Publication:
2015
URN:
https://nbn-resolving.de/urn:nbn:de:kobv:109-1-7729412
Path:
3/2015

KVJS

aktuell
Jugend

Nestflüchter wider Willen
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KVJS bietet neue berufsbegleitende Ausbildung zur WfbM-Fachkraft
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Wenn Teilkasko in der Pflege nicht mehr reicht
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Soziales

Integration

Michael Dittrich bleibt am Ball
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Inhaltsverzeichnis
KVJS	 	 	 	 	 	 	 	 Soziales	 	 	 	 2 	 Integration	 	 	 	 	 	 Jugend	 	 	 	 Fortbildung	 	 3	 Integrationsfirma Insiva optimiert gastronomisches Angebot 4	 KVJS bietet neue berufsbegleitende Ausbildung zur WfbM-Fachkraft 5	 Fünf Jahre Natur- und Erlebnispädagogik auf Schloss Flehingen 6	 Richtfest für das Wohn.Haus in Heidenheim 6	 Rumänien zu Gast beim KVJS 7	 Ungewöhnliche Kindergeburtstage in Rappertshofen 8	 Neues Bündnis für junge Menschen 8	 Selbstbestimmt leben in ambulant betreuten Wohngemeinschaften 9	 Kabinett beschließt Aktionsplan zur UN-Behindertenrechtskonvention 10	 Wenn Teilkasko in der Pflege nicht mehr reicht 12	 Inklusion im internationalen Vergleich 13	 Fachtag Querschnittsarbeit: das Ehrenamt in der rechtlichen Betreuung 14	 Rollator aus dem Baumarkt 15	 Michael Dittrich bleibt am Ball 17	 Soziales Lernen als Nebeneffekt 18	 Integrationsfachdienste (IFD) helfen bei seelischer Behinderung 19	 750 Teilnehmer beim Landespsychiatrietag 20	 Innovationpreis für Bruchsaler Werkstätten 21	 Großer Andrang bei der REHAB 22	 Die Zukunft der Jugend im Blick 24	 Ausstellung zum Heimalltag zwischen 1949 und 1975 26	 Nestflüchter wider Willen 28	 Fachtag rückt Flüchtlingskinder in den Fokus 29	 Werkstätten: Ohne Fachausschuss geht es nicht! 29	 Arbeitstagung zur Eingliederungshilfe

Neu erschienen	 30	 Beim KVJS erschienen

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Qualität misst sich am Service
Integrationsfirma Insiva optimiert gastronomisches Angebot
Gutes Essen, guter Service – zufriedene Gäste: Der KVJS will in seinen Tagungs-, Aus- und Weiterbildungseinrichtungen mit gutem gastronomischem Angebot punkten. Dazu hat die Verbandsleitung eine Vereinbarung getroffen mit seinen beiden Tagungshäusern und dem Dienstleister Insiva.
„Die Gäste sollen immer wieder positiv überrascht werden, wenn sie in unseren Häusern Tagungen besuchen“, sagt Dieter Steck, der zuständige Dezernent und stellvertretende Verbandsdirektor des KVJS. Die Insiva wickelt bereits seit längerem den Service im Auftrag des KVJS ab. Umfragen unter Tagungsgästen haben ergeben, dass diese vor allem frische Produkte sowie Wahlmöglichkeiten zum Beispiel für Vegetarier wünschen. Diese Aspekte und ein insgesamt hochwertiges Angebot 3 sind nun Teil der Qualitätsvereinbarung, auf die sich der KVJS, die verbandseigenen Häuser und der Anbieter Insiva verstänBei der Unterzeichnung der gemeinsamen Vereinbarung: (von links): Klaus Boch digt haben. Informationen zu Angebo(Fachschulen Flehingen), Verbandsdirektor Prof. Roland Klinger, Joachim Kiefer Foto: Reisinger ten, Erklärungen von Allergenen sowie ein und Robert Berres (Tagungszentrum Gültstein). 	 übersichtliches Leitsystem und Auszeichnung der Produkte sollen den Kunden die barungen betreffen die Essenspausen erleichtern. Zudem soll das Sauberkeit, den Service Essen jeweils auf die Zielgruppen angeund ein funktionierenpasst und Sonderwünsche von Allergikern des Qualitätsmanageoder Vegetariern ausreichend berücksich- ment. tigt werden. Die Insiva ist ein Integ„Besonderen Wert legen wir auf frisch zu- rationsunternehmen, bereitete Speisen mit wenig Zusatzstofdas verstärkt Menschen fen“, sagt Insiva Geschäftsführer Joachim mit Behinderungen beKiefer. Der Einkauf erfolgt nach festgeleschäftigt. Sie hat ihgenen Standards bevorzugt bei regionaren Sitz in Tübingen. len Lieferanten. „Verzichtet werden soll Gesellschafter ist die dagegen auf Tiefkühlgerichte, Gemüsegemeinnützige LWV. konserven, Fertigdressings und kaltgeEingliederungshilfe rührte Päckchendesserts. Weitere VereinGmbH.	 rei Zwei Mitarbeiterinnen im Service der Insiva.
Foto: Insiva

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Auch Ethik und Kommunikation sind Lehrstoff
KVJS bietet neue berufsbegleitende Ausbildung zur WfbM-Fachkraft
Das KVJS-Bildungszentrum Schloss Flehingen startet am 7. Oktober einen neuen Lehrgang. Er qualifiziert Fachkräfte für die pädagogische Arbeit in Werkstätten für Menschen mit Behinderungen (WfbM).
Der 16-monatige Lehrgang in Oberderdingen (Kreis Karlsruhe) ist berufsbegleitend und umfasst 800 Unterrichtsstunden. Gelehrt werden die Grundlagen beruf­ licher Bildung, Pädagogik und Heilpädagogik. Auch Didaktik, Medizin und Rechtskenntnisse stehen auf dem Programm. Über dieses bundeseinheitliche Curriculum hinaus bietet das KVJS-Bildungszentrum zusätzliche Kenntnisse in Ethik, Gesprächsführung sowie Freizeit- und Erlebnispädagogik. 4 „Die Ausbildung richtet sich an Frauen und Männer, die Menschen mit Behinderung unterstützen und begleiten möchten. Sie erlernen das notwendige berufliche Wissen, um mit inklusiven Maßnahmen kompetent zu helfen und Menschen mit Behinderung auf den ersten Arbeitsmarkt zu vermitteln“, sagt der Leiter des Bildungszentrums Klaus Boch.

In der WfbM arbeiten Menschen mit Behinderung. Foto: Kleusch

Der berufsbegleitende Unterricht beginnt am 7. Oktober und erfolgt an jedem zweiten Montag und Dienstag sowie in fünf Blockwochen. Das KVJS-Bildungszentrum hat mehr als 30 Jahre Erfahrung in der berufsbegleitenden Ausbildung. „Unsere Lehrkräfte sind ausgewiesene Fachleute, zum Beispiel Pädagogen, Psychologen, Ärzte oder Juristen“, berichtet Boch. „Sie kennen die aktuellen Entwicklungen aus ihrem eigenen Berufsalltag.“ Zudem bietet Schloss Flehingen freundliche Unterrichtsräume mit moderner Unterrichts- und Medientechnik. „Die zukünftigen Fachkräfte werden optimal auf ihre Aufgabe vorbereitet.“ Voraussetzung für die Aufnahme der Ausbildung sind mindestens zwei Jahre Berufspraxis in einem anerkannten Ausbildungsberuf oder sechs Jahre Berufserfahrung im Umfeld von Werkstätten für Menschen mit Behinderung oder der Arbeits- und Berufsförderung.	 syr

Lehrgang Geprüfte Fachkraft zur Arbeits- und Berufsförderung in Werkstätten für Menschen mit Behinderung (gFAB)
Beginn: 7. Oktober 2015 Interessierte können sich ganzjährig bewerben. Ihre Ansprechpartnerin Dorsy Schwedes Gochsheimer Straße 19 75038 Oberderdingen Telefon 07258 75-62 Dorsy.Schwedes@kvjs.de www.kvjs.de/fachschulen/lehrgang-arbeitsund-berufsfoerderung-wfbm.html

Info

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Lernen im Grünen
Fünf Jahre Natur- und Erlebnispädagogik auf Schloss Flehingen
Seit Juli 2010 können ausgebildete Erziehende am KVJS-Bildungszentrum Schloss Flehingen eine erlebnispädagogische Zusatzqualifikation erwerben. Das Angebot befähigt sie, naturnahe Aktivitäten in ihrem pädagogischen Alltag anzubieten.
„Die Qualifikation ist ein niederschwelliges Angebot für Leute, die ihr Interesse für Natur und Outdoor-Aktivitäten mit Pädagogik verbinden möchten“, sagt der Leiter des KVJS-Bildungszentrums Klaus Boch. In fünf Jahren schlossen über 50 Frauen und Männer den berufsbegleitenden Lehrgang mit einem Zertifikat ab. Sie lernten, Kinder und Jugendliche ohne Vorkenntnisse mit einfachen Mitteln an die Natur heranzuführen, etwa mit einer Slackline oder einem Kanu. Rund 30 Unterrichtstage bietet die Qualifikation verteilt über eineinhalb Jahre. Das Flehinger Konzept orientiert sich an den reformpädagogischen Ansätzen von Kurt Hahn und setzt auf Natur- und Erlebnispädagogik in der näheren Umgebung. Das Bildungszentrum im Kreis Karlsruhe und seine Partner haben den Lehrgang gemeinsam entwickelt und schreiben ihn nach modernen pädagogischen Erkenntnissen fort. Die Partner sind die Katholische Jugendfürsorge der Diözese Augsburg e. V. und die Arbeitsgemeinschaft katholischer Einrichtungen und Dienste der Erziehungshilfen und Jugendsozialarbeit in der Diözese Augsburg. Der Lehrgang ist in sieben Blöcke gegliedert. Drei Dozenten konstruieren mit den Teilnehmenden zum Beispiel im Wald mobile Seilaufbauten oder unterweisen sie in Kräuterkunde. Im Herbst bauen sie mit den jungen Frauen und Männern Pfeil und Bogen, im Winter Iglus. Der Sommer

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Nah an der Natur.	

Foto: fotolia

bietet Gelegenheit, die pädagogischen Möglichkeiten einer Höhle zu erkunden, der September bringt einen Kurs, in dem es mit Kanadierbooten den Fluss hinabgeht. Der Abschluss beinhaltet den Toprope-Hallenkletterschein des deutschen Alpenvereins.				syr

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Richtfest für das Wohn.Haus
Neues Angebot für Menschen mit Behinderung in Heidenheim entsteht
Mitten in Heidenheim wächst derzeit der Neubau eines Hauses, in dem Menschen mit seelischer, geistiger oder körperlicher Behinderung künftig auf ihre Bedürfnisse zugeschnittene Assistenzangebote erhalten. Mitte Juni wurde Richtfest gefeiert.
Von Stephan Gokeler In vier Wohnungen werden hier jeweils fünf Menschen in stationär betreuten Haushaltsgemeinschaften zusammenleben. Mitarbeiter der LWV.Eingliederungshilfe, deren Diensträume außerhalb der Wohnungen im Erdgeschoss des Hauses untergebracht sein werden, gewährleisten dann eine aktivierende Grund- und Behandlungspflege. Zugleich sorgen sie für die Voraussetzungen einer möglichst selbstständigen Haushaltsführung der Bewohner und unterstützen diese beim Knüpfen von Kontakten in den umgebenden Sozialraum. Im dritten Stockwerk entstehen vier barrierefreie Ein-Zimmer-Appartements, deren Bewohner ambulante Assistenzleistungen im individuell benötigten Umfang in Anspruch nehmen können. Daneben entsteht auf dieser Etage ein großzügiger Raum, der für Aktivitäten im Bereich der Tagesbetreuung oder für Gemeinschaftsveranstaltungen genutzt werden kann. Nicht zu vergessen die Dachterrasse: Sie bietet einen herrlichen Blick über die Stadt. Organisatorisch wird das Wohn.Haus an die Einrichtung der LWV.Eingliederungshilfe in Ellwangen angegliedert. Der dortige Rabenhof ist spezialisiert auf die Betreuung von Menschen mit psychischer und seelischer Behinderung. Mit der Fertigstellung sei für Februar oder März 2016 zu rechnen, war auf dem Richtfest zu hören.

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Rumänien zu Gast beim KVJS
Am 30. April haben elf Experten der Jugend- und Sozialhilfe aus Rumänien den KVJS besucht. Sie informierten sich im Rahmen einer einwöchigen Exkursion über die Arbeit des KVJS. Im Mittelpunkt standen dabei verschiedene Themen rund um die Erziehungshilfe und die Jugendberufshilfe in Baden-Württemberg. Der Kooperationsbesuch diente dem Austausch institutioneller und fachlicher Entwicklungen im Kinderschutz und wurde von der Baden-Württemberg-Stiftung gefördert. Auf dem Programm standen Vorträge rumänischer und deutscher Fachleute sowie Besuche von Institutionen öffentlicher und freier Träger der Jugendund Sozialhilfe in der Region Stuttgart. 	 add

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KVJSaktuell

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Happy Birthday mit Schafen
Ungewöhnliche Kindergeburtstage in Rappertshofen
Kindern an ihrem besonderen Tag eine Freude machen? Die LWV.Eingliederungshilfe GmbH in Reutlingen Rappertshofen macht das möglich: Die Einrichtung bietet seit Januar 2012 Kindergeburtstage mit Schafen, Alpakas und Kaninchen an.
Von Ebru Bardakci Für einen besonderen Kindergeburtstag stellt die LWV.Eingliederungshilfe GmbH für Gruppen von sechs bis acht Kindern bis zu zehn Jahren in Rappertshofen ein schönes barrierefreies Gelände bereit. Verschiedene Varianten vom Basis-Paket bis „All inclusive“ können die Eltern für ihre Kinder und deren Gäste buchen. Das „Basis-Paket“ kostet für eine Gruppe 30 Euro. Darin enthalten ist neben einer Begrüßung, die spielerische Geschenkeübergabe, Kennenlernen der Tiere in Rappertshofen und die Schatzsuche. Zudem gibt es kostenpflichtige Zusatz-Angebote, wie zum Beispiel die Versorgung der Tiere unter Anleitung, die Verarbeitung von Wolle zu Haargummis und Bällen, eine AlpakaWanderung mit Picknick oder die komplette Verpflegung der Gäste. Das Besondere an diesem Programm: Menschen mit Behinderungen können sich bei der Vorbereitung und Durchführung mit einbringen. Zum Beispiel gestaltet ein Bewohner im „All inclusive“-Paket die Einladungen, ein anderer spielt ein Geburtstagsständchen auf seiner Tuba. Dem Team um Kathrin Flohr, Heilerziehungspflegerin mit Fachweiterbildung Tiergestützte Therapie, ist wichtig, dass Kinder Natur und ökologische Zusammenhänge erfahren. „Außerdem entdecken Kinder mit allen Sinnen Neues und stärken ganz nebenbei ihre sozialen Kompetenzen“, sagt Kathrin Flohr.

Alpakas warten in Rappertshofen auf Geburtstagskinder.

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Schafe zum Anfassen. 	

Fotos: Bardakci

Die LWV.Eingliederungshilfe hat bereits mehr als 22 Kindergeburtstage organisiert. „Einige Kinder haben zu Beginn des Programms großen Respekt vor den Tieren gezeigt“ sagt Flohr. „Den konnten wir aber sehr schnell abbauen.“ Die Kindergeburtstage werden ganzjährig, nachmittags ab 14:00 Uhr und etwa für drei Stunden angeboten. Nähere Informationen gibt es unter http://www.lwveh.de/rappertshofen/fachdienste/mut. html.

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Neues Bündnis für junge Menschen
Um benachteiligte junge Menschen besser zu fördern, wollen die Agentur für Arbeit, der Städte- und Landkreistag Baden-Württemberg und der KVJS enger zusammenarbeiten. Die vier Partner begleiten junge Menschen – jeweils mit unterschiedlichen gesetzlichen Regelungen und Aufträgen. In einem neuen Arbeitsbündnis wollen sie diese Menschen Hand in Hand unterstützen. Um junge Menschen ganzheitlich zu unterstützen, setzt das Arbeitsbündnis auf eine verbindliche und strukturierte Kooperation. Diese soll mit weiteren wichtigen Partnern verzahnt werden. Dabei soll ein transparenter Überblick über die unterschiedlichen Angebote entstehen. 8 Der Informationsaustausch zwischen den Partnern soll verbessert sowie Abläufe und Maßnahmen harmonisiert werden. Ziel ist es, den jungen Leuten eine Perspektive auf eine Ausbildung und einen Beruf zu eröffnen. „Der KVJS-Demografiebericht zeigt, wie stark der Anteil Jugendlicher an der Gesamtbevölkerung in den letzten Jahren gesunken ist. Vor allem in den kommenden Jahren werden die Betriebe mit einem Fachkräftemangel zu kämpfen haben“, sagt KVJS-Verbandsdirektor Senator e.h. Prof. Roland Klinger. „Je besser die Institutionen zusammenarbeiten, desto größer sind die Chancen, dass keiner zurückbleibt.“	 rei

Selbstbestimmt leben in ambulant betreuten Wohngemeinschaften
Unter diesem Titel steht die erste Fachtagung der Fachstelle ambulant unterstütze Wohnformen (FaWo). Sie findet am Dienstag, 21. Juli von 10:30 Uhr bis 15:30 Uhr im Tagungsbereich des Kommunalverbandes für Jugend und Soziales (KVJS) in Stuttgart statt. Viele hilfs- und pflegebedürftige Menschen wünschen sich Wohn-, Pflege- und Betreuungsformen, die der eigenen Häuslichkeit nahe kommen und ein selbstbestimmtes Leben ermöglichen. Dies gilt sowohl für Menschen mit Behinderung als auch für ältere Menschen. Die Fachtagung der FaWo bietet die Möglichkeit, sich umfassend über ambulant betreute Wohngemeinschaften zu informieren. Die Einladung zur Fachtagung richtet sich insbesondere an Kreise und Kommunen, örtliche Beratungsstellen, Träger, Initiativen und interessierte Bürgerinnen und Bürger. Die Teilnahme ist kostenlos. Anmeldungen erbeten per E-Mail an Sandra.Gomes@kvjs.de oder unter Telefon 0711 6375-360. syr

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Soziales

Was das Land tun will
Kabinett beschließt Aktionsplan zur UN-Behindertenrechtskonvention
Die Landesregierung hat den Aktionsplan zur Umsetzung der UN-Behindertenrechtskonvention in Baden-Württemberg beschlossen. Die liegt nicht allein in Händen der Ministerien: Auch Arbeitsbereiche des KVJS werden benannt.
Der Aktionsplan stellt nach den Worten von Ministerpräsident Winfried Kretschmann eine Selbstverpflichtung dar, wie die Landesregierung die Politik für Menschen mit Behinderungen voranbringen will. Zur Sprache kommen die Themen „Menschenwürde und Persönlichkeit“, „Bildung, Fort- und Weiterbildung“, „Gesundheit“, „Arbeit und Beschäftigung“, „Wohnen“, „Barrierefreiheit“, „Kultur, Freizeit, Sport“, „Gesellschaftliche und politische Teilhabe“, „Förderung des Landes“ sowie „Internationale Zusammenarbeit“ und „Evaluation und Weiterentwicklung“. KVJS-Integrationsamt. Thematisiert werden zudem das KVJS-Modellprojekt „Aktion 1000 – Perspektive 2020“, die Förderprogramme „Ausbildung inklusiv“ und „Arbeit inklusiv“ und die „Bundesinitiative Inklusion“. Diese Projekte setzt der KVJS um zur Förderung der Teilhabe von Men-

AktionsplAn der lAndesregierung zur umsetzung der un-Behindertenrechtskonvention in Baden-WürttemBerg

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Dargestellt werden Aufgaben für die Zukunft ebenso wie Aspekte, die bereits umgesetzt werden – auch mithilfe des KVJS und seiner Mitglieder. So werden zum Beispiel die Bemühungen einer Arbeitsgruppe mit Beteiligung des KVJS und Vertretern der Betreuungsbehörden und Betreuungsvereine aufgeführt. Sie untersuchen Förderrichtlinien in der rechtlichen Betreuung. Ziel ist es, „eine angemessene Finanzierung der Vereine für die Unterstützung des ehrenamtlichen Engagements im Betreuungswesen zu gewährleisten und Schwachstellen zu korrigieren“. Im Bereich „Arbeit und Beschäftigung“ wird das KVJS-Spezialheft „Die richtige Einstellung: Perspektiven für junge Menschen mit Behinderungen im öffentlichen Dienst“ vorgestellt sowie die finanzielle Förderung an schwerbehinderte Arbeitnehmer und Existenzgründer durch das

AktionsplAn der lAndesregierung zur umsetzung der un-Behindertenrechtskonvention in Baden-WürttemBerg

Den Aktionsplan gibt es als Download im Internet auf der Homepage des Sozialministeriums Baden-Württembergs.

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Soziales

schen mit Behinderungen auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt. Auch die Regionalen Entwicklungskonferenzen Dezentralisierung werden benannt, die bis Anfang 2016 gemeinsam mit dem KVJS, den Kommunen und Trägern stattfinden sollen. Die Investitionsförderung in der Wohnungslosenhilfe ist ebenso Teil des Aktionsplanes: Das Land und der KVJS fördern Investitionen für barrierefreie Neubauten. Die Förderanträge werden im Investitionsausschuss beraten, in dem neben dem So-

zialministerium und dem KVJS Vertreter der Träger, der Kommunen sowie der betroffenen Menschen mitarbeiten. Zuständige Förderbehörde ist der KVJS. Der Aktionsplan soll am 26. Oktober bei einem Landesinklusionstag der breiten Öffentlichkeit erläutert und in Fachforen vertieft werden. Die Umsetzung wird durch das Sozialministerium koordiniert. Spätestens nach fünf Jahren soll der Ak­ tionsplan durch ein externes, unabhängiges Forschungsinstitut evaluiert werden. 	 rei

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Wenn Teilkasko in der Pflege nicht mehr reicht
Die Pflege stellt die Sozialhilfe vor finanzielle Herausforderungen
Deutschland hat Strukturen, die eine gute Pflege von älteren Menschen gewährleistet. Doch: Was ist der Gesellschaft die Pflege wert und wie soll die wachsende Zahl Pflegebedürftiger versorgt werden?
Laut Statistischem Landesamt waren Ende 2013 in Baden‑Württemberg 298 769 Personen pflegebedürftig. Bis 2030 könnte die Zahl um 43 Prozent steigen, bis 2050 sogar um 91 Prozent. Bisher werden über zwei Drittel der pflegebedürftigen Menschen ambulant gepflegt. Durch die steigende Zahl an hochaltrigen und pflegebedürftigen Menschen nimmt aber auch die Zahl der Heimbewohner zu. Als überörtlicher Sozialhilfeträger und Dienstleister für die 44 Stadt- und Landkreise in Baden-Württemberg ist der KVJS maßgeblich an der Sozialhilfe- und Teilhabeplanung beteiligt: Die KVJS-Berichterstattung zu den Hilfen zur Pflege zeigt, dass immer mehr Menschen für die Pflege auf Leistungen der Stadt- und Landkreise angewiesen sind. Obwohl die Leistungen der gesetzlichen Pflegeversicherung um vier Prozent gestiegen sind, ist in BadenWürttemberg die Versorgungslücke größer geworden: Denn die Kosten der Pflege steigen stärker als die Leistungen der Versicherung. Laut KVJS-Berichterstattung gewährten die Stadt- und Landkreise in Baden-Württemberg Ende 2013 insgesamt 36 845 Leistungsempfängern Hilfe zur Pflege. Sie zahlten dafür 401,29 Millionen Euro. Bei ei-

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Soziales

nem Drittel der Menschen waren die eigenen Einnahmen so gering, dass sie nicht ausreichten, um ihren Lebensunterhalt zu decken. Sie erhielten zusätzlich Grund­ sicherung. Zusammen betrugen die Aufwendungen für die Kreise 448 Millionen Euro. Insgesamt werden die Ausgaben weiter steigen, da die Zahl der pflegebedürftigen Personen zunimmt. „Der Umfang hängt davon ab, wie sich die Pflegeversicherung entwickelt, ob der hohe Anteil der häuslichen Pflege bestehen bleibt oder ob alternative Versorgungsformen entstehen, die weniger Kosten verursachen“, sagt KVJS-Verbandsdirektor Senator e.h. Prof. Roland Klinger. Herausforderungen für die Zukunft „Pflege und Betreuung muss ein höchstmögliches Maß an Menschenwürde auch

im Pflegefall gewährleisten. Dafür braucht es gute Rahmenbedingungen und gut ausgebildetes Personal.“ Die Qualität der Pflege in Baden-Württemberg ist im Vergleich der Bundesländer auf einer Spitzenposition. Die Leistungserbringer in der stationären Altenpflege haben den aktuellen Rahmenvertrag zur Stationären Altenpflege zu Ende 2016 gekündigt und fordern weitere Verbesserungen in der Pflege. Davon wird es abhängen, ob die derzeitige Sozialhilfequote von 28,6 Prozent in Heimen weiter steigen wird. „Die Pflege in Heimen muss bezahlbar bleiben und gleichzeitig müssen die aktuellen Herausforderungen und Entwicklungen aufgegriffen werden“, sagt Klinger. „Der Rahmenvertrag Heimpflege muss künftig anstelle von pauschalen Erhöhungen der Leistungen strukturelle Qualitätsverbesserungen in den Blick nehmen und Transparenz schaffen.“	 rei

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Dia_NA_EW_01_11

400 378,80 350 324,33 334,37 349,20 359,50

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300 289,74 Nettoaufwand in Millionen 250 241,64 200 250,47

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Nettoaufwand in Millionen

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Nettoaufwand in Baden-Württemberg für Leistungen an Empfänger von vollstationärer Hilfe zur Pflege. Page (Download unter www.kvjs.de). BevölkerungsstaQuelle: Erhebung des KVJS „Hilfe zur Pflege 2001 – 2013“1 tistik des Statistischen Landesamts Baden-Württemberg.

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Nettoaufwand pro Einwohner

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Der Stellvertretende Verbandsdirektor Dieter Steck (2. Von links) mit Sozialdezernenten bei der UNO in Wien.	 Foto: Reisinger

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Inklusion im internationalen Vergleich
Sozialdezernenten im fachlichen Austausch mit Wiener Kollegen
Wie lebt ein Inklusives Dorf? Wie holt man die Jugend von der Straße? Sozialdezernenten aus den Stadt- und Landkreisen in Baden-Württemberg haben in Wien über aktuelle Entwicklungen diskutiert und sich Impulse für Ihre Arbeit geholt.
„Wenn wir von Inklusion sprechen, dann schauen wir nicht nur auf Menschen mit Behinderungen, sondern auf alle Menschen: auf Jung und Alt, Arm und Reich, In- und Ausländer, Menschen mit und ohne Behinderungen“: Im Wiener Neudorf wird Inklusion weiter gefasst und seit Jahren erfolgreich gelebt. Wie es funktionieren kann, haben Projektbeteiligte vor Ort anschaulich dargestellt. Die Inklusion funktioniert. Doch zeigte sich im Gespräch mit den Kollegen aus dem Nachbarland, dass es in Österreich zwar einige innovative Projekte gibt, die strukturelle Einbindung in das System jedoch oft nicht mit Deutschland mithalten kann. So entstanden aufschlussreiche Diskussionen im Erfahrungsaustausch untereinander. Auf der Agenda standen neben dem Inklusions-Projekt der Besuch eines niederschwelligen Jugendhilfeprojekts und der Fachstelle für Wohnungssicherung für benachteiligte Menschen. „Die Rückmeldung der Kollegen war äußerst positiv und wir konnten einige Impulse für unsere Arbeit in Deutschland mitnehmen“, sagt KVJS-Sozialdezernent Franz Schmeller. „Wir werden auch künftig im engen Austausch mit unseren Europäischen Nachbarn bleiben, weil wir ähnliche Problemlagen haben und voneinander profitieren können.“	 rei

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Soziales

Sparen oder stärken?
Fachtag Querschnittsarbeit: das Ehrenamt in der rechtlichen Betreuung
Hat das Ehrenamt eine Zukunft im Betreuungswesen? Wird die Arbeit der Freiwilligen genug gewürdigt? Oder scheitert die Anwerbung und Schulung von Ehrenamtlichen eines Tages an den Sparzwängen der öffentlichen Hand? Am 15. Juli diskutiert Prof. Heribert Prantl von der Süddeutschen Zeitung auf dem KVJS-Fachtag Querschnittsarbeit in Stuttgart mit mehr als 100 Fachleuten.
Prantl, Mitglied der Chefredaktion, stellt seine Überzeugungen zur Weiterentwicklung des Betreuungsrechts am Vormittag vor. Am Nachmittag reflektiert Prof. PaulStefan Roß von der Dualen Hochschule Stuttgart die Ergebnisse der KVJS-Forschung zum Betreuungswesen. Rund 111 000 Frauen und Männer können in Baden-Württemberg wegen Krankheit, Behinderung oder Altersdemenz ihren Alltag nicht selbst bewältigen. Rechtliche Betreuer entscheiden dann im Namen der Betreuten, was zu tun ist – in welchen Bereichen, legt das Betreuungsgericht fest. Leitgedanke ist stets das Wohl der Betreuungsbedürftigen. Zum Beispiel unterschreiben rechtliche Betreuer im Namen ihrer Betreuten Verträge, erledigen ihre Geldgeschäfte, entscheiden über den Wohnort oder über Therapien. Der KVJS ist die überörtliche Betreuungsbehörde. Sie ist unter anderem zuständig

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Füreinander da sein.	

Foto: fotolia, Weseetheworld

für die Anerkennung und Förderung von Betreuungsvereinen, berät Fachleute, erstellt mit Partnern die baden-württembergische Betreuungsstatistik und bietet Fortbildungen.	 syr

Das Tagungsprogramm finden Sie im Internet unter www.kvjs.de/nc/service/detailansicht/article/sparen-oder-staerken.html Lesen Sie mehr über die überörtliche Betreuungsbehörde und die KVJS-Forschung zum Ehrenamt in der rechtlichen Betreuung: www.kvjs.de/soziales/service-betreuungsrecht.html

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Soziales

Serie Werkstatt Wohnen

Rollator aus dem Baumarkt
Handelsketten locken mit günstigen Angeboten
Senioren-Handys vom Discounter, Rollatoren vom Baumarkt, Badewannenlifte aus dem Internet – Einkaufsparadiese bieten ihrer älter werdenden Kundschaft zunehmend seniorengerechte Produkte. Die Preise purzeln und machen die Waren für Einkommensschwächere erschwinglich. Die Schnäppchen sind nicht immer ein Gewinn.
Werkstatt. Es gäbe verschiedene Bereifungen, Bremsen, Klapp-Eigenschaften sowie Radstände, Rückenlehnen oder Sonderzubehör, die zu einzelnen Kaufwilligen passen sollten. Zudem sollten BaumarktKunden einen Rollator selbst zusammenbauen können. Wer nicht alle Informationen im Internet zusammensuchen wolle, sollte ein Sanitätshaus aufsuchen, rät Schwarz. Dort gibt es auch Antwort auf die Frage, welche Modelle von den Krankenkassen bezuschusst oder übernommen werden. Die Sanitätshäuser passen die Gehhilfe an alle Einzelnen an und weisen sie in die Benutzung des Rollators ein. „Ohne Anpassungen besteht die Gefahr der Fehlnutzung.“ „Je komplexer das Hilfsmittel, desto eher braucht es Beratung“, fasst Gärtner zusammen. Dringend raten die Wohn-Fachleute davon ab, einen Treppenlift im Baumarkt oder im Internet zu erstehen. Vor dem Kauf müssten bauliche Fragen beantwortet sein, etwa, ob der Lift innen- oder außenläufig zu montieren ist. Außerdem seien Bau- und Brandschutzvorschriften zu beachten. Ein Treppenhaus müsse auch mit Lift als Fluchtweg geeignet sein. Fazit: Der Leiter der KVJS-Werkstatt Wohnen Werner Stocker sieht durchaus Sparchancen. Aber: „Wir raten zur Vorsicht.“ 	syr

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In Amerika ist es gang und gäbe, Rollatoren im Discounter zu kaufen. In Deutschland wächst der Markt.	 Foto: Rizvi

Herstellerunabhängige Wohnberatungsstellen wie die KVJS-Werkstatt Wohnen kennen die Haken. „Es gibt durchaus Qualität zum günstigen Preis“, sagt KVJS-Architekt und KVJS-Wohnberater Michael Gärtner. „Doch wo der Preis niedrig ist, müssen Einschränkungen in Kauf genommen werden.“ Kaufwillige müssen in Discountern und Baumärkten zum Beispiel auf Beratung verzichten. „Entscheidungskriterium, sich im Baumarkt umzuschauen, kann sein, ob jemand sich die notwendigen Informationen selbst beschaffen kann“, empfiehlt Anja Schwarz vom Deutschen Roten Kreuz Stuttgart und Wohnberaterin in der KVJS-

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Integration

Michael Dittrich bleibt am Ball
KVJS-Integrationsamt fördert Sportreporter
Michael Dittrich ist Sportreporter beim SWR. Er moderierte unter anderem die Reihe „Sport im Dritten“. Eine Nervenkrankheit legte erst seine Beine, dann seine Arme lahm. Kein Grund für den Journalisten, die Arbeit einzustellen.
„Ich habe das Glück, dass ich genau das machen kann, machen darf, was ich gern mache“, sagt Michael Dittrich. Auch wenn er seine Arbeit mittlerweile zum großen Teil von einem Pflegebett aus erledigt. Denn 1993 zeigten sich die ersten Symptome einer Erkrankung, die von den Ärzten als „chronische Entzündung im zentralen Nervensystem“ beschrieben wird. Wohl eine besondere Form der Multiplen Sklerose. Sie brachte den 1,93-MeterMann zunächst ins Stolpern, dann stellten sich ein dauerndes Gefühl von Muskelkater und Schwindel ein. Langer Weg zur Diagnose Bis zu einer Diagnose war es ein langer Weg für den sportlich aktiven Journalisten, der zunächst versuchte, seine Krankheit zu verdrängen. Als „eitler Fernsehmoderator“, wie er sich selbstironisch bezeichnet, „sollte man nicht unbedingt sehen, dass der kaum in den Sender kommt.“ Irgendwann konnte er der Tatsache, dass ihn seine Beine nicht mehr gehorchten, nicht mehr davonlaufen: „Es war eine Erleichterung, zum ersten Mal im Rollstuhl in den Sender zu kommen.“ Kein Versteckspiel mehr.

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Dreharbeiten zur autobiographischen Dokumentation „Reine Nervensache“.	

Foto: SWR

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Integration

Der SWR hielt dem Moderator und Filmemacher den Rücken frei. Unterstützung kam auch vom Personalrat, der Schwerbehindertenvertretung – und den Kollegen. Im Baden-Badener Funkhaus wurde eine Rollstuhlrampe eingebaut. Das KVJS-Integrationsamt gab 2005 Zuschüsse für einen Aufzug im Funkgebäude und für eine Assistenzkraft für Michael Dittrichs Dienstreisen. Denn nach wie vor berichtete er von Europa- und Weltmeisterschaften, Olympia und was das Sportfreunde-Herz sonst noch höher schlagen lässt. Wenig später ließ auch die Kontrolle über Hände und Arme nach und hörte irgendwann ganz auf. „Der Kopf funktioniert. Zumindest noch“, sagt Dittrich. Aufgeben? Nein, danke! Dittrichs Devise: „Das Leben leicht leben, wenn´s auch schwerfällt.“ Er hat sich einen Sinn für „die kleinen Freu16

den“ bewahrt, wie er es nennt: „Ein Espresso, ein schönes Glas Wein, ein gutes Fußballspiel …“. Er arbeitet weiter, mittlerweile halbtags, und er plant weiter. Das KVJS-Integrationsamt fördert die nötige Arbeitsassistenz und Technik. Der Technische Beratungsdienst empfahl ein Spracheingabesystem, mit dem der Journalist seinen Computer und den Fernseher am heimischen Arbeitsplatz bedienen kann. Aktuell hat Dittrich eine Dokumentation über Boris Becker und seinen WimbledonSieg vor 30 Jahre fertig gestellt, der am 4. Juli in der ARD-Sportschau zu sehen sein wird. Außerdem erscheint im August sein neuestes Buch: „Mensch Thines. Ein Leben rund um den Betzenberg.“ Die Biographie des ehemaligen Präsidenten des 1. FC Kaiserslautern Norbert Thines. Michael Dittrich wird weiter am Ball bleiben.	 mok

Film-Tipp: „Reine Nervensache“
„Du kannst anderen Mut machen“, sagte die SWR-Fernsehdirektorin, die Michael Dittrich dazu brachte, eine autobiographische Dokumentation zu drehen. „Reine Nervensache“ heißt der Film von, mit und über Dittrich. Er steht noch bis Januar 2016 in der Mediathek des SWR zur Verfügung: http://swrmediathek.de/player.htm?show=1c570340-9aff-11e4-a5cd-0026b975f2e6 oder einfach bei „Suche“ den Filmtitel eingeben.

Info

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Integration

Serie: Ausgezeichnet!

Soziales Lernen als Nebeneffekt
KVJS ehrt beispielhaft behindertenfreundlichen Arbeitgeber
Die Hymer-Leichtmetallbau GmbH & Co. KG aus Wangen schwört auf die Zusammenarbeit mit dem Integrationsfachdienst (IFD). Rund zwei Drittel der vom IFD vermittelten Praktikanten hat die Firma fest angestellt.
„Wir hatten schon immer schwerbehinderte Mitarbeiter“, sagt Joachim Waizenegger, Personalleiter von Hymer-Leichtmetallbau. Von den 260 Beschäftigten des Wangener Mittelständlers haben 15 den Schwerbehindertenausweis. Das ist einer der Gründe, warum der KVJS das Unternehmen als beispielhaft behindertenfreundlich auszeichnete. Hymer-Leichtmetallbau produziert als renommierter Steigtechnikhersteller und Automotive-Zulieferer eine Vielzahl unterschiedlichster Leitern, Fahrgerüste und Arbeitsbühnen aus Aluminium sowie Fenster, Türen, Klappen und vieles mehr für die Reisemobilindustrie. Dabei fallen nicht nur anspruchsvolle Arbeiten sondern auch Routineaufgaben an, die nicht unbedingt nach hochbezahlten Fachkräften verlangen. Warum also nicht einen Mitarbeiter mit geistiger Behinderung dafür einsetzen? „Die Initiative ging vor allem vom Integrationsfachdienst und den Oberschwäbischen Werkstätten aus“, erklärt Personalleiter Waizenegger. Die Einrichtungen suchten Praktikumsplätze für Menschen mit Behinderung. Und die Praktikanten konnten überzeugen. Waizenegger: „Wir haben mittlerweile etwa zwei Drittel davon fest angestellt. So ein Praktikum ist sehr wichtig, auch für Kollegen und Vorgesetzte, um einen potentiellen Mitarbeiter und seine Fähigkeiten kennen zu lernen.“ Das Praktikumsangebot und die gute Zusammenarbeit mit Integrationsfachdienst und Oberschwäbischen Werkstätten war für die Jury des KVJS ein weiterer Grund, Hy17 mer-Leichtmetallbau Zuverlässig wie ein Uhrwerk: Mitarbeiter bei Hymer. auszuzeichnen.
	 Foto: Hymer

Im täglichen Betrieb bei Hymer-Leichtmetallbau stecken die Beschäftigten mit Behinderung beispielsweise Metallteile zusammen, verpressen Metallscharniere oder packen angelieferte Aluminiumprofile aus und übernehmen dabei auch die Sichtprüfung. „Sie machen das gleichmäßig und zuverlässig wie ein Uhrwerk“, sagt Joachim Waizenegger. „Allerdings bedarf es bei dem einen oder anderen teils auch häufig wiederholter Erklärungen, was genau er zu tun hat. Andere habe ein hohes Mitteilungsbedürfnis, dass es irgendwann zu bremsen gilt.“ Für den erhöhten Betreuungsaufwand zahlt das KVJS-Integrationsamt Zuschüsse. Joachim Waizenegger sieht noch einen weiteren Vorteil in der Beschäftigung behinderter Menschen: „Ein wichtiger Nebeneffekt ist für uns das soziale Lernen durch den Umgang und die Zusammenarbeit mit benachteiligten Personen.“	 mok

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Integration

„Nicht glauben, man müsse es allein hinkriegen“
Integrationsfachdienste (IFD) helfen bei seelischer Behinderung im Arbeitsleben
Menschen mit seelischer Behinderung machen rund 30 Prozent der IFD-Klienten aus: 2014 bekamen landesweit 2 678 von ihnen Unterstützung durch die Integrationsfachdienste. Ein Gespräch mit Jens Christian Müller, Teamleiter des IFD Stuttgart, über die Situation von Menschen mit seelischer Behinderung im Arbeitsleben.
Herr Müller, Was kann man tun, wenn ein Mitarbeiter oder Kollege beginnt, sich befremdlich zu verhalten? Müller: Mit dem Betroffenen reden. Dafür sucht man am besten jemanden mit einem guten Draht zu ihm aus. Das muss nicht unbedingt der Vorgesetzte sein. Man sollte neutral sagen: Mir ist das und das Verhalten aufgefallen. Wenn das Problem bleibt oder sich verstärkt: Hilfe holen – also den Integrationsfachdienst. Und nicht glauben, man müsse es allein hinkriegen. Gibt es eine Standardsituation, in der der IDF zum ersten Mal gerufen wird, wenn es um psychisch kranke Mitarbeiter geht? Häufig sind Leistungsschwierigkeiten oder ein auffälliges Sozialverhalten bei einem Mitarbeiter der Grund, sich an den Integrationsfachdienst zu wenden. Oder es sind verunsicherte Wieder-Einsteiger nach einer Krankheitsphase. Wie kann der IFD Beschäftigte mit seelischer Behinderung unterstützen? Wir klären mit dem Betroffenen, wo er Probleme hat. Manchmal genügt es beispielsweise, klar zu machen, das der Kollege, der einen nicht gegrüßt hat, das nicht unbedingt in feindlicher Absicht getan hat, sondern weil er den Betroffenen nicht gesehen hat. Die Klienten müssen die Bereitschaft erkennen lassen, auch selbst etwas zu tun, ihre eigene Haltung überdenken. Wenn nötig, empfehlen wir auch, einen Arzt oder eine Beratungsstelle aufzusuchen. Gemeinsam mit dem Arbeitgeber und dem Klienten überlegen wir, ob man am Arbeitsplatz etwas ändern sollte. Zum Beispiel, dass ein sehr gehemmter Klient an einen Platz gesetzt wird, an dem er keinen Kundenkontakt hat. Wie reagieren Kollegen und Vorgesetzte, wenn jemand aus der Rolle fällt? Sehr unterschiedlich. Wenn das Umfeld wohlwollend und belastbar ist, kann ein Arbeitsverhältnis lange gut gehen. Aber wenn alle am Anschlag arbeiten, wird es schwierig. Wir informieren Kollegen und Vorgesetzte darüber, wie sich die Krankheit auswirkt. So wirken manche Verhaltensweisen weniger befremdlich. Wir werden auch immer wieder für Betriebsversammlungen angefragt, um über psychische Krankheiten aufzuklären. Unsicherheit und Informationsbedarf sind groß. Wie häufig kann der IFD das Arbeitsverhältnis von seelisch behinderten Menschen tatsächlich sichern? In den letzten drei Jahren konnte der IFD Stuttgart zwischen 83 und 86 Prozent der Fälle das Arbeitsverhältnis stabilisieren. Die landesweiten Zahlen sind ähnlich.

Jens Christian Müller leitet den Stuttgarter Integrationsfachdienst.	 Foto: Kleusch

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Integration

Findet ein arbeitsloser Mensch mit seelischer Behinderung mit Ihrer Hilfe einen neuen Job? Der IFD vermittelt hauptsächlich seelisch behinderte Menschen aus der Werkstatt. Hier sind die längeren Erprobungszeiten in Praktika von Vorteil. Der Arbeitgeber weiß dann ziemlich genau, worauf er sich einlässt. Für die Betroffenen, die teil-

weise sehr qualifiziert sind, bedeutet das, sich mit dem eigenen Lebensentwurf auseinanderzusetzen. Wenn eine ehemalige Führungskraft mit 70-Stunden-Woche zum Beispiel damit zurecht kommen muss, künftig deutlich weniger zu verdienen und dafür mehr Zeit zu haben – die gefüllt werden muss. Das Interview führte Monika Kleusch

Wenn Kollegen plötzlich „seltsam“ werden
Das KVJS-Integrationsamt bietet in seinem Fortbildungsprogramm ein Seminar zum Thema „Psychisch krank – Auffälliges Verhalten am Arbeitsplatz“ an. Für den nächsten Termin am 23. November 2015 gibt es noch Restplätze. Weitere Termine 2016. Mehr Informationen unter: www.kvjs.de/fortbildung/behinderung-und-beruf.html

Info
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750 Teilnehmer beim Landespsychiatrietag
Unter dem Titel „Verrücktes Gesundheitswesen. Was macht mich gesund? Was macht mich krank?“ fand am 27. Juni 2014 der vierte Landespsychiatrietag in Stuttgart statt. Der im Auftrag des KVJS arbeitende Integrationsfachdienst Stuttgart war an einem der Fachforen beteiligt. Neben Fachleuten waren rund 200 Betroffene sowie Angehörige zu dem eintägigen Kongress gekommen. „Die zunehmende Inanspruchnahme psychiatrischer Gesundheitsleistungen in der westlichen Welt korrespondiert nicht mit einer Zunahme psychischer Störungen in der Bevölkerung“, lautete das Fazit aus dem Vortrag von Professor Dirk Renner, FH Bern, auf dem Landespsychiatrietag. Sie zeige eine zunehmende Bereitschaft, sich wegen psychischer Probleme behandeln zu lassen. Zwar habe die Stigmatisierung bestimmter psychischer Störungen in der Bevölkerung abgenommen, trotzdem möchte eine Mehrheit weder einen Nachbarn noch einen Kollegen mit seelischer Behinderung, wie eine Umfrage ergab. Die Dokumentation des Landespsychiatrietags wird hier erscheinen: www.landespsychiatrietag.de/willkommen. html mok

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3/2015

Integration

Innovationpreis für Bruchsaler Werkstätten
Wege auf den allgemeinen Arbeitsmarkt geebnet
Die Bruchsaler Werkstätten der Lebenshilfe konnten kürzlich den Innovationspreis Integration entgegen nehmen. Der Preis wird vom KVJS gemeinsam mit dem Landes-Behindertenbeauftragten Gerd Weimer vergeben.
gebot mitstrukturiert und damit geholfen, den Weg auf den allgemeinen Arbeitsmarkt zu ebnen. Seither stellen sie den Jobcoach für die Aktions-Teilnehmer. Damit haben sie maßgeblich daran mitgewirkt, dass die Aktion vom Modellprojekt zum dauerhaften Standardangebot in der Region werden konnte. Ein Erfolgsfaktor dabei ist die gute Vernetzung der Lebenshilfe vor Ort. „Uns ist bewusst, dass wir uns mit diesem Weg erst am Beginn zu einer flächendeckenden Inklusion in allen gesellschaftlichen Bereichen befinden“, erklärte Alex Huber, der Erste Vorsitzende der Lebenshilfe. „Es ist aber ein ganz entscheidender Schritt, da es für alle, die daran beteiligt sind – nicht nur für Menschen mit Behinderung – ein Gewinn ist und dadurch deutlich wird, dass von einer gelingenden Inklusion alle profitieren.“ Der zum neunten Mal verliehene Innovationspreis Integration ging damit zum zweiten Mal an eine Werkstatt für behinderte Menschen (WfbM). Der Landes-Behindertenbeauftragte stiftet hierfür ein Preisgeld von 3 000 Euro. Mit dem Preis werden Sonderschulen, WfbM oder Integrationsunternehmen ausgezeichnet werden, die ein besonders erfolgreiches Integrationskonzept für den Übergang auf den allgemeinen Arbeitsmarkt entwickelt haben. mok

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Die ausgezeichnete Werkstatt hat mehr als 700 Beschäftigte mit Behinderung. Foto: Lebenshilfe

Die Bruchsaler Werkstätten der Lebenshilfe waren von Beginn an eine wichtige Säule der KVJS-Aktion 1000, die 2005 anlief: 1 000 Arbeitsplätze auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt für Beschäftigte von Werkstätten und Sonderschulabgängern hieß das Ziel. Die Aktion wurde mittlerweile zwei Mal verlängert, die Ziele mit bisher rund 3 300 Vermittlungen weit übertroffen. Auch dank engagierter Partner, wie dem Preisträger. Seit dem Start der KVJS-Aktion im Jahr 2005 haben die Bruchsaler Werkstätten als eine der Bildungsbegleiter dieses An-

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Integration

Großer Andrang bei der REHAB

... noch ist das Messe-Team des KVJS-Integrationsamts entspannt ... 	

Foto: Baumert

Wissbegierige Besucher, gute Gespräche und gefragte Informationen zum Thema Arbeit und Behinderung: Das ist die Bilanz des KVJS-Integrationsamts für die REHAB Karlsruhe. Drei Tage lang drehte sich

im April auf mehr als 30 000 Quadratmetern in den Karlsruher Messehallen alles rund um Reha- und Medizintechnik, Pflege und Inklusion. Das KVJS-Integrationsamt hat 350 Freikarten für Betriebe ausgegeben. Sein Stand war besonders an den ersten beiden Messetagen ständig umlagert. Dazu trug ein attraktives Programm unter anderem mit einem Vakuum-Saugheber zum Selbst-Ausprobieren bei. Am benachbarten Stand mit dem Catering-Angebot der Integrationsfirma BzKA konnten die StandBesucher Wertmarken für eine Portion frisch geschnittener Ananas einlösen. Mehr als 700 Messegäste ließen es sich schmecken.	 mok

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Tragen ohne Mühe: der Vakuum-Saugheber wurde gern ausprobiert Foto: Baumert

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Jugend

Die Zukunft der Jugend im Blick
Im Gespräch: Jugendhilfe-Experte Werner Miehle-Fregin
Das KVJS-Landesjugendamt hat seine bisherige landesweite überörtliche Berichterstattung um den Bereich der Kinder- und Jugendarbeit ergänzt. Die neue Expertise verspricht mehr Planungssicherheit für die Jugendhilfe.
Herr Miehle-Fregin, die Expertisen des KVJS für die örtliche Ebene haben sich bisher auf die Hilfen zur Erziehung und die Kindertagesbetreuung beschränkt. Warum spielte der Bereich der Kinder- und Jugendarbeit so ein Schatten-Dasein? Die Hilfen zur Erziehung erfordern die größten finanziellen Anstrengungen der Jugendämter. Es stellte sich daher die Frage, welche Faktoren für die von Kreis zu Kreis unterschiedlichen Leistungskennzahlen ausschlaggebend sind und inwieweit sie durch die Jugendämter gesteuert werden können. Bei der Tagesbetreuung, einem weiteren Schwerpunkt der Berichterstattung des KVJS-Landesjugendamts, geht es um die Umsetzung des Rechtsanspruchs für die unter Dreijährigen. Das seitherige Schattendasein der Kinderund Jugendarbeit als Gegenstand unserer Berichterstattung erklärt sich daraus, dass auf sie keiner der beiden Faktoren zutrifft. Jedoch geriet sie bereits mit dem Demografiebericht des Landesjugendamts 2010 stärker in den Blick. Dort wird sie als einer der für die kommunale Ebene nicht zu unterschätzenden Zukunftsindikatoren beschrieben. Auch beim Transfer der Berichtsergebnisse war sie stets ein Thema. Die neue Erhebung legt einen besonderen Schwerpunkt auf das Aufgabengebiet der Kommunalen Jugendreferate. Wie groß ist ihre Bedeutung für den jeweiligen Stadtund Landkreis als örtlichem Träger der Kinder- und Jugendhilfe? Die Jugendreferenten sind die Sachwalter der Jugendarbeit in den Jugendämtern. Sie leisten fachliche Unterstützung für die kreisangehörigen Gemeinden und die örtlichen freien Träger. Es braucht für Fragen der Kinder- und Jugendarbeit spezielle Fachleute in der Jugendamtsverwaltung, sonst gerät sie gegenüber den Hilfen zur Erziehung und der Tagesbetreuung ins Hintertreffen. Auch die Kommunalen Lan-

Werner Miehle-Fregin 	 Foto: Kleusch

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Fachtag: Neue KVJS-Expertise vorgestellt
Der KVJS hat die wesentlichen Ergebnisse seiner neuen Berichterstattung zur Kinder- und Jugendarbeit am 20. April 2015 bei einer Fachtagung im KVJS-Bildungszentrum Gültstein vorgestellt. Über Konsequenzen referierten Vertreter der Jugendverbandsarbeit, Offenen Jugendarbeit, Jugendsozialarbeit, Kommunalen Jugendreferate und der Hochschule. Die Präsentation zum Bericht gibt es im Internet unter: www.kvjs.de/jugend/aktuellesformulare-service/tagungsunterlagen. Die Druckfassung ist noch in Arbeit und wird nach den Sommerferien 2015 vorliegen

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Jugend

desverbände haben dies erkannt. Im Jahr 2013 haben sowohl die Arbeitsgemeinschaften der kommunalen Jugendreferenten beim Landkreistag als auch beim Städtetag und Gemeindetag Aufgabenbeschreibungen veröffentlicht, die den Stellenwert dieses Aufgabengebiets verdeutlichen. Unser Bericht liefert nun erstmals auch empirische Daten zur konkreten Praxis. Welche Fragen stellen sich an das Land im Hinblick auf die Einbindung der neuen KVJS-Berichterstattung in den Zukunftsplan Jugend? Der Zukunftsplan Jugend des Landes unterstreicht, dass die Kinder- und Jugendarbeit sowie die Jugendsozialarbeit ein landesweites Berichtswesen zu ihren Arbeits- und Handlungsfeldern auf der kommunalen Ebene brauchen. Zugleich hält er die Institutionalisierung einer landesweiten Kinder- und Jugend(hilfe)berichterstattung für erforderlich. Unser Landes-

jugendhilfeausschuss hat deshalb dem Land die Frage gestellt, welchen Stellenwert es dem KVJS-Bericht beimisst und wie die im Zukunftsplan ausdrücklich erwähnte Unterstützung unserer Berichterstattung konkret erfolgen wird. Der größte Teil der Mittel für die Kinderund Jugendarbeit wie auch für die Jugendsozialarbeit wird von der kommunalen Seite aufgebracht. Welche Mittel aus dem Landesjugendplan in die örtliche Ebene fließen, ist bislang nur bei der Schulsozialarbeit, nicht jedoch insgesamt transparent. Ein Landesjugendbericht, der sowohl die Leistungen der Stadt- und Landkreise einschließlich der Gemeinden als auch die Leistungen des Landes im Gesamtzusammenhang betrachtet, ist auf alle Fälle wünschenswert. Das KVJS-Landesjugendamt ist zur Zusammenarbeit mit dem Land in Fragen der Berichterstattung bereit. Das Interview führte Gabriele Addow

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Service: Präsentation vor Ort
Ab Juli 2015 bietet der KVJS im Rahmen seiner Transferleistungen allen Jugendämtern, Fachverbänden und kommunalpolitischen Gremien in Baden-Württemberg an, die grundlegenden Erkenntnisse der Berichterstattung zur Kinder- und Jugendarbeit, sowie auch eine jeweils kreisspezifische Aufarbeitung einzelner Eckdaten, vor Ort zu präsentieren. Ziel des Transfers ist es, ausgehend von der Präsentation des Berichts, Impulse zur Reflektion und Weiterentwicklung mit dem Thema Kinder- und Jugendarbeit/Jugendsozialarbeit im Praxisfeld, wie auch im jugendpolitischen Raum zu ermöglichen, um damit Qualitätsentwicklungsprozesse anzuregen bzw. zu unterstützen. Weitere Informationen zum Bericht wie auch zum Transfer erhalten sie bei volker.reif@kvjs.de; Telefon 0711 6375-440

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Jugend

Eine Ausstellung gegen das Vergessen
Heimalltag zwischen 1949 und 1975
Heime sollten für Kinder eine Zuflucht vor häuslicher Gewalt sein. Für manche wurden sie zur Hölle. Eine Wanderausstellung zeigt nun die Heimerziehung in Baden-Württemberg zwischen 1949 und 1975.
Der KVJS unterstützt die Ausstellung des Landesarchivs Baden-Württemberg mit 15 000 Euro. „Was damals an Leid und Unrecht geschah, soll nicht in Vergessenheit geraten“, sagt der stellvertretende Leiter des KVJS-Landesjugendamtes Reinhold Grüner. „Vor allem möchten wir daraus lernen.“ Über 500 Säuglings-, Kinder- und Jugendheime gab es zwischen 1949 und 1975 in Baden-Württemberg. Nicht alle Jungen und Mädchen wurden in den Heimen misshandelt oder missbraucht, auch wenn zuweilen der Eindruck entsteht. Allerdings gehörten Schläge und harte Strafen zur Erziehung und massive körperliche Gewalt war offensichtlich in vielen Heimen erklärtes Erziehungsmittel. Ab 8. Juli zeigen Historiker eine Wanderausstellung über den damaligen Alltag in Einrichtungen. „Das Landesarchiv will nicht nur informieren, sondern auch über Missstände aufklären und den Schicksalen ehemaliger Heimkinder nachspüren“, sagt die Kuratorin der Ausstellung Nadine Seidu. Die Macher zeigen Beispiele der damaligen Speisepläne, Regel- oder Strafkataloge. Auf 22 Stelltafeln beleuchten sie Gewalt in Einrichtungen oder erklären, wo Heimkinder sich beschweren konnten und ob es etwas nützte. Zudem listet die Schau Versuche der Wiedergutmachung und die Konsequenzen für heutige Heime auf. Die Ausstellung thematisiert auch die Rolle der Jugendämter und Landesjugendämter. Beispiel: Die Landesjugendämter konnten Heimunterbringungen anord-

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Heimleben vor vierzig Jahren. Foto: LWV Württemberg-Hohenzollern

nen, wenn nach ihrer Einschätzung Jugendlichen Verwahrlosung drohte oder bereits eingetreten war. Grundlage war das Jugendwohlfahrtsgesetz. Durch die Jugendämter eingewiesen wurden Jungen und Mädchen, deren Zuhause aus den Fugen geraten war, aber auch Kinder aus Familien, die von der Norm abwichen. Das waren etwa nicht eheliche Kinder, Kinder von Alleinerziehenden oder von Frauen mit ungewöhnlichem Lebensweg.

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In den Heimen herrschten häufig Missstände. Grund waren schlecht ausgebildete Erziehende oder ein katastrophaler Betreuungsschlüssel. „Manche Heime hatten aus heutiger Sicht unvorstellbar niedrige Tagessätze“, berichtet Grüner. Zuweilen finanzierten sich Heime zusätzlich, indem sie die Kinder als kostenlose Arbeitskräfte einsetzten, zum Beispiel bei der Ernte oder im Steinbruch. „Ein Junge verlor dabei sein Bein.“ Bis 1961 gab es keine institutionalisierte Heimaufsicht. Die (Landes-)Jugendämter reagierten, wenn sie bei der ihnen obliegenden Einzelfallhilfe von Missständen erfuhren. 1961 wurde eine systematische Heimaufsicht durch die vier Regierungspräsidien eingeführt. Ab 1964 waren die Landesjugendämter der Landeswohlfahrtsverbände Baden und WürttembergHohenzollern zuständig. Oft wurde die Heimaufsicht aber erst gar nicht eingeschaltet. Die Kinder hatten wenig Chancen, sich zu beschweren. Selten kannten sie ihre Rechte. Sie misstrauten Behörden und wurden von niemandem unterstützt. Auch die Einrichtungen schwiegen. Erfuhren die Aufsichtsämter von Missständen, kam es vor, dass sie den Kindern nicht glaubten, zumal es keine Beweise gab und das Heim alles abstritt. Kirchliche Träger etwa genossen großes Vertrauen, sagt Reinhold Grüner. „Die Aufsicht hat sicher öfters versagt.“ Heute wird versucht, dem Leid und Unrecht etwas Positives entgegen zu setzen. Das Land hat etwa den KVJS beauftragt, die Anlauf- und Beratungsstelle für ehemalige Heimkinder in Baden-Württemberg einzurichten. Dort beraten sechs Fachkräfte Betroffene und helfen ihnen, Leistungen aus dem bundesweiten Fonds Heimerziehung BRD-West zu erschließen.

„Wir haben viel gelernt“, zieht Grüner Bilanz. Heute sind regelmäßige Hilfeplangespräche unter Beteiligung von Kindern und Jugendlichen Standard. Nach dem Achten Sozialgesetzbuch müssen Einrichtungen Ereignisse, die das Kindeswohl beeinträchtigen, der Aufsicht beim Landesjugendamt melden. „Durch strukturelle Mindestvoraussetzungen wird zudem ein Rahmen gesetzt, der präventiv wirkt.“ Heime müssen etwa eine bestimmte Zahl an Fachkräften, Räumen, Raumgrößen und Fortbildungen nachweisen. Bei Problemen kann das Landesjugendamt Heime beraten, Auflagen erteilen, Einzelpersonen die Tätigkeit untersagen oder einem Heim die Betriebserlaubnis entziehen. Für heutige Heimkinder bietet der KVJS die Broschüre „Deine Rechte“ und ein Beratungstelefon. Für Heimerziehende hat der KVJS Fortbildungen im Programm. Das KVJS-Landesjugendamt genehmigt eine Einrichtung nur, wenn sie bereits in ihrer Konzeption Beteiligungs- und Beschwerdeverfahren für Kinder und Jugendliche vorsieht. Und der Verband hat die Wissenschaft beauftragt zu erforschen, wie weit Beteiligungs- und Beschwerdeverfahren in Heimen auch verwirklicht sind – und was zu tun bleibt.	 syr

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Verwahrlost und gefährdet? Heimerziehung in BadenWürttemberg 1949 – 1975
Wanderausstellung des Landesarchivs Baden-Württemberg, www.landesarchiv-bw.de Einige Termine: Haus der Abgeordneten Stuttgart: 8.07. bis 10.7.2015 Hauptstaatsarchiv Stuttgart: 23.9. bis 30.10.2015 KVJS-Tagungszentrum Herrenberg-Gültstein: 2.12. bis 18.12.2015

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Junge Erwachsene mit Heimerfahrung brauchen viel Unterstützung.	

Foto: Fotolia

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Nestflüchter wider Willen
Über junge Menschen, die plötzlich selbständig werden müssen
Für Jugendliche in der stationären Erziehungshilfe ist der 18. Geburtstag nicht immer ein Grund zum Jubeln: Mit Erreichen der Volljährigkeit kann die Betreuung enden. Dann stellt sich die Frage, ob sie auf stabile private Netzwerke und ausreichende materielle Ressourcen zurückgreifen können. Ein Gespräch mit Dr. Jürgen Strohmaier vom KVJS-Landesjugendamt.
Herr Dr. Strohmaier, junge Menschen, die in Heimen oder bei Pflegeeltern aufwachsen, sind mit Erreichen der Volljährigkeit flügge. Was unterscheidet sie von den typischen Nesthockern, die in vielen Fällen noch mit 25 bei ihren Eltern wohnen? Sie müssen im Gegensatz zu Kindern, die in ihren Herkunftsfamilien aufwachsen, den Übergang in die Selbständigkeit in der Regel bereits mit 18 Jahren bewältigen. Sie haben einen Teil ihres Lebens in der stationären Erziehungshilfe verbracht. Familiäre, soziale und ökonomische Ressourcen sind oft brüchig, Kontinuität und Stabilität in ihrer Biographie seltener. Unsere sogenannten Care Leaver (aus Fürsorge Entlassene) haben deshalb einen erhöhten Unterstützungsbedarf, sind anfälliger für Wohnungslosigkeit, unterliegen einem erhöhten Armutsrisiko und haben beim Aufbau von Sozialbeziehungen meist größere Schwierigkeiten. Wie könnte ein gelingender Übergang vom Heim in das Leben draußen aussehen? Die Vorbereitung auf das Leben draußen, sprich die Verselbstständigung, muss schon im Heim stattfinden. Das bedeutet, Einrich-

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Jugend

tung und Jugendamt erstellen rechtzeitig unter Beteiligung des Jugendlichen einen kleinschrittigen Zukunftsplan mit konkreten Zielvorgaben. Die in der Hilfeplanung festgeschriebenen Ziele sollten dann in regelmäßigen Abständen überprüft werden. Stellt man dabei fest, der junge Mensch braucht auch nach seinem 18. Lebensjahr noch Unterstützung, kommen die „Hilfen für junge Volljährige, Nachbetreuung“ (§ 41 SGB VIII) ins Spiel. Oder sie verfügen über Beziehungen zu anderen Care Leavern, haben Kontakte über ihre berufliche Ausbildung oder profitieren von sozialräumlichen Anbindungen bei Clubs, Vereinen und so weiter. Es stellt sich hier wieder die Frage nach einem selbstbestimmten und eigenverantwortlichen Leben. Sollte es Kooperationsverpflichtungen für die verschiedenen Leistungsträger geben? Ich möchte den Begriff Verpflichtung gerne durch Verantwortung ersetzen. Kooperationen zwischen den Hilfesystemen gibt es vielerorts ja schon, wenn auch in unterschiedlicher Ausprägung. Idealerweise arbeiten Jugendämter, Sozialämter und Jobcenter Hand in Hand und schließen entsprechende Kooperationsvereinbarungen ab. Zu überlegen wäre dann, wer die Federführung übernimmt. Der 14. Kinder- und Jugendbericht fordert eine eigene junge Volljährigenpädagogik. Eine Notwendigkeit?

Ja, auf jeden Fall. Denn bei den Hilfen für junge Volljährige fehlt es bislang an einer soliden, spezifischen fachlich-konzeptionellen Rahmung, welche die Entwicklungsaufgaben dieser Altersgruppe berücksichtigt. Inwieweit wird das Thema „junge Erwachsene“ beim KVJS thematisiert? Da es sich bei dem Verlassen einer Einrichtung um einen pädagogischen Schlüsselprozess handelt, wird das Thema in der Beratung von Trägern immer wieder besprochen. Hier können wir gemeinsam mit dem Träger Handlungsansätze für mögliche Weiter- oder Nachbetreuungen entwickeln. Weiter wurde das Thema auf der diesjährigen Jahrestagung für Heimleitungen im Rahmen eines Workshops bearbeitet. Für die nächste Jahrestagung der Jugendamtsleitungen ist geplant, die Lebenslage von jungen Volljährigen mit HzE-Erfahrung in den Blick zu nehmen. Aktuell werden viele Fachveranstaltungen zu dieser Thematik angeboten, an denen Mitarbeiter unseres Referates regelmäßig teilnehmen. Für das kommende Jahr planen zwei freie Träger aus Baden-Württemberg ein Projekt in diesem Bereich, an welchem das Landesjugendamt des KVJS beteiligt sein wird. Das Interview führte Gabriele Addow

Dr. Jürgen Strohmaier vom KVJS-Landesjugendamt.	 	 Foto: Kleusch

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Links zum Thema
•	 das Positionspapier der Arbeitsgemeinschaft für Kinder- und Jugendhilfe AGJ – gibt es unter www.agj.de •	 ein neues Buchprojekt sowie den Flyer einer Fachtagung, bei der Care Leaver selbst als kompetente Referierende mitwirken, finden Sie auf den Seiten der internationalen Gesellschaft für Hilfen zur Erziehung unter www.agj.de •	 die Unterlagen zur Heimleiter-Tagung im März 2015 sind eingestellt unter www.kvjs.de/jugend

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Jugend

Schutz vor Gewalt und Verfolgung
Fachtag rückt Flüchtlingskinder in den Fokus
„Flüchtlingskinder in erster Linie als Kinder sehen und damit in den Fokus rücken“, forderte Staatssekretärin Marion von Wartenberg am 5. Mai im Kongresszentrum Rosengarten in Mannheim. Bei der Veranstaltung des Kultusministeriums war der KVJS mit einem eigenen Stand vertreten.
Mit dem Zustrom der Flüchtlinge, derzeit circa 40 000 in Baden-Württemberg, Tendenz steigend, sind 3 200 Kinder im Alter unter sechs Jahren mitgekommen. Diese und ihre Familien stellen die über 300 eingeladenen Fachkräfte und Trägervertreter vor große Herausforderungen. Die Frage, wie kann man Flüchtlingskinder gut integrieren, stand als zentrales Thema im Raum. Zugespitzt wurde sie durch Aussagen von betroffenen Kindergartenleitungen. Sie wiesen darauf hin, dass es bei mehr als zehn Flüchtlingskindern in einer Kita für die Fachkräfte ziemlich eng werden kann. Die Staatssekretärin verwies darauf, dass der Betreuungsschlüssel in Baden-Württemberg mit eins zu 1,29 bei Kindern unter drei Jahren bundesweit an der Spitze liegt. Nun sind Flüchtlingskinder nicht alle unter drei Jahre. Das Land hat deshalb für die Sprachförderung von Flüchtlingskindern im Jahr 2015 Gelder in Höhe von 800 000 Euro neu aufgelegt, 2016 sollen weitere 1,6 Millionen Euro folgen. Die Kitas können damit Sprachfördergruppen mit maximal vier Kindern bilden. Das bringt auch für die anderen Fachkräfte eine Entlastung. Was bleibt ist die Unsicherheit im Umgang und die fehlenden Kenntnisse im Zusammenhang mit einer Traumatisierung. Dr. Stefan Faas von der Eberhard Karls Universität in Tübingen hat dazu geforscht und konnte auf der Tagung entwarnen. Die Kompetenzen der Fachkräfte sind in diesen Fällen die Richtigen. Sie können auf die Flüchtlingskinder übertragen werden. Konzepte zur Zusammenarbeit mit Eltern greifen jedoch nicht. Bei dieser Problematik verwies das Ministerium auf Kooperationen mit der Volkshochschule und der kirchlichen Erwachsenenbildung, die schon länger Erfahrungen in diesem Feld gesammelt haben. Beim Thema Traumatisierung sind Supervisionen von speziell ausgebildeten Fachkräften angedacht. Zu stärken wären hier insbesondere auch die Fachberaterinnen. 	 reu

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Der KVJS-Stand im Mannheimer Kongresszentrum war gut besucht.	

Foto: Reuter

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Fortbildung

Werkstätten: Ohne Fachausschuss geht es nicht!
In Baden-Württemberg bieten Werkstätten derzeit mehr als 25 000 Arbeitsplätze für Menschen mit geistiger, körperlicher und psychischer Behinderung an. Unverzichtbares gesetzliches Beratungsgremium in jeder Werkstatt ist der Fachausschuss. Sein fachliches Votum soll für den zuständigen Rehabilitationsträger unter anderem Grundlage der Kostenentscheidung sein. Das „Aufbauseminar Werkstattarbeit: Werkstatt und Fachausschuss in der Praxis“ am 10. November 2015 im KVJS-Tagungszentrum Gültstein bietet Fachkräften in der Eingliederungshilfe, Mitgliedern im Fachausschuss sowie Fallmanagern Gelegenheit zum Austausch. Dabei geht die Veranstaltung auch auf aktuelle Entwicklungen und Rechtsfragen ein. Weiterer Themenschwerpunkt ist die Integration von Menschen mit Behinderung auf den allgemeinen Arbeitsmarkt. Nähere Informationen und Anmeldung im Internet unter der Buchungsnummer 15-2-EHS11-1w.	 add

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Arbeitstagung zur Eingliederungshilfe
Der Streik der Lokführergewerkschaft GDL hat dem KVJS im vergangenen Monat einen dicken Strich durch die Rechnung gemacht. So konnte die „Arbeitstagung zur örtlichen Zuständigkeit und Kostenerstattung nach dem SGB XII – Schwerpunkt Eingliederungshilfe“ leider nicht wie geplant am 07.05.2015 stattfinden. Deshalb gibt es jetzt einen neuen Termin: 30.07.2015 beim KVJS in Stuttgart. Auf der Veranstaltung berichtet Franz Schmeller, Sozialdezernent beim KVJS und Vorsitzender der Spruchstelle für Fürsorgestreitigkeiten Stuttgart aus der Arbeit der Spruchstelle. Darüber hinaus behandelt die Tagung grundsätzliche Fragen zur örtlichen Zuständigkeit und Kostenerstattung. Anmeldung und Buchung im Internet unter der Nummer 15-2-EHA1-2z.	 add

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Neu erschienen

Beim KVJS erschienen
Alle hier aufgeführten Publikationen des KVJS sind kostenlos. Sie stehen auch im Internet unter www.kvjs.de/service/publikationen.html zum Herunterladen zur Verfügung.

Schwerbehinderung und Arbeit
KVJS-Ratgeber Integrationsfachdienste. 2015 Überblick über die Leistungen der baden-württembergischen Integrationsfachdienste (IFD) für Arbeitgeber und Arbeitnehmer. Zeitschrift „Behinderte Menschen im Beruf“, Ausgabe Baden-Württemberg, Heft 1/2015. Das Heft bietet Einblicke in die Arbeit des Integrationsamtes. Kostenlos zu beziehen beim KVJS Manuela Weimar Telefon 0721 8107-942 integrationsamt@kvjs.de

Kostenlos zu beziehen beim KVJS Ulrike Cserny Telefon 0711 6375-469 Ulrike.Cserny@kvjs.de Grundlagen für die Betriebserlaubnis – Gemeinsame Wohnformen für Mütter/ Väter und Kinder in Baden-Württemberg Kostenlos zu beziehen beim KVJS Diane Geiger Telefon 0711 6375-406 Diane.Geiger@kvjs.de

Soziales, Behinderung, Pflege
Orientierungshilfe für die Sozial- und Jugendhilfe Inklusion in Kindertageseinrichtungen Orientierungshilfe für die Sozial- und Jugendhilfe Inklusion in Schulen Inklusion von Kindern und Jugendlichen mit einer Behinderung in allgemeinen Einrichtungen der Kindertagesbetreuung und Schulen Abschlussbericht Ergebnisberichte der Leistungserbringer/Dienstleister in der Eingliederungshilfe in Baden-Württemberg, Stand Februar 2015. Hinweise für die Praxis Kostenlos zu beziehen beim KVJS Manuela Weißenberger Telefon 0711 6375-307 Sekretariat21@kvjs.de

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Jugendhilfe
NESSIE – Netzwerk für Schlüsselqualifikationen, Leonardo-da-Vinci Projekt. Ansätze, Ergebnisse und Erkenntnisse, Band I, 2015. NESSIE – Netzwerk für Schlüsselqualifikationen, Leonardo-da-Vinci Projekt. Lernmaterialien – Handbuch, Band II, 2015. NESSIE – Netzwerk für Schlüsselqualifikationen, Leonardo-da-Vinci Projekt. Lernmaterialien – Handbuch, Band III, 2015. In diesem europäischen Projekt haben Partner aus sieben Ländern Lernmodule zur Vermittlung von Schlüsselqualifikationen entwickelt und in der Praxis getestet.
Foto: Fotolia

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KVJS

Impressum

KVJS aktuell Juni 2015 Herausgeber: Kommunalverband für Jugend und Soziales Baden-Württemberg Öffentlichkeitsarbeit Verantwortlich: Kristina Reisinger (rei) Mit Beiträgen von: Gabriele Addow (add) Monika Kleusch (mok) Andreas Reuter (reu) Sylvia Rizvi (syr) Titelfoto: Fotolia Layout: Waltraud Gross Bestellungen und Adressänderungen: Petra Wagner Telefon 0711 6375-208 Petra.Wagner@kvjs.de Lindenspürstraße 39 70176 Stuttgart www.kvjs.de Redaktioneller Hinweis: Wir bitten um Verständnis, dass aus Gründen der Lesbarkeit auf eine durchgängige Nennung der weiblichen und männlichen Bezeichnungen verzichtet wird. Selbstverständlich beziehen sich die Texte in gleicher Weise auf Frauen und Männer.

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Postanschrift Postfach 10 60 22 70049 Stuttgart

Hausadresse Lindenspürstraße 39 70176 Stuttgart (West)

Tel. 0711 63 75-0 www.kvjs.de
                            
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