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daß es „ganz gleichgiltig“ sei, wie „das Publikum diese
Sachen betrachtet" und die ihn während der Einstudierung
des Shlegelschen „Alarkos" an Schiller schreiben ließ,
daß „am Gelingen nach außen" ja „gar nichts" gelegen
sei. Einem großstädtischen Parterre hätte er nicht, wie
den Jenenser Studenten bei der Aufführung des „Alar-
kos", die für sein Verhältniß zum Publikum so <arak-
teristischen Worte zurufen können: „Man lache nicht!“
Die Anerkennung nun, die ihm seit den neunziger
Jahren unsere Stadt entgegen brachte, sie kam zu spät,
um noc< eine gründliche Änderung in Goethes An-
schauungen bewirken zu können; aber dennoch glaubt man
zu bemerken, daß er seit jener Zeit je länger, je mehr
die Wirkung auch auf ein größeres Publikum, die Über-
einstimmung mit der öffentlichen Kritik ins Auge faßt.
Seit jener Zeit erst beginnt der intime Verkehr mit Ber-
linern, so vor Allem mit den Humboldt's, zu denen
er 1794 zuerst in Beziehung kam; schon im Jahre 1798
konnte er in Bezug auf Wilhelm von Humboldt
die Äußerung gegen Schiller thun: „Es ist kein ge-
ringer Vorteil für mich, daß ich wenigstens auf der letzten
Stre>e meiner poetischen Laufbahn mit der Kritik in
Einstimmuna gerathe“. Ähnlich hat er in Dichtung
und Wahrhert es ausgesprohen, daß „eine Janze Zeit
seines Lebens eine Verachtung des Publikums ihm an-
hing, die nur spät durch Einsicht und Bildung ins Gleiche
gebracht werden konnte.“
Allmählich stellt sich es nun aber gegenüber dem
Berliner Goethe- Kultus für den Dichter als wünschens-
werth heraus, einen beständigen Vertreter in der Stadt