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Full text: E-MAIL Issue 2013,1

-Mail

Das Magazin für die Mobilität von morgen.

Sonderausgabe zum KONGRESS des Forum ElektroMobilität e.V.
Aktivtäten von BMWi, BMVBS, BMU, BMBF (S. 12-15)
4 Schaufenster Elektromobilität des Bundes (S. 16-17)

Ausgabe 01/2013 · www.forum-elektromobilitaet.de

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Vorwort

Inhaltsverzeichnis
Aus dem Forum

Elektromobilität bietet insbesondere im Kontext der Energiewende die Chance, innovative Produkte, Verfahren oder Dienstleistungen „made in germany“ international erfolgreich zu positionieren.
Mit Blick darauf arbeiten Forschung, Wirtschaft und Politik systematisch zusammen – Erfolgsbeispiele sind u.a. die „Nationale Plattform Elektromobilität“, die
Modellregionen oder gezielte Projekte wie die interdisziplinäre „Fraunhofer Systemforschung Elektromobilität“. Die zahlreichen dort entwickelten Innovationen werden
zunehmend in konkreten Marktanwendungen getestet, u.a. im Rahmen der vier Schaufenster Elektromobilität.

3	

Investition in die Zukunft

4	

KONGRESS 2013 – 4. Fachveranstaltung mit
begleitender Ausstellung

6	
Informationstag zu aktuellen Förderprogrammen und Förderausschreibungent
7	

Delegationsreise Detroit:
Advanced Battery Materials

8	
Roadshow „Forum E-MOTION“
E-Motion und E-Performance direkt am Ort der
Entwicklung und Produktion
9	
Workshop-Reihe „e-Transfer“
Systematische Kooperationen entlang
der Wertschöpfungskette
10	
Interview mit Prof. Dr.-Ing. Matthias Busse

Damit ist der Entwicklungsbedarf der Elektromobilität aber keineswegs abgeschlossen.
Für den Markthochlauf ab 2015 sind neben der Nutzerakzeptanz z.B. tragfähige Mobilitätskonzepte erforderlich, es müssen effiziente Produktionstechnologien u.a. für den Automobil- und Maschinenbau vorangetrieben oder (Produktions-)Kosten gesenkt werden.
Vor diesem Hintergrund unterstützt der Forum ElektroMobilität e.V. die branchen- und
systemübergreifende Zusammenarbeit und ist offen für weitere Partner, die einen Beitrag zur Technologieentwicklung und Partnervernetzung leisten möchten. Erste Anknüpfungspunkte zu Aktivitäten unserer Mitglieder und Partner bietet das vorliegende
Magazin des Forum ElektroMobilität e.V.
Ich wünsche Ihnen eine anregende Lektüre und freue mich auf ein ereignisreiches Jahr
2013, u.a. mit unserer 4. Jahresveranstaltung „Forum ElektroMobilität – KONGRESS“.

Ihr

Prof. Dr. rer. nat. Ulrich Buller
Vorstandsvorsitzender des Forum ElektroMobilität e. V.
Vorstand Forschungsplanung der Fraunhofer-Gesellschaft

11	
BMW Motorrad: Urbane eMobilität erleben.
Interview mit Karl-Heinz Gaubatz, Leiter Entwicklung
Elektrik/Elektronik bei BMW Motorrad
Politik
12	 B
 undesministerium für Wirtschaft und Technologie
Leitmarkt Deutschland bei der
Elektromobilität
13	
Bundesministerium für Verkehr,
Bau und Stadtentwicklung
Elektromobilität: Schlüsseltechnologie
für nachhaltigen Verkehr
14	
Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz
und Reaktorsicherheit
Erneuerbar mobil – marktfähige Lösungen für eine
klimafreundliche Elektromobilität
15	
Bundesministerium für Bildung und Forschung
Spitzenforschung für die Elektromobilität
Schaufenster
16	
Elektromobilität verbindet:
ELEKTROMOBILITÄT VERBINDET –
Bayern und Sachsen arbeiten gemeinsam an
nachhaltiger Mobilität
16	 emo Berlin:
	
Schaufenster Berlin-Brandenburg: Vernetzung
entscheidend
17	 Metropolregion Hannover Braunschweig
Göttingen Wolfsburg:
Unsere Pferdestärken werden elektrisch –
E-Mobilität in Niedersachsen
17	
Living Lab BWe mobil:
LivingLab BWe mobil: Nachhaltige Mobilität
in Baden-Württemberg
produktion
18	 ixetic:
Mehr Reichweite für E-Fahrzeuge und
sichere Batteriekühlung
19	
imk enginieering:
GO-INNVELO – Innvelo lernt laufen
19	
German E-Cars:
German E-Cars – Systemhaus Elektromobilität
20	 Kienle + Spiess:
	
Agieren statt Reagieren
20	
V DMA:
Wandel braucht Gestaltung

3

Die Vorstandsmitglieder des
Forum ElektroMobilität e.V. :
(v.l.n.r.) Prof. Dr.-Ing. M. Busse (Institutsleiter
Fraunhofer-Institut für Fertigungstechnik und
Angewandte Materialforschung IFAM) Prof.
Dr.-Ing. J. Leohold (Leiter Konzernforschung
Volkswagen AG), Dr.-Ing. E.h. M. Wittenstein
(Vorstandsvorsitzender Wittenstein AG), Prof.
Dr.-Ing. H. Hanselka (Stellv. Vorsitzender, Leiter
Fraunhofer LBF), Prof. Dr. rer. nat. U. Buller
(Vorstandsvorsitzender, Vorstand Forschungsplanung
der Fraunhofer-Gesellschaft)

21	
Wittenstein:
Emotionen statt Emissionen auf dem KONGRESS.
22	
e -Wolf:
E-Fahrzeuge effizient nutzen
23	
Volkswagen:
Der Volkswagen eT! bringt’s!
E-Mobilität im Stadtlieferverkehr.
23	
TU München:
eCARus- Studierende bauen ein Elektrofahrzeug
24	
Institut für Automatisierung und Informatik:
FuE – Projekt Kettenloses Fahrrad – „X-PESA“
25	
Solperis:
Der Forum ElektroMobilität e.V. begrüßt sein
neues Mitglied Solperis GmbH
26	
Schunk:
Automatisierung macht Elektromobilität wirtschaftlich
und sicher – zum Beispiel bei der Batteriemontage
Batterietechnologie
27	
NOW:
Elektromobilität mit Batterie und Brennstoffzellen
27	
Heraeus:
Batteriezellen mit plattiertem Band effektiv verbinden
28	
ZSW:
Angewandte Forschung für die Elektromobilität
29	
BASF:
BASF forciert die globale Entwicklung und
Produktion von Batteriematerialien
29	
Uni Ulm:
Universität Ulm: Energie der Zukunft mitgestalten
energie & Ladeinfrastruktur
30	
TÜV NORD:
eSTATION und Testfahrzeuge sind
alltagstauglich und sicher
30	 MZT:
e-mobility Diagnostik
31	
ubitricity:
Laden an Laternen – ubitricity macht
Ladeinfrastruktur im öffentlichen Raum bezahlbar

Investition in die Zukunft
Vernetzung als Erfolgsfaktor in der Elektromobilität.
Im Bereich Elektromobilität wurden inzwischen zahlreiche Innovationen entwickelt. Eine
Auswahl davon wird auf dem KONGRESS des Forum ElektroMobilität e.V. gezeigt, viele
weitere werden z.B. im Rahmen der Schaufenster Elektromobilität des Bundes demonstriert,
getestet und weiter vorangetrieben (Mehr zu den Schaufensterprojekten auf S. 16-17).
Darüber hinaus sind noch vielfältige Entwicklungsarbeiten notwendig, um die Erfolgsgeschichte der Elektromobilität weiterhin aktiv zu gestalten. Dabei erfordert die Komplexität des Gesamtsystems „Elektromobilität“ aus unserer Sicht eine branchen- und
systemübergreifende Zusammenarbeit, um über marktfähige Produkte das Wertschöpfungspotenzial, insbesondere in der Produktion, nachhaltig in Deutschland zu verankern.
Mit einem ganzheitlichen Systemverständnis von Elektromobilität führt der Verein
Forum ElektroMobilität daher relevante Entscheider und Experten aus Forschung, Wirtschaft
und Politik zusammen und legt dabei ein besonderes Augenmerk auf den Mittelstand. Dies
komplementär zur Nationalen Plattform Elektromobilität und mit dem Ziel, Synergien im
FuE-Bereich zu nutzen und gemeinsam innovative Technologien für eine nachhaltige Mobilität von morgen zu entwickeln. Hierzu unterstützt das Forum ElektroMobilität als bundesweit tätiger Verein unter anderem den Dialog über bekanntgegebene Förderoptionen und
koordiniert z.B. technologiespezifische WORKSHOPS oder Werks-, Labor- und Unternehmensführungen bei seinen Mitgliedern (Details hierzu s. S. 8-9).
Mit diesen und weiteren Aktivitäten vernetzt der Forum ElektroMobilität e.V. die gesamte
Wertschöpfungskette der Elektromobilität und bietet mit seinen Mitgliedern und Partnern aus Forschung, Wirtschaft und Politik ein branchenübergreifendes und leistungsfähiges Innovationsnetzwerk. Dies für die strategische Vernetzung auf Bundesebene, eine
gezielte Interessenvertretung gegenüber der Politik oder die Gewinnung neuer Kontakte
und Impulse für die Produkt- bzw. Geschäftsentwicklung im Bereich Elektromobilität.

rahmenbedingungen
32	
Dornier Consulting:
Umdenken bei der individuellen Mobilität in Städten
32	
DIN:
E-Mobility – Normung fördert internationale
Zusammenarbeit

In diesem Zusammenhang ist der Verein Forum ElektroMobilität offen für weitere Partner,
die einen Beitrag zur Technologieentwicklung und Partnervernetzung leisten möchten.

33	
CMS Hasche Sigle:
Zugang zu Stromspeichern?
34	 S traßenbahn Stuttgart:
E-Mobilität als Unternehmensstrategie

Weitere Informationen und Mitgliedsunterlagen können Sie anfordern bei:

35	
TÜV SÜD
Der Druck steigt

Forum ElektroMobilität e.V.
c/o innos - Sperlich GmbH
Schiffbauerdamm 12
10117 Berlin

36	 Fraunhofer IPK:
	
NaNu – Leise Laster für die Nacht
37	 W
 TI:
Neue Wissensplattform
38	 F raunhofer IFAM:
Elektromobilität –
Wissensvorsprung durch Weiterbildung

Tel.: +49 30 240474-58
info@forum-elektromobilitaet.de

Aus dem Forum

4

www.forum-elektromobilitaet.de/kongress

Branchenübergreifend, systemorientiert und
energiegeladen vernetzt
Branchenübergreifend, systemorientiert und energiegeladen vernetzt
Berlin, 19. + 20. März 2013: Elektromobilität bewegt, treibt an
und ist Megathema öffentlicher Diskussionen: Deutschland soll
international Leitanbieter für Elektromobilität werden. Doch
wie sieht der aktuelle Stand der Technologie aus? Welche Entwicklungs- und Projektbedarfe gibt es kurz- und mittelfristig?
Der „KONGRESS“ des Forum ElektroMobilität e.V. bot für diese und weitere Fragen eine exklusive Plattform für branchenübergreifende Dialoge und Diskussionsrunden entlang der
Wertschöpfungskette. 30 hochkarätige Referenten diskutierten
hierzu gemeinsam mit 250 Innovationstreibern – Experten und
Entscheidern aus Industrie, Politik und Forschung.

Der bundesweit agierende Forum ElektroMobilität e.V. versteht „Elektromobilität“ als ganzheitliches System von der Energieerzeugung über die
Energieverteilung und -speicherung bis hin zur Anwendung im Elektrofahrzeug. Mit dem jährlich stattfindenden KONGRESS entstand eine wichtige
Dialogplattform auf Entscheider- und Expertenebene.
Die Fachveranstaltung mit begleitender Ausstellung fand bereits zum 4.
Mal in Folge statt und öffnete seine Türen im Berliner SpreePalais am Dom.
Es kamen rund 250 Experten aus Forschung, Großindustrie, Mittelstand
und Politik, die den KONGRESS als bundesweite Dialogplattform zum fachlichen Austausch im Zielfeld Elektromobilität nutzten.
Das 2-tägige Vortragsprogramm war thematisch geclustert und bot für
insgesamt 30 hochkarätige Referenten einen ganzheitlichen Überblick relevanter Elektromobilitätsthemen wie z.B.:
• Förderstrategie des BMWi
(Birgit Hofmann, Referatsleiterin Elektromobilität)
• Klimaschutzpotenzial durch Kopplung der Elektromobilität an
Erneuerbare Energien (Markus Becker, BMU)
• Sportwagen-Konzepte mit alternativen Antrieben (N.N., Porsche AG)
• Elektromobilität bei BMW Motorrad (Karl-Heinz Gaubatz)
• Neue Antriebskonzepte der BROSE-SEW (Andreas Zühlcke)
• Effiziente Produktion – Leichtbau & Funktionsintegration
(Dr. Drossel, Fraunhofer IWU)
• Elektromobilität im Wirtschaftsverkehr – eine Potenzialanalyse
(Dr. Patrick Plötz, Fraunhofer ISI)

Forum ElektroMobilität – KONGRESS
19. – 20. März 2013
SpreePalais am Dom, Berlin

-Mail

01/2013

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Eingeleitet und eröffnet wurde der KONGRESS durch die Podiumsdiskussion.
„Die Schaufenster Elektromobilität im Dialog mit Vertretern aus
FuE, Industrie und Politik“:
• Prof. Dr. rer. nat. Ulrich Buller (Fraunhofer-Gesellschaft)
• Prof. Dr.-Ing. Holger Hanselka (Fraunhofer LBF)
• Gerold Leppa (Schaufenster Niedersachsen)
• Gernot Lobenberg (Schaufenster Berlin / Brandenburg)
• Franz Loogen (Schaufenster Baden Württemberg)

Aus dem Forum

• Christian Micksch (Schaufenster Bayern / Sachsen)
• Dr. Johann Schwenk (Schaufenster Bayern / Sachsen)
• Dr.-Ing. E.h. Manfred Wittenstein (WITTENSTEIN AG)
Die begleitende Fachausstellung mit hochwertigen Exponaten spannte darüber hinaus eine Brücke von Technologieträgern über Komponenten bis
hin zu Elektrofahrzeugen, wie z.B. dem E-WM-Racing Motorrad, Renault
Twizy, Opel Ampera, Golf twinDRIVE, Mercedes A-Klasse E-Cell oder den
leichten Nutzfahrzeugen Plantos und Volkswagen eT!

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Aus dem Forum

www.forum-elektromobilitaet.de

Informationstag zu aktuellen Förderprogrammen
und Förderausschreibungen
Informationstag des Forum ElektroMobilität e.V. vernetzte Unternehmen und
Forschungseinrichtungen mit relevanten Projektträgern des Bundes.
Elektromobilität ist in aller Munde. Wird sie als ganzheitliches System von
der Energieerzeugung, Energieverteilung und -speicherung bis hin zur
Anwendung im Fahrzeug verstanden, so entstehen insbesondere an den
Schnittstellen relevanter Technologien und Branchen neue Fragestellungen. Bei deren Lösung spielt insbesondere die Innovationskraft kleiner
und mittelständischer Unternehmen eine wichtige Rolle.
Vor diesem Hintergrund veranstaltete der Forum ElektroMobilität e.V. am
28. November 2012 in Berlin den Mittelstands-Tag „Fördermöglichkeiten
für Forschungs- und Entwicklungsprojekte“ zu aktuellen Förderprogrammen, Ausschreibungen und Hinweisen zur Antragstellung.
„Wir waren mit fast 50 Teilnehmern im direkten Dialog mit relevanten Projektträgern des Bundes, darunter AiF und VDI/VDE“, sagte Frau Dr. Nadine
Teusler von der Geschäftsstelle des bundesweiten Innovationsnetzwerks
Forum ElektroMobilität e.V.

Im Rahmen der Fachveranstaltung des Forum ElektroMobilität e.V. profitierten die Teilnehmer vom direkten Dialog mit relevanten Projektträgern u.a. zu folgenden Schwerpunktthemen:
• Förderberatung „Forschung und Innovation“ des Bundes
(„Lotsenstelle Elektromobilität“; „KMU-innovativ“ des BMBF)
• AiF Projekt GmbH
(ZIM - Zentrales Innovationsprogramm Mittelstand des BMWI)
• VDI/VDE Innovation + Technik GmbH
(Innovationsunterstützende Dienstleistungen für KMU (go-inno))
• Aktuelle Ausschreibungen
„Ziel der Veranstaltung war die Vermittlung von Kontakten zu den Projektträgern des Bundes und die unmittelbare Möglichkeit zum Austausch“,
erklärte Alexander Claus, Leiter der Geschäftsstelle. Neben aktuellen Ausschreibungen und Hinweisen zur Erstellung von Projektskizzen und -anträgen wurden auch wertvolle Tipps zur Vermeidung von Stolpersteinen
benannt. Dabei standen die Experten im Rahmen von Vorträgen und bilateralen Gesprächen für Fragen zur Verfügung.
„Aufgrund des positiven Feedbacks der Teilnehmer kann
ich mir sehr gut vorstellen, bei Bedarf unserer Vereinsmitglieder auch in 2013 wieder eine solche Veranstaltung durchzuführen“, resümierte Herr Claus.

-Mail

01/2013

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Aus dem Forum

www.forum-elektromobilitaet.de/kooperation

Delegationsreise Detroit:
Advanced Battery Materials
Als Innovationsnetzwerk treibt der Verein Forum ElektroMobilität die gezielte Vernetzung
von Experten im Zielfeld Elektromobilität voran, auch auf internationalem Parkett.
Der US-Bundesstaat Michigan spielt eine wichtige Rolle als Industrie- und
Automobilstandort. Mit Blick auf die zukünftige Wettbewerbsfähigkeit wird
dieser Standort seit ein paar Jahren mit beträchtlichen Fördermitteln kontinuierlich zu einer Hochburg der Batterietechnologie ausgebaut.
Vor diesem Hintergrund organisierte der Forum ElektroMobilität e.V.
gemeinsam mit seinem Mitglied Fraunhofer eine Delegationsreise
nach Detroit. Eingebunden waren natürlich die Vereinsmitglieder des
Forum ElektroMobilität e. V. sowie Innovationstreiber aus Deutschland und
den USA. Dies mit dem Ziel der Markterschließung für deutsche Unternehmen.
„Um Synergien zu schaffen ist eine zielorientierte, länderübergreifende Vernetzung zwischen deutschen und amerikanischen Experten insbesondere im
Bereich der Batterietechnologien von großer Bedeutung“, so Alexander Claus,
Leiter der Geschäftsstelle des Forum ElektroMobilität e.V.
Im Rahmen des Networking-Seminars mit über 60 Teilnehmern stellte u.a.
die Michigan Economic Development Corporation ihre relevanten Aktivitäten vor. Neben Ansiedlungspolitik oder Regionalförderung zählt dazu auch
das Netzwerkmanagement mit so genannten „Centers of Innovation“. Diese
sind als Public Private Partnership organisiert. „Mit einem Investment von über
4,5 Mio. Euro arbeiten hier Industrie-Partner entlang der Wertschöpfungskette

zusammen wie z.B. Magna E-Car Systems, GM, Ford, TÜV Süd, KUKA, Chrysler oder Johnson Controls“, führt Herr Claus weiter aus.
Neben dem Networking-Seminar besichtigte der Forum ElektroMobilität e.V.
mit seinen Mitgliedern u.a. relevante Einrichtungen wie das „Energy Institute“,
„Automotive Engineering“ oder „Tech Transfer Center“ der Universität von
Michigan. Weitere Schwerpunkte waren das „Center for Laser Technology“
mit innovativen Laserschweißverfahren für die Autoindustrie sowie Fraunhofer
USA. Der gemeinsame Besuch der Battery Show and Conference 2012 war ein
weiteres Highlight der gemeinsamen Delegationsreise: fast 200 Messeaussteller und 60 Referenten boten zahlreiche Anknüpfungspunkte für den gezielten
Fachdialog über „Advanced Electrical Storage Systems“.
„Vor dem Hintergrund der erfolgreichen Delegationsreise waren wir mit
Vorständen und Fachbeiräten im Dialog und wollen unsere Aktivitäten
im Bereich Internationalisierung weiter ausbauen“, erläutert Herr Claus.
„Dazu sind neben zukünftigen Delegationsreisen u.a. Fachgespräche
zum Auslandsgeschäft geplant, welche die Partner im Internationalisierungsprozess unterstützen und z.B. über länderspezifische Rahmenbedingungen und Wirtschaftsdaten im Ausland informieren sollen. Im
engen Dialog mit unseren Mitgliedern identifizieren wir aktuell Zielregionen für unsere Folgeaktivitäten in 2013.“

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Aus dem Forum

Roadshow
Forum

www.forum-elektromobilitaet.de/roadshow

-Motion

E-Motion und E-Performance direkt am Ort der
Entwicklung und Produktion
Forum ElektroMobilität e. V. bietet wertvolle Einblicke
Mit bundesweiten Werks-, Labor- und Unternehmensführungen bietet der Forum ElektroMobilität e.V. seinen Mitgliedern eine Plattform
für den gezielten Leistungs- und Meinungsaustausch mit relevanten
Fachexperten. Direkt vor Ort lassen sich potenzielle Kooperationspartner identifizieren, Geschäftskontakte intensivieren, bekanntgegebene
Förderoptionen diskutieren oder neue Impulse zur Projekt- und Geschäftsentwicklung gewinnen.

Highlight der ROADSHOW 2013 wird z.B. die Besichtigung einer Anlage
zum Recycling von Lithium aus Batteriematerialien bei unserem Mitglied
Rockwood Lithium GmbH sein:
Mit Blick auf die Implementierung umweltverträglicher und Ressourcen
effizienter Verfahren wurde ein ganzheitlicher Ansatz vom Sammeln
der Batterien bis hin zur Synthese von Aktivmaterialien aus recycelten
Grundstoffen realisiert. Kernstück des vom Bundesumweltministerium
geförderten Lithorec-Projektes ist das Recyceln von Lithium aus Batterien in einer Pilotanlage. In nur zwei Jahren Bauzeit wurde diese
Pilotanlage unter Einbeziehung neuester Technologien errichtet.
Die gemeinsame Fachveranstaltung mit anschließender Anlagenbesichtigung
wird am 23.05.2013 in Langelsheim bei Goslar stattfinden. (Persönliche Einladung und Anmeldung über den Forum ElektroMobilität e.V. erforderlich).

ROADSHOW bei Kienle + Spiess GmbH (© Kienle + Spiess)

Nächster Termin
23. Mai 2013
Werk Langelsheim/Goslar

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www.forum-elektromobilitaet.de/workshop

Aus dem Forum

workshop-reihen
-Transfer

Systematische Kooperationen entlang
der Wertschöpfungskette
Die Herausforderungen des komplexen Gesamtsystems „Elektromobilität“
sind nicht neu, müssen aber kontinuierlich neu betrachtet und angegangen werden – dabei müssen alle relevanten Wertschöpfungsstufen und
Branchen berücksichtigt werden.

Daher hat der Forum ElektroMobilität e.V. interdisziplinäre WORKSHOPReihen iniziiert, die sich am Bedarf der Mitglieder orientieren. Gemeinsam
mit den Fachbeiräten des Forum ElektroMobilität e.V. werden dazu alle
inhaltlichen Vereinsschwerpunkte abgebildet, wie z.B.:
	 • Netzintegration und Ladeinfrastruktur
	• Batterietechnologie
	• Fahrzeugkonzepte und elektrischer Antriebsstrang
• Normen, Testen und Prüfen
• Erstmärkte und Geschäftsmodelle
• Querschnittsthemen wie Leichtbau, IKT, Produktion oder Recycling
Die WORKSHOPS des Forums ElektroMobilität e.V. bieten eine ideale Möglichkeit für den direkten Dialog relevanter Entwicklungsingenieure und fördern gezielt die Identifikation gemeinsamer Kooperationsansätze. Dabei
spielt auch die Identifikation relevanter Förderoptionen eine wichtige Rolle.
Auch unabhängig von unseren WORKSHOPS beraten wir unsere Mitglieder mit Blick auf individuelle Projektansätze bei der Auswahl geeigneter
Förderprogramme. Dabei unterstützen wir bei der Akquisition von Fördermitteln des Landes, Bundes und der EU durch u.a. die Beratung in Entwicklungsprozessen, die Abstimmung mit den Projektträgern und bei der
Antragsstellung.
Kommen Sie dazu – der Verein Forum ElektroMobilität ist offen für weitere Partner, die einen Beitrag zur Technologieentwicklung und Partnervernetzung leisten möchten.

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Aus dem Forum

www.forum-elektromobilitaet.de

Prof. Dr.-Ing. Matthias Busse

Interview mit Prof. Dr.-Ing. Matthias Busse
Seit der Gründung des Forum ElektroMobilität e.V. im Jahr 2009
engagiert sich Prof. Busse im Fachbeirat »Fahrzeugkonzepte«. Im
November 2012 wurde er in den Vorstand des Forum ElektroMobilität e.V. gewählt. Vor diesem Hintergrund sprachen wir mit Prof.
Busse über seine Erfahrungen auf dem Gebiet Elektromobilität und
die Pläne der Fraunhofer-Gesellschaft mit Blick auf die zweite Projektphase der „Fraunhofer Systemforschung Elektromobilität“.
Herr Prof. Busse, Sie sind seit 2003 Leiter des Fraunhofer-Institutes für Fertigungstechnik und Angewandte Materialforschung IFAM in Bremen. Was
sind Ihre Schwerpunkte im Bereich Elektromobilität?
Prof. Busse: Der Institutsbereich Formgebung und Funktionswerkstoffe
konzentriert sich auf maßgeschneiderte Werkstofflösungen mit optimierten Fertigungsverfahren und Prozessen. Das Spektrum der Forschungsund Entwicklungsarbeiten reicht vom Werkstoff über Formgebung bis
hin zur Funktionalisierung von Bauteilen und Systemen. Wir erarbeiten
kundenspezifische Lösungen für Branchen wie z.B. Automobilindustrie,
Medizintechnik, Luft- und Raumfahrt, Maschinen- und Anlagenbau, Umwelt- und Energietechnik oder Elektronikindustrie. Speziell im Bereich Elektromobilität waren und sind wir in der Modellregion Bremen/Oldenburg
sehr aktiv, ebenso wie in Projektaktivitäten im Rahmen der FSEM. Dabei
verfolgen wir ein ganzheitliches Konzept, das die Bereiche Energiespeicher
und elektrische Antriebstechnik sowie Testen, Prüfen, Bewerten und Optimieren des Gesamtsystems umfasst. Darüber hinaus bietet das Fraunhofer
IFAM kundenspezifische Schulungsprogramme zur Personalqualifizierung
im Bereich Elektromobilität.
2011 wurde das BMBF-geförderte Verbundprojekt »Fraunhofer Systemforschung Elektromobilität« erfolgreich abgeschlossen. 2013 wurde die
Fraunhofer Systemforschung Elektromobilität II gestartet. Welche Rolle
haben Sie beim Nachfolgeprojekt?
Prof. Busse: Die »Fraunhofer Systemforschung Elektromobilität« führen wir
Fraunhofer-intern mit dem Ziel weiter, innovative Technologien und Kompo-

nenten in größere Projektkonsortien insbesondere mit der Industrie einzubringen und dort gemeinsam mit den Partnern in konkreten Produkten zu
verwerten. Das Konsortium, für das die Projektleitung bei mir liegt, besteht
aus insgesamt 16 Fraunhofer-Instituten, die in drei Clustern organisiert sind.
Ziel der »Fraunhofer Systemforschung Elektromobilität« war die Entwicklung von Prototypen für Hybrid- und Elektrofahrzeuge, um die technologischen Möglichkeiten auszuloten und Systemkompetenz für die deutsche
Wirtschaft aufzubauen. Welches Ziel wird vorrangig mit FSEM II verfolgt?
Prof. Busse: Die »Fraunhofer Systemforschung Elektromobilität« hat bewiesen, dass die Fraunhofer-Gesellschaft auf Basis vorhandener Kompetenzen
schnell auch in neue Anwendungsfelder wie die Elektromobilität vorstoßen
und hierfür innovative Systemlösungen entwickeln kann. In den nächsten
drei Jahren möchten wir diese Technologien weiter ausbauen und gemeinsam mit unseren Partnern in die industrielle Anwendung überführen.
Wo sehen Sie die größte Herausforderung im Technologiefeld Elektromobilität und welche Forschungsschwerpunkte wird es bei FSEM II geben?
Prof. Busse: Das Projekt ist entsprechend seiner Schwerpunkte in die Cluster »Antriebsstrang / Fahrwerk«, »Batteriesystem / Range Extender« und
»Bauweisen /Infrastruktur« gegliedert. In den drei Themenfeldern wollen
wir nicht nur die einzelnen Technologien weiterentwickeln, sondern auch
eine kostengünstige Fertigung entsprechender Komponenten angehen.
Eine Motivation des Projektes ist es, Hightech-Lösungen wirtschaftlich
produzieren zu können. Dies soll einen Beitrag dazu leisten, den aktuellen
Kostennachteil von Elektrofahrzeugen zu mindern.
Welche Erfahrungen aus der Vergangenheit können Sie auf FSEM II übertragen?
Prof. Busse: Ein wesentliches Ergebnis der FSEM I war die deutlich gesteigerte
Fraunhofer-interne Vernetzung zum Thema Elektromobilität. Es ist viel einfacher, in gemeinsame Projekte zu kommen und neue Lösungen zu entwickeln,
wenn man sein Gegenüber persönlich und auch die Arbeitsweise kennt. Diese

-Mail

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Aus dem Forum

www.forum-elektromobilitaet.de

Form der Systemforschung bringen alle Partner ein, sie ist die Basis für unsere
verstärkten Aktivitäten mit Industriepartnern.

Ansätze und innovative Technologien einzelner Partner mit möglichen Abnehmern aus dem Verein und darüber hinaus zusammenbringt.

Wie viele Institute sind in FSEM II involviert – und welche?

Welche Synergien zwischen FSEM II, Wirtschaftsunternehmen und dem Forum ElektroMobilität e.V. sehen Sie?

Prof. Busse: Insgesamt sind sechzehn Fraunhofer-Institute beteiligt, die über
ganz Deutschland verteilt sind. Es sind zudem nicht nur Institute dabei, die
auch schon in der FSEM I aktiv waren, sondern es sind weitere Einrichtungen
mit neuen Projekte und Themenstellungen hinzugekommen.
Prof. Busse, mit Ihrer Wahl in den Vorstand des Forum ElektroMobilität e.V.
ergibt sich für Sie persönlich eine neue Rolle im Verein. Welche Ziele verfolgen
Sie als Vorstand?
Prof. Busse: Als Vorstand möchte ich dazu beitragen, die inhaltliche Positionierung des Forum ElektroMobilität e.V. weiter auszugestalten und seine Rolle
als führendes Netzwerk von Unternehmen und Forschungseinrichtungen zur
Elektromobilität auszubauen. Dabei ist mir besonders wichtig, dass der Forum
ElektroMobilität e.V. eine Art »Technologie-Drehscheibe« bildet, also neue

Prof. Busse: Der Forum ElektroMobilität e.V. ist ja ein technologieübergreifendes Netzwerk, der alle relevanten Branchen der Elektromobilität abdeckt.
Die Komplexität der Technologiewelt Elektromobilität erfordert eine Systemorientierung aller Beteiligten, um die Elektromobilität erfolgreich zu gestalten.
Dabei kann der Verein Forum Elektromobilität die Interessen der Unternehmensmitglieder als neutrale Institution ideal mit den Kompetenzen der wissenschaftlichen Forschungseinrichtungen bündeln und aufeinander ausrichten. Vor diesem Hintergrund sehe ich den Forum ElektroMobilität e.V. in einer
komplementären Rolle zur Nationalen Plattform und als eine Art »Enabler« für
FuE-Kooperationen auf operativer Ebene.
Wir bedanken uns bei Prof. Busse für das Interview und freuen uns auf die
weitere gemeinsame Zusammenarbeit.

BMW Motorrad: Urbane
eMobilität erleben.
Der Verein Forum ElektroMobilität interviewte Karl-Heinz Gaubatz zu den Aktivitäten von
BMW Motorrad im Zielfeld Elektromobilität. Herr Gaubatz leitet dort den Bereich Entwicklung Elektrik/Elektronik.
BMW Motorrad ist ein Geschäftsfeld des Fahrzeug- und Motorenherstellers
BMW. Seit wann beschäftigt sich BMW Motorrad mit der Produktion von
Elektro-Motorrädern?
Gaubatz: BMW Motorrad beschäftigt sich seit 2011 mit der Entwicklung und
Produktion von elektrischen Einspurfahrzeugen. Das erste Produkt wird demnächst in Serie gehen. Bei diesem Fahrzeug ist der Eigenentwicklungsanteil
sehr hoch um intern Know-How in allen Bereichen aufzubauen, selbst die
Fertigung des Energiespeichers wird bei BMW Motorrad erfolgen.
Welches Potenzial sehen Sie für elektrische Einspurfahrzeuge,
insbesondere außerhalb Asiens?
Gaubatz: Außerhalb Asiens wird das elektrische Einspurfahrzeug, sowohl
ein „life style“ Fahrzeug sein, aber auch für manche Großstädte ein „ZeroEmission“-Fahrzeug mit Vorteilen gegenüber den PKWs bezüglich Vorankommen im dichten Straßenverkehr.
Welche Vorteile hat BMW Motorrad gegenüber den Wettbewerbern?

Gaubatz: BMW gehört zu einen der wenigen Automobilherstellern, die im
Konzern eine Motorradsparte besitzen. Durch die langjährige Erfahrung ergeben sich einige Vorteile, die vielen Wettbewerbern verwehrt bleiben. Wir verfügen bereits über ein weitläufiges Händlernetz, niedrige Gewährleistungskosten, eine abgesicherte Technik und automatisierte Produktionsstätten.
Dies bietet Vorteile in Qualität, Gesamtfahrzeugkosten, Total Cost of Ownership, überschaubare Wartungskosten und natürliche Skaleneffekte.
Welche Ziele verfolgen Sie mit dem Segment der elektrischen
Einspurfahrzeuge?
Gaubatz: Wir erheben auch hier den Premiumanspruch, daher sind unsere
Ziele u.a. hohe Qualität, sportliches Design und Alltagstauglichkeit. Herunter gebrochen auf die Technik bedeutet dies, einen Energiespeicher mit einer
Lebensdauer von mehr als 7 Jahren, eine Fahrdynamik die BMW-Kunden gerecht wird, eine Reichweite je nach Fahrzeugklasse von 60 - 120 km und ein
absolut begehrliches Design.
Wir danken Herrn Gaubatz für das Interview und freuen uns auf seinen
Vortrag im Rahmen unserer 4. Jahresveranstaltung.

12

Politik

www.bmwi.de

Dr. Bernhard Heitzer, Beamteter Staatssekretär im
Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie

Leitmarkt Deutschland bei der Elektromobilität
Vor einem Jahr hat die Bundesregierung das Regierungsprogramm „Elektromobilität“ verabschiedet. Seitdem haben wir vieles bewegt. Bundesregierung und Industrie verfolgen das gemeinsame Ziel, dass Deutschland
bis zum Jahr 2020 Leitmarkt und Leitanbieter der Elektromobilität werden
soll. Als saubere Technologie kann Elektromobilität einen wesentlichen
Beitrag zur Verringerung der CO2-Emissionen und des Verbrauchs von Öl
beitragen. Elektromobilität birgt auch eine große Chance für die Industrie
in Deutschland. Mit ihr kann eine neue Wertschöpfungskette entstehen.
Daher begleitet das Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie die
weitere Entwicklung der Elektromobilität sehr aufmerksam.
Auf die Erfolgsspur kommen wir nur, wenn die Entwicklung letztlich vom
Markt getragen wird. Daher gibt es eine klare Aufgabenverteilung: Die
im Regierungsprogramm definierte Rolle der Regierung besteht vor allem
darin, die Rahmenbedingungen für Elektromobilität so zu setzen, dass die
noch junge Technologie eine Chance hat, sich im globalen Wettbewerb
zu entwickeln. Die Bundesregierung hat Elektrofahrzeuge deshalb künftig
zehn Jahre lang von der Kfz-Steuer befreit. Sie erhöht damit den Anreiz,
ein umweltfreundliches Elektrofahrzeug anzuschaffen. Eine Änderung der
Dienstwagensteuer befindet sich im Gesetzgebungsverfahren.
Das Regierungsprogramm sieht außerdem vor, technologische Innovationen mittels technologieneutraler FuE-Programme zu unterstützen. Ich bin
der festen Überzeugung, dass der Wettbewerb der beste Anreiz für Innovation und marktfähige Produkte und Dienstleistungen ist. Daher fördert
das Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie innovative Unternehmen im Rahmen des weltweit einzigartigen Programms „Schaufenster
Elektromobilität“ bei der Erforschung und Entwicklung von Elektromobilität. Als Schaufenster wurden große regionale Demonstrationsvorhaben
ausgewählt, bei denen die innovativsten Elemente der Elektromobilität an
der Schnittstelle von Energiesystem, Fahrzeug und Verkehrssystem gebün-

delt und sichtbar gemacht werden. In den Schaufensterprojekten wird die
Elektromobilität für potentielle Nutzer wie auch für die breite Öffentlichkeit konkret erfahrbar.
Das Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie unterstützt im
Rahmen der Förderbekanntmachung „ELEKTRO POWER“ Vorhaben, die
auf die Optimierung der Wertschöpfungskette zielen. Bei der Fördermaßnahme „ATEM“ werden Antriebstechnologien der Elektromobilität hinsichtlich Effizienz, Kosten, Gewicht und Volumen fortentwickelt. Das 6.
Energieforschungsprogramm der Bundesregierung greift das breite Themenfeld der Batterieforschung auf. Hier ist der Forschungsbedarf, insbesondere im Hinblick auf Energiedichte, Batteriemasse und Produktionskosten, besonders groß.
Unter dem Motto „Elektromobilität bewegt weltweit“ veranstaltet die
Bundesregierung am 27. und 28. Mai 2013 eine internationale Konferenz mit hochrangigen Experten aus Wissenschaft, Wirtschaft und
Politik. Die Konferenz soll den Anspruch Deutschlands untermauern,
Leitmarkt und Leitanbieter bei der Elektromobilität zu werden. Sie wird
ein einmaliges Forum darstellen, um den Beitrag von Elektrofahrzeugen
für die Wettbewerbsfähigkeit und Umweltschutz, bei der Energieversorgung und in zukünftigen Mobilitätskonzepten mit internationaler
Perspektive zu erörtern.
Damit Deutschland auch in Zukunft ein wettbewerbsfähiger und innovativer Standort bleibt, müssen wirtschaftliche Erfolge aber durch die Unternehmen immer wieder neu errungen werden, auch auf dem Gebiet der
Elektromobilität. Der Staat setzt die Eckpfeiler, die notwendigen Investitionen und Innovationen müssen von den Unternehmen geleistet werden.
Das Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie wird diesen Weg
konsequent weitergehen, nicht nur mit Blick auf die Elektromobilität.

-Mail

01/2013

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Politik

www.bmvbs.de

Elektromobilität: Schlüsseltechnologie
für nachhaltigen Verkehr
Elektromobilität ist die Schlüsseltechnologie für den nachhaltigen Verkehr.
Für die Bundesregierung steht die Förderung von innovativen Mobilitätskonzepten ganz oben auf der Agenda. Deutschland soll Leitmarkt und
Leitanbieter für Elektromobilität werden. Die Verbreitung von elektrischen
Antrieben wird entscheidend dazu beitragen, dass wir uns unabhängiger
von fossilen Brennstoffen machen und unsere CO2-Emissionen senken können. Die Elektrifizierung der Fahrzeugantriebe bietet zusätzlich die Chance,
unsere Energiequellen zu diversifizieren und sie hat eine starke wirtschaftliche Komponente: Durch Innovationen und neue Technologien werden neue
Märkte erschlossen, was unseren Wirtschaftsstandort insgesamt stärkt.
Noch bis Ende 2014 befinden wir uns bei der Elektromobilität in der Marktvorbereitungsphase, ab 2015 soll der Markt hochlaufen. Erste Aufgaben
unseres „Regierungsprogramms Elektromobilität“ von 2011 sind erledigt,
andere auf den Weg gebracht, neue stehen an. Wichtig ist uns insbesondere
die Erprobung zukunftsweisender ganzheitlicher Verkehrskonzepte in ausgewählten regionalen Schaufenstern. Bereits seit 2009 hat das Verkehrsministerium rund 220 Projekte zur Marktvorbereitung von batterieelektrischen
Fahrzeugen in acht Modellregionen bundesweit gefördert. Dieser Ansatz
des BMVBS stellte eine wichtige Grundlage für die Entwicklung der „Schaufenster Elektromobilität“ dar, die die Bundesregierung im vergangenen Jahr
auf Empfehlung einer unabhängigen Jury benannt hat.
Der Schaufensterprozess in Bayern/Sachsen, Baden-Württemberg, Berlin/
Brandenburg und Niedersachsen geht voran und wir erwarten nachhaltige
Erkenntnisse aus diesen regionalen Demonstrationsvorhaben. Wir können
aufgrund der Erfahrungen in den bisherigen Projekte bereits jetzt sagen:
Elektrofahrzeuge sind in vielen Anwendungsbereichen schon heute alltagstauglich. Durch gezielte Forschungs- und Entwicklungsaktivitäten müssen
diese jetzt noch kostengünstiger und attraktiver werden. Nutzerakzeptanz
ist hier das Stichwort. Diese müssen wir fördern über konkrete
Anreize für potentielle Nutzer von Elektrofahrzeugen. So
sind beispielsweise alle Nullemissionsfahrzeuge, sprich:
reine Batteriefahrzeuge und Brennstoffzellenfahrzeuge, die seit Mai 2011 bis Ende 2015 zugelassen werden, für zehn Jahre steuerbefreit. Außerdem haben wir eine Beschaffungsinitiative auf den Weg
gebracht oder prüfen derzeit alle Optionen, die
ordnungsrechtlichen Rahmenbedingungen für
Elektrofahrzeuge zu verbessern. Dazu zählen

Rainer Bomba, Staatssekretär im Bundesministerium
für Verkehr, Bau und Stadtentwicklung

beispielsweise die Mitbenutzung von Busspuren, Schaffen von Sonderparkplätzen oder die Lockerung von Zufahrtsverboten für Elektrofahrzeuge.
Für das Bundesverkehrsministerium ist es wichtig, dass wir bei der Förderung
von Elektromobilität einen technologieoffenen Ansatz verfolgen. Forschung
und Entwicklung für batterieelektrische Fahrzeuge ist uns genauso wichtig,
wie das Voranbringen von Antrieben mit Wasserstoff und Brennstoffzelle.
Wir fördern das Thema Elektromobilität in seiner ganzen Breite: von Hybrid
über Batterie bis zur Brennstoffzelle – und das nicht nur auf den Straßenverkehr begrenzt, sondern auch beim Schienenverkehr, im Luftverkehr und in
der Schifffahrt.
Alle Partner bewegen sich bei der Förderung von alternativen Antriebs- und
Mobilitätskonzepten in einem kontinuierlichen Spannungsfeld: Innovationskraft lässt sich nicht verordnen, Nachfrage und Akzeptanz wachsen nur aus
Überzeugung. Der Staat kann Rahmenbedingungen setzen und dabei unterstützen, Innovationen und Nachfrage zu fördern. Er kann und will Forschung
und Marktentwicklung aber nicht bestimmen. Die Bundesregierung wird in
ihren Bemühungen nicht nachlassen, für Industrie und Forschung – soweit
es in ihren Möglichkeiten steht – notwendige und hilfreiche Rahmenbedingungen zu setzen und so die Entwicklung neuer Antriebstechnologien und
Verkehrskonzepte tatkräftig zu unterstützen. Wir können die Mobilität von
morgen nur erfolgreich am Markt etablieren, wenn Politik, Forschung und
Industrie bei der Entwicklung heute an einem Strang ziehen und konstruktiv
zusammenarbeiten. Ein gutes Beispiel dafür ist die bewährte Zusammenarbeit aller Akteure in der „Nationalen Plattform Elektromobilität“.

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Politik

www.bmu.de

Erneuerbar mobil – marktfähige Lösungen für eine
klimafreundliche Elektromobilität
Beitrag zur Stabilisierung der Stromnetze leisten. Zum einen können
sie als sogenannte verschiebbare Last zur Verfügung stehen, das heißt
plötzlich zur Verfügung stehende überschüssige Energie – zum Beispiel
bei erhöhtem Windaufkommen – kann in den Fahrzeugbatterien gespeichert werden. Zum anderen können die Fahrzeuge bei Bedarf auch
Strom ins Netz zurückspeisen. Dies hilft zum Beispiel dabei, kurzfristige
Netzschwankungen auszugleichen. Die Forschungsförderung des BMU
soll dazu beitragen, zuverlässige Verfahren für eine Kopplung der Elektromobilität an Strom aus regenerativen Energiequellen zu entwickeln.
Auch die Entwicklung und Erprobung von Verfahren zum kontaktlosen Laden ist Gegenstand der Förderung. Denn wenn es gelingt die
Verweildauer der Fahrzeuge am Netz zu erhöhen, erleichtert dies eine
intelligente Netzintegration.
Innovative Technologien „von der Wiege bis zur Bahre“

Vor dem Hintergrund der weltweit stark ansteigenden Motorisierung
sind gerade im Verkehrssektor erhebliche Anstrengungen erforderlich –
zur Reduzierung der klimaschädlichen Emissionen, aber auch zur Minderung der Erdölabhängigkeit. Elektrische Antriebe sind hocheffizient – zur
Bekämpfung des Klimawandels dienen sie aber nur, wenn sie „erneuerbar tanken“. Im Rahmen des Konjunkturpakets II hat das Bundesumweltministerium (BMU) bereits Innovationsprojekte zur Elektromobilität von
über 70 Partnern mit gut 100 Millionen Euro unterstützt. Mit der Fortführung des Förderprogramms „Erneuerbar mobil“, für das vorerst bis zum
Jahr 2015 etwa 140 Mio. Euro zur Verfügung stehen, nutzt das BMU die
in den Forschungsprojekten gewonnenen Erkenntnisse und greift neueste Forschungsergebnisse in den Bereichen Batterie-, Fahrzeug- sowie
Lade- und Netztechnologien auf.
Elektroautos und Strom aus Wind und Sonne sind ideale Partner
Die Zukunft des Stroms ist erneuerbar. Mehr und mehr fluktuierende
Quellen wie Windkraft oder Solarenergie speisen in die Netze ein. Elektrofahrzeuge können bei flächendeckendem Einsatz einen erheblichen

Elektromobilität muss ganzheitlich zur Umwelt- und Ressourcenschonung
beitragen und darf nicht in neue Rohstoffabhängigkeiten führen. Dazu gehört, dass bereits bei der Herstellung der Fahrzeuge berücksichtigt wird,
dass einzelne Bestandteile später wiederverwertet oder wiederverwendet
werden können. Automobilbau unter diesen Vorzeichen erfordert neue
Produktionsmethoden und kluge Konstruktionsideen. Dabei muss frühzeitig die Identifikation derjenigen Stoffe erfolgen, deren Recycling einmal
Priorität haben wird. Eine weitere Möglichkeit ist die Wiederverwendung
einzelner Komponenten für andere Anwendungsbereiche. Das betrifft
zum Beispiel Batterien, die nach längerer Laufzeit nicht mehr den Anforderungen zur Energiespeicherung in Elektroautos genügen, dafür aber
an anderer Stelle durchaus noch sinnvoll verwendet werden können. Im
Rahmen der Forschungsförderung des BMU liegt ein Schwerpunkt auf
der Entwicklung geschlossener Kreislaufprozesse für die Antriebsbatterien
der Elektrofahrzeuge. Das Vorhaben LithoRec, das sich mit dem Recycling
von Lithium-Ionen-Traktionsbatterien befasst, zählt hierbei zu den von der
Bundesregierung benannten „Leuchttürmen der Elektromobilität“.
Erneuerbar mobil: Umwelt schützen, Wettbewerbsfähigkeit steigern
Die gemeinsame Vision der Vorhaben ist das Elektroauto als marktfähige
Umweltinnovation. Denn klar ist: Eine neue Technologie, die zwar sauber,
für die Verbraucher aber wenig attraktiv ist, wird sich kaum durchsetzen.
Zugleich müssen attraktive Fahrzeuge auch bei den Umwelteigenschaften überzeugen. Mehr Informationen zu den Zielen und Projekten des
Förderprogramms unter www.erneuerbar-mobil.de

-Mail

01/2013

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Politik

www.bmbf.de

Spitzenforschung für die Elektromobilität
BMBF fördert Spitzenforschung und die Zusammenarbeit zwischen Forschungseinrichtungen und Unternehmen der gewerblichen Wirtschaft,
um die Einführung neuer umweltverträglicher und ressourcenschonender
Antriebskonzepte vorzubereiten und zu unterstützen. Unter dem Motto
„Das Auto neu denken“ verfolgt das BMBF dabei einen breiten systematischen Ansatz, der auf leistungsfähige Batterien, energieeffiziente Antriebssysteme und völlig neue Fahrzeugkonzepte zielt. Sicherheit, Komfort
und Kostenaspekte stehen hierbei im Mittelpunkt. Darüber hinaus werden
auch Maßnahmen zur Aus- und Weiterbildung angestoßen, denn ohne
gut ausgebildete Fachkräfte werden die Herausforderungen nicht bewältigt werden können.
Den Rahmen für die Förderung der Forschung zu neuen Fahrzeugkonzepten, in der die beiden Themen Batterieforschung und Energieeffizienz eine
zentrale Stellung einnehmen, bieten zahlreiche Programme, wie zum Beispiel „Schlüsseltechnologien für die Elektromobilität“, „Excellent Battery“,
„Energieeffiziente und sichere Elektromobilität“, „Leistungselektronik zur
Energieeffizienzsteigerung“, „Serienflexible Technologien für elektrische
Antriebe von Fahrzeugen“.
Die Batterie ist dabei ein zentrales Element. Sie spielt vor allem bei rein
batterieelektrisch angetriebenen Fahrzeugen eine große Rolle, aber auch
bei den verschiedenen Hybridvarianten. Speicherkapazität, erreichbare
Stromdichten, Temperaturverhalten und Betriebssicherheit stehen im Mittelpunkt der Batterieforschung. Das BMBF setzt verstärkt auf den Aufbau
neuer Strukturen, auch um Nachwuchs zu gewinnen und gezielt zu fördern. Neben der Innovationsallianz „Lithium-Ionen-Batterie 2015“, der
Einrichtung mehrerer Kompetenzzentren und dem Aufbau einer Pilotproduktionsanlage stehen auch völlig neue Konzepte für zukünftige Batterien
im Fokus der BMBF-Förderung.
Ein Ziel des BMBF ist es, eine enge Zusammenarbeit zwischen Wissenschaft
und Wirtschaft zu fördern. Verbundprojekte sollen sicherstellen, dass Ergebnisse der Forschungseinrichtungen schnelleren Einzug in marktfähige
Innovationen finden. Insgesamt fließen über 40 % der BMBF-Fördermittel
in diesem Bereich an universitäre und außeruniversitäre Forschungseinrich-

tungen. Die Unternehmen tragen selbst einen beträchtlichen Teil der Forschungskosten dieser Verbundprojekte. Im Rahmen der Innovationsallianz
„Lithium Ionen Batterie LIB2015“ hat die Industrie beispielsweise zugesichert, bis 2015 etwa 360 Millionen Euro in die Batterieforschung zu investieren. Auch im „Spitzencluster Elektromobilität Süd-West“, das im letzten
Jahr angelaufen ist, arbeiten rund 80 Unternehmen und Forschungsinstitute gemeinsam in Forschungsprojekten für die Elektromobilität. Das BMBF
fördert diesen Cluster mit 40 Mio.€.
Eine wichtige Voraussetzung für den langfristigen Erfolg der Elektromobilität ist die Verfügbarkeit hoch motivierter und qualifizierter Fachkräfte.
Neben neuen Aus- und Weiterbildungsprogrammen, insbesondere auch
im Rahmen der überbetrieblichen Berufsbildungsstätten, tragen die vom
BMBF unterstützten Forschungsvorhaben ebenfalls zur Ausbildung und
Qualifizierung bei. In dem Forschungsprojekt „e performance“ z.B., in dem
ein modulares Elektrofahrzeug entwickelt wurde, konnten an Hochschulen
über 70 Nachwuchsforscherinnen und -forscher ihre Diplom- und Doktorarbeiten anfertigen.
Mit Hochschulen und Fachhochschulen sollen in Zukunft gemeinsam die
Möglichkeiten einer bundesweiten Vernetzung und besseren Abstimmung
zwischen den einzelnen Studiengängen ausgelotet werden. Dies ist auch
ein Ergebnis der vom BMBF finanzierten ersten Nationalen Bildungskonferenz Elektromobilität. Nicht nur im Hochschulbereich, auch bei der
beruflichen Bildung gilt es, bereits vorhandene Ansätze und Strukturen
zusammen zu führen und der Herausforderung „Elektromobilität“ mit interdisziplinären Lösungsvorschlägen zu begegnen.
Im Programm „Drive-E“ organisiert das BMBF zusammen mit der Fraunhofer-Gesellschaft seit 2009 jährlich eine Akademie, um den wissenschaftlichen Nachwuchs früh für das Thema zu begeistern.
Insgesamt fördert das BMBF gegenwärtig mit über 450 Mio.€ den Bereich
der Elektromobilität und trägt damit mit Abstand den größten Anteil dieser
Forschungsförderung durch die Bundesregierung.

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Schaufenster

www.elektromobilitaet-verbindet.de

ELEKTROMOBILITÄT VERBINDET – Bayern und Sachsen
arbeiten gemeinsam an nachhaltiger Mobilität
Das Schaufenster Bayern-Sachsen ELEKTROMOBILITÄT VERBINDET umfasst führende Vertreter aus Wirtschaft, Wissenschaft und öffentlicher
Hand. Ziel ist es, mit ca. 60 Projekten und über 100 Projektpartnern,
gemeinsam wirtschaftlich tragfähige Geschäftsmodelle für die Elektromobilität zu entwickeln und zu etablieren. Dabei wird das Schaufenster
mit über 40 Millionen Euro von der Bundesregierung sowie mit jeweils
15 Millionen Euro von den Freistaaten Bayern und Sachsen gefördert.
Einen großen Anteil an den insgesamt ungefähr 150 Millionen Euro Gesamtvolumen leistet die Industrie.

Mobilitätskonzept für unterschiedliche Nutzergruppen an den Themenkomplexen Elektrofahrzeug, Energiesystem und Verkehrssystem ausgerichtet. Thematische Schwerpunkte sind:
1. Langstreckenmobilität – DC Schnellladung
2. Urbane Mobilität – Mobilitäts- und Ladekonzepte
3. Ländliche Mobilität – Intermodalität und Mobilitätsbedürfnisse
4. Internationale Verbindungen –
Zusammenarbeit mit Österreich und Kanada, Provinz Québec
5. Aus-/ Weiterbildung – schulisch, gewerblich und akademisch

Das Schaufenster ELEKTROMOBILITÄT VERBINDET, das am 22.10.2012 im
Rahmen der „new mobility“ in Leipzig eröffnet wurde, ist mit seinem ganzheitlichen Ansatz von Elektromobilität als nachhaltiges und zukunftsfähiges

Die Bayern Innovativ GmbH und die Sächsische Energieagentur – SAENA GmbH übernehmen gemeinsam als Projektleitstelle die Koordination des Schaufensters.

www.emo-berlin.de

Schaufenster Berlin-Brandenburg: Vernetzung entscheidend
Berlin-Brandenburg ist europäische Leitmetropole für Elektromobilität.
In der Hauptstadt sind heute knapp 1000 Elektrofahrzeuge unterwegs,
Spitzenwert in Deutschland. 2012 startete hier das bundesweit erste rein

elektrische Carsharing-Angebot. Auch andere Anbieter haben ihre Flotten um E-Fahrzeuge erweitert oder werden sie noch erweitern. Mit 200
Lademöglichkeiten hat Berlin zudem die bundesweit größte öffentliche
Ladeinfrastruktur. Ein Ausbau auf 1600 Ladepunkte bis 2015 ist durch eine
EU-weite Ausschreibung des Landes Berlin angestoßen.
Das Thema „Vernetzung“ wird im Internationalen Schaufenster Elektromobilität eine wichtige Rolle spielen. Verkehrsangebote wie ÖPNV oder
Carsharing sollen optimal miteinander vernetzt und mit einem intelligenten Stromnetz verbunden werden, das vor allem aus Brandenburger Windkraftanlagen versorgt wird.
Über 70 Projekte werden die Elektromobilität für Bürger und Besucher
erlebbar machen. So werden E-Fahrzeuge im Lieferverkehr und bei der
Müllentsorgung eingesetzt. Pendler wollen wir mit einem Pedelec-Korridor
zum Umstieg motivieren. Dazu wird eine batterieelektrische Buslinie durch
die Berliner City fahren und an den Endhaltestellen induktiv aufgeladen.
Am 11. März 2013 fand im Berliner Rathaus die Hauptstadtkonferenz Elektromobilität statt. Hier erläuterten Persönlichkeiten aus Politik, Wirtschaft
und Wissenschaft, unter ihnen Berlins Regierender Bürgermeister Klaus
Wowereit und VDA-Präsident Matthias Wissmann, die zentrale Bedeutung
der Elektromobilität für die Hauptstadtregion und die Energiewende.

-Mail

01/2013

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Schaufenster

www.metropolregion.de

Unsere Pferdestärken werden elektrisch –
E-Mobilität in Niedersachsen
Führende Unternehmen und renommierte wissenschaftliche Einrichtungen zeichnen die Metropolregion Hannover Braunschweig Göttingen Wolfsburg als Top-Standort der Mobilitätswirtschaft aus. Gemein-

sam mit der Volkswagen AG, Johnson Controls und der Continental
AG sowie rund 200 weiteren Partnern aus Wirtschaft, Kommunen,
Hochschulen und dem Land Niedersachsen wollen wir die Chancen
der eMobilität entlang der gesamten Wertschöpfungskette nutzen.
Als Schaufenster zeigen wir ein groß angelegtes Demonstrations- und
Pilotvorhaben, in dem die innovativsten Elemente der Elektromobilität
an der Schnittstelle von Energiesystem, Fahrzeug und Verkehrssystem
gebündelt und sichtbar gemacht werden. In den einzelnen Projekten
bringen wir möglichst viele elektrisch angetriebene Fahrzeuge auf die
Straßen, entwickeln neue intermodale Angebote und zukunftstaugliche Mobilitätskonzepte. Weitere Vorhaben sind der Aufbau einer
bedarfsgerechten Ladeinfrastruktur und die Steigerung der Produktion
erneuerbarer Energie für die Elektromobilität. Für besondere internationale Aufmerksamkeit sorgt die Deutsche Messe AG am Messeplatz
Hannover. Bei allen Aktivitäten zur Förderung der Elektromobilität will
die Metropolregion die wirtschaftlichen Effekte und insbesondere die
Auswirkungen auf den Arbeitsmarkt im Blick behalten. Ein Arbeitsplatz-Monitoring sowie breite Qualifizierungs- und Begleitforschungsaktivitäten runden das Bild des Schaufensters ab.

www.e-mobilbw.de

LivingLab BWe mobil: Nachhaltige Mobilität
in Baden-Württemberg
Das baden-württembergische Schaufenster Elektromobilität LivingLab
BWe mobil verfolgt einen systemischen Ansatz: In rund 40 einzelnen Projekten wird Elektromobilität vom E-Bike über das Elektroauto bis hin zu
Nutzfahrzeugen und Plug-In Hybridbussen erforscht. Dabei spielen neben
intermodalen Mobilitätsmodellen vor allem Flottenversuche, Projekte im
Bereich Energie, IKT und Infrastruktur, Wohnbau und Stadtplanung sowie
die Fahrzeugtechnologie eine wichtige Rolle. Projekte in den Bereichen
Kommunikation und Partizipation sowie Ausbildung und Qualifizierung
beziehen außerdem die Bürgerinnen und Bürger aktiv in den Technologiewandel ein. Der Projektverbund LivingLab BWe mobil, der in der Region
Stuttgart und der Stadt Karlsruhe umgesetzt wird, ermöglicht die Erprobung neuer Technologien im Alltag. Ziel ist es dabei intelligente, nachhaltige Mobilitäts- und Verkehrslösungen zu entwickeln und tragfähige
Geschäftsmodelle zu finden.
Bis 2015 erhält das LivingLab BWe mobil über 45 Millionen Euro Fördermittel von der Bundesregierung. Das Land Baden-Württemberg und die Regi-

on Stuttgart unterstützen das Vorhaben außerdem mit rund 15 Millionen
Euro. Das baden-württembergische Schaufenster Elektromobilität, an dem
sich über 100 Partner aus Wirtschaft, Wissenschaft und der öffentlichen
Hand beteiligen, wird von der Landesagentur für Elektromobilität und
Brennstoffzellentechnologie Baden-Württemberg (e-mobil BW GmbH)
und der Wirtschaftsförderung Region Stuttgart (WRS) koordiniert.

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produktion

www.ixetic.com

Mehr Reichweite für E-Fahrzeuge und
sichere Batteriekühlung
Das von ixetic entwickelte Heiz/Kühl-Modul für E-Fahrzeuge ermöglicht
höhere Reichweiten im Winter und eine allzeit sichere Batteriekühlung.
Das Wärmepumpenkonzept mit CO2 als Kältemittel lässt – im Gegensatz zu herkömmlichen Kältemitteln – hohe Vorlauftemperaturen auf
der Wärmesenkenseite bei gleichzeitig niedrigen Temperaturen der
Wärmequelle, also niedrigen Umgebungstemperaturen oder Komponententemperaturen, zu. Die Anlage arbeitet mit Kühlmittel und ist als
hermetisches System ausführbar. So ergibt sich eine autarke, wartungsfreie Thermomanagement-Einheit, die über übliche Schnittstellen für
Leistungselektronik, Datenkommunikation und Kühlwasser ins Fahrzeug eingebunden werden kann.
Das gesamte Thermo-Management eines Elektro-Fahrzeuges ist mit
dem System abzudecken. Ob Kühlung von Fahrzeugkomponenten wie
Elektromotoren, Lithium-Ionen Batterien oder Innenraumheizung und
-kühlung, das innovative Konzept von ixetic besticht durch das Herzstück, dem Heiz/Kühl-Modul, das mit dem umweltfreundlichen Kältemittel R744 betrieben wird. Der elektrisch angetriebene Kompressor
wiegt 10 Kilogramm und hat eine Leistungsaufnahme von 4,5 Kilowatt.
Während herkömmliche Heiztechnologien die Reichweite eines E- Fahrzeuges im Winter halbieren, liegt die verbleibende Reichweite mit dem
Heiz/Kühl-Modul im Stadtverkehr bei 85-90 %.

So einfach wie flexibel ist das Konzept der Schnittstelle an die üblichen
Fahrzeugkomponenten wie z.B. Heizer oder Kühler. Ohne große Änderung
an bestehenden Systemen kann das Heiz/Kühl-Modul im Elektro-Fahrzeug
integriert werden. Das Modul erhitzt oder kühlt je nach Bedarf das Wasser/
Glykol Gemisch im Fahrzeug. Die hohe Effizienz liefert der Kompressor: mit
einer Leistung bis zu 4, 5 Kilowatt, einem Temperaturbereich bis 160 Grad
Celsius und einem Druck bis 133 bar. Das Konzept ist modular aufgebaut,
je nach Bedarf bietet der Automobilzulieferer den Kompressor in verschiedenen Leistungsklassen an. Das R744 Wärmepumpen Konzept getrennt
von dem Klimakreislauf bedeutet höchste Sicherheit für den Fahrgastinnenraum bei kostengünstigem Einbau, da auf Gas-Sicherheitssensoren
verzichtet werden kann, da CO2 führende Bauteile nicht im Fahrgastraum
verbaut werden.
Bei der Suche nach einer geeigneten Alternative für das heute noch übliche
Kältemittel Tetrafluorethan (R134a) in Klimaanlagen favorisierte ixetic das
klimaneutrale Gas CO2 (R744) als Kältemittel, welches für den Wärmepumpenbetrieb ideal geeignet ist. CO2 ist weder giftig noch brennbar, es
besitzt kein Ozonabbaupotential, ist chemisch inaktiv und ausgesprochen
kostengünstig. Daher gibt es keine Notwendigkeit zur Rückgewinnung
oder Entsorgung. R744 erfüllt darüber hinaus die F-Gas Verordnung der
Europäischen Union und kann im Bereich bis – 25° Celsius eingesetzt werden, ohne das es zu Funktionsbeschränkungen der Wärmepumpe kommt.

-Mail

01/2013

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produktion

www.imk-engineering.de

GO-INNVELO – Innvelo lernt laufen
Die IMK engineering GmbH aus Chemnitz setzt auch auf Schwerpunkte neuer Technologien wie die Elektromobilität. Dabei bedienen sich die Ingenieure an den Entwicklungsprinzipien aus
über 20 Jahren Erfahrung im Engineering, der Entwicklung und
dem Prototypenbau für die Bergbau-, die Fahrzeugbau- und die
Maschinenbauindustrie und vereinen diese mit aktuellen und innovativen Konstruktionsmethoden.
Bereits seit 2009 erfolgt gemeinsam mit acht weiteren Projektpartnern innerhalb des BMBF-Vorhabens „Innovatives Fahrzeugkonzept für Ballungs-

zentren“ (Go-Innvelo) die Umsetzung eines Konzeptes für ein elektrisch
angetriebenes Leichtfahrzeug. Die Idee für den urbanen three-wheeler
folgt einer effizienten Modulstrategie, die es ermöglicht, bereits in der Fertigung einem von drei Anforderungsprofilen gerecht zu werden. Mit einer
unterschiedlichen Anordnung von immer gleichen Komponenten ist es dann
möglich, je ein Derivat kommerziell, sportlich oder als Lastenfahrzeug zu
nutzen und damit eine Vielzahl von städtischen Nutzergruppen anzusprechen. So ist man beispielsweise in der Lage, durch unterschiedliche Bestückung im Antriebsstrang hohe Geschwindigkeiten für die „Race“ Variante
oder ein hohes Antriebsmoment für ein Lastenfahrzeug („Work“) umzusetzen. Der auf einem Grundrahmen montierte Fahrzeugaufbau ist entweder
schnittig, praktisch oder mit Ladefläche als Kleintransporter nutzbar. Mit
dieser innovativen Strategie betrachten die Ingenieure die Aufgabe der Elektromobilität gesamtheitlich und nehmen trotzdem alle Anforderungen an
die urbane Mobilität auf. Es ist ihnen der Spagat zwischen dem elektrischen
Leichtfahrzeug und einem herkömmlichen Pkw-Konzept gelungen.

Go-Innvelo „Commercial“ – mit 120 Ah und 14 kW bis zu 100 km/h

www.german-e-cars.de

German E-Cars – Systemhaus Elektromobilität
Die German E-Cars GmbH ist ein Spezialist für Produkte und Dienstleistungen auf den Gebieten Mobilität und Energie.
Neben der Entwicklung und dem Vertrieb von inzwischen drei Elektrofahrzeugmodellen hat sich das nordhessische Unternehmen als
Anbieter von Teil- und Komplettlösungen in den Bereichen elektrische Antriebssysteme und Energiespeicher etabliert.
Dieses Angebot erstreckt sich über alle Wertschöpfungsebenen.
Dazu gehört die Bereitstellung von durch das Unternehmen entwickelten Systemen und Komponenten wie Wechselrichter oder
Vehicle-Control-Unit und die Implementierung dieser in bereits bestehende Systeme. Zudem werden individuell angepasste Komponenten entwickelt oder Kunden bei der Entwicklung, Implementierung und Erprobung eigener Systeme und Komponenten unterstützt.
Ergänzend zu diesen Produkten und Dienstleistungen im Bereich
der Antriebssysteme bereichert die German E-Cars GmbH ihr Leistungsportfolio durch Energiemanagementlösungen in den Bereichen
mobile und stationäre Speicher.
Seit der Gründung 2009 hat sich die German E-Cars GmbH durch ihr
breites Leistungsspektrum in den Bereichen Mobilität und Energie
als kompetenter Ansprechpartner etabliert und sich in zahlreichen
Projekten als zuverlässiger Entwicklungspartner bewiesen.

produktion

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www.kienle-spiess.com

Agieren statt Reagieren
Agieren statt Reagieren – das war von jeher der Hauptantrieb für
Kienle + Spiess. Umso aktueller ist er heute als Leitidee einer international erfolgreichen Unternehmensgruppe. Die Kienle + Spiess Gruppe bietet Kunden ein einzigartiges Portfolio an Produkten, technischen Lösungen und Services. In großer Vielfalt und über die gesamte
Wertschöpfungskette hinweg – vom Elektrostahl bis zum Druckgussrotor, von der Werkzeugkonstruktion bis zur fertigen Komponente.

ermöglichen einen hohen Fertigungsstoß und flexible Lieferzeiten. Unsere
Fertigungsqualität im Bereich Stanzen und Gießen – den Kernprozessen
zur Herstellung von Statoren und Rotoren – vertrauen Auftraggeber aus
unterschiedlichsten Branchen: Automotive, Lüfter, Windenergie, Weiße
Ware, Pumpen, Industriemotoren, Power Tools, Spindelantriebe, Traktionsmaschinen, Flurförderfahrzeuge, Rollladen, Personenbeförderung/Aufzüge, Generatoren

Zu unserem Angebotsspektrum zählen Segmentbleche für den Bau von
Windgeneratoren ebenso wie Elektrobleche für den Längsstator des
Transrapid oder Elektroblech-Pakete für die Herstellung von Ventilatoren,
Klimageräten, Pumpen, Elektrowerkzeugen, Industriemotoren und anderem mehr. Definierte Qualitätsstandards und Automatisierungsprozesse

Kienle + Spiess entwickelte außerdem ein eigenes Produktionsverfahren,
was als erste Innovation in diesem Sektor seit 25 Jahren bezeichnet werden
kann. Mit dem Fertigungssystem glulock® ist es Kienle + Spiess gelungen
Pakete preiswert und präzise, nahezu ohne Kontur herzustellen. Dies wirkt
sich vorallem in höheren Frequenzbereichen stark positiv auf den elektrischen Wirkungsgrad aus.
Mit der Erfahrung von über 75 Jahren im Bereich stanzen und gießen von Kernkomponenten für den Bau elektrischer Motoren
setzt Kienle + Spiess verstärkt auf hochwertige und streng
ausgewählte Elektroblechgüten und Dünnbleche mit einer
Materialstärke von 0,10mm.

glulock® – Eine Innovation im Produktions-Verfahren zur Herstellung
von Elektro-Blechpaketen

www.vdma.org

Wandel braucht Gestaltung
Neue Technologien und effiziente Produktion für die Elektromobilität
Elektromobilität ist und bleibt ein viel diskutiertes Thema. Denn zwischen den
allgemeinen Erwartungen und der Anwendungsrealität gibt es Differenzen,
die mit einfachen Lösungen nicht zu beantworten sind.
Vielmehr wird sich der Wandel der Mobilität, hin zum elektrischen Antrieb
und dessen Erfolg anhand von Gestaltungsfaktoren entscheiden – sprich technologischen Möglichkeiten und deren Produktion. Denn ohne eine effiziente
Herstellung kann die so genannte Mobilität von Morgen keinen Erfolg haben.
Vor diesem Hintergrund stehen die Automobilindustrie und der Maschinenbau als zwei Schlüsselindustrien vor einer großen Herausforderung aber auch
Chance. Denn es gilt die Zukunft der Mobilität in Deutschland zu produzieren.
Hier sind die weltbesten Maschinenbauer und Automobilfirmen und hier sollten auch die besten Wege für eine intelligente Produktion gefunden werden.
Das Know-how dazu ist zweifellos vorhanden, denn im deutschen Maschinen- und Anlagenbau sind elektrische Antriebe kein Novum und bewähren
sich im täglichen Einsatz in zahlreichen Anwendungsbereichen. Dies gilt der-

zeit für den Leichtbau und zunehmend für die Batterieproduktion.
Der VDMA hat mit seiner Initiative E-MOTIVE frühzeitig auf die veränderten
Bedingungen reagiert und gleich zwei Expertennetzwerke kombiniert: die beiden Forschungsvereinigungen Antriebstechnik (FVA) und Verbrennungskraftmaschinen (FVV). Darin arbeiten Auto-, Maschinenbauer und Elektrotechniker
bereits seit mehreren Jahrzehnten erfolgreich zusammen und wo immer es
sinnvoll ist, in Form der vorwettbewerblichen Gemeinschaftsforschung. Das
minimiert Risiken und Kosten und schafft gemeinsame Mehrwerte für die Gestaltung des Wandels in der Mobilität.
Im Rahmen der diesjährigen Hannover Messe und deren Leitmesse MobiliTec,
präsentiert sich der E-MOTIVE Gemeinschaftsstand in Halle 25. Dort zeigen
Unternehmen Produkte und Technologien der Elektromobilität, zudem werden aktuelle Trends im Anwenderforum MobiliTec diskutiert. Ideelle Träger
der MobiliTec sind VDMA und die FVA.

-Mail

01/2013

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produktion

www.wittenstein.de

Emotionen statt Emissionen auf dem KONGRESS.
WITTENSTEIN AG, Pionier im E-Motorrennsport präsentiert
E-WM-Racing Motorrad am 19. + 20.03. auf dem KONGRESS in Berlin.

Rennfeeling pur:
Rund 150 elektrische PS, Rundenrekorde und
H ö c h s t g e s c hw i n digkeiten jenseits der
250 km/h-Marke – das sind
Emotionen. Die dafür verantwortliche, rein elektrische Antriebstechnik im Racing-Motorrad
ist „emissionslos“.
Die WITTENSTEIN AG mit Sitz im baden-württembergischen Igersheim ist
seit vielen Jahren und in vielen Projekten für Automobil- und Fahrzeughersteller wie auch für universitäre Forschungseinrichtungen ein kompetenter Technologie- und Entwicklungspartner für e-mobile Antriebssysteme.
2012 stellte der Mechatronikkonzern seine Leistungsfähigkeit als Partner
des Münch Racing Team beim TTXGP (Time Trials Extreme Grand Prix,
USA), der E-Motorrad-WM unter Beweis. Ergebnis: Das Motorrad mit dem
WITTENSTEIN-E-Antrieb holte die Vize-Weltmeisterschaft.

WITTENSTEIN gilt im E-Motorrennsport als Pionier im Bereich der Antriebstechnik und ist mit dafür verantwortlich, dass rein elektrisch angetriebene Motorräder zu den konventionellen Super-Sport-Maschinen mit Verbrennungsmotoren aufgeschlossen haben – und sie in vielen Fällen sogar
überholen. „Um herauszufinden, was elektrische Antriebstechnik für die
E-Mobilität zu leisten vermag, ist der Motorrad-Rennsport ein ideales Terrain. Hier bewegen wir uns in einem Umfeld, in dem sich alles um höchste
Leistungsdichte, höchstes Drehmoment und kleinsten Bauraum dreht.“ so
Dr. Bernd Schimpf, Bereichsvorstand Mechatronik der WITTENSTEIN AG.
Wie WITTENSTEIN diese Anforderungen in die Praxis umsetzt, kann der
KONGRESS-Besucher am 19. + 20.03. im Berliner SpreePalais aus erster Hand
im Dialog mit den Experten der mechatronischen Antriebstechnik erfahren.

Produktion

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www.ewolf-car.com

E-Fahrzeuge effizient nutzen
Elektromobilität lohnt sich! Das gilt speziell im Bereich Nutzfahrzeuge
Durch das Wachstum der Weltbevölkerung wird es auch zu einem Anstieg
des Individual- und Wirtschaftsverkehrs in Ballungszentren kommen. Der
Verkehrsanstieg wird eine Steigerung der Abgas-, und Lärmbelastungen im
Innenstadtbereich zur Folge haben.
Elektrofahrzeuge können einen Beitrag zur Minderung dieser Belastungen
leisten. Es bleibt aber die Frage, welche Fahrzeuge und welche Anwendungsbereiche besonders geeignet sind, um eine größtmögliche Energieeffizienz
und Wirtschaftlichkeit zu realisieren?
Ein wesentlicher Nutzen von Elektrofahrzeugen resultiert aus der lokalen Emissionsfreiheit der Fahrzeuge. Dabei sind neben der Lärmreduktion vor allem
die mit dem Abgas von Verbrennungsfahrzeugen verbundenen Emissionen
bedeutend. Im Abgas finden sich heute selbst bei Fahrzeugen der Euro-5-Abgasnorm neben CO2 vor allem umweltschädliche Stickoxide, Feinstäube und
nicht verbrannte Kohlenwasserstoffe. Interessanterweise wird proportional
gesehen der Großteil der Kohlenstoffdioxid- und Stickstoffoxid-Emissionen
durch Wirtschaftsverkehr verursacht. Obwohl der Anteil der Nutzfahrzeuge
am Verkehrsaufkommen in der City lediglich ca. 20 % beträgt, sind sie Verursacher von ca. 50 % der Umweltbelastungen.
Die positive Wirkung von Elektrofahrzeugen im Hinblick auf die Vermeidung
von schädlichen Emissionen steht in direkter Verbindung mit der Gesamtjahresfahrleistung. Das heißt ein Elektrofahrzeug mit hoher Jahresfahrleistung
leistet einen größeren Beitrag zur Reinheit der Luft als ein Elektrofahrzeug mit
einer niedrigen Jahresfahrleistung. Natürlich nur unter der Prämisse, dass das
Elektrofahrzeug ein konventionelles Fahrzeug in einer bestimmten Anwendung substituiert und nicht zusätzlich zu diesem im Einsatz ist.

Ein weiterer positiver Aspekt ist die Effizienz der Fahrzeuge. Der Wirkungsgrad
des elektrischen Antriebs ist mit 80-90 % um den Faktor drei bis vier größer
als der eines Verbrennungsfahrzeugs. Zusätzlich sind Elektrofahrzeuge kaum
anfällig bei Start-Stopp-Intervallen oder im Teillastbereich. Es ergeben sich
also folgende Anwendungsbedingungen für einen ökologisch und ökonomisch optimierten Einsatzbereich eines Elektrofahrzeuges: Das Fahrzeug sollte möglichst eine hohe Jahresfahrleistung aufweisen. Ebenso sollte auch der
Kraftstoffverbrauch des zu substituierenden Fahrzeugs möglichst hoch sein.
Viele Start-Stopp-Vorgänge prädestinieren eine Anwendung ebenfalls für den
Einsatz von Elektrofahrzeugen. Und zu guter Letzt sollte das Einsatzprofil des
Fahrzeugs aufgrund der begrenzten Reichweite regional begrenzt sein.
Heute werden überwiegend Kleinwagen als Elektrofahrzeuge entwickelt
und der Öffentlichkeit präsentiert. Allerdings haben moderne Kleinwagen
mit Verbrennungsmotor grundsätzlich schon einen sehr geringen Kraftstoffverbrauch und CO2-Ausstoß, somit ist deren Potential zur Reduktion von
Emissionen bzw. Energieverbrauch in dieser Anwendung begrenzt. Größere
und schwerere Fahrzeuge, vor allem größere Dieselfahrzeuge haben hingegen erheblich größere Emissionen, insbesondere dann, wenn sie in urbanen
Ballungsgebieten im häufigen Start-Stopp-Betrieb unterwegs sind. Auch bei
Elektrofahrzeugen spielt das Fahrzeuggewicht eine große Rolle. Das gilt allerdings weniger für den Einsatz von Elektrofahrzeugen in der Innenstadt, da
die zur Beschleunigung notwendige Energie beim nächsten Stopp mit einer
Effizienz von bis zu 80 % zurückgewonnen werden kann. Durch die so genannte Rekuperation wird die kinetische Energie des Fahrzeugs beim Bremsen als elektrische Energie zurückgewonnen und in der Batterie gespeichert,
demnach ist die zur Beschleunigung notwendige Energie von untergeordneter
Bedeutung für den Gesamtenergieverbrauch des Fahrzeugs.
Den optimalen ökologischen und ökonomischen Nutzen realisieren Elektrofahrzeuge also, wenn Sie als Nutzfahrzeuge mit hoher
Jahresfahrleistung in urbanen Bereichen mit häufigen
Start-Stopp-Intervallen rund um einen fixen Ladepunkt eingesetzt werden.
Text: Fabian Krohn, e-Wolf GmbH, Frechen

-Mail

01/2013

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produktion

www.volkswagen.de

Der Volkswagen eT! bringt’s!
E-Mobilität im Stadtlieferverkehr.
Die Volkswagen Konzernforschung zeigt auf dem KONGRESS des Forum ElektroMobilität e.V.
den eT!, einen rein elektrisch angetriebenen Transporter.
Im Herzen Berlins, im SpreePalais am Dom, findet am 19. + 20.03. der
KONGRESS des Forum ElektroMobilität e. V. statt. Der ideale Präsentationsort
für das rein elektrische Zustellfahrzeug von Volkswagen.
Der eT! wurde speziell für den Stadtlieferverkehr entwickelt: „Als Transportspezialist avanciert eT! zum automobilen Baustein eines innovativen, zukunftsorien-

tierten Logistikkonzeptes, das sich dank seiner Radnabenelektromotoren nicht
nur emissionsfrei in den Innenstädten bewegt, sondern durch die geschickte
Anordnung des Radnabenantriebes maximale Bewegungs- und Wendefreiheit
erhält“ so Prof. Dr. Jürgen Leohold, Leiter der Volkswagen Konzernforschung.
Die automatischen Fahrfunktionen, die Doppelschiebetür und das durchdachte Innenraumkonzept erleichtern dem Zusteller seinen Arbeitsalltag. Mit einer
Gesamtlänge von 4,09 Metern bietet die „Elektro-Postkutsche“ 3,6 m³ Stauraum für jede Menge Pakete.
Auf dem Berliner KONGRESS wird der eT! seine zweigeteilte Schiebetür für
neugierige Blicke öffnen. Für Fragen zum Zustellfahrzeug stehen die Experten der Volkswagen Konzernforschung persönlich vor Ort zur Verfügung.

www.tum.de

eCARus- Studierende bauen ein Elektrofahrzeug
Die Bedeutung alternativer Fahrzeugantriebe steigt, und mit ihnen werden
Ingenieure mit einem fundierten Wissen über elektrische Fahrzeugantriebe
immer wichtiger. Um angehenden Ingenieuren die Möglichkeit zu geben
sowohl fachliches Wissen im Bereich Elektromobilität als auch Erfahrung in
Selbstorganisation, Teamwork und Projektverantwortung zu sammeln wurde
an der Fakultät für Elektrotechnik und Informationstechnik der Technischen
Universität München das Projekt eCARus ins Leben gerufen. Bei diesem bisher
aus Studienbeiträgen finanzierten Projekt organisieren sich die Studierenden
selbstständig in fünf Teams und haben so inzwischen zwei Fahrzeuge elektrifiziert. Die Projektverantwortung liegt dabei vollständig bei den studentischen
Teamleitern. Sie müssen die Aufgabenverteilung in ihren Teams, Meilensteine
und das Budget koordinieren. Darüber hinaus sind sie für die Kommunikation
zwischen den Teams zuständig und tragen dafür Sorge, dass das Wissen über
die Semester hinweg weitergegeben wird. Dass der Wissenstransfer funktioniert, zeigte sich unter anderem während dem Aufbau des zweiten Fahrzeugs.
Die teilnehmenden Studierenden profitieren bei allen technischen Herausforderungen von ihren unterschiedlichen Erfahrungen aus Ausbildung oder Hobbies. Hierdurch können die Studierenden sich gegenseitig in ihrer Weiterentwicklung unterstützen. Mitarbeiter des Fachgebiets Energiewandlungstechnik
(Prof. Herzog) und des Lehrstuhls Elektrische Energiespeichertechnik (Prof. Jos-

sen) greifen bei sicherheitsrelevanten Fragen ein und beraten die Studierenden
auf Anfrage. Neben allen genannten Punkten liegt es außerdem an den Studierenden, die Finanzierung des Projekts über die Mittel aus Studienbeiträge
hinaus zu sichern. So konnten die Studierenden unter anderem die Firmen
Freescale und dSpace als Sponsoren gewinnen.
Mit freundlicher Unterstützung von: Freescale, dSpace

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Produktion

www.iai-wr.de

FuE – Projekt Kettenloses Fahrrad – „X-PESA“
Im Rahmen einer Brain-Storming-Veranstaltung mit den späteren Projektpartnern wurde das Ziel formuliert, ein neuartiges Fahrrad, basierend auf Muskelkraft- und Elektroantrieb (mit Rekuperation der Energie) zu entwickeln,
bei dem die energetische Übertragung nicht mechanisch, wie bislang üblich,
sondern geschlossen elektrisch erfolgen soll. Der dazu notwendige FuE-Bedarf erstreckte sich auf die komplette Neuentwicklung eines Motor-/Generatorsystems mit erforderlicher Leistungselektronik, Regelungstechnik und
Sensorik durch das Institut für Automatisierung und Informatik Wernigerode
(IAI GmbH), eines Energiemanagementsystems und einer effizienten MenschMaschine-Schnittstelle durch die Hochschule Harz (Mikrocontroller-Appliationcenter) unter Verwendung eines optimierten Energiespeichersystems. Die
Koordinierung des Projektes, einschließlich der Entwicklung der erforderlichen
mechanischen Komponenten lag bei der MIFA AG Sangerhausen.
Mechanische Arbeiten wurden durch die Giggel Vorrichtungsbau GmbH Bösdorf ausgeführt, die organisatorische Unterstützung erfolgt durch das Institut
für Kompetenz in AutoMobilität – IKAM GmbH, Magdeburg.
Im Ergebnis dieses Projektes entstand ein „Fahrrad ohne Kette“ mit folgenden, speziell für die Zielapplikation entwickelten Komponenten:
	 • Generator, der direkt über ein Getriebe vom Pedaltrieb des
Fahrrades angetrieben wird
	 • a n die Hinterradnabe montierter Antriebsmotor
mit integriertem Getriebe
	 • L eistungselektronische Stellglieder für Motor und Generator
	 • Systemsteuerung mit Antriebsregelung, Sensorik und
Wirkungsgradoptimierung
	 • Energiemanagementsystem für Lastverteilung
und Speichermanagement
	 • E ffizientes, bedienerfreundliches Mensch-Maschine-Kommunikationssystem zur Steuerung des Gesamtsystems (Betriebsartenauswahl,
Definition des Unterstützungsgrades, etc.)
Im Gegensatz zu klassischen Pedelecs wird bei der vorliegenden Lösung das
systembedingte späte Anlaufen bzw. Nachlaufen des Antriebsmotors verhindert, zudem wird elektrisch ein Gegenmoment im Generator in der Weise erzeugt,
dass das Anfahren einem konventionellen

Fahrrad gleicht, damit fährt sich das kettenlose Fahrrad prinzipiell wie ein konventionelles Fahrrad mit Kette, aber leichter, wobei der Grad der Unterstützung
vom Fahrer stufenlos einstellbar ist. Die klassische mechanische Gangschaltung
und die Antriebskette entfällt.
Speziell das Design des Motor-/Generatorsystems erforderte innovative Lösungen in der Realisierung des magnetischen Systems. Hierbei war eine spezielle Lösung zur Optimierung des Antriebsmomentes und des Gesamtwirkungsgrades des Fahrrades zu entwickeln.
Das Mensch-Maschine-Interface kann wahlweise mit einem klassischen
Bedien- und Anzeigesystem oder mit einem Smart-Phone, das über eine
Bluetooth-Schnittstelle mit dem Steuergerät kommuniziert, betrieben werden. Über beide Systeme werden Auswahlelemente zur Bedienung angeboten, zudem werden Statusinformationen über Geschwindigkeit, AkkuLadezustand, etc. gegeben.
Das neuentwickelte, mit Muskelkraft betriebene und durch einen Elektromotor unterstützte „Fahrrad ohne Kette“ stellt ein Spitzenprodukt dar, das auch
auf dem internationalen Markt konkurrenzlos ist. Spezielle Features, wie die
rein elektrische Drehmomentübertragung, die elektronische automatische
Schaltung und die Reichweitenoptimierung sind wesentliche Alleinstellungsmerkmale dieser Neuentwicklung.
Die MIFA AG plant die Markteinführung und Produktion des kettenlosen
Fahrrades für 2013/14. Nach dem vorliegenden Prototypen soll in 2013
eine Vorserie von ca. 10 Einheiten produziert werden, um die fertigungstechnischen Rahmenbedingungen zu ermitteln und die Werbung/Vermarktung voran zu treiben.
Die IAI GmbH entwickelt seit mehreren Jahren u.a. hochdynamische Aktuatoren, incl. der erforderlichen Steuerungs-, Reglungstechnik und Leistungselektronik für diverse Anwendungsgebiete, beispielsweise für eine vollvariable
Ventilsteuerung für Verbrennungsmotore.

-Mail

01/2013

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Produktion

Der Forum ElektroMobilität e.V. begrüßt sein
neues Mitglied Solperis GmbH
Die Solperis GmbH ist ein Bauunternehmen mit derzeit 35 Mitarbeitern
und wurde im Jahr 2010 gegründet. Hauptaufgabenfelder der Firma sind
unter anderem der autark enegetische Neubau/Sanierung von Wohn- ,
Verwaltungs- und Industriegebäuden. Ihren Sitz hat die Solperis GmbH in
Stadtilm. Ein weiteres Tätigkeitsfeld ist die Entwicklung von Ladepunkten
(Carports und bikeport) für den Markt der Elektromobilität. Die Solperis
GmbH ist unter anderem Technologiepartner der Belectric, dem Weltmarktführer in der Entwicklung und im Bau von Freiflächen- Solarkraftwerken und Photovoltaik-Dachanlagen.
2012 entwickelte Solperis GmbH gemeinsam mit BELECTRIC das erste schlüsselfertige Carport-System mit Lademöglichkeit für Elektrofahrzeuge am Verwaltung- und Schulungszentrum des SIESM bei La Rochette, Frankreich. SIESM
wurde von 212 französischen Kommunen gegründet, die sich zum Ziel gesetzt
haben die Erneuerbaren Energien in Frankreich zu fördern und zu realisieren.
Das Carport-Ladebox-System besteht aus einer stützenfreien Stahlträgerkonstruktion, die ein Barriere freies Ein- und Ausparken ermöglicht.
Das Dach des Carports ist mit einer 4, 9 kWp Photovoltaikanlage bestückt und besitzt eine bedruckbare Plane für die kundenspezifische
Gestaltung. Entwickler der Konstruktion ist die Solperis GmbH, ein
Technologiepartner des Weltmarktführers in der Entwicklung und im

Bau von Freiflächen-Solarkraftwerken und Photovoltaik-Dachanlagen
(EPC), BELECTRIC. Integraler Bestandteil des Carports ist die BELECTRIC
Ladebox. Damit können zwei Elektrofahrzeuge gleichzeitig mit Sonnenstrom geladen werden. Das modulare und flexible Design der BELECTRIC Ladebox ermöglicht viele Formen der Koppelung von Photovoltaik
und Elektromobilität. Dazu wurde ein Ladesystem zur Verknüpfung
eines regenerativ gespeisten Stromnetzes mit Elektromobilität entwickelt. Das lokale Lastmanagement (LLM) stimmt die Ladezeiten der
Elektrofahrzeuge mit der Stromerzeugung ab.

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Produktion

www.schunk.com

Automatisierung macht Elektromobilität wirtschaftlich
und sicher – zum Beispiel bei der Batteriemontage
Im Februar 2013 ist der Startschuss für das Verbundprojekt „AutoSpEM“ gefallen. Führende Unternehmen aus der
Automatisierungstechnik, der Greiftechnik sowie dem Anlagenbau haben sich zum Ziel gesetzt, mithilfe neuartiger Handhabungstechnologien und Automatisierungslösungen die Herstellkosten von Speicherbatterien für die
Elektromobilität zu senken. Zugleich sollen die Lösungen dazu dienen, bei der Batterieproduktion die Sicherheit für
Mensch, Umwelt und Anlagen zu erhöhen. Die Projektleitung liegt beim Kompetenzführer für Spanntechnik und
Greifsysteme SCHUNK aus Lauffen am Neckar.

Mechatronische Greifer, wie der EGA von SCHUNK,
ermöglichen eine hohe Maß an Flexibilität. Mit
leistungsfähiger Sensorik kombiniert können sie
im Produktionsprozess von Batteriespeichern eine
wichtige Hilfe sein.

Batteriespeicher gelten im Bereich der Elektromobilität als ein wesentlicher Kosten- und letztlich auch Erfolgsfaktor.
Bis heute erfolgen einige Teilschritte der Batterieproduktion manuell. Genau hier setzt das Verbundprojekt an:
Im Rahmen des Projektes „Automatische Handhabung zur prozesssicheren und wirtschaftlichen Herstellung von
Speicherbatterien für die Elektromobilität“ – kurz AutoSpEM – werden neuartige Handhabungstechnologien und
Automatisierungslösungen für die Produktion von Batteriemodulen erarbeitet. Auf diese Weise soll ein wichtiger
Beitrag dazu geleistet werden, Deutschland am internationalen Markt als wettbewerbsfähigen Produktionsstandort für Batteriespeicher zu etablieren. Neben SCHUNK beteiligen sich ads-tec, Dürr, Festo und Teamtechnik an dem
Projekt. Die wissenschaftliche Begleitung des Vorhabens übernimmt das wbk Institut für Produktionstechnik des
Karlsruher Instituts für Technologie (KIT). Das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) fördert das
Projekt im Rahmen des Spitzenclusters „Elektromobilität Süd-West“ mit 1,5 Mio. € für die nächsten drei Jahre.

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www.iisb.fraunhofer.de/ elec t rom obilit y

Fr aunho F er - I n s t It u t Fü r I nt e gr Ie rt e sys t e me und B auelemen tetech n olog I e IIsB

Komplettlösungen für die Elektromobilität aus einer Hand
 Elektrische Antriebe, Leistungswandler, Batteriesysteme, Ladestationen
-Mail
01/2013
 Testzentrum
für
Elektrofahrzeuge
und
EMV


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batterietechnologie

www.now-gmbh.de

Elektromobilität mit Batterie und Brennstoffzellen
Eine nachhaltige und emissionsarme Energieversorgung erfordert langfristig die Abkehr von fossilen Brennstoffen. Das bedeutet, dass der Wasserstoff-, Brennstoffzellen- und Batterietechnologie künftig eine bedeutende
Rolle bei Fragen der Mobilität und Energieversorgung zukommen wird.
Durch die Möglichkeit auf erneuerbare Energien zurückzugreifen, sind
Wasserstoff und Strom langfristig die interessantesten Alternativen zu fossilen Kraftstoffen. Ergänzend zum Wasserstoff, der mitgeführt an Bord des
Fahrzeugs in der Brennstoffzelle zu Strom umgewandelt wird, stellt auch
die batteriebetriebene Elektromobilität eine Mobilitätsoption dar.

BMVBS den Aufbau von Elektromobilität in den Modellregionen Elektromobilität. Wesentlicher Baustein der Förderaktivitäten ist die Begleitforschung in Themenfeldern, in denen alle Projektpartner, quer über die
gemeinsamen Regionen, unter der Koordination von NOW und BMVBS,
zentralen Fragestellungen nachgehen. Die Themenfelder sind „Sicherheit“, „Infrastruktur“, „Flottenmanagement“, „Nutzerperspektive“, „Ordnungsrecht“, „Stadtentwicklung und Verkehrsplanung“ sowie „Innovative
Antriebe und Fahrzeuge“. Das Knowhow aus den Projekten der Modellregionen und der Begleitforschung in den Themenfeldern wird für den
elektromobilen Alltag aufgebaut und vor Ort angewendet.

Bereits 2006 haben Bund, Industrie und Wissenschaft dies erkannt und zur
Förderung der Technologien das Nationale Innovationsprogramm Wasserstoff- und Brennstoffzellentechnologie (NIP) initiiert. 2008 wurde die NOW
GmbH Nationale Organisation Wasserstoff- und Brennstoffzellentechnologie von der Bundesregierung, vertreten durch das Bundesministerium für
Verkehr, Bau und Stadtentwicklung (BMVBS), gegründet. Seit 2009 koordiniert NOW die Umsetzung der Modellregionen Elektromobilität des
BMVBS. Beide Programme dienen der Marktvorbereitung von alternativen
Antriebstechnologien und Effizienz- und Speichertechnologien für das
Energiesystem. Gefördert werden Forschungs- und Entwicklungsaktivitäten mit einem Schwerpunkt auf der Erprobung im Alltag.
Im Kontext der Fördermaßnahmen der Bundesregierung und in sinnvoller
Ergänzung der ausgerufenen Schaufenster Elektromobilität, verfolgt das

Dr. Klaus Bonhoff, Vorsitzender der NOW-Geschäftsführung

www.heraeus-materials-technology.de

Batteriezellen mit plattiertem Band effektiv verbinden
Eine Herausforderung der Elektromobilität ist die Speichertechnologie.
In solch einem Speichersystem werden beispielsweise Li-Ionen Batterien in Reihe geschaltet. Da die Anode aus Kupfer und die Kathode aus
Aluminium besteht, stellt die stoffschlüssige Verbindung an den beiden
Polen einerseits und die möglichst verlustfreie Stromübertragung zwischen den Polen andererseits eine große Herausforderung dar.
Eine Lösung für solch eine Verbindung ist ein walzplattiertes Halbzeug,
das als „Zellverbinder“, fungiert.
Die walzplattierten Bänder von Heraeus bestehen aus einem Kupferund einem Aluminium-Teil. Die Verbindung dieser beiden Metallteile
miteinander ist durch das Walzplattieren und anschließende Glühen so
ausgeführt, dass der Strom möglichst verlustfrei weitergeleitet wird.
Somit entsteht an den jeweiligen Plus- und Minus-Polen, zum Beispiel
durch Laserschweißen, eine stoffschlüssige Verbindung (Alu-Alu und
Kupfer-Kupfer) – die somit jeweils als Monometallsystem ausgeführt ist.
Die Stromübertragung von Pol zu Pol erfolgt dann möglichst verlustfrei
über das walzplattierte Band.

Speichertechnologie und Leistungselektronik
Neben der Batterietechnologie muss auch die Leistungselektronik in einem Elektro- oder Hybridfahrzeug entsprechend ausgeführt sein. Dazu
trägt Heraeus mit folgenden Materialien bei: Cu Bondrähten- und Bändchen, Sinter- und Diffusionslotpasten, Bondbaren Frames, Dickschicht
Metallisierungspasten sowie Substrate/Stanzteile mit funktionalen
Oberflächen sowie walzplattierte Bänder.

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Batterietechnologie

www.zsw-bw.de

ZSW: Angewandte Forschung für die Elektromobilität
Eine Brücke zwischen Wissenschaft und Wirtschaft schlagen – das ist die
Aufgabe des Zentrums für Sonnenenergie- und Wasserstoff-Forschung
Baden-Württemberg (ZSW). Mit der Inbetriebnahme einer kompletten
Zellfertigungsanlage im ZSW Labor für Batterietechnologie (eLaB) ist 2011
ein wichtiger Schritt in Richtung wettbewerbsfähiger deutscher Batterieund Zelltechnologie gelungen. Das Labor bietet Materialherstellern, Komponentenlieferanten, Maschinen- und Anlagenbauern, Zellenfertigern bis
hin zu Batterie-Systemherstellern die Möglichkeit, Fertigungsprozesse zu
entwickeln, ohne laufende Anlagen zu blockieren.

Vor kurzem hat das Institut einen Herstellungsprozess für Elektroden und Zellen aufgebaut und verschiedene Aktivmaterialgenerationen zu 18650-Zellen
gefertigt. Die Lebensdauer und Energiedichte dieser Standardzellen hat den
aktuellen Stand der Technik übertroffen. Das gilt sowohl für eine einzelne Zelle
im Labormaßstab als auch für Musterkleinserien.
Auch bei Brennstoffzellen ist das ZSW aktiv. Es betreibt eines der europaweit
größten Entwicklungsund Testzentren. 2012 stellte das Institut eine automobiltaugliche Stack-Plattform vor. Es kann Brennstoffzellen von 100 Watt bis
100 Kilowatt Leistung im 24 Stunden-Dauertest und seit letztem Sommer
auch nach der DIN EN 62282-2 prüfen – einzigartig in Deutschland.

Zellfertigung: Mischen von Elektroden-Slurrys (Pasten) für die Beschichtung
der Elektroden.

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01/2013

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Batterietechnologie

www.basf.com

BASF forciert die globale Entwicklung und
Produktion von Batteriematerialien
Die Visionen rund um Elektromobilität werden heute nach und nach Realität.
So nahm BASF im November 2012 eine Produktionsanlage für Batteriematerialien in Elyria/USA in Betrieb. Diese Anlage wird zum ersten Mal in der
Geschichte der BASF Kathodenmaterialien im kommerziellen Maßstab produzieren. Hergestellt werden Materialien der speziellen Verbindungsfamilie NCM
(Nickel, Kobalt, Mangan).

Schon heute macht die BASF über 15% ihres Umsatzes mit Produkten für
die Automobilindustrie. Batteriematerialien sollen schon in naher Zukunft ein
bedeutender Bestandteil dieses Angebots werden. Diese Position baut die
BASF mit ihrer Chemiekompetenz entschlossen aus und wird so, mit raschen
Schritten, zu einem global führenden Systemanbieter von Batteriematerialien.

In Ergänzung hat BASF ebenfalls eine Lizenz auf LFP (Lithium-Eisen-Phosphat)
Kathodenmaterialien erworben, die sich durch hohe Sicherheit und Temperaturbeständigkeit auszeichnen und somit eine ideale Ergänzung des Portfolios
darstellen. Auch LFP Materialien können im kommerziellen Maßstab bei BASF
hergestellt werden.
Da die empfindlichen Chemikalien für Elektrolytformulierungen nur schwer
zu transportieren sind und speziell auf Kunden zugeschnittene Lösungen vor
Ort entwickelt werden, hat die BASF mehrere Produktionsstätten, die Kunden
in Nordamerika, Europa und Asien beliefern können. Gestärkt durch die Akquisitionen des letzten Jahres kann die BASF auf ein großes Produktions- und
Entwicklungs-Know-how zurückgreifen und ist damit bereits heute einer der
global etablierten Elektrolythersteller.

Schon seit mehreren Jahren forscht die BASF daran, die Leistungsfähigkeit von Batterien durch verbesserte Batteriematerialien zu erhöhen.

www.uni-ulm.de

Universität Ulm: Energie der Zukunft mitgestalten
Die elektrochemische Energiespeicherung und -wandlung stellt einen zentralen Aspekt im Gesamtkonzept der Elektromobilität dar. In diesem Zusammenhang hat die Elektrochemie – die Basiswissenschaft der Batterie- und
Brennstoffzellentechnologie – eine Renaissance erfahren.
Als eine von wenigen Universitäten in Deutschland hat die Universität
Ulm die Elektrochemie in den vergangenen Jahren weitergeführt und
sogar verstärkt. Dies war ein wichtiger Grund für die Einrichtung des
Helmholtz-Instituts Ulm (HIU) für Elektrochemische Energiespeicherung.
Ergänzt wird die Expertise auf dem Ulmer Forschungscampus durch das
Zentrum für Sonnenenergie- und Wasserstoff-Forschung Baden-Württemberg (ZSW), dessen Aufgabe in Ulm die Vermittlung zwischen der
Grundlagenforschung und der anwendungsnahen Industrieforschung
bei Batterien und Brennstoffzellen ist.

Batterien. Ziel ist dabei einerseits, die Funktionsweise bestehender Batterientypen besser zu verstehen und damit zu einer Leistungssteigerung und
erhöhten Sicherheit beizutragen, andererseits neuartige Batteriekonzepte
zu entwickeln und zu testen, die höhere Leistungsdichten ermöglichen.
Abgerundet werden die Aktivitäten in der elektrochemischen Grundlagenforschung durch die von der Deutschen Forschungsgemeinschaft
geförderte Forschergruppe “Elementare Reaktionsschritte in der Elektrokatalyse”, die elektrochemische Elementarprozesse untersucht, wie sie in
Brennstoffzellen ablaufen.

Wissenschaftler der Universität Ulm, des HIU und des ZSW forschen gemeinsam an zentralen Fragestellungen der elektrochemischen Energiespeicherung. Dabei wird der Bogen gespannt von der Grundlagenforschung
bis zu Systembetrachtungen und Methoden zur in-situ Untersuchung von

Modellierung der Lithium-Diffusion auf
einer Silikat-Batterieelektrode.

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Energie & Ladeinfrastruktur

www.tuev-nord.de

Elektromobilität im TÜV NORD-Praxistest:

eSTATION und Testfahrzeuge sind
alltagstauglich und sicher
Seit weit über einem Jahr liefert sie Strom aus Sonnenenergie und gibt
sie an die angeschlossenen Elektrofahrzeuge weiter: Die eSTATION beim
TÜV NORD in Hannover, in der Elektrofahrzeuge kostenlos „aufgetankt“
werden können. Im Testbetrieb erwies sich die Station mit ihren neun Ladesäulen mit 23 Anschlüssen als absolut alltagstauglich und bereitete, obwohl sie bundesweit als erster Prototyp dieser Art gestartet war, keinerlei
Probleme im Alltagsbetrieb. Allein im ersten Jahr sind hier insgesamt fast
8000 kWh photovoltaisch erzeugt worden. Das bedeutet, dass mehr als 5
Tonnen CO2 eingespart werden konnten.
Aufgeladen wurden hier übrigens auch die Fahrzeuge der TÜV NORD-eigenen
Elektroflotte. Durch Überkapazitäten konnten sogar deren externen Aufladevorgänge rein rechnerisch noch zur Hälfte abgedeckt werden.

In der Flotte sind insgesamt 8 Fahrzeuge im rein elektrischen Testbetrieb unterwegs: Mercedes A-Klasse, Mitsubishi i-MiEV, Citroen C-Zero, VW e-Golf,
Renault Twizy sowie zwei S-Pedelecs und ein Pedelec. Mit diesen Fahrzeugen
wurden bisher über 60 000 km zurückgelegt, ohne dass es zu größeren Zwischenfällen gekommen wäre. Christian Förster vom TÜV NORD Institut für
Fahrzeugtechnik und Mobilität: „Dies sind In-Use Ergebnisse, die wir bei dieser
neuen Technik so positiv nicht erwartet hätten.“
Axel Richter, bei TÜV NORD zuständig für den Bereich der Elektromobilität: „Wir unterstützen das Ziel, möglichst schnell attraktive und sichere
Fahrzeuge in den Verkehr zu bringen. Die Erfahrungen mit der eSTATION und den Fahrzeugen werden unsere Ingenieure genau auswerten: Für
zuverlässige Batterien, eine verbesserte Reichweite, direkte Verfügbarkeit
und überdies übrigens auch für den verbraucherfreundlichen und sicheren
Umgang mit den Daten oder für die Weiterbildung in der Fachkunde für
Arbeiten an Hochvoltsystemen zum Beispiel.“
Christian Förster über die Zukunft der e-STATION: „Wir arbeiten momentan an
der Intelligenz der eSTATION. Das heißt: Wir versuchen neben einer noch besseren Ausnutzung regenerativer Energien, die bedarfsgerechte Energieverteilung
unter vertretbaren Kosten in Abhängigkeit des eigenen Niedervoltnetzes und
des öffentlichen Netzes zu optimieren. Gleichzeitig muss die Verfügbarkeit der
Elektrofahrzeuge und ihr Aktionsradius verbessert werden. Wir sind gespannt,
ob uns die Elektrofahrzeuge neuester Version dabei helfen können.“
www.e-mobility-inside.de

e-mobility Diagnostik
Fahrzeugsimulation – Ladesäulensimulation – Kommunikationstest
Sei es bei der Entwicklung von Elektroautos, Ladesäulen oder im Serviceeinsatz
vor Ort, tritt ein Ladefehler auf, so stellt sich die Frage: Liegt es am Elektroauto
oder an der Ladesäule und wer steht nun in der Serviceverantwortung? Die
Ursachen sind vielfältig und können meist schnell behoben werden. Der Kostentreiber ist jedoch die Suche nach dem Fehler!
Der notwendige, separate Einsatz von diversen Diagnoseinstrumenten zur
Identifikation der Fehlerquelle beim Fahrzeug oder bei der Ladesäule hat
folgende Schwächen:
	 • Aufwendige & separate Auswertungsmethoden
	 • Sehr hoher Zeitaufwand um alle notwendigen Parameter zu prüfen
	 • Hohes gerätespezifisches Fach- & Anwendungswissen sind notwendig
	 • Hohe Investitions- und Arbeitszeitkosten (mehrere Stunden)
	 • Für den Außeneinsatz ungeeignet

Die Produktreihe ME12-xx mit Typ II Steckern
der MZT GmbH bietet für jeden Anwendungsfall eine Lösung.
ME12-01	 Ladesäulen Diagnose
(Das Fahrzeug wird simuliert)
ME12-02	Inlinetester
(Kommunikationstest zwischen Fahrzeug & Ladesäule)
ME12-03	 eCar Diagnose (Die Ladesäule wird simuliert)
Entwickler und Servicetechniker können somit eine umfassende Diagnose aller wesentlichen Parameter mit jeweils nur einem Instrument durchführen. Die
kompakte und leichte Bauweise ist auf den Innen- und Außeneinsatz abgestimmt und ermöglicht eine einfache, intuitive Steuerung und Diagnose ohne
tieferes Spezialwissen in nur wenigen Minuten. Neben der Fehleranalyse ist
ebenso das gezielte Auslösen von Fehlern möglich.

-Mail

01/2013

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Energie & Ladeinfrastruktur

www.ubitricity.com

In einen Lichtmast integrierte Systemsteckdose (elektrisch nicht angeschlossen)

Laden an Laternen – ubitricity macht Ladeinfrastruktur
im öffentlichen Raum bezahlbar
Mobile Metering verlagert Stromzählung und Datenkommunikation aus der stationären Ladeinfrastruktur in ein intelligentes Ladekabel oder direkt ins Fahrzeug. Dadurch werden die Ladepunkte
auf technisch einfache Systemsteckdosen reduziert, die nahezu
unsichtbar in Lichtmasten integriert werden können. ubitricity Ladepunkte – in Lichtmasten oder anderswo – verursachen nahezu
keine laufenden Kosten und machen Ladeinfrastruktur bezahlbar
und wirtschaftlich.

den – maximale Konnektivität wird erreicht. Über das intelligente Ladekabel
kann der Ladevorgang eines E-Fahrzeugs mit entsprechenden Signalen gesteuert werden. Dadurch wird eine umfassende Integration der Fahrzeuge in
die Smart Grids der Zukunft und gezieltes Laden möglich, wenn der Wind
weht und die Sonne scheint. Ebenso kann hierdurch ein lokales Lastmanagement erfolgen, um eine Überlastung der Infrastruktur auszuschließen.

Mobile Metering: Intelligentes Ladekabel –
günstige Systemsteckdosen

Die Vorteile einer auf Mobile Metering basierenden Ladeinfrastruktur werden durch die Integration der Systemsteckdosen in Lichtmasten besonders
deutlich. Die Systemsteckdose von ubitricity hat so geringe Abmessungen,
dass sie zukünftig in die Mehrzahl aller Beleuchtungsmasten eingebaut
werden kann. Da sich der Stromzähler nicht im Ladepunkt, sondern im intelligenten Ladekabel befindet, kommt der Ladepunkt ohne Display und
Kommunikationsanbindung aus. Bei einer besonders einfachen Installationsvariante wird an einem Lichtmast die bestehende Mastklappe durch eine
Mastklappe mit bereits integrierter Systemsteckdose ausgetauscht (siehe
Foto). Die ubitricity-Ladepunkttechnik ist so konstruiert, dass sie leicht entnommen bzw. mit der Mastklappe heraus geklappt werden kann. Dadurch
bleibt die Wartung von Beleuchtungsmasten uneingeschränkt möglich.

Das intelligente Ladekabel bietet gemeinsam mit der Systemsteckdose von ubitricity die volle Funktionalität zum Laden und Abrechnen von
Ladevorgängen elektrischer Fahrzeuge. Grundlage der Mobile MeteringTechnologie ist mobile Zähl- und Kommunikationstechnik im intelligenten
Ladekabel oder direkt im Fahrzeug. Auf der Infrastrukturseite genügen
deshalb technisch schlanke und günstige Systemsteckdosen für die kein
Messstellenbetrieb und keine dauerhafte Online-Anbindung erforderlich
sind. Somit sinken Anschaffungs- und laufende Kosten ganz erheblich im
Vergleich zu anderen Lademöglichkeiten. Komfortables Nachladen wird
dadurch an deutlich mehr Stellplätzen bezahlbar.

Lichtmastintegrierte Systemsteckdose

Vorteile auch für den öffentlichen Raum
Smart Grid-Integration wird bezahlbar
Mit flächendeckend verfügbaren Systemsteckdosen und dem intelligenten
Ladekabel schafft ubitricity die Voraussetzungen für eine smarte Netzintegration von Elektrofahrzeugen – und das zu deutlich niedrigeren Kosten.
Elektrofahrzeuge können so nahezu überall während des Parkens an das
Stromnetz angeschlossen werden und sind damit kommunikativ eingebun-

Insbesondere im öffentlichen Raum ist die Integration von Ladepunkten in
Laternen eine attraktive und kostengünstige Lösung, um zahlreiche Lademöglichkeiten für Elektrofahrzeuge zu schaffen. Sowohl bei der Anschaffung als
auch beim Betrieb sind die Kosten deutlich niedriger als bei herkömmlichen
Ladesäulen. Die Veränderung des Stadtbildes wird minimiert und Anforderungen an zusätzliche Parkplätze für Elektrofahrzeuge sinken. Insgesamt kann mit
viel geringerem Aufwand und niedrigeren Investitionen eine größere Anzahl
von Ladepunkten im öffentlichen Raum geschaffen werden.

Vorteile der lichtmastintegrierten Systemsteckdose

Rahmenbedingungen

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www.dornier-consulting.com

Umdenken bei der individuellen Mobilität in Städten
Ein Beitrag für die lebenswertere Stadt
Vor kurzem hatte ich es eilig, in Berlin zu einem wichtigen Termin zu kommen.
Da die Verbindung mit öffentlichen Verkehrsmitteln nicht optimal war entschloss ich mich spontan, ein Fahrzeug eines Car Sharing Unternehmens zu
buchen. Als ich den Wagen startete, erfuhr ich ein Gefühl der Enttäuschung.
Dies lag nicht am Fahrverhalten sondern am Motorgeräusch. Nun muss ich sagen, dass ich im Themenfeld der Elektromobilität tätig bin und insofern wohl
instinktiv auf ein Elektrofahrzeug gehofft hatte. Warum eigentlich – nun weil
mir dies einfach ein besseres Gefühl beschert hätte, unter anderem auch, zumindest lokal etwas Gutes für die Umwelt getan zu haben.
Immer mehr Menschen leben in Städten und das bedeutet, dass sie damit
Zugang zu gut ausgebautem öffentlichem Personennahverkehr haben. Warum steigen dann nicht alle auf den ÖPNV um. Weil der Mensch nun mal
ein Individualist ist. Für viele Menschen sprechen persönliche Gründe gegen
eine Nutzung des ÖPNV und so manch einer sieht in seinem Fahrersitz so
etwas wie die Fortführung seiner Wohnzimmercouch. Aber es gibt ja auch
die Alternative, Car Sharing Fahrzeuge zu nutzen. Wenn man so will stellen
sie einen Mittelweg zwischen dem privaten PKW und dem ÖPNV dar, denn
sie ermöglichen Individualverkehr ohne eigenes Fahrzeug. Die allermeisten Car
Sharing Fahrzeuge sind aber klassische Verbrenner und entlasten damit die
Städte allenfalls in Bezug auf Parkplatznot. In verschiedensten Studien wurde
nachgewiesen, dass Car Sharing Fahrzeuge nahezu ausschließlich für kurze
Fahrtdistanzen eingesetzt werden. Dies wäre aber ideal für den Einsatz von
Elektrofahrzeugen. So könnten die Car Sharing Fahrzeuge noch zwei weitere dringend notwendige Erleichterungen für unsere Städte bringen, Luftverbesserung und Lärmminderung. Eine Steigerung der Dichte an Car Sharing
Fahrzeugen in der Stadt würde aufgrund der Einfachheit des Nutzungsprinzips
sicherlich noch wesentlich mehr Menschen für diese Art Individualmobilität

interessieren, sie sollte aber unbedingt durch den Einsatz von Elektrofahrzeugen realisiert werden. Dies würde nicht nur der Lebensqualität in der Stadt
zugutekommen, es hätte wohlmöglich auch einen positiven Effekt auf Preise
und Verfügbarkeit von Elektrofahrzeugen.
Neben dem Individualverkehr stellt der Lieferverkehr in Städten die zweite Quelle für hohes Verkehrsaufkommen dar. Auch hier lassen sich durch
Elektrifizierung des Antriebsstrangs signifikante Verbesserungen für die
Lebensqualität in der Stadt aber auch für den Verkehrsfluss an sich erzielen. Denn neben den schon oben bei den PKW beschriebenen Effekten,
kommt beim Lieferverkehr noch die Ausweitung und damit Entzerrung
der Lieferzeiten hinzu. Aufgrund der leisen Antriebe sind Lieferungen auch
nachts oder früh morgens ohne Beeinträchtigung der Anwohner möglich – vorausgesetzt die nervigen Piep-Geräusche beim Rangieren lassen
sich abschalten. Und wenn die Belieferungszeit für Betriebe und Geschäfte vor der Rush Hour des Berufsverkehrs liegt, resultiert hieraus eine signifikante Verringerung der Stauanfälligkeit innerstädtischer Straßen.
Elektromobilität bringt uns somit gute Ansätze um die Umwelt- und Verkehrsprobleme in unseren Städten lösen zu helfen. Die Dornier Consulting
GmbH unterstützt führende Energieversorger, Automobilbauer sowie politische Entscheider bei der Entwicklung zukunftsfähiger Lösungen für die Mobilität in unseren Städten. Wir verbinden dabei technologische Expertise in
Energie- und Automobilwirtschaft mit Strategie und Managementberatung.
Unsere Energie- und Mobilitätsexperten arbeiten verkehrsträgerübergreifend
und umsetzungsorientiert für den Kunden und bedienen die Schnittstelle zwischen Öffentlicher Hand und Industrie.
Text: Gunter Nissen, Seniorberater bei der Dornier Mangement Consulting

www.elektromobilitaet.din.de

E-Mobility – Normung fördert internationale
Zusammenarbeit
Internationale Normung ist für eine erfolgreiche sowie breite Marktdurchdringung der Elektromobilität von herausragender Bedeutung. Sie sorgt
für eine höhere Transparenz und Vergleichbarkeit der vielfältigen Angebote der Hersteller und Dienstleister, schafft Vertrauen in die Sicherheit und
Qualität der Produkte und trägt zur grenzüberschreitenden Kompatibilität
in diesem Bereich bei. Die Fortführung und Intensivierung der bereits etablierten Zusammenarbeit ist daher einer der Schwerpunkte der Geschäftsstelle Elektromobilität im DIN Deutsches Institut für Normung e. V.. Im
Fokus steht dabei die Kooperation mit China und den USA, aber auch mit
Japan und den Partnern in Europa.
So findet z. B. unter Einbeziehung der Fachexperten aktuell eine Analyse der amerikanischen Normungs-Roadmap Elektromobilität statt, um
einerseits die darin enthaltenen Erkenntnisse für die Weiterentwicklung

der deutschen Normungs-Roadmap zu berücksichtigen und andererseits
konkrete Themen aufzuspüren, die im Sinne der internationalen Harmonisierung einer stärkeren transatlantischen Abstimmung bedürfen. Im
Rahmen der Zusammenarbeit mit China wurde vereinbart, dass die unter
dem Schirm des Bundeswirtschaftsministeriums eingerichtete "DeutschChinesische Arbeitsgruppe zur Normung in der Elektromobilität" einen
„Working-Plan“ erarbeiten soll. Dieser wird anhand der Benennung konkreter Ziele und Meilensteine zu einer höheren Verbindlichkeit der Zusammenarbeit beitragen.
Gerne stehen Ihnen die Mitarbeiter der Geschäftsstelle (www.elektromobilitaet.din.de) für Fragen und Anregungen jeglicher Art zur Verfügung,
persönlich auch auf dem Kongress des Forum ElektroMobilität e. V. und
auf der kommenden Hannover Messe (Halle 2, Stand D53).

-Mail

01/2013

33

Rahmenbedingungen

www.cms-hs.com

Zugang zu Stromspeichern?
Links: In 2012 besuchten über 100
Teilnehmer die Kooperationsveranstaltung des Forum ElektroMobilität e.V. bei seinem Mitglied CMS
Hasche Sigle
Rechts: Dr. Rolf Hempel, Partner der
Sozietät CMS Hasche Sigle
und Experte für Energieregulierung

2050 sollen 80% des in Deutschland erzeugten Stroms aus erneuerbaren Energie stammen. Die Stromproduktion aus erneuerbaren Energien
lässt sich nicht am Nachfrageverhalten der Stromverbraucher ausrichten. Umgekehrt ist auch die Nachfrage kaum flexibel und lässt sich nicht
nach Wind und Wetter auszurichten. Daher hat die Frage der Speicherung von Strom an Bedeutung gewonnen.
Für die Stromspeicherung stehen mit Pumpspeicherwerken, Druckluftspeicherkraftwerken, „Power-to-Gas“-Anlagen, wiederaufladbaren
Batterien und schließlich Schwungmassenspeichern und Kondensatoren ganz unterschiedliche Technologien mit mehr oder weniger großem Wirkungsgrad zur Verfügung.
Stromspeicher haben bislang nur eine sehr rudimentäre Regelung im Energiewirtschaftsrecht erfahren: Betreiber von Stromspeichern haben einen
gesetzlichen Anspruch auf Anschluss an das Stromnetz. Sie sind unter bestimmten Voraussetzungen von den Entgelten für den Stromnetzzugang
und im Falle von Power-to-Gas-Anlagen von den Entgelten für den Gasnetzzugang befreit. Stromspeicher können von den Übertragungsnetzbetreibern
zu Maßnahmen zur Sicherung der Versorgungssicherheit herangezogen
werden. Eine besondere Regulierung, wie sie z.B. Strom- und Gasnetze seit
2005 unterliegen, wurde für Stromspeicher aber nicht eingeführt.
Das Instrument der Regulierung, also insbesondere die Einräumung eines
über die kartellrechtlichen Regelungen hinausgehenden Anspruchs auf
diskriminierungsfreien Zugang und die staatliche Entgeltfestlegung, wird
für natürliche Monopole gewählt. In solchen Fällen können die allgemeinen kartellrechtlichen Regelungen zur Gewährleistung von Wettbewerb

auf den nachgelagerten Märkten nicht ausreichend sein. Nach den momentanen Marktgegebenheiten liegt die Tätigkeit eines Stromspeicherbetreibers im „Kauf“ von Strom zur Einspeicherung und im anschließenden
„Verkauf“ von „ausgespeichertem“ Strom. Der Speicherbetreiber ist primär Anbieter auf dem Strommarkt. Denkbar ist, dass sich künftig – wie
bei Gasspeichern – ein Markt für Speicherleistungen entwickelt, auf dem
Stromerzeuger, z.B. aus erneuerbaren Energien, den von ihnen erzeugten
Strom bei einem Stromspeicherbetreiber einspeichern, um ihn zu einem
späteren Zeitpunkt auf dem Stromhandelsmarkt zu veräußern. Welche
Betrachtung man auch wählt: die Einführung einer Regulierung für Stromspeicher sollte unterbleiben. Sieht man die Tätigkeit des Stromspeicherbetreibers als eine auf dem das Bundesgebiet und Österreich umfassenden
Stromerstabsatzmarkt an, so hat ein Stromspeicherbetreiber in der Regel
keine marktbeherrschende Stellung inne. Nichts anderes ergibt sich, wenn
Stromspeicherbetreiber als Anbieter einer Speichermöglichkeit angesehen
werden. Wegen der bundesweit möglichen Stromdurchleitung wäre in
diesem Fall von einem bundesweiten Stromspeichermarkt auszugehen. Es
liegt dann kein natürliches Monopol und regelmäßig auch keine marktbeherrschende Stellung des einzelnen Speicherbetreibers vor. Wenn sich aber
noch nicht einmal bei Geltung des Kartellrechts Zugangsansprüche Dritter
ergeben würden, spricht dies sehr gegen die Einführung einer Regulierung.
Im Ergebnis sollte man es dem Wettbewerb überlassen, ob sich ein Markt
für Stromspeicherleistungen entwickelt.

Text: Dr. Rolf Hempel, Partner der Sozietät CMS Hasche Sigle
und Experte für Energieregulierung

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Rahmenbedingungen

www.ssb-ag.de

E-Mobilität als
Unternehmensstrategie
SSB seit bald 120 Jahren elektrisch unterwegs
Wenn die Stuttgarter Straßenbahnen AG (SSB) ihre rund 145-jährige
Geschichte Revue passieren lässt, so ist das Thema E-Mobilität seit bald
120 Jahren präsent, zunächst bei Straßenbahnen, aber seit vielen Jahren auch im Busverkehr. Was aber die Geschichte auf jeden Fall zeigt
ist, dass Stuttgarts Nahverkehrsbetrieb Innovation schon immer groß
geschrieben hat. Bei der Fahrzeugstrategie im Busbereich hat die SSB
den Grundsatz, Erfahrungen mit neuen Antriebskonzepten und -technologien zu sammeln. Immer wieder erprobt das Unternehmen in Zusammenarbeit mit Fahrzeugherstellern neue Technologien, investiert
aber auch selbst in innovative Fahrzeugtechnik.
Bei diesem Ziel, innovative Buskonzepte auf Buslinien einzusetzen, ist
das Unternehmen nun einen entscheidenden Schritt weiter. Im Dezember 2012 erhielt das Unternehmen vom Bundesverkehrsministerium

den Förderbescheid zum Einsatz von Brennstoffzellenbussen, im Januar
2013 erhielt die SSB den Förderbescheid für weiterentwickelte Hybridbusse zum Betrieb einer kompletten Hybridbuslinie in der Innenstadt.
Sowohl mit Brennstoffzellenbussen als auch mit Hybridbussen – aktuell
hat die SSB bereits fünf Diesel-Hybridgelenkbusse im Einsatz – hat die
SSB bereits gute Erfahrungen gemacht. Mit der Integration von Brennstoffzellenhybridbussen in den Liniendienst, also der Kombination von
Hybridtechnologie und Energie aus Wasserstoff will die SSB beispielsweise testen, wie sich das Betanken des Fahrzeuges im regulären Linieneinsatz – ohne zusätzliche Erstellung einer Tankstelleninfrastruktur
auf einem Betriebshof – realisieren lässt. Die öffentliche Wasserstofftankstelle befindet sich aktuell am Stuttgarter Flughafen. Generelles
Ziel ist, die Praxistauglichkeit der Brennstoffzellen-Antriebstechnologie
für Nahverkehrsbusse zu untersuchen und zu steigern.
Nur mit solchen Praxisversuchen lassen sich
Erfahrungswerte über die real mögliche
Ressourcenschonung erzeugen, um
– bei ganzheitlicher und nachhaltiger Betrachtung – Aussagen
treffen zu können, für welchen Einsatz welche Antriebe optimal geeignet sind.

-Mail

01/2013

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Rahmenbedingungen

www.tuev-sued.de

Der Druck steigt
Eine Milliarde Fahrzeuge auf unserem Planeten

Im letzten Dezember wurde eine bemerkenswerte Marke überschritten.
Der globale Fahrzeugbestand hat die Milliardenmarke überschritten. Mit
77 Millionen neu produzierten Fahrzeugen wurde auch ein neuer Produktionsrekord aufgestellt und das trotz verhaltener Entwicklungen in Europa.
Für das aktuelle Jahr wird ein Fahrzeugabsatz von 80 Millionen Neufahrzeugen angepeilt, der Nettoanstieg des Fahrzeugbestandes beträgt dann
über 30 Millionen Fahrzeuge. Noch Anfang der 70er Jahre entsprach der
weltweite Fahrzeugbestand damit genau einer heutigen Jahresproduktion.
Bei aller Freude über den wirtschaftlichen Erfolg, steigen die Nebenwirkungen in gleicher Geschwindigkeit. Die vielen Effizienzverbesserungen
der Fahrzeugindustrie – insbesondere in den letzten 10 Jahren – wurden
überkompensiert durch die stetig wachsende Flotte und haben das starke
Anwachsen teilweise sogar erst ermöglicht. So haben sich die Ölimporte
von China in den letzten 10 Jahren mehr als verdoppelt, von 4,8 Millionen
Barrel pro Tag auf heute über 11 Millionen Barrel pro Tag (Weltverbrauch
ca. 87 Millionen Barrel pro Tag. Etwas mildernd auf Ölpreis und Treibhausgasemissionen wirkt der momentane Verbrauchsrückgang in den USA
(er sank von 20 auf 16 Millionen Barrel pro Tag) und der Rückgang der
gefahrenen Kilometer in Europa. Trotzdem waren die Benzinpreise 2012
nominell so hoch wie nie zuvor. Bislang ist der Verbrauchsrückgang noch
kaum der Effizienzverbesserung der Fahrzeuge zuzuschreiben, insbesondere nicht in den USA. Damit ist er aber auch nur begrenzt nachhaltig.
Es ist also höchste Zeit die Effizienz im Transportsektor weiter zu erhöhen,
insbesondere wenn das Wachstum im Fahrzeugbestand sich weiter fortsetzt. Denn gleichzeitig denkt die Welt über eine Reduktion der globalen
Treibhausgasemissionen nach, Europa und Deutschland streben ein CO2Reduktionsziel von 80-90% bis 2050 an. Entsprechend streng sind somit
die EU-Direktiven zu den erlaubten CO2-Emissionen für Neufahrzeuge ab
2015 und 2020 formuliert. In der Flotte dürfen die Fahrzeuge eines Her-

stellers zunächst 130 g/km und später 95 g/km nicht mehr überschreiten.
Für 2025 ist noch kein Ziel formuliert, mit einer weiteren Absenkung ist
aber zu rechnen.
Das bedeutet – ob man momentan an den Erfolg des Elektroautos glaubt
oder nicht – der Antriebsstrang und das Gesamtfahrzeug müssen nochmal
deutlich effizienter werden und die Antriebsenergien müssen zunehmend
aus saubereren Quellen als Erdöl stammen. Der Elektroantrieb, sei es als
Hybrid (in all seinen Formen), als Batterieelektrisches Fahrzeug oder als
Brennstoffzellenfahrzeug bietet hierfür sehr gute Voraussetzungen. Mit
einem Tank-to-Wheel Wirkungsgrad von über 90% (Brennstoffzelle 55%)
ist der Elektroantrieb jedem Verbrennungsmotor haushoch überlegen, insbesondere, da er diesen Wirkungsgrad auch in beliebigem Teillastbetrieb
erreicht. Dominat wird dieser Vorteil natürlich bei der Verwendung von
erneuerbaren Energien wie Solar- oder Windstrom.
Bei TÜV SÜD haben wir diese Zusammenhänge bereits vor vielen Jahren
detailliert untersucht und uns entschieden global eine ganze Palette von
Produkten abgestimmt auf elektrische Antriebe zu entwickeln. Der globale
Ansatz ist uns dabei besonders wichtig, wir verwenden viel Energie darauf
unsere Expertise innerhalb unserer 600 Standorte weltweit zu verbreiten
und Erfahrungen auszutauschen. Natürlich geht es bei uns in erster Linie um das Thema Sicherheit, im Fahrzeug, in der Infrastruktur und am
Arbeitsplatz. Unsere Expertise hilft unseren Kunden bereits während der
Entwicklung, denn neue Technologien beinhalten auch neue Herausforderungen, sei es die Zulassung einer 700 bar Wasserstofftankstelle, die Feststellung der Crashsicherheit einer großen Antriebsbatterie für Elektrobusse
oder die Reichweitenerprobung eines elektrischen Zweirades. Was uns
elektrisiert ist die Faszination für den Elektroantrieb und die vielen neuen
Optionen der Mobilität!

Rahmenbedingungen

36

www.ipk.fraunhofer.de
IPK

NaNu – Leise Laster für die Nacht
Erstes Nutzfahrzeugprojekt startet im „Schaufenster Elektromobilität Berlin-Brandenburg“

Versuchsfahrzeug der Firma
Meyer&Meyer für
den rein elektrischen Lieferverkehr. (© BMVBS)

Nachtruhe sichern oder Verkehr in die Nachtstunden verlagern und
damit am Tag die Straßen entlasten? – der Konflikt ist vorgezeichnet. Eine Lösung können elektrisch angetriebene LKW sein, die sich
nahezu lautlos bewegen. Dies zu erproben und zu bewerten ist die
Aufgabe des Schaufensterprojekts „Nachtbelieferung mit elektrischen Nutzfahrzeugen – NaNu“, das durch die Initiative des Fraunhofer-Instituts für Produktionsanlagen und Konstruktionstechnik
IPK ins Leben gerufen wurde und mit Unterstützung der Bundesregierung in Berlin und Brandenburg umgesetzt wird.
Wenn die Kaufhäuser morgens öffnen, finden die Kunden aufgefüllte
Regale und Kleiderständer vor – die tägliche Hauptaufgabe der Logistikdienstleister ist vollbracht. Leider geschieht die Lieferung in der morgendlichen „Rush-Hour“. Die Firma Meyer&Meyer als Projektpartner will das
ändern: Sie beliefert täglich die Geschäfte der Berliner Innenstadt mit Textilwaren und will dies künftig in die Nachtstunden verlagern. Das entlastet
die Hauptverkehrszeiten und reduziert die Fahrzeiten bei der Belieferung

– Problem ist bloß der nächtliche Verkehrslärm. Im Schaufensterprojekt
werden daher rein elektrisch angetriebene LKW eingesetzt, deren Lärmemissionen lediglich von den Rollgeräuschen der Reifen kommen. Damit
die Fahrzeuge ihren Tourenplan im elektrischen Betrieb schaffen, ohne
ihre Nutzlast durch zu große und damit schwere Batterien aufzubrauchen,
entwickelt das Fraunhofer IPK ein Batteriewechselsystem für mittelschwere Nutzfahrzeuge, das den einfachen Wechsel der Antriebsbatterie nach
jeder Tour im Depot von Meyer&Meyer ermöglicht. Die erforderlichen Umbauten an den Versuchsfahrzeugen werden vom brandenburgischen LKWSpezialisten Hüffermann ausgeführt.
Das Projekt „Nachtbelieferung mit elektrischen Nutzfahrzeugen“ wird vom
Bundesministerium für Verkehr, Bau und Stadtentwicklung im Rahmen des
Förderprogramms „Schaufenster Elektromobilität“ gefördert und durch
das Fraunhofer IPK koordiniert. Es ist eines der Kernprojekte im „Internationalen Schaufenster Elektromobilität Berlin-Brandenburg“, das durch die
Berliner Agentur für Elektromobilität eMO koordiniert wird.

-Mail

01/2013

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Rahmenbedingungen

www.wti-frankfurt.de

Neue Wissensplattform
Damit sich Deutschland bis 2020 zum politisch gewünschten „Leitmarkt und Leitanbieter
für Elektromobilität“ entwickelt, braucht es breit gefächerte Wissensangebote – wie die
neue Wissensplattform Elektromobilität.

Den alten Menschheitswunsch nach müheloser Fortbewegung auf andere Räder zu stellen, bringt neue Herausforderungen mit sich: Automobil- und Energiewirtschaft, Zuliefer- und Handelsmärkte, Politik und
Finanzmärkte, Wissenschaft und Forschung müssen sich neu ausrichten.
Marktteilnehmer, die bisher kaum Berührungspunkte hatten, werden gemeinsam forschen und produzieren, einkaufen und vermarkten – und
sich gleichzeitig im globalen Wettbewerb gegenüberstehen.

Der Fokus der ökonomisch, ökologisch und politisch getriebenen Veränderungen, die unter dem Begriff Elektromobilität zusammengefasst werden, ist derzeit stark auf die technischen Herausforderungen gerichtet.
Um aber interdisziplinäres Zusammenarbeiten zu ermöglichen, müssen auf
branchenübergreifende Fragestellungen schnell und prägnant Antworten gegeben werden. Dafür eine qualitativ hochwertige Wissensplattform aufzubauen, zu pflegen und sie für breite Anwenderschichten nutzbar zu machen, ist
das Ziel des vom Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie geförderten Projekts „Wissmer“. Die webbasierte Wissensplattform Elektromobilität
stellt das vielschichtige Wissen aus derzeit über einer Million Veröffentlichungen zur Verfügung. Profiteure sind neben den Global Playern insbesondere
kleine und mittelständische Unternehmen (KMU), aber auch Mitarbeiter an
Hochschulen und anderen Forschungseinrichtungen.
Im Zentrum steht eine übergreifende Suchmöglichkeit in verschiedenen Datenquellen zur Elektromobilität. Diese wird im Projektverlauf um
Funktionen wie eine intelligente Suchwort-Vorschlagliste und dynamische Wortwolken ergänzt.
Neben den Bereichen Antriebstechnik (Brennstoffzelle, Batterie, Hybrid),
Energieversorgung (Smart Grid, Smart Metering) und Ladetechnologie finden sich beispielsweise auch Hinweise zur Werkstofftechnik im Hinblick
auf den Leichtbau. Denn gerade in diesem Bereich sind bedeutende Weiterentwicklungen und Innovationen für die Elektromobilität zu erwarten.
So hat eine McKinsey-Studie im Vorfeld der Detroit Motor Show den künftigen Materialmix analysiert. Dabei soll der Anteil von Leichtbaumaterialien, der derzeit in der Autoindustrie im Materialmix 29 Prozent beträgt, bis
2030 etwa auf zwei Drittel steigen.

Quelle: Datenbank TEMotive – WTI Frankfurt eG

Nicht nur auf genau fokussierte Fragestellungen findet man Antworten, sondern es lassen sich nützliche Trends aufzeigen, beispielsweise zu Lithium-Ionen-Batterien. Der Umfang an Veröffentlichungen zu diesem Thema stieg ab
2009 deutlich an. Dies ist zum einen auf das Wachstum im Mobilfunkbereich,
zum anderen auch auf die gestiegene Bedeutung der Elektromobilität zurückzuführen. Auf die Frage welche Länder die stärksten Aktivitäten in diesem
Bereich aufweisen, liegen die USA, China und Deutschland vorne. Die Fragestellung lässt sich schnell auf andere Bereiche adaptieren.

Rahmenbedingungen

38

www.ifam.fraunhofer.de

Elektromobilität –
Wissensvorsprung durch Weiterbildung
Unser Verständnis für Mobilität
wird sich mit Elektrofahrzeugen
in den kommenden Jahren von
Grund auf verändern. Der Startschuss ist gefallen: Neben viel versprechenden Ansätzen im Bereich
der Infrastruktur werden in der
Industrie zahlreiche neue Fahrzeugtechnologien und -konzepte
erprobt. Dieser Wandel setzt maßgeblich neue Qualifizierungen für
Fachkräfte voraus. Das Fraunhofer
IFAM hat den Handlungsbedarf
erkannt und bietet ab August
2013 ein Weiterbildungsseminar
»Fachkraft für Elektromobilität« in
Kooperation mit der TÜV Rheinland Akademie an.

unterschiedliche Elektrofahrzeuge im Straßenverkehr mit anschließender Analyse des Energieverbrauchs. Auf diese Weise wird Elektromobilität im wahrsten Sinne des Wortes erfahrbar.

Elektromobilität – praxisnah
vermitteln

Der fünftägige Kurs wird von ausgewiesenen Experten gelehrt und ist modular aufgebaut. Nach erfolgreich bestandener Prüfung erhalten die Teilnehmer
ein PersCert Zertifikat mit dem Titel »Zertifizierte Fachkraft für Elektromobilität«. Die Kursteilnehmer sind nach BGI/GUV-I 8686 qualifiziert und befugt,
selbstständig an Hochvolt-eigensicheren Fahrzeugen Arbeiten durchzuführen.

Die Teilnehmer erhalten in dem
Kurs »Fachkraft für Elektromobilität« eine Übersicht zu den wichtigsten Themenfeldern, dazu zählen
Normen und Sicherheit, Energie- und Speichertechnik, Antriebstechnik
und Fahrzeugkonzepte. Neben dem theoretischen Grundwissen vertiefen die Kursbesucher anhand praktischer Übungen an realen Bauteilen
ihr Know-how über die Funktionsweise der wichtigsten Fahrzeugkomponenten. So untersuchen die Teilnehmer beispielsweise das Lade- und
Entladeverhalten von Batterien und die Eigenschaften verschiedener
Elektroantriebe direkt am Motorenprüfstand. Gleichzeitig erproben sie

Zum anderen sind im Bereich Elektromobilität auch übergreifende Themenfelder relevant wie z. B. die kommunikative Vernetzung und Steuerung von Stromerzeugern, elektrischen Speichern und Verbrauchern –
und damit auch die Integration der Elektromobilität in gesamtheitliche
Energiekonzepte. Zusammenfassend lässt sich dabei feststellen, dass in
den verschiedenen Themen ein Weiterbildungsbedarf in der praxisnahen Vermittlung erforderlich ist.
Fachkraft für Elektromobilität
Das gemeinsame Weiterbildungsseminar richtet sich an Personen mit
einer technisch-gewerblichen Ausbildung aus der Zulieferindustrie, an
Fachkräfte aus der Produktion und Entwicklung sowie an Sachverständige und Gutachter.

Darüber hinaus werden optional weitere Kurse angeboten, die zum Beispiel
die systematische Fehlersuche an Elektrofahrzeugen behandeln oder die zukünftigen Mobilitätskonzepte unserer Gesellschaft beinhalten.
Weitere Informationen zum Weiterbildungsseminar »Fachkraft für Elektromobilität« sowie zur Anmeldung sind online unter www.ifam.fraunhofer.de/
fachkraft-emobility erhältlich.

Kontakt
Fraunhofer-Institut für Fertigungstechnik
und Angewandte Materialforschung IFAM
Wiener Straße 12
28359 Bremen
Dr.-Ing. Marcus Maiwald
Telefon + 49 421 2246-124
marcus.maiwald@ifam.fraunhofer.de

Schematische Darstellung eines Hybrid-Fahrzeugs (© iStockphoto).

-Mail

01/2013

Sie sind in bester Gesellschaft – Werden Sie Mitglied.

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Informationen zu Ihrer Mitgliedschaft unter: www.forum-elektromobilitaet.de

Mit freundlicher Unterstützung

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