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Full text: KVJS aktuell Issue 2016,2

2/2016

KVJS

aktuell

Jugend

Frühkindliche Bildung –
Gewappnet für die
Anforderungen von
Morgen
Seite 26

KVJS

Situationsanalyse:
Erste umfassende
Bestandsaufnahme

Soziales

Viele Wege zur
Inklusion an der
Schule

Forschung

Seite 3

Seite 7

Seite 29

Kommunalverband
startet zwei neue
Studien

KVJS

Inhaltsverzeichnis

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KVJS	

3	 Situationsanalyse: Erste umfassende Bestandsaufnahme

	

4	 KVJS ist neuer Partner der Dualen Hochschule

	

6	 Integration, Akzeptanz und gute Beispiele in der Arbeit mit Flüchtlingen

Soziales	

7	 Viele Wege zur Inklusion an der Schule

	

9	 Bauernhöfe wollen sich für Seniorenbetreuung fit machen

	

11	 Neue Chancen für Menschen mit psychischen Erkrankungen

	

13	 Gemeinsam gegen Wohnungslosigkeit

	

15	 Wer lebt in welchen betreuten Wohngemeinschaften?

	

16	 Fördertopf für innovative Verwaltungen

Integration	

17	 Herausfinden, wo die Fähigkeiten liegen

	

18	 Starthilfe für das Berufsleben

	

20	 Innovationspreis Integration für MH Mobil Hohenlohe

Jugend	

22	 Jugendhilfe und Schule auf Augenhöhe

	

24	 KVJS-Landesjugendamt im Austausch mit schwedischem Partner

	

26	 Frühkindliche Bildung – Gewappnet für die Anforderungen von Morgen

	

28	 Wann ist das Wohl von Schulkindern gefährdet?

Forschung	

29	 Kommunalverband startet zwei neue Studien

Fortbildung	

32	 Lernen mit Flair

Neu erschienen	 34	 Beim KVJS erschienen

2/2016

KVJSaktuell

KVJS

Erste umfassende Bestandsaufnahme
Hohe Beteiligung der Einrichtungen an Situationsanalyse
Der KVJS führt eine Situationsanalyse zum aktuellen Stand der Sozial- und Teilhabeplanung in
Baden-Württemberg durch. Aus allen 44 Stadt- und Landkreisen liegen inzwischen Daten vor,
von den Einrichtungen haben sich zudem 99 Prozent zurückgemeldet.
Die Situationsanalyse wirft erstmals aus
kommunaler Sicht einen landesweiten
Blick darauf, welche Angebote es für Menschen mit geistiger und mehrfacher und
mit seelischer Behinderung an welchen
Standorten gibt. Anlass sind die geplanten Regionalen Entwicklungskonferenzen zur Dezentralisierung (RED). Für die
Situationsanalyse werden Daten bei den
Stadt- und Landkreisen und Einrichtungen
erhoben. Dabei stehen die planerische
Gesamtverantwortung der Kreise und deren Vorstellungen im Mittelpunkt.
Regionalforen auf Kreisebene
Ab April werden die Daten ausgewertet
und aufbereitet. Anschließend sind Regionalforen mit den Stadt- und Landkreisen
geplant. Unter Beteiligung des Begleitkreises und in Abstimmung mit der Liga soll
bis Mai 2017 ein Abschlussbericht erstellt
werden.
Der Gültstein-Prozess und das daraus entstandene Impulspapier Inklusion der Landesarbeitsgemeinschaft der öffentlichen
und freien Wohlfahrtspflege (LAGÖFW)
hatten der Konversion von Komplexein-

richtungen in der Behindertenhilfe in Baden-Württemberg einen neuen Anschub
gegeben. Die vom Sozialministerium angeregten RED sollen einen Kommunikations- und Entwicklungsprozess starten,
an dem alle Einrichtungsträger, betroffene
Gemeinden, hauptbelegende Stadt- und
Landkreise, Betroffene, Angehörige und
kommunale Behindertenbeauftragte beteiligt sind.
Für die Situationsanalyse werten die Wissenschaftler verschiedene Datenquellen
aus. Unter anderem wurden bei der Erhebung auch jene Menschen mit Behinderungen berücksichtigt, die erstmals Leistungen der Eingliederungshilfe von den
Stadt- und Landkreisen erhielten.

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Insgesamt wird die Angebotslandschaft
für Menschen mit geistiger und mehrfacher Behinderung und Menschen mit seelischer Behinderung zum 31. Dezember
2014 untersucht. Die Analyse leistet einen
kommunalen Beitrag zur Weiterentwicklung in Behindertenhilfe und Sozialpsychiatrie und rückt die planerische Gesamtverantwortung der Kreise in den Fokus.
rei

KVJSaktuell

2/2016

KVJS

Zwischen Hörsaal und Praxis
KVJS ist neuer Partner der Dualen Hochschule
Der KVJS ist Partner der Dualen Hochschule Stuttgart für den Bachelorstudiengang Soziale Arbeit, Studienrichtung „Erziehungshilfen/Kinder- und Jugendhilfe 2“. Ab Oktober wird die erste
Studentin ihre Praxisphase beim KVJS-Landesjugendamt beginnen.
„Wir wollen Ausbildungsplätze auf allen
Ebenen anbieten“, erklärt Verbandsdirektor Senator e.h. Prof. Roland Klinger
zu dem neuen Angebot. „An der Zusammenarbeit mit der Dualen Hochschule ist
uns deshalb gelegen, weil die Ausbildung
im Wechsel zwischen Theorie und Praxis
besonders gut auf das spätere Berufsleben vorbereitet.“ Die Studierende schließt
einen Ausbildungsvertrag mit dem KVJS
als Praxispartner, der Platz an der Dualen
Hochschule ist damit verbunden.
4
„Das KVJS-Landesjugendamt hat in der
konzeptionellen Beratung der Jugendhilfeeinrichtungen im Rahmen der Heimaufsicht einen besonderen Auftrag. Deshalb
ist es uns wichtig, die Inhalte dieses Bereichs zu vermitteln“, so Verbandsdirektor
Klinger.
So wird die Studentin auch im Arbeitsfeld „Hilfe zur Erziehung und Wohnheime,
Betriebserlaubnis, Beratung und Aufsicht,
Jugendberufshilfe“ eingesetzt. Zu den
Aufgabenfeldern und Lernzielen beim
KVJS zählt etwa der Überblick über das
Arbeitsfeld Hilfe zur Erziehung bei der
kommunalen Sozialverwaltung in BadenWürttemberg sowie bei unterschiedlichen
örtlichen und überörtlichen Ebenen. Die

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KVJSaktuell

Studierende wird in der Beratung und
Aufsicht von Einrichtungen und bei Betriebserlaubnisverfahren mitwirken. Auch
die Mitarbeit bei Veranstaltungen und
Tagungen für öffentliche und freie Träger
ist vorgesehen sowie bei der Vorbereitung
von Gremiensitzungen.
Sechs Praxisphasen
Jede Praxisphase dauert drei Monate. In
dem dreijährigen Studiengang sind jeweils sechs Praxis- und Theoriephasen
vorgeschrieben. Die dritte Praxisphase muss als Fremdpraktikum absolviert
werden. Die Studierende soll dabei ein
Arbeitsfeld kennen lernen, das sich hinsichtlich der Zielgruppen oder in Bezug
auf den gesetzlichen Handlungsauftrag
vom KVJS unterscheidet. In Frage käme
zum Beispiel ein Praktikum bei der LWV
Eingliederungshilfe GmbH.
Am Ende der Ausbildung hat der KVJS
vielleicht eine neue Mitarbeiterin gewonnen: „Wir haben das Anliegen, unsere Auszubildenden auch zu übernehmen, wenn
eine entsprechende Stelle frei ist“, so Klinger.
mok

KVJS

Ab sofort Anmeldung möglich:
Berufsbegleitender gFAB-Lehrgang
Am 12. September 2016 beginnt am KVJSBildungszentrum Schloss Flehingen erneut
eine berufsbegleitende Weiterbildung: der
Lehrgang zur Fachkraft zur Arbeits- und
Berufsförderung in Werkstätten für Menschen mit Behinderung (gFAB). Ab sofort
sind Anmeldungen möglich.

Arbeit in Werkstätten für Menschen mit
Behinderung sowie von Pädagogik und
Heilpädagogik. Auch Kommunikation
oder Rechtskenntnisse stehen auf dem
Programm. Der Unterricht erfolgt an jedem zweiten Montag und Dienstag sowie
in fünf Blockwochen.

Der 16-monatige Kurs in Oberderdingen (Kreis Karlsruhe) ist berufsbegleitend
und umfasst 800 Unterrichtsstunden. Er
richtet sich an Frauen und Männer, die
Menschen mit Behinderung bei der Eingliederung ins Berufsleben unterstützen
möchten. Die Weiterbildung setzt zwei
Jahre Berufspraxis in einem anerkannten
Ausbildungsberuf voraus oder sechs Jahre
Berufserfahrung im Umfeld von Werkstätten für Menschen mit Behinderung oder
der Arbeits- und Berufsförderung. Gelehrt
werden zum Beispiel die Grundlagen der

Das KVJS-Bildungszentrum hat mehr als
30 Jahre Erfahrung in der berufsbegleitenden Ausbildung. „Unsere Lehrkräfte sind
ausgewiesene Fachleute aus Pädagogik,
Psychologie, Medizin oder Rechtswissenschaft“, sagt der Leiter des Bildungszentrums Klaus Boch. „Sie kennen die aktuellen Entwicklungen aus ihrem eigenen
Berufsalltag.“
5
Weitere Infos unter
www.kvjs.de/fachschulen.html
syr

Medizinisch-Pädagogischer Dienst erneut extern
zertifiziert
Der Medizinisch-Pädagogische Dienst
(MPD) hat erfolgreich nachgewiesen, dass
er ein wirksames System zur Sicherung der
Qualität etabliert hat. Sein über Jahre aufgebautes Qualitätsmanagement ist erneut
extern zertifiziert worden. Die erste Zertifizierung fand bereits im Jahr 2012 statt.
Damit stellt der KVJS einen gleichbleibend
hohen Standard für die 44 Stadt- und
Landkreise Baden-Württembergs sicher.
Die ISO 9001 ist eine international anerkannte Qualitätsmanagementrichtlinie,
die zunehmend auch im Dienstleistungs-

bereich Anwendung findet. Mit der Zertifizierung verpflichtet sich der MPD zur
Überprüfung und Festlegung von Zuständigkeiten und Abläufen sowie zur kontinuierlichen Verbesserung seiner Arbeit.
Das Zertifikat beinhaltet die Festlegung
von Zuständig- und Verantwortlichkeiten,
von Befugnissen, Abläufen und Vorgehensweisen, Transparenz, Kundenorientierung
sowie die Verflichtung zur jährlichen externen Überprüfung und Weiterentwicklung
des Qualitätsmanagementsystems.
add

KVJSaktuell

2/2016

KVJS

Integration, Akzeptanz und gute Beispiele in der
Arbeit mit Flüchtlingen
Erfolgreiche kommunale Tagung
Die Zuwanderung von Flüchtlingen erfordert positive Impulse für die Ankunft und das Zusammenleben in den Städten und Gemeinden – und das unter derzeit schwierigen und unvorhersehbaren Bedingungen.
100 Gäste sind
der Einladung der
evangelischen
Akademie und
des Kommunalen
Managementverfahrens BadenWürttemberg zur
Tagung zum Thema Flüchtlinge
gefolgt.

6

„Was wir brauchen sind gelingende Ansätze zur Integration in der Kita, der Schule und eine Überarbeitung der Konzepte in der Jugendberufshilfe, erklärt dazu
Roland Kaiser, Dezernent des KVJS-Landesjugendamts, der die Tagung mit ausgerichtet hat. „Wenn wir die jetzt nicht erarbeiten, besteht die Gefahr, den richtigen
Zeitpunkt zu verpassen. Und das bringt
weder die Betroffenen noch die Kommunen weiter.“ Bundesweite Kompetenz,
gute Beispiele und Wege in der Arbeit
mit Flüchtlingen in Baden-Württemberg
waren daher thematische Angebote des
Fachtags. Dabei gewinnt der Aufbau sorgender Gemeinschaften in den Kommunen mit haupt- und ehrenamtlichen Strukturen künftig eine ganz neue Bedeutung.
Dr. Kamal Sido, Geschäftsführer der Gesellschaft für bedrohte Völker in Göttingen und ausgewiesener Nahostexperte,

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KVJSaktuell

griff diese Aussagen in seinem Bericht
über die aktuelle Lage in Syrien, Iran,
Irak, Libanon und Türkei auf. Er berichtete von der Problematik des Sieges der
einen Gruppierung, die die Niederlage der
anderen automatisch in sich trägt, und
das alles auf dem Rücken der Zivilbevölkerung. Seiner Einschätzung nach liegt in
der Verhandlung aller Parteien die einzige Möglichkeit zum Waffenstillstand und
Frieden zu kommen. Gleichzeitig zeigte
sich in seinem Vortrag die Dauer und das
Ausmaß der Problematik, was zu erwarten
lässt, dass das Flüchtlingsthema sobald
kein Ende findet.
In den anschließenden Workshops beschäftigten sich die Teilnehmer mit konkreten Herausforderungen in den Kommunen zu den Themen: „Schule von
Anfang an. Bildung als möglicher Schlüssel“, „ Sicherheitsaspekte heute und in
Zukunft“, „Kommunale Gesamtkonzepte als Antwort aus der Stadt Schwäbisch
Gmünd“ und „rechtliche Grundlagen als
wesentliche Basisinformation für das richtige Handeln“. Die Inputs und der folgende Diskurs zwischen den kommunalen
Vertretern bildeten die Basis der Workshops. Mit Antworten und Anregungen zu
vielen Fragen konnten die Teilnehmer den
Nachhauseweg antreten. Rezepte waren
nicht sichtbar, die Arbeit steht noch bevor.
reu

Soziales

Viele Wege zur Inklusion an der Schule
KVJS-Fachtag zum neuen Schulgesetz zeigt Stärken und Schwächen auf
Fachleute aus Schule, Jugendhilfe und Sozialhilfe haben sich auf dem KVJS-Fachtag zu den Auswirkungen des neuen Schulgesetzes auf die Inklusion von Kindern mit Behinderung ausgetauscht. Fazit: Es gibt keine Patentlösungen.
Er war überbucht: Der KVJS-Fachtag „Inklusion in der schulischen Bildung – Das
neue Schulgesetz in Baden-Württemberg“
hat mehr als 220 Interessierte in das Stuttgarter Geno-Haus geführt. Der KVJS hatte
in Kooperation mit dem Kultusministerium, Städtetag, Landkreistag und Gemeindetag zu einer Informationsveranstaltung
für Fach- und Führungskräfte der Sozialund Jugendämter der Stadt- und Landkreise, der Schulverwaltungsämter sowie
der Nahverkehrsämter und weitere Beteiligte auf kommunaler Ebene eingeladen.
Die Bildungslandschaft im Land hat sich
mit dem seit August 2015 gültigen Schulgesetz verändert. Die Sonderschulpflicht
für Kinder mit sonderpädagogischem Förderbedarf gehört der Vergangenheit an.
Etwa zehn Prozent der betroffenen Kinder
werden mittlerweile inklusiv beschult.
Zankapfel Schulbegleitung
Die meist diskutierte Frage des Fachtags
war die nach den Schulbegleitern für inklusiv beschulte Kinder. Weder regelt das
neue Schulgesetz die Frage nach der Trägerschaft für die Schulbegleitung noch
deren Qualifikation. „Wir fänden es sinnvoll, die Schulbegleitung an der Schule
anzusiedeln“, erklärt Franz Schmeller, Leiter des KVJS-Dezernats Soziales. „Leider ist
der Gesetzgeber dem nicht gefolgt. Es ist
deshalb Aufgabe der Schulämter, Schulträger sowie der Sozial- und Jugendämter,
tragfähige und alltagstaugliche Lösungen
zu finden.“

Ein weiteres Problem ist die Abgrenzung
zwischen Schulbegleitung und Pädagogik. „Wenn ich ein behindertes Kind beim
Toilettengang unterstütze, ist das Begleitung, wenn ich ihm in vielen Schritten
beibringe, die Toilette selbstständig zu
nutzen, ist das Pädagogik“, macht Schmeller deutlich. Bis die Abgrenzungsfrage
geklärt ist, wird es noch einige Zeit brauchen.
Die Vertreter des Kultusministeriums
Sönke Asmussen und Stefan Sodtke gaben einen Überblick über das neue Schulgesetz, die wesentlichen Kernpunkte der
Schulgesetzänderung sowie die Realisierung der inklusiven Bildungsangebote. So
wies Sodtke darauf hin, dass Eltern zwar
nun das Recht haben, die Schulform für
ihr Kind zu wählen, aber nicht eine konkrete Schule. In strittigen Fragen läge die
Entscheidung, an welcher Schule ein Kind
aufgenommen werde, beim staatlichen
Schulamt.

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Kommunikation als Schlüssel
Einen Einblick in die praktische Umsetzung vor Ort bot der Leiter des Staatlichen Schulamts Lörrach Helmut Rüdlin. Er
betonte die Wichtigkeit frühzeitiger und
umfassender Kommunikation zwischen
allen Beteiligten vor Ort. Seine ausführliche Powerpointpräsentation steht bei den
Tagungsunterlagen zur Verfügung.
Für eine gelingende Kommunikation vor
Ort wird gern auf die Kompetenz des KVJS

KVJSaktuell

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Soziales

zurückgegriffen: „Wir als Landesjugendamt moderieren in mehreren Schulamtsbezirken“, erklärt dessen Leiter Roland
Kaiser. „Es geht um den Abschluss von
Rahmenvereinbarungen für die schulische
Inklusion, die mehr Verbindlichkeit bringen und eine gemeinsame Basis für die
Beteiligten schaffen.“
Hoher Informationsbedarf
Der Fachtag kam aufgrund der Nachfrage bei den KVJS-Mitgliedern zustande.
„Das Qualitätsmanagement unserer Fortbildung hat gezeigt, dass es hier Bedarf
gibt“, erklärt Franz Schmeller. Mit Inklu-

sion von Kindern mit Behinderungen hat
praktisch jeder Fachbereich des KVJS Berührungspunkte, nicht nur die Dezernate Jugend und Soziales. Der Technische
Beratungsdienst des KVJS-Integrationsamtes wird im Auftrag des Landes die
vorgeschlagenen Maßnahmen für die Barrierefreiheit von Schulgebäuden begutachten. Die KVJS-Forschung hat bundesweit gefragte Orientierungshilfen für die
Inklusion in der Kindertageseinrichtung
und an Schulen erarbeitet. Und im Fortbildungsangebot des KVJS wird das Thema
Inklusion weiter eine wichtige Rolle spielen.
mok

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Tagungsunterlagen und weitere Informationen
Die Dokumentation des Fachtages Inklusion vom 1. März 2016 in Stuttgart
„Inklusion in der schulischen Bildung – Das neue Schulgesetz in Baden-Württemberg“ steht
im Internet bereit unter:
www.kvjs.de/soziales/aktuellesservice/tagungsunterlagen/fachtag-inklusion-2016.html
Informationen über das KVJS-Forschungsvorhaben „Inklusion von Kindern und Jugendlichen mit einer Behinderung in allgemeine Einrichtungen der Kindertagesbetreuung und
Schulen“ sind hier zu finden:
www.kvjs.de/forschung/forschung-in-der-praxis-transfer-phase/inklusion-in-kita-und-schule.html.
Dort stehen neben dem Abschlussbericht auch die Orientierungshilfe für die Inklusion in
der Kindertageseinrichtung und die Orientierungshilfe für die Inklusion in der Schule zur
Verfügung.

Info

Das Kultusministerium informiert auf den Seiten
www.kultusportal-bw.de/,Lde/Startseite/schulebw/Inklusive+Bildungsangebote
über schulische Inklusion.
Das staatliche Schulamt Lörrach hat auf seiner Internetseite www.schulamt-loerrach.de unter den Stichworten Schulleitung und Handreichungen seine Orientierungshilfe Inklusion
online gestellt.

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KVJSaktuell

Soziales

Serie Werkstatt Wohnen

Landluft zum Lebensabend
Bauernhöfe wollen sich für Seniorenbetreuung fit machen
Blühende Obstbaumwiesen, neugeborene Kälbchen – etliche pflegebedürftige Ältere träumen
von einem betreuten Lebensabend auf dem Land. Gleichzeitig suchen Bauernhöfe neue Einkommensquellen. Der Landfrauenverband Württemberg-Baden will landwirtschaftliche Betriebe unterstützen, Seniorenwohnen anzubieten. Noch gibt es das in Baden-Württemberg nicht.
Die Werkstatt Wohnen und ihre Kooperationspartner berichteten auf einem Seminar für Landfrauen im Februar, worauf
Bauern und Landfrauen mit sozialer Ader
achten müssen.
„Es sind oft Bäuerinnen, die gerne soziale
Angebote machen wollen“, weiß der Leiter der Werkstatt Wohnen Werner Stocker.
Die Preise für landwirtschaftliche Produkte fallen, der Strukturwandel ist in vollem
Gange. In ihren landwirtschaftlichen Betrieben stünden Gebäude leer. Mal hätten die Landwirte ihre Tierhaltung oder
den Obstbau aufgegeben und besäßen
ausbaufähige Scheunen. Mal seien sie in
Aussiedlerhöfe gezogen und der bisherige
Hof im Dorf stehe leer, erklärt Bildungsreferentin Dr. Beate Arman vom Landfrauenverband Württemberg-Baden.
Die Idee des Betreuten Wohnens auf dem
Bauernhof kommt aus europäischen Ländern wie den Niederlanden. Dort schaffen sich Höfe mit dem Unterbringen und
Betreuen von Senioren bereits ein wirtschaftliches Standbein. Erste Nachahmer
gibt es in Bayern. Allerdings sollte laut
Arman niemand aus rein ökonomischen
Gründen Betreuungsangebote anvisieren.
„Die Anbieter sollten vor allem Menschen
sein, die Verantwortung für andere übernehmen wollen, Freude daran haben und
soziales Engagement mitbringen.“

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Ältere Dame mit Kälbchen.	

Foto: mma23 - Fotolia

In zwei, drei Jahren dürfen betagte Frauen
und Männer auch in Baden-Württemberg
auf erste Angebote hoffen, schätzt Beate
Arman. „Es sind oft ältere Menschen vom
Land, die in ihrer gewohnten Umgebung

KVJSaktuell

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Soziales

bleiben möchten.“ Oft sind Söhne, Töchter oder Enkelkinder berufstätig oder
leben weit weg von der Ursprungsfamilie. Sie können ihre betagten Eltern und
Großeltern, die teils in älteren Bauernhäusern mit engen Stiegen leben, nicht
versorgen. Interessierte kennt der Landfrauenverband auch aus den Reihen von
Pflegebedürftigen, die ihre Haustiere
behalten möchten. Nicht zuletzt bekundeten Städter Interesse, die auf dem Land
aufgewachsen seien.
Versorgen wollen sie nach den Erfahrungen des KVJS und des Landfrauenverbandes vor allem Frauen. Die Bäuerinnen
überlegen, Wohnraum zu vermieten oder
zusätzliche hauswirtschaftliche Dienstleistungen wie Kochen, Wäschepflege,
Einkaufen oder Putzen anzubieten. Auch
Betreuungsleistungen wie etwa Singoder Bastelnachmittage, Ausflüge oder
gemeinsames Musizieren kommen in den

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Weitere Informationen
Bildungs- und Sozialwerk des LandFrauenverbandes Württemberg-Baden e. V.
Dr. Beate Arman
arman@landfrauen-bw.de

Info

KVJS-Werkstatt Wohnen
werkstatt-wohnen@kvjs.de 
Die Werkstatt Wohnen ist eine barrierefreie
Musterwohnung des KVJS in Stuttgart. Eines
ihrer Prinzipien ist die enge Kooperation mit
Netzwerkpartnern aus angrenzenden Gebieten.
In Zusammenarbeit mit ausgewählten Experten
errichteten die KVJS-Fachleute auch ihre Wohnausstellung für Ältere und Menschen mit Behinderungen. Und sie organisieren für Veranstalter
Führungen, Info-Veranstaltungen und Vorträge
mit den passenden Wohn-Fachleuten.

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KVJSaktuell

Blick. Manche Landwirtinnen kommen gar
aus Pflegeberufen. Der Verband will im
Herbst ein Projekt auflegen. Interessierte
Mitglieder sollen sich für Seniorendienstleistungen qualifizieren können.
Bis dahin gab das ausgebuchte Seminar
der Landfrauen und der Agrarsozialen
Gesellschaft Einblick in das Thema. Die
KVJS-Werkstatt Wohnen stellte für die
Veranstaltung der Ländlichen Heimvolkshochschule Hohebuch im Hohenlohekreis
ein passgenaues Team aus Fachleuten zusammen.
„Viele ältere Menschen möchte gerne in
der Dorfmitte wohnen“, berichtete Werner Stocker den 30 Zuhörenden. Dort
gäbe es meist Supermarkt, Apotheke, Arzt
und Bäcker. Die Idealwohnung für Betagte
sei laut Umfragen gemütlich, hell, sonnig,
ruhig, preiswert und besitze einen Garten sowie einen Zugang ohne Treppen.
Der KVJS-Experte erläuterte Mindestanforderungen an die Wohnräume und den
Service. Anja Schwarz vom Kreisverband
Stuttgart des Deutschen Roten Kreuzes
berichtete, was beim Aus- und Umbau
von Räumen zu beachten ist. Schließlich
beleuchtete Thomas Kallenowski die Gesetzeslage und Anforderungen an ambulant betreute Wohngemeinschaften. Er
ist Experte der beim KVJS angesiedelten
Fachstelle ambulant unterstützter Wohnformen des Sozialministeriums. PflegeWGs auf dem Land unterlägen denselben
Regeln wie in der Stadt. Sie würden von
der Heimaufsicht kontrolliert.
syr

Soziales

„Die Selbsthilfe muss unabhängig bleiben“
Neue Chancen für Menschen mit psychischen Erkrankungen
In Baden Württemberg gibt es seit Januar 2015 ein Psychisch-Kranken-Hilfegesetz (PsychKHG).
Es soll die Rechte der betroffenen Menschen stärken. Ist das gelungen? Ein Gespräch mit Rainer
Höflacher, ehemaliger Geschäftsführer des Landesverbandes Psychiatrie-Erfahrener BadenWürttemberg e. V.
Herr Höflacher, warum war das Gesetz
nötig?
Es war kein guter Zustand, dass zum Beispiel Sozialpsychiatrische Dienste und die
Gemeindepsychiatrischen Verbünde auf
Freiwilligkeit beruhten und somit unter
anderem die Landeszuschüsse nicht abgesichert waren.
Darüber hinaus galt es, die Partizipation
und Rechte der Psychiatrie-Erfahrenen zu
stärken. Es war schon lange erforderlich,
die Hürden zur Anwendung der Zwangsbehandlung zu erhöhen und den Richtervorbehalt einzuführen. Die Praxis der
Zwangsbehandlungen war schon lange
inakzeptabel. Auch deshalb hatten wir
schon im Vorfeld ein zentrales Melderegister für Zwangsmaßnahmen gefordert,
das erfreulicher Weise auch Bestandteil
des Gesetzes wurde.

Mit der Realisierung von Informations-,
Beratungs- und Beschwerdestellen (IBBStellen) in jedem Stadt- und Landkreis ist
Baden-Württemberg innovatives Vorbild
für andere Bundesländer.
Welche Erwartungen hatten Sie damit
verbunden?
Dass sich die Anzahl der Zwangsbehandlungen reduziert, die Rechte von Psychiatrie-Erfahrenen gestärkt werden und die
Mitwirkung von Psychiatrie-Erfahrenen in
Gremien verbindlich geregelt wird.
Leider ist es uns nicht gelungen, dass die
Notwendigkeit einer verbesserten Krisenhilfe im Gesetz zum Ausdruck kommt. Der
Hinweis, dass die Sozialpsychiatrischen
Dienste hier zuständig sind, wird dem
Mangelzustand im Lande nicht gerecht.

Rainer Höflacher war bis Oktober 2015 Geschäftsführer
des Landesverbandes Psychiatrie-Erfahrener Baden-Württemberg. Heute ist er PeerMitarbeiter des Zentrums für
Psychiatrie (ZfP) Südwürttemberg und Mitglied in der AG
Selbsthilfe seelische Gesundheit, eine Expertengruppe
von Psychiatrie-Erfahrenen.
Foto: privat

Was wurde bis jetzt umgesetzt?
Ebenso war es an der Zeit, auch in BadenWürttemberg Besuchskommissionen einzuführen.

Unserem Eindruck nach geht es mit der
Einrichtung der IBB-Stellen sehr unter-

Dem Gesetz ging ein breiter Beteiligungsprozess voraus. Rund 300 Fachleute, Menschen mit
Psychiatrie-Erfahrung und Angehörige waren der Einladung der drei Kommunalen Landesverbände, des KVJS und der Liga der Freien Wohlfahrtspflege am 29. Januar 2015 zu einer
gemeinsamen Auftaktveranstaltung gefolgt. Rainer Höflacher referierte bei der Fachtagung
zum Thema „Was erhoffen sich Psychiatrie-Erfahrene vom Gesetz?“

KVJSaktuell

2/2016

Info

Fachtagung 2015 „Neue Perspektiven für die Gemeindepsychiatrie“

Soziales

schiedlich voran. In manchen Kreisen
gehen diese bereits an den Start, andere
Kreise sind zögerlich. Hier ist es sehr hilfreich, dass das Sozialministerium die IBBStellen vorläufig mitfinanziert und eine
Fortbildung ins Leben gerufen hat, die
Psychiatrieerfahrene und Angehörige auf
die Arbeit vorbereitet. Unser Landesverband arbeitet bei der Einführung der IBBStellen eng mit dem Sozialministerium
zusammen. Es ist zu begrüßen, dass das
Sozialministerium eine Million Euro für die
Umsetzung des Psychisch-Kranken in den
Haushalt gestellt hat. Wir hoffen sehr, dass
hier auch auf Dauer Gelder zur Verfügung
stehen werden.
Aus den Kliniken erreichen uns unterschiedliche Aussagen. Einerseits scheinen
sich die Gesetzesänderungen zur Zwangsbehandlung bereits dahingehend bemerkbar zu machen, dass die Anzahl der
Zwangsmaßnahmen zurückgeht. Das Personal ist offensichtlich inzwischen im Umgang mit den Patienten geduldiger und
bemühter. Andererseits hört man, dass
die Gewalt auf den Stationen zugenommen hätte, da die Patienten nicht mehr so
einfach zwangsbehandelt werden könnten. Auch von deutlich verschlechterten
Arbeitsbedingungen für das Personal ist
die Rede. Dabei handelt es sich allerdings
um Einzelaussagen, einen wirklichen
Überblick haben wir da nicht.

12

Info

PsychKHG: Wichtige Meilensteine
bereits umgesetzt
Laut Auskunft des Sozialministeriums sind die
Besuchskommissionen bestellt und haben mit
ihren Besuchen in den psychiatrischen Einrichtungen begonnen. Auch das zentrale Melderegister ist als Online-Portal in Betrieb.

2/2016

KVJSaktuell

Das Sozialministerium ist gerade dabei,
den Landespsychiatrieplan aus dem Jahre
2000 neu zu verfassen, und das geschieht
wieder mit eindrucksvoller Beteiligung
der relevanten Akteure. Es ist zu hoffen,
dass das Engagement des Sozialministeriums im Bereich der Psychiatrie so hoch
bleibt, wenn der Landespsychiatrieplan
erstellt ist und es darauf ankommt, nach
dessen Vorgaben die psychiatrischen Hilfen weiter zu entwickeln.
Müsste die Selbsthilfe Ihrer Ansicht nach
stärker unterstützt werden?
Auch hier sind Unterschiede zwischen den
Kreisen festzustellen. Es gibt immer noch
Kreise, die sich mit dem Gedanken schwer
tun, Psychiatrie-Erfahrene auf gleicher Augenhöhe und gleichberechtigt zu beteiligen. Der Trend geht aber, auch dank des
neuen Gesetzes, in Richtung Partizipation.
Wir haben schon den Eindruck, dass wir
im Allgemeinen ernst genommen und gehört werden, sei es auf der Landesebene,
aber auch zum Beispiel vor Ort in den Gemeindepsychiatrischen Verbünden.
Einige Kreise unternehmen große Anstrengungen, Psychiatrie-Erfahrene für die
Gremienarbeit zu finden. In diesem Sinne
tut es der Selbsthilfe gut, wenn sie Unterstützung bekommt. Was aber nicht mehr
geht, ist Selbsthilfearbeit auf dem benötigten Niveau ehrenamtlich zu bekommen. In der Somatik sind in der Selbsthilfe
festangestellte, bezahlte Mitarbeiter tätig. Hier hat die Selbsthilfe Psychiatrie-Erfahrener Nachholbedarf. Bei aller Unterstützung muss die Selbsthilfe unabhängig
bleiben und Instrumentalisierungsversuche erkennen und abwehren.
Das Interview führte Gabriele Addow

Soziales

Gemeinsam gegen Wohnungslosigkeit
Eine verantwortungsvolle Aufgabe der Kommunen
Immer mehr Menschen verlieren in Baden-Württemberg ihr Zuhause oder sind akut von Obdachlosigkeit bedroht. Die 44 Stadt- und Landkreise unterstützen die Betroffenen mit Rat und
Tat. Der KVJS lässt die Kreise nicht allein.
Der Verband fördert zum Beispiel kontinuierlich Investitionen in Gebäude für Wohnungslose oder erstellt Statistiken und
Handreichungen. Zudem bietet der KVJS
Fortbildungen und gibt dieses Jahr ein
Sonderheft heraus. „Wir setzen uns mit
unseren kommunalen Partnern dafür ein,
dass Lebenskrisen, Schulden, Sucht und
Arbeitslosigkeit nicht zum Schicksal werden“, sagt Verbandsdirektor Senator e.h.
Prof. Roland Klinger.
KVJS-spezial „Wohnungslosenhilfe“,
Stuttgart 2016
Auf 32 Seiten erfahren Lesende, wie der
KVJS bauliche Investitionen fördert. Einrichtungen und Kreisbehörden berichten,
wie sie mit den KVJS-Modellprojekten zur
Weiterentwicklung der Sozialhilfe innovative Lösungen anstoßen. Eine ehemals
wohnungslose junge Frau erzählt, wie sie
wieder Tritt fasst. Und das Heft stellt unter
anderem eine Handreichung zum Erfrierungsschutz sowie eine KVJS-Erhebung
über die Angebotsstruktur für Wohnungslose im Land vor.
Workshop „Hilfe zur Überwindung besonderer sozialer Schwierigkeiten nach
§§ 67 bis 69 SGB XII“
10. Mai 2016
KVJS-Tagungszentrum Gültstein
Veranstaltungsnummer 16-2-EHS22-1
Fallmanagement berücksichtigt die Lebenssituation von Menschen, ermöglicht
passgenaue Hilfen und setzt finanzielle

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Das neue KVJS spezial. Es informiert über aktuelle Zahlen und
Debatten. 	
Quelle: KVJS

Ressourcen effizient ein. Wie das Fallmanagement auch in der Wohnungslosenhilfe Fuß fassen kann, zeigt ein Workshop für
Fachkräfte, die bei den Stadt- und Landkreisen mit der Hilfe zur Überwindung
besonderer sozialer Schwierigkeiten befasst sind. Gespannt sein darf man auf den
Bericht der Stadt Stuttgart. Sie stellt ihre
Erfahrungen vor.

KVJSaktuell

2/2016

Soziales

Fachtag „Auf neuen Wegen. Ergebnisse des dritten Zyklus ‚Neue Bausteine
in der Eingliederungshilfe und Wohnungslosenhilfe‘“
8. Juli 2016
KVJS-Tagungszentrum Gültstein
Veranstaltungsnummer 16-2-INK5-1

erstmals Konzepte in der Wohnungslosenhilfe, die innovative Ansätze entwickeln
und erproben. Sie lassen übertragbare Erfahrungen für eine Zusammenarbeit von
Sozialhilfeträgern und Angebotserbringern unter Beteiligung der Betroffenen
erwarten.

Der Fachtag vermittelt Einblicke, welche
Projekte die beteiligten Stadt- und Landkreise in der Wohnungshilfe erprobt haben. Der KVJS förderte von 2013 bis 2015

Kommunales Forum Wohnungsnotfallhilfe Baden-Württemberg
22. November 2016
KVJS-Tagungszentrum Gültstein
Veranstaltungsnummer 16-2-EHA3-1

Info

Information und Buchung der Veranstaltungen
Im Internet unter
www.kvjs.de/fortbildung/startseite-fortbildung/
freie-suche.html
Bitte geben Sie die Veranstaltungsnummer ein.

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Der KVJS unterstützt mit seinem jährlichen „Kommunalen Forum Wohnungsnotfallhilfe“ den fachlichen Erfahrungsaustausch und gibt Impulse für fachliche
Weiterentwicklungen. Die Veranstaltung
findet in Abstimmung mit Städtetag und
Landkreistag Baden-Württemberg statt.
add/syr

Tipp: ein Katalog voll guter Beispiele
Die aktuelle Flüchtlingssituation ist eine
der größten Herausforderungen seit Bestehen der Bundesrepublik. Die Kommunale Gemeinschaftsstelle für Verwaltungsmanagement (KGSt) unterstützt Städte,
Gemeinden und Landkreise mit einem
Online-Katalog beim kommunalen Flüchtlingsmanagement.
Der im Internet eingestellt Katalog enthält Beispiele, wie Kommunen in ganz
Deutschland Aufgaben und Probleme
rund um die ankommenden Flüchtlinge gelöst haben. Interessierte können die

2/2016

KVJSaktuell

Good Practice Beispiele nach Bundesländern oder Tätigkeitsbereichen sortieren.
So finden sie die interessanten Anregungen schnell und einfach. Und: jede Kommune kann eigene gute Beispiele in den
Katalog einpflegen und publik machen.
syr
Kommunales Flüchtlingsmanagement
Ein Serviceportal der KGSt, im Internet
unter
www.kgst.de/produkteUndLeistungen/
fluechtlingsmanagement/index.dot

Soziales

Wer lebt in welchen betreuten
Wohngemeinschaften?
FaWo veröffentlicht aktuelle Bestandserhebung
Die Fachstelle ambulant unterstützte Wohnformen (FaWo) hat erstmals eine Bestandserhebung der Wohngemeinschaften nach dem Wohn-, Teilhabe- und Pflegegesetz (WTPG) in BadenWürttemberg durchgeführt. Die Ergebnisse sind jetzt in einer Broschüre veröffentlicht.
„Vor dem Hintergrund einer aktuell hohen
Dynamik im Bereich der geplanten und
bestehenden Wohngemeinschaften und
angesichts des großen Bedarfs an Information, Beratung und Austausch bei Planenden und Praktikern, sind die erhobenen Daten für alle Beteiligten von hohem
Interesse“, sagt Thomas Kallenowski von
der Fachstelle.

Ambulant betreute Wohngemeinschaften
für Menschen mit Unterstützungs- und
Versorgungsbedarf sind vor allem dann
interessant, wenn ein hoher Grad an Individualität und Ähnlichkeit zur häuslichen
Pflege gewünscht und die Mitwirkung
von Angehörigen und bürgerschaftlich
Engagierten Teil des Konzepts ist. „Aber
auch dort, wo ein kleinräumiger örtlicher

Hinsichtlich der Organisationsform, so ein
weiteres Ergebnis der Expertise, gibt es
nahezu gleich viele vollständig selbstverantwortete wie anbietergestützte Wohngemeinschaften. Dies zeigt, dass sich
sowohl Träger als auch Bürgergruppen in
dem neuen Angebotsbereich engagieren.
Bemerkenswert ist, dass auch zahlreiche
Kommunen zunehmend über die Frage
der Verantwortung für die Pflegeinfrastruktur vor Ort nachdenken, Eigeninitiative entwickeln und die Entstehung von
Wohngemeinschaften auf die eine oder
andere Weise unterstützen.

15

Die FaWo
Die FaWo ist seit November 2014 im Auftrag
des Sozialministeriums Baden-Württemberg
beim KVJS eingerichtet. Ihr Ziel ist es, durch
breit angelegte Information, Öffentlichkeitsarbeit, Netzwerkarbeit und Beratung eine zukunftsfähige Neuausrichtung der Wohn- und
Pflegelandschaft in Baden-Württemberg zu unterstützen und Impulse zur Einführung innovativer Wohnformen zu setzen.

KVJSaktuell

2/2016

Info

Die Erhebung (Stichtag 30.06.2015) gibt
einen ersten Überblick über Zielgruppen,
Verbreitung und Organisationsformen
ambulant betreuter Wohngemeinschaften in Baden-Württemberg. Dabei fällt
auf, dass in den letzten Jahren neben den
schon etablierten ambulant betreuten
Wohnangeboten für Menschen mit Behinderung vermehrt ambulant betreute
Wohngemeinschaften für Menschen mit
Unterstützungsbedarf entstehen. Siebzig
Prozent der Bewohner dieser Wohngemeinschaften sind über 75 Jahre alt. Das
macht deutlich, dass es sich dabei überwiegend um ein Angebot für Senioren
handelt.

Bedarf gedeckt werden muss“, so der
Berater. „Oder wo es um zielgruppenspezifische Angebote etwa für Senioren mit
Migrationshintergrund oder jüngere pflegebedürftige Menschen geht, ist diese
Wohnform eine geeignete Alternative.“

Soziales

Info

Landesverzeichnis online
Damit Interessierte leichter die für sie in Frage
kommenden Angebote finden und Kontakte
austauschen können, hat die FaWo ein Landesverzeichnis der ambulant betreuten Wohngemeinschaften erarbeitet. Es ist auf der Homepage der Fachstelle eingestellt.

Die Broschüre „Bestandserhebung ambulant betreuter Wohngemeinschaften in
Baden-Württemberg 2015“ ist als gedrucktes Exemplar kostenlos beim KVJS erhältlich: Bestellungen bei Sandra.Gomes@kvjs.
de
Zum Downloaden im Internet unter
www.kvjs.de/soziales/senioren/fawo.html
add

Fördertopf für innovative Verwaltungen
Neue Ideen zur Teilhabe Benachteiligter gesucht
Der KVJS stellt klugen Köpfen zum vierten Mal gut eine halbe Million Euro zur Verfügung. Von
2016 bis 2019 sucht der Verband erneut Mitstreiter für Projekte  zur Weiterentwicklung der Eingliederungs- und Wohnungslosenhilfe.
16
Das praxisorientierte und wissenschaftlich
begleitete Programm heißt „Bausteine zur
Weiterentwicklung der Sozialhilfe“. Mit der
Förderung können baden-württembergische Stadt- und Landkreise Leistungen
der Eingliederungs- und Wohnungslosenhilfe bis zur Praxisreife entwickeln und erproben. Der KVJS stellt aus seinen Haushaltsmitteln 580 000 Euro zur Verfügung.
Kreise können Zuwendungen für Bausteinprojekte beantragen. Die Laufzeit beträgt in der Regel bis zu drei Jahre. Zudem
finanziert der Verband eine wissenschaftliche Begleitung, Veröffentlichungen sowie
den fachlichen Austausch aller Beteiligten
in Tagungen und Workshops.
Der KVJS setzt aktuell zwei Schwerpunkte:
•	 mehr Teilhabe von Menschen mit Behinderungen sowie
•	 das Entschärfen von Schnittstellenproblemen der Wohnungslosenhilfe nach
Paragraf 67 ff. Zwölftes Sozialgesetzbuch (SGB XII) mit anderen Leistungsbereichen wie etwa der Eingliederungsoder Arbeitslosenhilfe.

2/2016

KVJSaktuell

„Ziel ist es, Lösungen zu finden, die auch
auf andere Stadt- und Landkreise übertragbar sind“, sagt Projektkoordinatorin
Bettina Süßmilch vom KVJS. Betroffene,
Fachleute der Sozialhilfe und der Wissenschaft arbeiten Hand in Hand.
„In der neuen Förderphase möchten wir
unter anderem dazu beitragen, den Landesaktionsplan zur Umsetzung der UNBehindertenrechtskonvention zu verwirklichen“, sagt Programmleiterin Christine
Blankenfeld. Durch die umfangreichen
Maßnahmen der Landesregierung sähen
sich Verwaltungen, Einrichtungen und
Träger aufgefordert, Leistungen der Eingliederungs- und Wohnungslosenhilfe mit
Blick auf die UN-Ziele zu überprüfen und
im Bedarfsfall weiter zu entwickeln.
Das Bausteinprogramm wurde 2008 auf
die Gleise gesetzt. Bis 2015 stellte der Verband 20 Stadt- und Landkreisen sowie ihren Projektpartnern gut 1,7 Millionen Euro
für 33 Projekte zur Verfügung.
syr

Integration

Serie Ausgezeichnet!

Herausfinden, wo die Fähigkeiten liegen
Bei einem beispielhaft behindertenfreundlichen Arbeitgeber
Im Fachpflegeheim Haus Sonnenberg in Igersheim leben psychisch kranke Menschen. Mitarbeiter mit Behinderung gehören dort zum Selbstverständnis.
„Wir versuchen immer herauszufinden,
wo die Fähigkeiten liegen“, erklärt Carolin
Henn, Hauswirtschaftsleiterin von Haus
Sonnenberg im mainfränkischen Igersheim. Etwa bei Marco Weber (Name geändert). Der körperlich eingeschränkte junge
Mann hatte zuvor in der Spülküche eines
Altenheimes gearbeitet. Als es geschlossen wurde, vermittelte ihm der Integrationsfachdienst (IFD) ein Praktikum im Haus
Sonnenberg.

heit, sich im Arbeitsleben zu erproben.
Dileks Praktikum wurde erst von einem
Tag in der Woche auf vier ausgedehnt.
Schließlich schlug der IFD sogar die
Qualifizierung zur Fachhelferin Hauswirtschaft vor. „Sie hat mit einer sehr
guten Prüfung bei der IHK bestanden“,
freut sich Carolin Henn. Als festangestellte Hauswirtschaftshelferin punktet
sie jetzt unter anderem mit ihrem Talent
für´s Backen.

Der Praktikant strengte sich zwar sehr an,
aber manchmal tat er genau das Gegenteil von dem, was er eigentlich hätte tun
sollen. Es stellte sich heraus, dass Marco
einfach schlecht hörte. Er bekam Hörgeräte und Logopädie. Innerhalb eines Jahres
mauserte sich Marco Weber zum allseits
anerkannten Mitarbeiter. Hauswirtschaftschefin Henn dazu: „Mittlerweile ist er
flexibel in der kalten und warmen Küche
und in der Gemüseküche einsetzbar. Das
hat super funktioniert, auch weil Marco
und seine Eltern sehr interessiert sind.
Und dem IFD fallen auch immer wieder
neue Lösungen für den Arbeitsplatz ein.“

Marco Weber und Dilek Karlidag sind
nicht die einzigen Mitarbeiter mit Behinderung: Im 19-köpfigen Hauswirtschaftsteam im Haus Sonnenberg gibt es fünf
weitere geschätzte Kollegen mit Handicap, in der Gesamtbelegschaft von rund
120 Mitarbeitern sind es etwa zehn Prozent. „Es gibt eine große gegenseitige Akzeptanz“, beschreibt Henn. „Auch bei den
Bewohnern.“
Diese Akzeptanz und Unterstützung
für Menschen
mit Behinderung trug dem
Haus Sonnenberg nun die
Auszeichnung
als beispielhaft
behindertenfreundlicher
Arbeitgeber
des KVJS ein.
Haus Sonnenberg ist ein Fachpflegeheim für seelisch erkrankte
mok Menschen. 	
Fotos: Haus Sonnenberg

Talente entdecken
Marco ist mittlerweile fest angestellt,
ebenso wie Dilek Karlidag. Sie kam 2011
frisch von der Schulbank für ein Praktikum. Das Fachpflegeheim bietet seit seiner Gründung 2001 interessierten Sonderschülern und Beschäftigten der Werkstatt
für behinderte Menschen die Gelegen-

Gute Bäckerin: Dilek Karlidag.

KVJSaktuell

2/2016

Integration

Liebt ihre Schule: Emily.	

Foto: Kleusch

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Starthilfe für das Berufsleben
BVE und KoBV an der Gewerbeschule Durlach
Die Gewerbeschule Durlach bietet Schülern mit Behinderungen eine passgenaue Förderung.
Die Schule ist Kooperationspartner der KVJS-Aktion 1000.
Emily (Name geändert) ist sauer: „Ich würde sooooo gerne an der Schule bleiben!
Ich liebe die Schule!“ Dabei hätte Emily eigentlich einen Grund zur Freude, nämlich
einen unterschriebenen Arbeitsvertrag.
Bald wird die junge Frau als Küchenhilfe
arbeiten. Jetzt steht sie in einem Werkraum der Gewerbeschule Durlach und
kämpft mit dem Abschiedsschmerz. Ihre
Mitschüler bauen derweil konzentriert an
vereinfachten Holzmodellen bekannter
Bauwerke.
Die Gewerbeschule ist ein moderner,
lichtdurchfluteter Bau, gelegen zwischen

2/2016

KVJSaktuell

Durlach und Grötzingen. Hier ist als ein
Zweig die Berufsschule für Fleischer, Bäcker, Konditoren und Fachpraktiker Küche
sowie Technische Modellbauer angesiedelt. Zwei weitere Standbeine sind die
Abendschule zum Fachabitur und der große Bereich der Berufsvorbereitung. Unter
den fallen auch die Angebote der Berufsvorbereitende Einrichtung (BVE) und Kooperative berufliche Bildung und Vorbereitung auf den allgemeinen Arbeitsmarkt
(KoBV). Beide Angebote wurden in der
KVJS-Aktion 1000 gemeinsam mit dem
Kultusministerium und der Agentur für Arbeit entwickelt.

Integration

In der BVE werden junge Menschen mit
dem Förderschwerpunkt geistige Behinderung auf eine Helfertätigkeit auf dem
allgemeinen Arbeitsmarkt vorbereitet.
Die Schüler erproben mit Unterstützung
des Integrationsfachdienstes (IFD) ihre
Fähigkeiten und Interessen in verschiedenen Praktika. Den Unterricht gestaltet
ein Team aus Sonderschullehrern und
Berufsschullehrern. Die Gewerbeschule
arbeitet hierbei eng mit der Albtalschule,
dem größten sonderpädagogischen Beratungs- und Bildungszentrum Karlsruhes
mit Förderschwerpunkt geistige Entwicklung zusammen. Von dort stammen die
meisten der BVE-Schüler.
Selbstständig Bus und Bahn nutzen

Zwei Jahre dauert ein BVE. Nicht alle der
Schüler mit Behinderungen brauchen
diese Zeit. Wer schneller lernt, kann auch
früher zur nächsten Stufe wechseln, der
Kooperativen beruflichen Bildung und
Vorbereitung auf den allgemeinen Arbeitsmarkt (KoBV).
Modularer Lehrplan
Für KoBV wurde eigens ein eigener modularer Lehrplan entwickelt. Mit drei Tagen
Praxis pro Woche in einem Unternehmen
orientiert sich das Angebot an der dualen
Ausbildung. Unterstützung gibt es nun

So kommt für die eine früher, den anderen später der Tag des Abschieds von der
Gewerbeschule Durlach. Wenn alles gut
geht, gehen die Absolventen mit einem
Arbeitsvertrag in der Tasche. So wie Emily.
mok
19

Aktion 1000: jetzt 3 700 Vermittlungen
Ihrem Ziel von insgesamt 5 000 neuen Arbeitsplätzen für Menschen mit Behinderungen ist die
Aktion 1000 – Perspektive 2020 im vergangenen
Jahr wieder ein gutes Stück näher gekommen:
3 700 Vermittlungen waren es bis Ende 2015. Die
Wege der Integration in den allgemeinen Arbeitsmarkt, die Baden-Württemberg seit 2005 erfolgreich beschreitet, stoßen auch in Berlin auf Interesse: Ministerialdirektor Dr. Rolf Schmachtenberg,
Abteilungsleiter im Bundesministerium für Arbeit
und Soziales, nutzte seinen Besuch der Sozialdezernententagung in Flehingen, um sich anschließend an der Gewerbeschule Durlach über die Aktion ausführlich zu informieren.

KVJSaktuell

2/2016

Info

Um zu ihrer geliebten Gewerbeschule
zu kommen, nutzt Emily ebenso wie ihre
Mitschüler den öffentlichen Nahverkehr.
Einen Fahrdienst für Schüler mit Behinderungen gibt es nicht. Die jungen Leute
sollen später schließlich auch in der Lage
sein, selbstständig ihren Arbeitsplatz zu
erreichen. Entsprechend wird das Nutzen
von Bus und Bahn schon in der Albtalschule trainiert. Das führte dort nebenbei zu einem Rückgang der Kosten für die
Schülerbeförderung.

nicht nur vom IFD sondern auch von Jobcoaches. In Durlach kommen die Jobcoaches von den Hagsfelder Werkstätten &
Wohngemeinschaften Karlsruhe. Sie leiten
die Schüler an und üben mit ihnen, was
noch nicht sitzt. Die Lehrer an der Gewerbeschule achten darauf, wo es Bedarf an
Nachschulung und Förderung bei einem
ihrer Schüler gibt. Auch bei KoBV wird
Rücksicht auf persönliche Stärken und
Schwächen genommen: die für das Angebot vorgesehenen elf Monate können bis
auf 18 Monate verlängert werden.

Integration

Mehr als ein Lückenbüßer
Innovationspreis Integration für MH Mobil Hohenlohe
Sie spüren Angebotslücken auf und füllen sie professionell und flexibel: Das Integrationsunternehmen MH Mobil Hohenlohe. Das Geschäftskonzept wurde nun prämiert.

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Geehrt: (1. Reihe von links:) Landrat Dr. Matthias Neth, Annette Wolf, Geschäftsführerin MH Mobil Hohenlohe GmbH, KVJS-Verbandsdirektor Prof. Roland Klinger, Landesbehindertenbeauftragter Gerd Weimer
und Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern von MH Mobil bei der Preisverleihung.	
Foto: Landratsamt

Das Integrationsunternehmen wirbt mit
Mobilität und Flexibilität: MH Mobil Hohenlohe GmbH bietet seinen Service rund
um Haus, Hof und Garten im Hohenlohekreis und darüber hinaus an. Mitarbeiter mit und ohne Behinderung packen
gemeinsam dabei an. Für das Unternehmenskonzept gab es nun den Innovationspreis Integration, verliehen durch den
KVJS und den Beauftragten der Landesregierung für die Belange von Menschen
mit Behinderungen, Gerd Weimer. Der
Preis ist mit 3 000 Euro dotiert.
Wenn der Bauhof einer Kommune zu viel
Arbeit und zu wenig Hände hat, ist MH
Mobil zur Stelle. Wenn das öffentliche
Grün Pflege braucht, ein Weihnachtsmarkt aufgebaut oder ein Abrisshaus ausgeräumt werden muss, packen die Mitarbeiter von MH Mobil an. Dabei ist die

2/2016

KVJSaktuell

Firma nicht nur Lückenbüßer bei Engpässen. Die Angebotspalette für Kommunen,
Unternehmen und Privatleute wird ständig erweitert.
Als Integrationsunternehmen beschäftigt MH Mobil fünf Mitarbeiter mit Behinderung im zehnköpfigen Team. Für neu
hinzukommende Arbeitsfelder erhalten
sie Schulungen und Weiterbildungen, wie
etwa Kettensägekurse, Baumschnittkurse
oder den Gabelstaplerführerschein.
Alleingesellschafterin der MH Mobil Hohenlohe GmbH ist die Arbeitsinitiative Hohenlohe. Deren Gesellschafter wiederum
sind der Hohenlohekreis zu 51 Prozent und
alle Städte und Gemeinden des Landkreises. Die MH Mobil Hohenlohe GmbH ist
der zehnte Preisträger des Innovationspreises Integration. 	
mok

Integration

KVJS berät zu Barrierefreiheit an Schulen
S​ eit dem laufenden Schuljahr 2015/2016
können Eltern von Kindern mit einem Anspruch auf ein sonderpädagogisches Bildungsangebot wählen, ob ihr Kind an einem Sonderpädagogischen Bildungs- und
Beratungszentrum (vormals Sonderschule) oder einer allgemeinen Schule lernen
soll. Gegebenenfalls muss die Schule behinderungsgerecht angepasst werden.
Das Land Baden-Württemberg und der
KVJS haben am 17. März 2016 vereinbart,
dass der Technische Beratungsdienst

(TBD) des KVJS-Integrationsamts im Auftrag der Schulverwaltung prüft, welche
Umbauten im Einzelfall erforderlich und
angemessen sind. Der TBD berät außerdem die Schulträger bei ihren Planungen
und erstellt Gutachten. Die Kosten für diese Dienstleistung werden dem KVJS vom
Land erstattet.
Ansprechpartner für Anfragen ist KarlHeinz Baumert (Tel. 0721 8107-952).
ras

Fachmesse zur beruflichen Inklusion im April
Am 28. April 2016 wird es in Stuttgart
erstmals eine Fachmesse zur beruflichen
Inklusion geben unter dem Titel „Orientierung, Qualifizierung, Arbeit für Menschen
mit Behinderung“. Berufliche Orientierung
und Qualifizierung sind Voraussetzung für
die Teilhabe von Menschen mit Behinderung am Arbeitsleben. Dazu müssen
Schulen, Werkstätten für behinderte Menschen, Bildungseinrichtungen und Arbeitsmarkt stärker zusammenrücken.
Die Besucher der Fachmesse erwartet ein
breites Angebot an Fachinformationen,

Erfahrungsberichten, Kontaktmöglichkeiten und Praxisbeispielen. Auch das KVJSIntegrationsamt und der Integrationsfachdienst werden bei dieser Veranstaltung
der Handwerkskammer vertreten sein. Die
Fachmesse ist öffentlich und für die Besucher kostenfrei.

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Veranstaltungsort: Hospitalhof, Büchsenstraße 33, 70174 Stuttgart
Zeit: Donnerstag, 28.04.2016, 09:00 Uhr
bis 16:30 Uhr
mok

Open Data des KVJS-Integrationsamtes
Als erste Organisationseinheit bietet das
KVJS-Integrationsamt im Internet „Open
Data“ an. Das bedeutet, dass den interessierten Besuchern unserer Homepage
unbearbeitete Rohdaten (offene Daten)
zur Verfügung gestellt werden. Diese Daten kann der Nutzer zum Beispiel nach
Belieben auswerten, kombinieren und –
unter Beachtung der Lizenzbedingungen

– auch weitergeben. Open Data sind ein
wichtiger Schritt zu noch mehr Behördentransparenz.
Die Daten gibt es hier:
www.kvjs.de/behinderung-und-beruf/
aktuellesservice/bub-open-data.html
ras

KVJSaktuell

2/2016

Jugend

Blumengrüße an die wissenschaftliche Begleitung (v.l.n.r.): Dr. Mirjana Zipperle (Universität Tübingen), Prof. Dr. Claudia Daigler (Hochschule Esslingen), Prof. Dr. Angelika Iser (Hochschule München)
und Prof. Dr. Ulrike Zöller( Hochschule für Technik und Wirtschaft des Saarlands).	
Foto: Addow

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Jugendhilfe und Schule auf Augenhöhe
Großer Andrang bei der Abschlusstagung Schulbezogene Jugendhilfeplanung
Fünf Kreise haben sich ein Jahr intensiv mit dem Thema schulbezogene Jugendhilfeplanung befasst. Strukturen und Konzepte wurden überprüft und weiterentwickelt. Der KVJS hat die Kreise
wissenschaftlich begleitet. Im Februar gab es zum Abschluss eine Fachtagung im KVJS-Tagungszentrum Gültstein, bei der übertragbare Erkenntnisse vorgestellt und diskutiert wurden.
Über 80 Leitungs- und Fachkräfte aus Jugendhilfe und Schule trafen sich, um von
wissenschaftlichen Impulsen und Praxiserfahrungen zu profitieren. Spannende
exemplarische Einblicke erhielten die Interessierten im Rahmen eines „Marktes der
Möglichkeiten“. Über zwei Etagen zeigten
die Kreise Ortenau, Böblingen, Rems-Murr,
Lörrach und Pforzheim auf, wie es durch
gezielte Strukturentwicklungen vor Ort gelungen ist, Voraussetzungen für eine integrierte Bildungsplanung zu schaffen oder zu
verbessern.

2/2016

KVJSaktuell

Mit Einführung der Ganztagsschule wird
Schule zum Lebensort für Kinder und
Jugendliche. „Hatte früher vielerorts der
Hausmeister dafür zu sorgen, dass nach
Unterrichtsende der Schulhof schnellstmöglich kinderfrei war, werden die Weichen jetzt anders gestellt: Schule wird zum
Drehpunkt für viele Aktivitäten und zum
Treff für alte und neue Akteure – die ihre
Rolle und die Form ihrer Zusammenarbeit
allerdings erst noch definieren müssen“,
sagte Heide Trautwein vom KVJS, die die
Gäste im Tagungszentrum begrüßte.

Jugend

Die Arbeitsweisen von Schule und Jugendhilfe müssten künftig noch vielschichtiger verzahnt werden, als dies
bisher der Fall war, betonte die Geschäftsführerin der KVJS-Forschung. „Konzepte für Schulsozialarbeit sind und bleiben
nach wie vor sehr wichtig. Es ist aber noch
mehr zu tun: Schulbezogene Jugendhilfeplanung wird zum dringlichen Thema.“
Wie die Kooperation von Jugendhilfe
und Ganztagsschule im Bereich erzieherischer Förderung in Nordrhein-Westfalen
aussieht, stellte Agathe Tabel vom Forschungsverbund Deutsches Jugendinstitut/Technische Universität Dortmund vor.
Projekt BUS vorgestellt
Über Erfahrungen mit schulbezogenen
multiprofessionellen Teams in einem
Stadtteil berichtete Matthias Hamberger, Leiter der Martin-Bonhoeffer-Häuser
in Tübingen. Das Projekt „BUS – Aufbau
eines tragfähigen Beratungs- und Unterstützungssystems an drei Ganztags-

grundschulen der Südstadt“ fördert der
KVJS seit 2014 als Modellvorhaben. Ziel ist,
durch eine veränderte Kooperation und
Koordination der Leistungsträger an den
Schulen und im Sozialraum die Förder-,
Unterstützungs- und Hilfeangebote für
Kinder und Familien inhaltlich und organisatorisch zu verzahnen.
Eine oft vernachlässigte Zielgruppe im
Kontext von Jugendhilfe und Schule –
nämlich die Adressaten selbst – nahmen
Prof. Dr. Claudia Daigler von der Hochschule Esslingen und Dr. Mirjana Zipperle
von der Universität Tübingen in den Blick.
Ihr Fazit: Partner in Planungsprozessen zu
sein, die die eigenen Angelegenheiten
betreffen, schafft Bildungsprozesse und
Erfahrungen von Selbstwirksamkeit.
Die Veranstaltung machte deutlich, dass
das Thema Schule und Jugendhilfe eines
der zentralen Zukunftsthemen ist, das den
KVJS gemeinsam mit den Kreisen auch
künftig intensiv beschäftigen wird.
add

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Info

KVJS-Praxisforschung
Der Ausbau der Ganztagsschulen in Baden-Württemberg erfordert von Schule und
Jugendhilfe eine neue Qualität der Kooperation. Was sich verändert und wie die Jugendhilfe in diesen Prozessen eine aktive Rolle einnehmen kann, hat der KVJS beforscht. Mit dem daran anknüpfenden Projekt „Schulbezogene Jugendhilfeplanung“
bietet der KVJS eine passgenaue Transferleistung, die die Kreise nachhaltig unterstützt.

KVJSaktuell

2/2016

Jugend

Vertreter des KVJS-Landesjugendamts besuchen eine Schule für Erwachsenenbildung, die
junge Flüchtlinge unterrichten. 	
Foto: Reisinger

Ein Zuzug, der gewollt ist
KVJS-Landesjugendamt im Austausch mit schwedischem Partner

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Der KVJS agiert nicht nur landesweit. Auch über die Bundesgrenzen hinweg ist der Verband mit
Kooperationspartnern in Kontakt – mit dem Ziel, die Hilfen in Baden-Württemberg noch effektiver zu machen. Jetzt waren Mitarbeiter des KVJS-Landesjugendamts in Schweden: dem Land mit
der bislang liberalsten Einwanderungspolitik Europas.
Beim Übergang von der Schule in den
Beruf rutschen viele benachteiligte junge
Menschen früh in die Arbeitslosigkeit. Um
ihnen noch besser helfen zu können, hat
sich das KVJS-Landesjugendamt an dem
EU-Förderprogramm „Lebenslanges Lernen“ beteiligt und war Partner im „NESSIENetzwerk für Schlüsselqualifikationen“.
Ein Kooperationspartner war Schweden,
mit deren Vertretern es jetzt ein Wiedersehen gab. Thema des Austausches war
die Integration junger Menschen in Arbeit,
vor allem aber auch das Thema Flüchtlinge. Kaum ein anderes Land in Europa
nimmt so viele Flüchtlinge auf wie Schweden. Ein Drittel der zuletzt dort ausgestellten Aufenthalts- und Arbeitserlaubnisse waren für Asyl- und Schutzsuchende.

2/2016

KVJSaktuell

Der enorme Zuzug ist gewollt, dennoch
stellt er die Sozialsysteme vor große
Herausforderungen.
Seit seiner Migrationsreform vor rund
zwei Jahren bringt Schweden Flüchtlinge
wesentlich schneller in den Arbeitsmarkt.
Auch junge Flüchtlinge bekommen früh
nach ihrer Ankunft Zugang zum Schulsystem – soweit Plätze vorhanden sind. Ein
Besuch führte die KVJS-Delegation in eine
Berufsschule, die neben Berufsausbildungen und Hochschulvorbereitungen auch
Klassen für junge Ausländer bietet. Ausgestattet mit Tablets für jeden Schüler, lernt
jeder neben Schwedisch auch seine Muttersprache – zum Teil von Einwanderern
angeboten. Das sei in Schweden Standard,
so die schwedischen Gesprächspartner

Jugend

vor Ort: „Nur wer seine Muttersprache
kennt, kann eine neue Sprache lernen.“
Beim kostenlosen Mittagessen werden die
kulturellen Gewohnheiten der Migranten
berücksichtigt.
Eine Schule für Erwachsenenbildung bietet Schwedischkurse für Migranten an, gestaffelt für unterschiedliche Zielgruppen
vom Analphabeten bis zum Akademiker.
Ergänzt wird das Angebot durch Kurse
für Mathematik, Computertraining, Lesen und Schreiben auf freiwilliger Basis.
Zudem gibt es Integrationskurse in der
Muttersprache der Migranten. Auffallend
war die gute Ausstattung der Schule mit
kleinen Klassengrößen und hochwertige
IT-Ausstattung. Das Angebot ist kostenlos
und für Flüchtlinge verpflichtend.
Die Jugendarbeitslosigkeit liegt in Gävle,
120 km nördlich von Stockholm, bei über
20 Prozent, wobei in Schweden Teilnehmer von Fördermaßnahmen mit eingerechnet werden. Gezeigt wurde ein neues
Programm, das vor allem junge Arbeitslose erreichen und motivieren will, die aus
allen Rastern fallen: „Ein Programm, das
sehr individuell auf die jungen Menschen
ausgerichtet ist und das es in der Flexibilität in Deutschland nicht gibt“, sagt KVJSDezernatsleiter Roland Kaiser.
Schweden hat bislang rund 35 000 unbegleitete minderjährige Ausländer aufgenommen – bei gerade einmal knapp elf
Millionen Einwohnern. Das ist von großer demographischer Bedeutung: So
war 2015 die Alterskohorte der 16- bis

17-Jährigen in Schweden geborenen
Jugendlichen fast genauso groß wie die
Gruppe der unbegleiteten minderjährigen Ausländer, die überwiegend in öffentlicher Erziehung aufwächst. Für die
Unterbringung zahlt der Staat rund 160
Euro pro Tag und Platz, auch wenn dieser
nicht belegt ist. Ist er belegt, erhöht sich
der Betrag um 30 Euro. Dennoch musste
Schweden seine Standards bei der Unterbringung lockern – zudem fehlt Fachpersonal, was zuletzt vermehrt zu teilweise
nicht unerheblichen Problemen führte bis
hin zu einem tödlichen Übergriff auf eine
junge Sozialarbeiterin.
Der Austausch hat die Situation in Schweden nur punktuell beleuchtet. Auch
konnten – aufgrund des Besuchs in ausgewählten Einrichtungen – keine unterschiedlichen Perspektiven aufgezeigt werden. Dennoch hat der Besuch gezeigt:
Auch Schweden hat in nahezu allen Bereichen inzwischen einen Platz- und Fachkräftemangel, und Standards in stationären Angeboten wurden aufgeweicht. Das
führte zuletzt auch zu kritischen Tönen
– in einem bislang eher liberalen Land.
„Trotzdem werden die unbegleiteten minderjährigen Ausländer bei vielen nicht als
Belastung empfunden, sondern als Herausforderung“, sagt KVJS-Referatsleiter Dr.
Jürgen Strohmaier. Auch finanziell zeigten
sich die Schweden entspannt: Im Dezember hat die Regierung angekündigt, die
Mittel für die Unterbringung von unbegleiteten minderjährigen Ausländern zu
verzehnfachen auf umgerechnet rund 1,1
Milliarden Euro. 	
rei

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KVJSaktuell

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Info

Der Kontakt entstand durch das Leonardo Da Vinci Programm „NESSIE: Netzwerk für Schlüsselqualifikationen“. In diesem europäischen Projekt haben Partner aus sieben Ländern Lernmodule zur Vermittlung von Schlüsselqualifikationen entwickelt und in der Praxis getestet.
Die Ergebnisse und Erkenntnisse der Projektarbeit wurden in der Broschüre „NESSIE-Netzwerk für Schlüsselqualifikationen Band I“ veröffentlicht. Mehr dazu unter www.kvjs.de

Jugend

Gewappnet für die Anforderungen von morgen
KVJS unterrichtet Verwaltungsfachleute zum Thema frühkindliche Bildung
Auf Initiative der Dieter Schwarz Stiftung hat der KVJS in Kooperation mit ihr und der öffentlichen Hochschule für Verwaltung und Finanzen in Ludwigsburg eine Qualifizierungsmaßnahme
für Absolventen des Studiengangs „Public Management“ gestartet. Bereits während des Studiums sollen sie für die Anforderungen an eine zeitgemäße Bildung, Förderung und Erziehung
der Kinder im Vorschulalter sensibilisiert werden.
„Die frühkindliche Bildung hat sich in
den letzten Jahren zu einem wichtigen
Bildungsbereich entwickelt. Vor diesem
Hintergrund sind die Kommunen und die
Familien gleichermaßen auf ein bedarfsgerechtes Angebot in der Kindertagesbetreuung angewiesen“, sagt Evelyn Samara
vom KVJS-Landesjugendamt. Dies bedeute eine enorme Herausforderung für die
Kommunen „und es ist von großem Vorteil, wenn schon die künftigen Verantwortungsträger sich gezielt mit dieser Thematik auseinandersetzen.“

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Eingang gefunden in den Lehrplan des
Public-Management-Studiums hat die
frühkindliche Bildung in mehreren Vertiefungsschwerpunkten, wie zum Beispiel
in „Perspektiven der Kommunalpolitik“
und in „Führung im öffentlichen Sektor“.
Ziel der Seminare ist es, die Studierenden
möglichst praxisnah mit verschiedenen
Formen attraktiver Bildungsangebote
sowie mit den unterschiedlichen Perspektiven von Eltern, Kindern und der Verwaltung vertraut zu machen.
Neben dem KVJS-Landesjugendamt und
der Gemeinde Nordheim im Landkreis
Heilbronn sind daher auch Lehrkräfte aus
Ausbildung und Praxis eingesetzt. So vermitteln die Seminare breitgefächertes
Wissen: von den gesetzlichen Grundlagen für die Kindertagestagesbetreuung in
Baden-Württemberg über Aufgaben und

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KVJSaktuell

Abläufe in einer Gemeindeverwaltung bis
hin zu Ausbildungsinhalten und den praktischen Einsatz von Fachkräften in Kindertageseinrichtungen und Familienzentren.
add
Stimmen aus Wissenschaft und Praxis
Harald Augenstein,
Bildungsberater
der Dieter Schwarz
Stiftung gGmbH
und Mitglied im erweiterten Vorstand
des Landesschulbeirats von Baden–Württemberg:
Fotos: privat
„Die Bedeutung der
frühkindlichen Bildung wurde lange unterschätzt. Heute wissen wir, dass es auf
den Anfang ankommt. Wenn wir wollen,
dass alle Kinder unabhängig von ihrer
sozialen, ethnischen und familiären Herkunft gute Startchancen haben, haben die
Kindertageseinrichtungen eine besonders
wichtige Aufgabe. Junge Familien fordern
deshalb heute auch ganz gezielt eine gute
Betreuung und Förderung ihrer Kinder
ein. Häufig wird bei der Wohnortwahl dies
zum maßgeblichen Entscheidungskriterium. Dies stellt die Kommunen vor eine
große Herausforderung. Sie tragen Verantwortung für die Qualität der Kitas.“

Jugend

Eberhard Ziegler,
Professor und Koordinator des Vertiefungsschwerpunkts
„Führung im öffentlichen Sektor“ an der
Hochschule für öffentliche Verwaltung
und Finanzen, Ludwigsburg: „Als Koordinator des Vertiefungsschwerpunkts
`Führung im öffentlichen Sektor´ ist es
mein besonderes Anliegen, unsere Studierenden zu motivieren und in die Lage zu
versetzen, ein kommunales Wahlamt oder
eine Amtsleiterstelle anzustreben. Voraussetzung dafür ist eine umfassende generalistische Ausbildung, die in besonderem
Maße die aktuellen Herausforderungen
der Verwaltung im Blick hat. Die Zusammenarbeit mit dem KVJS ist Garant dafür,
dass dies in hervorragender Weise realisiert werden kann.“

Hanna Zeh,
seit März 2015
Hauptamtsleiterin der Gemeinde Nordheim,
hat im Februar 2015 ihr Studium an der
Hochschule für
öffentliche Verwaltung und Finanzen, Ludwigsburg, Studiengang „Public Management“ abgeschlossen: „Die Vereinbarkeit von Familie
und Beruf, der Rechtsanspruch auf einen
Betreuungsplatz auch für Kinder unter
drei Jahren sowie die Kinderbetreuung als
Standortfaktor sind Gründe, warum die
frühkindliche Bildung immer mehr Raum
in kommunalen Verwaltungen einnimmt
und eine zentrale Aufgabe darstellt. Viele Studierenden hatten ihren letzten Kontakt mit einem Kindergarten, als sie diesen selbst noch besuchten. Vieles hat sich
seit dieser Zeit geändert. Um der großen
Bedeutung der frühkindlichen Bildung gerecht zu werden, ist es wichtig, dass schon
an der Hochschule die Grundlagen dazu
vermittelt und auch unterstützende Institutionen wie der Kommunalverband für
Jugend und Soziales vorgestellt werden.
Gerne unterstützt die Gemeinde Nordheim dabei mit Einblicken in die gelebte
Praxis.“

KVJSaktuell

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2/2016

Jugend

Wann ist das Wohl von Schulkindern gefährdet?
Neue Skala hilft, Anzeichen besser einzuschätzen
Laura (13) kommt mit zerschlissener Kleidung in den Hort, Sven (7) rastet bei jeder Gelegenheit
aus und Max (10) fällt durch provokantes Verhalten auf. Anlass zur Besorgnis? Eine spezielle
Einschätzskala für Schulkinder im Alter von sechs bis 14 Jahren soll pädagogischen Fachkräften
in Kindertagesstätten helfen, Anzeichen für eine Gefährdung besser erkennen und ihr Handeln
danach ausrichten zu können.
obachtbar oder ergeben sich aus glaubhaften Selbstauskünften der Kinder“, sagt
die Jugendhilfeexpertin.

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Kinder sollen frei von Gewalt und Missachtung aufwachsen können.
Foto: Fotolia

Kindeswohlgefährdung ist nach wie vor
ein brisantes Thema. Für Kinder im Kindergartenalter gibt es die in der Praxis
bewährte KiWo-Skala KiTa, die bereits sehr
erfolgreich als ein Instrument zur angeleiteten Bewertung und Einschätzung von
Auffälligkeiten von Kindern eingesetzt
wurde. „Eine vergleichbare Einschätzskala
gab es für Kinder im Schulalter nicht. Sie
musste deshalb völlig neu entwickelt werden“, so Kristin Hermann vom KVJS-Landesjugendamt. Hierfür hat der KVKS die
Forschungsgruppe Verhaltensbiologie des
Menschen (FVM) in Kandern beauftragt.
Die neue KiWo-Skala Schulkind erfasst
typische alters- und entwicklungsspezifische Merkmale wie zum Beispiel Substanzmissbrauch, extremes Risikoverhalten oder Leistungsverweigerung. „Die
Anhaltspunkte sind entweder direkt be-

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KVJSaktuell

Insgesamt werden in Baden-Württemberg
29 730 Schulkinder in betriebserlaubnispflichtigen Tageseinrichtungen betreut.
Dazu zählen der Hort, der Hort an der
Schule und altersgemischte Gruppen. Im
Rahmen einer Erprobungsphase mit öffentlichen und freien Trägern der Jugendhilfe wurde von 2014 bis 2015 die Praktikabilität und Verständlichkeit des neuen
Instruments überprüft. An der Projektphase waren 19 Jugendämter mit insgesamt
44 Einrichtungen der Schulkindbetreuung
beteiligt.
Der Praxistest hat gezeigt: Der Einsatz
der KiWo-Skala Schulkind verändert die
Wahrnehmung des Schutzauftrags in den
beteiligten Projekteinrichtungen. Sie erleichtert die strukturierte Erfassung von
Anhaltspunkten, unterstützt die Dokumentation von Verdachtsfällen, erhöht die
Sensibilität der pädagogischen Fachkräfte
und intensiviert die Elternarbeit in Bezug
auf fördernde Maßnahmen für das jeweilige Kind.
Der KVJS hat zur Einschätzskala für Kinder
im Schulalter einen Abschlussbericht veröffentlicht. Der Bericht inklusive Begleitmaterial ist im Internet zu finden unter
www.kvjs.de/jugend/kinderschutz.html
add

Forschung

Auf ein Neues.	

Foto: contrastwerkstatt – Fotolia

Das Forschen geht weiter
Kommunalverband startet zwei neue Studien
Im April startet der KVJS zwei neue Forschungsvorhaben. Im Dialog mit der Praxis greifen sie
aktuelle Fragestellungen aus der Betreuung von Kindern und von Menschen mit Behinderungen auf. Ziel ist es, Grundlagen für praktikable, finanzierbare und effiziente Lösungsansätze für
die Alltagsarbeit in den 44 Stadt- und Landkreisen zu finden.
Integrierte und beteiligungsorientierte
Planung in der Kindertagesbetreuung
in Baden-Württemberg
Eltern benötigen in ihrer Gemeinde passende Kinderbetreuungsangebote, um
Familie und Beruf in Einklang bringen zu
können. Und für Gemeinden ist es essentiell wichtig, auf die Bedürfnisse von Eltern

und Kindern adäquat reagieren zu können, um ihren eigenen Standort familienfreundlich und damit auch zukunftsfähig
zu gestalten.
Das Forschungsvorhaben will Städte, Gemeinden und Kreise unterstützen, eine bedarfsgerechte Kindertagesbetreuung von
hoher Qualität zu planen und bereitzustel-

KVJSaktuell

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Forschung

len. Schon bisher wurde viel erreicht. Allerdings vollziehen sich die Entwicklungen in
unterschiedlicher Weise und Ausprägung.
Das Vorhaben wird insbesondere
•	 Konzepte und Strategien einer integrierten und beteiligungsorientierten
Bedarfsplanung anregen, exemplarisch
abbilden sowie Entwicklungspotenziale
aufzeigen,
•	 praxisrelevante Schnittstellen zu anderen Planungsbereichen identifizieren
und dabei integrierte Planungskonzepte erproben, weiterentwickeln und auswerten,
•	 gemeinsam mit den Kreisen Arbeitsmaterialien für die Bedarfsplanung der Kindertagesbetreuungsangebote zur Verfügung stellen und soweit erkennbar
•	 Handlungsbedarf auf überregionaler
Ebene beschreiben, etwa die Verbesserung der Datenlage oder Weiterbildungsbedarf.

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Das Forschungsvorhaben analysiert Daten
aus dem Land und will in vier Stadt- und
Landkreisen Planungsprozesse anstoßen
und begleiten. Vor Ort wird es Erhebungen geben. Sie sollen beleuchten, was
Planungen aus Sicht von Eltern, Leitungsund Fachkräften berücksichtigen sollten.
Laufzeit: April 2016 bis September 2018
Forschungspartner: Institut für Soziale
Arbeit e. V., Münster und Hochschule
Osnabrück
KVJS-Projektleitung: Kerstin Hörmann

Info

Ihre Ansprechpartnerin für weitere Informationen
Heide Trautwein
Geschäftsführung KVJS-Forschung
Telefon 0711 6375-716
Heide.Trautwein@kvjs.de

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KVJSaktuell

Für Kreise, die sich beteiligen wollen,
findet eine Informationsveranstaltung
statt:
Datum: 20. April 2016
Uhrzeit: 10 bis 12 Uhr
Ort: KVJS Stuttgart, Tagungsbereich
Menschen mit geistiger oder mehrfacher Behinderung und so genannten
herausfordernden Verhaltensweisen in
Einrichtungen der Behindertenhilfe in
Baden-Württemberg
Die Begleitung und Betreuung von Erwachsenen mit geistiger oder mehrfacher
Behinderung und so genannten herausfordernden Verhaltensweisen wird in Baden-Württemberg in den letzten Jahren
viel diskutiert. Die Sozialhilfeträger und
Leistungserbringer stehen vor der Herausforderung, diesen Personenkreis angemessen zu unterstützen und Teilhabe zu
ermöglichen. Dabei ist in den vergangenen Jahren die Zahl der Plätze in Sondergruppen stark angestiegen.
In Baden-Württemberg gibt es keine vollständige Datenbasis zur Erfassung und
Beschreibung der Personengruppe – weder in quantitativer noch in qualitativer
Hinsicht. Auch fehlen Informationen dazu,
welche Wirkung eine Betreuung in einer
Sondergruppe oder in der stationären Regelversorgung hat. Ziel des Forschungsvorhabens ist es,
•	 den Leistungsträgern und Leistungserbringern sowie der Fachöffentlichkeit
eine empirische Datenbasis zu aktuellen Betreuungssituation von Menschen
mit geistiger oder mehrfacher Behinderung und zu so genannten herausfordernden Verhaltensweisen zur Verfügung zu stellen,
•	 Kriterien zur Entstehung und Anamnese zu formulieren,

Forschung

•	 Einen Überblick über die Konzepte zu
schaffen, nach denen Sondergruppen
in Baden-Württemberg derzeit arbeiten
sowie
•	 Hinweise zu fachlichen Standards zu
formulieren.
Mit der Untersuchung erhalten die Kreise
und der KVJS eine belastbare Grundlage, um fachliche Standards zu begründen und zu etablieren. Dabei wird berücksichtigt, dass zuerst das Regelsystem
aufgefordert ist, auch im Rahmen der
wohnortnahen Versorgung ein individuell
passendes Angebot zu machen.
Das Forschungsvorhaben führt eine landesweite Erhebung durch, die alle Sondergruppen oder Einrichtungen mit Verein-

barungen mit Zuschlägen einbezieht. Um
detaillierte Erkenntnisse über die Zielgruppe sowie die Perspektive der Leistungsträger und -erbringer zu erhalten,
führen die Beteiligten in vier oder fünf
Stadt- und Landkreisen eine vertiefende
Untersuchung durch. Der Schwerpunkt
liegt auf der Situations- und Bedarfsanalyse im Einzelfall, dem Entwicklungspotenzial und der Hilfeplanung.
Laufzeit: April 2016 bis August 2018
Forschungspartner: Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg, Institut für Rehabilitationspädagogik, Prof. Dr. Georg
Theunissen und Dr. Wolfram Kulig
KVJS-Projektleitung: Julia Lindenmaier
syr

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Praxistest für Forschungsprojekt zu sozialer
Qualität in Unternehmen
Das Forschungsvorhaben „Mehrdimensionale Erfassung der Unternehmensleistung
von Integrationsfirmen in Baden-Württemberg“ untersuchte, wie sich einerseits
wirtschaftliche Effektivität und andererseits die gesellschaftliche Wertschöpfung
bei Integrationsfirmen messen lässt. Dafür
wurde ein Fragebogen entwickelt, mit
dem die Unternehmen Firmen-, Mitarbeiter- und Gemeinwohlperspektive erfassen können. Auch betriebswirtschaftliche
Kennzahlen werden analysiert.
Nun lässt das KVJS-Integrationsamt den
Fragebogen von den baden-württem-

bergischen Integrationsfirmen auf seine Praxistauglichkeit testen. Die wissenschaftliche Begleitung haben wieder das
Steinbeis Transferzentrum für Industrial
Service Management (ISM) und das Institut für angewandte Sozialwissenschaften
(IfaS) der Dualen Hochschule Baden-Württemberg übernommen.
Weitere Informationen unter
www.kvjs.de/forschung/aktuelleforschungsvorhaben/mess-instrumentefuer-integrationsfirmen.html.
mok

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Fortbildung

Lernen mit Flair
KVJS-Tagungszentrum Gültstein hat für jeden das passende Angebot
Bei folgenden drei Veranstaltungen sind aktuell noch Plätze frei:

Extrem daneben
Sie schließen sich in Gangs zusammen,
sind fremdenfeindlich oder begeisterte
Anhänger radikaler Gruppierungen wie
zum Beispiel der Terrorgruppe Islamischer
Staat. Radikalisierte Jugendliche stellen
die Fachkräfte in der Mobilen Jugendarbeit zunehmend vor große Herausforderungen. Im Rahmen der diesjährigen Jahrestagung Mobile Jugendarbeit/
Streetwork vom 11.04.2016 bis 13.04.2016
im KVJS-Tagungszentrum Gültstein gehen die Teilnehmenden in Vorträgen und
themenspezifischen Workshops der Frage

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nach, was sich hinter dem Begriff Extremismus verbirgt und wie die pädagogische Arbeit mit den Adressaten Mobiler
Jugendarbeit ausgerichtet sein kann, um
adäquat auf Radikalisierungen zu reagieren.
Nähere Informationen im Internet unter
www.kvjs.de/fortbildung/startseitefortbildung.html.
Bitte geben Sie die Veranstaltungsnummer 16-4-JA3-1jks ein.
add

Neue Fortbildungen im Fallmanagement
Funktionierende Arbeitsabläufe und Prozesse sind die Grundlage für eine effektive und kundenorientierte Fallsteuerung.
Fach- und Führungskräften, die Abläufe
des Gesamtplanverfahrens nach Paragraf
58 Zwölftes Sozialgesetzbuch im Fallmanagement optimieren oder neu gestalten
möchten, bietet ein neues Seminar das
hierfür notwendige Wissen. Das Fortbildungsangebot „Gesamtplanprozesse in
der Eingliederungshilfe wirkungsorientiert
gestalten“ am 01.06.2016 und vom 20.09.
bis 21.09.2016 im KVJS-Tagungszentrum
Gültstein vermittelt unter anderem Inhalte zur Entwicklung von individuellen Pro-

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KVJSaktuell

zesskennzahlen und zeigt weitere Schritte zur Prozessoptimierung auf. Daneben
umfasst es einen Praxistransfer, der es den
Teilnehmern ermöglicht, die erlernten Inhalte anzuwenden.
Weitere Informationen im Internet unter
www.kvjs.de/fortbildung/startseitefortbildung.html.
Buchungsnummer: 16-2-EHF10-1A.
Hinweis: Die Veranstaltung besteht aus
zwei Abschnitten. Mit der Anmeldung
sind verbindlich beide Abschnitte gebucht.
add

Fortbildung

Führen, verstehen, kommunizieren
Mitarbeiterführung heißt vor allem: Gespräche führen. So gehört die Bewältigung schwieriger, immer wieder neuer
und herausfordernder Gesprächssituationen zum Alltag einer Führungskraft. Wie
man zum Beispiel kritisiert, ohne zu demotivieren, tragfähige Lösungen entwickelt und Konflikte konstruktiv bewältigt,
zeigt das Seminar „Führung und die hohe

Kunst der Kommunikation“ vom 17.11.2016
bis 18.11.2016 im KVJS-Tagungszentrum
Gültstein.
Weitere Informationen im Internet unter
www.kvjs.de/fortbildung/startseitefortbildung.html.
Buchungsnummer 16-2-EHK8-1
add

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Das KVJS-Tagungszentrum Gültstein bietet modernste Technik, bequeme Übernachtungsmöglichkeiten und eine optimale Verkehrsanbindung.	
Foto: Rippmann

KVJSaktuell

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Neu erschienen

Beim KVJS erschienen
Alle hier aufgeführten Publikationen des KVJS sind kostenlos. Sie stehen auch im Internet unter
www.kvjs.de/service/publikationen.html zum Herunterladen zur Verfügung.
KVJS-spezial Wohnungslosenhilfe,
2016.
Der KVJS unterstützt die Stadt- und Landkreise bei der Wohnungslosenhilfe. Das
Heft beschreibt, wie der Verband bauliche
Investitionen fördert, wie Kreise mit KVJSModellprojekten innovative Lösungen in
der Sozialhilfe anstoßen und lässt Partner
aus Land und Kommunen zu Wort kommen.
Kostenlos zu beziehen beim KVJS
Petra Wagner
Telefon 0711 6375-208
Petra.Wagner@kvjs.de

Schwerbehinderung und Arbeit

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Zeitschrift „Behinderte Menschen im
Beruf“, Ausgabe Baden-Württemberg,
Heft 1/2016.
Das Heft bietet Einblicke in die Arbeit des
Integrationsamtes.
Kostenlos zu beziehen beim KVJS
Manuela Weimar
Telefon 0721 8107-942
integrationsamt@kvjs.de

Soziales, Behinderung, Pflege
Leistungen der Eingliederungshilfe
nach dem SGB XII, 2014.
Planungs- und Steuerungsunterstützung
für die Stadt- und Landkreise in BadenWürttemberg, Stuttgart 2016.

Foto: Fotolia

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KVJSaktuell

Hilfe zur Pflege 2014.
Kennzahlen aus den Stadt- und Landkreisen in Baden-Württemberg, erschienen
2016.
Bestandserhebung ambulant betreuter Wohngemeinschaften in BadenWüttemberg 2015.
Ein erster Überblick, wie viele ambulant
unterstützte Wohngemeinschaften es
gibt, wer dort wohnt und wer Ältere und
Menschen mit Behinderung dort unterstützt, Hrsg.: Fachstelle ambulant unterstützte Wohnformen FaWo, Stuttgart
2016.
Kostenlos zu beziehen beim KVJS
Manuela Weissenberger oder
Maria Cumplido
Telefon 0711 6375-307 oder -769
Sekretariat21@kvjs.de

Jugendhilfe
KVJS-Berichterstattung. Bestand und
Struktur der Kindertageseinrichtungen
in Baden-Württemberg.
Ergebnisse der Erhebung zum Stichtag
01.03.2015.
Kostenlos zu beziehen beim KVJS
Diane Geiger
Telefon 0711 6375-406
Diane.Geiger@kvjs.de

KVJS

Verantwortlich:
Kristina Reisinger (rei)

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Mit Beiträgen von:
Gabriele Addow (add)
Monika Kleusch (mok)
Andreas Reuter (reu)
Sylvia Rizvi (syr)
Ralf Schmid (ras)
Titelfoto: Fotolia
Layout:
Waltraud Gross
Bestellungen und Adressänderungen:
Petra Wagner
Telefon 0711 6375-208
Petra.Wagner@kvjs.de
Lindenspürstraße 39
70176 Stuttgart
www.kvjs.de
Redaktioneller Hinweis:
Wir bitten um Verständnis, dass aus
Gründen der Lesbarkeit auf eine durchgängige Nennung der weiblichen und
männlichen Bezeichnungen verzichtet
wird. Selbstverständlich beziehen sich
die Texte in gleicher Weise auf Frauen
und Männer.

KVJSaktuell

Impressum

KVJS aktuell
April 2016
Herausgeber:
Kommunalverband für Jugend
und Soziales Baden-Württemberg
Öffentlichkeitsarbeit

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Postanschrift
Postfach 10 60 22
70049 Stuttgart

Hausadresse
Lindenspürstraße 39
70176 Stuttgart (West)

Tel. 0711 63 75-0
www.kvjs.de
        
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