Publication:
2010
URN:
https://nbn-resolving.de/urn:nbn:de:kobv:109-1-7729827
Path:
KVJS

aktuell
Aus dem Inhalt: Angehörige in ihrer Funktion als rechtliche Betreuer mehr unterstützen
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Persönliches Budget zwischen Anspruch und Wirklichkeit
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Neu: Gütesiegel für Bildungsträger von Tagespflegepersonen-Qualifizierung
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Der KVJS fördert Projekte zur Weiterentwicklung der Jugendhilfe
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KVJS aktuell November 2010 Herausgeber: Kommunalverband für Jugend und Soziales Baden-Württemberg Öffentlichkeitsarbeit Verantwortlich: Stefan Wiegandt (wgn) Mit Beiträgen von: Gabriele Addow (add) Monika Kleusch (mok) Sylvia Rizvi (syr) Lindenspürstraße 39 70176 Stuttgart Kontakt: Telefon 0711 6375-232, -206 oder -389 E-Mail redaktion@kvjs.de www.kvjs.de

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Kooperation optimieren und ausbauen
Am 28.September 2010 wurde Professor Dr. Gerhard Haas, Leiter des Medizinisch-Pädagogischen Dienstes (MPD) des KVJS in den Ruhestand verabschiedet. Wie der Verbandsvorsitzende, Landrat Karl Röckinger aus diesem Anlass deutlich machte, habe sich Gerhard Haas mit seiner umfassenden Kompetenz in den Dienst der Menschen mit Behinderung gestellt. Eine Bilanz seiner Arbeit zieht der MPD-Leiter in nachfolgendem Interview.
Herr Professor Haas, seit 2002 gewährleistet der MPD in ganz Baden-Württemberg eine einheitliche und zuverlässige Hilfebedarfsbewertung für behinderte Menschen. Wie haben Sie in dieser Zeit dafür gesorgt, dass Standards eingehalten werden? Zunächst einmal haben unsere regional eingesetzten Fachkräfte eine strukturierte Einarbeitungsphase durchlaufen, in der sie den Einsatz des HMB-W-Instruments1 zur Bewertung des individuellen Hilfebedarfs erlernt und geübt haben. Um das Bewertungsverfahren stets regelkonform anzuwenden, stimmen sie sich in gewissen zeitlichen Abständen anhand konkret beschriebener Situationen ab. Die dabei gewonnenen Ergebnisse werden fortlaufend dokumentiert und stehen allen MPD-Mitarbeitern zur Verfügung. Letztlich haben diese Schritte zu einer weitgehend einheitlichen Handhabung des HMB-W-Instruments geführt und der MPD hat damit bei allen Beteiligten eine sehr hohe Akzeptanz erfahren. Der MPD sah sich in den letzten Jahren einem ständig wachsenden Auftragsvolumen gegenüber. Welche Erklärung gibt es dafür? In den letzten Jahren wurden zunehmend Hilfebedarfsbewertungen mit dem
1 Hilfebedarf von Menschen mit Behinderung im Bereich Wohnen - HMB-W-Verfahren nach Dr. Metzler

HMB-W-Instrument nicht nur bei stationär untergebrachten Menschen mit Behinderung durchgeführt, sondern auch bei ambulant betreuten. Hinzu kommt, dass uns die Stadt- und Landkreise immer häufiger mit Überprüfungen des Hilfebedarfs beauftragen. Die MPD-Fachleute sind schon seit einigen Jahren gefragte Berater bei der Suche nach wirksamen Betreuungskonzepten für behinderte Menschen mit schwerwiegend herausforderndem Verhalten. Ihre Erfahrungen mit der Konsulentenarbeit? Genau gesagt haben wir Ende 2007 begonnen, Konsulentenarbeit aufzubauen und anzubieten. Die Erfahrungen, die wir dabei inzwischen gesammelt haben, sind vielfältig. So fanden wir beispielsweise Situationen vor, bei denen die bisherige Diagnostik nicht ausreichend war, wurden konfrontiert mit Unterforderung und Überforderung, Konflikten zwischen Angehörigen und Mitarbeitern der Einrichtungen und mangelnden methodischen Kompetenzen bei bestimmten Problemlagen. Die Anforderungen an die beteiligten Berater des MPD sind demzufolge sehr hoch und sie müssen sich entsprechend weiter qualifizieren.

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Vor allem für Menschen mit autistischen Störungen fehlen häufig geeignete Förderund Behandlungsangebote. Was ist zu tun? Wir versuchen einerseits zusammen mit Expertinnen und Experten auf diesem Feld Fortbildungsangebote für die Fachöffentlichkeit verfügbar zu machen. Andererseits unterstützen wir die Entwicklung angemessener Betreuungsangebote in Einrichtungen in Bezug auf methodische Aspekte oder vermitteln entsprechende Unterstützungsmöglichkeiten.

Was sind die Perspektiven für die weitere Arbeit des MPD? Aus unserer Sicht sollte die Kooperation von Fachkräften der örtlichen Sozialhilfeträger und den Fachkräften des MPD weiter optimiert werden. Gleichermaßen ist zu wünschen, dass die Zusammenarbeit der Fachdienste in den Bundesländern, vor allem im Hinblick auf bestimmte konkrete Problemfelder, intensiviert wird. Die Fragen stellte Gabriele Addow

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Die Autragsbücher sind voll
Haben die 44 Stadt- und Landkreise 2005 noch 3.100 Gutachten zur Bemessung des individuellen Hilfebedarfs beim MPD in Auftrag gegeben, so ist die Anzahl der Gutachtenanforderungen bis 2009 bereits auf 4.748 gestiegen. Dies entspricht einer Steigerung um mehr als 50 Prozent. Im Jahr 2010 werden voraussichtlich über 5.000 Gutachten erstellt werden. Der MPD hat also immer mehr zu tun – umso erfreulicher daher, dass Professor Dr. Gerhard Haas dem KVJS mit seinem fundierten Wissen weiterhin als Berater zur Verfügung stehen wird.

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Angehörige in ihrer Funktion als rechtliche Betreuer mehr unterstützen
Knapp 100 Fachkräfte aus Betreuungsvereinen und -behörden diskutierten am 14. Juli 2010 beim fünften KVJS-Fachtag „Querschnittsarbeit“ in Stuttgart, wie sie Angehörige noch mehr unterstützen können.
„Mit dem Fachtag bieten wir eine Plattform, um die Probleme aus Sicht aller beteiligten Gruppen darzustellen und zu analysieren“, sagte Carola Dannecker, stellvertretende Leiterin der überörtlichen Betreuungsbehörde beim KVJS. Rund 107.000 Frauen und Männer können in Baden-Württemberg wegen Krankheit, Behinderung oder Altersdemenz ihren Alltag nicht mehr bewältigen. Oft sind es Angehörige, die ihre Verwandten als rechtliche Betreuer in allen rechtlichen Angelegenheiten vertreten. Doch immer wieder klemmt es zwischen Angehörigen, Behörden und Gerichten. Die Fachleute aus Justiz und Betreuungswesen waren sich einig: Rechtliche, von einem Gericht eingesetzte Betreuer aus dem Familienkreis benötigen mehr Unterstützung. Angehörigen sind die Angebote von Betreuungsvereinen und -behörden oft nicht bekannt. Erforderlich sind deshalb die Vernetzung von Betreuungsgerichten, -vereinen und -behörden, eine flächendeckende Information über die Angebote durch verstärkte Medienpräsenz und intensivere Verteilung von Info-Material an neu bestellte familienangehörige Betreuer und Betreuerinnen. Auch sollten Gerichte verstärkt die Möglichkeiten von Tandem-Betreuungen und psychosozialen Beratungsangeboten prüfen. Mit dem für 2011 geplanten KVJSFachtag zur Netzwerkarbeit gibt der KVJS weitere Impulse. Zudem bietet der KVJS Fortbildungen zur Öffentlichkeitsarbeit und sozialen Methodenkompetenz. Rechtliche Betreuer aus dem Familienkreis hätten einen hohen Beratungsbedarf, berichtete Christopher Tänzel vom Betreuungsverein „Netzwerk Diakonie“ in Emmendingen. „Es ist schwierig für sie, sich in den komplexen Lagen der sozialen Landschaft zurechtzufinden“, sagte der Berufsbetreuer. Die Gesetze seien kompliziert. Zudem sei sich die Familie zuweilen über die richtige Hilfe für den Vater oder die demente Mutter nicht einig. Gefragt seien fachlicher Rat und emotionale Unterstützung. Wie man als Behörde Angehörige gut unterstützen kann, schilderte Wiebke Kuhn von der Betreuungsbehörde in Heidelberg. In der Universitätsstadt können betreuende Eltern, Kinder oder Geschwister drei Mal wöchentlich in eine Sprechstunde kommen, es gibt Telefonberatung, Info-Pakete, Einführungen und Tagungen. Noch ist dies nicht überall im Land der Fall. Probleme mit Formalien Dabei findet der Notar und Betreuungsrichter Wolfgang Sorg aus Stuttgart solche Unterstützungen wichtig, erfuhren die Tagungsgäste. Zum Beispiel entstünden durch zunehmend komplizierte Vorschriften bei den Angehörigen Missver-

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ständnisse und Versäumnisse. „Noch mehr als andere haben Frauen und Männer mit Migrationshintergrund Probleme mit den Formalien.“ Der Stuttgarter Konrad Stolz griff am Fachtag schließlich Widersprüche im Betreuungsrecht auf: So gibt es laut dem Professor für Familien- und Betreuungsrecht höchst komplizierte Vorschriften, wozu Juristen dicke Kommentare schrieben. Hinzu kämen Patientenverfügungen, Entscheidungen über den Umzug ins Pflegeheim oder lebensbedrohliche Ope-

nicht vom zufälligen Willen eines Angehörigen oder der zufälligen Hilfestruktur vor Ort abhängen. Fit in der Praxis Praxiserfahrungen steuerten drei ehrenamtliche Betreuerinnen bei. Mit Hilfe von professioneller Beratung ließen sich Probleme lösen, erfuhr das Fachpublikum etwa von der betreuenden Angehörigen Angelika Weingartner aus Bad Schönborn. Zudem sprachen die Frauen an, dass eine rechtliche Betreuung durch Angehörige

Information
Rechtliche Betreuerinnen und Betreuer unterstützen die Betroffenen im Auftrag des Betreuungsgerichts. Sie sind persönliche Ansprechpartner/innen der Betroffenen, sorgen für ein menschenwürdiges Lebensumfeld, verwalten das Einkommen und Vermögen der Betreuten, treffen notwendige Entscheidungen bei medizinischen Maßnahmen oder organisieren andere Hilfen. Rechtliche Betreuer treffen nur in jenen Bereichen Entscheidungen, die das Gericht festgelegt hat. Rechtliche Betreuungen werden zu 70 Prozent von Ehrenamtlichen geführt. Die meisten sind Angehörige. Die Ehrenamtlichen werden in Baden-Württemberg von hauptamtlichen Mitarbeitern der 77 anerkannten Betreuungsvereine unterstützt. Die überörtliche Betreuungsbehörde beim KVJS ist zuständig für die Anerkennung und Förderung von Betreuungsvereinen und berät die örtlichen Betreuungsbehörden und -vereine in fachlichen Fragen. Die überörtliche Betreuungsbehörde ermittelt und plant zudem den Bedarf an Betreuer/innen im Land und bietet Berufsbetreuern eine breite Palette von Fortbildungen.

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rationen – „dennoch sollen laut Gesetz vor allem Ehrenamtliche eine rechtliche Betreuung übernehmen.“ Und es gäbe keine Vorschrift zur Weiterbildung, monierte der Professor. Er forderte für Ehrenamtliche eine Pflicht zur Einführung, Beratung und Weiterbildung. Die Qualität einer ehrenamtlichen rechtlichen Betreuung dürfte

zwar wünschenswert, aber nicht immer sinnvoll sei. Lore Schütz von der Selbsthilfegruppe Angehöriger psychisch Kranker aus Heidelberg etwa hat sich entschieden, die rechtliche Betreuung ihres erwachsenen, psychisch kranken Sohnes nicht zu über-

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nehmen. Betreuerin und Mutter zu sein, wäre zu widersprüchlich. Als Mutter solle sie ihren Sohn ins Leben entlassen, als Betreuerin solle sie für ihn entscheiden. Fremde Ehrenamtliche können auch zum Einsatz kommen, wenn die Angehörigen zu weit entfernt wohnen. Einen solchen Fall schilderte die ehrenamtliche Betreuerin Lisa Poetter. Die Konstanzerin ist die Nachbarin eines behinderten Mannes und regelt seine rechtlichen Angelegenheiten. Poetter hatte die Betreuung für den 77-Jährigen nach dessen Unfall

übernommen, erfuhren die Zuhörenden. Die entfernt wohnenden Nichten seien froh, dass Poetter als Betreuerin nun über Einkäufe oder Lymphdrainagen entscheide. „In jede größere Entscheidung beziehe ich sie ein.“ Der KVJS veranstaltete die Tagung zusammen mit dem SKM (katholischer Verein für soziale Dienste) und SkF (Sozialdienst katholischer Frauen) in Freiburg, dem Diakonischen Werk Württemberg sowie der Interessengemeinschaft der Betreuungsvereine in Baden-Württemberg. syr

Aktion 1000 wirkt nachhaltig
7 1061 besonders betroffene schwerbehinderte Menschen waren im Rahmen der KVJS-Aktion 1000 zwischen 2005 und 2009 auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt vermittelt worden. Das Integrationsamt des KVJS hat nun die Nachhaltigkeit der Vermittlungen überprüft. Für seine Nachhaltigkeitsuntersuchung befragte das KVJS-Integrationsamt sämtliche vermittelte Personen und/oder deren Arbeitgeber. Die Rücklaufquote war mit 96 Prozent außergewöhnlich hoch. So konnte der Verbleib von 1016 vermittelten Personen untersucht werden. Von ihnen waren zum Stichtag 31.12.2009 noch oder wieder 836 in einem sozialversicherungspflichtigen Arbeitsverhältnis über 15 Wochenstunden beschäftigt. Dies entspricht einer Nachhaltigkeitsquote von 82,3 Prozent über alle Beschäftigungsverhältnisse und Jahre. Bei dem ersten Vermittlungsjahrgang von 2005 betrug die Quote der Nachhaltigkeit nach mehr als vier vollen Beschäftigungsjahren immer noch 76,3 Prozent. mok Die vollständige Nachhaltigkeitsuntersuchung steht im Internet zur Verfügung: http://www.kvjs.de/396.0.html

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Der KVJS bietet im Internet Informationen für ehemalige Heimkinder
Immer wieder suchen beim KVJS ehemalige Heimkinder nach Informationen zu ihrer Vergangenheit. Bisher half der KVJS telefonisch und schriftlich. Seit Juli unterstützt der Verband die Spurensuche in Baden-Württemberg auch auf seiner Homepage.
Wer Fragen zum persönlichen Einzelfall und zur Akteneinsicht hat, kann online Kontakt zu einem Expertenteam aufnehmen. Der KVJS hat eine Liste der ehemaligen Einrichtungen in öffentlicher Trägerschaft zusammengestellt. Die Internet-Seiten gehen in verständlicher Sprache auf die komplexe Behördengeschichte in Baden-Württemberg ein. Sie schlüsseln Zuständigkeiten auf und geben einen Überblick zu vorhandenen Akten. 8 „Mit diesem Portal wollen wir ehemaligen Heimkindern eine Kontaktstelle bieten, bei der sie ihre Fragen und Anregungen anbringen können“, sagt der stellvertretende Leiter des KVJS-Landesjugendamtes Reinhold Grüner. „Wir möchten sie bei der Suche nach Informationen zu ihrem damaligen Heimaufenthalt soweit wie möglich unterstützen.“ Der KVJS betrieb und betreibt selbst keine eigenen Jugendheime wie die früheren beiden Landeswohlfahrtsverbände Baden und Württemberg-Hohenzollern. „Und der KVJS ist auch kein Rechtsnachfolger der 2004 aufgelösten Landeswohlfahrtsverbände“, erklärt Grüner die komplizierte Rechtslage. „Trotzdem fühlen wir uns als Verband, der aus den früheren Landeswohlfahrtsverbänden hervorging, und als Träger des heutigen Landesjugendamtes Baden-Württemberg hier in der Verantwortung.“ Der KVJS schaltet sein Online-Portal zudem, weil die heutige Gesellschaft intensiv die Erziehungsmethoden und Zustände in den Heimen der 50er- und 60er-Jahre diskutiert. Etwa 700.000 bis 800.000 Kinder und Jugendliche lebten von 1949 bis 1975 in Heimen in der Bundesrepublik. Ein Teil von ihnen wurde dort Opfer von Missbrauch und Misshandlung. Etliche leiden bis heute unter den Folgen. Keine Übergriffe bekannt „Wir können nicht abschätzen, ob es damals auch in baden-württembergischen Einrichtungen, die in öffentlicher Trägerschaft standen, zu massiven Übergriffen kam“, sagt Grüner. „Bisher hat uns keiner der Anruferinnen und Anrufer auf bislang unentdeckt gebliebene Fälle von körperlicher oder sexueller Gewalt in den Jugendhilfeeinrichtungen der beiden Landeswohlfahrtsverbände aufmerksam gemacht“, berichtet der Leiter des KVJSReferates „Einrichtungen“ Hans Steinmaier. Bei den bislang durchschnittlich vier bis fünf telefonischen oder schriftlichen Kontakten des KVJS pro Jahr zu ehemaligen Heimkindern gehe es vor allem um fehlende Tätigkeitsnachweise, erläutert Steinmaier. „Die Anrufer benötigen Aufenthalts- oder Ausbildungsbescheinigungen für die Rentenversicherung oder fehlende

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Zeugnisse für Bewerbungen.“ Manche fragten sich auch, wie es zu ihrer Einweisung kommen konnte.“ Alle Anruferinnen und Anrufer hatten in drei möglichen Feldern mit den Landesjugendämtern zu tun: Die Landeswohlfahrtsverbände und deren Vorgänger, die Landesfürsorgeverbände, betrieben erstens Kinder- und Jugendheime. Ihre Landesjugendämter in Stuttgart und Karlsruhe konnten zweitens im Rahmen der Fürsorgeerziehung und

Freiwilligen Erziehungshilfe Kinder im Heim unterbringen. Ab 1964 waren die Landesjugendämter drittens auch für die Aufsicht über die baden-württembergischen Heime zuständig. syr Informationen für ehemalige Heimkinder im Internet: www.kvjs.de/ehemalige-Heimkinder. html

Neue Arbeitsplätze für schwerbehinderte Menschen bei Franz & Wach
Das neue firmeneigene Call-Center der Franz & Wach Personalservice GmbH in Waiblingen hat von neun Arbeitsplätzen acht mit schwerbehinderten Menschen besetzt. Die neuen Mitarbeiter wurden vom Integrationsfachdienst Rems-Murr und dem Integrationsfachdienst Stuttgart vermittelt. Von den neuen Call-CenterMitarbeiterinnen sind sechs körperbehindert. Demnächst werden außerdem zwei blinde Mitarbeiter die Arbeit aufnehmen. Das KVJS-Integrationsamt hat die acht neuen Arbeitsplätze mit einem Zuschuss zu den Investitionskosten von insgesamt 19.200 Euro gefördert. mok 9

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Persönliches Budget zwischen Anspruch und Wirklichkeit
Unter dem Titel „Zwischen Anspruch und Wirklichkeit“ fand ein Fachtag des KVJS in Zusammenarbeit mit der Lebenshilfe Baden-Württemberg zum Persönlichen Budget im KVJS-Tagungszentrum Gültstein statt. Der Fachtag am 21.07.2010 richtete sich dieses Mal nicht nur an Fachleute aus den Stadt- und Landkreisen, sondern auch an Fachleute bei den Leistungserbringern und Dienstleistern sowie an Budgetnehmer, deren Angehörige und Betreuer.
Dementsprechend war auch die Resonanz mit über 100 Tagungsteilnehmern groß. Durch den Tag führten als Moderatoren Franz Schmeller vom KVJS und Rudi Sack von der Lebenshilfe. Auf dem Programm standen sowohl bundes- als auch landesweite Entwicklungen, Best-Practice-Beispiele, Erfahrungen aus Sicht der Budgetnehmer, deren Angehörigen oder der rechtlichen Betreuer sowie innovative Ansätze und Projekte. Abgerundet wurde das Programm durch eine Abschlussrunde „Wie kommen Anspruch und Wirklichkeit beim Persönlichen Budget noch besser in Einklang?“ mit Experten aus allen Bereichen. Die Diskussionen und Fachbeiträge der Veranstaltung haben deutlich gemacht, dass das Persönliche Budget sowohl bundesweit als auch landesweit noch lange nicht am Ziel angelangt ist und weiterhin dringender Handlungsbedarf auf allen Seiten besteht. Die Vertreterin des Bundesministeriums für Arbeit und Soziales, Bärbel Kroll, machte auf den nach wie vor bestehenden Informations- und Beratungsbedarf zum Persönlichen Budget aufmerksam. Förderprogramme und Öffentlichkeitskampagnen der Bundesregierung sollten durch regionale Veranstaltungen ergänzt werden. Bei bundesweit rund 10.000 bewilligten Budgets, gibt es kaum trägerübergreifende Budgets. Der KVJS führt eine jährliche detaillierte Statistik zur Entwicklung des Persönlichen Budgets in den 44 Stadt- und Landkreisen durch, die auf der KVJS-Homepage abzurufen ist. Auch wenn Baden-Württemberg hinsichtlich der Anzahl der Budgetnehmer bundesweit an zweiter Stelle liegt, steht die Anzahl der Budgetnehmer in keinem Verhältnis zur Anzahl der Menschen mit Behinderung, so Dr. Annette Holuscha-Uhlenbrock vom KVJS. Bundesweit an zweiter Stelle Die mittlerweile knapp 800 Persönlichen Budgets in Baden-Württemberg, davon nur 19 trägerübergreifend, geben jedoch Grund zur Hoffnung. Zwischen 2006 und 2008 fand sogar eine jährliche Verdopplung der Fallzahlen statt, 2009 stieg die Zahl der Persönlichen Budgets immerhin noch um 45 Prozent. Der Großteil der Budgets geht dabei nach wie vor an geistig behinderte Menschen, gefolgt von Menschen mit einer seelischen Behinderung. Beide Gruppen zusammen machen über 2/3 der Budgetnehmer aus. Trotz der Vorteile, die das Persönliche Budget mit sich bringt, ist die Nachfrage nach Persönlichen Budgets in Baden-Württemberg hinter den Erwartungen zurückgeblieben. Dabei belegt die Statistik, dass es mit dem Persönlichen Budget durchaus gelingt, stationäre

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Heimaufenthalte zu vermeiden oder Menschen aus Heimen den Weg in ein selbstständigeres Wohnen zu ebnen. Die Erfahrungen, von denen Budgetnehmer und Angehörige in Einzelinterviews berichteten, waren durchweg positiv und zeigten, dass das Persönliche Budget seinen Zielen, die Eigenverantwortung und Selbstständigkeit zu stärken durchaus gerecht wird. Es lohnt sich also, auch weiterhin für das Persönliche Budget zu kämpfen und es mit Hilfe von Informations- und Imagekampagnen noch weiter voranzutreiben, insbesondere da, wo es in der Statistik regional noch weiße Flecken gibt. Noch mehr innovative Ansätze Oft mangelt es nicht nur am Willen, sondern auch an entsprechenden ambulanten Angeboten. Innovative Ansätze müssen noch öfters entwickelt und erprobt werden. Ein solcher Ansatz wurde von Dr. Clemens Kasper, dem Geschäftsführer der Bundesarbeitsgemeinschaft der Werkstätten für behinderte Menschen (BAG WfbM) mit dem Projekt zur „Modularisierung und Verkauf von Werkstatt-

leistungen durch das Werkstattbudget“ vorgestellt. Solche Ansätze der Modularisierung wären auch im stationären Bereich durchaus wünschenswert. Es gibt in Baden-Württemberg kaum Erfahrungen zum Persönlichen Budget im stationären Bereich oder zur Teilhabe am Arbeitsleben. Hier sind eine Flexibilisierung der Angebote und eine gewisse Risikobereitschaft gefragt. Vielleicht muss man es einfach nur ausprobieren ohne vorher alle Eventualitäten abzuwägen, so das Fazit. „Der Fachtag hat gezeigt, dass das Persönliche Budget - entgegen so manchen Befürchtungen - sich weiterhin im Aufbruch befindet, aber noch lange nicht ans Ziel gelangt ist. Das Persönliche Budget führt auf jeden Fall zu einem Paradigmenwechsel und dafür lohnt es sich weiter einzusetzen“, resümierte KVJS-Dezernent Franz Schmeller. Alle Beiträge zum Fachtag sind im fachöffentlichen Bereich unter Persönliches Budget auf der Homepage des KVJS unter www.kvjs.de abrufbar.

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Gut bedient: Behinderte Beschäftigte im Gastgewerbe
Sie servieren Kaffee und Kuchen, machen Hotelbetten oder schnippeln Salat in der Küche: schwerbehinderte Menschen erobern sich zunehmend einen Platz im Gastgewerbe. Auch viele Kantinen haben gute Erfahrungen mit behinderten Beschäftigten gemacht.
Gebratene Gnocchi mit Gemüse-Julienne und Thymian-Sahne-Soße – oder doch lieber das Cordon bleu vom Schwein mit brauner Soße und Spätzle? Hmm. Aber ganz sicher die Mousse au Chocolat mit frischen Himbeeren als Nachtisch – oder? Wer hier die Qual der Wahl hat, arbeitet im Landratsamt des Enzkreises in Pforzheim. Seit 2004 werden die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter dort sozusagen „integrativ“ verköstigt, denn die Kantine betreibt die „Miteinanderleben Service gGmbH“, bei der behinderte und nicht behinderte Beschäftigte Hand in Hand arbeiten. Das Team der „Integrationskantine“ bereitet die Frühstücksverpflegung mit kalten und warmen Komponenten zu, sowie den Salat für das Mittagessen. Die Beschäftigten mit Behinderung arbeiten sowohl in der Küche wie auch im Service mit – Bereiche, die überschaubar und gut aufzuteilen und zu trainieren sind. Für das warme Hauptessen hat „Miteinanderleben Service“ eine Kooperation mit dem Studentenwerk Karlsruhe, dass in Pforzheim eine Großküche betreibt. „Wir sind zu den gleichen Bedingungen wie andere Catering-Unternehmen angetreten“, betont Geschäftsführerin Katja Kreeb. Nur mit dem Unterschied dass in ihrer 18köpfigen „Mannschaft“ auch sieben Menschen mit Behinderung aufgestellt sind. „Die behinderten Mitarbeiter werden in enger Kooperation mit den beiden Schulen für Menschen mit geistiger Behinderung, der Berufsvorbereitenden Einrichtung des Enzkreises und dem Integrationsfachdienst ausgewählt“, erklärt Kreeb. Zudem machen sieben Praktikanten mit Behinderung ihre ersten Erfahrungen auf dem Arbeitsmarkt. „Unsere Zielgruppe ist sehr verlässlich“, lobt die Geschäftsführerin ihre behinderten Beschäftigten. „Natürlich gibt es Leistungsschwankungen. Aber gerade bei einfachen, wiederkehrenden Tätigkeiten sind sie sehr engagiert!“ Das neue Angebot in der Kantine kam so gut an, dass sich der Umsatz im Vergleich zum vorherigen Anbieter praktisch verdoppelte. Mittlerweile versorgt „Miteinanderleben Service“ drei Kantinen in Pforzheim – und wurde bereits für drei weitere angefragt. Den Erfolg erklärt Katja Kreeb so: „Wir bieten eine hochwertige Leistung an. Es reicht nicht, zu sagen: Wir sind ein soziales Projekt.“ Mundpropaganda Auch andere Kantinenbetreiber haben Geschmack am integrativen Ansatz gefunden. So kann man sich beispielsweise auch in den Kantinen des Landratsamts Main-Tauber-Kreis in Tauberbischofsheim und des Ostalbkreises in Aalen oder seit diesem Jahr in der Cafeteria des Landratsamts Tübingen entsprechend verpflegen lassen.

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Die Tübinger, deren Kantine übrigens offen ist für Jedermann, konnten dabei auf ein bewährtes Angebot zurückgreifen: „Wir haben die bestbesuchte Schulmensa im ganzen Stadtgebiet“, so „Caterer“ Friedrich Haselberger selbstbewusst. Haselberger ist eigentlich Leiter der Werkstatt für behinderte Menschen (WfbM) des Behindertenheims Rappertshofen in Reutlingen. Das nahegelegene Albert-Einstein-Gymnasium hatte 2006 angefragt, ob die WfbM, in der körper- und mehrfachbehinderte Menschen arbeiten, nicht bei der neuen Schulkantine einsteigen wollte. Man wollte. Schließlich verfügt das Behindertenheim über eine große Küche. So konnten weitere Außenarbeitsplätze für Werkstatt-Beschäftigte geschaffen werden.

Berührungsängste Fehlanzeige Bisher konnte kein integratives Projekt über Berührungsängste bei den Gästen berichten. Die behinderten Beschäftigten wirken nicht zuletzt durch echte Herzlichkeit statt professioneller Freundlichkeit. Das kommt an – nicht nur in den Kantinen von Behörden und Unternehmen. Der ungekünstelte Charme der Belegschaft ist nicht zuletzt auch ein Pluspunkt für CaféBistros und kleine Hotels mit Gaststätten und Tagungsangebot, die auf den integrativen Gedanken setzen. Ihre Zahl nimmt in Baden-Württemberg immer weiter zu. Das Hofgut Himmelreich im Schwarzwald war das erste integrative Hotel im Ländle. Das Konzept, umgesetzt gemeinsam mit

Weitere Informationen zu den vorgestellten Projekten finden Sie im Internet:
www.miteinanderleben.com www.lwv-eh.de/rappertshofen/arbeiten/ausgelagerte-arbeit.html www.glashaus-loerrach.de www.cafe-am-burgplatz.de www.hofgut-himmelreich.de www.hotel-stmichael.com www.hotelak.de www.seehoernle.de www.hotel-st-fridolin.de www.cap-fn.de In der Schulmensa bedienen seither Rollstuhlfahrer die Kasse mit extra großen Touch-Screen-Feldern. Bezahlt wird dann per Geldkarte, die die Schüler bei einem Kartenleser durchziehen müssen. „Fußgänger“ aus der WfbM übernehmen das Bereitstellen von Karaffen mit Wasser und das Abwischen der Tische, helfen bei der Essensausgabe und der Geschirr-Rücknahme und arbeiten in der Spülküche. „Es gibt ständig nette Unterhaltungen, die den Alltag bereichern“, hat Friedrich Haselberger festgestellt. den behinderten Beschäftigten, ging voll auf: Regionale Küche, mit ökologisch angebauten, fair gehandelten Produkten, 15 gemütliche, auch behindertengerechte Zimmer und ein „achtsamer und liebevoller Geist“, wie ein Gast im Gästebuch vermerkte, verhalfen dem idyllisch gelegenen Gasthof, der auch für Tagungen offensteht, zum Erfolg. Café-Bistros wie das Glashaus in Lörrach oder das Café am Burgplatz in Sinsheim punkten ebenfalls mit einem Angebot aus

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frischen, regionalen Produkten oder solchen aus fairem Handel. Familienfreundlichkeit ist selbstverständlich. Zudem hat das Glashaus eine kleine aber feine Reihe mit Kunstausstellungen organisiert, während das Café am Burgplatz jeden Freitagabend auf fetzige Rockmusik ambitionierter Nachwuchstalente setzt. Mit Auszeichnung! Mittlerweile fördert das Integrationsamt des KVJS noch vier weitere „integrative Hotels“: Das Hotel St. Michael in Tauberbischofsheim, das Hotel am Kurpark in Bad Herrenalb, das „Seehörnle“ auf der Halbinsel Höri im Bodensee und das Hotel St. Fridolin in Bad Säckingen sowie mit „CAP-Rotach“ Friedrichshafen sogar einen barrierefreien „Integrations-Campingplatz“, direkt am Ufer des Bodensees. 14 Dass über dem integrativen Ansatz die Professionalität nicht zu kurz kommt, zeigen die Preise und Auszeichnungen, die die meisten der Projekte bereits eingeheimst haben. So ist das Hofgut Himmelreich ein „Ort im Land der Ideen“, dem Hotel St. Fridolin bescherten zufriedene Gäste den ersten Platz auf dem Bewertungsportal www.trivago.de und

die Zeitschrift „Der Feinschmecker“ hatte in seiner Juli-Ausgabe lobende Worte für das „Seehörnle“ übrig. Innovativer Campingplatz Der derzeitige Meister im Sammeln von Preisen ist der komplett barrierefreie 4-Sterne-Campingplatz mit Pension und Restaurant „CAP-Rotach“ der CAPIntegrations gGmbH in Friedrichshafen. Dessen Homepage schmücken gleich vier Auszeichnungen: ADAC-Campingpreis 2005, Goldener Rollstuhl 2005, Sonntag aktuell Touristikpreis 2008 und schließlich den dritten Platz beim Preis für nachhaltigen Tourismus der europäischen Umweltagentur, dem „Royal Accommodation Award for Sustainable Tourism 2006“. Im Oktober erfuhr der Campingplatz eine weitere Ehre: Die Auszeichnung mit dem „Innovationspreis Integration 2010“, für das besonders erfolgreiche Integrationskonzept von besonders betroffener schwerbehinderter Menschen auf den allgemeinen Arbeitsmarkt. Verliehen wird der Preis durch das baden-württembergische Sozialministerium und den KVJS. mok

Förderung durch das KVJS-Integrationsamt
Das Integrationsamt des KVJS berät und begleitet die Integrationsunternehmen konzeptionell und finanziell. Es gewährt Begleitende Hilfe und führt den Kündigungsschutz für die schwerbehinderten Mitarbeiter durch. Seit der Gründung des KVJS hat das Integrationsamt für Projekte, die im weiteren Sinn gastronomisch im Bereich Gastronomie, Hotellerie tätig sind - also auch Großküche, Mensa, Catering, Camping und Brötchenservice – zwölf Projekte mit 93 schwerbehinderten und 125 nicht behinderten Beschäftigten gefördert. Zwei weitere befinden sich derzeit in Gründung. Seit 2005 erhielten sie für Aufbau und Ausbau insgesamt 710.000 Euro Investivförderung. Die jährliche Lohnkostenzuschusssumme beträgt derzeit 454.721 Euro.

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„Schwerbehinderten Menschen eine Chance geben“
Interview mit dem Landrat des Enzkreises und KVJS-Verbandsvorsitzenden Karl Röckinger Was hat Sie dazu bewogen, die Bewirtschaftung der Kantine des Landratsamtes an „Miteinander leben“ zu vergeben? Ich wollte nicht nur an andere Arbeitgeber appellieren, schwerbehinderte Menschen zu beschäftigen, sondern auch selbst aktiv werden. Das Angebot von „Miteinander leben“ war überzeugend und hat den finanziellen Rahmen eingehalten. Mittlerweile wurden sogar neue Arbeitsplätze – auch für nicht behinderte Menschen – geschaffen, weil die Kantine sehr gut angenommen wird. Wie haben ihre Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter auf dieses „etwas andere“ Kantinenteam reagiert? Die Reaktionen waren durchweg sehr positiv. Es ist schön, zu erleben, wie behinderte junge Menschen ihr Bestes geben. Da nimmt man auch gern in Kauf, wenn es vielleicht mal etwas länger dauert. 15 Wie sind Sie zufrieden? Das Gesamtumfeld der Kantine ist um ein Vielfaches attraktiver geworden. Es gibt jahreszeitlichen Dekorationen, Sonderaktionen beim Essen. Man merkt, dass die Menschen dort gerne arbeiten. Welchen Tipp haben Sie für Unternehmen und Behörden, die über die Beschäftigung schwerbehinderter Menschen in der Cafeteria oder Kantine nachdenken? Man sollte schwerbehinderten Menschen eine berufliche Chance geben! Für Arbeitgeber gibt es dabei Unterstützung, Beratung und Hilfe zum Beispiel vom Integrationsamt des KVJS und dem Integrationsfachdienst. Die Fragen stellte Monika Kleusch

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Interkulturelle Kompetenz: Fingerspitzengefühl ist gefragt
Der Anteil von Kindern und Jugendlichen, die in migrationsgeprägten – und das bedeutet nicht selten: eher bildungsferneren – Familien aufwachsen, steigt. Seit vielen Jahren schon bietet der KVJS mit anderen Verbänden Weiterbildungen für Fachkräfte aus Jugendhilfe und Schule.
„In manchen Stuttgarter Schulen haben bereits heute mehr als 50 Prozent der Schüler und Schülerinnen ausländische Wurzeln“, sagt Irma Wijnvoord vom Landesjugendamt des KVJS. Förderung der interkulturellen Kompetenz tut hier not. Denn die Arbeit mit diesen jungen Menschen und ihren Familien ist für die pädagogischen Fachleute oft von großer Unsicherheit geprägt. So können Stereotypen, Vorurteile und Unverständnis die Beurteilung der Situation oder des Gegenübers bestimmen und damit auch die Handlungsoptionen einschränken. Der KVJS möchte dazu beitragen, Kompetenzen zu vermitteln, die Sicherheit im „Umgang mit Differenz“ stärkt und dadurch die Integration der jungen Menschen verbessert. Wer von der Fortbildung „Interkulturelle Kompetenz – Migrationssensibles Arbeiten in Jugendhilfe und Schule“ jedoch Lösungen aus der Schublade erwartet, hat falsche Vorstellungen: In dem Seminar, das der KVJS zusammen mit der Aktion Jugendschutz Baden-Württemberg e. V. im Juni diesen Jahres im Tagungszentrum Gültstein veranstaltete, ging es nicht darum, fertige Rezepte für bestimmte Problemlagen auf den Tisch gelegt zu bekommen und Verhaltensregeln zu lernen. Denn jede Familie hat einen anderen kulturellen Hintergrund und ihre eigene Geschichte, in jeder gelten spezifische Gesetze. „Was nützt es da, wenn ich heute lerne, dass es in einer türkischen Familie als Beleidigung gilt, den angebotenen Tee abzulehnen wenn ich es morgen mit russischen Aussiedlerjugendlichen zu tun habe?“, gibt Irma Wijnvoord zu bedenken. Interkulturelle Kompetenz zeige sich vielmehr darin, dass es gelingt, sich eine Haltung anzueignen, die befähigt, neugierig, sensibel, respektvoll und unbefangen mit den „Anderen“ umzugehen und im persönlichen Kontakt eigene Vorstellungen in Frage zu stellen ohne dabei in eine romantische, unkritische oder einseitig parteiliche Haltung zu fallen. Abstrakte Wissensvermittlung bestimmte somit nicht die Didaktik des KVJS-Seminars. Dozentin Beatrix Kayser zeigte vielmehr in zahlreichen praktischen Übungen und Rollenspielen auf, wie mitgebrachte Handlungsgewissheiten zerbröseln können und ermutigte dazu, hinter eingefahrene Denkmuster zu schauen – mit Erfolg. „Die Methode des ‚Erfahrungslernens’ kam bei den Teilnehmern sehr gut an, wir haben viele positive Rückmeldungen bekommen“, so das Fazit der DiplomPädagogin. add Das Seminar wird 2011 erneut angeboten. Weitere Informationen: KVJS, Irma Wijnvoord Tel. 0711 6375-429 Irma.Wijnvoord@kvjs.de

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Kindertagespflege: KVJS vergibt Gütesiegel für Bildungsträger
Bis Ende 2013 sollen in Baden-Württemberg 5000 zusätzliche Personen für die Kindertagespflege qualifiziert werden. Das Aktionsprogramm Kindertagespflege des Bundes-FamilienMinisteriums hat ein Gütesiegel für Bildungsträger ins Leben gerufen. Vergeben wird es vom Landesjugendamt des KVJS im Auftrag des baden-württembergischen Sozialministeriums.
Das Gütesiegel kann seit Juli 2009 Bildungsträgern verliehen werden, die Frauen und Männer als Tagespflegepersonen nach einem vorgegebenen Standard qualifizieren. Für Baden-Württemberg gibt es ein standardisiertes Qualifizierungskonzept, das vom Landesjugendamt des KVJS gemeinsam mit dem Landesverband für Tagesmütter-Vereine Baden-Württemberg und dem Sozialministerium auf der Grundlage des Qualifizierungsprogramms des Deutschen Jugendinstituts (DJI) entwickelt worden ist. Mit dem Gütesiegel für Bildungsträger sollen nach dem Willen des Bundesministeriums für Familien, Senioren, Frauen und Jugend bundesweit einheitliche Qualitätsstandards etabliert und transparent gemacht werden. Das Curriculum für die angehenden Tagespflegepersonen umfasst 160 Unterrichtseinheiten á 45 Minuten, in denen die angehenden Fachkräfte unter anderem die Möglichkeiten der Förderung von Kindern kennen lernen, die unterschiedlichen Perspektiven von Pflegepersonen, Kindern und Eltern und die rechtlichen und finanziellen Rahmenbedingungen. Auf dem Programm steht auch viel Praxisnahes: Gestaltung des Tagesablaufs, Unterstützung der kindlichen Spielentwicklung, Sprachförderung oder schwierige Erziehungssituationen. Tageseltern-Vereine interessiert „Wir haben ganz unterschiedliche Bildungsträger, die sich um das Qualitätssiegel bewerben“, erklärt Katrin Steinhilber, die diesen Aufgabenbereich beim KVJS-Landesjugendamt betreut. Es sind vor allem Volkshochschulen, aber auch Tageseltern-Vereine, die die qualifizierte Weiterbildung anbieten. Übrigens sitzen nicht ausschließlich Frauen in den Kursen: „Es sind meist auch ein oder zwei Männer dabei, manchmal auch Ehepaare“, so Steinhilber über die Kursteilnehmer. Teilweise lassen sich auch Erzieherinnen zur Tagespflegeperson weiterbilden, weil sie beispielsweise das flexible Angebot, die selbstständige Arbeitsweise und die kleinen Betreuungsgruppen schätzen. Mehrstufiges Verfahren Bei der Beurteilung der Qualitätskriterien und der Vergabe des Gütesiegels werden drei Bereiche berücksichtigt: Die Trägerebene, die Maßnahmenebene und die Referentinnenebene. „Für jeden Qualitätsbereich gibt es verschiedene Qualitätskriterien und Praxisindikatoren“, erläutert Steinhilber. Interessierte Bildungsträger reichen mit dem Antrag auf Anerkennung des Gütesiegels entsprechende Nachweisdokumente ein, um die verbindlichen Qualitätskriterien und Qualitätsziele zu belegen. Zunächst werden die vom Bildungsträger eingereichten Nachweisdokumente von Katrin Steinhilber begutachtet: „Am Anfang haben viele Unterlagen gefehlt. Wir mussten viel Aufbau- und Beratungsarbeit leisten. Aber jetzt stellen

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wir eine wirkliche Qualitätsverbesserung fest.“ Zur Überprüfung der Angaben findet im Anschluss ein Ortstermin beim jeweiligen Bildungsträger gemeinsam mit der örtlichen Jugendhilfe statt. Auf der Grundlage dieser beiden Prüfschritte verfasst Katrin Steinhilber einen Kurzbericht mit einer Empfehlung für oder gegen die Gütesiegelvergabe. Fällt ihr Bericht positiv aus, wird das Gütesiegel zunächst für drei Jahre vergeben. Nach einem Jahr findet ein vereinfachtes Wiederholungsaudit statt. Der Überprüfung dienen stichprobenartige Vor-Ort-Besuche. „Die meisten Bildungsträger, die sich jetzt bewerben, arbeiten schon ziemlich gut und müssen sich ihre Arbeit nur

besser bewusst machen“, fasst Steinhilber ihre bisherigen Erfahrungen zusammen. „Die Rückmeldungen, die wir bekommen, zeigen, die Bewerbung um das Gütesiegel bringt den Bildungsträgern was. Manche werben mittlerweile damit.“ In Baden-Württemberg wurden bisher 40 Anträge auf Erlangung des Gütesiegels gestellt. Bereits 19 Anträge konnten positiv bewertet werden. Das Gütesiegel ist auf Fortschreibung angelegt und soll an relevante Entwicklungen in der Qualifizierung von Tagespflegepersonen angepasst werden. Insgesamt rechnet das Landesjugendamt des KVJS mit 60 bis 80 Anträgen bis zum Ablauf des Programms zum 31.12.2012. mok

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Forschungsbeirat hat seine Arbeit aufgenommen
Am 17. Juni 2010 traf sich der KVJSForschungsbeirat zu seiner 1. Sitzung. Das Gremium beschloss, folgende fünf Themenbereiche, bei denen aus Sicht des KVJS ein fachlich aktueller und praxisrelevanter Forschungsbedarf besteht, umzusetzen: • Lebensqualität und Lebenserwartung von Menschen mit wesentlicher geistiger Behinderung im Alter – eine Untersuchung zur zukünftigen Entwicklung der spezifischen demographischen Situation in Baden-Württemberg • Wirkungsanalyse des Fallmanagements (FM) in der Eingliederungshilfe • Auswirkungen des Ausbaus der Ganztagesschulen auf die Strukturen und Arbeitsweisen der Kinder- und Jugendhilfe in Baden-Württemberg • Umsetzung von §8a SGB VIII (Schutzauftrag) in Baden-Württemberg • Strukturen der rechtlichen Betreuung in Baden-Württemberg und Chancen der Weiterentwicklung Der KVJS hat die Forschungsvorhaben ausgeschrieben und wird sie fachlich begleiten. Ein nächstes Treffen des Forschungsbeirats ist im Januar 2011 geplant. Die KVJS -Forschung greift aktuelle Fragestellungen auf und liefert praktikable, finanzierbare und effiziente Lösungsansätze für die Praxis der 44 Stadt- und Landkreise. Der Forschungsbeirat unterstützt die Entwicklung und Gestaltung der KVJS-Forschung. Seine Aufgabe ist es insbesondere zu einer praxisorientierten Auswahl, kontinuierlichen Begleitung und transparenten Auswertung der Forschungsvorhaben beizutragen. Dem Forschungsbeirat gehören Mitglieder des Verbandsausschusses an sowie Vertreter/ innen aus dem Wissenschaftsbereich und aus der Leitungsebene der Kreise. Seine Tätigkeit ist ehrenamtlich. add

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Der KVJS fördert Projekte zur Weiterentwicklung der Jugendhilfe
Das Landesjugendamt des KVJS unterstützt in diesem Jahr acht Projekte zur Weiterentwicklung der Jugendhilfe mit insgesamt 100.000 Euro. Das hat der Landesjugendhilfeausschuss beschlossen.
Im Einzelnen werden folgende Projekte gefördert: Förderung verhaltensschwieriger Kinder und Jugendlicher sowie deren Familien mit Hilfe der neuen Konzepte „Multifamilientherapie“ und „Familienklassenzimmer“ – Erprobung, Evaluation und wissenschaftliche Begleitung (Träger: stiftung jugendhilfe aktiv - Regionalleitung Böblingen/Calw/Ludwigsburg) Unter wissenschaftlicher Begleitung neue Formen der intensiven Zusammenarbeit zwischen Schule, Jugendhilfe und Familie erproben und etablieren – ein Projekt, bei dem im Fokus steht, Schul- und Familienprobleme gemeinsam anzugehen. Ziel ist eine verbesserte Unterstützung von Familien. Der Ansatz wird in mehreren Schultypen erprobt, wobei von der Umsetzung in Hauptschulen übertragbare Ergebnisse für andere Träger erwartet werden. „Klima Fit - Bündelung und Umsetzung ökologischer Bildungsarbeit“ (Träger: Trägerverein Freies Kinderhaus e. V., Nürtingen) Die Themen Klimawandel und Klimazukunft sind bisher in der Jugendhilfe wenig thematisiert worden und sollen deshalb in verschiedenen Einrichtungen des Trägers unter dem Prinzip „Erleben – Benennen – Handeln“ bearbeitet werden. Der unübersichtliche Markt an umweltpädagogischen Angeboten wird analysiert, getestet, strukturiert und in einem Leitfaden bewertet. Die Ergebnisse dieses Projekts können für alle Arbeitsfelder nutzbar gemacht werden. „Konzeption – Evaluation – Wirkung. Ein Gruppenangebot für Schulkinder, integriert in die Angebotsstruktur eines Familienzentrums“ (Träger: Familienzentrum Au, Pforzheim) Niederschwellige Hilfeangebote werden gerade für Familien mit Migrationshintergrund gebraucht. In Familienzentren ist der Zugang zu dieser Zielgruppe oft gegeben und positiv besetzt. Ob und unter welchen Bedingungen Erziehungshilfen in einem Familienzentrum erfolgreich und kostensparend geleistet werden können, wird in diesem Projekt erprobt. „JUMP - Junge Menschen mit Power“ (Träger: Turnverein 1861 Rottenburg e. V. – Stützpunktverein „Integration durch Sport“) Die Integration benachteiligter junger Menschen insbesondere mit Migrationshintergrund will JUMP durch „neue“ Sportarten erproben. Unter anderem sollen Trendsportarten wie Bike-Trial, Zoccer, Slacklinen für unterschiedliche Zielgruppen angeboten werden. Geplant sind auch neue kind- und jugendgerechte Sportstätten und ein Treff/Begegnungsraum, ein Eigenanteil an der Herstellung und dem Bau der Sportstätten wird geleistet. Die Evaluation und Dokumentation werden von der Initiative der Deutschen Sportjugend JETS! – Junges Engagement im Sport“ durchgeführt.

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„Aufbau von selbstorganisierter Jugendarbeit in Moscheegemeinden“ (Träger: Kreishaus der Jugendarbeit RemsMurr) In fünf Städten mit hohem Anteil an türkischen Jugendlichen soll in Kooperation mit den Ditib-Moscheen offene Jugendarbeit etabliert werden. Gleichzeitig wird das Juleica-Konzept angewendet und auf die Brauchbarkeit für diese Zielgruppe überprüft. Die Jugendleiter/In-Card (Juleica) ist der bundesweit einheitliche Ausweis für ehrenamtliche Mitarbeiter/ innen in der Jugendarbeit. Sie dient zur Legitimation und als Qualifikationsnachweis. Zusätzlich soll die Juleica die Anerkennung für ehrenamtliches Engagement zum Ausdruck bringen. „Buden bürgerschaftlich begleiten “ (Träger: Kreisjugendring Biberach) Im Landkreis Biberach gibt es über 200 bekannte „Buden“ oder Bauwagen. Als Bude wird der Ort bezeichnet, an dem sich Jugendliche selbstorganisiert treffen, um gemeinsam den Abend zu gestalten Eine Analyse soll nun empirisch begründete, quantitative und qualitative Anhaltspunkte zur sachgerechten Beurteilung sowie zum adäquaten Umgang mit dieser Form der Jugendkultur unter pädagogischen und ordnungsrechtlichen Gesichtspunkten liefern. Ziel ist es auch, ein Konzept zu entwickeln, das Buden als Teil der Offenen Jugendarbeit integrieren kann und die Eigenständigkeit der Selbstorganisation erhalten lässt. „Trainingsklasse Südlicher Ortenaukreis - ressourcenorientiertes Netzwerk Jugendhilfe und Schule“ (Träger: MIT Strategie GmbH – Jugendund Familienhilfe ISKIZ)

Die Zahl der „schwierigen Schüler/innen“ mit unterschiedlichen Problemlagen und Verhaltensauffälligkeiten steigt. Oft werden sie vom Unterricht an Regelschulen ausgeschlossen. Im Projekt wird eine gemeinsame Strategie und Verantwortung zwischen Jugendamt, Staatlichem Schulamt und den Schulträgern erprobt, um dem Ausschluss entgegenzuwirken. Ziel ist es, Jugendliche in akuten Krisen ganztags in eine Trainingsklasse aufzunehmen, so weit wie möglich den Unterricht fortzusetzen und durch gemeinsames Aufarbeiten der Probleme, insbesondere mit den betroffenen Eltern und Klassen, eine schnelle, aber auch tragfähige Rückführung in den Klassenverbund zu ermöglichen. Das Modell lässt übertragbare Ergebnisse für alle Schulen erwarten. „Gestaltung der Zukunftsfähigkeit der stationären Erziehungshilfe“ (Träger: Diakonisches Werk Württemberg, Stuttgart) Das Projekt strebt an, Konzepte stationärer Hilfen zu optimieren, um den gesellschaftlichen und politischen Veränderungen gerecht zu werden. Und es möchte vorhandene Strukturen und Angebote im Rahmen sozialräumlicher Aushandlungsprozesse mit öffentlichen Trägern der Jugendhilfe und anderen Partnern weiterentwickeln. Acht Einrichtungsprojekte werden mit thematischen Schwerpunkten durchgeführt (etwa Inklusion, Flexibilisierung von Gruppengrößen, Verweildauer, Interdisziplinäre Teams). Die Projekte werden durch Beratung, wissenschaftliche Begleitung und reflexive Workshops mit Fachleuten unterstützt. add

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Bundesverdienstkreuz für Karl Röckinger
Karl Röckinger, Verbandsvorsitzender des KVJS und Landrat des Enzkreises, wurde mit dem Bundesverdienstkreuz am Bandeausgezeichnet. Regierungspräsident Rudolf Kühner überreichte die Auszeichnung während einer Feierstunde im Wohnmodell Stein.
Der Veranstaltungsort war mit Bedacht gewählt: der Verein Miteinander leben, der das Wohnprojekt für geistig behinderte Menschen betreibt, zählt Karl Röckinger zu seinen Gründungsmitgliedern. Bereits in seiner Zeit als Sozialdezernent des Landkreises setzte sich der Geehrte mit großem Engagement für die Integration von Menschen mit Behinderung und für die Belange der Jugend ein. Laudator Kühner erinnerte daran, dass Röckinger schon als 16jähriger als Leiter von Jugendgruppen in seiner Heimatstadt Mühlacker aktiv war. Das Wohnprojekt Stein bezeichnete der Regierungspräsident als landesweite „Blaupause“ für die Integration. Die „Ideenfabrik Karl Röckinger“ versage nie. KVJS-Verbandsdirektor Senator e. h. Roland Klinger stellte in seinem Grußwort heraus: „Ihr 45jähriges ehrenamtliches Engagement bei verschiedenen Körperschaften, Verbänden und Wohlfahrtseinrichtungen in einer Vielzahl von Einrichtungen findet damit die verdiente öffentliche Anerkennung.“ Klinger weiter: „Ihr Engagement war immer von dem Leitgedanken der Teilhabe behinderter Menschen und damit davon geprägt, nicht das Handicap eines behinderten Menschen, sondern sein individuelles Leistungsvermögen und damit seine Stärken und nicht seine Schwächen in den Mittelpunkt des Handelns für ein menschenwürdiges Leben zu stellt.“ mok

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Neuer Newsletter zu Arbeit und Behinderung
Das Integrationsamt des KVJS bietet seit Oktober 2010 einen kostenlosen Newsletter mit aktuellen Informationen für Arbeitgeber, das Betriebliche Integrationsteam sowie schwerbehinderte Beschäftigte an. Der Newsletter soll dreimal im Jahr erscheinen. Interessierte können ihn jetzt abonnieren unter: www.kvjs.de/info-behinderung-arbeit.html mok

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Letzter Schliff in perfektem Service
Wie begeistere ich meinen Gast? Für die Tagungshäuser des KVJS in Gültstein und Flehingen ist diese Frage elementar. Antworten und Lösungen haben sich 13 Mitarbeiterinnen aus dem Servicebereich mit dem Deutschen Hotel- und Gaststättenverband erarbeitet. Das InhouseSeminar fand Ende Juli im KVJS-Bildungszentrum Schloss Flehingen statt.
Eigentlich hätten sich die Verantwortlichen entspannt zurücklehnen können. Denn die Ergebnisse von regelmäßigen Gästebefragungen in den KVJS-Tagungshäusern können sich sehen lassen: zum überwiegenden Teil werden die Leistungen mit gut oder sehr gut bewertet. Doch der Leiter des Referates „KVJS-Einrichtungen, Zentrale Fortbildung“ Hans Steinmaier sowie die Chefs der beiden Tagungshäuser gaben sich noch nicht zufrieden. „Wir möchten möglichst alle Gäste von der guten Arbeit in Gültstein und Flehingen überzeugen“, sagt Hans Steinmaier. Um dies zu erreichen, boten sie 13 Mitarbeiterinnen im Servicebereich eine gemeinsame Schulung in Flehingen. Denn, auch das haben die Befragungen ergeben, das Essen kann noch so lecker sein, ohne den perfekten Service schmeckt es nur halb so gut. So vermittelte eine Referentin des Deutschen Hotel- und Gaststättenverbandes Serviertechniken und Wissen, um dem Ziel, aus den KVJS-Tagungseinrichtungen Service-Oasen zu schaffen, ein Stück näher zu kommen. Die Themenpalette war breit: sie reichte vom Tellertragen über das Tisch Eindecken, vom Servieren bis zum Beschwerdemanagement oder dem Klären der Fragen „Wie kann ich den Gast optimal betreuen?“, „Warum gibt es ‚schwierige Gäste“ und „Wie gehe ich mit ihnen um?“. Gefragte Tagungshäuser Rund 15.000 Gäste besuchen jährlich als Tages- oder Übernachtungsgast Fortbildungsveranstaltungen, Tagungen, Freizeiten oder schulische Ausbildungen in den beiden verbandseigenen Tagungshäusern in Gültstein und Flehingen. Damit diese ihren Aufenthalt als gelungen ansehen, müssen die Rahmenbedingungen stimmen. Ob Tagungsraum oder Zimmer, ob Organisation, Küche oder Service, alles muss passen und möglichst reibungslos funktionieren, damit die Gäste auch in Zukunft wieder gerne die verbandseigenen Häuser buchen. syr

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Publikationen – beim KVJS erschienen
Schwerbehinderung und Arbeit
Zeitschrift behinderte Menschen im Beruf, Ausgabe Baden-Württemberg, 3/2010 Das Heft bietet Einblicke in die Arbeit des Integrationsamtes. Leistungsbilanz 2009/2010. Zahlen, August 2010 Daten und Fakten zur Arbeit des KVJSIntegrationsamts. Ratgeber Integrationsfachdienste, 4. durchgesehene Auflage, August 2010 Integrationsfachdienste – kurz IFD – beraten und unterstützen sowohl Arbeit suchende als auch beschäftigte behinderte und schwerbehinderte Menschen und deren Arbeitgeber. Die Broschüre berichtet, wie. Kostenlos zu beziehen beim KVJS Gisela Lüttges Telefon 0721 8107-983 Gisela.Luettges@kvjs.de im Internet als pdf-Datei unter www.kvjs.de/publikationen/behinderung-und-arbeit.html Kostenlos zu beziehen beim KVJS Manuela Weissenberger Telefon 0711 6375-307 Manuela.Weissenberger@kvjs.de im Internet als pdf-Datei unter www.kvjs.de/publikationen/behinderung-und-pflege.html

Betreuungsrecht
KVJS BtR-Info Betreuungsrecht Heft 3, 2010. Neues aus Praxis und Rechtsprechung, Literaturtipps, Veranstaltungen, Seminare. Kostenlos zu beziehen beim KVJS Carola Dannecker Telefon 0711 6375-325 Carola.Dannecker@kvjs.de Im Internet als pdf-Datei unter www.kvjs.de/publikationen/btr-info.html

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Jugendhilfe
KVJS Jugendhilfe-Service, Der Bau von Tageseinrichtungen für Kinder, 2. Aktualisierung, Feb. 2010. Tipps zur Lage, Größe, Bauweise und zum Baukonzept. Kostenlos zu beziehen beim KVJS Diane Geiger Telefon 0711 6375-406 Diane.Geiger@kvjs.de im Internet als pdf-Datei unter www. kvjs.de/publikationen/jugendhilfe.html

Behinderung und Pflege
Reihe KVJS-spezial, Heft 8: Neue Bausteine in der Eingliederungshilfe, Nov. 2010. Der KVJS fördert von 2008 bis 2012 innovative Projekte zur Weiterentwicklung der Behindertenhilfe. Die Broschüre berichtet über die ermutigenden Zwischenergebnisse.
                            
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