Publication:
2012
URN:
https://nbn-resolving.de/urn:nbn:de:kobv:109-1-7729619
Path:
2/12

KVJS

aktuell

Aktuell

Urlaubsparadies Gültstein: Erste Ferienfreizeit
Seite 3

My Smart home: Technik im Alter
Seite 9

Soziales

Muslimische Jugendkultur
Seite 20

Fortbildung

KVJS

Inhaltsverzeichnis
KVJS 3 5 6 6 Soziales 7 8 9 2 10 11 Integration 13 15 16 Jugend 17 18 Fortbildung Neu erschienen 20 22 Gültstein – ein Urlaubsparadies Erste Freizeit für Menschen mit Behinderung im KVJS-Tagungshaus Was braucht Baden-Württemberg wirklich? KVJS forscht zum Thema Fachkräftebedarf Die ganz Kleinen im Blick Neue Ausbildung „Frühpädagogik“ in Flehingen Neues Bürozentrum ist ein Gewinn für alle Innovatives Konzept des Ulmer Tannenhofs und der Smart-up GmbH Älter werden in der Eingliederungshilfe KVJS-Benchmarking nimmt Menschen mit Behinderung ab 50 Jahre in den Blick Auf dem Weg zum inklusiven Sozialraum Sozialplanertagung spricht über örtliche Teilhabeplanung My Smart home is my castle KVJS-Fachtag öffnet den Blick für Technik im Alter Zurück zu mehr Ehrenamt KVJS stellt Forschungsergebnisse vor: Entwicklungen der rechtlichen Betreuung Bloggen, Chatten, Online-Surfen Betreuungsvereine entdecken das Social Web Frischer Wind für die Inklusion KVJS und Land unterstützen neue Förderprogramme Wenn Integration durch den Magen geht Neue Catering-Firma Insiva GmbH Näher dran an den Unternehmern KVJS-Integrationsamt baut Kooperation mit Arbeitgeberverbänden aus Jugendhilfe muss neue Wege gehen Forschungsvorhaben zu den Auswirkungen des Ausbaus der Ganztagsschulen Mehr Männer braucht die Kita Interview mit Evelyn Samara zu den Entwicklungen der Kindergärten Wenn Handtaschen zu Gebetsteppichen werden Muslimische Jugendkultur Publikationen – beim KVJS erschienen

2/2012

KVJSaktuell

KVJS

Gültstein – ein Urlaubsparadies
Erste Freizeit für Menschen mit Behinderung im KVJS-Tagungshaus
Das von einem idyllischen Park umgebene KVJS-Tagungszentrum in Gültstein hat vom 2. bis 5. April 2012 seine Pforten als Gastgeber einer Erholungsfreizeit für Menschen mit Behinderungen geöffnet. Vier Tage lang nutzten zehn Menschen mit Körper- und Mehrfachbehinderung und fünf betreuende Mitarbeiter der LWV. Eingliederungshilfe GmbH als sogenannte „Pioniere“ das neue Angebot der Einrichtung und testeten dabei den Erholungsfaktor und die Barrierefreiheit.
„Für uns hat sich das Erholungsheim Gültstein für einen Kurzurlaub wirklich gut geeignet“, zogen die Organisatorinnen Sandra Velte, Mitarbeiterin Behindertenheim Markgröningen, und Kerstin Stang, Mitarbeiterin Behindertenheim Rappertshofen Reutlingen, am Ende der viertägigen Freizeit Bilanz. „Herr Berres und sein Team waren sehr hilfsbereit und zuvorkommend.“ Die Feuertaufe ist damit bestanden, weitere Freizeiten sind bereits in Planung. Zukünftig sollen auch andere Gruppen in Gültstein ihr Quartier beziehen, gleichzeitig gibt es Kontakte mit einer Einrichtung aus dem Sauerland, die eine Freizeit für 80 Personen im nächsten Jahr plant und dafür Gültstein in Betracht zieht“, so Robert Berres, Geschäftsführer des KVJS-Tagungszentrums Gültstein. Das Freizeitangebot in Gültstein gilt für die Ferienzeiten, in denen keine Tagungen stattfinden. So war die Gruppe um Sandra Velte und Kerstin Stang in den Osterferien zu Gast in Gültstein und unternahm einige Ausflüge in die Umgebung. Herrenberg ist beispielsweise in nur 3,5 Kilometer zu Fuß zu erreichen und bietet eine mittelalterliche Innenstadt mit Fachwerkhäusern und vielem mehr. Ausflugsziele gab es also reichlich, die Gruppe besuchte auch einen Kamelhof und eine Automobilausstellung. „Die Freizeitmöglichkeiten waren für die gemeinsame Zeit ausfüllend“, dokumentierte die Gruppe in ihrem Erfahrungsbe-

3

Ganz in der Nähe des KVJS-Tagungshauses bieten sich Freizeitmöglichkeiten wie hier das Kamel Reiten. Foto: Sandra Velte

richt ihre Zufriedenheit mit den Freizeitangeboten in der Region. Selbst für den Fall, dass keine Ausflüge auf dem Programm stehen, ist vorgesorgt. Die Einrichtung verfügt neben dem hauseigenen Schwimmbad und einer Kegel- und Bocciabahn über weitere Freizeitangebote wie Tischtennis und Minigolf. Auch der Park, der das Tagungszentrum umgibt und den ein Ententeich ziert, eignet sich hervorragend für kleine Spaziergänge. Am Ende können aus den Erfahrungen dieser Gruppe, die das KVJS-Tagungszen-

KVJSaktuell

2/2012

KVJS

trum auf seine Tauglichkeit für Menschen mit Körper- und Mehrfachbehinderung getestet hat, wichtige Erkenntnisse gewonnen werden. Demnach ist Gültstein gut vorbereitet für weitere Freizeiten. Aus dem Erfahrungsbericht der Gruppe geht hervor, dass die Ausflugsziele entweder zu Fuß, mit den öffentlichen Verkehrsmitteln oder dem Auto gut erreichbar waren sowie das Essen und der Service vor Ort kei-

ne Wünsche offen ließ. Laut den Teilnehmern war die Unterkunft rollstuhl- und behindertengerecht, auch wenn noch ein paar bauliche Nachrüstungen erforderlich sind, die aber bereits geplant sind. Eine Umfrage unter den Teilnehmern zeigte: Im Großen und Ganzen hat die Freizeit den Menschen mit Behinderung sehr gut gefallen. jw

4

Die „Pioniere“ aus Markgröningen und Rappertshofen zu Gast in Gültstein.

Fotos: Sandra Velte

KVJS-Tagungszentrum Gültstein Geschäftsführer Robert Berres Tel.: 07032 972-0 Fax: 07032 972-134 E-Mail: tz-gueltstein@t-online.de Internet: www.kvjs.de

Info

2/2012

KVJSaktuell

KVJS

Was braucht Baden-Württemberg wirklich?
KVJS forscht zum Thema Fachkräftebedarf
Auch die Stadt- und Landkreise in Baden-Württemberg haben zunehmend Probleme bei der Fachkräftegewinnung – insbesondere in Bereichen der Alten- und Jugendhilfe. Alle bekannten Prognosen deuten darauf hin, dass sich diese Problematik künftig verstärken wird – vor allem durch demografische und soziale Veränderungen.
Wie sich die Problematik in einzelnen Regionen in den jeweiligen Arbeitsfeldern konkret vollziehen wird, darüber kann derzeit allerdings nur spekuliert werden. Die Datenlage zum Fachkräftebedarf in sozialen Berufen ist insgesamt unübersichtlich. Es gibt zwar Erhebungen in unterschiedlicher Differenziertheit und Aussagekraft. Was jedoch fehlt ist eine Analyse und Zusammenfassung des aktuellen Forschungsstandes in Baden-Württemberg. Der KVJS hat deshalb für die Altenhilfe und –pflege eine Untersuchung in Auftrag gegeben. Darüber hinaus fördert der KVJS ein Forschungsvorhaben des Forschungsverbunds Deutsches Jugendinstitut/Technische Universität Dortmund. Beide Vorhaben sehen neben einer Analyse demographischer und berufsfeld-spezifischer Daten die Analyse quantitativer und qualitativer Entwicklungen im Hochschulbereich vor. Die Befragung erfahrener Fachleute sowie von Experten von Hochschulen ist deshalb Bestandteil der Untersuchungen. Die Expertisen werden fundierte, auf baden-württembergische Verhältnisse ausgelegte Prognosen zum Fachkräftebedarf sowie Hinweise und Anregungen zur Sicherstellung eines ausreichenden Fachkräfteangebots liefern. Es werden Impulse zur Beförderung eines nachhaltigen Dialogs zwischen Hochschulen und Anstellungsträgern erwartet, insbesondere zur inhaltlich-konzeptionellen Gestaltung von Ausbildungs- und Weiterbildungsangeboten. Ausführlichere Informationen unter www.kvjs.de ht

5

Die Forschungsprojekte

Hintergrund

Personalbedarf in der Altenhilfe und Altenpflege in Baden-Württemberg – eine Expertise unter Berücksichtigung des Bedarfs an nicht-medizinischen Fachkräften mit akademischer Qualifikation (Mai bis Dezember 2012). Umsetzung dieses KVJS-Forschungsvorhabens durch die Forschungsgesellschaft für Gerontologie e. V./ Institut für Gerontologie an der Technischen Universität Dortmund in Kooperation mit der Medizinischen Hochschule Hannover. Projektleiter: Herr Prof. Dr. Gerhard Naegele, Forschungsgesellschaft für Gerontologie e.V., E-Mail: orka@ post.uni-dortmund.de, Projektleiterin KVJS: Heide Trautwein, E-Mail: Heide.Trautwein@kvjs.de Perspektiven der einschlägigen Hochschulstudiengänge für die Arbeitsfelder der Kinder- und Jugendhilfe (März – August 2012). Der KVJS unterstützt ein Forschungsvorhaben der Technischen Universität Dortmund – Forschungsverbund DJI/TU-Dortmund Arbeitsstelle Kinder- und Jugendhilfestatistik. Projektleiter: Dr. Matthias Schilling, E-Mail: Matthias.Schilling@fk12.tu-dortmund.de

KVJSaktuell

2/2012

KVJS

Die ganz Kleinen im Blick
Neue Ausbildung „Frühpädagogik“ in Flehingen
Die KVJS-Fachschule für Sozialwesen am Bildungszentrum Flehingen wird im kommenden Herbst qualifizierte pädagogische Fachkräfte für den Bereich der Frühpädagogik ausbilden. Das neue Ausbildungsangebot richtet sich an Frauen und Männer, die das vorgeschriebene einjährige Vorpraktikum bereits in der Betreuung von Kleinkindern absolviert haben. Der KVJS möchte damit dem Fachkräftemangel entgegentreten. Insbesondere sollen Männer – sie sind unterrepräsentiert im frühpädagogischen Arbeitsfeld – und Personen mit Migra-

Zukünftig können sich Studenten auch im Bereich der Frühpädagogik ausbilden lassen. Foto: Rippmann

tionshintergrund für die Fachschulausbildung gewonnen werden. add

6

Neues Bürozentrum ist ein Gewinn für alle
Innovatives Konzept des Ulmer Tannenhofs und der Smart-up GmbH
Im ehemaligen Wirtschaftsgebäude der Behinderteneinrichtung Tannenhof in Wiblingen sind 18 attraktive und günstige Büroräume entstanden. Von dem Nebeneinander im neuen Smart-up Center sollen Mitarbeiter der LWV. Eingliederungshilfe und Kleinunternehmer profitieren.
„Die LWV.Eingliederungshilfe engagiert sich mit großem Einsatz dafür, den Tannenhof zu öffnen und kleinere, dezentrale Angebote zu schaffen“, sagte Professor Roland Klinger, Direktor des Landeswohlfahrtsverbands Württemberg-Hohenzollern i. A.. Das Smart-up Center sei ein Schritt auf diesem Weg. Jens Caspar, Geschäftsführer des Bauträgers der Smartup GmbH, sieht in dem Bürocenter einen Beitrag zur Wirtschaftsförderung und einen idealen Standort für Existenzgründer. Bereits jetzt ist ein Großteil der günstigen Büroräume (99 bis 299 Euro im Monat) vermietet. 2/2012

Joachim Kiefer von der LWV.Eingliederungshilfe setzt auf vielfältige Begegnungen zwischen Klienten und Mitarbeitern des Tannenhofs und den Nutzern des Smart-up Centers. So hat der Tannenhof bereits den Auftrag für die Produktion einer Fotoausstellung an einen Mieter des Smart-up Centers erteilt. Umgekehrt bietet die Werkstatt für behinderte Menschen Dienstleistungen wie Catering oder eine zertifizierte Aktenvernichtung an. Weitere Informationen finden Sie im Internet unter www.kvjs.de.

KVJSaktuell

Soziales

Älter werden in der Eingliederungshilfe
KVJS-Benchmarking nimmt Menschen mit Behinderung ab 50 Jahre in den Blick
Älter werden in der Eingliederungshilfe war unter anderem Thema der Jahrestagung der Sozialplaner Baden-Württembergs. KVJS-Mitarbeiterin Gabriele Hörmle hat dazu aktuelle Daten aus dem KVJS-Benchmarking und der amtlichen Statistik vorgestellt. Im Blickpunkt standen Menschen ab 50 Jahre.
Inklusion und Demographie: zwei Themen, die in den kommenden Jahren die Arbeit des KVJS prägen werden. In der Eingliederungshilfe (EGH) stehen sich beide Themen direkt gegenüber. Laut aktuellen Zahlen waren AWO-Seniorengruppe: Ältere Menschen mit und ohne Behinderung im gemeinsamen Spiel. in 2010 in der EGH nur rund Foto: Kleusch 0,2 Prozent 85 Jahre und älter. Der Anteil der Hochbetagten an der Geschen 50 und 54 Jahre alt (rund 5 500 Persamtbevölkerung im Land lag dagegen sonen), 3 700 Personen waren zwischen bei drei Prozent. Auch die Altersgruppe 55 und 59 Jahre, 2 450 zwischen 60 und der 65- bis 85-Jährigen war in der EGH mit 64 Jahre. Immerhin rund 2 000 Personen sechs Prozent im Vergleich zur Gesamtbe- waren 80 Jahre und älter. Damit hat die völkerung (22 Prozent) seltener vertreten. Zahl der älteren Menschen mit Behinde„Hier bilden sich noch deutlich die Folgen rung gegenüber 2005 zugenommen. Bei der Verbrechen im Nationalsozialismus den 75 bis 80-Jährigen sogar fast um das ab, die nur wenige Menschen mit einer Dreifache. Behinderung überlebt haben“, sagt Sozialwissenschaftlerin Hörmle. Bei den PerDer KVJS nimmt die Daten zur Demosonen, die ab 1950 geboren wurden, vergrafie in den Statistikbericht 2011 auf. schieben sich die Verhältnisse. Während Darüber hinaus gibt das Benchmarking acht Prozent der gesamten Bevölkerung Auskunft zu Zahlen der Beschäftigung 55 bis 59 Jahre alt waren, lag der Anteil in WfbM, betreutem Wohnen oder zu Beder Personen in der EGH bei 8,2 Prozent. suchern von Fördergruppen. Auch die Bei den 50 bis 54-Jährigen waren es sogar Leistungen für junge Menschen mit einer 12,2 Prozent im Vergleich zu zehn Prozent Behinderung sind erfasst. Details finden in der Gesamtbevölkerung. Mitglieder des KVJS im Mitgliederbereich im Internet/Bereich Soziales. Die meisten Leistungsempfänger in der lö EGH ab 50 Jahre waren demnach zwi-

7

KVJSaktuell

2/2012

Soziales

Auf dem Weg zum inklusiven Sozialraum
Sozialplanertagung spricht über örtliche Teilhabeplanung
Auf ihrer Jahrestagung Ende April in Gültstein haben sich Sozialplaner der örtlichen Teilhabeplanung gewidmet. Als Gastredner sprachen Dr. Andreas Kuhn vom Deutschen Verein und Anton Dietenmeier von der Landesarbeitsgemeinschaft der Angehörigen für Menschen mit geistiger Behinderung in Baden-Württemberg.
„Der Deutsche Verein versteht unter einem inklusiven Sozialraum ein barrierefreies Lebensumfeld, das alle Menschen mit und ohne Behinderungen, mit oder ohne Migrationshintergrund, Alte und Junge, selbstbestimmt nutzen und gestalten können“, sagt Dr. Andreas Kuhn vom Deutschen Verein. Merkmale eines inklusiven Sozialraums seien Gleichbehandlung, Barrierefreiheit und Kultursensibilität, Begegnung, Beratung, Unterstützung, Netzwerke, Teilhabe an Planungs-, Gestaltungs- und Entscheidungsprozessen sowie eine Haltung, die alle einbezieht. Er stellte Strategien für die Umsetzung örtlicher Teilhabepläne vor. Inklusionskompetenz schulen Vor Ort müsse die Inklusionskompetenz geschult werden. Die Partizipation müsse gestärkt, bürgerschaftliches Engagement inklusiv gestaltet und zivilgesellschaftliche Zusammenarbeit vorangebracht werden. „Kommunen müssen ihre Verwaltung und sämtliche Hilfsangebote inklusiv ausrichten. Wichtig seien Aktionspläne und eine örtliche Inklusions- oder Teilhabeplanung sowie integrierte Sozialplanung und Barrierefreiheit bei allen Angeboten. Anton Dietenmeier von der Landesarbeitsgemeinschaft der Angehörigen für Menschen mit geistiger Behinderung in Baden-Württemberg forderte, dass die Mitwirkung von Eltern, Angehörigen und Betreuern auf allen Ebenen der Behindertenhilfe realisiert wird. Bei den Wohnangeboten und Werkstätten der Einrichtungen ebenso wie bei deren Verbänden, in den Stadt- und Landkreisen und auf Landesebene. Im Sinne der UN-Konvention sei insbesondere die Mitwirkung in der kommunalen Teilhabeplanung eine unverzichtbare Assistenzleistung für Menschen mit geistiger und mehrfacher Behinderung. Inklusion entscheidet im unmittelbaren Lebensfeld und im Zusammenleben der Menschen – über diese Botschaft bestand Konsens bei den Tagungsteilnehmern. Arbeitsgruppen vertieften den Aspekt und diskutierten, wie sich die Forderung nach fachlichen, politischen und gesellschaftlichen Änderungen auf kommunaler Ebene in die Teilhabeplanung der Kreise integrieren lässt. Eine zentrale Bedeutung kam dabei der Gewinnung von Bürgermeistern und anderen Kommunalpolitikern als Multiplikatoren und Botschafter für ein inklusives Gemeinwesen zu. Tagungsunterlagen finden Mitglieder des KVJS im Mitgliederbereich des Internets unter Soziales/Tagungsunterlagen. lö

8

2/2012

KVJSaktuell

Soziales

My Smart home is my castle
KVJS-Fachtag öffnet den Blick für Technik im Alter
Wie können sich Menschen im Alter oder mit Behinderungen selber helfen; wie können sie moderne Technik sinnvoll mit sozialen Dienstleistungen verbinden, um möglichst lange zuhause leben zu können? Der KVJS-Fachtag „My smart home is my castle“ hat Konzepte des Ambient Assisted Living (AAL) vorgestellt. Damit könnte der drohende Pflegenotstand entschärft werden.
Auf dem Herd köchelt noch Suppe oder das Bügeleisen ist noch an: Moderne TürTerminals signalisieren dem Bewohner vor dem Verlassen der Wohnung, welche elektrischen Geräte möglicherweise ein Problem darstellen. Um wirklich sicher zu gehen, schaltet sich alles automatisch ab, sobald die Haustür ins Schloss fällt. Fußmatten registrieren, ob eine Person aus dem Bett steigt oder dabei stürzt: Passiert ein Unfall, geht ein Funksignal zum ambulanten Dienst. Menschen, die zu wenig trinken oder einen labilen Kreislauf haben, können eine Uhr anlegen, die mitzeichnet: Wasser-Zufuhr, Herzfrequenz, Bewegung. Sollte etwas aus dem Tritt geraten oder ein Patient morgens nicht aufstehen, meldet das ein Signal. Ideen, die Technik und soziale Dienstleistungen miteinander verknüpfen, finden durchaus Akzeptanz: „Die meisten älteren Menschen würden sich im Alter Technik zunutze machen, um zuhause leben zu können“, berichtete Dr. Eva Schulze, Geschäftsführerin des Berliner Instituts für Sozialforschung. „Vor allem Frauen würden das der Pflege durch die Kinder oder einem Umzug ins Heim vorziehen.“ Immer öfter statten soziale Dienstleister und Bauträger gemeinsam Wohnungen technisch so aus, dass Menschen mit Beeinträchtigungen zuhause leben können. „Allerdings wird die Technik kaum nachgefragt: Sie ist zu wenig bekannt“, sagte Anton Zahneisen, Geschäftsführer der SOPHIA Consulting & Concept GmbH. SOPHIA stattet Wohnungen mit modernen Notrufsystemen aus. Eine Uhr misst Wasser-Zufuhr, Herzfrequenz
oder Bewegung. Foto: SOPHIA Consulting

Es fehlt an unabhängigen Beratungsstellen und Informationsplattformen, Netzwerke aus Dienstleistern, Bauträgern und der örtlichen Infrastruktur entstehen nur langsam. Im Alleingang ließe sich ein sinnvolles Quartierskonzept nicht realisieren, weiß Dorothea Kuhlen, Geschäftsführerin des Bauträgers TICO: „Man kann Wohnungen nur intelligent einrichten, wenn alle mitspielen: Die Gemeinde, die den Busverkehr regelt, der

9

Hintergrund

Deutschland altert
21 Millionen Menschen sind älter als 60 Jahre, im Jahr 2030 werden es mehr als 28 Millionen sein: mehr als ein Drittel der Gesamtbevölkerung. Allein in Baden-Württemberg wird die Zahl der Pflegebedürftigen um rund 43 Prozent von 250 000 auf 350.000 Menschen ansteigen. Das Statistische Landesamt geht davon aus, dass bis 2030 ein zusätzlicher Bedarf an Pflegepersonal von nahezu 57 000 Personen besteht; bis 2050 sogar 122 000.

KVJSaktuell

2/2012

Soziales

Supermarkt, der Ware anliefert, der Friseur, der Hausbesuche macht.“ Der Fachtag war Teil einer Tagungsreihe, mit der der KVJS seit 1996 auf der Messe Pflege & Reha vertreten ist. „Die Menschen müssen sich im Klaren sein, dass

die Pflegeversicherung schon heute bloß eine Teilkasko-Versicherung ist“, sagte Verbandsdirektor Prof. Roland Klinger. „Ansätze des Ambient Assisted Living bieten da sinnvoll ergänzende Technologien in der Alten- und Behindertenhilfe.“ lö

Hintergrund
10

Ambient Assisted Living
„Ambient Assisted Living“ ist ein Konzept zum Einsatz neuer Technologie in der Alten- und Behindertenhilfe. Dabei setzt man voraus, dass die Menschen „Mittel zum Zweck“ brauchen: also technische Lösungen, die selbständiges und komfortables Wohnen ermöglichen und damit entscheidend für mehr Wohnqualität sorgen. Diese technischen Lösungen müssen sich geschickt mit sozialen Dienstleistungen kombinieren lassen und Angebote aus der nahen Umgebung mit einbeziehen.

Zurück zu mehr Ehrenamt
KVJS stellt Forschungsergebnisse vor: Entwicklungen der rechtlichen Betreuung
Die rechtliche Betreuung von Menschen mit Beeinträchtigungen – als Ehrenamt konzipiert – geht immer mehr in die Hände von Profis. Das belastet den öffentlichen Haushalt. Der KVSJ hat Ergebnisse seines Forschungsprojekts über Entwicklungen und Einflussfaktoren vorgestellt. „Das Projekt soll Ansätze aufzeigen, wie sich bedarfsgerechte und finanzierbare rechtliche Betreuung gewährleisten lässt“, sagt Verbandsdirektor Prof. Roland Klinger. „Schließlich ist dieser Bereich im Hinblick auf die Überalterung der Bevölkerung eine wachsende Aufgabe.“ Die Forschungsergebnisse zeigen, dass die Bereitschaft Ehrenamtlicher tendenziell gleich geblieben ist. Probleme machen jedoch der soziale und demografische Wandel, der Abbau präventiver Dienste und die Zunahme schwieriger Betreuungen. Das Forschungsvorhaben liefert Anregungen zur Weiterentwicklung der Arbeit aller Beteiligten. So könnte mehr in die Begleitung Ehrenamtlicher, in die Akquise von Personen mit Migrationshintergrund und Jüngeren, in eine intensivere Zusammenarbeit der Partner und in neue Fortbildungsangebote investiert werden. Der Abschlussbericht findet sich im Internet unter www.kvjs.de/forschung/rechtlichebetreuung.html. lö

2/2012

KVJSaktuell

Soziales

Bloggen, Chatten, Online-Surfen
Betreuungsvereine entdecken das Social Web
Dürfen Organisationen Facebook nutzen, die täglich mit sensiblen Daten hantieren? Ja, sagen die ersten Vereine für die rechtliche Betreuung von Menschen mit geistigen, seelischen oder körperlichen Handicaps. Allerdings beachten die Fachkräfte Vorsichtsmaßnahmen. Und zwar strikt.
Mit Facebook, Blogs oder Google Docs können User im Internet diskutieren oder Informationen tauschen. „Diese so genannten Social Media bieten neue Möglichkeiten der Vernetzung und der Öffentlichkeitsarbeit“, sagt Sabine Weinbrenner von der überörtlichen Betreuungsbehörde beim KVJS. Allerdings gelte es, sich gegen Gefahren zu wappnen. Zwischen Befürwortern des Social Web und eindringlichen Mahnern wie dem Bundesverfassungsgerichtspräsidenten Andreas Voßkuhle („Risikogeneigte Tätigkeit“) klaffen Welten. Die eine Seite verweist auf die Chance zum Dialog. Die andere geißelt die mangelhafte Datensicherheit. Erste Gehversuche auf der Gratwanderung wagen Betreuungsvereine des SKM (Katholischer Verband für soziale Dienste in Deutschland). In der realen Welt kümmern sie sich um Volljährige, die ihre Angelegenheiten ganz oder teilweise nicht selbst regeln können. Mit Facebook möchten die Vereine ihren Bekanntheitsgrad erhöhen und sich digital vernetzen. „Für mich war es leicht, mich in Facebook zurecht zu finden, da ich es bereits privat genutzt habe“, sagt Kathrin Kaiser vom Betreuungsverein SKM-Landkreis Waldshut e. V. Die junge Mitarbeiterin kündigt in Facebook SKM-Veranstaltungen an und berichtet über vergangene Vorträge oder Treffen. Sie postet NeuigSoziale Netzwerke auch für unterwegs Foto: Gopp

keiten. Und sie surft zu Facebook-Seiten von Trägern wie der Caritas oder von anderen Vereinen, um zu sehen, worüber dort gesprochen wird. Datenschutz hochhalten Wichtig sind dem SKM klare Regeln für den eigenen Auftritt. „Das Problem des Datenschutzes erscheint uns als größte Gefahr“, ist sich Kaiser bewusst. „Aus diesem Grund haben wir uns entschieden, keinerlei personenbezogene Daten über Facebook zu kommunizieren.“ Auch über komplizierte Fälle wollten die SKM’ler im Netzwerk von Mark Zuckerberg nicht diskutieren, betont Kaiser. Grund sei der lückenhafte Datenschutz. Der amerikanische Konzern gilt als Datenkrake. Auch bilde der Betreuungsverein keine interne Facebook-Gruppe mit Daten von Ehrenamtlichen. Und tabu ist in Facebook die Kommunikation unter Mitarbeitern und mit Betreuten. Der Betreuungsverein SKM Landkreis Waldshut e. V. ist seit Juli 2011 in Facebook. Der Beschluss sei nach einer KVJSVeranstaltung gefallen, berichtet Kaiser. Die Tagung habe notwendiges Wissen geboten, das zur Entscheidung herangezogen werden konnte. Knapp 100 Fachkräfte aus Betreuungsvereinen und 11

KVJSaktuell

2/2012

Soziales

Betreuungsbehörden hatten letzten Sommer über Blogs und andere neue Medien diskutiert. Dieses Jahr bietet der KVJS im Herbst eine Veranstaltung für Web 2.0-Pioniere. Der Medienpädagoge Michael Weis stellt Betreuungsvereinen das Social Web an praktischen Beispielen vor. „Mit dem vermittelten Wissen möchten wir Fachleute erneut unterstützen, sich in ihrem Bereich für oder gegen die Nutzung oder den verstärkten Einsatz des Internets zu entscheiden“, sagt Sabine Weinbrenner. Seit Januar 2012 ist auch der SKM Landkreis Karlsruhe in Facebook. Der Betreuungsverein hält ebenfalls den Datenschutz hoch. Betreute und Mitarbeiter sollen nicht über Interna chatten. Stattdessen erhalten Surfer ganz ähnlich wie von den Kollegen aus Waldshut wichtige Infos für ihre Arbeit. Rund 30 Besuchern gefallen die Auftritte des SKM aus Waldshut und Karlsruhe. Bald wollen die Vereine die Zahlen durch neue Angebote pushen. Der SKM Landkreis Karlsruhe plant, seine Nachrichten auf Zielgruppen wie „Ehrenamtliche“ oder „Mitarbeiter“ zuzuschneiden. So genannte Sichtbarkeits-Einstellungen in Facebook machen‘s möglich.

Neue Konzepte entwickeln Solche Nachrichten wollen mit Überlegung geschrieben und gestreut werden, weiß Mitarbeiterin Petra Schaab. „Dazu wird ein Konzept Öffentlichkeitsarbeit benötigt.“ Ein Grillfest für Insider etwa will anders beworben sein als ein öffentlicher Vortrag. Zudem gelte es herauszubekommen, ob die anvisierte Zielgruppe überhaupt in Facebook surfe. Auch Zeit sollten sich Betreuungsvereine fürs digitale Netzwerken nehmen. „So zirka eine Stunde pro Woche sollte man auf jeden Fall einkalkulieren“, weiß Schaab. Petra Schaab und Kathrin Kaiser glauben, dass sich die Zeit-Investition lohnt. Die kommenden Generationen bewegten sich stark in den sozialen Netzwerken, sagt Kaiser. Deshalb könnten dort zum Beispiel neue Ehrenamtliche geworben werden. Auch Schaab glaubt an die Langlebigkeit von Facebook und Co: „Insgesamt halte ich Facebook für ein wichtiges Medium der Zukunft.“ syr

12

Fortbildung
Blogs, Soziale Netzwerke und Online-Tools – was hat das mit Betreuungsvereinen zu tun? Tagung am 17. September 2012 KVJS-Tagungszentrum Gültstein, Herrenberg

Info

Anmeldung Telefon: 0711 6375-610 fortbildung@kvjs.de www.kvjs.de/fortbildung.html

2/2012

KVJSaktuell

Integration

Die Aktion 1000plus eröffnet Chancen auf den Arbeitsmarkt

Foto: Kleusch

Frischer Wind für die Inklusion
KVJS und Land unterstützen neue Förderprogramme
Die „Initiative Inklusion“ stellt bundesweit rund 100 Millionen Euro für die Förderung der beruflichen Teilhabe schwerbehinderter Menschen zur Verfügung. Baden-Württemberg stockt seinen Anteil an den Fördergeldern noch einmal kräftig auf. Profitieren werden vor allem junge Menschen beim Übergang von der Schule in den Beruf und ältere Arbeitsuchende.
Das Bundesprogramm ist Teil des Nationalen Aktionsplans zur Umsetzung der UN-Behindertenrechtskonvention. Es wird aus dem Ausgleichsfonds finanziert, in den die Bundesländer einen Teil ihres Ausgleichsabgabe-Aufkommens einbringen. Das Bundesprogramm umfasst vier Handlungsfelder: 1. Förderung der beruflichen Orientierung für schwerbehinderte Schülerinnen und Schüler, 2. Förderung von betrieblichen Ausbildungsplätzen und der Hinführung zu Ausbildung und Beschäftigung, 3. Förderung der Beschäftigung älterer schwerbehinderter Menschen, 4. Förderung der Inklusionskompetenz der Kammern. Für die erfolgreiche Umsetzung der Initiative Inklusion – Handlungsfelder 1 und 2 – in Baden-Württemberg schlossen die Regionaldirektion der Bundesagentur für Arbeit, das Ministerium für Arbeit und Soziales, Familie, Frauen und Senioren, das Ministerium für Kultus, Jugend und Sport und der Kommunalverband für Jugend und Soziales Baden-Württemberg eine Kooperationsvereinbarung ab. Hierzu erhält das Land Baden-Württemberg aus Mitteln des Ausgleichsfonds des Bundes für das Handlungsfeld 1 etwa 5,2 Millionen Euro und für das Handlungsfeld 2 etwa 1,9 Millionen Euro. Die Verwaltung der Mittel liegt beim KVJS. Zusätzlich nimmt Baden-Württemberg Geld aus der Ausgleichsabgabe in die Hand. „Das Förderprogramm ‚Arbeit Inklusiv‘ des KVJS verstetigt die wesentlichen Förderbestandteile des mittlerweile ausgelaufenen kombinierten Bund/Land 13

KVJSaktuell

2/2012

Integration

Programms ‚Aktion Arbeit/Job 4000‘“, erklärt Karl-Friedrich Ernst, Leiter des KVJSIntegrationsamtes. „Dies wurde erforderlich, da die Mittel der Initiative Inklusion in die Struktur, zum Beispiel für Leistungen der Integrationsfachdienste fließen und für die Zielgruppe keine Leistungen direkt an Arbeitgeber vorsehen.“ Das Landesprogramm stellt nun Arbeitgebern eine Inklusionsprämie von bis zu 10 000 Euro pro neuem Ausbildungs- und Arbeitsplatz zur Verfügung. Ausbau der Berufsorientierung Zur Umsetzung der Berufsorientierung werden die mit der KVJS-Aktion 1000 etablierten Vereinbarungen, Konzepte (wie Kompetenzanalysen) und Netzwerke genutzt. Die Umsetzung erfolgt in zwei Schritten: 14 In einem ersten Schritt werden bis zum 31. Dezember 2013 weitere Standorte mit „Berufsvorbereitenden Einrichtungen“ für wesentlich behinderte Schülerinnen und Schüler aufgebaut. Hinzu kommen je drei Sonderschulen für seh-, hör-, sprach- und körperbehinderte Menschen. Für junge Menschen mit Epilepsie werden eine Schule für Menschen mit Anfallsleiden in Kehl-Kork sowie die Region um den Arbeitsagenturbezirk Waiblingen einbezogen. Für junge Menschen mit Autismus werden in Karlsruhe, Heilbronn, Lörrach und Ravensburg entsprechende Fachteams aufgebaut. Im zweiten Schritt sollen mit Beginn des Schuljahres 2012/2013 grundsätzlich sämtliche Schüler mit sonderpädagogischem Förderbedarf in die vertiefte Berufsorientierung einbezogen werden können. Die beruflichen Schulen unterstützen die Jugendlichen, einen Ausbildungsabschluss zu erlangen. Berufswegekonferenzen klären frühzeitig, wie der Unterricht

für den Jugendlichen aussehen sollte. Soweit nötig, werden auch die Schulträger für die sächliche Ausstattung der beruflichen Schulen früh eingebunden. Verlässliche Förderung Bis zum 31. Dezember 2011 konnten 1 604 wesentlich behinderte Menschen auf den allgemeinen Arbeitsmarkt vermittelt werden. Dort, wo die Leistungen des Integrationsamtes durch Leistungen der Eingliederungshilfe aufgestockt wurde – auf bis zu 70 Prozent des Arbeitsentgelts – zeigt sich, dass mehr und in ihrer Leistung schwächere behinderte Menschen eine Chance auf einen Arbeitsplatz bekamen. Eine Entwicklung, die besonders Kindertagesstätten und Senioren- und Pflegeeinrichtungen zu Gute kamen, wo zusätzliche Stellen für die Zielgruppe eingerichtet wurden. „Hier kommen auffallend häufig junge Menschen mit Down-Syndrom zum Zuge, die wichtige und zusätzliche Funktionen hoch motiviert und zuverlässig übernehmen können“, erklärt Karl-Friedrich Ernst. Das neue Förderprogramm „Arbeit inklusiv“ unterstützt daher verlässlich die ersten 36 Monate solcher neuen Arbeitsverhältnisse mit maximal 70 Prozent des Brutto-Arbeitsentgelts. „Die Arbeitgeber, die bereit sind, einen solchen Weg mitzugehen, benötigen in der Regel bereits deutlich vor Beginn des Beschäftigungsverhältnisses einen verlässlichen Förderrahmen“, so Ernst. „Hier helfen die Einstellungsanreize durch zusätzliche Inklusionsprämien.“ Bis zu 10 000 Euro, verteilt über drei Jahre, stehen pro Arbeitsverhältnis zur Verfügung. Dezernatsleiter Ernst weist auf die Wichtigkeit einer verlässlichen Planung für die Betriebe hin: „Arbeitgeber können nur dann überzeugt werden, wenn die beteiligten Leistungsträger frühzeitig und verbindlich zusammenwirken.“ mok

2/2012

KVJSaktuell

Integration

Wenn Integration durch den Magen geht
Neue Catering-Firma Insiva GmbH
Er hat schon vorher nichts anbrennen lassen: der „Catering-Bereich“ der Werkstatt für behinderte Menschen Rappertshofen. Unter dem Firmennamen Insiva GmbH wurde er Anfang des Jahres als erstes Geschäftsfeld in ein Integrationsunternehmen umgewandelt. Insgesamt werden derzeit jeden Werktag rund 2 000 Menschen verpflegt. Tendenz steigend.
„Mit der Gründung einer Integrationsfirma wurde der Arbeitsbereich Sie richten was Gutes an: Kollegen mit und ohne Behinderung. der LWV.Eingliederungshilfe GmbH Foto: Insiva weiter professionalisiert und die Voan, der die Kapazität für etwa 4 000 Esraussetzungen zur Inklusion behindersen am Tag bieten soll. Mitte 2013 soll die ter Menschen in reguläre Beschäftigung neue Küche in Betrieb gehen. geschaffen“, erklärt Insiva-Geschäftsführer Joachim Kiefer. Insiva ist eine 100-proPraktika mit Perspektive zentige Tochter der in Tübingen ansässigen LWV.Eingliederungshilfe GmbH. Das Zurzeit beschäftigt Insiva 59 Mitarbeiter, Integrationsunternehmen führt nicht davon 15 mit Schwerbehinderung. Elf Pernur die Catering-Aufträge der WfbM des sonen kommen dabei aus Sonderschulen Heims Rappertshofen Reutlingen weiter. Mit zwei Schulmensen in Herrenberg, der und WfbM. Zusätzlich werden für zwölf Küche und dem Service im KVJS-Tagungs- weitere WfbM-Beschäftigte Praktika und ausgelagerte Arbeitsplätze in der Integrazentrum Gültstein kamen seit Jahresbetionsfirma angeboten mit der Perspektive ginn weitere Kunden hinzu. der Übernahme. Und schließlich werden vier Qualifizierungsmaßnahmen im Rah„Das Unternehmen wächst und wächst“, freut sich Insiva-Prokurist Friedrich Hasel- men von „Unterstützter Beschäftigung“ in Kooperation mit dem Integrationsfachberger. Ab September wird Insiva auch dienst Neckar Alb durchgeführt. „Neben die Kantine des Technischen Betriebsdem Geschäftsfeld Catering planen wir dienstes der Stadt Reutlingen übernehneue Beschäftigungsfelder im Bürobemen, im Oktober wird die Mensa einer reich, im Facility-Management und weitegroßen Realschule in Pfullingen hinzuren Service-Bereichen“, kündigt Friedrich kommen. Weitere Verhandlungen laufen. Haselberger an. Insiva bietet damit unterDank der positiven Auftragslage ist die Küche von Rappertshofen mittlerweile zu schiedliche berufliche Chancen für Menschen mit Behinderung. klein geworden. Jetzt steht – gefördert mok vom KVJS-Integrationsamt – ein Neubau

15

KVJSaktuell

2/2012

Integration

Näher dran an den Unternehmern
KVJS-Integrationsamt baut Kooperation mit Arbeitgeberverbänden aus
Um möglichst viele Arbeitgeber über seine Leistungen zu informieren, bietet das KVJS-Integrationsamt neue Veranstaltungen in Zusammenarbeit mit Arbeitgeberverbänden an. Zwei Veranstaltungen mit Südwestmetall Karlsruhe und der Handwerkskammer Reutlingen fanden bereits statt, weitere sind in Planung.
Besonders Informationen zum Betrieblichen Eingliederungsmanagement (BEM) sind bei den gemeinsamen Veranstaltungen gefragt. „Das Thema BEM brennt den Unternehmen auf den Nägeln“, erklärt KarlFriedrich Ernst, Leiter des KVJS-Integ- Von links: Karl-Friederich Ernst, Leiter KVJS-Integrationsamt, Katharina Nopper, rationsamtes. Er HWK Reutlingen, BEM-Experte Thomas Lambert, KVJS Foto: HWK Reutlingen führt auf den InfoVeranstaltungen in die aktuellen rechtlichen Aspekte im BEM ein. Die Rechtspreder Betroffene weiterhin tätig sein kann.“ chung des Bundesarbeitsgerichts hat die Deshalb kann das Integrationsamt mit Beweislast im Kündigungsverfahren zu seiner Beratung und seinen FördermögLasten der Arbeitgeber verändert, wenn lichkeiten auch bei kleinen Unternehmen sie zuvor kein BEM durchgeführt haben. punkten. Entsprechend ist dessen Bedeutung in den letzten Jahren immer mehr gestieAls wichtiger Partner des KVJS-Integragen. tionsamtes etablierte sich neben den Handwerkskammern der ArbeitgeberverDass auch kleine Handwerksbetriebe von band Südwestmetall. Die Premiere fand BEM profitieren können, davon ist Kathabereits Ende 2011 gemeinsam mit Berina Nopper von der Handwerkskammer zirksgruppe Karlsruhe von Südwestmetall Reutlingen überzeugt: „Im Handwerk ist statt mit mehr als 70 Interessenten. Im Juli es immer noch üblich, dass Mitarbeiter 2012 folgen weitere Termine in Reutlinüber das ganze Arbeitsleben hinweg bei gen und Stuttgart/Ludwigsburg. Für den einem Unternehmen angestellt sind. Da Herbst wurden die Fachleute des Integim fortgeschrittenen Alter mehr Berufsrationsamtes von der Handwerkskammer krankheiten auftreten, sollte ein Betrieb Karlsruhe eingeladen. „Das läuft gut“, fasst nicht nur präventiv vorbeugen. Auch, Dezernent Karl-Friedrich Ernst zufrieden wenn Krankheiten eingetreten sind, sollzusammen. ten sie den Arbeitsplatz so gestalten, dass mok

16

2/2012

KVJSaktuell

Jugend

Jugendhilfe muss neue Wege gehen
Forschungsvorhaben zu den Auswirkungen des Ausbaus der Ganztagsschulen
Der Ausbau der Ganztagesschulen hat an Dynamik gewonnen, die konzeptionelle Ausgestaltung befindet sich aber noch in einem Klärungsprozess. Ein aktuelles KVJS-Forschungsvorhaben soll klären, welche Konsequenzen der Ausbau für die Jugendhilfe hat. Soeben ist beim KVJS der dritte Materialband mit Ergebnissen erschienen.
Wenn die Schüler länger an der Schule sind, gewinnt der Erziehungsauftrag an Bedeutung. Erziehung, Betreuung und Persönlichkeitsbildung zählen zu den klassischen Aufgaben der Jugendhilfe. Es stellt sich also die Frage, welche Kooperations- und Innovationschancen, aber auch welche Konkurrenzen sich für die Jugendhilfe im Hinblick auf die Ganztagsschulen ergeben. Leistungen überprüfen Das KVJS-Forschungsvorhaben geht den Fragen nach, ob die Jugendhilfe bestimmte Leistungen ändern oder reduzieren kann, wo und wie sie sich selbst in die Ganztagesschule einbringen soll. Hierzu haben die Forscher empirische Erhebungen durchgeführt Der erste Materialband zieht eine Bilanz des bundesweiten Forschungsstandes und gibt einen Überblick über den Stand der Ganztagsschulentwicklung in BadenWürttemberg bis 2011. Der zweite Materialband enthält Ergebnisse einer landesweiten Erhebung bei den Jugendämtern. Zur Abrundung wurden ergänzend stichprobenartige Erhebungen bei freien Trägern der Hilfen zur Erziehung und der Tagesbetreuung von Schulkindern, bei Kreis- und Stadtjugendringen sowie bei den kommunalen Jugendreferenten durchgeführt. Beide Erhebungen zeigen, dass ganztagsschulbezogene Aktivitäten der Kinderund Jugendhilfe in Gang gekommen sind. Die Jugendhilfe öffnet sich den Lebensorten junger Menschen und den für Kinder und Jugendliche wichtigen Institutionen. Dies mündet auch in schul- und bildungsbezogene Aktivitäten und Arbeitskreise, unter anderem im Rahmen des Impulsprogramms Bildungsregionen. Im Prozess, für alle Schüler ein wohnortnahes Ganztagsschulangebot aufzubauen, wird sich die Kinder- und Jugendhilfe zukünftig noch deutlicher verorten müssen – bislang ist der Ganztagsschulausbau noch kaum Thema von Planung, Konzeptentwicklung und Aufbau entsprechender (kooperativer) Arbeitsstrukturen. Ausblick Der Forschungsschritt „Quantitative und qualitative Erhebungen“ soll im Jahr 2012 mit dem vierten Materialband abgeschlossen werden. Im Jahr 2013 wird ein Handbuch „Kinderund Jugendhilfe gestalten – Ganztagsschule als Impuls für die kommunale Praxisentwicklung“ vorliegen. Weitere Infos im Internet unter http:// www.kvjs.de/forschung.html. lö

17

KVJSaktuell

2/2012

Jugend

18

Männer in der KITA sind begehrt

Foto: Fotolia

Mehr Männer braucht die Kita
Interview mit Evelyn Samara zu den Entwicklungen der Kindergärten
Die Uhr tickt: 2013 soll jedes Kind vom vollendeten ersten Lebensjahr an einen Rechtsanspruch auf einen Betreuungsplatz haben. Gleichzeitig wird es aber immer schwieriger, hierfür qualifiziertes Fachpersonal an Land zu ziehen. Vor allem Männer sind als Erzieher im Kindergarten Mangelware. Ein Gespräch mit Evelyn Samara, Referatsleiterin Tagebetreuung für Kinder beim KVJSLandesjugendamt.
Frau Samara, warum ist der Mann im Kindergarten denn so wichtig? Männer und Frauen agieren in den verschiedensten Rollen und Funktionen im eigenen Haushalt und im öffentlichen Leben. Der Alltag in einer Kindertagesstätte ist dagegen überwiegend von weiblichen Personen, Rollen- und Verhaltensmustern geprägt. So entsteht für die kindliche Lebens- und Erfahrungswelt eine „Schieflage“ zwischen Alltag daheim und Alltag in der KITA. Kinder benötigen daher für die eigene Entwicklung und Bildung auch in der Kindertagesstätte greifbare und lebendige Bezugspersonen beiderlei Geschlechts. Was können männliche Erzieher den Kleinen bieten, was Frauen nicht haben? Männer können die genannte „Schieflage“ ins Lot bringen und neue Rollenvorbilder präsentieren. Sie können ihre Erfahrungs-

2/2012

KVJSaktuell

Jugend

welt mit eigenen Angeboten aber auch mit Sprache und Verhalten als ergänzende Vorbildfunktion zu den weiblichen Fachkräften in die Arbeit mit den Kindern einbringen. Was braucht es, um die Herren der Schöpfung für einen sozialen Beruf zu erwärmen? Im Gegensatz zu handwerklichen und industriellen Berufen genießen Erzieher ein doch eher geringes gesellschaftliches Ansehen. Umso erfreulicher ist daher, dass jetzt damit begonnen wird, das „Erzieherprofil“ durch die Akademisierung der Ausbildung und die Einführung von Bildungsplänen in den Kindertageseinrichtungen aufzuwerten. Notwendig sind meiner Meinung nach auch die Einführung von Ausbildungsvergütungen und eine höhere Entlohnung ausgebildeter Fachkräfte. Daraus ergeben sich bessere Berufsperspektiven und Aufstiegsmöglichkeiten, die auch für Männer attraktiv sein können. Und wer sich für eine entsprechende Ausbildung oder Tätigkeit interessiert … … sollte unbedingt schon frühzeitig Erfahrungen auf diesem Gebiet sammeln. Zum Beispiel in der ehrenamtlichen Kinder- und Jugendarbeit als Betreuer bei Waldheimen, Kinderfreizeitreisen, in Vereinen wie etwa bei den Pfadfindern oder im Sport. Hilfreich sind auch Praktika während der Berufsorientierung und –findung oder die Entscheidung für das Freiwillige Soziale Jahr beziehungsweise den Bundesfreiwilligendienst. Wie kann der KVJS die Stadt- und Landkreise bei der Gewinnung von Fachkräften unterstützen? Aktuelle Untersuchungen belegen deutlich, dass folgende Strategien helfen, dem allgemeinen Fachkräftemangel entgegen

zu wirken: Stärkung der Ausbildung durch Akademisierung der Ausbildungsplätze, Modellversuche zur Ausbildung mit Ausbildungsvergütungen, Entwicklung von tragfähigen QuereinEvelyn Samara Foto: Kleusch stiegen beziehungsweise Umschulungsmöglichkeiten – und last but not least eine Personalentwicklung in den Einrichtungen, die die jeweilige Institution zu einem attraktiven Arbeitsplatz macht. Das Thema „Mehr Männer in Kitas“ ist bewusst in diese Strategien mit einzubeziehen. Das KVJS-Landesjugendamt wird aktuelle Forschungsergebnisse zur Gewinnung von Fachkräften in Kindertageseinrichtungen in Fachtagungen, Trägerrunden und Broschüren bekanntmachen und praktische Tipps zur Fachkraftgewinnung und zur Erhöhung des Männeranteils in den Kindertageseinrichtungen liefern. Die Fragen stellte Gabriele Addow

19

Info

In den 8 244 Kindertageseinrichtungen in Baden-Württemberg arbeiten 56 612 pädagogische Fachkräfte (Stand 2011). Davon sind nur rund drei Prozent Männer. Quelle: Ministerium für Kultus, Jugend und Sport BadenWürttemberg.

KVJSaktuell

2/2012

Fortbildung

Wenn Handtaschen zu Gebetsteppichen werden
Muslimische Jugendkultur
Islam und Islamismus – fünf Buchstaben machen einen großen Unterschied. Pädagogen wissen das. Dennoch fragen sie zuweilen, wo die Grenze zwischen der Weltreligion und ihrer fundamentalistischen Ausprägung verläuft. Ein Seminar für Fachkräfte der Jugendhilfe bietet ihnen Knowhow und fachlichen Austausch.
Muslimische Jugendkultur hat viele Ausprägungen. Da gibt es etwa den Pop-Islam. So nennen Soziologen einen Trend, religiöse Werte mit westlichem Lifestyle zu verschmelzen. Besonders jungen Muslimen gefällt das. Hiphopper rappen für Allah und gegen Gewalt und begeistern ihre Fans. Junge Leute lauschen dem Konvertiten Cat Stevens. Der SingerSongwriter nennt sich heute Yusuf Islam und mischte schon 2004 die Charts mit seinem 70er-JahreHit „Father and Son“ auf. Und aus Amerika schwappt der Punk Islam in deutsche Wohnstuben. DesStreetwear im Pop-Islam ist chic – hier die Handtasche, deren sen Protagonisten setzen sich mit Klappe sich zum Gebetsteppich entrollen lässt. Foto: Styleislam bunten Irokesen und kreischenden Beats mit ihrer Religion auseilen mit ihrer Mode einen selbstbewussten nander. Gelegentlich versuchen sich junund friedlichen Islam zum Ausdruck bringe Leute im „I, Slam“ – einen Poetry Slam gen. „Wir sehen keinen Widerspruch darrund um den Islam. Mit selbst geschmiedeten Versen treten sie zum Dichter-Wett- in, Muslime und Deutsche zu sein“, betont der Chef-Designer. Die Shirts zieren Sprüstreit an. che wie „Terrorism has no Religion“ (Terrorismus hat keine Religion), „Make Cay not Mode mit Selbstbewusstsein War“ (Mach Tee, keinen Krieg), aber auch „Hijab – My Right, My Choice, My Life“ Auch die Mode zeigt islamisches Selbst(Das Kopftuch – mein Recht, meine Wahl, bewusstsein. Es gibt „I Love my Prophet“mein Leben). Shirts oder Gebetsteppich-Taschen, also Handtaschen, die sich zu einem GebetsDoch es gibt nicht nur flockigen Pop-Isteppich umwandeln lassen. Sie stammen lam. Einige wenige junge Menschen fühvom Mode-Label „Styleislam“ aus Witten. len sich zu Islamisten hingezogen. „IsDie Sachen sind hip und werden in die lamisten missbrauchen die Religion für ganze Welt verkauft. Der Label-Gründer politische und gesellschaftliche Ziele, die Melih Kesmen und seine Frau Yeliz wol-

20

2/2012

KVJSaktuell

Fortbildung

unserer Demokratie oder den Menschenrechten zuwiderlaufen“, weiß Regina Bossert von der Landeszentrale für politische Bildung Baden-Württemberg (LPB) und Leiterin der Stabsstelle Extremismusprävention. Islamisten lehnten die westliche Gesellschaft ab. Sie verwerfen etwa demokratische Wahlen mit dem Verweis, Allah sei die entscheidende Instanz. Videos über Prediger und Hiphop Im November dieses Jahr bietet der KVJS mit der LPB ein Seminar für Fachkräfte aus Schule und Jugendhilfe an. Sie können sich Wissen aneignen, um einen selbstbewusst gelebten Islam vom Islamismus zu unterscheiden. Die Referenten informieren mit Vorträgen, Videos und Audios über pop-islamische Kulturen. Und sie zeigen auf, wie sich Islamismus bei Jugendlichen äußern kann. Das Seminar bietet Raum für Diskussionen. Zudem erarbeiten die Teilnehmenden Handlungsmöglichkeiten für die eigene Einrichtung. „Wir möchten eine Haltung anregen, beim Auftreten von Problemen mit den Jugendlichen zu sprechen und ihnen trotzdem mit Wertschätzung für ihre Person und Religion zu begegnen“, sagt Bossert, die mit dem KVJS auch Inhouse-Seminare zur Islamismus-Prävention anbietet. Ziel ist es, dass sich die Teilnehmenden sicherer fühlen in diesem Themenkomplex. Insbesondere die salafistische Strömung missioniert nach den Erfahrungen der LPB und des Verfassungsschutzes gezielt Jugendliche – und elektrisiert zuweilen gar Nichtmuslime. Geschätzte 500 Salafisten soll es in Baden-Württemberg geben. Sie seien keine feste Gruppe mit einheitlicher Ideologie, sondern vernetzte Einzelpersonen. Manche seien gewaltbereit. Allen gemein ist die Rückbesinnung auf einen Ur-Islam. „Stars“ der Szene sind der Prediger Pierre Vogel oder der Ex-Gangsta-Rap-

per Deso Dogg. Als Abu Malik lobt letzterer zuweilen schon mal Bin Laden. Die jungen Sympathisanten stammen laut Verfassungsschutz aus nichtreligiösen Familien oder wandern aus traditionellen Moscheevereinen ab. Sie verstünden teilweise die Sprache der älteren Generation nicht mehr gut genug. Salafistische Predigten werden auf Deutsch gehalten und über Internetseiten, Blogs und Videos verbreitet. Zuweilen bieten Salafisten jungen Sinnsuchenden Seminare in lokalen Moscheen. Solche Tendenzen zeigt die Veranstaltung von KVJS und LPB auf. Das Seminar wurde im Projekt „Mit Zivilcourage gegen islamistischen Extremismus“ der LPB und des Landes-Verfassungsschutzes entwickelt – damit die Ideologie der fünf Buchstaben in jugendlichen Gehirnen nicht punktet. syr

21

Info

Jugendszenen zwischen Islam und Islamismus
9. November 2012 Bildungszentrum Schloss Flehingen www.kvjs.de Anmeldungen Telefon: 0711 6375-610 fortbildung@kvjs.de www.kvjs.de/fortbildung.html

KVJSaktuell

2/2012

Neu erschienen

Publikationen – beim KVJS erschienen
Alle hier aufgeführten Publikationen des KVJS sind kostenlos. Sie stehen auch im Internet unter www.kvjs.de/service/publikationen/ zum Herunterladen zur Verfügung.

Fachübergreifende Veröffentlichungen
KVJS-spezial „Fachschulen“, 2012 Die KVJS-Fachschulen bilden Fachleute der Jugend- und Behindertenhilfe aus. Die Broschüre zeigt wie. Bestellung bei: Petra Wagner Telefon 071 6375-208 Petra.Wagner@kvjs.de

Jugendhilfe
Bericht zur Einschätzskala Kindeswohlgefährdung in Kindertagesstätten, Hrsg.: KVJS, erweiterte Neuauflage 2012 Das KVJS-Landesjugendamt hat die Einschätzskala mit der Forschungsgruppe „Verhaltensbiologie des Menschen“ (Kandern) entwickelt. Mit ihr können Fachkräfte in den Kindertageseinrichtungen eine Kindeswohlgefährdung von Kindern bis zu sechs Jahren besser erkennen. Wirkungsorientierte Weiterentwicklung von Kooperationen und Netzwerken der Jugendhilfe, Teil A und B, Mai 2012 Die Empfehlungen des Berichts gründen in wissenschaftlichen Untersuchungen von Kooperationen zwischen Jugendhilfe und Schule sowie beim Kinderschutz. Teil B beinhaltet zudem Berichte aus den Projektstandorten, Materialien, Verfahren und Instrumentarien. Schulsozialarbeit in Baden-Württemberg, 2012 Die Broschüre bietet der Fachöffentlichkeit, der Kommunal- und Landespolitik, den Trägern, Schulleitungen und Lehrkräften eine Zusammenfassung der Erfahrungen und neuen Grundlagen der Schulsozialarbeit. Bestellung bei: Diane Geiger Telefon 0711 6375-406 Diane.Geiger@kvjs.de

Schwerbehinderung und Arbeit
22 Zeitschrift behinderte Menschen im Beruf, Ausgabe Baden-Württemberg, Heft 1/2012 und Heft 2/2012 Die Hefte bieten Einblicke in die Arbeit des Integrationsamtes. Ratgeber Beschäftigung schwerbehinderter Menschen. Finanzielle Förderung und fachliche Beratung für Arbeitgeber, 6. überarbeitete Auflage, 2012 Bestellung bei: Gisela Lüttges Telefon 0721 8107-983 Gisela.Luettges@kvjs.de

Betreuungsrecht
KVJS BtR-Info Betreuungsrecht Heft 1+2, 2012. Neues aus Praxis und Rechtsprechung, Literaturtipps, Veranstaltungen, Seminare. Bestellung bei: Carola Dannecker Telefon 0711 6375-325 Carola.Dannecker@kvjs.de

2/2012

KVJSaktuell

KVJS

KVJS aktuell Juli 2012 Herausgeber: Kommunalverband für Jugend und Soziales Baden-Württemberg Öffentlichkeitsarbeit Verantwortlich: Kristina Löpker (lö) Mit Beiträgen von: Gabriele Addow (add) Monika Kleusch (mok) Sylvia Rizvi (syr) Heide Trautwein (ht) Jürgen Wieland (jw) Layout: Waltraud Gross Kontakt: Telefon 0711 6375-232, -206 oder -389 E-Mail redaktion@kvjs.de www.kvjs.de Bestellungen und Adressänderungen: Petra Wagner Telefon 0711 6375-208 Petra.Wagner@kvjs.de Lindenspürstraße 39 70176 Stuttgart

23

Impressum

KVJSaktuell

2/2012

Postanschrift Postfach 10 60 22 70049 Stuttgart

Hausadresse Lindenspürstraße 39 70176 Stuttgart (West)

Tel. 0711 63 75-0 www.kvjs.de
                            
Top of page

Nutzerhinweis

Sehr geehrte Benutzer,

aufgrund der aktuellen Entwicklungen in der Webtechnologie, die im Goobi viewer verwendet wird, unterstützt die Software den von Ihnen verwendeten Browser nicht mehr.

Bitte benutzen Sie einen der folgenden Browser, um diese Seite korrekt darstellen zu können.

Vielen Dank für Ihr Verständnis.