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Full text: Voruntersuchung zum Bund Länder Programm Stadtumbau West - Schöneberg Südkreuz / Jahn, Susanne [Bearb.]

Voruntersuchung Stadtumbau West - Schöneberg Südkreuz

Impressum

Auftraggeberin Senatsverwaltung für Stadtentwicklung Referat I A / IV C Am Köllnischen Park 3 10713 Berlin in Zusammenarbeit mit dem Bezirksamt Tempelhof-Schöneberg von Berlin Amt für Planen, Genehmigen und Denkmalschutz

Auftragnehmer Jahn, Mack und Partner Motzstraße 60 10777 Berlin Bearbeitung Susanne Jahn Gerlinde Mack Rebecca Solfrian Nadine Zeiske

in Zusammenarbeit mit Lange und Grigoleit Kollwitzstraße 66 10435 Berlin

Dr. Guido Spars Immobilenforschung und -beratung Oderbergerstr. 21 10435 Berlin

Berlin, August 2005 redaktionelle Änderungen Januar 2006
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Voruntersuchung Stadtumbau West - Schöneberg Südkreuz

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Voruntersuchung Stadtumbau West - Schöneberg Südkreuz Zusammenfassung

Zusammenfassung
Zentrale Aufgabe für das Untersuchungsgebiet Schöneberg-Südkreuz ist die Standortentwicklung zentrumsnaher Gewerbeflächen mit neuem Profil im stadträumlichen Zusammenhang am Bahnhof Südkreuz. Der Bahnhof Südkreuz (Papestraße) ist ein starker Motor, der jedoch, um als solcher seine Wirkung im Gebiet entfalten zu können, besser an die Teilgebiete angeschlossen wird. Die einzelnen Teilgebiete mit Gewerbepotenzialen werden auch von Ortsunkundigen, vor allem von möglichen Investoren, wahrgenommen. Die sehr gute überörtliche Verkehrsinfrastruktur führt noch nicht in die Teilgebiete hinein, weshalb die innere Erschließung durch Straßen und Wege verbessert wird. Die geplante und imagebildende grüne Vernetzung durch Wege, Parks und öffentlichen Raum wird auf den Weg gebracht im Gleichschritt öffentlicher und privater Maßnahmen. Das Untersuchungsgebiet mit seinen Teilgebieten ist in Bewegung. Der schrittweise Umbau des Gebietes im Sinn der Stadt wird eine konzertierte Aktion aller Akteure. Die öffentliche Hand steuert. Bei der bisherigen Konzeptentwicklung in Zusammenarbeit mit den Akteuren (Eigentümer, Verwaltung, Nutzer) zeigt sich deutlich, dass eine Unterstützung durch förderfähige Maßnahmen und ein Management nötig ist. Die Eigentümer sind sehr motiviert, im Interesse der Vermarktung ihrer Flächen, die Attraktivität des Gebietes zu verbessern. Ihre Investitionen werden sie nur dann tätigen, wenn sie nicht die einzigen sind. Ein koordiniertes Vorgehen für das Gebietes ist dringend nötig. In den angrenzenden attraktiven Wohngebieten sehr unterschiedlichen Charakters finden sich ebenso wie in den Teilgebieten Akteure, die mit Ideen und Aktivitäten Maßnahmen, die auch ihnen selbst zu Gute kommen, unterstützen. Denkmale und kulturelle Einrichtungen werden in die Standortentwicklung einbezogen und bieten ergänzend zur gewerblichen und dienstleistenden Wirtschaft ein touristisches Entwicklungspotenzial. Die „Schöneberger Schleife“ wird als Rad- und Skateweg an vorhandene überörtliche Wege anschließen und den Standort an den Potsdamer Platz anbinden. Alle Wege (Bahn, Pkw, Fuß und Rad) führen vom Zentrum über das Südkreuz ins Umland und umgekehrt. Die Vorbereitenden Untersuchungen sehen 30 Maßnahmen vor, die sich über sieben Maßnahmenräume verteilen. In eine Rangfolge gebracht, liegt der Schwerpunkt bei elf Schlüsselprojekten für den Förderzeitraum „Stadtumbau West“. Zwölf sonstige Projekte können diese noch erweitern oder müssen eine andere Finanzierung finden. Sieben weitere Projekte laufen bereits oder sind komplett privat finanziert. Die Maßnahmeräume sind die räumlichen Teilgebiete Bahnhof Südkreuz, Gasag Gelände, Gebiet Naumannstraße, Kulturkaserne, Schöneberger Linse, die Wegeverbindungen (Schöneberger Schleife, Ost-West-Spange) und der öffentliche Raum mit einer Bündelung von Maßnahmen. Quer dazu liegen Kulturpunkte (z.B. Schwerbelastungskörper, Gasometer, Archivhallen Technikmuseum, Yorckbrücken, Sportflächen). Zu allen Maßnahmen gibt es das Management, das in Zusammenarbeit Aller die Standortprofilierung betreibt und den Prozess steuert. Konzeptionelles, Marketing und Projektumsetzung geht Hand in Hand In einem Förderzeitraum von 5 - 7 Jahren können im Gebiet pro Jahr 1 - 2 Mio. Euro Fördergelder aus „Stadtumbau West“ andere Mittel kofinanzieren (z.B. GA, Kultur- und Wirtschaftsförderung), Fördergelder bündeln sowie private Investitionen begleiten und anstoßen. Bei elf Schlüsselprojekten und sechs bereits laufenden bzw. privaten Projekten können mit 7 Mio. Euro Fördergeldern Investitionen von rund 148 Mio. Euro angeschoben werden.

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Voruntersuchung Stadtumbau West - Schöneberg Südkreuz Zusammenfassung

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Voruntersuchung Stadtumbau West - Schöneberg Südkreuz Inhaltsverzeichnis

Inhaltsverzeichnis
Zusammenfassung................................................................................................3 Einleitung ...............................................................................................................9 Voruntersuchungsgebiet Stadtumbau West Schöneberg Südkreuz .............11

1.

Analyse und Entwicklungsperspektiven.................................... 13

1.1. Stadt- und immobilienwirtschaftliche Aspekte der Gebietsentwicklung .....................................................................................15 1.1.1. 1.1.2. 1.1.3. 1.2. Gesamtstädtische Perspektive ........................................................15 Die wirtschaftliche Struktur des Untersuchungsgebietes ................18 Entwicklungsperspektiven ...............................................................19

Gewerbliche Flächen als Potenzial und ihre Eigentümer.....................21 1.2.1. 1.2.2. 1.2.3. Gewerbliche Potenzialflächen und ihre Nutzer................................21 Eigentümerstruktur ..........................................................................23 Entwicklungsperspektiven ...............................................................24

Eigentümerkarte ..................................................................................................25 1.3. Planungen für Potenzialflächen des Untersuchungsgebietes ............27 1.3.1. 1.3.2. 1.3.3. 1.4. Das Gebiet in den übergeordneten Planwerken..............................27 Bezirkliche Planungen für das Gebiet und seine Teilbereiche ........28 Entwicklungsperspektiven ...............................................................30

Verkehrliche Einbindung .........................................................................31 1.4.1. 1.4.2. 1.4.3. 1.4.4. Schienengebundener Nah- und Fernverkehr – Bahnhof Südkreuz 31 Straßen und Autobahn.....................................................................31 sonstige Wege .................................................................................32 Entwicklungsperspektiven ...............................................................33

1.5.

Grün und öffentlicher Raum....................................................................34 1.5.1. 1.5.2. 1.5.3. 1.5.4. Das Untersuchungsgebiet in der gesamtstädtischen Perspektive ..34 Das Untersuchungsgebiet in der bezirklichen Perspektive .............35 Die Grünstruktur und öffentlicher Raum des Untersuchungsgebiets .............................................................................................36 Entwicklungsperspektiven ...............................................................37

1.6.

Soziale und kulturelle Infrastruktur ........................................................38 1.6.1. 1.6.2. 1.6.3. 1.6.4. Geschichte des Ortes – Denkmale und Ausstellungen ...................38 Schulen und Sport ...........................................................................39 Kirchen und sonstige gemeindliche Einrichtungen..........................39 Entwicklungsperspektiven ...............................................................40

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Voruntersuchung Stadtumbau West - Schöneberg Südkreuz Inhaltsverzeichnis

1.7.

Wohnungen, Einwohner, Initiativen........................................................41 1.7.1. 1.7.2. 1.7.3. Wohnungen......................................................................................41 Einwohner ........................................................................................41 Entwicklungsperspektiven ...............................................................41

1.8. Entwicklungsperspektiven des Gebietes und seiner Teile – Zusammenführung der Analyse .................................................................43 Analysekarte ........................................................................................................45

2.
2.1. 2.2.

Leitbild und Konzept.....................................................................47
Leitbild und Ziele - Standort Südkreuz entwickeln ...............................47 Handlungsfelder und Konzept ................................................................49 2.2.1. 2.2.2. 2.2.3. 2.2.4. 2.2.5. Schärfung des Standortprofils, Pflege lokaler Gewerbetreibender, Schaffung touristisch-kultureller Highlights......................................49 Neue Ordnung und Struktur für einen vorhandenen Stadtraum – Vom Infrastrukturstandort zu einem Haupteingang in die Stadt ......50 Verknüpfung der Teile, Erschließung der Teilgebiete .....................51 Image für den Standort - Struktur des öffentlichen Raumes und der Freiflächen .................................................................................51 Management des Gebietes – Gemeinsam für einen Standort ........52

2.3.

Maßnahmenräume und Rahmenplan......................................................53 2.3.1. 2.3.2. 2.3.3. Abgrenzung des Gebiets .................................................................53 Beschreibung der Maßnahmenräume .............................................54 Erläuterung des Rahmenplans ........................................................55

Rahmenplan .........................................................................................................57

3.

Projektematrix und Projektblätter ...............................................59

Projektübersicht nach Rangfolge ......................................................................61 Maßnahmenplan ..................................................................................................63 A1 - Bahnhofsvorplätze Südkreuz .........................................................................65 A2 - Parkhäuser Bahnhof Südkreuz......................................................................67 A3 - Nordausgang Bahnhof Südkreuz...................................................................69 B1 - Entertainment Halle Gasometer ....................................................................71 B2 - Gasag Nordspitze ..........................................................................................73 B3 - Straßenumbau Torgauer Straße....................................................................75

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Voruntersuchung Stadtumbau West - Schöneberg Südkreuz Inhaltsverzeichnis

C1 - Neue Naumannstraße ...................................................................................77 C2 - Erweiterung Leuthenerplatz...........................................................................79 C3 - Verkehrsberuhigung der „alten“ Naumannstraße..........................................81 D1 - Kultur Kaserne: Konzeptentwicklung.............................................................83 D2 - Kultur Kaserne: Konzeptumsetzung ..............................................................85 D3 - Landmarke - Schwerbelastungskörper..........................................................87 D4 - Ausbau der General-Pape-Straße.................................................................89 E1 - Öffentlicher Raum und Stadtplätze in der Schöneberger Linse ....................91 E2 - Westzugang Schöneberger Linse..................................................................93 E3 - „Baufeld I“ ......................................................................................................95 E4 - „Baufeld II“ .....................................................................................................97 E5 - Cheruskerpark - Durchstich zur Linse ...........................................................99 F - Schöneberger Schleife – Weg vom Zentrum ins Zentrum............................101 G - Ost-West-Spange ..........................................................................................105 F2 - Cheruskerpark: Umbau ................................................................................107 H - Anbindung Priesterweg..................................................................................109 F3 - Balkon Flaschenhals ....................................................................................111 I1 - Stadtplatz Kolonnenstraße............................................................................113 I2 – vier Schulfreiflächen .....................................................................................115 I3 – „Flaschenhals“ Park / Yorckbrücken ............................................................117 I4 - Grünfläche „unter“ der Monumentenbrücke ..................................................119 I5 - Brücke Bautzenerstraße - Kreuzbergstraße .................................................121 J1 - Management Flächen und Projekte .............................................................125 J2 - „Langfristige Pflege der Grünanlagen“ .........................................................127

4. 5.

Projektübersicht nach Maßnahmenräumen............................. 129 Fazit ............................................................................................. 131

6.
6.1. 6.2. 6.3.

Anhang ........................................................................................ 133
Gespräche ................................................................................................133 Akteure .....................................................................................................135 Literatur.....................................................................................................139

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Voruntersuchung Stadtumbau West - Schöneberg Südkreuz Inhaltsverzeichnis

Karten- und Tabellenverzeichnis
Voruntersuchungsgebiet Stadtumbau West Schöneberg Südkreuz .....................11 Einbindung in den Stadtraum ................................................................................13 Teilgebiete des Untersuchungsgebietes ...............................................................14 Eigentümerkarte ....................................................................................................25 Analysekarte ..........................................................................................................45 Leitbild ...................................................................................................................48 Rahmenplan ..........................................................................................................57 Projektübersicht nach Rangfolge...........................................................................61 Maßnahmenplan....................................................................................................63 Projektübersicht nach Maßnahmenräumen ........................................................129

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Voruntersuchung Stadtumbau West - Schöneberg Südkreuz Einleitung

Einleitung
Mit Stadtumbau West wird frühzeitig auf Strukturveränderungen in Demographie und Wirtschaft und den damit verbundenen städtebaulichen Veränderungen reagiert. Innerstädtische Bereiche sollen nachhaltig unterstützt und gestärkt werden. Das Untersuchungsgebiet Schöneberg – Südkreuz ist ein Gebiet, das sich bereits in der Umstrukturierung befindet. Die in den 1990er Jahren erstellten städtebaulichen Konzepte greifen jedoch aufgrund geänderter Nachfragen nur noch teilweise. Sie müssen und werden bereits in Teilen überarbeitet: Durch ein EU gefördertes Projekt im Rahmen Interreg IIIB – Metropolitan Areas liegt eine aufbereitende Analyse zumindest der südlichen Teilgebiete des Untersuchungsgebietes mit Vorschlägen zur Umsetzung vor. Es geht in Schöneberg-Südkreuz um: − − − − − − Neuordnung, Wieder- und Zwischennutzung von untergenutzten gewerblich Flächen; Aufwertung und Umbau vorhandener Gebäude – Denkmale; Aufwertung des öffentlichen und privaten Raumes – seiner Freiflächen, Wege und Raumkanten; Anpassung der verkehrliche Erschließung; Rückbau von Gebäuden & Infrastruktur; Umsetzungsorientierte Konzepte & Beteiligungsverfahren, die zu einer zeitnahen Umsetzung verpflichten und zur konzertierten Aktion der Akteure führen; Management das für einen festen Zeitraum die Aktivitäten eines Raumes koordiniert und als unmittelbarer Ansprechpartner für kurze Wege der Umsetzung sorgt.

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Voruntersuchung Stadtumbau West - Schöneberg Südkreuz Einleitung

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Voruntersuchung Stadtumbau West - Schöneberg Südkreuz Einleitung

Voruntersuchungsgebiet Stadtumbau West Schöneberg Südkreuz
Voruntersuchungsgebiet Stadtumbau West Schöneberg Südkreuz

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Voruntersuchung Stadtumbau West - Schöneberg Südkreuz Einleitung

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Voruntersuchung Stadtumbau West - Schöneberg Südkreuz Analyse und Entwicklungsperspektiven

1. Analyse und Entwicklungsperspektiven
Das Untersuchungsgebiet liegt mit seinem Schwerpunkt am zukünftig zweitwichtigsten Bahnhof Berlins, dem zum „Südkreuz“ umgebauten Bahnhof Papestraße. Drei Stationen mit der S-Bahn oder 3 km auf der Straße führen von hier zum Potsdamer Platz. Das Gebiet ist Teil des südlichen Randes der Berliner Innenstadt „zwischen“ Schöneberg und Tempelhof. Mit den anderen Teilen der Innenstadt und dem Umland ist es durch Bahn, Stadtring und die Westtangente verbunden.
Lage des Untersuchungsgebietes

Potsdamer Platz

Gebietsgrenze

Bahnhof Papestraße / Südkreuz Südgelände Einbindung in den Stadtraum

Das Untersuchungsgebiet mit einer Größe von ca. 180 ha umfasst vorrangig Gewerbestandorte. Die Teilgebiete unterscheiden sich jedoch in ihrer gewerblichen Ausprägung deutlich. Neben den Gewerbestandorten bieten, ehemalige Bahnflächen in Wartestellung und technische Infrastrukturstandorte Potenzialflächen zur Entwicklung. Weitere Flächen des Untersuchungsbereiches sind Schul-, Sport- sowie öffentlichen Grünflächen, die die Verbindung zu den unmittelbar anliegenden Wohngebieten herstellen. Die Wohngebiete werden bei der Untersuchung mit betrachtet, beinhalten aber keinen zentralen Handlungsschwerpunkt.

derzeitige Nutzungen

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Voruntersuchung Stadtumbau West - Schöneberg Südkreuz Analyse und Entwicklungsperspektiven

Für das Untersuchungsgebiet Stadtumbau geht es um eine wirtschaftliche Standortentwicklung im stadträumlichen Zusammenhang am Bahnhof Südkreuz.
Aufbau Analyse + Entwicklungsperspektiven

Unter 1.1 setzt sich die Analyse daher mit den stadt- und immobilienwirtschaftlichen Entwicklungspotenzialen auseinander. Sie befasst sich dann unter 1.2 mit den Flächenpotenzialen, den Gewerbetreibenden und Eigentümern, sowie unter 1.3 mit Planungsvorgaben und Konzepten für die Flächen. Das Untersuchungsgebiet besteht aus Teilräumen mit unterschiedlichem ökonomischen Profil, Stadtstruktur und Möglichkeiten. Die Teilräume ergeben im Zusammenspiel einen zusammenhängenden Standort. Der Bahnhof ist Motor und Auslöser des Umbaus. Unter 1.4 wird die verkehrliche Bedeutung und die Erschließung des Standortes herausgearbeitet. Die Verkehrsachsen verstärken die bedeutende Rolle des Gebietes in der Stadt, sind jedoch auch Barrieren und Räume die nur durchfahren werden. Äußere und innere Netzstrukturen sind deutlicher erkennbar zu machen. Der öffentliche Raum des Gebiets, eingebunden in die überörtlichen Grünen Wege und Parks ist Struktur und Image gebend bzw. muss es werden. Punkt 1.5. stellt deshalb diese Aspekte heraus. Die vorhandenen sozialen und kulturellen Einrichtungen (Punkt 1.6) bieten Potenziale für die Formulierung des Gebietsimages und zur Einbindung des Standtortes in die Stadt. Wohnen ist nicht zentraler Aspekt des Stadtumbaugebietes, dennoch sind auch die anliegenden Wohngebiete Struktur gebend und die Bewohner und ihre Initiativen wichtige Akteure (Punkt 1.7).

Bautzener Straße

Gebiet Naumannstraße

Schöneberger Schleife

Gasag Gelände

Ost-WestSpange

Kultur Kaserne General-PapeStraße Werdauer Weg Schöneberger Linse

Bahnhof Südkreuz

Teilgebiete des Untersuchungsgebietes

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Voruntersuchung Stadtumbau West - Schöneberg Südkreuz Analyse und Entwicklungsperspektiven

1.1.

Stadt- und immobilienwirtschaftliche Aspekte der Gebietsentwicklung
unterbewerteter Standort brachliegende Potenzialen

1.1.1. Gesamtstädtische Perspektive Aus stadtökonomischer Sicht handelt es sich beim Untersuchungsraum am Südkreuz um einen bislang unterbewerteten Standort mit vielfältigen brachliegenden Qualitäten und Potenzialen, die ihn geradezu prädestinieren eine Gesamtstrategie mithilfe des Stadtumbau-Programmes umzusetzen. Obwohl innerhalb des Gebietes insbesondere der Bestand an Kleingewerbetreibenden eher den Anschein einer lokalen bzw. quartiersbezogenen Ökonomie macht, kann das Gebiet durchaus eine Bedeutung für die gesamtstädtische Ökonomie, insbesondere als Dienstleistungsstandort, entfalten. Um diese genauer darzustellen und vor allem zu ihrer Verbesserung die wesentlichen Handlungsfelder im Rahmen einer Stadtumbau-Programmatik zu benennen, wird das Gebiet zunächst in die gesamtstädtische Wirtschaft eingeordnet. Hierfür ist es notwendig kurz auf die wesentlichen Entwicklungslinien der Berliner Wirtschaftsentwicklung einzugehen. Stand und Perspektiven der Berliner Wirtschaftsentwicklung Seit der Wiedervereinigung hat sich die Berliner Wirtschaft unterdurchschnittlich entwickelt: In sieben der letzten zehn Jahre ist die Wirtschaftsleistung der Stadt sogar geschrumpft. Noch bis 1994 konnte die Berliner Wirtschaft von dem Wiedervereinigungsboom und den damit verbundenen Umzugs- und Baumaßnahmen direkt profitieren; Berlin als neue Hauptstadt der größten Volkswirtschaft in Europa galt für viele Investoren als viel versprechende Wachstumsregion. Der Wert für das Berliner Bruttoinlandsprodukt (BIP) pro Kopf ist in 2004 noch unter den niedrigen Wert von 1991 gesunken. Auch 2005 wird das BIP, wenn überhaupt, nur um real rd. 0,5% zulegen.1 Diese Entwicklung ist zu v.a. dem anhaltenden Strukturwandel geschuldet, der durch die jahrzehntelange Teilung Berlins aufgehalten wurde und danach zu einer schmerzhaften Erosion der Industriebasis führen musste. Im Produzierenden Gewerbe gingen der Stadt seit Anfang der Neunziger Jahre über die Hälfte der Arbeitsplätze (ca. 150.000) verloren. Zwischen 1996 und 2003 stieg jedoch die Zahl der Dienstleistungsjobs um rd. 50.000. Die stärksten Zuwächse gab es im Gastgewerbe (+33%), bei den unternehmensnahen Dienstleistungen (+18%) und im Gesundheitswesen (+7%). Allerdings konnten die neuen Jobs im Dienstleistungssegment den Rückgang im Industriesektor nicht kompensieren, der Prozess des Strukturwandels hält nach wie vor an.2 Die Strukturprobleme der Stadt haben auch Spuren auf dem Arbeitsmarkt hinterlassen: Anfang 2005 waren 19,4% der Erwerbspersonen arbeitslos gemeldet. Vor zehn Jahren lag die Arbeitslosenquote in Berlin noch 7%-Punkte niedriger. Eine zügige Entspannung ist nicht zu erwarten, denn die Strukturprobleme lassen sich allenfalls mittelfristig lösen. Die Bedeutung der Tourismuswirtschaft für Berlin und das Untersuchungsgebiet Zu den oben genannten positiven Entwicklungen im Dienstleistungsbereich gehört auch der Tourismussektor, in dem von 1996-2003 die Beschäftigung um rund 33% gewachsen ist.3 Auch die Anzahl der Übernachtungen (gewerblich und privat) in Berlin ist stetig gestiegen, so z.B. von 36,4 Mio. in 1998 auf 40,3
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Anhaltender Strukturwandel in Berlin

Stärkste Zuwächse im Gastgewerbe

Potenzial Tourismussektor

Just, Tobias, Spars, Guido (2005) Langfristige Determinanten der Berliner Wirtschaftsentwicklung - Enge Spielräume sinnvoll nutzen in: Rissener Einblicke, Heft 05/2005, S. 69-82 Just, Tobias; Spars, Guido (2005) Immobilienmarkt Berlin: Mit schwerer Hypothek in die Zukunft. In: Deutsche Bank Research, Aktuelle Themen Nr. 316, März 2005 3 Ebd.

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Voruntersuchung Stadtumbau West - Schöneberg Südkreuz Analyse und Entwicklungsperspektiven

Steigende Zahlen in: - Beschäftigung

Mio. in 2003. Die Zahl der Berliner Gäste ist in den ersten drei Monaten des Jahres 2005 gegenüber dem Vorjahreszeitraum erneut um 13,5% angestiegen.4 Die Ausgaben sind bei gewerblichen Übernachtungen pro Person und Tag von 152,70 Euro in 1998 auf 178,10 Euro im Jahr 2003 um fast 15% gestiegen, die Ausgaben der privaten Übernachtungen sogar um 35% von 25 auf 39 Euro im gleichen Zeitraum.5 Dieses noch steigerungsfähige Potenzial an Besuchern, Übernachtungen und auch Ausgaben hat insofern eine besondere Bedeutung für das Untersuchungsgebiet, da mit der Fertigstellung des Bahnhofes Südkreuz der zweitwichtigste Bahnhof Berlins geschaffen wird und damit eine hohe Frequenz von Besuchern / Touristen im Süden den Eintritt in das Gebiet finden kann. Diese kommen als Nutzer, Käufer und Interessenten für Angebote im Gebiet in Frage. Insbesondere die räumliche Qualität des Gebietes als Verbindungsraum zwischen diesem bedeutenden Bahnhof und dem für Gäste attraktiven Innenstadtbereich um den Potsdamer Platz sollte durch entsprechende Projekte Rechnung getragen werden. Hierbei ist als besonders bemerkenswert anzuerkennen, dass die Ausgaben der Übernachtungsgäste in Berlin, insbesondere im Bereich der Freizeitausgaben und der Ausgaben für Einkäufe pro Tag und Person, beispielsweise weit über dem Hamburger Wert rangieren. Die Tagesausgaben pro Kopf im Bereich Einkäufe liegen in Berlin mit 37.20 Euro fast um 150% und die Ausgaben für Freizeit mit 8,90 Euro um immerhin 30% über dem Hamburger Wert des Jahres 2002.6 Diese positiven Aspekte bzgl. der Entwicklung von Nachfragepotenzial durch Touristen und Besucher und ihre vergleichsweise hohen Ausgaben für Freizeit und Einkauf sind stadtwirtschaftliche Anknüpfungspunkte für Projekte, die später dargelegt werden. Ausgangslage und Erwartungen für den Büromarkt in Berlin Aufgrund der sehr hochtrabenden und angeheizten Entwicklungserwartungen für das wiedervereinigte Berlin hat sich eine bislang ungekannte Entwicklungsdynamik auf den Berliner Immobilienmärkten vollzogen. Berlin verfügt inzwischen mit geschätzten rund 18 Mio. qm BGF7 über den größten Markt für Büroflächen in ganz Deutschland und den drittgrößten in ganz Europa, davon sind ca. 8,5 Mio. qm BGF erst seit dem Fall der Mauer errichtet worden.8 Dieses Neubauvolumen der letzten etwa 15 Jahre entspricht in etwa dem Neubauvolumen der letzten 35 Jahre in Frankfurt am Main. Aufgrund der enormen Neubauvolumina stehen jedoch derzeit ca. 1,8 Mio. Quadratmeter Büroflächen leer, was einem Anteil von etwa 10% entspricht.9 Die Aktivitäten auf der Angebotsseite sind zwar nicht vollkommen zum Erliegen gekommen, dennoch wird deutlich, dass für die Einschätzung einer Entwicklung der Leerstände in Zukunft insbesondere die Nachfrageseite in den Fokus der Betrachtungen gezogen werden muss.

- Übernachtungen

- Freizeitausgaben

Just; Spars, 2005

4 IHK (2005), Zahlen, Daten und Fakten im Berlin-Tourismus, Berlin, 2005. (www.ihk-berlin.de) 5 Ebd. 6 Ebd. 7 Baasner, Schmidt, Schulten schätzen hierbei das Volumen auf 18,2 Mio. qm BGF, DB Research gibt 17,8 Mio. qm BGF an (Vgl. Just, Spars 2005). Baasner, G., Schmidt, V., Schulten, A., Bürostandort Berlin 2005, Strukturen und Perspektiven bis 2020, im Auftrag der Senatsverwaltung, Berlin, Dez. 2004. 8 Ebd. 9 Jones Lang LaSalle, City-Profile Berlin, 1. Quartal 2005, Berlin, 2005; http://www.joneslanglasalle.de/de-DE/

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Voruntersuchung Stadtumbau West - Schöneberg Südkreuz Analyse und Entwicklungsperspektiven

Das Untersuchungsgebiet im Berliner Büroimmobilienmarkt Besonders verschätzt hat man sich bei den so genannten Ringstandorten, die im Dienstleistungskonzept 1992 eine hervorragende Rolle zugeschrieben bekamen. Mit hohen Dichten und hohen Dienstleistungsanteilen geplant blieben sie hinter den Realisierungserwartungen zurück. In dem Büroflächenbericht von 2000 und dem aktuellen Bürostandort-Bericht 2005 wird das Untersuchungsgebiet dem Nachfrage- bzw. Standortpräferenz-Typus „Übrige Ringzone“ zugeordnet, der wiederum neben dem Typus „Radialen“ den so genannten „Übergangszonen“ zwischen Innenstadt und Äußerer Stadt zugeordnet wird.10 Der Standort Sachsendamm wird hierbei ausdrücklich hervorgehoben. Die Radialen sowie die Standorte am S-Bahn-Ring bieten den Vorteil der guten verkehrlichen Erreichbarkeit zu „deutlich günstigeren Preisen“ als sie vergleichbare Standorte aufweisen.11 Der Typus „Übrige Ringzone“ wird hierbei mit einem der größten Teil-Flächenpotenziale von rund 2,6 Mio. Quadratmeter BGF für die Gesamtstadt aufgeführt. Hierbei entfallen somit ca. 16% des gesamten Berliner Angebots-Potenzials der nächsten Jahre (15,9 Mio. QM BGF) auf diesen Typus, zu dem auch der Standort „Sachsendamm“ bzw. Südkreuz gezählt wird. Dieser Standort kann charakterisiert werden als bislang „wenig profiliert“ und mit „tendenziell großen Einheiten“, die über ein „Nachvermietungsrisiko“ verfügen.12 Zur Abschätzung der Nachfrage wird im Bürostandort-Bericht 2005 im Wesentlichen von drei Nachfragegruppen für derartige Standorte ausgegangen, deren Nachfrage im Bericht auch quantifiziert wird. Ca. 100.000 qm BGF werden in dieser qualitativen Prognose von so genannten „Global Playern“ und je 130.000 qm BGF von den Nachfraggruppen „Business Community“ und „Local Dinos“ nachgefragt, so dass sich eine Nachfrage von ca. 360.000 qm BGF für diesen Typus ergibt.13 Allein die Gegenüberstellung von Flächenpotenzial und Nachfragepotenzial macht deutlich, dass die Standorte der „übrigen Ringzone“ untereinander in einem erheblichen Standortwettbewerb um zukünftige Investitionen stehen. Für das Untersuchungsgebiet bedeutet dies, dass es gelingen muss die Schöneberger Linse mit ihrer hervorragenden verkehrlichen Erschließung besser für die potenzielle Nachfrage zu profilieren. Es handelt sich um eine wichtige Aufgabe der Standortprofilierung, die im Rahmen des Programmes StadtumbauWest entwickelt und begünstigt werden kann. Hierbei lässt sich weiterhin als Vorteil konstatieren, dass Unternehmen die sich an diesem Standort niederlassen im Stadtbild Präsenz zeigen und der Standort daher vor allem für größere Unternehmen einen gewissen Reiz hat. Aufgrund der hervorragenden Parallelerschließung durch Stadtautobahn und S-Bahn ist dieser Standort jedoch auch für kleinere Unternehmen mit hohen Anforderungen an die verkehrliche Erschließung (z.B. Außendienst) interessant.
Potenzial der Schöneberger Linse im Standortwettbewerb Ringstandort Typus „Übrige Ringzone“

Standort Sachsendamm „wenig profiliert“

10 Baasner, G., Schmidt, V., Schulten, A., Bürostandort Berlin 2005, Strukturen und Perspektiven bis 2020, im Auftrag der Senatsverwaltung, Berlin, Dez. 2004, S. 50. 11 Ebd. S. 62. 12 Ebd. 13 Hinter diesen typisierten Nachfragegruppen verbergen sich im Einzelnen bei den „Global Playern“ international orientierte Unternehmen, zur „Business Community“ werden vorwiegend auf den nationalen Markt orientierte Unternehmen gezählt und „Local Dinos“ sind öffentliche Körperschaften, Versorgungsunternehmen, die bereits jetzt schon im Untersuchungsgebiet vielfach als Eigentümer vertreten sind (GASAG, BSR, Berliner Wasserbetriebe etc.).

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Voruntersuchung Stadtumbau West - Schöneberg Südkreuz Analyse und Entwicklungsperspektiven

1.1.2.

Die wirtschaftliche Struktur des Untersuchungsgebietes

Wirtschaftsstruktur und Beschäftigung im Gebiet
Anzahl der Unternehmen Innerhalb der Grenzen des UGebietes Außerhalb der Grenzen, Schöneberger Insel Gesamt 2003 2004

416

408

475

450

Anzahl der Unternehmen gemäß Unternehmensregister des Statistischen Landesamtes, eigene Auswertung

891

858

Der bereits beschriebene Strukturwandel zeichnet sich ebenfalls im Untersuchungsgebiet ab. Hierbei ist neben der Terziärisierung, die sich in den Bereichen der „Linse“ und auch im Einzelhandelssegment durch die sich abzeichnende Agglomeration von Einrichtungshäusern entlang des Sachsendamms abzeichnet, auch die Bedeutung und Rolle der Kleingewerbetreibenden in drei Gewerbegebieten hervorzuheben. Das Unternehmensregister des Statistischen Landesamtes Berlin14 weist für das Untersuchungsgebietes (innerhalb der Gebietsgrenzen) im Jahr 2004 rund 408 Unternehmen und Betriebe aus. 17% dieser Unternehmen werden hierbei dem Sektor des Produzierenden Gewerbes zugeordnet.15 Die anderen Betriebe lassen sich den Kategorien Handel, Gastgewerbe, Verkehr, Nachrichtenübermittlung und Dienstleistungen zuordnen. Die Anzahl der Unternehmen ist jedoch seit 2003 um 8 und somit rund 2% gesunken. Bezieht man die Wohngebiete auf der Schöneberger Insel außerhalb der Gebietesgrenze mit ein, so sind hier im Jahr 2004 nochmals 450 Unternehmen, vornehmlich in den Bereichen Dienstleistungen, Handel, Gastgewerbe etc. und weniger im Bereich produzierendes Gewerbe, zu finden. Die Anzahl der Unternehmen auf der Schöneberger Insel ist allein in einem Jahr von 475 in 2003 um 25 und somit um über 5% in 2004 zurückgegangen. Insgesamt ergibt sich also innerhalb der Gebietsgrenzen einschließlich der Wohngebiete auf der Schöneberger Insel eine Entwicklung von insgesamt 891 Betrieben in 2003 auf 858 Betriebe in 2004. Damit verfügt das so definierte Gebiet im Jahr 2003 über einen Anteil von knapp 6% der Betriebe des Bezirkes Tempelhof-Schöneberg.16 Gewerbestandorte und räumliche Aspekte

Gewerbestandorte im Untersuchungsgebiet

Mit dem Gewerbegebiet „Naumannstraße“, dem Gewerbegebiet „GeneralPape-Straße“ und den Gebieten „Bautzener Straße“ und „Werdauer Weg“ verfügt der Untersuchungsraum über zwei größere Agglomerationen von Betrieben und zwei kleinere Bereiche. Diese Gewerbestandorte am Südkreuz sind bei Gewerbetreibenden sehr beliebt. Es besteht eine „hohe Nachfrage“ nach Flächen im Untersuchungsraum Südkreuz.17 Die BRSS-Studie hat für das Gewerbegebiet Naumannstraße in 2003 etwa 168 Gewerbebetriebe ermittelt, die zu 35% Handwerksbetriebe und Produzierendes Gewerbe darstellen und zu 36% dem Handel und 29% dem Dienstleistungsbereich zuzuordnen sind. Eine Untersuchung 10 Jahre zuvor (1993) kam zu dem Ergebnis, dass es nur rund 54 gewerbliche Mieter auf diesem Gewerbestandort gab.18 Dies bedeutet, dass der Standort innerhalb der Dekade eine große Attraktivität für die Gewerbetreibenden entwickeln konnte und deren Anzahl sich mehr als verdreifachen konnte. Für das Gewerbegebiet General-Pape-Straße lassen sich im Jahr 2003 rund 108 Betriebe ermitteln, deren Schwerpunkt mit 41% stärker im Bereich der

Naumannstraße

General-Pape-Straße

Statistisches Landesamt Berlin, Abfrage der „Berliner Unternehmen und Betriebe im Stadtquartier Südbahnhof“, Unternehmensregister, II A 1, vom 1.7.2005; Statistisches Landesamt Berlin (2004) Berliner Statistik, Sonderheft D II 1S, Aufbau des Unternehmensregisters Berlin 2001-2003. 15 Dies liegt leicht über dem Durchschnitt im Gesamtbezirk von 15%, legt man die Angaben der Unternehmen mit steuerbarem Umsatz hierfür zugrunde. Statistisches Landesamt Berlin (2004) Berliner Statistik, Sonderheft D II 1S, Aufbau des Unternehmensregisters Berlin 2001-2003, S. 31. 16 Statistisches Landesamt Berlin (2004) Berliner Statistik, Sonderheft D II 1S, Aufbau des Unternehmensregisters Berlin 2001-2003, S. 31. 17 Laut Auskunft von Frau Krüger, Amt für Wirtschaftsförderung im Bezirk Tempelhof-Schöneberg, im Gespräch am 23.6.2005. 18 Gutachten von Eichstätt, Fugmann und Janotta aus 1993, zitiert in BRSS (2003), Gebietsanalyse für das lokale Projekt Tempelhof-Schöneberg im Rahmen von Interreg IIIB, Im Auftrag des Bezirkes, Berlin, September 2003.

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Dienstleistungsbetriebe angesiedelt ist. Der Bereich Handwerk / Produzierendes Gewerbe wie auch der Bereich des Handels verfügen jeweils über ca. 28% der Betriebe. Die Betriebe haben sich gemäß einer Befragung zu 52% zwischen 1945 und 1989, zu 38% zwischen 1990 und 1999 und zu 10% zwischen 2000 und 2003 dort niedergelassen19, so dass von einem Austausch von 50% der Betriebe innerhalb der letzten 15 Jahre auszugehen ist. Das Gewerbegebiet hat eine weitestgehend klar ablesbare Struktur, es wird von kleinen und mittelständischen Gewerbebetrieben und Künstlerateliers bestimmt und genutzt. Beide Gebiete bedürfen jedoch einer verbesserten Koordination und Erschließung sowie der Einbindung in ein verbessertes Gesamtkonzept gewerblicher Entwicklung und Standortprofilierung zur Hebung von derzeit ungenutzten Agglomerations- und Wertschöpfungspotenzialen und zur Schaffung von Planungssicherheit. Das Gewerbegebiet „Werdauer Weg“ ist vollständig belegt und hat momentan keinen Handlungsbedarf. Das Gebieten an der „Bautzener Straße“ ist zu großen Teilen abgeräumt und hat nur wenige kleine Nutzungen im südlichen Bereich. Ein Konzept zur Standortentwicklung ist notwendig. 1.1.3. Entwicklungsperspektiven Die wirtschaftliche Analyse des Untersuchungsraums hat gezeigt, dass er über zahlreiche „schlummernde“ ökonomische Potenziale verfügt, die im Rahmen einer Gesamtstrategie zu entwickeln und in den Dienst einer auf die Gesamtstadt ausstrahlenden Wirtschaftsentwicklung zu stellen sind. Hierzu gehört zunächst einmal die Entwicklung des Untersuchungsgebietes als Dienstleistungsstandort mit hohen Standortqualitäten. Insbesondere die Einordnung der „Schöneberger Linse“ in den Büroflächenmarkt Berlins hat gezeigt, dass dieser Standort den Vorteil der guten verkehrlichen Erreichbarkeit zu „deutlich günstigeren Preisen“ bietet, als ihn vergleichbare Standorte in Berlin sonst aufweisen. Insbesondere der zweitgrößte Bahnhof Berlins wird sich auf diese Standortqualitäten noch verstärkend auswirken. Unternehmen die sich an diesem Standort niederlassen, können im Stadtbild Präsenz zeigen, was vor allem für größere Unternehmen reizvoll ist. Die hervorragenden Parallelerschließung macht den Standort jedoch auch für kleinere Unternehmen mit hohen Anforderungen an die verkehrliche Erschließung interessant. Obwohl der Büroflächenmarkt in Berlin derzeit von einem großen Überangebot gekennzeichnet ist kann für dieses Areal mit seinen Qualitäten in der mittleren und längeren Frist eine gute Entwicklung vorausgesagt werden. Weiterhin ist ein Entwicklungspotenzial des Gebietes entlang des Sachsendammes in der Ballung von Einrichtungshäusern ablesbar (Möbel Höffner, Ikea, Multipolster etc.), die sowohl im Bestand als auch durch Neubau und derzeitige Planungen den Standort in dieser Spezialisierung stärker profilieren und für eine regionale Kundschaft erschließen helfen. Neben diesen Ausblicken auf den Strukturwandel in der Linse und entlang des Sachsendammes sind auch die Dienstleistungsbetriebe und Standorte insbesondere in den Gewerbegebieten Naumannstraße und General-Pape-Straße mit einer guten Perspektive verknüpft. Insbesondere der neue Bahnhof und der Anschluss des Gebietes General-Pape-Straße an das Vor- und Umfeld des Bahnhofes sowie ein verbesserter, übergeordneter Bezug der Gebiete nach Tempelhof können wichtige Entwicklungsperspektiven für die Gewerbetreibenden in dem Untersuchungsraum schaffen. Die Gewerbegebiete erfreuen sich einer großen Beliebtheit, ihre Profile und Strukturen jedoch könnten verbessert werden, im Sinne einer Bestandspflege für die jetzigen und im Sinne einer optimierten Ansiedlungsstruktur für zukünftige Nutzer sicherstellt.
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„schlummernde“ Potenziale

Dienstleistungsstandort / Büroflächen

Möbelsegment

Profil und Struktur

BRSS (2003), Gebietsanalyse für das lokale Projekt Tempelhof-Schöneberg im Rahmen von Interreg IIIB, Im Auftrag des Bezirkes, Berlin, September 2003, S. 116.

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kulturelle und freizeitbezogene Angebote

Ein weiteres nicht zu unterschätzendes Potenzial für die wirtschaftliche Entwicklung des Gebietes, insbesondere auch in Kombination mit den genannten Dienstleistern, stellt die Entwicklung kultureller und freizeitbezogener Angebote im Untersuchungsraum dar. Hierbei muss der Bahnhof als zukünftiger Frequenzbringer erkannt und genutzt werden. Der Tourismussektor ist eine der dynamischsten Branchen in Berlin, das Untersuchungsgebiet in seiner optimalen Lage zwischen dem zweitwichtigsten Bahnhof der Stadt und dem Potsdamer Platz kann offensiv in die Gunst von Nutzern und Käufern kommen, wovon Gewerbetreibende und Dienstleister und nicht zuletzt auch die „Adressbildung“ profitieren kann. In der Verknüpfung von touristischen, kulturellen und freizeitbezogenen Nutzungen kann das Gebiet ein ganz neues und attraktives Gesicht entwickeln, sein Image stärken und sowohl bestehendes als auch neu hinzu kommendes Dienstleistungspotenzial für den Raum Südkreuz neu erschließen. In diesem Zusammenhang ist auf die Entwicklung des Gasag-Standortes im Süd-Westen des Gebietes hinzuweisen. Das eindrucksvolle Denkmal des Gasometers, der als Landmark eine über das Gebiet hinausreichende Strahlwirkung hat, birgt das Potenzial für einen besonderen Eventstandort in Berlin. Hierzu sind bereits erste Pläne und Konzepte des Projektentwicklers ErgoColumbia entwickelt und mit dem Bezirk und potenziellen Finanziers diskutiert worden. Hierbei soll das insgesamt 62.000 qm große Areal zu einem Party- und Event-Standort entwickelt werden auf dem in zahlreichen Bars und Clubs sowie im zentralen Eventgebäude des Gasometers selbst ein junges Berliner aber auch ein auswärtiges Besucherpublikum angesprochen und für den Ort begeistert werden soll.

Eventstandort Gasometer

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1.2.

Gewerbliche Flächen als Potenzial und ihre Eigentümer
Flächenkategorien

Die Flächen des Untersuchungsbereiches sind in ihrem Hauptteil gewerbliche Flächen, untergenutzte Flächen und Brachen der Versorgungsbetriebe sowie Bahnflächen mit gewerblichem Charakter. Um ihren Umbau im Sinne der Flächen, des Gebietes und der Stadt geht es. Der Stadtraum um das Schöneberger Südkreuz hat in den letzten Jahrzehnten einen tief greifenden Wandel erfahren. Er war einst ein Raum der städtischen Versorgung am Rande der (Innen)Stadt. Güter wurden über die zahlreichen Schienenwege, später dann auch über die Autobahn in die Stadt gebracht. Das Militär hatte große Kasernenflächen und die technische Versorgungsträger wie Gasag, Bewag, Wasserbetriebe, BSR und Bahn hatten und haben teilweise hier ihre Standorte. Diese Standorte funktionierten für die Stadt, mussten aber von der Stadt nicht wahrgenommen werden. Deshalb entstanden Inseln, die für sich und in ihrer Funktion für die Stadt gut funktionierten. Wirtschaftlicher Wandel und technischer Fortschritt haben auch an diesem Standort zu tief greifenden Veränderungen geführt. Die Flächen haben aufgrund der Änderung im Gefüge der Stadt und Stadtwirtschaft über die letzten 50 Jahre und nochmals intensiver die letzten 15 Jahre, ihre Funktion und Bedeutung verändert, bzw. verloren. Eigentumsstrukturen, die ursprünglich vor allem staatlich waren, wurden privatisiert, haben jedoch über die Vermarktung der Immobilien weiterhin Bezug zu den Finanzhaushalten staatlicher Institutionen. Die Kasernengelände sind vom Militär längst aufgegeben (heutige Gewerbegebiete Naumannstraße und General-Pape-Straße) und die Standorte der technischen Infrastruktur werden in ihrer Größe nicht mehr benötigt. Große Teilflächen der alten Versorgungswege des Güterverkehrs sind brach gefallen. Was bleibt sind Flächen mit einem ihnen jeweils ganz eigenen Charakter. Man kann die vergangenen Nutzungen noch erkennen, aber „entkernt“ bieten sie neue Potenziale für Entwicklungen. 1.2.1. Gewerbliche Potenzialflächen und ihre Nutzer Die Nutzung der Flächen der Teilgebiete im ursprünglichen Sinne ist oder wird auf eine Kernnutzung reduziert oder gänzlich aufgegeben. Kleine Gewerbetreibende, Dienstleister und teilweise auch Bewohner haben die Flächen schon lange (teils seit den 1950ern) als relativ preiswerte Innenstadtstandorte entdeckt. Die Flächen sind im Umbau begriffen. Die Diskussionen und Konzeptfindungen (Gutachten, Wettbewerbe) zur Zukunft Berlins haben zu Planungen oder zumindest Überlegungen einer neuen Nutzung für alle Standorte geführt (siehe Punkt 1.3 Planungen für Potenzialflächen). Auch wenn die Konzepte für heutige Erkenntnisse teilweise zu groß geraten sind, wurden die Potenziale dieser nicht mehr zeitgemäß genutzten Orte deutlich. Die heutige Ideenfindung und Umgestaltung erfolgen vor allem aufgrund der Marktlage langsam. Aufgrund des umgebauten Bahnhofs mit neuer Funktion im Berliner Netz wird ein Schub der Nachfrage erwartet, die wegen der noch in Planung und Bau befindliche Erschließung (siehe Punkt 1.5) zögerlich ist. Die Erkenntnis reift, dass die vorhandenen Nutzer die Stabilität der Gebiete ausmachen. Die ebenfalls erkannten Unverträglichkeiten von Nutzungen werden sukzessive behoben. Es wird mehr darauf geachtet, dass die Profile der Betriebe zusammen passen. Vor allem billigster Kfz -Handel und Reparaturwerkstätten („Schrauber“) werden als problematisch angesehen. Die Eigentümer habe jedoch lange nicht wesentlich in ihre Standorte investiert. Lange geändert ist die Nutzung der ehemaligen Militärflächen. Das Gebiet Naumannstraße und die General-Pape-Kaserne dienen längst einer Mischung von Kleingewerbe und mittelständischen Unternehmen als Standort (siehe auch 1.1). Beide Gebiete haben aufgrund der historischen Nutzung eine abgeschlos-

Versorgungsstandort für die Stadt

Stadtraum im Wandel

Nutzungen im Wandel

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Naumannstraße General-Pape-Kaserne

sene Struktur. Die Mauern stehen noch. Die Gebäude und die innere Erschließung sind aufgrund der Nutzungen seit den 1950er Jahren sukzessiv angepasst worden. Lediglich der Denkmalschutz der Gebäude und des Ensembles der Kaserne hat Grenzen gesetzt. Die Tore stehen offen, die „wilde Mischung“ der Gewerbetreibenden, Händler und der Dienstleister, sowie die zurückgenommene Pflege der historischen Straßen und Grünanlagen (insbesondere der Kaserne) haben einen provisorischen Charme. Als Ortsunkundiger muss man die Betriebe jedoch suchen. Die zentrale Stelle an der geworben wird, das Leitsystem wird man vergeblich suchen. Die Naumannstraße hat seit neuestem wieder einen Pförtner um hier abzuhelfen und auch Sicherheit zu bieten. Trotz der baulich sehr unterschiedlichen Struktur ist die Gewerbemischung ähnlich, mit einem Schwerpunkt Handwerk in der Naumannstraße und einem Schwerpunkt Dienstleistungen in der Kaserne. Aufgrund der Struktur kommen in der Kaserne noch Kleingärtner, Künstler und Bewohner als Pächter / Mieter hinzu. Die Flächen sind gut verpachtet. Trotzdem kommt es immer auch wieder zu Leerstand. Alle Pächter und Mieter haben je nach Bedarf ihre gepachteten Flächen und Gebäude gebaut, umgebaut und modernisiert. Da die Pachtverträge jeweils kurzfristig kündbar sind, verlassen sich die Pächter auf ihre Erfahrung der langjährigen Ansässigkeit. Größere Investitionen werden jedoch schwierig, soweit sie mit Darlehen erbracht werden müssen, geben Banken aufgrund der Kurzfristigkeit keine Kredite. Außerdem wurde durch Diskussionen zu Verkäufen, die langjährige Erfahrung einiger Betriebe erschüttert. Sie sind verzogen. Die drei Eigentümer der Naumannstraße und der eine der Kaserne sind sich bewusst, dass sie aktiv werden müssen.

Nutzungsstruktur + Zukunftsperspektiven

Berliner Wasserbetriebe

Der General-Pape-Straße schließt sich unmittelbar südlich des Werner-VossDammes ein Standort der Berliner Wasserbetriebe (BWB) an. Neben Bürogebäuden gibt es eine LKW Servicehalle und einen Parkplatz für Lkws. Der Wagenpark für Großfahrzeuge wird als günstig zur Autobahn gelegen, gesehen. Demnächst wird er direkt am Bahnhofsvorplatz Ost und an der durchgehenden General-Pape-Straße liegen. Im Gesamtkonzept der BWB ist dieser Standort momentan eher nachrangig. Er könnte zukünftig auch zur Vermarktung anvisiert werden. Konzepte liegen noch nicht vor. Obwohl die Schöneberger Linse ein Quartier mit öffentlichen Straßen ist, ist der gewerblich abgeschlossene Charakter ähnlich, wie die Gebiete Naumannstraße und Kaserne. Die vorhandenen Wohnhäuser (Sachsendamm, Gotenstraße) und die Schule (Tempelhofer Weg) wirken etwas deplaziert da fußläufig schlecht erreichbar. Der S-Bahnringdamm und der Sachsendamm grenzen das Gebiet ähnlich unerreichbar ab wie die Mauern der ehemaligen Militärflächen. Die Eigentümer sind viel zähliger. Leerstand und Brachencharakter ist aufgrund der Umbauplanungen der 1990er Jahre augenfälliger. Neben den Gewerbenutzern am westlichen Tempelhofer Weg gibt es zum Sachsendamm verstärkt Einzelhandel im Möbelsegment und eine Tankstelle. Die ehemals vorhandenen Kleingärten am östlichen Rand sind Brachfläche, die auf eine Entwicklung im Zuge des Bahnhofs warten (siehe auch 1.3 Planungen). Dieser „Brachencharakter“ am Bahnhofsvorplatz West wird durch den Standort der Bewag am Tempelhofer Weg unterstützt. Dieser ist bereits zu großen Teilen (bis auf das Denkmal) abgeräumt und steht zum Verkauf. Außerdem liegt einer der zwei Standorte der Berliner Stadtreinigung (BSR – Recyclinghöfe) an der Naumannstraße 88-92 in der Linse am Bahnhof. Der Standort soll in den nächsten fünf bis sieben Jahren von Seiten der BSR zur Disposition stehen. Solange sich kein anderer Nutzer findet, wird er weitergeführt. Die Autobahn ist ideal auch zur Erschließung eines Recylinghofes. Eine weitere Brache an dieser Stellen wäre nicht minder verträglich. Für den Standort am Bahnhof muss sich hier schnell etwas tun. Es ist kein positives Marketing für eine stadträumlich anders geplante Entwicklung des Teilgebietes „Linse“.

Schöneberger Linse

Standtorte der Ver- und Entsorgung

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Ein zweiter BSR Standort liegt an der Monumentenstraße spielt für die Entwicklung des Untersuchungsgebietes keine so große Rolle – er wäre zumindest mittelfristig, d.h. im 6 Jahres Rahmen auch mit der heutigen Nutzung integrierbar (haushaltsnahe Entsorgung). Auf dem Standort der Gasag an der Torgauer Straße (Denkmalschutz) mit dem Berlin weit bekannten und sichtbaren Gasometer ohne Funktion hat sich die Gasag auf den südlichen Bereich des Geländes zurückgezogen und vermietet an weitere Dienstleister. Der größte Bereich der alten Gebäude und des Gasometers harrt einer neuen Nutzung für das die Akteure eines Entertainment Projektes bereits auf der Fläche ansässig sind. Die nördliche Spitze soll als Grünfläche an den Bezirk gehen (siehe 1.4 Grün und öffentlicher Raum). Die Erschließung lediglich über die schmale Torgauer Straße (sowohl vom SBahnhof Schöneberg als auch vom Sachsendamm und über ein Tor macht das Gelände schlecht erreichbar (siehe 1.5 verkehrliche Einbindung). Die Bahntöchter bzw. die Vivico haben ehemalige Bahnflächen im Randbereich der Bahngräben und –dämme mehr oder weniger gewerblich vermietet. Die Struktur ist ähnlich – jedoch wesentlich mehr gewerblich handwerklich - wie in der Naumannstraße oder mit Einzelhandel besetzt. Die Pächter haben den Standort aufgrund der niedrigen Pacht gewählt, ihre Perspektiven sind kurzfristig je nach Marktlage. Die Flächen an der Bautzenerstraße liegen zur Yorckstraße als fast vollständig versiegelte Brachen da. Die Kfz Händler wurden polizeilich geräumt. Lediglich im südlichen Abschnitt im Bahngraben gibt es einige Gewerbetreibende. Die Vivico sucht Investoren. Die östlich am Graben liegenden Flächen an der Kreuzbergstraße sind aufgrund der guten Erschließung durch einen großen Kfz - Teile Händler, eine Tankstelle, einen Aldi und demnächst durch einen Lidl, sowie eine Gaststätte (Biergarten) genutzt bzw. an sie verkauft. Die Flächen zwischen Monumenten- und Dudenstraße östlich des Bahngrabens werden durch das Technikmuseum (siehe kulturelle Infrastruktur 1.6) sowie Bahnbaufirmen genutzt. Die Fläche an der Dudenstraße gehört Lidl, der hier bauen will. An der Torgauer Straße liegen teils einseitig, teils zweiseitig Kfz-Werkstätten, Lager u.ä., die die Torgauer Straße als Parkplatz nutzen. Sie haben ihre Kunden in den angrenzenden Gebieten, dienen einer örtlichen Versorgung. Für sie müsste eine Versorgung im Gebiet gefunden werden. 1.2.2. Eigentümerstruktur Aufgrund der historischen Nutzung des Gebietes für die versorgende, technische Infrastruktur der Stadt und des Bundes (Reichsvermögen) liegt das Eigentum zu großen Teilen bei den ehemaligen Körperschaften öffentlichen Rechts in inzwischen anderer Gesellschaftsform (Bewag, Gasag, BSR, Berliner Wasserbetriebe, Bundesimmobilienamt, dem Bundeseisenbahnvermögen sowie den DB Töchtern DB Netz, DB Service und Bahnhöfe, DB Immobilien und der Vivico). Wesentliche Flächen der Schöneberger Linse sind auch im Eigentum der Stadt (brachgefallene Kleingärten, Sport-, Schulflächen). Insbesondere das Bundesimmobilienamt und die Vivico spielen aufgrund ihre großen, bzw. strategisch wichtigen Flächen eine zentrale Rolle für die Entwicklung des „Standortes Südkreuz“. Diese Eigentümer wollen ihre nicht mehr benötigten Flächen verkaufen. Die Gefahr besteht, dass sie entsprechend ihres Auftrages die Flächen kurzfristig gewinnbringend veräußern. Die Einzelhandelsentwicklungen (Lidl, Aldi) unmittelbar südlich der Yorckbrücken und an der Dudenstraße zeigen die Auswirkungen. Vorhandene Konzepte konnten nicht realisiert werden. Da der Bereich unmittelbar am Südkreuz schon länger Planungsschwerpunkt des Bezirkes ist (unterstützt durch die Bahnhofsplanungen und die Interreg IIIB Projekte) entstanden Konzepte mit den Eigentümern. Für das Gebiet Naumannstraße wurden mit den Eigentümern weitergehende Schritte erarbeitet, die
23 „Bahnrestflächen“ Gasag Gelände

ehemalige Körperschaften öffentlichen Rechts

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in einen städtebaulichen Vertrag zu einer gemeinsamen Erschließung münden. Durch den moderierten (Gebietsmanager) regelmäßigen Prozess wurde eine gemeinsame Strategie für das Gebiet erarbeitet, die durch Kontinuität in den nächsten zwei Jahren umgesetzt wird. 1.2.3. Entwicklungsperspektiven Die „alten Dinosaurier“ (ehemaligen Körperschaften der Ver- und Entsorgung), wollen und müssen Flächen hinter sich lassen, die sie für die zeitgemäße Abwicklung ihrer Aufgaben nicht mehr benötigen. Die Körperschaften wurden zu privaten Firmen. Zum Aufbruch in die Zukunft benötigen sie Finanzen. Sie können in ein gemeinsames Konzept der Vermarktung eingebunden werden, damit ihre Flächen im Sinne der Firmen und des Gebietes, der Stadt und des Bezirkes entwickelt werden. Die vorhandenen Strukturen der Flächen und Gebäude haben ihren eigenen Charakter. Historische Gebäude und Denkmäler sind Markenzeichen einer weiteren Entwicklung. Die vorhandenen Gewerbetreibenden, Handwerker, Dienstleister und Händler sind Akteure im Sinne ihres Standortes und können dafür intensiver angefragt werden. Die vorhanden Strukturen müssen deutlicher herausgearbeitet werden. Verschüttete oder zugewachsene Linien der Gebiete können gefunden werden. Sie sind in den jeweiligen Teilgebieten nicht gleich und müssen mit den inhaltlichen Profilen der dort tätigen Branchen übereinstimmen. Nicht alle Gewerbetreibenden werden sich halten lassen. Trotzdem dürfen nicht unbedacht weitere Brachen und Leerstände entstehen. Miet- Pacht und Kaufpreise müssen das berücksichtigen und somit auch eine mögliche Aufwertung. Vorhandene Brachen sind Potenzial für neue Branchenprofile. Hierzu werden in Kontakt mit Investoren, Nutzern und der Wirtschaftsförderung Berlin gewünschte und mögliche Profile zu klären sein (siehe 1.1). Einige Flächen werden für Wege, Plätze und Grünflächen benötigt (siehe Grün und öffentlicher Raum 1.4). Damit Flächen genutzt werden und nicht „verwildern“, sind zielgenau gesuchte „Zwischennutzer“ gefragt. Ohne ein Gebietsmanagement, werden die Flächen zufällig belegt oder gar nicht entwickelt. Je nach Aktivität der unterschiedlichen Eigentümer und ihrer Immobilienabteilung werden Verkäufe getätigt. Die Möglichkeiten der Synergien eines gemeinsam geplanten Vorgehens, im Sinne einer Aufwertung und Imagebildung bzw. eines Marketings für einen gemeinsamen Standort muss durch einen unabhängigen Entwickler immer wieder herangetragen werden.

gemeinsames Vermarktungskonzept

Städtebauliche Profilierung der Standorte

Wirtschaftliche Profilierung der Standorte

Management

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Eigentümerkarte
Eigentümerkarte

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1.3.

Planungen für Potenzialflächen des Untersuchungsgebietes

1.3.1. Das Gebiet in den übergeordneten Planwerken Aufgrund seiner Lage und Verknüpfung mit der Stadt sowie den Potenzialen an umstrukturierbaren Flächen wurde und wird das Untersuchungsgebiet – wenn auch aufgrund des Strukturwandels mit Stagnation der Flächennachfrage zögerlicher - als Cityergänzungsgebiet bewertet. Die bedeutenden Flächen liegen aufgrund ihrer Erschließung direkt um den Bahnhof Südkreuz (Papestraße). Bereits in den überörtlichen Planwerken (LEPro und LEPeV) wird das Projektgebiet als Handlungsschwerpunkt mit übergeordneten Grünwegeverbindungen entlang der S - Bahntrassen und als Verknüpfungspunkt des Schienenverkehrs dargestellt. Innerörtliche Flächenpotenziale insbesondere an Bahnhofsstandorten, sollen vorrangig entwickelt werden. Für die Ansiedlung weiterer großflächiger Einzelhandelsbetriebe wird darauf verwiesen, dass sie außerhalb der städtischen Zentren in Berlin nur zulässig sind, „wenn Art und Umfang des geplanten Angebotes zentrenverträglich sind." (LEPeV) Mit der Bekanntmachung vom Mai / Juni 2005 wurde der Flächennutzungsplan (FNP) für das Untersuchungsgebiet entlang des Sachsendamms geändert. Die Mischung an Gewerbe-, Mischgebietsflächen M2 und M1 (Kerngebiet ähnlich) wurde aufgrund der Entwicklungen der letzten Jahre differenziert. Die Schöneberger Linse bleibt M1 Fläche. Diese Flächen sind zusammen mit den Flächen direkt an den Bahnhöfen weiterhin im Sinne des „Ringkonzeptes“ (Cityentlastungsgebiete, Bürostandorte Berlin) vorrangig Potenziale für Dienstleistungen / Büros. Andere Nutzungen werden jedoch diskutiert (Fachmarktagglomeration, StEP Zentren, siehe auch 1.1), insbesondere inwieweit sie mit den städtebaulichen Vorstellungen für die „Linse“ vereinbar sein können. Im weiteren Verfahren werden Entscheidungen zu treffen sein. Der Stadtentwicklungsplan Zentren 2020 sieht für den Bereich Südkreuz die Möglichkeit, im Einzelfall weitere Fachmärkte wie den bereits abgestimmten Möbelmarkt im Sinne einer Fachmarktagglomeration zu prüfen. Der Bereich wird jedoch nicht als Zentrum oder zentrentragender Stadtraum gesehen. Bei der Prüfung der Ansiedlung weiterer Handelseinrichtungen ist insbesondere der Handlungsbedarf in den angrenzenden Zentren zu berücksichtigen. Während das neue Möbelhaus die Änderung der Ausweisung für einen Teil der Sportflächen am Sachsendamm zu M1 Flächen nötig gemacht hat, wurden die Gasag Flächen und Teile der General-Pape-Kaserne von M1 zu M2. Der Charakter möglicher Handelsfläche wurde dadurch geändert. Großflächiger Einzelhandel ist auf M2 Flächen nicht möglich. Ziel ist nun die kleinteilige Mischung von Handel, Dienstleistungen, Gewerbe, Wohnen, Kultur. Der Anteil von Gewerbeflächen an der Naumannstraße wurde zu Lasten M2 erhöht und damit der eher gewerbliche Charakter dieser Fläche auch im Sinne der vorhandenen Betriebe (StEP Gewerbe) unterstrichen. Der Mischgebietscharakter verläuft entlang der Alten Naumannstraße. Eine Mischung von Wohnen und Gewerbe ist hier möglich. Entlang des nordöstlichen Bahngrabens bis zu den Yorckbrücken folgen weitere Gemischte Bauflächen M2, die jedoch momentan von mittelgroßen Einzelhandelseinrichtungen (Lidl, Aldi, Plus) belegt werden. Weitergehende Konzepte, der Arrondierung der Wohngebiete wurden zurückgestellt. Der mögliche Wohnanteil in der Schöneberger Linse, in der Kaserne und der weiteren Mischbaufläche ist entsprechend StEP Wohnen nachrangig. Das Potenzial wird bei 1.000 - 2.000 WE (Linse), 500 - 1.000 WE (General - Pape Straße) gesehen.
FNP Änderung, Sachsendamm / Priesterweg, Nr. 02/04

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Als Freiflächen sind im FNP und weitergehenden Planwerken die überörtlichen Grünzüge entlang der Ringbahn und der Nord-Süd S-Bahntrassen verzeichnet (siehe auch 1.4). Über der Fläche des Cheruskerparkes als einziger Parkanlage im Gebiet liegt eine Freihaltung der geplante S-Bahn-Trasse der S21, zum Teil in Tunnellage, die eine Parknutzung einschränkt. Die großen Sportflächen, Friedhöfe und Kleingärten bleiben weiter verzeichnet. 1.3.2. Bezirkliche Planungen für das Gebiet und seine Teilbereiche Die bezirkliche Bereichsentwicklungsplanung (BEP Schöneberg Ost, 1997 bzw. BEP Tempelhof 1, 2000) sowie auch die für alle Teilbereiche vorliegenden weitergehenden städtebaulichen Konzepte und die Bebauungspläne im Verfahren konkretisieren die gesamtstädtischen Planungen. Aufgrund der bereits benannten Einschätzung der langsameren Entwicklung bzw. Stagnation von Büro- und Wohnungsbauflächen haben Eigentümer sich anders orientiert und teilweise andere Nutzungen realisiert. Städtebauliche Konzepte sind daher nur noch in Teilen Grundlage zukünftiger Umsetzungen und Bebauungsplänen. Aufgrund der neuesten Überarbeitung entspricht die Darstellungen des FNP inzwischen am ehesten dem Stand der Überlegungen. Der Untersuchungsbereich wird als ein Schwerpunkt der bezirklichen Entwicklungsplanung bezüglich seiner gesamtstädtischen Funktion als Cityentlastungsbereich und Bindeglied zwischen Tempelhof und Schöneberg beschrieben. An den Bahnhofszugängen (vor allem Südkreuz aber auch Schöneberg) liegen zukünftige Kerngebietsflächen. Planfeststellungsverfahren und Bebauungsplan sieht die entsprechenden Bahnhofsplätze vor, die in die Teilbereiche führen. Auf der Schöneberger Linse sind aufgrund von Wettbewerbsergebnissen größere Umstrukturierungen vorgesehen20. Zwischen Bahnhof Südkreuz und SBahnhof Schöneberg liegen laut Planung Mischgebiet, Wohnflächen und soziale Infrastruktur, verknüpft mit einem attraktiven öffentlichen Raum (Platzabfolge). Die so aufgestellte Entwicklung der Nutzung wird nach städtebaulicher Planung gemäß Wettbewerbsergebnis im Bebauungsplan festgeschrieben. Neben Neubau sind Weiterentwicklung, Umnutzung und Verdichtung sowie qualitative Verbesserungen im Bestand geplant. Die Sportflächen südlich des Sachsendamms werden mit dem Bau des Möbelhauses auf dem Gelände der alten Radrennbahn grundsätzlich umgestaltet. Der Bebauungsplan entspricht dem FNP. Mit dem Bau des Möbelhauses wird eine weitere Abfahrt vom Autobahnring zum Sachsendamm erstellt. Die restlichen Sportflächen bleiben bestehen. Der Zugang zum Untersuchungsgebiet vom S-Bahnhof Schöneberg erfolgt über den Sachsendamm am Kreuzungspunkt Werdauer Weg / Tempelhofer Weg. Dieser Bereich ist entsprechend BEP und weitergehenden Planungen zur besseren Erschließung des Untersuchungsgebietes umzubauen. In diesem Bereich unter den S-Bahnbrücken mündet auch die Torgauer Straße als Erschließung des Gasag Geländes. Diese Zufahrt muss beim Umbau der Mündungsbereiche berücksichtigt werden, ebenso die Kreuzung des Sachsendamms zum S-Bahnhof. Das Gebiet um den Werdauer Weg wird mittelfristig in seiner jetzigen Nutzung als Gewerbegebiet verbleiben. Für das ehemalige Kasernengelände an der General-Pape-Straße sowie die Flächen der Wasserwerke weist die BEP fast vollständig Kerngebiet aus. Lediglich für die nördlichen Teile der Kaserne sind Mischgebiet, Wohnen und soziale Infrastruktur vorgesehen. Ein anvisiertes aktualisiertes detailliertes Konzept (ein vorhandenes beinhaltet noch Wohnen für Bundesbedienstete21) wird dem weiteKonzept Genarel-Pape-Straße, Planergemeinschaft Dubach/Kohlbrenner, 2000 Fugmann & Janotta; Bezirksamt Schöneberg [Hg.], 1996, Sachesndamm, Landschaftsplanerischer Fachbeitrag zu den Bebauungsplänen XI-213 und XI-231 in Berlin Schöneberg 21 Planergemeinschaft Dubach/Kohlbrenner, Bezirksamt Tempelhof [Hg.], 2000, Landschaftsplanerischer Fachbeitrag zum Bebauungsplan XIII–244, Berlin-Tempelhof: Fassung zur Beteiligung der Träger öffentlicher Belange
20

Konzept Schöneberger Linse Herbst und Lang, in Fugmann/ Janotta, 1996

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ren Bebauungsplanverfahren seine Richtung geben und kann Auftakt sein für Projekte im Rahmen Stadtumbau West. Gesucht werden in der Weiterentwicklung der vorhandenen Mischung eine mögliche Nutzungsmischung, nötige Interventionen im „öffentlichen Raum“ und ein schrittweises Vorgehen sowie die Verzahnung mit den umliegenden Stadträumen, um die Synergien des gesamten Untersuchungsgebietes aufzunehmen. Das Gelände der Berliner Wasserbetriebe, für das bisher keine Konzepte vorliegen, soll mit diskutiert werden. Die General-Pape-Straße wird im Zuge der Erschließung des Bahnhofs nach Süden zum Sachsendamm verlängert und im Kreuzungsbereich mit der Dudenstraße umgebaut. Im Rahmen der Studien zu den Interreg IIIB Projekten wurde aus der vorhandenen Nutzungsmischung, dem Denkmalstatus sowie einer kleinen Ausstellung zur Rolle der Kaserne in der Nazizeit zur Imagebildung für eine zukünftige Entwicklung der Begriff der „Kultur Kaserne“ entwickelt. Das Teilgebiet Naumannstraße erhielt ein städtebauliches Konzept im Rahmen der Projekte Interreg IIIB – Metropolitan Areas22, dass aktuell mit der Vorbereitung zur Neuerschließung in Abstimmung aller Eigentümer in der Umsetzung ist (Bebauungsplan, städtebaulicher Vertrag). Neben dem Neubau der Neuen Naumannstraße, soll es unter Stabilisierung der heutigen Nutzungen und Nutzer zur möglichst weitgehenden Nutzung vorhandener Gebäude und Strukturverbesserungen vor allem an der Alten Naumannstraße mit Handwerkerhöfen, modernen Wohn- / Gewerbehäusern kommen. Dies wäre auch gleichzeitig eine Öffnung des Gewerbegebietes zum Wohngebiet (Aufgabe der Begrenzungsmauer). Der „öffentliche Raum“ soll zur Imagebildung und zur Verknüpfung mit den umgebenden Stadtteilen dienen („Verdoppelung“ des Leuthener Platzes in das Gewerbegebiet hinein, Brücke über die Bahn zur General-Pape-Kaserne, Weg entlang des Bahngrabens). Sie werden im Bebauungsplan entsprechend vermerkt. Im städtebaulichen Konzept für den Standort Gasometer wird dieser durch einen Investor zu einer Eventhalle mit anliegenden Nutzungen (Gastronomie u.a.) umgenutzt23. Die Gasag nutzt das südliche Gelände als eigenen Standort und vermietet Gebäude als Dienstleistungsgebäude für einen Beschäftigungsträger. Nördliche Teilflächen sollen als öffentliche Grünanlage bzw. Spielplatz vom Bezirk übernommen werden. Der angrenzende Cheruskerpark wird in Stand gesetzt und nach Umbau von Teilen der Torgauer Straße zu einem Teilstück des Ost-West Grünzug vergrößert (siehe Freiflächen 1.4). Die Konzepte zur Umstrukturierung der gewerblich genutzten Flächen / Brachen an der Bautzener Straße und an der Kreuzbergstraße sehen Wohn- und Mischnutzungen zur Arrondierung der angrenzenden Wohngebiete vor. Ein Steg in Verlängerung der Großgörschenstraße, verbindet beide Seiten des Bahngrabens. Die BEP hat die Flächen entsprechend dargestellt. Die Flächen an der Kreuzbergstraße sind inzwischen zumindest für die nächsten 15 Jahre mit Einzelhandel (Lidl, Aldi) belegt. Ein Zugang zum möglichen Park „Flaschenhals“ ist gesichert. An der Bautzenerstraße sind nur noch die südlichen Flächen gewerblich vermietet. Für den vorderen Bereich wird davon ausgegangen, dass es neuer Konzepte bedarf. Zumindest Geschosswohnungsbau wird nicht mehr als realistisch angesehen24. Der Eigentümer (Vivico) ist offen für Konzepte kommender Investoren. Die AG Gleisdreieck hat mit Hilfe der Uni Cottbus Vorschläge einer Zwischennutzung vor allem durch Gärten gemacht 25, die von Sei-

Konzept Naumannstraße, BRSS Architekten, 2004

Konzept Gasag Gelände / Ergo Columbia, aus Fugmann & Janotta, 2003

22 23 24

BRSS Architekten, Bezirksamt Tempelhof-Schöneberg [Hg.], 2004, Gebietsmanagement Naumannstraße: Projektbericht Dezember 2003 bis Dezember 2004. Fugmann & Janotta, Bezirksamt Schöneberg [Hg.]. 2003. Schöneberger Grünzüge – Erläuterungsbericht.

siehe Stadt-Land-Fluss und Fugmann & Janotta, Bezirksamt Schöneberg [Hg.], 1998, Städtebauliches und landschaftsplanerisches Entwicklungskonzept Kreuzbergstraße; und Planungsbüro Joh. N. Müller, Bezirksamt Schöneberg [Hg.], 1996, Städtebauliche Analyse und Konzeption Bereich östliche Bautzener Straße. 25 TU Cottbus / Studienarbeiten, 2005, Stegreif-Entwurf: Bautzener Straße, Berlin-Schöenberg. Zusammenfassung der studentischen Ergebnisse, WS 04/05.

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ten des Eigentümers Vivico kritisch gesehen werden, da sie eine zusammenhängende Vermarktung gefährden. Die Eisenbahnhallen nördlich unterhalb der Dudenstraße werden vom Technikmuseum als „Archiv“ genutzt, dass durch eine Bahntrasse mit dem Hauptgelände verbunden ist und unregelmäßig geöffnet hat. Diese Trasse und die Öffnung des Archivs wird momentan durch den Aufkauf der Trasse verstetigt. Für die Hallen gibt es langfristige Mietverträge. Das Museum hat entsprechende Investitionen zur Modernisierung getätigt. An der Dudenstraße entsteht aufgeständert ein weiterer Lidl. Nach Bebauungsplan führt daneben eine Rampe / öffentlicher Weg zu den Hallen. Flächen westlich der Kolonnenbrücke in Richtung Monumentenbrücke werden durch einen Bebauungsplan als Kern- und Gewerbegebiet mit einem Stadtplatz und Weg entlang des Bahngrabens festgesetzt. Die Bebauung westlich der vorhanden Tankstelle ist fast fertig (Verlagerung eines Autohändlers von der Schöneberger Linse). 1.3.3. Entwicklungsperspektiven In allen Planungen wird davon ausgegangen, dass die Flächen aufgrund ihrer Lage attraktiv sind und Investoren anziehen. Faktisch muss erkannt werden, dass die Flächen aufgrund historischer Funktion und damit einhergehender deutlicher Abgrenzung wie Mauern, Bahngräben und –dämmen und durch die gute Erschließung („hinter Bahndämmen“, „mit der Autobahn schnell vorbei“) einfach übersehen werden oder sie als unattraktiv und kompliziert erschlossen gelten. Die Bahn- und Autobahntrassen führen an den Flächen vorbei und stellen Barrieren dar, sie zu erreichen. Die Flächen sind in großen Teilen genutzt und in der Umstrukturierung, d.h. neue Nutzer sind mit Flächen konfrontiert, die der Strukturierung und der Modernisierung, bedürfen. Die Flächen liegen in Teilen brach und entwickeln sich „wild“. Wie ein ungeschliffener Edelstein muss das Gebiet „entdeckt“ werden. Ein einzelner Investor, von einer Fläche ausgehend, wird eher zurückschrecken – es käme dem Schleifen eines Edelsteins an einer Seite gleich. Der Wert wäre zweifelhaft.
Den ersten Schritt machen + private Investitionen anstoßen

Konzept Kreuzbergstraße: Stadt Land Fluss / Fugmann&Janotta 1998 Konzept Bautzener Straße: Planungsbüro Joh. N. Müller 1996

Widersprüchliche Erschließungssituation: großräumig optimal erreichbar - kleinräumig schlecht erschlossene

Um die Planungen umzusetzen bedarf es einer Koordinierungsarbeit zwischen vorhandenen und neu zu gewinnenden Akteuren gekoppelt mit Finanzierungsmitteln für weitere Infrastruktur und Umbaumaßnahmen (vor allem im öffentlichen Raum). Auf diese Weise wird viel schneller privates Kapital aktiviert in die vorhandenen Konzepte an dieser Stelle einzusteigen. Momentan wartet jeder darauf der Zweite zu sein, um sein Risiko zu reduzieren. Es muss gelingen, einen gemeinsamen Start zu forcieren. Vorhandene Konzepte sind Grundlage für weiteres Vorgehen und Abstimmungen. Sie sind eingebunden in gesamtstädtische Konzepte. In Teilbereichen sind sie zur Umsetzung von Projekten noch zu präzisieren.

Konzepte liegen vor

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1.4.

Verkehrliche Einbindung

Die verkehrliche Einbindung des Untersuchungsgebietes ist im Vergleich fast unerreicht in Berlin. Der Bahnhof Südkreuz wird 2006 zweit wichtigster Bahnhof im Fernnetz. Er ist Motor der Gebietsentwicklung und Auslöser des Umbaus. Autobahnring und Westtangente (bis Sachsendamm) führen an ihn heran. 1.4.1. Schienengebundener Nah- und Fernverkehr – Bahnhof Südkreuz Das Untersuchungsgebiet ist wesentlich geprägt durch die drei Schienenwege des Nah- und Fernverkehrs mit vier S-Bahnhöfen und einem Großbahnhof. Westlich wird das Gebiet vom „Wannseegraben“ begrenzt. Östlich verläuft die ehemalige „Dresdener Bahn“, über die neben der S-Bahn ab 2006 der Regional- und Fernverkehr (ICE) fahren wird. In Ost West Richtung verläuft die städtische Ringbahn. Das Untersuchungsgebiet ist mit Berlin, seinem Umland und weiter verknüpft. Der Bahnhof „Südkreuz“ wird entsprechend der Bahnstruktur Berlins nach dem Berliner Hauptbahnhof/ Lehrter Bahnhof die wichtigste Station im Berliner Eisenbahn-Fernverkehr werden. Rund 500 Züge des Regional- und Fernverkehrs und alle 2 1/2 Minuten ein S-Bahnzug sollen künftig am Bahnhof Südkreuz halten. Es wird mit ca. 200.000 Reisenden pro Tag gerechnet. In wieweit diese den Bahnhof zum Aussteigen nutzen oder beim Umsteigen das Gebiet entdecken, wird an der Gestaltung der Ausstiege (Bahnhofsvorplätze) und dem Angebot im Umkreis liegen. Der Neubau von IKEA südlich des Bahnhofs führt schon heute zu einer erhöhten Ausstiegsfrequenz des traditionellen Umsteigebahnhofs im S-Bahnnetz. Nach Planfeststellungsverfahren für den Bahnhof Papestraße (Südkreuz) gibt es ein „....Verteilergeschoß zwischen den Ein- und Ausgängen des Bahnhofs zu allen vier angrenzenden Stadtquartieren...“. Im Norden und Süden werden die in Nord-Süd-Richtung verlaufenden Bahnsteige von zwei Parkhäusern überbaut. Die Ausgänge nach Westen (zur "Schöneberger Linse") und nach Osten (zum Gebiet Papestraße) führen auf Bahnhofsvorplätze. Es wird auch Eingänge nach Norden (zum Gebiet Naumannstraße) und nach Süden (zum Sachsendamm) geben.“ (2. Änderung vom 16.05.2003). Der nördliche Zugang – insbesondere eine Platzgestaltung - wird in der 4. Änderung (25.4.05) als nicht unbedingt erforderlich eingeschätzt, jedoch nur für eine spätere Aufwertung zurückgestellt. Der Ausbau(standard) der Bahnhofsvorplätze bzw. der Realisierungszeitraum, auch des Nordausganges ist noch in Diskussion. Die Realisierung 2006 / 07 jedoch unstrittig. Bisher sind in den Bahnhof ca. 115 Millionen Euro investiert worden. In den angegliederten Parkhäusern sind Stellplätze für rund 2.600 Autos vorgesehen von denen zunächst erst 220 auf den südlichen Betonplatten für die Parkpaletten angelegt werden. 1.4.2. Straßen und Autobahn Das Untersuchungsgebiet ist an die Bundesautobahn A 100 (Stadtring) mit der Anschlussstelle Sachsendamm sowie zur Westtangente („Schöneberger Kreuz“) angeschlossen (deren geplante Fortführung nach Norden endgültig aufgegeben ist) und hat damit eine optimale Anbindung ins gesamte Stadtgebiet und ins Umland. Der Sachsendamm verknüpft parallel zum Autobahnring als Stadtstraße die beiden wichtigen Berlin süd-nördlich durchfahrenden Bundesstraßen (B1 in Schöneberg und B96 in Tempelhof), er ist Haupterschließungsstraße für den neuen Bahnhofes Südkreuz. Als weitere große Ost-West -Verknüpfung führt die Kolonnenbrücke (Kolonnen-, Dudenstraße) über den Bahngraben.
Pilzkonzept Berlin

Bahnhof Papestraße / Südkreuz Planungen + Investitionen

Bahnhofsvorplätze

optimale überörtliche Anbindung

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Zwischen diese beiden Ost – West – Querungen dient die Naumannstraße als Nord-Süd Verbindung. Ihre Führung wird gerade an den neuen Bahnhof herangelegt. Im weiteren wird ein neuer Straßenverlauf durch das Gewerbegebiet Naumannstraße geführt, um dieses attraktiver zu erschließen und das Wohngebiet Schöneberger Insel zu entlasten. Die „Alte Naumannstraße“ kann dann verkehrsberuhigt werden. Als zweite neue Nord-Süd-Verbindung des Untersuchungsgebietes wird die General-Pape-Straße umgebaut und verlängert. Sie wird damit an den Bahnhofsvorplatz Ost gelegt und an den Sachsendamm durch gebunden. Durch eine nördliche Einhängung des Loewenhardtdamms in die General-Pape-Straße statt der direkten Mündung in die Dudenstraße wird das Wohngebiet Siedlung Neu-Tempelhof vom Nord-Süd-Verkehr entlastet. Für diesen Zweck soll auch der Werner-Voss-Damm verkehrsberuhigt werden. Die Einbindung in ein Konzept für die Kaserne und das Gelände der Wasserbetriebe böte hier die Möglichkeit der städtebaulichen Gestaltung des Bahnhofsumfeldes. 1.4.3. sonstige Wege Neben den großen Straßen mit denen das Gebiet in die Stadt eingebunden ist, spielen die überörtlichen Fuß- und Radwege (siehe auch Grün und öffentlicher Raum 1.5) und die Verbesserung der „inneren Strukturen“ der Teilgebiete eine Rolle (siehe auch gewerbliche Flächen als Potenzialflächen 1.2. und die Planungen 1.3). Überörtliche Rad- und Fußwege
fehlendes Teilstück im Rad- und Fußwegesystem

Die überörtlichen Rad- und Fußwege sparen das Gebiet bisher aus. Sie führen bis an das Untersuchungsgebiet heran – aber bisher nur in Teilen durch es hindurch. Der kurze Weg ins Zentrum (Potsdamer Platz) muss noch realisiert werden. Durch den Grünzug südlich entlang des Südgeländes über den HansBalluschek Park führt der Weg für Skater, Radfahrer und Fußgänger nach Fertigstellung des Bahnhofsvorplatzes West bis zum Eingang des Bahnhofs. Die Fortführung entlang des Bahngrabens zum Park Gleisdreieck und weiter zum Potsdamer Platz ist in allen Planungen für das Untersuchungsgebiet enthalten. Lediglich eine Fahrradnebenroute verläuft westlich entlang der Crellestraße und des Wannseegrabens am Gleisdreieck vorbei (Nelly-Sachs-Park) zum Potsdamer Platz. Sie zweigt von der ost-westlich querenden Hauptfahrradroute über die Langenscheidt-, Monumentenbrücke und Kreuzbergstraße nach Norden ab. Insbesondere die große Verbindung über eine oder mehrere Yorckbrücken gilt es zu realisieren. Einer südlichen Verbindung über die Schöneberger Insel fehlen Teilstücke. Ebenso fehlen Teile zur Verknüpfung mit Tempelhof (insbesondere eine Brücke). Lediglich im Cherusker Park finden sich Teilstücke, die nach Ost-West und Nord-Süd angebunden werden könnten. Der Umbau der Torgauerstraße und anliegender Gewerbeflächen ist seit langem geplant. Teilstücke wären auch über die Straße denkbar (auch Umwidmung Fahrradstraße). Innere Wegestrukturen der Teilgebiete – öffentlich und privat

fehlende oder unübersichtliche innere Erschließung der Teilgebiete

Die vorhandene Erschließung der Teilgebiete gleicht aufgrund der historischen Nutzungen der von Inseln. Lediglich die Schöneberger Linse hat öffentliche Stadtstraßen. Alle anderen Gebiete sind privat erschlossen. Sie haben unterschiedlich ausgebaute innere Netzstrukturen und aufgrund der sie umgebenden Mauern eingeschränkten Zugang. Teilweise bestehen gewohnheitsmäßig öffentliche Gehrechte. Das Gasaggelände erschließt sich über die historisch sehr schmale öffentliche Torgauer Straße zwischen den Bahndämmen und Brücken der Ring- und Wannseebahn vom Sachsendamm. Weitergehend wird sie langfristig Sackgas-

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se aufgrund der Erweiterung Cherusker Park und des Grünzuges entlang der Ringbahn. Ihr nötiger Ausbaustandard für eine andere Nutzung auf dem Gasaggelände ist in Diskussion. Am Tor beginnt, die innere Erschließung, die der Entscheidung des Eigentümers und zukünftigen Nutzers unterliegt. In Diskussion sind nötige Stellplätze für die Entertainment Nutzung. Das Gebiet Naumannstraße wird über zwei Zugängen von der Naumannstraße erschlossen. Sie führen zu einer inneren Erschließungsstraße mit mehreren „zufälligen“ Abzweigen zu den einzelnen Betrieben. Die Zufahrt von der Kolonnenstraße dient vor allem der Erschließung der Firmen an dieser Erschließung. Sie ist nicht wirklich mit dem Hauptgelände verbunden. Die neue geplante Erschließung bindet diese beiden inneren Straßen auf einer etwas geänderten Trasse zusammen. Sie wird durch städtebaulichen Vertrag eine öffentliche Straße. Zusätzlich soll die Ost-West-Wegeführung durch das Untersuchungsgebiet kreuzen mit einer Brücke über die Bahn. Die interne Erschließung der Mieter oder Käufer von Flächen bleibt diesen vorbehalten. Das vorhandene Konzept macht Vorschläge der Aufteilung und Erschließung (siehe 1.3). Die General-Pape-Kaserne hat eine differenzierte historische Struktur innerer, privater Erschließung über Wege und Straßen. Trotz der Mauer um die Fläche, ist eine Zufahrt vor allem über die General-Pape-Straße, aber auch vom Werner-Voss-Damm über mehrere Eingänge möglich. Es gibt je einen Fußweg von Norden aus der Kleingarten Kolonie und von Osten durch ein Tor der Wohnanlage an der Gontermannstraße. Der „verwunschene“ Charakter, zusammen mit den nicht zur Struktur passenden Neubauten, macht es eher schwer sich als Ortsunkundiger zurecht zu finden. Der Ausbaustandard der Straßen und Wege (Kopfsteinpflaster, Sand, Asphalt) entspricht dem ursprünglichen mit Teilanpassungen und einem dringenden Bedarf einer Sanierung. In wie weit die technische Infrastruktur zu erneuern sind, kann nur gemutmaßt werden. Die Gebiete am Werdauer Weg und an der Bautzener Straße, der Kreuzbergstraße und zwischen Duden- und Monumentenstraße sind jeweils nur mit einer privaten Stichstraße erschlossen. Bei Verkauf werden diese mit veräußert. Teilweise sind öffentliche Wegerechte über Bebauungspläne gesichert. 1.4.4. Entwicklungsperspektiven Die Verkehrsinfrastruktur für den ÖPNV und MIV wird momentan in der Umsetzung und entsprechend den Planungen so entwickelt, dass das Untersuchungsgebiet und seine Flächen um den Bahnhof Südkreuz bestens erschlossen sind. Bahnhof wie Straßen werden zukünftige neue Akteure in das Gebiet bringen. Der Ort muss zum Ziel gemacht werden, sonst wird er nur durchfahren. Die Gestaltung des öffentlichen Raumes muss die Attraktivität erhöhen. Der Bahnhof wird mit dem Bau seiner Vorplätze und Wege in die anliegenden Gebiete hinein, diese deutlich erreichbar machen. Den Gleichen Effekt hat die Fertigstellung der Naumannstraße und General-Pape-Straße. Die Fuß- und Radwege, die die großen Berlinweiten Grünzüge begleiten (Südgelände, Hans - Balluschek Park, Gleisdreieck (geplant) und „Berliner Innenring“), sind eine Chance und besondere Attraktion für die kurze Fuß-, Rad- und Skate-Anbindung zum Potsdamer Platz und ins Umland (siehe auch Freiflächen) oder einer touristischen Rundschleife. Die Teilgebiete um den Bahnhof müssen über ihre interne verkehrliche Straßen- und Wegestruktur angebunden werden, so dass sich die Gebiete mit ihrem öffentlichen Raum (wenn auch auf privater Fläche) präsentieren. Dafür werden die Strukturen, Räume verbessert. Die „Grünen Wege“ führen durch sie hindurch, und binden sie so ein.

Teilgebiete + Bahnhof werden verbunden zum Südkreuz

Fuß-, Rad- und Skatewege

innere Wegestruktur + öffentlicher Raum

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1.5.
wenig öffentliche Grünflächen

Grün und öffentlicher Raum

Das Untersuchungsgebiet weist im Bestand nur einen sehr geringen Anteil öffentlicher Grünflächen auf. Größere zusammenhängende Grünstrukturen stellen demgegenüber Friedhöfe, Kleingartenanlagen und eingeschränkt auch die Sportanlagen dar. Für den übergeordneten Freiraumverbund wie für die Versorgung mit öffentlichen Grünflächen spielt das Untersuchungsgebiet derzeit eine nur sehr untergeordnete Rolle. Wegen der Vielzahl an Barrieren und wegen großer Areale, die nicht öffentlich erschlossen sind, fällt eine Orientierung im Untersuchungsgebiet schwer. Auch die beeindruckende Landmarke des Gasometers ist nur aus wenigen Blickrichtungen aus dem Untersuchungsgebiet heraus sichtbar. Einzig die Brücken erlauben weiträumige- und z.T. auch sehr attraktive Sichtbezüge in die Stadt. Das Untersuchungsgebiet fungiert heute in erster Linie als Transitraum für den Durchgangsverkehr in Ost-West-Richtung. Fußgänger sind in den stark befahrenen Straßenräumen nur sporadisch anzutreffen. 1.5.1. Das Untersuchungsgebiet in der gesamtstädtischen Perspektive Dem Untersuchungsgebiet kommt aus Sicht des Berliner Landschaftsprogramms eine hohe Bedeutung im Berliner Freiraumsystem zu. Es befindet sich genau im Schnittpunkt des Inneren Parkrings (Ost-West-Grünzug) mit der NordSüd-Radialen. Im Rahmen der Berliner Ausgleichsflächenkonzeption, die am 17.12.2002 vom Senat beschlossen wurde, sind als konkrete Projekte der Wannseegraben (Projekt 10), der Nord-Süd-Grünzug (Projekt 12) mit dem sog. Flaschenhals (Projekt 11) und der Ost-West-Grünzug (Projekt 04) benannt.

Barrieren + unübersichtliche Erschließung

Transitraum

Freiraumsystem Berlin mit Ausgleichskonzeption

Unterstützt werden die Ziele des Landschaftsprogramms durch das Projekt "Ein Plan für 20 grüne Hauptwege". Die "20 grünen Hauptwege" sollen Vernetzungen herstellen und über ein Leitsystem eine Orientierung im gesamten Berliner Raum schaffen. Konkret handelt es sich im Untersuchungsgebiet um den Weg 5 „Nord-Süd-Weg“ vom Gleisdreieck zum Südgelände und um den Weg 18 „Innerer Parkring“ vom Flughafen Tempelhof zum Volkspark Schöneberg.

20 Wege (Ausschnitt)

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1.5.2. Das Untersuchungsgebiet in der bezirklichen Perspektive Das Untersuchungsgebiet ist umgeben von einem Mosaik vorhandener und geplanter Grünanlagen. Im Norden wird in den nächsten Jahren der Park auf dem Gleisdreieck entstehen. Die südlichen Fortsetzung im sog. „Flaschenhals“ auf der Dresdener Bahn ist in Planung. Östlich liegt der Viktoriapark und der Grünzug entlang des Bäumerplans mit dem Kynastteich, westlich befinden sich der Heinrich v. Kleist-Park, der Heinrich-Lassen-Park und der Rudolf-Wilde-Park. Nach Süden schließt sich der Hans-Baluschek-Park und der Naturpark Südgelände an.

Schöneberger Grünzüge, Fugmann / Janotta 2003

Kennzeichnend für das Untersuchungsgebiet ist jedoch, dass die genanten Parkanlagen wegen der vorhandenen Bahn-Barrieren und der Hauptverkehrsstraßen kaum bzw. nur auf langen Wegen erreichbar sind. Entlang der Dresdener Bahn gibt es auf einer Länge von rd. 1.300 m zwischen Kolonnenbrücke und Sachsendamm (S-Bhf. Papestraße) sowie entlang der Wannseebahn zwischen Julius-Leber-Brücke und Dominicusstraße (S-Bhf. Schöneberg) auf rd. 900 m keine Querungsmöglichkeiten. Diese isolierte Lage gilt es zu überwinden bzw. auch als Chance zu begreifen. Die Bahnanlagen können an strategisch günstigen Punkten gekreuzt werden, sie können auch selbst Funktionen im Grünverbund übernehmen. Zu unterscheiden sind in diesem Zusammenhang Ost-West-Grünverbindungen, die die Wohngebiete entlang der (Schöneberger) Hauptstraße, auf der Schöneberger Insel sowie und nördlich und südlich der Dudenstraße untereinander vernetzen. Diese Verbindungen haben eher stadtteil- bzw. quartierbezogenen Funktionen. Für das Untersuchungsgebiet von besonderer Bedeutung ist hierbei die Ost-West-Spange, die ein Verbindung von der Siedlung NeuTempelhof (Bäumerplan) über die Schöneberger Insel (Leuthener Platz / Cheruskerpark) zum Heinrich-Lassen-Park herstellt. Die Dresdener Bahn wird in Fortsetzung der Gontermannstraße, die Wannseebahn wird auf Höhe der Gasag-Nordspitze / Cheruskerpark über einen Steg gekreuzt. Diese zweite Überquerung kann bis zum Bau der Stammbahn als temporäre Nutzung realisiert werden.

Entwicklungskonzept Kreuzbergstraße, Fugmann / Janotta 1998

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Eine weitere Ost-West-Verbindung soll in Fortsetzung der Großgörschenstraße entstehen. Eine neue Brücke über die Bahnanlagen bindet nicht nur den SBahnhof Yorckstraße besser an die südlich gelegenen Wohngebiete an, sondern verknüpft auch den Heinrich von Kleist-Park und den Viktoriapark mit dem sog. Flaschenhals und dem Park auf dem Gleisdreieck. Bei den Nord-Süd- Grünverbindungen stehen neben der stadtteilbezogenen Bedeutung gesamtstädtische Aspekte im Vordergrund. Von herausragender Bedeutung ist der geplante Grünzug entlang der Dresdner Bahn. Hier gibt es verschiedene, sich ergänzenden Führungen auf westlicher und östlicher Seite, oberhalb oder auch im Bahngraben selbst. Dieser Grünzug verbindet den Potsdamer Platz über das Gleisdreieck mit dem Naturpark Südgelände. In den übergeordneten Konzepten ist ein Führung bis an den Stadtrand im Norden und Süden vorgesehen. Im Untersuchungsgebiet werden Verbindungen über die Yorckbrücken zum Gleisdreieck hergestellt und Abgänge an den querenden Brücken geschaffen. Im Bereich des Bahnhofs Südkreuz kann der Bahnhof mit seinen Vorplätzen einbezogen werden und so auch als Drehkreuz für übergeordnete Wegverbindungen fungieren. Die mit dem Bahnhof baulich bereits verbundene Fußgängerbrücke über den Sachsendamm zum Hans-Baluschek-Park existiert bereits. Ergänzend kann der Wannseegraben in das Grünverbindungsnetz einbezogen werden. Hier bestehen bereits fußläufig gut nutzbare Wegeverbindungen im Bereich der Straßen beidseitig der Bahnanlagen. Eine direkte Verbindung zum Gleisdreieck kann im Bahngraben zwischen der Langenscheidtbrücke und den Yorckbrücken angelegt werden (ggf. als temporäre Nutzung bis zum Bau der Stammbahn.) Beide Nord-Süd-Verbindungen treffen sich in dem geplanten Park auf dem Gleisdreieck. Im Zusammenspiel mit dem Ost-West-Grünzug entlang der Ringbahn ergibt sich die Schöneberger Schleife, ein Rundweg um die Schöneberger Insel mit Anschluss an den Potsdamer Platz. 1.5.3. Die Grünstruktur und öffentlicher Raum des Untersuchungsgebiets Einzige öffentliche Grünanlage im Untersuchungsgebiet ist der rd. 1,7 ha große Cheruskerpark. Wegen seiner schmalen und langgestreckten Form weist er kaum nutzbare Spiel- und Sportflächen auf. Zudem befindet sich der Cheruskerpark, auch wegen der hohen Beanspruchung durch die Nutzer, in keinem guten Unterhaltungszustand. Aus diesem Grund kommt der Aufwertung und Erweiterung des Cheruskerparks eine zentrale Bedeutung. Geplant ist die Erweiterung um das südliche, bisher gewerblich genutzte Dreieck an der Torgauer Straße bis zum Bahndamm und die Einbeziehung der sog. Gasag-Nordspitze. Dabei handelt es sich um eine rd. 12.000 m² große Fläche, die im Zuge der Entwicklung des Gasag-Standortes um den Gasometer zu einem Gewerbe–, Kulturzentrum und Freizeitzentrum umgestaltet werden soll. Angebunden wird die Gasag-Nordspitze und der Cheruskerpark an die Ost-West-Spange mit einer Querung der Wannseebahn nach Westen. Die Fortsetzung Richtung Süden mit dem Bahndurchstich zur Schöneberger Linse gehört zu einer längerfristigeren Planungsperspektive. Auf diesem Weg könnte die Schule am Tempelhofer Weg und das weiträumige Schöneberger Sportgelände (Schwimm- und Sporthalle Schöneberg, Dominicus-Sportplatz) südlich des Sachsendamms besser angebunden werden. Zudem ergeben sich weitere Wegeverbindungen über den Priesterweg Richtung Süden zum Insulaner und Südgelände sowie über den Werdauer Weg in Richtung Rubensstraße / Friedenau.

Nord-Süd-Grünzug, Fugmann / Janotta 1994

Schöneberger Grünzüge, Fugmann / Janotta 2003

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Auf der Schöneberger Linse steht die Aufwertung des öffentlichen Raums im Vordergrund. Dies betrifft vor allem den Tempelhofer Weg als innenliegender Hauptachse zwischen dem Bahnhof Südkreuz und dem Bahnhof Schöneberg. An diese Achse angelagert sollen weitere Stadtplätze unterschiedlicher Dimensionierung und jeweils spezifischer Charakteristik zur Attraktivität des öffentlichen Raums beitragen und funktional die Bahnhofsvorplätze ergänzen. Zwei Grünanlagen entstehen neben dem Schulstandort Luise-und-Wilhelm-Teske Oberschule. Im Zuge des Konzeptes zur Strukturierung des Gewerbegebietes Naumannstraße wird der Leuthener Platz nach westen in das Gebiet hinein „verdoppelt“. Der Weg der Ost-West-Verbindung über den Bahngraben der Dresdener Bahn führt als Teil der Ost-West-Spange durch das Gebiet. Flächenpotentiale zur Schaffung weiterer öffentlicher Grünanlagen befindet sich vor allem im Graben der Dresdner Bahn zwischen Kolonnenbrücke und Yorckbrücken. Hierbei handelt es sich um mit dem rd. 5 ha großen sog. „Flaschenhals“ und der rd. 1,5 ha großen Grünfläche westlich der S-Bahn unter der Monumentenbrücke um Flächen, die in den letzten Jahren bereits einen naturparkartigen Charakter entwickelt haben. Im Rahmen von Stadtumbau-West geht es hier in erster Linie um die Erschließung und Unterhaltung. In Fortsetzung des Flaschenhalses befindet sich südlich der Monumentenbrücke – auf Höhenlage des Bahngrabens – der Lokschuppen des Museums für Verkehr und Technik. Zur Zeit nur über eine versteckt liegenden Stichstraße von der Monumentenstraße aus zu erreichen, rückt dieses Gelände durch die verbesserte Anbindung nach Süden und auch nach Norden zu Dudenstraße stärker in das öffentliche Bewusstsein. 1.5.4. Entwicklungsperspektiven Mit der Entwicklung noch nicht erschlossener Vegetationsflächen auf den Bahnanlagen, mit der Aufwertung und Erweiterung bestehender Plätze und Parkanlagen und mit der Herstellung neuer Grünverbindungen können im Rahmen des Stadtumbaus entscheidende Impulse zur Gebietsentwicklung gesetzt werden, die weit über das Untersuchungsgebiet ausstrahlen. Als Schüsselprojekte sind die Schöneberger Schleife, die Schöneberger OstWest-Spange und die Aufwertung des Tempelhofer Wegs mit anliegenden Plätzen hervorzuheben. Mit der Schöneberger Schleife wird das Untersuchungsgebiet aus seiner isolierten Lage befreit und rückt an den Potsdamer Platz heran. Neu erschlossenen Grünanlagen im Bahngraben werden mit aufgewerteten Parkanlagen und Stadtplätzen verbunden, bisher kaum wahrgenommen Standorte wie das der Außenstandort des Museums für Verkehr und Technik, das Gasag-Gelände und die Kulturkaserne an der General-Pape-Straße rücken in das öffentliche Bewusstsein. Die Schöneberger Ost-West-Spange schlägt im wahrsten Sinne des Wortes Brücken von Tempelhof nach Schöneberg. Für Fußgänger und Radfahrer ist sie ein hoch attraktive Verbindung zwischen den stark befahrenen Straßenzügen der Kollonen-/Dudenstraße und des Sachsendamms. Schließlich ist die Aufwertung des Tempelhofer Weges mit seinen anliegenden Stadtplätzen der Impulsgeber für die Entwicklung der Schöneberger Linse. Zusammen mit den Bahnhofsvorplätzen entsteht am zweiten Hauptbahnhof Berlins ein attraktiver öffentlicher Raum mit stadtweiter Bedeutung.
Barrieren aufheben + Räume entdecken

Stadtplätze am Bahnhof Papestraße, Fugmann/ Janotta 1999

Entwicklungspotenziale

Brücken schlagen

Impulse zur Standortentwicklung

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1.6.
Standort sozialer + kultureller Nutzungen

Soziale und kulturelle Infrastruktur

Neben den gewerblichen Flächen liegen im Untersuchungsgebiet zahlreiche Standorte der sozialen, gemeindlichen Infrastruktur (Schulen, Sportanlagen, Kirchen). Kulturelle (Infra)struktur zeigt sich z.B. in den Denkmalen der ehemaligen technischen und verkehrlichen Infrastruktur, des Militärs, der Friedhöfen u. a.. Sie zeigen die Geschichte des Ortes. Das Untersuchungsgebiet mit seiner speziellen ehemaligen Bedeutung für Berlin (Ver- und Entsorgung) stellt sich dar. Die Standorte versorgen andere Akteure als die Eigentümer, Gewerbetreibenden und ihre Kunden im Gebiet. Sie sind Anlaufpunkt für Bewohner, Besucher: Sportler, Touristen. Sie können dem Gebiet ein Gesicht geben, insbesondere da wo gewerbliche, dienstleistende und touristische Entwicklungen Hand in Hand mit den Entwicklungen für die Bewohner und Besucher gehen. 1.6.1. Geschichte des Ortes – Denkmale und Ausstellungen Die großen Anlagen der Ver- und Entsorgung der Stadt haben technische Denkmale hinterlassen. Das Gaswerk Schöneberg ist in seiner Gesamtanlage mit den Einzelgebäuden ein Denkmal. Insbesondere der Niederdruckgasbehälter (Gasometer) ist allen Berlinern und Besuchern weithin sichtbar bekannt. Er kann Leuchtturm im wahrsten Sinne des Wortes auch für das sich umstrukturierende Untersuchungsgebiet sein. In den Planungen für den Standort (Kultur und Entertainment) ist er entsprechend herausgestellt. Die Frage bleibt wie sehr er für moderne Werbung genutzt werden darf. Nicht weit entfernt am Tempelhofer Weg (Schöneberger Linse) steht ein Rest des Elektrizitätswerk der 1920er Jahre ohne weitere Nutzung unter Denkmalschutz. Zusammen mit einem BSR und dem BWB Standort wäre die Geschichte als Ver- und Entsorgungsstandort darstellbar. Ein Interesse des Technikmuseums wäre zu klären.

Genius loci – Denkmale + Kulturpunkte

Gaswerk Schöneberg

Elektrizitätswerk

Archiv Technikmuseum

Das Technikmuseum liegt mit seinem „Archiv“, d.h. zwei Eisenbahnhallen zwischen Monumentenstraße und Dudenstraße im Gebiet. Der Wagenpark bzw. die Bahnwaggons, die am Hauptstandort keinen Platz haben, stehen hier unregelmäßig auch Besuchern zur Verfügung. Die Museumsbahn fährt auf eigenem Gleis vom Hauptstandort hierher. Die Möglichkeit besteht bis zum Bahnhof „Südkreuz“ zu fahren. Die unter Denkmalschutz stehenden Yorckbrücken begrenzen das Untersuchungsgebiet nach Norden. Einen Teil der Brücken hat die Bahn erneuert weiterhin in Gebrauch. Zwei Brücken die für die Baulogistik erneuert wurden, stehen der Museumsbahn zur Verfügung. Der weitaus größte Teil der noch historisch vorhanden Brücken ist nicht mehr bzw. nur nach entsprechender Modernisierung nutzbar. Zur Anbindung des Untersuchungsgebietes für Fußgänger, Radfahrer und Skater über die Schöneberger Schleife wären zwei Brücken als Anschluss (je eine westlich und eine östlich) wünschenswert. Eine der beiden östlichen für die Baulogistik erneuerten Brücken wäre dafür denkbar. Die Planungen der bezirklichen wie Berliner Denkmalbehörden unterstützend, wird der Umbau historischer Brücken zu Fußgänger- und Radbrücken angestrebt. In Zuge des Park- und Wegebaus auf dem Gleisdreieck wird es enge Zusammenarbeit zur Weiterführung der Wege ins Zentrum wie zum Südgelände geben. Die Gesamtanlage der General-Pape-Kaserne (einschließlich Wegeführung, Alleebäume, Straßenbelag) steht unter Denkmalschutz. Die attraktive Struktur etwas mehr „herausgeputzt“ – modernisiert und instandgesetzt – ist gleichzeitig Image bildend für den Standort (als historischer Ort der Entwicklung Berlins). Über die Geschichte des Ortes zur Nazizeit (SA-Keller) gibt es eine kleine Ausstellung. Sie könnte zur Geschichte des Ortes insgesamt erweitert werden.

Yorckbrücken

Kaserne General-Pape-Straße

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Außerdem gibt es den Schwerbelastungskörper an der Dudenstraße als Merkzeichen für die Speerschen Planung eines völlig anders gedachten Berlins. 1940 aufgestellt, sollte er die Belastungsfähigkeit des Bodens für den „Triumpfbogen“ testen. 12m hoch und 20m im Durchmesser wäre er etwas mehr freigestellt, deutlich sichtbares Merkzeichen. Der Bezirk hat mit dem Verein „Unterwelten e.V.“ Material und Vorschläge zu einer besseren „Nutzung“ zusammengestellt. Im Zuge der Umbauplanungen der Mündung der GeneralPape-Straße und des Loewenhardtdamms könnte ein deutlich gestalteter Ort entstehen, dessen Begehbarkeit gesichert ist und dadurch einem breiteren Publikum das technische Bauwerk erläutert wird. Die Besichtigungsmöglichkeiten, die bisher nur zum „Tag des offenen Denkmals“ möglich war, könnten regelmäßiger werden. Auch wenn die historischen Gebäude im Gebiet Naumannstraße keinem Denkmalschutz unterliegen so geben sie doch dem Gebiet ein spezielles Gepräge. Gleiches gilt für die unter Denkmalschutz stehende Luise und Wilhelm Teske Schule zusammen mit dem Elektrizitätswerk und der Wohnbebauung der 1920er Jahre an der Gotenstraße für die Entwicklung der Schöneberger Linse. Der 12-Apostel-Friedhof I an der Naumannstraße wie auch der St. Matthäus Kirchhof (Grossgörschenstraße, auf der Schöneberger Insel, am Rande des Gebietes), sind nicht nur ruhige parkähnliche Anlagen als Ausgleich mangelnder Grünflächen, sondern auch Erinnerungsstätten an bekannte Berliner (z.B. die Gebrüder Grimm). 1.6.2. Schulen und Sport Zwei Grundschulen und zwei Oberschulen liegen im Untersuchungsbereich. Fast alle Außenflächen bedürfen der Modernisierung. Das Robert Blum Gymnasium (Kolonnenstraße) und die Luise und Wilhelm Teske Realschule (Tempelhofer Weg) sind als Denkmale auch Stadtraum prägend. Das Robert Blum Gymnasium liegt zwischen Gewerbe- und Wohngebiet und ist über die Kolonnenstraße zentral erschlossen. Die Außenanlagen sind nicht ausbaufähig. Die gegenüberliegenden Sportflächen werden mitgenutzt. Die Luise und Wilhelm Teske Realschule liegt abseitig der Wohngebiete, ist jedoch für die Schöneberger Linse neben den Gewerbebetrieben zusätzlicher Anlaufpunkt - aufgrund der Sportfläche sogar an Wochenenden. Ihr Ausbaupotenzial (geplante Halle und weitere Sportflächen) und die Lage am geplanten Grünzug, ist ein Motor für das Gebiet. Die Havelland Grundschule liegt ebenfalls an der Kolonnenstraße und grenzt mit den neuen Sportflächen direkt an das Gebiet Naumannstraße. Die neue Naumannstraße führt direkt an ihr vorbei. Die Schwielowsee Grundschule an der Monumentenstraße ist Teil des Kinderzentrums (auch Kita) das momentan insgesamt (schrittweise) in die Asbestsanierung geht. Die in diesem Bereich liegenden Sportanlagen (inklusive eines privaten Schießstandes) benötigen eine Modernisierung und eine bessere Einbindung durch Wegeführungen. Weitere große Sportanlagen für Berlin weite Sportveranstaltungen birgt das Sportforum (Schwimmhalle, Mehrzweckhalle, Sportplätze) auch wenn die Radrennbahn einem Möbelhaus weicht. 1.6.3. Kirchen und sonstige gemeindliche Einrichtungen Die gemeindlichen Einrichtungen werden am Rande dargestellt. Sie spielen in der Versorgung vor allem eine Rolle für die Wohngebiete. Für das Stadtumbau West Gebiet werden sie nur im Rahmen von Synergien zwischen gewerblicher Entwicklung und Entwicklung des Wohngebietes betrachtet.

Schwerbelastungskörper

Luise+Wilhelm Teske Schule + Wohnbebauung der 1920er

St. Matthäus Kirchhof, Gebrüder Grimm

Aktions- / Bildungspunkt Schule

Gemeinschaftspunkte

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Grün- und Freiflächen

In der Bereichsentwicklungsplanung werden zusätzliche Flächen für Grünflächen, Kinderspielplätze und Kindertagesstätten (Kitas) im Untersuchungsbereich gefordert. Inwieweit diese heute noch benötigt werden, ist zu prüfen. Dass sie im sechs Jahresrahmen der Standortprofilierung umgesetzt werden können, ist fraglich und zumindest für Kitas nicht Ziel. Der Grün- und Spielflächenanteil wird mit den Projekten zur Profilierung verbessert (siehe 1.4 Grün und öffentlicher Raum). Der hohe Anteil von Gewerbetreibenden sowie Potenzialflächen für eine Entwicklung legt eine Zusammenarbeit mit den Oberschulen zur Berufsbildung nahe. Eine Anregung zu Partnerschaften für Beschäftigung, Lehrstellen, Praktika wird dem Management auch zur Profilbildung nahe gelegt. Verschiede evangelische Einrichtungen im Bezirk haben einen Arbeitskreis. Die Gemeinde der Königin-Luise-Gedächtnis-Kirche (Platz auf der Leberstraße) ebenso wie ein Kibez vgh GmbH an der Cherusker Straße sind hier vertreten. Die ebenfalls vertretende Diakonie kümmert sich aus diesem Rahmen heraus z.B. um die Einrichtung und Betreuung einer Bahnhofsmission im neuen Bahnhof. Der Arbeitskreis hat insgesamt Interesse an der weiteren Information (und Beteiligung) zum weiteren Geschehen. Die katholische St. Elisabeth Kirche ist im Blockrand Kolonnenstraße 38 integriert. Das St. Joseph Krankenhaus grenzt in der Siedlung Neu-Tempelhof unmittelbar an die General-Pape-Kaserne an. In wieweit Flächen oder Gebäude der Kaserne zu Erweiterungen oder für anliegende Dienste des Krankenhauses sinnvoll nutzbar sind, ist für die Profilbildung zu erfragen und zu diskutieren. Die Problematik der Stellplätze kann dabei nur ein Nebenthema sein. 1.6.4. Entwicklungsperspektiven Als weitere Schicht der Entwicklung des Untersuchungsgebietes neben den Potenzialflächen der Gewerbeteilgebiete, der Autobahn-/ Bahnerschließung und den überörtlichen Grün- und Wegebeziehungen stellt sich die soziale und kulturelle Infrastruktur dar. Schulen, Sport und Kirchen ermöglichen eine Verknüpfung der Flächen des Untersuchungsgebietes mit dem Wohngebiet und seinen Bewohnern, Jugendlichen und Kindern, auch indirekt über Vereinen und Kirchen. Entsprechende Projekte der Zusammenarbeit (Jugend und Arbeit) wären denkbar. Die Denkmäler und Ausstellungen sind in Kombination mit den neuen Wegen eine touristische Spur, die in das Gebiet führt und Entwicklung von Stadt sichtbar macht. Andererseits sind sie ganz direkt Werbung für den Standort und seine Teilgebiete – Leuchtturm Gasometer, Merkzeichen Schwerbelastungskörper, historische Raumstruktur der Gewerbegebiete (Historische Spur Naumannstraße, Kulturkaserne).

Synergie Berufsbildung + ansässiges Gewerbe

kirchliche Initiativen

St. Joseph Krankenhaus

Entwicklungspotenzial soziale + kulturelle Infrastruktur Verknüpfung der Teilgebiete

touristische Spur

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1.7.

Wohnungen, Einwohner, Initiativen

1.7.1. Wohnungen Im Untersuchungsgebiet wird vorrangig am Rand zu den angrenzenden Wohngebieten gewohnt. Das Untersuchungsgebiet ist umrahmt von zwei Gebieten unterschiedlicher, jedoch sehr prägender, abgeschlossener Stadtstruktur. Die „Schöneberger Insel“ und die Wohngebiete am Kreuzberg bieten Wohnen im dichten Gründerzeitquartier, schmaler Blöcke mit Hinterhöfen. Die Wohnungen sind heute größtenteils modernisiert. Grünflächen können die Gebiete aufgrund ihrer Struktur nur am Rand bieten. Die Siedlung Neu-Tempelhof aus den 1920er Jahren ist dagegen mit Einfamilienhäusern und Siedlungsbau mit großen Innhöfen und öffentlichen Grünflächen explizit ein grünes Quartier. Die Wohngebiete liegen mit ihrer sehr spezifischen Form neben den Gewerbegebieten. Eine Verknüpfung gibt es kaum. Teilweise (z. B. in den alten Kasernengebäuden und auf der „Schöneberger Linse“) gibt es in den vorrangig gewerblich genutzten Gebieten Wohnungen. Die Überlegungen, den Wohnanteil auszubauen, wurden aufgrund der nicht anwachsenden Nachfrage wegen des vorhandenen Überangebotes in Berlin und Umland nachrangig. Die Pläne den Kasernenstandort als Wohnstandort für Bundesbedienstete auszubauen wurde aufgegeben. Die Wohnungebäude der 20 / 30er Jahre in der Schöneberger Linse liegen momentan eher unattraktiv an den Verkehrstrassen in dem vor allem gewerblich genutzten Teilgebiet. 1.7.2. Einwohner Die Einwohnerstruktur des Untersuchungsgebietes bzw. seines Randes ist sehr unterschiedlich26 (Monitoring Soziale Stadtentwicklung 2004, SenStadt). Während die Schöneberger Insel, Linse und Kreuzberger Flächen im Berliner Vergleich eine mittlere Fluktuation und Einwohner mit hohem Anteil an Arbeitslosigkeit und Sozialhilfeempfang verzeichnet, hat die Siedlung Neu - Tempelhof eine geringe Fluktuation und durchschnittliche Problemlagen. Die Siedlung Neu - Tempelhof hat einen überdurchschnittlichen Anteil älterer Mitbürger während auf der Schöneberger Insel ein überdurchschnittlicher Ausländeranteil und ein hoher Kinderanteil verzeichnet wird. Die Schöneberger Insel hat eine typische Sozialstruktur für den Innenstadtrand, während die Siedlung Neu - Tempelhof schon aufgrund ihrer Baustruktur und ihrer Sozialstruktur, trotz ihrer Lage am Innenstadtrand vorstädtischen Charakter aufweist. 1.7.3. Entwicklungsperspektiven In der schrittweisen Entwicklung der Gebiete ist das Wohnen ein Potenzial im doppelten Sinne. Vorhandene Bewohner und Gewerbetreibende sind ein „Potenzial“, das Wünsche und Forderungen zur Stabilisierung und Belebung der Gebiete formuliert. Imagebildende Maßnahmen, wie die Gestaltung des öffentlichen Raumes und neuer Parkanlagen sind mit „vorhandenen Bürgern“ diskutierbar und umsetzbar. Sie sorgen für eine Nutzung, für Belebung und können beim Schutz vor Vandalismus mitwirken, wenn sie einbezogen werden. Das Wohngebiet Schöneberger Insel und seine Bewohner sollten mit einbezogen werden auch wenn es beim Stadtumbau hier im Fordergrund um eine gewerbliche Entwicklung geht. Denn die Nahtstellen sind aufgrund der Insellage sehr dicht. Für die Siedlung Neu Tempelhof ist die Grenze des Stadtumbaugebietes an der Gontermannstraße ausreichend. Eine Ausweitung würde den Rahmen sprengen. Die Bewohner und Initiativen werden soweit Interesse besteht beteiligt.

Wohngebietstypen

Gründerzeit

Gartenstadt

Wohnen in Gewerbestrukturen

Monitoring Soziale Stadtentwicklung 2004 (SenStadt [Hg.] / Kapphan 2003)

Bewohner und Anrainer – aktives Potenzial

Nahtstellen Wohnen + Gewerbe

26

Kapphan, Andreas, Büro SMS, Senatsverwaltung für Stadtentwicklung [Hg.], 2003, Monitoring Soziale Stadtentwicklung 2004: Fortschreibung auf der Grundlage des modifizierten Konzepts

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Voruntersuchung Stadtumbau West - Schöneberg Südkreuz Analyse und Entwicklungsperspektiven

Option Wohnen Handwerkerhäuser

Außerdem bleibt bei der ausgewiesenen Mischnutzung des Untersuchungsgebietes Wohnen eine Option. Die sehr unterschiedlichen Wohngebiete weisen auf unterschiedliche Potenziale für neuen Wohnmodelle. An der Naumannstraße wurde bei der Konzeptentwicklung die Möglichkeit der Handwerkerhäuser (Wohnen und Arbeiten unter einem Dach) dargestellt. Die Ansiedlung neuer Handwerker mit der Vorstellung in der Innenstadt zu wohnen und zu arbeiten, müsste in mit Finanzierungskonzepten überprüft und angeboten werden. Für die General-Pape-Kaserne bietet sich bei der Suche nach neuen Konzepten für die vorhandenen Gebäude die Diskussion des generationsübergreifenden Wohnen / Wohnen im Alter und Atelierwohnen als eine ausbaubare Nutzungsoption für Künstler an. Die eigene Kulisse mit Gebäuden im Grünen mit der Anbindung an das sehr attraktive Wohngebiet und schon vorhandenen Mietern in den Kasernengebäuden bieten eine Grundlage für Modellvorhaben. Die Entwicklung von Wohnungen per se ist momentan nicht absehbar. Modellvorhaben sind jedoch möglich, da auf vorhandene Nachfragen reagiert werden kann. Es bedarf einer koordinierenden Unterstützung.

Generationsübergreifenden Wohnen / Wohnen im Alter

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1.8.

Entwicklungsperspektiven des Gebietes und seiner Teile – Zusammenführung der Analyse
Bahnhof Südkreuz

Es tut sich was am Südkreuz. Der ehemalige „Nahverkehrsumsteigebahnhof“ Papestraße wird zu einem Nah- und Fernverkehrsbahnhof Südkreuz umgebaut. Er bildet das Tor zur Stadt für die von Süden kommenden Bahnreisenden, als Pendant zum Hauptbahnhof - Lehrter Bahnhof. Die alte Versorgungsfunktion für die Stadt hat der Ort an dieser Stelle in moderner Weise wieder gewonnen. Er soll vom „Umsteige-„ zu einem „Aussteigebahnhof“ werden, dazu wird er in den Gesamtstandort Südkreuz eingebunden. Bahnhofsvorplätze und neue Straßen werden dies unterstützen. Die vorhandenen historischen, bereits gewerblich genutzten Strukturen der Teilgebiete haben ihren speziellen Charakter. Sie sind kulturelle Struktur und Merkzeichen. Diese Kulturpunkte gemeinsam mit anderen können touristische Spur und Werbung für den Standort sein. Die vorhandene innere Struktur der Flächen und Gebiete sind jedoch schlecht erkennbar und erreichbar, liegen brach und benötigen einer Modernisierung. Die Strukturen müssen herausgearbeitet werden, der im Umbruch befindliche Status stabilisiert werden, damit attraktive Räume mit stadtweiter Bedeutung entstehen. Die Teilgebiete werden näher zu einander gebracht um Synergien zu nutzen. Die gerade im Gebiet unterbrochenen berlinweiten Wege und Grünzüge können mit Berlin und seiner Innenstadt verknüpfen, isolierte Lagen überwinden, einen Brückenschlag schaffen und die interessanten Orte verbinden. Schlummernde ökonomischen Potenziale können in einer Gesamtstrategie geweckt werden. Sie beinhaltet die Entwicklung von Bereiche wie: Dienstleistungs- und Bürostandort mit deutlich günstigeren Preisen und hoher Stadtbildpräsenz für größere und kleinere Unternehmen, Bestandspflege und optimierte Ansiedlung von Handwerks- und Gewerbebetrieben, Ausbau des Möbelsegments, Erschließung freizeit-, tourismusbezogener Angebote. Die Nahtstelle zum Wohnen zeigt – bereits auch schon in den Teilbereichen – das Wohnen eine Option ist, die zumindest in Modellen, für spezielle Nachfragen eine Alternative neben gewerblicher Nutzung ist. Die Eigentümer – ehemalige Körperschaften der Ver- und Entsorgung Berlins – stehen unter einem Verwertungsdruck, der dazu genutzt werden kann, sich auf ein Profil und eine gemeinsame Vorgehensweise zu verständigen, nicht- und untergenutzte Flächen entsprechend zu entwickeln. Der gemeinsam Start in eine geordnete Entwicklung kann davon entheben als erster ins Risiko zu gehen oder an den ersten zu verkaufen. Neben den Eigentümer spielen die vorhandenen Gewerbetreibenden sowie die Bewohner als Anrainer als stabilisierendes Moment eine wichtige Rolle. Sie sind schon vorhandene Bürger die für ihren Ort initiativ werden können, Forderungen stellen und mit helfen ihn zu entwickeln. Der Stadtumbau, der sich in Teilen bereits vollzieht, muss gesteuert werden. Das Gebiet, das eine ganz neue Bedeutung durch den Bahnhof gewonnen hat, muss seinen introvertierten Charakter verlieren und zu dem extrovertierten Standort werden, der ihm an dieser Stelle als neuer Eingang in die Stadt gerecht wird. Er muss zu allen Seiten geöffnet und als Stadtraum erfahrbar gemacht werden, für die Besucher der Stadt, die hier in der Stadt ankommen, die Bewohner der Stadtgebiete, die Kunden und Arbeitnehmer, die täglich in die Gebiete kommen und die Investoren, die die Entwicklung des Standortes mit gestalten sollen.

Genius Loci

Innere Strukturierung und Vernetzung

Profile

Akteure

Stadtumbau zum Standort Südkreuz

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Voruntersuchung Stadtumbau West - Schöneberg Südkreuz Analyse und Entwicklungsperspektiven

Analysekarte
Analysekarte

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Voruntersuchung Stadtumbau West - Schöneberg Südkreuz Leitbild und Konzept

2. Leitbild und Konzept
2.1.
Leitbild Der Bahnhof Südkreuz arbeitet mit modernster Technik als Motor des Gebietes. Er betreibt die Einfädelung und Vernetzung für die Stadt. Der Antrieb, der er für seine Umgebung sein könnte, wird noch nicht effektiv ausgenutzt, da die Zahnräder fehlen bzw. nicht mehr dem Stand der Technik entsprechen, um die Bewegung an die Getriebeteile des Gebietes weitergeben zu können: die Bahnhofsvorplätze als Übergabestationen der Bewegung sind noch im Bau. Die umliegenden Gebiete müssen in Bewegung gebracht werden, damit sie wie Zahnräder ineinander greifen. Dabei können sie Synergien nutzen, sich gegenseitig in Bewegung bringen und sich in das anlaufende Getriebe einfügen. Transmissionsriemen, wie die neuen Straßen und Wege, übermitteln die Kraft anderer „Motoren“ wie des Potsdamer Platzes, des Gleisdreiecks, Technikmuseums und Südgelände. Rad in Rad greifend und über Transmissionsriemen übermittelnd sorgen der Bahnhof, jedes Teilgebiet und die dazugehörenden Akteure gemeinsam dafür, das zum Stillstand gekommene Gebiet als Teil des Getriebes Stadt zu bewegen. Ziele – Standort Südkreuz entwickeln Der wirtschaftliche Standort Südkreuz wird gerade neu entdeckt. Er funktioniert in den Gewerbegebieten an der Naumannstraße und der General-Pape-Straße bereits, aber es gibt dort erhebliches Optimierungs- und Wertschöpfungspotenzial. Um eine geordnete Entwicklung zu ermöglichen, soll der Strukturwandel aktiv gestaltet werden. Die bereits ansässige lokale Ökonomie soll dabei genauso unterstützt werden wie der Dienstleistungs- und Freizeitsektor, die Kultur, um touristisches Potenzial zu erschließen. Die verschiedenartigen Stadträume bieten durch ihre je eigenen Charaktere Raum für unterschiedliche Standortentwicklungen. Verbunden durch den Bahnhof Südkreuz erhalten sie ein neues gemeinsames Standortprofil, Identität und Image. Neue Straßen, Brücke, Wege schaffen die nötigen Verbindungen im Gebiet und in die Innenstadt, die heute in vielen Teilen noch nicht bestehen. Ohne die Vernetzung wird das große Potenzial des neuen Bahnhofes für das Umfeld nicht sichtbar und damit nicht nutzbar. Die Impulse zur Entwicklung des Standortes sind gegeben, jetzt müssen viele Seiten daran arbeiten, diese Chancen zu nutzten. Die Erfahrungen aus dem Interreg IIIB Programm mit dem bereits bestehenden Gebietsmanagement Naumannstraße sollen genutzt und auf das Gesamtgebiet übertragen werden. Beteiligungsprozesse, Akzeptanz und Mitarbeit an der Umsetzung von Entwicklungskonzepten wird eine Aufgabe der Zukunft sein und ist gleichzeitig Grundvoraussetzung für einen gelungenen Stadtumbau. Viele der Akteure sind ehemalige staatliche Unternehmen, die selbst noch im eigenen „Strukturwandel“ begriffen sind. Die damit verbundenen Schwierigkeiten gilt es zu überwinden und gemeinsam mit einem „Management Südkreuz“ den Standort und seine Teile zu entwickeln. Nicht zu vergessen sind die schon genannten Nutzer des Gebietes. Die Besucher, Investoren, Kunden, Arbeitnehmer und vor allem die Bewohner. Für sie soll ein Ort entstehen, der Lebens- und Aufenthaltsqualität bieten. Neben den bereits beschriebenen Wegeverbindungen werden Grünflächen angelegt bzw. aufgewertet, Stadtplätze und ein attraktiver öffentlicher Raum entwickelt. Das kulturelle Potenzial der unterschiedlichen Teilräume wird herausgearbeitet und legt so den innewohnenden Charakter des Ortes frei. Eine Qualität, die man nicht schaffen, die nur Unterstützung beim wachsen erfahren kann. Diese
Standortprofilierung neue Motor am Südkreuz

Leitbild und Ziele - Standort Südkreuz entwickeln

Verbindungen

Management

Stadtraum

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Qualifizierung des Raumes ist ein grundlegender weicher Standortfaktor zur wirtschaftlichen Entwicklung des Südkreuzes.

Leitbild

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2.2.
2.2.1.

Handlungsfelder und Konzept

Schärfung des Standortprofils, Pflege lokaler Gewerbetreibender, Schaffung touristisch-kultureller Highlights Handlungsfeld Teil A Der Dienstleistungsstandort Südkreuz kann aufgrund seiner hohen Erreichbarkeit durch die parallele Anbindung an Bahn und Autobahn, die Nähe zum Bahnhof General-Pape-Straße in den nächsten Jahren sehr gut im innerstädtischen Standortwettbewerb positioniert werden. Konzept Hierfür ist es jedoch notwendig den Standort durch ordnende, strukturierende und infrastrukturelle Maßnahmen, eine offensive Vermarktungsstrategie und die Verbesserung weicher Standortfaktoren deutlicher bei Entscheidern und Investoren ins Bewusstsein zu holen und am Markt zu positionieren. Hierfür können der Umbau der Erschließungsstraße durch die „Linse“ (Tempelhofer Weg), die Schaffung von Stadtplätzen am Baufeld 1 und 2 sowie die Einführung eines Gebietesmanagements erste sinnvolle Projekte sein. Handlungsfeld Teil B Eine aktive Begleitung des Strukturwandels ist jedoch auch in den Gewerbegebieten „Naumannstraße“ und „General-Pape-Straße“ sowie „Bautzener Straße“ notwendig. In diesen Gebieten schlummern unausgenutzte Optimierungs- und Wertschöpfungspotenziale. Konzept Diese Gewerbestandorte müssen durch ordnende und strukturierende Maßnahmen, eine bessere Erschließung und die Installierung / Fortführung des Gebietesmanagements in ihrer Entwicklung begünstigt werden. Insbesondere der neue Bahnhof und der Anschluss des Gebietes General-Pape-Straße an das Vor- und Umfeld des Bahnhofes sowie ein verbesserter, übergeordneter Bezug der Gebiete nach Tempelhof sind hierbei wichtige Entwicklungsperspektiven für die Gewerbetreibenden. Die Erschließungsstraße „Neue Naumannstraße“ ist ein wichtiges Projekt zur verbesserten infrastrukturellen Anbindung des Gebietes. Darüber hinaus sind jedoch wirtschaftlich tragfähige Betreiberkonzepte zu entwickeln, die eine verbesserte Strukturierung (evtl. Parzellierung) im Sinne einer Bestandspflege für die jetzigen und im Sinne einer optimierten Ansiedlungsstruktur für zukünftige Nutzer sicherstellen. Handlungsfeld Teil C Vor dem Hintergrund des neuen „Frequenzbringers“ Bahnhof Südkreuz, der günstigen Lage des Gebietes in Zentrumsnähe und der dynamischen Tourismus- und Freizeitbranche in Berlin lässt sich ferner in einer Verknüpfung von touristischen, kulturellen und freizeitbezogenen Nutzungen im Gebiet ein wichtiges Handlungsfeld erkennen. Das Gebiet soll ein neues und attraktives Gesicht bekommen, das wiederum das Image des Standortes stärkt und ihn stadtweit bekannt macht und sowohl bestehendes als auch neu hinzu kommendes Dienstleistungspotenzial für das Gebiet erschließt. Konzept Das Gebiet wird mit einer vom Potsdamer-Platz kommenden Erlebnis-Schleife für Radler, Skater und auch Fußgänger neu erschlossen, an der touristischkulturelle Highlights ähnlich einer Perlenkette aufgereiht präsentiert werden. Die imposanten Yorckbrücken sind Übergang aus dem Gebiet nach Norden. Zwei werden für den Weg benötigt. Das „Archiv“ des Technikmuseums im Bahngraben bietet mit seinen Gleisen vom Hauptgebäude am Gleisdreieck einen doppelten Einstieg in das Gebiet. Das museale Angebot bringt Besucher in das Gebiet. Die Gleistrasse wird zum Weg aus dem Zentrum ausgebaut als Teil der
49 Schaffung touristischkultureller Highlights Pflege lokaler Gewerbetreibender Schärfung des Standortprofils

Voruntersuchung Stadtumbau West - Schöneberg Südkreuz Leitbild und Konzept

Schöneberger Schleife“. Der Denkmalort General-Pape-Straße weist mit einem kleinen Museum auf die bewegte Geschichte des Ortes hin. Der „Schwerbelastungskörper“ an der Dudenstraße wird als Ort des Erinnerns (Speers Umbaupläne für Berlin) im Stadtbild hervorgehoben und kann hierbei als Ausblick auf und Merkpunkt für das Gebiet verstanden werden. Der allen bekannte Leuchtturm oder das Landmark des Gebietes - der Gasometer wird als kulturtouristischer Signalgeber für das Gebiet umgebaut. Mit dem Wechsel vom Gasometer zur Eventhalle zeigt er auch den Strukturwandel des Gebietes an. Er wirbt für ein neues altes Gebiet und zieht neue Gäste und Besucher an. Die attraktive (städte)bauliche Gestalt der ehemaligen General-Pape-Kaserne schafft für sich Aufmerksamkeit. Das Denkmal wird entsprechend modernisiert und vom neuen Bahnhofsvorplatz Ost präsentiert. Sie soll als Kulturkaserne ins Bewusstsein der Besucher und potenzieller Nutzer gelangen. Denkmäler und historische Gebäude geben die spezielle, ausbaubare Struktur für das Gebiet der Schöneberger Linse und der Naumannstraße. 2.2.2. Neue Ordnung und Struktur für einen vorhandenen Stadtraum – Vom Infrastrukturstandort zu einem Haupteingang in die Stadt Handlungsfeld
Struktur im Stadtraum

Die Teilgebiete des Untersuchungsgebietes (siehe Karte Teilräume S.5) müssen attraktiver gestaltet, deutlich sichtbar angeboten werden. Hierzu gehört die Neuordnung der Erschließung, die Gestaltung des öffentlichen und privaten Raumes, wie die Modernisierung bzw. der Neubau von Gebäuden sowie der Abriss und Teilabriss von nicht mehr benötigten Gebäuden und Strukturen. Konzept Der Bahnhof Südkreuz erhält seine Vorplätze nach Osten und Westen sowie seine Ausgänge nach Norden und Süden. Die anliegenden Straßen werden ins Netz geschlossen (Naumannstraße, General-Pape-Straße). Die Schöneberger Linse soll ausgehend von den Bahnhöfen in großen Teilen neu bebaut werden, das städtebauliche Konzept ist vorhanden. Häuser, Plätze und Straßenraum werden sukzessive entstehen. Für die nicht sofort entwickelbaren Flächen müssen tragfähige Zwischennutzungskonzepte erarbeitet und umgesetzt werden. Der öffentliche Raum – und hier vor allem die Bahnhofsachse des Tempelhofer Wegs - soll im Vorgriff entwickelt werden, um einen weiteren Entwicklungsimpuls zu setzen. Das Gebiet Naumannstraße hat ein städtebauliches Konzept aus Abriss, Neubau und Bestand. Die Erschließung wird neu erstellt. Das Gasag-Gelände wird umstrukturiert. Die alten Gebäude sollen teilweise von einem Entertainment- und Kulturprojekt genutzt werden. Ein Umbau des Denkmals, ein Neubau für die neue Nutzung und die Umgestaltung der Freiflächen werden nötig. Die Kulturkaserne hat eine historische städtebauliche Struktur, die überformt ist. Sie steht unter Denkmalschutz. Ein Konzept soll nötige strukturierende Maßnahmen wie Modernisierung, Abriss, Neubau und Umbau festlegen, die auch die Verbindung zum Bahnhof, zum Gebiet der Wasserbetriebe herstellen. Das Gebiet Bautzener Straße erhält ein Konzept, das die Wege am Bahndamm und einen Brückenschlag zur Kreuzbergstraße ermöglicht. Abriss, Neubau und Freiflächen werden festgelegt. Der „Flaschenhals“ als ehemalige Bahnfläche wird zum Park umgebaut und stellt so die Verbindung zum Gleisdreieck her. Der Cheruskerpark wird erweitert und neu strukturiert ins Netz eingehängt. Einzelne Schul- und Sportanlagen können modernisiert werden.

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Voruntersuchung Stadtumbau West - Schöneberg Südkreuz Leitbild und Konzept

2.2.3.

Verknüpfung der Teile, Erschließung der Teilgebiete

Handlungsfeld Neben dem Bahnhof zur Erschließung der Stadt und des Gebietes werden weitere Infrastrukturmaßnahmen nötig. Der Bahnhof will erschlossen sein, wie auch die Teilgebiete des Standortes miteinander und mit Bezirk und Stadt verknüpft werden müssen. Die Wohngebiete werden vom Durchgangsverkehr entlastet. Konzept Die Bahnhofsvorplätze sind die Visitenkarten des Gebiets, das Entré in die Stadt, gleichzeitig dienen sie der Abwicklung der verschiedenen öffentlichen und privaten Verkehre. Die Veränderung / Verlängerung der General-PapeStraße schließt den Bahnhof und damit auch die Kulturkaserne und den Standort der Wasserbetriebe besser ins Netz und entlastet das Wohngebiet „Schöneberger Insel“ von Verkehr. Die Neue Naumannstraße erschließt das Gebiet Naumannstraße sowie den Bahnhof direkter und entlastet ebenfalls die „Schöneberger Insel“. Der Tempelhofer Weg soll zur Hauptachse zwischen Bahnhof Südkreuz und Bahnhof Schöneberg umgebaut werden. Die Torgauer Straße wird der Erschließung des Gasag-Geländes vom Sachsendamm aus dienen und dafür umgebaut werden. Die Schöneberger Schleife soll als Rad-, Fuß- und Skaterweg die Teilgebiete untereinander sowie mit dem Südgelände, Gleisdreieck und dem Potsdamer Platz verbinden. Touristen vom Potsdamer Patz können auf Entdeckungsreise gehen, für die Anwohner ergeben sich neue Naherholungsmöglichkeiten. Durch die Überbrückung von Barrieren rückt das Stadtumbaugebiet an die City heran. Entlang der Bahngräben und durch die Teilgebiete führt der Weg. Teilabschnitte werden schrittweise jeweils pro Teilgebiet und in ihrer Verknüpfung realisiert. Die Ost-West-Spange verbindet von Schöneberg über den Wannseegraben kommend den Cheruskerpark / Gasag Nordspitze über die Leuthener Straße mit dem Gebiet Naumannstraße und diese weiter mit der Kulturkaserne an der General Pape Straße. Neben den Wegeabschnitten ist eine Querung des Wannseegrabens und eine Brücke über den Dresdner Bahngraben nötig. Der Nord-Süd-Weg verbindet den Cheruskerpark durch einen neuen Durchstich im Bahndamm mit der Schöneberger Linse sowie dem Schöneberger Sportzentrum und schließt gleichzeitig an den Priesterweg an. 2.2.4. Image für den Standort - Struktur des öffentlichen Raumes und der Freiflächen Handlungsfeld Der öffentliche Raum wird genutzt, um den Gebieten eine Adresse zu geben, die Teilgebiete sichtbar zu machen. Die Gestaltung des öffentlichen Raums soll dem Weiterreichen der Impulse zwischen den einzelnen Orte dienen. Konzept Bahnhofsvorplätze, Plätze, Wege, Straßen, Brücken, Treppen und Rampen erschließen nicht nur Orte, sondern lassen die Besucher hin- und ankommen an einen interessanten Ort. Mit ihrer Gestalt vermitteln sie Eindrücke, Images. Die Struktur der Teilgebiete (Zugänge, Wegeführungen, Verhältnis Gebäude – Freiraum), auch die dazwischen liegenden Parkanlagen (Cheruskerpark, Flaschenhals), machen den Standort attraktiv. Sie müssen schrittweise, teilweise im Vorgriff, teilweise parallel zu privaten Investitionen erstellt werden. Das geImage + öffentlicher Raum Verknüpfung und Erschließung

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meinsame Vorgehen für den gemeinsamen Standort und Stadtraum Schöneberg – Südkreuz 2.2.5. Management des Gebietes – Gemeinsam für einen Standort Handlungsfeld
Management

Für die genannten Gewerbegebiete und auch die Schöneberger Linse gilt es mit verschiedenen Akteuren Konzepte zu erarbeiten bzw. ein strategisches Vorgehen zu verabreden, um einerseits Planungssicherheit zu schaffen und andererseits das Ineinandergreifen von Projekten und Prozessen zu gewährleisten. Hierbei sollten unterschiedliche öffentliche und private Finanzierungen und Förderungen zusammengefügt, städtebauliche und andere Verträge geschlossen werden. Die Koordinierung und stringente Umsetzung kann nur im Rahmen eines Gesamtmanagements mit einem eindeutigen, längerfristig zuständigen Ansprechpartner für Eigentümer, Verwaltung, Gewerbetreibende und Anwohner gelingen. Konzept Ein Gebietsbeauftragter übernimmt für die sechs Jahre Laufzeit des Programms „Stadtumbau West“ das Management zur Abstimmung und Umsetzung der gemeinsamen Projekte. Hierbei gilt sein Augenmerk insbesondere der Realisierung von Projekten in Teilabschnitten (z.B. Schöneberger Schleife) und der Schaffung von Information und Transparenz bzgl. Projekten, Maßnahmen und Prozessen im Gebiet. Er garantiert Kontinuität und Planungssicherheit ist Initiator und Moderator des Entwicklungsprozesses. Für die Kulturkaserne wird ein detailliertes Konzept erstellt, aus dem Maßnahmen und Finanzierungsvorstellungen hervorgehen. Zur schrittweisen Realisierung im Vorgriff und nötigen Pflege des öffentlichen Raumes und der Freiflächen wird ein eventuell auch überörtliches abgestimmtes Konzept erstellt.

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Voruntersuchung Stadtumbau West - Schöneberg Südkreuz Maßnahmenräume und Rahmenplan

2.3.

Maßnahmenräume und Rahmenplan

2.3.1. Abgrenzung des Gebiets Die von der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung (SenStadt) vorgenommene Abgrenzung für die Vorbereitenden Untersuchungen für das Gebiet SchönbergSüdkreuz klammert die Wohngebiete explizit aus. Lediglich Randbereiche von gewerblichen Blöcken blieben enthalten. Innerhalb der Abgrenzung werden Flächen der ehemaligen technischen (Wasser, Gas, Strom, Müll, Bahn)) wie sozialer (Schule, Sport) Infrastruktur und Grün (Kleingärten, Friedhöfe)) und des Gewerbes sowie aufgrund der Aufgabe von Nutzungen – Brachen betrachtet. Die vorgegebene Abgrenzung beruht auf den vier Typen der städtebaulichen Problemlagen aus den Vorarbeiten von SenStadt. Das Gebiet SchönebergSüdkreuz entspricht den ersten beiden Typen und bekommt demnach: 1. durch die Umstrukturierung der Verkehrsinfrastruktur neue Impulse, die 2. den großen Flächenpotenzialen aufgrund der Aufgabe von Nutzungen eine Chance zur Reaktivierung geben, ohne mit momentan schnell zu realisierenden Einzelhandelsangeboten, die vorhandene Zentrenstruktur zu gefährden. Die Gebietsteile der Vorbereitenden Untersuchungen werden als Gebiet für „Stadtumbau West“ vorgeschlagen, auch wenn z.B. die Flächen südlich des Sachsendamms weniger wichtig und fast ohne Projekte sind. Die Verzahnung ist jedoch augenfällig und sie sollte für das Stadtumbaugebiet erhalten bleiben. Bei der genaueren Betrachtung des Gebietes und seiner Teile wird neben der offensichtlichen räumlichen Nähe (insbesondere der Schöneberger Insel) die enge Vernetzung mit den Wohngebieten auch aufgrund von Nutzungen klar. Bei der Standortentwicklung für Gewerbe, Dienstleistungen und Einzelhandel geht es neben den „harten“ Standortfaktoren ebenso um die „weichen“. Ein attraktives Umfeld und das Image des Ortes spielt für Belegschaft, Kunden und Management eine wichtige Rolle, nicht zu letzt da sich Unternehmen mit ihrem Standort vermarkten. Aufgrund der räumlichen Nähe sind Umfeldentwicklungen zur Standortentwicklung auch Umfeldentwicklungen für das Wohnen. Mit dem Umbau zur „Neuimplementierung“ des historischen „Versorgungsstandortes“ als modernen Versorgungs- und Dienstleistungsstandort wird der Bürger als Nachbar eingebunden. Die vorhandenen Bürger (hoher Anteil von Gewerbetreibenden, Bewohner und Eigentümer) dienen mit ihrer Rückmeldung und Akzeptanz der Einschätzung der Maßnahmen. Sie sind Signalgeber für die Wirkung der Projekte. Als Alternative läge es deshalb nahe – wie auch in den anderen Stadtumbaugebieten - die angrenzenden Wohngebiete einzubeziehen. Dies betrifft wegen der engen Verflechtung mit dem umliegenden Stadtumbaugebiet vor allem die Wohngebiete der Schöneberger Insel. Die angrenzenden Flächen der Kreuzbergstraße bzw. der Siedlung Tempelhof bleiben außen vor, da sie nur in Teilen ähnlich synergetisch eng verbunden sind. Fazit: Die Wohngebiete müssen daher mitbetrachtet werden. Ihre Bewohner sind Akteure des Umbaus und Nutzer der „umgebauten“ Räume. Die Gebiete werden von Projekten tangiert. Explizite Projekte für ein Stadtumbaugebiet „Wohnen“ gibt es jedoch nicht, da es hier um eine gewerbliche Standortentwicklung geht. Die Kulisse des Stadtumbaus wird erweitert, um Projekte, die die anliegenden Wohngebiet tangieren, trotzdem problemlos durch Stadtumbaumittel finanzierbar zu machen.

Gebietsabgrenzung

Typen städtebaulicher Problemlagen

harte + weiche Standortfaktoren

Erweiterung des Stadtumbaugebietes

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Teilgebiete

2.3.2. Beschreibung der Maßnahmenräume Die vorgeschlagenen Maßnahmeräume des Stadtumbaugebietes sind die Teilgebiete • • der Bahnhof Südkreuz mit den Bahnhofsvorplätzen, dem Nordausgang und den Parkhäusern das Gasag Gelände mit der Entertainmenthalle, der öffentlichen Grünanlage mit Spielfläche auf der Nordspitze und dem nötigen Umbau der Torgauer Straße vom Sachsendamm das Gebiet Naumannstraße mit dem Bau der Neuen Naumannstraße, der Verdoppelung des Leuthner Platzes und der Verkehrsberuhigung der alten Naumannstraße. die Kulturkaserne General-Pape-Straße mit dem Ausbau der General-Pape-Straße, dem Konzept für die Weiterentwicklung des Kasernenstandortes zusammen mit dem Standort der Wasserbetriebe sowie Umsetzung einiger Maßnahmen, der Herrichtung des Schwerbelastungskörper als Merkpunkt und der Ausstellung zur Geschichte der Kaserne. der Schöneberger Linse mit Maßnahmen im öffentlichen Raum (Stadtplatz, Quartierspark, Tempelhofer Weg) und Ideen für die attraktivierende Zwischennutzung der Brachen, Umbau des Übergangs vom S-Bahnhof Schöneberg, Durchstich des Bahndamms von der Linse zum Cheruskerpark, Bebauung der Baufelder I und II am Bahnhof Südkreuz. der Schöneberger Schleife mit ihren Abschnitten in den o. g. Teilgebieten (Wege, Rampen, Brücken), sowie dem Umbau des Cheruskerparkes und der Anbindung über die Schöneberger Linse zum Pristerweg und der Ost-West-Spange mit dem Steg (westlich) und der Brücke (östlich) über die Bahngräben, dem Abschnitt nördlich der Kulturkaserne und dem Abschnitt durch das Gebiet Naumannstraße, Freiflächen und Parkanlagen wie dem Stadtplatz an der Kolonnenstraße, den Freiflächen der Schulen, dem Park auf dem „Flaschenhals“, der Grünfläche unter der Monumenten Brücke, einer verbindenden Brücke zwischen Grossgörschenstraße und Kreuzbergstraße und dem neuen Grünzug an und auf der Torgauer Straße.

•

•

•

Gesamtgebiet Wegeverbindungen

und die Wegeverbindungen •

•

sowie Grünflächen und öffentlicher Raum
öffentlicher Raum + Parks

•

Kulturpunkte

Kulturpunkte (Gasometer, Kulturkaserne, Schwerbelastungskörper, Yorckbrücken, Archivhallen des Technikmuseums, historische und denkmalgeschützte Gebäude der sozialen, technischen Infrastruktur, Friedhöfe) liegen verteilt über die Maßnahmenräume. Für alle Maßnahmenräume und auch Teilgebiete, die hier nicht explizit genannt werden (Bautzener Straße, Kreuzbergstraße, Torgauer Straße), wird das Gebietsmanagement aktiv. Das Management dient der Standortprofilierung des Gebietes und seiner Teilgebiete. Neben dem Anschieben und Betreuen der Bau- und Kulturprojekte geht es um Konzepte, Koordinierung der Akteure und Aktivierung der Gebiete im Sinne einer gemeinsamen Standortentwicklung Südkreuz. Konzepte zur attraktiven Zwischennutzung, langfristigen Pflege von Grünflächen u. a. werden abgestimmt und umgesetzt.

Standortprofilierung + Management

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2.3.3. Erläuterung des Rahmenplans Der Rahmenplan stellt die wichtigen nutzungsstrukturellen und städtebaulichen Schichten zur Entwicklung des Gebietes dar. Er zeigt die künftige Strukturierung der Teilgebiete, die bedeutenden städtebaulichen Merkpunkte und die Verknüpfung zu einem gemeinsamen Standort sowie mit der Innenstadt und den umliegenden Wohnorten. Der Zusammenhang des Standortes Südkreuz wird über die gleiche Farbe (braun) für die gewerblichen Teilgebiete dargestellt. Für die Struktur der Gewerbeentwicklung weniger wichtige Gebäude sind nicht weiter farbig angelegt. Einzelne Profilierungen hinsichtlich von Branchen werden hier nicht spezifiziert, da sie noch zu konkretisieren sind. Die besonderen städtebaulichen Qualitäten der Teilgebiete zeigen sich in den unterschiedlichen historischen oder neuen bedeutenden (rot) und geplanten (braun) Strukturen der Teilgebiete sowie im öffentlichen Raum (Straßen, Wege, Plätze - gelb). Der öffentliche Raum wirkt gleichzeitig verknüpfend. Die bedeutenden historischen Gebäude, kulturellen Einrichtungen / Denkmäler, und raumbestimmende Neubauten (rot) liegen als verbindende, imagebildende Schicht in allen Gebieten. Verbunden werden sie zusätzlich durch den Neubau, die Erweiterung und die Verknüpfung der unterschiedlich nutzbaren Grünflächen (Grüntöne) und den überörtlichen Wegen (grüne Streifen). Letztere sind neben den großen Straßen (weiß) und Schienensträngen (grau) die direkte Verbindung an den Potsdamer Platz und ins Umland. Über die Wege und mit den Grünflächen werden die gewerblichen Flächen auch mit dem Wohnen „vernäht“. Die angrenzenden Wohngebiete sind entsprechend ihrer Bedeutung für die gewerbliche Entwicklung zurückhaltend (aufgrund ihrer unterschiedlichen Struktur in unterschiedlicher Farbe) gezeichnet.

„Schichten“ der Gebietsentwicklung

Zusammenhänge + Qualitäten

Verbindungen

Flächentypen

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Voruntersuchung Stadtumbau West - Schöneberg Südkreuz Maßnahmenräume und Rahmenplan

Rahmenplan
Rahmenplan

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Voruntersuchung Stadtumbau West - Schöneberg Südkreuz Projektematrix und Projektblätter

3. Projektematrix und Projektblätter
Analyse, Konzept und Rahmenplan führen zu 30 Projekten (mit teils schon erkannten Teilprojekten) in sieben Maßnahmenräumen. Die Projekte wurden laufenden Diskussionen und vorhandenen Konzepten entnommen. Herausgestrichen sei eine Zusammenstellung, die im Rahmen der Metropolitan areas, Interreg IIIB (Schop / Roedig, 2003) erfolgte. Die Einschätzung der Bedeutung / Effekte, des Realisierungsrahmens, der Kosten und der Finanzierungsmöglichkeiten sowie eine Mitwirkungsbereitschaft der Akteure erfolgte durch Auswertung der Materialien, Diskussionen, Gespräche, Berechnungen. Neben einer großen Auftaktveranstaltungen mit der Befragung zu dem Stand bekannter und unbekannter Projekte, gab es vertiefende Diskussionen, Treffen und Telefonate (siehe Liste im Anhang). Alle großen Eigentümer im Gebiet, die aufgrund ihrer Struktur teils auch selbst noch aktiv im Gebiet sind (alle ehemalige städtischen Ver- und Entsorgungsbetriebe, sowie die DB und BIMA), Akteure wie das Technikmuseum, „Berliner Unterwelten“ e.V., die BI Gleisdreieck, die BI Neue Wege für Neu-Tempelhof, den Schulen, der Diakonie, das Bezirksamt mit Stadtplanungsamt, Tiefbau- und Grünflächenamt, Wirtschaftsförderung, Jugendamt sowie die Senatsverwaltungen Stadtentwicklung und Wirtschaft mit den relevanten Abteilungen waren anwesend und / oder gefragt. Für ein weiteres Vorgehen werden zu den einzelnen Projekten Projektteams der beteiligten Akteure unter Leitung des Gebietsmanagements die weitere Umsetzung effektiv in die Hand nehmen. Für konkreter werdende Maßnahmen sind auch breitere Beteiligungsverfahren der Gewerbetreibende und / oder Bewohner sinnvoll, da eine Umsetzung realistisch ist. Zum momentanen Zeitpunkt wurde mit Multiplikatoren, „Stellvertretern“ geredet, bzw. die Erkenntnisse der oben genannten Studie genutzt. Eine Kurzeinschätzung der Projekte geht aus der Matrix „Projekte nach Rangfolge“ hervor. In den längeren Projektblättern werden die Einschätzung detaillierter ausgeführt, die Projekte und ihre Einordnung genauer beschrieben. Projektbewertung Die Projekte wurden einerseits entsprechend ihrer Bedeutung und Einschätzung der Realisierung in 11 Schlüsselprojekte und 12 sonstige Projekte gruppiert. Drei Projekte wurden bereits ohne Stadtumbau West gestartet, weitere vier Projekte sind rein private Bauvorhaben. Die Verknüpfung der Projekte untereinander ist nach Handlungsschwerpunkten ist in der Matrix über die Farben dargestellt. Um den räumlichen bzw. inhaltlichen Zusammenhang klarzumachen sind die Projekte in der zweiten Liste nach Maßnahmenräumen gruppiert. Die Projekte sind entsprechend ihres Effektes auf den Ort gewählt. Die Bedeutung für die Gesamtstadt ist für die Schlüsselprojekte eindeutiger. Der Zeitrahmen wurde entsprechend der Vorplanung, Vorleistungen sowie ihrer Bedeutung für eine weitere Standortentwicklung im Zeitrahmen Stadtumbau West gesetzt. Die Kosten sind aus Parametern ermittelt bzw. liegen bereits als Projektkosten mit Konzept vor. Trotz aller Skepsis aufgrund der Marktlage besteht ein gemeinsames Interesse an dem Standort. Die Bedeutung aufgrund des Bahnhofes ist deutlich. Eine Mitwirkungsbereitschaft immatrieller Art ist daher meist mittel bis hoch (deutlicher bei den Schlüsselprojekten). Die tatsächlich zu mobilisierende privaten Investition sind nicht endgültig zu fixieren. Doch steht den Kosten d.h. der nöti59 Matrix 2: Projekte nach Maßnahmenräumen Auftaktveranstaltung und Gespräche Datengrundlagen

weiteres Vorgehen

Matrix 1: Projekte nach Rangfolge

Voruntersuchung Stadtumbau West - Schöneberg Südkreuz

Projektematrix und Projektblätter

gen zu mobilisierende Finanzierung von 148 Mio. Euro für die Schlüsselprojekte, ein nur nötiger Anteil von 7,2 Mio. Euro Fördergelder Stadtumbau West entgegen, die teilweise auch noch durch andere Mittel kofinanziert werden kann (GA, Denkmalschutz-, Kulturförderung, A+E-Mittel). Letzteres ist jedoch im Detail noch zu klären. In die Gesamteinschätzung ist die Realisierungschance aufgrund der Aussagen der Akteure, der Zeitschienen und des finanziellen Rahmens sowie die Effekte für eine wirtschaftliche Standortentwicklung Schöneberg-Südkreuz eingeflossen.
Umsetzung der Projekte

Die Rangfolge ergibt sich in der Matrix vorläufig aus dem Vorlauf für die Projekte sowie aus dem Vorgehen nach einer Auswahl des Gebietes für die Stadtumbau West Kulisse. So wird zuerst das Gebietsmanagement eingesetzt werden, um dann in eine vertiefende Konzeptphase zu gehen, deren Ziel die genaue Zeitschiene für erste Projekte ist. Öffentliche Projekte oder Projektteile sollten möglichst jeweils Hand in Hand mit privaten Projekten oder Projektteilen laufen. Die Maßnahmenräume müssen sukzessive bedacht werden. Die Teilräume müssen in ein Standortprofil gebracht werden. Die Schöneberger Schleife muss über den Zeitraum „Stadtumbau West“ schrittweise fertig gestellt werden. Die Kulturpunkte sollen am Ende zusammen ein Bild ergeben, mit dem Werbung für den Standort Südkreuz gemacht werden kann.

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Voruntersuchung Stadtumbau West - Schöneberg Südkreuz Projektematrix und Projektblätter

Projektübersicht nach Rangfolge
Projektübersicht nach Rangfolge

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Voruntersuchung Stadtumbau West - Schöneberg Südkreuz

Projektematrix und Projektblätter

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Voruntersuchung Stadtumbau West - Schöneberg Südkreuz Projektematrix und Projektblätter

Maßnahmenplan
Maßnahmenplan

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Voruntersuchung Stadtumbau West - Schöneberg Südkreuz

Projektematrix und Projektblätter

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Voruntersuchung Stadtumbau West - Schöneberg Südkreuz Projektblatt - Projektraum: Bahnhof Papestraße / Südkreuz

A1 - Bahnhofsvorplätze Südkreuz
Schlüsselprojekt in der Umsetzung

Grundstück Lage: Bahnhof Papestraße Eigentumsverhältnisse: DB Station und Services Projektbeschreibung Anlage der Bahnhofsvorplätze am Ost-, West- und Südausgang des neuen Nah- und Fernverkehrsbahnhof Papestraße / Südkreuz. Ziele der Maßnahme Der neue Bahnhof Papestraße, der nach seiner Eröffnung zum Fernbahnhof in „Südkreuz“ umbenannt werden soll, ist Motor der Standortentwicklung des Stadtumbaugebietes. Neben der technischen Erschließung des Bahnhofes werden durch die Vorplätze städtebaulich adäquate Eingänge (Tore) in die Stadt / das Stadtumbaugebiet geschaffen. Bedeutung / Effekte (lokal / gesamtstädtisch) Die Bahnhofsvorplätze sind neben ihrer technischen Notwendigkeit zur Erschließung des Bahnhofes auch Image prägend durch ihre städtebauliche Erscheinung. Sie bilden eine Adresse sowohl für den Standort Südkreuz, als auch für die Gesamtstadt und sind damit ausschlaggebend für die wirtschaftliche Entwicklung um das Südkreuz. Risiken / Konflikte / Restriktionen Finanzierung und Ausbaustandard der Bahnhofsvorplätze sind derzeit in Verhandlung. Nach bisherigem Planungsstand wird es bis 2006 zur Fußballweltmeisterschaft nur provisorische Vorplätze geben. Damit wird die Chance vertan, den Standort Südkreuz - und damit Berlin als Investitionsstandort - einer breiten, internationalen Öffentlichkeit zu präsentieren. Der Bahnhof Papestraße, in Berlin ohnehin als unübersichtlich bekannt, wird ohne attraktive Vorplätze auch nach Eröffnung des Fernbahnhofes ein unwirtlicher Ort bleiben. Stand der Planung (Projekt und städtebaulich) Es liegt eine Realisierungsplanung zu allen Vorplätzen vor (Büro Topotek1). Die Umsetzung stockt, da die Zuständigkeiten zur Finanzierung des Baus und der späterer Pflege strittig sind. Bis 2006 (Fußballweltmeisterschaft) wird ein Provisorium hergestellt, mit:
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einer Zufahrt zum Parkhaus West, auf dessen Parkpalette provisorisch 200 Stellplätze angelegt werden, einem Kiss and Ride Parkplatz an der Naumannstraße (Vorplatz West), einem Platz als Parkplatz für Busse und Taxen (Vorplatz West).

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Voruntersuchung Stadtumbau West - Schöneberg Südkreuz Projektblatt - Projektraum: Bahnhof Papestraße / Südkreuz

Zeitplanung provisorische Fertigstellung bis 2006 Akteure (privat und öffentlich) DB Station und Services, SenStadt VII, Bezirk Amt für Umwelt, Natur und Tiefbau, Stadtplanungsamt Mitwirkungsbereitschaft (immaterielle und finanzielle Verbindlichkeit) Die Bahnhofsvorplätze werden unabhängig vom Stadtumbau West entstehen. Die Notwendigkeit der Herstellung der Vorplätze als Eingänge in den Stadtraum und nicht nur technisch notwendige Zugänge wird auch von der DB Station und Services so gesehen. Die Frage nach der Zuständigkeit der Finanzierung und des Ausbaustandards wird in den nächsten Monaten geklärt. Kosten 7.500.000€ provisorische Herstellung ca. 600.000 - 800.000€. Finanzierung (privater und öffentlicher Anteil) ungeklärt, provisorische Herstellung DB Station und Services Gesamteinschätzung (Bedeutung, Effekte, Kosten-Nutzen-Verhältnis, Realisierungschance) Der Bau der Bahnhofsvorplätze ist eine notwendige Voraussetzung zur Stadtortentwicklung Südkreuz. Als Tor zur Stadt für Reisende, die von Süden in die Stadt einfahren, sind sie erster Ausstiegspunkt und damit erster Eindruck der Stadt Berlin. Sie verbinden den neuen Bahnhof und den umliegenden Standort Südkreuz miteinander. Neben ihrer Eingangs- und Imageprägenden Funktion sind sie auch Übergänge zu weiteren Verkehrswegen in die Gesamtstadt. In ihrer bisher geplanten provisorischen Form werden die Vorplätze dem Standort auch mit Blick auf seine gesamtstädtischen Bedeutung nicht gerecht. Das ohnehin negative Image des ungeordneten Stadtraumes mit chaotischer Umsteigesituation an der Papestraße wird so verfestigt und nicht korrigiert. Die Klärung der Finanzierungsfrage auf oberster Entscheidungsebene muss vorangetrieben werden, damit die Vorplätze wie geplant realisiert werden. Sie sind unentbehrlicher Bestandteil der Standortentwicklung Südkreuz und damit auch des Stadtumbaus.

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Voruntersuchung Stadtumbau West - Schöneberg Südkreuz Projektblatt - Projektraum: Bahnhof Papestraße / Südkreuz

A2 - Parkhäuser Bahnhof Südkreuz
weitere Projekte

Grundstück Lage: Bahnhof Südkreuz / Papestraße Flächengröße: vorgesehen für 2.670 Stellplätze Eigentumsverhältnisse: DB Station und Services Projektbeschreibung Suche eines Investors und privaten Betreibers für die beiden Parkpaletten am neuen Bahnhof Südkreuz. Ziele der Maßnahme Fertigstellung des Bahnhofes in seiner Funktion als Park and Ride Bahnhof und in seiner städtebaulichen Gesamtkonzeption als neue Adresse des Standortes. Bedeutung / Effekte (lokal / gesamtstädtisch) Fertigstellung des Bahnhofes Südkreuz als Image prägendes Tor zur Stadt und zum Standort Südkreuz. Risiken / Konflikte / Restriktionen Die Parkhäuser werden bisher nur als Plattformen realisiert, auf denen die Parkhäuser gebaut werden können. Auch nach dreimaliger Ausschreibung zum Bau und zum Betrieb konnten bisher keine Investoren / Betreiber gewonnen werden. Stand der Planung (Projekt und städtebaulich) Die Parkpaletten sind als Rohbauten ausgeführt. Die Bahn wird die westliche Palette herrichten, so dass 200 Stellplätze entstehen. Die Zufahrt zur östlichen Parkpalette ist erst nach Umbau der General-Pape-Straße möglich, deshalb wird diese Palette erst zu einem späteren Zeitpunkt hergerichtet (siehe D4). Zeitplanung Fertigstellung des Rohbaus und 200 Stellplätzen 2006. Die Betreibersuche wird erneut erfolgen. Akteure (privat und öffentlich) DB Station und Services, private Investoren müssen gesucht werden (evtl. Ergo Columbia, St. Joseph Krankenhaus) Mitwirkungsbereitschaft (immaterielle und finanzielle Verbindlichkeit) Immateriell hoch, DB Station und Service geht in Vorleistung für die 200 Stellplätze.

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Voruntersuchung Stadtumbau West - Schöneberg Südkreuz Projektblatt - Projektraum: Bahnhof Papestraße / Südkreuz

Kosten 8.000.000 € Finanzierung (privater und öffentlicher Anteil) privat Gesamteinschätzung (Bedeutung, Effekte, Kosten-Nutzen-Verhältnis, Realisierungschance) Um die Funktion eines Park and Ride Bahnhofes zu erfüllen muss dringend ein Investor gefunden werden, bzw. untersucht werden welche Ursachen es hat, dass bisher kein Betreiber gewonnen werden konnte.

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Voruntersuchung Stadtumbau West - Schöneberg Südkreuz Projektblatt - Projektraum: Bahnhof Papestraße / Südkreuz

A3 - Nordausgang Bahnhof Südkreuz
Schlüsselprojekt

Grundstück Lage: Bahnhof Papestraße / Südkreuz Eigentumsverhältnisse: DB Station und Services, Bundesanstalt für Immobilienaufgaben, DB Service und Immobilien Projektbeschreibung Öffnung des Nordzugangs für Fußgänger zum Gewerbegebiet Naumannstraße/ Wohngebiet Schöneberger Insel. Anlage einer Wegeverbindung und eines nördlichen Eingangsbereiches. Ziele der Maßnahme Der Nordausgang bildet eine wichtige Verbindung des Bahnhofes mit dem Umfeld und verkürzt die Wege für Fußgänger die von Norden kommen. Bedeutung / Effekte (lokal / gesamtstädtisch) Das Gebiet Naumannstraße (C) erhält einen direkten und attraktiven Zugang vom Bahnhof Südkreuz. Die Fuß-, Rad- und Skatewege, wie die Schöneberger Schleife (F) mit Weiterführung zum Südgelände oder im Übergang zum OstWest Grünzug/Torgauer Straße (I6), wie zur Ost-West-Spange (G), werden über diesen Ausgang erschlossen. Risiken / Konflikte / Restriktionen Die drei Eigentümer sehen den Nordausgang als ein sinnvolles Projekt an. Geklärt werden muss die genaue Wegeführung und Finanzierung der Platzanlage. Die Erschließung der Gebäude Naumannstraße sowie die Rettungswege zum Bahnhof müssen mit den Ein- und Ausgangsbereichen abgestimmt werden. Stand der Planung (Projekt und städtebaulich) Eine Städtebauliche Planung besteht im Rahmen des Konzeptes zur Naumannstraße (Architekten Roedig und Schop). Im Rahmen des Wettbewerbes zu den Vorplätzen des Bahnhofes wurden ebenfalls Vorschläge für den Nordausgang erarbeitet (Topotek1). Eine Abstimmungen zwischen den Eigentümern ist nötig. Restflächen der DB Service und Immobilien ermöglichen Überlegungen zu einer neuen Wegeführung. Ein Durchgang für Fußgänger und Radfahrer wird von der DB Station und Services bereits bei Eröffnung des Bahnhofes gewährleistet, der Weg ist allerdings wenig attraktiv, nicht offiziell ausgewiesen und mündet ungeordnet auf dem Gebiet Naumannstraße als Dienstweg und Feuerwehrzufahrt. Zeitplanung 2006 / 07

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Voruntersuchung Stadtumbau West - Schöneberg Südkreuz Projektblatt - Projektraum: Bahnhof Papestraße / Südkreuz

Akteure (privat und öffentlich) DB Station und Service, Bundesanstalt für Immobilienahngelegenheiten, SenStadt VII, Gebietsmanagement Naumannstraße, Bezirk Amt für Umwelt, Natur und Tiefbau. Mitwirkungsbereitschaft (immaterielle und finanzielle Verbindlichkeit) Die Mitwirkungsbereitschaft der Akteure besteht. Der genaue Ausbaustandard, die Wegeführung und Finanzierung sind zu klären. Eine Koordinierung ist notwendig. Kosten 300.000€ Finanzierung (privater und öffentlicher Anteil) Privater Anteil: Gewerbetreibende Gebiet Naumannstraße, Bundesanstalt für Immobilienaufgaben, DB Station und Services, Stadtumbau Gesamteinschätzung (Bedeutung, Effekte, Kosten-Nutzen-Verhältnis, Realisierungschance) Der Nordaus- / -zugang ist ein wichtiger Anschluss des Bahnhofes nach Norden. Die Erreichbarkeit zu allen Seiten des Bahnhofes ist wichtig auch um das bestehende negative Image des Standortes im Punkt Erreichbarkeit zu durchbrechen. Im Zusammenhang mit der Schöneberger Schleife (F) bietet der Nordzugang eine weitere für Fußgänger und Radfahrer attraktivere Verbindung zum anschließenden Weg ins Südgelände. Somit ist der Zugang sowohl kleinräumig zur Erschließung des Gebietes Naumannstraße und des Wohngebietes Schöneberger Insel, als auch für die überörtliche Wegeverbindung Nord-SüdGrünzug vorteilhaft. Da die Zugänglichkeit bereits gewährleistet ist geht es um eine attraktivere Gestaltung des Weges und seines Umfeldes. Das Projekt wird von den Eigentümern befürwortet. Die Finanzierung muss verhandelt werden.

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Voruntersuchung Stadtumbau West - Schöneberg Südkreuz Projektblatt - Projektraum: Gasag Gelände

B1 - Entertainment Halle Gasometer
Schlüsselprojekt

Grundstück Lage: zwischen Wannseegraben, Ringbahn, Torgauerstr. und Cherusker Park Flächengröße: ca. 4 ha Eigentumsverhältnisse: Gasag Berliner Gaswerke AG (Denkmal) Projektbeschreibung Das Gelände der Gasag wird nur noch in Teilen von einer Tochter BEGA.tec (Berliner Gasanlage Messtechnik) genutzt. Diese wird in der südlichen Spitze neu bauen. Entsprechende Bauplanungen liegen zur Abstimmung vor. Die nördliche Spitze des Geländes wird, von Altlasten saniert, als Spiel- und Grünfläche an den Bezirk übertragen (siehe Projekt Nordspitze B3). Hierfür hat die Ergo Columbia mögliche Vernetzungen mit der Nutzung des Hauptgeländes dargestellt (Entertainment und Sport, eventuell Beschäftigungsmaßnahmen). Das Kerngelände mit den unter Denkmalschutz stehenden Gebäuden inklusive des berlinweit sichtbaren Gasometergerüsts, soll zu einem Kultur- und Freizeitstandort mit Veranstaltungshalle im Gasometer entwickelt werden. Hierfür hat die Ergo Columbia Projektentwicklung Konzepte erstellt und ist auf der Suche nach Finanzierung. Neben der Veranstaltungshalle im Gasometer werden Restaurants, Clubs und Bars, sowie im südlichen Bereich auch Büronutzer wie die DEKRA (Seminare, Veranstaltungen im Rahmen Aus- und Weiterbildung) die denkmalgeschützten Gebäude nutzen. Insbesondere die Modernisierung des denkmalgeschützten Gasometergerüstes stellt mit geschätzten 3 Mio. € eine Herausforderung dar (die jährliche Instandhaltung kostet 150.000 €). Die Erschließung vom Sachsendamm und vom S-Bahnhof Schöneberg muss umgebaut werden (siehe Straßenumbau Torgauer Straße B3, Westzugang Schöneberger Linse E2). Stellplätze müssen auf dem Gelände nachgewiesen werden, da sie im Bereich Torgauerstraße nicht zu finden sind. Die Ergo Columbia mit Sitz am Standort ist gemeinsam mit der Gasag dabei den Standort und das Projekt schrittweise zu entwickeln (Zwischen- und Teilnutzungen) und Sponsoren (Werbung) für die Modernisierung des Gerüsts zu finden. Das Vorhaben soll ein privat finanziertes Projekt werden. Der Gasometer kann als Leuchtturm im Sinn des Wortes zur Standortentwicklung Südkreuz beitragen. Die kulturelle und touristische Entertainmentnutzung wäre Standortmotor, da sie neue Besucher ins Gebiet bringt und im Sinne der wirtschaftlichen Entwicklung ein neues Profil „eröffnet“. Im Rahmen von Stadtumbau West – Standortentwicklung soll ein geeigneter Projektteil herausgearbeitet und umgesetzt werden, für den eine Kofinanzierung, eventuell mit Wirtschaftsförderung möglich und erwünscht ist (siehe auch Management J1). Ziele der Maßnahme Ziel der Maßnahme im Rahmen von Stadtumbau West ist die Stabilisierung des werbenden Gasometers sowie die Unterstützung einer „neuen“ Nutzung als Profil gebend für den Standort. Das Denkmal ist auch im Sinne der „Kulturpunk71

Voruntersuchung Stadtumbau West - Schöneberg Südkreuz Projektblatt - Projektraum: Gasag Gelände

te“ an der „Schöneberger Schleife“ (F) für den Standort Südkreuz darzustellen (Technisches Denkmal). Im Rahmen des Managements in Zusammenarbeit mit dem Eigentümer und Entwickler werden geeignete Projektteile gefunden. Bedeutung / Effekte (lokal / gesamtstädtisch) Für die Standortentwicklung Südkreuz bedeutet der Gasometer Leuchtturm und Profilierung. Die Unterstützung des Projektes soll im Sinne des Gesamtstandortes und im Sinne einer Wirtschaftsförderung stattfinden. Für den Sektor Tourismus wird dieser Standort ein weiterer Anziehungspunkt zum Besuch Berlins. Risiken / Konflikte / Restriktionen Die Maßnahme ist finanziell sehr umfangreich. Bisher gibt es noch kein Finanzierung der Gesamtmaßnahme. Die Sicherung des Denkmals steht im Konflikt mit Werbeanlagen. Hierfür müssen praktikable Lösungen gefunden werden. Die Vermarktung muss evtl. kleinteiliger gestartet werden bzw. Stadtumbau West könnte mit Ideen zur Zwischennutzung kleine Umsetzungsschritte unterstützen, die größere Investoren begeistern. Stand der Planung (Projekt und städtebaulich) Die Architekten der Ergo Columbia haben insbesondere ein Konzept für die Halle im Gasometer und eine städtebauliche Idee zur Entwicklung des gesamten Standortes erarbeitet. Ideen für die Nutzung der übrigen Gebäude sowie der Mitnutzung der Nordspitze (B2) liegen ebenso wie die Planung für die Erschließung Torgauer Straße (B3) vor. Die Bauanfragen der BEGA.tec und der DEKRA zum südlichen Teil liegen zur Abstimmung mit dem Stadtplanungsamt vor. Zeitplanung 2007 / 08 je nach Klärung der Finanzierung

Akteure (privat und öffentlich) Gasag Berliner Gaswerke AG / BEGA.tec, Ergo Columbia Projektentwicklung i.G., DEKRA, Amt für Umwelt, Natur und Tiefbau, Stadtplanungsamt, Untere und Obere Denkmalschutzbehörde, Wirtschaftsförderung Mitwirkungsbereitschaft (immaterielle und finanzielle Verbindlichkeit) Hohe Mitwirkungsbereitschaft aller Akteure. Die finanzielle Verbindlichkeit ist eher mittel einzuschätzen, da es außer der Südspitze noch keine weiteren finanziellen Zusagen gibt. Kosten 15.000.000 € (12 Mio. werden von der Ergo Columbia für die Projektentwicklung angesetzt, 3 Mio. werden einmalig für die Sanierung des Gasometers benötigt und 150.000 € für die jährliche Instandhaltung) Finanzierung (privater und öffentlicher Anteil) Der private Entwickler sucht eine private Finanzierung (Ergo Columbia). Mit Stadtumbau West Mitteln sowie Wirtschaftsförderung, Kulturförderung, Denkmalförderung soll, wenn auch kleinteilig, das Projekt in seinen gesamtstädtisch gemeindlichen Zielen unterstützt werden. Gesamteinschätzung (Bedeutung, Effekte, Kosten-Nutzen-Verhältnis, Realisierungschance) Der Gasometer ist als Landmarke eine der wichtigsten standortprägenden Leuchttürme des Gebietes Südkreuz. Mit den übrigen Denkmalteilen bietet er ein Potenzial für eine besondere „location“ für den Berlin Tourismus. Die Lage an der „Schöneberger Schleife“ verknüpft ihn ideal. Die Unterstützung der geplanten Entwicklung im Sinne dieser Ziele kann nur kleinteilig sein, erhöht jedoch die Realisierungschancen des gesamten Projektes. Im Rahmen des Managements (J1) ist die Unterstützung des Projektes eine der Aufgaben der Standortentwicklung Schöneberg - Südkreuz.
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Voruntersuchung Stadtumbau West - Schöneberg Südkreuz Projektblatt - Projektraum: Gasag Gelände

B2 - Gasag Nordspitze
Schlüsselprojekt

Grundstück Adresse : Torgauer Straße Lage: zwischen Wannseegraben, und Cheruskerpark Flächengröße: ca. 1,2 ha Eigentumsverhältnisse: Gasag Berliner Gaswerke AG, Die Übernahme der hergestellten Grünanlage in das Eigentum des Bezirkes ist beschlossen. Projektbeschreibung Bau einer neuen Freifläche mit Freizeitnutzungen. Ziele der Maßnahme Im Rahmen der Umnutzung und Neustrukturierung des Gasag-Standortes (B1) soll die sog. Gasag-Nordspitze zu einem vielfältig nutzbaren Freizeitpark mit intensiven sportlichen Nutzungen umgestaltet werden. Angebunden ist die Gasag-Nordspitze an die Ost-West-Spange mit einer Querung der Wannseebahn (G1). Mit der Gasag-Nordspitze erfährt der Cheruskerpark (F2) eine wesentliche Erweiterung. Die Spiel-, Sport- und Freizeitangebote sollen durch einen Träger betreut und unterhalten werden. Das Areal soll vorrangig für Jugendliche aus der Umgebung aber auch für eine breite Öffentlichkeit nutzbar sein. Bedeutung / Effekte (lokal / gesamtstädtisch) Die Umnutzung der Gasag-Nordspitze ist ein wesentliche Komponente zur Entwicklung des Gasag-Geländes zu einem über den Bezirk hinaus ausstrahlenden Kultur- und Veranstaltungsstandort (B1). Zusammen mit dem um die südlichen Flächen an der Torgauer Straße erweiterten Cheruskerpark entsteht eine 4,1 ha große, vielfältig nutzbare Parkanlage. Als attraktiver Raum für den Freizeitsport (Streetball, Street-Soccer, Street-Hockey, Skaten, Beachvolleball, etc.) stellt die Gasag-Nordspitze zudem einen wichtigen Anlaufpunkt am Rand der Schöneberger Schleife dar (F). Darüber hinaus bildet die Gasag-Nordspitze den „Brückenkopf“ zur Querung der Wannseebahn (G1). Risiken / Konflikte / Restriktionen Bei der Umnutzung der derzeit brachliegenden Grünfläche sind vorhandene Bodenverunreinigungen zu sanieren. Gegebenenfalls kann auch durch eine Versiegelung (Spiel- und Sportflächen) eine Mobilisierung der Bodenverunreinigungen unterbunden werden. Ein entsprechendes Gutachten wird erstellt. Stand der Planung (Projekt und städtebaulich) Abstimmung / Überarbeitung des vorhandenen Konzepts „Schöneberger Grünzüge“ (Bezirk Jugendamt, Amt für Umwelt u. Natur, Gasag, ERGO Columbia Projektentwicklung i.G., private und öffentlicher Träger), Teil der bezirklichen Bereichentwicklungsplanung (BEP).

Fugmann / Janotta 2003

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Voruntersuchung Stadtumbau West - Schöneberg Südkreuz Projektblatt - Projektraum: Gasag Gelände

Zeitplanung Baubeginn voraussichtlich 2006 Akteure (privat und öffentlich) Gasag Berliner Gaswerke AG, ERGO Columbia Projektentwicklung i.G., DEKRA als Bildungs- und Beschäftigungsträger, Bezirk, Amt für Umwelt u. Natur, Jugendamt, mögliche Träger Mitwirkungsbereitschaft (immaterielle und finanzielle Verbindlichkeit) immateriell hoch, Finanzierung durch Gasag Kosten 54.000 € (ohne ggf. erforderliche Bodensanierung) 100.000 € / Jahr für Betreuung und Unterhaltung (Kostenschätzung ErgoColumbia) Finanzierung (privater und öffentlicher Anteil) Stadtumbaumittel, Gasag Gesamteinschätzung (Bedeutung, Effekte, Kosten-Nutzen-Verhältnis, Realisierungschance) Die Nordspitze verknüpft sowohl die überörtlichen Projekte der Standortentwicklung als auch die Entwicklungen auf dem Gasag-Gelände mit dem Wohngebiet. Die Planungen sind weit fortgeschritten. Eine Überarbeitung der Konzepte ist in Arbeit (Träger des Bezirkes). Verhandlungen zwischen dem Bezirk und der Gasag laufen.

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Voruntersuchung Stadtumbau West - Schöneberg Südkreuz Projektblatt - Projektraum: Gasag Gelände

B3 - Straßenumbau Torgauer Straße
Sonstige Projekte

Grundstück Adresse: Torgauer Strasse bis Einfahrt Gasag Gelände Flächengröße: 1.500m² (L: 150m, B: 10m) Eigentumsverhältnisse: Land Berlin Projektbeschreibung Die Erschließung des Gasag Geländes über die Torgauer Straße vom Sachsendamm ist bei der Entwicklung zu einem großen Veranstaltungsort unzureichend. Für die zusätzlichen Verkehre ist die Torgauer Strasse nicht ausgelegt. Gleiches gilt für den Anschlusspunkt Sachsendamm und die Querungsmöglichkeit für Fußgänger zum S-Bahnhof Schöneberg (E2). Die Kofinanzierung eines Straßenausbaus wäre möglich, hat momentan jedoch keine Priorität. Projektzusammenhang: Westzugang Schöneberger Linse E2, Durchstich zur Linse (E5) und Ost-West-Grünzug / Torgauer Straße (I6). Ziele der Maßnahme Bessere Erschließung für den MIV – nötige Berücksichtigung von Fuß-/ Radverkehr. Bedeutung / Effekte (lokal / gesamtstädtisch Erreichbarkeit des Leuchtturms Gasag Gelände / Gasometer Risiken / Konflikte / Restriktionen Momentane Diskussion über andere Möglichkeiten der Erschließung: Nutzung der Stellplatzanlagen Südkreuz (Shuttleservice oder Umstieg auf die Ringbahn bis Bahnhof Schöneberg – trotzdem nötig: besserer Übergang Sachsendamm). Stand der Planung (Projekt und städtebaulich) Erste Überlegungen Tiefbauamt, Ergo Columbia. GA-Mittel sind möglich Zeitplanung In Abhängigkeit weiterer Entscheidungen Akteure (privat und öffentlich) Gasag, ERGO Columbia Projektentwicklung, Tiefbauamt Mitwirkungsbereitschaft (immaterielle und finanzielle Verbindlichkeit) In Abhängigkeit weiterer Entscheidungen. Kosten 1 Mio. € (je nach Eingriff an Widerlager Bahnbrücken, evtl. 3 Mio. )

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Voruntersuchung Stadtumbau West - Schöneberg Südkreuz Projektblatt - Projektraum: Gasag Gelände

Finanzierung (privater und öffentlicher Anteil) GA-Mittel, 10% Eigenanteil privat oder Stadtumbaumittel Gesamteinschätzung (Bedeutung, Effekte, Kosten-Nutzen, Realisierung Genaue Abschätzung und Einordnung in die gesamte Projektentwicklung zum Gasag Gelände und zusammen mit den Projekten zum Zugang Schöneberger Linse.

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Voruntersuchung Stadtumbau West - Schöneberg Südkreuz Projektblatt - Projektraum: Gebiet Naumannstraße

C1 - Neue Naumannstraße
Projekt ist in der Umsetzung C

Grundstück Lage: Neue Führung durch das Gebiet an der Naumannstraße von der Kolonnenstraße bis zur Alten Naumannstraße kurz vor der Unterführung unter der Ringbahn Flächengröße: 12.000 m² (L: 800m, B: 15m) Eigentumsverhältnisse: Bundeseisenbahnvermögen (BEV), Bundesanstalt für Immobilienaufgaben, DB Service und Immobilien (mitbeteiligt außerdem Torvus Grundstücksvermietungsgesellschaft) Projektbeschreibung Im Rahmen des Interreg IIIB Projektes wurde für das Gebiet Naumannstraße in Abstimmung mit den Eigentümern und dem Bezirk ein Konzept erarbeitet. Ein Thema war die bessere Erschließung der gewerblich genutzten Flächen, sowie die Entlastung des Wohngebietes „Schöneberger Insel“ vom Erschließungsund Durchgangsverkehr zwischen Sachsendamm (Bahnhof Südkreuz, Autobahn) und Kolonnenstraße. Diese Straße wird als erster Baustein gebaut. Für die Straße ist die jeweilige Teilhabe aller drei Eigentümer an Grundstücksteilen und den Kosten (Eigenanteil) sowie die Übergabe an die Stadt zu klären. Hierfür wird ein städtebaulicher Vertrag geschlossen. Die Beantragung von GA Mitteln ist mit SenWi vorgeklärt. Mit der Planung ist begonnen. Ziele der Maßnahme Ziel ist die bessere Erschließung des gewerblich genutzten Gebietes Naumannstraße, des Bahnhofes Südkreuzes und die Entlastung des Wohngebietes. Bedeutung / Effekte (lokal / gesamtstädtisch) Die Neue Naumannstraße dient sowohl der lokalen als auch der gesamtstädtisch besseren Erschließung der gewerblichen, weiter zu entwickelnden Flächen des Gebietes Naumannstraße und der Schöneberger Linse sowie des Bahnhofs Südkreuz. Risiken / Konflikte / Restriktionen Keine bekannten Stand der Planung (Projekt und städtebaulich) Das Projekt ist in der Ausführungsplanung. Der städtebauliche Vertrag ist in der Endabstimmung Zeitplanung 2005 / 2006

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Voruntersuchung Stadtumbau West - Schöneberg Südkreuz Projektblatt - Projektraum: Gebiet Naumannstraße

Akteure (privat und öffentlich) Gebietsmanager Naumannstraße (Roedig und Schop Architekten), Bundesanstalt für Immobilienaufgaben (Portfoliomanagement), DB Services Immobiliengesellschaft mbH Projekt SCM, Torvus Grundstücksvermietungsgesellschaft mbH), Bezirk Amt für Umwelt, Natur und Tiefbau, Stadtplanungsamt Mitwirkungsbereitschaft (immateriell und finanziell Verbindlichkeit) Die Straße entsteht auch ohne Stadtumbau West und ist nur noch in der Detailplanung (städtebaulicher Vertrag) zur Umsetzung zwischen den Akteuren abzustimmen. Die finanzielle Beteiligung ist ebenfalls abgestimmt und wird über den städtebaulichen Vertrag fixiert. Kosten 5 Mio. € Finanzierung (privater und öffentlicher Anteil) GA-Mittel, 10% Eigenanteil wird anteilig von den Eigentümern der anliegenden und genutzten Grundstücke getragen. Gesamteinschätzung (Bedeutung, Effekte, Kosten-Nutzen-Verhältnis, Realisierungschance) Der Straßenneubau ist wichtiger neuer Teil im Straßennetz zwischen Kolonnenstraße und Sachsendamm zur Erschließung des Bahnhofes Südkreuz (Vorplatz West) und anliegender gewerblicher Potenzialflächen. Gleichzeitig findet eine Entlastung der angrenzenden Wohngebiete von bereits vorhandenem und weiter zu erwartendem (aufgrund des Bahnhofs) Durchgangsverkehr statt. Die bereits geplanten Straßen erschließen die gewerblichen Flächen ideal für den MIV. Diese öffentliche Investition ist Anlass, die dadurch besser erschlossenen Flächen entsprechend ihrer Funktion für die Stadt gemeinsam mit dem Eigentümer zu entwickeln.

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Voruntersuchung Stadtumbau West - Schöneberg Südkreuz Projektblatt - Projektraum: Gebiet Naumannstraße

C2 - Erweiterung Leuthenerplatz
sonstige Projekte

Grundstück Lage: gespiegelt zum vorhandenen Leuthener Platz im Gebiet Naumannstraße (Doppelung des Platzes) Flächengröße: 2.300m² Eigentumsverhältnisse: Bundesanstalt für Immobilienaufgaben Projektbeschreibung Gespiegelte Platzfläche über die Naumannstraße im Gewerbegebiet zur Verknüpfung von Wohnen und Gewerbe mit anderen Nutzungen – auch Eingangsbereich zum Gebiet Naumannstraße und Teil der Ost-West-Spange (G3). Deutlich andere Nutzung als auf dem vorhanden Platz, in Diskussion der Vorschläge Interreg IIIB Projekt (Konzeptvarianten). Ziele der Maßnahme Verknüpfung der Gebiete, Durchlässigkeit des Gebietes Naumannstraße. Bedeutung / Effekte (lokal / gesamtstädtisch) Eingangsbereich Gewerbegebiet, weitere Frei- / Spielflächen für das Wohngebiet. Siehe: Ost-West-Spange (G), Verkehrsberuhigung Naumannstraße (C1). Risiken / Konflikte / Restriktionen Evtl. Altlasten schränken Nutzung ein; Klärung privater oder öffentlicher Platz. Stand der Planung (Projekt und städtebaulich) Städtebauliches Konzept in Varianten (Roedig und Schop Architekten) Zeitplanung 2007/ 08 Akteure (privat und öffentlich) Bundesanstalt für Immobilienaufgaben, DB Services Immobiliengesellschaft, Torvus Grundstücksvermietungsgesellschaft mbH), Amt für Umwelt, Natur und Tiefbau, Bewohner Mitwirkungsbereitschaft (immaterielle und finanzielle Verbindlichkeit) Unterstützung durch Eigentümer – jedoch sind genauere Abstimmungen nötig Kosten 180.000 € Finanzierung (privater und öffentlicher Anteil) Eigentümer Naumannstraße, Stadtumbaumittel, Beschäftigungsprojekt
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Voruntersuchung Stadtumbau West - Schöneberg Südkreuz Projektblatt - Projektraum: Gebiet Naumannstraße

Gesamteinschätzung (Bedeutung, Effekte, Kosten-Nutzen, Realisierung) Neues Image für das Gewerbegebiet, als Maßnahme steht es nach dem Projekt Neue Naumannstraße und als Start für die Brücke zur Realisierung der OstWest-Spange. Gemeinsam mit den Bewohnern.

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Voruntersuchung Stadtumbau West - Schöneberg Südkreuz Projektblatt - Projektraum: Gebiet Naumannstraße

C3 - Verkehrsberuhigung der „alten“ Naumannstraße
sonstige Projekte

Grundstück Adresse : Naumannstraße von der Kolonnenstraße bis zur Mündung „neue“ Naumannstraße (Unterführung Ringbahn) Flächengröße: 14.000m² (L: 700m, B: 20) Eigentumsverhältnisse: Land Berlin Projektbeschreibung Nach dem Neubau der Naumannstraße durch das Gewerbegebiet wird die "alte" Naumannstraße im Abschnitt Kolonnenstraße – Mündung Neue Naumannstraße zu einer Wohnstraße umgebaut. Dazu werden die Mündungen in die Kolonnenstraße und die Neue Naumannstraße aufgepflastert sowie durch Gehwegvorstreckungen das Profil der Fahrgasse in den Bereichen reduziert. (siehe auch Erweiterung Leuthener Platz C2, Schleife F1.3, ). Ziele der Maßnahme Besseres Neben- und Miteinander von Wohnen und Gewerbe Bedeutung / Effekte (lokal / gesamtstädtisch) Anpassung der Verkehrsinfrastruktur, Qualität im öffentlichen Raum, Imagebildung. Projektverknüpfung: Ost-West-Spange (G3), Neue Naumannstraße (C1) Risiken / Konflikte / Restriktionen keine Stand der Planung (Projekt und städtebaulich) Idee Zeitplanung 2007/08, Realisierung nach Fertigstellung der „neuen“ Naumannstraße Akteure (privat und öffentlich) Bezirksamt Tempelhof-Schöneberg Tiefbauamt, Stadtplanung Mitwirkungsbereitschaft (immaterielle und finanzielle Verbindlichkeit) immateriell und finanziell vom Tiefbauamt signalisiert. Kosten 20.000 €

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Voruntersuchung Stadtumbau West - Schöneberg Südkreuz Projektblatt - Projektraum: Gebiet Naumannstraße

Finanzierung (privater und öffentlicher Anteil) Bezirk, Stadtumbau Gesamteinschätzung (Bedeutung, Effekte, Kosten-Nutzen, Realisierung) Die Maßnahme ist mit geringem Aufwand realisierbar. Die südliche Aufpflasterung und Gehwegvorstreckungen sind im Rahmen der Erstellung der „neuen“ Naumannstraße möglich.

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D1 - Kultur Kaserne: Konzeptentwicklung
Schlüsselprojekt

Grundstück Lage: - ehemaliges Kasernengelände begrenzt durch die General-Pape-Straße im Osten, dem Werner-Voss-Damm im Süden, der Gontermannstraße im Westen und der Kleingartensiedlung „Kolonie Papestraße“ im Norden - Gelände der Wasserbetriebe am Werner-Voss-Damm Flächengröße: 136.000 m2 (Kaserne) und 28.600 m² (BWB) Eigentumsverhältnisse: Bundesanstalt für Immobilienaufgaben (Kaserne / Denkmal), Berliner Wasserbetriebe (BWB) Projektbeschreibung Vorhandene Konzepte (Neubauten für Bundeswohnen) werden aufgrund und in Formulierung neuer Ziele überarbeitet. Schwerpunktmäßig wird es um eine stabilisierende Entwicklung der vorhandenen Mieterstruktur gehen. Die Idee der Imagebildung über den Namen „Kulturkaserne“ muss überprüft werden. Entsprechende Nutzer und Nutzungen sollten gesetzt werden. Neben dem Denkmal (Gebäude und Freiflächen), der vorhandenen ausbaubaren Ausstellung zur historischen Nutzung der Kaserne, gibt es Galerien und Ateliers. Die vorhandene denkmalgeschützte Struktur (Wege, Grünanlagen, Häuser) muss modernisiert und besser herausgearbeitet werden. Standorte für neue Häuser, sowie Verlängerungen für Wege oder die Nutzung der Freiflächen werden bestimmt. Die neue Ost-West-Spange (G) über den Bahndamm führt am nördlichen Rand unmittelbar vorbei und bindet das Gebiet an das Gebiet Naumannstraße an. Für einen möglichen schrittweisen Verkauf muss eine denkmalverträgliche, sinnvolle Parzellierung (auch im Sinne einer Durchlässigkeit) entwickelt werden. Das Gesamtkonzept für eine geordnete städtebauliche und gewerbliche Entwicklung für das ehemalige Kasernengelände an der General-Pape-Straße / Werner-Voss-Damm muss zwischen Eigentümer, Stadt (Berlin und Bezirk) sowie Gewerbetreibenden und evtl. Käufern abgestimmt werden. Die nördlichen und an die Wohngebiete angrenzenden Flächen und Gebäude sollten für Besondere Wohnformen diskutiert werden (z.B. Generationsübergreifendes Wohnen). Nutzungen für das oder in Synergie mit dem angrenzend liegenden Krankenhaus müssen geklärt werden (Gesundheitsdienstleister, Erweiterungsflächen, Stellplätze). Südlich an die Kultur Kaserne anschließend liegt das Gelände der Berliner Wasserbetriebe, dass mit dem Bahnhofsvorplatz Ost und der Verkehrsberuhigung Werner-Voss-Damm ebenso wie die Kulturkaserne eine neue Eingangssituation und eine neue Bedeutung im Stadtraum erhält. Die Konzepte sind mit dem Umbau der Straße (D4) und des Bahnhofsvorplatzes Ost (A1) abzustimmen. Die konzeptionellen Überlegungen für die Kaserne muss das Gelände der BWB und seine Eigentümer mit einbeziehen.

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Ziele der Maßnahme Die Standorte an der General-Pape-Straße - Kulturkaserne und Niederlassung der Berliner Wasserbetriebe - werden attraktive, bekannte Gewerbestandorte (Dienstleistungen, Handwerk, evtl. Wohnen) am Bahnhofsvorplatz Ost / Südkreuz und der verlängerten General-Pape-Straße. Hierfür wird ein umsetzungsorientiertes Konzept entwickelt. Dieses wird noch im Stadtumbau West Zeitraum in Teilen (siehe D2) umgesetzt. Der Prozess der Umstrukturierung wird im Programmzeitraum beginnen. Bedeutung / Effekte (lokal / gesamtstädtisch) Das östliche Teilgebiet des Standortes Südkreuz wird in seinem Profil geschärft. Durch Verknüpfungen, Abstimmungen und Synergien mit den anderen Gebieten wird damit der Standort insgesamt deutlicher erkennbar. Die gestalterische Ausführung der Anbindung vom Bahnhof führt das Gebiet in die Stadt. Die Verknüpfung mit den Wohngebieten wird verträglicher. Risiken / Konflikte / Restriktionen Die Abstimmung zwischen Vermarktung und Denkmalschutz könnte als Konflikt gewertet werden. Die Synergien sind jedoch viel augenfälliger – Denkmal als Image für die Vermarktung – der besondere Standort. Die Bahnhofsvorplatz- und Straßenplanungen müssen frühzeitig in die Konzepte integriert werden, damit sie abgestimmt gebaut ein harmonisches Bild ergeben. Stand der Planung (Projekt und städtebaulich) Die Überarbeitung des bestehenden Konzeptes ist geplant. Zeitplanung 2005 / 2006 Akteure (privat und öffentlich) Bundesanstalt für Immobilienaufgaben (Portfoliomanagement), Berliner Wasserbetriebe, Bürgerinitiative Neue Wege für Neu-Tempelhof, Amt für Umwelt, Natur und Tiefbauamt, Stadtplanungsamt, Untere und Obere Denkmalschutzbehörde, Nutzer (Gewerbe, Bewohner), St. Joseph Krankenhaus. Mitwirkungsbereitschaft (immaterielle und finanzielle Verbindlichkeit) Die Eigentümer haben ein Interesse an einem Konzept und sichern eine Mitwirkung zu, so dass das Konzept schrittweise in die Umsetzung gehen kann. Kosten 30.000 Euro Finanzierung (privater und öffentlicher Anteil) Stadtumbau West Gesamteinschätzung (Bedeutung, Effekte, Kosten-Nutzen-Verhältnis, Realisierungschance) Der bereits geplante Ausbau der General-Pape-Straße (D4) erschließt die gewerblichen Flächen ideal für den MIV. Diese öffentliche Investition ist Anlass, die dadurch besser erschlossenen Flächen entsprechend ihrer Funktion für die Stadt gemeinsam mit dem Eigentümer zu entwickeln. Ein Konzept zur Umgestaltung des öffentlichen Raumes ist notwendig. Der Standort wird schrittweise umgebaut. Dies muss jedoch nach einem Gesamtkonzept erfolgen, um das Teilgebiet in seiner Attraktivität zu steigern und damit seinem Potenzial nach zu vermieten. Die bisherige Erschließungssituation ist unübersichtlich und unbefriedigend. Der Anlass des Baues des Bahnhofsvorplatzes macht eine Diskussion der Wegeverbindungen unumgänglich, damit sich das Teilgebiet an seinem Zugang deutlich präsentiert. Das Konzept muss an einer möglichen Umsetzung orientiert, diskutiert und abgestimmt sein.
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D2 - Kultur Kaserne: Konzeptumsetzung
Schlüsselprojekt

Grundstück Lage: - ehemaliges Kasernengelände begrenzt durch die General-Pape-Straße im Osten, dem Werner-Voss-Damm im Süden, der Gontermannstraße im Westen und der Kleingartensiedlung „Kolonie Papestraße“ im Norden - Gelände der Wasserbetriebe am Werner-Voss-Damm Flächengröße: 136.000 m2 (Kaserne) und 28.600 m² (BWB) Eigentumsverhältnisse: Bundesanstalt für Immobilienaufgaben (Kaserne / Denkmal), Berliner Wasserbetriebe (BWB) Projektbeschreibung Entsprechend des Konzeptes (D1) sollen im Stadtumbau West Zeitraum wesentliche „Linien“ zur Strukturierung des Gebietes umgesetzt werden. Hand in Hand mit den Eigentümern, dem Tiefbauamt, dem Stadtplanungsamt und der Denkmalschutzbehörde werden Initialprojekte mit Mischfinanzierungen zur Umsetzung im Bereich z.B. der Wegestruktur, der technische Infrastruktur, eines Leitsystems, einer Parzellierung, der Bedeutung des Gebietes am östlichen Bahnhofsvorplatz Südkreuz herausgearbeitet und die weitere Entwicklung strukturiert vorbereitet. Diese Projekte müssen im Weiteren mit den Umbauplänen der General-PapeStraße (D4), dem Bau des Bahnhofsvorplatzes Ost (A1) und einer Beruhigung des Werner-Voss-Damms abgestimmt werden. Ziele der Maßnahme Die Standorte an der General-Pape-Straße – Kulturkaserne und Niederlassung der Berliner Wasserbetriebe – werden attraktive, bekannte Gewerbestandorte (Dienstleistungen, Handwerk, evtl. Wohnen) am Bahnhofsvorplatz Ost / Südkreuz. Hierfür werden erste wesentliche Maßnahmen aus dem Konzept (D1) umgesetzt, um vom Bahnhofsvorplatz Ost die Flächen deutlich erkennbar zu machen. Bedeutung / Effekte (lokal / gesamtstädtisch) Das östliche Teilgebiet des Standortes Südkreuz wird in seinem Profil geschärft. Durch Verknüpfungen und dadurch deutlichere Nutzung von Synergien mit den anderen Gebieten wird der Standort insgesamt deutlicher erkennbar. Die gestalterische Umgestaltung der Anbindung vom Bahnhof führt das Gebiet in die Stadt. Die Verknüpfung mit den Wohngebieten wird verträglicher. Risiken / Konflikte / Restriktionen Die Abstimmung zwischen Vermarktung und Denkmalschutz könnte als Konflikt gewertet werden. Die Synergien sind jedoch viel augenfälliger – Denkmal als Image für die Vermarktung – der besondere Standort. Es müssen möglichst wirksame und sichtbare Teilmaßnahmen ausgewählt werden, so dass auch schrittweise das Potenzial erkennbar wird. Für eventuell

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nötige größere infrastrukturelle Maßnahmen (Tiefbau) wird es genauere Abstimmungen der Kostenverteilung geben müssen. Die Abstimmung mit dem Bau der General-Pape-Straße und den Bahnhofsvorplätzen muss frühzeitig erfolgen, damit ein harmonisches Bild entsteht. Stand der Planung (Projekt und städtebaulich) Im Prozess des zu erstellenden Konzeptes (D1) wird die Auswahl der tatsächlichen Maßnahmen getroffen. Zeitplanung 2008-10 Umsetzung von Teilmaßnahmen Akteure (privat und öffentlich) Bundesanstalt für Immobilienaufgaben (Portfoliomanagement), Berliner Wasserbetriebe, BI Neue Wege für Neu-Tempelhof, Bezirk, Amt für Umwelt, Natur und Tiefbauamt, Stadtplanungsamt, Untere und Obere Denkmalschutzbehörde, Nutzer (Gewerbe, Bewohner), St. Joseph Krankenhaus (weitere je nach Konzeptentwicklung und Auswahl der Projekte) Mitwirkungsbereitschaft (immaterielle und finanzielle Verbindlichkeit) Die Eigentümer haben ihre generelle Mitwirkungsbereitschaft im Rahmen möglicher Maßnahmen signalisiert. Detailliert werden muss dies bei der Konzepterstellung. Kosten Bei überschlägiger Ermittlung der Kosten zur Modernisierung der Freiflächen und Straßen entstehen Beträge, die sicher nur in Teilen tragbar sind. Für die Kosten-Finanzierungs-Übersicht Stadtumbau West wird von einem Kostenrahmen von 2 Mio. € ausgegangen, der ungefähr zur Hälfte von Eigentümern und Stadtumbau West tragbar wäre, für den jedoch zusätzlich noch andere Fördermittel in Frage kämen. Finanzierung (privater und öffentlicher Anteil) Stadtumbaumittel, GA-Mittel (Erschließung Gewerbeflächen), Kultur- und Denkmalschutzförderung, Wirtschaftsförderung, privat (Bundesamt für Immobilienaufgaben, BWB, Einzeleigentümer (bei Verkauf)) Gesamteinschätzung (Bedeutung, Effekte, Kosten-Nutzen-Verhältnis, Realisierungschance) Der bereits geplante Ausbau der General-Pape-Straße (D4) erschließt die gewerblichen Flächen ideal für den MIV. Diese öffentliche Investition ist Anlass, die dadurch besser erschlossenen Flächen entsprechend ihrer Funktion für die Stadt gemeinsam mit dem Eigentümer zu entwickeln. Eine Modernisierung / Umgestaltung des öffentlichen Raumes ist notwendig. Der Standort wird schrittweise umgebaut. Dies erfolgt nach einem Gesamtkonzept, um das Teilgebiet in seiner Attraktivität zu steigern und damit seinem Potenzial nach zu vermieten (verkaufen). Die bisherige Erschließungssituation ist unübersichtlich und unbefriedigend. Der Anlass des Baues des Bahnhofsvorplatzes macht neue Wegeverbindungen / Übergänge unumgänglich, damit sich das Gebiet an seinem Zugang deutlich präsentiert und in sich hineinleitet.

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D3 - Landmarke - Schwerbelastungskörper
Schlüsselprojekt

Grundstück Lage: Ecke General-Pape-Straße / Loewenhardtdamm Flächengröße: 2.800m2 Eigentumsverhältnisse: Land Berlin (Denkmal) Projektbeschreibung Die Landmarke „Schwerbelastungskörper“ ist ein Relikt der Speerschen Achsenplanung. Das Ingenieurbauwerk sollte die Belastbarkeit von Baugrund für Großbauten ermitteln (aufgestellt 1941). Der Schwerbelastungskörper soll als "Merkpunkt“ / Museumspunkt auf die Geschichte des Ortes verweisen und informieren. Im Zuge der Verschwenkung des Loewenhardtdammes (Mündung in die General-Pape-Straße), wird der entstehende Platz neu gestaltet. Hierbei soll die Sichtbarkeit, Informationen und evtl. Zugänglichkeit des Denkmals verbessert bzw. ausgebaut werden. Konzept des Vereins Berliner Unterwelten e.V.: Erste Stufe: Der vorhandene Wildwuchs wird soweit beseitigt, dass eine Sicht vom Gehsteig und eine bessere Begehbarkeit für Führungen vorhanden ist. Für Information soll ein Schaukasten aufgestellt werden. Zweite Stufe: Ein Informationscontainer könnte die bisherige Stelltafel ersetzen (z.B. auf dem nördlichen Grundstücksteil). Für einen Blick über den Schwerbelastungskörper wird eine Aussichtsplattform in Höhe des geplanten Straßenlandes ( Oberkante des Schwerbelastungskörpers) aus Baugerüstelementen errichtet. Je nach baulichem Zustand werden die vorhandene Stahlaußentreppe am ehemaligen Werkstattzugang und die vorhandenen Geländer um die Probegrube ersetzt oder saniert. Dritte Stufe: Langfristiges Ziel ist die Öffnung des Grundstückes für freie Begehbarkeit mit entsprechenden landschaftsgärtnerischen Maßnahmen und Sicherungsmaßnahmen an der vorhandenen Bausubstanz im zeitlichen Zusammenhang mit der beabsichtigten Umgestaltung der General-Pape-Straße im Mündungsbereich zur Dudenstraße. Das Betonbauwerk wird in seinem derzeitigen Zustand erhalten und gesichert. In den Beton eindringendes Wurzelwerk wird beseitigt. Eine neue Abdichtung anstelle der vorhandenen wird aufgebracht. Die ehemalige Werkstatt unter der Auskragung des Belastungskörpers und die Probegrube sollen als Zeugnisse der letzten Versuchsreihen erhalten bleiben.

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Ziele der Maßnahme Der kulturhistorische Ort / Denkmal wird als Landmarke und Merkpunkt aufgewertet. Ein weiterer zukünftiger Ort als Hinweis auf das Gebiet wird herausgearbeitet („Imagebildung des Standortes“). Bedeutung / Effekte (lokal / gesamtstädtisch) Im Sinne der Standtortentwicklung ist das Projekt ein weiterer Hinweis auf das Gebiet. Über die Nebenrouten der Schleife ist er direkt mit der Kulturkaserne und über die Ost-West-Spange mit dem Gebiet Naumannstraße verbunden. Kulturhistorisch ist das Projekt gesamtstädtisch bemerkenswert, da es eine von mehreren Stellen der Speerschen Vorplanungen zum Bau der Achse „symbolisiert“. Risiken / Konflikte / Restriktionen keine bekannt

Stand der Planung (Projekt und städtebaulich) In Zusammenarbeit des Bezirksamtes Tempelhof-Schöneberg mit dem Verein Unterwelten e.V. (und hier Herrn Dipl. Ing. Richter) wurde der Bestand erhoben und ein Konzept zur Stabilisierung erstellt, das in Schritten umgesetzt werden kann. Im Zuge der Umplanung der Mündung Löwenhardtdamm in die GeneralPape-Straße muss die Platz- bzw. Grünfläche neu gestaltet werden. In diesem Zusammenhang sollte der Dritte Schritt – siehe Projektbeschreibung – abgestimmt und umgesetzt werden. Zeitplanung Schrittweise Umsetzung 2006 - 2008 Akteure (privat und öffentlich) Berliner Unterwelten e.V., zwo4 - Bürogemeinschaft von Architekten (M. Richter), Bezirksamt Tempelhof-Schöneberg Stadtplanung / Untere Denkmalschutzbehörde, Tiefbauamt, weitere Vereine oder Institutionen, die sich aktiv mit Berliner Geschichte auseinandersetzen, evtl. Sponsoren aus der Betonbaubranche, der Bauforschung oder dem Gerüstbau. Mitwirkungsbereitschaft (immaterielle und finanzielle Verbindlichkeit) Hohe Mitwirkungsbereitschaft seitens des Berliner Unterwelten e.V. Kosten Für die Sicherung des Bauwerks werden kurzfristig 8.700 € für eine neue Abdeckung benötig. Für die weiteren Maßnahmen werden 150.000 € eingeschätzt. Finanzierung (privater und öffentlicher Anteil) Stadtumbaumittel, GA-Mittel (Umbau Straße), Kulturförderung, Sponsoren aus der Betonbaubranche, der Bauforschung oder dem Gerüstbau. Gesamteinschätzung (Bedeutung, Effekte, Kosten-Nutzen-Verhältnis, Realisierungschance) Da das Konzept vorhanden ist, besteht eine hohe Realisierungschance. Schon mit geringen Mitteln kann in ersten Schritten das Denkmal als Merkpunkt sichtbarer gemacht werden. Mit dem Umbau der Mündung General-Pape-Straße wird der Bereich umgestaltet. Dies kann als Chance genutzt werden, auch die „Grünanlage“ rund um den Schwerbelastungskörper umzugestalten und das Denkmal deutlich auch als Merkpunkt in den Stadtraum zu holen.

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D4 - Ausbau der General-Pape-Straße
Schlüsselprojekt in der Umsetzung

Grundstück Adresse : General-Pape-Straße Flächengröße: Eigentumsverhältnisse: Land Berlin Projektbeschreibung Im Rahmen des Neu- / Umbaus des Bahnhofes Südkreuz wird die GeneralPape-Straße an den Sachsendamm angebunden. Die entsprechende Bahndammunterführung ist eingeplant und im Bau. Die weiteren Abschnitte nach Norden sind in der Planung. Aufgrund der Bahnhofsvorplatzgestaltung Ost und der Zufahrt zu den Hochgaragen Nord muss die Straße leicht nach Ost verschwenkt werden. Dies führt zu einer nötigen Abstimmung im Übergang zur Kaserne (D1, D2), da die Straße sehr eng an die Grenze des Gebietes heranreicht. Neben dem Umbau des Profils im weiteren Verlauf nach Norden, wird der Mündungsbereich Kolonnenstraße umgebaut. Der Loewenhardtdamm mündet nach dem Umbau in die General-Pape- und nicht mehr in die Kolonnenstraße. Die hiermit erzeugte Beruhigung des Wohngebietes wird durch die Beruhigung Werner-Voss-Damm ergänzt. Die Planung wird im Rahmen der Beantragung von GA Mitteln in Abstimmung des Tiefbauamtes, SenStadt VII und der DB Bahnhöfe erstellt. Ziele der Maßnahme Ziel ist eine bessere Erschließung des neuen Bahnhofes Südkreuz und seiner Hochgaragen auch von Osten. Außerdem werden so die gewerblich genutzten Flächen Kultur-Kaserne und die Flächen der BWB besser erschlossen. Das Wohngebiet Neu-Tempelhof wird von Durchgangsverkehr entlastet. Bedeutung / Effekte (lokal / gesamtstädtisch) Die neu Aufkommenden Verkehrsströme werden gelenkt. Eine Überlastung des Wohngebietes Tempelhofer Siedlung wird vermieden. Projektzusammenhang: Ost-West-Spange (G), Kulturkaserne (D1/2/3) Risiken / Konflikte / Restriktionen Klärung der Übergänge von der neuen Straße zu den neuen Plätzen insbesondere zur Kaserne (Gewerbegebiet), aber auch zum Gelände der BWB. Stand der Planung (Projekt und städtebaulich) In der Ausführungs- bzw. der Projektplanung (unterschiedlichen Teilbereichen) Zeitplanung Voraussichtlicher Baubeginn 2005, Fertigstellung 2006 (Teile 2007)

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Akteure (privat und öffentlich) Bezirk Amt für Umwelt, Natur und Tiefbau, SenStadt VII, Bundesamt für Immobilienaufgaben (Portfoliomanagement), Berliner Wasserbetriebe, DB Station und Services. Mitwirkungsbereitschaft (immaterielle und finanzielle Verbindlichkeit) Die Straße entsteht auch ohne Stadtumbau West und ist nur noch in der Detailplanung zur Umsetzung zwischen den Akteuren abzustimmen. Kosten 3 Mio. € Finanzierung (privater und öffentlicher Anteil) GA-Mittel (sind eingestellt) und dadurch 100% öffentliche Förderung. Gesamteinschätzung (Bedeutung, Effekte, Kosten-Nutzen-Verhältnis, Realisierungschance) Das Projekt stellt eine wichtige neue Spange im Straßennetz zwischen Kolonnenstraße und Sachsendamm zur Erschließung des Bahnhofes Südkreuz (Vorplatz Ost) und anliegender gewerblicher Potenzialflächen dar. Es kommt zu einer gleichzeitigen Entlastung der angrenzenden Wohngebiete von bereits vorhandenem und weiter zu erwartendem Durchgangsverkehr aufgrund des Bahnhofs. Die bereits geplanten Straßen erschließen die gewerblichen Flächen ideal für den MIV. Diese öffentliche Investition ist Anlass, die dadurch besser erschlossenen Flächen entsprechend ihrer Funktion für die Stadt gemeinsam mit dem Eigentümer zu entwickeln.

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E1 - Öffentlicher Raum und Stadtplätze in der Schöneberger Linse
Schlüsselprojekt E1.1 – Stadtplatz, privat E1.2 – Quartierspark, privat E1.3 – Tempelhofer Weg, öffentlich E1.4 – Zwischennutzungen Grundstücke Lage: Schöneberger Linse entlang des Tempelhofer Weges Flächengröße: Stadtplatz: 2.900 m2, Quartierspark: 5.100 m2, Tempelhofer Weg: 9.500 m2 Eigentumsverhältnisse: Land Berlin Projektbeschreibung Die Schöneberger Linse hat sich im Rahmen der Baumaßnahmen der letzten Jahre zu einem Gewerbegebiet im Umbruch mit Brachen entwickelt. Neben der Baustelle am Bahnhof, sind Kleingärten aufgegeben worden, hat die Bewag ihr Grundstück freigezogen und haben am anderen Ende des Tempelhofer Weges Gebäude Leerstand zu verzeichnen und gibt es große Brachen. Im mittleren Teil ist am Sachsendamm ein Möbelladen dazugekommen ansonsten sind die Grundstücke gewerblich – handwerklich, aber auch durch Büros und Labors genutzt. Die städtebauliche Planung für das Gebiet die momentan in einen Bebauungsplan umgesetzt wird, sieht Umbrüche und eine neue Struktur vor, die jedoch auf dem vorhandenen Blockraster aufbaut. Zu den Bahnhöfen ist eine dichtere und höhere Bebauung möglich. Mischnutzung mit Kerngebietstypik ist möglich. Für die entstehenden Bauflächen sind noch nicht genügende Bauherren oder Investoren in Sicht. Der momentane Charakter eines im Umbruch befindlichen Gebietes ist wenig ansprechend. Daher besteht die Überlegung mit Maßnahmen im öffentlichen Raum – Straßen, Wege, Plätze und Grünflächen zu beginnen. Es könnten geplante Plätze (Stadtplatz am Bahnhof) und Grünanlagen (Quartierspark, Park neben der Teskeschule), sowie der Straßenraum des Tempelhofer Weges in Vorleistung erbracht werden. Andererseits können mit einem Art Wettbewerb für Zwischennutzungen Flächen in eine übergangsweise Nutzung gebracht werden, die gleichzeitig ein Marketing für den Standort bedeuten (Skulpturenfelder, Autokino, Fußballtourniere, Nutzung des Tempelhofer Weges als Skateweg, Verbindungswege, Stellplätze zwischen Gasometer und Bahnhof). Leerstehende Gebäude (Bewag z.B.) können in Konzepte mit einbezogen werden. Ziele der Maßnahme Ziel ist das Herausstreichen der Qualitäten des Standortes Schöneberger Linse. Im vorsichtigen Vorgriff auf Maßnahmen im öffentlichen Raum wird das Potenzial deutlich gemacht. Bedeutung / Effekte (lokal / gesamtstädtisch) Der aufgrund des Bahnhofes, der sonstigen Erschließung und der Flächenpotenziale gesamtstädtisch wichtige Standort wird präsentiert und deutlicher ins Licht gestellt. Mit den Zwischennutzern kommen neue Akteure ins Gebiet, die aufgrund ihrer Kontakte und Zusammenhänge eine weitere Chance für weitere mögliche Investoren bieten.
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Voruntersuchung Stadtumbau West - Schöneberg Südkreuz Projektblatt - Projektraum: Schöneberger Linse

Risiken / Konflikte / Restriktionen Die Realisierung von Plätzen und Parks muss schrittweise erfolgen und abgestimmt mit sonstigen Entwicklungen / Entwicklungschancen. Das abgestimmte Profil (Möbel Einzelhandel, Büros, Gastronomie, Wohnen?) und die darauf hin aktive Werbung für den Standort muss Hand in Hand mit der Qualifizierung und Nutzungen der öffentlichen Räume gehen. Gestaltete Freiräume ohne Nutzer dürfen nicht entstehen. (Zwischen)nutzer müssen im Blick sein: z.B. könnte die Schöneberger Schleife über den Tempelhofer Weg verlängert werden oder die Tour vom S-Bahnhof Pristerweg über das Südgelände über den Tempelhofer Weg und das Sportgelände zurück zum Pristerweg führen. Plätze und Grünflächen sind dann Teil eines Parcours, bis sie Teil eines Dienstleistungsstandortes werden. Die Teske Schule kann anliegende Grünflächen nutzen und mit betreuen. Stand der Planung (Projekt und städtebaulich) Für die Plätze und Grünflächen gibt es vorhandene Planungen (Fugmann & Janotta). Sie liegen in unterschiedlicher Realisierungsschärfe vor. Die Bebauungspläne sind in Arbeit. Für ein Zwischennutzungskonzept /-wettbewerb würde das Gebietsmanagement (J1) einen Vorschlag zum Vorgehen unterbreiten, der mit allen Eigentümern anliegender Grundstücke abgestimmt ist. Zeitplanung 2006-08, schrittweise Entwicklung über den Zeitraum des Gebietsmanagement verteilt - Marketingaspekt Akteure (privat und öffentlich) BSR - Berliner Stadtreinigung, Bewag Immobilienplanung, Investoren (Böge??), Luise-und-Wilhelm-Teske-Oberschule, Bezirk Amt für Umwelt, Natur und Tiefbau, Wirtschaftsförderung, Stadtplanunsamt, Liegenschaftsfonds, DB Service und Stationen Mitwirkungsbereitschaft (immaterielle und finanzielle Verbindlichkeit) Mitwirkungsbereitschaft von Seiten des Bezirkes; weitere muss im Verfahren gefunden werden. Kosten 500.000 € Stadtplatz, 600.000 € Quartierspark, 950.000 € Tempelhofer Weg, 100.000 € Zwischennutzungen. Ob im Vorgriff tatsächlich Endstände produziert werden oder nur Zwischenstände muss geklärt werden. Finanzierung (privater und öffentlicher Anteil) Straßenteilstücke des Tempelhofer Weges könnte durch GA-Mittel finanziert werden - 10% Eigenanteil wären durch Stadtumbaumittel denkbar. Platz- und Parkflächen sollen teilweise von den Eigentümern, Investoren mit finanziert werden. Für die Erstellung im Vorgriff muss ein Vorschlag der Refinanzierung bei späterer Investition gemacht werden. Zwischennutzung werden durch Stadtumbau Mittel finanziert unterstützt durch Sponsoren (BSR, Bewag, DB etc.) Gesamteinschätzung (Bedeutung, Effekte, Kosten-Nutzen-Verhältnis, Realisierungschance) Der Start mit Maßnahmen im öffentlichen Raum ist Grundlage für den Start einer neuen baulichen Entwicklung der Schöneberger Linse. Diese wurde schon mit dem Bahnhofsbau begonnen. Die mögliche Entwicklung muss angegangen werden, in dem der begonnene Umbau in der Koordinierung der Kräfte gemeinsam durchgeführt wird und nicht alle auf den ersten warten, der mit etwas neuem beginnt. Die Möglichkeiten und Chancen der Entwicklung Möbelbranche muss geklärt sein (J1). Das weitere Marketing, dass die Gestaltung und Zwischennutzung des öffentlichen Raumes ist, muss sich darauf einstellen. Das Ziel muss geklärt sein.
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E2 - Westzugang Schöneberger Linse
Schlüsselprojekt

Grundstück Lage: Sachsendamm am S-Bahnhof Schöneberg, Mündung Torgauer Straße, Werdauer Weg und Tempelhofer Weg Flächengröße: 3.400 m2 Eigentumsverhältnisse: Land Berlin Projektbeschreibung Der S-Bahnhof Schöneberg ist ein weiterer Eingang in das Gebiet Südkreuz, über den Tempelhofer Weg auf die Schöneberger Linse und über die Torgauer Straße zum Gasag-Gelände sowie weiter zur Schöneberger Schleife und Schöneberger Insel. Der Hauptausgang liegt am Sachsendamm. Einen direkten Fußgängerüberweg gibt es nicht. Man muss zu Ampelanlagen vor- bzw. zurücklaufen oder ohne Ampel kreuzen. Die Zufahrt für den MIV ist ebenfalls unübersichtlich und aus Schöneberg kommend nur mit Wenden und zurückfahren möglich. Um die Bedeutung der Schöneberger Linse deutlicher herauszustellen soll dieser Bereich umgestaltet werden. Hierzu werden die Mündungsbereiche der genannten Straßen umzugestalten und eine Querung vom S-Bahnausgang direkt über den Sachsendamm nötig sein. Die überörtliche Bedeutung des Sachsendamms, die Bushaltestellen und die nötigen Ampelanlagen im Bereich westlich der S-Bahnbrücken sind zu berücksichtigen. Auch ohne baulich räumliche Fassung durch mögliche Neubauten im Bereich Schöneberger Linse soll dieser „Eingangsbereich“ in das Gebiet über Tempelhofer Weg und Torgauer Straße eindeutig und ansprechend werden. Neben Verkehrslenkung geht es um eine attraktive Gestaltung eines Stadtraumes, der bisher nur als Verkehrraum mit Schwerpunkt MIV erlebbar ist. Auch die Erschließung der Wohngebiete wird dadurch angenehmer. Zusammen mit den Maßnahmen im öffentlichen Raum auf der Linse (Straßen, Plätze, Grünflächen – auch Zwischennutzung (E)) wird ein Standort ins Licht gesetzt. Ziele der Maßnahme Ziel ist ein eindeutiger, einladender Eingang vom S-Bahnhof Schöneberg zur Schöneberger Linse, Zugang zum Tempelhofer Weg und zur Torgauer Straße (siehe auch Umbau Torgauer Straße, B3). Bedeutung / Effekte (lokal / gesamtstädtisch) Für die Entwicklung und Standortprofilierung Südkreuz als gesamtstädtisch wichtiger Standort und hier insbesondere der Schöneberger Linse muss der Stadtraum und seine Potenziale deutlicher erkennbar sein. Neben der Ankunft am Bahnhof Südkreuz ist auch die Ankunft am Bahnhof Schöneberg oder aus Schöneberger Richtung mit MIV, Fahrrad wichtig. Der Tempelhofer Weg kann so als Achse mit neuen Nutzungen entwickelt werden. Parallel wird die Erschließung der Schule und der Wohngebiete angenehmer

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Voruntersuchung Stadtumbau West - Schöneberg Südkreuz Projektblatt - Projektraum: Schöneberger Linse

Risiken / Konflikte / Restriktionen Der Umbau einer übergeordneten Hauptstraße (Autobahnzubringer) - Sachsendamm wird besonderer Abstimmung bedürfen. Dafür ist ein überörtliches Interesse deutlich zu signalisieren (Landesmittel Stadtumbau West). Stand der Planung (Projekt und städtebaulich) Im Rahmen des städtebaulichen Wettbewerbs und des folgenden Bebauungsplans ist der Ort hochbaulich räumlich gefasst. Die Projektidee wurde mit den Intereg IIIB Projekten weiter formuliert. Insbesondere für die Entwicklung der Gasag-Fläche wird der nötige Umbau der Torgauer Straße diskutiert. Der Straßenraum muss auch vor dem Hochbau einladender werden. Zeitplanung Die Planung / Abstimmung muss 2006 / 07 beginnen damit 2009 / 10 eine Realisierung möglich wird. Akteure (privat und öffentlich) DB Station und Service, BimA, Bezirk, Amt für Umwelt, Natur und Tiefbau / Planungsamt, SenStadt (VII) Mitwirkungsbereitschaft (immaterielle und finanzielle Verbindlichkeit) Die Wichtigkeit des Zugangs ist im Bezirk anerkannt. Weitere Abstimmungen hat es bisher nicht gegeben. Kosten 510.000 € Finanzierung (privater und öffentlicher Anteil) Stadtumbaumittel, GA-Mittel, Tiefbauamt Gesamteinschätzung (Bedeutung, Effekte, Kosten-Nutzen-Verhältnis, Realisierungschance) Deutlicheres Wahrnehmen der Schöneberger Linse und des Gasag-Geländes als erreichbaren interessanten Standort. Zusammen mit anderen Maßnahmen im öffentlichen Raum, wird der gesamte Standort von Süden her wahrnehmbarer. Schon getätigte öffentliche Investitionen werden unterstützt und private initiiert. Aufgrund gesamtstädtischem Interesse ist der Umbau realistisch.

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E3 - „Baufeld I“
Privates Schlüsselprojekt

Grundstück Adresse : Am Bahnhofsvorplatz West Lage: zwischen Bahnhof, Naumannstraße, Sachsendamm Flächengröße: 10.000 m2 Eigentumsverhältnisse: Land Berlin Projektbeschreibung Das städtebauliche Konzept und der Bebauungsplan sehen eine fünf- bis sechs-geschossige Bebauung an einem Stadtplatz vor, der in den Bahnhofsvorplatz übergeht. Am Stadtplatz direkt können höhere Bauten realisiert werden (acht Geschosse). Für Nutzungen sind Büros, Hotel, kleinteiliger Einzelhandel in der Überlegung. Momentan gibt es keinen Investor. Aufgrund der direkten Lage am Bahnhof wird damit gerechnet, dass mit Fertigstellung der Baustelle Bahnhof, Vorplätze und Naumannstraße die Fläche vermarktbar ist. Der Stadtplatz soll auf privatem Grundstück mit öffentlichem Gehrecht im Zuge der Baumaßnahme mit erstellt werden. Im Rahmen Stadtumbau West gibt es Überlegungen mit Projekten zum öffentlichen Raum in Vorhand zu gehen (E1.1), wenn der Hochbau nicht kommt. Den nötigen Ausgleich für die Auslastung seines Grundstückes müsste der Investor dann an anderer Stelle erbringen. Ziele der Maßnahme Entwicklung des Teilgebietes Schöneberger Linse am zentralen Standort Bahnhof Südkreuz. Initialprojekt auch für weitere Entwicklungen im Teilgebiet. Bedeutung / Effekte (lokal / gesamtstädtisch) Nach der langen Phase der Umstrukturierung der Erschließung (Bahnhof, Vorplätze, Naumannstraße) hat die Schöneberger Linse einen Brachencharakter, die der Lage in der Stadt, getätigten Investitionen und weiteren Planungen nicht entspricht. Ein Bau an dieser Stelle ist daher Initialzündung für eine neue Entwicklung im Sinne der Standortprofilierung. Risiken / Konflikte / Restriktionen Der Investor muss noch gefunden werden. Das Gebäude wird für eine weitere städtebauliche Entwicklung Maßstab sein. Die Nutzung wird maßgebend für weitere Nutzungen im Gebiet sein. Entsprechend gut ausgesucht muss der Investor und seine Investition sein. Geklärt werden muss die Bedeutung der Branche Möbel für das Gebiet, da dies bauliche Auswirkungen hat. Stand der Planung (Projekt und städtebaulich) Der Bebauungsplan wird entsprechend des städtebaulichen Konzeptes erstellt. Bisher gibt es keinen Investoren für das Grundstück.

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Voruntersuchung Stadtumbau West - Schöneberg Südkreuz Projektblatt - Projektraum: Schöneberger Linse

Für den Stadtplatz liegen Konzepte (Fugmann & Janotta) vor, mit denen in die Vorhand gegangen werden kann (E1.1) Zeitplanung 2006/ 2007 müsste ein Investor gefunden werden, mit dem Bau kann entsprechend 2008 / 09 begonnen werden. Wenn sich dieses verzögert, wird mit dem Platz begonnen (E1.1) Akteure (privat und öffentlich) Bezirk Amt für Umwelt, Natur und Tiefbau, Stadtplanungsamt, Wirtschaftsförderung, Mitwirkungsbereitschaft (immaterielle und finanzielle Verbindlichkeit) Bisher gibt es noch keinen Investor Kosten 40 Mio. € (Platz: 600.000 € - siehe E 1.1) Finanzierung (privater und öffentlicher Anteil) Privat (Stadtplatz evtl. Stadtumbaumittel siehe E 1.2) Gesamteinschätzung (Bedeutung, Effekte, Kosten-Nutzen-Verhältnis, Realisierungschance) Der Bau am Bahnhofsvorplatz West ist Initialzündung für den neu zu entwickelnden Standort Schöneberger Linse am Bahnhof Südkreuz und hat daher Priorität. Die bauliche Ausformulierung wie die gewählten Nutzungen sind zukünftig maßgebend, daher müssen sie mit einem Gesamtkonzept zur Profilierung abgestimmt sein. Die hohe Standortgunst macht Abstimmungen mit Vorgaben für Investoren möglich, soweit sie im Rahmen eines Gesamtkonzeptes erfolgen und daraus einsichtig sind (siehe Management, J1)

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E4 - „Baufeld II“
Schlüsselprojekt E4

Grundstück Adresse : Am Quartierpark Tempelhofer Weg Lage: Block - Gotenstraße, Tempelhofer Weg, Naumannstraße, Sachsendamm Flächengröße: 16.000 m2 Eigentumsverhältnisse: Land Berlin Projektbeschreibung Das städtebauliche Konzept und der Bebauungsplan sehen eine fünf- bis sechs- geschossige Blockrandbebauung an einem Quartierspark am Tempelhofer Weg vor. Am Quartierspark direkt können höhere Bauten realisiert werden (acht Geschosse). Für Nutzungen sind Büros, Einzelhandel, Gastronomie in der Überlegung. Momentan gibt es einen Investor mit dem verhandelt wird. Aufgrund der unmittelbaren Lage am Bahnhof wird damit gerechnet, dass mit Fertigstellung der Baustellen Bahnhof, Vorplätze und Naumannstraße die Fläche vermarktbar ist. Der vorhandene Investor spekuliert mit der Profil gebenden Nutzung Möbel, die momentan auf der gegenüberliegenden Seite des Sachsendamms realisiert wird. Die genaue Profilierung und ihre stadträumliche Auswirkung wird im Rahmen des Managements (J1) mit den Akteuren des Bezirkes, der Stadt und Fachleuten genauer zu beleuchten sein, um Entscheidungen fällen zu können. Der Quartierspark soll auf privatem Grundstück mit öffentlichem Gehrecht im Zuge der Baumaßnahme mit erstellt werden. Im Rahmen Stadtumbau West gibt es Überlegungen mit Projekten zum öffentlichen Raum in Vorhand zu gehen (E1.2), wenn der Hochbau nicht kommt. Den nötigen Ausgleich für die Auslastung seines Grundstückes müsste der Investor dann an anderer Stelle erbringen. Ziele der Maßnahme Entwicklung des Teilgebietes Schöneberger Linse am zentralen Standort Bahnhof Südkreuz. Mögliches Initialprojekt für weitere Entwicklungen im Teilgebiet. Bedeutung / Effekte (lokal / gesamtstädtisch) Nach der langen Phase der Umstrukturierung der Erschließung (Bahnhof, Vorplätze, Naumannstraße) hat die Schöneberger Linse einen Brachencharakter, die der Lage in der Stadt, getätigten Investitionen und weiteren Planungen nicht entspricht. Ein Bau an dieser Stelle ist daher Initialzündung für eine neue Entwicklung im Sinne der Standortprofilierung. Risiken / Konflikte / Restriktionen Der Investor ist zögerlich. Als erster in einem neuen Bereich zu starten scheint als Risiko angesehen zu werden. Lediglich der Möbelanbieter jenseits des Sachsendamms ist bereits gestartet. Ähnliche Nutzungen sind nahe liegend. Das Gebäude auf dem Baufeld II wird für eine weitere städtebauliche Entwick97

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lung Maßstab sein. Die Nutzung wird maßgebend für weitere Nutzungen im Gebiet sein. Entsprechend gut ausgesucht muss der Investor und seine Investition sein. Geklärt werden muss die Bedeutung der Branche Möbel für das Gebiet, da dies auch bauliche Auswirkungen hat (siehe Gebietsmanagement J1). Stand der Planung (Projekt und städtebaulich) Der Bebauungsplan wird entsprechend des städtebaulichen Konzeptes erstellt. Die Projektplanung ist in der Abstimmung zwischen Bezirk und Investor. Für den Quartierspark liegen Konzepte (Fugmann & Janotta) vor, mit denen im Rahmen Stadtumbau West in die Vorhand gegangen werden kann (E1.2) Zeitplanung Planungsentscheidungen fallen bis 2006, so dass danach mit der Realisierung begonnen werden kann. Akteure (privat und öffentlich) Investor BOEAG, Bezirk Amt für Umwelt, Natur und Tiefbau, Wirtschaftsförderung, Stadtplanungsamt Mitwirkungsbereitschaft (immateriell und finanziell Verbindlichkeit) Der Investor hat Interesse sich an diesem Standort zu engagieren. Wie weit seine finanzielle Verbindlichkeit ist, ist nicht nachvollziehbar. Kosten 70 Mio. € (Quartierspark: 600.000 €, siehe E1.2) Finanzierung (privater und öffentlicher Anteil) Privat, (Quartierspark evtl. Stadtumbaumittel – siehe E1.2) Gesamteinschätzung (Bedeutung, Effekte, Kosten-Nutzen-Verhältnis, Realisierungschance) Der Bau am Bahnhofsvorplatz West ist Initialzündung für den neu zu entwickelnden Standort Schöneberger Linse am Bahnhof Südkreuz und hat daher Priorität. Die bauliche Ausformulierung wie die gewählten Nutzungen sind zukünftig maßgebend, daher müssen sie mit einem Gesamtkonzept zur Profilierung abgestimmt sein. Die hohe Standortgunst macht Abstimmungen mit Vorgaben für Investoren möglich, soweit sie im Rahmen eines Gesamtkonzeptes erfolgen und daraus einsichtig sind (siehe Management, J1).

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E5 - Cheruskerpark - Durchstich zur Linse
Sonstiges Projekte

Grundstück Lage: Durchstich des Bahndamms zwischen Torgauer Straße / Höhe Cheruskerpark und Tempelhofer Weg / Höhe Teske Schule Flächengröße: 252m² (L: 42m, B: 6m) Eigentumsverhältnisse: DB Netz, Vivico, Land Berlin Projektbeschreibung Mit dem Durchstich des Dammes wird eine Wegeverbindung von der Schöneberger Insel (Cherusker Park) zur Schöneberger Linse Park / Sportanlage neben der Teske Schule geschaffen. Anbindung Schöneberger Schleife und weiter nach Süden über die Sportflächen. Ziele der Maßnahme Bessere Anbindung / Verknüpfung der Schöneberger Linse, Gasaggelände. Bedeutung / Effekte (lokal / gesamtstädtisch) Überörtliche Grünzüge werden verknüpft. Die Teilgebiete des Standortes Südgelände werden näher aneinander gebunden (Synergien). Fußläufige Erschließung Gasaggeländes. Verbindung Teske Schule, Sportflächen Wohngebiete. Risiken / Konflikte / Restriktionen Hoher Abstimmungsaufwand, unklare Kosten bei dem Bau einer Unterführung am Bahndamm der S-Bahn Stand der Planung (Projekt und städtebaulich) Grünplanerische Konzepte im Rahmen des Bebauungsplanes Schöneberger Linse und Cherusker Park vorhanden. Zeitplanung Klärung Aufwand und Kosten sofort – Realisierung realistisch nicht vor 2010 Akteure (privat und öffentlich) DB Netz, Vivico, Stadtplanungsamt, Amt für Umwelt, Natur und Tiefbau Mitwirkungsbereitschaft (immateriell und finanziell Verbindlichkeit) Mitwirkungsbereitschaft von allen signalisiert. Finanzielle Auswirkungen unklar. Kosten unklar Finanzierung (privater und öffentlicher Anteil) Stadtumbaumittel
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Gesamteinschätzung (Bedeutung, Effekte, Kosten-Nutzen, Realisierung) Eine frühzeitige Realisierung wäre wünschenswert, jedoch aufgrund des Abstimmungsaufwandes unwahrscheinlich. Frühzeitige Klärung nötig.

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F - Schöneberger Schleife – Weg vom Zentrum ins Zentrum
Schlüsselprojekt

Grundstücke Flächengröße: ca. L. 5.000m x B. 4m Eigentumsverhältnisse: siehe Karte Eigentum Projektbeschreibung Die Schöneberger Schleife ist ein attraktiven Weg auf dem Radfahrer, Skater und Spaziergänger das Gebiet zwischen Potsdamer Platz / Gleisdreiecke über den Bahnhof Papestraße / Südkreuz bis hin zum Südgelände erkunden und in einem Schwung durch den Cheruskerpark und entlang des Wannseebahngrabes wieder zurück in die Innenstadt fahren können. Sie bildet die Ergänzung des fehlenden Wegestücks im übergeordneten Nord-Süd-Grünzug zwischen Innenstadt / Gleisdreieck und Südgelände. Realisierung Das Projekt ist in Teilräume gegliedert, die nacheinander oder parallel realisiert werden können. Teile der Wegeführung sind in unterschiedlichen Varianten denkbar. Die Realisierbarkeit hängt teils von den technischen Möglichkeiten und teils von der Bereitschaft der Eigentümer ab. Die meisten Teilstrecken sind kurzfristig umsetzbar, bzw. können alternativ auf vorhandenen Straßen / Wegen geführt werden, so dass die Strecke schon nach der Realisierung der ersten Teilstücke erfahren werden kann. Die wichtigsten Teilabschnitte sollen deshalb zu erst realisiert werden. Hauptroute Die Hauptroute der Schleife kann in vier Abschnitte unterteilt werden. Sie beginnt in Abschnitt 1. vom Potsdamer Platz über den Gleisdreieckpark kommend an den Yorckbrücken, verläuft entlang der Bahngleise des Technikmuseums über eine Rampe / Treppe zur Monumentenstraße über die Brücke. Von dort kann der Weg entweder neben dem BSR Standort / Autohaus zur Kolonnenbrücke oder unterhalb der Brücke im Bahngraben geführt werden. Abschnitt 2. kann im Gewerbegebiet Naumannstraße dementsprechend entweder auf der Böschungskrone oder auf Ebene der Bahntrasse geführt werden und mündet südlich auf die „alte“ Naumannstraße. Abschnitt 3. verläuft entlang der Torgauer Straße / Ost-West-Grünzug durch den Cheruskerpark / Czeminskistraße. Abschnitt 4. führt auf vorhandenen Wegen entlang der Crellestraße durch den Nelly-Sachs-Park über die Flottwellstraße zurück zum Potsdamer Platz. Routenvarianten Neben diesem schnell zu realisierenden Hauptweg gibt es Routenvarianten in den jeweiligen Teilabschnitten, die eine noch attraktivere Wegeführung, bzw. eine weitere Rundwegführung ermöglicht, die an kulturell oder historisch interessanten Orten vorbei führen. In Variante 1. kann man von der Monumentenbrücke weiter zu den Hallen des Technikmuseums und dort über eine Ram101

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pe zur Dudenstraße fahren. Von dort aus erreicht man entlang der GeneralPape-Straße vorbei am Schwerbelastungskörper, der Kleingartenkolonie Papestraße durch das historische Kasernengelände den Bahnhof Südkreuz. Variante 2 kann von der Bautzener Straße Richtung Gleisdreieckpark geführt werden. Die Variante 3. kann nach Realisierung der Projekte „öffentlicher Raum in der Schöneberger Linse (E1)“ und „Durchstich Cheruskerpark (E5)“ entlang der Torgauer Straße oder durch den „Ost-West-Grünzug“ (I6) geführt werden.
Hauptroute

Nebenroute

Abschnitt 1 Variante 2 Abschnitt 4

Variante 1 Abschnitt 3 Abschnitt 2

Variante 3

Maßnahmen Neben der Anlage eines ca. 4m breiten asphaltierten Weges als attraktive Skatestrecke müssen Zu- und Abgänge in den einzelnen Anschnitten realisiert werden. Abschnitt 1: Erhalt und Erneuerung einer oder mehrerer Yorckbrücken vom Flaschenhals zum Gleisdreieckgelände. Bau einer Rampe und/oder Treppe an der Monumentenbrücke bzw. Nutzung vorhandener Rampen und Böschungen. Umbau / Öffnung der Rampe vom Gelände der Hallen des Technikmuseums zur Dudenstraße. Abschnitt 2: Bau einer Rampe und/oder Treppe an der Monumentenbrücke zum Gelände unter der Brücke. Die Abschnitt 3. und 4. können direkt, ohne bauliche Maßnahmen, auf bestehenden Wegen geführt werden, bzw. im Rahmen der Maßnahmen verbessert werden. Ziele der Maßnahme Einbindung des Gesamt- und der Teilgebiete in den Stadtraum, Barrieren überwinden, Erschließung des Untersuchungsgebietes für, touristisches Potenzial nutzen Besucher im Sinne der wirtschaftlichen Entwicklung des Standortes, Freiraumvernetzung herstellen. Bedeutung / Effekte (lokal / gesamtstädtisch) Gesamtstädtisch wird durch die Schöneberger Schleife die fehlende Wegeverbindung des Nord-Süd-Grünzuges zwischen dem neuen Park Gleisdreieck und dem Südgelände hergestellt. Lokal verbindet sie die Teilgebiete des Stadtumbaugebietes, überwindet Barrieren und schafft Zugänglichkeiten zu bisher unerschlossenen Flächen. Weiteren Wege, die Projekte im Rahmen des Stadt-

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umbaus sind, (Ost-West-Spange (G), Anbindung Priesterweg (H)) werden angeschlossen und zu einem Wegenetz verknüpft. Risiken / Konflikte / Restriktionen Die Schöneberger Schleife führt über Grundstücke verschiedenster Eigentümer, die zum überwiegenden Teil ehemalig Körperschaften der BRD sind (siehe Eigentumskarte). Die technische Realisierbarkeit vor allem im Bereich der Bahngräben muss durch Machbarkeitsprüfung bei der DB Netz geprüft werden. Nach Gesprächen mit dem Technikmuseum könnte für Abschnitt 1. der Schleife ein Weg neben dem genutzten Gleis des Technikmuseums angelegt werden. Eine der Yorckbrücken könnte sogar ohne Instandsetzungsmaßnahmen für einen Wegeausbau genutzt werden. Stand der Planung (Projekt und städtebaulich) Zusammenführung gesamtstädtischer und bezirklicher Planwerke (Städtische Grünzugsplanung, LaPro, 20 Wege). Abschnitt 1. Projektidee, teilweise Konzept vorhanden, Abschnitt 2. Projektidee, teilweise Entwurf B-Plan vorhanden (Gebiet Naumannstraße), Abschnitt 3. Konzepte vorhanden (Ost-West-Grünzug / Torgauer Straße und Cheruskerpark), Abschnitt 4. vorhanden (Czeminskistraße / Crellestraße). Zeitplanung von 2006 bis 2011 Akteure (privat und öffentlich) Jeweilige Eigentümer (siehe Karte Eigentum), Bezirk, SenStadt (Grünzüge), IG Gleisdreieck, ADFC; Inline- und Rollsport-Verband Berlin e.V. Mitwirkungsbereitschaft (immateriell und finanziell Verbindlichkeit) Immateriell hoch. Alle Eigentümer stehen der Planung positiv gegenüber. Teilweise werden Flächen bereits vorgehalten, um die Planung der Schleife nicht zu blockieren (Gebiet Naumannstraße). Die Wegeführung im Bahngraben (z.B. auf einem stillgelegten Gleisbett) wird von der DB Netz nicht ausgeschlossen muss nur in der Detailplanung geprüft werden. Auch bei der Wegeführung Abschnitt 1. muss die Betriebssicherheit der Museumsbahn gewährleistet bleiben. Kosten 1.000.000€ (reine Weganlage ohne Beleuchtung, etc.) Finanzierung (privater und öffentlicher Anteil) Stadtumbaumittel, A+E: Teil der gesamtstädtischen Ausgleichskonzeption des LaPro (Projekte A+10 +12) Gesamteinschätzung (Bedeutung, Effekte, Kosten-Nutzen-Verhältnis, Realisierungschance) hoch

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G - Ost-West-Spange
Schlüsselprojekt

Grundstück Flächengröße: G1 Querung West (Wannseegraben), L: 30 m x B: 5m G2 Teilstück West (Schöneberg), L: 290m x B: 5m G3 Brücke - Ost-West-Spange (Dresdner Bahn), L: 100m x B: 3m G4 Teilstück Ost (Tempelhof), L: 170m x B: 5m Eigentumsverhältnisse: Land Berlin (Straße), Bundesanstalt für Immobilienaufgaben, DB Service und Immobilien, DB Netz Projektbeschreibung G1: Querung der Wannseebahn im Bereich der S-Bahn-Unterführung südlich der Julius-Leber-Brücke auf Höhe der Gasag-Nordspitze (B3) für Fußgänger und Radfahrer. G2: Bau eines Teilstücks der Fuß- und Radwegeverbindung zwischen dem Cheruskerpark zum und durch das Gewerbegebiet Naumannstraße zur geplanten Brücke über den Bahngraben. G3: Bau einer Fußgängerbrücke über den Bahngraben (Dresdner Bahn) in Verlängerung der Ost-West-Querung durch das Gewerbegebiet Naumannstraße nach Tempelhof mit Anschluss an die General-Pape-Straße. G4: Bau einer Fuß- und Radwegeverbindung von der neuen Brücke an der General-Pape-Straße bis zur Gontermannstraße (B-Plan–Parkanlage) mit Anbindung an die Kleingartenanlage Papestraße und die Kultur Kaserne (D). Ziele der Maßnahme Teilstück der bezirklichen Ost-West-Grünverbindung von der Siedlung NeuTempelhof (Bäumerplan) über die Schöneberger Insel (Leuthener Platz / Cheruskerpark) zum Heinrich-Lassen-Park. Überwindung der Bahnbarrieren an strategisch günstigem Punkten zwischen Kolonnenbrücke und Bahnhof Südkreuz (Dresdner Bahn) sowie Julius Leber Brücke und S-Bahnhof Schöneberg (Wannseebahn). Anbindung der Schöneberger Insel und der Siedlung NeuTempelhof an den Nord-Süd-Grünzug entlang der Dresdener Bahn (Schöneberger Schleife, siehe Schlüsselprojekt F). Anbindung der Schöneberger Insel an den Heinrich-Lassen-Park und an das bezirkliche Zentrum Kaiser-WilhelmPlatz. Bedeutung / Effekte (lokal / gesamtstädtisch) Vernetzung der Projekte Kultur Kaserne General-Pape-Straße (D1,2), Gebiet Naumannstraße, Erweiterung Leuthener Platz (C2), Schöneberger Schleife (F), Cheruskerpark (F2) und Gasag-Nordspitze (B3) mit hoher lokaler Bedeutung.

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Risiken / Konflikte / Restriktionen Die Verbindung G1 zwischen Cheruskerpark / Gasag-Nordspitze und Ebersstraße führt über Bahngelände und die Trasse der langfristig geplanten sog. Stammbahn. Diese Verbindung soll deswegen nur mit geringem Mitteleinsatz realisiert werden. Der Bau der Brücke über die Dresdener Bahn (G3) ist wegen des hohen Abstimmungsbedarfs eher zum Ende des Stadtumbaurahmens zu realisieren. Die Einfädelung in die neue General-Pape-Straße muss geklärt werden, bzw. sie evtl. überspannen. Stand der Planung (Projekt und städtebaulich) G2: Gebietsmanagement Naumannstraße (2004), G3: Gutachten „Naumannstraße / Nord-Süd-Grünzug (1994), G1 / G4: Ideenskizze Zeitplanung G1 2006, G2 2007/08, G3 2008/09, G4 2006 Akteure (privat und öffentlich) Gebietsmanager Naumannstraße (BIMA Portfoliomanagement, Vivico Real Estate GmbH - NL Berlin, DB Services und Immobiliengesellschaft, Torvus Grundstücksvermietungsgesellschaft mbH), DB Netz, Gasag, Bezirk Amt für Umwelt, Natur und Tiefbau, SenStadt Mitwirkungsbereitschaft (immateriell und finanziell Verbindlichkeit) Soweit die Brücken den Bahnverkehr nicht stören bestehen keine Probleme von Seiten der Bahn. Die Eigentümer der Flächen im Gebiet Naumannstraße sehen das Projekt positiv. Details müssen geklärt werden. Finanziell gibt es keine Zusagen. Kosten G1: Bahn-Querung auf Tunnel 20.000€ G2: Weg 110.000€ G3: Brücke 1.000.000€ G4: Weg 65.000€. Finanzierung (privater und öffentlicher Anteil) Stadtumbaumittel, im Gebiet Naumannstraße sowie die Brücken evtl. GA, evtl. privater Anteil Gesamteinschätzung (Bedeutung, Effekte, Kosten-Nutzen-Verhältnis, Realisierungschance) Wegteilstücke: hoch, Brücke: mittel, Querung Wannseebahn: hoch

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F2 - Cheruskerpark: Umbau
weitere Projekte

Grundstück Lage: Torgauerstraße / Ecke Cheruskerstraße Flächengröße: ca. 1.7 ha Eigentumsverhältnisse: Vivico Real Estate GmbH, gepachtet vom Bezirksamt Projektbeschreibung Erneuerung des Cheruskerparks, der einzigen Parkanlage auf der dicht besiedelten Schöneberger Insel. Ein Schwerpunkt der Sanierung sind die weitestgehend zerstörten Rasenflächen und Wege. Das von der Schöneberger Insel abgeschnittene Gasag Gelände mit der Gasag-Nordspitze wird an die Cheruskerstraße angebunden.

Abb. Fugmann Janotta 2003

Ziele der Maßnahme Mit der Aufwertung des Cheruskerparks wird dem hohen Nutzerdruck Rechnung getragen und die Aufenthaltsqualität erhöht. Zudem wird eine bessere Vernetzung mit dem Gasag-Gelände erreicht.
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Bedeutung / Effekte (lokal / gesamtstädtisch) Als Teil der Schöneberger Schleife (F) mit Anbindung an den Ost-WestGrünzug/Torgauer Straße (I6) sowie an die Entertainmenthalle Gasometer (B1) und die Gasag-Nordspitze (B2) hat die Aufwertung des Cheruskerparks neben der lokalen auch eine gesamtstädtische Bedeutung. Zusammen mit der GasagNordspitze (B2, 1,2 ha) und der Erweiterung der derzeit gewerblich genutzten Flächen beidseitig der Torgauer Straße (1,2 ha einschließlich Torgauer Straße, I6) entsteht ein zusammenhängender, rd. 4,1 ha großer Freiraum, der die Freiraumversorgung auf der Schöneberger Insel erheblich verbessert. Nach dem Durchstich zur Schöneberger Linse (E5) kann das Schöneberger Sportgelände (Schwimm- und Sporthalle Schöneberg, Dominicus-Sportplatz) südlich des Sachsendamms besser angebunden werden (H). Risiken / Konflikte / Restriktionen Bestehende Planungen (Trassenfreihaltung der S21 - FNP) behindern bisher Investitionen z.B. mit AE Finanzierung auf der Fläche. Als Zwischennutzung (nach Auskunft DB Netz S21 Realisierung frühestens in 15 – 20 Jahren) kann die Fläche mit Stadtumbau Mitteln hergerichtet werden. Stand der Planung (Projekt und städtebaulich) Konzept Schöneberger Grünzüge (2003). Zeitplanung 2006 Akteure (privat und öffentlich) Vivico Real Estate GmbH - NL Berlin, BA Amt für Umwelt, Natur und Tiefbau Mitwirkungsbereitschaft (immateriell und finanziell Verbindlichkeit) Für das Natur und Grünflächeamt hat der Park und seine Instandsetzung eine hohe Bedeutung, bisher gab es immer wieder Restriktionen hier Geld einzusetzen (S21). Für die Einbindung / Verbindung des Gasag Geländes an den Park gab es Bestrebungen die Nordspitze auch mit privater Finanzierung und Instandsetzung herzurichten. Kosten 825.000 € (Quelle: Liste Sanierungsbedarf Grünanlagen, vom 08.02.05, Frau Heinrich) Finanzierung (privater und öffentlicher Anteil) Stadtumbaumittel, Bezirkliche Mittel Gesamteinschätzung (Bedeutung, Effekte, Kosten-Nutzen-Verhältnis, Realisierungschance) Der Park spielt für die Wohngebiete eine hohe Rolle. Für die Standortentwicklung Südkreuz ist er Teil der Schleife und Spange, d.h. Verbindung der Teile untereinander, Attraktivierung des öffentlichen Raumes sowie Anbindung an die Innenstadt.

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H - Anbindung Priesterweg
weitere Projekte

Grundstück Flächengröße: Weg ca. L: 600m x B: 3m Grünfläche südlich des Durchstiches rd. 8.500 m² Grünfläche zwischen Tempelhofer Weg und Sachsendamm rd. 5.700 m² Eigentumsverhältnisse: Land Berlin Projektbeschreibung Fortführung der Wegeverbindung von Cheruskerpark Durchstich zur Schöneberger Linse (E5) bis zum Priesterweg. Umgestaltung und Aufwertung der Freiflächen südlich der Ringbahn beidseitig des Tempelhofer Wegs. Ziele der Maßnahme Durch die Einbeziehung der 8.500 m² großen brachliegenden Fläche südlich der Ringbahn in den Grünverbund verbessert sich die Grünversorgung der Schöneberger Insel. Zudem wird ein Angebot auf der Schöneberger Linse geschaffen, wovon die anliegende Schule, die Bewohner und die zukünftigen Nutzer profitieren. Zudem wird die Erreichbarkeit des Schöneberger Sportgeländes südlich des Sachsendamms und des Südgeländes verbessert. Bedeutung / Effekte (lokal / gesamtstädtisch) Die Anbindung mit dem Bahn-Durchstich (E5) an die Schöneberger Linse (E) und an den Ost-West Grünzug / Torgauer Straße (I6) hat lokale und bezirkliche Bedeutung. Sie bindet die Schöneberger Insel besser an. Risiken / Konflikte / Restriktionen Die Projektteile auf der Schöneberger Linse entfalten erst im Zusammenhang mit dem Bahndurchstich (E5) und mit der Entwicklung der Schöneberger Linse (E1) ihre volle Wirksamkeit. Der Bahndurchstich ist wegen der hohen Kosten jedoch nur mittelfristig zu realisieren. Die Flächen auf der Schöneberger Linse könnten jedoch als Park und Sportanlagen in dem Gesamtkonzept öffentlicher Raum Schöneberger Insel (E) auch unterstützend zur Entwicklung wirken. Stand der Planung (Projekt und städtebaulich) Konzept Schöneberger Grünzüge (2003). Zeitplanung 2007/2008 Akteure (privat und öffentlich) Bezirksamt für Umwelt und Natur, Eigentümer auf der Schöneberger Linse, evtl. Zwischennutzer

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Voruntersuchung Stadtumbau West - Schöneberg Südkreuz Projektblatt - Projektraum: Schöneberger Schleife und Spange

Mitwirkungsbereitschaft (immateriell und finanziell Verbindlichkeit) Momentan wird auf der geringen Nutzer im Bereich Schöneberger Insel, der Bereich vom Amt nur nachrangig eingeschätzt. Kosten Weganlage (ohne Beleuchtung etc.) 90.000€, Herstellung der Grünfläche südlich des Durchstiches 220.000€, Fläche zwischen Tempelhofer Weg und Sachsendamm 430.000€ einschließlich des Straßenrückbaus. Finanzierung (privater und öffentlicher Anteil) Stadtumbaumittel Gesamteinschätzung (Bedeutung, Effekte, Kosten-Nutzen-Verhältnis, Realisierungschance) Die Flächen am Tempelhofer Weg spielen in einem Konzept zu Umsetzungen im Öffentlichen Raum auf der Schöneber Linse (E) eine Rolle. Der Weg von der Schleife wird jedoch erst mit dem Durchstich sinnvoll. Auf der Schöneberger Linse werden die Flächen zum Bahnhof Südkreuz vorrang haben.

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Voruntersuchung Stadtumbau West - Schöneberg Südkreuz Projektblatt - Projektraum: Schöneberger Schleife und Spange

F3 - Balkon Flaschenhals
Sonstiges Projekt

Grundstück Adresse :Kreuzbergstraße 39 Eigentumsverhältnisse: LIDL Dienstleistung GmbH & Co. KG Projektbeschreibung Am Geländesprung zur Bahntrasse, in der Sichtachse von der Kreuzberg- zur Großgörschenstraße, wird eine Plattform als „Stadtbalkon“ mit Blick u.a. zum Potsdamer Platz angelegte. Sie wird vom Eigentümer im Zuge des Baus des Lebensmittelmarktes realisiert. Der Zugang zum Gelände soll durch eine Treppe / Rampe gewährleistet werden. Ziele der Maßnahme Der Zugang zum Flaschenhals Park (I3) wird an dieser Stelle geschaffen. Der Stadtbalkon ist Anschlussstelle der Brücke Bautzener Straße / Kreuzbergstraße (I5). Bedeutung / Effekte (lokal / gesamtstädtisch) Zugang zur Schöneberger Schleife (F), Anschlussstelle Brücke Bautzener Straße / Kreuzbergstraße (I5). Risiken / Konflikte / Restriktionen Die Anlage der Treppe / Rampe muss geklärt werden, vorasuusichtlich als Teil der Parkanlage „Flaschenhals“ (I3). Stand der Planung (Projekt und städtebaulich) Der Bauantrag des Lebensmittelmarktes incl. Weg und Stadtbalkon liegt vor. Zeitplanung 2006 Akteure (privat und öffentlich) LIDL Dienstleistung GmbH & Co. KG, Bezirk Stadtplanungsamt Mitwirkungsbereitschaft (immateriell und finanziell Verbindlichkeit) Im Rahmen des Bauantrages mit dem Eigentümer ausgehandelt Kosten 60.000 € Finanzierung (privater und öffentlicher Anteil) privat

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Voruntersuchung Stadtumbau West - Schöneberg Südkreuz Projektblatt - Projektraum: Schöneberger Schleife und Spange

Gesamteinschätzung (Bedeutung, Effekte, Kosten-Nutzen-Verhältnis, Realisierungschance) Der Stadtbalkon wird zusammen mit dem Lebensmittelmarkt gebaut. Der Zugang zum tiefer liegenden Gelände soll in diesem Rahmen mit geplant und umgesetzt werden.

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Voruntersuchung Stadtumbau West - Schöneberg Südkreuz Projektblatt - Projektraum: Freiflächen, Parkanlagen

I1 - Stadtplatz Kolonnenstraße
sonstige Projekte

Grundstück Adresse : Kolonnenstraße 31 Flächengröße: 940 m² Eigentumsverhältnisse: Autohaus König GmbH Projektbeschreibung Anlage eines Stadtplatzes an der Ecke Kolonnenstraße / Kolonnenbrücke als Eingang der Durchwegung von der Kolonnenstraße zur Monumentenstraße und Teil der Schöneberger Schleife (F). Ziele der Maßnahme Aufwertung des öffentlichen Raumes. Bedeutung / Effekte (lokal / gesamtstädtisch) Einstieg in die Schöneberger Schleife (F) Risiken / Konflikte / Restriktionen keine, Abstimmung mit den Eigentümern nötig Stand der Planung (Projekt und städtebaulich) Der B-Plan 7-8 setzt ein Gehrecht an der Böschungskrone von der Kolonnenstraße Richtung Monumentenstraße fest. Der Stadtplatz ist zwischen Bezirk und Eigentümer bereits angesprochen und vom Eigentümer befürwortet. Zeitplanung unklar / zeitgleich mit Anlage des Weges Akteure (privat und öffentlich) Autohaus König GmbH, BSR, Bezirk Amt für Umwelt, Natur und Tiefbau Mitwirkungsbereitschaft (immateriell und finanziell Verbindlichkeit) unklar Kosten 140.000€ Finanzierung (privater und öffentlicher Anteil) Stadtumbaumittel, privat

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Voruntersuchung Stadtumbau West - Schöneberg Südkreuz Projektblatt - Projektraum: Freiflächen, Parkanlagen

Gesamteinschätzung (Bedeutung, Effekte, Kosten-Nutzen-Verhältnis, Realisierungschance) Wenn es zu Baulichen Maßnahmen an dieser Stelle kommt, soll der Platz im Zusammenhang mit der Anlage des Weges gestaltet und realisiert werden.

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Voruntersuchung Stadtumbau West - Schöneberg Südkreuz Projektblatt - Projektraum: Freiflächen, Parkanlagen

I2 – vier Schulfreiflächen
sonstige Projekte

Grundstücke Adressen 1. Schwielowsee Grundschule, Monumentenstraße 13a 2. Robert Blum Gymnasium, Kolonnenstraße 21 3. Havelland Grundschule, Kolonnenstraße 30-30a 4. Luise und Wilhelm Teske Oberschule, Tempelhofer Weg 62 Flächengröße der Schulfreiflächen: 1. 16.600 m², 2. 5.800 m², 3. 12.200 m², 4. 15.000 m² Eigentumsverhältnisse: Land Berlin Projektbeschreibung Qualifizierung von Schul- u. Sportflächen und ggf. Erarbeitung von Konzepten zu deren öffentlicher Teilnutzung. Die Schulfreiflächen der Luise und Wilhelm Teske Oberschule und des Robert Blum Gymnasiums haben dabei Priorität. Ziele der Maßnahme Aufwertung des öffentlichen Raumes / der öffentlichen Infrastruktur. Bedeutung / Effekte (lokal / gesamtstädtisch) Qualifizierung des öffentlichen Raumes im Gesamtgebiet, Standortqualität. Projektzusammenhang: Luise und Wilhelm Teske Oberschule mit Öffentlicher Raum Schöneberger Linse (E1). Risiken / Konflikte / Restriktionen keine Stand der Planung (Projekt und städtebaulich) Die Aufwertung der Schulfreiflächen wird vom Bezirk (Schulamt, Amt für Umwelt und Natur) vor allem an den genannten Standorten (2 und 4) als notwendig angesehen. Konzepte dazu müssen erarbeitet werden. Zeitplanung 2006/09 Akteure (privat und öffentlich) Schulen, Schulamt, Bezirksamt für Umwelt, Natur und Tiefbau
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Voruntersuchung Stadtumbau West - Schöneberg Südkreuz Projektblatt - Projektraum: Freiflächen, Parkanlagen

Mitwirkungsbereitschaft (immateriell und finanziell Verbindlichkeit) hoch Kosten 1. 830.000 € 2. 300.000 € 3. 610.000 € 4. 760.000 € Finanzierung (privater und öffentlicher Anteil) Stadtumbau, Bezirkliche Mittel (Schul und Sportstätten Sanierungsprogramm) Gesamteinschätzung (Bedeutung, Effekte, Kosten-Nutzen-Verhältnis, Realisierungschance) Die Aufwertung der Schulfreiflächen, vor allem an der Luise und Wilhelm Teske Oberschule, trägt zur Qualifizierung des Stadtraumes (der Schöneberger Linse) und damit zur Standortprofilierung bei.

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Voruntersuchung Stadtumbau West - Schöneberg Südkreuz Projektblatt - Projektraum: Freiflächen, Parkanlagen

I3 – „Flaschenhals“ Park / Yorckbrücken
weitere Projekte

Grundstück Lage: Yorckbrücken und das südlich angrenzendes Gelände östlich der Bahnstrecken Flächengröße: 5,0 ha Eigentumsverhältnisse: Bundeseisenbahnvermögen Projektbeschreibung Behutsame Umgestaltung der Grünfläche im sog. Flaschenhals mit einer Erschließung von der Kreuzbergstraße (Stadtbalkon), vom Gleisdreieck (Yorckbrücken) und von der Großgörschenstraße (Brücke) Ziele der Maßnahme Der Bau des Parks im sog. Flaschenhals stellt mit der Größe von rd. 5ha eine bedeutende Neuanlage dar, die die Versorgung der anliegenden Wohngebiet entscheidend verbessert. Der Park auf dem Flaschenhals ist das Entree in den geplanten Park auf dem Gleisdreieck von südlich der Yorckbrücken. Da die ehemals zu Bahnzwecken genutzte Fläche in den letzten Jahren bereits einen naturparkartigen Charakter entwickelt hat, geht es hier in erster Linie um die behutsame Erschließung der vorhandenen Qualitäten (Wege, Aufenthaltsbereiche). Westlich bleibt das vorhandene Wäldchen erhalten, östlich werden offene Wiesenflächen angelegt. Am östlichen Rand wird zudem das vom Museum für Verkehr (MVT) und Technik gelegentlich genutzte Museumsgleis in den Park integriert. Die Anbindung in Richtung Gleisdreieck erfolgt über die Yorckbrücken, die die Yorckstraße überspannen. Zur Kreuzbergstraße ist ein Aufgang zum „Stadtbalkon“ vorgesehen, als weitere Anbindung kann eine bestehende Rampe genutzt werden, die zur Monumentenbrücke führt. In Fortsetzung des Flaschenhalses befindet sich südlich der Monumentenbrücke – auf Höhenlage des Bahngrabens – der Lokschuppen des Museums für Verkehr und Technik. Zur Zeit nur über eine versteckt liegenden Stichstraße von der Monumentenstraße aus zu erreichen, rückt dieses Gelände durch die verbesserte Anbindung nach Süden und auch nach Norden zu Dudenstraße stärker in das öffentliche Bewusstsein. Bedeutung / Effekte (lokal / gesamtstädtisch) Der Park im Flaschenhals fungiert wie eine Drehscheibe, da der die beiden Standorte des MVT und unterschiedliche Grün-Projekte miteinander verbindet. Zu nennen ist hier zunächst die Schöneberger Schleife (F, Abschnitt 1), die vom Potsdamer Platz und Gleisdreieck kommen über den Flaschenhals entlang der Dresdner Bahn nach Süden geführt wird. Mit der Brücke über die Bahnanlagen in Fortsetzung der Großgörschenstraße (I5) werden die angrenzenden Wohngebiet erschlossen. Zudem erhält der Park dadurch einen direkten Anschluss an den öffentlichen Nahverkehr (S-Bahnstation Yorckstraße), wodurch die gesamtstädtische Bedeutung der Parkanlage im Flaschenhals noch unterstrichen wird.
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Voruntersuchung Stadtumbau West - Schöneberg Südkreuz Projektblatt - Projektraum: Freiflächen, Parkanlagen

Risiken / Konflikte / Restriktionen Da die Fläche sich im Eigentum der Bahn befindet und nicht entwidmet ist, müssen Verhandlungen zwischen dem Land Berlin und der Bahn geführt werden. Die technische Realisierbarkeit der Nutzung von Brücken über die Yorckstraße muss geprüft werden. Vorhandene Gutachten können entsprechend vertieft werden. Eine bereits für die Bahnbaulogistik ausgebaute Brücke könnte ohne Instandsetzungsmaßnahmen für einen Wegeausbau genutzt werden. Stand der Planung (Projekt und städtebaulich) Konzept vorhanden, Gegenstand des Wettbewerbs „Gleisdreieck“ (Ideenteil) – der Wettbewerb wird im Herbst 2005 ausgelobt, Teil der gesamtstädtischen und bezirklichen Planwerke (BEP, 20 Grüne Hauptwege). Zeitplanung 2006 / 2007 Akteure (privat und öffentlich) Vivico Real Estate GmbH – NL, Berlin Brücken: DB-Netz, Flaschenhals: Bundeseisenbahnvermögen, Lidl („Stadtbalkon“), Deutsches Technikmuseum, SenStadt X und SenKult (Gleise und Brücke), BI-Gleisdreieck, Amt für Natur, Umwelt und Tiefbau, Denkmalschutzbehörde (untere, obere, LDA – wg. der Yorckbrücken), SenStadt – Freiraumplanung Mitwirkungsbereitschaft (immateriell und finanziell Verbindlichkeit)
Fugmann / Janotta 1997

immateriell hoch Kosten 1.000.000€ Finanzierung (privater und öffentlicher Anteil) A+E: Teil der gesamtstädtischen Ausgleichskonzeption des Landschaftsprogramms (Projekt 11), Stadtumbaumittel Gesamteinschätzung (Bedeutung, Effekte, Kosten-Nutzen-Verhältnis, Realisierungschance) Im Rahmen der Standortentwicklung Südkreuz ist der Weg der Schleife vorrangig. Der Flaschenhals als Park, Grünanlage ist in seiner Bedeutung im Rahmen von A+E bzw. dem Ausbau des Parkes Gleisdreieck einzuschätzen. Er ist nicht völlig mit Stadtumbaumitteln realiserbar.

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I4 - Grünfläche „unter“ der Monumentenbrücke
weitere Projekte

Grundstück Lage: im westliche Teil des Bahngrabens der Dresdner Bahn, unterhalb der Monumentenbrücke Flächengröße: 1,5 ha Eigentumsverhältnisse: Vivico Real Estate GmbH - NL Berlin Projektbeschreibung Behutsame Umgestaltung der Grünfläche unterhalb der Monumentenbrücke mit einer Erschließung von der Monumentenbrücke als Teil des Grünzugs „Schöneberger Schleife“. Ziele der Maßnahme Die Grünfläche unter der Monumentenbrücke fungiert als Scharnier der Schöneberger Schleife an der Monumentenbrücke, da hier die Seiten des Bahngrabens gewechselt werden. An der Monumentenbrücke wird ein Abgang zum Bahngraben geschaffen. Die Fläche stellt einen großzügigen Auftakt für den sich nach Süden fortsetzenden relativ schmalen Weg entlang der S-Bahngleise in Richtung Bahnhof Südkreuz dar. Da die Fläche in den letzten Jahren bereits einen naturparkartigen Charakter entwickelt hat, werden in erster Linie vorhandenen Qualitäten (Wege, Aufenthaltsbereiche) behutsam erschlossen. Bedeutung / Effekte (lokal / gesamtstädtisch) Die Grünfläche unterhalb der Monumentenbrücke hat mehrere Effekte. Zum einen dient sie wg. ihre Flächengröße in Ergänzung des Parks im Flaschenhals (I3) als wohnungsnahe Grünanlage, verknüpft sie als Teil des überbezirklichen Weges (Schöneberger Schleife, F, Abschnitt 1). Von der östlichen Seite des Bahngrabens der Dresdener Bahn (Flaschenhals-Park I3) wird über die Monumentenbrücke auf die westliche Fortführung in Richtung Süden gewechselt. Abgänge führen auf der westliche Seiten hinunter in den Bahngraben und zur Grünanlage unter der Monumentenbrücke. Ein Fortsetzung in Richtung Gleisdreieck ist entlang der Bautzener Straße denkbar (Variante 2 Schöneberger Schleife (F), Projektmanagement Bautzener Straße) Risiken / Konflikte / Restriktionen Verhandlungen zwischen dem Land Berlin und der Vivico müssen geführt werden. Stand der Planung (Projekt und städtebaulich) Projektidee, Teil der bezirklichen Entwicklungsplanung (BEP), Gutachten NordSüd-Grünzug (1994)
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Zeitplanung 2008 Akteure (privat und öffentlich) Vivico Real Estate GmbH - NL Berlin, Bezirksamt Amt für Umwelt, Natur und Tiefbau, BI Gleisdreieck Mitwirkungsbereitschaft (immateriell und finanziell Verbindlichkeit) Die Vivico hat signalisiert, dass sie diese Flächen abgeben würde. (Immateriell hoch) Kosten 300.000€ Finanzierung (privater und öffentlicher Anteil) Stadtumbaumittel, Vivico, A+E: Teil der gesamtstädtischen Ausgleichskonzeption (Projekt 12) Gesamteinschätzung (Bedeutung, Effekte, Kosten-Nutzen-Verhältnis, Realisierungschance) Die Realisierungschancen des Projektes sind hoch.

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Voruntersuchung Stadtumbau West - Schöneberg Südkreuz Projektblatt - Projektraum: Freiflächen, Parkanlagen

I5 - Brücke Bautzenerstraße - Kreuzbergstraße
weitere Projekte

Grundstück Lage: in Fortsetzung der Großgörschenstraße zur Kreuzbergstraße Länge: - lange Variante: Bautzenerstraße bis Stadtbalkon Kreuzbergstraße rd. 200 m; - kurze Variante: Bautzenerstraße bis Park Flaschenhals rd. 120 m Eigentumsverhältnisse: Vivico Real Estate GmbH - NL Berlin, Bundeseisenbahnvermögen Projektbeschreibung Bau einer Fußgängerbrücke von der Bautzener Straße zum Park auf dem Flaschenhals und zur Kreuzberstraße mit einem Abgang zum S-Bahnhof Yorckstraße. Ziele der Maßnahme Mit der Brücke über die Bahnanlagen in Fortsetzung der Großgörschenstraße wird der Park auf dem Flaschenhals für das westlich angrenzende Wohngebiet erschlossen und eine direkte Verbindung in Richtung Viktoriapark geschaffen. Der Abgang zum S-Bahnhof Yorckstraße verkürzt erheblich die Wege zum SBahnhof vor allem für die Wohngebiete auf Kreuzberger Seite. Bedeutung / Effekte (lokal / gesamtstädtisch) Die Brücke überwindet die Barriere der Bahnanlagen an strategisch günstiger Stelle, da sie nicht nur den S-Bahnhof Yorckstraße besser an die Wohngebiete beidseitig des S-Bahn-Grabens anbindet, sondern auch den Heinrich von Kleist-Park und den Viktoriapark mit dem Park auf dem Flaschenhals (I3) und dem geplanten Park auf dem Gleisdreieck verknüpft. Risiken / Konflikte / Restriktionen Hoher finanzieller Aufwand, Abstimmungen mit der Bahn/ Umbau an Bahnanlagen Stand der Planung (Projekt und städtebaulich) städtebauliches Konzept vorhanden. Zeitplanung 2008 Akteure (privat und öffentlich) Vivico Real Estate GmbH - NL Berlin, Bezirksamt Amt für Umwelt, Natur und Tiefbau, DB Netz
Fugmann / Janotta 1997

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Voruntersuchung Stadtumbau West - Schöneberg Südkreuz Projektblatt - Projektraum: Freiflächen, Parkanlagen

Mitwirkungsbereitschaft (immateriell und finanziell Verbindlichkeit) Immateriell mittel bis gering Kosten Kurze Variante: rd.1,0 Mio. € Lange Variante: rd. 1,8 Mio. € Finanzierung (privater und öffentlicher Anteil) Stadtumbaumittel Gesamteinschätzung (Bedeutung, Effekte, Kosten-Nutzen-Verhältnis, Realisierungschance) Mittel bis gering, d.h. nachrangig.

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Voruntersuchung Stadtumbau West - Schöneberg Südkreuz Projektblatt - Projektraum: Freiflächen, Parkanlagen

I6 - Ost – West Grünzug / Torgauer Straße
weitere Projekte

Grundstück Adresse : Torgauer Straße (Naumannstr. bis Gasag) Lage: zwischen Torgauer Straße und Bahndamm, Dreieck nördlich der Torgauer Straße Flächengröße: 4 Teilflächen mit zusammen rd. 1,4 ha Rückbau Torgauer Straße rd. 4.000 m² Eigentumsverhältnisse: Vivico Real Estate GmbH - NL Berlin, Land Berlin (Straße) Projektbeschreibung Umgestaltung bislang gewerblich genutzter Grundstücke entlang der Torgauer zu öffentlichen Grünflächen. Rückbau der Torgauer Straße auf einer Länge von 200 m zwischen Cheruskerstraße und Gasag-Gelände. Ziele der Maßnahme Die Umgestaltung der Flächen beidseitig der Torgauer Straße auf Höhe des Cheruskerparks trägt zusammen mit der Aufgabe der Torgauer Straße zu einer erheblichen Erweiterung des Cheruskerparks um rd. 1,2 ha bei. Die Umgestaltung der östlich liegenden Teilflächen am Bahndamm beidseitig der Gotenstraße schafft eine weiteres Freiflächenangebot und bewirkt eine Aufwertung des Straßenraums der Torgauer Str. Bedeutung / Effekte (lokal / gesamtstädtisch) Als Teil der Schöneberger Schleife (F) mit Anbindung an den Cheruskerpark (F2), an das Gasag-Gelände (B1) und an den Durchstich zur Schöneberger Linse (E5) hat die Umgestaltung der Flächen an der Torgauer Straße neben der lokalen auch eine gesamtstädtische Bedeutung. Zusammen mit dem Straßenumbau der Torgauer Straße (B3) wird zudem ein Teilabschnitt des gesamtstädtischen Ost-West-Grünzugs (innerer Parkring) hergestellt. Risiken / Konflikte / Restriktionen Verhandlungen zwischen dem Land Berlin und Vivico, Verlagerung der Gewerbetreibenden. Altlasten aufgrund der gewerblichen Nutzungen. Stand der Planung (Projekt und städtebaulich) Konzept Schöneberger Grünzüge (2003), Teil der gesamtstädtischen und bezirklichen Planwerke (BEP, LaPro, 20 Grüne Hauptwege). Zeitplanung 2010

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Voruntersuchung Stadtumbau West - Schöneberg Südkreuz Projektblatt - Projektraum: Freiflächen, Parkanlagen

Akteure (privat und öffentlich) Vivico Real Estate GmbH - NL Berlin, Bezirksamt Amt für Umwelt, Natur und Tiefbau Mitwirkungsbereitschaft (immateriell und finanziell Verbindlichkeit) Immateriell mittel bis hoch Kosten 900.000 € ohne ggf. erforderlicher Bodensanierung Finanzierung (privater und öffentlicher Anteil) Stadtumbaumittel, A+E: Teil der gesamtstädtischen Ausgleichskonzeption (Projekt 04) Gesamteinschätzung (Bedeutung, Effekte, Kosten-Nutzen-Verhältnis, Realisierungschance) mittel (Bereich Cheruskerpark) / gering (östliche Teilflächen)

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Stadtumbau West – Voruntersuchungsgebiet Schöneberg Südkreuz Projektblatt - Projektraum: Management

J1 - Management Flächen und Projekte
Schlüsselprojekt

Grundstück / Gebiet Lage: Management der gesamten Fläche und ihrer Akteure Flächengröße: zuständig für das gesamte Gebiet (180 ha) Projektbeschreibung Der Gebietsmanager soll die Fäden für den Stadtumbau West Prozess in der Hand halten, den Prozess steuern und ein Motor zur Umsetzung der Ziele sein. Dafür arbeitet er eng mit der bezirklichen und Berliner Verwaltung sowie den Akteuren im Gebiet zusammen. Er ist Ansprechpartner für alle Belange im Stadtumbau Gebiet, mit der Maßgabe der Vernetzung, Ideenentwicklung, findung. Es sorgt für die Weiterentwicklung, Abstimmung und schrittweisen Umsetzung der benannten Projekte. Dafür werden je nach Stand der Konkretisierung der Projekte Beteiligungsformen, Regel- bzw. Projektrunden vorgeschlagen und bis zur Umsetzung durchgeführt. Außer den Eigentümern und möglichen Investoren sollen Betriebe, Gewerbetreibende und Bewohner eingebunden werden. Die Umsetzung (Beantragung, Abrechnung, Evaluation) der Projekte im Sinne des Förderrechtes wäre möglich. Für die detaillierte Profilierung der Teilgebiete werden in Koordination der Eigentümer, Gewerbetreibender, der Wirtschaftsförderung, des Bezirkes und Berlins genauere Vorstellungen erarbeitet, so dass Ziel gerichtet beworben werden kann. Das Standortmanagement für die Gebiete soll unterstützt bzw. angeschoben werden (Gasag Gelände, Naumannstraße, General-Pape-Straße, Schöneberger Linse, Bautzener Straße). Für das Gebiet Naumannstraße gibt es bereits ein Management zur Koordinierung des städtebaulichen Vertrages. Für größere Brachen (z.B. in der Schönerberger Linse) werden in Form eines Wettbewerbs oder eines Gutachtens Ideen bzw. ein Konzept zur Zwischennutzung erarbeitet. Die Projekte und so angestoßene Profilierung sind Marketing für das Gebiet, dass mit den Akteuren und dem Land Berlin abgestimmt wird. Neben der Zusammenarbeit und Unterstützung schon vorhandener Akteure werden weitere mögliche Projektpartnern gesucht, da es neben den öffentlich finanzierten Projekten, auch um die Anregung heute noch nicht bekannter privater Maßnahmen geht. Für einige Projekte wird außerdem durch Beteiligungsverfahren der Kontakt zu einzelnen Bürgern, Vereinen, Initiativen angestrebt, um Träger für längerfristige Nutzung / Pflege zu finden. Ziele der Maßnahme Das Ziel des Managements ist die Koordination der Umsetzung der Maßnahmen, d.h. der Standortentwicklung um das Südkreuz. Die Umsetzung der Maßnahmen und hier zu forderst die der Schlüsselprojekte wird organisiert. Die Rolle des Ansprechpartners bedeutet jedoch auch den gestarteten Prozess so zu begleiten, dass nötige Zieländerungen und neue Maßnahmen berücksichtigt werden.

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Voruntersuchung Stadtumbau West - Schöneberg Südkreuz Projektblatt - Projektraum: Management

Bedeutung / Effekte (lokal / gesamtstädtisch) Der Stadtumbauprozesses und seiner Projekte werden klar durch einen Ansprechpartner gesteuert. Das Gebiet wird „ansprechbar“. Befristet entsteht eine „one-stop-agency“ für das Gebiet, das den Kontakt zu gewünschten und nötigen Stellen vermittelt und organisiert. Risiken / Konflikte / Restriktionen Die dichte, abgestimmte Zusammenarbeit mit der Verwaltung und den Eigentümern ist notwendig. Stand der Planung (Projekt und städtebaulich) Erfahrungen zum Gebietsmanagement liegen durch das Interreg IIIB insbesondere zur Konzeptfindung und Abstimmung des städtebaulichen Vertrages Neue Naumannstraße bereits vor. Die großen Eigentümer sind auf eine koordinierte Abstimmung positiv eingestimmt Zeitplanung 2006-2011 Akteure (privat und öffentlich) Alle im und für das Gebiet Aktiven: Alle Eigentümer (Gasag, Ergo Columbia Projektentwicklung i.G., Gebietsmanager Naumannstraße (Eigentümer), BIMA Portfoliomanagement, Berliner Wasserbetriebe, BSR - Berliner Stadtreinigung, Bewag Immobilienplanung, Vivico Real Estate GmbH - NL Berlin...), Investoren, Bezirk, Amt für Umwelt, Natur und Tiefbau, Bezirk Wirtschaftsförderung, Bürger und Initiativen (z.B. IG Gleisdreieck). Mitwirkungsbereitschaft (immateriell und finanziell Verbindlichkeit) Unter den Akteuren besteht eine hohe immaterielle Unterstützungsbereitschaft. Kosten ca. 80.000 € / Jahr – ein Management für das Gebiet mit alle Teilgebieten Finanzierung (privater und öffentlicher Anteil) Stadtumbau West (mögliche Kofinanzierung bei der Wirtschaftsförderung Berlin). Ob längerfristig eine gemeinsame Außenstelle zur Vermarktung eingerichtet wird, werden die Eigentümer im Prozess entscheiden können. Gesamteinschätzung (Bedeutung, Effekte, Kosten-Nutzen-Verhältnis, Realisierungschance) Das Management ist Grundlage der erfolgreichen Umsetzung der möglichen Maßnahmen. Die Erkenntnisse schon der Interreg IIIB Analyse war, dass die vorhandenen Planungen des Gebietes für eine Umsetzung einer zeitweisen gezielten Unterstützung bedürfen. Das Gebietmanagement kann Prozesse gezielt für dieses Gebiet begleiten und auch Außenstehenden einen Überblick geben.

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Stadtumbau West – Voruntersuchungsgebiet Schöneberg Südkreuz Projektblatt - Projektraum: Management

J2 - „Langfristige Pflege der Grünanlagen“
Schlüsselprojekt

Grundstück Alle öffentlichen Grünflächen Projektbeschreibung Konzeptentwicklung zur Sicherung einer langfristigen Pflege und Unterhaltung der Grünanlagen durch Pflegeprojekte (z.B. Beschäftigungs- und Qualifizierungsprojekte, Pflegefonds, städtebauliche Verträge). Ziele der Maßnahme Die Pflege öffentlicher Grünanlagen durch das Amt für Umwelt und Natur ist wegen der angespannten Haushaltslage stark eingeschränkt. Die Pflege und Unterhaltung neuer öffentlicher Grünanlagen kann vom Amt für Umwelt und Natur nicht oder nur sehr eingeschränkt übernommen werden. Aus diesem Grund sind bei dem Bau neuer Grünanlagen Pflege- und Unterhaltungsaspekte in besonderem Maß zu berücksichtigen. Dies betrifft auch eine Reihe von Projekte, die im Rahmen von Stadtumbau-West realisiert werden sollen. Da es sich hierbei nicht um ein lokales, sondern um ein gesamtstädtisches Problem handelt, wird von der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung noch im Jahr 2005 eine Gutachten beauftragt, dass entsprechende Lösungsmöglichkeiten aufzeigen soll. Auf der Grundlage der Ergebnisse dieses Gutachtens werden im Rahmen Stadtumbau West Schöneber-Südkreuz individuelle Lösungsansätze entwickelt, wie eine langfristige Sicherung der Pflege und Unterhaltung vorhandener und geplanter Grünflächen im Stadtumbaugebiet gewährleistet werden kann. Bedeutung / Effekte (lokal / gesamtstädtisch) Die Erstellung eines Gutachtens zur langfristigen Sicherung der Pflege und Unterhaltung der öffentlichen Grünanlagen ist einen Voraussetzung zur Realisierung der geplanten Grün-Projekte im Stadtumbaugebiet. Die Umsetzung der Ergebnisse trägt zu einer nachhaltigen Sicherung der grünen Stadtumbauprojekte bei. Risiken / Konflikte / Restriktionen Pilotprojekt, keine Erfahrungswerte Stand der Planung (Projekt und städtebaulich) Idee Zeitplanung 2006 Akteure (privat und öffentlich) Bezirk, Amt für Umwelt und Natur, SenStadt, Arbeitsgruppe der großen privaten Eigentümer im Gebiet
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Voruntersuchung Stadtumbau West - Schöneberg Südkreuz Projektblatt - Projektraum: Management

Mitwirkungsbereitschaft (immateriell und finanziell Verbindlichkeit) Immateriell hoch Kosten 20.000€ - Gutachten Finanzierung (privater und öffentlicher Anteil) Stadtumbau Gesamteinschätzung (Bedeutung, Effekte, Kosten-Nutzen-Verhältnis, Realisierungschance) hoch

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Voruntersuchung Stadtumbau West - Schöneberg Südkreuz Projektübersicht

4. Projektübersicht nach Maßnahmenräumen
Projektübersicht nach Maßnahmenräumen

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Voruntersuchung Stadtumbau West - Schöneberg Südkreuz Projektübersicht

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Voruntersuchung Stadtumbau West – Schöneberg Südkreuz Fazit

5. Fazit
Das Südkreuz hat viel Potenzial ein Motor in der Stadt zu werden. Es bedarf einiger Unterstützung, um diese Potenziale als Möglichkeiten zu begreifen und in Realität zu verwandeln. Stadtumbau West ist ein Weg diese Realität zu schaffen. Die größten Potenziale des Standortes sind Flächen und der neue zweitgrößte Fernbahnhof Berlins an einer Stelle in der Stadt, die neben dem Bahnhof auch durch Straßen und die Autobahn überörtlich optimal erschlossen ist und wird. Der Bahnhof wird ab 2006 „Reisende“ bringen, die gleichzeitig zu Besucher, Nutzer und Kunden werden können, wenn es Angebote gibt diese Rollen anzunehmen. Es kommt also darauf an die Möglichkeiten jetzt zu bündeln und zu einer gemeinsamen Standortentwicklung zusammen zu führen, um die mögliche Wirtschaftskraft maximal zu entfalten. Dazu müssen Projekte umgesetzt werden, die die derzeitigen Hemmnisse aufheben. Die kleinräumige Unerreichbarkeit (die völlig im Gegensatz zur großräumigen Erreichbarkeit steht) wird durch die neuen verbindenden Wege und Straßen und deutliche Strukturierung der Gebiete (öffentlicher Raum) aufgehoben. So wird das Besucherpotenzial in das Gebiet hinein und in die unterschiedlichen Teilgebiete gelenkt. Die Flächenpotenziale werden zu einem Standort mit Teilgebieten profiliert. Auf das Profil muss sich gemeinsam verständigt werden. Schwerpunkte sind: Kultur- und Tourismus- (auch als weiche Standortfaktoren), Büro- und Dienstleistung mit nötiger Stadtbildpräsenz, kleinteiliges Handwerk / Gewerbe / Dienstleistung, evtl. Ausbau des Möbelsegments. Ein Gebietsmanager, der sein Augenmerk auf diesen einen Standort richten kann, wird eingesetzt. Er bringt alle Akteure, wie Eigentümer, Investoren, Handel- und Gewerbetreibende, Bewohner und weitere im und für das Gebiet Aktive zusammen und ist Experte für alle Belange. So wird der Standort gemeinsam entwickelt und Synergien werden erkennbar und genutzt. Mit dem gemeinsamen Konzept kann sich das Südkreuz zu einem laufenden Motor im Süden Berlins verwandeln.
Neuer Motor Südkreuz Projekte Potenziale = Möglichkeiten

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Voruntersuchung Stadtumbau West – Schöneberg Südkreuz Fazit

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Voruntersuchung Stadtumbau West – Schöneberg Südkreuz Anhang

6. Anhang
6.1. Gespräche TeilnehmerInnen
10.05.2005 Herr Rußmeyer Frau Mangold Gebietsmanagement Naumannstraße 17.05.05 Herr Schop Bezirksamt Abteilung Schule, Bildung und Kultur / Schulamt 23.05.05 Frau Chmielec Herr Gapp DB Projektbau 26.05.2005 Frau Hiller Sozialraumplanung Jugendhilfe Abteilung Familie, Jugend und Sport, Ortsteil Schöneberg-Süd Abteilung Familie, Jugend und Sport, Ortsteil Schöneberg-Süd Bezirksamt für Umwelt Natur und Tiefbau Fachbereich Umwelt und Natur Bezirksamt Planen, Genehmigen und Denkmalschutz Fachbereich Planen 01.06.2005 Herr Eichner Herr Becker 03.06.2005 Frau Heinrich 10.06.2005 Herr Sperling 8.00-9.00 11.00-13.00 9.00-10.00 Telefonat/ Post 10.00-12.00

Institution / Thema
SenStadt / Abt. I E

Termin
8.00-9.00

Bezirksamt für Umwelt Natur und Tief- 20.06.2005 bau Fachbereich Tiefbau Wirtschaftsförderung FL Amtsleitung Wirtschaftsberatung und -förderung Senatsverwaltung für Wirtschaft, Arbeit und Frauen Diakonisches Werk TempelhofSchöneberg Herr Lembcke 23.06.05 Frau Krüger Herr Liefländer 27.06.2005 Herr Kuhnke Vivico Real Estate GmbH 28.06.2005 Frau Petersen

14.00-15.30

16.30-17.30

10.00-11.00

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Voruntersuchung Stadtumbau West – Schöneberg Südkreuz Anhang

Bahngespräch DB Netz DB Services Immobiliengesellschaft BD Station und Services Bundeseisenbahnvermögen Ergo Columbia

01.07.2005 Herr Cord Meyer Frau Fischer Herr Mitzon Herr Gierens 06.07.2005 Frau Ergin

14.00-17.00

10.00-11.30

Deutsches Technikmuseum Berlin

08.07.05 Herr Lehmann

11.30-12.30

Bundesanstalt für Immobilienaufgaben 12.07.2005 - Portfoliomanagement Herr Bick Frau Schreurs Frau Kraus Denkmalschutz Oberste Denkmalschutzbehörde Landesdenkmalamt Berlin Bezirksamt für PlGenD, Abt. Denkmalschutz Berliner Unterwelten e.V. In Akteursliste aufnehmen Herr Richter 18.07.2005 Herr Kühne Herr Wendland Herr Kroll

13.00-14.00

10.00-12.00

Telefonat

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Voruntersuchung Stadtumbau West – Schöneberg Südkreuz Anhang

6.2.

Akteure Name
Herr Lawrentz Frau Heinrich Herr Lembcke Herr Gapp Frau Chmielec Herr Eichner

Institution
Bezirksamt Tempelhof Schöneberg Bezirksamt Tempelhof-Schöneberg Abteilungsleitung Bauwesen Bezirksamt Amt für Umwelt, Natur und Tiefbau Bezirksamt Tempelhof-Schöneberg Amt für Umwelt, Natur und Tiefbau Abteilung Umwelt und Natur Bezirksamt Tempelhof-Schöneberg Amt für Umwelt, Natur und Tiefbau Abteilung Tiefbau Bezirksamt Tempelhof-Schöneberg Abteilung Schule, Bildung und Kultur Schulamt Bezirksamt Tempelhof-Schöneberg Abteilung Schule, Bildung und Kultur Schulamt Bezirksamt Tempelhof-Schöneberg Abteilung Familie, Jugend und Sport Jugend-Familienförderung und Sport/Kindertagesbetreuung Ortsteil Schöneberg-Süd Bezirksamt Tempelhof-Schöneberg Abteilung Familie, Jugend und Sport Jugend-Familienförderung und Sport/Kindertagesbetreuung Ortsteil Schöneberg-Süd Bezirksamt Tempelhof-Schöneberg von Berlin Abteilung Gesundheit, Stadtentwicklung und Quartiersmanagement Bezirksamt Tempelhof-Schöneberg von Berlin Amt für Planen, Genehmigen und Denkmalschutz Fachbereich Planen Bezirksamt Tempelhof-Schöneberg von Berlin Amt für Planen, Genehmigen und Denkmalschutz Fachbereich Planen Bezirksamt Tempelhof-Schöneberg von Berlin Amt für Planen, Genehmigen und Denkmalschutz Fachbereich Planen Bezirksamt Tempelhof-Schöneberg von Berlin Amt für Planen, Genehmigen und Denkmalschutz Fachbereich Planen

Adresse
10820 Berlin 10820 Berlin 10820 Berlin 10820 Berlin 10820 Berlin 10820 Berlin

Telefon

e-Mail

7560 3800 7560 6241

f.heinrich@ba-temp.verwalt-berlin.de Fb-tiefbau@ba-temp.verwalt-berlin.de

7560 6084

Herr Becker

10820 Berlin

7560 6014

Frau Ziemer Herr Kroll Frau Wagner Herr Schwarz Herr Sperling

10820 Berlin 10820 Berlin 10820 Berlin 10820 Berlin 10820 Berlin

7560 7250 7560 6240 Fax: 7560 7852

dahlmann@ba-temp.verwalt-berlin.de s.kroll@ba-temp.verwalt-berlin.de

7560 4676 Fax: 7560 7852

m.schwarz@ba-temp.verwalt-berlin.de M.Sperling@ba-temp.verwalt-berlin.de

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Voruntersuchung Stadtumbau West – Schöneberg Südkreuz Anhang

Bezirksamt Tempelhof-Schöneberg von Berlin Amt für Planen, Genehmigen und Denkmalschutz Fachbereich Planen Bezirksamt Tempelhof-Schöneberg von Berlin Wirtschaftsberatung und -förderung Bezirksamt Tempelhof-Schöneberg von Berlin Wirtschaftsberatung und –förderung Schulen Havelland Grundschule Robert Blum Gymnasium Schwielowsee Grundschule Luise und Wilhelm Teske Oberschule Soziales Diakonisches Werk Tempelhof-Schöneberg Senatsverwaltung Senatsverwaltung für Stadtentwicklung Abt. I Senatsverwaltung für Stadtentwicklung Abt. I A Senatsverwaltung für Stadtentwicklung Abt. I A 2 Senatsverwaltung für Stadtentwicklung Abt. I A 23 Senatsverwaltung für Stadtentwicklung Abt. I B Senatsverwaltung für Stadtentwicklung Abt. I B 14 Senatsverwaltung für Stadtentwicklung Abt. I C 1 Senatsverwaltung für Stadtentwicklung Abt. I C 111 Senatsverwaltung für Stadtentwicklung Abt. IV C Senatsverwaltung für Stadtentwicklung Abt. IV C 1

Herr Reitmeyer Frau Budzuhn Frau Krüger

10820 Berlin 10820 Berlin 10820 Berlin 7560 4231 krueger@ba-temp.verwalt-berlin.de

Frau Schwanke Herr Kraschewski Frau Dießelberg Herr Lindemeier

Kolonnenstr. 30-30a 10829 Berlin Kolonnenstraße 21 10829 Berlin Monumentenstraße 13a 10829 Berlin Tempelhofer Weg 62 10829 Berlin Götzstraße 24 e 12099 Berlin 10820 Berlin 10820 Berlin 10820 Berlin 10820 Berlin 10820 Berlin 10820 Berlin 10820 Berlin 10820 Berlin 10820 Berlin 10820 Berlin

7560 7155 7560 7172 7560 7154 7560 7167

havelland-schule@web.de

info@teske-oberschule.de

Herr Kuhnke

7575 0240

Frau Profé Herr Tonndorf Herr Nelius Herr Schmelcher Herr Künzel Frau Tiltag Frau Renker Herr Bätz Herr Geffers Frau Berning

9025 1272

Reimund.Schmelcher@ SenStadt.verwalt-berlin.de Beate.tiltag@senstadt-verwalt.berlin.de

9025 1234 9025 1330 9025 1346 9012 5924 9012 6934

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Voruntersuchung Stadtumbau West – Schöneberg Südkreuz Anhang Senatsverwaltung für Stadtentwicklung Abt. IV C 2 Senatsverwaltung für Stadtentwicklung Abt. I E 11 Senatsverwaltung für Stadtentwicklung Abt. I E 121 Senatsverwaltung für Stadtentwicklung Abt. VII B Senatsverwaltung für Wirtschaft, Arbeit und Frauen Senatsverwaltung für Wirtschaft, Arbeit und Frauen Abt. III A 3 Senatsverwaltung für Stadtentwicklung Oberste Denkmalschutzbehörde Landesdenkmalamt Berlin DB BD Station&Services AG DB Netz Chef Netzniederlassung Ost / Immobilien DB Netz Bauherrenvertreter Gebietsleiter Nord-Süd Verbindung DB ProjektBau DB ProjektBau DB Services Immobilien GmbH DB Services Immobilien GmbH Bundeseisenbahnvermögen Vivico Real Estate GmbH NL Berlin „neue Private“ Unternehmen Berliner Wasserbetriebe Immobilienmanagement Bewag - Abteilung Immobilien BSR - Berliner Stadtreinigung Herr Dr. Hucke Klaus Rußmeyer Frau Mangold Herr Kubitz Herr Liefländer Frau Huge Herr Kühne Herr Wendland 10820 Berlin 10820 Berlin 10820 Berlin 10820 Berlin 10820 Berlin 10820 Berlin Behrenstr. 42 10117 Berlin Krausenstraße 38-39 10117 Berlin Heidestraße 3 10557 Berlin Granitzstr. 55-56 13189 Berlin Rusche Str. 104 10365 Berlin Invalidenstr. 79c 10557 Berlin Invalidenstr. 79c 10557 Berlin Caroline-Michaelis-Str. 5-11 10115 Berlin Caroline-Michaelis Str. 5-11 10115 Berlin Steglitzer Damm 117 12169 Berlin Hallesches Ufer 74-76 10963 Berlin 10864 Berlin Puschkinalle 52 12435 Berlin Ringbahnstraße 76-81 12103 Berlin 9025 1015 9013 7486 9013-7579 9020 5510 9027 3644 Wilfried.lieflaender@ senwiarbfrau.verwalt-berlin.de corinna.huge@senwaf.verwalt-berlin.de od@senstadt.verwalt-berlin.de 9012 4855 9025 1632

Herr Mitzon Herr Cord Meyer Herr Schulz Herr Kotscha Frau Hiller Herr Schwabe Frau Fischer Herr Gierens Frau Petersen

398061 33 29740 808 29726 291 2150 7701

Karl-heinz.mitzon@bahn.de cord.meyer@bahn.de Peter.Schulze@bahn.de

29757 270 29757 274

Olaf.schwabe@bahn.de annika.fischer@bahn.de peter.gierens@bev.bund.de

2610 1428 Fax: 2610 1429 8644 4075 Fax:8644 6624 7590 2199

Inga.petersen@vivico.de

Herr Ostwald Frau Neumann Frau Steinfadt

Michael.ostwald@bwb.de

Margarete.Steinfadt@bsr.de

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Voruntersuchung Stadtumbau West – Schöneberg Südkreuz Anhang

BSR - Berliner Stadtreinigung

Frau Neumann

Bundesanstalt für Immobilienaufgaben - Portfoliomanagement Herr Bick GASAG Berliner Gaswerke AG GASAG Berliner Gaswerke AG Private Unternehmen AMBEG Dr. J. Dichter GmbH Autohaus König GmbH RENAULT-Vertragshändler BOEAG Beteiligungs- Aktiengesellschaft Deutsches Technikmuseum Berlin Deutsches Technikmuseum Berlin Ergo-Columbia WEGERT ProMarkt Handels GmbH Initiativen / Management BI Neue Wege für Neu-Tempelhof BI Westangente Interessengemeinschaft der Gewerbetreibenden am Tempelhofer Damm Berliner Unterwelten e.V. Gebietsmanagement Naumannstraße Roedig . Schop Architekten Herr Czernomoriez Herr Göldner

Ringbahnstr. 96 12103 Berlin Fasanenstr. 87 10623 Berlin Reichspietschufer 60 10785 Berlin Reichspietschufer 60 10785 Berlin Tempelhofer Weg 65-68 10829 Berlin Tempelhofer Weg 28 10829 Berlin Rödingsmarkt 52 - Stellahaus 20459 Hamburg Trebbiner Str. 9 10963 Berlin Trebbiner Str. 9 10963 Berlin Torgauer Str. 12-15 10829 Berlin Kolonnenstraße 30f 10829 Berlin Manfred-von-Richthofen Str. 36 12101 Berlin Crellestr. 43 10827 Berlin Tempelhofer Damm 159 12099 Berlin Brunnenstraße 108a 13355 Berlin Brunnenstr. 188 10119 Berlin

7592 2294 3181 2000 7872 0 7872 4213 Fax: 7872 4202 7800 950 Fax: 788 1214 7895 670 040 / 36120870 90254-103 90254 107 85170 29 Fax:85170 31 7878 0399

Gabriele.Neumann@bsr.de Matthias.Bick@Bima-online.de

IGoeldner@gasag.de

Herr Dichter Herr Steeger Lars Böge Prof. Dr. Böndel Herr Lehmann Frau Ergin Herr Segal

info@ambeg.de

info@boeag-hh.de

info@ergo-pro.de

Herr Götz Herr Rheinlaender Herr Winkelmann Herr Richter Herr Schop

785 89 69 788 3396 751 3099 Fax:751 402 4991 0517 7870 9412 Fax: 7870 9413

goetz@gesundheitberlin.de n.rheinleander@gmx.de

info@roedig-schop.de

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Voruntersuchung Stadtumbau West – Schöneberg Südkreuz Anhang

6.3.

Literatur

Literatur / gedruckte Quellen
Autoren / Herausgeber Jahr Titel

2005 Monatsbericht des BMF Baasner, G., Schmidt, V., Schulten, A., im Auftrag der Senatsverwaltung Baasner, Möller& Langwald; Bulwien AG, Senatsverwaltung für Stadtentwicklung und Industrie- und Handelskammer zu Berlin [Hg.] Bezirksamt Schöneberg 2004 Bürostandort Berlin 2005, Strukturen und Perspektiven bis 2020, Berlin, Dez. 2004. 2001 Bürostandort Berlin: Strukturen und Perspektiven bis 2010

1997 Räumliche Bereichsentwicklungsplanung (BEP SCH-Ost) Abschlussbericht September 1997 o.J. Bereichsentwicklungsplanung SchönebergOst, Bauzeitung Nr. 18

Bezirksamt Schöneberg von Berlin [Hg.] in Zus. mit den übrigen Bezirksämtern und der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung Bezirksamt Tempelhof von Berlin [Hg.] Bezirksamt Tempelhof-Schöneberg [Hg.] Bezirksamt Tempelhof-Schöneberg von Berlin [Hg.] Bezirksamt Tempelhof-Schöneberg von Berlin [Hg.]

2000 Stadtplanung für Tempelhof o.J. Tempelhof-Schöneberg: Partner der Wirtschaft

2002 Bereichsentwicklungsplanung in Berlin 2005 Bereichsentwicklungsplanung SchönebergNord/Friedenau, Bauzeitung Nr. 3

BRSS Architekten, Im Auftrag des 2003 Gebietsanalyse für das lokale Projekt TempelBezirkes Tempelhof-Schöneberg hof-Schöneberg im Rahmen von Interreg IIIB, Berlin, September 2003. BRSS Architekten, Bezirksamt Tempelhof-Schöneberg [Hg.] DB ProjektBau GmbH Fugmann & Janotta, Bezirksamt Schöneberg [Hg.] Fugmann & Janotta, Bezirksamt Schöneberg [Hg.] Fugmann & Janotta, Bezirksamt Schöneberg [Hg.] 2004 Gebietsmanagement Naumannstraße: Projektbericht Dezember 2003 bis Dezember 2004 2003 Drehscheibe Berlin: Bahnhof Berlin Papestraße 1996 Sachsendamm: Landschaftsplanerischer Fachbeitrag zu den Bebauungsplänen XI–213 und XI–231 1999 Freiflächenkonzept für zwei Stadtplätze im Umfeld des zukünftigen Fernbahnhofs Papestraße 2003 Schöneberger Grünzüge - Erläuterungsbericht

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Voruntersuchung Stadtumbau West – Schöneberg Südkreuz Anhang

Fugmann & Janotta; Eichstädt; Büro VIA, Bezirksamt Schöneberg [Hg.]

1994 Naumannstraße / Nord-Süd-Grünzug: Städtebaulich-landschaftsplanerisches Gutachten zur Entwicklung des Bereiches östlich der Naumannstraße einschließlich des Nord-SüdGrünzuges in Schöneberg 2005 Zahlen, Daten und Fakten im BerlinTourismus, Berlin, 2005. (www.ihk-berlin.de) 2004 Förderfibel 2005/2006: Der Ratgeber für Unternehmen und Existenzgründungen 2005 City-Profile Berlin, 1. Quartal 2005, Berlin, 2005; http://www.joneslanglasalle.de/de-DE/ 2005 Langfristige Determinanten der Berliner Wirtschaftsentwicklung - Enge Spielräume sinnvoll nutzen in: Rissener Einblicke, Heft 05/2005. 2005 Immobilienmarkt Berlin: Mit schwerer Hypothek in die Zukunft. In: Deutsche Bank Research, Aktuelle Themen Nr. 316, März 2005. 2003 Monitoring Soziale Stadtentwicklung 2004: Fortschreibung auf der Grundlage des modifizierten Konzepts 2004 Bevölkerungsprognose für Berlin 2002–2020: Bevölkerungsentwicklung in der Metropolregion Berlin 2002–2020 2003 Yorckbrücken: Denkmalschutz Berliner Eisenbahnbrücken. Abstimmungsverfahren zwischen Landesdenkmalamt Berlin und DB Netz AG / Niederlassung Ost, Nr. 02/03 1994 Gewerbegebiet General-Pape-Straße in BerlinTempelhof: Städtebauliches und Landschaftsplanerisches Rahmenkonzept 2000 Landschaftsplanerischer Fachbeitrag zum Bebauungsplan XIII–244, Berlin-Tempelhof: Fassung zur Beteiligung der Träger öffentlicher Belange 1996 Städtebauliche Analyse und Konzeption Bereich östliche Bautzener Straße 1998 Konzept Bautzener Straße – Überarbeitung 2004 Berlin – Standort für die Wirtschaft: Stadtentwicklungskonzept für den produktionsgeprägten Bereich, 2. Aufl.

Industrie und Handelskammer Investitionsbank Berlin in Zus. mit Senatsverwaltung für Wirtschaft, Arbeit und Frauen Jones Lang LaSalle Just, Tobias, Spars, Guido

Just, Tobias; Spars, Guido

Kapphan, Andreas, Büro SMS, Senatsverwaltung für Stadtentwicklung [Hg.] Kapphan, Andreas, Büro SMS, Senatsverwaltung für Stadtentwicklung [Hg.] o.A.

Planergemeinschaft Dubach/Kohlbrenner, Bezirksamt Tempelhof [Hg.] Planergemeinschaft Dubach/Kohlbrenner, Bezirksamt Tempelhof [Hg.] Planungsbüro Joh. N. Müller, Bezirksamt Schöneberg [Hg.] Praktikant beim Bezirksamt Schöneberg, Bezirksamt Schöneberg [Hg.] Regioconsult in Zus. mit Planergemeinschaft Dubach-Kohlbrenner und Z-Plan Manfred Zache, Senatsverwaltung für Wirtschaft, Arbeit und Frauen, Ref. IIIC [Hg.] Regioverlag, Senatsverwaltung für Stadtentwicklung und Industrie- und Handelskammer zu Berlin [Hg.] Roeding & Schop, Bezirksamt Schöneberg [Hg.] Senatsverwaltung für Bauen, Wohnen und Verkehr [Hg.]

2000 Stadtentwicklungsplan Gewerbe: Gewerbestandort Berlin 2003 Gebietsanalyse für das lokale Projekt Tempelhof-Schöneberg, Interreg IIIB BSR No 14 Metropolitan Areas+, 1. Arbeitsausfertigung 1997 Berlin in Fahrt – Berlin on the move

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Voruntersuchung Stadtumbau West – Schöneberg Südkreuz Anhang

Senatsverwaltung für Gesundheit, Soziales und Verbraucherschutz

2004 Sozialstrukturatlas Berlin 2003 – Ein Instrument der quantitativen, interregionalen und intertemporalen Sozialraumanalyse und -planung, Spezialbericht 2004–1 2004 Stadtentwicklungskonzept Berlin 2020: Statusbericht und perspektivische Handlungsansätze 2005 Änderungen des Flächennutzungsplans Berlin – Öffentlichkeitsbeteiligung Mai/Juni 2005 2004 Friedhofsentwicklungsplan Berlin, Vorlage Demographische und stadträumliche Trends: Thesen zur zukünftigen Schwerpunktsetzung von Stadtumbau-Strategien in der Inneren Stadt. Fachgespräch „Stadtumbau in der Inneren Stadt“, 20. September 2004 2004 Landschaftsprogramm. Artenschutzprogramm: Ergänzung 2004 2004 Stadtumbau in Berlin: Grundlagen für eine gesamtstädtische Konzeption. Dokumentation des Fachgesprächs am 14. Mai 2004 Stadtentwicklungsplan Zentren 2020: Standorte für Einzelhandel und Freizeit 1998 Städtebauliches und landschaftsplanerisches Entwicklungskonzept Kreuzbergstraße 2004 Berliner Statistik, Sonderheft D II 1S, Aufbau des Unternehmensregisters Berlin 2001-2003. 2004 Abfrage der „Berliner Unternehmen und Betriebe im Stadtquartier Südbahnhof“, Unternehmensregister, II A 1, vom 1.7.2005; Statistisches Landesamt Berlin (2004) Berliner Statistik, Sonderheft D II 1S, Aufbau des Unternehmensregisters Berlin 2001-2003. 2001 Interreg IIC No. 21 – Metropolitan Areas Lokales Projekt Berlin-Südkreuz Abschlußbericht Teil I 2005 Stegreif-Entwurf: Bautzener Straße, BerlinSchöenberg. Zusammenfassung der studentischen Ergebnisse, WS 04/05

Senatsverwaltung für Stadtentwicklung Senatsverwaltung für Stadtentwicklung Senatsverwaltung für Stadtentwicklung Senatsverwaltung für Stadtentwicklung [Hg.]

Senatsverwaltung für Stadtentwicklung [Hg.] Senatsverwaltung für Stadtentwicklung [Hg.] Senatsverwaltung für Stadtentwicklung Abt. I, Ref. IA, und Industrie- und Handelskammer zu Berlin [Hg.] Stadt-Land-Fluss und Fugmann & Janotta, Bezirksamt Schöneberg [Hg.] Statistisches Landesamt Berlin

Statistisches Landesamt Berlin

Straub Beutin Schop Architekten; Format Architektur, Bezirksamt Schöneberg [Hg.] TU Cottbus / Studienarbeiten

141
        
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