Publication:
2014
URN:
https://nbn-resolving.de/urn:nbn:de:kobv:109-1-7729898
Path:
Drogen und Sucht in Berlin Situationsbericht 2014

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Herausgeber: Fachaufsicht:

Senatsverwaltung für Gesundheit und Soziales Drogenbeauftragte des Landes Berlin

Auskünfte und Bestellungen:

B. Martonné-Kunarski / I B 32 Telefon: (030) 9028-2103 E-Mail: Beate.Martonne-Kunarski@sengs.berlin.de

Redaktionsschluss: Homepage:

Dezember 2014

www:berlin.de/lb/drogen-sucht/bilanz

Nachdruck - auch auszugsweise - nur mit Quellenangabe gestattet.

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Vorwort
Liebe Leserinnen und Leser, die Abhängigkeit von psychoaktiven Substanzen wie z. B. Alkohol, Tabak und Cannabis ist eines der großen Gesundheitsprobleme unserer Zeit. Die Auswirkungen einer Suchterkrankung sind gravierend, nicht nur für die Betroffenen, deren Familien und Freunde, sondern für die gesamte Gesellschaft. Suchterkrankungen gehen einher mit Risiken für die körperliche und psychische Gesundheit. Sie führen unbehandelt zu einer erheblichen Verschlechterung der Lebensqualität und zu einer geringeren Lebenserwartung. Leistungseinschränkungen in Schule, Ausbildung und Beruf, Partnerschaftskonflikte bis hin zur Trennung, Arbeitslosigkeit und zunehmende Verschuldung können mögliche Folgen einer Suchterkrankung sein. Suchterkrankungen verursachen damit auch hohe volkswirtschaftliche Kosten. Der vorliegende Bericht über die Berliner Drogen- und Suchtsituation 2014 enthält Daten und Fakten zu den Themenbereichen Tabak, Alkohol, illegale Drogen, Medikamentenmissbrauch sowie Glückspiel- bzw. Internetsucht. Er informiert über die aktuelle Suchtproblematik, über Entwicklungsverläufe und Trends. Außerdem dokumentiert der Bericht die Schwerpunkte und Auffälligkeiten im Konsumverhalten, beim Hilfebedarf und bei den Drogentodesfällen. Nicht zuletzt stellt der Bericht die erfolgreiche Arbeit des Berliner Suchthilfesystems vor. Berlin verfügt über ein gut ausgebautes und eng vernetztes Suchthilfesystem mit engagierten und hochprofessionellen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern, die verlässlich und sachgerecht sowie flexibel auf veränderte Hilfebedarfe, z. B. aufgrund neuer Drogen, veränderter Konsummuster und gesellschaftlicher Rahmenbedingungen, reagieren. Ihnen gilt an dieser Stelle mein besonderer Dank. Mario Czaja Senator für Gesundheit und Soziales

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Inhaltsverzeichnis
Vorwort Abbildungs- und Tabellenverzeichnis 1. Ziele der Berliner Drogen- und Suchtpolitik 2. Grundlegende Berliner Daten 3. Drogen- und Suchtproblematik in Berlin 3.1 Tabak 3.2 Alkohol 3.3 Illegale Drogen 3.4 Medikamente 3.5 Glücksspielsucht und Internet-/Mediensucht 4. Präventions-/Frühinterventionsmaßnahmen 4.1. Suchtprävention 4.2. Frühintervention 4.3. Kinderschutz 4.4. Hilfeangebote für Minderjährige und junge Erwachsene 5. Lebenssituation Suchtkranker 5.1. Suchtproblematik 5.2. Alter 5.3. Familiensituation 5.4. Migrationshintergrund 5.5. Wohnsituation 5.6. Schulabschluss 5.7. Berufstätigkeit 5.8. Infektionserkrankungen 2 6 7 8 9 10 12 14 17 18 20 20 21 21 22 23 23 24 24 24 24 24 25 25

5 5.9. Klientengruppen 6. System der Berliner Drogen- und Suchthilfe 6.1. Geschlechtsspezifische Angebote 6.2. Angebote für drogenabhängige Minderjährige 6.3. Überlebenshilfen 6.4. Drogenkonsumräume 6.5. Substitution 6.6. Diamorphinvergabe 6.7. Ambulante Suchthilfedienste 6.8. Therapieangebote 6.9. Tagesstätten und tagesstrukturierende Maßnahmen 6.10. Wohnprojekte 6.11. Qualifizierung und Beschäftigung 6.12. Drogenabhängige im Maßregelvollzug 6.13. Therapie statt Strafe 6.14. Hilfeangebote für Spielsüchtige 6.15. Selbsthilfe 7. Rauschgiftkriminalität 7.1 Erstauffällige Konsumenten harter Drogen (EKhD) 7.2 Drogentodesfälle Fußnoten Quellenverzeichnis 25 28 28 29 29 30 30 31 32 32 33 33 34 34 35 35 35 37 37 39 43 44

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Abbildungs- und Tabellenverzeichnis
Abbildung 1 Altersgruppen der Berliner Bevölkerung 2012 (Prozentwerte) Abbildung 2 Konsumentengruppen im Vergleich Abbildung 3 Tabakkonsum / 30-Tage-Prävalenz (Prozentwerte) Abbildung 4 Prävalenzraten zum Bekanntheitsgrad und E-Zigarettenkonsum (Prozentwerte) Abbildung 5 Alkoholkonsum / 30-Tage-Prävalenz (Prozentwerte) Abbildung 6 Alkoholintoxikationen bei Berliner Kindern und Jugendlichen (absolute Fallzahlen) Abbildung 7 Illegale Drogen / 12-Monats-Prävalenz nach Altersgruppen (Prozentwerte) Abbildung 8 Konsum illegaler Drogen / Lebenszeitprävalenz verschiedener Altersgruppen im Jahresvergleich (absolute Fallzahlen) Abbildung 9 Konsum illegaler Drogen / 12-Monats-Prävalenz verschiedener Altersgruppen im Jahresvergleich (absolute Fallzahlen) Abbildung 10 Cannabiskonsum / 30-Tage-Prävalenz (Prozentwerte) Abbildung 11 Psychopharmaka / 12-Monats-Prävalenz (Prozentwerte) Abbildung 12 Psychopharmaka / 12-Monats-Prävalenz der Frauen nach Altersgruppen (Prozentwerte) Abbildung 13 Psychopharmaka / 12-Monats-Prävalenz der Männer nach Altersgruppen (Prozentwerte) 18 18 16 17 17 16 8 9 11 12 13 14 15

Abbildung 14 Hauptsuchtdiagnosen ambulant und stationär geschlechtsspezifisch (Prozentwerte) 23 Abbildung 15 Klientengruppen und Besonderheiten je Hauptdiagnose in 2102 (Prozentwerte) Abbildung 16 Altersverteilung Substituierter in Berlin (absolute Fallzahlen) Abbildung 17 Substituierte in den Bezirken (absolute Fallzahlen) Abbildung 18 Erstkonsumenten geschlechtsspezifisch im Jahresvergleich (absolute Fallzahlen) Abbildung 19 Erstkonsumenten harter Drogen in Berlin von 2008 bis 2013 (absolute Fallzahlen) Abbildung 20 Altersverteilung der Erstkonsumenten harter Drogen 2013 (absolute Fallzahlen) Abbildung 21 Drogentodesfälle in Berlin im Jahresvergleich (absolute Fallzahlen) Abbildung 22 Drogentote in ausgewählten deutschen Großstädten insgesamt von 1999 bis 2013 (absolute Fallzahlen je 100.000 der durchschnittlichen Bevölkerung) 40 26 30 31 37 38 38 39

Abbildung 23 Altersverteilung der Berliner Drogentodesfälle (Jahresvergleich/absolute Fallzahlen) 40 Abbildung 24 Bezirkliche Übersicht der Drogentodesfälle im Jahresvergleich von 2004 bis 2013 (absolute Fallzahlen) 42

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1. Ziele der Berliner Drogen- und Suchtpolitik
Das Konzept der Berliner Drogen- und Suchtpolitik ist eingebettet in den nationalen und den europäischen Drogen- und Suchtplan. Es basiert auf den Säulen Prävention, Beratung und Behandlung, Schadensbegrenzung und Überlebenshilfen sowie Bekämpfung der Drogenkriminalität durch Repression und Kontrolle. Die grundlegenden Zielstellungen sind: • • • • • Verhinderung des Drogenkonsums, des exzessiven Glückspiels und der pathologischen Internet- bzw. Computer-Nutzung; insbesondere bei Kindern und Jugendlichen Reduzierung des Missbrauchs psychoaktiver Substanzen frühzeitiges Erkennen einer Suchtgefährdung und angemessene Interventionen Behandlung der Suchtkranken in einem differenzierten und qualifizierten Hilfesystem Eindämmung der Verfügbarkeit von Drogen

Zahlreiche Akteure arbeiten seit vielen Jahren ursachenorientiert und interdisziplinär zusammen. Sie bilden das Netzwerk der Berliner Drogen- und Suchthilfe. Hierzu zählen u. a. die für das Handlungsfeld Sucht zuständigen Fachverwaltungen im Senat und in den Bezirken, die freien Träger der Suchtprävention und der Suchthilfe, die Ärzteschaft, die Krankenund Rentenversicherungsträger sowie die Selbsthilfegruppen. Die Präventions- und Hilfemaßnahmen stehen allen suchtgefährdeten und suchtkranken Berlinerinnen und Berlinern mit stoffgebundenen Süchten (legale und illegale Drogen) sowie Verhaltenssüchten kostenfrei zur Verfügung. Es gibt spezielle Angebote für weibliche und männliche Suchtkranke, für ältere und gesundheitlich stark beeinträchtigte Suchtkranke sowie für Jugendliche mit gesundheitsschädlichem Suchtmittelgebrauch, für Alleinerziehende bzw. für Familien mit Kindern, für Betroffene mit unterschiedlicher Nationalität sowie für deren Angehörige angeboten. Neben der Abstinenz zielt die Suchthilfe auch darauf ab, ein Überleben zu sichern, die Gesundheit und die Lebensqualität der Betroffenen zu verbessern und ihnen die Teilhabe am gesellschaftlichen Leben zu ermöglichen. Das Land Berlin bietet frühzeitig und wohnortnah angemessene Hilfen für Suchtkranke und deren Angehörige an. Das Angebotsspektrum reicht von niedrigschwelligen Hilfen bis hin zu Maßnahmen der Qualifizierung und Beschäftigung, und es ist beständig auf Wirksamkeit und Nachhaltigkeit ausgerichtet (www.sucht-drogen-rat-hilfe.de). Drogen- und Suchtpolitik ist nicht nur Sache der Politik und der Akteure des Suchthilfesystems, sondern sie betrifft direkt oder indirekt jede/jeden in unserer Stadt. Viele von uns kennen Menschen mit Suchtproblemen oder auch einer Abhängigkeit. Diese Menschen brauchen unser Verständnis und unsere Unterstützung, um den Weg in das Hilfesystem zu finden. Sucht ist eine Krankheit, auch kranke Menschen haben ein Recht auf gesellschaftlichen Leben und auf Achtung ihrer Menschenwürde. Teilhabe am

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2. Grundlegende Berliner Daten
Datenquelle: Amt für Statistik Berlin-Brandenburg (Statistisches Jahrbuch 2013, Mikrozensus 2012)

Im etwa 892 km² großen Berlin mit 12 Bezirken leben ca. 3,4 Mio. Menschen (Stand: 31.12.2013). Seit 2004 ist ein Bevölkerungsanstieg in Berlin zu verzeichnen. Der Frauenanteil beträgt ca. 51 %. Es ist eine zunehmende Alterung der Bevölkerung festzustellen, unter anderem durch die steigende Lebenserwartung. Die meisten über 65-Jährigen leben zur Zeit im Bezirk Steglitz-Zehlendorf. Die Altersverteilung der Berliner Bevölkerung ist in der folgenden Tabelle dargestellt:

Abbildung 1 Altersgruppen der Berliner Bevölkerung 2012 (Prozentwerte)

0 - < 18 Jahre

18 - < 45 Jahre

45 - < 65 Jahre

65 Jahre und älter

15 %

38 %

28 %

19 %

Von den Berliner Einwohnerinnen und Einwohnern sind ca. 71,6 % Deutsche ohne Migrationshintergrund, 13,1 % Deutsche mit Migrationshintergrund und 15,3 % sind Ausländerinnen und Ausländer. Der Ausländeranteil ist in den Berliner Bezirken Mitte und Neukölln am größten.

Nach den Ergebnissen des Mikrozensus 2012 gibt es in Berlin ca. 47,2 % Erwerbsstätige, 47,2 % Nichterwerbspersonen und 5,6 % Erwerbslose. Die Arbeitslosenquote aller Erwerbspersonen betrug 2012: 12,3 %. Der Anteil der armutsgefährdeten Menschen betrug im Jahr 2013 21,2 %. Im Jahr 2012 lag die Armutsgefährdungsquote noch bei 15,2 %. Die höchsten Armutsrisiken sind in Neukölln, gefolgt von Mitte und Friedrichshain-Kreuzberg, zu verzeichnen. Dort leben auch die meisten Menschen ohne eine berufliche Ausbildung. Berlin ist keine reiche Stadt, in Berlin leben viele Menschen, die Transferleistungen des Staates beziehen. Entscheidend für die Lebensqualität einer Stadt ist der soziale Zusammenhalt. Die Integration suchtkranker Menschen in das städtische Leben Berlins und die Achtung ihrer Menschenwürde sind wichtige Ziele der Berliner Suchthilfe.

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3. Drogen- und Suchtproblematik in Berlin
Datenquellen: Epidemiologischer Suchtsurvey 2012 vom Institut für Therapieforschung in München (IFT), die Europäische Schülerstudie zu Alkohol und anderen Drogen (ESPAD) 2011 des IFT, Daten der Gesundheitsberichterstattung der Senatsverwaltung für Gesundheit und Soziales 2012/2013, die Berliner Krankenhausstatistik 2013 und die Capture-recapture-Studie zur Schätzung der Prävalenz substanzbezogener Störungen in Berlin 2014 des IFT. Im Rahmen des Epidemiologischen Suchtsurveys 2012, einer Repräsentativerhebung zum Gebrauch und Missbrauch psychoaktiver Substanzen bei Jugendlichen und Erwachsenen, wurde die Berliner Bevölkerung im Alter von 15- bis 64 Jahren befragt. Demnach leben derzeit in Berlin in der oben genannten Altersgruppe ca.: •

794.000 Raucherinnen und Raucher (95 %-KI: 682.000 – 915.000)1

• 463.000 Männer (95 %-KI: 402.000 – 527.000) und o 331.000 Frauen (95 %-KI: 280.000 – 388.000) •

426.000 Personen mit riskantem Alkoholkonsum1;2
(95 %-KI: 367.000 – 493.000) 199.000 Männer (95 %-KI: 167.000 – 235.000) und 227.000 Frauen (95 %-KI: 200.000 – 258.000)

o o •

139.000 Konsumenten illegaler Drogen (95%-KI: 116.000 – 166.000)1
(überwiegend Cannabis) 93.000 Männer (95 %-KI: 70.000 – 123.000) und 46.000 Frauen (95 %-KI: 31.000 – 67.000)

o o

Die Relation der Personengruppenanteile ist in der folgenden Grafik veranschaulicht. (Mögliche Überlappungen – z.B. Raucher/Raucherinnen mit riskantem Alkoholkonsum - können hierbei nicht dargestellt werden.) Abbildung 2 Konsumentengruppen im Vergleich

Konsumenten illegaler Drogen

Personen mit riskantem Alkoholkonsum

Raucherinnen und Raucher

10 Die Prävalenzschätzungen der Capture-recapture-Studie 2014 ergaben 9-12 Konsumentinnen und Konsumenten harter Drogen (Opioide, Kokain oder Stimulanzien) pro Tausend der 15- bis 64jährigen Bevölkerung in Berlin. Dies bedeutet im Einzelnen: 5-7 von tausend Einwohnern konsumierten im Jahr 2010 Opioide, 2-4 von Tausend Kokain und 3-4 von Tausend nahmen Stimulanzien. Bei allen drei Substanzgruppen (Opioide, Kokain und Stimulanzien) sind die meisten Konsumentinnen und Konsumenten männlich; das Durchschnittsalter liegt zwischen 15 und 34 Jahren. Im Vergleich zu den Schätzzahlen der Opioidkonsumentinnen und -konsumenten 2010 pro Tausend Einwohner anderer europäischer Großstädte liegen die Berliner Schätzwerte im Mittelfeld. In englischen Städten (wie z. B. Manchester, Liverpool, Dublin, Birmingham) liegt der geschätzte Anteil um das Drei-bis Vierfache höher als in Berlin. Der Umfang der geschätzten Opioidkonsumentinnen und Opioidkonsumenten in Berlin ist vergleichbar mit den Schätzwerten in norditalienischen und niederländischen Städten wie Mailand, Verona, Amsterdam. In den folgenden Abschnitten werden auf der Grundlage des Epidemiologischen Suchtsurveys die wichtigsten Entwicklungstendenzen des Suchtmittelkonsums der letzten 10 Jahre in Berlin dargestellt. Insgesamt ist der Konsum von Tabak und Alkohol in den letzten Jahren gesunken. Die gesundheitspolitischen Maßnahmen der letzten Jahre haben insbesondere Einfluss auf den Tabakkonsum Jüngerer gehabt. So war in den letzten Jahren ein Rückgang des Rauchens bei den 15- bis 17-Jährigen auf 11,7 % zu verzeichnen. Es ist zu beobachten, dass das Einstiegsalter ansteigt und die Konsumprävalenz zurückgeht. Leider beeinflussen diese Maßnahmen kaum das Konsumverhalten langjähriger Raucherinnen und Raucher. Das verweist darauf, wie schwierig es ist, abhängiges Verhalten zu verändern. Das Alkoholkonsumverhalten von Männern und Frauen unterscheidet sich immer weniger, auch die damit verbundenen gesundheitlichen Störungen. Allerdings ist bei jüngeren Frauen ein Anstieg an alkoholbedingten Störungen zu beobachten. Die Prävalenz der Medikamentenabhängigkeit steigt – möglicherweise auch durch eine Zunahme der Selbstmedikation – insbesondere bei Frauen und Personen im jüngeren bzw. mittleren Erwachsenenalter an. Korrespondierend damit ist auch eine Zunahme des regelmäßigen Gebrauchs von Schmerzmitteln zu beobachten.

In Berlin, wie auch in der gesamten Bundesrepublik, wird Tabak nach Alkohol am häufigsten konsumiert. Von den im Suchtsurvey 2012 befragten Berlinerinnen und Berlinern in der Altersgruppe der 15bis 64-Jährigen rauchten 33,9 %. Es gaben 39,2 % der Männer und 28,4 % der Frauen an, im letzten Monat geraucht haben. Auffallend niedrig mit 11,7 % war die aktuelle Raucherquote bei den 15- bis 17-Jährigen. Erfreulicherweise ist seit dem Jahr 2000 die Raucherquote in dieser Altersgruppe um 20 % gesunken. 27,4 % der Männer und 27,8 % der Frauen waren ehemalige Raucher bzw. Raucherinnen. Im Vergleich zur Bundeserhebung (18- bis 64-Jährige) liegt die Prävalenzrate im vergleichbaren Altersbereich in Berlin höher als im Bundesdurchschnitt (Männer: 40,3 % vs. 34,0 %; Frauen: 28,9 % vs. 26,2 %).

3.1 Tabak

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Unter den Zigarettenraucherinnen und Zigarettenrauchern war „starkes“ Rauchen (20 und mehr Zigaretten pro Tag) bei Männern (31,8 %) deutlich häufiger als bei Frauen (19,8 %). Überwiegend wird bis zum vollendeten 16. Lebensjahr mit dem ersten Tabakkonsum begonnen. Eine Nikotinabhängigkeit nach DSM-IV (Diagnostic and Statistical Manual of Mental Disorders)3 wurde bei 13,9 % der 15- bis 64-Jährigen festgestellt (Männer: 17,0 %; Frauen: 10,8 %). Von den aktuellen Raucherinnen und Rauchern war somit ca. jede Dritte bzw. jeder Dritte abhängig.

Rauchen – auch starkes Rauchen – sind dank Nichtraucherschutzgesetz, Steuererhöhungen und vielfältiger präventiver Maßnahmen generell rückläufig. Seit 1990 zeigen sich in fast allen Altersgruppen signifikante Rückgänge in der 30-Tage-Prävalenz des Rauchens. In der Altersgruppe der 15- bis 39-Jährigen kam es gegenüber dem Jahr 1990 insgesamt zu einer deutlichen Abnahme der 30-Tage-Prävalenz von 50,9 % auf 34,3 %. Dieser Trend zeigte sich insbesondere bei starken Zigarettenraucherinnen und -rauchern (von 21,8 % auf 3,4 %). Keine wesentlichen Veränderungen zeigten sich für die Nikotinabhängigkeit nach DSM-IV unter 15- bis 59-Jährigen (2006: 9,8 % und 2012: 11,4 %). Im Rahmen des Mikrozensus 2009 wurde ermittelt, dass der Anteil der Raucherinnen und Raucher in den drei Bezirken Pankow, Neukölln und Friedrichshain-Kreuzberg am höchsten ist. Basierend auf den vorliegenden Daten der Einschulungsuntersuchungen 2012 wurde festgestellt, dass die Erstklässlerinnen und Erstklässler zu 62,8 % in Nichtraucherhaushalten aufwachsen. Am häufigsten sind die Einschulkinder in den Bezirken Marzahn-Hellersdorf, Neukölln und Spandau häuslichem Tabakrauch ausgesetzt. Auf der Grundlage der Europäischen Schülerstudie zu Alkohol und anderen Drogen (European School Survey Project on Alcohol and other Drugs/ESPAD) des Instituts für Therapieforschung in München (IFT) konnte 2011 eine Einschätzung des Drogenkonsumverhaltens von Schülerinnen und Schülern der 9. und 10. Klasse (15-bis 16-jährige Jugendliche) erfolgen. Bei der Erhebung 2011 gaben in Berlin 27 % der Jungen und 29 % der Mädchen an, in den letzten 30 Tagen vor der Befragung geraucht zu haben. Damit war die Berliner Raucherquote im Vergleich zu den anderen an der Studie beteiligten Bundesländern am niedrigsten. Abbildung 3 Tabakkonsum / 30-Tage-Prävalenz (Prozentwerte)

Trends

35 30 25 20 15 10 5 0

12 Erste Ergebnisse zum Konsum von E-Zigaretten liegen bisher nur bundesweit und nicht spezifisch für Berlin vor. Sie sind zum Beispiel in der Repräsentativerhebung der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung 2012 zum Tabakkonsum Jugendlicher und junger Erwachsener in Deutschland enthalten. Danach ist der Bekanntheitsgrad von E-Zigaretten unter jungen Menschen zwar sehr hoch, aber der Konsum weitaus geringer. Abbildung 4 Prävalenzraten zum Bekanntheitsgrad und E-Zigarettenkonsum (Prozentwerte)

Altersgruppe

Bekanntheitsgrad

Lebenszeitprävalenz 9,1 18,4

30-TagePrävalenz 2,6 3,9

30-Tage-Prävalenz nikotinhaltiger Liquids 0,9 1,5

12- bis 17Jährige 18- bis 25Jährige

78,4 91,9

Bei den männlichen Jugendlichen sind Bekanntheitsgrad und E-Zigarettenkonsum höher als bei weiblichen Jugendlichen. Bei der Verbreitung des Konsums nikotinhaltiger Liquids besteht kein Geschlechtsunterschied. Obwohl der Bekanntheitsgrad der E-Zigarette bei Gymnasiastinnen und Gymnasiasten höher ist als bei Schülerinnen und Schülern der Haupt- und Realschule, wurden dort weniger E-Zigaretten schon einmal probiert. Auch jugendliche Nichtraucherinnen bzw. Nichtraucher greifen – wenn auch in geringem Ausmaß (ca. 1 % der Befragten) – zur E-Zigarette.

Mit Tabakrauch assoziierte Krankheiten und Todesfälle Nach den Angaben des Gemeinsamen Krebsregisters (Berlin und neue Bundesländer) 2011 erkranken Frauen nach Brustkrebs (30,1 % aller erfassten Krebsneuerkrankungen) am zweithäufigsten an Lungenkrebs (11,6 %). Bei den Männern liegt mit 18,4 % der Lungenkrebs nach Prostatakrebs (19,1%) ebenfalls an zweiter Stelle bei den Krebsneuerkrankungen. Hauptursache bei der Krebsentstehung in der Lunge ist Tabakrauch. Darüber hinaus begünstigt das Rauchen bzw. auch Passivrauchen eine Vielzahl weiterer Krebsformen (z. B. Blasen- oder Gebärmutterhalskrebs, Kehlkopfkrebs, Bauchspeicheldrüsenkrebs) sowie andere Erkrankungen (z. B. COPD, Angina pectoris, Herzinfarkt, ischämische Herzerkrankungen, Diabetes mellitus). Lungenkrebs ist bei Männern (28,4%) und Frauen (19,5%) weiterhin die häufigste Todesursache in Folge einer Krebserkrankung.

Alkohol ist in Berlin – wie auch bundesweit – die am weitesten verbreitete legale Droge. Bezogen auf die letzten 30 Tage gaben 71,8 % der im Berliner Suchtsurvey 2012 befragten Personen an, Alkohol konsumiert zu haben (73,5 % Männer und 70,1 % Frauen). Von den Personen, die angegeben hatten, keinen Alkohol zu trinken, waren nach eigenen Angaben 4,6 % lebenszeitabstinent bzw. 7,9 % im letzten Jahr und 15,7 % in den letzten 30 Tagen vor der Erhebung abstinent. Die Mehrheit der 15- bis 64-jährigen Berlinerinnen bzw. Berliner konsumierte Alkohol risikoarm, d. h. nicht mehr als die empfohlene durchschnittliche Tageshöchstmenge Reinalkohol (24g für Männer und 12g für Frauen; zum Vergleich: 0,5 l Bier ≙ ca. 20g Alkohol und 0,2 l Wein ≙ ca. 18g Alkohol). Ein riskanter Alkoholkonsum lag in Berlin bei 16,8 % der Männer und 19,5 % der Frauen vor und war damit weiter verbreitet als in Gesamtdeutschland.

3.2 Alkohol

13 Ein Alkoholmissbrauch wurde bei 5,4 % (Männer: 7,4 %; Frauen: 3,6 %) und eine nach den DSM-IVKriterien3 diagnostizierte Alkoholabhängigkeit bei 3,6 % (Männer: 3,5 %; Frauen: 3,6 %) der Befragten festgestellt. Diese Prävalenzen entsprechen in etwa den gesamtdeutschen Werten. Die Altersgruppe der 25- bis 29-Jährigen wies mit 12,1 % die höchste Missbrauchsquote auf. Die Kriterien des Rauschtrinkens (der Konsum von mindestens fünf Standardgläsern Alkohol pro Trinkgelegenheit) hat mehr als ein Drittel (35,6 %) der Alkoholkonsumentinnen und -konsumenten erfüllt (42,9 % der Männer und 27,7 % der Frauen). Dabei war der Anteil des mindestens einmaligen Rauschtrinkens bei den 18- bis 24-Jährigen am höchsten (58,2%) und bei den 40- bis 49-Jährigen am niedrigsten (19,9 %). Die höchste Prävalenz des häufigen Rauschtrinkens (4-mal oder häufiger) war ebenfalls in der Altersgruppe der 18- bis 24-Jährigen festzustellen (21,6 %). Mit zunehmendem Alter nimmt die Prävalenzrate immer mehr ab.

Trends

Im zeitlichen Verlauf ist seit 1995 bei den 18- bis 59-jährigen Männern ein Rückgang bei der durchschnittlichen Alkoholkonsummenge zu beobachten. In den Altersgruppen der 15- bis 17-Jährigen und der 18- bis 24-Jährigen Berlinerinnen und Berliner kam es zwischen 1995 und 2006 zu einem Anstieg des Rauschtrinkens. Seit 2006 ist der steigende Trend in diesen Altersgruppen nicht mehr zu beobachten. Im Vergleich zu Jugendlichen in anderen Bundesländern ist unter Berliner Jugendlichen das Rauschtrinken weniger verbreitet. Die Prävalenzrate der Alkoholabhängigkeit stieg in den letzten fünf Jahren um ca. 1 % an (bei Männern von 4,2 % auf 5,2 % und bei Frauen von 1,0 % auf 2,1 %). Die Ergebnisse der ESPAD-Studie zeigen deutlich, dass die Alkohol-Prävalenzraten der 15/16jährigen Berliner Schülerinnen und Schüler (Lebenszeit-, 12-Monats- und 30-Tage-Prävalenz) im Vergleich zu den anderen Bundesländern deutlich niedriger waren. Die 30-Tage-Prävalenzrate des Alkoholkonsums lag bei den Berliner Jugendlichen mit 57 % um durchschnittlich 20 % niedriger als bei den befragten Jugendlichen anderer Bundesländer. Bezüglich der unterschiedlichen Getränkearten wurde am häufigsten Bier getrunken. Die Bier-Prävalenzrate betrug in Berlin 55 % (Jungen) bzw. 40 % (Mädchen). Abbildung 5 Alkoholkonsum / 30-Tage-Prävalenz (Prozentwerte)

90 80 70 60 50 40 30 20 10 0

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Alkoholintoxikationen und alkoholbedingte Todesfälle Aus der Krankenhausdiagnosestatistik 2013 ist zu ersehen, dass im Alter von 10 bis unter 15 Jahren 51 Berliner Kinder und im Alter von 15 bis unter 20 Jahren 219 Berliner Jugendliche wegen einer akuten Alkoholvergiftung in einem Berliner Krankenhaus behandelt wurden (einschließlich der „Stundenfälle", d.h. der Patientinnen und Patienten, die im Krankenhaus vollstationär aufgenommen und am selben Tag wieder entlassen wurden). In Relation zu den Krankenhausbehandlungen wegen akuter Alkoholvergiftung insgesamt liegt der Anteil der Kinder und Jugendlichen von 10 bis unter 20 Jahren bei durchschnittlich einem Fünftel aller Fälle. Bei den Jugendlichen, die wegen einer akuten Alkoholintoxikation eingeliefert wurden, war bis 2009 ein deutlicher Anstieg zu beobachten. Danach schwankten die Fallzahlen von Jahr zu Jahr. 2012 lag die Zahl der Alkoholintoxikationen bei den 10- bis unter 20-Jährigen bei 395 Fällen und 2013 bei 270. Im Vergleich zu den Alkoholintoxikationsfällen anderer Bundesländer (pro 100.000 Gleichaltriger) belegte Berlin 2012 mit dem zweitniedrigsten Wert den vorletzten Platz. Auch 2013 waren im Bundesländervergleich die Berliner Einweisungsquoten weiterhin erfreulich niedrig. Abbildung 6 Alkoholintoxikationen bei Berliner Kindern und Jugendlichen (absolute Fallzahlen)

350 300 250 200 150 100 50 0 2005 2006 2007 2008 2009 2010 2011 2012 2013

10 bis 15 Jahre 15 bis 20 Jahre

Seit 2005 ist ein Rückgang bei den im Amt für Statistik Berlin-Brandenburg erfassten Todesfällen, die durch ausgewählte alkoholbedingte Erkrankungen verursacht wurden (alkoholische Leberkrankheit sowie psychische und Verhaltensstörungen durch Alkohol), zu verzeichnen. Im Jahr 2012 waren es 500 (davon 129 weiblich und 371 männlich) ausgewählte alkoholbedingte Sterbefälle. In den Jahren zuvor lag die Anzahl der ausgewählten alkoholbedingten Todesfälle etwas höher (2011: 541 und 2010: 568). Da hierbei nur ausgewählte alkoholbedingte Krankheiten als Todesursache einbezogen werden und oftmals die Alkoholabhängigkeit als eigentliche Haupterkrankung, die zum Tode führte, nicht erfasst bzw. auf den Todesbescheinigungen ausgewiesen wird, ist generell von einer weitaus höheren Todesfallzahl durch Alkohol auszugehen.

Nach den Ergebnissen des Suchtsurveys 2012 konsumieren ca. 6 % der 15- bis 64-jährigen Wohnbevölkerung in Berlin aktuell (d. h. in den letzten 30 Tagen) illegale Drogen. 2006 waren es noch 6,9 %.

3.3 Illegale Drogen

15 Etwa jede bzw. jeder Zehnte gab an, in den vergangenen 12 Monaten illegale Drogen konsumiert zu haben (12,2 %). Die Lebenszeitprävalenz stieg in den letzten Jahren von 37 % (2006) auf 42,5 % (2012) an. Dabei konsumieren Männer illegale Drogen häufiger als Frauen. Im Vergleich zu Gesamtdeutschland ist der illegale Drogenkonsum in Berlin deutlich weiter verbreitet. Dies ist vermutlich mit dem sog. „Großstadtphänomen“ zu erklären, d. h. je größer die Städte, desto höher sind die Konsumprävalenzen. Bis auf Cannabis und Kokain wurden alle anderen illegalen Drogen in den letzten 12 Monaten bzw. 30 Tagen nur sehr selten konsumiert (unter 2 oder 1 %).

Abbildung 7 Illegale Drogen / 12-Monats-Prävalenz nach Altersgruppen (Prozentwerte)

15-17 Droge illegale Drogen insgesamt (Cannabis, Amphetamine, Ecstasy, LSD, Opiate, Kokain, Crack, Pilze) Cannabis Ecstasy Kokain Jährige 17,0 16,7 0,0 0,6

18-24 Jährige 25,7 24,9 1,6 2,2

25-29 Jährige 24,4 22,0 4,6 7,5

30-39 Jährige 18,6 17,3 1,6 6,0

Cannabis ist mit großem Abstand die am weitesten verbreitete illegale Droge in Berlin wie auch in ganz Deutschland. Fast jede bzw. jeder vierte Befragte (23,2 %) im Alter von 18- 64 Jahren hat bisher Erfahrungen mit Cannabis. Am häufigsten wird Cannabis von jungen Erwachsenen (bis zum 20. Lebensjahr) konsumiert; die anderen Drogen dagegen am häufigsten im Alter zwischen 25 und 39 Jahren. Unter denjenigen, die Cannabis konsumieren, gaben 9,0 % an, in den letzten 12 Monaten täglich bzw. nahezu täglich Cannabis konsumiert zu haben. Nach den DSM-IV-Kriterien3) wurde bei etwa 1,2 % der 15- bis 64-jährigen Bevölkerung ein Cannabismissbrauch und bei 0,8 % eine Cannabisabhängigkeit festgestellt.

Trends

In den Erhebungen von 1990 und 1995 berichtete etwa jeder Fünfte der befragten Personen im Alter von 15 bis 39 Jahren von Erfahrungen mit illegalen Drogen. Bis 2000 erhöhte sich die Lebenszeitprävalenz des Konsums illegaler Drogen auf über 40 % und stieg bis 2006 weiter auf 48,4 %. In der Erhebung 2012 stieg dieser Wert erneut auf 55,7 % an. Demnach gaben über die Hälfte aller befragten 15- bis 39-Jährigen an, mindestens einmal im Leben illegale Drogen konsumiert zu haben. Die Lebenszeitprävalenz des Konsums von Amphetaminen ist in der Altersgruppe der 15- bis 39Jährigen signifikant gestiegen (1995: 2,5 %; 2012: 10,2 %). Die 12-Monats-Prävalenzen für den Konsum irgendeiner illegalen Droge insgesamt bzw. für den Cannabiskonsum blieben in den 1990er Jahren konstant und stiegen erst seit dem Jahr 2000 kontinuierlich an. In den Suchtsurveys 2000 und 2006 gab fast jeder Fünfte der 15- bis 39-Jährigen den Gebrauch irgendeiner illegalen Droge in den letzten 12 Monaten an, im Jahr 2012 waren es 23,4 %.

16

Abbildung 8 Konsum illegaler Drogen / Lebenszeitprävalenz verschiedener Altersgruppen im Jahresvergleich (absolute Fallzahlen)

Cannabis 70 60 50 40 30 20 10 0 1990 2012

Amphetamine

Ecstasy

Kokain/Crack

1990

2012

1990

2012

1990

2012

15-17 Jahre

18-24 Jahre

25-29 Jahre

30-39 Jahre

Abbildung 9 Konsum illegaler Drogen / 12-Monats-Prävalenz verschiedener Altersgruppen im Jahresvergleich (absolute Fallzahlen)

Cannabis 30 25 20 15 10 5 0

Amphetamine

Ecstasy

Kokain/Crack

1990

2012

1990

2012

1990

2012

1990

2012

15-17 Jahre

18-24 Jahre

25-29 Jahre

30-39 Jahre

Der aktuelle Konsum (d. h. der Konsum in den letzten 30 Tagen) irgendeiner illegalen Droge blieb konstant wie im Jahr 2000. Dennoch ist nach den Ergebnissen der ESPAD-Studie 2011 der Cannabiskonsum nach wie vor bei Berliner Jugendlichen weitaus verbreiteter als bei den Jugendlichen in anderen Bundesländern.

17

Abbildung 10 Cannabiskonsum / 30-Tage-Prävalenz (Prozentwerte)

15

10

5

0

3.4 Medikamente

Die Untersuchungsergebnisse des Epidemiologischen Suchtsurveys 2012 ergaben, dass die aktuell am häufigsten eingenommenen Medikamente Schmerzmittel und Antidepressiva sind. In den letzten 30 Tagen vor der Befragung nahm durchschnittlich fast jeder vierte Befragte (27,9 % der befragten Frauen und 18,9 % der befragten Männer) mindestens einmal wöchentlich Psychopharmaka ein. In den letzten 12 Monaten hatten sogar zwei Drittel der Befragten (65,5 %) mindestens eines der befragten Medikamente eingenommen. Abbildung 11 Psychopharmaka / 12-Monats-Prävalenz (Prozentwerte)

5,4 5,5 6,2

1,4 0,9

0,4 Schmerzmittel Antidepressiva Schlafmittel Beruhigungsmittel Neuroleptika

61,9

Anregungsmittel Appetitzügler

Im Gegensatz zu anderen psychotropen Substanzen wie Alkohol und illegale Drogen werden Psychopharmaka häufiger von Frauen als von Männern eingenommen.

18

Abbildung 12 Psychopharmaka / 12-Monats-Prävalenz der Frauen nach Altersgruppen (Prozentwerte) Psychopharmaka 15-17 Jährige Schmerzmittel Schlafmittel Beruhigungsmittel Anregungsmittel Appetitzügler Antidepressiva Neuroleptika 66,1 4,9 7,5 1,2 1,7 1,6 0,0 18-24 Jährige 76,4 1,2 1,9 1,8 0,0 0,0 0,0 25-29 Jährige 82,4 9,0 3,7 0,0 0,0 3,9 0,0 30-39 Jährige 67,7 5,3 0,0 0,9 0,0 5,3 1,8 40-49 Jährige 78,6 9,7 7,4 2,6 3,3 10,9 5,9 50-64 Jährige 56,1 9,8 9,1 1,2 3,1 9,4 1,2

Abbildung 13 Psychopharmaka / 12-Monats-Prävalenz der Männer nach Altersgruppen (Prozentwerte) Psychopharmaka Schmerzmittel Schlafmittel Beruhigungsmittel Anregungsmittel Appetitzügler Antidepressiva Neuroleptika 15-17 Jährige 51,8 1,2 3,7 3,3 0,0 0,9 0,0 18-24 Jährige 50,9 0,7 0,7 1,3 0,0 0,0 0,0 25-29 Jährige 51,2 0,0 0,0 3,8 0,0 3,1 3,2 30-39 Jährige 59,5 0,0 8,2 0,0 1,6 8,1 0,0 40-49 Jährige 74,6 5,8 5,8 1,3 0,0 5,0 0,0 50-64 Jährige 42,7 3,6 4,9 0,0 0,0 2,4 2,4

Nach den DSM-IV-Kriterien3 sind in Berlin schätzungsweise 2,7 % der Berliner Bevölkerung im Alter von 15-64 Jahren von Schmerzmitteln und jeweils 0,4 % von Beruhigungsmitteln bzw. von Schlafmitteln abhängig. Die Prävalenzraten für den Medikamentenmissbrauch wären danach: 11,1 % bei Schmerzmitteln, 1,0 % bei Beruhigungsmitteln und 1,1 % bei Schlafmitteln.

Trends

Die Arzneimitteleinnahme der 18- bis 59-Jährigen hat sich seit 1995 verändert. Die regelmäßige Einnahme von Schmerzmitteln nahm bei Männern und besonders bei Frauen zu. Die 30-Tage-Prävalenz von Schmerzmittel betrug im Jahr 2000 11,9 %, im Jahr 2006 14,1 % und im Jahr 2012 17,4 %. Andererseits ist seit 1995 die 30-Tage-Prävalenz von Schlaf- sowie Beruhigungsmitteln und Appetitzüglern leicht gesunken.

3.5 Glücksspielsucht und Internet-/Mediensucht
gibt es bisher nicht.

Berliner Repräsentativbefragungen zum pathologischen Glückspielverhalten bzw. zur Internetsucht

Es wird deswegen an dieser Stelle auf einige bundesweite Repräsentativerhebungen verwiesen und die dort erhobenen Prävalenzraten dargestellt.

19 Seit 2007 führt die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung alle zwei Jahre eine deutschlandweite Befragung zum Glückspielverhalten sowie zu glücksspielbezogenen Einstellungen und Problemen der 16- bis 65-jährigen Bevölkerung durch. Aus den Ergebnissen der letzten Erhebung 2013 wird ersichtlich, dass ca. 80 % der Befragten Glückspielerfahrungen in ihrem Leben hatten. Die Lebenszeitprävalenzraten sind jedoch im Vergleich zu 2011 bei Frauen und Männern signifikant rückläufig. Mindestens ein Glücksspiel haben ca. 45 % der Männer und 36 % der Frauen in den letzten zwölf Monaten vor der Befragung gespielt. Auch hier besteht im Vergleich zu den Vorjahren ein Rückgang. Eine deutliche Abnahme der Spielteilnahme ist bei Lotto „6 aus 49“ zu beobachten; die 12-MonatsPrävalenzen der Glücksspirale, Klassenlotterien und Toto haben sich halbiert. Im Rahmen der BZgAErhebung konnte kein Anstieg der Teilnahme an Internet-Glücksspielen festgestellt werden. Bei den Geldspielautomaten ist dagegen die 12-Monats-Prävalenz erneut geringfügig angestiegen (2009: 2,7 %, 2011: 2,9 %, 2013: 3,7 %). Hierbei hat sich seit 2007 insbesondere die Anzahl junger Männer im Alter von 18-25 Jahren, die an Geldspielautomaten spielen, signifikant erhöht. Dies ist besonders problematisch, da das Suchtpotential von Geldspielautomaten als hoch eingeschätzt wird. Fast 10 % der in der Befragung erfassten 18- bis 20-jährigen Männer zeigten ein problematisches oder pathologisches Glücksspielverhalten. Insgesamt kommt die Befragung zum Ergebnis, dass etwa 1,5 % der Bevölkerung eine Glücksspielproblematik aufweisen (Schätzung basiert auf der 12Monats-Prävalenz). Männer sind eher von einer Glücksspielsucht betroffen als Frauen. Arbeitslosigkeit und ein vorhandener Migrationshintergrund stellen besondere Risikofaktoren für die Entstehung eines problematischen bzw. pathologischen Spielverhaltens dar. Die Repräsentativerhebung zur Prävalenz der Internetabhängigkeit (PINTA-Studie) von 2011, die im Auftrag des Bundesministeriums für Gesundheit durchgeführt wurde, schätzt den Anteil der Personen mit problematischer Internetnutzung (d.h. täglich mindestens 4 Stunden online) in Deutschland folgendermaßen ein: Danach weisen 4,6 % der 14- bis 64-Jährigen eine problematische Internetnutzung auf. Bei ungefähr 1 % der Befragten wurde eine Internetabhängigkeit festgestellt. Der Anteil der Internetsüchtigen ist bei Jugendlichen bzw. jungen Erwachsenen höher als bei Älteren. Danach gelten unter den 14- bis 24-Jährigen 13,6 % in ihrer Internetnutzung als problematisch und 2,4 % als abhängig. Junge Männer sind eher an Computerspielen im Internet interessiert, Frauen überwiegend an sozialen Netzwerken. Die Ergebnisse wurden durch die Folgestudie zur Prävalenz der Internetabhängigkeit – Diagnostik und Risikoprofile (PINTA-DIARI), die von 2011-2013 durchgeführt wurde, grundsätzlich bestätigt. Der Medienpädagogische Forschungsverbund Südwest untersucht seit 15 Jahren im Rahmen der „Jugend, Information, (Multi-) Media Studie“ (JIM) die Mediennutzung von Jugendlichen. Im Rahmen der JIM-Studie 2013 wurde nicht nur das Computer- und Onlinespielverhalten untersucht, sondern auch die Nutzung von Handyspielen, die bei Jugendlichen bereits fest im Alltag verankert sind. Danach nutzen unter den 12- bis 19-Jährigen 45 % mehrmals in der Woche bis täglich Handys zum digitalen Spielen.

20

4. Präventions-/Frühinterventionsmaßnahmen
4.1. Suchtprävention
Die Suchtprävention im Land Berlin ist eingebettet in die Drogenstrategie der Europäischen Union 2013 –2020 und die Nationale Strategie zur Drogen- und Suchtpolitik vom 15. Februar 2012. Die 2006 vom Berliner Senat verabschiedeten Leitlinien für die Suchtprävention im Land Berlin sind grundlegend und handlungsorientierend für die Suchtpräventionsarbeit in unserer Stadt. Das Land Berlin beteiligt sich am bundesweiten Internetportal zur Suchtprävention „prevnet“ und am bundesweiten Dokumentationssystem der Suchtprävention „Dot.sys“. Interessierte erhalten unter www.prevnet.de Informationen über die Suchtprävention in den Bundesländern sowie über die Angebote der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung. Um die gesamtstädtische Wirkung von Suchtprävention zu stärken und vorhandene

suchtpräventive Ressourcen besser zu vernetzen, wurde Ende 2005 eine zentrale Fachstelle für Suchtprävention eingerichtet. Die von ihr betriebene Informations- und Servicestelle ist offen für alle Bürgerinnen und Bürger Berlins und stellt Informationsmaterialien zur Verfügung. Die Fachstelle entwickelt Konzepte und Materialien für die suchtpräventive Arbeit, führt Fortbildungen, Fachtagungen und Projekte durch, bietet Beratung und Unterstützung für Einrichtungen sowie Multiplikatorinnen und Multiplikatoren bei der Konzeptentwicklung und Durchführung von Maßnahmen an und erarbeitete das "QISB - Qualitätsinstrument der Suchtprävention in Berlin". 2013 erreichte sie 6.373 Multiplikatorinnen und Multiplikatoren und führte insgesamt 761 Einzelmaßnahmen u. a. im Rahmen von Öffentlichkeitsarbeit (70), Koordination und Vernetzung (170) sowie Fachtagungen (7) und Fortbildungsveranstaltungen (144) durch. Im Rahmen der Öffentlichkeitsarbeit wurden 44 Printmedien (Infoflyer bzw. Postkarten, Plakate, Jugendkalender etc.) in einer Gesamtauflage von 166.820 Stück herausgegeben und zwei Videoclips hergestellt. Im Rahmen der Berliner Dachkampagne „Unabhängig bleiben" koordiniert die Fachstelle für Suchtprävention die Berliner Gemeinschaftskampagne zur Suchtprävention „Na klar…!", in der sich die Senatsressorts Gesundheit, Schule und Jugend, die 12 Berliner Bezirke, die Polizei, der Handelsverband Berlin-Brandenburg, der Berliner Fußballverband e. V., der Landessportbund Berlin, die Landesstelle Berlin für Suchtfragen e.V., das Frühinterventionsprojekt „HaLT-reaktiv" sowie viele weitere Akteure und Unterstützer engagieren. Auch das Landesprogramm „Berlin qualmfrei" wird von der Fachstelle für Suchtprävention koordiniert. Im Jahr 2014 fanden schwerpunktmäßig Aktivitäten zum Thema „Tabakprävention für Menschen in schwierigen sozialen Lagen“ statt. Die Fachstelle für Suchtprävention gründete gemeinsam mit Fachexperten aus unterschiedlichen Bereichen die Initiative gegen Medikamentenmissbrauch, um die Öffentlichkeit aufzuklären und auf bestehende Missstände aufmerksam zu machen. Darüber hinaus gibt es in allen Berliner Bezirken Koordinatorinnen bzw. Koordinatoren für Suchtfragen, Schulische Koordinatorinnen bzw. Koordinatoren im Bereich Schulpsychologie, die u. a. für Suchtprävention zuständig sind, und Kontaktlehrerinnen und Kontaktlehrer in allen Schulen. Ein weiteres suchtpräventives Angebot in Berlin stellt das Projekt „Karuna prevents“ des Karuna e. V. mit fünf Mitmachparcours für Schulklassen und andere Jugendgruppen dar: • „Kinderleicht, gesund zu leben“ zur universellen Prävention - allgemeine Lebenskompetenzen, Ernährung und Bewegung

21 • • • • „Rauchst du noch oder lebst du schon?" zur Tabakprävention „Volle Pulle Leben auch ohne Alkohol!" zur Alkoholprävention „Cannabis denn Sünde sein?" zur Cannabisprävention „Einsatz@leben.komm!“ zur Prävention von Glückspielsucht und übermäßiger Internetnutzung

2013 wurden in den fünf Mitmachparcours insgesamt 16.764 Besucherinnen und Besucher gezählt. Zur Prävention von pränatalen Schädigungen von Kindern durch den Alkoholkonsum ihrer Mütter während der Schwangerschaft wird von der vista gGmbH das Projekt „WIGWAM Zero“ betrieben. In den letzten Jahren wurden verschiedene Präventionsmaßnahmen im Bereich Glücksspiel- und Onlinesucht durchgeführt. Das Präventionsprojekt Glücksspiel des pad e.V. umfasst vielfältige Angebote der Information und Aufklärung. Es werden Fachveranstaltungen, Schulungen und öffentlichkeitswirksame Kampagnen durchgeführt sowie glücksspielbezogene Präventionsmaterialien entwickelt. Ergänzend werden in Berlin ab 2014 ein niedrigschwelliges Kontaktangebot für Glücksspielsüchtige mit Migrationshintergrund und ein Projekt mit aufsuchender Präventionsarbeit, das Präventionsveranstaltungen in Schulen anbietet, entwickelt. Im Bereich der Prävention von Medienabhängigkeit gibt es die Projekte UPDATE der Fachstelle für Suchtprävention und das Modellprojekt DIGITAL-VOLL NORMAL?! des Caritasverbandes für das Erzbistum Berlin e.V.

4.2. Frühintervention

Zur frühen Intervention bei Cannabisproblemen und bei exzessivem Alkoholkonsum wurden Angebote für Jugendliche und junge Erwachsene im Rahmen des Netzwerkes Frühintervention eingerichtet. Ziel des Netzwerkes ist es, der Verfestigung eines problematischen Konsums von Alkohol und Cannabis bei Kindern und Jugendlichen sowie jungen Erwachsenen entgegenzuwirken. Zum Netzwerk gehören die regionalen Alkohol- und Drogenberatungsstellen, der Therapieladen e. V. und die Fachstelle für Suchtprävention. „HaLT – Hart am Limit“, „(Alk)FReD“ und „Break“ sind Frühinterventionsprogramme für Jugendliche und junge Erwachsene mit problematischem Alkoholkonsum. Für junge Menschen mit problematischem Cannabiskonsum werden die

Frühinterventionsprogramme „FreD“, „Realize it“, „Quit the shit“, „MDFT“ und „CANDIS“ vorgehalten. Die Fachstelle für Suchtprävention bietet darüber hinaus Trainingskurse „MOVE – Motivierende Kurzintervention“ für Pädagoginnen und Pädagogen sowie andere Multiplikatorinnen und Multiplikatoren an. 2013 fanden acht mehrtägige MOVE-Schulungen mit insgesamt 96 Teilnehmerinnen und Teilnehmern statt.

4.3. Kinderschutz

Der Senat von Berlin hat im Februar 2007 mit dem Ziel, den Kinderschutz weiter zu verbessern, riskante Entwicklungen frühzeitiger zu erkennen und schneller zu handeln, das „Konzept für ein Netzwerk Kinderschutz“ beschlossen. Wegen der besonderen Gefährdungen der Kinder, die in Familien mit Suchtproblemen aufwachsen, wurde 2009 darüber hinaus zwischen den Senatsverwaltungen für Gesundheit, Umwelt und

22 Verbraucherschutz sowie für Bildung, Wissenschaft und Forschung und der LIGA der Wohlfahrtspflege in Berlin die „Rahmenvereinbarung zum Schutz von Kindern suchtkranker Eltern vor der Gefährdung des Kindeswohls“ abgeschlossen (siehe unter www.berlin.de/lb/drogen-sucht). Sie stellt einen verbindlichen Rahmen für die Kooperation und Koordination der Hilfen sowie eine Regelung der Verantwortlichkeiten im Umgang mit suchtkranken Eltern und ihren Kindern dar und ist die Grundlage für die Bildung von Netzwerken auf Bezirksebene. Die überwiegende Mehrheit der Berliner Bezirke hat Netzwerke gebildet und bezirkliche Kooperationsvereinbarungen zum Schutz von Kindern suchtkranker Eltern vor der Gefährdung des Kindeswohls abgeschlossen. Die Suchtund Drogenberatungsstellen sowie andere Suchthilfeeinrichtungen arbeiten in den bezirklichen Netzwerken mit. Bei sehr vielen Suchthilfeträgern gibt es speziell geschulte Kinderschutzbeauftragte, die die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter ihres Trägers in Kinderschutzfragen beraten und unterstützen.

4.4. Hilfeangebote für Minderjährige und junge Erwachsene

Für die besondere Zielgruppe von Jugendlichen und jungen Erwachsenen mit riskantem, alltagsbestimmendem Drogenkonsum und zum Teil dem Lebensmittelpunkt Straße haben verschiedene Suchthilfeträger spezielle Angebote geschaffen. Die Projekte „Komma" und „Drugstop" des Karuna e. V. leisten an Szenetreffpunkten aufsuchende Arbeit, bieten tagesstrukturierende Maßnahmen, unterstützen individuell bei der Klärung von Problemen, motivieren die Betroffenen, weiterführende Hilfen anzunehmen und vermitteln in geeignete Einrichtungen. Insgesamt wurden 2013 von diesen beiden Projekten 833 Jugendliche und junge Erwachsene erreicht – ca. ein Drittel sind Mädchen bzw. Frauen und zwei Drittel Jungen bzw. Männer. Im Projekt „Komma“ waren 80 % der Klientinnen und Klienten 15 bis 17 Jahre alt, im Projekt „Drugstop" waren 13 % zwischen 18 und 21 Jahre alt und 75 % älter als 21 Jahre. Die Prävalenzen des Konsums von legalen und von illegalen Drogen waren sehr hoch – im Projekt Komma: 94 % Cannabis, 88 % Tabak, 54 % Alkohol, 41 % Amphetamine und im Projekt Drugstop: 90 % Cannabis, 95 % Tabak, 90 % Alkohol, 80 % Amphetamine und 30 % Opiate. Weitere Hilfeangebote gibt es für diese Zielgruppe z. B. beim Drogennotdienst im Projekt „ESCAPE“, in der Drogenberatung Nord im Projekt „NordPassage", beim ADV im „Betreuten Einzelwohnen“ und beim Verein FrauSuchtZukunft mit dem spezifischen Angebot für Mädchen und junge Frauen „Catch up". Besonders zu erwähnen ist die Kooperation des Karuna e. V. mit der Klinik für Kinder- und Jugendpsychiatrie, Psychotherapie und Psychosomatik des Vivantes Klinikums Friedrichshain. In der „Personenbezogenen Hilfe" im Projekt „Komma" wird die Veränderungsbereitschaft der Jugendlichen gestärkt, sie werden über das Geschehen in der Klinik informiert und Anschlusshilfen werden vorbereitet. Durch diese einzelfallbezogene, enge und kontinuierliche Zusammenarbeit wird die Chance auf einen erfolgreichen Abschluss der Hilfemaßnahmen insgesamt erhöht. Für drogenabhängige bzw. stark suchtgefährdete Minderjährige gibt es im Land Berlin spezifische therapeutische Angebote und Wohneinrichtungen. Diese werden unter den jeweiligen Gliederungspunkten beschrieben.

23

5. Lebenssituation Suchtkranker
Seit 2007 wird von ambulanten und stationären Einrichtungen der Berliner Suchtkrankenhilfe der Deutsche Kerndatensatz erhoben. Die einrichtungsbezogenen Informationen bzw. Daten über die betreute Klientel sowie deren Betreuungsverlauf werden jährlich ausgewertet. Im Jahr 2012 beteiligten sich an der Statistik 42 ambulante und 14 stationäre Einrichtungen. In den Kontakt- / Beratungs- und ambulanten Therapieeinrichtungen werden jährlich etwas über 19.600 Betreuungsfälle erfasst, im stationären Therapiebereich ca. 2.500.

Überwiegend werden die Hilfeangebote von Männern aufgesucht. Der durchschnittliche Frauenanteil beträgt im ambulanten Bereich ca. 28 % und im stationären Bereich 21 %.

5.1. Suchtproblematik
Wie in der Suchthilfestatistik 2012 in beiden Bereichen - ambulant und stationär – ersichtlich, stellen Probleme mit Alkohol, Opioiden, Cannabinoiden die drei häufigsten Hauptdiagnosen dar. Abbildung 14 Hauptdiagnosen ambulant und stationär geschlechtsspezifisch (Prozentwerte) Hauptsuchtdiagnose ambulant Männer F 10 Alkohol F 11 Opioide F 12 Cannabinoide F 13 Sedative/Hypnotika F 14 Kokain F 15 Stimulanzien F 16 Halluzinogene F 17 Tabak F 18 Flüchtige Lösungsmittel F 19 andere psychotrope Substanzen F 50 Essstörungen F 62 Pathologisches Spielen ohne Hauptsuchtdiagnose 4,4 1,9 0,1 2,0 3,4 0,4 6,9 0,5 1,5 40,3 27,1 19,1 0,6 5,5 2,5 0,4 0,1 0,1 Frauen 52,8 23,5 12,5 1,7 2,5 3,7 0,1 1,1 0,1 0,1 stationär Männer 42,3 20,2 19,3 0,7 8,1 7,8 0,1 1,1 Frauen 51,4 14,4 10,6 2,3 5,3 13,6 0,3 0 1,8

24

5.2. Alter
Die Altersstruktur der Klientinnen und Klienten variiert sehr. Entsprechend der Hauptsuchtdiagnosen ist im Durchschnitt die Klientel mit Cannabisproblemen am jüngsten (ambulant: Ø 26 Jahre und stationär: Ø 28 Jahre) und wird durchschnittlich immer älter in folgender Rangfolge der Hauptsuchtdiagnosen: Kokain, Opioide, pathologisches Glücksspiel und Alkohol (ambulant: 44 Jahre und stationär: 42 Jahre).

5.3. Familiensituation
Überwiegend sind die Betroffenen alleinstehend; in fast allen Hauptdiagnosegruppen liegt ihr Anteil zwischen 50 und 60 Prozent. Nach den Erfassungsdaten der Suchthilfestatistik im Jahr 2012 leben mindestens 4.063 eigene Kinder unter 18 Jahren mit im Haushalt eines Alkoholbzw. Drogenabhängigen. Bei durchschnittlich ca. 20 % der ambulant Betreuten und 11 % der in stationären Einrichtungen Betreuten wohnen eigene Kinder mit im Haushalt. Der Anteil der Klientinnen bzw. Klienten mit eigenen Kindern im Haushalt ist bei den Hauptsuchtdiagnosen unterschiedlich. Von allen in der Jahresstatistik erfassten eigenen Kindern lebt jedes zweite Kind in einem Haushalt mit einer oder mehreren alkoholkranken Personen zusammen.

5.4. Migrationshintergrund
Personen mit einem Migrationshintergrund sind im Durchschnitt am häufigsten in den Hauptdiagnosegruppen Kokain (34,2 %), pathologisches Glücksspiel (31,8 %), Opioide (25,5 %) und Cannabinoide (18,4 %) anzutreffen.

5.5. Wohnsituation
Bei allen Hauptdiagnosegruppen wohnen die Betroffenen überwiegend selbständig. Personen mit einer alkoholbezogenen Hauptsuchtdiagnose leben am häufigsten in der eigenen Wohnung (im ambulanten Bereich 83 % und im stationären Bereich 71,2 %); Personen einer opioidbezogenen Hauptsuchtdiagnose deutlich weniger (im ambulanten Bereich 50,6 % und im stationären Bereich 33,9 %). In sehr prekären Wohnsituationen (obdachlos oder in Notunterkünften) befinden sich insgesamt von den ambulant betreuten Personen nur ca. 2,2 % und von den stationär behandelten Personen 1,5 %. Im Vergleich zu 2011 war bei der Wohnselbständigkeit der im ambulanten Bereich Betreuten keine Veränderung sichtbar und im stationären Bereich ein leichter Rückgang feststellbar. Auffallend im Vergleich zum Bundessuchtsurvey sind in Berlin deutlich mehr suchtkranke Personen (bei allen Hauptdiagnosegruppen) in häufiger in Übergangseinrichtungen Übergangseinrichtungen bzw. ambulant betreuten bzw. Notunterkünften) bei Personen mit einer Wohneinrichtungen sowie die Wohnsituation (geringere Wohnselbstständigkeit, Unterbringung opioidbezogenen Hauptsuchtdiagnose deutlich schlechter.

5.6. Schulabschluss
Die ambulant oder stationär betreuten Personen mit den Hauptsuchtdiagnosen Alkohol und pathologisches Glückspiel besitzen im Durchschnitt einen höheren Bildungsabschluss (Fach- bzw. Hochschulreife/Abitur und Realschulabschluss/Polytechnische Oberschule) als die betreuten Personen mit den Hauptsuchtdiagnosen Cannabis und Opioide.

25 Personen mit der Hauptdiagnose Stimulanzien, die ambulant betreut werden, weisen ebenfalls eher ein höheres Bildungsniveau auf. Im Gegensatz dazu haben die im stationären Bereich betreuten Personen mit gleicher Hauptdiagnose überwiegend keinen Schulabschluss bzw. einen Haupt- bzw. Volksschulabschluss. Im Vergleich zum Vorjahr hat der Anteil der Personen ohne Schulabschluss – bis auf die Diagnosegruppe der Stimulanzien – im ambulanten Bereich abgenommen. Im stationären Bereich reduzierte sich dieser Personenanteil nur bei den Hauptsuchtdiagnosen Opioide und Stimulanzien. Im Vergleich zum bundesdeutschen Suchtsurvey ist in Berlin ein größerer Anteil von Personen mit höherem Bildungsniveau zu verzeichnen. Im ambulanten Bereich ist aber auch ein im Vergleich zum Bundessuchtsurvey wesentlich größerer Personenanteil ohne Schulabschluss bei fast allen Hauptsuchtdiagnosen (außer pathologisches Glücksspiel) feststellbar.

5.7. Berufstätigkeit
Häufig besteht bei den Klientinnen und Klienten eine Arbeitslosigkeit nach SGB II (ALG II). Im Vergleich zum Vorjahr ist im ambulanten und stationären Bereich in fast allen Hauptsuchtdiagnosegruppen (außer bei den Stimulanzien und Cannabis) ein Rückgang des Erwerbslosenanteils zu beobachten. Der Erwerbslosenanteil ist am höchsten bei den betreuten Personen mit einer OpioidHauptdiagnose (im ambulanten Bereich 66,1 % und im stationären Bereich 68,3 %) und am zweithöchsten bei Personen mit der Hauptdiagnose Stimulanzien (ambulant: 53,8 % und stationär: 67,8 %). Die niedrigste Erwerbslosenquote im ambulanten Bereich war in der Gruppe der pathologischen Glücksspieler (30,6 %; stationär keine Auswertung wegen zu geringer Fallzahlen) zu verzeichnen. Im Vergleich zu den Ergebnissen des Bundessurveys ist in Berlin bei allen Hauptsuchtdiagnosen im ambulanten sowie im stationären Bereich der Anteil der Erwerbspersonen geringer bzw. dementsprechend der Erwerbslosen höher.

5.8. Infektionserkrankungen
Der epidemiologischen Kurzinformation des Robert-Koch-Instituts (2012 u. 2013) ist zu entnehmen, dass von den geschätzten 450 HIV-Neuinfektionen in Berlin im Jahr 2012 ca. 5 % bei Nutzern intravenös konsumierter Drogen diagnostiziert wurden. Deutschlandweit ist die Zahl der Hepatitis-B-Erkrankungen stark gesunken. Nach der sexuellen Übertragungsmöglichkeit steht der intravenöse Drogenkonsum mit ca. 17 % an zweiter Stelle. Die Hepatitis-C-Fälle stehen mit hoher Wahrscheinlichkeit am häufigsten im kausalen Zusammenhang mit einem intravenösen Drogengebrauch. 2012 waren es 87 % aller diagnostizierten Hepatitis-C-Fälle deutschlandweit. Die epidemiologische Kurzinformation 2013 wies in Berlin 8 % Nutzer intravenös konsumierender Drogen bei den geschätzten HIV-Neuinfektionen aus.

5.9. Klientengruppen
Auf den folgenden Seiten sind auf der Grundlage der Ergebnisse der Suchthilfestatistik 2012 entsprechend der Hauptsuchtdiagnosen einige spezifische Merkmale zur Beschreibung der jeweiligen Klientengruppe dargestellt.

26 Abbildung 15 Klientengruppen und Besonderheiten je Hauptsuchtdiagnose in 2012 (Prozentwerte)

Klientel mit der Hauptdiagnose Alkohol häufigste Komorbiditäten

ambulant männlich weiblich Tabak: 35 Cannabis: 13 Kokain: 6 30 bis 50 Jahre: 52 54 24 9 81 1 6 43 20 49 88 0,3 5 44 28 39 49

stationär männlich weiblich Tabak: 78 Cannabis: 33 Amphetamine: 14 30 bis 50 Jahre: 57 60 9 11 67 1 9 39 18 66 81 0,5 6 45 23 45 51

vorrangige Altersgruppe Familiensituation alleinstehend Patientinnen und Patienten mit eigenen Kindern unter 18 Jahren im Haushalt Migrationsstatus Wohnsituation selbständig obdachlos Schulausbildung ohne Schulabschluss Realschulabschluss/Polytechnische Oberschule Fach- bzw. Hochschulreife/Abitur Erwerbslosigkeit

Klientel mit der Hauptdiagnose Opioide häufigste Komorbiditäten

ambulant männlich weiblich Tabak: 51 Cannabis: 40 Alkohol: 33 Kokain: 30 30 bis 50 Jahre: 58 67 16 26 48 4 25 23 8 65 60 4 22 30 11 71 46

stationär männlich weiblich Tabak: 92 Alkohol: 37 Cannabis: 34 Kokain: 28 30 bis 50 Jahre: 59 50 12 30 30 2 8 23 14 66 50 2 19 27 12 81 42

vorrangige Altersgruppe Familiensituation alleinstehend Patientinnen und Patienten mit eigenen Kindern unter 18 Jahren im Haushalt Migrationsstatus Wohnsituation selbständig obdachlos Schulausbildung ohne Schulabschluss Realschulabschluss/Polytechnische Oberschule Fach- bzw. Hochschulreife/Abitur Erwerbslosigkeit

27

Klientel mit der Hauptdiagnose Kokain häufigste Komorbiditäten

ambulant männlich weiblich Cannabis: 49 Alkohol: 47 Tabak: 33 30 bis 50 Jahre: 62 46 26 34 61 1 0,2 26 16 42 62 2 1 32 26 41 48

stationär männlich weiblich

Cannabis: 31 Alkohol: 31 Tabak: 100 30 bis 50 Jahre: 66 48 15 34 45 0 26 31 11 55 52 5 10 21 37 81 70

vorrangige Altersgruppe Familiensituation alleinstehend Patientinnen und Patienten mit eigenen Kindern unter 18 Jahren im Haushalt Migrationsstatus Wohnsituation selbständig obdachlos Schulausbildung ohne Schulabschluss Realschulabschluss/Polytechnische Oberschule Fach- bzw. Hochschulreife/Abitur Erwerbslosigkeit

Klientel mit der Hauptdiagnose Cannabinoide häufigste Komorbiditäten

ambulant männlich weiblich Tabak: 38 Alkohol: 35 Kokain: 14 bis 29 Jahre: 71 66 12 18 56 1 16 24 13 45 65 1 14 26 18 47 60

stationär männlich weiblich Tabak: 98 Alkohol: 48 Amphetamine: 23 bis 29 Jahre: 73 72 9 11 41 0,4 20 28 11 71 60 0 12 22 20 62 51

vorrangige Altersgruppe Familiensituation alleinstehend Patientinnen und Patienten mit eigenen Kindern unter 18 Jahren im Haushalt Migrationsstatus Wohnsituation selbständig obdachlos Schulausbildung ohne Schulabschluss Realschulabschluss/Polytechnische Oberschule Fach- bzw. Hochschulreife/Abitur Erwerbslosigkeit

28

6. System der Berliner Drogen- und Suchthilfe
Seit 1977 besteht das Berliner Programm zur Bekämpfung des Drogenmissbrauchs, und seitdem werden die Suchthilfeangebote entsprechend der jeweiligen Bedarfe im Suchtbereich angepasst und weiterentwickelt. So wurden in den vergangenen 20 Jahren Integrierte Regionale Suchthilfedienste geschaffen und das wohnortnahe Netzwerk unterschiedlicher Hilfen für Suchtkranke und deren Angehörige ausgebaut. Dieses Netzwerk umfasst niedrigschwellige Hilfen wie z. B. Drogenkonsumräume, ambulante Beratungs- und Behandlungsstellen, ambulante und stationäre Therapieangebote, Einrichtungen des betreuten Wohnens sowie Qualifizierungs- und Beschäftigungsprojekte. Die Suchthilfestatistik 2012 ergab, dass ambulant 19.645 und stationär 2.508 Betreuungen erfolgten. Die ambulanten Angebote der Suchthilfe wurden überwiegend von Selbstmeldern (46 %) aufgesucht. In den stationären Einrichtungen beträgt dieser Anteil nur 2 %. Hier werden die Klientinnen und Klienten hauptsächlich durch Suchtberatungs- und Behandlungsstellen (57 %) vermittelt. Behandlungsauflagen – soweit vorhanden – stehen im Zusammenhang mit gerichtlichen Verfahren im Bereich der Verstöße gegen das Betäubungsmittelgesetz. Im ambulanten Bereich haben am häufigsten Klientinnen bzw. Klienten mit der Hauptsuchtdiagnose Kokain (26 %) und in stationären Einrichtungen mit der Hauptsuchtdiagnose Opioide (39 %) gerichtliche Auflagen. Im ambulanten Bereich stellt – neben der Entwöhnungsbehandlung und der sozialtherapeutischen Arbeit – die Suchtberatung die am häufigsten durchgeführte Maßnahme dar (ca. 95 % bei allen Substanzen bis auf Opioide mit 82 %). Die Entwöhnungsbehandlung ist mit 64 % bei allen Substanzen die häufigste Maßnahme im stationären Bereich, gefolgt von Adaptionsbehandlungen und sozialtherapeutischen Maßnahmen. Die Behandlungsdauer ist im ambulanten Bereich durchschnittlich länger (bei allen

Hauptsuchtdiagnosen: Ø ca. 112-192 Tage) als in stationären Einrichtungen (Ø zwischen 94 und 117 Tagen Behandlungsdauer). Überwiegend werden die ambulanten und stationären Behandlungen planmäßig, d. h. regulär beendet. Unplanmäßig wurden die Betreuungen von Opioidkonsumentinnen bzw. Opioidkonsumenten (ambulant: 41 %, stationär: 46 %), von Cannabiskonsumentinnen bzw. Cannabiskonsumenten (ambulant: 41 %, stationär: 34 %) und Kokainkonsumentinnen bzw. Kokainkonsumenten (ambulant: 37 %, stationär: 38 %) u. a. wegen Abbruch durch die Patientin bzw. den Patienten oder wegen disziplinarischer Maßnahmen beendet.

6.1. Geschlechtsspezifische Angebote
Seit 1982 gibt es in Berlin frauenspezifische Suchtarbeit. Besonders zu nennen sind hier die Angebote des Vereins FrauSuchtZukunft – Verein zur Hilfe suchtmittelabhängiger Frauen e.V., die sowohl ein frauenspezifisches Wohnangebot mit neun Plätzen als auch zwei Beratungsangebote, ambulante Therapie, psychosoziale Betreuung Substituierter, Wohngemeinschaften für ehemals suchtmittelabhängige Frauen mit 14 Plätzen, betreutes Wohnen für Frauen mit Kindern sowie Maßnahmen zur beruflichen Orientierung und Integration umfassen.

29 Weiterhin zu nennen sind das niedrigschwellige Kontaktangebot für Frauen „OLGA“ des Notdienst e.V., welches sich insbesondere an drogenabhängige und sich prostituierende Frauen wendet sowie das Präventionsangebot „WIGWAM Zero“ der vista gGmbH, das sich insbesondere an junge Frauen im gebärfähigen Alter und junge schwangere Frauen sowie ihre Partner richtet und die Förderung eines Problembewusstseins für die Folgen eines Alkoholkonsums während der Schwangerschaft zum Ziel hat. Speziell männerspezifisch ausgerichtet ist die Therapeutische Wohngemeinschaft „Nokta“ mit 14 Plätzen, die drogenabhängigen Männern mit Migrationshintergrund eine Langzeittherapie anbietet.

6.2. Angebote für drogenabhängige Minderjährige
Für drogenabhängige bzw. stark drogengefährdete Minderjährige gibt es im Land Berlin folgende therapeutisch ausgerichtete Angebote: Der „Therapieladen“ bietet Beratung und ambulante Psychotherapie speziell für Jugendliche mit Cannabisproblemen an. In der Klinik für Kinder- und Jugendpsychiatrie, Psychotherapie und Psychosomatik des Vivantes Klinikums Friedrichshain sind 15 Entzugsplätze für drogenabhängige Minderjährige vorhanden. Für Jugendliche mit einer Doppeldiagnose (Sucht und Psychische Störungen) besteht im „Sojus“ des PROWO e. V ein stationäres Therapieangebot mit 12 Plätzen. Die „Hausotterstraße“ des Karuna e. V. (20 Plätze) und „PAR-CE-VAL“ vom Verein zur Förderung und Entwicklung anthroposophisch erweiterter Heilkunst e.V. (9 Plätze) stellen zwei weitere stationäre Therapieangebote für drogenabhängige Jugendliche dar. Das Projekt „Verbesserung der Versorgung und Betreuung von alkoholgefährdeten Jugendlichen“ vom Notdienst e.V. bietet ein niedrigschwelliges Kontakt- und Beratungsangebot für alkoholmissbrauchende bzw. suchtgefährdete Jugendliche an. Das Projekt HaLT (als Maßnahme der Frühintervention siehe unter Punkt 4.2.), das von der Stiftung SPI in Kooperation mit dem Caritasverband für das Erzbistum Berlin e.V. durchgeführt wird, bietet Kindern und Jugendlichen, die mit einer Alkoholvergiftung in ein Krankenhaus eingeliefert worden sind, eine zeitnahe Beratung am Krankenbett und eine anschließende Betreuung an.

6.3. Überlebenshilfen
Szenenah und sozialraumbezogen werden niedrigschwellige Hilfen für Drogenabhängige zur Überlebenssicherung, zur gesundheitlichen Stabilisierung und Minimierung von Risiken angeboten. So gibt es an 16 Berliner Standorten – insbesondere im Innenstadtbereich – Spritzenautomaten, um durch saubere Spritzen, Hygienezubehör und andere Utensilien die Hepatitis- und HIVInfektionsrate bei Drogenabhängigen zu senken. Ebenso werden durch den Automatenbetrieb Kondome bereitgestellt, um HIV/AIDS und sexuell übertragbare Erkrankungen bei Drogenabhängigen zu vermeiden. Der ambulante Suchthilfebereich bietet vielfältige niedrigschwellige Zugangsund

Aufenthaltsmöglichkeiten an. Einige Beispiele niedrigschwelliger Hilfen sind: Essenausgaben, Duschmöglichkeiten, Möglichkeiten zum Wäsche waschen, medizinische Akutversorgung, Hilfen bei der Bewältigung von Alltagsproblemen und die Vermittlung in weiterführende Hilfen. Ergänzend

30 dazu gibt es spezifisch ausgerichtete Kontaktangebote: „Olga“ für drogenabhängige, sich prostituierende Frauen (bereits unter geschlechtsspezifische Angebote unter Punkt 6.1. genannt) und „Druckausgleich“ für jegliche Drogen konsumierende Menschen sowie substituierte Drogenabhängige. Seit fast 20 Jahren betreibt der Träger Fixpunkt e.V. an Szeneschwerpunkten mobile Hilfsangebote. Das „Präventionsmobil“ und das „Gesundheitsmobil“ dienen einerseits den Betroffenen vor Ort zur Aufklärung, Beratung sowie medizinischen Versorgung und führen andererseits zur Vermeidung von Konflikten mit der Anwohnerschaft. Informationsfilme, Schulungsangebote und Drogennotfalltraining in Beratungsstellen, die den stationären Drogenkonsumräumen angegliedert sind, helfen mit, gesundheitliche Risiken und Drogennotfälle zu vermeiden.

6.4. Drogenkonsumräume
2003 wurden in Berlin Drogenkonsumräume eingerichtet. Es gibt derzeit zwei stationäre Drogenkonsumräume (Mitte und Kreuzberg) und ein Drogenkonsummobil in Charlottenburg. Hier haben Konsumentinnen und Konsumenten die Möglichkeit, ihre mitgebrachten Drogen unter hygienisch einwandfreien Bedingungen zu konsumieren. Diese Angebote mit aktuell insgesamt 16 Konsumplätzen und 12 Raucherplätzen sind durchschnittlich an 5 Wochentagen für 4-5 Stunden geöffnet. Monatlich nutzen ca. 90 Personen (2013) zumeist mehrmals täglich diese niedrigschwelligen Angebote. Die Personen, die diese Hilfeangebote aufsuchen, sind überwiegend deutsche Männer im Alter zwischen 28 und 37 Jahren.

6.5. Substitution
Nach den Angaben der Qualitätskommission Substitution der Kassenärztlichen Vereinigung Berlin befanden sich am 31.12.2013 insgesamt 4.629 Berliner Klientinnen und Klienten in Substitution. Zu fast 50 % wurde Methadon, zu rund 29 % Polamidon und zu rund 21 % Buprenorphin als Substitut eingesetzt. Wie in der Altersübersicht abgebildet, stellt die Altersgruppe der 40- bis 50-Jährigen die größte Gruppe der Substituierten dar. Auffallend ist auch, dass bereits 153 der Substituierten das 60. Lebensjahr und davon sogar sechs das 70. Lebensjahr überschritten haben. Es ist mittels Substitution gelungen, Drogenabhängigen eine höhere Lebenserwartung zu verschaffen. Abbildung 16 Altersverteilung Substituierter in Berlin (absolute Fallzahlen)

312 639

130

17 6

25-29 J. 407 665 30-34 J. 35-39 J. 40-44 J. 45-49 J. 50-54 J. 605 55-59 J. 60-64 J. 65-69 J. 70-76 J. 775

938

31 Im Jahr 2013 gab es 162 abrechnungsberechtigte Ärztinnen und Ärzte, von denen zum Erfassungszeitpunkt 130 substituierend tätig waren; 2014 waren es nur noch 124. Derzeit gibt es für die altersbedingt ausscheidenden Substitutionsärzte nicht genügend Nachfolgerinnen und Nachfolger. Abbildung 17 Substituierte in den Bezirken (absolute Fallzahlen)

Mitte Friedrichshain-Kreuzberg Treptow-Köpenick Neukölln Lichtenberg Marzahn-Hellersdorf Reinickendorf Pankow Spandau Charlottenburg-Wilmersdorf Steglitz-Zehlendorf Tempelhof-Schöneberg 0 500 1000 1500

2013 2012

Die

Psychosoziale

Betreuung und

Substituierter im externen

erfolgt in

Drogenberatungsstellen sowie in

bzw. an den drei

Substitutionsstandorten

Arztpraxen-Verbund

Substitutionsambulanzen in Kreuzberg, Neukölln und Friedrichshain. Im Jahr 2012 befanden sich 2.397 Substituierte in begleitender Betreuung in den Angeboten der Drogenhilfe (2.042 in psychosozialer Betreuung bzw. 355 im betreuten Wohnen für Substituierte). Von den Substituierten, die sich 2012 in der ambulanten psychosozialen Betreuung befanden, waren 31 % Frauen. Bei den Substituierten im Betreuten Wohnen betrug der Frauenanteil nur 18 %.

6.6. Diamorphinvergabe
Ein wissenschaftlicher Bundesmodellversuch aufgezeigt und von 2002-2007 dass hat für eindeutig eine kleine positive Gruppe Behandlungsergebnisse nachgewiesen,

Schwerstabhängiger die Diamorphinvergabe im Rahmen eines umfassenden Behandlungskonzeptes eine geeignete Methode darstellt. Der Gesundheitszustand konnte dadurch verbessert werden und eine langfristigere Betreuung abgesichert werden. Diese Ergebnisse führten dazu, dass das Gesetz zur diamorphingestützten Substitutionsbehandlung am 21.07.2009 in Kraft getreten ist. Durch Änderung des Betäubungsmittelgesetzes, wurde des Arzneimittelgesetzes als und der Betäubungsmittelverschreibungsverordnung Diamorphin verschreibungsfähiges

Betäubungsmittel zur Substitutionsbehandlung für Schwerstabhängige zugelassen. Mit diesen gesetzlichen Regelungen wurden die rechtlichen Voraussetzungen geschaffen, unter denen

32 Schwerstabhängige, bei denen die Therapie mit Diamorphin im Rahmen einer Gesamtbehandlung indiziert ist, behandelt werden können. Am 1. September 2013 wurde die erste Praxis zur diamorphingestützten Behandlung in Berlin eröffnet. Die Praxis „Patrida“ ist für ca. 100 Klientinnen und Klienten konzipiert. Sie ist täglich 12 Stunden geöffnet und wird von drei Ärzten sowie acht weiteren medizinischen Kräften bzw. Sozialarbeiterinnen und Sozialarbeitern abgesichert. Das Angebot wird gut von intravenös konsumierenden Schwerstabhängigen angenommen. Im Juni 2014 hatte die Einrichtung bereits 90 Patientinnen und Patienten sowie zahlreiche weitere Personen auf der Warteliste.

6.7. Ambulante Suchthilfedienste
Die ambulante Grundversorgung wird seit 2006 durch sechs Integrierte Regionale Suchthilfedienste (IRSD) berlinweit abgesichert. In den Suchthilferegionen (bestehend aus jeweils zwei Bezirken) wurden zwischen den Trägern der ambulanten Drogenhilfe und dem Beratungssystem für Alkoholund Medikamentenabhängige verbindliche Kooperationsvereinbarungen abgeschlossen und damit eine umfassende Versorgung der Bevölkerung ermöglicht. Das heißt, in einer Region arbeiten die Einrichtungen klientenbezogen und auf institutioneller Ebene eng zusammen, beteiligen sich gleichermaßen an der jährlichen Kerndatendokumentation und erfüllen ein einheitliches Anforderungs- und Leistungsprofil. Das Leistungsspektrum der regionalen Suchthilfedienste umfasst insbesondere Maßnahmen in den Bereichen niedrigschwellige Kontaktarbeit und Versorgung, Beratung, Betreuung, ambulante Therapie sowie vielfältige Vermittlungstätigkeiten. Das Verbundsystem Drogen und Sucht besteht aus 13 Alkohol- und Medikamentenberatungsstellen, 8 Drogenberatungsstellen und 6 integrierten Beratungsangeboten. Ergänzt wird die regionale Grundversorgung durch einzelne gesamtstädtische Angebote wie den Drogennotdienst (ein 24Stunden-Beratungsangebot), „Therapie sofort“ für Drogenabhängige und junge Alkoholabhängige bis 30 Jahre in Krisensituationen sowie die Beratungsangebote für Glücksspiel- bzw. Internetsüchtige (Café Beispiellos und Lost in Space). Die niedrigschwelligen Angebote und die psychosoziale Betreuung Substituierter sind fest eingegliedert in das bestehende ambulante Beratungs- und Betreuungsnetz.

6.8. Therapieangebote
Das Spektrum der therapeutischen Angebote hat sich in den vergangenen 20 Jahren inhaltlich und organisatorisch weiterentwickelt. Das Spektrum umfasst u. a. die große Selbsthilfegemeinschaft „Synanon“, Therapeutische Wohngemeinschaften, hochprofessionelle abstinenzorientierte Anti-DrogenRehabilitationseinrichtungen wie beispielsweise die Drogenhilfe Tannenhof, den Suchthilfedienste. Darüber hinaus werden bei mehreren Kliniken (2010 waren es sechs Kliniken) Entwöhnungsbetten für Suchtkranke separat ausgewiesen. Dieses Angebotsspektrum wird durch spezifische Therapieangebote ergänzt. Neben dem bereits unter Punkt 6.1 (Geschlechtsspezifische Angebote) genannten Wohnangebot für drogenabhängige Frauen und der Therapeutischen Wohngemeinschaft für männliche Migranten mit Drogenproblemen gibt es auch das unter Punkt 6.2 (Angebote für drogenabhängige Minderjährige) bereits erwähnte Angebot für drogenabhängige Jugendliche (insbesondere mit Doppeldiagnostik). Auch im ambulanten Bereich wurden – zusätzlich zu der im Rahmen der ambulanten Grundversorgung Suchtkranker vielfach angebotenen ambulanten Therapie – für besondere

Verein oder das Drogentherapiezentrum und ambulante Therapieangebote der regionalen

33 Zielgruppen (Cannabisbzw. Kokainkonsumentinnen bzw. –konsumenten) separate

Therapieangebote geschaffen. Im Jahr 2011 erfolgte darüber hinaus in 17 Psychiatrischen Institutsambulanzen und 6 Kinder- und jugendpsychiatrischen Institutsambulanzen die ambulante Versorgung Suchtkranker. Für die Entzugsbehandlung Suchtkranker, die größtenteils in den Fachabteilungen für Psychiatrie und Psychotherapie bzw. Kinder- und Jugendpsychiatrie sowie -psychotherapie und auch in den Fachabteilungen für Innere Medizin der Krankenhäuser erfolgt (diese Betten/Plätze sind meist nicht differenziert für Suchtkranke ausgewiesen), steht außerdem das Entzugshaus „Count Down“ mit 12 Plätzen zur Verfügung. Die im Krankenhausplan 2011 ausgewiesenen Entzugsbetten befanden sich in

18 Krankenhausabteilungen für Psychiatrie und Psychotherapie, 7 Krankenhausabteilungen für Kinder- und Jugendpsychiatrie bzw. -psychotherapie, 1 Krankenhausabteilung für Innere Medizin (DRK Kliniken Berlin Mitte) und 1 Krankenhausabteilung für Psychosomatische Medizin und Psychotherapie (Gemeinschaftskrankenhaus Havelhöhe). Davon waren 7 Krankenhausabteilungen für Kinder- und Jugendpsychiatrie bzw. -psychotherapie spezialisierte Angebote für Kinder und Jugendliche. Das überregionale Angebot für die qualifizierte Entzugsbehandlung drogenkranker Minderjähriger in der Klinik für Kinder- und Jugendpsychiatrie bzw. -psychotherapie im Vivantes Klinikum im Friedrichshain wurde bereits unter Punkt 6.2 (Angebote für drogenabhängige Minderjährige) genannt.

6.9. Tagesstätten und tagesstrukturierende Maßnahmen
Im Rahmen der Eingliederungshilfe stehen in den Berliner Bezirken insgesamt 14 Tagesstätten mit insgesamt 233 Plätzen ausschließlich für suchtkranke Menschen (insbesondere Alkoholkranke) zur Verfügung. Drei weitere Tagesstätten mit insgesamt 84 Plätzen sind sowohl auf psychisch kranke als auch suchtkranke Menschen ausgerichtet. Weiterhin zu nennen sind drei Maßnahmen der Tagesstrukturierung und niedrigschwelligen Beschäftigung für Drogenabhängige, die Bestandteil des Integrierten Gesundheitsprogramms sind. Sie richten sich an schwerstabhängige, langjährige Drogenabhängige, die massive Probleme mit der Alltagsstrukturierung haben und von den langfristigen psychischen und physischen Folgen der Abhängigkeit geprägt sind (Heranführen an Beschäftigung, tagesstrukturierende Betreuung).

6.10. Wohnprojekte
Es gibt in Berlin sehr unterschiedliche, zum Teil spezifisch für Sucht- bzw. Drogenkranke ausgerichtete Wohnangebote. Hierzu gehören das Betreute Einzelwohnen, Therapeutisches Wohnen, Wohnverbünde bzw. Heime und Übergangsheime. Im Jahr 2013 standen 10 Wohnprojekte mit insgesamt 271 Plätzen für psychisch kranke Menschen zur Verfügung, die auch suchtkranke Menschen (überwiegend Alkoholkranke) mitbetreuen. Zum größten Teil wurden Suchtkranke in separaten Wohneinrichtungen untergebracht. Im Jahr 2013 gab es 60 Wohnangebote mit insgesamt 1.020 Plätzen speziell für Suchtkranke (überwiegend Alkoholkranke) . Für ehemals Drogenabhängige bestehen 264 Plätze in sechs Einrichtungen des betreuten Gruppenwohnens. Überwiegend (bei 84 %) erfolgt die Aufnahme nach einer stationären Suchthilfemaßnahme. Von den im betreuten Gruppenwohnen Untergebrachten beenden ca. 66 % das Angebot regulär und 63 % wechseln dann als Haupt- oder Untermieter in einen eigenen Wohnraum. Beim Leistungsende erhalten ca. 76 % Arbeitslosengeld, 17 % haben eine

34 sozialversicherungspflichtige Arbeit (1. Arbeitsmarkt oder Ausbildung) und 2 % erhalten Grundsicherung nach SGB XII. Ein zusätzliches, sehr niedrigschwelliges Wohnangebot stellt die Übergangseinrichtung mit 12 Plätzen dar. Die Übergangseinrichtung dient süchtigen Menschen zur drogenfreien Überbrückung von Wartezeiten zum Beispiel zwischen der Entzugsmaßnahme und der Therapieaufnahme oder nach Haftentlassungen. Außerdem bietet die Krisenwohnung mit 15 Plätzen eine niedrigschwellige Notübernachtung für Drogenabhängige mit besonderen sozialen Schwierigkeiten, die sich in akuten Krisensituationen befinden, an. Speziell für drogenabhängige bzw. stark suchtgefährdete Minderjährige gibt es vom Karuna e.V. ein drogenfreies Jugendwohnheim (“Villa Störtebecker“) mit 8 Plätzen und einer 24-Stunden-Betreuung sowie 8 Plätze in betreuten Wohngemeinschaften.

6.11. Qualifizierung und Beschäftigung
Zur Stabilisierung der Lebensverhältnisse Suchtkranker und um ihre Chance auf eine Teilhabe am Arbeitsleben zu verbessern, gibt es spezifische Projekte zur Qualifizierung und Beschäftigung in Berlin. Im Jahr 2013 wurden in neun Projekten insgesamt 1.136 Plätze dafür angeboten. Die Erfahrungen in den vergangenen Jahren zeigen deutlich, dass diese ESF-Angebote sehr gut angenommen und überwiegend auch erfolgreich abgeschlossen werden (2012 waren 94 % der Teilnehmenden erfolgreich). Ebenfalls aus dem Europäischen Sozialfonds (ESF) werden ergänzende Qualifizierungs- und Beschäftigungsmaßnahmen gefördert, die eng mit den Suchthilfeangeboten vernetzt sind und an den unterschiedlichen Ausgangslagen und zielgruppenspezifischen Besonderheiten ansetzen. Langzeitarbeitslose Suchtmittelabhängige weisen neben der Suchtmittelabhängigkeit meist noch andere Vermittlungshemmnisse auf (wie z. B. vermehrt psychische Erkrankungen, gesundheitliche Einschränkungen). Deshalb sind niedrigschwellige Maßnahmen zur Stabilisierung der Persönlichkeit und der Lebensverhältnisse sowie zur (Wieder-)Erlangung arbeitsrelevanter Grundkompetenzen und zum Erwerb vorbereitender Qualifikationen erforderlich. Auch ehemals Suchtmittelabhängige werden durch ein besonderes Förderangebot der (Re-)Integration in das Arbeits- und Berufsleben unterstützt, das in dieser Form sonst nicht zur Verfügung steht. Hier deckt der ESF eine zielgruppenorientierte Förderlücke ab. Diese sinnvollen Maßnahmen zur Verbesserung der Berufsorientierung und Integration von Benachteiligten in den Arbeitsmarkt sind auch zukünftig den Vergabekriterien des ESF und dessen strategischen Ausrichtungen, den Förderzeiträumen und dem Finanzvolumen unterworfen. Darüber hinaus gibt es drei weitere Angebote der Qualifizierung und Beschäftigung, die Bestandteil des Integrierten Gesundheitsprogramms sind. Sie bieten Menschen mit Suchtproblemen die Möglichkeit zur Qualifizierung in suchtmittelfreier Umgebung, und zwar in den Bereichen Holzbearbeitung, Schule und Gastronomie.

6.12. Drogenabhängige im Maßregelvollzug
Im Berliner Maßregelvollzug (auch „Forensische Psychiatrie“ genannt) waren am 31.12.2013 nach § 64 des deutschen Strafgesetzbuches 116 suchtkranke Straftäter untergebracht. Am 31.12.2012 waren es 112. In den Haftanstalten bieten die Drogenberatungsstellen den inhaftierten Drogenabhängigen Beratung an. Ein wichtiges Thema ist die Unterstützung im Zusammenhang mit Strafzurückstellungen gem. §§ 35 ff. Betäubungsmittelgesetz (siehe nachfolgender Abschnitt: „Therapie statt Strafe“). Diese Beratungsangebote werden im Maßregelvollzug sowie in der

35 Justizvollzugsanstalt (JVA) Tegel, JVA Moabit, JVA Charlottenburg, JVA für Frauen, der JVA Plötzensee sowie der Jugendstrafanstalt und seit 01.01.2014 in der neuen JVA Heidering durch mehrere Drogenberatungsstellen abgesichert.

6.13. Therapie statt Strafe
Gemäß § 35 und § 36 Betäubungsmittelgesetz (BtMG) gibt es die Möglichkeit, die Strafvollstreckung in einer Justizvollzugsanstalt durch eine therapeutische Behandlung in einer staatlich anerkannten Einrichtung zur Behandlung Drogenabhängiger ersetzen zu lassen. Die Liste der staatlich anerkannten Einrichtungen zur Behandlung Drogenabhängiger im Land Berlin nach §§ 35 und 36 BtMG wird regelmäßig im Amtsblatt für Berlin veröffentlicht (nächste Bekanntmachung im Amtsblatt für Berlin am 06. Februar 2015). Die Adressen findet man ebenfalls unter: www:sucht-drogen-rat-hilfe.de.

6.14. Hilfeangebote für Spielsüchtige
Die an der jährlichen Suchthilfestatistik teilnehmenden ambulanten und stationären Einrichtungen hatten im Jahr 2012 insgesamt 634 Betreuungsfälle mit der Hauptsuchtdiagnose „Pathologisches Glücksspiel“ erfasst. Meist waren nur Einzelfälle in den Einrichtungen zu verzeichnen. Der überwiegende Teil (76 %) wurde im seit 1987 bestehenden, spezifisch für Glücksspielgefährdete und -abhängige ausgerichteten Beratungsangebot „Café Beispiellos“ betreut. Es handelt sich um ein gesamtstädtisches Angebot für Betroffene und deren Angehörige, das seit Inkrafttreten des Glücksspielstaatsvertrages (2008) weiter ausgebaut werden konnte. Fast 90 % der Betroffenen sind männlich und das Spielen an Geldspielgeräten ist mit Abstand die häufigste problembelastete Spielform. Neben deutschen Ratsuchenden sind am zweithäufigsten türkische Betroffene (fast nur Männer) in der Hilfeeinrichtung anzutreffen. Die Klientenzahlen sind insgesamt in den letzten Jahren stark angestiegen. Seit 2012 bietet das in Kreuzberg ansässige Café Beispiellos zusätzlich eine mobile Sprechstunde in der Jugend- und Suchtberatung Spandau an. Es besteht außerdem eine enge Zusammenarbeit mit der Intergrierten Beratungsstelle in der Großen Hamburger Straße, in dem es ein Angebot der ambulanten Rehabilitation für pathologische Glücksspieler gibt. Darüber hinaus gibt es gemeinsam mit dem „Café Beispielos“ unter demselben Dach „Lost in Space“, ein Angebot der Beratung, Betreuung und Vermittlung für Menschen mit Computerspiel- und Internetabhängigkeit und deren Angehörige. Die Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie an der Charité - Universitätsmedizin Berlin hält ein Beratungs- und Therapieangebot für Menschen mit problematischem bzw. pathologischem Glücksspielverhalten und deren Angehörige vor. Es besteht dort eine hohe Nachfrage nach Therapieplätzen; insbesondere Glücksspielsüchtige mit komorbiden Erkrankungen werden therapeutisch betreut. Neben der Behandlung von Glücks- und Computerspielern stellt die telefonische Information und Beratung von Betroffenen und Angehörigen (Hotline für Glücksspielsucht) einen weiteren Arbeitsschwerpunkt dar. Die an der Klinik angesiedelte AG Spielsucht erforscht darüber hinaus im Rahmen von Grundlagenforschung und der Untersuchung von Einzelfragen verschiedene Zusammenhänge der Glücksspiel- bzw. der Internetsucht.

6.15. Selbsthilfe
Die Suchtselbsthilfe ist eine wichtige Säule des Berliner Suchthilfesystems. Aktuell gibt es in Berlin ca. 600 Suchtselbsthilfegruppen (www.sucht-selbsthilfegruppen.de). Suchtselbsthilfegruppen verstehen sich als Gemeinschaften von Suchtkranken und deren Angehörigen, die sich zum Ziel gesetzt haben, Suchtkranke sowie deren soziales Umfeld zu unterstützen bzw. die Abstinenz

36 dauerhaft zu stabilisieren. Viele Suchtselbsthilfegruppen stellen sich und ihre Arbeit in den Berliner Krankenhäusern vor, in denen eine Entzugs- und/oder Entwöhnungsbehandlung angeboten wird. Es werden u. a. Suchtselbsthilfegruppen für Jugendliche und junge Erwachsene, Gruppen in verschiedenen Sprachen sowie geschlechterdifferenzierte Gruppen angeboten. Die Abstinenzverbände, die religiös und weltanschaulich unterschiedlich ausgerichtet sind, bieten zahlreiche Selbsthilfegruppen berlinweit an; so z.B. die Anonymen Alkoholiker, die Guttempler, das Blaue Kreuz, den Kreuzbund, die Anonyme Alkoholkrankenhilfe Berlin e. V. (AKB) und Synanon, deren Angebote sich an alle Betroffenen (legale und illegale Substanzen) richten. Darüber hinaus gibt es noch viele kleinere Suchtselbsthilfegruppen, deren Angebote entweder nur in einzelnen Bezirken zur Verfügung stehen oder bezirksübergreifend arbeiten. Zahlreiche Suchtselbsthilfegruppen sind Bestandteil des Angebotsspektrums professioneller Suchtberatungsstellen. Die Landesstelle Berlin für Suchtfragen e.V. unterstützt die Suchtselbsthilfe und bietet sowohl einen Überblick über bestehende Angebote als auch Informationen für alle an der Suchthilfe Interessierten an. Sie ist Bestandteil des Integrierten Gesundheitsprogramms. Weiterhin zu nennen ist die Stiftung Synanon, eine Sucht-Selbsthilfegemeinschaft, die sich als „Lebensschule auf Zeit“ versteht und ein einmaliges Aufnahme-sofort-Angebot vorhält. Menschen mit Suchtproblemen werden ohne Vorbedingungen sofort aufgenommen.

37

7. Rauschgiftkriminalität
Datenquellen: Statistiken des Bundes- und des Berliner Landeskriminalamtes 2012/2013

Fast gleichbleibend hoch ist die Zahl der Erstkonsumenten harter Drogen in Deutschland. Im Jahr 2013 waren es 19.210 EKhD und im Jahr 2012 19.559 EKhD. In Berlin stieg die Zahl der polizeilich erfassten erstauffälligen Konsumenten harter Drogen nach einem Rückgang von 2010 zu 2011 in den vergangenen zwei Jahren wieder etwas an. Im Jahr 2013 wurden insgesamt 1.210 Personen (1.011 Männer und 199 Frauen) erstmals als Konsumenten harter Drogen polizeilich auffällig. Im Vergleich zum Vorjahr (1.173 Personen) bedeutet dies einen Anstieg um 5 %.

7.1 Erstauffällige Konsumenten harter Drogen (EKhD)

Abbildung 18 Erstkonsumenten geschlechtsspezifisch im Jahresvergleich (absolute Fallzahlen)

1400 1200 1000 800 600 400 200 0 2010 2011 2012 2013

weiblich männlich

Von den 2013 erfassten EKhD waren 2,5 % unter 18 Jahre alt bzw. 25,3 % unter 25 Jahre alt. Bei den EKhD wurden besonders häufig Amphetamine und Kokain festgestellt. In der nachfolgenden Grafik ist im Jahresvergleich die Häufigkeit einzelner Drogen, die bei den EKhD vorgefunden wurden, dargestellt.

38 Abbildung 19 Erstkonsumenten harter Drogen in Berlin von 2008 bis 2013 (absolute Fallzahlen)

600 500 400 300 200 100 0 2008 2009 Amphetamine 2010 2011 Heroin 2012 Kokain 2013 Amph.-Derivate

Aufgrund der geringen Fallzahlen wurden andere Drogen wie z. B. LSD und Crack in der Grafik nicht mit ausgewiesen. In 2013 wurde bei 25 EKhD Crystal festgestellt (2012: 4 EKhD). Von den im Jahr 2013 polizeilich erfassten EKhD war keiner unter 14 Jahre alt. EKhD sind überwiegend ab dem 20. Lebensjahr und am häufigsten in der Altersgruppe der 30 bis 39-Jährigen ermittelt worden. Die detaillierte Altersverteilung der Erstkonsumenten harter Drogen ist der folgenden Grafik zu entnehmen. Abbildung 20 Altersverteilung der Erstkonsumenten harter Drogen in Berlin 2013 (absolute Fallzahlen)

180 160 140 120 100 80 60 40 20 0 14-17 Jahre 18-20 Jahre 21-24 Jahre 25-29 Jahre 30-39 Jahre Amphetamine Amph.-Derivate Heroin Kokain Crystal >=40 Jahre Andere

39

7.2 Drogentodesfälle

Die Zahl der Drogentodesfälle ist nach einem beinahe kontinuierlichen Rückgang seit 2005 in den letzten zwei Jahren wieder leicht angestiegen. Die Anstiegsrate von 2011 (114) auf 2012 (116) und von 2012 auf 2013 (119) betrug 1,8 % bzw. 2,6 %. Bundesweit ist erstmals nach einem Rückgang seit 2008 wieder ein Anstieg um 6 % zu verzeichnen (2012: 944 und 2013: 1.002 Drogentodesfälle). Von den Berliner Drogentoten im Jahr 2013 waren 97 männlich und 22 weiblich. Der Frauenanteil betrug 18,5 % und ist seit mehreren Jahren relativ konstant. Der Verlauf der Fallzahlen in Berlin weist seit 2000 insgesamt auf eine sinkende Tendenz hin trotz zwischenzeitlicher geringer Anstiege und Stagnationen. Die folgende Grafik umfasst die jährlichen Drogentodesfälle geschlechtsspezifisch unterteilt.

Abbildung 21 Drogentodesfälle in Berlin im Jahresvergleich (absolute Fallzahlen)

250
48

weiblich männlich
46 47 40 43 35 41 27 23 36 30 29 22 22 182 149 148 142 157 154 137 128 123 133

200

150
24 26

36 24 38

100

194

171 118

24 139 84 98 158 126 122

21 27

22

50

102

93 89 97

1991

1992

1993

1994

1995

1996

1997

1998

1999

2000

2001

2002

2003

2004

2005

2006

2007

2008

2009

2010

2011

2012

Im Vergleich zum Vorjahr stieg die Drogentodesfallzahl in Berlin geringfügig im Jahr 2013 an. Dies ist dennoch der drittniedrigste Wert seit 1995. Die Berliner Drogentodesfallrate bezogen auf 100.000 Einwohner liegt mit 3,5 im Vergleich mit anderen Großstädten im Mittelfeld.

2013

-

40 Abbildung 22 Drogentote in ausgewählten deutschen Großstädten insgesamt von 1999 bis 2013 (absolute Fallzahlen je 100.000 der durchschnittlichen Bevölkerung)

8,0 7,0 6,0 5,0 4,0 3,0 2,0 1,0 1999 2000 2001 2002 2003 2004 2005 2006 2007 2008 2009 2010 2011 2012 2013

Berlin Hamburg Frankfurt/M . Hannover München Köln

Das Durchschnittsalter lag in 2013 bei 37,6 Jahren Der Bundesdurchschnitt beträgt 38 Jahre und ist somit annähernd gleich.

(2012:

38,4

Jahre).

Abbildung 23 Altersverteilung der Berliner Drogentodesfälle im Jahresvergleich (absolute Fallzahlen) 65 und älter 55 - 64 J. 200 180 160 140 120 100 80 60 40 20 0 2001 2002 2003 2004 2005 2006 45 - 54 J. 35 - 44 J.

17 13 61 65 62 21

22 38 24 65 70 61 19 23

25 - 34 J. 20 - 24 J. 18 - 19 J. 15 - 17 J. < 15 J.

55

50

65 48 28 47

74 48

54

59

55

26

29

26

29

26

17
2007

15
2008

41 Insgesamt hatten 74 % der Drogentoten eine deutsche und 26 % eine ausländische Nationalität. Über die Hälfte der Verstorbenen war der Polizei vorher durch Betäubungsmitteldelikte bekannt. So wie in den Jahren zuvor, wurde bei den Drogentoten überwiegend eine Mischintoxikation festgestellt (2013: 84 %). Der Anteil der Mischintoxikationen stieg im Vergleich zum Vorjahr um ca. 10 % an. Die Einzelüberdosierungen waren durch Heroin (4 Fälle), Kokain (4), Methadon (3), Amphetamin (4), Ecstasy (1) und Crystal (1) verursacht. Insgesamt (Einzelüberdosierungen und Mischintoxikationen) ist – wie in den Vorjahren auch – Heroin am häufigsten bei den Drogentoten nachgewiesen worden; gefolgt von Kokain, Benzodiazepinen, Methadon und anderen Arzneimitteln. Im Vergleich zum Vorjahr ist ein deutlicher Anstieg bei Kokain festzustellen. Die Fallzahl hat sich hierbei fast verdoppelt. Die Zahl der Drogentoten, die keinen festen Wohnsitz hatte, sank von 15 % in 2012 auf 8 % in 2013. Die Zahl der Drogentoten, die zuvor nicht in Berlin gemeldet waren – also aus anderen Bundesländern bzw. Ländern kamen – stieg an (12 Fälle in 2013 im Vergleich zu 6 Fällen in 2012). Nach dem Ort des Auffindens und dem letzten Wohnsitz waren die meisten Drogentodesfälle in den Bezirken Mitte, Friedrichshain/Kreuzberg und Neukölln zu verzeichnen. Eine Bezirksübersicht, die die Entwicklungstrends seit 2004 aufzeigt, ist der folgenden Jahrestabelle zu entnehmen.

42
Abbildung 24 Bezirkliche Übersicht der Drogentodesfälle im Jahresvergleich von 2004 bis 2013 (absolute Fallzahlen)

43

Fußnoten
1

Die Hochrechnungen auf die Wohnbevölkerung der 15- bis 64-Jährigen müssen das 95%-Konfidenzintervall (KI) berücksichtigen. Sie sind daher mit der Spanne, die das KI vorgibt, angegeben.

2

Risikoarmer Konsum: Männer 0-24g, Frauen 12g; Riskanter Konsum: Männer >24-60g Alkohol pro Tag, Frauen >12-40g Alkohol pro Tag; schädlicher Konsum: Männer >60-120g Alkohol pro Tag, Frauen >40-80g Alkohol pro Tag; Hochrisikogruppe: Männer >120g Alkohol pro Tag, Frauen >80g Alkohol pro Tag

3

DSM-IV: Vierte Ausgabe des Diagnostic and Statistical Manual of Mental Disorders (Diagnostisches und Statistisches Handbuch Psychischer Störungen - Eine Übersicht diagnostischer Kriterien u. a. zur Einschätzung Substanzinduzierter Störungen wie z. B. Tabak- oder Alkoholmissbrauch bzw. -abhängigkeit) Das Hauptmerkmal eines Missbrauchs ist ein fehlangepasstes Muster von Substanzgebrauch, das sich in wiederholten und deutlich nachteiligen Konsequenzen infolge des wiederholten Konsums manifestiert. Abhängigkeit von einer psychotropen Substanz wird im DSM-IV anhand zwanghaften Konsums, begleitender Symptome, einer Toleranzentwicklung und Entzugssymptomatik definiert.

44

Quellenverzeichnis
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Pfeiffer-Gerschel, Tim; Kipke, Ingo; Flöter, Stephanie; Jacob, Lisa - Institut für Therapieforschung München (IFT) und Hammes, Diana - Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) und Rummel, Christina - Deutsche Hauptstelle für Suchtfragen (DHS) (2012): Bericht 2012 des nationalen REITOX-Knotenpunkts Deutschland an die Europäische Beobachtungsstelle für Drogen und Drogensucht (EBDD) - Neue Entwicklungen, Trends und Hintergrundinformationen zu Schwerpunktthemen Pfeiffer-Gerschel, Tim; Kipke, Ingo; Flöter, Stephanie; Jacob, Lisa - Institut für Therapieforschung München (IFT) und Budde, Axel - Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) und Rummel, Christina - Deutsche Hauptstelle für Suchtfragen (DHS) (2013): Bericht 2013 des nationalen REITOX-Knotenpunkts Deutschland an die Europäische Beobachtungsstelle für Drogen und Drogensucht (EBDD) - Neue Entwicklungen und Trends Rumpf, Hans-Jürgen; Meyer, Christian; Kreuzer, Anja & John, Ulrich; Hrsg: Universität Lübeck, Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie, Forschungssgruppe STEP(2011): Prävalenz der Internetabhängigkeit (PINTA) - Kurzbericht und Bericht an das Bundesministerium für Gesundheit Saß, Henning; Wittchen, Hans-Ulrich; Zaudig, Michael; Hauben, Isabel; (2003): Diagnostisches und Statistisches Manual Psychischer Störungen - DSM IV-TR Senatsverwaltung für Gesundheit, Umwelt und Verbraucherschutz, Referat I A und Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf, Forschungssektion ‚Child Public Health‘ (2008): Gesundheitsberichterstattung Berlin, Spezialbericht Gesundheits- und Risikoverhalten von Berliner Kindern und Jugendlichen - Ergebnisse der Studie „Health Behaviour in School-aged Children“ (HBSC-Studie)

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