkindles-Express“
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Tel. (030) 514 88 88 88

Das Geheimnis der Totenkronenbretter
GESCHICHTE: Nur 40 Quadratmeter groß ist das kleine Turmmuseum der Dorfkirche Kaulsdorf – aber was dort
gezeigt wird, lässt die Besucher staunen.
von Steffi Bey

E

s sind nicht viele Stufen, die in
das kleinste Museum MarzahnHellersdorfs führen. Wahrscheinlich hat Joachim Klee sie auch deshalb
noch nicht gezählt. Doch wer sich für
den kurzen Aufstieg entscheidet, wird
nicht enttäuscht.
Der Besucher steht zunächst in der
ehemaligen Glöcknerkammer. Jede
Menge Inschriften markieren den rauen
Putz: Namen, Jahreszahlen, verblichene Sprüche. „Über Generationen haben
sich dort Konfirmanden verewigt“, sagt
Joachim Klee. Dem früheren Maschinenbauingenieur ist es zu verdanken,
dass die Evangelische Kirchengemeinde
Kaulsdorf im Juli 2000 dieses einmalige
Museum eröffnete.
Dass die Schriftzüge beim Einrichten
nicht etwa übertüncht wurden, war von
Anfang an klar. Schließlich gehören sie
auch zur Geschichte des fast 800 Jahre
alten Gotteshauses. Denn einst mussten
die Konfirmanden die Glocken läuten.
Sie nutzten die Pausen zwischen dem
Ziehen der Taue, um ihre Zeichen in das
Mauerwerk zu ritzen.
Wer genauer hinschaut, entdeckt zwischen den Kritzeleien mehrere markante Abdrücke: geschwungen, teilweise
nach unten spitz verlaufend. Totenkronenbretter haben dort Spuren hinterlassen. Im zweiten Ausstellungsraum

blickt die Kaulsdorfer Jesuskirche hinter
das Geheimnis solcher Exemplare. Vier
von diesen barocken Platten hängen an
den Wänden. Auch die älteste erhaltene
aus dem Raum Berlin-Brandenburg von
1716 ist dabei.
Auf den ersten Blick sind es nur geschwungene Holzbretter mit ein paar
ausgeblichenen Schriftzügen. „Dahinter
verbirgt sich aber ein langer in Vergessenheit geratener Brauch unserer Vorfahren“, weiß Joachim Klee. Die Tafeln
wurden vom 17. bis zum 20. Jahrhundert verstorbenen, jungen, unverheirateten Menschen gewidmet. Nach damaliger Auffassung war es wichtig, dass jeder
Mensch verehelicht sein sollte. „War das
im Leben nicht möglich, wurde die Ehe
im Tod symbolisch mit Jesus nachvollzogen – die Totenkrone ist deshalb wie
eine Brautkrone anzusehen“, erklärt der
Leiter des Turmmuseums. Auf den Konsolen wurden die Kronen – aus Kunstblumen geformte Gebilde – drapiert.
Gemeinsam mit geschichtsinteressierten Freunden recherchiert der 72-Jährige seit langem zu diesem Brauch. An
den Wochenenden ist er oft mit Kirstin
Schümann in Brandenburger Kirchen
unterwegs. Von den mehr als 600 bekannten Exemplaren haben die beiden
einen großen Teil gefunden: zumeist in
den hintersten Ecken von Dachböden,
Kammern und Emporen. „Leider ist
heute nur noch wenig über den alten
Brauch bekannt, deshalb wollen wir die

Leute vor Ort sensibilisieren, damit sie
solche Schätze bewahren“, macht Klee
deutlich. In einigen Fällen gelingt das
auch und die Totenkronenbretter werden
wieder in den Kirchen aufgehängt. Seit

für die Gläubigen empfanden“, sagt der
ehrenamtliche Museumschef.
Ihn selbst fasziniert an „den vergessenen Denkmälern“ vor allem das Tröstende und Liebevolle. So ließ beispielsweise
die Familie des fünfzehnjährigen Martin
Gottlob Giese ihren Sohn nach seinem
Tod diese Worte sprechen: „Nun, ihr
Lieben weinet nicht, lebt doch eure Zuversicht. Bleibt an Gott, wie ich verblieb
und nehmt auch mit ihm vorlieb.“
Weil auf einer anderen in Kaulsdorf
gefundenen Tafel nur noch das Geburtsdatum lesbar war, durchsuchten Klee
und seine Mitstreiter unter anderem das
historische Kirchenregister von 1683 bis
1764 und fanden darin den zutreffenden
Namen des Verstorbenen. Auszüge aus
dem vergilbten Buch werden in einer
Museums-Vitrine gezeigt.
Ausgestellt sind unter anderem eine
verschließbare Einbaumtruhe aus dem
15. Jahrhundert sowie jede Menge Dokumente zur Geschichte der Dorfkirche,
die nach Kriegsverlust seit 1999 wieder
eine neogotische Turmspitze besitzt. Im
Dachboden finden die Besucher eine Fotoausstellung über Kaulsdorf von 1937.

Joachim Klee leitet das kleine Museum
ehrenamtlich.
FOTO: STEFFI BEY
der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts
wurden sie massenhaft aus den Gotteshäusern entfernt. „Weil seinerzeit viele
Geistliche den im Ursprung heidnischen
Brauch als Staubfänger und Ablenkung

i

Das Turmmuseum in der Jesuskirche
Kaulsdorf, Dorfstraße 12, ist jeden
Sonntag nach dem Gottesdienst ab 11
Uhr auf Anfrage oder verbindlich nach
Vereinbarung unter Tel. (030)
5 67 52 80 geöffnet.

Anzeigensonderveröffentlichung

Unsere eigenen vier Wände
Hausbau | Finanzierung | Energieeffizienz | Handwerk | Grundstückssuche

Berlin sucht das
„Haus des Jahres“
DAS EIGENE HAUS: Im Postbahnhof am
Ostbahnhof präsentieren 50 Hausbauunternehmen
preisverdächtige Entwürfe.

D

ie Wahl zum Haus des Jahres
ist der Höhepunkt der Berliner
Immobilienmesse „Das eigene
Haus“, zu der sich rund 130 Aussteller
angemeldet haben. Darunter sind viele
namhafte Hausbauunternehmen, Hausplaner und Architekten. Die Palette der
rund 16.000 Hausentwürfe reicht vom
preiswerten Anderthalbgeschosser in
Fertigbauweise bis zur individuell geplanten Stadtvilla in Massivbauweise,
vom altersgerechten Bungalow bis zum
zeitlos schönen Stadthaus im Bauhausstil. Fachunternehmen aus den Bereichen Energieeffizienz- und Haustechnik
wie Viessmann, Vaillant oder viele mehr
geben den Besuchern in ersten Gesprächen einen Überblick über die Leistungsvielfalt klimafreundlicher, sparsamer und effizienter Heizsysteme.
Namhafte Hausbauunternehmen haben sich um den begehrten Titel „Haus
des Jahres“ beworben, der in den Kategorien Massivhaus und Fertighaus vergeben wird. Auf der Berliner Immobilienmesse „Das eigene Haus“ am 12. und
13. September kommt es zum großen
Finale, bei dem die Jury die Gewinner
des diesjährigen Hauswettbewerbs verkünden wird. „Noch kann im Internet
fleißig abgestimmt werden“, sagt Jan
Schwalme, Veranstalter der größten Immobilienmesse in Berlin und Brandenburg und Chef vom euro messe team
schwalme. Wer sich an der Abstimmung
beteiligt, erhält Freikarten für die Berliner Immobilienmesse und hat zudem
die Chance darauf, eine Urlaubsreise
beziehungsweise wertvolle Sachpreise
zu gewinnen. Die Gewinner werden am
12. September ermittelt.
Experten im Gespräch
Baufinanzierer im Dialog: Unter den
Ausstellern befinden sich zahlreiche
Banken und Baufinanzierer. Dazu gehören klassische Bausparkassen genauso wie unabhängige Baufinanzierer, die
den Besuchern aufzeigen, wie viel Haus
sie für ihr Geld bekommen. Der Fokus
liegt erneut auf den nach wie vor niedrigen Zinsen für Baukredite. Die Finanzfachleute erklären auch, welche Gesamtkosten auf Bauherren zukommen.
Zwei Vortragsprogramme mit Verbraucherschutz-Experten:
Besucher
der Berliner Immobilienmesse können
an beiden Tagen Informationen aus erster Hand erhalten – beim kostenlosen
Vortragsprogramm, für das kompetente

Experten gewonnen wurden. Themen
werden unter anderem Baufinanzierung, Baustoffe, Energieeffizienz und
Verbraucherschutz sein.
Service rund um den Hausbau: Das
Onlineportal www.bauratgeber-deutschland.de versorgt die Messebesucher mit
wertvollen Checklisten rund um den
Hausbau. Darüber hinaus informieren
die Berater des Bauherren-Schutzbundes e.V. unter anderem über Fallstricke
beim Hausbau oder Hauskauf und er-

Messe-Chef Jan Schwalme.

FOTO: MARCEL GÄDING
klären, worauf man in rechtlicher Hinsicht achten sollte. Außerdem erhalten
die Besucher der Immobilienmesse einen umfangreichen, informativen Messekatalog. Für die Betreuung der Kinder
ist im messeeigenen Kindergarten gesorgt. Zur Stärkung und Entspannung
zwischendurch lädt das Messe-Café ein.
Abstimmung im Internet:
http://bit.ly/hausdesjahres

i

Informationen zur Messe
„Das eigene Haus“
12./13. 9. 2015, 11 bis 18 Uhr
Ort: Postbahnhof am Ostbahnhof,
Straße der Pariser Kommune 8,
10243 Berlin
Eintritt: 10 Euro inkl. Messekatalog,
Kinder haben freien Eintritt.

Anzeigensonderveröffentlichung

präsentiert von

IFA 2015: Das sind die Trends bei Hausgeräten
KOCHEN & BACKEN: Wer auf der Suche nach einem neuen Herd oder Kühlschrank ist, sollte auch
die Internationale Funkausstellung besuchen.

S

ie sind schnell, sparsam, sehen gut
aus und lassen sich neuerdings
auch vom Smartphone aus steuern: Hausgeräte wie Herde, Kochfelder,
Dunstabzugshauben,
Geschirrspüler
oder Kaffeevollautomaten. Vom 4. September an präsentieren die führenden
Hersteller auf der Internationalen Funkausstellung (IFA) die neuesten Trends.
Das Bezirks-Journal hat die wichtigsten
Entwicklungen zusammengestellt.
Energieeffizienz: Hausgeräte sind
längst keine Stromfresser mehr. Die füh-

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renden Hersteller von Backöfen, Kochfeldern oder Kühlschränken bringen
inzwischen nur noch Geräte auf den
Markt, deren Strom- und Wasserver-

brauch weit unter denen älterer Vorgänger liegen. Damit reagieren sie auf den
Wunsch vieler Verbraucher, die immer
stärker nach energieeffizienten Hausgeräten nachfragen.
Design und Technik: Die sogenannte
weiße Ware ist alles andere als blütenweiß. Inzwischen kommt in Küche oder
Bad Farbe. Auch beim Design gehen
die Hersteller mit der Zeit, nicht zuletzt
auch wegen neuer Bedienmöglichkeiten:
Viele Hausgeräte verfügen inzwischen
über berührungsempfindliche Monitore,
mit denen sich beispielsweise die Temperatur eines Backofens sowie die Garzeiten einstellen lassen. Viele Hersteller
liefern ihre Geräte mit einer WLAN-

FOTO: MIELE

Schnittstelle aus. Dadurch lassen sich
die Hausgeräte perfekt mit dem Internet
oder dem eigenen Hausnetz verbinden.
Auf diese Weise liefern die Bildschirme
Rezepte und Anregungen für frische,
gesunde Speisen. Gleichzeitig erhalten
die Nutzer Informationen über mögliche Wartungen und können – je nach
Hersteller – eine direkte Verbindung
zum Kundenservice aufbauen. Über das
heimische Netz können die Geräte auch
kombiniert werden, was in der Praxis
schon gut zwischen dem Kochfeld und
der Dunstabzugshaube funktioniert.
Viele Funktionen unter der Haube:
Etliche Hausgeräte erfüllen inzwischen
zahlreiche Aufgaben, wie ein Blick auf

die IFA-Trends 2015 beweist. Backöfen
fungieren auch als Heißluftofen, Grill
oder Dampfgarer. Auf mehreren Ebenen lassen sich verschiedene Gerichte
zubereiten. Bei den energiesparsamen
Induktionskochfeldern erleichtern Zusatzfunktionen wie Sensoren das Leben:
Sie wiegen automatisch die Kochzutaten im Topf und verfügen über einen
Überhitzungsschutz. Neu sind zudem
Küchenmaschinen, die automatisch
Speisen zubereiten: Sie kneten beispielsweise den Teig und backen anschließend
frisches Brot.
Wer ein neues Hausgerät sucht, ist auf
der Internationalen Funkausstellung gut
aufgehoben. Vor Ort stehen Berater zur
Verfügung, die alle Funktionen und Vorzüge erklären. In der Regel sind die IFANeuheiten parallel zur Messe auch im
Handel verfügbar. (bzj.)
Die IFA im Internet:
www.ifa-berlin.de

i

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Bauherren liegen beim Geld oftmals falsch

K

BAUFINANZIERUNG: Eine realistische Kalkulation verhindert böse Überraschungen beim Hausbau.

unden schätzen bei der Baufinanzierung häufig immer wieder dieselben Punkte falsch ein.
„Planungs- und kalkulatorische Fehler
können für Bauherren sehr teuer werden“, weiß Stephan Scharfenorth, Geschäftsführer des Baufinanzierungsportals Baufi24.de (https://www.baufi24.
de/). Die häufigsten Fehleinschätzungen
treten bei folgenden Themen auf.
Eine geringe Tilgung verlängert die
Rückzahlungsdauer und eine lange
Zinsbindung schafft Planungssicherheit.
„In Niedrigzinszeiten sollten Bauherren

eine möglichst hohe Tilgung sowie lange Zinsbindung anstreben. Dann rückt
die schuldenfreie Zeit meist deutlich näher“, rät Scharfenorth. In Zeiten hoher
Bauzinsen wäre es dagegen günstiger
eine kurze Zinsbindung zu vereinbaren.
Dann könnten Bauherren zur Anschlussfinanzierung von einem gesunkenen
Zinssatz profitieren.
Umso mehr Finanzierungsmöglichkeiten Bauherren vergleichen, desto
unabhängiger kann die Entscheidung
ausfallen. Idealerweise arbeiten Berater
dabei provisionsfrei und sind nicht an

bestimmte Banken gebunden. „Nur wer
mit denselben Daten exakt vergleicht,
kann auch das passendste Angebot identifizieren“, erklärt Scharfenorth. Der
Vergleich kann sowohl über unabhängige Finanzierungsberater als auch über
Webportale wie Baufi24.de erfolgen.
Eine realistische Kalkulation ist die
unabdingbare Voraussetzung, damit
der Traum vom Eigenheim nicht platzt.
Neben der Bausumme kommen noch
Gebühren, Steuern, Einrichtungskosten,
Doppelbelastung durch Miete/Zinsen
oder weitere Leistungen wie etwa für

den Gartenbau hinzu. Diese vergessen
Bauherren häufig oder kalkulieren sie zu
niedrig. „Für unvorhersehbare Ereignisse sollte immer eine ausreichend große
finanzielle Reserve eingeplant werden“,
empfiehlt Scharfenorth.
Wie monatliche Raten aus Zins,
Tilgung und Sondertilgung bei unterschiedlichen Finanzierungsbeträgen und
Beleihungssätzen ausfallen, ermitteln Interessierte schnell und einfach mit dem
Baufinanzierungsrechner (https://www.
baufi24.de/baufinanzierung-rechner/)
von Baufi24.de. (ots)

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MaHe082015

Region:

STANDORT OST
MAGAZIN FÜR ARBEIT, WIRTSCHAFT, WOHNEN & KULTUR IN DER METROPOLENREGION BERLIN-EASTSIDE | 08/2015

N

och gehört eine Menge Fantasie
dazu, sich Berlins größtes Industriegebiet bildlich vorzustellen. Derzeit dominieren freie,
sandige Flächen das Areal zwischen der
Straße Am Nordring, der Hohenschönhauser Straße, der Bitterfelder Straße und der
Wolfener Straße. Aber: Straßen und Zuwegungen sind fertiggestellt, neue Parkplätze
sind entstanden, Leitungen wurden verlegt.
Am 2. September soll der CleanTech Business Park Berlin-Marzahn eröffnet werden.
Der Marzahn-Hellersdorfer Wirtschaftskreis (MHWK) blickt mit voller Vorfreude
auf diesen Tag. „Der Clean Tech Business
Park wird ein Magnet sein und das Herzstück von Berlin Eastside bilden“, ist sich
Uwe Heß, der MHWK-Vorsitzende sicher.
Gut drei Jahre dauerten die Vorbereitungen, um das 90 Hektar große Industriegebiet ans Netz zu nehmen. Nach Auskunft
von Wirtschaftsstadtrat Christian Gräff
(CDU) sollen dort produzierende Unternehmen aus dem Bereich der erneuerbaren Energien angesiedelt werden, darunter
auch Startups. Das Areal bietet dafür die
perfekte Infrastruktur: Zur Autobahn ist es
nicht weit, die Innenstadt ist auch gut erreichbar. Die S-Bahn ist fußläufig entfernt,
zum neuen Großflughafen dauert es gerade
einmal etwas mehr als eine halbe Stunde.
Im Gegensatz zu anderen Standorten stehen hier auch Flächen für spätere Unternehmenserweiterungen zur Verfügung.
Entscheidend aber ist, dass der CleanTech
Business Park für Unternehmen geeignet
ist, die mit einer Vielzahl von Gefahrenstoffen arbeiten.
Uwe Heß vom Marzahn-Hellersdorfer
Wirtschaftskreis geht davon aus, dass
durch die Ansiedlung von Unternehmen

CHANCE AUF VIELE
NEUE ARBEITSPLÄTZE

Schulen, Kitas oder Sportplätzen muss entsprechend entwickelt werden.“ Vor allem
aber könnten nach Darstellung des MHWK
Dienstleister im Bezirk von den neuen
Unternehmen profitieren. „Das können
Reinigungsfirmen ebenso sein wie Unternehmen aus dem Bereich der Bauunterhaltung“, sagt MHWK-Geschäftsstellenleiter
Dr. Klaus Teichmann. „Ich denke, dass für
ortsansässige Firmen die Chance besteht,
zu partizipieren“, fügt Uwe Heß hinzu.
Der Marzahn-Hellersdorfer Wirtschaftskreis rechnet damit, sein Netzwerk von
derzeit 222 Mitgliedsunternehmen und
unzähligen Partnern weiter auszubauen.
Gleichzeitig mahnt der MHWK aber wichtige Infrastrukturprojekte an und hofft,
dass die Tangentialverbindung Ost von
Treptow-Köpenick über Lichtenberg und
Marzahn-Hellersdorf bis zum Berliner Ring
kommen wird. „Ohne eine vernünftige In­
frastruktur wird es mit der Ansiedlung
neuer Unternehmen schlecht“, sagt Uwe
Heß auch mit Blick auf andere Industrieflächen im Bezirk. Ein Arbeitsschwerpunkt
der kommenden Monate werde zudem das
Thema Fachkräfte sein, die auch im CleanTech Business Park benötigt werden.
Zur Eröffnung des CleanTech Business
Parks wird es am 2. September von 11 bis
20 Uhr eine Industriekonferenz im Rahmen
des 11. Wirtschaftspartnertages geben. PoUwe Heß (links) und Klaus Teichmann vom MHWK. 
Foto: Marcel Gäding diumsdiskussion sind unter anderem zu
den Themen „Chancen, Risiken und Herim CleanTech Business Park neue Ar- genossenschaft Marzahner Tor eG. Er geht ausforderungen für die Cleantech-Branbeitsplätze entstehen. Er rechnet damit, davon aus, dass – auch bedingt durch den che in Berlin“, „Mission Zukunft – Cleandass es einen großen Schub geben wird nicht enden wollenden Zuzug – bis 2030 an tech global, national und regional“ sowie
bei der Schaffung von neuen Industrie- die 3.000 bis 3.500 neue Wohnungen entste- „Cleantech meets eastside“ geplant.
arbeitsplätzen. „Das wird sich zudem auf hen werden. Für den Bezirk bedeute dies

MARCEL GÄDING
den Wohnungsmarkt auswirken“, sagt Heß, eine riesige Herausforderung, sagt Hess. INFOS:
hauptberuflich Vorstand der Wohnungs- „Denn auch die Infrastruktur in Form von www.wirtschaftspartnertag-berlin-eastside.de

WIRTSCHAFT: Vom CleanTech Business Park werden
auch Unternehmen in der Region profitieren. Der
Wirtschaftskreis sieht den Standort im Aufwind.

GE WINN
SPIEL

TIERHEIM LÄDT ZUM
TAG DER KATZE EIN

Tierheimkatze Lilly wurde auf einem Parkplatz
gefunden. Jetzt lebt sie in Hohenschönhausen. 
Foto: Marcel Gäding

OPEN AIR KLASSIK IN DEN GÄRTEN DER WELT
Die Gärten der Welt bieten auch in diesem Jahr die Kulisse für Viva la Musica – das Open Air Klassik Konzert. In einem besonderen
Ambiente mit neuer Bühne werden die Besucher am 5. September ab 19.30 Uhr auf eine „Musikalische Reise rund um das Mittelmeer“
mitgenommen. Klassiker wie „La Donna é mobile“ aus Verdis Oper Rigoletto, die „Rondo alla Turca“ von Mozart und „Funiculi, Funicola“
von Luigi Denza und Werke von Rossini, Strauß, Ravel, Mozart, Puccini und Wagner werden von der Kammerphilharmonie St. Petersburg
unter der Leitung von Juri Gilbo dargeboten. Karten gibt es zwischen 28 und 30 Euro an allen Vorverkaufsstellen. Das Bezirks-Journal vergibt dreimal zwei Freikarten. Einfach bis zum 27. August eine Mail mit Stichwort „Viva la musica“ an gewinnspiel@bezirks-journal.de (bitte
Adresse nicht vergessen!). 
Foto: Holger Koppatsch

FALKENBERG. Der Tierschutzverein für Berlin veranstaltet einen Tag rund um die Katze
und lädt Tierfreunde am 6. September von 11
bis 16 Uhr ins Tierheim an den Hausvaterweg
39, 13057 Berlin, ein. Um 11, 12.30 und 15 Uhr
gibt es Spezialführungen zum Thema Katzen.
Außerdem sind spannende Vorträge rund um
Katzen und Katzenhaltung geplant, zu denen
unter anderem eine Katzenpsychologin und
Verhaltenstherapeuten erwartet werden.
Der Tierschutzverein erklärt zudem, wie man
ehrenamtlich helfen kann und warum Tierpatenschaften dringend notwendig sind. Für
das leibliche Wohl ist in Form von vegetarischem Essen und veganem Kuchen gesorgt.
Infos: www.tierschutz-berlin.de (bzj.)

2

EIN BISSCHEN WIE IM
RAUMFAHRTZENTRUM

08/2015 | STANDORT OST | Bezirks-Journal

NAHVERKEHR: Die Berliner Verkehrsbetriebe (BVG)
haben die neue U-Bahnleitstelle in Betrieb
genommen. Vom U-Bahngelände in Friedrichsfelde
werden künftig alle neun Berliner U-Bahnlinien
zentral gesteuert. Ein Exklusiv-Besuch.

D

er Notruf erreicht die U-Bahnleitstelle der BVG um 14.28 Uhr:
Ein Fahrgast der U-Bahnlinie
7 benötigt einen Notarzt. Gespannt blicken Michael Wrzeszcz und seine
Kollegen auf den großen, überdimensionalen Bildschirm. Der betroffene Zug blinkt
auf dem Streckenschema der U-Bahnlinie
7 rot auf, während daneben die Live-Bilder
der Überwachungskamera vom Bahnhof
Gneisenaustraße zu sehen sind. Es dauert
nur wenige Minuten, bis weitere planmäßige Züge rot markiert sind. Ab jetzt gerät
der Fahrplan der U7 ins Wanken. Wertvolle
Minuten vergehen. Wenn der Notarzt noch
entscheidet, den Fahrgast im Zug zu versorgen, bleiben die nachfolgenden Züge Richtung Spandau auf der Strecke. Doch um
14.35 Uhr gibt es Entwarnung. Der Fahrgast
wird außerhalb des Zuges versorgt.

Michael Wrzeszcz ist Netzmanager, ein
erfahrener BVG-Mitarbeiter im 39. Dienstjahr. Seit einigen Tagen muss er morgens
deutlich mehr Zeit auf dem Weg zur Arbeit
einplanen. Bis vor kurzem befand sich die
U-Bahnleitstelle der BVG noch an der Potsdamer Straße in Schöneberg. Jetzt arbeiten
Wrzeszcz und eine Handvoll Kollegen in
Friedrichsfelde auf dem Gelände der Betriebswerkstatt. Doch der längere Arbeitsweg ist für Michael Wrzeszcz kein Problem.
In einem futuristischen, trapezförmigen
Gebäude arbeiten ab sofort alle Leitstellen der neun Berliner U-Bahnlinien unter
einem Dach. Von seinem Arbeitsplatz aus
kann Michael Wrzeszcz durch meterhohe
Fenster auf abgestellte U-Bahnzüge blicken, wenn es seine Zeit erlaubt. Meist aber
schaut er konzentriert auf einen seiner sieben Monitore, nimmt im Minutentakt An-

Netzmanager Michael Wrzeszcz an seinem neuen Arbeitsplatz. 
rufe entgegen oder verfolgt mit den Kollegen auf einem von drei XXL-Bildschirmen
das Geschehen auf den U-Bahnhöfen oder
auf dem Streckennetz.
Ein bisschen erinnert die neue U-Bahnleitstelle der BVG an ein Raumschiff. Drinnen, in der ersten Etage, kommen einem
gleich viele vergleichbare Bilder in den
Kopf – etwa vom Parkett der Frankfurter
Wertpapierbörse mit den vielen Flachbildschirmen oder vom Kontrollzentrum
der Weltraumorganisation NASA. 21 Arbeitsplätze stehen zur Verfügung, jeder
Mitarbeiter blickt auf sieben Monitore. Die
Tische lassen sich in ihrer Höhe so verstellen, dass man auch mal im Stehen arbeiten kann. Aus Lautsprechern dringt ab
und an für alle hörbar der Funkverkehr der
U-Bahn, zwischendurch klingeln Telefone.
Von Michael Wrzeszcz‘ Platz aus wird die
ganze Dimension deutlich. Ganz hinten, an
der Fensterfront, befinden sich drei mehrere Quadratmeter große Hauptbildschirme.
Davor sind im Halbrund die Arbeitsplätze der Teilnetzmanager aufgebaut. In der
linken Reihe werden die U-Bahnlinien 5, 8
und 9 überwacht; die Kollegen für das Monitoring der U6 und U7 sitzen mittig. Und
rechts, wo derzeit noch alle Bildschirme
schwarz sind, nehmen in drei Wochen die
Mitarbeiter der Linien U1, U2, U3 und U4
Platz. Noch arbeiten sie am alten Standort
an der Potsdamer Straße.
„Ende August wird der Umzug abgeschlossen sein“, sagt Berlins U-Bahn-Chef
Hans-Christian Kaiser. Bis auf wenige
Ausnahmen hat alles reibungslos funktioniert. Immerhin musste die gesamte
Überwachungstechnik – darunter Server,
PC-Arbeitsplätze und Funkverbindungen
– im laufenden Betrieb von Schöneberg
nach Friedrichsfelde gebracht und in nur
wenigen Stunden installiert werden. Zwei
Jahre dauerte die technische Vorbereitung.
Stolz ist U-Bahn-Chef Kaiser darauf, dass
kein Bildschirm schwarz blieb und alles
weitestgehend problemlos funktionierte.
„Man kann sagen, die U-Bahnleitstelle der
BVG ist jetzt eine Lichtenbergerin“, erklärt Kaiser. Ein wenig freut er sich auch
deshalb, weil er in Friedrichsfelde 1979 bei
den damaligen Ostberliner Verkehrsbetrieben BVB anfing. „Das Areal wurde 1930
eingeweiht, von hier aus wurden später zu
DDR-Zeiten alle Ostberliner U-Bahnzüge
gewartet und instandgesetzt.“ Man habe
bestimmt drei Jahre nach einem Standort
für die zentrale Berliner U-Bahnleitstelle
gesucht. Am Ende fiel die Entscheidung für

Foto: Marcel Gäding

Friedrichsfelde. Dort wurde ein Verwaltungsgebäude um jenen futuristischen Anbau erweitert. Stolz zeigt Kaiser auch die
um das Gebäude herumführende Terrasse,
die Teeküche mit Automatik-Wasserspender, Kaffeeautomat und demnächst auch einer Couch. Vor der Tür gibt es jede Menge
Parkplätze, zum nächsten U-Bahnhof am
Tierpark sind es nur wenige Meter. Keine
Frage: Wer hier arbeitet, hat einen schönen Arbeitsplatz. „Am wichtigsten ist uns
aber: Wir haben alles an einem Ort“, sagt
Kaiser. Waren die Angestellten der Leitstelle früher auf mehrere Etagen verteilt,
sitzen sie nun alle in einem Großraumbüro.
Was nur wenige wissen: Von Lichtenberg
aus werden künftig alle Verkehrsmittel der
BVG gemanaget: Auf dem Betriebshof an
der Siegfriedstraße arbeiten die Kollegen
von Bus und Straßenbahn; in Friedrichsfelde an der Erich-Kurz-Straße die U-Bahner.
Arbeitsabläufe können damit gestrafft und
optimiert werden.
Michael Wrzeszcz von der U-Bahnleitstelle braucht jetzt nicht jedes Mal zum
Hörer greifen und seine Kollegen anrufen.
Er verfolgt das Geschehen von seinem Arbeitsplatz aus, der auf einem Podest installiert wurde. Auch ein Kommunikationsassistent arbeitet hier, direkt neben Wrzeszcz.
Er versorgt die Kollegen der Fahrgastinformation und die zentrale Leitstelle an der
Siegfriedstraße mit allen nötigen Informationen. Bei Bedarf kann er über ein eigenes
Mikrofon sogar zentrale Durchsagen veranlassen, die in allen oder in ausgewählten
U-Bahnlinien zu hören sind. Von hier oben
aus reichen manchmal kurze Zwischenrufe oder Nachfragen. Das hat sich auch
bei dem Notarzteinsatz auf dem Bahnhof
Gneisenaustraße bemerkbar gemacht. Per
Funk werden an diesem Freitag die Fahrer
aller 29 im Einsatz befindlichen U-Bahnzüge informiert. Mit wenigen Mausklicks
disponieren die Teilnetzmanager Züge
um, damit die Fahrgäste nicht ewig auf
eine U-Bahn warten müssen. Überall auf
der Strecke gibt es Stationen, an denen UBahnzüge kehrt machen können. In diesem
Fall lässt ein BVG-Leitstellen-Mitarbeiter
einen nach Rudow fahrenden Zug am
Rohrdamm wenden und schickt ihn wieder zurück Richtung Spandau. Ohne dieses Eingreifen würden sich die U-Bahnen
auf der gesamten Strecke stauen – auf den
Bahnhöfen würden sich Menschentrauben
bilden. Dieses Mal ist alles noch einmal gut
gegangen. Es mussten keine Ersatzbusse
bestellt werden.
MARCEL GÄDING

3

Bezirks-Journal | STANDORT OST | 08/2015

AZUBI MIT BESTNOTE

WIRTSCHAFT: Karsten Heidelbach ist der ganze
Stolz eines Unternehmens aus Lichtenberg. Gerade
schloss er seine Ausbildung mit der Note 1,0 ab.
Das ist bundesweit ein seltener Spitzenwert.

S

tolz präsentiert Heike Meyer eine es an einem einzigen Schein. Heidelbach
Kopie von Karsten Heidelbachs beendete das Ganze und ging zunächst ins
Zeugnis. Sie hat das Zertifikat des Ausland. Er machte sich selbstständig. Als
Oberstufenzentrums
Bürowirt- er schließlich seine Frau kennenlernte und
schaft II eingerahmt, und das hat einen später mit ihr auch Kinder bekam, sortierte
guten Grund. Denn Karsten Heidelbach sich der junge Berliner neu. Plötzlich musshat nach dem Ende seiner dreijährigen te er nicht nur für sich, sondern auch für
Ausbildung in jedem Fach einen Einser, seine kleine Familie Verantwortung überder Gesamtnotendurchschnitt liegt bei 1,0. nehmen. Also entschied er sich, eine AusBundesweit schaffen dieses Ergebnis nur bildung zum Bürokaufmann anzufangen.
wenige. Karsten Heidelbach gehört dazu. „Bei Zahlen liegt schon mein Interesse“,
„Ich habe viel Freude bei der Arbeit, die ich sagt er. Seit Jahren ist der gläubige Christ
mache“, sagt Karsten Heidelbach, Ex-Azubi in seiner Kirchengemeinde, der „Kirche
der BSB-Saugbagger und Zweiwegetechnik Jesu Christi der Heiligen der letzten Tage“
Stefan Mattes GmbH & Co. KG. „Er hat im- Finanzsekretär. 60 Bewerbungen schrieb
mer mehr gemacht als wir erwartet haben“, er, meist kamen Absagen. „Bei meiner jetfügt Heike Meyer, seine Ausbilderin, hinzu. zigen Firma aber hatte ich irgendwie ein
Karsten Heidelbach war nicht der typi- gutes Gefühl“, blickt Heidelbach zurück.
sche Azubi. Erst mit 30 Jahren entschied Doch Ausbilderin Meyer sagt, anfangs häter sich, was Handfestes zu lernen, das er ten ihre Kollegen und sie gezögert – unter
mit einem anerkannten Abschluss krönen anderem wegen des Alters. Am Ende aber
kann. Nach dem Abitur hatte er zunächst entschied sich das Lichtenberger Industrieauf Lehramt studiert, wollte Mathe- und unternehmen dafür, Heidelbach einen AusPhysiklehrer werden. Am Ende scheiterte bildungsvertrag anzubieten. „Heute kann

Bezirks-Journal

Heike Meyer und Karsten Heidelbach.

Foto: Marcel Gäding
ich sagen: Er ist eine Bereicherung für unser Unternehmen.“
Dass es Karsten Heidelbach auf einen
solchen Abschluss bringt, führt er unter
anderem auf seine Selbstdisziplin zurück.
Nach jeder Klausur habe er sich eine Zusammenfassung erarbeitet, alle zwei Tage
eine halbe Stunde daheim die Unterlagen
studiert. Alte Prüfungsbögen nutzte er, um
die Fragen darin zu beantworten. „Viel hat
mir aber auch gebracht, dass ich mich aktiv
am Unterricht beteiligt habe.“ Als er nach
dem ersten Semester sein erstes Zwischenzeugnis erhielt, das bis auf zwei Zweien
alles Einsen aufwies, packte ihn der Ehr-

geiz: „Ich wollte in allen Fächern eine
Eins“, sagt der junge Familienvater. Parallel zur Berufsschule durchlief Heidelbach
alle Abteilungen der BSB-Saugbagger und
Zweiwegetechnik Stefan Mattes GmbH &
Co. KG. Dort konnte er seine theoretischen
Kenntnisse gleich praktisch anwenden.
Er schrieb unter anderem Rechnungen,
buchte Zahlungseingänge, half dabei mit,
Lohnzahlungen vorzubereiten. Die finale
Prüfung ließ Heidelbach dann ohne Stress
angehen. „Ein Tag vorher habe ich mir eine
Lernpause gegönnt und mich einfach nur
etwas erholt“, sagt der Azubi mit Bestnote.
Heidelbachs Chef Stefan Mattes lobt seinen Ex-Azubi in höchsten Tönen. „Herrn
Heidelbach zeichnet aus, dass er Interesse
am Beruf gezeigt hat.“ Zehn Azubis hat das
60 Mitarbeiter starke, 1994 gegründete Unternehmen, das sich auf Saugbagger spezialisiert hat, die wie eine Art Großstaubsauger Sand und Erde ansaugen. Auftraggeber
sind unter anderem die BVG und die Deutsche Bahn AG. Seine Maschinen baut das
Unternehmen mit Sitz in der Vulkanstraße
seit 15 Jahren selbst.
Um seine Zukunft muss sich Karsten
Heidelbach keine Sorgen machen. Er hat
schon seinen Anstellungsvertrag in der
Tasche. Ausruhen will er sich nicht. Ihm
schwebt vor, sich demnächst fortzubilden
und als Controller beziehungsweise Bilanzbuchhalter zu arbeiten. „Vielleicht studiere
ich auch noch einmal parallel“, sagt Heidelbach, der in Marzahn-Hellersdorf lebt.

MARCEL GÄDING

4

FAHRRADKLAU
SCHLIMM WIE NIE

08/2015 | STANDORT OST | Bezirks-Journal

KRIMINALITÄT: Die Zahl der Fahrraddiebstähle
steigt rasant: In der City Ost sind vor allem Biesdorf,
Karlshorst, der Kaskelkiez und Marzahn-Mitte
betroffen. Selbst dicke Schlösser helfen nicht, wie
ein aktueller Fall zeigt.

U

te Pechardscheck fährt gerne
Rad. Wo immer es geht, legt sie
kürzere Strecken auf zwei Rädern zurück, und das täglich. Der
Weg zwischen ihrem Zuhause und dem
S-Bahnhof Karlshorst gehört dazu. Fünf,
sechs Minuten braucht sie von der Haustür zur Station – von dort geht es mit der
S-Bahn weiter zur Arbeit. Vor wenigen Tagen lief die junge Mutter die Treppen vom
S-Bahnhof hinunter und wollte, wie all die
Jahre zuvor, ihr Rad abschließen. Doch das
geliebte Triumph, Kostenpunkt 450 Euro,
war weg. „Natürlich bin ich erst einmal
alles abgelaufen, bestimmt zehn Minuten
lang“, sagt Ute Pechardscheck. Doch von
ihrem geliebten Fahrrad fehlte jede Spur,
genau wie von dem dicken Fahrradschloss
eines bekannten Markenherstellers.
Der Platz, an dem Ute Pechardscheck
Tag für Tag ihr Fahrrad abstellte, befindet
sich in der Straße Am Carlsgarten, direkt
am S-Bahnausgang. An die 400 Fahrräder
stehen hier den lieben langen Tag, während deren Besitzer ihre Fahrt Richtung

eben zum Fahrrad. Und doch gelang es Unbekannten, das dicke Markenschloss von
Ute Pechardschecks Fahrrad zu knacken
und in aller Ruhe mit dem Zweirad davon
zu fahren. Als sie den Fall Stunden später
auf der Polizeiwache zur Anzeige bringt,
erfährt sie erstaunt: Es war das achte Fahrrad, das allein an diesem Tag im Gebiet
Karlshorst und Friedrichsfelde als gestohlen gemeldet wurde.
Karlshorst gehört zweifelsohne zu jenen
Ortsteilen in der City Ost, die am stärksten von Fahrradklau betroffen sind. Nach
einer internen Polizeistatistik, die dem
Bezirks-Journal vorliegt, verschwanden
allein im vergangenen Jahr 251 Fahrräder.
Spitzenreiter in Lichtenberg ist jedoch
Lichtenberg-Mitte, also die Gegend rund
um den Kaskelkiez und die Viktoriastadt.
Dort registrierte die Polizei 314 Fahrraddiebstähle. Innerhalb von zwölf Monaten
wurden in Lichtenberg 1.783 Fahrräder als
gestohlen gemeldet – das sind 309 mehr
als 2013. In Marzahn-Hellersdorf waren es
1.200, 86 mehr als 2013. Dort sind vor allem
Marzahn-Mitte (187), Biesdorf (181) und
Hellersdorf Nord (161) betroffen. Dass der
Fahrraddiebstahl inzwischen keine Randerscheinung mehr ist, zeigt ein Blick in die
„Polizeiliche Kriminalitätsstatistik“. Über
Berlin verteilt nahm die Zahl der Fahrraddiebstähle um 16 Prozent zu. „Damit wur1) Sichern Sie Ihr Fahrrad immer und
de die höchste Fallzahl der vergangenen
überall.
zehn Jahre erreicht“, heißt es hierzu in dem
2) Stellen Sie Ihr Fahrrad an belebten, gut
einsehbaren Orten ab.
Bericht. „Gründe für diese Entwicklung
3) Sprechen Sie Personen an, die sich an
liegen im ungebrochen hohen Stellenwert
einem Fahrrad zu schaffen machen.
des Fahrrades als urbanes Verkehrsmittel.“
4) Schließen Sie Ihr Fahrrad an FahrradDie Zunahme der Fallzahlen begründet
bügeln oder einer Laterne an.
die Polizei unter anderem auch mit einer
5) Nehmen Sie teures Zubehör ab.
„erhöhten Anzeigebereitschaft der betrof6) Stellen Sie Ihr Fahrrad auf einem Hof,
fenen Fahrradbesitzer“. Viele schließen
etc. ab, schließen sie auch dort die
inzwischen eine Fahrradversicherung ab.
Türen.
„Die Regulierung eines Versicherungsfalls
7) Achten Sie beim Kauf eines Fahrradsetzt grundsätzlich eine bei der Polizei erschlosses auf die Qualität.
stattete Strafanzeige voraus.“
8) Lassen Sie Ihr Fahrrad codieren und
Auch Ute Pechardscheck hatte ihr Fahrnotieren Sie die Nummer.
rad
versichert. Inzwischen hat die Ver9) Kennzeichnen Sie Ihr Fahrrad indivisicherung den Schaden reguliert. Dass
duell.
ausgerechnet ihr gut gesichertes Fahrrad
10) Kaufen Sie nie ein gebrauchtes Fahrgeklaut wurde, kann sie nicht nachvollzierad ohne sich vorab den alten Kaufbeleg
hen. „Zumal hier am S-Bahnhof Karlshorst
zeigen zu lassen.
oft
auch Räder herumstehen, die nicht
Polizei)
Berliner
u.a.
(Quelle:

angeschlossen wurden.“ Von ihrem Nachbarn erfuhr sie, dass dieser inzwischen drei
Schlösser einsetzt, um den Dieben das LeInnenstadt mit der S-Bahn fortsetzen. Die ben schwer zu machen. „Ich werde mein
kleine Straße parallel zur S-Bahnstrecke neues Rad mit mindestens zwei Schlössern
nach Köpenick liegt abseits vom Trubel schützen“, sagt Ute Pechardscheck.
des beliebten Lichtenberger Ortsteils. RuDie mechanische Sicherung ist nach
hig ist es dort aber keinesfalls: Gegenüber Auskunft von Polizeioberkommissar Jens
befindet sich eine Kita, daneben eine Bau- Hartwich vom Landeskriminalamt Berlin
stelle für eine neue Wohnanlage. Immer das A und O, um sich vor Fahrraddiebstahl
wieder laufen dort Menschen entlang, auf zu sichern. „Fahrradbesitzer sollten auch
dem Weg zu ihrem geparkten Auto oder individuelle Merkmale schaffen – wie

Zehn Tipps gegen
Fahrradklau

Ute Pechardscheck mit dem Fahrrad einer Bekannten am S-Bahnhof Karlshorst. Dort verschwinden derzeit viele Räder. 
Foto: Marcel Gäding
auffällige Details am Rad oder eine Kennzeichnung beziehungsweise Codierung
des Fahrradrahmens über die Polizei oder
den ADFC“, sagt Hartwich. Hochwertige
Fahrräder verfügen von Hause aus zudem
über eine Rahmennummer, die man über
eine kostenlose App registrieren lassen
kann. Beim Kauf eines geeigneten Fahrradschlosses gelte zudem die Devise, nicht
am falschen Ende zu sparen. „Oftmals ist
es tatsächlich sinnvoll zwei Schlösser zu
verwenden“, sagt der Polizeibeamte. Wesentlich sei auch, das Fahrrad nicht nur
abzuschließen, sondern auch anzuschließen – etwa an einem Fahrradbügel. Um
Fahrraddiebstahl vorzubeugen, sei die Polizei auch auf Zeugen angewiesen. „Wer
Personen bemerkt, die sich an einem Fahrrad zu schaffen machen, sollte gleich die
Polizei rufen.“ Geschädigte seien zudem
aufgefordert, den Diebstahl eines Fahrrads
anzuzeigen. „Da geht auch ganz einfach
online über die Internetwache der Berliner
Polizei.“
Mit Hilfe von Erkenntnissen – etwa
aus einer Häufung von Anzeigen aus einem bestimmten Kiez – kann die Polizei
gezielter ermitteln. Die Berliner Polizei

geht nach Angaben ihres Sprechers Stefan
Redlich „geht mit Schwerpunktmaßnahmen gegen Fahrraddiebstahl vor“. Hierzu
würden Einsatzkonzepte entwickelt, die
an die regionalen Gegebenheiten angepasst werden. Zum einen gehöre die Prävention dazu, „bei denen Fahrradbesitzer
in Bezug auf geeignete Schlösser und Sicherungsmöglichkeiten beraten werden“.
Auch finden an diesen Orten Aktionen zur
Fahrradcodierung statt. Außerdem werden
relevante Brennpunkte observiert. „Durch
intensive Ermittlungen, auch durch Sensibilisierung der Anwohner, Verdächtiges zu
melden, ist es gelungen, mehrere Tatverdächtige zu identifizieren beziehungsweise
festzunehmen“, sagt Polizeisprecher Stefan
Redlich. Drei Tatverdächtige konnten auf
diese Weise Ende Juli in Hohenschönhausen festgenommen werden. Sie hatten fünf
gestohlene Fahrräder bei sich. „Bei anschließenden Durchsuchungsmaßnahmen
fanden die Beamten vier weitere Räder.“
Anfang Juli schnappten Polizeibeamte am
S-Bahnhof Karlshorst drei mögliche Täter,
unter ihnen zwei sogenannte Intensivtäter
und ein Täter, für den bereits Haftbefehl
vorlag.
MARCEL GÄDING

Bezirks-Journal Marzahn-Hellersdorf | August 2015

Die Bodenständige

Bezirks-Politik

9

KOMMUNALPOLITIK: 1990 nahmen in Marzahn und Hellersdorf die ersten frei gewählten
Bezirksverordnetenversammlungen ihre Arbeit auf. Marlitt Köhnke (SPD) ist von Anfang ein dabei. Eine Bilanz.
von Marcel Gäding

W

Marlitt Köhnke macht seit 25 Jahren Kommunalpolitik.
im Gebäude der SED-Kreisleitung an
der Kastanienallee und daran, dass sich
ihr Büro mangels eines Rathauses in
einem Wohnhaus befand. Die vorrangigste Aufgabe bestand darin, den Wohnungsbau in Hellersdorf zu stoppen und
zunächst einmal für den Ausbau der
notwendigen Infrastruktur zu sorgen.
„Wir hatten von allem zu wenig“, blickt
Köhnke zurück. Und so konzentrierte
sich die Kommunalpolitik erst einmal
auf die Infrastruktur für die Großsiedlung. Nebenher brachte sie die Übertragung des Gründerzeitmuseums an seine
Betreiberin Charlotte von Mahlsdorf in
trockene Tücher und begleitete die Fertigstellung des Kulturforums Hellersdorf.
1992 – die SDP hieß inzwischen
SPD und die Stadtbezirksversammlung
wurde von der Bezirksverordnetenversammlung abgelöst – kandidierte Köhnke erneut, zog aber zurück. Der Grund:
Köhnke wurde von ihrer Vergangenheit
eingeholt, die sie bis dahin innerlich verdrängt hatte. Ganz offen spricht sie heute darüber, dass sie 1971 als 17-Jährige
eine Verpflichtungserklärung für das
Ministerium für Staatssicherheit unterschrieb und sich nach Besuchen im Oktoberklub und in der Mokkamilcheisbar
ausfragen ließ. „Damals glaubte ich, zu
den besseren Deutschen zu gehören und
die DDR vor ‚subversiven Elementen’
aus dem Westen schützen zu müssen“,
sagt Köhnke heute. Drei Jahre nach ihrer Unterschrift beendete sie ihre Tätigkeit wieder.
Heute ist Marlitt Köhnke mit sich im
Reinen, wie sie sagt. Sie bedauert ihren
Leichtsinn von einst. Dennoch gelang
ihr nach Bekanntwerden der StasiTatigkeit immer wieder der Einzug ins
Bezirksparlament und 2001 sogar die
Wahl zur Bezirksstadträtin. Fünf Jahre
gehörte sie dem neuen, fusionierten Bezirksamt Marzahn-Hellersdorf an. Die
zweite, kleinere politische Krise folgte jedoch 2006, als sie nicht genügend

FOTO: MARCEL GÄDING

Stimmen bekam, um erneut Bezirksstadträtin zu werden. Köhnke überließ
das Feld einem anderen Genossen. Ihr
Mandat in der BVV aber behielt sie,

CLEANTECH BUSINESS PARK BERLIN MARZAHN
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enn Marlitt Köhnke heute
durch Hellersdorf läuft, dann
ist sie schon ein wenig stolz:
Zwischen den sanierten Plattenbauten
gibt es grüne Parkanlagen, Spielplätze
und Jugendklubs. Bis heute wohnt die
SPD-Politikerin gern in Hellersdorf, woanders möchte sie auch gar nicht mehr
hin. Noch vor 25 Jahren aber sah es hier,
im einst jüngsten Stadtbezirk Ostberlins,
noch ganz anders aus. Auf sandigen Flächen standen teilweise unfertige Wohnhäuser, an Straßenbäume oder Kinderspielplätze war nicht zu denken. Als
die Mauer schließlich fiel, gerieten die
Bauarbeiten für Hellersdorf ins Stocken.
Die politische Wende durchkreuzte die
Pläne für den jungen Bezirk, mancherorts ließen die Bauarbeiter alles stehen
und liegen. „Es fehlte an allem, an einer
ärztlichen Versorgung, an Kaufhallen,
Jugendklubs und Kultureinrichtungen“,
erinnert sich die SPD-Politikerin.
Ein viertel Jahrhundert ist das jetzt
her, eine Ewigkeit. Und oftmals machen
vor allem junge Mitstreiter von Marlitt
Köhnke große Augen, wenn sie die Geschichten von einst erzählt. Dieser Tage
kramt die Kommunalpolitikerin recht
oft in diesen Erinnerungen. Immerhin
engagiert sie sich seit der politischen
Wende in der DDR in der Kommunalpolitik. Sie gehört zu den Aktivisten der
ersten Stunde, zu den Urgesteinen einer
demokratischen Bezirkspolitik, die vor
25 Jahren ihren Lauf nahm. Gerade
erst feierten die Mitglieder der heutigen
Bezirksverordnetenversammlung dieses
Jubiläum, das auf die ersten freien Kommunalwahlen im Mai 1990 in Marzahn
und Hellersdorf zurückgeht.
Bis 1989 hat Marlitt Köhnke, die mal
Philosophie an der Humboldt-Universität studierte, keine Partei an. Über
kirchliche Kontakte lernte sie bereits
zu DDR-Zeiten westdeutsche Sozialdemokraten kennen, darunter Egon Bahr.
„Mir war klar, dass es so in der DDR
nicht weitergehen kann“, sagt Marlitt
Köhnke. Als sie schließlich im Radio
davon hörte, dass in der DDR eine sozialdemokratische Partei gegründet
werden soll, fuhr sie zur Gethsemanekirche nach Prenzlauer Berg. Das war
im Oktober 1989. Einen Monat später
trat sie in die SDP ein, bezahlte ihren
ersten Parteibeitrag in Höhe von zehn
Ostmark bar und tat sich mit anderen
Gleichgesinnten zusammen, um in Hellersdorf einen SDP-Ableger zu gründen.
Im Mai 1990 kandidierte Köhnke für die
Wahl zur Hellersdorfer Stadtbezirksversammlung und zog dort mit ihren Genossen in Fraktionsstärke ein. Weil sich
der Ansturm auf die Posten im Rat des
Stadtbezirks in Grenzen hielt, schmiss
Köhnke ihren Hut kurzerhand in den
Ring – und wurde die erste frei gewählte
Stadtbezirksbürgermeisterin von Hellersdorf. Köhnke erinnert sich an die
Sitzungen der Stadtbezirksversammlung

nicht zuletzt auch wegen des Rückhalts
in der eigenen Partei. Dort gilt sie als bodenständig.
Im Laufe der Jahrzehnte hat sich
Marlitt Köhnke Respekt verschafft,
auch beim politischen Gegner. Aktuell
bekleidet sie das Amt der Jugendhilfeausschuss-Vorsitzenden, zudem ist sie
integrationspolitische Sprecherin der
SPD-Fraktion. Stolz ist sie darauf, dass
sie daran mitgewirkt habe, dass die kommunalen Jugendfreizeiteinrichtungen
an freie Träger gehen und das Freizeitforum Marzahn erhalten blieb. Aktuell
engagiert sie sich für die Flüchtlinge, die
der Bezirk aufnehmen muss und dafür,
„den Menschen im Bezirk die Angst vor
Fremden zu nehmen“.
Auch nach 25 Jahren in der Bezirkspolitik hat Marlitt Köhnke die Lust
nicht verloren, sich zu engagieren. Gern
möchte sie 2016 erneut für die BVV
kandidieren. Ihr gehe es um den Erhalt
von öffentlichen Einrichtungen und darum, vor allem jüngeren Genossen mit
Rat und Tat zur Seite zu stehen. Wenngleich die Familie in all den Jahren auf
der Strecke blieb, habe sie bis heute viel
Spaß an ihrer Arbeit.

Berlins größter Industriepark
eröffnet in Marzahn
BERLIN EASTSIDE: 90 Hektar Areal soll grünen, sauberen
und zukunftsfähigen Unternehmen als Standort dienen
Mit einer Industriekonferenz geht am
2. September Berlins größter Industriepark ans Netz; gleichzeitig fällt der
offizielle Startschuss für die Vermarkung des CleanTech Business Parks

hen ansiedlungswilligen Unternehmen
direkt Ansprechpartner zur Verfügung.
Die Eröffnung des CleanTech Business Parks Berlin-Marzahn ist eingebettet in den 11. WirtschaftsPartnerTag
Berlin eastside, der am 2. September
ab 11 Uhr stattfinden wird. Im Mittelpunkt steht die Bedeutung sauberer
Technologien und Smart City-Lösungen. Anmeldungen werden per E-Mail
unter info@wirtschaftspartnertag-berlin-eastside.de entgegengenommen.

Berlin-Marzahn. Künftig sollen auf dem
Areal zwischen der Bitterfelder Straße,
der Hohenschönhauser Straße und der
Wolfener Straße vor allem sogenannte
grüne Unternehmen angesiedelt werden, die ihren Fokus auf Themen wie
erneuerbare Energien, Speichertechnologien, Wasserwirtschaft, Kreislaufwirtschaft, emissionsarme Kraftwerke,
Energieeffizienz, nachhaltige Mobilität,
Rohstoff- und Materialeffizienz und
„grüne“ Chemie haben. „Das 90 Hektar große Gelände verfügt über eine
optimale Infrastruktur und eine hervorragende Verkehrsanbindung“, sagt der
Marzahn-Hellersdorfer Bezirksstadtrat
für Wirtschaft und Stadtentwicklung,
Christian Gräff (CDU). Mit der vor Ort
ansässigen Wirtschaftsförderung ste-

Fakten zum
CleanTech Business Park
16 Kilometer weit entfernt vom
CleanTech Business Park Berlin
Marzahn ist der Alexanderplatz.
35 Minuten dauert die Fahrt vom
CleanTech Business Park Berlin
Marzahn zum neuen Großflughafen.
99 Euro kostet die Monatsmiete (i.d.
ersten 6 Monaten) im dazu gehörigen CleanTech Innovation Center.

Noch mehr Fakten:
www.cleantechpark.de
Infos: Tel. (030) 90293-2611

Vital
& gesund
Bier und Fleisch besser nur in Maßen genießen

D

GICHT-GEFAHR: Gegrilltes enthält Purine, die im Körper zu Harnsäure abgebaut werden

er Geruch von frisch Gegrilltem
erfüllt die Luft, fröhliches Gelächter dringt von den Balkonen, dazu hin und wieder das Ploppen
von Bierflaschen – ganz klar: Sommerzeit ist Grillzeit. Denn was gibt es Schöneres, als mit Familie oder Freunden im
Grünen um den Grill zusammenzukommen und dabei dem goldenen Gerstensaft zu frönen? Schließlich gehören Bier
und Grillen für viele unweigerlich zusammen. Jedoch folgt in der Nacht dann
oft das böse Erwachen: Als Folge von zu
viel Fleisch und Bier kann nämlich ein
schmerzhafter Gichtanfall drohen.
Ob Bratwurst, Steak oder Speck - auf
den meisten Grills landet noch immer
Fleisch. Und während der Rollbraten oft
auch noch eine Bierdusche erhält, damit
die Kruste besonders lecker wird, wird
dazu auch das ein oder andere Bier getrunken. Doch viele wissen nicht, dass
Anzeige

M

sie damit zu viele Purine zu sich nehmen. Warum das so gefährlich ist? Purine aus der Nahrung werden im Körper
zu Harnsäure abgebaut. Das bedeutet,
dass der Harnsäurespiegel nach dem
Genuss von purinreichen Nahrungsmitteln in die Höhe schießen kann. So kommen bei einem Grillabend mit drei Hefeweizen über den Abend verteilt, zwei
Bratwürsten mit Ketchup, einem Steak
und etwas Nudelsalat beispielsweise fast
1.150 mg Harnsäure zusammen. Dabei
sollten Gicht-Patienten täglich nicht
mehr als 500 mg Harnsäure über die
Nahrung zu sich nehmen.
So ist es nicht verwunderlich, dass
Gicht-Patienten häufig noch am selben
Abend einen schmerzhaften Gichtanfall
erleiden. Schließlich ist ihr Harnsäurespiegel ohnehin dauerhaft erhöht und
steigt durch die falsche Ernährung zusätzlich an.

Bier ist übrigens nicht nur wegen der
Purine keine gute Wahl für Gicht-Patienten. Der darin enthaltene Alkohol hat
ebenfalls einen negativen Einfluss auf
den Harnsäurespiegel, weil er die Ausscheidung der Harnsäure über die Nieren vermindert. Wer jetzt jedoch denkt,
dass die alkoholfreie Variante die richtige Wahl ist, der irrt: Während ein halber
Liter normales Bier mit durchschnittlich 20 mg Purinen aufwartet, enthält

die gleiche Menge in der alkoholfreien
Variante immer noch im Schnitt 15 mg.
Wer das auch beim Grillen beherzigt,
muss sich nicht in Verzicht üben. So
kann eine kleinere Menge Fleisch zum
Beispiel durch gegrillten Fetakäse oder
eine Folienkartoffel ergänzt werden. Die
vegetarischen Äquivalente, wie gegrillte
Maiskolben oder Gemüsespieße, sind
ebenfalls eine leckere und purinarme
Alternative.
Wer seinen Harnsäurespiegel das ganze Jahr über unter dem Zielwert von 6
mg/dl bzw. 360 µmol/l hält und sich purin- und fruktosearm ernährt, kann auch
im Sommer mal der Grillsaison frönen.
Allerdings sollten Gicht-Patienten auf
die Portionsgrößen achten, purinarme
Beilagen essen und beim Grillen nicht
zu Alkohol und Softdrinks greifen.
Dann hat der gemütliche Grillabend
auch kein böses Nachspiel. (ots.)
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Hilfe für pflegende Angehörige
Im KEH werden Kurse zur Pflege in Familien angeboten

it der zunehmenden Zahl älterer
Menschen in Deutschland gibt es
auch immer mehr Patienten, die
nach dem Krankenhausaufenthalt pflegerische
Hilfe benötigen – ob zeitweilig oder dauerhaft.
Wer einen pflegebedürftigen Angehörigen betreut, sollte zum Schutz gegen Überlastung
professionelle Techniken und psychisch-soziale Zusammenhänge kennen.

Evangelisches Krankenhaus Königin
Elisabeth Herzberge gGmbH
Herzbergstraße 79, 10365 Berlin

PfiFf – Pflege in Familien fördern
Deshalb richtet sich das Programm „Pflege in Familien fördern“ – kurz PfiFf – an
Angehörige, die z.B. Patienten nach einem
Krankenhausaufenthalt zu Hause pflegen, versorgen und begleiten. Ziel des Programms ist
die Schulung und Anleitung, um für die Pflegetätigkeit zu qualifizieren und die pflegenden
Angehörigen in ihrer Lebenssituation zu unterstützen und zu stärken.
PfiFf ist ein Angebot, das durch das Evangelische Krankenhaus Königin Elisabeth
Herzberge (KEH) in Zusammenarbeit mit der
AOK Nordost – Die Gesundheitskasse und
unterstützt durch »Pflege in Not« und Alzheimer-Gesellschaften entwickelt wurde. Die
Teilnahme ist kostenlos und kann unabhängig
von der Krankenkassenzugehörigkeit in Anspruch genommen werden.
Pflegeanleitungen am Krankenbett
Angehörige, die entscheiden möchten, ob
sie die Pflege ihres Angehörigen übernehmen
können, erhalten mit PfiFf neben pflegerischem Fachwissen, Tipps und Hilfestellungen
zugleich Sicherheit im Umgang mit dem Erkrankten und zur Erleichterung der Alltags-

gestaltung. Pflegende Angehörige bekommen
Unterstützung bei der Bewältigung der Pflegeaufgaben in der Familie, gegebenenfalls
unter Hinzuziehung anderer Hilfsangebote,
wie z.B. von Pflegediensten, Ehrenamt oder
Selbsthilfegruppen.
Die Pflegeanleitungen werden auf die jeweils individuelle Situation abgestimmt. Mit
praktischen Übungen am Krankenbett wird
erlernt, wie Personen mit wenig Kraftanstrengung rückenschonend bewegt und mobilisiert
werden können. Die Teilnehmer erfahren viel
über spezielle Körperpflege und wie sie zusätzliche Erkrankungen vermeiden bzw. rechtzeitig erkennen können.
Nur wer sich auch selbst etwas Gutes tut,
bleibt belastbar, um Anderen helfen zu können. Die Pflegekurse bieten Informationen zur
Vorbeugung von Überlastungen, vermitteln,
auf welche Weise der Rücken geschont werden kann, und geben Anregungen, wie man
mit Entspannungsübungen vom täglichen
Stress loslässt. Nach der Teilnahme sollen Sie
sich entlastet und gestärkt fühlen.

Pflegekurse im Krankenhaus
Die Kurse richten sich sowohl an Angehörige als auch an alle Beteiligten, die sich für eine
Übernahme der Pflege entschieden haben, und
interessierte Personen, die sich auf eine eventuelle Pflegesituation vorbereiten wollen.

Der Pflegekurs findet jeweils samstags in der
Krankenpflegeschule des KEH, Herzbergstraße 79, statt. Er beginnt um 9.00 Uhr und endet
(mit Pausen) gegen 17.00 Uhr.
Die weiteren Termine im Jahr 2015
26. September
24. Oktober
14. November
12. Dezember
Bei Interesse wenden Sie sich bitte an:
Susanne Lichtenberger/Kati Bauer
Telefon: (030) 54 72-21 10
(Termine über das Sekretariat der Pflegedirektion)

IHRE GESUNDHEIT IST BEI
UNS IN GUTEN HÄNDEN!
Gefäßzentrum Berlin
Angiologie/Kardiologie/Diabetologie
Telefon: (030) 54 72 - 37 01
Gefäßchirurgie
Telefon: (030) 54 72 - 47 01
Geriatrie
Telefon: (030) 54 72 - 56 01
Orthopädie/ Unfallchirurgie
Telefon: (030) 54 72 - 34 02
Chirurgie
Telefon: (030) 54 72 - 30 20
Urologie
Telefon: (030) 54 72 - 46 01
www.keh-berlin.de

#Gesundheit
#Pflege
#Wellness
#Sport
Schnelle Hilfe bei
Fieber und Schnupfen

Sonnenbrand mit
Schwarztee behandeln

Ob Schnupfen oder Fieber – gut, wenn
die Hausapotheke dann aufgefüllt ist.
Nach Auskunft des Apothekenmagazins
„Baby und Familie“ gehört folgendes in
die Hausapotheke: Ibuprofen und Paracetamol, abschwellende Nasentropfen,
ein pflanzliches Hustenmittel, Elektrolyte, Fieberthermometer, zwei Coolpacks,
Zeckenkarte und Splitterpinzette, Wunddesinfektionsspray,
Wundheilsalbe,
Pflaster und Verbandmaterial, Gel mit
pflanzlichen Wirkstoffen gegen Sonnenbrand und Insektenstiche, Arnikasalbe
für blaue Flecke. (ots)

Ein Sonnenbrand unterscheidet sich
nicht wesentlich von einer Verbrennung,
die man sich am Herd zuzieht. „Auch bei
Verbrennungen durch die Sonne wirkt
alles lindernd, was die Haut kühlt und
anfeuchtet. Zum Beispiel Umschläge mit
Wasser oder kaltem Schwarztee“, erklärt
Dr. Birgit Kunze, Hautärztin in Hamburg, im Apothekenmagazin „Diabetes
Ratgeber“. Für die örtliche Behandlung
rät sie zu rezeptfreien Gels und Cremes
mit Hydrocortison. „Zum Einnehmen
kommen Ibuprofen, Paracetamol oder
Acetylsalicylsäure (ASS) infrage.“ (ots)

Bei Hitze ausreichend trinken
Wenn die Temperaturen steigen, ist es
besonders wichtig, für ausreichend Flüssigkeit zu sorgen. Denn wer bei Hitze
körperlich aktiv ist, sei es beim Sport
oder bei der Arbeit, kann bis zu zwei Liter pro Stunde ausschwitzen. Mindestens
zwei Liter Wasser pro Tag brauchen wir
jetzt, um die Verluste zu ersetzen, bei
körperlicher Anstrengung kann es deutlich mehr sein.

Entscheidend ist jedoch nicht nur, wie
viel, sondern auch was wir trinken. Mit
dem Schweiß gehen Mineralstoffe verloren: neben Kalium und geringen Mengen
anderer Mineralstoffe vor allem Natrium. Studien zeigen, dass Getränke mit
ausreichend Natrium für einen schnelleren Ausgleich der Flüssigkeitsbilanz
sorgen, da Natrium Wasser im Körper
bindet. (ots.)

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Sport und Spaß für jedes Alter

S

Verein Kietz für Kids-Freizeitsport e.V.:
Kurse von Aerobic bis Warmwassergymnastik

port ohne Leistungsdruck, mit viel
Spaß für Menschen jeder Altersgruppe: Das bietet der Verein Kietz
für Kids-Freizeitsport e.V. Qualifizierte
und engagierte Übungsleiter betreuen die
Sportgruppen. Interessierte können zunächst einmal ein kostenloses Probetraining absolvieren.
Sport ist gesund und hält fit. Doch
anonyme Fitnessstudios sind nicht Jedermanns Sache. Der Kietz für Kids-Freizeitsport e.V. hat daher Sportkurse entwickelt, die von Anfang an fachmännisch
betreut werden und bei denen auch der
Spaß nicht zu kurz kommt. Die Abteilung
Freizeitsport organisiert unter anderem
Badminton (Di., 19-21 Uhr, Degnerstraße 71-77, 13053 Berlin, und Do 19-22
Uhr, Falkenberger Chaussee 160, 13057
Berlin). Im Pia Olymp, Am Berl 25, 13051
Berlin, werden montags von 20 bis 21.30
Uhr und mittwochs von 19 bis 20.30 Uhr
Kurse wie Aerobic oder Zumba gegeben.
Der Schwerpunkt der Abteilung Synigia
vital und gesund liegt auf dem Rehabilitationssport und dem Funktionstraining.
Es gibt Sportgruppen für Cardio-Fitness,
Herzsport, Herz-Kreislauftraining, Behindertensport, Osteoporosegymnastik,
Warmwassergymnastik, Wirbelsäulen-

gymnastik und Sportkurse nach einer
Krebserkrankung. Präventive Wirbelsäulengymnastik, Thai Chi, Seniorensport
und Schwimmen im warmen Wasser werden im Rahmen des Gesundheitssports
angeboten. Die Warmwassergymnastik
findet im Unfallkrankenhaus Marzahn
statt. Ansprechpartner sind die Sport- und
Physiotherapie Aequilibrium, Böhlener
Straße 3-5, 12627 Berlin, sowie die Physiotherapie Asmus, Praxis mit Bewegungsbad, Havemannstraße 24, 12689 Berlin.
Interessenten erhalten vorab eine kostenlose Beratung. Als Kursleiter stehen Sportund Physiotherapeuten zur Verfügung.
Zielgruppe sind Menschen ab 45 Jahren,
die ihre Gesundheit aktiv erhalten wollen
und Sport in der Gemeinschaft lieben.

Kietz für Kids-Freizeitsport e.V.
Abtl. Freizeitsport
Abtl. Synigia vital und gesund
Zum Hechtgraben 1, 13051 Berlin
Tel. (030) 9 20 11 05
Mail: info@synigia.de
Web: www.synigia.de

12 Bezirks-Sport

August 2015 | Bezirks-Journal Marzahn-Hellersdorf

Dennis Krüger (rechts) ist derzeit Deutschlands bester 800-Meter-Läufer.

FOTO: BENEDIKT PAETZHOLDT

Integrationsarbeit auf der Tartanbahn
LEICHTATHLETIK: Dennis Krüger von Fortuna Marzahn hat bei der Deutschen Meisterschaft mal
wieder bewiesen, dass er aktuell Deutschlands bester 800-Meter-Läufer ist.
von Benedikt Paetzholdt

D

ennis Krüger, 22, versteht es
sich zu quälen. Eine Dreiviertelstunde
Ausdauertraining
hat der 800-Meter-Läufer auf der Tartanbahn im Sportforum Hohenschönhausen bereits hinter sich, da setzt er
an diesem Morgen noch mal zu einer
höchst schweißtreibenden Einheit an.
Zusammen mit seinem Bruder Tom, 20,
sprintet er zehnmal über die 100-MeterStrecke. Wer den nächsten Schritt in der
Karriere gehen will, darf eben nie nachlassen, vor allem nicht im Training.
Dass die ganze Plackerei lohnt, hat
der Läufer von Fortuna Marzahn in diesem Jahr schon ausgiebig bewiesen. Bei
der U23-Europameisterschaft verpasste
er als Vierter die Medaillenränge nur

ganz knapp. Bei der Deutschen Meisterschaft vor knapp drei Wochen konnte er
seinen Titel aus dem Vorjahr dann aber
verteidigen. „Es ist für mich eine tolle
Bestätigung für die tägliche Arbeit“, sagt
Krüger.
Ein kleiner Wermutstropfen bleibt
aber doch. Wenn sich ab der kommenden Woche die besten Leichtathleten
der Welt zur WM in Peking treffen,
wird Krüger nicht dabei sein. Obwohl er
ohne Zweifel Deutschlands bester Wettkampfläufer über die doppelte Stadionrunde ist, hat er die geforderte Norm
des Deutschen Leichtathletik-Verbandes
knapp verpasst, im Gegensatz zu seinem
härtesten Konkurrenten Robin Schembera, den er bei der DM erst wieder geschlagen hat.
Dieser Widerspruch erklärt sich durch
die Strategie, die sich die jeweiligen

Läufer für ein Jahr zurechtgelegt haben. „Ich bin ein Wettkampftyp“, sagt
Krüger. Wichtig ist, bei allen großen
Veranstaltungen eine gute Figur abzugeben. Wenn es um Plätze und Medaillen geht, spielen Zeiten häufig keine so
große Rolle. „Es gibt aber auch Läufer,
die sich ganz darauf konzentrieren, bestimmte Normen zu erfüllen“, weiß der
Berliner. Schembera gehört hierzu und
darf also mit nach China fahren. „Ich
wünsche ihm natürlich alles Gute“, sagt
Krüger, „aber ich müsste lügen, wenn
ich jetzt sage, dass mich das überhaupt
nicht wurmt“.
Präsent sein, so oft wie möglich
Wie die Trainingseinheit an diesem
Morgen zeigt, reduziert Krüger sein
Pensum trotz dieses Rückschlags aber
keineswegs. Für ihn geht es darum, sich
so oft wie möglich bei Rennen zu präsentieren. Veranstalter von lukrativen
Meetings laden gerne Läufer ein, die
für attraktive, kämpferische Wettkämpfe
stehen. Ausgerechnet das Internationale Stadionfest in Berlin (Istaf) verzichtet
in diesem Jahr aber auf seine Disziplin.
Obwohl auf dem Trainingsgelände offensiv für diesen Wettkampf geworben
wird. „Das ist schon schade“, meint
Krüger.
Diese Tatsache hat immerhin eine
gute Seite. Nach Jahren des fast ganzjährigen Trainings hat Krüger mal wieder einen längeren Urlaub eingeplant,
mit seiner Freundin will er in die Berge Österreichs fahren. Bewegen wird er
sich auch dort, und auf die Ernährung
achten. Für ihn ist diese Zeit aber ungemein wichtig, um den Kopf vor dem
wichtigen Olympiajahr 2016 mal wieder
freizubekommen. „Kein Handy, kein In-

ternet, das wird verdammt erholsam“,
sagt der Sportsoldat bei der Bundeswehr.
In wettkampfärmeren Zeiten wird sich
Krüger zudem mehr um seine Herzensangelegenheit kümmern können. Wenn
immer es die Zeit zulässt, setzt er sich
in die Tram nach Marzahn und besucht
seinen Heimatverein. Um selbst ein paar
Runden zu drehen. Vor allem aber, um
bei der Nachwuchsarbeit zu helfen. Und
Kindern, die in Kontakt mit der Sportart kommen, Lust zu machen, dabei zu
bleiben. „Es geht mir auch schon darum, dem Verein etwas zurückzugeben“,
sagt Krüger. Ohne die Unterstützung
wäre sein Weg nach oben auch deutlich
schwieriger geworden.
Die Anlage an der Allee der Kosmonauten ist ohnehin ein positives Beispiel,
wie unkompliziert man sich einfach mal
ausprobieren kann. Wer immer Lust
hat, kann hier ein paar Runden laufen.
Oder anderen dabei zusehen. Als der
sportliche Hotspot in Marzahn-Hellersdorf besitzt Fortuna auch das Potenzial,
gerade auch denen eine Perspektive zu
eröffnen, die nicht von Hause aus zum
Sport neigen. „Wenn etwas dickere Kinder gehänselt werden, hören sie gleich
wieder auf“, weiß Krüger. Er hingegen
möchte gerade solche Sportler ermutigen dranzubleiben.
Mit einer solchen Vorbildfunktion hat
sich Krüger auch einen guten Ruf bei
Sponsoren erworben. „Berlin ist kein einfaches Pflaster“, sagt er. Umso wichtiger
sei es, aus der Masse hervorzustechen.
Erst kürzlich hat er die Kooperation mit
einem Fitnessstudio geschlossen, weil
das Unternehmen überzeugt von seiner
Lebensauffassung ist. Der Schwerpunkt
liegt aber natürlich auf der Bahn. Deshalb quält er sich fast jeden Tag über die
Tartanbahn im Sportforum.

Bezirks-Journal Marzahn-Hellersdorf | August 2015

MUSIK & KONZERT

Bezirks-Kulturkalender

13

35 JAHRE TRAUMZAUBERBAUM

Livemusik auf der Börse: Robby Bobby ist
am 22. August von 19 bis 21 Uhr zu Gast
auf der Alten Börse. Der Eintritt ist frei. Ort:
Alte Börse Marzahn GmbH, Zur Alten Börse
59 (ehemals Beilsteiner Straße), 12681 Berlin.
Infos: Tel. (030) 55 07 40 74
Deutschrockstunde: Renft und Lift sind am
28. August ab 18 Uhr zu Gast in der Parkbühne Biesdorf. Karten kosten 19 Euro an
der Abendkasse. Ort: Biesdorfer Parkbühne,
Nordpromenade 5, 12683 Berlin.
Geigenrocknacht-Vollmondkonzert: Am
29. August geht es virtuos zu – ab 17.45 Uhr
in der Parkbühne Biesdorf. Karten kosten
20 Euro an der Abendkasse. Ort: Biesdorfer
Parkbühne, Nordpromenade 5, 12683 Berlin.
Zu Gast sind Angaschmäng (Chello- Rock,
München), Jump- Classic& Rock in String
(zwei Violinistinnen & eine Cellistin aus
drei Nationen), Jamie Clarke´s Perfekt und
Kolophon.
Musikalische Schiffsreise: „Nimm mich
mit, Kapitän, auf die Reise“ heißt es am 19.
August um 14.30 Uhr im JeanerTreff. Helmut
Gohlke präsentiert aus seiner Plattensammlung Lieder von Matrosen, Meer, Wind und
Wellen. Eintritt: 2,50 Euro, ein Kaffeegedeck
3 Euro. Ort: JenaerTREFF, Jenaer Str. 56,
12627 Berlin, Tel. (030) 89 99 87 96.
„Berlin, wie haste dir verändert“: Musiknachmittag mit der Schauspielerin und
Sängerin Irmelin Krause am 19. August um
14.30 Uhr. Eintritt: 2,50 Euro, Kaffeegedeck:
1,70 Euro. Ort: Stadteilzentrum „PestalozziTreff“, Pestalozzistraße 1A, 12623 Berlin.
Anmeldungen erbeten unter Tel. (030) 56 58
69 20.
Mein Cello und ich: Gartenserenade, Klassik
im sommerlichen Garten am 23. August um
17 Uhr mit Hans-Joachim Scheitzbach, Solocellist der Komischen Oper. Karten: 12, erm.
10 Euro, Reservierung unter Tel. (030) 5 61 11
53. Ort: Kulturforum Hellersdorf, CarolaNeher-Straße 1, 12619 Berlin.
Siggi Trzoss Kofferradio: Zur 500. Ausgabe
seiner Musikshow erwartet Siggi Trzoss am
30. August um 12 Uhr unter anderem Julia
Axen, Klaus Beyer, Ekki Göpelt, Lutz Hoff,
Andreas Holm, Vera Schneidenbach, Regina
Thoss und viele, viele weitere Gäste. Eintritt:
23 Euro. Ort: Freizeitforum Marzahn, Marzahner Promande 55, 12679 Berlin. Karten:
Tel. (030) 5 42 70 91.
Heller Salon: Im Hellen Salon dreht sich am
11. September ab 19.30 Uhr alles um Weltmusik. Durch den Abend führt in gewohnter
Form Alina Pätzold. Neben einer kulinarischen Einstimmung erwartet die Gäste unter
anderem Musik, Bilder und Literatur. Der
Eintritt inkl. Speisen kostet 18 Euro. Ort:
Kulturforum, Carola-Neher-Straße 1, 12619
Berlin. Infos: Tel. (030) 561 61 70.

Senden Sie uns ihre Termine:
kultur@bezirks-journal.de

MALEREI/ FOTOGRAFIE

Zeitreise nach Minsk: Fotoausstellung im
Foyer des Freizeitforums Marzahn bis zum
21. August, zu sehen jeweils Mo-Fr 6-21.30
Uhr, Sa/So 8-16 Uhr. Die Fotoschau stellt
zwölf bedeutsame Architekturdenkmäler der
belarussischen Hauptstadt vor, die in einer
historischen Retrospektive anhand der zum
Teil seltenen Archivfotos aus der Sammlung
des Minsker Historikers Vladimir Likhodedov
gezeigt werden. Eintritt frei. Ort: Freizeitforum Marzahn, Marzahner Promenade 55,
12679 Berlin.

35 Jahre Traumzauberbaum: Moosmutzel, Waldwuffel und Agga Knack gehen mit ihrem Traumzauberbaum auf Jubiläumstournee und machen am 6. September um 15 Uhr halt auf der Biesdorfer Parkbühne. 1980 hatte der Traumzauberbaum von Reinhard
Lakomy und Monika Ehrhardt seine Premiere. Nach dem Tod Lakomys setzt seine Frau das künstlerische Erbe fort. In der 35-Jahre-Geburtags-Show wird eine Bühnenfassung der nun bereits 35 Jahre alten Erfolgs-CD „Der Traumzauberbaum“ gezeigt. Karten
gibt es ab 20 Euro unter anderem bei www.eventim.de Ort: Nordpromenade 5, 12683 Berlin. 
FOTO: LAKOMY-ERHARDT

LESUNG & GESPRÄCH

Robbenjagd in Berlin: Im Rahmen des
Themenfrühstücks präsentiert der Autor Alexander Reiser am 3. September um 10 Uhr
sein Buch „Robbenjagd in Berlin“, das lustige
Geschichten von und über Aussiedler enthält.
Ort: Berliner Tschechow-Theater, Märkische
Allee 410, 12689 Berlin. Eintritt: frei.
Tagebuch eines DDR-Kriminalisten: Der
frühere Kriminalrat Hans Christoph Weise
berichtet am 6. September um 15 Uhr über
spannende Kriminalfälle von vor 1989. Er ist
zu Gast im Theater am Park, Frankenholzer
Weg 4, 12683 Berlin. Eintritt: 5 Euro.
Erinnerungen an Heinz Quermann: Er
war der Peter Frankenfeld des Ostens, der
Unterhalter Heinz Quermann (1921-2003).
Das Publikum kannte ihn aus Shows wie
„Da lacht der Bär“ oder „Zwischen Frühstück und Gänsebraten“. Am 16. September,
14.30 Uhr, plaudert seine Tochter Petra und
nimmt die Zuhörer mit auf eine Reise in
ihre Vergangenheit. Der Eintritt ist frei. Ort:
JenaerTREFF, Jenaer Str. 56, 12627 Berlin,
Tel. (030) 89 99 87 96.

(1753-1821) steht im Mittelpunkt eines
Vortrages am 9. September um 18 Uhr. Die
Historikerin Dr. Christa Hübner vom Heimatverein Marzahn-Hellersdorf e.V. zeichnet
im Rahmen der Reihe „Marzahn-Hellersdorfer Gespräch zur Geschichte“ die Spuren von
Achard in Kaulsdorf. Achard entwickelte
unter anderem die Technik zur Herstellung
von Zucker aus Zuckerrüben. Ort: Bezirksmuseum Marzahn-Hellersdorf, Haus 1, AltMarzahn 51, 12685 Berlin. Eintritt: frei
Island – Raues Paradies: Im Rahmen der
Reihe WeltErkunder präsentiert Heiko Klotz
am 9. September ab 19.30 Uhr Bilder und
Geschichten aus Island. Der Eintritt kostet
7, erm. 5 Euro. Ort: Kulturforum, CarolaNeher-Straße 1, 12619 Berlin. Infos: Tel.
(030) 561 61 70.

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VORTRÄGE & FÜHRUNGEN

Zurück im DDR-Fernsehen: Klaus Feldmann war einer der bekanntesten Fernsehgesichter der DDR, unter anderem wegen
seiner Tätigkeit als Nachrichtensprecher
der Aktuellen Kamera. Am 26. August ist
Feldmann um 19 Uhr zu Gast in der AnnaSeghers-Bibliothek. Er präsentiert Geschichten und Gedichte aus dem Eulenspiegel-Verlagshaus zum Thema „Fernsehen“. Eintritt
4, ermäßigt 3 Euro. Ort: Prerower Platz 2,
13051 Berlin.

Achard und Kaulsdorf: Das Wirken des
Naturwissenschaftlers Franz Carl Achard

Baumeister und Gartenkünstler: Wirken
und Schaffen der auf dem Zentralfriedhof in
Friedrichsfelde bestatteten Baumeister und
Gartenkünstler stehen im Mittelpunkt einer
Führung am 23. August um 14 Uhr. Kosten:
4, erm. 2 Euro. Treffpunkt ist der Haupteingang zum Zentralfriedhof, Gudrunstraße 20,
10365 Berlin.

Biesdorfer Kunstsommer: Am 20.8., 27.8.,
17.9. jeweils um 10 Uhr Führungen durch
den Schlosspark Biesdorf. Treffpunkt: Teehäuschen. Kosten: 4 Euro p.P. An den Tagen
zudem von 11 bis 16 Uhr: Malen im Park.
Kosten: 5 Euro p.P. Telefonische Anmeldung
für Führung und Malen im Grünen notwendig. Infos: Tel. (030) 5 26 78 45 93.

IMPRESSUM
Bezirks-Journal

Unabhängige Monatszeitung für
die Berliner Bezirke. In Kooperation mit
www.lichtenbergmarzahnplus.de

Das Bezirks-Journal erscheint einmal im Monat kostenlos
und liegt derzeit an ca. 300 Orten in den Bezirken Lichtenberg sowie Marzahn-Hellersdorf zur Mitnahme aus. Die
Zeitung finanziert sich ausschließlich durch Werbung.
Herausgeber/ Chefredakteur:
Marcel Gäding (V.i.S.d.P.)
Verlag:
Medienbüro Gäding | Marcel Gäding
Josef-Orlopp-Straße 54 | 10365 Berlin
Telefon: 030 55 49 96 56
Telefax: 030 55 49 43 69
E-Mail: redaktion@bezirks-journal.de
Internet: www.bezirks-journal.de
Facebook: www.facebook.com/bezirksjournalberlin
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Redaktion & Internet:
Marcel Gäding (Ltg.),
freie Mitarbeit: Steffi Bey, Benedikt Paetzholdt
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Tel. 030 55 49-96 55/ -43 60
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Vertrieb & Verteilung:
Detlef Matzki, Eckhard Kietzmann
E-Mail: vertrieb@bezirks-journal.de
Druck:
BVZ Berliner Zeitungsdruck
Am Wasserwerk 11, 10365 Berlin

Mitglied im
Deutschen Journalistenverband e.V.
Wirtschaftskreis Hohenschönhausen-Lichtenberg e.V.
Bundesverband mittelständische Wirtschaft e.V.
Gesamtauflage: 100.000 Exemplare
Es gilt die Anzeigenpreisliste Nr. 2/2014.
Das nächste Bezirks-Journal erscheint am 10.9.2015

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Marzahn-Hellersdorf den Titel „IGA
vor Ort“. Mit zwei besonderen Kursen
stimmt sie auf dieses Großereignis ein:
„Urbanes Gärtnern“ geht nach theoretischer Einführung nun in die Praxis mit
Bodenvorbereitung und fachgerechter
Pflanzung; „Anlegen eines Färbergartens auf dem IGA-Campus“ lehrt aus
Pflanzenteilen satte Farben herzustellen. Zur Eröffnung der fertiggestellten
Innenräume des Schloss Biesdorf am
Tag des Offenen Denkmals am 13. September beginnt die Vortragsreihe der
Volkshochschule in Kooperation mit
der Stiftung Ost-West-Begegnungsstätte
Schloss Biesdorf e.V. über die Schlossherren Werner und Wilhelm von Siemens.
„vhs kultur kompakt“ hat wieder ein
besonderes Highlight zu bieten: Die
Hommage „Time fades away“ am 13.
November zu Ehren des 70. Geburtstags
des Ausnahmemusikers Neil Young mit
einem Episodical des bekannten Journalisten H. P. Daniels, einer Performance
der VHS-Solokünstlerin Maike Bartz
und dem Konzertfilm „Heart of gold“.
Ebenfalls besonders ist das neue bilinguale Kunstformat „Freie Kunst Klasse/
Ateliertag“ von Martina Goldbeck, die
in der Vergangenheit zahlreiche Hochschulbewerbende aller künstlerischen
Fachrichtungen zum Erfolg gebracht
hat.
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sollen vor allem Schüler/inne/n helfen,
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Rhetorik- und Kommunikationskurse
erlernen die VHS-Schüler Strategien für
den Alltag und steigern damit ihr Selbstvertrauen .
Im Bereich „Gesundheitsbildung“
erlernen die Teilnehmer Wege zu einer
besseren Gesundheit: Massage, Tai Ji
Quan, Yoga, Autogenes Training, Stärkung von Herz und Kreislauf durch
Gesundheitsgymnastik, Aqua-Fitness,
Pilates oder Zumba. In den zahlreichen
Koch- und Backkursen dreht sich fast
alles um die gesunde Ernährung. Von
Beginnenden bis zum Profi – für alle ist
etwas dabei. Wissenswertes „Rund um
Körper und Gesundheit“ gibt es in zahlreichen Vorträgen und Workshops.
Breit gefächert ist auch das Angebot
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der Erwachsenenbildung, die nach modernen Methoden unterrichten, helfen,
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Schwedisch und Türkisch).
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16 Bezirks-Navigator

August 2015 | Bezirks-Journal Marzahn-Hellersdorf

Mit allen Sinnen schreiben

FREIZEIT: Einmal im Monat treffen sich eine Handvoll Frauen und Männer zur
Biographischen Schreibwerkstatt – sie lernen dort ihr bisheriges Leben in spannende
Geschichten zu verpacken.
von Steffi Bey

Alles, was Marzahn-Hellersdorf in
den kommenden vier Wochen bewegt. Kurz. Bündig. Kompakt.
Senden Sie uns Ihre Infos!
E-Mail: redaktion@bezirks-journal.de
Sie haben einen Themenvorschlag für
uns, kennen eine interessante Persönlichkeit oder wollen uns auf einen Geheimtipp aufmerksam machen? Unsere Redaktion freut sich auf Ihren Anruf:
Tel. (030) 55 49 96 56

Wanderausflug für
Jedermann ins Grüne
HELLERSDORF. Das Stadtteilzentrum Hellersdorf-Ost lädt am 18. August
zu einem Wanderausflug für Jedermann
ein. Es geht zur Biesdorfer Höhe in den
Landschaftspark Wuhletal. Treffpunkt
ist um 10 Uhr am Stadtteilzentrum an
der Albert-Kuntz-Straße 58. Um eine
Anmeldung unter Tel. (030) 99 49 86 91
wird gebeten. (bzj.)

Zeitzeugen aus
Marzahn gesucht
MARZAHN. Für das Ausstellungsprojekt „PlusMinus 30 - Kiezgeschichten
aus Marzahn-NordWest“ werden Anwohner gesucht, die Lust haben, ihre
Geschichten zu erzählen. MarzahnNordWest war zwischen Mitte und Ende
der 1980er-Jahre das jüngste Quartier in
Marzahn-Hellersdorf. Heute leben dort
23.000 Menschen. Besonders interessant
sind persönliche Erinnerungen und Fotos aus den vergangenen 30 Jahren. Die
Ausstellung selbst soll ab 2016 an belebten Orten im Kiez gezeigt werden. Informationen gibt es unter Telefon (030) 42
01 84 61 oder per E-Mail unter bureau@
kollegenzweikommadrei.de. (bzj.)

F

ernab vom Straßenlärm, ganz
oben in der Artothek der MarkTwain-Bibliothek, ist scheinbar
die richtige Atmosphäre, um in die Vergangenheit einzutauchen. Der Raum
hat hohe Fenster, davor steht ein langer
Tisch, an dem sieben Menschen Platz
nehmen. Drei von ihnen kommen zum
ersten Mal zum Kurs.
Dea, eine Frau Anfang 40, gehört
dazu. Auch Horst, der 81-jährige UrBerliner ist neu dabei, ebenso Dietmar,
dem seine 71 Jahre nicht anzusehen
sind und Petra, die ihre grauen Haare zu
einem Zopf zusammengebunden hat.
Eine bunt zusammengewürfelte Gruppe, die erst auf den zweiten Blick viel
verbindet. Denn so unterschiedlich ihre
Lebensgeschichten auch sind, alle wollen davon der Nachwelt berichten: den
Kindern, Enkeln und Urenkeln.
„Ich hoffe, dass ich hier das Handwerk
des Schreibens erlerne“, sagt Horst. Viel
zu erzählen hat der Senior allemal, aber
er weiß eben nicht, auf welche Art und
Weise er die Erlebnisse in die richtige
Form bringt.
Wie die anderen auch, sammelte er
bereits erste Schreiberfahrungen. Horst
gestaltete sogar schon einige Minibücher für seine Brüder. Den Anstoß, dass
er jetzt am Kurs teilnimmt, gaben seine
Enkel.
Für Tanja Steinlechner, die in BerlinMitte eine Autorenschule betreibt und
seit einem Jahr in Marzahn den Kurs anbietet, ist das ganz typisch. Sie sieht ihre
Aufgabe darin, Impulse zu geben: „Um
das biografische Textmaterial so aufzuarbeiten, dass daraus spannende Erzählungen werden“, erklärt die Autorin.
Mit verschiedenen Übungen animiert
sie die Gruppe zunächst, in den Schreibfluss zu kommen. Automatisches
Schreiben nennt sie dieses Ritual, bei
dem ein Satz vorgegeben wird, um den
die Teilnehmer eine eigene Geschichte
spinnen. „Ohne Grübeln und Denken,
notiert einfach das, was euch in den
Sinn kommt“, ermuntert sie das Team.
Drei ältere Damen, die schon länger

Konzentriert sitzen die Mitglieder der Biographischen Schreibwerkstatt am Tisch der
Mark-Twain-Bibliothek.
FALKO HOFFMANN
dabei sind, lassen sofort ihre Stifte über
das Papier gleiten. Die Neuen fühlen
sich dagegen ins kalte Wasser geschmissen. Aber irgendwie reihen letztendlich
alle ein paar spannende Sätze aneinander.
Zu einem Höhepunkt der Zusammenkunft entwickelt sich aber die zweite
Aufgabe. Die Teilnehmer sollen sich
ein Ereignis aus ihrem Leben aussuchen und daraus eine Szene gestalten.
„Versucht dabei mit allen Sinnen zu beschreiben“, erklärt die Kursleiterin.
Nach 20 Minuten ist die Zeit um und
jeder einzelne liest seinen Beitrag vor.
Respektvoll und emotional reagieren
die Zuhörer. Denn sie tauchen ein in die
Welt der anderen. Sie können sich den
verzweifelten Horst und seine Mutter
vorstellen, als nach Kriegsende die eingelagerten Kartoffeln vollständig erfroren waren. Sie teilen Deas Freude über

Florian Münter

ihre glückliche Schwangerschaft, nehmen an Antjes erstem Familienausflug
in den Westen Berlins teil oder reisen
mit Christa nach Syrien an einen ganz
besonderen Ausgrabungsort.
Anerkennend wird bei einigen Geschichten auf den Tisch geklopft. Es
wird ebenso nachgefragt und besprochen, was noch anschaulicher rüberkommen könnte.
Nach drei Stunden ist zunächst alles
gesagt und geschrieben. Die drei Neuen
wollen auf jeden Fall wiederkommen.
Und auch die anderen freuen sich auf
den nächsten Treff. Tanja Steinlechner
findet die Teilnehmer talentiert. Christa hat sie sogar animiert, ein Buch zu
schreiben: über ihr besonderes Leben in
Syrien. Die 62-Jährige wohnt erst seit
zwei Jahren wieder in Deutschland.
Zuvor war sie mehr als 30 Jahre in dem
arabischen Land zu Hause.

Bestattungen

S O Z I A L B E S TAT T U N G
Feuer-oderErdbestattung
unverbindlicher und kostenfreier Hausbesuch
komplette Antragsstellung und Erledigung alle Formalitäten
Kostenübernahme durch das Sozialamt

Tag & Nacht

30 34 04 47
        
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