Publication:
2014
URN:
https://nbn-resolving.de/urn:nbn:de:kobv:109-1-7729474
Path:
3/2014

KVJS
Integration

aktuell

Dieser Wagenheber versteht auch etwas von Motoren
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KVJS-Integrationsamt will mit neuem Messe-Auftritt hervorstechen

KVJS

Kommunen reagieren auf den demographischen Wandel
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Soziales

Das Land fördert pfiffige Ideen für BehindertenEinrichtungen
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Jugend

Expertendialog zum Thema Kinder und Jugendpsychosomatik
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Inhaltsverzeichnis
KVJS 	 3	 Jugendheim Schönbühl findet Käufer 	 4	 Reform der Eingliederungshilfe: Mehr Aufgaben, mehr Geld 	 5	 KVJS-Fachschulen bieten jetzt auch Ausbildung für Ausbilder 	 5	 Natur- und Erlebnisguide weiter auf Erfolgskurs 	 6	 Kommunen reagieren auf demografischen Wandel 	 7	 Alle inklusive. Landesweite Kampagne Soziales 	 8	 Kriegsopfern schneller helfen 	 9	 KVJS-Fachveranstaltung zur technischen Hilfe für Senioren 	10	 Das Land fördert pfiffige Ideen für Behinderten-Einrichtungen Integration 	12	 Widerspruchsausschuss für strittige Fälle 	14	 KVJS-Integrationsamt will mit neuem Messe-Auftritt hervorstechen 	15	 Barrierefreie Übergänge im Berufsleben von Menschen mit Behinderung 	16	 Wohn.Haus statt Parkplatz 2 Jugend 	17	 Gleichstellung – für wen kommt sie in Frage? 	19	 STÄRKE noch stärker. KVJS führt Landesprogramm fort 	20	 Ganztagsschule: KVJS gestaltet mit 	21	 Der KVJS ist auch nach einer Adoption für Adoptiveltern da 	22	 Expertendialog zum Thema Kinder- und Jugendpsychosomatik Forschung Fortbildung Neu erschienen 	23	 Video über Senioren mit geistiger Behinderung 	24	 Erste gemeinsame Jahrestagung der Jugendhilfe- und Sozialplaner 	25	 Jahrestagung Mobile Jugendarbeit zum Thema Gesundheitsförderung 	26	 Beim KVJS erschienen

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Jugendheim Schönbühl findet Käufer
Weinstadt verhandelt über neue Nutzung
Der Landeswohlfahrtsverband Württemberg-Hohenzollern i.A. (LWV WH i.A.) hat das Areal des ehemaligen Jugendheims Schönbühl in Weinstadt-Beutelsbach an die Schönbühl-Entwicklungs GmbH verkauft.
Das Gesamtareal hat eine Fläche von rund 40 Hektar, darunter das Heimareal, die Personalwohnsiedlung Saffrichhof und rund 33 Hektar landwirtschaftliche Flächen. Zuletzt gab es mehrere Interessenten für das Gelände. Verbandsdirektor Prof. Roland Klinger zeigt sich erleichtert über den Verkauf des Areals: „Es freut uns sehr, dass wir nach vielen Verhandlungen nun einen geeigneten Käufer gefunden haben, der das Areal zu einem vernünftigen Preis kauft und zudem gute Ideen hat, es mit neuem Leben zu füllen.“ Zuvor waren Verhandlungen mit anderen Investoren an unterschiedlichen Vorstellungen wegen baurechtlicher Rahmenbedingungen, die die Stadt Weinstadt festlegt, gescheitert. Nun wird die Schönbühl-Entwicklungs GmbH mit der Stadt über neue Nutzungsmöglichkeiten und mögliche Änderungen des Bebauungsrechts verhandeln. Ob die Gebäude des Saffrichhofs saniert oder abgerissen werden, ist noch offen. Anstelle des Jugendheims plant der Käufer sogenannte Plusenergiehäuser. Details sind jedoch nicht bekannt. Für das Heimgelände besteht ein Bebauungsplan mit der Einschränkung, dass die Flächen im weitesten Sinne nur für Zwecke der Jugendhilfe genutzt werden können. Das hatte den Verkauf erschwert, um den sich der LWV WH i.A. seit Schließung des Heimes im Gespräch mit der Wirtschaftsförderung der Region Stuttgart, Projektentwicklern und der Stadt Weinstadt bemühte. 2003 hatte die Stadt einen Beschluss mit der erweiterten Nutzung für „Ausund Fortbildung, Schulzentrum, Wellness, Freizeit, 3 Sport und Erholung“ gefasst, der allerdings noch nicht rechtskräftig ist. Für das Areal der ehemaligen Personalwohnsied- Das Gelände des ehemaligen Jugendheims. lung besteht ein seFoto: LWV/KVJS parater Bebauungsplan, der reines Wohnen erlaubt. rei

Das Jugendheim des LWV WH i.A. im Rems-Murr-Kreis hatte über viele Jahre männliche Jugendliche betreut. Es wurde zum 31. Dezember 2002 geschlossen. Grund waren ein starker Rückgang der Belegung in den vorangegangenen Jahren und daraus resultierende Defizite von insgesamt fast fünf Millionen Euro in den letzten Jahren. Maßgebend für die geringe Auslastung war auch der Ausbau der ambulanten Jugendhilfe mit wohnortnaher Betreuung der jungen Menschen. Die Mitarbeiter des Jugendheimes waren in anderen Einrichtungen untergekommen, ebenso die dort lebenden Kinder und Jugendlichen.

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Reform der Eingliederungshilfe: Mehr Aufgaben, mehr Geld
Höhere Kommunalverbände: Diskussion zur Reform der Eingliederungshilfe
Eine Entlastung der Eingliederungshilfe verspricht der Koalitionsvertrag. Doch was am Ende für die Kommunen herauskommt, steht derzeit noch in den Sternen. Die Bundesarbeitsgemeinschaft der Höheren Kommunalverbände (HKV) hat sich in Freiburg darauf geeinigt, mit einer Stimme zu sprechen und sich beim Bund dafür einzusetzen, dass die geplante Entlastung nicht von Leistungsausweitungen aufgefressen werden.
Auf ihrer Plenartagung in Freiburg standen die Reform der Eingliederungshilfe und das angekündigte neue Bundesleistungsgesetz für Menschen mit Behinderung ganz oben auf der Agenda. Die Vertreter der HKV befürworteten beides mit dem Anspruch, dass keine neuen Ausgaben entstehen. Sie erörterten, dass die im Koalitionsvertrag angekündigte Entlastung von fünf Milliarden Euro durch den Bund von zusätzlichen Aufgaben infolge der Umsetzung der UN-Behindertenrechtskonvention aufgefressen werden könnten. Nach der mittelfristigen Finanzplanung des Bundes sollen die Gelder nicht vor 2018 bei den Kommunen ankommen. „Wir müssen uns gemeinsam dafür einsetzen, dass die Kommunen und Gemeinden diese fünf Milliarden noch in der laufenden Legislaturperiode – und zwar netto – bekommen“, sagte der Vorsitzende Dr. Wolfgang Kirsch vom Landschaftsverband Westfalen-Lippe. Zudem fordern die HKV für eine Gesetzesänderung mehr Transparenz von den Sozialeinrichtungen für die Leistungsträger. „Wer die Kosten trägt, muss auch Einsicht in die Bücher haben und wissen, wohin das Geld fließt“, so Dr. Kirsch. Eine Änderung des Sozialrechts sei insoweit überfällig. rei

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Die Höheren Kommunalverbände in Deutschland (HKV) repräsentieren die kommunalen Interessen ihrer Mitgliedsverbände im sozial-, gesundheits-, schulund jugendpolitischen sowie kulturellen Bereich. Wichtigstes Feld ist die Eingliederungshilfe für Menschen mit Behinderungen. Zu der Bundesarbeitsgemeinschaft gehören 18 höhere Kommunalverbände aus acht Bundesländern. Am 1. Juli 2014 übernimmt KVJS-Verbandsdirektor Prof. Roland Klinger in der Nachfolge von Herrn Dr. Kirsch den Vorsitz. Die Geschäftsstelle wird dann beim KVJS angesiedelt sein.

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Immer in Bewegung
KVJS-Fachschulen bieten jetzt auch Ausbildung für Ausbilder
Dem Markt angepasste Angebote, Qualität der Ausbildung, Nähe zur Praxis und zur Wissenschaft – darauf setzt das KV JS-Bildungszentrum Schloss Flehingen. „Mit unserer vor kurzem gestarteten Mentorenausbildung in den Bereichen Heilerziehungspflege und Sozialwesen sorgen wir für eine noch engere Verzahnung von Theorie und Praxis“, sagt Fachbereichsleiter Jürgen Reebmann.
Schüler in erzieherisch-pflegerischen Berufen haben im Rahmen ihrer praktischen Ausbildung einen gesetzlichen Anspruch auf Anleitung durch eine berufspädagogisch fortgebildete Fachkraft. Kompetente Praxisanleiter auszubilden, hat sich auch das KVJS- Bildungszentrum auf die Fahnen geschrieben. Die Qualifizierung umfasst vier zweitägige Kurse in einem Zeitraum von vier bis fünf Monaten. Die erste Fortbildung ist inzwischen angelaufen. „Wir stecken mitten drin“, so Reebmann. 13 Mentoren erhalten hier relevantes Wissen und trainieren erforderliche Fähigkeiten, um die praktische Ausbildung zeitlich wie inhaltlich planen, strukturieren und begleiten zu können. Die Inhalte reichen dabei von den zu beachtenden Rahmenbedingungen bis hin zu Fragen, wie Ausbilder ihren Auszubildenden in schwierigen Situationen hilfreich zur Seite stehen können. „Davon profitieren nicht nur unsere Studierenden, sondern auch die jeweiligen Einrichtungen“, betont der Fachbereichsleiter. 5 Begleitend dazu treffen sich die Mentoren der verschiedenen Fachrichtungen regelmäßig zum Erfahrungsaustausch. Die Treffen finden sowohl im KVKS-Bildungszentrum als auch in den Einrichtungen statt. add

Natur- und Erlebnisguide weiter auf Erfolgskurs
Der beliebte Lehrgang mit seinen insgesamt sieben erlebnispädagogischen Feldern aus der Praxis ist 2014 bereits zum dritten Mal gestartet – und 14 Teilnehmenden auch wieder restlos ausgebucht. Das Besondere an diesem Konzept: Die Erzieher lernen, naturnahe Aktivitäten gezielt in den pädagogischen Alltag zu integrieren und sich in den verschiedenen Feldern sowohl mit Einzelnen als auch mit Gruppen sicher zu bewegen. Die Ausbildung am KVJS-Bildungszentrum Schloss Flehingen beträgt 27 Tage und schließt mit einem Zertifikat des KVJS ab. Weitere Infos finden Sie unter www. kvjs.de/Fachschulen. add

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Kommunen reagieren auf demografischen Wandel
Demografietagung im Landratsamt Offenburg
Im kommenden Jahrzehnt wird jeder dritte Baden-Württemberger älter als 60 Jahre sein. Das stellt die Kommunen vor große Herausforderungen. 22 Städte und Gemeinden arbeiten seit 2013 in dem „Managementverfahren familienfreundliche, bürgeraktive & demografiesensible Kommune“ zusammen. Auf einer Demografietagung sprachen sie darüber, wie man eine attraktive Infrastruktur erhalten oder das Sterben der Läden und den Ärztemangel auf dem Land vermeiden kann.
Rund 100 Bürgermeister, Gemeinderäte und Verwaltungsfachleute suchten in Offenburg neue Ideen für ihre Arbeit vor Ort. Vor allem praktische Lösungsansätze standen auf der Tagesordnung: Zum Beispiel berichtete Bürgermeister Oliver Sühring, wie aus einer leerstehenden landwirtschaftlichen Hofstelle eine attraktive Ortsmitte in Bernstadt entsteht mit altersgerechten Wohnungen, Bürgerbüro, Tagescafé, Schülermensa und offenem Mittagstisch. Bürgermeister Siegfried Huber aus Oberharmersbach berichtete, wie nach dem Wegfall der letzten Hausarztpraxis eine neue gemeinschaftliche Zweigpraxis mit drei Ärzten aus dem benachbarten Zell am Harmersbach geschaffen wurde. Mit vielen Ideen im Kopf fuhren die Teilnehmer nach Hause, um in den kommenden Monaten ihre eigenen Zukunftskonzepte auf den Weg zu bringen. Sie werden dabei von Stadtplanern, Sozialplanern und Bildungsexperten unterstützt. Derzeit läuft in den Kommunen eine umfangreiche Bürgerbeteiligung. Die nächste gemeinsame Arbeitstagung „Familienstandort, Betreuung und Bildung“ ist am 11. Oktober 2014 in Stuttgart geplant. Eine erste Bilanz des Programms wird im Frühjahr 2015 gezogen. Zukunftskonzepte im Netzwerk Unter dem Motto „Familienfreundlich, bürgeraktiv, demografiesensibel“ unterstützt das Managementverfahren 22 Städte und Gemeinden dabei, die Folgen des demografischen und gesellschaftlichen Wandels anzugehen und geeignete strategische Zukunftskonzepte auf den Weg zu bringen. Das Landesprogramm wird vom Sozialministerium Baden-Württemberg gefördert und in Zusammenarbeit mit dem Ministerium für Ländlichen Raum und Verbraucherschutz, dem Kultusministerium, dem Gemeindetag, Städtetag und Landkreistag, dem KVJS, der Akademie Ländlicher Raum sowie der FamilienForschung des Statistischen Landesamtes umgesetzt. rei

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Kontakt
Jens Ridderbusch Statistisches Landesamt Baden-Württemberg Telefon 0711 641 2719 Jens.Ridderbusch@stala.bwl.de Andreas Reuter Kommunalverband für Jugend und Soziales Baden-Württemberg Telefon 0711 6375-212 Andreas.Reuter@kvjs.de www.kommunales-managementverfahren.de

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Alle inklusive
Landesweite Kampagne
Das Land Baden-Württemberg wird ab Dezember eine groß angelegte Kampagne für die Inklusion von Menschen mit Behinderung starten. Ziel ist ein Bewusstseinswandel in der Bevölkerung. Im ganzen Land sollen Aktionen stattfinden. Auch die 44 Stadt- und Landkreise sind aufgerufen, sich zu beteiligen.
Sozialministerin Katrin Altpeter hat der Umsetzung der Kampagne zugestimmt. Die Kampagne ist vom 1. Dezember 2014 bis zum 3. Dezember 2015 geplant. In Anlehnung an Artikel 8 der UN-Behindertenrechtskonvention ist das Hauptanliegen der Kampagne den positiven Wert des Zusammenlebens von Menschen mit und ohne Behinderungen in den Vordergrund zu stellen. So sollen Informations- und Aktionsmaterialien bereitgestellt werden. Der offene Charakter der Kampagne bietet darüber hinaus Platz für eigene Aktivitäten und Materialen. Grundlage für den Erfolg der Kampagne ist das breite und gemeinsame Fundament. Zusammengeschlossen haben sich für die Kampagne das Sozialministerium, die LAG Selbsthilfe, der Landes-Behindertenbeauftragte, der Gemeindetag, der Städtetag und der Landkreistag, der KVJS sowie alle Verbände der freien Wohlfahrtspflege in Baden-Württemberg. Für eine erfolgreiche Kampagne sollen vor Ort die Botschaften der Kampagne erkennbar und erlebbar werden. Deshalb sollen lokale Kampagnenpartnerschaften für das Kampagnenjahr gegründet werden. Am 3. Dezember 2014, dem Internationalen Tag der Menschen mit Behinderungen, sollen im ganzen Land die bis dahin begründeten lokalen Partnerschaften öffentlich gemacht und auf mögliche Aktivitäten hingewiesen werden. Bis zur Besetzung des Kampagnenbüros, voraussichtlich im September 2014, können auch die Stadt- und Landkreise lokale Kampagnenpartnerschaften melden an die Email-Adresse: Inklusionskampagne@ sm.bwl.de. rei

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Kontakt
Ministerium für Arbeit und Sozialordnung, Familie, Frauen und Senioren Baden-Württemberg Referat 32 – Menschen mit Behinderung Schellingstraße 15 70174 Stuttgart

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Kriegsopfern schneller helfen
Schwerbeschädigte können leichter Anträge stellen
Soldaten, die in Auslandseinsätzen schwer verletzt wurden, können nach dem Ende des aktiven Dienstes Kriegsopferfürsorge beantragen. Bisher müssen sie sich an viele Stellen wenden. Ab 2015 kümmert sich eine Berliner Behörde um Wehrdienstleistende und Bundeswehrsoldaten, die wegen einer Verletzung im Dienst ausscheiden müssen.
Noch gibt es die Behörde nicht. Sie soll aber ab 2015 mit Fachkundigen aus der Bundeswehrverwaltung besetzt sein und Anträge auf Leistun8 gen nach dem Soldaten-VerGesetze regeln die Entschädigung. Foto: Rizvi sorgungsgesetz SVG entgegen nehmen. „Geschädigte müssen dort nur noch einen einzigen Antrag stellen“, sagt der Experte für Kriegsopferfürsorge Ewald Schindler. „Sie werden nicht mehr zwischen dem Landratsamt, der Hauptfürsorgestelle und verschiedenen Reha-Trägern hin und her verwiesen. Die bisherige Zuständigkeitszersplitterung ist belastend.“ Auch der KVJS ist für Anträge von Soldaten aus Auslandseinsätzen zuständig. „Bisher sind aber keine eingegangen“, sagt Schindler. Er leitete die baden-württembergische Hauptfürsorgestelle beim KVJS bis März 2014. „Die Kasernen, in denen die Betroffenen stationiert sind, liegen bisher in anderen Bundesländern, zum Beispiel in Nordrhein-Westfalen.“ Der KVJS gewährt Mitte 2014 Leistungen für 35 Bundeswehr-Angehörige aus Baden-Württemberg, die Leistungen nach dem SVG beziehen und künftig von Berlin betreut werden: Es sind Wehrdienstbeschädigte und Soldaten, die seit der Gründung der Bundeswehr 1954 aus dem Dienst ausgeschieden sind. „Die einen haben durch Feldübungen leichtere Verletzungen. Sie zogen sich etwa Versteifungen des Beins aufgrund von Knochenbrüchen zu“, sagt Schindler. Die anderen seien vor allem Wehrpflichtige mit Wege-Unfällen. Sie verunglückten auf der Fahrt in die Kaserne oder nach Hause. Oft hätten sie schwere Schädigungen wie sie für Autounfälle typisch sind erlitten, etwa Querschnittslähmungen. Sie könnten bei der Hauptfürsorgestelle beispielsweise einen Antrag auf den behindertengerechten Umbau der Wohnung stellen, auf Hilfen zur beruflichen Wiedereingliederung oder zum Lebensunterhalt. Die Hauptfürsorgestelle beim KVJS bleibt weiterhin zuständig für rund 1.700 Leistungsberechtigte aus dem Zweiten Weltkrieg, die aufgrund ihrer besonders schweren Kriegsverletzungen zum Kreis der so gennannten Sonderfürsorgeberechtigten gehören. Zwei Drittel sind Witwen, deren Ehemann an der Kriegsverletzung gestorben ist. syr Die Hauptfürsorgestelle beim KVJS: www.kvjs.de/soziales/opfer-entschaedigung.html

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Unterstützt oder Überwacht?
KVJS-Fachveranstaltung zur technischen Hilfe für Senioren
Bewegungssensoren, die einen Sturz melden, ein schlauer Herd, der sich ausschaltet, wenn der Bewohner die Wohnung verlässt – moderne Technik verspricht Sicherheit und Unterstützung für Senioren und Menschen mit Behinderung. Eine Fachveranstaltung des KVJS auf der Messe Pflege & Reha 2014 in Stuttgart beschäftigte sich mit Chancen und Risiken der technischen Helferlein.
Drei Referenten beleuchteten das Thema „Technik hilft Wohnen – Komfort und Selbständigkeit durch Technikunterstützung (AAL) und die Folgen“ aus unterschiedlichen Blickwinkeln. Dr. Arne Manzeschke, Dozent am Institut Technik-Theologie-Naturwissenschaften an der Ludwig-Maximilians-Universität München, griff ethische, rechtliche und soziale Aspekte auf. Er wies darauf hin, dass der Technikeinsatz im und am Körper und der Umgebung die Lebensführung und Selbstwahrnehmen verändern. Entlastung könne in Entmündigung übergehen. Barbara Steiner, Leitung Geschäftsfeld Altenhilfe Bruderhausdiakonie ging in ihrem Vortrag auf „Technikunterstützung in der Praxis – Erfahrungen mit AAL-Lösungen“ ein. Sie zählte die Faktoren auf, warum technische Lösungen oft nicht akzeptiert werden: Wenn ein Produkt zu teuer oder schlecht bedienbar ist, es sich nicht gut in die Wohnung integrieren lässt, oder als stigmatisierend empfunden wird. Große, teure und komplizierte Systeme sind – zumindest derzeit – in der Praxis irrelevant. Darauf wies Hansjürgen Stiller, Vorsitzender des Kreisseniorenrats Tübingen, hin. Der Kreisseniorenrat nimmt an dem Projekt „Abbau von Barrieren zur Nutzung moderner Technologien durch bürgerschaftlich engagierte Seniorinnen und Senioren“ teil. Das Bundesministerium für Bildung und Forschung fördert das Projekt für ein Jahr. Jung-Senioren beraten als Technikbotschafter die Generation 80 plus. Die ehrenamtlichen Berater gehen dazu in Seniorentreffs, Gemeinden, und Vereine und stellen technische Lösungen vor. „Es geht um die Anwendung in Kleinen, wie ein Schlüsselfinder“, sagt Stiller. Den KVJS forderte Stiller auf, sich beim Thema Technikunterstützung zu engagieren. KVJS-Verbandsdirektor Prof. Roland Klinger wies darauf hin, dass der KVJS das forum b-wohnen mit der Werkstatt Wohnen unterhält: „Das forum b-wohnen will die Vernetzung aller Akteure auf Landesebene fördern. Kostenträger, Handwerkskammern, Architektenkammern, Bausparkassen und ehrenamtliche Wohnberater der Kreise können sich hier informieren und austauschen.“ mok

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Zum Weiterlesen
Die Dokumentation der Fachveranstaltung wird voraussichtlich im August erscheinen. Weitere Informationen unter www.kvjs.de/soziales/senioren/forum-b-wohnen.html Lesenswert ist auch das KVJS-Schlaglicht „Barrierefreie Wohnkultur mit Ambiente.“ Kostenlos herunterzuladen unter www.kvjs.de/service/Publikationen.html oder zu bestellen bei Petra.Wagner@kvjs.de, Telefon 0711 6375-208

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Foto: Q.pictures/pixelio.de

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Geistesblitze gefragt
Das Land fördert pfiffige Ideen für Behinderten-Einrichtungen
Baden-Württemberg bezuschusst seit einem Jahr innovative Vorhaben von Behinderteneinrichtungen. Doch bis Mitte Juni 2014 sind erst sieben Anträge auf Unterstützung neuartiger Wohn-, Arbeits- und Assistenzangebote eingegangen. Was ist los im Ländle? Versagt sein sprichwörtlicher Erfindergeist ausgerechnet bei der Inklusion? Wenn die Gelder nicht abgeschöpft werden, könnten ältere Heime profitieren.
Eigentlich mangelt es im Homeland von Bosch, Daimler und Benz nicht an Geistesblitzen. Diese will das Sozialministerium seit Juni 2013 mit 23 Millionen anfachen. Einrichtungen sollen neuartige Wohnformen, neue Arbeitsangebote oder arbeitsoder wohnübergreifende Assistenzangebote entwickeln. Doch der Funke zündet nur schwach. Bis Mitte Juni 2014 sind sieben Anträge auf den Schreibtischen des KVJS gelandet. Daneben stapeln sich 70 Anträge auf Förderung bewährter Projekte wie etwa der Aus-, Umoder Neubau von gemeindenahen Wohnheimen oder Beschäftigungsangeboten. 3/2014 „Bisher blieben die Einrichtungen zurückhaltend“, erklärt Aleksandra Melzer vom KVJS. Sie hätten – genauso wie die Beratenden – über den Begriff innovativ in der neuen Verwaltungsvorschrift gerätselt. „Es gab Unklarheiten, welche Vorhaben innovativ und welche eher der Regelversorgung zuzurechnen sind.“ Melzer gehört zu den KVJS-Fachleuten, welche im Auftrag des Landes Träger beraten, Anträge genehmigen und die Gelder auszahlen. Aber es gibt Hoffnung. Zunehmend mehr Träger melden sich mit pfiffigen Ideen, die sie als Förderantrag einbringen möchten.

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Soziales

Für Klarheit sorgt seit Dezember 2013 ein drei Seiten langes Kriterien-Handblatt. Es erläutert die Förderungsgrundsätze und beschreibt Merkmale innovativer, inklusiver Vorhaben. Der KVJS, die kommunalen Landesverbände, die Liga der Freien Wohlfahrtspflege, das Sozialministerium und der Sozialwissenschaftler Jo Jerg von der Evangelischen Hochschule Ludwigsburg haben es erstellt. Die Autoren definieren Basisanforderungen und Wünschenswertes. Sie wollen Interessierten kein starres Korsett aufzwängen. Hilfreiches Handblatt entwickelt Neuartig sind nach dem Kriterien-Handblatt etwa Wohnformen, die alltägliche Begegnungen von Menschen mit und ohne Behinderungen ermöglichen und den Sozialraum mit seinen alltäglichen Bezügen und Stützsystemen als Lebensort nutzen. Schön wäre darüber hinaus, wenn zum Beispiel Ehrenamtliche mit von der Partie wären, sagt Aleksandra Melzer. Denkbar sei etwa eine Tagesstätte, die gemeinsame Aktivitäten für Ältere mit und ohne Behinderungen anbiete. „Wir sind offen für alle Ideen.“ Die ersten sieben Projekte sind vorgeschlagen. Ein Träger möchte etwa ein vollstationäres Wohnangebot in der Familie erschließen. Schon bisher betreute eine Großfamilie zwei Erwachsene mit Behinderung in Familienpflege. Damit die Betreuten im Alter und bei stärkerer Behinderung nicht aus ihrem Lebensumfeld gerissen werden und ins Heim müssen, möchte ein Träger der Familie ein geeignetes Haus zur Verfügung stellen, in dem die untere Etage barrierefrei umgebaut ist. Die Familie könnte dort zukünftig leben und die beiden sowie weitere Menschen mit Behinderungen betreuen. Ideen wie diese können in ähnlicher Weise auch von anderen Trägern vorgeschlagen und gefördert werden.

Nun sind Erfinder gefragt. Zwar sind nach dem Willen des Gesetzgebers mindestens 25 Prozent für innovative Vorhaben reserviert. Doch wenn es an Vorschlägen mangelt, gehen die Gelder an die klassischen Wohnheime. „Wir warten die Gesamtzahl der Antragseingänge bis Jahresende ab. Ist ein Förderbereich nicht ausgeschöpft, können wir die Mittel einem anderen Bereich zuschlagen“, sagt Aleksandra Melzer. Auch dort hofft man auf ein Tuning. „Die 22 Großeinrichtungen in Baden-Württemberg müssen mindestens 5.000 stationäre Plätze für Menschen mit Behinderungen dringend sanieren“, sagt der Leiter des Referats „Sozialplanung, innovative Förderung“ Michael Heck. „Sie benötigten neben dezentralisierten Wohn- und Arbeitsangeboten auch Lösungen für Menschen, die in ihrem Wohnheim‚ auf der grünen Wiese‘ bleiben.“ Alle Angebote inklusiv zu organisieren, ist eine Mittel- und Langstrecken-Aufgabe. syr

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Baden-Württemberg fördert Investitionen von stationären und teilstationären Einrichtungen für Menschen mit Behinderungen
Die Investitionskostenzuschüsse sollen Kommunen und Nutzer von geförderten Einrichtungen entlasten: Die Förderung aus öffentlichen Mitteln wird bei der Bemessung der Vergütung angerechnet. Die Pflegesätze reduzieren sich. Die Förderung erfolgt aus Landesmitteln, Mitteln der Ausgleichsabgabe des KVJS und aus Haushaltsmitteln des KVJS. Weitere Informationen www.kvjs.de/soziales/menschen-mit-behinderung/ investive-foerderung.html Das Handblatt gibt es auch in Leichter Sprache.

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Widerspruchsausschuss für strittige Fälle
Die Vorsitzenden Rosemarie Bietz und Dr. Ursula Strauss im Gespräch
Über 196 Widersprüche gegen Entscheidungen des KVJS-Integrationsamtes hat der Ausschuss im Jahr 2013 verhandelt. Meist ging es um den Kündigungsschutz für schwerbehinderte Menschen.
Frau Bietz, Frau Dr. Strauss, 2013 hat der Widerspruchsausschuss allein 180 Entscheidungen des Integrationsamtes zum Kündigungsschutz überprüft. 170 Widersprüche hierzu hat der Ausschuss abgelehnt, zehn stattgegeben. Was sind die Entscheidungskriterien? Strauss: Das kommt auf den Kündigungsgrund an. Es gibt drei Arten: verhaltensbedingt, personenbedingt und betriebsbedingt. Bei betriebsbedingten Kündigungen wird die Zustimmung in der Regel erteilt, weil kein Zusammenhang mit der Behinderung besteht. Bietz: Meist werden Verhaltensbedingte Kündigungen erst im Arbeitsgerichtsverfahren geklärt, weil kein Zusammenhang mit der Behinderung erkennbar ist. Bei personenbedingten Kündigungen geht es oft um lange Fehlzeiten wegen Krankheit. Jeder Fall ist anders. Wir prüfen, welche Rolle die Behinderung spielt. Was hat der Arbeitgeber bisher unternommen, wie ist die Prognose. Wessen Interesse ist höher zu bewerten? Das des Arbeitnehmers oder das des Arbeitgebers? Wenn die meisten Widersprüche zum Kündigungsschutz ohnehin abgelehnt werden, gibt es eine Möglichkeit, es nicht erst so weit kommen zu lassen? Strauss: Der Arbeitgeber sollte Probleme mit einem Mitarbeiter möglichst frühzeitig ansprechen. Man kann sich Unterstüt-

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Rosemarie Bietz ist Gesamtschwerbehindertenvertreterin der AlcatelLucent Deutschland AG. Sie ist eine von zwei Arbeitnehmervertretern im Widerspruchsausschuss.

Dr. Ursula Strauss ist Leiterin des Referats Arbeitsrecht und Soziale Sicherung bei der Landesvereinigung Baden-Württembergischer Arbeitgeberverbände. Fotos: Kleusch

zung vom KVJS-Integrationsamt, dem Integrationsfachdienst oder der Agentur für Arbeit holen, die unparteiisch beraten.

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Integration

Welche Möglichkeiten hat ein Arbeitgeber? Bietz: Bei längerer Krankheit ist das Betriebliche Eingliederungsmanagement – BEM – ein gutes Instrument. Seit dessen Einführung gehen die Fälle zurück, weil man sich früh an einen Tisch setzt. Strauss: Beim BEM kann man etwa feststellen, ob die Probleme etwas mit dem Arbeitsplatz zu tun haben. Wichtig ist die frühe Einbeziehung der externen Partner. Auch gegen Förderbescheide gibt es Widersprüche. Wo liegt hier das Problem? Bietz: Manche Arbeitgeber glauben, wenn der Mitarbeiter einen Grad der Behinderung von 50 hat, gibt es auch 50 Prozent

Lohnkostenzuschüsse. Aber es kommt darauf an, ob und wie stark sich die Behinderung überhaupt auf die Arbeit auswirkt. Strauss: Für die Zuschüsse gibt es klare Richtlinien. An die halten wir uns. Bei Zuschüssen zu Investitionskosten kann das KVJS-Integrationsamt nur fördern, wenn man den Antrag stellt, bevor die Anschaffung gemacht wird. Das ist auch manchen nicht klar. Bietz: Viele sind nicht darüber informiert, was es für Möglichkeiten gibt. Deshalb sollte man unbedingt das Schulungsangebot des KVJS-Integrationsamtes nutzen! Das Interview führte Monika Kleusch

Erledigte Widersprüche im Zeitraum 01.01.2013 bis 31.12.2013
Widersprüche Kündigungsschutz. Begl. Hilfe Einz. Ausgl.abgabe Insgesamt insgesamt 665 35 37 737
davon zurückge- davon stattgege- davon teilw. stattwiesen (Schl. 3, 4) ben (Schl. 6) gegeben (Schl. 5)

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mit WA 0 2 0 2
davon ta. verglichen (Schl. 1)

mit WA 170 9 5 184

mit WA 10 0 0 10

ohne WA 0 5 0 5

Schlüssel 1: teilabgeholfen Schlüssel 3: unzulässig zurückgewiesen Schlüssel 4: unbegründet zurückgewiesen

Schlüssel 5: Teilstattgabe, vertagt Schlüssel 6: stattgegeben

Widersprüche gegen Entscheidungen des KVJS-Integrationsamtes
Beim KVJS-Integrationsamt gingen 2013 insgesamt 541 Widersprüche ein. Knapp 75 Prozent der Fälle konnte das Integrationsamt gütlich beilegen. Über die übrigen Fälle entscheidet der in der Regel einmal im Monat tagende Widerspruchsausschuss. Der Widerspruchsausschuss besteht aus je zwei Mitgliedern der Arbeitgeber und der Arbeitnehmer, je einem Vertreter des Integrationsamts und der Bundesagentur für Arbeit und einer Vertrauensperson schwerbehinderter Menschen. Die Amtszeit der ehrenamtlich tätigen Ausschussmitglieder beträgt vier Jahre.

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Hotel sucht zuverlässige Aufschneiderin
KVJS-Integrationsamt will mit neuem Messe-Auftritt hervorstechen
Eine zuverlässige Aufschneiderin, eine Schnüfflerin mit Weitblick, ein Wagenheber mit Sinn für Motoren, ein Einhandsegler und ein autistischer Hingucker: Sie alle werben künftig auf dem neuen Messestand des KVJS-Integrationsamtes für die Stärken von Menschen mit Behinderungen im Arbeitsleben.

DAS HOTEL SUCHTE EINE ZUVERLÄSSIGE AUFSCHNEIDERIN
Die eigene Begabung schmiert man anderen gern aufs Brot. Geben wir Menschen mit Behinderung dieselbe Chance.

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fliegen“, sagen die beiden, die gemeinsam mit einem professionellen Team aus Fotografen und Textern am neuen Auftritt gebastelt haben. „Und so schauen auch wir nicht auf die Probleme, die Menschen mit Behinderungen haben. Für uns stehen die Qualitäten der Menschen im Mittelpunkt.“ Mit der richtigen Unterstützung am richtigen Ort eingesetzt, können Menschen mit Handycap genauso gute – wenn nicht sogar bessere – Arbeit leisten als andere Kollegen. „Jeder Mensch hat ein Talent, das andere nicht haben: Den herauszustellen ist unser Ziel.“ Das will das Integrationsamt auch Arbeitgebern vermitteln – zum Beispiel auf diversen Messeauftritten oder Fortbildungen. Mit einem frechen neuen Auftritt wollen sich die Kollegen künftig aus der Masse der Aussteller hervorheben. Entstanden sind mehrere Kampagnenmotive, die zum Anhalten, Nachdenken – vielleicht sogar zum Schmunzeln anregen. rei
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Hingucker, die zum Nachdenken anregen sollen.

Fotos: KVJS

Ulrich Römer und Christian Vedder bringen gerne das Bild von der Hummel, die von ihrem Körperbau her eigentlich gar nicht fliegen können dürfte …“ Dieses dicke Tier mit den winzigen Flügeln: Es kann

SCHNÜFFLERIN MIT WEITBLICK

Das Leben ist so aufregend, wenn wir unsere Fähigkeiten beweisen können. Geben wir auch Menschen mit Behinderung diese Chance.

ALS HINGUCKER IST ER UNSCHLAGBAR
Autisten haben überdurchschnittliche Fähigkeiten. Nutzen wir ihr Potenzial, indem wir entsprechende Jobs schaffen.
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ER HAT EIN HÄNDCHEN FÜR DEN WIND– DAS REICHT
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Crewmitglieder bekommen Rückenwind, wenn Arbeitgeber Crewmitglieder auf ihre Stärken schauen. Das gilt übrigens nicht nur für auf ihre Stärken schauen. Menschen mit Behinderung. Menschen mit Behinderung.

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Integration

Drei unter einem Dach
Barrierefreie Übergänge im Berufsleben von Menschen mit Behinderung
Im Ellwanger Gewerbegebiet Neunstadt ist ein neues Betriebsgebäude entstanden, dessen Besonderheit vor allem darin liegt, dass es Arbeitsplätze von drei verschiedenen Arbeitgebern beherbergt. Sie verbindet eine Werkstatt für behinderte Menschen mit zwei Integrationsfirmen.
Von Stefan Gokeler Die Integrationsfirma Zemo GmbH, zwei Arbeitsgruppen der Werkstatt für behinderte Menschen des Rabenhofs sowie die Integrationsfirma Insiva GmbH haben im neuen Betriebsgebäude ihre eigenen Bereiche. Schon zuvor waren die Zemo und eine Metallbearbeitungs-Gruppe der Rabenhof-Werkstatt in zwei benachbarten Gebäuden tätig. Mit dem Neubau wurde nun eine weitere Werkstatt-Gruppe des Rabenhofs integriert, die Montagearbeiten ausführt. Arbeitsplätze befinden sich hier in einem ganz normalen industriellen Umfeld: Die Werkstatt ist für die (von links) Berthold Wetzler (Leiter Werkstätten und Service Rabenhof Ellwangen) zeigt Beschäftigten nicht mehr Teil einer Dieter Steck und Prof. Roland Klinger (Stellvertreter und Verbandsdirektor des KVJS), Oberbürgermeister Karl Hilsenbek, Kreis-Sozialdezernent Josef Rettenmaier und Behinderteneinrichtung. Auch für Joachim Kiefer (Geschäftsführer LWV.Eingliederungshilfe) die neue Produktionshalle. die Arbeitsabläufe bietet sich die 						 Foto: Gokeler Kombination von Metallbearbeirungshilfe. In Ellwangen wird die Insiva tung und Montage an. Synergieeffekte können besser genutzt werden, die zunächst die Kantine bewirtschaften und Fertigungstiefe wird gesteigert. Vor allem für die Reinigung der Produktionsräume aber befinden sich Werkstatt-Arbeitsplätverantwortlich sein. Das Geschäftsfeld ze und solche des allgemeinen Arbeitssoll aber bald durch Vesper-Service und marktes unter einem gemeinsamen Dach. Catering-Angebote auf die umliegenden Damit wollen Übergänge zwischen geFirmen und die Region insgesamt ausgeschütztem und allgemeinem Arbeitsmarkt dehnt werden. Die Insiva bietet zusätzlich für Menschen mit Behinderung möglichst zur Metallbearbeitung und Montage weibarrierefrei gestaltet werden. tere Arbeitsmöglichkeiten für Menschen mit Behinderung. Zugleich schafft sie mit Perspektiven bietet dieser Neubau auch dem Kantinenbetrieb auch eine Begegfür die Mitarbeiter der Insiva GmbH, ein nungsmöglichkeit für Menschen mit und Tochterunternehmen der LWV.Eingliedeohne Behinderung.

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Integration

Wohn.Haus statt Parkplatz
Neues Angebot für Menschen mit Behinderung in Heidenheim
Mitten in Heidenheim hat der Neubau eines Hauses begonnen, in dem Menschen mit seelischer oder körperlicher Behinderung künftig individuell Assistenz erhalten. In vier Haushaltsgemeinschaften werden hier je fünf Menschen möglichst selbständig zusammenleben können – betreut von Mitarbeitern der LWV.Eingliederungshilfe. Zugleich sind sie eng eingebunden in den umgebenden Sozialraum.
Von Stephan Gokeler freien Blick auf das Schloss Hellenstein. Auch eine Informations- und Anlaufstelle, die allen Bürgern offen steht, wird im „Wohn.Haus“ eingerichtet. Ausgangspunkt des Projekts war der Teilhabeplan des Landkreises Heidenheim. In ihm wird ein Bedarf an Angeboten für Menschen mit psychischer oder seelischer Behinderung festgestellt, insbesondere wenn darüber hinaus auch noch pflegerische Unterstützung benötigt wird. „Oberstes Ziel des Landkreises ist es, möglichst viele Menschen mit Behinderung aus dem Landkreis Heidenheim auch dort zu versorgen und zu betreuen“, so Landrat Thomas Reinhardt. „Mit dieser Einrichtung können künftig auch pflegebedürftige Menschen mit Behinderung vor Ort fachgerecht versorgt werden.“ Die LWV.Eingliederungshilfe GmbH verfügt mit ihrer Einrichtung Rabenhof in Ellwangen über viel Erfahrung und Kompetenz. Auch die Kombination von Assistenzangeboten unter einem Dach wird zum Beispiel im Wohnheim Ilshofen im Landkreis Schwäbisch Hall bereits praktiziert. Das Angebot richtet sich an Menschen mit seelischer oder körperlicher Behinderung, in erster Linie aus dem Landkreis Heidenheim. Mit einer Fertigstellung ist Mitte 2015 zu rechnen. Interessenten können sich ab sofort über das Angebot informieren.

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Baubeginn in Heidenheim: (von links: Oberbürgermeister Bernhard Ilg, Landrat Thomas Reinhardt, LWV-Geschäftsführer Joachim Kiefer, Norbert Peichl (Bereichsmanager Wohnen und Soziale Dienste L.EH), Thomas Knies (Leiter Wohnen und Soziale Dienste Rabenhof Ellwangen). Foto: Gokeler

Im dritten Stockwerk entstehen vier barrierefreie Ein-Zimmer-Appartements, deren Bewohner ambulante Assistenzleistungen in Anspruch nehmen können oder einen angrenzenden Raum für Aktivitäten der Tagesbetreuung. Eine Dachterrasse bietet

Kontakt
Thomas Knies Leiter Wohnen und Soziale Dienste Rabenhof Ellwangen Telefon 07961 873-200 thomas.knies@lwv-eh.de

Info

3/2014

KVJSaktuell

Integration

Gleichstellung – für wen kommt sie in Frage?
KVJS-Integrationsamt fördert wie bei schwerbehinderten Menschen
Wer einen anerkannten Grad der Behinderung von mindestens 30 aber unter 50 hat, kann sich unter Umständen gleichstellen lassen. Dann gelten Nachteilsausgleiche für schwerbehinderte Menschen. Dafür müssen aber bestimmte Bedingungen erfüllt sein.
„Die Angst um den Arbeitsplatz allein reicht nicht“, stellt Markus Isele von der Agentur für Arbeit in Stuttgart klar. Isele ist Teamleiter der Rechtsbehelfsstelle. Bei ihm und seiner ersten Fachkraft Sabine Bruns landen die Widersprüche gegen eine Ablehnung der Gleichstellung. 4.500 bis 5.000 Anträge auf Gleichstellung werden jedes Jahr in Baden-Württemberg gestellt. Man kann sie formlos bei der Arbeitsagentur am Wohnort einreichen. „Die Gleichstellung soll behinderungsbedingte Nachteile ausgleichen“, so Markus Isele. Gleichgestellte können wie schwerbehinderte Menschen Unterstützung beim KVJS-Integrationsamt suchen. Es gilt der besondere Kündigungsschutz. Zusatzurlaub steht Gleichgestellten allerdings nicht zu. Mehrere Bedingungen Wer mit schwerbehinderten Menschen gleichgestellt werden will, muss eine Reihe von Bedingungen erfüllen. Die erste: Das Landratsamt muss einen Grad der Behinderung von 30 oder 40 festgestellt haben. „Wir raten immer dazu, den Versorgungsbescheid überprüfen zu lassen, besonders wenn er schon älter ist“, erklärt Sabine Bruns. Schließlich können im Laufe der Zeit weitere Beeinträchtigungen hinzukommen. So wie bei dem 52jährigen Metallarbeiter, in dessen zehn Jahre altem Bescheid alle möglichen gesundheitlichen Einschränkungen standen, aber kein Wort von den Wirbelsäulenproblemen, wegen denen er seit zwei Jahren immer wieder lange Krankheitsphasen hatte. Bei einer neuen Begutachtung wurde dann ein Grad der Behinderung von 50 festgestellt. Damit war er schwerbehindert und brauchte die Gleichstellung nicht mehr. Der Bescheid ist für die Agentur für Arbeit auch wichtig, um die Auswirkungen der Behinderung auf den Arbeitsplatz einschätzen zu können. Denn eine Kernfrage ist, ob der Arbeitsplatz überhaupt geeignet ist. Wie etwa bei dem Wachmann, der nur wenige Meter zu Fuß gehen konnte. „Er fuhr das Gelände mit dem PKW ab“, so Bruns. Der Arbeitgeber hatte damit kein Problem, also war sein Job auch nicht gefährdet. Hätte der Wachmann stattdessen lange Flure ablaufen müssen, wäre der Arbeitsplatz nicht geeignet und damit auch nicht zu retten gewesen. Ist der Arbeitsplatz gefährdet? Die akute Gefährdung des Arbeitsplatzes ist deshalb ein weiteres wichtiges Kriterium, nach dem die Agentur für Arbeit entscheidet. „Die ist nachgewiesen, wenn es zum Beispiel schon Abmahnungen gibt, oder dokumentierte kritische Gespräche mit dem Vorgesetzten“, so Markus Isele. Die Gleichstellung ist nur möglich wenn der Arbeitsplatz in konkreter Gefahr ist, oder wenn ein Arbeitssuchender nur als Gleichgestellter Chancen auf einen Arbeitsplatz hat. Damit ein Gleichgestellter

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Integration

Markus Isele und Sabine Bruns von der Rechtsbehelfsstelle der Agentur für Arbeit Stuttgart. Foto: Kleusch

sich aber auf den Kündigungsschutz für schwerbehinderte Menschen berufen kann, muss er seinen Gleichstellungsantrag mindestens drei Wochen vor Erhalt des Kündigungsschreibens bei der Arbeitsagentur eingereicht haben.

len nicht, dass wir die Unterlagen in den Betrieb schicken, weil sie Angst haben, schlafende Hunde zu wecken. Dann ist es für uns schwierig, die Situation zu beurteilen. In solchen Fällen müssen wir meist ablehnen.“ Sonderfall Beamte Bei Beamten müssen für eine Gleichstellung besondere Gründe vorliegen, denn sie sind nicht mehr ordentlich kündbar. Drohen – etwa wegen Auflösung der Dienststelle – eine Versetzung auf einen geringerwertigen Arbeitsplatz, finanzielle Einbußen bei der Besoldung oder der Einsatz auf einen Arbeitsplatz, der keine Rücksicht auf die Behinderung bietet, kann auch ein Beamter gleichgestellt werden. Ebenso, wenn ein vorzeitiger Ruhestand aus gesundheitlichen Gründen droht. mok

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Um die betriebliche Situation einschätzen zu können, schickt die Agentur für Arbeit einen zweiseitigen Fragebogen an den Antragsteller, den Arbeitgeber und die betriebliche Interessenvertretung. Darin wird unter anderem abgefragt, wie sich die Behinderung am Arbeitsplatz auswirkt. Sabine Bruns weiß: „Manche wol-

Weitere Informationen
Grundsätzliche Informationen auf der Internetseite der Agentur für Arbeit: www.arbeitsagentur.de unter dem Suchbegriff Gleichstellung. Auch der Sozialverband VdK hat einige Informationen online gestellt: www.vdk.de/nrw/pages/sozialpolitik/nachteilsausgleiche/13476/gleichstellung Nützlich für die Praktiker vor Ort: Die Seite für die Schwerbehindertenvertretung www.schwbv.de/ gleichstellung.html mit Übungs-Beispielen.

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Neuer CAP-Markt in Holzgerlingen
Femos, das älteste und größte Integrationsunternehmen im Landkreis Böblingen öffnete am 15.5. pünktlich um acht Uhr einen neuen CAP-Markt in Holzgerlingen. Der Markt bietet den Holzgerlinger Bürgern auf 1.000 Quadratmetern über 13.000 Artikel für den täglichen Bedarf: Lebensmittel, Zeitschriften, Drogerieartikel und einen kleinen Non-Food-Bereich. Elf Mitarbeiter mit und ohne Behinderung werden in dem Markt arbeiten. Das KVJSIntegrationsamt bezahlte die Betriebsberatung für das neue Integrationsunternehmen und unterstützt den laufenden Betrieb mit Lohnkostenzuschüssen. mok

3/2014

KVJSaktuell

Jugend

STÄRKE noch stärker
KVJS führt Landesprogramm fort
Das Landesprogramm STÄRKE, mit dem Eltern ermutigt und unterstützt werden sollen, Elterntreffs oder -kurse zu besuchen, ist erfolgreich abgeschlossen. Das Land hat am 27. Mai gemeinsam mit dem KVJS und weiteren Partnerverbänden eine entsprechende Rahmenvereinbarung unterzeichnet.
Ziel der neuen Vereinbarung ist es, STÄRKE noch mehr auf die Familien auszurichten. Für Eltern, die dringend auf finanzielle Hilfe angewiesen sind und mit ihrem Kind im ersten Jahr nach der Geburt ein Familienbildungsangebot besuchen wollen, hebt das Land die Unterstützung auf bis zu 100 Euro an. Die Neuregelung gilt ab dem 1. Juli 2014. Für STÄRKE stehen jährlich vier Millionen Euro Landesmittel zur Verfügung. Das Programm führt auch in Zukunft der KVJS durch. Neu ist die Förderung von offenen Treffs, die grundsätzlich alle Familien ansprechen aber auch gezielt Personengruppen wie etwa Migrantinnen oder Alleinerziehende in den Blick nehmen und auf Familienbildungsangebote aufmerksam machen. Offene Treffs sind gemeinsame, leicht zugängliche Begegnungs- und Bildungsorte für Eltern und Familien, vorwiegend mit Kindern im vorschulischen Alter. Dort können auch Elternbildungskurse oder Vorträge von Fachkräften angeboten und die Familien über die STÄRKE-Angebote oder über weitere Familien unterstützende Angebote beraten werden. Geplant ist auch, Väter stärker in die Familienbildung einzubeziehen. Nicht zuletzt deshalb sollen auch die bislang lediglich als Modellprojekt erprobten Familienbildungsfreizeiten fester Bestandteil von STÄRKE werden. Und: Neuer Partner des Programms ist der baden-württembergische Hebammenverband, wodurch es künftig möglich sein wird, STÄRKE noch besser mit den Frühen Hilfen zu vernetzen. add

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Sozialministerin Katrin Altpeter (erste Reihe, 4.v.l.), KVJS-Vorsitzender Karl Röckinger (hintere Reihe, 4.v.l.) sowie die Vertreter der Partnerverbände haben das Programm auf benachteiligte Familien zugeschnitten. Foto:Sozialministerium

STÄRKE wurde 2008 unter der früheren Landesregierung eingeführt. Das Programm möchte junge Eltern ermutigen Elterntreffs oder -kurse zu besuchen und für einige Familien die Teilnahme finanziell ermöglichen beziehungsweise erleichtern. Schwellenängste von Eltern vor der Inanspruchnahme von Hilfen sollen abgebaut und ein ausreichendes Angebot an Kursen sichergestellt werden. Außerdem gilt es, die Zusammenarbeit der Akteure untereinander und miteinander zu verbessern.

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3/2014

Jugend

Wenn der Verein in die Schule kommt
Ganztagsschule: KVJS gestaltet mit
Der Ausbau der Ganztagsschulen geht voran: Jetzt hat Kultusminister Andreas Stoch mit dem KVJS und rund 40 weiteren Vereinigungen und Verbänden eine Rahmenvereinbarung „Kooperationsoffensive Ganztagsschule“ abgeschlossen. Damit bekräftigen alle Beteiligten das Ziel, die Ganztagsschule in Kooperation mit außerschulischen Partnern zu gestalten.
bote laufen anteilig weiter, bis die Halbtagsschule ausgelaufen ist. Durch den Ausbau der Ganztagsschulen hat die Kooperation der Kinder- und Jugendhilfe mit der Schule an Bedeutung gewonnen. Die Rahmenvereinbarung ist Ergebnis der seit Dezember 2012 laufenden Gespräche der Landesregierung mit außerschulischen Partnern. Damit soll der Ganztagsbetrieb mit einem zusätzlichen Angebot von Bildungs- und Betreuungsangeboten außerhalb des Unterrichts verzahnt werden.
Foto: Kultusministerium

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Die Projektpartner zu Besuch im Ministerium.

Bereits jetzt sind 181 Anträge eingegangen, um nach der neuen Ganztagskonzeption im kommenden Schuljahr starten zu können. Die Landesregierung investiert für den Ausbau der Ganztagsgrundschulen bis zu 147 Millionen zuzüglich 10,6 Millionen Euro für die Grundstufen der Förderschulen pro Jahr. Die Landeszuschüsse für kommunale Betreuungsange-

Der Gesetzentwurf des Ministeriums ist auf dem Dienstleistungsportal des Landes www.service-bw.de veröffentlicht. Das KVJS-Praxishandbuch kann im Internet unter www.kvjs.de/forschung Ein KVJS-Schlaglicht „KVJS-Forschungsprojekt Ganztagsschule“ findet sich unter www.kvjs.de/service/ publikationen.html

Welche Auswirkungen der Ausbau auf die Kinder- und Jugendhilfe in Baden-Württemberg hat und wie sie selbst eine aktive und mitsteuernde Rolle einnehmen kann, war Gegenstand einer Forschung des KVJS. Ver Verband begleitet ab Oktober 2014 bis zu vier Stadt- und Landkreise, die eine schulbezogene Jugendhilfeplanung voranbringen wollen. Zudem kann ein Praxishandbuch „Kinder- und Jugendhilfe gestalten – Ganztagsschule als Impuls für kommunale Praxisentwicklungen“ im Internet heruntergeladen oder kostenfrei bestellt werden. Am 03. Dezember 2014 wird der KVJS zusammen mit der Serviceagentur „Ganztägig lernen“, dem Landesinstitut für Schulentwicklung und der Landesarbeitsstelle Kooperation eine Tagung zur qualitativen Weiterentwicklung pädagogischer Konzepte von Ganztagsgrundschulen durchführen. Das Programm wird nach den Sommerferien auf der Homepage des KVJS veröffentlicht. rei

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Jugend

Ein Stück Indien in Gültstein
Der KVJS ist auch nach einer Adoption für Adoptiveltern da
Kinderlachen erfüllte am 17. Mai das KVJS-Tagungszentrum Gültstein. Die Zentrale Adoptionsvermittlungsstelle des Landesjugendamtes lud erstmals Familien mit indischen Adoptivkindern zu einem gemeinsamen Nachmittag nach Herrenberg ein. „
Wir möchten auch nach einer erfolgten Adoption Ansprechpartner für Familien sein“, erklärt Vermittlerin Monika MillerLika. Und so empfingen die Diplom-Soziologin und ihre Kollegin Heike Sattler an diesem sonnigen Nachmittag ihre Gäste mit Kaffee, Saft und Kuchen. Die Kleinen plantschten mit den Eltern im Hallenbad, tummelten sich im weitläufigen Park und spielten zum Beispiel Minigolf. HulahoopReifen drehten sich auf der Wiese. Die Erwachsenen erfuhren in einem Kurzvortrag Interessantes rund um Adoptionen aus Indien und fanden in Miller-Lika und Sattler Ansprechpartnerinnen für Fragen. Seit 2002 hat die Zentrale Adoptionsvermittlungsstelle (ZAS) beim KVJS 19 indische Kinder an 17 baden-württembergische Familien vermittelt. Von ihnen waren zehn Familien mit zwölf Vier- bis Zehnjährigen gekommen. „Wir haben ihnen einen ansprechenden Rahmen geboten, um sich kennenzulernen. Das ist besonders für die Kinder von großer Bedeutung. Sie sehen, dass es noch andere Kinder gibt, die nicht in ihrer Herkunftsfamilie und in ihrem Herkunftsland aufwachsen. Erfahrungen können ausgetauscht werden“, sagt Miller-Lika.“ Freundschaften könnten entstehen. Die Mitarbeiterinnen freuten sich, die von ihnen zusammengebrachten Familien wiederzusehen. „Wir konnten miterleben, wie gut sich alle Kinder entwickelt haben und wie stark sie in ihre neuen Familien hineingewachsen sind“, sagt Miller-Lika.

Heike Sattler (Reihe hinten, links) und Monika Miller-Lika (rechts) mit Jungen und Mädchen aus Indien. Foto: Privat

Vor ihrer Adoption hatten die Jungen und Mädchen in indischen Heimen gelebt. „Viele waren von mittellosen Familien oder Müttern abgegeben worden, andere wurden auf der Straße gefunden.“ Alle haben ein Handicap, etwa fehlende Gliedmaßen, Herz-, Nieren- oder Augenkrankheiten. Oft hatte es den leiblichen Eltern zum Beispiel an Geld gemangelt, um eine Krankheit oder Behinderung medizinisch behandeln zu lassen. Indische Adoptiveltern waren nicht gefunden worden. Der KVJS plant weitere Treffen. Das nächste findet am Nikolaustag 2014 statt. Eingeladen sind Familien, die beim Verband Kinder aus Thailand adoptiert haben. syr

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Neu erschienen
KVJS-spezial Auslandsadoptionen. Beratung, Unterstützung und Vermittlung durch den KVJS, 2014
Auslandsadoptionen
Beratung, Unterstützung und Vermittlung durch den KVJS

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3/2014

Jugend

Die Maschen enger stricken
Expertendialog zum Thema Kinder- und Jugendpsychosomatik
Das Leben von Kindern und Jugendlichen mit einem komplexen Hilfebedarf kann nur dann wirklich verbessert werden, wenn alle beteiligten Institutionen und Berufsgruppen intensiver als bisher zusammenarbeiten. So das Fazit eines Treffens, zu dem die Fachklinik für Kinder- und Jugendliche in Wangen (Allgäu) Experten aus verschiedenen Professionen geladen hatte –Gisela Köhler vom KVJS-Landesjugendamt war dabei.
Überörtliche und örtliche Vertreter aus den Bereichen Kinder- und Jugendpsychiatrie, Jugendhilfe, RentenversicherungRehabilitation sowie aus Schule, Ausbildung und Beruf informierten darüber, wie sich die Versorgung von Kindern und Jugendlichen mit psychosomatischen und psychischen Erkrankungen aus ihrem spezifischen Blickwinkel darstellt .Die Teilnehmer waren sich einig: Gefragt ist die Entwicklung und Schaffung bedarfsgerechter Angebote auf der Grundlage einer intensiven Zusammenarbeit und einem guten regionalen Kooperationsklima. „Junge Menschen, die von verschiedenen Seiten her intensive Unterstützung benötigen, brauchen mehr Aufmerksamkeit und eine zielgerichtete Förderung“, sagte Gisela Köhler vom KVJS-Landesjugendamt. Die Jugendhilfe hat die Aufgabe, Eltern in Ihrem Erziehungsauftrag zu unterstützen und den Kindern und Jugendlichen in akuten Not- und Krisensituationen schnelle Hilfe anzubieten. Aber: „Eine effektive Zusammenarbeit scheitert hier oft durch ein zersplittertes System an Zuständigkeiten, unterschiedlichen Handlungsaufträgen und unterschiedlichem Selbstverständnis“, bemängelte die Jugendhilfeexpertin. „Was wir brauchen sind Risikoallianzen“, so Köhler. Es gehe um eine ganzheitliche und gemeinsame Fallverantwortung, die Bildung von Regionalen Hilfeverbünden, die Vernetzung der Dienste, Einrichtungen und Leistungsträger der Region sowie um die Schaffung von verbindlichen Grundlagen der Kooperation und Koordination. Die Fachklinik plant, die Thematik im Rahmen einer Fachtagung im Herbst 2014 zu vertiefen. add

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Jugendhilfe in Zahlen
In Baden-Württemberg erhielten 2011 insgesamt 94.431 junge Menschen und deren Familien Hilfen zur Erziehung, Hilfe für junge Volljährige und Eingliederungshilfe, davon 40 Prozent im Rahmen der Erziehungsberatung Von den übrigen 56.616 Kindern und Jugendlichen waren ein Drittel stationär in Vollzeitpflege oder in einer Einrichtung der Heimerziehung untergebracht, zwei Drittel nahmen ambulante Hilfen wie Sozialpädagogische Familienhilfe, Erziehungsbeistandschaft, Tagesgruppen oder Soziale Gruppenarbeit in Anspruch

Info

Das KVJS-Landesjugendamt hat die Aufsicht über rund 270 Heime der Erziehungshilfe mit 11.200 genehmigten Plätzen, davon 8.300 stationär.

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KVJSaktuell

Forschung

Video zum KVJS-Forschungsvorhaben über Senioren mit geistiger Behinderung
Wie geht es Menschen mit geistiger Behinderung, wenn sie älter werden? Drei Rentner berichten in einem Video über ihren Alltag. Der Sechs-Minuten-Film erläutert Ergebnisse der KVJS-Studie „Alter erleben“ zur Situation älterer Menschen mit geistiger Behinderung. Der KVJS, die Katholische Hochschule Nordrhein-Westfalen, die Pädagogische Hochschule Ludwigsburg und die Universität Tübingen entwickeln darin unter anderem eine Typologie mit sieben typischen Lebenslagen. Die einen sind relativ gesund und zufrieden, pflegen intensive Freundschaften und stehen in gutem Kontakt zu Betreuungspersonen. Die anderen sind gesundheitlich stark eingeschränkt, haben keine privaten Beziehungen und sind von professioneller Unterstützung abhängig. Immerhin: 68 Prozent der über 65-Jährigen finden ihr Leben schön oder sind mit ih-

Freundschaften machen glücklich. Screenshot www.youtube.com/user/KommunalverbandKVJS

rem Leben zufrieden. Die Ergebnisse der KVJS-Studie wurden 2013 veröffentlicht. Den Forschungsbericht finden sie auf der KVJS-Internet-Seite www.kvjs.de, Rubrik „Forschung“. Dort können Sie auch gedruckte Exemplare bestellen. syr

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3/2014

Fortbildung

Seite an Seite
Erste gemeinsame Jahrestagung der Jugendhilfe- und Sozialplaner
Jugendhilfeplanung und Sozialplanung für den Bereich Behinderung und Psychiatrie haben viele Schnittstellen – nicht immer sind die Grenzen der Zuständigkeit klar definiert. Unter dem Motto „Aufgaben gemeinsam lösen“ haben im Mai in Gültstein Jugendhilfeplaner und Sozialplaner aus ganz Baden-Württemberg erstmals zusammen getagt und über gemeinsame Aufgaben und Lösungen diskutiert.
Seit nunmehr 50 Jahren führen Fachleute eine Debatte darüber, wo die Zuständigkeit der Jugendhilfe aufhört – und Eingliederungshilfe für Kinder und Jugendliche mit Behinderungen nach SGB XII beginnt – und andersherum. Mit dem gemeinsamen Fachtag will der KVJS den Austausch zwischen der Sozialplanung und der Jugendhilfeplanung zu Schnittstellen im Bereich der Eingliederungshilfe für Kinder und Jugendliche voranbringen. Ziel ist eine bessere Kooperation und der Austausch über praktikable Lösungen vor Ort. „Kann man auf Kinder den gleichen Blick werfen wie auf Erwachsene mit Behinderungen? Und wie kann man wirklich feststellen, ob Beeinträchtigungen nun Folge der Erziehung oder einer Behinderung sind?“ Mit Prof. Dr. Dr. h.c. Reinhard Wiesner schilderte ein bundesweit anerkannter Rechtsexperte die Bundes-Debatte und mögliche Auswege aus dem „Verschiebebahnhof zwischen Jugend- und Eingliederungshilfe“. Wiesner betonte die gemeinsame Verantwortung für Kinder und Jugendliche. Da setzt auch die „Große Lösung“ an, bei der Leistungen aus einer Hand unter das Dach des SGB VIII kommen sollen. Der Koalitionsvertrag sei hierzu jedoch sehr schwammig geblieben, so Wiesners nüchterne Bilanz. „Und während über die Lösungen noch immer nachgedacht wird, kommt bereits das nächste Thema: Inklusion. Dieser Auftrag richtet sich an alle Systeme: erwar3/2014 tet werden Lösungen, die Menschen nicht länger aussondern, sondern ihnen mit ihren unterschiedlichen Fähigkeiten und Handicaps gesellschaftliche Teilhabe ermöglichen. Für die Kinder- und Jugendhilfe, die dann auch die gesellschaftliche Teilhabe für Kinder und Jugendliche mit körperlichen und geistigen Beeinträchtigungen sichern soll, bedeutet dies, ihr gesamtes Angebot auf den Prüfstand zu stellen: Jugendarbeit, Schulsozialarbeit, Jugendberufshilfe, frühe Hilfen – aber auch die Übergänge in die anderen Systeme in medizinische Rehabilitation oder die Integration in Arbeit. „Wir müssen bedarfsorientierte Hilfen schaffen und Kooperationen zwischen den Leistungserbringern“, so Wiesner. Zudem müssten Jugendämter entsprechend ausgestattet sein mit qualifizierten, multiprofessionellen Teams und man müsse sich die Frage stellen: „Was bleibt bei der Kinder- und Jugendhilfe, und was ist Aufgabe der anderen Systeme, wenn (auch) sie das Konzept der Inklusion ernst nehmen?“. Auch wenn noch offen ist, wie sich die Überlegungen hinsichtlich einer „Großen Lösung“ oder „Hilfen zur Entwicklung“ entwickeln, widmeten sich die Teilnehmer der optimierten Zusammenarbeit, stellten Beispiele vor und diskutierten Schnittstellenfragen, innovative Ansätze und Möglichkeiten voneinander zu lernen und zu profitieren. Das Fazit am Ende des Fachtages war von allen Beteiligten positiv: bitte mehr davon. rei

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KVJSaktuell

Fortbildung

Wenn soziale Milieus krank machen
Jahrestagung Mobile Jugendarbeit zum Thema Gesundheitsförderung
Gesundheit ist mehr als die Abwesenheit von Krankheit, sie muss auch in sozialen Bezügen gesehen werden. Die Streetworker der Mobilen Jugendarbeit stehen vor der Herausforderung, den Aspekt der Gesundheitsförderung für ihre Zielgruppen stets mitzudenken und niedrigschwellige Handlungsoptionen zu entwickeln. Dies machte die Jahrestagung 2014 deutlich, die der KVJS gemeinsam mit der Landesarbeitsgemeinschaft Mobile Jugendarbeit/Streetwork Baden-Württemberg veranstaltet hat.
Die Chancen, ein Höchstmaß an Gesundheit zu erreichen, sind in Deutschland unterschiedlich verteilt. Besonders Kinder und Jugendliche von Eltern mit niedrigem Bildungsniveau, aus Familien mit schlechterer Einkommenslage und schlechten Wohnbedingungen zählen zu den Risikogruppen. Sie zeigen besonders häufig chronische und psychosomatische Krankheitsbilder und wachsen in einem Umfeld auf, das von Arbeits- und Perspektivlosigkeit, Gewalt, familiären Problemen, Sucht, Schulden und Obdachlosigkeit geprägt sein kann. Für solche junge Menschen, die in Milieus leben, die von sozialer Ungleichheit geprägt sind, sind die Streetworker kompetente Ansprechpartner. „Die Mitarbeiter sind mittendrin im Alltag, denn sie suchen Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene an ihren Treffpunkten auf“, sagt Bettina Pfluger vom KVJS-Landesjugendamt. Mit ihren Angeboten möchten sie die jungen Menschen stark dafür machen, Selbsthilfekräfte und Ressourcen zur Lösung ihrer sozialen Probleme zu nutzen. Das Hilfepaket ist dick geschnürt und reicht von Angeboten der Gesundheitlichen Versorgung über Sucht-, Gewalt-, AIDS- und Schwangerschaftsprävention bis hin zur Förderung seelischer Gesundheit und Stressbewältigung. Auch die Vermittlung zu unterschiedlichen Beratungsstellen vor Ort gehört zum Aufgabenspektrum der Mobilen Jugendarbeit. Ziel aller Maßnahmen ist es, Ausgrenzungsprozesse zu verhindern oder rückgängig zu machen. add

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Mobile Jugendarbeit kommt an
In Baden-Württemberg ist die Mobile Jugendarbeit als ein professionelles Handlungskonzept schon seit langem etabliert. Als Teil der lokalen Infrastruktur im Zusammenwirken mit Offener Jugendarbeit, Sozialer Arbeit an Schulen, Allgemeinen Sozialen Dienste, Jugendberufshilfe und Beratungsstellen fördert das Land die Mobile Jugendarbeit auch finanziell. Im Jahr 2012 waren das 316 Mitarbeiter mit rund 212 Personalstellen in 134 Einrichtungen. Der KVJS unterstützt dieses Angebot durch landesweite Fachtagungen und Seminare, Arbeitshilfen und Broschüren sowie ausgewählte Modellprojekte zur Weiterentwicklung der Jugendhilfe.

Info

KVJSaktuell

3/2014

Neu erschienen

Beim KVJS erschienen
Alle hier aufgeführten Publikationen des KVJS sind kostenlos. Sie stehen auch im Internet unter www.kvjs.de/service/publikationen.html zum Herunterladen zur Verfügung.

Reihe KVJS-spezial
KVJS-spezial Auslandsadoptionen. Beratung, Unterstützung und Vermittlung durch den KVJS, 2014. Fachleute, Adoptierte und Adoptiveltern berichten über ihre Erfahrungen. Kostenlos zu beziehen beim KVJS Diane Geiger Telefon 0711 6375-406 Diane.Geiger@kvjs.de

Kostenlos zu beziehen beim KVJS Manuela Weimar Telefon 0721 8107-942 integrationsamt@kvjs.de

Jugendhilfe
Aktualisierter Ratgeber: „Was Pflegeeltern wissen sollten“, 2. Auflage 2014. Broschüre für Familien, die sich für die Aufnahme eines Pflegekindes in Vollzeitpflege interessieren. Voraussetzungen zur Erteilung einer Betriebserlaubnis nach §45 SGB VIII. Grundlagenpapier für Einrichtungen, in denen Kinder und Jugendliche über Tag und Nacht betreut werden, aktualisierte Auflage, 2014. Kostenlos zu beziehen beim KVJS Diane Geiger Telefon 0711 6375-406 Diane.Geiger@kvjs.de NUR ONLINE VERFÜGBAR: Projekt „Netzwerk Frühe Hilfen und Kinderschutz II“, Abschlussbericht, 2014. Im Auftrag des Sozialministeriums führte die Universität Ulm mit dem KVJS-Landesjugendamt das Qualifizierungsprogramm „Netzwerk Frühe Hilfen und Kinderschutz“ durch. Es lief vom September 2010 bis September 2013, Hrsg.: Klinik für Kinderund Jugendpsychiatrie/Psychotherapie, Universitätsklinikum Ulm, KVJS. www.kvjs.de/jugend/kinderschutz/ landesprogramm-netzwerk-fruehe-hilfen. html

Reihe KVJS-Schlaglicht
26 KVJS-Schlaglicht „Neues Werkzeug für die Netzwerkkonferenzen: Das Wirkmodell“, Ausgabe 12, 2014 Was wirkt wie worauf bei der Inklusion von Menschen mit Behinderung in den Arbeitsmarkt? Das untersuchte ein KVJSForschungsprojekt. Das daraus entwickelte Wirkmodell startet nun in der Praxis. Kostenlos zu beziehen beim KVJS Manuela Weimar Telefon 0721 8107-942 integrationsamt@kvjs.de

Schwerbehinderung und Arbeit
ZB Spezial SBV Guide. Praxisleitfaden Schwerbehindertenvertretung, 2014. Die Broschüre gibt einen praxisorientierten Überblick über die Aufgaben, Rechte und Pflichte der Schwerbehindertenvertretung. Sie ist empfehlenswert für alle, die neu ins Amt gewählt sind.

Foto: Fotolia

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KVJSaktuell

Neu erschienen

Behinderung, Pflege
Neue Bausteine in der Eingliederungshilfe 2010 – 2012. Inklusion von Kindern und Jugendlichen mit Behinderung im Freizeitbereich, Abschlussbericht, 2014. Neue Bausteine in der Eingliederungshilfe 2010 – 2012. Behinderung im Kontext von Arbeit und Beschäftigung, Abschlussbericht, 2014. Neue Bausteine in der Eingliederungshilfe 2010 – 2012. Behinderung und Migration, Abschlussbericht Baustein-Projekt im Landkreis Böblingen, 2014. Fallmanagement in der Eingliederungshilfe. Gesamtplan nach § 58 SGB XII. Grundlagenpapier, aktualisierte Fassung 2014. Eine Information für Fachleute zur Praxis vom KVJS und den Stadt- und Landkreisen in Baden-Württemberg. Kostenlos zu beziehen beim KVJS Manuela Weißenberger Telefon 0711 6375-307 Sekretariat21@kvjs.de

Impressum

KVJS aktuell Juni 2014 Herausgeber: Kommunalverband für Jugend und Soziales Baden-Württemberg Öffentlichkeitsarbeit Verantwortlich: Kristina Reisinger (rei) Mit Beiträgen von: Gabriele Addow (add) Monika Kleusch (mok) Sylvia Rizvi (syr) Layout: Waltraud Gross Bestellung KVJS-aktuell/Adressänderungen: Petra Wagner Telefon 0711 6375-208 Petra.Wagner@kvjs.de Lindenspürstraße 39 70176 Stuttgart www.kvjs.de Redaktioneller Hinweis: Wir bitten um Verständnis, dass aus Gründen der Lesbarkeit auf eine durchgängige Nennung der weiblichen und männlichen Bezeichnungen verzichtet wird. Selbstverständlich beziehen sich die Texte in gleicher Weise auf Frauen und Männer.

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Betreuungsrecht
KVJS Betreuungsrecht-Info Heft 2, 2014. Neues aus Praxis und Rechtsprechung, Literaturtipps, Veranstaltungen, Seminare. Kostenlos zu beziehen beim KVJS Mandy Schlesinger Telefon 0711 6375-279 Mandy.Schlesinger@kvjs.de

KVJSaktuell

3/2014

Postanschrift Postfach 10 60 22 70049 Stuttgart

Hausadresse Lindenspürstraße 39 70176 Stuttgart (West)

Tel. 0711 63 75-0 www.kvjs.de
                            
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