Publication:
2015
URN:
https://nbn-resolving.de/urn:nbn:de:kobv:109-1-7729378
Path:
1/2015

KVJS
Forschung Seite 25

aktuell

Jugendliche wollen Beteiligung leben

KVJS

KVJS bleibt weiterhin schuldenfrei
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Neue Beratungsstelle: Wie gründe ich eine Wohngemeinschaft
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Soziales

Integration

KVJS-Integrationsamt informiert auf der REHAB
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Inhaltsverzeichnis
KVJS 	 3	 Verbandsversammlung genehmigt Haushaltsplan 2015 	 4	 Zehn Jahre KVJS 	 5	 KVJS tritt Offensive Mittelstand bei 	 6	 Verbandsvorsitzender Karl Röckinger feiert seinen 65. Geburtstag 	 7	 Fachschüler drehen Videoclips Soziales 	 8	 Die WG soll für alle da sein 	10	 Neue Beratungsstelle: Wie gründe ich eine Wohngemeinschaft 	11	 Serie Werkstatt Wohnen: KVJS-Musterwohnung wird zum Selbstläufer 	12	 Für Gewaltopfer gibt es Hilfe 1 	 4	 Barrierefreier Neubau erweitert Angebotsnetz der LWV.Eingliederungshilfe 	15	 Neue Chancen für Menschen mit psychischen Erkrankungen Integration 	16	 Tagung zur beruflichen Inklusion 	16	 Jetzt gestartet: Tour de BEM 2 	17	 Serie: Ausgezeichnet! Wenn alle so arbeiten würden … 	18	 KVJS-Integrationsamt informiert auf der REHAB 	19	 Unternehmen: Kostenlos zur REHAB 	20	 Rad ab? Plakat für neue SBV 	20	 KVJS-Integrationsamt auf Tagung für Schwerbehindertenvertretungen Jugend 	21	 Fachtag bringt Schule und Jugendhilfe zusammen 	22	 Förderprogramm Jugendhilfe 2015: Antragsfrist beachten 	23	 STÄRKE macht Familien stark 	24	 Fortbildungsangebot für Mitarbeiter im Allgemeinen Sozialen Dienst Forschung Fortbildung 	25	 Jugendliche wollen Beteiligung leben 	26	 „Beteiligung muss geübt und erlernt werden“ 	28	 KVJS-Fortbildung: Innovativ und passgenau 	29	 Freie Plätze bei Veranstaltungen zur Eingliederungshilfe 	30	 Kompetenz für die Schwerbehindertenvertretung 	31	 Rollstuhlgerechte Autos vorgestellt 	31	 Neue Fortbildung: Ohne Leitung geht es nicht! Neu erschienen 	32	 Beim KVJS erschienen

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KVJS bleibt weiter schuldenfrei
Verbandsversammlung genehmigt Haushaltsplan 2015
Die KVJS-Verbandsversammlung hat den Haushaltsplan 2015 verabschiedet. Das Gesamtvolumen des Ergebnishaushalts beträgt mit der Ausgleichsabgabe insgesamt 233,1 Millionen Euro.
Das umlagerelevante Haushaltsvolumen des Ergebnishaushalts (ohne Ausgleichsabgabe) liegt bei 147,7 Millionen Euro in 2015. Die Steigerung der Steuerkraftsummen der Stadt- und Landkreise gegenüber dem Vorjahr liegt 2015 bei rund 3,5 Prozent. So können der Hebesatz und der Kopfbetrag trotz eines gestiegenen Umlagebedarfs und einer Reduzierung des geplanten Fehlbetrags auf einem moderaten Niveau gehalten werden. Der Kopfbetrag liegt bei 2,309 Euro pro Einwohner und der Hebesatz bei 0,159 Prozent der Steuerkraftsummen. Die Allgemeine Umlage beläuft sich auf 22,3 Prozent der ordentlichen Erträge im Ergebnishaushalt (Vorjahr 21,1 %). Das absolute Umlagevolumen steigt gegenüber dem Vorjahr um rund 4,1 Millionen Euro auf 49,2 Millionen Euro an. Der geplante Fehlbetrag sinkt gegenüber dem Vorjahr um 2,8 Millionen Euro auf nun eine Million Euro. Mit diesem Fehlbetrag, der einer Entnahme aus der früheren kameralen Allgemeinen Rücklage entspricht, sollen größere Schwankungen in der Umlagehöhe vermieden werden. Der tatsächliche Nettomehrbedarf gegenüber 2014 liegt bei 1,3 Millionen Euro. Ursache hierfür sind hauptsächlich Steigerungen bei den Personal- und Sachkosten. Insgesamt bleibt die Summe aller Stellen beim KVJS mit 393,5 Stellen unverändert. Stellenbedarfe werden durch Umschichtungen vorhandener Stellen gedeckt. Bei vier Stellen werden die aus dem Jahr 2005 fortgeschriebenen k.w.-Vermerke (künftig wegfallend) gestrichen, da die entsprechenden Stellen im Landesjugendamt und im Bereich der Informationsverarbeitung nach Auffassung des Verbandsausschusses nicht mehr entbehrlich sind. Investitionen sind in Höhe von rund 1,2 Millionen Euro vorgesehen: unter anderem in Flehingen für die energetische Sanierung von Gruppenhäusern und für die EDV. Auch 2015 sind keine Kreditaufnahmen zur Finanzierung der Investitionen vorgesehen, der KVJS bleibt somit weiterhin schuldenfrei. So wurde auch im elften Jahr seit Bestehen des KVJS eine solide Basis geschaffen, als Kompetenz- und Dienstleistungszentrum die 44 Stadt- und Landkreise angemessen auf breiter Basis zu unterstützen. rei

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Zehn Jahre KVJS
Verband passt Dienstleistungen ständig an Bedarf an
Nach dem Übergang der Landeswohlfahrtsverbände auf den KVJS vor zehn Jahren betrugen Umlage und Aufgaben nur noch einen Bruchteil dessen, was man bis dahin gewohnt war. Doch im Laufe der Jahre entwickelte sich der KVJS zu einem zuverlässigen Partner – nicht nur für die 44 Stadt- und Landkreise.
Seitdem übernahm der KVJS unterschiedliche Landesaufgaben: Kontakt •	 2008 betraute die Landesregierung den Verband mit dem Programm „STÄRKE“. Kommunalverband für Jugend und •	 Auch die Abwicklung des LandesförSoziales Baden-Württemberg derprogramms „Jugendsozialarbeit an Lindenspürstraße 39, 70176 Stuttgart öffentlichen Schulen“ wurde dem KVJSTel: 0711 6375-0, Fax: 0711 6375-133 Landesjugendamt übertragen. info@kvjs.de, www.kvjs.de •	 2012 richtete das Land beim KVJS Zweigstelle und Beratungsstelle „Heidie Anlauf-in Karlsruhe Erzbergerstraße 119, 76133 Karlsruhe merziehung inFax: 0721 8107-903 der Bundesrepublik Tel.: 0721 8107-0, Deutschland in den Jahren 1949 bis info@kvjs.de 1975“ ein. Bis Ende 2014 haben sich KVJS-Tagungszentrum Gültstein mehr als 1 700 Personen an die BeraSchloßstraße 31, 71083 Herrenberg-Gültstein Tel.: 07032 972-0, Fax: 07032 tungsstelle gewandt. 972-134 tz-gueltstein@t-online.de •	 Ebenfalls seit 2012 ist der KVJS mit der Bundesinitiative „Netzwerk frühe Hilfen KVJS-Bildungszentrum Schloss Flehingen Gochsheimer Straße 19, 75038 2012 – 2015“ und FamilienhebammenOberderdingen Tel.: 07258 betraut. 75-60, Fax: 07258 75-90 Schloss.Flehingen@kvjs.de •	 Jüngster Auftrag ist seit Ende 2014 die „Landesfachstelle ambulant betreute Wohnformen“. Aufgabe ist die Beratung von Anbietern und Kommunen bei der Einrichtung von ambulant betreuten Wohngemeinschaften und anderen innovativen Wohnformen. Mit zahlreichen weiteren Leistungen steht der KVJS den Stadt- und Landkreisen zur Seite: •	 Pflegesatzverhandlungen im Auftrag der Stadt- und Landkreise im Umfang von fünf Milliarden Euro, •	 Fortbildungen in der Jugend- und Sozialhilfe mit mehr als 10 000 Teilnehmern,

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Der KVJS

Kommunalverband für Jugend und Soziales Baden-Württemberg

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Jugendhilfe MPD Fortbildung Soziales Integrationsamt

Forschung

Der KVJS ist seit zehn Jahren in vielen Bereichen der Jugend10.12.13 17:18 und Sozialhilfe unterwegs.

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•	 landesweite Berichterstattung zu den Hilfen zur Erziehung, zur Hilfe zu Pflege und zur Eingliederungshilfe, •	 Angebote zu Kreisteilhabeplanungen, Kreispflege- und Seniorenplanungen. Mittlerweile unterstützt der Verband die Landkreise zudem mit Entwicklungsprojekten in der Eingliederungshilfe für behinderte Menschen und der Wohnungslosenhilfe sowie der Erweiterung der Einschätzskala zur Kindeswohlgefährdung für Kinder im Schulalter. Er bezuschusst Beratungsstellen für hörgeschädigte Menschen, unterstützt Einrichtungen und Projekte sowie Maßnahmen der Jugendhilfe oder eine Wanderausstellung „Ehemalige Heimkinder“. Bereits in seinem Gründungsjahr begann der KVJS seine Erfolgskampagne „Aktion

1000“. Statt ganze Sonderschulklassen geschlossen in die Werkstatt für behinderte Menschen (WfbM) gehen zu lassen, sollten besonders betroffene schwerbehinderte Menschen eine Chance auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt bekommen. Jüngst ging die Aktion mit der „Perspektive 2020“ in eine erneute Verlängerung. Neu ist die Mitwirkung des KVJS am ZweiSäulen-Konzept des Landes zur Konversion von Komplexträgereinrichtungen der Behindertenhilfe. Ein weiteres Arbeitsfeld des KVJS ist die KVJS-Forschung. In bislang neun Forschungsvorhaben wurden aktuelle Fragestellungen aufgegriffen und praktikable, finanzierbare und effiziente Lösungsansätze für die Alltagsarbeit in den 44 Stadt- und Landkreisen geliefert. rei 5

KVJS tritt Offensive Mittelstand bei
Der KVJS ist dem Regionalnetzwerk Baden-Württemberg der Offensive Mittelstand (www.offensive-mittelstand-bw.de) beigetreten. Die Urkunde wurde während des dritten Landeskongresses der Offensive Mittelstand und Offensive Gutes Bauen Baden-Württemberg in Stuttgart übergeben. Die Gründung der Offensive auf Bundesebene geht zurück auf eine Initiative des damaligen Sozialministers Walter Riester. Der Stuttgarter Kongress mit etwa 100 Teilnehmern wurde gemeinsam veranstaltet mit der Handwerkskammer Region Stuttgart, dem MTV Stuttgart 1843 e. V. und dem Bundesministerium für Arbeit und Soziales. Das KVJS-Integrationsamt war mit einem Informationsstand vertreten. Der KVJS will mit seinem Beitritt den Kontakt zur Arbeitgeberseite weiter intensivieren. mok

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Hatte Grund zum Feiern: Landrat Karl Röckinger.

Foto: Landratsamt Enzkreis

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Glückwünsche für den Mann an der Spitze
Verbandsvorsitzender Karl Röckinger feiert seinen 65. Geburtstag
Rund 200 Gäste aus Politik, Verwaltung und Wirtschaft haben dem KVJS-Verbandsvorsitzenden und Landrat des Enzkreises Karl Röckinger zu seinem 65. Geburtstag gratuliert. Röckinger ist nicht nur seit vielen Jahren engagiert im sozialen Aufgabenfeld, er gilt auch als umgänglicher Zeitgenosse, mit dem sich gut feiern lässt.
Deshalb wünschten ihm zahlreiche Gastredner bei einem Empfang im Enzkreis Gesundheit, Glück und Dank für die mit viel Herz geleistete Arbeit für den Landkreis und darüber hinaus. „Du bist der richtige Mann an der Spitze des Kommunalverbandes für Jugend und Soziales Baden-Württemberg“, bescheinigte ihm sein Stellvertreter, der Schwäbisch Haller Landrat Gerhard Bauer. Gemeinsam gestalten die 44 Stadt- und Landkreise im KVJS mit Karl Röckinger als ehrenamtlichem Vorsitzenden die soziale Infrastrukturpolitik mit viel Erfolg. Engagement und nachhaltige Initiative präge die Arbeit des Jubilars, so Bauer. Röckinger ist bekannt für seine flache Hierarchien und dafür, dass er seinen Mitarbeitern mit Rat und Tat zur Seite steht. Das gilt auch für seine Arbeit für den KVJS. Der Verband – und alle Mitarbeiter – danken Röckinger für seine mittlerweile zehnjährige Tätigkeit für den Verband und dafür, dass er sich im letzten Jahr erneut zum Vorsitzenden hat wählen lassen. rei

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Mit dem Schlossgeist durch Schloss Flehingen
Fachschüler drehen Videoclips – zu sehen im Internet
Film ab! Junge Frauen und Männer der Fachschule Heilerziehungspflege (HEP) haben zwei Videofilme über ihre Ausbildung und das Schloss Flehingen gedreht. Die bewegten Bilder entstanden im Fach Medienpädagogik und gehören zur Ausbildung am KVJS-Bildungszentrum.
„Die KVJS-Fachschule für Heilerziehungspflege ist die einzige ihrer Art mit einer medienpädagogischen Schwerpunktsetzung“, sagt der Leiter des Bildungszentrums Schloss Flehingen Klaus Boch. Die künftigen Fachleute werden später Menschen mit Behinderungen pädagogisch und pflegerisch begleiten. Dazu gehört es, mit Internet und anderen Medien umgehen zu können. Die jungen Frauen und Männer lernen, später gemeinsam mit Menschen mit Handicap Video-Clips zu drehen. „Zudem erwerben sie Wissen, wie sie als spätere Leitungskräfte ihre Einrichtung öffentlich ins rechte Licht rücken können“, berichtet Klaus Boch. Deshalb bietet das Bildungszentrum Video- und Foto-Workshops an. Die Filmteams befassen sich mit Urheberrecht, Datenschutz und Persönlichkeitsrechten. Wer darf gefilmt werden? Wer muss sein Einverständnis erteilen? Welche Techniken gibt es? Und wie erzähle ich eine Geschichte? Gelehrt wird neben Medienpädagogik zudem Projektplanung, Öffentlichkeitsarbeit und Teamarbeit. Und so schmiedeten 26 Fachschüler intensiv am Drehkonzept. Das eine Team beschrieb einen Schultag, das andere setzte eine Schlossführung mit Schlossgeist in Szene. Sie schrieben Storyboards, verteilten Rollen und verfassten Texte. Die Dreharbeiten dauerten zwei Tage. Danach schnitten sie aus zwei Stunden Filmmaterial zwei Sechs-Minuten-Clips zusammen. Begleitet wurden sie von ihrem

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Dreh mit Produktionsleiter Jürgen Reebmann (Dritter von rechts). Foto: BZ Flehingen

HEP-Fachbereichsleiter Jürgen Reebmann und dem Ex-SWR-Kameramann Bodo Weber. Reebmann betont: „Wichtig war uns, den jungen Frauen und Männern großen Freiraum zu lassen und damit eine authentische Darstellung unserer Fachschule zu bewirken.“ syr

Youtube: Die Filme auf Youtube: www.youtube. com/user/KommunalverbandKVJS Facebook: Die Fachschule präsentiert sich seit Ende 2014 auch im sozialen Netzwerk Facebook. Der Auftritt wurde mit Frauen und Männern aus der HEP-Ausbildung entwickelt.

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Soziales

Die WG soll für alle da sein
Wohngemeinschaften statt Heim
Wohngemeinschaften – kurz WGs – sind nicht nur bei Studierenden en vogue. Auch Senioren und Menschen mit Behinderungen ziehen zusammen. Sie wollen gemeinsam selbstständig leben. Baden-Württemberg unterstützt sie seit dem 31. Mai 2014 mit dem Gesetz für unterstützende Wohnformen, Teilhabe und Pflege (WTPG). Ob WGs tatsächlich eine echte Konkurrenz zum Pflegeheim werden, bleibt abzuwarten.
„Der KVJS begrüßt die Leitidee des WTPG“, sagt die Leiterin des KVJS-Referats „Vergütungen, Entgelte, Vertragswesen“ Kristin Schwarz. „Bei ständig steigenden Pflegekosten werden Alternativen zum Pflegeheim immer interessanter. Das Gesetz liefert einen guten Ansatz, um die Qualität in ambulant betreuten Wohngemeinschaften zu sichern. Die Wohngemeinschaften ermöglichen älteren Menschen und Menschen mit Behinderung mehr Lebensqualität.“ Das WTPG hat letztes Jahr das Landesheimgesetz abgelöst. Es setzt Mindeststandards für voll- und teilstationäre Einrichtungen und erstmals auch für ambulante Wohngemeinschaften. Das Regelwerk möchte selbstbestimmte Wohnformen im Alter und bei Behinderung unterstützen. Die Menschen sollen sich zusammentun, um unter optimalen Bedingungen möglichst lange selbstbestimmt wohnen zu können. „Mit dem Gesetz wird es möglich, neue Wohnformen zu stabilisieren“, sagt Schwarz. Dazu formuliert es Anforderungen, wie eine ambulant betreute WG aussehen muss. „Je stärker die einzelnen Menschen der Hilfe bedürfen, desto mehr schützt sie das WTPG“, sagt Kristin Schwarz. Die weitreichendsten Regeln gelten für vollstationäre Alten- oder Behinderteneinrichtungen. Abgeschwächte Vorschriften gibt es für anbietergestütz-

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Foto: Rizvi

Kristin Schwarz ist seit April 2014 Leiterin des KVJS-Referats „Vergütungen, Entgelte, Vertragswesen“. Zuletzt führte die Beamtin knapp zehn Jahre das Amt für Behindertenhilfe/besondere Hilfen beim Landratsamt Esslingen. „Ich suchte eine neue Herausforderung. Am KVJS reizten mich die überregionalen Themen und das Arbeiten in landesweiten Gruppen und Kommissionen“, sagt die Naturliebhaberin, die im Urlaub gerne wandert oder mit dem Motorrad unterwegs ist. Auch im Kirchenchor beschreitet die Frau aus Reudern bei Nürtingen neue Pfade. Sie hat mit ihrer Gemeinde eine bolivianische Messe gesungen. Als nächstes will sie einen Gospelworkshop besuchen.

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Soziales

te ambulante WGs für acht bis zwölf Personen. „Insgesamt werden erstmals bauliche und personelle Standards für ambulante Wohngemeinschaften gefordert und unter die Obhut der Heimaufsicht gestellt. Diese Qualitätskriterien haben ihren Preis“, schätzt Schwarz. Jeder Bewohner hat etwa das Recht auf 25 Quadratmeter Grundwohnfläche. In Gemeinschaften mit mehr als acht Personen sind in der Regel Einzelzimmer mit eigenem Sanitärbereich vorgeschrieben. Außerdem muss eine Präsenzkraft 24 Stunden anwesend sein, in großen Wohngemeinschaften mit mehr als acht Personen zusätzlich noch eine zweite Präsenzkraft für zwölf Stunden. Die Kosten hierfür sind noch nicht abschätzbar. Ambulante WGs werden übrigens – anders als stationäre Einrichtungen – nicht über Pflegesätze finanziert. Berechtigte erhalten stattdessen Leistungen für Ihren Lebensunterhalt, Eingliederungshilfe sowie Pflegeversicherungsleistungen direkt aufs Konto. In welchem Umfang es für die

Stadt- und Landkreise zu steigenden Kosten kommt, wird laut Schwarz die Zukunft ergeben. „Auch die Frage, ob eine ambulante Wohngemeinschaft mit acht Personen unter den Anforderungen des WTPG wirtschaftlich betrieben werden kann, wird die Praxis zeigen.“ So genannte selbstverantwortete WGs sind übrigens von den Vorschriften ausgenommen. Dort bestimmen die Einzelnen, wie sie ihre Räume gestalten und wer sie wann und wie oft mit welcher Leistung unterstützt und wer die neuen Mitbewohner sind. „Wir begrüßen auch den Bestandsschutz für bisherige Wohngemeinschaften“, sagt Kristin Schwarz. Initiativen hatten befürchtet schließen zu müssen, weil sie zum Beispiel kleinere Räume hatten. 9 Fest steht schon jetzt: Das WTPG enthält komplexe Vorschriften. Wie eine WG eröffnet werden kann und was zu beachten ist, dazu gibt nach den Erfahrungen des KVJS viele Fragen. Die FaWo beantwortet sie (vgl. den nächsten Artikel). syr

Fortbildung
Die Jahrestagung für Leitungskräfte der Sozialdezernate der Stadt- und Landkreise bietet neben aktuellen Informationen zur Sozialhilfe auch Gelegenheit zum Austausch über das WTPG. Termin: 10. bis 11. Februar 2015 Ort: KVJS-Tagungszentrum Gültstein Organisatorische Auskünfte und Anmeldung: Telefon 0711 6375-610, fortbildung@kvjs.de

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Soziales

Wie gründe ich eine Wohngemeinschaft
Eine neue Beratungsstelle weiß Bescheid
Die Fachstelle für ambulant unterstützte Wohnformen (FaWo) in Stuttgart hat ihre Arbeit aufgenommen. Sie ist ein Angebot des Sozialministeriums Baden-Württemberg und dockt an das Netzwerk und die Fachexpertise des KVJS an.
Die FaWo richtet sich zum einen an Fachleute, etwa von örtlichen Beratungsstellen, Stadt- und Landkreisen, Gemeinden, Einrichtungs- und Bauträgern. „Sie erhalten bei uns Beratung und Informationen, wie sie ambulant unterstützte Wohngemeinschaften aufbauen und betreiben können. Seit dem Start der FaWo im November 2014 sind bereits zahlreiche Anfragen eingegangen. Auch erste Beratungstermine haben stattgefunden“, sagt Thomas Kallenowski. Der FaWo-Berater und seine Kollegin Christiane Biber sind zum anderen auch für zukünftige Bewohner von ambulant unterstützten Wohngemeinschaften sowie Angehörige da. „Sie können sich zum Beispiel auch an uns wenden, wenn sie eine WG gründen wollen.“ Zudem bietet die Landesberatungsstelle in naher Zukunft Schulungen und Fachtagungen. Die Fachstelle ist zunächst auf zwei Jahre angelegt. In dieser Zeit soll sie Kommunen so weit unterstützen, dass diese selbst eine qualifizierte Beratung und Betreuung vor Ort leisten können. Das Sozialministerium stellt 550 000 Euro für die neue Fachstelle zur Verfügung. „Die meisten Menschen wollen im Alter möglichst lange selbstbestimmt in ihren eigenen vier Wänden leben“, sagt KVJSVerbandsdirektor Senator e. h. Prof. Roland Klinger. „Unsere Fachleute beobachten seit Jahren einen steigenden Bedarf an Unterstützung für das Wohnen zuhause. Der KVJS baut mit der neuen Aufgabe die praxisnahe Beratung für neue Wohnformen aus und fördert somit das selbstbestimmte Wohnen.“ Begleitet wird die Arbeit der Fachstelle von einem Beirat. In dem Gremium sitzen neben dem Sozialministerium auch Vertreter von Betroffenen und weiteren Fachverbänden sowie von Pflegestützpunkten, Kassen, Pflegeanbietern und Kommunen. Außerdem sind auch bereits existierende Wohngemeinschaften im Land beteiligt. syr

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In Stuttgart können sich Interessierte kundig machen. Foto: Kneschke, fotolia

FaWo – Fachstelle für ambulant unterstützte Wohnformen Senefelderstraße 73 70176 Stuttgart Telefon 0711 6375-762 oder 763, Fax 0711 6375-761 fawo@kvjs.de www.kvjs.de/soziales/senioren/fawo.html

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Serie: Werkstatt Wohnen

Ausstellung wird zum Selbstläufer
Die KVJS-Musterwohnung für barrierefreie Räume
Vor gut 15 Monaten eröffnete der KVJS seine Werkstatt Wohnen nach einer umfangreichen Sanierung. „Seither ist die Musterschau zum Selbstläufer geworden“, sagt der Leiter der Werkstatt Wohnen Werner Stocker.
„Wir haben mehrmals pro Woche Besichtigungen und Führungen für Gruppen wie für Einzelpersonen“, berichtet der KVJSExperte. Unter den Interessierten waren chinesische Krankenpflegerinnen, Fachleute von Baugenossenschaften, von der Bundesfachgruppe Seniorenwohnstifte, von Wohnberatungsstellen und Kreisseniorenräten sowie von Hochschulen aus der Region. Auch einzelne Senioren, Menschen mit Behinderungen und Angehörige ließen sich in großer Zahl die Musterwohnung zeigen. Zudem bietet die Werkstatt Wohnen Fortbildungen und Vorträge. „Auf besonders großes Interesse stoßen bei den Besuchergruppen Lösungen aus dem Bereich der neuen Technologien, etwa Ambient Assisted Living, auf deutsch alltagsunterstützende Assistenzleistungen“, erklärt Stocker. Die Gruppen ließen sich beispielsweise unterschiedliche Sensortypen zeigen oder erklären, wie Tablet-PCs und Smartphones das selbständige Wohnen komfortabler und sicherer machen können. Die Musterwohnung für barrierefreies Wohnen zeigt den neuesten Stand an baulichen Lösungen und Einrichtungsvorschlägen, um ein Haus oder Apartment an die eigenen Bedürfnisse im Alter oder bei Behinderung anzupassen. Zudem zeigt die Ausstellung eine Vielzahl praktischer Hilfsmittel wie etwa ein Großtasten-Telefon oder eine sensor-gesteuerte Nachtbeleuchtung. Zahlreiche Kooperationspartner aus Forschung, KVJS-Werkstatt Wohnen. Architektur und Handwerk sowie aus dem Sozialbereich und der Verwaltung wirkten an der Neukonzeption mit. syr

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Foto: Zacke

Wir laden Sie herzlich ein zu einem virtuellen Rundgang durch unsere Musterwohnung:
www.kvjs.de Die Werkstatt Wohnen präsentiert Ihnen in ihrem Online-Portal neue virtuelle Räume mit baulichen Lösungen, Möbeln und Hilfsmitteln. Mit zahlreichen Fotos und leicht verständlichen Texten erläutern wir Ihnen die Anwendungsmöglichkeiten und eventuelle bauliche Voraussetzungen.

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Für Gewaltopfer gibt es Hilfe
Kommunales Personal kann sich beim KVJS schulen lassen
Eine Frau wird von ihrem Freund verprügelt. Passanten werden in der U-Bahn-Station überfallen. Ein Kind muss zusehen, wie der Vater die Mutter erschlägt: Menschen, die Opfer von Gewalttaten werden, leiden ihr Leben lang. Der KVJS schult die Mitarbeiter in den Kreisen und hilft Betroffenen.
von Peter Haubenwallner, Leiter des Versorgungsamtes und der Hauptfürsorgestelle München a. D. Oft tragen sie körperlich oder seelische Schäden davon und haben mit wirtschaftlichen Einbußen zu kämpfen. Zwar müsste der Täter Schadenersatz leisten. Doch meist ist nichts zu holen. Der Staat lässt besonders schwer getroffene Opfer nicht im Regen stehen. Die Versorgung – besser Entschädigung – von Opfern von Gewalttaten stellt einen Teilbereich der Sozialen Entschädigung dar (§§ 5, 24 und 68 Erstes Buch Sozialgesetzbuch). Hat eine Gewalttat bleibende Gesundheitsschäden verursacht, erhält die betreffende Person medizinische und wirtschaftliche Leistungen. Voraussetzung ist, dass tatsächlich eine konkrete Gewalttat nachgewiesen ist und dies zu einer Behinderung, also zu einer nicht nur vorübergehenden körperlichen, geistigen oder seelischen Gesundheitsstörung, geführt hat. Je nach Schwere der Schädigung bietet das Bundesversorgungsgesetz – hier ergänzt durch das Opferentschädigungsgesetz – Heil- und Krankenbehandlung als Teil einer Grundversorgung an, daneben unter Umständen mehrere Entschädigungsrenten. Betroffene können sich in Baden-Württemberg an die Versorgungsämter wenden. Mit dieser Grundversorgung ist es aber häufig nicht getan. Eine Fülle ergänzenMenschen können sich als Zeugen zur Verfügung stellen ...

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der Leistungen zeigt sich in der Praxis als notwendig. Beispielhaft sind berufliche Umschulung, berufliche Fortbildung, behindertengerechte Ausgestaltung des Arbeitsplatzes, Erholungshilfe, ergänzende Hilfe zum Lebensunterhalt, Pflegeleistungen und das weite Feld der Eingliederungshilfe erwähnt – es gibt über 40 Möglichkeiten, Gewaltopfern zu helfen. Sachlich zuständig für diese ergänzenden Leistungen sind in Baden-Württemberg grundsätzlich die Kriegsopferfürsorgestellen bei den 44 Landratsämtern und Verwaltungen der Stadtkreise. Für besonders schwer Beschädigte, die sogenannten Sonderfürsorgeberechtigten, ist die Hauptfürsorgestelle beim KVJS zuständig. Für sie bietet der Staat noch mehr Beratung und

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Betreuung und zum Beispiel höhere Geldleistungen an. Sinngemäß gelten die bisherigen Ausführungen auch für Hinterbliebene wie Witwen und Waisen von Gewaltopfern. Derzeit erhalten in Deutschland etwa 168 000 Personen so genannte Soziale Entschädigung. Davon beziehen etwa 21 000 Menschen Leistungen als Gewaltopfer. In Baden-Württemberg gibt 35 000 Empfänger Sozialer Entschädigung, darunter 1 900 Gewaltopfer. Fast die Hälfte der Gewaltopfer sind Kinder Bei den Ämtern und Behörden finden sie Hilfe. Um auf dem Laufenden zu bleiben, legt der Öffentliche Dienst Wert auf Fortbildungen. „Lernen ist wie Rudern gegen den Strom. Hört man damit auf, treibt man zurück“, wusste bereits der im sechsten Jahrhundert vor Christus lebende chinesische Philosoph Laozi. Folgerichtig stellt Fortbildung ein wichtiges Standbein des KVJS dar. Er bietet – wie auch seine Vorgänger, die Landeswohlfahrtsverbände – seit seiner Gründung zum 1. Januar 2005 unter anderem Seminare zur Sozialen Entschädigung an. In diesem schwierigen und (noch) in einer Reihe von Rechtsnormen verzettelten Gebiet schult der KVJS regelmäßig Führungskräfte und sachbearbeitendes Personal der erwähnten Kriegsopferfürsorgestellen ... oder als Ersthelfende eingreifen. Fotos: Weißer Ring und der Haupt-

fürsorgestelle. Dazu treten KVJS-Fortbildungsveranstaltungen für Jugendämter. Sie erbringen bei jugendlichen Gewaltopfern nach dem Achten Buch des Sozialgesetzbuches die geeigneten Maßnahmen und Leistungen. Denn fast die Hälfte der Gewaltopfer sind Kinder. Das Soziale Entschädigungsrecht unterliegt einem fachlichen sowie organisatorischen Wandel. Anpassungen an gesellschaftliche Strömungen, Abstimmung mit anderen Sozialrechtsgebieten und Verwaltungsreformen prägen seit vielen Jahren das Bild. Noch in diesem Jahrzehnt wird aller Voraussicht nach zunächst die Gewaltopferentschädigung reformiert. Vor allem soll das gesamte Soziale Entschädigungsrecht in einem Buch des Sozialgesetzbuches kodifiziert werden. Also: Fortbildung ist weiterhin angesagt. 13

Fortbildung Gewaltopferfürsorge
Das KVJS-Seminar bietet Fach- und Führungskräften in Jugendämtern und Gewaltopferfürsorge theoretischen Input, Fallbeispiele und Gelegenheit zur Diskussion. Veranstaltungsnummer 15-2-EHE1-1 Zeit und Ort 14. – 15. April 2015 KVJS-Tagungszentrum Gültstein Referent: Peter Haubenwallner, München Weitere Seminare zur Opferfürsorge, etwa zur Kriegsopfer-Fürsorge, finden Sie unter www.kvjs.de/fortbildung/startseite-fortbildung/ freie-suche.html, Stichwort „Opferfürsorge“ Information und Anmeldung: KVJS-Fortbildung Telefon 0711 6375-610 fortbildung@kvjs.de

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Neuer Knoten geknüpft
Barrierefreier Neubau erweitert Angebotsnetz der LWV.Eingliederungshilfe
Rund 70 Gäste feierten die Eröffnung eines neuen Wohnprojekts für Menschen mit Behinderung der LWV.Eingliederungshilfe GmbH in der Laichinger Goethestraße. Bis zu 22 Personen können in dem komplett barrierefreien Haus ambulant oder stationär betreut wohnen.
Von Stephan Gokeler Vor ziemlich genau fünf Jahren hat die LWV.Eingliederungshilfe (L.EH) erstmals in Laichingen zu einer Einweihung geladen: In einer ehemaligen Glasbläserei in der Gottlieb-Daimler-Straße wurde eine kleine Außenstelle der Werkstatt für behinderte Menschen des Ulmer Tannenhofs eröffnet. Dort ist inzwischen ein Neubau entstanden, in dem mehr als 50 Menschen mit Behinderung einen Arbeitsplatz haben. In Heroldstatt, Blaubeuren und Laichingen hat die L.EH außerdem Wohnungen angemietet und an Menschen mit Handicap weitervermietet. Mit dem Neubau in der Goethestraße wird die Angebotspalette nun abgerundet. Ausgangspunkt für diese Entwicklung war einerseits der gemeinsame Teilhabeplan für Menschen mit Behinderung, der vom Alb-Donau-Kreis und der Stadt Ulm erstellt wurde und einen Bedarf an zusätzlichen Angeboten in der Laichinger Region konstatierte. Zugleich musste die L.EH in ihrer Einrichtung Tannenhof in Ulm erhebliche Sanierungen in Angriff nehmen und Plätze in dezentrale Angebote auslagern. Das neu gebaute Wohnhaus in der Goethestraße werde ein wichtiger Knotenpunkt im Netz der Angebote für Menschen mit Behinderung sein, sagte L.EH-Geschäftsführer Joachim Kiefer in seiner Begrüßung. Einzelapartments für ambulant betreutes Wohnen und kleine Wohngemeinschaften für stationäre Betreuung unter einem gemeinsamen Dach böten eine gute Voraussetzung, Übergänge zu gestalten und Menschen mit Behinderung zu einem möglichst selbstbestimmten Leben zu ermutigen. Individuelles Assistenzangebot Für die Baukosten in Höhe von knapp zwei Millionen Euro erhielt die L.EH Zuschüsse des Kommunalverbands für Jugend und Soziales Baden-Württemberg (KVJS) sowie vom Land. Dieter Steck, stellvertretender Direktor des KVJS, äußerte in seinem Grußwort die Überzeugung, dass Der stellvertretende KVJS-Verbandsdirektor Dieter Steck und L.EH Geschäftsfüh- das neue Wohnangebot ein wichtiger rer Joachim Kiefer (von links) zeigen den Gästen die Räume. Foto: Gokeler Schritt zur Dezentralisierung sei.

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Neue Chancen für Menschen mit psychischen Erkrankungen
Fachtag „Neue Perspektiven für die Gemeindepsychiatrie“
Im Januar ist in Baden-Württemberg das Psychisch-Kranken-Hilfe-Gesetz in Kraft getreten, das die Rechte psychisch kranker Menschen stärkt. Nun gilt es, dieses Gesetz in der Praxis umzusetzen. Die drei Kommunalen Landesverbände, der KVJS und die Liga der Freien Wohlfahrtspflege haben den Impuls des Gesetzgebers aufgegriffen und zu einer Fachtagung eingeladen.
Mit dem neuen Gesetz werden Leistungen erweitert. Zum Beispiel werden in den Stadt- und Landkreisen erstmals Informations-, Beratungs- und Beschwerdestellen eingerichtet. Das sind Anlaufstellen, die zwischen psychiatrischen Einrichtungen und Betroffenen vermitteln und über wohnortnahe Hilfsangebote informieren. Die Arbeit der Sozialpsychiatrischen Dienste wird erstmals auf eine gesetzliche Grundlage gestellt. Besuchskommissionen sollen die Qualität in stationären psychiatrischen Einrichtungen überprüfen. Bereits 2012 stockte die Landesregierung die Förderung der Sozialpsychiatrischen Dienste um zwei Millionen Euro jährlich auf. Für die Umsetzung des neuen Gesetzes steht jährlich eine weitere Million Euro zur Verfügung. „Dem Gesetz ging ein breiter Beteiligungsprozess voraus, weshalb es auch hohe Zustimmung auf politischer Ebene fand“, sagte Senator e. h. Prof. Roland Klinger vom KVJS in seiner Begrüßung. „Darauf sind wir alle stolz. Nun gilt es, das Gesetz gemeinsam mit allen Beteiligten vor Ort umzusetzen.“ Deshalb haben rund 300 Fachleute, Menschen mit PsychiatrieErfahrung und Angehörige beim Fachtag Ansätze für die Praxis erarbeitet. Im Fokus standen die Versorgung im Gemeindepsychiatrischen Verbund, die Informations- und Beschwerdestellen sowie die

Fachtagung Psychiatrie
Neue Perspektiven für die Gemeindepsychiatrie –
Baden-Württemberg bekommt ein Psychisch-Kranken-Hilfe-Gesetz

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Frage, ob die Sozialpsychiatrischen Dienste Motor für die Weiterentwicklung sein können. „Was wir brauchen, sind einheitliche und flächendeckende Standards in der Grundversorgung durch die Sozialpsychiatrischen Dienste“, sagte Eva-Maria Armbruster, Vorsitzende der Liga der Freien Wohlfahrtspflege. Auch die Betroffenen begrüßen das Gesetz und freuen sich, „dass damit den besonderen Belangen von Psychiatrie-Erfahrenen Rechnung getragen wird“, sagte Rainer Höflacher vom

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Landesverband Psychiatrie-Erfahrener Baden-Württemberg. Dennoch hätten sie sich noch mehr Innovatives gewünscht. Für Sozialministerin Katrin Altpeter liegt die Bedeutung des Psychisch-KrankenHilfe-Gesetzes darin, dass damit zum ersten Mal die Rahmenbedingungen für eine

wohnortnahe und bedarfsgerechte Versorgung von Menschen mit einer psychischen Erkrankung verbindlich vorgegeben werden. „Davon profitieren nicht nur die 100 000 Menschen in psychiatrischer Behandlung in Baden-Württemberg, sondern auch deren Angehörige“, so die Ministerin. rei

Tagung zur beruflichen Inklusion
16 Die integrative Akademie des Schwarzwälder Hofguts Himmelreich richtete im November eine Tagung zum Thema Inklusion von Menschen mit Behinderung im ersten Arbeitsmarkt aus. Fazit: Im internationalen Vergleich kann Baden-Württemberg mit seiner Aktion 1000 und deren Nachfolgern einen Spitzenplatz beanspruchen. Seit 2005 wurden bislang rund 3 300 besonders betroffene schwerbehinderte Menschen in den allgemeinen Arbeitsmarkt integriert. Auch beim Schwerpunktthema Integration im Bereich Hotel- und Gaststätten liegt Baden-Württemberg mit 16 Integrationsunternehmen in diesem Bereich weit vorne. mok

Jetzt gestartet: Tour de BEM
Das Betriebliche Eingliederungsmanagement (BEM) hilft, die Beschäftigungsfähigkeit von Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern dauerhaft zu sichern – trotz längerer oder wiederholter Krankheitszeiten. „Wieder eingliedern statt entlassen“ lautet das erklärte Ziel. Unternehmen können so wertvolle Fachkompetenzen und die Erfahrungen ihrer langjährigen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sichern. Wie BEM zum Gewinn für Unternehmen und Beschäftigte wird, darüber informieren die Deutsche Rentenversicherung und das KVJS-Integrationsamt bei mehreren Veranstaltungen in BadenWürttemberg. Tour-Stationen sind hier zu finden: www.kvjs.de/behinderung-und-beruf/ aktuellesservice.html mok

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KVJSaktuell

Integration

Serie: Ausgezeichnet!

Wenn alle so arbeiten würden …
KVJS ehrt beispielhaft behindertenfreundlichen Arbeitgeber
Bei der Maertin & Co. AG Technischer Fachhandel in Freiburg gehören Menschen mit Behinderung einfach dazu. Ein Besuch in einem Familienunternehmen.
Alle nennen ihn Schumi, obwohl Geschwindigkeit nicht seine große Stärke ist. Dafür Präzision und Zuverlässigkeit. Deshalb wird Jens Schumacher, wie er vollständig heißt, seit mehr als zehn Jahren bei der Firma Maertin geschätzt. „Unsere beiden schwerbehinderten Mitarbeiter in der Produktion machen eher einfache Arbeiten, aber das in sehr hoher Qualität und über den ganzen Tag hinweg“, sagt Geschäftsführerin Stefanie Maertin. Ihr Vater, Vorstand Axel Maertin, ergänzt: „Wenn alle so arbeiten würden, wäre ich zufrieden.“ Seit Jahren arbeitet die Firma eng mit der Werkstatt für behinderte Menschen (WfbM) des Caritasverbands FreiburgStadt zusammen. Aufträge, die nicht selbst abgearbeitet werden können, gehen an die Werkstatt. So reifte die Idee, einen Beschäftigten der Werkstatt ins Unternehmen zu holen. Seit mehr als zehn Jahren ist Schumi nun ein unverzichtbares Mitglied des Teams. Wie mittlerweile auch ein zweiter ehemaliger WfbM-Beschäftigter. Präzision gefragt Die Firma Maertin handelt vor allem mit technischen Spezialartikeln aus Gummi und Kunststoff und technischen Teilen für die Industrie, das Handwerk und auch für Privatleute. Angegliedert ist auch eine Werkstatt, die Produkte nach Kundenwunsch anpasst und fertigt. Jens Schumacher stanzt und schweißt zum Beispiel Lamellenvorhänge aus Kunststoff für Industriespülmaschinen. Firmenleitung, Vorgesetzte und Kollegen ziehen bei der Inklusion der insgesamt vier Mitarbeiter mit Behinderung an einem Strang. Dazu gehören Rücksichtnahme und gezielte Förderung von Fähigkeiten. Und eine Vielzahl von gemeinsamen Freizeitaktivitäten. Für Schüler der Sonderschule und WfbM-Beschäftigte gibt es Praktikumsplätze. Dass bei 53 MitarbeiJens Schumacher fertigt Lamellenvortern die vorgeschriebene hänge aus Plastik. Foto: Kleusch Schwerbehindertenquote um 100 Prozent übertroffen wird, ist da nur noch eine Randnotiz. mok

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Info

Das KVJS-Integrationsamt zeichnete Maertin am 5. Dezember als „Beispielhaft behindertenfreundlicher Arbeitgeber“ aus.

KVJSaktuell

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Integration

Mit dem Vakuum-Schlauchheber geht´s leichter
Das KVJS-Integrationsamt informiert auf der REHAB Karlsruhe
Vom 23. bis 25. April 2015 findet in Karlsruhe wieder die REHAB – internationale Fachmesse für Rehabilitation, Therapie und Prävention – statt. Das KVJS-Integrationsamt ist mit einem Mitmach-Stand dabei.
Für die REHAB hat sich das Ausstellungsteam etwas Besonderes ausgedacht. Das Augenmerk liegt in diesem Jahr auf der barrierefreien Einrichtung von Arbeitsplätzen. Die Firma Schmalz, ein langjähriger Partner, stellt für den Messestand einen Vakuum-Schlauchheber JumboFlex zur Verfügung. Damit können die Besucher selbst ausprobieren, wie leicht es ist, schwere Gegenstände zu bewegen, wenn man die richtige Ausrüstung hat. Wer selbst mal Hand anlegen möchte: Der Stand des KVJS-Integrationsamtes ist in Halle 2, Stand Nummer L21, zu finden. Rückenleiden und damit verbundene Probleme beim Heben nehmen zu. Umso wichtiger ist es, einen Arbeitsplatz so anzupassen, dass körperliche Einschränkungen ausgeglichen werden. Zum Thema Einrichtung von Arbeitsplätzen werden deshalb an zwei Tagen Fachleute des Technischen Beratungsdienstes beim KVJS-Integrationsamt Vorträge anbieten. Auf der REHAB präsentieren über 500 Aussteller aktuelle Entwicklungen der Reha-, Orthopädie- und Medizintechnik, informieren über innovative Produkte und spezialisierte Dienstleistungsangebote für Menschen mit einer Einschränkung. Insgesamt werden 25 000 Besucher auf einer Ausstellungsfläche von über 30 000 Quadratmetern, verteilt auf zwei barrierefreie Messehallen, plus Aktionshalle und Freigelände erwartet. mok

Das richtige Gerät macht Schweres leicht.

Foto: Schmalz

Ein echter Hingucker: Der Stand des KVJS-Integrationsamtes.

Foto: Kleusch

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KVJSaktuell

Integration

Unternehmen: Kostenlos zur REHAB
Die REHAB ist eine umfassende Informationsquelle für Schwerbehindertenvertreter, Beauftragte des Arbeitgebers, Betriebs- und Personalräte, kurz: für alle, die im Unternehmen mit Arbeitsplatzausstattung zu tun haben. Deshalb stellt das KVJS-Integrationsamt allen interessierten Unternehmen Gutscheine für den kostenlosen Besuch der REHAB zur Verfügung. Die Interessenten müssen nur eine Mail mit ihren Kontaktdaten und dem Betreff „Eintrittskarte REHAB 2015“ an die Mailadresse integrationsamt@kvjs.de schicken. Sie bekommen dann einen LoginCode für die Eintrittskarte. Mit diesen Login-Daten (Benutzername und Passwort) können sie dann im Internet die Gastkarten ausdrucken. Dieser Ausdruck ist eine direkte Eintrittskarte zu der Veranstaltung. mok

Selbstverständlich barrierefrei: Die Fachmesse für Rehabilitation, Therapie und Prävention Foto: REHAB

KVJSaktuell

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Integration

Rad ab? Plakat für neue SBV
Dem Rollstuhl auf der Hebebühne fehlt ein Rad. Eine Person in Monteurkleidung bringt es sorgfältig wieder an. Mit diesem Plakatmotiv will das KVJS-Integrationsamt den neu gewählten Schwerbehindertenvertretungen die Möglichkeit geben, sich auf ungewöhnliche Art im Betrieb vorzustellen. Der Text des Plakates lautet: „Sprechen Sie mich an, wenn´s für Sie nicht rund läuft!“ Gefolgt von: „Ich bin die neue Schwerbehindertenvertreterin. Damit Menschen mit Behinderung bei uns jederzeit ein offenes Ohr finden und eine Stimme bekommen. Und damit Menschen ohne Handicap helfen, die Räder für alle rollen zu lassen.“ Ein freies Feld bietet die Möglichkeit, Kontaktdaten, Sprechzeiten und andere Informationen einzutragen – direkt am PC oder per Hand. Das Plakat steht in den Varianten Schwerbehindertenvertreter und Schwerbehindertenvertreterin zum Herunterladen und Ausdrucken in Internet zur Verfügung: www.kvjs.de/behinderung-und-beruf/ betriebliches-integrationsteam/ schwerbehinderten-vertretung.html mok

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KVJS-Integrationsamt auf Tagung für Schwerbehindertenvertretungen
„Inklusion ist nicht umsonst“ lautete der Titel der Tagung für Schwerbehindertenvertretungen in Betrieben, Behörden und Schulen, die vom 8. bis 10. Oktober in der Evangelischen Akademie Bad Boll stattfand. Karl-Friedrich Ernst, Leiter des KVJSIntegrationsamtes stellte in einem Vortrag die wesentlichen Entwicklungen aus dem Geschäftsbereich des baden-württembergischen Integrationsamtes vor. Der Workshop „Prävention und betriebliches Eingliederungsmanagement (BEM)“ wurde von Pia Zinser-Flum, Mitglied des Schulungsteams beim KVJS-Integrationsamt, geleitet. 			 mok

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KVJSaktuell

Jugend

Treffpunkt Ganztagsschule
Fachtag bringt Schule und Jugendhilfe zusammen
Die Kinder sollen künftig ganztägig die Schule besuchen können. Dabei sollen Bildung und außerschulische Angebote qualitativ aufeinander abgestimmt sein: Schulen sollen sich Vereinen, Verbänden und der Jugendhilfe öffnen und andersherum. Das ist das Ziel des neuen Schulgesetzes. Ein gemeinsamer Fachtag widmete sich nun der qualitativen Weiterentwicklung.
„Die Jugendhilfe hat viel Erfahrung und auch Qualitätsstandards bei der Erziehung, Betreuung und Bildung von Kindern und Jugendlichen, von denen die Schulen bei der Entwicklung gemeinsamer Konzepte profitieren können“, sagt KVJS Jugenddezernent Roland Kaiser. „Nur so wird die Ganztagsschule ein attraktiver Lern- und Lebensort.“ Für den Ganztagsbetrieb erhalten die Grundschulen zusätzliche Lehrerstunden, von denen sie bis zu 50 Prozent als Finanzleistungen für außerschulische Angebote einsetzen können. Nach Aussagen des Städtetags und des Kultusministeriums wollen die neuen Ganztagsschulen 18 Prozent der Mehrstunden für Angebote außerschulischer Partner nutzen – also zum Beispiel für Musik- oder Sportangebote von Vereinen oder Trägern der Jugendarbeit. Im Schuljahr 2014/2015 arbeiten 179 Grundschulen als Ganztagsschulen nach der neuen gesetzlichen Regelung. Staatssekretärin Marion von Wartenberg betonte, dass die Schulen pädagogischen Gestaltungsraum haben, um die jeweiligen Angebote vor Ort mit Belangen ihrer Schüler und dem Schulprofil in Einklang zu bringen: „Alle profitieren vom neuen Ganztagsschulkonzept – die Kinder und Familien, die Schulen und die Vereine. Wir verbessern die Förderung für jede Schülerin und jeden Schüler und erhöhen damit die Qualität der Grundschulen im Land.“ Obwohl die Ganztagsschulen in BadenWürttemberg noch relativ jung sind, gibt

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Jahrestagung Schulsozialarbeit 2014
Ganz im Zeichen des schulischen Wandels stand auch die letztjährige Jahrestagung Schulsozialarbeit in Bad Boll: Unter dem Motto „Mitgestalten und mitnehmen“ wurde dieser anhaltende Wandlungsprozess in verschiedenen Fachvorträgen und praxisnahen Workshops thematisch aufgegriffen und vertieft. An der Kooperationsveranstaltung des KVJS mit dem Verein Netzwerk Schulsozialarbeit Baden-Württemberg (Surftipp: www.netzwerk-schulsozialarbeit.de) nahmen rund 170 Schulsozialarbeiter aus dem ganzen Land teil. Die Tagungsunterlagen sind im Internet eingestellt unter www.kvjs.de/jugend/aktuellesformulare-service/tagungsunterlagen/jahrestagungschulsozialarbeit-2014-in-bad-boll.html add

Info

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Jugend

es bereits Ansätze der Zusammenarbeit zwischen Schule und Jugendhilfe. Je besser die Vernetzungen zwischen allen Beteiligten sind, desto eher lässt sich gemeinsam Ganztagsschule gestalten. Zur Fachveranstaltung trafen sich mehr als 150 Sozialpädagogen, Lehrer und Verwaltungsfachleute und diskutierten über die praktische und qualitative Ausgestaltung der Kooperation an Ganztagsgrundschulen. Die gilt es nun auf kommunaler Ebene zwischen allen Beteiligten weiter zu diskutieren und auszubauen.

Die gemeinsame Veranstaltung des KVJS-Landesjugendamtes, der Serviceagentur „Ganztägig lernen“ und der Landesarbeitsstelle Kooperation Baden-Württemberg sowie dem Landesinstitut für Schulentwicklung steht in einer langjährigen Tradition gemeinsamer Veranstaltungen des Landesjugendamts mit der Schule. Begonnen hatte alles mit dem Ausbau der Schulsozialarbeit. Später standen grund-sätzliche Fragen der Kooperation von Jugendhilfe und Schule im Mittelpunkt. 			 	 rei

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Förderprogramm Jugendhilfe 2015: Antragsfrist beachten
Noch bis zum 28. Februar 2015 können Anträge auf Förderung im Rahmen des Programms „Modellvorhaben zur Weiterentwicklung der Jugendhilfe“ eingereicht werden. Der KVJS fördert modellhafte Vorhaben, die auf Herausforderungen in der Jugendhilfe reagieren. Die Maximalförderzeit beträgt drei Förderjahre. Nähere Information finden Sie hier: www. kvjs.de/jugend/projekte.html add

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KVJSaktuell

Jugend

STÄRKE macht Familien stark
Seit 2014 punktet das Landesprogramm mit neuen Angeboten
Das Landesprogramm STÄRKE hat sich in den vergangenen Jahren als wirksames präventives Angebot etabliert und ist inzwischen eine der tragenden Säulen innerhalb der Maßnahmen zum Kinderschutz in Baden-Württemberg. Neue Bildungsangebote erreichen Familien jetzt noch besser.
STÄRKE ist in den letzten Jahren immer bekannter geworden. Vor Ort ist es gelungen, ein vielfältiges und bedarfsgerechtes Angebot im Bereich der Gutscheinkurse und der Kurse für besondere Lebenslagen zu entwickeln. So stieg die Quote der Gutscheineinlösung von Jahr zu Jahr: Wurden 2010 noch 23 500 Gutscheine verbraucht, so waren es Ende 2013 bereits über 29 000. Auch die Anzahl der Kurse erhöhte sich in den letzten drei Jahren kontinuierlich von 1 000 auf fast 1 500, wobei die Vernetzung zwischen Kursanbietern und Jugendämtern weiter ausgebaut wurde. Bei den Kursen in besonderen Lebenslagen ist es gelungen, vor allem Alleinerziehende, Familien mit Migrationshintergrund und Familien, die von Krankheit oder Behinderung betroffen waren, zu erreichen. Seit Start des Programms im September 2008 wurden mit STÄRKE bis Ende 2013 mehr als 170 000 Familien unterstützt. Um insbesondere Familien mit besonderem Unterstützungsbedarf noch besser zu erreichen und neue Fördermöglichkeiten aufzunehmen wurde STÄRKE zum 1. Juli 2014 umgestaltet. Neu ist zum Beispiel die Förderung von offenen Treffs, die grundsätzlich alle Familien ansprechen aber auch gezielt Personengruppen wie etwa Migrantinnen oder Alleinerziehende in den Blick nehmen und auf Familienbildungsangebote aufmerksam machen. Die Qualitätskriterien für die offenen Treffs sind in einer vom KVJS gemeinsam mit dem Sozialministerium und dem Mütterforum entwickelten FAQ-Liste mit dem Titel „10 Fragen zur Förderung von Offenen Treffs aus Mitteln des Landesprogramms STÄRKE“ festgehalten. Eine wichtige Quelle für Weiterentwicklungen sind auch die Regionaltreffen zum fachlichen Erfahrungsaustausch, die der KVJS regelmäßig durchführt. Die Jugendämter haben die Möglichkeit sich auszutauschen und zu vernetzen. Verbesserungsvorschläge und Änderungswünsche zur Programmdurchführung werden zur Prüfung an das Sozialministerium weitergeleitet. add/tir

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Die neue Rahmenvereinbarung STÄRKE wurde am 27.05.2014 unterzeichnet und ist zum 01.07.2014 in Kraft getreten. Es stehen jährlich vier Millionen Euro Landesmittel zur Verfügung. Das KVJS-Landesjugendamt verwaltet weiterhin die Verteilung der finanziellen Mittel, koordiniert die Programmdurchführung und berät die Jugendämter und Bildungsträger. Die FAQ-Liste ist auf der KVJS-Homepage eingestellt unter www.kvjs.de/jugend/kinderschutz/staerke/ alles-was-sie-fuer-das-landesprogramm-staerkebrauchen.html. Klicken Sie auf „Die zentralen Fragen zum Programm“.

Info

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Jugend

KVJS unterstützt Berufseinsteiger
Fortbildungsangebot für Mitarbeiter im Allgemeinen Sozialen Dienst
Der Allgemeine Soziale Dienst (ASD) des Jugendamtes stellt hohe Anforderungen an seine Mitarbeiter. Um Berufseinsteiger im ASD auf ihr neues Aufgabenfeld vorzubereiten, hat eine Arbeitsgruppe aus ASD-Leitern gemeinsam mit dem KVJS-Landesjugendamt ein Fortbildungsangebot entwickelt, das sich einer sehr großen Nachfrage erfreut.
Wenn von einer Gefährdungseinschätzung beim Kindeswohl, Hilfeplanung, Kooperationsanforderungen mit Schulen oder Familiengerichten, spezifischer Fachkompetenz bei psychischen Erkrankungen oder Suchtproblemen die Rede ist, dann beschreibt dies nur einen Teil der Aufgaben und Fähigkeiten, welche die Mitarbeiter des ASD mitbringen müssen. Auch die hohen Erwartungen der Öffentlichkeit an die Kinderschutzarbeit des ASD erfordern ein hohes Maß an Belastbarkeit. Viele Jugendämter in Baden-Württemberg möchten deshalb den Berufseinsteigern im ASD so viel Unterstützung wie möglich zukommen lassen. Daraus resultierte ein Fortbildungskonzept, das den Anforderungen in besonderem Maß Rechnung trägt und die örtlichen Einarbeitungskonzepte unterstützen und ergänzen soll. Referenten, die sowohl über Leitungserfahrung im ASD als auch über Methoden- und Fachkompetenz zu den einzelnen Themen verfügen, vermitteln in zwei Veranstaltungen mit insgesamt fünf Seminartagen sowie fünf vertiefende Beratungen in regionalen Praxisgruppen das nötige Handwerkzeug beziehungsweise arbeitsfeldspezifische Wissen. Seit August 2013 existiert dieses KVJS-Fortbildungsangebot, das auf eine Dauer von neun Monate angelegt ist und bereits drei Mal stattgefunden hat. Die Auswertung zeigt, dass die Fortbildung bei den bisher insgesamt 64 Teilnehmern aus 26 Jugendämtern auf eine sehr positive Resonanz gestoßen ist. Besonders positiv bewertet wurde die Anwendbarkeit der Fortbildungsinhalte in der eigenen Arbeitspraxis sowie die Möglichkeit der vertiefenden Behandlung in den Praxisgruppen. Die hohe Zahl der Anmeldungen führte dazu, dass nur 60 Prozent der Interessenten auch tatsächlich an den Fortbildungen teilnehmen konnten. Auch in Zukunft ist zu befürchten, dass bei einer Vielzahl an Anmeldungen nicht alle Interessenten zum Zug kommen, da die Fortbildungskapazitäten bei gleicher Qualität nicht beliebig erweitert werden können. Deshalb berät und unterstützt das Referat 43 beim KVJS-Landesjugendamt interessierte Jugendämter bei der Entwicklung und Durchführung von Inhouse-Schulungen, bei denen einzelne Elemente des KVJSFortbildungskonzeptes mit einfließen können. jrb Ansprechpartner beim KVJS Stefanie Alter-Betz Telefon 0711 6375-434 Olaf Hillegaart Telefon 0711 6375-437

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Forschung

Jugendliche wollen Beteiligung leben
Begleitkreise gestalten den KVJS-Forschungsprozess mit
Im Januar 2014 ist das KVJS-Forschungsvorhaben „Beteiligung leben!“ gestartet. Bis heute ist das Vorhaben auf große Resonanz gestoßen. Der Forschungsprozess wird durch zwei Begleitkreise unterstützt.
Bis Dezember 2014 haben alle Jugendämter und 46 Prozent der Einrichtungen der Heimerziehung und sonstigen betreuten Wohnformen in Baden-Württemberg an der schriftlichen Befragung teilgenommen. Außerdem konnten 254 Kinder und Jugendliche sowie 77 Eltern erreicht werden. Ein Markenzeichen des Forschungsvorhabens ist die aktive Einbeziehung der Betroffenen in die Gestaltung des Forschungsprozesses. Sie wird unter anderem in Form von Begleitkreisen realisiert. Ein Novum ist der Begleitkreis für Kinder und Jugendliche aus Einrichtungen der Heimerziehung, der bereits interessante Hinweise für die Wissenschaftler und Wissenschaftlerinnen geliefert hat (siehe KVJS-Aktuell Heft 2, 2014). Dem Begleitkreis achpraxis gehören hingegen Fach- und Leitungskräfte aus Heimeinrichtungen und Jugendämtern sowie Mitglieder der Arbeitsgruppe Partizipation des Landesjugendamtes an. „Für die Wissenschaftler des Instituts für Sozialpädagogische Forschung Mainz e. V. und des Instituts für Erziehungswissenschaften der Eberhard Karls Universität Tübingen ist dies ein wichtiges Forum zur praxiskompatiblen Abstimmung des Forschungsprozesses und der reflexiven Validierung von Zwischenergebnissen“, so Heide Trautwein, Geschäftsführung KVJSForschung. add/ht

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Hintergrund
Das Forschungsvorhaben soll die fachliche Weiterentwicklung von Beteiligungs- und Beschwerdeverfahren in stationären Einrichtungen der Jugendhilfe in Baden-Württemberg unterstützen. Zunächst wird der konkrete Umsetzungsstand der aktuellen Praxis in Einrichtungen der Heimerziehung und sonstigen betreuten Wohnformen erhoben. Ausgehend von dieser Bestandsaufnahme werden der qualitative und strukturelle Weiterentwicklungsbedarf und die benötigten Rahmenbedingungen für die Umsetzung in Baden-Württemberg ermittelt und aufgezeigt. Als Ergebnis des KVJSForschungsvorhabens ist geplant, eine praxisnahe Handreichung zur Implementierung von Beteiligungs- und Beschwerdeverfahren für betriebserlaubnispflichtige Einrichtungen der Heimerziehung und sonstige betreute Wohnformen zur Verfügung zu stellen.

Info

KVJSaktuell

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Forschung

„Beteiligung muss geübt und erlernt werden“
Ein Gespräch über das KVJS-Forschungsvorhaben
Monika Schneider und Rainer Gregor nehmen Stellung.
Was waren Ihre Beweggründe, um sich im Begleitkreis zu engagieren? Schneider: „Kinder und Jugendliche haben das Recht, an Entscheidungen, die sie betreffen, beteiligt zu werden. Zugleich ist die Beteiligung aber auch wesentliche Voraussetzung dafür, dass unsere Hilfen angenommen werden und dass die beteiligten jungen Menschen und Eltern Vertrauen zu den Fachkräften des Jugendamts und der freien Träger gewinnen. Nicht zuletzt unsere Auseinandersetzung mit wirkungsorientierter Steuerung von Hilfen hat uns in unserem Jugendamt dazu gebracht, unsere Prozesse und Methoden der Hilfeplanung genauer unter die Lupe zu nehmen. Ich erhoffe mir daher, durch das Forschungsprojekt und im Begleitkreis Anregungen zu bekommen, wie wir Beteiligung besser umsetzen können.“ Gregor: „Zum einen ein pragmatischer Grund: In unserer Einrichtung findet seit zwei Jahren ein Projekt über Beteiligung statt, welches vom KVJS begleitet und unterstützt wird. Zum anderen meine persönliche Einstellung: Eine Zusammenarbeit mit Kindern und Jugendlichen sowie Mitarbeitern gleichermaßen kann erst erfolgreich sein, wenn Beteiligung gelingt.“ Hat die Mitwirkung im Begleitkreis Ihre Auseinandersetzung mit der Thematik verändert oder erweitert? Gregor: „Die Teilnahme im Begleitkreis zeigt für mich erneut die Vielschichtigkeit des Begriffes Beteiligung. Dabei geht es meines Erachtens um zwei Kernfragen: Wie kann Beteiligung bestimmt werden? Und wie kann sie für die Adressaten wirksam werden? Es gibt für eine wirkungsvol-

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Tagung im Stuttgarter Hospitalhof
Am 15.06.2015 findet im Hospitalhof in Stuttgart eine Arbeitstagung statt. Hier werden die Evaluationsergebnisse aus den quantitativen und qualitativen Erhebungen vorgestellt und diskutiert. Die Weiterentwicklungsbedarfe sollen dabei in einem kooperativen Prozess von öffentlichen und freien Trägern sowie jungen Menschen und Eltern beleuchtet werden. Eine Sonderausschreibung für diese Veranstaltung erfolgt im Frühjahr 2015. Ihr Ansprechpartner beim KVJS Michael Riehle Projektleitung Forschungsvorhaben „Beteiligung leben“ Telefon 0711 6375-489 Michael.Riehle@kvjs.de

Info

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KVJSaktuell

Forschung

le Beteiligung sicherlich kein Patentrezept, aber einige einfache Regeln: Die Gestaltungsspielräume müssen für die Kinder und Jugendlichen ersichtlich sein, dürfen sie weder über- noch unterfordern und sie benötigen Vorbilder bei den Erwachsenen, die Orientierung bieten und dort begrenzen, wo es sinnvoll ist. Beteiligung stellt für mich somit eine Befähigung dar, die geübt und erlernt werden muss.“ Schneider: „Durch die Diskussionen im Begleitkreis und durch den Fragebogen, den wir für das Forschungsvorhaben ausgefüllt haben, ist mir bewusster geworden, dass es viel mehr Situationen und Möglichkeiten gibt, in denen echte Beteiligung durch uns als Jugendamt gefördert werden kann, als ich bisher gedacht hatte. Das erfordert dann beispielsweise kreative Ideen und andere (Zeit)absprachen mit den Teilnehmenden eines Hilfeplangespräches.“ Das Forschungsvorhaben schafft auch Foren für die gemeinsame Diskussion und Weiterentwicklung der Praxis. Was wünschen Sie sich von den Einrichtungen und von den Jugendämtern? Schneider: „Die Einrichtungen, die bereits gute Methoden entwickelt haben, wie sie Kinder und Jugendliche an der Gestaltung des Gruppenalltags beteiligen oder auf die Hilfeplangespräche vorbereiten, ermutige ich, uns Ihre Erfahrungen weiterzugeben. Das geschieht bereits zum Beispiel durch Fortbildungen, zu denen eine Einrichtung unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter einlädt. Darüber hinaus wünsche ich mir, dass die Einrichtungen in unserem Landkreis und wir einmal gemeinsame Workshops planen und durchführen.“ Gregor: „Die Erkenntnisse des Forschungsvorhabens sollten sich bestmöglich in ge-

Rainer Gregor leitet den Bereich Stationäre Hilfen im Kinder- und Jugendheim Linzgau. Monika Schneider ist Leiterin des Jugendamtes im Landkreis Emmendingen. Fotos: privat

meinsamen Standards bei den öffentlichen und freien Trägern wiederfinden. Meiner Ansicht nach macht es darüber hinaus sicherlich Sinn, bei regelmäßigen Austauschtreffen in den Landkreisen zwischen Mitarbeitern von Jugendämtern und Einrichtungen das Thema Beteiligung als festen Tagesordnungspunkt zu verankern. Zudem sollte nicht vergessen werden, dass Beteiligung das Teilhaben am Alltag unserer Adressaten mit beinhaltet. Oft sind es die kleinen Gesten, die das Interesse am Mitmachen wecken: Beispielsweise eine schön gestaltete Geburtstagfeier auf der Wohngruppe oder eine Weihnachtskarte von dem zuständigen Mitarbeiter des Jugendamtes.“ Das Interview führte Gabriele Addow Informationen zur KVJS-Forschung finden Sie im Internet unter www.kvjs.de/forschung.html Ihre Ansprechpartnerin Heide Trautwein Geschäftsführung KVJS-Forschung Telefon 0711 6375-716 Heide.Trautwein@kvjs.de

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Info

KVJSaktuell

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Fortbildung

Die KVJS-Fortbildungen vermitteln Methodenkompetenz und neues Wissen.

Foto: Kleusch

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KVJS-Fortbildung: Innovativ und passgenau
Viele neue Veranstaltungen im Programm 2015
Über 8 000 Frauen und Männer haben im vergangenen Jahr an rund 480 Fortbildungen des KVJS teilgenommen, fast 1 600 standen darüber hinaus auf der Warteliste. Auch 2015 können Interessierte aus einer breiten Palette an Seminaren, Fachtagungen, Workshops und berufsbegleitenden Fortbildungsreihen das für sie passende Angebot wählen.
Veranstaltungen zur Eingliederungshilfe Die Forderung der Behindertenhilfe nach einer inklusiven Gesellschaft greift der KVJS auch in seinen Fortbildungen zur Eingliederungshilfe auf. Unter der Rubrik Inklusion findet sich unter anderem ein Fachtag zur Weiterentwicklung der Eingliederungshilfe und ein Fachtag zur Teilhabe am Arbeitsleben für Menschen mit schweren und mehrfachen Behinderungen. Angeregt durch das Forschungsvorhaben „Wirkungsanalyse des Fallmanagements in der Eingliederungshilfe (WiFEin)“ gibt es ein erweitertes Fortbildungsangebot zum Fallmanagement. Neu im Angebot sind Themenwie „professionelle Fallauswahl bei der Gestaltung begleitintensiver Verfahren“ sowie „Klärung des Hilfebedarfs und Umsetzung von Assessmentverfahren“. Die Veranstaltungen regen dazu an, Unterstützungsleistungen an den individuellen Bedürfnissen und Fähigkeiten der Menschen mit Behinderung auszurichten und bieten dafür eine praxisnahe Qaulifizierung. Veranstaltungen des Landesjugendamts Sowohl im Programm für die Kinder- und Jugendhilfe als auch im Programm für die Kindertagesbetreuung gibt es wieder ein umfassendes Angebot für Fachkräfte, die

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KVJSaktuell

Fortbildung

neu in ihrem Berufsfeld tätig sind oder die eine Leitungsfunktionen übernommen haben. Für das Programmangebot der Kindertagesbetreuung wurden fast 70 Prozent der Veranstaltungen neu konzipiert. So gibt es in 2015 und 2016 zum Beispiel eine längerfristige Fortbildung mit einem Zertifikatsabschluss für neue Leitungen von Kindertageseinrichtungen (siehe S. ??.) Im Programm für die Kinder- und Jugendhilfe spiegelt sich die zunehmende Bedeutung von Kooperation und Vernetzung sowohl innerhalb der Jugendhilfe, als auch mit Systemen außerhalb der Jugendhilfe wieder, wie zum Beispiel mit den Frühen Hilfen, der Eingliederungshilfe oder der Schule. „Erfolgreiche Netzwerkarbeit“ ist deshalb das Thema einer neuen Fortbildung. Hier werden Erfolgsfaktoren für eine gelingende Netzwerkarbeit sowie Methoden und Instrumente ausführlich vorgestellt und erörtert.

Veranstaltungen für rechtliche Betreuer Der KVJS unterstützt mit seinem Fortbildungsangebot auch die rechtlichen Betreuer in verschiedensten Themenbereichen. Die aus dem KVJS-Forschungsvorhaben „Strukturen der rechtlichen Betreuung in Baden-Württemberg und Chancen der Weiterentwicklung“ gewonnenen Impulse und Hinweise finden sich auch 2015 im Programm wieder. Erstmalig bietet der KVJS den Betreuungsbehörden Inhouse-Veranstaltungen zur Optimierung der örtlichen Arbeitsgemeinschaften an, die als zentraler Faktor in der Zusammenarbeit der Partner im Betreuungswesen betrachtet werden. Das gesamte KVJS-Fortbildungsangebot gibt es im Internet unter www.kvjs.de/ fortbildung/startseite-fortbildung.html add

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Freie Plätze bei Veranstaltungen zur Eingliederungshilfe
Bei folgenden Veranstaltungen im Frühjahr 2015 gibt es noch freie Plätze: •	 „Bausteine für die Arbeit im Fachausschuss und in der Werkstatt für behinderte Menschen“ am 10.03.2015 im KVJS-Tagungszentrum Gültstein, Buchungsnummer 15-2-EHS3-1w •	 Workshop „Hilfe zur Überwindung besonderer sozialer Schwierigkeiten nach §§ 67 bis 69 SGB XII“ am 23.04.2015 im KVJS-Bildungszentrum Schloss Flehingen, Buchungsnummer 14-2-EHS25-1 •	 „Ressourcen im Sozialen Raum – Ansatzpunkte für das Fallmanagement“ vom 27.04.-28.04.2015 im KVJSBildungszentrum Schloss Flehingen, Buchnungsnummer 15-2-EHF4-1 •	 Workshop „Inklusion von Kindern und Jugendlichen mit Behinderung in Kindertageseinrichtungen und Schulen“ am 29.04.2015 im KVJS-Tagungszentrum Gültstein, Buchungsnummer 15-2-INK3-1 add

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Fortbildung

Kompetenz für die Schwerbehindertenvertretung
Zertifizierung zum Betrieblichen Eingliederungsberater möglich
Die neu gewählten Schwerbehindertenvertretungen haben nun ihre Arbeit aufgenommen. Das Integrationsamt des KVJS hat sein Fortbildungsprogramm entsprechend zugeschnitten.
Rund 100 Kurse zu allen Themen rund um das Schwerbehindertenrecht bietet das Fortbildungsprogramm des KVJS-Integrationsamtes jedes Jahr an. Motto: „Wir machen Sie fit für die Praxis“. 2015 werden für die neu gewählten Schwerbehindertenvertreter verstärkt Grundkurse im Schwerbehindertenrecht angeboten. Die Nachfrage ist so stark, dass bereits Anfang des Jahres Zusatztermine nötig wurden. Schwerbehindertenvertreter können sich mit dem abgestimmten Fortbildungskon30 zept des KVJS-Integrationsamtes zum Betrieblichen Eingliederungsberater qualifizieren. Für das Zertifikat ist der Besuch des Grund- und des Aufbaukurses sowie eines Kurses zum Betrieblichen Eingliederungsmanagement verpflichtend. Zudem muss in einem Praxis-Workshop mindestens ein dokumentierter, erfolgreich gelöster eigener Problemfall vorgestellt werden. Neben bewährten Veranstaltungen wie etwa zum Betrieblichen Eingliederungsmanagement (BEM), zum Arbeitsrecht oder zu Leistungen der Rehabilitationsträger, hat der KVJS sein Augenmerk speziell auch auf Kurse zur Stärkung der sozialen Kompetenz gerichtet. Neue interessante Kurskonzepte sollen das bisherige Angebot abrunden und ergänzen. Im Fokus: Das Thema „Inklusion“ mit allen seinen Facetten. mok/add

Sie haben es jetzt schriftlich: Acht Vertrauenspersonen schwerbehinderter Menschen haben sich 2014 mit dem Fortbildungsprogramm des KVJS-Integrationsamtes zu Betrieblichen Eingliederungsberatern qualifiziert. Foto: Kleusch

Info

Die Fortbildungsbroschüre kann kostenlos unter integrationsamt@kvjs.de angefordert werden. Die aktuellen Kurse sind ebenfalls im Internet unter www.kvjs.de/ fortbildung/behinderung-und-beruf.html zu finden.

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KVJSaktuell

Fortbildung

Rollstuhlgerechte Autos vorgestellt

Fachkräfte in der Eingliederungshilfe, die an der Fortbildungsveranstaltung „Eingliederungshilfe für Hilfsmittel, Kraftfahrzeughilfe und Wohnungsanpassung“ des KVJS teilgenommen haben, hatten erstmals Gelegenheit, zwei rollstuhlgerecht umgebaute Fahrzeuge zu besichtigen.

Das Unternehmen Felitec zeigte Chancen und Möglichkeiten im behindertengerechten Fahrzeugumbau. Der Technische Beratungsdienst des KVJS-Integrationsamtes hatte die Vorführung der Fahrzeuge organisiert. mok

Fotos: Kleusch

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Neue Fortbildung: Ohne Leitung geht es nicht!
Der KVJS erweitert sein Veranstaltungskonzept im Jahr 2015 mit einer neuen längerfristigen Fortbildung. Sie bietet neuen und angehenden Leitungskräften in Kindertageseinrichtungen das notwendige Rüstzeug für ein professionelles Kita-Management. In acht Modulen werden Kompetenzen und Haltungen vermittelt, die Führungskräfte zur Bewältigung von Aufgaben in einem komplexen Kita-Unternehmen heute benötigen. Besonders bedeutsam ist dabei die persönliche Auseinandersetzung mit der eigenen Führungsrolle als ein Teil der beruflichen Entwicklung. Die Veranstaltungen können nur als Gesamtpaket gebucht werden. Beim Besuch aller acht Modulveranstaltungen erhalten Teilnehmende ein KVJSZertifikat. add Weitere Informationen KVJS, Susanne Winter Telefon 0711 6375-848 Susanne.Winter@kvjs.de Das KVJS-Fortbildungsprogramm 2015 für Fachkräfte der Kindertagesbetreuung im Internet: www.kvjs.de/fortbildung/ publikationen.html

KVJSaktuell

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Neu erschienen

Beim KVJS erschienen
Alle hier aufgeführten Publikationen des KVJS sind kostenlos. Sie stehen auch im Internet unter www.kvjs.de/service/publikationen.html zum Herunterladen zur Verfügung.

Schwerbehinderung und Arbeit
Zeitschrift „Behinderte Menschen im Beruf“, Ausgabe Baden-Württemberg, Heft 4/2014. Das Heft bietet Einblicke in die Arbeit des Integrationsamtes. KVJS-Ratgeber „Behinderung und Beruf – Schwerbehinderte Menschen im Arbeitsleben“, Stuttgart 2014. Die neue, kompakte Broschüre beantwortet auf 32 Seiten die wichtigsten Fragen rund um das Thema. KVJS-spezial „Arbeitsassistenz für schwerbehinderte Menschen im Beruf“, 2014. Auf 23 Seiten zeigt die Broschüre, wie Arbeitsassistenz im Alltag aussehen kann. ZB-Ratgeber „Das Betriebliche Eingliederungsmanagement (BEM)“, 2015. Arbeitgeber müssen ein BEM durchführen, wenn Beschäftigte mehr als sechs Wochen im Jahr arbeitsunfähig sind. Im neuen Ratgeber gibt es Informationen und Tipps zur Ein- und Durchführung. Hrsg. Bundesarbeitsgemeinschaft der Integrationsämter und Hauptfürsorgestellen. Kostenlos zu beziehen beim KVJS Manuela Weimar Telefon 0721 8107-942 integrationsamt@kvjs.de

derung Schulsozialarbeit im Schuljahr 2012/2013. Schulsozialarbeit in Baden-Württemberg, 4. aktualisierte Auflage 2014 Die Publikation vermittelt der Fachöffentlichkeit, der Kommunal- und Landespolitik, den Trägern, Schulleitungen und Lehrkräften die aktuellsten Entwicklungen. Kostenlos zu beziehen beim KVJS Diane Geiger Telefon 0711 6375-406 Diane.Geiger@kvjs.de

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Soziales, Behinderung, Pflege
Angebote der Gefährdetenhilfe nach § 68 SGB XII, 2015. Stand Baden-Württemberg zum 31. Oktober 2013. Barrierearm Wohnen, 2014. Empfehlungen für die Anpassung des Wohnbestandes. Hrsg. Städte-, Gemeinde-, Landkreistag Baden-Württemberg, KVJS, Qualitätssiegel Betreutes Wohnen für Senioren. KVJS-Berichterstattung. Hilfe zur Pflege 2013 Kennzahlen aus den Stadt- und Landkreisen in Baden-Württemberg; herausgegeben 2014. KVJS-Berichterstattung. Hilfe zur Pflege 2012 Kennzahlen aus den Stadt- und Landkreisen in Baden-Württemberg; herausgegeben 2014.

Jugendhilfe
Förderung der Jugendsozialarbeit an öffentlichen Schulen. Oktober 2014. Bericht über die Umsetzung der Landesför-

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Neu erschienen

Kostenlos zu beziehen beim KVJS Manuela Weißenberger Telefon 0711 6375-307 Sekretariat21@kvjs.de

Betreuungsrecht
KVJS-Schlaglicht. Ehrenamtliche rechtliche Betreuung, 2. völlig neu bearbeitete Auflage, 2015 Die 4-seitige Broschüre bietet Einblicke in den Alltag der Ehrenamtlichen und bietet Kontaktadressen für diejenigen, die sich für die ehrenamtliche Aufgabe interessieren.

KVJS Betreuungsrecht-Info Heft 4, 2014. Neues aus Praxis und Rechtsprechung, Literaturtipps, Veranstaltungen, Seminare. Themen u.a. „Vorsicht Suchtgefahr!“, „Betreuungsvereine: noch gewollt?“, „Einstellung lebenserhaltender Maßnahmen“. Kostenlos zu beziehen beim KVJS Carola Dannecker Telefon 0711 6375-325 Carola.Dannecker@kvjs.de

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Impressum

KVJS aktuell Februar 2015 Herausgeber: Kommunalverband für Jugend und Soziales Baden-Württemberg Öffentlichkeitsarbeit Verantwortlich: Kristina Reisinger (rei) Mit Beiträgen von: Gabriele Addow (add) Monika Kleusch (mok) Sylvia Rizvi (syr) Tim Raidel (tir) Jürgen Romero Brey (jrb) Heide Trautwein (ht) Titelfoto: Fotolia Layout: Waltraud Gross Bestellungen und Adressänderungen: Petra Wagner Telefon 0711 6375-208 Petra.Wagner@kvjs.de Lindenspürstraße 39 70176 Stuttgart www.kvjs.de Redaktioneller Hinweis: Wir bitten um Verständnis, dass aus Gründen der Lesbarkeit auf eine durchgängige Nennung der weiblichen und männlichen Bezeichnungen verzichtet wird. Selbstverständlich beziehen sich die Texte in gleicher Weise auf Frauen und Männer.

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Postanschrift Postfach 10 60 22 70049 Stuttgart

Hausadresse Lindenspürstraße 39 70176 Stuttgart (West)

Tel. 0711 63 75-0 www.kvjs.de
                            
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