Path:
Periodical volume

Full text: Marzahn-Hellersdorfer Bezirks-Journal Issue 2.2015,1

OEHMCKE

FLÜCHTLINGE WILLKOMMEN:
Wie Familien das neue Leben
in Berlin erleichtert wird. S. 6

Immobilien
über 60 Jahre in Berlin

sucht Ein- und
Zweifamilienhäuser
& Grundstücke

Grünauer Str. 6, 12557 Berlin-Köpenick

 030-677 99 80
www.Oehmcke-Immobilien.de

Unsere Erfahrung ist Ihre Sicherheit

DEUTSCHLANDS BESTE: Erika
Lemnitzer hängt beim Orientierungslauf alle ab. S. 10

Marzahn-Hellersdorfer

Bezirks-Journal

Kostenlose und regionale Monatszeitung für Marzahn-Hellersdorf – mit Lokalnachrichten von Ahrensfelde bis Mahlsdorf für 251.000 Menschen
Auch im Netz, tagesaktuell: www.bezirks-journal.de | www.facebook.de/bezirksjournalberlin | www.twitter.com/bezirks_journal | 2. Jhg. | Ausgabe 1 | 8. Januar 2015

Künstler wollen Gut
Hellersdorf besetzen

Initiative für denkmalgeschützte Anlage gegründet/
Erste Aktionen zum Frühjahr geplant

D

as Gut Hellersdorf in Alt-Hellersdorf soll nicht länger einem
Dornröschenschlaf ausgesetzt
sein. Die Anlage mit ihren mehr als 20
denkmalgeschützten Gebäuden könnte
schon im Frühjahr zum Leben erweckt
werden, wenn es nach einer vor Kurzem
gegründeten Initiative geht.
Hinter der Interessengruppe stecken
Künstler, Politiker und Anwohner. Sie
wollen nicht länger warten, bis sich für
das weiteräumige Gelände in Hellersdorf Investoren finden. Das Areal soll
nach Vorstellungen des Bezirks langfristig als Wohn- und Gewerbestandort
entwickelt werden.
„Wir wollen eine kleinteilige, behutsame Entwicklung des Geländes“, sagt
Gabriele Hiller (DIE LINKE), Mitglied des Berliner Abgeordnetenhau-

ses. Und der Aktionskünstler Roman
Hillmann pflichtet ihr bei: „Aus dem
Ort kann man etwas machen.“ Bezahlbarer Wohnraum sei denkbar, dazu ein
„kuscheliger Marktplatz mit viel Kultur
drum herum“.
„Bis sich Investoren finden, könnte man das Gut mit Kultur besetzen“,
lautet Hillmanns Vorschlag. Von Theaterprojekten ist die Rede, von einer
Brasserie, von einer Volksküche und
von einem Marktplatz, auf dem sich
die Menschen treffen. Auch an Urban
Gardening – also kleine Stadtgärten für
normale Bürger – ist gedacht.
Noch gehört allerdings viel Fantasie
dazu, sich diese Visionen auch in der
Realität vorzustellen. Ostern soll es erstmals ein Osterfeuer geben. (gäd.)
Lesen Sie unseren Report auf Seite 3

Reparieren statt wegwerfen

Mit viel Geduld macht sich Peter Dawson an die Reparatur dieser DVD- und
Video-Kombination. Ehrenamtlich hilft er anderen dabei, Alltagsgegenstände
wieder flott zu machen. Jeden zweiten Donnerstag ist der junge Engländer zu
Gast im Repair-Café der Umweltkontaktstelle an der Liebenwalder Straße. Wir
haben dem jungen Mann über die Schulter geschaut. Mehr dazu in unserer Beilage „Standort Ost“ im Innenteil.
MARCEL GÄDING

Platz für Ihre Anzeige!
Unser Team berät Sie gern! Tel. (030) 55 49 43 60 | E-Mail: anzeigen@bezirks-journal.de

• Klimaanlage • CD-Radio • ABS mit EBV • Nebelscheinwerfer • Tempomat • Berganfahrassistent
• Bordcomputer • LED-Tagfahrlicht • ECO-Mode zur Reichweitenoptimierung u.v.m.
Gesamtverbrauch (l/100 km): innerorts 6,0 außerorts 4,4, kombiniert 5,0;
Co2-Emissionen kombiniert: 115g/km (Werte nach EU-Normmessverfahren).
*Inklusive 695 € Überführungskosten. Auch als Automatik erhältlich.
Abb. zeigt Sonderausstattung
Besuchen Sie uns im Autohaus.
Wir beraten Sie gerne!
Öffnungszeiten:
Mo. - Fr. 6.00-20.00 Uhr
Sa.
9.00- 13.00 Uhr

RENAULT · DACIA Vertragspartner

Olbrich & Söhne
.
Autokreisel

familiär fair

RENAULT CAPTUR.
RAUS INS LEBEN!
RENAULT CAPTUR
EXPRESSION
TCe 90 Stop & Start (66 kW / 90 PS)

60 JAHRE Autokreisel Olbrich & Söhne OHG

1953-2013

ERFAHRUNG
KOMPETENZ
ZUVERLÄSSIGKEIT

Rhinstraße 52 a · 12681 Berlin
Tel.: 54 98 900 · www.renault-olbrich.de

L
MIT K

NUR

ANG &

KLIM

15.590,– €*

A-PAK

ET

2

Bezirks-Thema

Januar 2015 | Bezirks-Journal Marzahn-Hellersdorf

Marina Georgi leitet die Heinrich-von-Kleist-Bibliothek. Sie packt an, wo es geht. Die Besucher danken es ihr.

MARCEL GÄDING

Schwätzchen zwischen Bücherregalen
Die sechs Bibliotheken in Marzahn-Hellersdorf werden derzeit regelmäßig von 20.000 Menschen genutzt. Längst
werden dort nicht nur Bücher ausgeliehen. Einrichtungen wie die Heinrich-von-Kleist-Bibliothek haben sich auch
zu Nachbarschaftszentren entwickelt.
von Marcel Gäding

E

s ist noch nicht viel los an diesem
Vormittag, die Kinder sind in der
Schule. Dennoch geht innerhalb
von einer halben Stunde gleich zweimal
die Tür auf. Erst schaut ein älterer Herr
aus dem Nachbaraufgang auf einen
Plausch vorbei, dann bringt Evamaria
Wolf kleine winterliche Dekosterne vorbei. Alltag in der Heinrich-von-KleistBibliothek an der Havemannstraße.
Es ist ein Wunder, dass es die kleine
Bibliothek im Marzahner Norden noch
gibt. Lange Zeit war sie geschlossen
und sollte am Ende im Jahr 2010 ganz
ihren Betrieb einstellen, weil es an Personal und Geld fehlte. Doch engagierten
Nutzern wie Evamaria Wolf ist es zu
verdanken, dass es die Heinrich-vonKleist-Bibliothek gibt. Der Zufall wollte
es, dass die Verwaltung auch ein neues
Team zusammenstellte und die Einrichtung mit ihren 17.523 Büchern, Hörbüchern, DVDs, CDs, Spielen, Zeitungen
und Zeitschriften an Marina Georgi und
ihre beiden Kolleginnen übergab. „Dieses Jahr blicken wir auf unser 20-jähriges
Bestehen zurück“, sagt die Bibliothekarin stolz und erleichtert.
Berlins Bezirke müssen sparen. Von
den sechs Bibliotheken in MarzahnHellersdorf wird jedoch keine einzige
geschlossen, verspricht Kulturstadträtin
Juliane Witt (DIE LINKE). Sie hat ge-

rade eine erste Bilanz des 2012 erarbeiteten Bibliothekenkonzepts vorgestellt –
und die kann sich sehen lassen. Aktuell
nutzen 20.000 Menschen die Büchereien
regelmäßig, gut 600.000-mal werden die
Einrichtungen pro Jahr besucht. Insgesamt werden im Jahr an die 1,4 Millionen Medien entliehen. „Das Konzept
hatte zum Ziel, dass wir eine externe
Sicht auf unsere Arbeit erhalten“, sagt
Juliane Witt. Schnell entstand dann aber
der Wunsch, die Kolleginnen und Kollegen der Bibliotheken einzubeziehen.
Im Raum standen Fragen nach der Situation in den Stadtteilbibliotheken, nach
Potenzialen und danach, wie man mit
vorhandenen finanziellen Mitteln und
vorhandenem Personal noch einiges besser machen kann. Das führte unter anderem zu der Erkenntnis, dass die Bibliotheken in erster Linie von jungen und
alten Menschen genutzt werden und die
Wege kurz sind. Das sollen sie auch bleiben. Gedanken, alles an einem zentralen
Standort zu konzentrierten, verfolgt in
Marzahn-Hellersdorf niemand. Juliane
Witt sagt, dass die Zahl der Nutzerinnen und Nutzer merklich gestiegen ist.
„Daher haben wir wirtschaftlich gesehen kein Interesse, eine Einrichtung zu
schließen.“
Das wäre ein Desaster, auch für die
Heinrich-von-Kleist-Bibliothek. Die hat
sich nämlich als kleines Stadtteilzentrum etabliert. Hier ist es im Gegensatz
zu großen Häusern nicht ruhig, es wird

auch nicht geflüstert – ganz im Gegenteil. Zwischen den Regalen halten die
Nachbarn ein Schwätzchen oder blättern Teenies durch angesagte Comicromane. Ein großer Schwerpunkt wird
auf Angebote für Kinder und Jugendliche gesetzt. Groß ist das Sortiment an
russisch- und vietnamesischsprachiger
Literatur. „Außerdem haben wir immer alle SPIEGEL-Bestseller im Programm“, sagt Marina Georgi. Ergänzt
wird das Angebot durch Hörbücher und
DVDs, darunter sind auch viele aktuelle Produktionen. Wer lange nicht in der
Bibliothek war, staunt, wie viel man für
einen Jahresbeitrag von 10 Euro geboten bekommt. Kinder und Jugendliche
zahlen nichts, auch die Mieter der umliegenden
DEGEWO-Wohnanlagen
nicht. Denen sponsert der Vermieter
den Bibliotheksausweis. Stolz ist Marina Georgi darauf, dass sie mehrmals
in der Woche Schulklassen zu Besuch
hat, thematische Frühstücksveranstaltungen ausrichtet und auch namhafte
Autoren wie Knut Elstermann oder
Dilek Güngör für Lesungen gewinnt.
Mit Drittklässlern macht sie eine Bibliothekseinführung, erklärt, wie das mit
der Ausleihe funktioniert. Dadurch stieg
die Zahl der Nutzerinnen und Nutzer
auf inzwischen 40.105 im Jahr 2013.
70.000-mal wurden zudem Bücher oder
DVDs entliehen. Darüber hinaus ist die
Heinrich-von-Kleist-Bibliothek Heimat
des Seniorenprojekts „Gemeinsam statt

einsam“. „Wir wollen versuchen, die
Leute herauszuholen“, sagt Marina Georgi und blickt aus dem Fenster auf die
Häuser der Großsiedlung. Viele Kinder
und Jugendliche verbringen auch ihre
Nachmittage in der Bibliothek, manche erledigen dort ihre Hausaufgaben.
„Wenn es gerade passt, helfen wir auch
mal dabei“, sagt die Bibliotheksleiterin.
Erweitert wurden auch die Öffnungszeiten. An zwei Abenden ist die Ausleihe
bis 18 Uhr geöffnet, an einem Abend sogar bis 19 Uhr. „Damit geben wir allen
Benutzern die Gelegenheit, die Bibliothek zu besuchen.“
Gut 270.000 Euro stehen den Bibliotheken im Jahr als Etat zur Verfügung.
Hinzu kommen Zuwendungen von Unternehmen wie der DEGEWO oder der
Wohnungsgenossenschaft Marzahner
Tor eG. Deren Aufsichtsratsvorsitzender Thomas Scholz sagt, dass die MarkTwain-Bibliothek in der Nachbarschaft
des Wohnungsbestandes liege. Unter
anderem bewerbe man bei Mietern Veranstaltungen der Bibliothek, im Gegenzug finden in den „Wohnfühltreffs“ der
Genossenschaft Lesungen statt. „Auf
diese Weise profitieren wir gegenseitig
voneinander.“ Kulturstadträtin Juliane
Witt ist froh über dieses Engagement.
„Schließlich dienen Bibliotheken auch
der Sprachförderung“, sagt sie. „Schön
wäre es, wenn es uns gelingen würde, für
jeden Bibliotheksstandort Partner aus
der Wohnungswirtschaft zu finden.“

Bezirks-Leben

Bezirks-Journal Marzahn-Hellersdorf | Januar 2015

Künstler wollen Scheunen übernehmen

3

Ställe und Backsteinhäuser prägen das Bild von Gut Hellersdorf. Doch das Gelände verfällt. Land und Bezirk
suchen Investoren, während eine neue Initiative das Gut auf eigene Faust zum Leben erwecken möchte.

A

n diesem Abend wird Geschichte
geschrieben. Eine kleine Gruppe
hat sich um den Besprechungstisch der Abgeordneten Gabriele Hiller
(DIE LINKE) eingefunden. Hier unten,
in der Ladenzeile eines Plattenbaus unweit des Hellersdorfer Spree-Centers,
werden sie nach nur zwei Stunden Nägel mit Köpfen machen. Sie gründen
eine Initiative, um wieder Leben auf das
heruntergekommene Gut Hellersdorf
zu bringen. Während Bezirk und Land
nach Investoren suchen, um das Gelände in ein neues Wohnviertel zu integrieren, wollen die Künstler, Anwohner und
am Ende auch Gabriele Hiller aus dem
Areal mit seinen Scheunen und Ställen
einen „Ort für die Bürger“ machen.
Ganz vorn an der Spitze der neuen
Bewegung sind Roman Hillmann und
Ankeline Möller. Im Bezirk sind sie inzwischen bekannt wie bunte Hunde.
Wer sie das erste Mal trifft, kann diesem
Vergleich viel abgewinnen. Die beiden
Wahlberliner haben Anteil daran, dass
die Alte Börse in Marzahn ein Kulturstandort wurde und dass sich dort auch
Künstler des einstigen Tacheles in Mitte
ansiedelten. Sie gehören quasi zu denen,
für die in Berlins neuer Prachtmitte kein
Platz mehr ist. Jene Künstler und Freigeister, die hier draußen am Rande der
Stadt Potenziale sehen. Und dazu gehört
auch das Gut Hellersdorf. Es ist kein Jahr
her, dass Roman Hillmann das erste Mal
auf dem Gelände war. Medienaffin wie
er ist, hat er gleich die Hauptstadtpresse
mitgenommen. „Schnell war mir klar:
Aus dem Ort kann man etwas machen.“
Bezahlbarer Wohnraum ist im Gespräch,
dazu ein „kuscheliger Marktplatz mit
viel Kultur drum herum“. Hillmann hat
für das Gut Hellersdorf viele Visionen.
Er kann sich dort vieles vorstellen, nur
keine Supermärkte oder Wohnparks,
wie sie Ende der 1990er-Jahre entstan-

Eines von über 20 Gebäuden auf dem Gut Hellersdorf. 
den. Und weil weder Bezirk noch das
Land so richtig in die Gänge kommen,
wollen Künstler um Roman Hillmann
das Areal in Beschlag nehmen. „Bis
zur IGA 2017 könnte in Hellersdorf ein
großer, guter Kulturstandort entstehen“,
sagt Hillmanns Partnerin Ankelina Möller. „Wir müssen nur darauf acht geben,
dass der Ort nicht verschandelt wird.“
Zwischennutzung lautet die Devise. Roman Hillmann wird konkret: „Bis sich
Investoren finden, könnte man das Gut
mit Kultur besetzen.“ Von Theaterprojekten ist die Rede, von einer Brasserie,
von einer Volksküche und von einem
Marktplatz, auf dem sich die Menschen
treffen. Auch an Urban Gardening – also
kleine Stadtgärten für normale Bürger –
ist gedacht. Noch gehört allerdings viel
Fantasie dazu, sich diese Visionen auch
in der Realität vorzustellen.
Klaus-Jürgen Dahler (DIE LINKE),
Vorsitzender des Hauptausschusses in
der
Bezirksverordnetenversammlung,
verfolgt die Entwicklung auf dem Gut

MARCEL GÄDING

Hellersdorf seit der Wende. Von den
20 einst landwirtschaftlichen Gebäuden
stehen sechs unter Denkmalschutz, sagt
der Kommunalpolitiker. Er hat die Interessenten für das Areal kommen und
gehen sehen. „Im Laufe der Zeit waren
es an die 60“, sagt Dahler. So schnell
wird sich für das Areal, für das der Liegenschaftsfonds Berlin derzeit Käufer
sucht, womöglich niemand finden. Wirtschaftsstadtrat Christian Gräff (CDU)
hingegen sieht nur in einem Konzeptverfahren die Möglichkeit, Leben auf das
Gut zu bringen – ein Verfahren, bei dem
die beste Idee gewinnen soll. In einem
Schreiben an Gabriele Hiller teilt er mit,
dass das Gut Hellersdorf mit „seinen
umliegenden Wohnungsbaupotenzialflächen beste Voraussetzungen für die
Verbindung zwischen Wohnen, sozialer
Infrastruktur und gewerblicher sowie
kultureller Nutzung“ biete. Klaus-Jürgen
Dahler sagt, dass es auf Bezirksebene
eine absolute Mehrheit dafür gebe, dass
etwas passiert.

In einer Stadt, in der die Fertigstellung eines Großflughafen auf den St.Nimmerleinstag verschoben ist, will sich
Roman Hillmann nicht verlassen. Und
auch Gabriele Hiller ist dafür, dass jetzt
schon etwas passiert. „Wir wollen eine
kleinteilige, behutsame Entwicklung des
Geländes“, sagt sie. An diesem Abend ist
nach zwei Stunden eine neue Initiative
entstanden: „Kultur. Gut. Hellersdorf.“
Lautet ihr Arbeitstitel. Im Februar sind
Aufräumaktionen geplant. „Ich habe einen Kombi, da passt viel Müll hinein“,
sagt Hillmann. Ostern soll es ein Osterfeuer geben und im Frühling eine große,
lange Tafel, an der gegessen, gelacht
und geträumt wird. „Die Leute müssen
dorthin“, gibt sich Künstlerin Ankelina
Möller kämpferisch. „Wir müssen verhindern, dass dort das Gleiche passiert
wie an so vielen anderen Orten in der
Stadt.“ Gemeint sind Projekte, bei denen Baudenkmäler teuer saniert und von
Wohnhäusern umgeben sind. (gäd.)

DAS RITTERGUT
Gut Hellersdorf wurde erstmals
1375 urkundlich als Helwichstorp
erwähnt. Mehrfach wechselt das
Gut seine Besitzer. 1836 geht Gut
Hellersdorf an Graf von Arnim. Es
wird zum Rittergut ausgebaut. 1886
übernimmt die Stadt Berlin das Gut.
Bis 1902 entstehen dort Ställe, Wirtschafts- und Verwaltungsgebäude,
eine Schule und Arbeiterwohnhäuser. 1922 übernehmen die Berliner
Stadtgüter das Areal an der Alten
Hellersdorfer Straße. 1990 wird die
landwirtschaftliche Nutzung des
Gutes beendet. Teile der Anlagen
werden bis heute gewerblich genutzt.

Umstrittene Stadtvillen
Berlin braucht neue Wohnungen, das steht außer Frage. Auch am Bahnhof Kaulsdorf wird gebaut. Zum Ärger
der Anwohner, die um ihren Wohnkomfort fürchten. Der Investor versteht das alles nicht.

I

von Marcel Gäding

n Kaulsdorf war bis vor Kurzem die
Welt noch in Ordnung, zumindest
die von Günter Lehmann und seinem Partner Robert Motylski. Die beiden Männer bewohnen ein Einfamilienhaus. Hinterm Zaun befand sich bislang
ein Parkplatz, eine Kaufhalle und ein
Heizhaus. Eine kleine Tür erwies sich
über die Jahre recht praktisch, lieferte sie
doch eine willkommene Abkürzung in
die inzwischen geschlossene Kaufhalle.
Heute ist die Tür verschlossen, direkt dahinter geht es mehrere Meter tief in eine
Baugrube. Dort wurde schon ein Fundament gegossen für ein neues Mehrfamilienhaus. Bauzäune wurden gezogen.
Auf einem kleinen Schild im Format

DIN A4 können Passanten am Hertwigswalder Steig lesen, was geplant ist.
Von acht Wohnungen ist dort die Rede.
„Wenn das Haus steht, fällt kaum noch
Sonne auf unser Grundstück“, befürchtet Herr Lehmann.„Bürger verärgert
über Neubau in Kaulsdorf“, schreibt der
SPD-Abgeordnete Sven Kohlmeier in
einer Pressemitteilung. Und: „Verschattung und Verkehrsprobleme befürchtet“.
Als er im Herbst aus der Frühschicht
kam und die neuen Bauzäune entdeckte,
wollte Günter Lehmann vom Investor
wissen, was gebaut wird. Der habe aber
am Telefon jede Auskunft verweigert.
Schließlich habe er sich an den Abgeordneten Sven Kohlmeier gewandt, der
ja seit Kurzem sein Bürgerbüro in der
Nachbarschaft hat. Kohlmeier berichtet,

dass auch seine Nachfrage beim Investor nichts erbracht hat. „Die Anwohner
wurden nicht informiert“, lautet Kohlmeiers Kritik. Es gehe nicht darum,
Wohnungsbau zu verhindern, sagt Sven
Kohlmeier. Sorgen bereite ihm eher die
Frage, wo die neuen Stadtvillenbewohner parken sollen. Denn Parkplätze sind
heute schon knapp in Kaulsdorf.
Markus Steppan von der Arche Nova
GmbH ist etwas verwundert über die
Reaktion der Nachbarschaft. Er sagt,
dass es sich bei dem Mehrfamilienhaus
in Kaulsdorf um das erste Berliner Projekt seines Unternehmens handele. Die
Art der Bebauung orientiere sich an
den Nachbargebäuden. Was konkret
auf dem Gelände des Heizhauses sowie
der alten Kaufhalle passieren soll, weiß

Steppan noch nicht. „Das wird erst noch
entschieden“, erklärt er. An Parkplätze
habe man sehr wohl gedacht: Auf zwei
Wohnungen käme ein Pkw-Stellplatz.
In die Wohnungen sollen vor allem ältere Bewohner aus der Nachbarschaft
ziehen, die nicht mehr in der Lage sind,
ein großes Grundstück zu versorgen.
Sobald das erste Haus steht, geht es mit
der Gesamtplanung für das Areal weiter.
„Sobald wir konkret wissen, wie die anderen Flächen bebaut werden, können
wir auch gerne eine Informationsveranstaltung für die Anwohner planen“,
sagt Steppan. Es wäre ein Novum für
den Geschäftsmann. „Wir haben schon
mehr als 1.000 Häuser gebaut, aber noch
nie eine Informationsveranstaltung organisiert.“

4

Bezirks-Leben

Januar 2015 | Bezirks-Journal Marzahn-Hellersdorf

Frauen trainieren unter sich

Spezielle Angebote für weibliche Nutzer: Mit einer Frauensporthalle sollen mehr Mädchen und Frauen zum
Sporttreiben animiert werden. Das Projekt hat aber nicht nur Befürworter.
von Steffi Bey

B

erlins erste Frauensporthalle lädt
ab 17. Januar im Freizeitforum
Marzahn zum Trainieren ein.
Egal ob Jung oder Alt – Hauptsache die
Lust zum Bewegen ist vorhanden. „Wir
freuen uns riesig, weil es uns gelang,
besonders attraktive Angebote zu organisieren“, sagt Projektleiterin Lea Seid.
Die 28-Jährige war in den zurückliegenden Monaten damit beschäftigt,
Kontakte zu knüpfen, Übungsleiterinnen zu gewinnen und gemeinsam mit
Claudia Zinke, der Chefin vom Verein
für Sport und Jugendsozialarbeit (VSJ),
das Kursprogramm zusammenzustellen. Dieser Verein betreibt im Auftrag
des Bezirksamtes Marzahn-Hellersdorf
die Frauensporthalle.
„Wir entschieden uns für den Partner,
weil er seit mehr als 20 Jahren reichlich
Erfahrungen mit eigenen Sportjugendclubs oder Mädchensportzentren sammelte“, erklärt Bezirksbürgermeister
Stefan Komoß (SPD).
Was der Träger nun anbietet, steht
allen Altersgruppen offen. Inhaltliche
Schwerpunkte liegen in den Bereichen
Fitness, Gesundheit, Gymnastik, Tanz,
Ausdauer aber auch Selbstverteidigung
und Klettern. Dazu sind Kooperationen
mit regionalen Sportvereinen geplant.
„Wir hoffen, mit den speziellen Angeboten, den Frauenanteil im Vereinssport
zu erhöhen und ebenso mehr Migrantinnen im Bezirk zu erreichen“, betont
Komoß.
Die Idee für dieses berlinweit bislang
einmalige Vorhaben entstand vor drei
Jahren. Das Bezirksamt hatte damals
eine Umfrage zum Sportverhalten gestartet. Mit dem Ergebnis: Mädchen

Lea Seid (l.) und Claudia Zinke in der Sporthalle: Hier können ab 15. Januar von Sonntag bis Donnerstag ausschließlich Frauen Sport treiben.
STEFFI BEY
und Frauen sind in den Sportvereinen
unterrepräsentiert: Nur ein Drittel der
Nutzer sind weiblich. Als Begründung
gaben viele Frauen an, dass die Angebote öffentlicher Sportstätten bislang nicht
ihren Erwartungen entsprechen.
Sie wünschen sich stattdessen vor allem Orte, die sicher und zentral liegen,
flexible Nutzungszeiten und attraktive
Kleingruppenangebote.
„Ausgehend
von dieser Erkenntnis und der Beobachtung, dass Frauen andererseits häufig in
private Fitnessstudios gehen, also sportinteressiert sind, nahmen wir das Modellprojekt in Angriff“, beschreibt der
Politiker die Vorgehensweise.
Mehrheitlich entschieden sich die Bezirksverordneten schließlich für den gut
zu erreichenden Standort an der Marzahner Promenade. In der Halle wurde
noch ein wenig umgebaut und es entstand unter anderem eine Boulderwand.

Auch Gymnastikmatten, Bälle und
Steppbretter wurden angeschafft. Es gibt
außerdem einen kleinen Bewegungsraum im Obergeschoss, in dem bislang
Kampfsportler trainierten. Geplant ist
zudem ein großer, attraktiver Fitnessbereich in den derzeit leerstehenden Flächen neben dem Eingang. „Dort bieten
wir perspektivisch Reha-Sport an“, sagt
Claudia Zinke. Schritt für Schritt soll
auch dieses Projekt greifen.
Um sämtliche Ideen und Vorhaben
umzusetzen, wurde extra der Verein „Fit
und Fun Marzahn“ gegründet. Wer die
generationsübergreifenden Tanz-Gymnastik-Fitnessangebote nutzten will, tritt
am besten ein. Der Vorteil: „Für einen
Monatsbeitrag von 15 Euro dürfen Mädchen und Frauen nach Lust und Laune
Kurse belegen“, erklärt Lea Seid. Kinder, Jugendliche und Senioren erhalten
Ermäßigungen. Ohne Mitgliedschaft

zahlen Interessierte pro Trainingsstunde
vier Euro. Von Sonntag bis Donnerstag
steht die Halle nun ausschließlich Frauen zur Verfügung. Mutter-Kind- sowie
Oma-Kind-Kurse sind an diesen Tagen
ebenfalls möglich. Freitags und sonnabends öffnet sich die Tür dann für Familien. Zudem werden Sportvereine des
Bezirks mit ihren bestehenden und neuen Angeboten integriert.
Noch steht bei der Diplomsportwissenschaftlerin Lea Seid vor allem das
Organisieren, Vermitteln und Einteilen
im Vordergrund. „Wenn sich nach und
nach alles eingespielt hat, übernehme
ich wahrscheinlich auch einen Kurs“,
sagt die Berlinerin, die schon Erfahrungen als Erlebnis- und Tanzpädagogin
sammelte.
Gespräche soll es auch noch mit dem
Betreiber des Freizeitforums zu „günstigen Konditionen für die Frauen, beispielsweise bei Nutzung von Schwimmhalle und Sauna geben“, kündigt
Claudia Zinke an.
Kritisiert wird das FrauensporthallenProjekt von den Linken in der Bezirksverordnetenversammlung. „Wir sind
nicht gegen Frauensport aber gegen diesen Standort“, macht Sarah Fingarow,
Bildungs- und Gleichstellungspolitische
Sprecherin der Linksfraktion deutlich.
Anstatt die Finanzen in eine wirklich
marode Halle zu stecken, wurde dieses
bislang als Mehrzweckhalle genutzte
Objekt aufgepeppt. „Offene Angebote,
die es dort gab, fallen aber künftig weg.“
Infos zu den Angeboten direkt bei Lea Seid
unter 0159/04 12 67 85. Am Sonnabend,
17. Januar, wird mit einem abwechslungsreichen Programm die Eröffnung der Frauensporthalle an der Marzahner Promenade
55 gefeiert.

Klares Nein zur Ausgrenzung
Im ersten Kurs der Elternakademie beschäftigten sich fünf Familien mit vorurteilsbewusster Erziehung.

F

ragen über Fragen, keine Antworten, stattdessen Frust. Melanie
Ritter (Name von der Redaktion geändert), erinnert sich noch genau an die
Situation vor einem Jahr. „Wut hatte
ich“, sagt die junge Mutter. „Vor allem
auf unsere Regierung, weil sie sich anscheinend mehr um Flüchtlinge kümmert, als um die eigenen Menschen“,
beschreibt die Hellersdorferin ihren Gemütszustand von damals. „Irgendwie
kam so viel zusammen und plötzlich
alles hoch.“
Melanie Ritter gehörte zu den Anwohnern, die zunächst gegen das Flüchtlingsheim an der Carola-Neher-Straße waren.
Bekannte aus ihrem Umfeld schimpften
ebenfalls auf die Behörden, „weil die
eigenen Kinder in einer heruntergekommenen Schule lernen müssen, aber für
Ausländer offensichtlich viel mehr getan
wird“. So oder ähnlich äußerten sich etliche Bewohner in dem Gebiet rund um
die Nossener Straße in Hellersdorf.

„Dagegen müssen wir etwas tun“,
stand für Gabi Paul und ihr Team vom
Kinder-, Jugend- und Familienzentrum
„Haus Aufwind“ fest. Schon seit vielen
Jahren ist in der Nossener Straße 89 ein
Auflaufpunkt für Hilfesuchende: Die Jugendwerk Aufbau Ost gGmbH berät dort
unter anderem Alleinerziehende, bietet
verschiedene Kurse für unterschiedliche
Altersgruppen an, bereitet innerhalb eines breiten Netzwerkes Jugendliche auf
ihre Berufswahl und Ausbildung vor
und unterstützt Kinder bei den Hausaufgaben. „Viele Mädchen und Jungen
kommen aus einem schwierigen sozialen Umfeld und brauchen unsere Unterstützung“, sagt Gabi Paul. Sie betont:
„Ganz wichtig ist es, den Eltern zu verdeutlichen, wir sehen in ihnen nicht nur
Problemfälle, sondern betrachten den
ganzen Menschen“, betont die DiplomPädagogin. Und so gab es im Dezember
vergangenen Jahres zunächst lockere
Gesprächskreise mit Interessierten.

Die erste Gruppe, die sich in den zurückliegenden Wochen für jeweils zwei
Stunden traf, bestand aus fünf Familien:
zehn Erwachsene und genau so viel Kinder. Worüber gesprochen wurde, legten
die Beteiligten gemeinsam fest. Es ging
um Gewalt, Rechte von Kindern und Erwachsenen, aber ebenso um Ghettosprache, pubertäres Verhalten, eigene Gewalterfahrungen und Diskriminierung.
„Anfangs war ich unsicher und wartete
erst einmal ab“, gibt Melanie Ritter zu.
Doch nach und nach fand sie es angenehm Gleichgesinnte zu treffen und sich
auszutauschen. „Über Dinge zu reden,
die man sonst eher nicht öffentlich ausspricht“, sagt die junge Mutter.
Auch ihre beiden Elf- und Zwölfjährigen Kinder kamen gern zur Akademie.
„Wir haben einen Film gesehen, Plakate entworfen und über Fremde gesprochen“, berichtet Benjamin. Seine Mutter
sagt, die offenen Diskussionen und das
Zulassen verschiedener Meinungen ga-

ben ihr Kraft und Selbstvertrauen. „Ich
habe jetzt einen anderen Blick auf viele
Dinge und gebe das auch an meine Kinder weiter.“ Damit meint sie unter anderem das Anerkennen von Unterschieden,
ein klares Nein zur Ausgrenzung und
Respekt gegenüber anderen. Gabi Paul
und ihre Kolleginnen sind mit dem Verlauf des Projektes zufrieden. „Die Beteiligten haben sehr offen und ehrlich ihre
Sichtweisen ausgetauscht, ohne dabei
verletzend zu werden“, sagt auch Mitarbeiterin Eva Prausner. Man habe eine
gute Basis und könnte darauf aufbauen.
Wie es konkret weitergeht, ist noch unklar. Angestrebt wird auf jeden Fall eine
Verlängerung. „Wir versuchen wieder
Fördergelder zu beantragen, denn der
Wunsch, die Themen zu vertiefen, besteht “, sagt Paul. Geplant ist außerdem,
Beteiligte später einmal im Wohngebiet
als Multiplikatoren einzusetzen, für eine
offene und freundliche Nachbarschaft.

Steffi Bey

Abwechslungsreiches Showprogramm:

in
l
k
n
a
r
F
a
h
t
e
r
A

*

Tina Turner *
Barry White *
ls

i
v
e
D
g
n
i
g
n
i
w
S

Br

e

in

re

fü

G

U

TS

st

ur

CH
at E
w I

N

Weitere Highlights:

6

Bezirks-Leben

Januar 2015 | Bezirks-Journal Marzahn-Hellersdorf

FLÜCHTLINGS-SCHICKSALE: Sie flohen vor dem Krieg, ihre Heimat werden sie vermutlich nie wieder
sehen. In Berlin werden sie mit offenen Armen empfangen und finden Hilfe in einer für sie neuen Welt.

Anwohner und
Firmen helfen,
wo sie können
An der Herzbergstraße
leben 380 Flüchtlinge aus
dem Irak und Syrien.

I

m „Refugium“ der Arbeiterwohlfahrt (AWO) leben an die 380 Männer, Frauen und Kinder. Sie kommen aus dem Irak, Syrien oder dem
Balkan. Rund 20 Angestellte kümmern
sich in dem Haus an der Herzbergstraße
um die Geflüchteten, die in Zwei- und
Vierbettzimmern leben. Hinzu kommt
eine Welle der Hilfsbereitschaft, die so
in der Öffentlichkeit niemand wahrnimmt. Als kürzlich zu Kleider- und
Spielzeugspenden aufgerufen wurde,
war die Resonanz riesig. „Wir kommen
mit dem Sortieren gar nicht hinterher“,
sagt Angela Prodan, die Einrichtungsleiterin.
Dass sich auf dem einstigen In­
dustriegelände zwischen einem Ärztehaus, einer Wohneinrichtung für
Menschen mit Behinderung und dem
Evangelischen Krankenhaus Königin
Elisabeth Herzberge (KEH) eine Erstaufnahme für Flüchtlinge befindet,
nimmt man hier kaum wahr. Die Einrichtung hat sich gut in die Umgebung
integriert. Angela Prodan sagt, dass die
Landesmittel für die Unterbringung und
Verpflegung der Flüchtlinge gezahlt
werden. Normalerweise bräuchte sie
aber mindestens sechs Sozialbetreuer
und vier Sozialarbeiter, um sich auch
den Problemen und Sorgen der Flüchtlinge zu widmen. Derzeit sind im AWORefugium aber nur drei Sozialbetreuer
und ein aus Syrien stammender Sozialarbeiter beschäftigt. Angela Prodan
ärgert sich außerdem darüber, dass bis
heute nicht klar ist, ab wann die Kinder
und Jugendlichen im Flüchtlingsheim
unterrichtet werden. Das soll auf dem
Gelände in eigenen Räumen passieren.
Getan hat sich bislang nichts. Hinzu
kommt, dass den Flüchtlingen bislang
keine Deutschkurse angeboten werden
können. „Dabei ist das Interesse daran
groß“, wie Sozialbetreuerin Marina Mai
sagt. Eine junge Frau gebe seit Kurzem
Deutschunterricht. Ehrenamtlich und
nur für Frauen. „Denen bereitet der
Unterricht viel Freude“, sagt Angela
Prodan. Schwierigkeiten gibt es, die
von vielen Lichtenbergern angebotene
ehrenamtliche Hilfe zu koordinieren.
„Hier brauchen wir dringend Unterstützung“, sagt Angela Prodan. Auch werden Helfer gesucht, die mit den Flüchtlingen die Freizeit gestalten, mit ihnen
Sport treiben oder Malkurse geben.
Inzwischen haben sich Initiativen gegründet, die für die Flüchtlinge Spenden
sammeln. Darunter sind eine Rechtsanwaltskanzlei am Potsdamer Platz, Schulen, Kitas. Die Ärzte im benachbarten
KEH und im Ärztehaus auf dem Gelände helfen, wo sie können. (gäd.)

Klaus-Jürgen Dahler und Miryana. Das Mädchen aus dem Irak musste mit ansehen, wie Verwandte vor ihren Augen erschossen wurMARCEL GÄDING
den.

Helfer mit Herz

Klaus-Jürgen Dahler ist Flüchtlingsberater. Er begleitet Familien zu Behörden,
erledigt Papierkram oder nimmt Gerichtstermine wahr. Für viele seiner Klienten ist
er der Mann, dem man vertrauen kann.

K

laus-Jürgen Dahler hat gerade
an dem runden Tisch im Flüchtlingsheim an der Maxi-WanderStraße Platz genommen und sein Laptop
eingeschaltet, da geht auch schon die
Tür auf. Das Prozedere wiederholt sich,
alle paar Minuten. Dahler ist ein gefragter Mann. Er ist der, der hilft und dem
man vertrauen kann. Klaus-Jürgen Dahler ist Flüchtlingsberater. An ihn wenden
sich die nach Deutschland geflüchteten
Familien. Klaus-Jürgen Dahler ist ein
Helfer mit Herz.
Wer ihn das erste Mal sieht, trifft auf
einen ruhigen, gemütlich wirkenden
Typ. Einer, der auch mal lächeln kann
bei all den ernsten Problemen und der
an diesem Tag – draußen sind es an die
drei Grad Celsius unter Null – im dicken
Wollpullover am Tisch sitzt. In einer
Tour öffnet sich die Tür. Heute kommen
unter anderem Opa Osman aus Ex-Jugoslawien, die zehnjährige Miryana mit
Mama Wisama aus dem Irak und die
aus Syrien geflüchtete Kurdin Laila zu
ihm. Drei Besuche, drei Schicksale. Alle
verbindet eins: Sie können, so gern sie
wollen, nicht mehr zurück in ihre Heimat. Opa Osman ist schwer an Diabetes erkrankt und auf dauernde ärztliche
Hilfe angewiesen. Miryanas Elternhaus
ist nur noch ein Schutthaufen. Und auf
Laila und ihre Familie wartet daheim
der sichere Tod, „weil wir von Salafisten
bedroht werden“. Klaus-Jürgen Dahler
kennt alle ihre Geschichten, für viele ist

er inzwischen ein guter Bekannter. Dahler schaltet sich ein, wenn ein Flüchtling
wie Opa Osman abgeschoben werden
soll oder eine Familie wie die von Miryana auf Wohnungssuche ist. „Manchmal
warte ich mit den Flüchtlingen an die
sechs Stunden auf der Ausländerbehörde“, sagt Dahler. Es kommt auch vor,
dass er einen Geflüchteten ins Gericht
begleitet, weil dem vorgeworfen wird,
ohne gültiges Ticket Bus oder Bahn gefahren zu sein. „Das nennt sich dann Erschleichen von Leistungen“, sagt Dahler.
Auffällig oft muss er sich in solche Fälle einschalten und ärgert sich. Denn er
weiß, dass ein einheimischer Schwarzfahrer selten so streng behandelt wird
wie ein Flüchtling. Er sagt, dass er bei
seiner Arbeit auch auf Ausländerfeindlichkeit stoße. Die Flüchtlinge verstehen dann oft die Welt nicht mehr, wenn
vom Gericht die Einschreiben in ihrem
Postfach landen, wenn Fristen gesetzt
werden und mit Strafen gedroht wird.
Kommt es zu Gerichtsverhandlungen,
wo es beispielsweise um die Abschiebung eines Flüchtlings geht, ist Dahler
oft mit beim Termin. Manchmal kann
er sich über einen gewonnenen Prozess
freuen, manchmal aber kommt er auch
mit einer Niederlage zurück. „Bei den
Flüchtlingen spricht sich schnell herum, wenn man einen Prozess gewonnen
hat“, sagt Dahler. Dann heißt es auf
den Fluren des Flüchtlingsheims: „Dem
könnt ihr vertrauen.“

Für Dahler ist es ein großes Glück,
dass der Flüchtlingsheimbetreiber PeWoBe einen Platz im Heim für seine
mobile Beratung zur Verfügung stellt.
Das Heim, einst eine Schule, beherbergt
an die 400 Menschen, viele aus dem arabischen Raum und dem Balkan, oft auch
Sinti und Roma. Auf den sauberen Fluren spielen Kinder oder unterhalten sich
Mütter aus den verschiedenen Ländern.
Vorn, am Eingangsbereich, werden immer wieder Sachspenden von den Nachbarn abgegeben. Unter den Spendern
sind auch Menschen, die vor zwei Jahren
noch an Demos gegen das Flüchtlingsheim teilnahmen. Wochenlang prägten
die Bilder bundesweit die Schlagzeilen.
Heute ist Ruhe eingekehrt. Die Anwohner haben sich, so scheint es, mit den
neuen Nachbarn arrangiert. „Natürlich
gibt es auch hier Probleme wie überall
auf der Welt“, sagt Klaus-Jürgen Dahler.
So wohnen in den früheren Klassenzimmern mitunter Anhänger des syrischen
Diktators Assad direkt neben politisch
verfolgten Kurden oder Palästinensern.
Zwei Jahre schon kommt Klaus-Jürgen Dahler hierher, um zu helfen. Seine
Arbeitsleistung stellt er den Flüchtlingen
nicht in Rechnung. Die Kosten übernehmen Sozialverbände wie die Caritas
oder die Volkssolidarität. Dahler sagt,
dass er Hilfe zur Selbsthilfe anbietet.
Und er gibt diesem für viele Flüchtlinge
so fremden Deutschland ein sympathisches Gesicht. (md.)

STANDORT OST
MAGAZIN FÜR ARBEIT, WIRTSCHAFT, WOHNEN & KULTUR IN DER METROPOLENREGION BERLIN-EASTSIDE | 01/2015

NACHRICHTEN
BESTER
AUSBILDUNGSBETRIEB
GESUCHT

Peter Dawson arbeitet sich geduldig an den DVD-Player von Brigitte Melde heran.

EINE ZWEITE
CHANCE FÜR ALTE
PLATTENSPIELER
Zum Wegwerfen viel zu schade: In Lichtenberg
reparieren Experten kaputte Stühle oder alte DVDPlayer. Die Initiatoren wollen der Wegwerfgesellschaft etwas entgegensetzen.

A

n diesem Donnerstagnachmittag
muss Peter Dawson nicht lange
warten. Kaum hat der junge Engländer seine Jacke an die Garderobe gehängt, liegt sein erster Fall bereits
auf dem Tisch. Barbara Melde aus Marzahn
holt aus einer Einkaufstüte einen DVDPlayer mit integriertem Videorekorder. Um
die 200 Euro hat sie für das gute Stück einst
bezahlt. Doch schon vor Monaten hat das
Gerät seinen Geist aufgegeben und steht
nutzlos in der Ecke herum. „Dann erfuhr
ich im Fernsehen von diesen Repair-Cafés“,
sagt Barbara Melde. Ein kurzer Klick ins
Internet und sie wurde auf das Repair-Café
in der Lichtenberger Umweltkontaktstelle
fündig. Nun steht sie hier, setzt alle Hoffnungen auf Dawson und übt sich in Geduld.
Seit einigen Wochen gibt es das RepairCafé in der Umweltkontaktstelle. Die
Grundidee stamme aus den Niederlanden,
sagt Projektleiterin Anne Haertel. „Ich
dachte, das könnte gut zu uns passen.“ Von
Anfang an, seit November, wird dieses An-

Foto: M. Gäding

Strommessgerät findet er den Fehler – der
An- und Ausschalter führt keinen Strom.
Mit Kabeln eines ausrangierten Laminiergeräts erhofft sich Dawson, das Problem zu
beheben. Versprechen kann er nicht, ob das
etwas bringt. Aber ein Versuch ist es Wert.
Dawson hat schon Nostalgieplattenspieler
auf dem Tisch gehabt, defekte Fernbedienungen oder Schnurlostelefone. Alle hat er
vor dem Müll geratet, ist der Hobbyhandwerker stolz. Dass er handwerkliches Geschick mitbringt, verdankt er der Mischung
aus Handwerk und Wissen, das er in England während seines Designstudiums erworben hat. „Dort haben wir die meiste
Zeit praktisch gearbeitet“, sagt Dawson.
Viel lieber würde er auch alte Möbelstücke
wieder auf Vordermann bringen. Bislang
aber brachte ihm niemand einen Stuhl, ein
Schränkchen oder eine Anrichte. Als er der
Liebe wegen nach Berlin zog, war für Dawson klar, dass er sich auch ehrenamtlich
nützlich machen wolle. Und so schlägt der
junge Mann zwei Fliegen mit einer Klappe: Er lernt quasi nebenher, noch besser
Deutsch zu sprechen.
Jeden zweiten Donnerstag ist Dawson
im Repair-Café und wartet auf Nachschub.
Anne Haertel sagt, dass man noch ehrenamtliche Unterstützung gebrauchen könne
– denn die Nachfrage nach den Reparaturen
reißt nicht ab. Weil das Repair-Café dazu
beitrage, Gegenstände nicht wegzuschmeißen, sondern ihnen eine zweite Chance zu
geben, profitieren auch kleine Handwerker
in der Umgebung. „Die Menschen überlegen sich es, ob sie ein Gerät oder ein Möbelstück wegwerfen“, sagt Anne Haertel.

Marcel Gäding

gebot gut angenommen. Anders als in den
Serviceannahmen großer Elektronikfachmärkte müssen die „Kunden“ in der Umweltkontaktstelle etwas Zeit mitbringen.
Dafür kostet die Reparatur nichts. „Wir
wollen, dass sich die Menschen bewusst
werden, wie Dinge hergestellt werden“,
sagt Anne Haertel. Außerdem gehe es darum, Alltagsgegenstände nicht achtlos in
den Müll zu werfen. „Wir haben begrenzte Ressourcen.“ Das Repair-Café soll der
Wegwerfgesellschaft etwas entgegensetzen,
aber auch einen Beitrag dazu leisten, dass
sich die Leute mit den Alltagsgegenständen um sie herum zu beschäftigen. Oftmals
kommen auch Besucher ins Repair-Café,
die schon einiges versucht haben, um etwas zu reparieren – an einem bestimmten
Punkt aber nicht weiterkommen.
Die Atmosphäre ist gemütlich an diesem Die nächsten Termine des Repair-Cafés sind am
Winternachmittag. In ruhiger Gelassenheit 15. und 29. Januar sowie am 12. und 26. Februar
holt Peter Dawson seinen Alu-Werkzeug- jeweils von 15.30 bis 17.30 Uhr. Ort: UmweltKonkoffer heraus und schraubt die DVD-Vi- taktstelle, Liebenwalder Str. 12, 13055 Berlin. Infos:
deo-Kombination auseinander. Mit einem Tel. (030) 81 85 90 98.

MARZAHN-HELLERSDORF. Der Wirtschaftskreis Marzahn-Hellersdorf (MHWK) sucht
den besten Ausbilungdsbetrieb und den
besten Lehrling der Region. Bewerbungen
werden noch bis zum 31. Januar entgegen
genommen, teilte der MHWK mit. Das Motto
des Ausbildungspreises lautet „Wir Unternehmen Zukunft“ und würdigt in erster Linie
die Nachhaltigkeit, die soziale Kompetenz
und die Kooperation in den Unternehmen. Die
Vorschläge für den besten Ausbildungsbetrieb sollen von den Azubis selbst kommen,
wünscht sich der MHWK. Die Unternehmen
hingegen können ihre Vorschläge für den
besten Azubi einreichen. Unterstützt wird der
Wettbewerb vom bezirklichen Bündnis für
Arbeit und Wirtschaft. Die Preisverleihung
ist am 15. April in der Alten Börse in Marzahn
geplant. Informationen beim Wirtschaftskreis unter Tel. (030) 54 70 36 50 oder im
Internet unter www.mhwk.de (bzj.)

GEWERBEPARKS GUT
AUSGELASTET
MARZAHN-HELLERSDORF. Die Gewerbeparks der GSG Berlin an der Döbelner
Straße in Hellersdorf und an der Wolfener
Straße in Marzahn vermelden eine höhere
Auslastung. Wie die GSG im Zusammenhang
mit ihrer Jahresbilanz 2014 mitteilte, liege der
Vermietungsstand der Gewerbeflächen an
der Döbelner Straße inzwischen bei 90 Prozent. Als die GSG das Objekt 2007 vom Land
Berlin übernahm, stand mehr als die Hälfte
der Gewerbeflächen leer. Zusätzlich konnte
die GSG auch für ihren econopark an der
Wolfener Straße 2.500 Quadratmeter an Unternehmen vermieten. „Wir beobachten eine
hohe Mietpreisdynamik in Innenstadtlagen,
was mehr und mehr Mieter dazu bewegt,
alternative, weniger zentral gelegene Standorte zu suchen“, sagte GSG-Geschäftsführer
Sebastian Blecke. (bzj.)

ORTSUMFAHRUNG VON
MALCHOW GEFORDERT
MALCHOW. Der kleine Lichtenberger Ortsteil
Malchow soll langfristig vom Verkehr entlastet werden. Das fordert der verkehrspolitische Sprecher der Berliner SPD-Fraktion,
Ole Kreins. Täglich werde Malchow von
27.200 Fahrzeugen frequentiert, darunter
1.600 Lkw. Sie nutzen die Bundesstraße 2, um
von der Innenstadt zum Berliner Autobahnring zu gelangen. Kreins fordert, dass der
Ortsumfahrung von Malchow vom Bundesverkehrsministerium eine vordingliche
Priorität eingeräumt wird. „Geschieht das
nicht, muss das Land Berlin im Anhörungsverfahren der Länder darauf drängen“, sagte
Kreins. (bzj.)

2

01/2015 | STANDORT OST

LACHEN OHNE GRUND
Sylvia Arndt lacht gerne – und möchte andere anstecken. Sie gibt spezielle Kurse. Das baut Stress ab.

Ein Sprichwort sagt: „Wer lacht, lebt länger.“ Zumindest macht Lachen den Alltag erträglicher.

F

ür Sylvia Arndt ist es eine Lebenseinstellung, um die alltäglichen
Sorgen für einen Moment zu vergessen, um leichter durch die Tage
zu kommen. Sie lacht, und das recht viel.
Lach-Yoga nennt sich der Kurs, den die

Lehrgänge und Seminare

für Sie konzipiert

52-jährige in Alt-Marzahn in der Selbsthilfekontaktstelle oder auch in der VHS Lichtenberg anbietet. Woche für Woche treffen
sich hier Menschen im Alter zwischen 30
und 75 Jahren, um gemeinsam unter Anleitung der gelernten Krankenschwester und

Fotos: André Pohlke

Heilpraktikerin beherzt zu lachen. „Für bei anderen. Beim Lachen wird weniger
viele klingt der Kurs im ersten Moment gedacht. Die Teilnehmer sind im Hier und
befremdlich, dabei erzielt er mit den Übun- Jetzt und damit automatisch fröhlicher.“
gen enorme Wirkungen auf unser Wohlbefinden“, sagt sie. Und Lach-Übungen kennt
„Mit Lachen setzen wir
die Berlinerin für den einstündigen Kurs
viele: „Im ersten Schritt geht es darum,
Glückshormone frei, die
sich und den Körper zu lockern. Dann beStress abbauen, wodurch
ginnen wir mit leichten Übungen, bis wir
albern werden und uns richtig ausschütten
wir vielen Krankheiten
vor Lachen.“
vorbeugen können.“
Albern sein. Das kleine Kind aus sich heraus holen. Der Anspannung mit LockerSylvia Arndt, Lach-Yoga-Lehrerin
heit begegnen: Dass dies dem Immunsystem zu Gute kommt, hat 1995 erstmals der
indische Arzt Dr. Madan Kataria erprobt.
Dass eben dies großen Anklang über
Mittlerweile gibt es weltweit über 6000
Lach-Yoga-Klubs. Sie vereinen Atemübun- die Zielgruppe hinaus findet, bestätigt sich
gen mit der Fröhlichkeit des Lachens. „70 bei den Kursteilnehmern. Rosi Reichert
Prozent unserer Krankheiten sind auf ne- und Wolfgang Skrbek wollten eigentlich
gativen Stress zurückzuführen“, erklärt im Hohenschönhausener Fitnesscenter ViArndt. „Mit Lachen setzen wir Glückshor- talInn nur die Hanteln schwingen. Als sie
mone frei, die diesen Stress abbauen, wo- dort der Lach-Yoga-Lehrerin begegneten,
durch wir vielen Krankheiten vorbeugen probierten sie den Kurs vor Ort. Nun sind
können.“ Ein Grund, warum Führungs- sie feste Mitglieder der Gruppe. „Man fühlt
kräfte diese Kurse für ihre Angestellten sich danach besser und das Gefühl hält
buchen. Lockern die Übungen doch den Tage an“, sagt Reichert. Skrbek ergänzt:
„Über das Lachen haben die Teilnehmer
Arbeitsalltag unter den Mitarbeitern auf.
„Einfach ist es nicht“, schildert Gerlinde eine besondere Ebene zueinander gefunLüddeck. Als die 68-Jährige vor einem Jahr den. Mittlerweile sind hier Freundschaften
zum ersten Mal zum Lach-Yoga kam, war entstanden.“ Für die Rentner ist das Angesie noch schüchtern. Lachen ohne Grund bot mehr als bloße Abwechslung im Alltag.
Den Menschen sei das Lachen sprichkostete Überwindungskraft. „Erst nach
und nach bin ich offener und vor allem wörtlich vergangen, weiß Arndt aus Stuentspannter geworden. Auf Knopfdruck dien. Haben die Menschen in den 1950eralbern sein, auf die Idee wäre ich persön- Jahren noch 18 Minuten täglich gelacht,
lich nicht gekommen“, gesteht die Rentne- sind es aktuell nur noch sechs. „Heute ist
rin. „Dabei hilft Albernheit im Alltag, gera- ja vieles auf Leistung aus. Stress ist ein allgegenwärtiges Thema. Schuften, schuften
de im Umgang mit Problemen.“
Ursprünglich verfolgte Arndt mit ihrem und nochmals schuften lautet das Motto
Kurs die Idee, Menschen in schwierigen bei vielen.“ Für die Praktikerin ein entSituationen zu begegnen. In der Selbst- scheidender Grund, warum das Lachen in
hilfekontaktstelle in Marzahn wollte sie den Hintergrund rückt: „Aber gibt es Schökranken Menschen und vor allem pflegen- neres, als den Tag mit einem fröhlichen
den Angehörigen helfen. „Wer Angehörige Lachen zu beginnen und ihn am Abend
pflegt, stellt seine eigenen Ansprüche oft kichernd zu beenden?“
hinten an. Man ist viel mit den Gedanken

ANNE LANGERT

3

STANDORT OST | 01/2015

EIN SCHLAGER
FÜR DIE ARMEN TIERE
Ekki Göpelt liebt die Unterhaltung. Mit gefühlvollen
Liedern singt sich der Künstler immer wieder in die
Herzen seines Publikums. Seit zwei Jahren macht
er sich zusammen mit Partner Michael Niekammer
auch für die Bewohner im Altenheim für Tiere stark.

A

ls würden sie sich seit Jahren
kennen, setzt sich Papagei Mecky auf die Schulter von Ekki
Göpelt. Der Künstler ist kaum
auf dem Gelände des Altenheims für Tiere
in Blankenburg angekommen, da begrüßt
ihn der gefiederte Heimbewohner – und
versucht, Ekki ein Küsschen zu geben.
Das gelingt ihm auch fast. Der zutrauliche, exotische Vogel ist einer von mehr als
200 Bewohnern, die an der Burgwallstraße
Zuflucht fanden. Mecky und seine tierischen Leidensgenossen wurden abgegeben,
weil sich ihre Besitzer nicht mehr um sie
kümmern können – oder wollen. Seit 2006
finden sie im Verein „Vogelgnadenhof und
Altenheim für Tiere“ ein schönes Zuhause.
Für die meisten ist es die letzte Zuflucht.
Gut möglich, dass Mecky Ekki Göpelt wieder erkannt hat. Der Schlagersänger ist
schließlich schon viele Male im Altenheim
für Tiere gewesen, im Schlepptau Künstler aller Facetten. Vor wenigen Monaten
brachte er Christian Anders mit. Der sorgte für ein volles Haus beim Tag der offenen
Tür und dringend benötigte Spenden.
Gut zwei Jahre engagieren sich Ekki
Göpelt und sein langjähriger Wegbegleiter
Michael Niekammer für die Bewohner im
Altenheim für Tiere. So manchen gut bezahlten Auftritt haben die Beiden bereits
für die Tiere sausen lassen, nur um beim
Tag der offenen Tür an der Burgwallstraße
dabei zu sein. Mit ihrer lockeren Art unterhalten sie das Publikum, das fünfmal im
Jahr in den Pankower Ortsteil kommt. Es
wird gesungen, es wird gelacht. Vor allem
aber spenden die Besucher. Gut 8.000 Euro

muss der Verein Monat für Monat „erwirtschaften“, um die Schützlinge zu versorgen.
Und so trommeln Michael Niekammer und
Ekki Göpelt, wo es nur geht. Niekammer,
der beim Schlagersender Radio B2 eine

eigene Sendung hat, wird nicht müde,
seine Talkgäste anzusprechen und sie als
Künstler für das Altenheim für Tiere zu
gewinnen. Auf die Gage verzichten die
Künstler, die sich meist nicht lange bitten
lassen müssen. Nach den Auftritten kehren
Künstler, Tierfreunde und Fans neuerdings
im Zwiebel-Töpfchen ein. Das ist ein kleines Lokal in Karow, in dem die Wirtin für
alle ein kleines Buffet zaubert.
Die Schar der Promis, die Göpelt und
Niekammer in den vergangenen beiden
Jahren ins Altenheim für Tiere brachten, ist beachtlich. Gaby Baginsky war da,
Uta Bresan, Hans-Jürgen Beyer, Angelika
Mann oder eben Christian Anders. Der
sang „Es fährt ein Zug nach nirgendwo“.
Göpelt und Niekammer wissen, dass Schlagersänger ihre Fans haben und sich schnell
für die gute Sache begeistern lassen. Das
kommt dem Altenheim für Tiere zu Gute,
das aus den Einnahmen der Tagen der offenen Tür das Geld erzielt, um die Tiere mit

Michael Niekammer und Ekki Göpelt engagieren sich für Tiere. 

Foto: Marcel Gäding

Futter zu versorgen oder offene Tierarztrechnungen zu begleichen.
Ekki Göpelt hatte selbst zwei Hunde,
jeder von ihnen wurde zwölf Jahre alt.
Unvorstellbar wäre es für ihn gewesen,
die geliebten Vierbeiner in ein Heim abzuschieben. Als er von zwei Artisten den
Tipp bekam, sich doch mal das Altenheim
für Tiere anzuschauen, war er hin und weg.
Ein rühriger Verein um die beiden Postboten Dirk Bufé und Hartmut Benter kümmert sich komplett ehrenamtlich um die
abgegebenen oder ausgesetzten Tiere. An
einen Urlaub ist bei den beiden Tierfreunden schon seit Jahren nicht zu denken. Jede
freie Minute verbringen sie mit und bei
ihren Tieren. „Die sind schon auf ihre Art
verrückt“, sagt Ekki Göpelt.
Ekki Göpelt und Michael Niekammer
sorgen nun bei jedem Tag der offenen Tür
für ein buntes Unterhaltungsprogramm.
Eine richtige Bühne gibt es in dem Sinne
nicht, die Künstler bewegen sich auf Augenhöhe mit dem Publikum, das aus ganz
Berlin und Brandenburg anreist. Platz für
eine Bühne wäre auf dem schmalen Grundstück auch gar nicht vorhanden. Gesungen
werden aktuelle Hits und Evergreens. Immerhin konnte dieses Jahr durch die Auftritte der Künstler der gesamte Vorrat an
Winterfutter aufgefüllt werden. Zudem
konnte Michael Niekammer seinen Chef
von Radio B2, Oliver Dunk, davon überzeugen, jeden Tag der offenen Tür im Altenheim für Tiere zu bewerben. Doch nicht
nur das zählt, findet Ekki Göpelt und wird
nachdenklich: „Wenn ältere Menschen
in ein Heim ziehen, dürfen sie ihre Tiere
nicht mitnehmen.“ Er findet, das sollte sich
ändern. „Das ist für die Menschen nicht
gut und für die Tiere auch nicht.“
Bei der Organisation der Tage der offenen Tür im Altenheim für Tiere soll es
nicht bleiben. Soeben ist eine CD von Ekki
Göpelt und Sibylle erschienen. „Ein Herz
für Tiere“ heißt sie, drei Songs haben die
beiden gesungen. Es geht um den besten
Freund des Menschen, um Menschlichkeit
und um Respekt für die Vierbeiner. „Die
CD haben wir dem Altenheim für Tiere
geschenkt“, sagt Ekki Göpelt. Alle Einnahmen kommen daher auch den Tieren zu
Gute.
MARCEL GÄDING


Informationen unter
www.altenheimfürtiere.de

Nie war das Thema Hausbau in Berlin
und Brandenburg so aktuell wie jetzt:
Angesichts niedriger Zinsen für Baukredite und steigender Mieten in Berlin
lohnt sich für viele Familien der Umzug
ins eigene Haus. Weil die meisten Wohnungsmieter jedoch noch nie ein Einfamilienhaus geplant und gebaut haben,
ist der Informationsbedarf groß. Die Immobilienmesse „Hausbau“ bietet am 24.
und 25. Januar nicht nur eine erste Orientierung für angehende Bauherren. Vor
Ort können die Besucher im Postbahnhof am Ostbahnhof an beiden Tagen
zwischen 11 und 18 Uhr umfangreiche
Informationen sammeln, mit Baufinanzierern, Hausbauunternehmen, Energie-

beratern und Verbraucherschützern ins
Gespräch kommen. Mit mehr als 130
Ausstellern werden so viele Firmen und
Experten wie noch nie auf Berlins und
Brandenburgs größter Immobilienmesse
vertreten sein, wie Messeveranstalter Jan
Schwalme sagt.
Das Markenzeichen dieser Messe wird
das CONTZEN-MAX-Haus des Hausbaunternehmens MAX-Haus sein. Diese ästhetische Architektur als Mischung
aus erstklassigem Design und solider
Handwerkskunst trage der steigenden
Nachfrage nach individuellen Hausentwürfen Rechnung, sagt Messeveranstalter Jan Schwalme.

Infos: www.messe-hausbau.de

24.-25. Januar 2015

POSTBAHNHOF AM OSTBAHNHOF
Sa-So 11-18 Uhr · Straße der Pariser Kommune 8 · 10243 Berlin

Foto: Lars Contzen · Haus: www.bauratgeber-deutschland/max

Traum vom Haus:
130 Aussteller machen ihn wahr

messe-hausbau.de

Anzeige

4

STANDORT OST | 01/2015

ZURÜCK ZUM
GUTEN TON UND TAKT
Was in der kleinen Werkstatt von Horst Riesebeck
entsteht, sorgt europaweit für großes Aufsehen: Seit
33 Jahren repariert der Mahlsdorfer mechanische
Musikinstrumente und Uhren.

Z

wei schmale Räume bilden eine
Werkstatt. Es ist eng in dem kleinen Kabuff. Auf den Tischen und
in den Regalen liegen Walzen,
Wellen, Klanggabeln, Feilen, Zahnräder,
viele Schraubenzieher und Zangen. Und
dann überall dieses Ticken: Pendel bewegen sich gleichmäßig im Takt. Sie stecken
in wertvollen Holzgehäusen von Uhren,
die normalerweise in den Wohnzimmern
ihrer Besitzer zu finden sind. Doch vorrübergehend machen sie in Mahlsdorf Station.
Horst Riesebeck, der Restaurator und
anerkannte Kunsthandwerker, haucht solchen historischen Uhren und Spieldosen
neues Leben ein. Er hatte das Glück und
konnte sein Hobby zum Beruf machen.
Schon zu DDR-Zeiten war das, was er tat,
etwas ganz Besonderes. Der heute 70-Jährige galt als einziger zugelassener Restaurator für mechanische Musikinstrumente.
Und auch als Rentner kümmert er sich
immer noch um die wertvollen Exemplare
aus vergangenen Zeiten. „Mich fasziniert
diese Arbeit, weil es jedes Mal eine Herausforderung ist“, beschreibt der Mahlsdorfer
seinen inneren Antrieb. Außerdem sei er
glücklich, wenn die Kunden die mühevoll
reparierten und wieder spielenden Einzelstücke abholen. Meistens ist er nämlich
ihre letzte Hoffnung. „Ich werde gebraucht,
ich kann mich gar nicht zur Ruhe setzen“,
betont er und lächelt.
In seine Werkstatt geht er jeden Tag.
Dort nimmt er zunächst das, was ihm gebracht wird, auseinander. Dazu gehören
mechanische Plattenspielautomaten aus
dem Jahr 1900, Walzenspieldosen, pneumatische Klaviere oder eben alte Uhren.

Was nicht mehr funktioniert, baut Riesebeck nach. Er weiß, wie Zugfedern, Geschwindigkeitsregler oder Pendel beschaffen sein müssen.
Manchmal schaut er dazu in seine Aufzeichnungen, die er seit den 1980er-Jahren
akribisch zu fast jedem Sammlerstück anfertigte. Auch Fotos liegen in den Mappen
und kleine handgemalte Skizzen.
Aber wie viele selbstspielende mechanische Instrumente und Uhren er schon
wieder zum Spielen brachte, kann er nicht
sagen. Natürlich erinnert er sich an etliche
Aufträge. So beispielsweise an den bislang
größten: ein drei Meter hohes und mehr
als drei Meter breites Orchestrion mit 27
verschiedenen Instrumenten. 1987 heuerte
ihn dafür das Märkische Museum an. „Unterlagen existierten keine und ich brauchte
ein ganzes Jahr für die Reparatur“, schildert Horst Riesebeck diese Herausforderung. „Es spielt heute immer noch“, freut
sich der Mahlsdorfer.
Erst vor wenigen Wochen beendete er
wieder ein größeres Projekt. Ein mehr als
100 Jahre altes Piano-Pianola, das im Gründerzeitmuseum steht, war kaputt. Auch bei
diesem Auftrag, kamen dem exzellenten
Fachmann, der einst Nachrichtentechniker und Mechaniker lernte, seine jahrelangen Erfahrungen zugute. Denn Riesebeck
kennt sich nicht nur mit Pneumatik und
Elektronik aus, sondern verfügt über musikalisches Grundwissen. Sonst könnte er
weder Flötenuhren stimmen oder Blasebälge nachbauen, die schließlich das alte
Pianola wieder zum Klingen brachten.
Mit dem von Charlotte von Mahlsdorf
geschaffenen Gründerzeitmuseum am
Hultschiner Damm, verbindet ihn sehr viel.

Horst Riesebeck an einer Plattenspieldose von 1903.
Er hält die zahlreichen Spieluhren und Musikdosen in Schuss. „Unser Anspruch ist es,
dass sie alle funktionieren und vorgeführt
werden können“, sagt Riesebeck, der zum
Vorstand des Museums gehört. Charlotte
von Mahlsdorf war es auch, die ihn einst
animierte, aus seinem Hobby einen Beruf
zu machen.
Anfragen bekommt der Kunsthandwerker mittlerweile aus der ganzen Welt.
Selten muss Riesebeck passen. Manchmal

Foto: Steffi Bey

berühren ihn die Geschichten emotional,
die mit den Schmuckstücken praktisch
seine Werkstatt erreichen. So wie die eines
älteren Herrn aus Hamburg, der beim Abholen der reparierten Spieldose aus Freude
weinte.
Horst Riesebeck selbst ist kein Sammler,
wie er betont. Aber er mag den speziellen
Klang der historischen Spielautomaten.
Deshalb lässt er sie öfter mal in seiner
Werkstatt laufen.

WIR SETZEN SIE INS RECHTE LICHT!

Ihre Außendarstellung braucht dringend eine frische Optik? Ihre Botschaft soll endlich verstanden werden? Wir helfen Ihnen in allen Fragen der Außendarstellung mit
Flyern, Visitenkarten, Magazinen oder einem frischen Internetauftritt. Neugierig geworden? Dann freuen wir uns auf Ihren Besuch: www.werbungfuerjeden.de

Anzeige

Anzeige

Jahresanfang: Steuertipps für Selbstständige
Wenn Sie bis zum
10.1.2015 Zahlungen leisten, die regelmäßig anfallen
und wirtschaftlich
das Jahr 2014 betreffen, ist der Betrag bereits in Ihrer
Gewinnermittlung
2014 als Betriebsausgabe zu berücksichtigen. Anwendungsfälle: Miete,
Telefon, Beiträge, Versicherungen usw..
Planen Sie Investitionen im Zeitraum
2015 bis 2017 und ist Ihr Gewinn im Jahr
2014 nicht höher als 100.000 €? Dann
können Sie Ihrer EÜR 2014 einen Investitionsabzugsbetrag von bis zu 40% der
voraussichtlichen Anschaffungskosten
des Wirtschaftsguts gewinnmindernd erfassen. Voraussetzung: Der Gegenstand
wird im Jahr der Anschaffung und im
Folgejahr zu mindestens 90% betrieblich
genutzt. Als Kleinunternehmer sollten
Sie zum Jahresende Ihren Gesamtumsatz 2014 ermitteln. Liegt Ihr Gesamtumsatz über 17.500 €, dürfen Sie die
Kleinunternehmerregelung ab 1.1.2015
nicht mehr in Anspruch nehmen. Sie
müssen dann auf Ihre Umsätze Umsatzsteuer zahlen, sind im Gegenzug aber
zum Vorsteuerabzug berechtigt.
Ihre Steuerberaterin Christina Schädlich, Mädewalder Weg 63, 12621 Berlin,
Tel.: 030/475 316 13 oder Funk:
0173/207 16 75.

Die Ersten am Platz
Wir, die erste marzahner wohnungsgenossenschaft eG, sind seit mehr als 39
Jahren Ihr freundlicher Vermieter mit
einem Wohnungsbestand von ca. 2500
Mieteinheiten, überwiegend im Wohngebiet Marzahn-Ost.
In unserer Genossenschaft sichern Sie
sich ein lebenslanges Wohnrecht zu
unschlagbaren Preisen. Unser Service
rund ums Wohnen steht bei uns ebenso
im Vordergrund, wie unsere Mitglieder
selbst. Unser Mitgliedertreff bietet eine
Vielzahl von Freizeitangeboten, wie
Computerworkshops, Spielenachmittage, Seniorensport, Pilates, Line Dance,
Skatturniere, den Seniorentanz und Kaffeeklatsch mit Büchertausch. Wir verfügen über eine Gästewohnung in unserem

Wohngebiet und eine Ferienwohnung
an der Ostseeküste. Unsere Wohnungen
liegen sehr verkehrsgünstig. In unmittelbarer Nähe befinden sich Ärztehäuser,
Dienstleister, das Eastgate, Schulen, Kitas, Spielplätze sowie diverse Sport- und
Freizeiteinrichtungen.
Sie finden unsere Geschäftsstelle im
Blumberger Damm 176-178 in 12679
Berlin. Sie erreichen uns zu nachfolgenden Sprechzeiten: Dienstag 9 - 12 Uhr
und 13 - 19 Uhr, Mittwoch 13 - 18 Uhr
und Donnerstag 9 - 12 Uhr und 13 - 16
Uhr bzw. nach Vereinbarung.
Natürlich sind wir auch telefonisch unter
93 02 64 - 30/-31 oder per E-Mail vermietung@emwg-eg.de gerne für Sie da.

Zum Stöbern und
Schmökern

Mehr als nur
ein Maler

Bei A & V, An- und Verkauf, Brodauer Str.
41, findet jeder etwas. Inhaber André Kupanek: „Hier gibt es alles, vom alten Nagel bis zur
Antiquität.“ Neben Glas und Porzellan, antiken Eisenbahnen, Orden und Münzen werden
auch altes Spielzeug, DDR-Spielzeug, alte Bücher, Lampen, Spiegel, Kleinmöbel verkauft.
A&V hilft zudem gern bei der Dachboden-,
Kellerberäumung, Nachlassregelungen sowie
preiswerte Wohnungsauflösungen. Bei Verwertung kostenlos! Modelleisenbahnen gesucht!
Ebenso DDR-Spielzeug und DDR-Armbanduhren, Ferngläser, Bestecke sowie Gold und
Bruchgold! Unsere neuen Öffnungszeiten: donnerstags von 15 bis 18 Uhr, freitags 15 bis 18
Uhr und sonnabends von 10 bis 14 Uhr sowie
nach Vereinbarung.
Weitere Informationen zu unseren Angeboten erhalten Sie unter 030/39 20 38 35 oder
0172/392 93 52.

Wenige Wochen vor dem Frühling ist die Zeit
perfekt, um zu renovieren. Im Verkaufsbüro
vom Malerbetrieb Bormke in der Mehrower
Allee 32 ist bei fachkundiger Beratung Mittwoch von 12 bis 16 Uhr oder nach Vereinbarung Ihres persönlichen Wunschtermins für
jeden Geschmack und jeden Kundenauftrag
eine große Auswahl an Tapeten und Bodenbelägen zu finden. Gern berät Sie der Malermeister Bormke unverbindlich und kostenlos
im Geschäft oder bei Ihnen zu Hause. Spezialisiert auf den privaten Wohnbereich wird der
SERVICE großgeschrieben und umfasst nicht
nur den Seniorenservice mit Möbelrücken oder
Möbelmontagen. Nach Bedarf werden vor den
Renovierungsarbeiten auch Umzugskisten geliefert, natürlich für Sie kostenfrei.
Terminvereinbarungen unter Tel. 93 02 31 31
Das Team des Malerbetriebes Bormke freut
sich auf Sie. www.Malermeister-Bormke.de

Schnelle Hilfe bei
Lackschäden
CityLack existiert seit November 2010. Uns ist
es wichtig, Schäden so effizient, schnell und
kostengünstig wie möglich zu beseitigen. Das
Anwenden des Spot-Repair Verfahrens ist im
Gegensatz zu konventionellen Reparaturverfahren eine kostengünstige Alternative. Durch
die Punktuelle S.M.A.R.T.-Repairtechnik ist
die Demontage diverser Karosserieteile hinfällig geworden. Selbstverständlich bieten wir
auch Dellenentfernung ohne Lackieren, Holund Bringeservice, Lackaufbereitungen sowie
Unfallreparaturen an. Haben Sie ein Leasingfahrzeug, welches kurz vor der Rückgabe steht,
können Sie Ihr Fahrzeug vorab auf Lack- bzw.
Karosserieschäden prüfen und diese gegebenenfalls beheben zu lassen. Auch in allen anderen Fragen rund ums Auto stehen wir Ihnen
gerne zur Verfügung! CityLack, Luckenwalder
Str. 91, 12629 Berlin, Tel. 60 96 11 81.

Ihre Anzeige
fehlt?
Unser Team für Marzahn-Hellersdorf
berät Sie gern und unverbindlich!

Lutz Neumann,
Tel. (030) 55 49 43 60
Klaus-Dieter Adomatis,
Tel. (030) 55 15 85 09
E-Mail: anzeigen@bezirks-journal.de
Konditionen unter www.bezirks-journal.de

8

Bezirks-Geschichte

Januar 2015 | Bezirks-Journal Marzahn-Hellersdorf

Der Mann mit den zwei Gesichtern

Als Möbelspediteur verdiente sich Erich Scheffler gutes Geld mit der Deportation von Juden. Ihre Möbel und
ihren Schmuck machte er zu Geld. Einigen rettete er jedoch auch das Leben.
von Marcel Gäding

E

in einziges Foto. Es zeigt einen
jungen Mann. Kurze Haare, Segelohren, leicht verschmitzter
Blick. Mehr ist von Erich Scheffler nicht
überliefert, zumindest nicht an Bildern.
Dabei galt der Spediteur aus Marzahn
als geschäftstüchtiger Unternehmer.
Seine Fuhrwerke waren in der Stadt präsent. Doch die Archive liefern nur dieses
eine Bild – und jede Menge Rechnungen
und Belege aus Schefflers Zeit als Spediteur. Brisant sind die Posten, die Scheffler in Rechnung stellte. Neben gewöhnlichen Umzügen verdiente er ab den
1940er-Jahren sein Geld damit, Juden in
Möbelwagen zu deportieren und deren
Hausrat gewinnbringend zu verkaufen.
Doch Scheffler war ein Mann mit zwei
Gesichtern. Nebenher rettete er Juden
das Leben, in dem er sie als Möbelpacker und Lastwagenfahrer beschäftigte.
Der Historiker Bjoern Weigel von
„Kulturprojekte Berlin“ hat sich mit
der Biographie von Erich Scheffler etwas genauer befasst. „Dieser Mann hat
zwei Gesichter“, lautet Weigels Fazit.

Einerseits ließ er sich auf die Staatspolizei (Stapo) ein. Andererseits bewahrte
der Juden vor dem Tod
im Konzentrationslager.
Schefflers Vita liest sich
wie viele in der Zeit: 1898
in Berlin geboren, Beginn
einer Lehre, die er wegen
des Ersten Weltkrieges
abbrechen muss. 1920 bis
1922 arbeitet Scheffler in
Berlin als Polizist, bevor er
in ein Speditionsunternehmen als kaufmännischer
Angestellter
wechselt.
1940 folgt der Eintritt in
die NSDAP. „Scheffler
fiel zuvor aber nie in irgendeiner Weise als politisch aktiv auf“, sagt Weigel.
Kurz darauf gründet der Unternehmer
die „Spedition Scheffler“. Er weiß, dass
die Branche boomt. Viele zuvor jüdische
Speditionen werden an deutsche Unternehmer übertragen. „Speditionsunternehmen versprechen Profit“, sagt Weigel. „Das weiß auch Erich Scheffler.“
Ein Profit mit dem Schicksal jüdischer
Familien. Die werden in den Möbelwagen von Scheffler quer durch die Stadt

bis nach Mitte gebracht, um von dort
auf die Reise in Konzentrationslager zu
gehen. Acht bis zehn Juden
nehmen Schefflers Leute
mit, die Abholung erfolgt
in der Regel am Tage.
Scheffler verdient im Auftrag des Staates doppelt:
Am Transport von Menschen und später an der
Einlagerung und der Verwertung ihrer Gegenstände
wie Möbel oder Schmuck.
Die Auftragsbücher sind
in den 1940er-Jahren so
voll, dass Scheffler eine
Filiale am Hackeschen
Markt in Mitte eröffnet – auch deshalb,
weil wenige Meter entfernt seine StapoAuftraggeber sitzen. In Plötzensee ist
Schefflers Fuhrpark untergebracht. Die
Rechnungen für die Aufträge wurden
an die Reichsvereinigung der Juden in
Deutschland gestellt. In einem Quartal
verdiente Schefflers Spedition an die
10.000 Reichsmark.
Seinen Unternehmenssitz hatte Erich
Scheffler an der Schönagelstraße 20 in
Marzahn. Das Haus gibt es heute noch.

Es ist ein Zufall, dass demnächst gleich
um die Ecke Flüchtlinge aus Kriegsgebieten Zuflucht finden werden.
Das zweite Gesicht ist die menschliche Seite des sonst sehr umtriebigen Unternehmers. „Mindestens 25 Menschen
jüdischen Glaubens haben ihr Leben
den Rettungsaktionen von Erich Scheffler zu verdanken“, fand Historiker Bjoern Weigel heraus. Viele arbeiteten als
Lastwagenfahrer oder Möbelpacker bei
ihm. Scheffler stellte für sie Lebensmittelpakete zusammen und unterstützte sie
bis zum Kriegsende. „Von Juden wird er
als guter Geist bezeichnet“, sagt Weigel.
Scheffler versteckt die Juden bei sich zu
Hause in Marzahn und auf seinem Wochenendgrundstück in Wandlitz. Seine
Frau, seine Tochter und sein Schwiegersohn sind involviert. Seine Witwe, die
1994 in Berlin starb, bekam für Schefflers
Verdienste 1984 das Bundesverdienstkreuz. „Womit Erich Scheffler sein Geld
verdiente, interessierte zu diesem Zeitpunkt niemanden“, sagt Weigel. Der
Unternehmer starb bereits 1945, angeblich an einer tödlichen Verwundung, in
Plötzensee. Die genauen Todesumstände sind bis heute ungeklärt.

Bezirks-Journal

Frei Haus - im Abo!
Das Bezirks-Journal ist Berlins neue Monatszeitung mit interessanten Geschichten aus Lichtenberg, Hohenschönhausen und aus Marzahn und Hellersdorf. Sie finden unsere Zeitung
kostenlos an mehr als 250 Stellen zum Mitnehmen. Wenn Sie keine Ausgabe verpassen
wollen, lassen Sie sich Ihr persönliches Exemplar jeden Monat ins Haus liefern. Mit dem
neuen Bezirks-Journal-Abo!

Ja, ich bestelle rechtsverbindlich das Bezirks-Journal für mindestens 12 Monate. Das Abo
endet automatisch, ohne dass es einer Kündigung bedarf. Der Preis/ Region beträgt für 12
Monate 30 Euro, das sind 2,50 Euro inkl. Versand durch die Deutsche Post AG pro Ausgabe.
Region:

O Lichtenberg/ Hohenschönhausen

O Marzahn/Hellersdorf

Name, Vorname*

Straße, Hausnummer*

Postleitzahl, Ort*

Telefonnummer*

Telefax

E-Mail

besondere Hinweise

Unterschrift

Bitte senden Sie den ausgefüllten Coupon an:
Bezirks-Journal | Josef-Orlopp-Straße 54 | 10365 Berlin
Telefax (030) 55 49 43 69 | E-Mail: vertrieb@bezirks-journal.de

Bezirks-Journal

Berlins beste Seiten.

Elefanten ziehen ins Altersheim
Die beiden asiatischen Elefantenkühe Louise (41) und Astra (34) werden den
Tierpark Berlin verlassen. Wie eine Sprecherin mitteilte, sollen die Dickhäuter ihren
Lebensabend im Zoo Karlsruhe verbringen, wo sie auf die Berliner Elefanten-Seniorinnen Rani (59 Jahre), Shanti (58 Jahre) und Jenny (31 Jahre) treffen. In Karlsruhe
werden künftig ausschließlich Elefantensenioren gehalten. TIERPARK/ KARL BRÖSEKE

Für unseren Standort Berlin suchen wir

Kundenbetreuer (m/w)
im technischen und kaufmännischen Kundenservice
Ihre Aufgaben bei uns:

» Entgegennahme von Bestandskundenanrufen
tandskundenanrufen zu kfm. Problemen
» Analyse + Behebung techn. und kfm. Probleme
» Beratung zur Vertragsoptimierung

Das ist Ihr Profil:

» Kundenfreundlichkeit und Serviceorientierung
» Sicherer Umgang mit dem PC und Internet
» Belastbarkeit und Bereitschaft zu flexiblen Arbeitszeiten zwischen 7- 22 Uhr
Invoco Helpline GmbH • Ruschestraße 68 • 10365 Berlin
bewerbung@invoco-group.com
www.invoco-group.com

Kostenlose Job-Hotline:

0800 - 00 00 725

Bezirks-Kulturkalender

Bezirks-Journal Marzahn-Hellersdorf | Januar 2015

MUSIK & TANZ

SPANIENS LIEDER

Gitarrenkonzert: Der Gitarrist Cliff Stevens
ist am 16. Januar um 21 Uhr in der KISTE
zu Gast. Stevens Musik erinnert sehr an Eric
Clapton. Eintritt 11 Euro. Ort: Kiste, Heidenauer Straße 10, 12627 Berlin, Tel. (030)
998 74 81, Internet: www.kiste.net

9

Russischer Tanzabend: „Altes Jahr – Neues
Jahr“ lautet das Motto eines Tanzabends für
Erwachsene in russischer Sprache am 17. Januar um 19 Uhr im Kulturforum Hellersdorf.
Natalija Sudnikovic führt durch den Abend
mit Väterchen Frost und Snegurotschka.
Gereicht werden auch Spezialitäten der russischen Küche. Eintritt: 10 Euro, Reservierung
unter Tel. (030) 564 60 21. Ort: Kulturforum
Hellersdorf, Carola-Neher-Straße 1, 12619
Berlin. Infos: www.kulturring.org
Konzert mit Engerling: Die in der DDR bekannt gewordene Blues-Band Engerling ist am
31. Januar um 21 Uhr in der KISTE zu erleben. Eintritt: 14 Euro. Ort: Kiste, Heidenauer
Straße 10, 12627 Berlin, Tel. (030) 998 74 81,
Internet: www.kiste.net
Französische Musik: Zum Spaziergang durch
die Welt der französischen Musik lädt das
Trio Esiègle am 25. Januar um 18 Uhr ins
Evangelische Gemeindezentrum ein. Eintritt:
8, erm. 4 Euro. Ort: Evangelische Gemeindezentrum, Köpenicker Str. 165, 12683 Berlin.
Infos: (030) 514 35 93.
Orgelkonzert: Zum Orgelkonzert wird am
1. Februar um 16 Uhr ins Evangelische Gemeindezentrum an der Maratstraße geladen.
Zu Gast ist Kilian Nauhaus, Organist an der
Französischen Friedrichstadtkirche in Berlin.
Er spielt Orgelwerke aus unterschiedlichen
Epochen. Der Eintritt ist frei, um Spenden
wird gebeten. Ort: Evangelische Gemeindezentrum, Maratstr. 100, 12683 Berlin. Infos:
(030) 514 35 93.
Thomas Rühmann & Band: „Falsche Lieder“, Rühmann singt Wenzel am Sonnabend,
den 24. Januar. Um 20 Uhr ist Rühmann mit
seiner Band im Großen Saal des Freizeitforums Marzahn zu erleben. Die Karten kosten
26 Euro, Reservierungen unter Tel. (030) 542
70 91. Freizeitforum Marzahn, Marzahner
Promenade 55, 12679 Berlin.

THEATER

Aus dem Leben und Werk von Anton Tschechow: Das Wirken von Tschechow steht im
Mittelpunkt eines musikalisch-literarischen
Abends am 27. Januar um 19 Uhr. Anlass
ist der 155. Geburtstag des Schriftstellers.
Der Eintritt kostet 3 Euro, Reservierungen
unter Tel. (030) 93 66 10 78. Ort: Berliner
Tschechow-Theater, Märkische Allee 410,
12689 Berlin.
Shakespeares sämtliche Werke - leicht
gekürzt. Das Theater Coram-Publico ist zu
Gast mit einer komischen Inszenierung im
Freizeitforum Marzahn. Gelacht werden darf
am 7. Februar um 20 Uhr. Der Eintritt kostet
8 Euro. , Reservierungen unter Tel. (030) 542
70 91. Freizeitforum Marzahn, Marzahner
Promenade 55, 12679 Berlin.

Die Musik und Kultur Spaniens steht im Fokus des Carlshorster Salons am 23. Januar um 19.30 Uhr. Gastgeberin Alina Martirosjan-Pätzold präsentiert einen Flamenco-Abend mit kulinarischen Spezialitäten aus Spanien. Die Karten kosten 18, erm. 12 Euro. Kartenreservierungen: Tel. (030) 553
22 76. Ort: Kulturhaus Karlshorst, Treskowallee 112 Ecke Dönhoffstraße, 10318 Berlin. KULTURRING IN BERLIN E.V.

GESCHICHTE

Mühlenausstellung: Noch bis zum 8. März
ist im Bezirksmuseum Marzahn-Hellersdorf
die Sonderausstellung „Solange sich die
Flügel drehen… Mühlenleben in MarzahnHellersdorf“ zu sehen. Ort: Bezirksmuseum
Marzahn-Hellersdorf, Haus 1, Alt-Marzahn
51, 12685 Berlin, Telefon (030) 54 79 09 21.
Öffnungszeiten: Mo-Fr 11-17 Uhr, So 11-17
Uhr, Feiertage geschlossen. Eintritt: frei.
Infos: www.museum-marzahn-hellersdorf.de
Bezirksgeschichte: Im Haus 2 des Bezirksmuseums ist seit Kurzem die wirklich
sehenswerte Dauerausstellung „Marzahn-Hellersdorf. Bezirksgeschichte(n)“ präsent. Ort:
Bezirksmuseum Marzahn-Hellersdorf, Haus
2, Alt-Marzahn 55, 12685 Berlin, Telefon
(030) 54 79 09 21. Öffnungszeiten: Mo-Fr 1117 Uhr, So 11-17 Uhr, Feiertage geschlossen.
Eintritt: frei. Infos: www.museum-marzahnhellersdorf.de
Ostdeutsche Lebensläufe: Der Abgeordnete
Wolfgang Brauer (DIE LINKE) präsentiert im Rahmen seiner Reihe „Brauer lädt
ein…“ am 14. Januar um 19 Uhr ostdeutsche Lebensläufe. Thema des Abends:
„Mein letzter Arbeitstag - Abgewickelt nach
89/90“. Zu Gast sind unter anderem frühere
stellvertretende Betriebsleiter des Werks für
Fernsehelektronik in Oberschöneweide und
die Biografie-Verlegerin Katrin Rohnstock.
Der Eintritt ist frei. Ort: Berliner TschechowTheater, Märkische Allee 410, 12689 Berlin.
Infos: Tel. (030) 97 89 19 50.
Geschichtsgespräch: „Die Anstalt Wuhlgarten 1933-1945. Täter, Mitwisser, Verweige-

rer“, lautet der Titel eines Gesprächsabends
am 21. Januar ab 18 Uhr. Zu Gast im Bezirksmuseum sind die Historikerin Constanze
Lindemann sowie Werner Scuda und Detlev
Strauß vom Verein Wuhlgarten e.V. Ort: Bezirksmuseum Marzahn-Hellersdorf, Haus 1,
Alt-Marzahn 51, 12685 Berlin, Telefon (030)
54 79 09 21.

KINDER

„Karlsson fliegt wieder“: Am 25. Januar
wird um 12 Uhr Karlsson einkehren, und das
in russischer Sprache. Zu Gast im Kulturforum Hellersdorf ist das Ensemble „T &
T“. Das Stück eignet sich für Kinder ab drei
Jahren. Eintritt: 6, erm. 4 Euro. Reservierung:
Tel. (030) 564 60 21. Ort: Kulturforum Hellersdorf, Carola-Neher-Straße 1, 12619 Berlin.
Infos: www.kulturring.org

KUNST & MALEREI

Tauschbörse: Die neue Ausstellung der Galerie M lebt von den Exponaten der Marzahner
und Hellersdorfer. Die Künstler Katrin Glanz
und Sladjan Nedeljkovic nehmen die Gegenstände der Bezirksbewohner entgegen und
fügen sie in die Schau ein. Die Ausstellung ist
bis zum 18. Januar 2015 zu sehen. Öffnungszeiten: täglich außer Sonnabend 10-18 Uhr.
Ort: Marzahner Promenade 46, 12679 Berlin.
Flügel und Anker: Junge, aktive KiezKunst wird noch bis zum 30. Januar 2015
im Ausstellungszentrum Pyramide gezeigt.

Öffnungszeiten: Mo-Fr 9-18 Uhr, Ort: Riesaer
Str. 94, 12627 Berlin.
Maskenzauber: Bis Ende Januar stellen
die Berlin-Brandenburger Fotofreunde ihre
Arbeiten in der Golferia aus. Öffnungszeiten:
tgl. 13 bis 21 Uhr. Ort: Wittenberger Straße
50, 12689 Berlin. Infos: Tel. (030) 93 49 73 95.
Infos: www.golferiaberlin.de

Bezirks-Journal

Unabhängige Monatszeitung für
die Berliner Bezirke.
Das Bezirks-Journal erscheint einmal im Monat
kostenlos und liegt derzeit an ca. 250 Orten in den
Bezirken Lichtenberg sowie Marzahn-Hellersdorf
zur Mitnahme aus.
Herausgeber/ Chefredakteur:
Marcel Gäding (V.i.S.d.P.)
Verlag:
Medienbüro Gäding | Marcel Gäding
Josef-Orlopp-Straße 54 | 10365 Berlin
Telefon: 030 55 49 96 56
Telefax: 030 55 49 43 69
E-Mail: redaktion@bezirks-journal.de
Pflichtveröffentlichung nach § 7 a des Berliner
Pressegesetzes:
Verleger: Marcel Gäding, Redakteur, Berlin
Internet: www.bezirks-journal.de
Facebook: www.facebook.com/bezirksjournalberlin
Twitter: www.twitter.com/bezirks_journal
Redaktion & Internet:
Marcel Gäding (Ltg.), Steffi Bey, Anne Langert,
Benedikt Paetzholdt (freie Mitarbeiter)
Anzeigen & Werbung:
Falko Hoffmann, Lutz Neumann
Tel. 030 55 49 96 55
E-Mail: anzeigen@bezirks-journal.de
Vertrieb & Verteilung:
Detlef Matzki, Eckhard Kietzmann
E-Mail: vertrieb@bezirks-journal.de
Druck:
BVZ Berliner Zeitungsdruck
Am Wasserwerk 11, 10365 Berlin
Mitglied im
Deutschen Journalistenverband e.V.
Wirtschaftskreis Hohenschönhausen-Lichtenberg e.V.
Bundesverband mittelständische Wirtschaft e.V.
Gesamtauflage: 100.000 Exemplare
Es gilt die Anzeigenpreisliste Nr. 2/2014.
Das nächste Bezirks-Journal erscheint am 12.2.2015

10 Bezirks-Sport

Januar 2015 | Bezirks-Journal Marzahn-Hellersdorf

Erika Lemnitzer trainiert im Winter in der Halle.

BENEDIKT PAETZHOLDT

Zielsicher über Stock und Stein
Erika Lemnitzer vom Kaulsdorfer OLV ist Deutschlands beste Seniorin im Orientierungslauf.
von Benedikt Paetzholdt

E

rika Lemnitzer ist wahrlich eine
ungewöhnliche Athletin. Während die meisten Sportler mit 20
oder 30 Jahren ihre Karrierehöhepunkte
erleben, ist die 72-jährige Orientierungsläuferin des Kaulsdorfer OLV im Seniorenalter auf dem absoluten Gipfel ihrer
Schaffenskraft. Mehrfach holte sie in
den letzten Jahren den deutschen Meistertitel. 2013 lief sie sogar auf den dritten
Rang bei der Weltmeisterschaft im italienischen Sestriere auf der sogenannten
Sprintstrecke über 3,5 Kilometer. Und
sie denkt überhaupt nicht daran demnächst kürzer zu treten. Die ehemalige
Physik- und Mathematiklehrerin sagt:
„Wenn man nicht in Bewegung bleibt,
rostet man schnell ein.“
Zur ambitionierten Sportlerin ist Lemnitzer erst vor zehn Jahren geworden.
Fahrradfahren, Schwimmen, Wandern,
alles das hat sie zuvor auch schon hin
und wieder hobbymäßig betrieben. Allerdings auch nur dann, wenn es die Zeit
zuließ. Weil die Sorge um die eigene Gesundheit aber größer wurde, fing Lemnitzer mit dem Laufen an und ordnete
ihren Tagesablauf dem unter. „Nach
kurzer Zeit fühlte ich mich viel besser

und alle Laborwerte normalisierten
sich“, erinnert sie sich.
Bei einem Crosslauf lernte sie dann
den Kaulsdorfer Orientierungs- und
Laufsportverein kennen. Bereits nach
dem ersten Probetraining wusste sie:
„Das ist mein Sport.“ Die Mischung aus
Bewegung in der Natur und Denksport
hat es Lemnitzer dabei besonders angetan. „Ein bisschen fühlt sich das an wie
das Räuber-und-Gendarm-Spiel in der
Kinderzeit.“
Um Missverständnisse zu vermeiden:
Beim Orientierungslauf geht es nicht
darum, dass sich die Sportler gegenseitig einfangen müssen. Jeder ist hier alleine auf sich gestellt. Es geht darum,
eine bestimmte Strecke über Stock und
Stein schnellstmöglich abzulaufen. Dabei muss aber jeder Starter verschiedene
Posten in einer bestimmten Reihenfolge
erreichen. Mit einer für jedes Rennen extra angefertigten Landkarte besteht die
Herausforderung darin, den schnellsten
Weg vorbei an den natürlichen Hindernissen zu finden. Ein Chip zeichnet die
Strecke genau auf, so kann niemand unerlaubt abkürzen.
Bei dieser Sportart kommt es neben
der Fitness also vor allem auf den Orientierungssinn an. Sich auch im Straßenverkehr mit der Karte und nicht mit dem

Navigationsgerät fortzubewegen, ist
nützlich. „Das schärft die Sinne“, weiß
Lemnitzer. Vor allem aber geht es auch
darum, die Symbole genau einzuprägen.
Vom Steinhaufen über den Wurzelstock
bis hin zum Bergmassiv, jedes Hindernis ist auf dem Plan mit einem speziellen Zeichen versehen. Es gilt, die vielen
Symbole bestmöglich zu interpretieren.
Lemnitzer sagt: „Zwischen jedem Posten liegen 100 Fehler, die man begehen
kann.“ Langeweile kommt deshalb auch
nie auf. „Jeder Kurs birgt neue Überraschungen“, sagt die erfolgreiche Kaulsdorferin.
Um fit durch das Jahr zu kommen,
sind die Wochen inzwischen straff organisiert, was die körperliche Ertüchtigung angeht. Montags steht Gymnastik
an, mittwochs ist Lauftraining im Verein, donnerstags wird geschwommen.
Hin und wieder geht es auch zum Hindernislauf in die Sporthalle der BestSabel-Grundschule in der Wernerstraße.
So gut wie jedes Wochenende ist Erika
Lemnitzer bei Rennen im Einsatz.
Praktisch jedes Gelände hat sie dabei
schon bezwungen. Bei Läufen durch
Waldgebiete kam es schon mal zu Begegnungen mit Wildschweinen. Mit
Stirnlampe ging es auch schon nachts
auf Tour. Und selbst Schnee kann diese

Sportler nicht aufhalten. „Die Posten
hier zu finden, ist eine ganz besondere Herausforderung“, sagt Lemnitzer.
60 bis 70 Orientierungsläufe absolviert
Lemnitzer insgesamt pro Jahr.
Da ist es ganz nützlich, dass auch Ehemann Eberhard diese Leidenschaft teilt.
Weil der Wettkampfkalender auch den
Urlaub bestimmt. „Wir mieten gerne
eine Ferienwohnung und machen schon
in den Tagen vorher einige Läufe“, sagt
die ambitionierte Seniorin. Auch Städte
wie Rom wurden auf diese sportliche
Art und Weise schon erschlossen. Und
selbst wenn die große Familie (drei Söhne, fünf Enkel, ein Urenkel) zusammenkommt, wird hin und wieder mal ein
Geländelauf angezettelt.
Wegen seines vielseitigen Geländes
läuft Erika Lemnitzer besonders gerne rund um den Kienberg. „Die Trainingsbedingungen hier sind geradezu
ideal“, sagt sie. Allerdings gestaltet sich
das Laufen hier als immer schwieriger.
Wegen der Internationalen Gartenausstellung 2017 und der hier nötigen
Umbauten sind große Teile der Strecke
abgesperrt. „Das ist schon sehr schade“,
sagt sie. Allerdings wären Orientierungsläufer keine Orientierungsläufer, wenn
sie nicht schnell eine alternative Route
fänden.

Bezirks-Journal Marzahn-Hellersdorf | Januar 2015

Bezirks-Sport

Sammelbecken für den Kiez

11

Die Jugendarbeit ist für den Hellersdorfer Handballklub SC Eintracht Berlin der Schlüssel zum Erfolg.
von Benedikt Paetzholdt

S

chon lange bevor die HandballArbeitsgemeinschaft am Montagnachmittag losgeht, bildet sich vor
der Sporthalle der Hollerbusch-Grundschule in Hellersdorf ein großer Pulk.
Die Kinder können es kaum abwarten
endlich reinzudürfen und sich auszutoben. Stürmisch empfangen sie Lutz
Haasler, ihren Trainer. Eine Stunde lang
geht es dann in der Halle zur Sache. Die
neun Jungen und drei Mädchen im Alter
von sieben und acht Jahren müssen den
Ball um Hütchen prellen, in die Ecken
des Tores zielen und sich im Spiel beweisen. Ab und zu unterbricht Haasler, um
zu korrigieren. Meistens gibt er sich aber
großzügig und lässt das Spiel laufen.
„Die Kinder sollen vor allem Spaß an der
Sache haben.“ Das sei der erste Schritt,
um sie für den Vereinssport zu gewinnen.
Haasler ist hier nämlich in doppelter Mission im Einsatz. Auf der einen
Seite will er mit dieser AG dazu beitragen, dass sich die Kinder austoben und
überschüssige Energie abbauen können.
„Drei Stunden Schulsport in der Woche
sind einfach zu wenig“, meint Haasler. Lutz Haasler sieht im Handball eine gute Ergänzung zum Schulsport.
BENEDIKT PAETZHOLDT
Als Abteilungsleiter Handball und Vizepräsident des SC Eintracht Berlin ist er
gleichzeitig aber ständig auf der Suche sen Berlin wechselte und hier zum Bunnach neuen Spielern für seinen Klub. „Je desligaspieler reifte. Er war auch Teil der
früher man damit anfängt, umso besser Mannschaft, die 2014 überraschend den
ist es“, weiß er. Gerade in der Hauptstadt DHB-Pokal gewann. Wegen der hohen
ist die Konkurrenz bekanntlich groß, die Konkurrenz im Vorzeige-Handballklub
Möglichkeiten sich anderweitig zu be- der Hauptstadt wechselte der Kreisläufer
im Dezember zum Bundesliga-Konkurschäftigen geradezu unendlich.
Um den Einstieg zum Vereinshandball renten HC Erlangen und zählt dort zum
attraktiv zu gestalten, sind die ersten vier Stamm-Personal.
Für Haasler sind derartige ErfolgsgeWochen Probetraining gratis. Viele kommen dabei offensichtlich auf den Ge- schichten viel wert. „Natürlich hat so ein
Domicil-Seniorenpflegeheim Gotlindestraße GmbH
schmack. Nachdem man sich im April Sportler wie Thümmler Vorbildfunktides letzten Jahres mit dem Athletikclub on.“ Gerne erinnert sich der HandballFür unsere Einrichtung bieten wir attraktive Arbeitsplätze als
Berlin zur Spielgemeinschaft AC/Ein- trainer daran, wie einige seiner Schütz(m/w)
tracht Berlin zusammengetan hat, trai- linge als Auflaufkinder mit aufs Parkett
nieren zirka 420 Handballer unter einem der Max-Schmeling-Halle durften, wo
(m/w)
Dach. Üppige 20 Mannschaften lassen die Füchse ihre Heimspiele austragen.
sich somit bilden. „Wir verstehen uns als „Die Augen wurden groß, als sie ihn dort
Wir bieten:
Sammelbecken für den gesamten Kiez“, gesehen haben.“ Fast noch wichtiger alEin freundliches Arbeitsklima mit Respekt und Höflichkeit
lerdings ist die Wirkung, die von so einer
sagt Haasler.
Einarbeitung und Unterstützung durch einen Praxisanleiter
Wie bei vielen Amateurklubs in Ber- Karriere ausgeht. „Die Kinder sehen,
Modern ausgestattete Arbeitsplätze
lin und anderswo in Deutschland ist es dass es einer von ihnen geschafft hat.“
Ausreichend Personal zur Bewältigung des Pflegealltages
Umfangreiche Fort- und Weiterbildungsmöglichkeiten
allerdings auch hier eine echte Heraus- Denn die Scouts der Füchse sind umtriebig. Ihnen bleibt nicht
forderung, den umSie arbeiten gerne im Team, sind belastbar und bereit, sich mit
verborgen, wenn sich
fassenden TrainingsEngagement für das Wohlbefinden unserer Bewohner einzusetzen?
irgendwo ein Talent
betrieb ständig am
Dann
freuen wir uns auf Ihre Bewerbung!
tummelt. Sobald jeLaufen zu halten.
mand im Füchse-RaElf Wettkampf- und
dar auftaucht, sind die
15 Freizeitsportarten
Entwicklungschancen
hat der SC Eintracht
gut.
Berlin nämlich in
Lutz Haasler,
Auch Haasler bleibt
seinem umfassenden
Vize-Präsident SC Eintracht Berlin
nicht verborgen, dass
Angebot. „Da ist
einige Jungen in seies immer schwierig
ausreichend Übungsleiter zu finden“, ner Montags-AG durchaus das Zeug zu
Alle Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter
weiß Haasler, der hauptamtlich tätig ist. guten Handballern haben. Sie präsentiewünschen ein gesundes
Talent und Ehrgeiz entsprechend zu för- ren eine bereits recht ausgereifte Wurfund
er��lgreiches
neues �ahr �����
dern, sei da schon eine ganz besondere technik und bringen etliche Bälle im Tor
unter. Nach dem Trainingsende wird
Herausforderung.
Dass es trotzdem gelingt Spitzensport- deshalb ein Probetraining im Verein ausDomicil-Seniorenpflegeheim Gotlindestraße GmbH
ler herauszubringen, zeigt das Beispiel gemacht. Für Haasler hat sich der Tag
Gotlindestraße 51 | 10365 Berlin-Lichtenberg
von Jonas Thümmler. Bis 2009 spielte also gelohnt. „Wir freuen uns über jedes
Tel.: 030 / 12 02 20 - 0 | lichtenberg@domicil-seniorenresidenzen.de
der heute 21-Jährige in seinem Hellers- Kind, das wir vom Handball begeistern
www.domicil-seniorenresidenzen.de
dorfer Heimatklub, ehe er zu den Füch- können.“

- Examinierte Pflegefachkräfte
- Pflegehilfskräfte

„Drei Stunden
Schulsport in der
Woche sind einfach
zu wenig.“

12 Bezirks-Navigator

Januar 2015 | Bezirks-Journal Marzahn-Hellersdorf

DER AUGENBLICK: Wintersonne

POLITIK VOR ORT
Mario Czaja, MdA, CDU: Bürgersprechtag am 12. Januar um 16 Uhr,
Fritz-Reuter-Str. 11, 12623 Berlin.
Gabriele Hiller, MdA, DIE LINKE:
Bürgersprechstunde am 12. Januar
um 17 Uhr, Wahlkreisbüro, Teterower
Ring 41, 12619 Berlin.

Alles, was Marzahn-Hellersdorf in
den kommenden vier Wochen bewegt. Kurz. Bündig. Kompakt.

Stefan Komoß, SPD, Bezirksbürgermeister: „Fragen Sie Komoß!“, 14.
Januar, 15 Uhr, Stadtteilzentrum
Hellersdorf-Ost, Albert-Kuntz-Straße
58, 12627 Berlin.

Senden Sie uns Ihre Infos!
E-Mail: redaktion@bezirks-journal.de
Sie haben einen Themenvorschlag für uns,
kennen eine interessante Persönlichkeit
oder wollen uns auf einen Geheimtipp aufmerksam machen? Unsere Redaktion freut
sich auf Ihren Anruf: Tel. (030) 55 49 96 56

Jahreskarte für Gärten
der Welt wird teurer
MARZAHN. Wer regelmäßig in die
„Gärten der Welt“ geht, spart viel Geld
mit einer Jahreskarte. Allerdings hebt die
Grün Berlin GmbH die Preise für das
Zwölfmonats-Ticket deutlich an. Seit
Jahresanfang kostet die Jahreskarte 30
statt 20 Euro, ermäßigt 15 statt 10 Euro.
Die Karten gelten in allen vier Parks,
als auch im Britzer Garten, im Naturpark Schöneberger Südgelände und im
Botanischen Volkspark Blankenfelde in
Pankow. Noch in diesem Frühjahr soll
die Jahreskarte auch im Abo erhältlich
sein. Wer für 2015, 2016 und 2017 eine
Jahreskarte kauft, zahlt pro Jahr 20 Euro,
ermäßigt 15 Euro. (bzj.)

Bibliothek sucht drei
Auszubildende
MARZAHN-HELLERSDORF.
Das
Bezirksamt hat drei Lehrstellen für die
Ausbildung zum Fachangestellten für
Medien- und Informationsdienste (Fachrichtung Bibliothek) zu vergeben. Interessenten können sich am 21. Januar
ab 14 Uhr über die Ausbildung und die
beruflichen Perspektiven informieren.
Dann findet in der Bezirkszentralbibliothek „Mark Twain“ ein Azubi-Tag statt.
Ort: Marzahner Promenade 55, 12679
Berlin. (bzj.)

Sonnenaufgang im winterlichen Berlin. Diesen magischen Moment hat Gisela
Graehn-Baumann von der Fotogruppe des Deutschen Senioren-Computerklubs
mit ihrer Kamera festgehalten. An dieser Stelle veröffentlichen wir in loser
Folge die Aufnahmen der fotografierenden Senioren. GISELA GRAEHN-BAUMANN

Das „Bolle“ ist jetzt ein Leseort
MARZAHN. Das Kinder- und Jugend- wird auch kulturelle Bildung geboten. Bis
haus „Bolle“ an der Hohensaatener zu 100 Kinder besuchen jeden Tag die
Straße ist seit Kurzem ein Leseort: Kul- Einrichtung. Ziel sei es, die Stärken und
turstadträtin Juliane Witt (DIE LINKE) Talende der Kinder und Jugendlichen zu
übergab der Einrichtung das entspre- fördern, sagt Vereinsgründer Eckkard
Baumann. „Es ist
chende Signet.
gut zu sehen, wie
Aktuell gibt es im
gerade jene Kids, in
Bezirk Marzahnderen Zuhause vielHellersdorf mehr
leicht
überhaupt
als 30 Leseorte. Die
kein Buch im Regal
Idee dahinter: An
steht, hier die Mögöffentlichen,
gut
lichkeit erhalten,
zugänglichen Orten
unkompliziert und
stehen Kindern und
niedrigschwellig
Jugendlichen BüBücher zu erlecher zur Verfügung.
ben“, sagt Juliane
„Ziel ist es, einen
Witt.
Plan des Bezirks
Mit der neuen Inmit all diesen Leseternetpräsenz solorten zu erstellen,
Stadträtin Juliane Witt bei der Übergabe
len die Leseorte in
damit jeder weiß,
BA/ FRANK PETERSEN
Marzahn-Hellerswo er wohnortnah des Signets.
die Angebote findet“, sagt Juliane Witt. dorf künftig noch besser auffindbar sein.
Auf einer neuen Internetseite sind die Darunter sind kommunale Bibliotheken
ebenso wie Kitas oder FreizeiteinrichLeseorte zudem eingetragen.
Im Kinder- und Jugendhaus „Bolle“ tungen. Derzeit befindet sich die Webbekommen Kinder und Jugendliche seite im Aufbau, ist aber bereits nutzbar:
nicht nur ein warmes Mittagessen. Ihnen http://leseorte-mh.berlin/ (bzj.)

Manuela Schmidt, MdA, DIE LINKE:
Bürgersprechstunde am 16. Januar
von 10 bis 12 Uhr, Abgeordnetenbüro
am Helene-Weigel-Platz 7, 12681
Berlin.
Wolfgang Brauer, MdA, DIE LINKE:
Sprechstunde am 20. Januar von 18
bis 20 Uhr, Abgeordnetenbüro Havemannstr. 24, 2. Etage, 12689 Berlin.
Regina Kittler, MdA, DIE LINKE:
Bürgersprechstunde am 21. Januar
von 10 bis 12 Uhr, Abgeordnetenbüro
am Helene-Weigel-Platz 7, 12681
Berlin. Anmeldung unter Tel. (030) 54
98 03 22.
Sven Kohlmeier, MdA, SPD:
Bürgergespräch im Gasthof „Zum
Oberfeld“, Zanderstraße 27, 12621
Berlin, montags um 18 Uhr nur nach
vorheriger Anmeldung Tel. (030) 65
48 70 30.
Alexander J. Herrmann, MdA, CDU:
Bürgersprechstunde am 26. Januar
um 17 Uhr, Treffpunkt bürgernAH,
Cecilienplatz 4, 12619 Berlin. Anmeldungen: Tel. (030) 56 49 99 46.	

Ihre Anzeige fehlt?
Unser Team berät Sie gern!
Tel. (030) 55 49 43 60

E-Mail: anzeigen@bezirks-journal.de

das nächste

Bezirks-Journal


erscheint am 12. Februar 2015

Gern beraten wir Sie über Möglichkeiten, effektiv zu werben. Rufen SIe uns an oder
mailen Sie uns: Tel. (030) 55 49 96 55 | E-Mail: anzeigen@bezirks-journal.de
        
Top of page

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.