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Full text: Rundbrief: Energetischer Umbau im Quartier Issue 7.2016

Ministerium für Infrastruktur
und Landesplanung
Ministerium für Infrastruktur
und Landesplanung

Rundbrief: Energetischer Umbau im Quartier

Nr. 4 | September 2015

Rundbrief:
Energetischer
Umbau
im Quartier
Rundbrief:
Energetischer
Umbau
im Quartier

7 | September
Nr. 3 Nr.
| Mai
2015 2016

Nach vier Jahren des energeti-

Erste Energieprojekte im

Der
energetische
Umbau im Quartier – eine wichtige
schen
Umbaus
im Leser,
Quartier ist es
Liebe Leserinnen
und
Stadt-Umland-Wettbewerb
Fünf Jahre
KfW-Programm
Zeit, ein erstes Zwischenfazit zu
Aufgabe
des
Ministeriums
für
Infrastruktur
ziehen.
stehenwirwir
Land
fünf
JahreWoKfW-Programm
„Energetische
am 22.04.2016
haben
unterim
großer
Reso“Energetische
Stadtsanierung“
waren
Anlass
für
einen
nanz unseren Workshop
zum erreicht?
Thema „Licht Als sogenannte Schnellläufer konntenStadtsanierung“
Brandenburg,
was wurde
branund
Landesplanung
bundesweiten
Kongress
am
im
Förderdschungel
–
Förderinstrumente
Aber auch: Was fehlt, was21.istund
zu 22. denburgische
Kommunen
im
Stadt-UmlandRückblick auf den Kongress am 21. und 22. Juni 2016 in Berlin
Juni
2016 in Berlin.Stadtsanierung“
In der Reflexion
der
der energetischen
durch-

tun, was wird gebraucht? Eine
Wettbewerb (SUW) bis zum 15. Juni 2015
bisherigen
wurde von
geführt. DasProgrammumsetzung
Interesse an der Veranstaltung
Gebäude zum Quartier“.
Mit dieserBis
Zielstelerste
Auswertung
derdass
bislang
Wettbewerbsbeitrag
einreichen.
zu
vielen
positiven
Erfahrungen
berichtet,
aber ihren„Vom
hat deutlich
gemacht,
der vorenergeDie
ersten brandenburgischen
Städte
mer
ist
technische
Lövor knapp stehenden
fünfund
Jahren
das
KfW-ProOLHJHQGHQ
¿QGHQ
6LH ha25 %lung
derstartete
zurüberschaubar
Verfügung
EU-Mittel
auch
der Weiterentwicklung
tische Möglichkeiten
Umbau.RQ]HSWH
im Quartier
die Brandenburgramm
432
„Energetische
Stadtsanierung“.
Das
ben
sich
vor
drei
Jahren
auf
den
Weg
gesungen
können
vergleichsweise
einfach
des
Programms
aufgezeigt.
Einhellig
ger den
Kommunen
bewegt,
es aber
auchbestänoch können in dieser ersten Tranche vergeben
in
Mittelseiten
dieses
RundBundesministerium
Umwelt,
Naturschutz,
macht,
Quartiere
energetisch
umzubauen.
umgesetzt werden.fürUnd:
Im Quartier
kann
tigt
dassund
der
quartiersbezogene
An- werden.
viel wurde,
BeratungsInformationsbedarf
briefs.
Zusätzlich
haben
wir alle
13gibt.
Bau
und
Reaktorsicherheit
hat
das
Jubiläum
zum
satz
der
richtige
Weg
für
den
energetischen
Diesist
gilt es,
insbesondere
auch
für die FörderZiel
Energie
im Gebäudebereich
eine zentrale Energieanlage eingerichtet
Kommunen
mit fertigen
QuartiersAnlass genommen und am 21.und 22. Juni 2016
Umbau
der
Städte
und
Kommunen
ist.
angebote,
die
sich
zum
Teil
überschneiden,
einzusparen
die21.Wärmeversorgung
werden,
dieMoskau
mehrere
mit Wärme
konzepten
fürund
September
Strategien
beinhalten
das Café
in Gebäude
Berlin eingeladen.
Der
Im
desden
siebten
Rundbriefes
ste- Die ineingereichten
zumMittelpunkt
Teil ergänzen
und
vielfach
miteinander
weitgehend
auf
erneuerbare
Energien
von
Bundesbauministerin
Dr.
Barbara
Hendricks
2015
zu
einem
Workshop
in
das
Maßnahmen
und
Projekte
aus
allen
drei
Thehen
positive sind.
Beispiele des energetischen
kombinierbar
umzustellen.
arbeitenSie
19verStäderöffnete Kongress
fokussierte Positionen
Ministerium
für Klimaschutzes.
Infrastruktur
und
menfeldern:
Infrastruktur/Umwelt,
Mobilität/und
Umbaus und Inzwischen
des
bisherige Erfahrungen mit dem KfW-Programm
teLandesplanung
an leichtes
dem das
Thema,
12
Quartierskonzepte
deutlichen
breite
Spektrum,
in
dem
Kein
Thema,
aber
die
für
die
jewei(MIL) eingeladen,
Energie sowie Wirtschaft/Tourismus. Im Thesowie Möglichkeiten der Weiterentwicklung. Dissich
Kommunen,
Wohnungsunternehmen,
liegen
schon
vor,über
11
weitere
sind
in Arbeit.
ligenmit
Programme
zuständigen
Beratungsum
ihnen
den erreichten
menfeld
Energie werden
z. B. Projekte
im Bekussionsrunden
mit Vertretern
aus Politik,
WisStadtwerke
oderhaben
auch eigene
privateKontaktstelle
Eigentümer
stellen wie
auch
unsere
Einige
Städte
sogenannte
Arbeitsstand,
über bereits
aufgetretene
reichsenschaft
Nah- und
Fernwärmenetze
und
Solarund
Praxis
offenbarten
unterschiedliche
mit
diesen
Themen
auseinandersetzen.
Sie
helfen Ihnen gerne weiter.
Die Kontaktdaten
Sanierungsmanager
ernannt,
die
Wahrnehmungen
zu den
AnwendungsmöglichProbleme
und
Hemmnisse
und dafür
thermie
angesprochen.
Beurteilt
werden die
ermöglichen
es, einige
aufzuzeider Beratungsstellen
undFaktoren
eine Zusammensorgen
sollen,
dass
der
energetische
Umkeiten
des
KfW-Programms.
Breiten
Konsens
über
diedie
gemeinsamen
gen,
die
Umsetzung
von
Projekten des
be- Wettbewerbsbeiträge u. a. nach der Qualität
fassung
dernächsten
wichtigsten
Ergebnisse
erfuhr
der
Appell
nach
baukultureller
bau
in
den
jeweiligen
Quartieren
umgefördern.
Der
Überblick
Workshops
Sie über
auf Erfolgsfaktoren
den folgenden der Strategie, der Nachvollziehbarkeit Vielfalt
Schritte
zu finden
beraten.
und
und einfacheren Mitmachmöglichkeiten, etwa in
setzt
wird.
auf
Seite
4
des
Rundbriefes
ist
sicher Realisierungsmöglichkeit
Seiten dieses Rundbriefs. Diedabei
Präsentatider
Maßnahmen
auf Mieterstrom. Es wurde betont, dass
noch
nicht
abschließend.
greifen
onenenergetische
der
Referenten
sind aufGerne
unserer
Web- und Bezug
Der
Umbau
im
Quarnach
der integrierenden
Wirkung dervor
die
Umsetzung
von Klimaschutzmaßnahmen
wir
auch Ihre Erfahrungen
auf,
um der ist
seitehier
verfügbar.
Der
energetische
Umbau
im
Quartier
tier
gehtweitere
nun Aspekte
bald auch
in die
sektoralen
bzw. Planungssicherheit
räumlichen Kooperation.
allem durch
und nicht durch
Übersicht
hinzuzufügen.
ein
wichtiger Die
Beitrag
zur Umsetzung
der das Verstärken von Anforderungen erreicht wird.
Förderung.
Schnellläufer
des
In den letzten Wochen sind die beiden
Energiestrategie
des
Landes.
EnergieVorstellung
energetischer
Quartiersinitiativen
Stadt-Umland-Wettbewerbs
haben
spätere
Förderung
der Energieprojekte
Hinweisen
möchte
ich
Sie
noch
auf
die Die Die
EFRE-Richtlinien
des
Landes
in Kraft
getrein
Litauen
und
Frankreich
gewährte
Blick
HI¿]LHQ]
LVW
GDEHL
HLQ
ZLFKWLJHV
7KHPD
nächsten
Veranstaltungen
zu unterschiedten: Die
NESUR-Richtlinie
des
MIL
und die wird auf Grundlage der Richtlinie zureinen
ihre
Beiträge
abgegeben,
demnachüber
den
Tellerrand.
Managementstrukturen,
wie
lichen
Themen
energetischen
GDV
KlX¿J
=XVDPPHQKDQJ
PLW GHU
RENplus-Richtlinie
des
MWE. DieUmbaus
beiden
nächst
wird LP
diedes
neue
Richtlinie
des
haltigen
Entwicklung von Stadt undwurden
Umlandhier
das
KfW-Sanierungsmanagement,
im
Quartier
im
Land
Brandenburg.
Aktuelle
Richtlinien spielen diskutiert
für die Umsetzung
Stromerzeugung
Derdes
UmMIL verfügbar sein.
Dannwird.
werden
(NESUR)
erfolgen,
die derzeit
noch
in der
als zentrale
Bausteine
für einen
erfolgreichen
Informationen
dazu finden Sie
in diesem
Stadt-Umland-Wettbewerbs
(SUW)
eine
bau
der
Wärmeversorgung
spielt
bislang
Umsetzungsprozess
herausgestellt.
auch
EU-Mittel
dazu
beitragen,
Landesregierung
abgestimmt
wird.
Im
TheRundbrief.
wichtige Rolle. Aktuelle Informationen dazu
eine
eher untergeordnete
Rolle, ist aber
die
Wärmewende
in
brandenburgimenfeld
Energie
sind
gegenwärtig
folgende
finden Sie in diesem Rundbrief.
ebenso
wichtig
für das
Gelingen
EnerIch wünsche
Ihnen
viel
Freude undder
Anreschen
Kommunen
voranzubringen.
Fördergegenstände vorgesehen:
Bundesbauinisterin
giewende.
Bei
dervielUnterzeichnung
gungen
bei der
Lektüre.
Ich wünsche
Ihnen
Freude und Anre-der
Dr. Barbara
Kathrin Schneider,
Ministerin für Infrastruktur
gungen
bei
der
Lektüre.
Kooperationsverträge
mit
den
vier
Städten
Mit freundlichen Grüßen
ƒ +RFKHI¿]LHQWH.UDIW:lUPH.RSSOXQJV
und Dr.(Foto: Die Hoffotografen)
Mit freundlichen Grüßen
undHendricks
Landesplanung
Eisenhüttenstadt,
Frankfurt (Oder), Witt- Anlagen
Ingrid Hengster,
Mit freundlichen Grüßen
stock/Dosse
und Wittenberge habe ich
ƒ Energiezentralen
Mitgliedzur
desWärmeerzeugung
deutlich gemacht, dass die Senkung der auf YHUVRUJW'LHVLVWLQGHU5HJHOHI¿]LHQWHU
Vorstandes
der KfW, Energien
Basis
erneuerbarer
CO2-Emissionen auch für die brandenburpreiswerter
und umweltschonender als
auf dem Kongress
ƒ (QHUJLHHI¿]LHQWH)HUQZlUPHXQG)HUQNlOWH
am 21.6.2016 Einzelhausanlagen zu
gischen Kommunen eine wichtige Aufgabe
gebäudebezogene
ƒ Pilotvorhaben zum Einsatz neuartiger
ist. Dabei spielen die Quartiere eine wich- Technologien
installieren.zur
EinErzeugung,
Beispiel istSpeicherung
der neue SpeiFrank
Segebade
tige
Rolle:
Auf
der
Quartiersebene
kennt
cher,
der
zukünftig
Gebäude
Frank
Segebade
und Nutzung von Wärme und Kältein Potsdam
Leiter
Referats 22 – Bautechnik,
Frankdes
Segebade
man
sich,
die
Zahl
der
Gebäudeeigentümit Wärme versorgen soll.
Leiter
des
Referats
22 – Bautechnik,
Energie,
Bauund Stadtkultur
Leiter des Referats 22 – Bautechnik,

Energie, BauEnergie,
Bau-und
undStadtkultur
Stadtkultur

In parallelen Foren wurden – angeregt durch

Der
Umbau
im Quartier
Inputsenergetische
von Fachexperten
– Ansätze
zur Finanzierung,
Aktivierung von Privateigentümern
ist
eine zur
Querschnittsaufgabe
der Stadtsowie zu VerflechtungenUm
der Quartiersebene
mit
entwicklungspolitik.
die Städte zu
der gesamtstädtischen und regionalen Ebene
unterstützen, führen wir seit drei Jahren
diskutiert. Eine prägende Aussage war, dass es
regelmäßig
Fachtagungen und
Workhinreichende Finanzierungsmodelle
für die
enershops
durch.
Fachbroschüren
runden
das
getische Stadtsanierung gibt, die Schwierigkeit
Beratungsangebot
für Zusammenführung
die Kommunen ab.
jedoch
in der kreativen
der
Akteure
und
Finanzierungsbausteine
liegt. könEbenNicht zuletzt durch diesen Rundbrief
so
der energetischen
nenwurde
Sie bilanziert,
sich überdass
dieZiele
aktuellen
EntwickStadtsanierung, wie die Reduzierung des CO2lungen in Brandenburg informieren.

Ausstoßes oder die Steigerung der Energieeffizienz oftmals noch zu abstrakt erscheinen. Für
NeuAktivierung
ist ab diesem
Jahr,
dass
wir auch
die
braucht es
daher
gut strukturierte
Kampagnen,
das Thema
etwa
Fördermittel die
gezielt
für denbürgernah,
Umbau der
über
Fragen des Wohnstandards,
aufziehen.
Als
Wärmeversorgung
in den Städten
und
weiterer Erfolgsfaktor wurde das Verschneiden
Gemeinden einsetzen können. Hierfür
mit bestehenden Stadtentwicklungsprozessen
stehen uns Mittel
aus dem für
Europäischen
herausgestellt,
um Synergien
das Quartier,
Fonds
für
regionale
Entwicklung
aber auch für die gesamte Kommune (EFRE)
oder Rezur Verfügung,
gion
zu gewinnen.die wir derzeit im Rahmen
Biomasseheizkraftwerke
– ein
wichtiger
Baustein
Ausblickend
wurde daher
noch
einmal der
Kerndes Stadt-Umland-Wettbewerbs
auslodergedanke
Wärmewende
des
KfW-Programms
432
betont:
Quarben. Ich würde mich freuen, wenn mögtiere nicht allein energieeffizient, sondern als
lichst viele
Kommunen
von der MöglichGefördert
werden
sollen insbesondere
Orte mit hoher
Lebensqualität
zu entwickeln.inte-

keit Gebrauch
machen,
in ihren jeweiligen
grierte
und komplexe
Maßnahmen
der enerWettbewerbsbeiträgen
auch
energiebeLarissa
Rensing,
Begleitforschung
getischen Sanierung von
städtischen
Quarenergetische Stadtsanierung
zogene
Projekte
vorzuschlagen.
Wir
tieren auf der Grundlage geeigneter wolKonlen die ambitioniertesten und innovativs]HSWH]XU9HUEHVVHUXQJGHU(QHUJLHHI¿]LHQ]
Vorhaben
fördern
und
undten
zum
Einsatz mit
von EU-Mitteln
erneuerbaren
Energien.
so
die
Wärmewende
vor
Ort
voranbringen.
Gebäudebezogene Einzelmaßnahmen werden nicht gefördert. Die Förderung von MobiZu Ihrer weiteren
Unterstützung
stehen
litätsprojekten
erfolgt nach
einer gesonderten
Ihnen
die
Kolleginnen
und
Kollegen
aus
Richtlinie.
meinem Haus sowie aus der Kontaktstelle
„Energetischerdes
Umbau
Quartier“
gerne
Abgabetermin
SUWimfür
alle Kommuzur
Verfügung.
nen, die sich nicht als Schnellläufer beteiligt haben, ist der 31. Oktober 2015.

Bildquelle: BMUB I Florian Gaertner



Rundbrief: Energetischer Umbau im Quartier

Erfolgsprojekte des energetischen Umbaus
und des Klimaschutzes
Netzlösung: Das energieautarke Dorf
Feldheim

Bildquelle: Neue-Energien-Forum Feldheim e.V.

Klimaverantwortung in Hohen
Neuendorf
„Machen Sie mit!“ Unter diesem Motto animiert Hohen Neuendorf seine Bürger zum Klimaschutz. Verschiedenste Aktionen in den Bereichen Mobilität,
Konsum, Haus und Wohnung oder Energiequellen
wurden ins Leben gerufen und stetig kommen neue
hinzu.
Ein Beispiel ist die Eisblockwette. Dazu wurden in
zwei unterschiedlich stark gedämmten Mini-Häuschen je 100 kg Eis gelagert. Über 7 Tage hat das
Eis der Sonne getrotzt. Die Bürgerinnen und Bürger
sollten schätzen, wieviel Eis nach Ablauf der Zeit
übrig bleibt. Die besten Schätzungen haben gewonnen: einen Besuch in der Eisdiele und die Broschüre zum Thema energetische Sanierung.
Die als Plus-Energie-Schule errichtete Grundschule

Der Ortsteil Feldheim der Stadt Treuenbrietzen
versorgt sich zu 100 Prozent mit Wärme und
Strom aus erneuerbaren Energiequellen. Das
Gesamtkonzept für die dezentrale regenerative
Energieversorgung wurde durch die Zusammenarbeit der Stadt Treuenbrietzen, den Anwohnern
des Ortsteils, der Agrargenossenschaft Fläming
e.G. und dem Projektentwickler Energiequelle
GmbH verwirklicht. Der Strom wird aus 42 Windkraftanlagen gewonnen. Im Jahr 2016 ist ein
Energiespeicher mit Lithium-Ionen Batterien, aktuell der größte Europas, in Betrieb gegangenen.
Durch die 10 MW Lithium-Ionen-Speicheranlage
kann Strom aus Windenergieanlagen genutzt
werden, um kurzzeitige Schwankungen im

Weiterführende Hinweise: http://nef-feldheim.info/

Niederheide findet weltweit Beachtung. Sie ist die
erste Schule in Deutschland mit Plus-Energie-Standard und verbindet eine Gebäudehülle mit Passivhausstandard mit einer nachhaltigen Energieerzeugung auf Basis von Holzpellets und Solarenergie
und einem innovativen Lüftungskonzept.
Aktionstage und Veranstaltungen an den Schulen
thematisieren Klimaschutz im Bereich Energie und
Mobilität. Im Verkehrsprojekt „Kleine Adler“ zeigen
Schülerinnen und Schüler, wie sich die Sicherheit
im Verkehr verbessern lässt. Für Anregungen und
Ideen der Bürger sowie für Beratungen gibt es ein
Bürgerbüro Klimaschutz.
Das Klimaschutzkonzept und der Klimaschutzmanager werden durch die Nationale Klimaschutzinitiative des Bundes gefördert.
Weiterführende Hinweise:
http://klimaschutz.hohen-neuendorf.de

Energetische Sanierung:
Integrationskita in Wittstock/Dosse

Bildquelle: Stadt Wittstock/Dosse

Übertragungsnetz von 50 Hertz auszugleichen
und somit perspektivisch die technisch bedingte
Mindesterzeugung der fossilen Großkraftwerke
erheblich zu reduzieren. Daneben produziert
eine Biogasanlage mit einem Blockheizkraftwerk
Wärme und Strom, eine Holzhackschnitzel-Heizung erzeugt zusätzliche Wärme in Spitzenzeiten. Die produzierte Wärme wird in ein eigens
errichtetes Fernwärmenetz eingespeist, an das
heute 31 Haushalte mit ca. 145 Bewohnern, zwei
kommunale Einrichtungen und neun Gewerbebetriebe angeschlossen sind. Als Nebenprodukt
der Energieerzeugung fällt Wirtschaftsdünger
an, der der Agrargenossenschaft zur Verfügung
steht. Ausgehend von den Erfolgen in Feldheim
hat die Stadt Treuenbrietzen 2015 ein kommunales Klimakonzept und ein energetisches Quartierskonzept für die Innenstadt beschlossen.

In der historischen Altstadt von Wittstock/Dosse wurde eine ehemalige Knaben- und Mädchenschule aus dem 19. Jahrhundert, die seit
20 Jahren leer stand, denkmalgerecht saniert
und zu einer modernen Kita für rd. 150 Kinder
umgebaut. Der Gebäudekomplex wurde durch
einen modernen Neubau ergänzt und die Einzelgebäude durch einen Verbinder aus Glas
zusammengefügt. Das Projekt steht als Beispiel
für die zukunftsfähige Sanierung eines Denkmals
– in energetischer Hinsicht sowie in Bezug auf
die Wirtschaftlichkeit und die Nutzungsmöglichkeiten. Die 3,3 Mio. Euro teure Sanierung des
Gebäudekomplexes wurde im Rahmen des Förderungsprogramms zur energetischen Erneue-

Bildquelle: Stadt Hohen Neuendorf

rung der sozialen Infrastruktur – ESI (Investitionspakt 2009) gefördert. Sie umfasste u. a. eine
Innendämmung, da eine Außenwanddämmung
aufgrund des Denkmalcharakters ausgeschlossen war, eine Lüftungsanlage mit Wärmerückgewinnung sowie eine Niedertemperaturheizung
als Flächenheizung in Fußboden- und Wandflächen und eine Holzpellet-Heizungsanlage.
Die zulässigen Grenzwerte nach der Energieeinsparverordnung EnEV 2007 werden beim
Jahres-Primärenergiebedarf um 67 Prozent und
der Transmissionswärmeverlust um 24 Prozent
unterschritten. Die Kita wurde im Jahr 2013 eröffnet. Im Jahr 2015 wurde das Projekt mit dem
Brandenburgischen Baukulturpreis ausgezeichnet.
Weiterführende Hinweise:
www.wittstock.de

Nr. 7 | September 2016

Energetischer Neubau: Sonnenhaus
in Strausberg

Bildquelle: WBG Strausberg

Denkmalgerechte Sanierung: Kloster­
straße 22 in Brandenburg a.d.H.
Das denkmalgeschütze Gebäude wurde um
1700 als Vorderhaus mit einem Anbau in der historischen Altstadt, heutiges Sanierungsgebiet,
erbaut. Das Vorderhaus steht als Einzeldenkmal
unter Denkmalschutz. Nach vielen Jahren des
Leerstandes hat ein privater Eigentümer das sich
in einem stark verwahrlosten Zustand befindliche
Gebäude übernommen und seit 2014 denkmalgerecht saniert. Die stadtbildprägenden Elemente
des Gebäudes wurden im Rahmen des Förderprogramms „Städtebaulicher Denkmalschutz“
gefördert. Im Zuge der Sanierung des Objektes
wurden folgende energetische Maßnahmen
umgesetzt: Innendämmung der Außenwand zur
Straßenseite, Wärmedämmung der Außenwand

Der im Jahr 2014 bezogene Neubau eines
Wohn- und Geschäftshauses der Wohnungsbaugenossenschaft Aufbau in Strausberg umfasst 17
Wohneinheiten und einen zweigeschossigen Bürotrakt für den Geschäftssitz der Wohnungsbaugenossenschaft. Er ist als KfW-Effizienzhaus 55
konzipiert und deckt über 50 Prozent seines
Wärmebedarfs (Heizung und Warmwasser)
über Solarwärme. Knapp 200 qm Kollektoren
sammeln die Wärme der Sonne und leiten sie in
zwei zentrale Pufferspeicher mit einem Volumen
von insgesamt 63 m3. Die Speicher sind jeweils
11 m hoch und haben mit Isolierung einen Durchmesser von 2,6 m. Wenn der Solarertrag nicht
ausreicht, wird mit einer Wasser/Wasser-Wärme-

Bildquelle: Stadtwerke Oranienburg

Weiterführende Informationen:
http://www.wbg-aufbau.de

zur Gartenseite, Wärmedämmung der obersten
Geschossdecke, Einbau einer Sammelheizung,
Dämmung der Bodenplatte gegen das Erdreich,
Einbau einer Belüftungsanlage mit Wärmegewinnung und Installation einer Solaranlage. Diese
Maßnahmen wurden über das Förderprogramm
der KfW, Programm 151 Energieeffizient Sanieren, realisiert.

Bildquelle: B.B.S.M.

Erneuerbare Energien: Dachflächenphotovoltaik in Oranienburg

Bildquelle: Stadt Oranienburg

pumpe, die als Energiequelle das Grundwasser
nutzt, effizient nachgeheizt. Das Gesamtkonzept
umfasst darüber hinaus eine hochwertige Wärmedämmung, 3-fach verglaste Fenster, eine
Lüftungsanlage mit Wärmerückgewinnung sowie
die Möglichkeit, Bürobereich und Veranstaltungsraum über das Grundwasser zu kühlen.
Mit dem Gebäude werden dauerhaft niedrige und
kalkulierbare Heizkosten ermöglicht, die von fossilen Energieträgern unabhängig sind. Erwartet
werden Heizkosten von unter 3 Euro pro qm und
Jahr.
Mit der denkmalgerechten energetischen Sanierung der Seehaus-Siedlung realisiert die
Wohnungsgenossenschaft Aufbau derzeit ein
weiteres anspruchsvolles Projekt.

Die Stadt und die Stadtwerke Oranienburg wollen das Potenzial für Dachflächensolaranlagen
auf öffentlichen Bauten ausschöpfen. Schon
seit Ende 2013 gibt es einen entsprechenden
Beschluss der Stadtverordnetenversammlung.
Pilotprojekt war eine Photovoltaikanlage auf der
Neddermeyer-Grundschule im Ortsteil Schmachtenhagen. Im Dezember 2014 wurde die Anlage
mit einer Leistung von ca. 26.000 kWh erzeugter
Strommenge pro Jahr eingeweiht. Sie soll bis zu
40 Prozent des Strombedarfs der Grundschule
und der benachbarten Gebäude Gutshaus, Hort,
Turnhalle und Feuerwehr decken. Die unterschiedlichen Nutzungszeiten und ein Pufferspeicher sorgen für einen effizienten Stromverbrauch

vor Ort. Nur ca. 7 Prozent Überschussstrom
werden ins Netz eingespeist. Das Beispiel zeigt,
dass auch in der solaren Stromerzeugung und
-nutzung ein grundstücksübergreifender Ansatz
sinnvoll sein kann. Grundlage ist die Kooperation
zwischen der Stadt und den Stadtwerken, die das
Projekt umgesetzt und den technischen Betrieb
übernommen haben. Die Stadt, die im Rahmen
eines Pachtvertrages den produzierten Strom
garantiert abnimmt, profitiert von einem stabilen
Strompreis. Für den nicht verbrauchten Strom
erhält die Stadt die Einspeisevergütung gemäß
EEG. Ähnliche Photovoltaikanlagen wurden im
April 2015 auf einer privaten Musikschule, im
Dezember 2015 auf dem Hort Pusteblume, auf
der Kita Zwergenhaus und auf dem Neubau der
Comenius-Grundschule im April 2016 realisiert.
Die weitere Standortsuche läuft bereits.





Rundbrief: Energetischer Umbau im Quartier

Nr. 7 | September 2016

Erfolgsfaktoren des energetischen Umbaus
Der vorliegende Rundbrief widmet sich guten Beispielen des energetischen Umbaus und macht
das breite Spektrum sichtbar, in dem Kommunen, Wohnungsunternehmen, Stadtwerke oder
auch private Eigentümer im Land Brandenburg
tätig werden. Dabei stehen die Beispiele für eine
große Zahl weiterer Projekte, die in den letzten
Jahren realisiert worden sind. Dennoch ist es in
vielen Kommunen ein steiniger Weg hin zu einem
nachhaltigen, energetischen Umbau im Quartier.
Da bleibt die Frage nach möglichen Faktoren für
den Erfolg. Aus den vorgestellten Beispielen lassen sich folgende Aspekte ableiten:
Oranienburg zeigt, dass die energetische Stadtsanierung und der Klimaschutz dort Chefsache
sind. Ein breiter Rückhalt durch den Bürgermeister und aus der Kommunalpolitik sowie klare
Ziele für den kommunalen Klimaschutz schaffen
die erforderliche Offenheit und Verbindlichkeit für
neue Wege im energetischen Umbau. Projekte
des energetischen Umbaus lassen sich in aller
Regel nur gemeinsam mit Partnern umsetzen.
Das energieautarke Dorf Feldheim macht vor, wie
frühzeitig engagierte Partner zusammengefunden haben. In Strausberg setzt eine Wohnungsbaugenossenschaft sowohl im Neubau wie auch

in der energetischen Sanierung Akzente. Aber
auch Projekte der Kommune – wie die Sanierung
der Kita in Wittstock/Dosse – können eine wichtige Vorbildrolle übernehmen und so Impulse für
Bestandssanierungen weiterer Eigentümerinnen
und Eigentümer setzen.
Die Sanierung des denkmalgeschützten Altbaus
in Brandenburg wäre nicht möglich gewesen
ohne die Nutzung von Förderangeboten. Um
für jede Maßnahme eine passende Förder- und
Finanzierungsstrategie zu finden, können Klimaschutz- oder Sanierungsmanager sehr hilfreich sein. Das Beispiel Hohen Neuendorf zeigt,
wie eine aktive Öffentlichkeitsarbeit hilft, die
Menschen vor Ort für die Ziele der energetischen
Sanierung und ein klimagerechtes Verbrauchsverhalten zu gewinnen.
Die Liste der Erfolgsfaktoren ist mit Sicherheit
nicht abschließend und braucht von Kommune
zu Kommune Anpassungen an spezifische Situationen. Gerne greifen wir auch Ihre Erfahrungen
auf, um der Übersicht weitere Aspekte hinzuzufügen.

Die aktuell vom BMUB herausgegebene
Broschüre „Energetische Stadtsanierung
in der Praxis II. Erste Ergebnisse der
Begleitforschung und gute Beispiele“
zeigt ebenfalls, was im energetischen
Stadtumbau möglich ist. Download der
Broschüre unter:
www.energetische-stadtsanierung.info

Ankündigung von Veranstaltungen
Am 22. September 2016 findet im MIL in
Potsdam ein
Fachaustausch- und Vernetzungstreffen der Sanierungs-, Energie- und Klimaschutzmanager im Land Brandenburg statt. Die Veranstaltung wird gemeinsam
getragen durch das MIL, das MLUL und die ZAB.
Energie- und Klimaschutzpolitik haben vor Ort in
den Kommunen große inhaltliche Schnittmengen,
wenn es um die Verbesserung der Energieeffizienz, die Verringerung des Energieverbrauchs
oder den vermehrten Einsatz erneuerbarer Energien geht. Daher sollen die Erfahrungen aus

der kommunalen Praxis zusammengeführt und
Raum für den Erfahrungsaustausch gegeben
werden. Angereichert wird die Veranstaltung
durch aktuelle Informationen aus dem Land
Brandenburg und der Bundesregierung.
In vielen brandenburger Kommunen im Umland von Berlin bestehen angesichts der dynamischen Entwicklung des Immobilienmarkts und
der Bevölkerungsprognosen für den Metropolenraum Berlin große Anpassungsbedarfe sowohl
im Neubau als auch im Bestand. Hier liegen viele
Chancen für eine zukunftsweisende, energe-

Brandenburger Kontaktstelle für den
energetischen Umbau im Quartier
Ihre Ansprechpartnerinnen:
Prof. Dr. Heike Liebmann
Franziska Bathmann
B.B.S.M. Brandenburgische Beratungsgesellschaft für
Stadtentwicklung und Modernisierung mbH
0331 - 289 970
kontaktstelle-energie@bbsm-brandenburg.de

Ministerium für Infrastruktur und Landesplanung des Landes Brandenburg
Kirsten Kleinheyer
Referat 22 - Bautechnik, Energie, Bau- und Stadtkultur

0331 - 866 8187
kirsten.kleinheyer@mil.brandenburg.de

tische Stadtentwicklung. Mit dem
Workshop „Energetischer Umbau in
wachsenden Städten und Quartieren“
am 4. November 2016 im Haus der Natur
in Potsdam sollen Möglichkeiten für eine innovative energetische Quartiersentwicklung sowie
Erfahrungen aus der Umsetzung vorgestellt und
diskutiert werden.
Weitere Informationen zu den Veranstaltungen
erhalten Sie über die Brandenburger Kontaktstelle für den energetischen Umbau im Quartier.

Impressum
Herausgeber:
Ministerium für Infrastruktur und Landesplanung des
Landes Brandenburg
Presse, Öffentlichkeitsarbeit
Henning-von-Tresckow-Str. 2-8, 14467 Potsdam
oeffentlichkeitsarbeit@mil.brandenburg.de
www.mil.brandenburg.de
Redaktion: B.B.S.M. mbH
Auflage: 300
        
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