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Periodical volume

Full text: Marzahn-Hellersdorfer Bezirks-Journal Issue 2.2015,10

Hellersdorf: Ein
Geomuseum auf 40
Quadratmetern. Seite 2

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Komoß will es noch
einmal wissen

SammlerGlücK

Wahlen 2016: SPD nominiert Rathaus-Chef erneut

G

eht es nach den Sozialdemokraten, wird Marzahn-Hellersdorfs
Bürgermeister Stefan Komoß
(SPD) auch nach der Wahl 2016 Chef
im Rathaus am Alice-Salomon-Platz
bleiben. Im Rahmen einer Kreisdeligiertenversammlung nominierten sie Komoß für den Posten.
Die Sozialdemokraten wählten mit 82
Prozent der Stimmen Bürgermeister Stefan Komoß, den Chef des Kreisverbandes, zum Spitzenkandidaten der BVVListe. Er erklärte dazu: „Dieses klare
Votum ist ein deutliches Zeichen unserer
Partei, dass wir mit einer Politik der klaren Ergebnisse, wie dem Abbau der Jugendarbeitslosigkeit um 60 Prozent und
der Erlangung der Schuldenfreiheit ab
dem nächsten Jahr, einen erfolgreichen
Politikwechsel für Marzahn-Hellersdorf

erreicht haben. Diesen für unseren Bezirk so positiv wirkenden, sozialdemokratischen Weg will ich als Bezirksbürgermeister zusammen mit meiner Partei
auch nach der Berlin-Wahl 2016 weiter
gehen.“
Die Bezirksliste zur Wahl der BVV
führt Komoß an, gefolgt von Liane
Ollech und Gordon Lemm. Auf den
Plätzen 4 bis 10 folgen Marlitt Köhnke,
Ulrich Brettin, Christiane Uhlich, Klaus
Mätz, Jennifer Hübner, Paul Kneffel
und Melanie Rosliwek-Hollering. Bei
den BVV-Wahlen 2011 erzielte die SPD
in Marzahn-Hellersdorf 26,4 Prozent
und wurde zweitstärkste Kraft nach der
Partei Die Linke (31,2 Prozent). Über
eine Zählgemeinschaft von SPD mit
CDU und Grünen gelang es, Komoß
zum Bürgermeister zu küren. (el.)

Große Autoren ganz klein
Horst Radtke aus Marzahn hat ein ungewöhnliches Hobby. Der 81-Jährige sammelt Bücher im Miniaturformat. Mehr als 3.500 Exemplare umfasst seine Sammlung. Dazu gehören auch Werke großer Autoren. Mehr auf Seite 4. Foto: S. Bey

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Bezirks-Leben

Oktober 2015 | Bezirks-Journal Marzahn-Hellersdorf

Herbert Schlegel in dem 40 Quadratmeter großen Geomuseo.

Foto: Marcel Gäding

Jeder Stein ein Schatz

GESCHICHTE: Das Geomuseo zeigt im Grünen Haus in Hellersdorf 200
verschiedene Edelsteine, Fossilien, Mineralien, Meteoriten und Edelmetalle.
Geologen nehmen die Besucher mit auf eine Reise in die Vergangenheit.
von Marcel Gäding

D

er Weg zum Bahnhof Wuhletal kann für Herbert Schlegel
schon etwas Zeit in Anspruch
nehmen. Aufmerksam blickt der Geologe auf den Schotter, in dem er den einen oder anderen Schatz vermutet. Jeder
Stein auf seinem Weg könnte ein neues
Fundstück für seine Sammlung werden,
die mehr als eine Millionen Exponate
umfasst. Seit seiner Kindheit haben es
dem heute 80-Jährigen Edelsteine, Minerallien und Fossilien angetan. Ein kleiner
Teil seiner Exponate ist im Geomuseo zu
sehen, dem wohl kleinsten geologischen
Museum Berlins, wenn nicht sogar der
Bundesrepublik.
Wer das Geomuseo sucht, muss gute
Augen haben: Klein sind die Schilder, die
auf seine Existenz in der zweiten Etage
des „Grünen Hauses“ an der Boizenburger Straße 52 hinweisen: Am Rande des
Wuhletals entstand dort vor zwei Jahren
auf gerade einmal 40 Quadratmetern
Fläche eine kleine, aber feine Ausstellung. Gesteine sind dort ausgestellt, Natursteine und Minderalien, Fossilien und
Bodenschätze. „Wir möchten im Museum das Basiswissen über die Geologie
vermitteln“, sagt Herbert Schlegel. Dabei gehe es um die Geschichte der Erde
und ihre Entstehung. Lohnenswert ist
eine Führung mit dem Geologen, der 90
Prozent aller Exponate zusammentrug.
Einen echten Knochen eines Sauriers
kann er zeigen, auch Bernstein in seinen
schönsten Formationen. In den Regalen
liegen ein Achat, gefunden in Schlottwitz bei Dresden, und eine Wüstenrose
aus der Sahara. Aus Pakistan stammt

ein Aquamarin. Aber auch aus Marzahn
und Hellersdorf finden sich kleine Schätze, die eine ganze Menge Informationen
über die erdgeschichtliche Entstehung
preisgeben. Schlegel sagt, dass unsere
Region siebenmal von einem Gletscher
überzogen war. Die von den gewaltigen
Eismassen transportierten Gesteine finden sich auch heute noch im Erdreich.
„Mit dem Bau von Hellersdorf kamen
Ende der 1980er-Jahren unendlich viele
Findlinge zum Vorschein“, erinnert sich
Schlegel. Kurzerhand bezeichnet er Hellersdorf deshalb auch als Hellersdorfer
Steinreich, durch das er regelmäßig fachkundige Führungen anbietet.
Dass Schlegel einmal Mitinitiator eines
geologischen Museums sein wird, macht
ihn stolz. Ein lang gehegter Traum geht
für den Geologen in Erfüllung. Schon
als junger Mann leitete er in Schulen der
DDR Arbeitsgemeinschaften und versuchte, Kinder und Jugendliche für die
Geologie zu begeistern. Das gelang ihm
anfangs nur bedingt: Im mecklenburgischen Holthusen richtete er mit seiner
Schüler-AG in einer leerstehenden Bäckerei eine Ausstellung zur Erdgeschichte ein. „Wir hatten null Besucher“, sagt
Schlegel heute und schmunzelt. Von seinem Plan, einmal ein Geologie-Museum
zu betreiben, rückte er jedoch nie ab. Mit
der von ihm angestoßenen Gründung
der „Deutschen Gesellschaft für geologische Schüler- und Volksbildung“ – kurz
geoschub – gewann das Vorhaben dann
doch noch an Fahrt. Schon zu DDRZeiten nutzte er den Trockenkeller seines Wohnhauses in Hellersdorf, um dort
eine Auswahl seiner Steine zu präsentieren. Die sammelte er weltweit, oftmals
unter abenteuerlichen Bedingungen. So

brachte er einst aus den USA einen ganzen Koffer voller Steine mit zurück.
Ginge es nach Herbert Schlegel, könnte die Ausstellungsfläche zehnmal größer
sein. „Wir platzen aus allen Nähten“,
sagt er. Derzeit können nur rund 200
Exponate gezeigt werden. Der jüngste
Neuzugang ist ein Bohrkern aus einem
Plattenbaufundament, den Schlegel mit
seinen Vereinskollegen in einem Keller
fand. Das monströse Exponat steht jetzt
auf einem kleinen Tischlein. Im Geomuseo sind auch Bohrer zu sehen, mit
denen unter anderem in der DDR nach
Bodenschätzen gesucht wurde. Derzeit
bereitet das Museum eine Ausstellung
über Edelsteine vor.
Dem Geologen ist es wichtig, Kinder
und Jugendliche für die Geschichte von
Steinen, Mineralien und Fossilien zu begeistern. Und das funktioniert: Kinderaugen leuchten, wenn er erklärt, woher er
den einen oder anderen Kristall hat und
wie das Skelett von einem Säugetier in
einen Stein kam. Führungen und Vorträge sind im Geomuseo kostenfrei. Derzeit
sucht der Verein geoschub Menschen,
die sich ehrenamtlich im Museum engagieren wollen und die Anspruch auf eine
kleine Aufwandsentschädigung haben.
Gemeinsam mit der PR-Expertin Peggy
Möller lässt der Verein zudem einen neuen Flyer erarbeiten. „Diese Einrichtung
ist ein wahrer Geheimtipp“, sagt Möller,
die durch Zufall vom Geomuseo erfuhr.

i

Das Geomuseo ist montags bis sonnabends von 15 bis 18 Uhr geöffnet.
Der Eintritt ist frei. Boizenburger
Straße 52, Raum 2.14, 12619 Berlin.
Infos: www.facebook.com/geomuseoberlin

Bezirks-Leben

Bezirks-Journal Marzahn-Hellersdorf | Oktober 2015

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Von der U-Bahn direkt aufs IGA-Gelände
Stadtentwicklung: Die Arbeiten für die IGA 2017 gehen voran. Jetzt wurde ein Steg montiert,
der vom U-Bahnhof direkt in die Gartenausstellung führt.
von Regina Friedrich

L

angsam hebt sich das 25 Meter
lange Brückenteil und schwebt zu
den Pfeilern. Dort warten schon
Bauarbeiter, um das rostbraune Element
genau einzupassen. Nach noch nicht einmal einer halben Stunde ist es geschafft
und die Arbeiter verbinden es nun mit
den Pfeilern. Wenn man oben am Feldberger Ring steht und ins Wuhletal hinabschaut, kann man schon erahnen, wie
der Steg künftig leicht geschwungen in
luftiger Höhe von acht Metern zu den
Terrassen am Kienberg führt. Er überquert den Wuhle-Rad-Wanderweg, wird
am Ufer des Wuhleteiches flacher und
endet schließlich am sogenannten Platz
am See. Dort sind schon Metallrahmen
im Teichboden verankert. Auf dieser
Fläche, die mit Holz verkleidet wird, soll
das Umweltbildungszentrum entstehen.
Mit dem Einheben des ersten Brückenteils am künftigen Wuhlesteg gehen die
Bauarbeiten auf dem Gelände der IGA
Berlin 2017 weiter voran. Der 280 Meter lange Steg aus Cortenstahl verbindet
nach seiner Fertigstellung den U-Bahnhof Neue Grottkauer Straße mit dem

Sieht alt aus, ist aber neu: Teil des Wuhlestegs.
südlichen Eingang zu den Gärten der
Welt und bietet dazu noch einen einzigartigen Ausblick in das Wuhletal.
„Der Wuhlesteg verbindet nicht nur
barrierefrei Marzahn mit Hellersdorf,
sondern ist gleichzeitig eine komfortable Anbindung an die U-Bahnlinie 5“,
sagt Berlins Bausenator Andreas Geisel
(SPD). Damit gehe es direkt von der
Innenstadt in einen vielfältigen LandAnzeige

Sport treiben und Spaß haben
Dietrich Herbst besucht regelmäßig die Sport- und
Reha-Gruppen des Kietz für Kids Freizeitsport e.V.

D

ietrich Herbst (Foto) ist auch mit 84
Jahren ein agiler Mann – und das,
obwohl er 2003 ein künstliches
Hüftgelenk bekam. Nach seiner Operation
rieten ihm die Ärzte, regelmäßig Sport zu
treiben. Der Hohenschönhausener suchte
nicht lange. Bei der Abteilung Synigia vital und gesund des Vereins Kietz für Kids
Freizeitsport e.V. wurde der frühere Bauingenieur schließlich fündig.
Seit zwölf Jahren treibt Dietrich Herbst
Sport im Verein: dienstags geht es zur
Osteoporosegruppe. Freitags steht Wassergymnastik auf dem Plan. „Ich habe gemerkt, dass Gartenarbeit allein nicht hilft,
um in Bewegung zu bleiben“, sagt Dietrich
Herbst. In seinen Sportgruppen lernt er,
seine Arme und Beine zu dehnen und sich
gesund zu bewegen. Ein schöner Nebeneffekt: der familiäre Zusammenhalt in der
Osteoporosegruppe. Die Frauen und Männer haben Freundschaften geschlossen,
feiern gemeinsam Geburtstage und beteiligen sich aktiv am Vereinsleben. „Wir treiben Sport und haben Spaß dabei“, sagt
Dietrich Herbst.
Der Schwerpunkt der Abteilung Synigia
vital und gesund liegt auf dem Rehabilitationssport und dem Funktionstraining.

Es gibt Sportgruppen für Cardio-Fitness,
Herzsport, Herz-Kreislauftraining Behindertensport,
Osteoporosegymnastik,
Warmwassergymnastik, Wirbelsäulengymnastik und Sportangebote nach einer
Krebserkrankung. Präventive Wirbelsäulengymnastik, Thai Chi, Seniorensport
und Schwimmen im warmen Wasser werden im Rahmen des Gesundheitssports
angeboten. Die Warmwassergymnastik
findet im Unfallkrankenhaus Marzahn
statt. Ansprechpartner sind die Sport- und
Physiotherapie Aequilibrium, Böhlener
Straße 3-5, 12627 Berlin, sowie die Physiotherapie Asmus, Havemannstraße 24,
12689 Berlin. Interessenten erhalten vorab eine kostenlose Beratung. Kursleiter
sind Sport- und Physiotherapeuten. Zielgruppe sind Menschen ab 45 Jahren, die
ihre Gesundheit aktiv erhalten wollen und
Sport in der Gemeinschaft lieben.

Kietz für Kids-Freizeitsport e.V.
Abtl. Freizeitsport
Abtl. Synigia vital und gesund
Zum Hechtgraben 1, 13051 Berlin
Tel. (030) 9 20 11 05
Mail: info@synigia.de
Web: www.synigia.de

Foto: Regina Friedrich

schafts- und Erholungsraum mit den
Gärten der Welt, dem Kienberg und
dem Wuhletal. Das mache den Bezirk,
der ohnehin viele Qualitäten zu bieten
habe, noch attraktiver. Menschen, die
nach Marzahn-Hellersdorf zögen, würden das schätzen.
Marzahn-Hellersdorfs Stadtentwicklungsstadtrat Christian Gräff (CDU)
sieht die IGA Berlin 2017 in den kom-

menden Jahren als „größte, stadtentwicklungspolitische Maßnahme“ und
freut sich über die positiven Effekte für
Marzahn-Hellersdorf. Für Christoph
Schmidt von der Grün Berlin GmbH ist
„die Vorbereitung des Projektes ein intensiver Prozess mit allen Beteiligten und
mit einem Ergebnis, das nun von allen
akzeptiert wird.“ Er hoffe, dass mit der
IGA ein Anreiz geschaffen wird, auch
die Peripherie der Hauptstadt zu erkunden. Schmidt ist überzeugt, dass sich die
Gärten der Welt und der Kienberg langfristig als touristische Ziele etablieren.
Die Pläne für den Wuhlesteg stammen vom Architekten Thomas Kolb. Es
nehme sich zurück und lenke den Blick
auf die Landschaft. Es sei eine einfache
Linie, die den öffentlichen Nahverkehr
mit dem Kienberg verbinde. „Deshalb
verschmilzt bei der Konstruktion das
Geländer mit dem Tragewerk“, sagt der
Architekt. Der vorgerostete Stahl brauche keine Anstriche und Beschichtungen
und sei deshalb wartungsarm, die insgesamt 17 Teile der Brücke seien einfach
verbunden. Der Gehbelag durchlässig,
Wasser oder Schnee könnten leicht ablaufen und es werde im Winter auch kein
Streusalz gebraucht.

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Bezirks-Leben

Oktober 2015 | Bezirks-Journal Marzahn-Hellersdorf

Wernerbad:
Pläne liegen
aus
Grüne wollen Areal
weiter offen halten

N

von Linna Schererz

ach Überarbeitung liegt jetzt der
Entwurf des Bebauungsplans
für das Areal des ehemaligen
Freibades Wernersee erneut zur Einsicht
aus. Bürgerinnen und Bürger können
Anregungen, Hinweise und Kritiken anbringen. Die Bündnisgrünen im Bezirk
haben ihre Forderung zur Zukunft des
Geländes bereits aufgemacht: „Es sollte
wie in den vergangen 100 Jahren weiterhin der Öffentlichkeit zugänglich bleiben“, sagt Fraktionsvorsitzender Nickel
von Neumann. Das beliebte Freibad,
in dessen Mitte eine Nilpferdskulptur
steht, war 2002 wegen großer Schäden
geschlossen worden. Der Eigentümer,
die Berliner Bäderbetriebe, will die Fläche vom Liegenschaftsfonds vermarkten
lassen. Nach Auskunft der Berliner Immobilienmanagement GmbH (BIM), zu
der der Liegenschaftsfonds jetzt gehört,
wurde das Verkaufsverfahren noch nicht
gestartet.
Auf dem Areal ist ein allgemeines
Wohngebiet vorgesehen. Ein Interessent,
die Stephanus-Stiftung, möchte dort eine
Einrichtung zur Pflege von Demenzkranken errichten. Der bereits 2013 aufgestellte B-Planentwurf wurde nun vom
Bezirk in Teilen korrigiert – die Art der
vorgesehenen Wohnbebauung wurde
verändert, das eigentliche Bad, ursprünglich ein See, soll renaturiert werden. Darauf hatte auch die Senatsstadtentwicklungsverwaltung gedrungen.
Doch im überarbeiteten Entwurf des
Bebauungsplans findet sich eine Passage,
die im Bezirk für Entrüstung sorgt. Das
Wernerbad soll mangels knapper Kasse
in Privatbesitz bleiben. Nickel von Neumann moniert: „Im bezirklichen Konzept zur Entwicklung der öffentlichen
Infrastruktur steht etwas anderes: Nämlich, dass gerade in den Ein- und Zweifamilienhausgebieten von Kaulsdorf
und Mahlsdorf öffentliches Grün fehlt.“
Das Areal sei schon heute eine private
Fläche, hält Christian Gräff (CDU), der
zuständige Stadtrat für Wirtschaft und
Stadtentwicklung dagegen. Sollte es eine
öffentliche Grünanlage werden, müsste
der Bezirk das Gelände kaufen. Das sei
nicht beabsichtigt. „Wir wollen aber den
Bereich um den See frei von Bebauung
halten, neue Gebäude auf der anderen
Seite konzentrieren.“ Der Interessent für
die geplante Bebauung mit einer Pflegeeinrichtung habe signalisiert, dass die
Grünanlage künftig auch der Öffentlichkeit zur Verfügung stehen könnte.
Der Bebauungsplanentwurf 10-63 und
seine Begründung kann im Stadtplanungsamt Marzahn-Hellersdorf, HeleneWeigel-Platz 8 (altes Rathaus Marzahn),
Foyer 4. Etage, eingesehen werden. Im
Stadtplanungsamt können bis zum 5.
November auch Einwände, Hinweise
und Kritiken abgegeben werden.

Horst Radtke vor seinem gut gefüllten Buchregal. 

Fotos: Steffi Bey

Kleingedrucktes ganz groß
Freizeit: Der Marzahner Horst Radtke hat schon 3.500 Minibücher gesammelt – er
schreibt aber auch selbst welche und gibt sie heraus.
von Steffi Bey

M

it diesem blauen, unscheinbaren Büchlein fing 1979 alles
an. Nicht ganz zehn Zentimeter groß war es, dafür mit vielen Seiten
ausgestattet und dick bedruckt. „Wir
sollten das ,Adressbuch der Universitäten, Hoch- und Fachschulen der DDR‘
von nun an auf unseren Inspektionen
quer durch die Republik mitnehmen“,
erinnert sich Horst Radtke.
Und so tat er es dann auch – ohne
irgendeinen zusätzlichen Gedanken an
den wichtigen Winzling zu verlieren.
Er trug das praktische Arbeitsmittel in
seiner Jackentasche, schlug es vor dem
nächsten Termin auf und ließ es wieder verschwinden. Bis ihn eines Tages
ein Hochschulmitarbeiter „auf die Spur
der Minibücher brachte“, wie es Horst
Radtke formuliert.
Anfangs war er nur Sammler, bis
heute ist er Jäger. Keine Gelegenheit
lässt er aus, um an neue Exemplare zu
kommen, die höchstens 100 mal 100
Millimeter groß sein dürfen und ohne
Hilfsmittel lesbar sein müssen. Mehr
als 3.500 Bücher kleinsten Formats trug
der 81-Jährige inzwischen zusammen.
Dicht gedrängt stehen sie auf Regalen
und Schränken in seiner Marzahner
Wohnung: Gebunden in Pappe und echtem Leder, umgeben von einem Hauch
Blattgold oder in Schatullen gesteckt.
Verschnörkelte Schriftzüge und geradlinige Buchstaben verzieren die in kräftigen Farben gehaltenen Bände. Wer die
Titel entziffern will, muss dicht herantreten. Denn auf Miniformat passt nun
mal nur Kleingedrucktes.
Horst Radtke hat seine literarische
Beute nach drei Hauptgebieten sortiert.
Denn wer alles sammelt, verzettelt sich.
Diesen Rat gab ihm schon vor vielen

Jahren ein guter Freund. Die Themen
„Schöne Bücher“, „Erotik“ und „Militaria“ bestimmten seit dem seine Minibuchleidenschaft. Zu den schönen
Büchern gehören für den Familienmenschen beispielsweise Exemplare mit „gutem Druck, wertvollem Papier, einer
tollen Schrift und qualitativ hochwertigen Einbänden“.
„Eine Keilschrifturkunde aus Umma“
oder „Die Göttliche Komödie“ und
„Das Skizzenbuch des Fancesco Di
Giorgio Martini“ sind aus seiner Sicht
wahre Kunstwerke. „Aus dem 15. Jahrhundert stammt das Original des zuletzt
genannten, ich besitze eines von nur

2.000 weltweit neu verlegten“, berichtet
Radtke stolz.
Auf Messen, Tauschbörsen und in
speziellen Läden kommt er an seine gedruckten Schätze. Schon zu DDR-Zeiten war er Mitglied der Arbeitsgruppe
Minibücher, angesiedelt beim Kulturbund. Inzwischen ist er Ehrenmitglied
im Verein Freundeskreis Miniaturbuch
Berlin.
„Mein Hobby füllt mittlerweile mein
Leben aus“, sagt er. Denn der rüstige Senior schreibt selbst Kleinbücher und gibt
sie heraus: Meist in geringen Auflagen,
zwischen 20 und 30 Stück, gedruckt und
gebunden von einem Vereinsmitglied.
Zwölf eigene Kreationen sind es bislang.
Vor 22 Jahren erschienen als Erstes

die „Galgensprüche“. Kurz danach die
„Kneipensprüche“ – für seine Tresenfreunde aus der „Molle“ an der Marzahner Promenade. Die hatten für ihn
Anfang der 1990er-Jahre, als er wieder als Eisenbahner arbeitete, oft nach
Schichtschluss ein frisch gezapftes Bier
geordert.
Mit „Benno – ein Berliner vom Bau“
brachte er sein erstes Familien-Minibuch heraus. Gewidmet ist es seinem
älteren Bruder, der als Taktstraßenleiter im Berliner Wohnungsbau schuftete. Auch Geschichten über die Heimat
seiner Eltern in „Bredereiche“ verfasste
er, ebenso die „Zehn Gebote für den
Umgang mit Teenagern“ oder das Werk
„Glück zu“ – zum zehnten Jahrestag der
neuen Bockwindmühle in Marzahn. Die
28-seitige Ausgabe wurde bei der Wahl
zum schönsten Miniaturbuch 2004 sogar mit einer Urkunde gewürdigt.
Jetzt arbeitet der Autor gerade an einer Überraschung für seine Schwester.
Sie soll zu ihrem 85. Geburtstag ein paar
ganz persönliche Bruder-Erinnerungen
an die gemeinsame Kindheit erhalten.
Hin und wieder verewigt er auch bedeutende Reden verschiedener Persönlichkeiten im Kleinformat. Unter anderem
die von Stefan Heym, als Alterspräsident des Bundestages 1994 vor dem
Parlament oder die von Fidel Castro auf
der Weltkonferenz gegen Rassismus im
Jahre 2001.
Als sein wertvollstes Minibuch bezeichnet der zweifache Opa und Uropa aber das handgefertigte Exemplar
„Mein kleines Osterbüchlein“, das ihm
seine Enkeltochter einmal schenkte.
Einen großen Wunsch will er sich unbedingt noch selbst erfüllen. „Ich schreibe an meiner Biografie, denn ich habe
viel erlebt und kann viel erzählen“, sagt
er: So viel, dass ein Buchwinzling dafür
nicht ausreicht.

Marzahner Brücke: Sanierung
lässt auf sich warten

Bezirks-Leben

INFRASTRUKTUR: Verkehrsknoten kann frühestens nach 2016 instandgesetzt
werden. Die Kosten dürften 43 Millionen Euro betragen.
von Linna Schererz

I

m vergangenen Jahr hatte Staatssekretär Christian Gaebler (SPD)
auf eine Anfrage der aus MarzahnHellersdorf stammenden Abgeordneten Manuela Schmidt (Die Linke) noch
das Jahr 2017 genannt: Ab da sei der
Neubau der Marzahner Brücken in der
Investitionsplanung des Landes Berlin
enthalten, hieß es damals. Denn die Brückenbauwerke entsprechen nicht mehr
den heutigen Anforderungen – angesichts des seinerzeit eingesetzten Spannstahls und dem hohen Konfliktpotenzial
für Radfahrer und Fußgänger. Kürzlich
fragte Schmidt noch einmal nach zum
Verkehrsknoten Marzahn – verschiedene Brückenkonstruktionen im Bereich
Landsberger/Märkische Allee. Daraufhin äußerte sich Senatsbaudirektorin
Regula Lüscher, allerdings etwas vager.
Lüscher nannte keinen Baubeginn.
Nach ihren Worten könnten erste „Annahmen über die Dauer der Bauzeit und
verkehrliche Maßnahmen erst nach dem
Vorliegen einer Vorentwurfsplanung
getroffen werden“. Mit Ergebnissen
aus dieser Planungsphase sei nicht vor
Sommer 2016 zu rechnen. Laut Lüscher
findet derzeit die Ausschreibung der
Planungsleistungen in einem europaweiten Verfahren statt, mit einer Vergabe sei
zum Jahreswechsel zu rechnen. Die Planungszeit bis zur Ausschreibung der Gesamtmaßnahme und der nachfolgende
Baubeginn „sind davon abhängig, ob ein
vorlaufendes planungsrechtliches Verfahren erforderlich wird“, so Lüscher.

Die Marzahner Brücke ist auch für Lichtenberg von Bedeutung.
Foto: Birgitt Eltzel
Auf gut Deutsch: Es könnte also alles in Deutschland stellte, erhalten Brüetwas länger dauern. Die geschätzten cken von den Behörden Zustandsnoten
Kosten für den Neubau des Verkehrs- ähnlich dem Notensystem aus Schule
knotens mit drei Straßenbrücken, zuge- oder Universität. Für Brücken in Tophörigen Verbindungsfahrbahnen und die Zustand gibt es ein „sehr gut“ (1,0 bis
Instandsetzung eines Fußgängertunnels 1,4), die schlechtesten bekommen ein
bezifferte sie auf 43 Millionen Euro.
„ungenügend“ (3,5-4,0) und müssten eiNach Prüfungen durch Experten be- gentlich sofort erneuert werden.
kamen die verschiedenen Marzahner
Die Marzahner Brücken haben daBrücken in den Jahren 2012 bis 2014 nach größtenteils noch einen befriediNoten zwischen 2,2 und 3,0. Nach Mit- genden (2,0 bis 2,4) bzw. ausreichenden
teilung der grünen Bundestagsfraktion, Zustand (2,5-2,9), bei zweien lautete
die kürzlich eine Anfrage an die Bun- allerdings bereits 2013 die Einschätzung
desregierung zum Zustand der Brücken „nicht ausreichender Zustand“ (3,0-3,4).

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Bezirks-Journal Marzahn-Hellersdorf | Oktober 2015

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Bezirks-Leben

Oktober 2015 | Bezirks-Journal Marzahn-Hellersdorf

Rund um die Lieblingsplatte

KIEZLEBEN: Erinnerungen der Anwohner aus Marzahn NordWest sind gefragt: Ein Team
sammelt gerade Kiezgeschichten für eine Ausstellung
von Steffi Bey

D

ie erste „Lieblingsplatte“ gibt es
schon: gedruckt auf beigefarbener Pappe, sechs- und viergeschossig, mit rötlicher Fassade, vielen
Fenstern und Balkonen. Das sind unverkennbar die Ahrensfelder Terrassen. Wer
will, kann sich jetzt Module des bundesweiten Vorzeigeprojektes, das 2002 aus
Marzahner Elfgeschossern entstand,
selbst im Miniformat zusammenbauen.
Und wird damit praktisch Teil eines Projektes. Denn die „Faltplatte“ gehört zur
geplanten Ausstellung „PlusMinus 30
– Kiezgeschichten aus Marzahn-NordWest“.
Entwickelt wird die Faltbogen-Serie,
auf der Gebäude mit einer „bewegten
Geschichte“ dargestellt sind, von Kollegen 2,3 – Bureau für Kulturangelegenheiten aus Friedrichshain. Zu den Motiven
gehören auch das Kulturhochhaus an
der Wittenberger Straße 85, ein WBS
70-Block, vielleicht sogar der 17,5 Meter
hohe Kletterfelsen an der Havemann- /
Ecke Kemberger Straße.
Aber wenn man es genau nimmt, ist
die „Lieblingsplatte“ eigentlich nur ein
ganz kleiner Teil einer großen Idee. „Wir
wollen eine interessante Schau gestalten, zum Leben und zur Geschichte des
Kiezes rund um die Havemannstraße“,
sagt Hajo Toppius vom Friedrichshainer
Büro.
Hauptakteure dabei sollen die Anwohner sein: Ihre persönlichen Geschichten,
Anekdoten und Erinnerungen sind ge-

Hajo Toppius und Konstanze Scheidt vor den Ahrensfelder Terrassen. Sie suchen nach
Foto: Steffi Bey
Geschichten der Marzahner.
fragt. In diesen Wochen wird das Material zusammengetragen. Es gab schon
mehrere Veranstaltungen, zumeist geleitet von Hajo Toppius. Dabei standen
zunächst Fragen nach dem Umzug vor
rund 30 Jahren in das Neubaugebiet im
Mittelpunkt: Woher seid ihr gekommen,
wer waren eure Nachbarn oder wie habt
ihr euch damals engagiert, beispielsweise. „Ich war überrascht, wie sehr sich
die Familien einst über die modernen
Wohnungen freuten und den Umzug regelrecht zelebrierten“, berichtet Toppius
über die Gespräche. Oft wäre der Satz
gefallen: „Wir waren froh, endlich nicht
mehr diese hohen Decken zu haben.“
Erzählt wurde außerdem über „die

tollen Nachbarschaften“ und die Zeit, in
der Gummistiefel das wichtigste Utensil
waren, um morgens aus dem Wohngebiet heraus und abends wieder hinein zu
kommen. Ein Anwohner schlug sogar
vor, dass das Wappentier von Marzahn
eigentlich der Gummistiefel sein müsste.
Hajo Toppius ist von der offenen Atmosphäre während der Treffen angenehm überrascht. Einige solche DialogVeranstaltungen sind noch geplant. Die
Wende und die Zeit danach stehen dann
im Mittelpunkt, auch Kinder sollen befragt werden und Zuwanderer. Das Team
aus Stadtplanern und Künstlern nimmt
die Erzählungen auf, schreibt mit, sucht
noch Fotos und stellt daraus schließlich

die Ausstellung zusammen. „Bewertet
etwa wird von uns nichts“, betont Toppius. Stattdessen wählen die Macher verschiedene Zitate aus und bringen sie in
die Öffentlichkeit.
Inzwischen steht auch fest: Entstehen
sollen sechs bis acht Quader, etwa zwei
bis zweieinhalb Meter hoch, die aussehen wie typische Marzahner Wohnhäuser. In Fenstern und auf Balkonen
werden in kurzer Form Geschichten und
Erinnerungen von Anwohnern zu lesen
sein. Das Besondere: Wenn die Ausstellung ab Frühjahr 2016 an belebten Orten
im Kiez präsentiert wird, ist sie garantiert noch nicht ganz fertig. „Wir stellen
Kommentarflächen zur Verfügung und
fordern die Betrachter zum Ergänzen
und Mitmachen auf“, erklärt Hajo Toppius. Dieser Ansatz soll die Bewohner
animieren, sich intensiver mit der Geschichte des eigenen Umfeldes auseinanderzusetzen und auch eine spannende
Debatte anregen. Beginnen könnte dieser
Prozess am Barnimplatz, auf dem vielleicht drei Quader stehen. Auch nahe des
S-Bahnhofes Ahrensfelde wäre ein guter
Standort sowie im Schorfheideviertel.
Das Team aus Friedrichshain, das auf
Initiative des Quartiersmanagements
Marzahn NordWest das Projekt leitet,
wünscht sich noch mehr Beteiligte. „Mit
rund 50 Marzahnern haben wir schon
gesprochen, doch bislang sind nur wenig
junge Leute dabei“, bedauert Konstanze
Scheidt.
Weitere Informationen unter

 www.plusminusdreissig.de

Familienglück auf Parzelle 55
Laubenpieper: Gegen den Trend entstehen in Marzahn-Hellersdorf neue Kleingärten. 13 Grundstücke wurden
jetzt an der Cecilienstraße an ihre neuen Nutzer übergeben.
von Volkmar Eltzel

F

amilie Scheffler freut sich. Sie
erhält eine der 13 neuen Parzellen an der Cecilienstraße auf der
Erweiterungsfläche der Kleingartenkolonie Teterower Ring. Giesbert Scheffler hatte Ende September, dem Tag der
feierlichen Übergabe des bezirkseigenen
Areals an den Bezirksverband der Gartenfreunde Hellersdorf, sogar schon
einen Briefkasten mit der Nummer 55
in der Tasche. Seine Frau Brigitte und
er sind 2011 nach Hellersdorf gezogen.
Vorher wohnten sie zehn Jahre in Lichterfelde und 50 Jahre in Spandau. „Wir
sind beide Rentner und wollen nicht einrosten“, meinte Giesbert. Sie hätten sich
um den Gartenplatz beworben, weil sie
nicht mehr jedes Jahr verreisen, aber aktiv bleiben wollten. Noch dieses Jahr soll
es losgehen mit dem Bau einer 24 Quadratmeter großen Laube. Größer darf sie
laut Bundeskleingartengesetz auch nicht
werden.
Birgit Pufalt, die Vorsitzende der
Kleingartenanlage, informiert, dass von

den 13 Parzellen auf insgesamt 4.600
Quadratmetern ein Grundstück für den
Verein und zwei Parzellen für die Internationale Gartenausstellung IGA Berlin
2017 reserviert sind. Dr. Norbert Franke, Vorsitzender des Bezirksverbands
der Gartenfreunde, betont den Seltenheitswert der Veranstaltung in Berlin.
Leider werde bei aller Notwendigkeit,
zusätzlichen Wohnraum zu schaffen,
auch zu oft darüber nachgedacht, dafür
Kleingärten wegzurationalisieren, sagte er. Gerade bei Kleingartenflächen in
Privatbesitz lockt eine profitablere Vermarktung. So geschehen 2013, als Teile
der Kleingartenanlage Kaulsdorfer See
zwischen Korianderweg und Bruchsaler
Straße dem Eigenheimbau zum Opfer
fielen. Ende dieses Jahres werden wohl
weitere Kleingärten der Anlage Wuhlesee an der Damerauer Allee in Kaulsdorf Süd folgen, ebenfalls Flächen in
Privateigentum.
Bebauungspläne sichern Gärten
Norbert Franke dankt dem Stadtrat für
Wirtschaft und Stadtentwicklung von

Marzahn-Hellersdorf, Christian Gräff
(CDU), nicht nur für die Bereitstellung
von Ersatzflächen, sondern auch dafür,
dass mittlerweile 46 Prozent der Kleingartenflächen im Bezirk in ihrer Nutzung durch Bebauungspläne gesichert
seien. „Weitere fünf Bebauungsplanverfahren laufen noch“, sagt Franke. „Nach
deren Festsetzung sind dann 75 Prozent
der Kleingartenflächen gesichert.“
Christian Gräff sagt, mit der Erweiterung der Anlage Teterower Ring wolle man ein Zeichen setzen. „Zu einer
wachsenden Stadt Berlin“, bekannte
sich der Stadtrat, „gehören Grünflächen und Kleingartenanlagen einfach
dazu“. Als Teil des Grünflächensystems
sorgten sie nicht zuletzt auch für ein gutes Stadtklima. Heutzutage sei es aber
schwer, Flächen für neue Kleingartenanlagen zu finden. Gräff stellt fest, dass
in vielen Kleingartenanlagen gerade ein
Generationenwechsel stattfinde. Das
sieht auch der Präsident des Landesverbandes Berlin der Gartenfreunde e. V.,
Günter Landgraf, so. „Wir wollen das
Kleingartenwesen moderner machen“,
sagt er. Mit der Erweiterungsfläche der

Kolonie Teterower Ring werde etwas
geschaffen, das auch für andere Berliner
Bezirke Vorbild sein könne, so der Präsident.
Kleingärten so groß wie der Tierpark
In Marzahn-Hellersdorf gibt es immerhin 41 Kleingartenanlagen mit 3.310
Parzellen auf einer Fläche von insgesamt 162 Hektar. Das entspricht in etwa
der Fläche des Tierparks Berlin in Friedrichsfelde. Im Nachbarbezirk Lichtenberg sind es sogar 58 Anlagen mit 6.252
Parzellen auf 284,5 Hektar. Hier findet
gerade eine aufgeladene Debatte um die
Kolonie „Frühauf II“ in der Ilsestraße
statt. Der Eigentümer Deutsche Bahn
plant den Verkauf von 16.000 Quadratmetern. 30 Pächter sind betroffen. Auch
in Lichtenberg wird versucht, Kleingartenanlagen durch Bebauungspläne als
Grünflächen zu sichern.
In ganz Berlin gehören 918 Kleingartenanlagen mit 73.057 Parzellen auf
2.992 Hektar (das sind 3 Prozent der
Stadtfläche) zum grünen Stadtbild, um
das uns viele Metropolen beneiden.

Standort Ost
Magazin für Arbeit, Wirtschaft, Wohnen & Kultur in der Metropolenregion Berlin-Eastside | 10/2015

E

rman Tanyildiz ist ein Mann voller
Visionen und Tatendrang. Während die Politik noch darüber diskutiert, wie man Flüchtlinge in
der neuen Heimat integriert, hat Tanyildiz
einen Plan. Einen sehr konkreten sogar. Er
möchte geflüchteten Menschen dabei helfen, sich für den deutschen Arbeitsmarkt
zu qualifizieren. Sein Unternehmen, das
OTA-Ausbildungszentrum in der Lichtenberger Josef-Orlopp-Straße, hat sich gerade
für ein entsprechendes Projekt des JobCenters beworben.
Erfahrungen bei der Integration von
Flüchtlingen hat Tanyildiz allemal: Seit
mehr als 30 Jahren bildet er Menschen aus,
die wegen ihrer Einschränkungen kaum
eine Chance auf dem Arbeitsmarkt hätten.
Nach dem Fall der Mauer qualifizierte sein
Unternehmen unter anderem frühere vietnamesische Vertragsarbeiter zu Montierinnen in der Großindustrie und beteiligte sich
daran, einstige bosnische Kriegsflüchtlinge
auf ihrem Weg zurück in ihre vom Bürgerkrieg zerstörte Heimat zu begleiten. In Sarajevo baute er eigens dafür Schulen auf, in
denen junge Menschen fit für das Berufsleben gemacht wurden. Derzeit bildet das
gemeinnützige OTA Ausbildungszentrum
an den Standorten Lichtenberg und Strausberg 400 junge Menschen in 18 Berufsrichtungen aus, die in der Regel ein Handicap
haben. Stolz verkündet Tanyildiz die Quote
von 91,5 Prozent bestandenen Prüfungen
im handwerklich-technischen Bereich. Damit die Ausbildungsvoraussetzungen stimmen und die OTA-Schützlinge den Auszubildenden anderer Unternehmen in nichts

Eine Arbeitschance
für Flüchtlinge

das OTA Ausbildungszentrum die Jugendlichen in Praktikumsbetriebe vermitteln.
„Darunter sind Unternehmen, mit denen
wir seit 30 Jahren zusammenarbeiten.“
Ein ähnliches Konzept schwebt Tanyildiz für die Flüchtlinge vor, von denen
er weiß, dass viele von ihnen gerne einer
Arbeit nachgehen würden. Er sieht gute
Chancen, geflüchtete Menschen für den
deutschen Arbeitsmarkt fit zu machen und
Fehler zu vermeiden, die man seinerzeit
bei den unzähligen Gastarbeitern gemacht
hat. „Heute können wir sagen: sie wurden
schlecht integriert.“ Sein Unternehmen
sehe sich in der moralischen Pflicht, diesen
Weg zu gehen und einen Beitrag zur Integration geflüchteter Menschen zu leisten.
Dabei gehe es nicht darum, Flüchtlingen
perfektes Deutsch beizubringen, sondern
„sie entsprechend ihren Fähigkeiten auf berufliche Tätigkeiten vorzubereiten“. Dafür
genüge in erster Linie, dass die geflüchteten Menschen deutsche Fachbegriffe erlernen, die sie im Job benötigen. „Ich denke,
die Chance ist gut, dass sie nach einem Jahr
eine Anstellung finden werden und sei es
nur in einem Helferberuf.“
Paul Rehfeld vom Bundesverband Mittelständische Wirtschaft (BVMW) hegt
die Hoffnung, mit der Qualifizierung von
Flüchtlingen dem Arbeitskräftemangel zu
begegnen. „Man muss jedoch erst einmal
schauen, in welche Branchen diese MenPaul Rehfeld vom BVMW sowie Margit Weiß-Tanyildiz und Erman Tanyildiz vom OTA-Ausbilschen passen.“ Grundsätzlich sei die Bereitdungszentrum. Foto: Marcel Gäding
schaft bei den technischen und handwerklinachstehen, gibt es im OTA-Ausbildungs- dene Berufe kennen und werden gezielt auf chen Unternehmen in Marzahn-Hellersdorf
zentrum berufsvorbereitende Lehrgänge. ihre spätere Ausbildung vorbereitet. Über und Lichtenberg vorhanden, Flüchtlinge
Dort lernen die jungen Menschen verschie- ein gut funktionierendes Netzwerk kann einzustellen.
Marcel Gäding

Arbeitsmarkt: Das OTA-Ausbildungszentrum aus
Lichtenberg möchte Flüchtlingen den Weg in den
deutschen Arbeitsmarkt ebnen.

2

E

s gibt Tage im Leben des Alexander J. Herrmann, die haben es in
sich. Wenn der Rechtsanwalt nicht
gerade Mandanten vor Gericht
verteidigt, sitzt er in Ausschüssen oder im
Plenum des Berliner Abgeordnetenhauses.
Derzeit hat der CDU-Politiker aus dem
Wahlkreis Kaulsdorf-Nord besonders viel
zu tun. Aktuell berät das Landesparlament
über den Haushalt für 2016 und 2017. Und
da ist Herrmann als Mitglied des Hauptausschusses besonders gefragt. Umso mehr
freut sich Herrmann, wenn er nach einem
anstrengenden Arbeitstag eine Schellackplatte auf einen seiner alten Plattenspieler
legen kann und bei Swing oder dem grandiosen Sound von Big Bands entspannen
kann.
Vermutlich weiß bis heute keiner seiner
Fraktionskollegen, schon gar nicht der politische Konkurrent von einem Hobby, das
Herrmann im Zusammenhang mit seiner
Liebe zur alten Musik hegt. Er ist Sammler
von Schellackplatten. „Es dürften an die
2.000 Exemplare sein“, sagt Herrmann. Die
genaue Zahl kenne er nicht, weil er im Gegensatz zu Sammlerkollegen keine Inventurlisten führe. „Ich sammle aus Liebe zur
Musik“, sagt der Politiker und Rechtsanwalt.
Durch Zufall erfuhr einst Schlagerpabst,
Sänger und Moderator Siegfried „Siggi“
Trzoß von der Leidenschaft des Landespolitikers, widmete eine seiner „Kofferradio“Sendungen Herrmann und der alten Musik.
Darunter sind die „Capri-Fischer“ aus den
späten 1940er-Jahren, aber auch Teddy

Bezirks-Journal

Tagsüber Politik,
abends Swing

10/2015 | Standort Ost | Bezirks-Journal

POLITIK: Der CDU-Abgeordnete Alexander J.
Herrmann hat ein ungewöhnliches Hobby. Er hegt
eine Leidenschaft für Schellackplatten.

Alexander J. Herrmann im privaten Radio- und Plattenmuseum von Reno Heller. Er liebt alte
Platten sowie Radios und Plattenspieler. Foto: privat
Stauffer – Swing-König der 1930er-Jahre –
und der belgische Jazzer Fud Candrix. „Diese Musik ist ja ein Teil unserer Kultur“, sagt
Alexander J. Herrmann, der sich auch für
die Comedian Harmonists, Claire Waldoff,

Hans Albers oder Zarah Leander begeistern kann. Ein Großteil seiner Sammlung
umfasst vor allem Amiga-Schellackplatten,
von denen die letzten in den 1960er-Jahren
produziert wurden. Es sind weniger die

Schnulzenschlager der 1950er- und 1960erJahren, sondern eher der Swing und der Big
Band-Sound dieser Zeit, die Herrmann ein
Lächeln ins Gesicht zaubern. „Nach einem
anstrengenden Arbeitstag kann ich dabei
gut entspannen“, sagt Herrmann. Außerdem sei das eine Musikrichtung, die aus
seiner Sicht bedauerlicherweise im Radio
viel zu kurz komme. „Dabei ist das Musik
mit Herz und Seele.“
Seine Leidenschaft teilt Herrmann mit
Reino Heller, einem Radio- und Tonträgersammler. Der betreibt ein kleines, privates
Museum bei sich zu Hause, das Herrmann
mit eigenen Exponaten unterstützt – darunter sind viele alte Holzradios. „Wir geben alten Schätzchen ein Zuhause“, sagt
Herrmann. Neue Platten oder Radios
werden den beiden meist von Privatleuten angeboten, bevor diese es womöglich
achtlos wegwerfen. Nach seinem Auftritt
in der Radiosendung von Siggi Trzoß kam
beispielsweise eine alte Dame zu ihm ins
Bürgerbüro und brachte ihm einen alten
Bühnenscheinwerfer, der gut zur Deko des
kleinen Privatmuseums passt.
Die meisten Platten aber hat Alexander J.
Herrmann in seinem Keller verstaut. Dort
lagern sie in alten Plattenschränken. Hin
und wieder genießt er das Knistern der
Plattenmusik auf einem alten Gerät. Meist
aber hört er sich alte Musik auf dem CDPlayer an. „Der Vorteil ist, dass man nicht
alle paar Minuten die Platte wechseln
muss“, sagt der 40-Jährige.

Marcel Gäding

http://bit.ly/leserreisen

Bezirks-Journal | Standort Ost | 10/2015

3

Richtige Hilfe für
Samtpfoten

TIerschutz: Sie sind abgemagert, oft auch krank
und werden immer mehr: freilebende Katzen in Berlin. Eine Katzenschutzverordnung könnte helfen, das
Elend der verwilderten Haustiere zu stoppen.

H

enri gehört zu den Neugierigen.
Der Kater hält sich gern in der
Nähe von Natascha Junker auf,
schleicht ihr um die Beine, lässt
sich auch mal kraulen und wartet auf ein
Leckerli. „Es hat lange gedauert, aber inzwischen ist er sehr zutraulich“, sagt die Tierpflegerin.
Zusammen mit zwei anderen Mitarbeiterinnen kümmert sie sich um das Katzenfreigehege im Tierheim Berlin in Falkenberg:
Sie stellt das Futter bereit, lockert das Stroh

Tiere nicht kastrieren lassen, obwohl diese
ins Freie dürfen. „Es kommt zur sprunghaften Vermehrung – denn sie paaren sich
untereinander und mit herrenlosen Tieren,
von denen es schätzungsweise einige Zehntausend im Stadtgebiet gibt“, macht Ulf
Hoffmann deutlich.
„Das sind unhaltbare Zustände, die aus
unserer Sicht von vornherein vermieden
werden können“, betont der Sprecher. Seit
Jahren fordert der Tierschutzverein eine
Katzenschutzverordnung: die eine Kennzeichnungs- und Kastrationspflicht für
Katzen mit Freigang regelt. Damit würden
endlich die Halter in die Pflicht genommen
werden und letztendlich vielen Tieren unnötiges Leid erspart.
Doch die zuständige Senatsverwaltung
für Justiz und Verbraucherschutz blockt ab:
„Wir halten nichts von einer Verordnung,
die nicht kontrollierbar ist und deshalb
auch keinen Sinn macht“, erklärt SprecheTierpflegerin Natascha Junker versorgt einst freilebende Katzen. Fotos: Steffi Bey
rin Claudia Engfeld. Nach einer „intensiven
Prüfung“ sei man zu diesem Ergebnis gekommen. Stattdessen setzt die Senatsver- Haushalt 2016 eingeplant. Wie lange der tische Verwaltungsvorgaben“. „Von dem
waltung auf „Aussprache und Einsicht der Versuch läuft, hängt von der Nachfrage ab. verbliebenen Geld sollten zusätzliche TierKatzenbesitzer“, betont Engfeld.
„Wir hätten das Projekt gerne mit dem Tier- ärzte und Kollegen zum Fangen der Katzen
Geplant sei ein Projekt – eine Art Pro- schutzverein Berlin durchgeführt“, sagt sie. bezahlt werden“, gibt der Tierheimsprecher
belauf – für das gerade ein KooperationsDer lehnte aber ab: „Weil das alles nur zu Bedenken. Für die Tiere bliebe viel zu
in den kleinen Holzhütten auf, wischt Stüh- partner gesucht werde. „Wir stellen eine ein Tropfen auf den heißen Stein gewesen wenig übrig. „Mit einer einmaligen Kastrale ab, dreht Decken um und freut sich „über Summe zur Verfügung und in unserem wäre – allein 10 000 Euro von der Gesamt- tionskampagne kann sich lediglich der Sejeden kleinen Fortschritt“. Wenn zum Bei- Auftrag werden dann Katzen kastriert und summe hätte der Senat für eine werbeträch- nat schmücken – den Katzen der Stadt hilft
spiel ein Kätzchen nach ein, zwei Wochen sterilisiert“, erklärt die Sprecherin der Jus- tige Imagekampagne verwendet“, berichtet das nicht“, sind die Tierschützer überzeugt.
den Eingewöhnungsbereich der Anlage tizverwaltung. 30 000 Euro seien dafür im Hoffmann. Zudem gab es „hohe bürokra- 
Steffi Bey
verlässt. Wenn es zutraulich geworden ist
und sich selbst auch etwas zutraut. Neugierig am Zaun steht, der diesen sensiblen
Bereich von den anderen Katzen trennt und
auf einmal interessiert die restlichen Bewohner beschnuppert.
Es ist schon eine ganz besondere Anlage,
die deshalb auch keine Besucher betreten
dürfen. Denn wer hier landet, hat einiges durchgemacht in seinem Katzenleben:
Wuchs zumeist ohne menschliche Bezugsperson auf und streunte durch Straßen der
Hauptstadt. Doch sie wurden gerettet: „Von
Tierschutzberatern eingefangen und nach
Falkenberg gebracht, manchmal auch von
besorgten Anwohnern“, sagt Tierheimsprecher Ulf Hoffmann. Hier wurden sie als Erstes auf Kosten des Tierheims kastriert – das
sind pro Katze etwa 100 Euro. Und im extra
angelegten Freigehege, auf dem sich auch
eine Küche und Schlafmöglichkeiten befinden, werden sie behutsam und geduldig
sozialisiert. „Manche Katzen leben hier bis
zu ihrem Tod, einige vermitteln wir irgendwann einmal“, berichtet Natascha Junker.
Zurzeit haben dort 47 Kater und Kätzchen ein Zuhause gefunden. Doch manchmal drängeln sich bis zu 60 Tiere auf engstem Raum. In den Katzenhäusern auf dem
Gelände des Tierheims Falkenberg leben
gerade 570 Samtpfoten.
Ganz schlimm ist es jedes Mal im Frühjahr: Weil unverantwortliche Halter ihre

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4

D

en schönsten Blick hat Dr. Frank
Wild vom Mehrkammermischsilo des Zementwerks Berlin.
Wann immer es seine Zeit erlaubt, führt er Besucher auf das Dach des
runden Gebäudes – so wie vor kurzem
anlässlich des 25-jährigen Bestehens des
Unternehmens. Von dort aus kann man
an schönen Tagen auf der einen Seite bis
weit nach Brandenburg blicken und auf
der anderen Seite die Berliner Innenstadt
mit Fernsehturm und Rotem Rathaus bewundern. Wild ist aber viel wichtiger, dass
man vom 60 Meter hohen Dach des Silos
die Lage am Wasser erkennt – für das Zementwerk ein entscheidender Standortvorteil. Denn an der unternehmenseigenen
Hafenanlage machen täglich bis zu zwei
Binnenschiffe Halt, um Nachschub für die
Produktion von Zement, Mörtel und Transportbeton zu liefern. 90 Prozent aller benötigten Rohstoffe gelangen über die Spree in
das moderne Zementwerk, für das aktuell
80 Menschen arbeiten.
Frank Wild ist seit Juni 2013 Geschäftsführer des Zementwerks in Berlin. Der
promovierte Bergbauingenieur nahm nach
Stationen in Westdeutschland, Marokko,
Ungarn und Serbien die Herausforderung
in Berlin an, das Zementwerk Berlin zu
managen. Das blickt jetzt auf ein Vierteljahrhundert in der freien Marktwirtschaft
zurück. Dabei reicht seine Geschichte viel
weiter zurück: Gegründet wurde das Unternehmen als VEB Zementwerk Rummelsburg. Es galt als wichtiger Zementlieferant
für den Wiederaufbau Berlins. Im Dezember 1950 nahm das Werk an der Köpenicker
Landstraße seinen Betrieb auf. Später wurde es in das VEB Zementwerk Rüdersdorf
integriert. Nach dem Fall der Mauer übernahm zunächst ein Konsortium aus drei

10/2015 | Standort Ost | Bezirks-Journal

Nachschub für die
GroSSbaustelle Berlin

REGIONALWIRTSCHAFT: Das Zementwerk Berlin
produziert Zement und Beton für Berlins Baustellen
– darunter für den Neubau des Berliner Stadtschlosses. Jetzt wurde das Zementwerk das „Lichtenberger Unternehmen des Jahres“.

Dr. Frank Wild hat Berlin fest im Blick. Foto: Marcel Gäding

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westdeutschen Unternehmen das Zementwerk. Inzwischen ist „Spenner Zement“ aus
dem westfälischen Erwitte einzige Eigentümerin. Ein jahrelanges Tauziehen um immer wieder diskutierte Schließungspläne
war damit vom Tisch. Mehrfach befand
sich das Zementwerk in der Krise, musste
einst sogar einen Großteil der Belegschaft
entlassen.
Das Zementwerk Berlin behauptet sich
heute als mittelständisches Unternehmen
gegen die ganz Großen in der Branche.
Immerhin beträgt der Marktanteil 15 Prozent. Ein Grund für den Erfolg ist auch
der 20.000 Quadratmeter große Standort.
Sowohl auf dem Wasser- als auch auf dem
Straßenweg können Schiffe und Lkw das
Werksgelände erreichen, das im Schatten
des monumentalen Kraftwerks Klingenberg entstand. Das Zementwerk Berlin
beliefert die Großbaustellen in Berlin. An
der Köpenicker Landstraße werden neben
Zement auch Trockenmörtel, Spezialbindemittel und Transportbeton hergestellt. Die
Rohstoffe dafür kommen unter anderem
aus Eisenhüttenstadt, das Hüttensand zur
Verfügung stellt. Dahinter verbirgt sich
granulierte Schlacke – Rückstand aus den
Hochöfen der ostbrandenburgischen Industriestadt. Hinzu kommen Klinker, die in
eigenen Mühlen des Zementwerks zermahlen werden. Zehn Sorten Zement befinden
sich derzeit im Sortiment des Zementwerks
Berlin. Weitere Produkte sind in Arbeit. Für
die gleichbleibend hohe Qualität sorgen eigene Labors sowie ein vor Ort integriertes
Qualitätsmanagement. Die Jahresproduktion kann sich sehen lassen: Neben 400.000

Tonnen Zement und Trockenmörtel verlassen jedes Jahr auch rund 180.000 Kubikmeter Transportbeton das Werk in Rummelsburg. Die Abnehmer kommen vorwiegend
aus der Region Berlin und Brandenburg,
aber auch als Polen und Tschechien. Zu den
größten Bauvorhaben, bei denen Zement
aus Rummelsburg zum Einsatz kam, gehört zweifelsohne das Stadtschloss. Für den
Neubau in der historischen Mitte Berlins
lieferte das Zementwerk Berlin innerhalb
von zwei Jahren 90.000 Kubikmeter Transportbeton. Einen weiteren Abnehmer gibt
es ebenfalls in Mitte – dort kommen die
Baustoffe beim neuen Eingangsportal des
Pergamonmuseums zum Einsatz. Auch im
neuen IKEA Lichtenberg und im Berliner
Hauptbahnhof wurde Zement aus Rummelsburg verbaut.
„Zement ist vielfältig einsetzbar“, sagt Dr.
Frank Wild. Hinzu kommt, dass es sich um
einen nachhaltigen Baustoff handele, bei
dem auch Produktionsrückstände etwa aus
der Kohleverstromung zum Einsatz kommen. Allerdings bestehe die Kunst darin,
logistisch so gut aufgestellt zu sein, dass
die Lieferwege beispielsweise beim Transportbeton optimal sind. Daher nutzt das
Zementwerk weitere Standorte in Pankow
und Spandau, um sternenförmig die Großbaustellen im Berliner Stadtzentrum beliefern zu können.
Die Zukunft des Zementwerks Berlin
scheint in der wachsenden Stadt gesichert.
„Jedes Jahr ziehen an die 50.000 Menschen
in die Stadt“, sagt Dr. Frank Wild. An allen
Ecken und Enden werde gebaut. „Ich denke,
dass wir in den kommenden Jahren noch
gut zu tun haben werden.“ Er geht auch davon aus, dass der Berlin-Boom in die Randbezirke ausstrahle. Allerdings weckt die
wachsende Stadt auch Begehrlichkeiten:
Befand sich das Zementwerk einst am Rande der Stadt in einem unwirtlichen Industriegebiet, schauen heute Projektentwickler
mit großem Interesse auf die exponierte
Wasserlage dieses und anderer Unternehmen entlang der Spree. Teure Miet- und Eigentumswohnungsprojekte rücken immer
näher an das Zementwerk. Wild hofft jedoch, dass die in Rummelsburg angesiedelte Industrie ohne Einschränkungen weiter
produzieren kann.
Marcel Gäding

Unternehmen
des Jahres

Das Zementwerk Berlin wurde mit dem Preis
„Lichtenberger Unternehmen des Jahres 2015“
ausgezeichnet. Mit der Auszeichnung, die Bezirksbürgermeisterin Birgit Monteiro (SPD), der
Vorsitzende des Ausschusses für Wirtschaft
und Arbeit, Bartosz Lotarewicz (Bündnis 90/
Die Grünen), und Karsten Dietrich vom Verein
Wirtschaftskreis Hohenschönhausen-Lichtenberg verliehen, wird das Engagement des
Unternehmens für den Standort Lichtenberg
gewürdigt. „Mit hoher Qualität und höchsten
Umweltstandards hat es sich gegen die harte
Konkurrenz am Markt behauptet. Betriebliche
Mitbestimmung, Gesundheitsvorsorge und
Ausbildung werden groß geschrieben“, heißt
es dazu in der Begründung. Foto: Hoffmann

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Vital
& gesund
Gute Matratzen müssen nicht teuer sein

V

Stiftung Warentest: gesunder Schlaf ist keine Frage des Preises

iele Händler und Hersteller in der
Bettenbranche erzählen Unsinn,
dass sich die Lattenroste biegen.
Die Stiftung Warentest enttarnt in der
Oktober-Ausgabe der Zeitschrift test die
größten Bluffs der Branche. Sie weist
nach, dass „gute“ Matratzen nicht teuer
sein müssen und man sich einen Lattenrost am besten selber baut.
„Je dicker die Matratze, umso besser
ist sie“, „Qualität hat eben ihren Preis“,
„Gelschaum ist besser als Kaltschaum“
oder: „Unsere Matratzen und Lattenroste verhelfen zu einem gesunden Rücken“. Diese Aussagen von Händlern
und Herstellern widerlegen die Tests
der Stiftung Warentest ebenso wie die
Behauptung, dass der Lattenrost einen
großen Einfluss auf die Schlafqualität
habe, er nach zehn Jahren durchgelegen
sei oder nur die abgestimmte Kombinati-

on von Rost und Matratze eine Oase der
Ruhe und Entspannung bieten. Sehr viele der verkaufsfördernden Argumente im
Handel sind Bluffs, die für Kunden teuer
werden können.
Produktfinder im Internet
Die Testergebnisse aller seit 2008 untersuchten Matratzen stehen im Produktfinder Matratzen auf test.de. Der
Vergleich zeigt: Die für die OktoberAusgabe von test geprüften teuren Kaltschaummatratzen zu Preisen zwischen
600 und 1.390 Euro sind nicht besser als
andere, die die Hälfte kosten, ja nicht
einmal besser als Rollmatratzen von
Aldi oder Lidl. „Gute“ Matratzen gibt es
als Aktionsware für 70 Euro, die beste je
getestete kostet 199 Euro.
Ebenfalls im Test waren 10 Lattenros-

te, die sich mit einem selbst gezimmerten messen lassen mussten und kläglich
scheiterten. Keine der Unterfederungen
im Test zu Preisen von 12 bis 1.060
Euro ist empfehlenswert, teilweise verschlechtern sie die Liegeeigenschaften
der Matratzen sogar. Wer kein verstellbares Kopf- oder Fußteil braucht, kann
einen Lattenrost selbst bauen. Der selbst
gezimmerte Rost zu Kosten von etwa 35
Euro schnitt in zentralen Prüfungen besser ab als die gekauften Modelle. Die Anleitung findet sich kostenfrei unter www.
test.de/lattenrost-bauen.
Die Tests Matratzenkauf, Kaltschaummatratzen und Lattenroste erscheinen in
der Oktober-Ausgabe der Zeitschrift test
und sind bereits im Produktfinder unter
www.test.de/matratzen abrufbar. Ebenfalls finden sich dort rund 100 weitere
noch lieferbare Matratzen. (bzj.)

Die Oktober-Ausgabe von Test.

#Gesundheit
#Pflege
#Wellness
#Sport

Alzheimer rechtzeitig erkennen

Gesundheit: Leidet das Gedächtnis, sollte man in jedem Fall einen Arzt aufsuchen

T

äglich erreichen die Alzheimer
Forschung Initiative e.V. (AFI)
Anfragen von Menschen, die bei
sich eine Verschlechterung des Gedächtnisses feststellen. „Diesen Menschen
raten wir grundsätzlich, einen Arzt aufzusuchen. Es ist wichtig, früh und professionell abzuklären, was der Auslöser
der Vergesslichkeit ist, um mögliche
Ursachen zu behandeln oder im Falle
einer Alzheimer-Erkrankung frühzeitig
mit einer Therapie zu beginnen“, sagt
der AFI-Vorstandsvorsitzende und niedergelassene Nervenarzt Dr. Michael
Lorrain. Der erste Ansprechpartner bei
Gedächtnisproblemen ist der Hausarzt,
der den Patienten überweisen kann.
Da es sich bei Alzheimer um eine
fortschreitende Gehirnleistungsstörung
handelt, ist es besonders wichtig, die
Krankheit möglichst lange in einem früAnzeige

Verschlechtert sich das Gedächtnis, sollte
ein Arzt aufgesucht werden.
Foto: Rainer Sturm/ Pixelio.de

hen Stadium zu halten. Auch mögliche
Begleiterkrankungen wie Schlafstörungen oder Depressionen können gezielt
behandelt werden. „Nur bei einer frühen
Diagnose haben Betroffene die Mög-

lichkeit, wichtige Entscheidungen über
Betreuung und Pflege weitestgehend
eigenständig zu treffen. Das sichert Lebensqualität“, sagt Dr. Lorrain.
Wie die Alzheimer-Krankheit diagnostiziert wird, stellt die AFI in ihrer
kostenlosen Broschüre „Diagnose-Verfahren bei Alzheimer - Ärztliche Tests
im Überblick“ vor. Die Broschüre bietet
einen leicht verständlichen Überblick
über psychometrische Tests, Labordiagnostik, bildgebende Verfahren und
Liquordiagnostik zur Diagnose der Alzheimer-Krankheit.
„Diagnose-Verfahren bei Alzheimer“
und weitere Materialien können kostenfrei bestellt werden bei der Alzheimer Forschung Initiative e.V., Kreuzstr.
34, 40210 Düsseldorf; per Internet auf
www.alzheimer-forschung.de.
 (ots)
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Geriatrie in neuen, hellen Räumen
Sanierungsarbeiten an den KEH-Krankenhausgebäuden sind beendet

A

lt werden ist nichts für Feiglinge“,
hatte Kirchenrätin Susanne KahlPassoth bei der Eröffnung der geriatrischen Tagesklinik des KEH im Mai gesagt. Ein
biblischer Text sagt: „Keine Freude habe ich
daran“ (Prediger 12) Er verweist deutlich auf
die Einschränkungen des Alters, „aber Geriatrie kann lindern und helfen“.
Inzwischen sind neben der Geriatrie-Tagesklinik mit enger Kooperation zur Tagesklinik
für Spezielle Schmerztherapie in Haus 10 auch
die sanierten Stationsbereiche der Geriatrie
im KEH fertiggestellt worden. Im September
konnte die Abteilung ihre neuen Räume in
Haus 4 beziehen.
Bessere Orientierung
Ein spezielles Farb- und Orientierungssystem sorgt in den hellen und modernen Fluren
dafür, dass sich ältere oder demenziell erkrankte Patientinnen und Patienten immer gut zurechtfinden. Die Patientenzimmer sind mit
allen technischen Voraussetzungen ausgestattet, so dass die altersmedizinischen Behandlungsmöglichkeiten voll ausgeschöpft werden
können.

Als Anfang 2014 die Epileptologie in Haus
2 ihre sanierten Stationen bezogen hatte, war
auch seit einiger Zeit mit vorbereitenden Arbeiten an Haus 4 begonnen worden. Bei den
Reparaturen an Fassade und Dach wurden
jedoch massive Verwerfungen am Westgiebel
(Westrisalit, an der Seite, die zum Innenbereich
des KEH-Geländes weist) festgestellt. Dadurch
ergab sich die Notwendigkeit, die Risse im
Mauerwerk statisch zu ertüchtigen. Mit zahllosen Edelstahlklammern und Stahlbau wurde
der Westrisalit an den Baukörper des Hauses

Kammerkonzertreihe
2015/2016
Für alle, die Freude an Konzerten mit herausragenden Musikern in fast privatem Rahmen
haben, bietet die Konzertreihe 2015/2016 am
Epilepsie-Zentrum Berlin-Brandenburg im
KEH wieder außergewöhnlichen musikalischen Arrangements.
Freitag, 30. Oktober 2015
STREICHKONZERT mit dem »Diverso
String Quartet« und der Pianistin Katarzyna
Wasiak als Gast.
Freitag, 27. November 2015
BLÄSERKONZERT mit dem »Lietze Posaunen4tet«
Freitag, 18. Dezember 2015
LIEDERABEND zum Advent mit Marianne
Schechtel (Mezzosopran), Alexander Fedorov
(Tenor) und Sijin Liang (Klavier).

Farbgestaltung auf der neuen Geria­
triestation in Haus 2.

Die Konzerte beginnen jeweils 19 Uhr und
dauern – mit einer Pause – etwa 90 Minuten.
Im Anschluss wird ein Imbiss angeboten. Der
Eintritt ist frei – Spenden zur Unterstützung
der Musiker sind immer willkommen.

Blick auf das sanierte Haus 4.
gebunden. Auch die Dachkonstruktion musste
umfänglicher verstärkt werden, so dass sich die
Fertigstellung um Wochen verzögerte
Erweiterter Geriatriebereich
Im Laufe dieser Arbeiten wurde auch die
Raumplanung verändert, da mehr Patientenzimmer für die Geriatrie benötigt wurden.
Zur geriatrischen Versorgung der steigenden
Zahl sehr alter Patientinnen und Patienten war
auch die Zahl der Betten durch die Berliner Senatsverwaltung erhöht worden. So wurde der
Geriatriebereich in Haus 4 ausgeweitet und die
Physiotherapie bezieht ein anderes Haus.
Ab Sommer wurde auch verstärkt an den
Grünflächen zwischen den Häusern 2 und
4, rund um Haus 30 und an weiteren Stellen
gearbeitet. Im KEH-Innenbereich waren die
gartenarchitektonischen Veränderungen weitgehend abgeschlossen. Dadurch bietet das
Krankenhausgelände in seinem Kernbereich
wieder die Gartengestaltung, die zur Eröffnung
im Jahr 1893 angelegt worden war.
Noch sind einige Arbeiten im Außenbereich
im Gange. Zuletzt werden auch die Straßen
auf dem Gelände Berücksichtigung finden.

Evangelisches Krankenhaus Königin
Elisabeth Herzberge gGmbH
Herzbergstraße 79, 10365 Berlin
Telefon: (030) 5472 – 0

IHRE GESUNDHEIT IST BEI
UNS IN GUTEN HÄNDEN!
Zentrale Aufnahme und Diagnostik
Notaufnahme: (030) 54 72-30 02
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Orthopädie/ Unfallchirurgie
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Gefäßzentrum Berlin
Telefon: (030) 54 72-3701
Geriatrie
Telefon: (030) 54 72-56 01
Neurologie
Telefon: (030) 54 72-42 01
Urologie
Telefon: (030) 5472-4601
www.keh-berlin.de

10 Bezirks-Sport

Oktober 2015 | Bezirks-Journal Marzahn-Hellersdorf

Ein kleiner Neustart

INTEGRATION: Ilir Hajerdini ist aus dem Kosovo nach Berlin gekommen, um seine Perspektiven zu
verbessern. Bei Fortuna Marzahn hat er eine sportliche Heimat gefunden.
von Benedikt Paetzholdt

I

lir Hajerdini wirkt mächtig ausgepowert. Der 23-Jährige hat auch ein
straffes Programm hinter sich. Zig
Runden hat er auf der Laufanlage an der
Allee der Kosmonauten, wo auch die
Leichtathleten von Fortuna Marzahn
trainieren, hinter sich. „Mittelstrecke ist
meine Spezialität“, sagt er, „aber zu meinem Training gehören auch kurze Strecken wie 100 Meter oder lange Strecken
wie die 3.000 Meter“. Er ist froh, dass
er seine Leidenschaft endlich wieder so
richtig ausleben kann.
Im Januar ist der junge Mann aus dem
Kosovo nach Deutschland gekommen,
mangels Perspektiven in seinem Heimatland. „Selbst, wenn du an der Universität warst, hast du kaum Aussicht auf
Arbeit“, erzählt Hajerdini, in Pristina
hat er Sport studiert. Zurzeit lebt er im
Aufnahmelager am Blumberger Damm
und wartet auf die Entscheidung seines
Asylantrags. Obwohl die Chancen von
Menschen, die sich aus Ländern vom
Balkan nach Deutschland aufgemacht
haben, nicht besonders hoch sind, hofft
Hajerdini sehr, dass er bleiben darf: „Das
wäre wie ein kleiner Neustart für mich.“
Die Leichtathletik-Abteilung von Fortuna Marzahn will ihm dabei helfen. „Er
ist geradezu prädestiniert, bei uns als
Übungsleiter einzusteigen“, sagt Abteilungsleiter Heinz Nabrowsky. Aus seiner
Sicht hätte das gleich mehrere Vorteile:
Weil die Trainer im Verein ihre Belastungsgrenze erreicht hätten und manche
Disziplinen wie der Hammerwurf deshalb brachlägen, könne man Hajerdini
bestens gebrauchen. Womit er zugleich

Ilir Hajerdini fand in Marzahn auch eine sportliche Heimat.
ein Paradebeispiel wäre, wie Integration
im Alltag ganz praktisch gelingen kann.
Vor allem möchte der Verein etwas
tun, um den Alltag der Asylsuchenden
angenehmer zu gestalten. „Wir wollen
auch einen Beitrag leisten, den Frust der
Bewohner im Heim abzubauen“, sagt
Peter Krätzschmar, 62, der im September zum Flüchtlingsbeauftragten des
Vereins benannt wurde. Mehrmals die
Woche fährt er zum Blumberger Damm,
um Kontakt mit den Bewohnern im
Heim aufzunehmen. Und natürlich
will er auch herausfinden, wer Lust auf
Leichtathletik hat.
Hajerdini ist heilfroh, Krätzschmar
kennengelernt zu haben. „Essen, schlafen, hin und wieder zum Sprachkurs
gehen“, so stellt sich für viele der Alltag
dar. Sich hin und wieder auszupowern,

Foto: Benedikt Paetzholdt

habe die Lebensqualität enorm verbessert. Die Verantwortlichen von Fortuna
Marzahn wollen genau das mit ihrer
Flüchtlingsinitiative erreichen. Die heftigen, mitunter auch von Rechtsextremisten angestachelten Proteste vor dem
Erstaufnahmelager in Hellersdorf vor
rund zwei Jahren, „haben uns hier im
Verein aufgeschreckt“, sagt Nabrowsky.
Man habe deshalb auch der Stigmatisierung entgegentreten wollen, mit der der
Bezirk seitdem kämpfen muss.
Die Initiative geht dabei weit darüber
hinaus, Asylsuchende zum Sport einzuladen. Langfristig will der Verein ein Patensystem entwickeln. Mitglieder sollen
bei Behördengängen helfen und auch
unterstützen, wenn im privaten Bereich
Probleme auftauchen. „Bei uns sind alle
Berufsgruppen vertreten“, sagt Nab-

rowsky, „somit können wir Lösungen
für alle Fragestellungen anbieten“. Lösungen, die Politik und die entsprechenden Trägervereine der Heime eben nicht
parat haben. Man sei sich auch bewusst,
dass diese Aufgabe auf mehrere Jahre
angelegt ist, weiß der Abteilungsleiter.
„Den Umfang kann jetzt ja noch keiner
abschätzen.“
Mit Dennis Krüger, 22, Deutscher
Meister über 800 Meter, konnte der Verein zudem ein über die Stadtgrenzen bekanntes Gesicht für seine Kampagne gewinnen. Bei einem Benefizlauf bestand
an diesem Mittwoch die Gelegenheit,
über 3.000 Meter gegen ihn anzutreten.
Die zehn Euro Teilnahmegebühr wurden ebenfalls dem Heim am Blumberger
Damm zur Verfügung gestellt. Krüger
sagt: „Es ist mir ein Herzenswunsch, Solidarität mit den Flüchtlingen zu zeigen.
Ich möchte gern meinen Beitrag zur Unterstützung leisten“. Zu einer echten Integrationsfigur entwickelte sich auch die
gleichaltrige Mayada Al-Sayad. Die Marathonläuferin hat für ihr Heimatland
Palästina die Norm für die Olympischen
Spiele 2016 in Rio de Janeiro geschafft.
Sie kann somit als echtes Vorbild fungieren.
Für Ilir Hajerdini dürfte sich der
Traum von Olympischen Spielen wohl
nicht realisieren lassen. Für ihn wäre
es schon ein riesiger Schritt, wenn er an
einer Berliner Universität sein Studium
fortsetzen könnte. So intensiv, wie er auf
der Anlage an der Allee der Kosmonauten trainiert, versucht er, seine deutschen
Sprachfähigkeiten zu verbessern. Was
sich aber natürlich erst dann auszahlt,
wenn er auch wirklich in Deutschland
Berlins
bleiben darf.

Bezirks-Jo

Das Bezirks-Journal frei Haus – im Abo!

Das Bezirks-Journal ist Berlins neue Monatszeitung mit interessanten Geschichten aus Lichtenberg, Hohenschönhausen und aus Marzahn und Hellersdorf. Sie finden unsere Zeitung kostenlos an mehr als 250 Stellen zum Mitnehmen. Wenn Sie keine Ausgabe verpassen wollen, lassen Sie sich Ihr
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MaHe102015

Region:

b

Bezirks-Journal Marzahn-Hellersdorf | Oktober 2015

Musik & Konzert

Poorboys in der Kiste: Die Poorboys, vier
Berliner Musiker, sind am 30. Oktober um 21
Uhr zu Gast in der KISTE. Gespielt werden
Beats der 1960er- und 1970er-Jahre, aber auch
Rock‘n‘Roll der 50er. Karten kosten an der
Abendkasse 10 Euro. Ort: KISTE Kino &
Konzerte, Heidenauer Str. 10, 12627 Berlin.
Infos: Tel. (030) 998 74 81, www.kiste.net
Alt-Berliner Lieder und Chansons: „Mit
Herz und Schnauze“ heißt es am 20. Oktober
um 15 Uhr im Klub 74. Doris Löschin und
Wladyslaw Chimiczewski präsentieren AltBerliner Lieder und Kabarett-Chansons. Der
Eintritt ist frei. Eine Anmeldung unter Tel.
(030) 5 63 09 93 erforderlich. Ort: Am Baltenring 74, 12619 Berlin.
Von Nante bis Bollmann: Rainer Herzog
präsentiert am 20. Oktober um 15 Uhr im
Kompass sein Programm „Berliner Mundwerk“ – mit Liedern, Versen und Sprüchen
auf berlinisch vom Eckensteher Nante bis
Fritze Bollmann. Eintritt frei, Kaffeegedeck: 3
Euro. Anmeldungen erbeten unter Tel. (030)
56 49 74 01. Ort: Kummerower Ring 42,
12619 Berlin.
Konzert zum Reformationstag: Die Evangelische Kirchengemeinde Marzahn/Nord lädt
am 31. Oktober zu einem Konzert anlässlich
des Reformationstages ein. Um 16 Uhr stehen
Arien und Kunstlieder aus Barock und Klassik auf dem Programm. Ort: Schleusinger
Straße 12, 12687 Berlin. Infos: Tel. (030) 93
02 37 20.
Sonntagskonzert: „In der Nacht ist der
Mensch nicht gerne alleine“ lautet der Titel
des Sonntagskonzerts am 1. November um
11 Uhr. Präsentiert werden die Musik und die
Stars der Ufa-Zeit. Ort: Stadtteilzentrum Biesdorf, Alt-Biesdorf 15, 12683 Berlin. Infos: Tel.
(030) 526 78 45 93. Eintritt: 8, erm. 6 Euro.

Theater & Bühne

Peter Bause in Biesdorf: „Wie trinkt man
Rotwein“ fragt Peter Bause am 1. November
um 18 Uhr in der Evangelischen Versöhnungskirche. Angekündigt wird ein „grandioses Bühnensolo“. Karten kosten 8, erm.
4 Euro. Ort: Köpenicker Straße 165, 12683
Berlin. Infos: Tel. (030) 514 35 93.

Malerei & Fotografie

Malerei von Matthias Hartje: Der Künstler
Matthias Hartje stellt derzeit in der KISTE
aus. Seine mit Aquarellstiften gemalten Bilder
sorgen für die entsprechende Aussagekraft.
Der Titel der Schau lautet: „Anpassung“. Zu
sehen täglich von 14 bis 22 Uhr. Der Eintritt
ist frei. KISTE Kino & Konzerte, Heidenauer
Str. 10, 12627 Berlin. Infos: Tel. (030) 998 74
81, www.kiste.net
Jürgen von Woyski - Arbeiten auf Papier:
Eine Auswahl von Reiseimpressionen des
Bildhauers Jürgen von Woyski ist bis zum
26. Oktober im Kulturforum in Zeichnungen
und Aquarellen zu sehen. Die Ausstellung
entstand in Kooperation mit der Jürgen-vonWoyski-Stiftung Hoyerswerda. Eintritt frei.
Ort: Kulturforum Hellersdorf, Carola-NeherStr. 1, 12619 Berlin.
Fotoausstellung „Baumgestalten“: Die
Fotografin Sabine Sentz war auf der Spur
der Bäume und hat sie in all ihren Facetten
aufgenommen. Das Ergebnis kann bis zum
13. November im Theater am Park bewundert
werden. Ort: Frankenholzer Weg 4, 12683
Berlin.
Kostbarkeiten, die Fünfte: Zum fünften Mal

verwandeln sich die Flure des Rathauses in
Marzahn zur Galerie. Aus der Reihe „Kostbarkeiten“ sind Bilder der Künstler Ellena
Olsen und Peter Engl zu sehen. Kurator der
Ausstellung ist Michael Wiedemann, unterstützt wird die Reihe auch von BVV-Vorsteherin Kathrin Bernikas (CDU). Das Rathaus am
Helene-Weigel-Platz ist werktags von 8 bis 20
Uhr geöffnet.

Bezirks-Kulturkalender

11

Theaterpremiere

Lesung & Gespräch

André Herzberg in der Bibliothek: André
Herzberg, früherer Frontmann der Band
„Pankow“ ist am 21. Oktober um 18 Uhr zu
Gast in der Heinrich-von-Kleist-Bibliothek.
Er liest aus dem Buch „Alle Nähe fern“
und erzählt die Geschichte seiner jüdischen
Familie, drei Generationen vom Ende des 19.
Jahrhunderts bis in die Gegenwart. Dazu gibt
es musikalische Einlagen. Der Eintritt ist frei.
Ort: Havemannstraße 17, 12689 Berlin.
Petra Pau liest: „Gottlose Type - meine
unfrisierten Erinnerungen“ lautet der Titel
des Buches von Bundestagsvizepräsidentin
Petra Pau (DIE LINKE). Sie stellt es am 18.
November um 20 Uhr in der Bezirkszentralbibliothek „Mark Twain“ vor. Ort: Marzahner
Promenade 52-54, 12679 Berlin. Eintritt: frei

Vorträge/ Führungen

Alt-Biesdorfer Stammtisch: „Das kulturelle
Leben im alten Biesdorf“ ist Gegenstand
des Stammtisches, zu dem am 2. November
um 18 Uhr eingeladen wird. Ortschronist
Karl-Heinz Gärtner wird zu Gast sein und
einen Einblick in sein Archiv geben. Eintritt:
4 Euro. Ort: Ort: Stadtteilzentrum Biesdorf,
Alt-Biesdorf 15, 12683 Berlin. Infos: Tel.
(030) 526 78 45 93.

Geschichte

MenschenLeben – Lebenswerke: Das
Bezirksmuseum Marzahn-Hellersdorf zeigt
seine neue Sonderausstellung „MenschenLeben – Lebenswerke“. Zu sehen sind die
Porträts von 60 Persönlichkeiten, die seit dem
16. Jahrhundert die Region Marzahn und
Hellersdorf geprägt haben – darunter Charlotte von Mahlsdorf, Kurt Schwaen und Franz
Carl Achard. Gezeigt werden unter anderem
persönliche Objekte aus dem Nachlass der
Porträtierten. Dauer: bis 2. Oktober 2016.
Ort: Bezirksmuseum Marzahn-Hellersdorf,
Haus 1, Alt-Marzahn 51, 12685 Berlin. Öffnungszeiten: Mo-Fr 11-17 Uhr, So 11-17 Uhr.
Der Eintritt ist frei.

Film & Kino

Die Hüter der Tundra: Vom Kamp samenischer Rentierhierten um ihr Weideland geht
es im Film „Die Hüter der Tundra“, der am
28. Oktober um 19.30 Uhr im Kulturforum
Hellersdorf gezeigt wird. Zu Gast ist René
Harder. Der Eintritt kostet 7, erm. 5 Euro.
Anmeldungen erbeten unter Tel. (030) 561 11
53. Ort: Kulturforum Hellersdorf, CarolaNeher-Str. 1, 12619 Berlin.

Kinder & Familie

25 Jahre Marzahner Promenadenmischung:
Der Chor „Marzahner Promenadenmischung“
wird 25 Jahre alt – und feiert dies am 17.
Oktober um 13 Uhr in der Jugendfreizeiteinrichtung „Fair“. Geplant ist unter anderem
ein Konzert. Ort: Marzahner Promenade 51,
12679 Berlin. Eintritt: frei
Papiertheater in der Bibliothek: Vom 19. bis
zum 24. Oktober ist das Papiertheater an der
Oppermann zu Gast in der Bezirkszentralbibliothek „Mark Twain“. Vormittags um 10

„Es klopft bei Wanja in der Nacht“ lautet der Titel der neuesten Inszenierung für
Kinder am Weiten Theater. Am 25. Oktober ist um 16 Uhr Premiere. Im tiefen, tiefen Walde sitzen Wanja und Babuschka in gemütlicher Wärme, als ein Schneesturm
losbricht. Gut, dass sie in ihrer Hütte sind! Doch da klopft es in der Nacht: Wer kann
das sein bei diesem entsetzlichen Wetter? Ein Hase, eine Füchsin und ein Bär bitten
um Unterschlupf. Da klappern der Babuschka und dem Wanja ordentlich die Zähne
- sollen sie diese wilden Tiere ins Haus lassen? Ist ihr menschliches Herz größer als
ihre Angst? Theaterstück für kleine Menschen ab 3 Jahren. Weitere Vorstellungen:
27./28.10, 10 Uhr; 6.12., 11+16 Uhr, 8./9.12., 10 Uhr. Ticketreservierungen: Tel.
(030) 991 79 27. Karten: 4,50 Euro Kinder, 6,50 Euro Erwachsene. Ort: Parkaue
23, 10367 Berlin.
Foto: Das weite theater

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Infos: Tel. (030) 55 49 43 60
Uhr finden Vorstellungen für Kitas mit dem
Stück „KatzenTatzenTanz“ statt, nachmittags
nach Absprache für Hortgruppen mit dem
Stück „Das Rübchen und der Mondfrosch“.
Für Erwachsene wird am 21. und am 24.
Oktober um 18 bzw. 10 Uhr gespielt. Ort:
Marzahner Promenade 52-54, 12679 Berlin.
Anmeldung unter Tel. (030) 54 70 41 41 (Kitaund Hortgruppen) und Tel. (030) 54 70 41 42
(Erwachsene).
35 Jahre Traumzauberbaum: Generationen von Kindern aus der DDR kennen die
Geschichten vom Traumzauberbaum und
seinen fabelhaften Wesen. Jetzt wird das
Kindermusical von Reinhard Lakomy 35 Jahre
alt. Im Rahmen der Jubiläumstour macht das
Lakomy-Ensemble am 18. Oktober um 15 Uhr
halt im Freizeitforum Marzahn. Karten gibt
es für 17, erm. 12 Euro. Ort: Freizeitforum
Marzahn, Marzahner Promenade 55, 12679
Berlin. Tel. (030) 542 70 91.

LIGURIEN - BLUMENRIVIERA

Schönes Ferienhaus, 2-6 Pers., 6 Automin. zum Meer, ideal zum
Baden & Wandern. Infos: www.liloit.de | Tel. (040) 522 20 85

Prinzessin auf der Erbse: Das Amateur-Theater des Freizeitforums zeigt am 21. Oktober
um 10 Uhr das Stück „Prinzessin auf der Erbse“. Mit dabei ist das Kinderballett „Konfetti“.
Eintritt: 3 Euro. Ort: Freizeitforum Marzahn,
Marzahner Promenade 55, 12679 Berlin. Tel.
(030) 542 70 91.
Lange Nacht der Senioren: Zum 14. Mal
präsentiert Siegfried „Siggi“ Trzoß die „Lange
Nacht der Senioren“. Zu Gast sind am 25.
Oktober ab 18 Uhr unter anderem Gerd
Christian, Maja Catrin Fritsche und Dorit
Gäbler. Karten gibt es für 20 Euro inkl. Begrüßungsgetränk. Ort: Freizeitforum Marzahn,
Marzahner Promenade 55, 12679 Berlin. Tel.
(030) 542 70 91.

IMPRESSUM
Bezirks-Journal

Unabhängige Monatszeitung für
die Berliner Bezirke. In Kooperation mit
www.lichtenbergmarzahnplus.de und www.qiez.de
Das Bezirks-Journal erscheint einmal im Monat kostenlos
und liegt derzeit an ca. 300 Orten in den Bezirken Lichtenberg sowie Marzahn-Hellersdorf zur Mitnahme aus. Die
Zeitung finanziert sich ausschließlich durch Werbung.
Herausgeber/ Chefredakteur:
Marcel Gäding (V.i.S.d.P.)
Verlag:
Medienbüro Gäding | Marcel Gäding
Josef-Orlopp-Straße 54 | 10365 Berlin
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Telefax: 030 55 49 43 69
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Redaktion & Internet:
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freie Mitarbeit: Steffi Bey, Benedikt Paetzholdt
Anzeigen & Werbung:
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Friedrich-Engels-Straße 24, 14473 Potsdam
Mitglied im
Deutschen Journalistenverband e.V.
Wirtschaftskreis Hohenschönhausen-Lichtenberg e.V.
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Es gilt die Anzeigenpreisliste Nr. 3/2015.
Das nächste Bezirks-Journal erscheint am 12.11.2015

12 Bezirks-Navigator

Oktober 2015 | Bezirks-Journal Marzahn-Hellersdorf

Alles, was Marzahn-Hellersdorf in
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Herbstfest in den
Gärten der Welt
MARZAHN. Zum Herbstfest laden die
Gärten der Welt am 18. Oktober von 12
bis 16 Uhr in ihren Karl-Foerster-Staudengarten ein. Lustige Blätterclowns laden alle Kinder ein, ihrer Fantasie in der
Bastelwerkstatt freien Lauf zu lassen oder
sich beim Kinderschminken in drollige
Herbstelfen und Drachen zu verwandeln.
Auf der Bühne erwartet die Besucher ein
vielfältiges Programm aus Live-Musik
und Tanz. Rock’n’Roll-Klassiker vergangener Jahrzehnte läuten gebührend den
Herbst ein und ruhige Songs lassen den
Sommer besinnlich ausklingen. An den
Wegen bieten Aussteller aus der Region
ein buntes Sortiment aus Eingemachtem, Tees, Keramiken und vielem mehr.
Neben allen künstlerischen Highlights
bietet das Herbstfest in den Gärten der
Welt seinen Gästen kulinarische Genüsse vom Grill, aus dem Topf und vom
Backblech an. Der Eintritt kostet 7 Euro,
erm. 3,50 Euro. Jahreskartenbesitzer und
Kinder bis zu 5 Jahren haben freien Eintritt. Die Gärten der Welt befinden sich
in der Eisenacher Straße 99. (gb)

Lichte Momente
Die letzten Sonnenstrahlen bahnen sich an den kalten Herbsttagen ihren Weg
durch die Bäume der Parkanlagen. In Kombination mit dem leuchtend gelbroten
Laub gibt dieses Naturschauspiel - eingefangen von Gisela Graehn-Baumann - ein
besonderes Motiv ab. In loser Folge veröffentlichen wir an dieser Stelle Bilder der
Mitglieder der Fotogruppe des Deutschen Senioren-Computerclubs.

BVG verbessert ihr
Angebot bei Buslinien

LINKE und Piraten für
schnelleres Internet

IGA-Tageskarte
soll 20 Euro kosten

Marzahn-Hellersdorf.
Die
Berliner Verkehrsbetriebe (BVG) verbessern das Angebot ihrer Buslinien im
Bezirk. Der X69 (Marzahn-West, Köthener Straße/ Müggelheim) verkehrt
künftig zwischen U-Bhf. Elsterwerdaer
Platz und S-Bhf. Köpenick täglich bis 23
Uhr im 20-Minuten-Takt. Die Linie 197
(S-Bhf. Mahlsdorf/ Hohenschönhausen,
Prerower Platz) fährt zwischen 6 und 9
Uhr sowie zwischen 12.30 und 18 Uhr
alle zehn Minuten zwischen Märkische
Allee/ Wuhletalstraße und Prerower
Platz. (gäd.)

Marzahn-Hellersdorf.
Die
Siedlungsgebiete von Biesdorf, Kaulsdorf und Mahlsdorf sollen schnelles
Internet bekommen. Einem entsprechenden Antrag von DIE LINKE und
Piraten stimmte die Bezirksverordnetenversammlung zu. Das Geld dafür soll
aus den Einnahmen finanziert werden,
welche die Bundesnetzagentur bei der
auktion von mobilen Internetfrequenzen
erzielt hat. „Um große Datenmengen
schnell zu übertragen, ist der Ausbau
des Breitbandes enorm wichtig“, erklärt
Kristian Ronneburg, DIE LINKE. (gäd.)

Marzahn. Die Eintrittspreise für die
Internationale Gartenausstellung 2017
stehen fest. Demnach zahlen Tagesbesucher 20 Euro. Im Preis enthalten ist
auch die unbegrenzte Fahrt mit der IGASeilbahn. Arbeitssuchende, Studierende,
Azubis und Menschen mit Behinderung
müssen 18 Euro zahlen. Kinder im Alter bis zu sechs Jahren haben freien Eintritt. Kinder und Jugendliche zwischen
7 und 17 Jahren werden mit 5 Euro zur
Kasse gebeten. Der Vorverkauf für die
IGA 2017 (Start: 13. April 2017) soll im
Herbst 2016 beginnen. (gäd.)

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S O Z I A L B E S TAT T U N G
Feuer-oderErdbestattung
unverbindlicher und kostenfreier Hausbesuch
komplette Antragsstellung und Erledigung alle Formalitäten
Kostenübernahme durch das Sozialamt

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