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Full text: Konjunkturbericht / Industrie- und Handelskammer Berlin (IHK) Issue : Ergebnisse der Konjunkturumfrage Frühsommer 2011

Konjunkturbericht
Ergebnisse der Konjunkturumfrage Frühsommer 2011

Inhalt

Geschäftsklima4 Geschäftslage und Geschäftserwartungen 5

Beschäftigungspläne7 Investitionspläne8 Exporterwartungen9 Ergebnisse nach Branchen 10

Impressum11



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GESCHÄFTSKLIMA

Berliner Wirtschaft im Frühsommer 2011 im Stimmungshoch
160
146 144

140
131

120

100
85 87

80

60

2002

2003 Gesamt

2004

2005

2006

2007

2008

2009

2010

2011

Der Geschäftsklimaindikator ist das geometrische Mittel der Salden aus Geschäftslage und Geschäftserwartungen.*

Die Berliner Wirtschaft bleibt auf Wachstumskurs. Der Geschäftsklimaindikator – der sich aus Einschätzungen der Berliner Unternehmen zu Lage und Erwartungen bildet – setzt im Frühsommer 2011 seinen Höhenflug mit steigendem Tempo fort: Aktuell erreicht er 144 Punkte, 13 Zähler mehr als vor vier Monaten. Damit verbessert sich die Stimmung der Berliner Unternehmen zum sechsten Mal in Folge und nähert sich dem Höchststand von 146 Zählern aus dem Jahr 2007. Die rasante Klimaverbesserung im Frühsommer 2011 verdankt die Berliner Wirtschaft vor allem dem Dienstleistungsgewerbe. Während sich die Stimmung in Industrie und Handel gegenüber der Vorumfrage kaum verändert und im Gastgewerbe sogar eintrübt, wächst sie unter den Dienstleistungsunternehmen geradezu enthusiastisch. Das die Berliner Unternehmenslandschaft prägende Dienstleistungsgewerbe erweist sich erneut als Schrittmacher der hauptstädtischen Wirtschaft. In der Krise den Konjunktureinbruch abfedernd – der Geschäftsklimaindikator der Branche lag immer über denen der übrigen Wirtschaftszweige – setzt es sich nun wieder an die Spitze der konjunkturellen Entwicklung. Aktuell beträgt der Klimaindikator der Branche 151 Punkte, 20 Punkte mehr als vor vier Monaten und nur einen Punkt weniger

als beim Höchststand zu Jahresbeginn 2007. In der Berliner Industrie verändert sich die Stimmung im Vergleich zum Jahreswechsel nicht; der Indikatorwert beträgt wie zuletzt 134 Punkte. Dahinter stehen eine weiter anziehende Geschäftslage und immer noch gute, aber leicht zurückgegangene Erwartungen. Letztere deuten darauf hin, dass die Berliner Industrieunternehmen ein langsames Abflauen der Wachstumsgeschwindigkeit auf hohem Niveau erwarten. Der hauptstädtische Handel verbessert das gute Geschäftsklima des Jahresbeginns 2011 um einen Punkt auf aktuell 131 Zähler, was vor allem der guten Lage in Einzel- und Großhandel geschuldet ist. Bei den Erwartungen jedoch gibt sich der Einzelhandel deutlich pessimistischer als noch zur Vorumfrage. Die Unternehmen befürchten, dass nicht zuletzt die steigenden Energiekosten die Konsumenten verunsichern und erwarten künftig stärkere Kaufzurückhaltung. Leicht zurückgegangen ist das Geschäftsklima des Gastgewerbes, der Index fällt von 133 auf 123 Zähler. Diese Bewegung wird durch eine deutlich negative Entwicklung der – immer noch guten – Geschäftslage bestimmt. Die Erwartungen sind jedoch wieder optimistischer als noch zu Jahresbeginn.

4 |  * Er errechnet sich als Quadratwurzel aus dem Produkt beider Salden. Wenn beide Salden gleich null sind, nimmt der Indikator den neutralen Wert
100 an. Das geometrische Mittel gilt als „konservativer“ Durchschnitt, weil stets der niedrigere Saldo stärker gewichtet wird.

GESCHÄFTSLAGE UND GESCHÄFTSERWARTUNGEN

Geschäftslage auf Rekordniveau, Erwartungen steigen wieder deutlich
60 50 40 30 20 10 0 -10 -20 -30 -40 2002 2003 2004 2005 2006 2007 2008
-28 0 20 50 42 43 36 52

2009

2010

2011

Saldo aus positiven und negativen Einschätzungen der aktuellen Geschäftslage (blau) und Geschäftserwartungen (rot) in Prozentpunkten.

Die Geschäftslage der Berliner Wirtschaft verbessert sich seit dem Frühsommer 2009 kontinuierlich. Der Saldo aus positiven und negativen Einschätzungen gewann bei jeder Umfrage deutlich hinzu und erreicht im Frühsommer 2011 mit 52 Zählern einen neuen Rekordstand, zehn Punkte mehr als zum Jahresbeginn. Nie zuvor in der Zeitreihe war der Unterschied zwischen dem Anteil positiver Einschätzungen (aktuell 57 Prozent) und negativer Einschätzungen (aktuell fünf Prozent) so groß. Auf ähnlichem Niveau war die Geschäftslage zuletzt zu Jahresbeginn 2007, damals betrug der Saldo 50 Punkte. Diesem Höchststand war allerdings ein langer Erholungs- und Wachstumsprozess seit dem Sommer 2003 vorausgegangen. Vom Tiefpunkt zu Beginn 2009 bis zum aktuellen Höchststand hat die Berliner Wirtschaft nur zwei Jahre benötigt. Dies zeigt, dass die Struktur der Berliner Wirtschaft inzwischen in der Lage ist, Krisen abzufedern und im Aufschwung schnell zu wachsen. Das Niveau der aktuellen Erwartungen liegt zwar nach wie vor unter dem der Geschäftslage, der Saldo legt aber gegenüber der Vorumfrage stärker zu als der Lagesaldo. Um 16 Punkte steigt er gegenüber dem Jahresbeginn auf aktuell 36 Zähler. Nachdem die Erwartungen zwischen dem Frühsommer 2010 und dem Jahresbeginn 2011 nur wenig zugelegt hatten, lässt der starke


Anstieg zur aktuellen Umfrage auf eine zukünftig weiter hohe oder noch steigende Dynamik der Berliner Konjunktur schließen. Die Branchenbetrachtung macht aber auch deutlich, dass sich Lage und Erwartungen nicht einheitlich entwickeln. Wie schon das Geschäftsklima zeigt, ist das Dienstleistungsgewerbe im Frühsommer 2011 die treibende Kraft hinter der Verbesserung der gesamtwirtschaftlichen Lage und Erwartungen. In dem für Berlin so wichtigen Wirtschaftszweig verbessert sich der Lagesaldo stärker als in allen anderen Branchen – er steigt um 15 Punkte gegenüber der Vorumfrage auf aktuell 58 Punkte. In keinem anderen Wirtschaftszweig der Hauptstadt wird die Lage so positiv eingeschätzt. 61 Prozent beträgt der Anteil guter Einschätzungen, nur drei Prozent berichten von einer schlechten Geschäftslage, vor Jahresfrist waren es noch 14 Prozent. Dahinter stehen die sich gut entwickelnden Umsätze und Erträge: 58 Prozent beträgt der Anteil jener, deren Umsätze gestiegen sind, 14 Prozent berichten von zurückgegangenen Umsätzen. Die Erträge verbessern sich in 46 Prozent der Unternehmen, bei 13 Prozent verringern sie sich. Vor allem die Berliner Finanz- und Versicherungsdienstleister beurteilen ihre Lage als sehr gut. Überraschend ist, dass trotz der bereits sehr guten Lage die Erwartungen der Dienstleistungsunternehmen weiter
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GESCHÄFTSLAGE UND GESCHÄFTSERWARTUNGEN

wachsen – stärker sogar als zur Vorumfrage – während sie sich in anderen Branchen stabilisieren oder leicht zurückgehen. Der Saldo aus positiven und negativen Erwartungen im Dienstleistungsgewerbe steigt um 25 Zähler auf 45 Punkte. Aktuell beträgt der Anteil der Pessimisten in der Branche nur drei Prozent, zu Jahresbeginn waren es noch 15 Prozent der Befragten. Optimistisch eingestellt sind hingegen 48 Prozent gegenüber 35 Prozent zur Vorumfrage. Die guten Aussichten spiegeln sich in den Umsatzerwartungen deutlich wieder. 52 Prozent der Berliner Dienstleistungsunternehmen rechnen damit, dass sich diese in den kommenden zwölf Monaten weiter erhöhen. Eine mögliche Erklärung für diesen, zu anderen Branchen divergierenden Trend, ist die Rolle des Dienstleistungsgewerbes als Konjunkturnachläufer, der von der bereits guten Lage anderer Branchen profitiert. Anscheinend bedurfte es erst wieder einer besseren Stimmung in anderen Branchen, um die Erwartungen der Dienstleister deutlich zu erhöhen. Die Geschäftslage der Berliner Industrie verbessert sich im Frühsommer 2011 weiter, allerdings nicht mehr so stark wie zu Jahresbeginn. Der Saldo aus positiven und negativen Lageeinschätzungen steigt gegenüber der Vorumfrage um sieben Punkte auf 48 Zähler. Vom Herbst 2010 zu Jahresbeginn 2011 hatte der Saldo noch um 21 Punkte zugelegt; über das ganze Jahr 2010 war der Lagesaldo um 40 Punkte gewachsen. Die Lage der Industrie ist demnach ähnlich gut wie zu Zeiten der Hochkonjunktur 2007, sie verbessert sich aber nicht mehr so schnell wie während der wirtschaftlichen Erholung im Jahr 2010. Ein ähnliches Bild zeichnet die Ertragsentwicklung: So verbessern sich die Erträge aktuell bei 33 Prozent der Unternehmen gegenüber dem Vorjahr, zu Jahresbeginn war dies bei 50 Prozent der Fall. Dennoch ist die Industrie weiter im Aufwind, die Auftragseingänge verbessern sich in 54 Prozent der Unternehmen, was auf gute Geschäfte auch in den kommenden Monaten hindeutet. Vor diesem Hintergrund sind die aktuellen Erwartungen zu deuten, die sich bei hohem Niveau ein wenig verringern – der Saldo geht von 27 auf 22 Punkte zurück. Der Anteil positiver Aussichten beträgt zur Zeit 31 Prozent, 59 Prozent der Unternehmen rechnen mit einer gleichbleibenden Geschäftslage. Der Anteil konstanter Erwartungen ist gegenüber dem Jahresbeginn um elf Punkte gestiegen und lässt darauf schließen, dass die Unternehmen weiterhin mit guten Geschäften rechnen. Mögliche Gründe für diesen etwas zurückhaltenderen Ausblick trotz guter Auftragslage: Impulse der Nachholeffekte nach der Krise sind abgeflaut, hinzu kommen steigende Erzeugerpreise in Folge wachsender Kosten für Energie und Rohstoffe.

Im Handel verändert sich die Geschäftslage gegenüber der vorangegangenen Umfrage nicht: Der Saldo beträgt aktuell 41 Punkte, einen Punkt weniger als vor vier Monaten, aber deutlich über dem langfristigen Durchschnitt, der knapp unter null Punkten liegt. Diese Stabilisierung ist nicht zuletzt der Umsatzentwicklung geschuldet, die aktuell weniger dynamisch ist als noch zu Jahresbeginn. Damals berichteten 68 Prozent der Händler von im vergangenen Halbjahr gestiegenen Umsätzen, aktuell ist dies nur bei 35 Prozent der Befragten der Fall. Die Erwartungen des Handels verändern sich gegenüber der Vorumfrage ebenfalls nur geringfügig, der Saldo beträgt aktuell 21 Punkte. Während die Berliner Großhändler mit einigem Optimismus auf die kommenden Monate blicken, zeigt sich im Einzelhandel stärkere Zurückhaltung. Hier dürften Befürchtungen eine Rolle spielen, dass die anziehenden Verbraucherpreise das Geschäft zukünftig belasten könnten. Gegen den Trend verschlechtert sich die Einschätzung der Geschäftslage im Gastgewerbe, der Saldo bricht von 51 Zählern zu Jahresbeginn auf aktuell 15 Punkte ein. Damit bleibt der Wert zwar noch über dem langfristigen Mittel (13 Punkte), liegt jedoch deutlich unter dem Niveau der zurückliegenden zwölf Monate. Eine der Ursachen für diese Entwicklung dürfte der Rückgang der durchschnittlichen Zimmerauslastung im Frühsommer 2011 sein. Die Erwartungen hingegen sind deutlich optimistischer, der Saldo aus günstigen und ungünstigen Aussichten beträgt 31 Punkte; vor vier Monaten waren es nur 18 Zähler. In Anbetracht dieses Optimismus’ und der guten gesamtwirtschaftlichen Stimmung ist davon auszugehen, dass sich die Lage des Gastgewerbes im Sommer wieder deutlich verbessert.

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BESCHÄFTIGUNGSPLÄNE

Personalpläne der Berliner Wirtschaft besser als je zuvor
40 30 20 10 0 -10 -20 -30
-32 -19 11 27 31

-40

2002

2003 Gesamt

2004

2005

2006

2007

2008

2009

2010

2011

Saldo aus zunehmenden und abnehmenden Beschäftigungsplänen in Prozentpunkten.

Die konjunkturelle Belebung setzt sich zunehmend auch auf dem Berliner Arbeitsmarkt durch. Mit steigenden Erwartungen sowie guter Auftrags- und Umsatzentwicklung, erreichen die Beschäftigungspläne der Berliner Wirtschaft einen neuen Höchststand. Nie zuvor war der Saldo aus Beschäftigungsaufund -abbau besser als im Frühsommer 2011. Der Anteil neue Stellen planender Unternehmen beträgt 38 Prozent, Personal abzubauen beabsichtigen lediglich sieben Prozent. Der Saldo von 31 Punkten liegt 20 Zähler über dem Wert zu Jahresbeginn; einen ähnlich starken Anstieg, jedoch auf weit niedrigerem Niveau, gab es zuvor nur im Frühsommer 2002. Zwischen den Branchen gibt es, wie schon bei den Erwartungen, unterschiedliche Entwicklungen. Das Dienstleistungsgewerbe, dessen Personalpläne sich zu Jahresbeginn noch sehr zögerlich entwickelten, erweist sich im Frühsommer als Jobmotor der Berliner Wirtschaft. Der Saldo der Beschäftigungspläne steigt von sieben auf 38 Punkte, eine Verbesserung und ein Niveau, das aktuell keine andere Branche erreicht. Der Anteil Einstellungen planender Dienstleistungsunternehmen erhöht sich gegenüber dem Jahresbeginn von 20 auf 44 Prozent. Nur sechs Prozent beabsichtigen, im Frühsommer 2011 Beschäftigung abzubauen, vor vier Monaten waren es


doppelt so viele. Das hohe Niveau der Geschäftslage in den anderen Branchen und ihr Optimismus, lassen die Unternehmen des Dienstleistungssektors gute Geschäfte erwarten, zu deren Abwicklung man weiteres Personal benötigen wird. Die Industrie hatte bereits vor vier Monaten die Personalpläne deutlich verbessert. Der aktuelle Saldo von 22 Punkten bestätigt die weiterhin expansiven Beschäftigungsabsichten. Der Rückgang um fünf Zähler gegenüber dem Jahresbeginn spricht aber dafür, dass sich das Tempo des Personalaufbaus nicht weiter erhöht. Ganz ähnlich entwickeln sich die Pläne des Gastgewerbes, die bereits im Herbst 2010 einen Höchststand erreichten, und seitdem auf hohem Niveau geblieben sind: 26 Prozent beträgt der Anteil der Einstellungen planenden Unternehmen in der Branche, fünf Prozent beabsichtigen Beschäftigung abzubauen. Beschäftigungsaufbau plant auch der Handel, der Saldo der Branche beträgt neun Punkte, 17 Punkte über dem langfristigen Durchschnitt des Wirtschaftszweigs. Jedoch gewinnt aktuell die Konsolidierung des Personalbestandes an Gewicht: 68 Prozent der Unternehmen beabsichtigen vorerst keine Veränderungen, zu Jahresbeginn waren es nur 44 Prozent.

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INVESTITIONSPLÄNE

Investitionspläne verbessern sich weiter – Industrie besonders investitionsfreudig
30
23

20 10
8

17

0 -10 -20 -30 -40
-28

2002

2003 Gesamt

2004

2005

2006

2007

2008

2009

2010

2011

Saldo aus zunehmenden und abnehmenden Investitionsplänen in Prozentpunkten.

Nachdem sich die Investitionspläne zum Jahresbeginn im Vergleich zur Vorumfrage kaum veränderten, steigt der Saldo der Investitionspläne im Frühsommer 2011 von acht auf 17 Punkte. Der Anteil der Unternehmen, die ihr Investitionsniveau erhöhen wollen beträgt 27 Prozent, 55 Prozent planen das Niveau nicht zu verändern, 10 Prozent beabsichtigen weniger zu investieren. Zwischen den Branchen gibt es in Niveau und Richtung der Entwicklung teils deutliche Unterschiede. Der aktuelle Anstieg ist vor allem auf die Investitionspläne der Industrie und der Dienstleistungsunternehmen zurückzuführen. Die gute Stimmung der Dienstleistungsbranche schlägt sich auch in den Investitionsplänen nieder. Vor allem der weiter abnehmende Anteil der weniger Investitionen planenden Unternehmen von 15 auf aktuell sieben Prozent, trägt zum steigenden Investitionssaldo (von 12 auf 19 Punkte) bei. Noch deutlicher ist die steigende Investitionsneigung in der Industrie. Zu Jahresbeginn war deren Investitionssaldo leicht zurückgegangen, nun zieht er wieder kräftig an. 39 Prozent planen höhere Investitionsausgaben, nur acht Prozent beabsichtigen, weniger zu investieren; dieser Anteil betrug zu Jahresbeginn noch 25 Prozent. Der resultierende Saldo verbessert sich um 25 auf 31 Punkte im Frühsommer 2011. Gute Finanzierungsbedingungen,
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die weiterhin günstigen Auftragseingänge und bereits hoch ausgelastete Produktionskapazitäten erklären diese Entwicklung. Der leichte Rückgang der Erwartungen und der Personalpläne in der Industrie stehen dazu nicht im Widerspruch: Sie bleiben jeweils auf hohem Niveau. Das Vertrauen der Industrie in anhaltendes Wachstum spiegelt sich auch in den Investitionsmotiven der Branche wider. Erstmals seit dem Jahresbeginn 2008 ist das am häufigsten genannte Investitionsmotiv wieder die Kapazitätserweiterung. Die Bedeutung von Investitionen zur Rationalisierung nimmt hingegen ab, sie spielten vor allem in der Krise eine übergeordnete Rolle. Ebenfalls nimmt der Anteil der Investitionen zu, die aus Gründen des Umweltschutzes geplant werden. Nahezu unverändert gegenüber dem Jahresbeginn sind die Investitionspläne des Handels: Der Saldo aus zu- und abnehmend geplanten Investitionsausgaben steigt von fünf auf aktuell sieben Punkte. Die Investitionspläne im Gastgewerbe gehen zurück – der Saldo verringert sich um sechs Zähler auf elf Punkte. Auffällig ist der deutliche Rückgang des Anteils der Investitionspläne zur Kapazitätsausweitung.

EXPORTERWARTUNGEN

Exporterwartungen weniger enthusiastisch, aber weiter auf hohem Niveau
60 50 40 30 20 10 0 -10 -20
-22 32 51 48

19

-30

2002

2003

2004

2005

2006

2007

2008

2009

2010

2011

Saldo aus zunehmenden und abnehmenden Exporterwartungen in Prozentpunkten.

Gesamt

Die Berliner Industrie verringert ihre Exporterwartungen gegenüber dem Jahresbeginn. Statt 35 Prozent erwarten nur noch 23 Prozent der Unternehmen in den kommenden Monaten mehr zu exportieren. Mit gleichbleibenden Exporten rechnen 42 Prozent, vier Prozent der Befragten gehen davon aus, dass ihre Exporte zurückgehen werden. Der deutlichen Verringerung des Saldos von 31 auf 19 Zähler stehen allerdings weiterhin gute Auftragseingänge aus dem Ausland gegenüber. Die Meldungen des Amtes für Statistik Berlin-Brandenburg zeigen für JanuarFebruar 2011 einen deutlichen Anstieg der ausländischen Aufträge gegenüber dem Vorjahr. Vor diesem Hintergrund darf man erwarten, dass sich die Exporte in den kommenden Monaten weiterhin positiv entwickeln. Eher scheinen die sinkenden Exporterwartungen ein Zeichen dafür zu sein, dass die Berliner Industrie für die kommenden Monate nicht mehr mit einem
2009
Jahresbeginn zunehmend gleichbleibend abnehmend kein Export 11 35 32 23 Frühsommer 11 36 33 19 Herbst 21 45 9 24

Exportschub – der im Grunde ein Erholungsprozess war – wie im Jahr 2010 rechnet. Zudem antizipieren die Unternehmen die wachsenden Risiken für den Export. Die weiterhin schwelende Schuldenproblematik einiger Mitglieder der Eurozone birgt Gefahren für die Konjunktur des Euroraumes. Hinzu kommen Entwicklungen auf wichtigen außereuropäischen Exportmärkten. 2010 waren die USA der größte Einzelmarkt für Ausfuhren aus Berlin. Die Erholung der dortigen Wirtschaft schreitet zwar voran, aber wichtige Indikatoren entwickeln sich verhalten. Ein bis auf Weiteres schwacher Dollar belastet Exporte in die USA. Auch in Asien gibt es Risiken, so werden in China starke Preissteigerungen verzeichnet, in Japan ist die Wirtschaftsstimmung durch Erdbeben und Atomunfall getrübt. Beide Länder sind die wichtigsten Exportmärkte Berliner Unternehmen in der Region.
2010
Jahresbeginn 21 45 12 23 Frühsommer 23 42 11 23 Herbst 26 38 7 29 35 40 4 21

2011
Jahresbeginn Frühsommer 23 42 4 30



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Ergebnisse nach Branchen

Gesamtwirtschaft 2009
Geschäftslage gut befriedigend schlecht Geschäftserwartungen besser gleichbleibend schlechter Investitionspläne höher gleichbleibend niedriger keine Investitionen Beschäftigungspläne zunehmend gleichbleibend abnehmend 18 56 26 21 63 16 38 55 7 22 55 23 18 37 32 13 22 50 21 8 27 55 10 8 21 41 28 10 18 42 40 32 51 17 42 52 6 20 41 39 23 54 23 32 55 13 57 38 5 25 55 20

Dienstleistungen 2011 2009 2010
30 56 14 35 47 18 22 50 21 7 23 60 17

Handel 2011
61 36 3 48 49 3 25 61 7 7 44 51 6

2010

2009
20 62 18 16 43 41 15 24 36 25 7 64 29

2010
36 50 14 23 66 11 12 64 14 9 13 79 8

2011
50 42 8 34 53 13 26 39 20 15 21 68 11

Industrie 2009
Geschäftslage gut befriedigend schlecht Geschäftserwartungen besser gleichbleibend schlechter Investitionspläne höher gleichbleibend niedriger keine Investitionen Beschäftigungspläne zunehmend gleichbleibend abnehmend 10 53 37 12 68 20 35 52 13 16 61 24 14 32 40 14 26 40 28 6 39 48 8 4 13 37 39 10 11 53 36 23 58 20 31 59 9 29 36 35 16 43 40 33 56 11 57 33 9 26 66 9

Baugewerbe 2011 2009 2010
40 55 6 46 42 12 16 47 29 8 23 63 14

Gastgewerbe 2011
33 67 0 11 64 25 20 40 39 2 27 73 0

2010

2009
15 33 51 3 24 73 11 16 45 28 1 49 50

2010
41 45 14 29 60 11 43 32 10 15 22 61 16

2011
37 41 22 38 55 7 25 52 14 9 26 69 5

Alle Angaben in Prozent, Werte jeweils zum Frühsommer. Abweichungen der Anteilssummen von 100 sind Rundungen der Prozentangaben geschuldet.

10 | 

Impressum

IHK Berlin Wirtschaftspolitik Fasanenstraße 85 10623 Berlin Telefon:	+49 30 31510–0 Telefax:	+49 30 31510-166 E-Mail: 	service@berlin.ihk.de www.ihk-berlin.de Titelbild: © mark wragg | istockphoto.com Umfragezeitraum: 12. - 28. April 2011 Druck: KönigsDruck GmbH Alt-Reinickendorf 28 13407 Berlin
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Konjunkturbericht

Liquat. Seque il mollore corentionse omnim eaque sinulle sequaspeliti ilignati officidio v

Nam sequam quis verem am doluptam eatatia temolor rovitempor ad ut explit,

Equunt plitem eatatem qui nonempelia porehendis si aceste ommos maiosam venihiliqui odio doluptis nonesti orpore dist et que il ium et explibus as doluptat es dionsed est volorum, ipsunt quam, aliqui officta con re optas arumqui quid qui conet et, simaxim possit duntiur, enitaspelit estrupis aut auditec taturem olorehendi officias ilit ommodit vendelestrum qui omnim apidis molore vit ea voluptatem. Nam harumquo volut aliquiatiis am explique lit molor adit, sam imos ut litasime dellenia id ullorioriti rerum cus et quos doluptatios del ium aute ma con pedi res quam quas sit repudi doloreh endeseres modi accumquia in re, unt ipsus molupta tquam, as doluptam quis vollis magnatem aliciam, expe volorro voluptaqui volut volenda volore doluptat am hicidelent ab inimostrum que premporibus aspelen delentum sitae maximaiorem sunt fuga. Atquame dolor am volupta ipicide lliquia num qui sequi que cum cus vellatis es explautempel magnitin et videlent utendesecea de cuptatus exerumet aut plignam que ne volor asperis antibus andiature nonsendem que veni coreria iducidest lique voluptatur sendaero doluptatium volorumet od millique vellore strumet voluptus ut lant laut excea cusantiam, con corestis solut laut hil ium sequae cumquam eniatus aut qui cus re laborat quiaectas
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evendae velectur as eos sinihiciis accae. Fic totam non ne vent parcimo luptaturio es modit, secaerum qui dolestint ut fuga. As as aut ut exeritas doluptatem que nati cone pratus ullit, num cum quidelita volores ea quia volut lat. Igentinciis aliqui cus min et as magnis eatint aut dollab in nonsequi del et volenistium as essit, et verios dolore pa derum quodigenes et et latqui consequam ea necaereprae volorep eritati busant ut qui volorat emporem porenduntion cuptatenis sunditas quunt as debit dollacc ullorescilla intibusdam doluptiument eaturibust, sed qui cor aborem quis nat millaut molupit exerion nossum nis id experis eos repro venimin ctiasitatem. Ugiatur modipsundis et mi, ipis eatum volorer fernatia quis provit doluptatem as quidit odistia inisquo esti volume nobis solorib uscima est, et pliquam doloriae ex eumquam usapict iandite mporeribusam evendanto quuntem volum sit volori ommolor untur, velia voluptae esciam etur rehent pratemquodi dolupti officiet essinte pelitem oluptae omnisciunt ulparumqui doluptur? As abora volo experum ra ium sitias magnis moluptate si net invellupta prae simus ea vernam volo illab idigeni culparcidem ra parum autempore ea nus. Excea eum aut odipiet imoluptasita sin nos invero que qui
        
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