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Full text: Gemeinsam - jederzeit und überall: wie Inklusion für Menschen mit Behinderung praktisch funktioniert

INKLUSIONSKONGRESS Berlin, 12.09. – 13.09.2014

Kongresswebsite:

Kongressvideo:

GEMEINSAM – JEDERZEIT UND ÜBERALL
Wie Inklusion für Menschen mit Behinderung praktisch funktioniert

Dokumentation

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Inhalt
04 08 16 16 18 23 29 32 34 03 Editorial Das Programm im Überblick ReferentInnen Das Programm im Detail

–	 Grußwort durch die parlamentarische Staats	sekretärin Gabriele Lösekrug-Möller –	 Keynote von Autor und Schauspieler Dr. Peter Radtke: 	 Inklusion – Utopie oder reale Vision? 	 Wo stehen wir gerade? –	 Diskussion: Status Quo Wirtschaft und Zivilgesellschaft: –	 Präsentationen: Best-Practice-Beispiele von Kooperationen 	 zwischen gemeinnützigen Organisationen und Unternehmen –	 Podiumsdiskussion: Reality-Check: Wie machen wir aus 	 Beispielen guter Praxis den Regelfall? –	 Workshops am Vormittag –	 Workshops am Nachmittag hohem Wirkungspotenzial

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Ausgezeichnet: Gemeinnützige Projekte mit Sehr gut, gut, fürs nächste Mal: Das Feedback zum Kongress Inklusionskongress 2014: Wer war dabei? Momentaufnahmen Impressum

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Editorial
Liebe Leserinnen und Leser,

Dokumentation zum Inklusionskongress 2014 in Berlin

205 Gäste, 50 ReferentInnen, 15 ausgezeichnete Projekte – wir nutzen die Zeit nach dem Inklusionskongress und ziehen Bilanz. PHINEO und das Bundesministerium für Arbeit und Soziales wollten hier in Berlin Zivilgesellschaft und Wirtschaft an einen Tisch bringen und zusammen überlegen, wie die Teilhabe von Menschen mit Behinderung im Arbeitsleben gelingen kann. „Gemeinsam – jederzeit und überall“ war das Motto für die zwei Tage – und wir wissen, zum guten Gelingen haben wir alle „gemeinsam“ beigetragen. Deshalb möchten wir Danke sagen: fürs Vorbeikommen und Helfen, fürs Zuhören, Diskutieren und Hinterfragen, fürs Mitmachen und Mitgestalten – und natürlich für die Unterstützung im Vorfeld! Für uns war es eine wunderbare Erfahrung, echte Vielfalt und deren Potenzial hautnah erleben zu dürfen. Das war uns von Anfang an ein großes Anliegen: Wir wollten einen Kongress auf die Beine stellen, auf dem nicht nur über Inklusion geredet wird. Wir wollten selbst die gleichberechtigte Teilhabe am Inklusionskongress ermöglichen. Und Barrierefreiheit, so schreibt es auch Der Tagesspiegel in seinem Veranstaltungsbericht, ist mehr als die Rollstuhlrampe. So gab es das Konferenzprogramm auch in Leichter Sprache sowie in Brailleschrift. Und wir haben uns auf die Suche nach einem entsprechenden Veranstaltungsort gemacht. Das ist selbst in einer Weltstadt wie Berlin keine leichte Aufgabe. Fündig geworden sind wir im Hotel Scandic Berlin Potsdamer Platz mit barrierefreien Konferenzräumen und Zimmern. Wir haben im Vorfeld der Veranstaltung die konkreten Unterstützungsbedarfe unserer Gäste abgefragt und so zum Beispiel eine Persönliche Assistenz sowie Gebärdensprachdolmetscher­ Innen engagiert – letztere selbstverständlich auch zum Netzwerken in den Pausen und ganz spontan für die Übersetzung der Live-Musik. Unter „Teilhabe“ verstehen wir jedoch mehr als reines Dabeisein. Wir wollten unseren Gästen auch die Möglichkeit geben, ihre Meinung einzubringen – zum Beispiel mit Fragen an das Publikum, über die diese mit einem Ted-System abstimmen konnten. Hat es gefallen? Inspiriert? Gewirkt? Mit diesen und vielen weiteren Fragen beschäftigen wir uns im Nachgang des Inklusionskongresses. Wir hoffen natürlich, dass die Veranstaltung Spuren hinterlässt und einen Beitrag zum Inklusionsprozess leistet. Die gesammelten Ideen und Inhalte haben wir auf den folgenden Seiten für Sie dokumentiert. Ihr PHINEO-Team

Gemeinsam stark! – Inklusion am Arbeitsmarkt
Das Video zum Kongress: www.inklusionskongress.org

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TAG 1
ab 9:00 10:00 – 10:15
Einlass

Programm 12.9.2014

Grußwort durch die Parlamentarische Staatssekretärin Gabriele Lösekrug-Möller, Bundesministerium für Arbeit und Soziales Keynote von Autor und Schauspieler Dr. Peter Radtke, Mitglied des Deutschen Ethikrats: Inklusion – Utopie oder reale Vision?

10:15 – 10:45

Seit einigen Jahren ist ein Begriff in aller Munde: Inklusion. Manch einer glaubt, dies sei lediglich ein Synonym für Integration. Andere wiederum erkennen, dass die Bezeichnung wesentlich weiter geht und halten Inklusion daher für eine Utopie. Bereits heute verwirklichte Beispiele beweisen, dass Inklusion sehr wohl möglich ist, sofern es die Bürgerinnen und Bürger nur wollen. Doch Teilhabe auf der einen Seite heißt immer Teil geben auf der anderen. Ist unsere Gesellschaft schon reif dafür?

10:45 – 12:00

Diskussion: Status Quo Wirtschaft und Zivilgesellschaft: Wo stehen wir gerade?
Wie ist es um die Teilhabe von Menschen mit Behinderung im Alltag, auf dem Arbeitsmarkt, in der Gesellschaft bestellt? Vor welchen Herausforderungen stehen dabei Arbeitgeberinnen und Arbeitgeber und wie können diese bewältigt werden? Wie können gemeinnützige Organisationen zur Überwindung dieser Hürden beitragen und den Inklusionsprozess insgesamt wirksam vorantreiben? Antworten auf diese und andere Fragen geben Christina Marx, Bereichsleiterin Aufklärung der Aktion Mensch, und Reinhard Wagner, Vorstand des UnternehmensForums

12:00 – 13:30 13:30 – 14:30

Mittagspause (Restaurant)

Präsentationen: Best-Practice-Beispiele von Kooperationen zwischen gemein­ ützigen n Organisationen und Unternehmen
Wie können Unternehmen und gemeinnützige Organisationen zusammen Lösungen für eine gelingende Inklusion erarbeiten? Wir stellen Ihnen erfolg­ reiche Praxisbeispiele vor: 	Sozialhelden e. V. (Raúl Aguayo-Krauthausen, Vorsitzender und Gründer) 	mit Immobilien Scout GmbH (Dirk Hoffmann, Geschäftsführer und COO)

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Programm 12.9.2014
	Otto Bock HealthCare GmbH (Christin Gunkel, Geschäftsführung und Leitung der	 Marketingkommunikation) mit dem International Paralympic Committee (IPC) (Alexis Schäfer, Marketing & Commercial Director)

14:30 – 15:00 15:00 – 16:30

	Perspektiva gemeinnützige GmbH (Michael Becker, Geschäftsführer) 	mit Werner Schmid GmbH Fulda (Monika Hauß-Schmid, Geschäftsführerin) 	 Kaffeepause (Foyer Tagungsraum / Coffee Break Area)

Podiumsdiskussion: Reality-Check – Wie machen wir aus Beispielen guter Praxis den Regelfall?
Wie kann der Transfer von erfolgreichen Kooperations-Beispielen gelingen, um den Inklusionsprozess insgesamt zu fördern? Wie schaffen wir es, dass der Best Case kein Einzelfall bleibt? Im Gespräch: 	 	 	 	 	Dr. Sigrid Arnade, Interessenvertretung Selbstbestimmt Leben in Deutschland e. V. – ISL Jan Dannenbring, Leiter der Abteilung Arbeitsmarkt, Tarifpolitik & Arbeitsrecht des Zentralverbands des Deutschen Handwerks (ZDH) 	Alexander Stock, Leiter der Hauptabteilung Kommunikation des Zweiten Deutschen Fernsehens, Anstalt des öffentlichen Rechts Kerstin Tack, Mitglied des Deutschen Bundestags, behindertenpolitische Sprecherin der SPD-Bundestagsfraktion

16:30 – 17:30

Feierliche Auszeichnung: Verleihung des WirktSiegels an herausragende gemeinnützige Projekte
Das Analyse- und Beratungshaus PHINEO stellt Ihnen 15 gemeinnützige Projekte vor, die besonders wirksam zur Inklusion für Menschen mit Behinderung beitragen.

Für das musikalische Rahmenprogramm sorgte die Münchener Band „blind & lame“. www.blindandlame.de

Laudatio: 	Verena Bentele, Beauftragte der Bundesregierung für die Belange 	 von Menschen mit Behinderung 	Dr. Fritz Pleitgen, Vorsitzender des Kuratoriums der Bundesliga-Stiftung Alle ausgezeichneten Projekte, Qualitätskriterien für erfolgreiches Inklusionsengagement und Tipps für Fördernde finden Sie im PHINEO-Themenreport „Ungehindert inklusiv!“ und unter www.phineo.org. Empfang mit Fingerfood (Foyer Tagungsraum / Coffee Break Area) Moderation: Wolfram Kons (RTL) und Zuhal Soyhan (Bayerisches Fernsehen)
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17:30 – 18:30

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TAG 2
10:00 – 10:15 10:15 – 12:15
Tagungsraum Aurora Borealis

Programm 13.9.2014
Begrüßung und Einführung in die Workshops (Tagungsraum Aurora Borealis) Kaffeepause (Foyer Tagungsraum / Coffee Break Area)

09:30 – 10:00

Vormittag: Workshops zur Auswahl
	 	 	 	 	 	 	 	 	 	 	 	 	 	 	 	 	 	 	 	1. Corporate Citizenship: Wirkungsvolle Partnerschaften Wie können gemeinnützige Organisationen und Unternehmen eine nachhaltige Partnerschaft gestalten, um das gemeinsame Ziel Inklusion zu erreichen? Michael Becker, Perspektiva gGmbH; Moritz Hillebrand, Anschutz Entertainment Group; Andreas Kanne, Deutsche Bank AG; Dr. Angelika Magiros, Bundesvereinigung Lebenshilfe e. V.; Angela Meyenburg, Kulturloge Berlin e. V.; Julia Propp, PHINEO gAG; Martina Schwebe-Eckstein, Deutsche Telekom AG 	2. Kommunikation: Auf Augenhöhe Wie spreche ich mit und über Menschen mit Behinderung? Tipps für die interne und externe Unternehmungskommunikation. Florian Hinze, PHINEO gAG; Lilian Masuhr, Leidmedien.de/Sozialhelden e. V.; Laura M. Schwengber, Gebärdensprachdolmetscherin und aktiv für den NDR 	3. Personalmanagement: Vorbild gemeinnützige Organisation Was Unternehmen von gemeinnützigen Organisationen lernen können, die Menschen mit Behinderung beschäftigen. Christian Burger, „Viva Vita“ Integrationsprojekt Freising gGmbH; Dr. Philipp Hoelscher, PHINEO gAG; Alexander Kraemer, AfB gemeinnützige GmbH 	4. Gemeinnützige Organisationen: Inklusion für Fortgeschrittene Wirksame Ideen und Ansätze erfolgreich verbreiten: So gelingt der Transfer vorbildlicher Inklusionsprojekte. Charlotte Buttkus, PHINEO gAG; Julia Meuter, Stiftung Bürgermut; Dirk Müller-Remus, auticon GmbH; Ilka Pfänder, lvkm-sh e. V.

Raum Stockholm

Raum Pine

Raum Copenhagen

12:15 – 13:15

Mittagspause (Restaurant)

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TAG 2
13:15 – 15:15
Raum Copenhagen 	 	 	 	 	 	 	 	 	 	 	 	 	 	 	 	 	

Programm 13.9.2014
Nachmittag: Workshops zur Auswahl
	1. Corporate Citizenship: Engagement im Bereich Inklusion Gelingenskriterien und Maßnahmen für ein wirkungsvolles Corporate Citizenship im Bereich Inklusion. Katrin Eisenhofer, „Ich will da rauf!“ e. V.; Benjamin Fraaß, PHINEO gAG; Dr. Carsten Rahlf, ERGO Versicherungsgruppe AG; Florian Wahl, SKYLOTEC GmbH 	2. Personalmanagement: Unkündbar? Mythen und Fakten zur Beschäftigung von Menschen mit Behinderung Was müssen Sie bei der Einstellung von Menschen mit Behinderung beachten? Alfons A. Adam, Daimler AG; Dr. Philipp Hoelscher, PHINEO gAG; Andreas Truglia, IHK Berlin 	3. Gemeinnützige Organisationen: Inklusion für Profis Kriterien für eine wirkungsvolle Inklusion. Bernadette Bros-Spähn, IGLU; Elisabeth Hermanns, PIKSL; Tobias Marczinzik, In der Gemeinde Leben gGmbH ; Sonja Schäffler, PHINEO gAG; Wolfgang Spähn, IGLU; Christoph Wiche, PIKSL 	4. Fundraising: Dos and Don’ts Fördernde erklären, wie Wirkungsorientierung zu einem erfolgreichen Fundraising beitragen kann. Kerstin Albrecht, PHINEO gAG; Thimo Valentin Schmitt-Lord, BayerStiftungen; Andreas Schwarzhaupt, Sir Peter Ustinov Stiftung

Raum Pine

Tagungsraum Aurora Borealis

Raum Stockholm

15:15 – 15:30 15:30 – 16:00

Kaffeepause (Foyer Tagungsraum / Coffee Break Area)

Motivation Speech von Kabarettist Rainer Schmidt: Keine Hände – keine Langeweile (Tagungsraum Aurora Borealis)
„Inklusion ist die Kunst des Zusammenlebens von sehr verschiedenen Menschen“, sagt Rainer Schmidt. „Besonderheiten sind Glücksfälle, keine Problemfälle.“ Er bekennt: „Hätte ich wie jeder andere zwei Hände, wäre mein Leben viel langweiliger.“ Rainer Schmidt erzählt von Grenzerfahrungen, von Behinderungen und Teilhabe. Ende der Veranstaltung

www.schmidt-rainer.com

16:00

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ReferentInnen

Für Sie vor Ort

	Alfons A. Adam, Konzern- und Gesamtschwerbehindertenvertretung, Daimler AG Seit 1984 vertritt Alfons A. Adam als Konzern- und Gesamtschwerbehindertenvertreter bei der Daimler AG die Interessen von 8.500 betroffenen Mitarbeitenden und von über 50 Schwerbehindertenvertretungen der einzelnen Standorte. Er ist außerdem Vorsitzender des Arbeitskreises der Schwerbehindertenvertretungen der Deutschen Automobilindustrie. 	Raúl Aguayo-Krauthausen, Vorsitzender und Gründer, Sozialhelden e. V. Als ausgebildeter Telefonseelsorger, studierter Kommunikationswirt und Design Thinker arbeitet Raúl Aguayo-Krauthausen seit über zehn Jahren in der Internet- und Medienwelt. Seit 2011 ist er Ashoka Fellow und konzentriert sich auf die Arbeit bei den Sozialhelden und vor allem an der Wheelmap. Auf Grund seiner Glasknochen ist er auf den Rollstuhl angewiesen. 2013 wurde er mit dem Bundesverdienstkreuz am Bande ausgezeichnet und im Januar 2014 veröffentlichte er seine Biographie „Dachdecker wollte ich eh nicht werden – Das Leben aus der Rollstuhlperspektive”. Kerstin Albrecht, Analystin, PHINEO gAG Kerstin Albrecht arbeitet seit 2012 in dem Bereich Analyse und Forschung des gemeinnützigen Analyse- und Beratungshauses PHINEO. Dort ist sie schwerpunktmäßig für die Themen wirkungsorientierte Steuerung und Wirkungsevaluation zuständig. Kerstin Albrecht hat Soziologie und Psychologie in Marburg und Nancy studiert. Dr. Sigrid Arnade, Geschäftsführerin, Interessensvertretung Selbstbestimmt Leben Deutschland e. V. Dr. Sigrid Arnade ist gelernte Tierärztin und seit 1986 zur Fortbewegung auf einen Rollstuhl angewiesen. Seither hat sie als Journalistin, Moderatorin und Projektmanagerin mit den Schwerpunkten „behinderte Frauen“, „rechtliche Gleichstellung“ und „barrierefreies Naturerleben“ gearbeitet. 2005 / 2006 nahm sie für den Deutschen Behindertenrat an den Verhandlungen zur Behindertenrechtskonvention in New York teil. 	Michael Becker, Geschäftsführer, gemeinnützige Perspektiva GmbH Michael Becker ist Sozialarbeiter und seit 15 Jahren Geschäftsführer von Perspektiva. Er setzt sich dafür ein, dass Jugendliche mit Handicap durch Arbeit eine eigene Lebensperspektive gewinnen und freut sich, wenn (möglichst) viele Unternehmen Jugendlichen mit Handicap eine berufliche Chance geben. 	Verena Bentele, Beauftragte der Bundesregierung für die Belange von Menschen mit Behinderung 1982 in Lindau geboren studierte Verena Bentele Neuere Deutsche Literatur an der LudwigMaximilians-Universität in München. Als Leistungssportlerin im Langlauf Biathlon gewann sie zwölfmal Paralympisches Gold. Seit 2006 hält sie Vorträge, gibt Seminare für Firmen und bietet systematisches Coaching an. Darüber hinaus ist sie freiberuflich als Referentin im Bereich Personaltraining und -entwicklung tätig. Verena Bentele engagiert sich unter anderem als Botschafterin der Laureus Stiftung Deutschland und der Christoffel-Blindenmission.

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ReferentInnen

Für Sie vor Ort

	Bernadette Bros-Spähn, Vereinsvorsitzende, Integration statt Aussonderung, Gemeinsam Leben – Gemeinsam Lernen e. V. Bernadette Bros-Spähn studierte Soziale Arbeit in den Niederlanden. Sie ist Eutonie-Pädagogin / Therapeutin, Moderatorin „Persönliche Zukunftsplanung“, Mitglied im EU-Netzwerk „Persönliche Zukunftsplanung“, Vorsitzende des Vereins „Integration statt Aussonderung, Gemeinsam Leben – Gemeinsam Lernen“ in Ludwigshafen, Trägerverein von IGLU, und Mutter einer behinderten Tochter. 	Christian Burger, Betriebsleiter, Integrationsprojekt Freising gGmbH Der ausgebildete Bankkaufmann und Heilerziehungspfleger ist seit 2001 Betriebsleiter der Integrationsfirma „Viva Vita“ in Freising. Aus dem ursprünglichen Konzept einer Begegnungsstätte von Menschen mit und ohne Behinderung ist mittlerweile ein professioneller Betrieb mit Mitarbeitenden mit und ohne Behinderung erwachsen. 	Charlotte Buttkus, Analystin, PHINEO gAG Charlotte Buttkus ist seit 2010 als Analystin bei PHINEO tätig und dort verantwortlich für Wirkungsorientierung im Themenfeld Inklusion. Sie studierte Europäische Studien und setzt sich seit 2005 beruflich und ehrenamtlich für mehr Transparenz in der Zivilgesellschaft ein. Zuvor war sie unter anderem beim DZI tätig. 	Jan Dannenbring, Leiter der Abteilung Arbeitsmarkt, Tarifpolitik und Arbeitsrecht, Zentralverband des Deutschen Handwerks (ZDH) Jan Dannenbring studierte Rechtswissenschaften und Neuere Geschichte in Bonn und Genf und ist seit 1996 für den ZDH an verschiedenen Standorten tätig. Seit 2007 ist er Leiter der Abteilung Arbeitsmarkt, Tarifpolitik und Arbeitsrecht in Berlin. Zusätzliche Aufgabenschwerpunkte bilden die europäische Sozialpolitik und die gesellschaftliche Verantwortung der Unternehmen (CSR) einschließlich Inklusion. 	Katrin Eisenhofer, Fundraising, Administration, Klettergruppen und Öffentlichkeitsarbeit, „Ich will da rauf!“ e. V. Katrin Eisenhofer arbeitet seit 2011 für den Verein „Ich will da rauf!“ e. V. – Klettern für Menschen mit und ohne Behinderung in München. In ihrem Studium der Soziologie der sozialen Ungleichheit, Religionssoziologie, Pädagogik und Sozialpsychologie (Diplom) hat sie sich auf Soziologie der Behinderung und Disability Studies spezialisiert. 	Benjamin Fraaß, Berater, PHINEO gAG Seit 2012 begleitet Benjamin Fraaß im Beratungsteam von PHINEO Unternehmen und Stiftungen dabei, ihr Engagement in Partnerschaften strategisch zu planen, wirkungsorientiert umzusetzen, zu evaluieren und adressatengerecht zu kommunizieren. 	Christin Gunkel, Geschäftsführung und Leitung der Markenkommunikation, Otto Bock HealthCare GmbH Die studierte Medienwissenschaftlerin Christin Gunkel arbeitet seit 2004 bei dem Medizintechnikunternehmen in Duderstadt. Sie betreute diverse nationale und internationale Sonderprojekte im Bereich Unternehmenskommunikation, unter anderem das Engagement bei den Paralympics ab 2006 sowie der Expo Weltausstellung 2010 in Shanghai. Seit Januar 2012 verantwortet sie die Marketingkommunikation sowie das globale Paralympische Engagement.
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ReferentInnen

Für Sie vor Ort

	Monika Hauß-Schmid, Geschäftsführerin, Werner Schmid GmbH Fulda Monika Hauß-Schmid ist Geschäftsführerin der Werner Schmid GmbH Fulda (Produktion von technischen Metall- und Kunststoffteilen) mit 300 Angestellte und hat vier Jugendliche mit Handicap unbefristet in ihrem Unternehmen eingestellt. Seit 2009 ist die Unternehmerin Vizepräsidentin der IHK Fulda, seit 2007 Mitglied im Vorstand Arbeitgeberverband. Sie ist Gründungs- und Beiratsmitglied der Perspektiva gGmbH. 	Elisabeth Hermanns, Dozentin, PIKSL Labor Die 1969 in Düsseldorf geborene Elisabeth Hermanns besuchte bis zu ihrem 18. Lebensjahr eine Sonderschule für Lernbehinderte. Von 1998 bis 2008 arbeitete sie in der Werkstatt „In der Steele“. Seit 2006 sitzt Elisabeth Hermanns im Klientenrat der IGL gGmbH. Seit 2013 ist sie in der Bewohner- und Klientenvertretung aktiv. Darüber hinaus ist sie seit 2013 Dozentin für Seniorencomputerkurse im PIKSL Labor. 	Moritz Hillebrand, Vice President Communication, Anschutz Entertainment Group Der studierte Publizist Moritz Hillebrand arbeitet seit 2007 für das Unternehmen, das in Berlin die Multifunktionsarena O2 World betreibt sowie das umliegende Areal zu einem innerstädtischen Quartier entwickelt. Zuvor war er seit 1999 Pressesprecher des Eishockey-Clubs Eisbären Berlin, der ebenfalls zur Anschutz Entertainment Group gehört. 	Florian Hinze, Kommunikation, PHINEO gAG Florian Hinze wirkt und textet beim gemeinnützigen Analyse- und Beratungshaus PHINEO. Zuvor war er sieben Jahre als Contentmanager und Online-Redakteur bei einem Web-Magazin tätig. Hinze ist Diplom-Politologe und studierte an der Freien Universität Berlin. Selbst ehrenamtlich engagiert, ist er mit den Sorgen und Nöten gemeinnütziger Arbeit bestens vertraut. 	Dr. Philipp Hoelscher, Leitung Analyse & Forschung, PHINEO gAG Dr. Philipp Hoelscher leitet bei PHINEO den Bereich Analyse & Forschung. Zuvor war der promovierte Politologe und Kommunikationswissenschaftler für verschiedene zivilgesellschaftliche Organisationen tätig, darunter das Maecenata Institut für Philanthropie und Zivilgesellschaft und die Amadeu Antonio Stiftung. 	Dirk Hoffmann, Geschäftsführer und COO, Immobilien Scout GmbH Dirk Hoffmann (45) ist seit 2009 Geschäftsführer und COO der Immobilien Scout GmbH und in dieser Funktion für die Bereiche IT, Finanzen und Personal verantwortlich. Zuvor arbeitete er mehrere Jahre als Unternehmensberater bei Booz Allen & Hamilton (heute: Booz & Company) in München. Von 2001 bis 2009 war er bei der Fox Mobile Group (vormals Jamba!) in Berlin tätig – seit 2003 als CFO. 	Andreas Kanne, Firmenkundenberater, Deutsche Bank AG Andreas Kanne hat an der Frankfurt School of Finance and Management die Qualifikation zum dipl. Bankbetriebswirt und den Bachelor of Science erlangt. Er ist seit 15 Jahren als Berater im Privat- und Firmenkundengeschäft tätig und betreut derzeit bei der Deutschen Bank in Fulda mittelständische Geschäftskunden.

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Foto: RTL / Benno Kaehahn

Für Sie vor Ort

	Wolfram Kons, Moderator, RTL Wolfram Kons moderiert „Guten Morgen Deutschland“ sowie den „RTL-Spendenmarathon” und ist Gesamtleiter von RTL-Charity. Nach dem abgeschlossenen Jura-Studium in Freiburg und München sowie einem journalistischen Volontariat arbeitete er als Reporter und Autor für verschiedene Medien wie den WDR oder DIE WELT. Seit 1990 ist er als TV-Moderator hauptsächlich für RTL tätig. 2004 erhielt er die Verdienstmedaille des Bundesverdienstordens der Bundesrepublik Deutschland für sein Engagement beim RTL-Spendenmarathon. 	Alexander Kraemer, Corporate Social Responsibility/Development, AfB gemeinnützige GmbH Basierend auf seinen Erfahrungen bei international agierenden sozialen Unternehmen, NGOs und einem Netzwerk für Wirkungsanalysten sowie als Berater für Nachhaltigkeit im Finanz- und Produktionswesen ist Alexander Kraemer verantwortlich für die stakeholderorientierte Unternehmensentwicklung der AfB Social & Green IT. 	Gabriele Lösekrug-Möller, Parlamentarische Staatssekretärin, Bundesministerium für Arbeit und Soziales Die gelernte Buchhändlerin studierte bis 1979 an der evangelischen Fachhochschule für Sozialpädagogik in Hannover. Anschließend arbeitete sie als Diplom-Sozialpädagogin und Sozialarbeiterin. Seit 1972 engagiert sich Gabriele Lösekrug-Möller in der SPD. Dem Deutschen Bundestag gehört sie seit 2001 an und wurde zuletzt direkt im Wahlkreis Hameln-Pyrmont, Holzminden gewählt. 	Dr. Angelika Magiros, Referentin für Öffentlichkeitsarbeit in der Bundesvereinigung Lebenshilfe e. V. Dr. Angelika Magiros ist Referentin für Öffentlichkeitsarbeit in der Bundesvereinigung Lebenshilfe e. V. Sie führt Veranstaltungen, Kampagnen und Kooperationsprojekte mit PartnerInnen aus Wirtschaft und Gesellschaft durch, um inklusive Themen wie zum Beispiel das bürgerschaftliche Engagement für und von Menschen mit Behinderung voranzubringen. 	Tobias Marczinzik, Projektmanager, In der Gemeinde leben gGmbH Tobias Marczinzik studierte visuelle Kommunikation an der Fachhochschule Düsseldorf und der Birmingham City University / Birmingham Institute of Art and Design, Großbritannien. Bereits während seines Studiums war er als wissenschaftlicher Mitarbeiter unter anderem für die Volkswagen AG tätig. Seit 2010 ist er Projektmanager bei In der Gemeinde leben gGmbH und leitet das Projekt PIKSL. 	Christina Marx, Bereichsleiterin, Aktion Mensch e. V. Christina Marx ist Bereichsleiterin Aufklärung der Aktion Mensch und in dieser Funktion verantwortlich für die Aufklärungsprojekte der Soziallotterie. Die Diplom-Dolmetscherin und Kommunikationsberaterin ist Mitglied im Expertenkreis „Inklusive BILDUNG“ der Deutschen UNESCOKommission. Zuvor betreute sie Kampagnen und Projekte von Bundes- und Landesministerien, Non-Profit-Organisationen und beriet Unternehmen zu Fragen sozialer Verantwortung.

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Für Sie vor Ort

	Lilian Masuhr, Projektleiterin, Leidmedien.de / Sozialhelden e. V. Lilian Masuhr ist Journalistin für Online-Medien und Radio in Berlin. Bei den Sozialhelden leitet sie das Projekt „Leidmedien.de“, das in Kooperation mit der Aktion Mensch Tipps für eine klischeefreie Wort- und Bildsprache über behinderte Menschen gibt. Neben dem Studium der Kulturwissenschaft und Französischen Philologie (Universität Potsdam) arbeitete sie beim Sender Fritz (rbb). Sie gibt Medientraining-Workshops und moderiert Podiumsdiskussionen über digitale Kultur und sozialen Journalismus. 	Julia Meuter, Leitung Transferberatung, Stiftung Bürgermut Julia Meuter arbeitet als Leiterin Transferberatung bei der Stiftung Bürgermut. Zuvor war sie bei der EVPA tätig und leitete beim Bundesverband Deutscher Stiftungen das „Social Franchise Projekt“ sowie „Effekt n –Methoden erfolgreichen Projekttransfers“. Sie ist Autorin zahlreicher Publikationen zu Fragen der systematischen Skalierung von Gemeinwohllösungen. 	Angela Meyenburg, Gründerin und Geschäftsführerin, Kulturloge Berlin e. V. Angela Meyenburg ist Gründerin und Geschäftsführerin der Kulturloge Berlin e. V., einer gemeinnützige Einrichtung, die ihren Schwerpunkt in der niedrigschwelligen Kulturvermittlung hat. Innerhalb von drei Jahren hat die Kulturloge Berlin mehr als 400 Kooperationen mit PartnerInnen aus Kultur, Sozialbereich, Wissenschaft und Wirtschaft aufgebaut. 	Dirk Müller-Remus, Geschäftsführer und Gründer, auticon GmbH Der 1957 geborene Dirk Müller-Remus ist in Frankfurt am Main aufgewachsen. Dort absolvierte er auch sein Studium der Betriebswirtschaft. Nach beruflichen Stationen bei Siemens (Software Entwicklung) und Astra DeTeWe (Mitglied der Geschäftsleitung) übernahm er die Vorstandstätigkeit bei NovaVision, einem Medizintechnik-Unternehmen. Bereits 2009 beschäftigte er sich mit der Arbeitsmarktsituation von Menschen im Autismus-Spektrum und gründete Ende 2011 die auticon GmbH. 	Julia Propp, Beraterin, PHINEO gAG Julia Propp ist Wirtschaftswissenschaftlerin mit Leidenschaft für den gemeinnützigen Sektor. Seit drei Jahren arbeitet sie bei der PHINEO gAG im Beratungsbereich. Dort plant sie gemeinsam mit Unternehmen wirkungsvolle Corporate-Citizenship-Projekte. Privat ist sie in zahlreichen gemeinnützigen Initiativen und Vereinen engagiert. 	Ilka Pfänder, Projektleitung „Bewegungswelt für alle“, lvkm-sh e. V. Die 38-jährige Diplom-Sozialpädagogin arbeitet seit über vier Jahren beim Landesverband für körper- und mehrfachbehinderte Menschen Schleswig-Holstein e. V. Als Leiterin von inklusiven Projekten liegen ihr die nachhaltige Wirkung und ein großräumiger Vervielfältigungseffekt besonders am Herzen. 	Dr. Fritz Pleitgen, Vorsitzender des Kuratoriums, Bundesliga-Stiftung Dr. Fritz Pleitgen war Vorsitzender der Geschäftsführung der RUHR.2010 GmbH und organisierte das Jahr der Kulturhauptstadt Europas 2010 „Essen für das Ruhrgebiet“. Von 1963 bis 2007 war er für den WDR als Auslandskorrespondent (u. a. Moskau, Washington, New York), Fernseh-Chefredakteur, Hörfunk-Direktor und Intendant tätig. 2001 bis 2002 war er ARD-Vorsitzender, von 2006 bis 2008 Präsident der Europäischen Rundfunkunion. 2007 erhielt er den „Ehrenpreis der Bundesliga“ für seine Verdienste um den Profifußball. Seit 2011 ist er Präsident der Deutschen Krebshilfe.

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Für Sie vor Ort

	Dr. Peter Radtke, Autor, Schauspieler und Mitglied des Deutschen Ethikrates Der 1943 geborene Autor und Schauspieler Dr. Peter Radtke studierte Romanistik und Germanistik in Regensburg und Genf und lebt mit der Glasknochenkrankheit. Seit 1977 ist er Fachgebietsleiter für das Behindertenreferat der Münchner Volkshochschule. Von 1984 bis 2008 war er Geschäftsführer und Leitender Redakteur der „Arbeitsgemeinschaft Behinderung und Medien“. Darüber hinaus ist er als Schriftsteller und Schauspieler tätig. Radtke wurde vielfach ausgezeichnet, unter anderem trägt er das Bundesverdienstkreuz 1. Klasse. Er ist Mitglied des Deutschen Ethikrates. 	Dr. Andreas Rickert, Vorstand, PHINEO gAG Seit Dezember 2009 ist Dr. Andreas Rickert Vorstandsvorsitzender der PHINEO gemeinnützigen AG. Zuvor arbeitete er zwei Jahre bei der Bertelsmann Stiftung als Director des Programms “Zukunft der Zivilgesellschaft” und unterstützte den Vorstand als Assistent. Seine Karriere begann er 2004 bei der Unternehmensberatung McKinsey & Company. Als Projektmanager war er primär im Öffentlichen und Healthcare Sektor tätig. Dr. Andreas Rickert hat Biologie in Düsseldorf, Davis und Bonn studiert und in Molekularbiologie in Köln und Stanford promoviert. Alexis Schäfer, Marketing & Commercial Director, International Paralympic Committee (IPC) Nach einem Betriebswirtschaftsstudium arbeitet Alexis Schäfer seit 2002 für das International Paralympic Committee in Bonn. Die Dachorganisation der Paralympischen Bewegung ist vor allem verantwortlich für die Organisation der Paralympischen Spiele. In seiner Tätigkeit betreut er das Thema „Marke“ sowie Partnerschaften mit internationalen Fernsehsendern und Sponsoren. 	Sonja Schäffler, Analystin, PHINEO gAG Die Politologin Sonja Schäffler arbeitet seit 2010 im Bereich Analyse und Forschung bei PHINEO. Sie war unter anderem mit verantwortlich für Themenreports zu zivilgesellschaftlichem Engagement im Bereich Demenz und Depression und ist eine der verantwortlichen Analystinnen beim Themenreport Inklusion. 	Rainer Schmidt, Referent, Kabarettist und Pfarrer Rainer Schmidt ist Evangelischer Pfarrer und Dozent am Pädagogisch Theologischen Institut der Evangelischen Kirche im Rheinland in Bonn für Integrative Gemeindearbeit. Der freiberufliche Referent, Kabarettist und Buchautor ist mehrfacher Tischtennis-Goldmedaillengewinner bei den Paralympics. Sein Credo: „Weil ich meine Talente genieße, kann ich meine Grenzen gut ertragen.“ 	Thimo Valentin Schmitt-Lord, Leiter für Stiftungs- und Spendenwesen, Bayer-Stiftungen Thimo Valentin Schmitt-Lord ist Leiter für Stiftungs- und Spendenwesen bei der Bayer AG sowie Vorstand der Bayer-Stiftungen. Er ist mitverantwortlich für die Investitionen der Bayer AG in gemeinnützige Projekte in den Bereichen Bildung, Wissenschaft und soziale Entwicklung. Aktuell investiert die Bayer AG rund 50 Millionen Euro jährlich in Förderprojekte in 74 Ländern.

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ReferentInnen

Für Sie vor Ort

	Andreas Schwarzhaupt, Stiftungsrat, Sir Peter Ustinov Stiftung Andreas Schwarzhaupt ist Mitglied im Stiftungsrat der Sir Peter Ustinov Stiftung. Die in Frankfurt am Main ansässige Stiftung setzt sich seit 1999 dafür ein, insbesondere benachteiligte und aus­ gegrenzte Kinder in ihrer Entwicklung zu fördern, um ihnen eine gleichberechtigte Teilhabe an der Gesellschaft zu ermöglichen. 	Martina Schwebe-Eckstein, Group Corporate Responsibility, Deutsche Telekom AG Martina Schwebe-Eckstein ist Betriebswirtin bei der Deutschen Telekom und im Bereich des gesellschaftlich unternehmerischen sozialen Engagements tätig. Dort verantwortet sie das Programm engagement@telekom, welches konzernweit alle Aktivitäten im sozialen Bereich beinhaltet. Zu Ihren Aufgaben gehört auch, Kooperationen und Maßnahmen mit gemeinnüt­ ­zigen Organisationen zu realisieren. 	Laura M. Schwengber, Gebärdensprachdolmetscherin Die 24-jährige staatlich geprüfte Dolmetscherin für Deutsche Gebärdensprache studierte in Magdeburg und Berlin Dolmetschen, Deaf Studies, Gebärdensprachpädagogik und Englisch. Seit einigen Jahren verknüpft sie ihre beiden Leidenschaften Gebärdensprache und Musik und dolmetscht Konzerte und Musikvideos, unter anderem für den NDR. 	Zuhal Soyhan, Journalistin, Moderatorin und Autorin, Bayerisches Fernsehen Zuhal Soyhan absolvierte die Deutsche Journalistenschule in München. Seit zehn Jahren arbeitet sie als Redakteurin bei der Sendung „Wir in Bayern“ im Bayerischen Fernsehen. Daneben moderiert sie Fernsehsendungen und zahlreiche Live-Veranstaltungen. Zuhal Soyhan ist verheiratet und pendelt zwischen München und Stuttgart. 	Wolfgang Spähn, Vorstand, LAG Rheinland-Pfalz Gemeinsam Leben – Gemeinsam Lernen e. V. Der Diplom-Sozialpädagoge ist freigestellter Betriebsrat und Vertrauensperson der schwerbehinderten Menschen. Darüber hinaus ist er Vorstandsmitglied in der LAG Rheinland-Pfalz Gemeinsam Leben – Gemeinsam Lernen e. V. sowie Mitglied im Landesbehindertenbeirat zur Teilhabe behinderter Menschen des Landes Rheinland-Pfalz und Vater einer behinderten Tochter. 	Alexander Stock, Leiter Hauptabteilung Kommunikation, Zweites Deutsches Fernsehen Der 1962 in Köln geborene Alexander Stock studierte Politikwissenschaft, Geschichte und Soziologie in Mainz. Seine berufliche Laufbahn startete er 1986 als Nachrichtenredakteur für die „heute“-Sendungen beim Zweiten Deutschen Fernsehen (ZDF). Dem ZDF ist er bis heute treu geblieben. Nach verschiedenen Stationen leitet er seit 2002 die ZDF-Hauptabteilung Kommunikation. 	Kerstin Tack, MdB, behindertenpolitische Sprecherin der SPD-Bundestagsfraktion Kerstin Tack leitete von 1996 bis 1998 eine Jugendhilfeeinrichtung der Arbeiterwohlfahrt und war danach beim Deutschen Gewerkschaftsbund für den Jugendbildungsbereich zuständig. Es folgten Posten als Geschäftsführerin des Betreuungsvereines Hildesheim e. V. sowie des Niedersächsischen Landesjugendhilfeausschusses im Niedersächsischen Landesamt für Soziales, Jugend und Familie. Seit 2009 ist die Diplom-Sozialpädagogin Mitglied der SPD-Fraktion im Deutschen Bundestag.
Foto: Carmen Sauerbrei

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ReferentInnen

Für Sie vor Ort

	Andreas Truglia, Ausbildungsberater für gastgewerbliche Berufe, IHK Berlin Als Ausbildungs- und Inklusionsberater der Industrie- und Handelskammer Berlin geht Andreas Truglia in die Betriebe, informiert vor Ort über Fördermöglichkeiten und klärt über die Gesetzeslage auf. Die IHK Berlin unterstützt damit die „Inklusionsinitiative für Ausbildung und Beschäftigung“ der Bundesregierung sowie weiterer Partnerinnen und Partner. 	Reinhard Wagner, Vorstand, UnternehmensForum e. V. Reinhard Wagner ist Beauftragter für Mitarbeitende mit Schwerbehinderung und Leiter betriebliches Eingliederungsmanagement bei der Fraport AG in Frankfurt am Main und seit 1998 für das Unternehmen tätig. Zuvor war er als Projektingenieur und -leiter zahlreicher Fabrik- und Produk­ tionsplanungsprojekte im In- und Ausland bei Schenck Engineering GmbH. Seit 2013 ist er stell­ vertretender Vorstandsvorsitzender im UnternehmensForum. 	Florian Wahl, Leitung Vertrieb & Marketing Sport, SKYLOTEC GmbH Florian Wahl ist passionierter Sportler und leitet bei SKYLOTEC den Sportbereich, wo er für das gesamte Marketing sowie den Vertrieb zuständig ist. Vor seiner Zeit bei SKYLOTEC war er bei mehreren namhaften Unternehmen aus der Sportbranche im Vertrieb tätig und verfügt heute über ein hervorragendes Netzwerk. 	Christoph Wiche, Dozent, PIKSL Labor Der 1970 in Düsseldorf geboren Christoph Wiche absolvierte zunächst an einer Sonderschule für lernbehinderte SchülerInnen einen Hauptschulabschluss Klasse A. 1990 nahm er in der Kleiderkammer der Caritas Düsseldorf ein Jahr lang an einer ABM-Maßnahme teil. Zwischen 2000 bis 2006 war er in einer Werkstatt für angepasste Arbeit tätig. Seit 2006 sitzt Christoph Wiche im Klientenrat der IGL gGmbH. Seit dem vergangenen Jahr ist er in der Bewohner- und Klientenvertretung aktiv und darüber hinaus Dozent für Seniorencomputerkurse im PIKSL Labor.

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Das Programm im Detail

Grußwort durch die Parlamentarische Staats­ ekre­ s tärin Gabriele Lösekrug-Möller, Bundesministerium für Arbeit und Soziales (Abstract)
Wir brauchen eine inklusive Gesellschaft, in der jeder Mensch die Chance erhält, sich mit seinen individuellen Fähigkeiten einzubringen. Um auf dem Weg zu einer inklusiven Lebens- und Arbeitswelt weiter voranzukommen, sind wir auf den Erfahrungs- und Wissensaustausch der verschiedenen Akteure angewiesen. Dies sollte durch entsprechende gute Beispiele aufgezeigt werden. Die UN-Behindertenrechtskonvention (UN-BRK) regelt ausdrücklich, dass die Zivilgesellschaft, insbesondere Menschen mit Behinderungen und ihre Organisationen, umfassend in den Prozess der Umsetzung des Übereinkommens eingebunden sind. Hierbei geht es zum einen um die politische Partizipation und zum anderen um die volle, wirksame und gleichberechtigte Teilhabe von Menschen mit Behinderungen an der Gesellschaft, also um die Anerkennung des wertvollen Beitrags, den Menschen mit Behinderung zum allgemeinen Wohl und zur Vielfalt der Gesellschaft leisten können, sowie den Zugang zu einem offenen und inklusiven Arbeitsmarkt. Das Bundesministerium für Arbeit und Soziales (BMAS) koordiniert die Umsetzung der UN-Behindertenrechtskonvention in Deutschland. In der Federführung des BMAS wurde vor gut drei Jahren der Nationale Aktionsplan der Bundesregierung zur Umsetzung der UN-BRK (NAP) als Paket mit über 200 Maßnahmen entwickelt. Ein wichtiger Bereich des NAP ist die Stärkung der Beschäftigungschancen von Menschen mit Behinderungen, so durch die „Initiative Inklusion“: Die mit 100 Millionen Euro ausgestattete Initiative fördert unter anderem die bessere Berufsorientierung sowie die Ausbildung und Beschäftigung älterer Menschen.

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Ein wichtiges Anliegen des NAP ist aber auch die Stärkung der Rolle der Zivilgesellschaft. So sieht der NAP vor, das bürgerschaftliche Engagement von Menschen mit Behinderungen stärker sichtbar zu machen, zu würdigen und zu fördern. Die letztjährigen „Inklusionstage“ des BMAS haben sich daher intensiv mit diesem Thema befasst. Zu begrüßen ist, dass sich der Inklusionskongress nicht nur zum Ziel gesetzt hat, gelungene Beispiele erfolgreicher Kooperationen zwischen gemeinnützigen Organisationen und Unternehmen vorzustellen und anderen Mut zu machen, Inklusion in die Praxis umzusetzen, sondern sich die Workshops ganz konkret der Frage widmen sollen, wie die Teilhabe von Menschen mit Behinderungen in der Zivilgesellschaft verbessert werden kann. Der Inklusionskongress wird an vielen Stellen seine Nachhaltigkeit unter Beweis stellen. Dies betrifft zum Beispiel die Vernetzung der verschiedenen Akteure und den gegenseitigen Wissens­ austausch. Aber auch das BMAS wird von der Veranstaltung profitieren, zum Beispiel bei der anstehenden Weiterentwicklung des Nationalen Aktionsplans.

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Inklusion – Utopie oder reale Vision? Keynote von Autor und Schauspieler Dr. Peter Radtke, Mitglied des Deutschen Ethikrats
In der Regel erarbeite ich das Thema eines Vortrags gerne über typische Schlagwörter. Indem man den Begriffen auf den Grund geht, erschließt man dem Zuhörer, aber auch sich selbst, Zusammenhänge, auf die er sonst vermutlich nicht gekommen wäre. Solche Schlagwörter sind im Fall der Behindertenpolitik zum Beispiel: Selbstbestimmung, Diskriminierung, Integration. In den letzten Jahren, insbesondere seit 2009, als auch Deutschland der UN-Behindertenrechtskonvention beigetreten ist, hat sich fast inflationär ein weiterer Begriff hinzu gesellt: Inklusion. Bei wievielen Gelegenheiten habe ich schon über Inklusion gesprochen! Nun ist es nicht so, dass ich einen Vortrag zu einem bestimmten Thema einfach unverändert von einem Mal zum anderen übernehme. Gedanken entwickeln sich weiter; Schwerpunkte werden mitunter etwas anders gesetzt; Erkenntnisse, die man erst im Nachhinein gesammelt hat, kommen hinzu. So ist es mir auch bei der Bezeichnung „Inklusion“ gegangen. Erst in den letzten Wochen ist mir bewusst geworden, dass der Begriff, der eigentlich für den Zusammenhalt in einer gemeinsamen Gesellschaft von Menschen mit und ohne Behinderung steht, im Grunde mehr als viele andere Bezeichnungen genau diese angestrebte Einheit in Frage stellt. Oder genauer gesagt, er macht die Nicht-Existenz der Einheit deutlich. Machen Sie selbst die Probe aufs Exempel. Fragen Sie jemand im sogenannten Behindertenbereich, sei er selbst behindert oder lediglich Bezugsperson, was mit „Inklusion“ gemeint ist. Sie werden zwar sehr unterschiedliche Antworten bekommen, aber vermutlich wird kaum jemand diesen Begriff überhaupt nicht kennen. Nun stellen Sie die gleiche Frage einem x-beliebigem Passanten auf der Straße, der sich keine Gedanken über seine behinderten Mitbürger macht. Er wird Sie höchstwahrscheinlich völlig überrascht anschauen und sagen: „Inklusion – nie gehört. Was soll denn das sein?“ Oder er wird die Bezeichnung zumindest nicht mit Menschen mit Behinderung in Zusammenhang bringen. Wir leben in unterschiedlichen Welten und ein Begriff, der die Einheit beschwört, scheint eher für eine Utopie als für eine reale Vision zu stehen. Doch auch bei den Insidern, worunter ich Menschen mit Behinderungen, Angehörige, beruflich mit ihnen Befasste, Sozialpolitiker etc. verstehe, herrscht eine Art Begriffsverwirrung. Da höre ich von Verantwortlichen verschiedener Fördereinrichtungen immer wieder: „Inklusion wird bei uns schon seit Jahren verwirklicht. Unsere Bewohner gehen zu Spielen des örtlichen Fußballvereins und manchmal sogar abends ins Wirtshaus“. Schaut man dann aus dem Fenster, sieht man, dass

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der glatte Plattenweg an der Grundstücksbegrenzung der Institution endet. Jenseits der Umfriedung beginnt das Kopfsteinpflaster. So gesehen in einer bekannten und als beispielhaft gefeierten Behinderteneinrichtung. Aber Inklusion ist ja mehr als bloße Barrierefreiheit und auch mehr als bloße Integration. Damit will ich die Bedeutung der Integration als wichtige Vorstufe von Inklusion nicht kleinreden. Integration, das heißt, Abbau von vermeidbaren Schranken, die ein Zueinander und Miteinander verhindern. Aber es ist nur der erste Schritt in eine richtige Richtung. Die eigentlichen Schranken befinden sich ja nicht auf der Straße, nicht in der behindertenfeindlichen Architektur, nicht in der ungeeigneten Schulstruktur. Sie sind in den Köpfen der Städteplaner, der Architekten, der Politiker. Man preist so gerne die hehren Ziele der Inklusion und sorgt nicht dafür, dass die notwendige Voraussetzung für Inklusion geschaffen wird, nämlich zunächst einmal Integration. Und damit sind wir bei der Unterscheidung zwischen Inklusion und Integration. Ich meine nicht die netten graphischen Erklärungsversuche, bei denen rote und blaue Strichmännchen innerhalb und außerhalb eines Kreises die jeweilige Stellung des Betroffenen in der Gesellschaft symbolisieren. Das mag das Verständnis erleichtern, sagt aber noch nichts aus über das unterschiedliche Wesen von Integration und Inklusion. Häufig werden ja beide Begriffe fälschlicherweise als bloße Synonyme verstanden. Es wird nur wenige Leute geben, die sich offen gegen die Integration von Menschen mit Behinderungen in die verschiedenen gesellschaftlichen Bereiche aussprechen. Das schickt sich nicht, das wäre nicht „political correct“. Aber warum sollte man auch gegen Integration sein? Integration, das bedeutet ja lediglich, dass Personen, die nicht ins übliche Raster passen, auch mitlaufen dürfen, sofern sie nicht den allgemeinen Ablauf stören. Wenn sie sich den vorgegebenen Normen reibungsfrei eingliedern lassen, eventuell mit Unterstützung entsprechender Hilfskräfte, ist man durchaus tolerant. Doch wehe, der Betrieb wird in seiner Struktur in Frage gestellt, zum Beispiel dass eine neue Art von Unterricht erforderlich ist oder Arbeitsabläufe grundlegend reformiert werden müssten. Dann heißt es gleich: „Inklusion ist eine Utopie von unverbesserlichen Idealisten“. Welchen Anteil Menschen mit Behinderungen an der Gestaltung der Welt bekommen, in der sie schließlich auch zu leben haben, ist damit noch lange nicht gesagt. Und hier beginnt das eigentliche Problem. Niemand lässt sich gerne seine Kreise stören, besonders wenn er die Mehrheit bildet. Das ist natürlich, das ist menschlich. Nimmt es da Wunder, wenn zwar die Integration einen positiven Stellenwert in unserem Denken einnimmt, die Inklusion hingegen nur in den Festtagsreden gefeiert wird? Schließlich handelt es sich bei Inklusion nicht nur um ein bloßes Dabeisein, sondern um wesentlich mehr. Die UN-Behindertenrechtskonvention, die den Begriff der Inklusion in den fachspezifischen Sprachgebrauch eingebracht hat, spricht von der Teilhabe an der Gesellschaft. Das hört sich schon erheblich anders an als „Integration“. Erlauben Sie mir auch hier, ein klein wenig sprachphilosophisch zu argumentieren. Teilhabe, das heißt doch immer, von einem ganzen Stück auch etwas abzubekommen. Da aber das Stück immer gleich groß bleibt, bedeutet dies, dass zwangsläufig andere etwas abgeben müssen. Ich erinnere mich an die Aussage eines sogenannten „Nichtbehinderten“ – er stand mir im Übrigen sehr nah: „Die – und damit waren Menschen wie ich gemeint – glauben, völlig gleichberechtigt mit uns zu sein“. Genau das ist es. Teilhabe ist ein Miteinander auf gleicher Augenhöhe. „Integration“ bedeutet solch gleiche Augenhöhe noch nicht unbedingt. Bei allem Fortschritt, der mit „Integration“ schon erreicht worden ist, ist dies dennoch eine Vokabel aus dem Paternalismus. „Inklusion“ hingegen stammt aus dem Wortschatz der Gleichberechtigung. Für Teilhabe auf der einen Seite gehören immer auch Menschen auf der anderen, die bereit sind, Teil zu geben.
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Was aber habe ich darunter zu verstehen, wenn ich gebeten werde, über Inklusion als Bereicherung in Wirtschaft, Politik und Zivilgesellschaft zu reden? Wenn ich in diesem Zusammenhang die Frage erörtern soll „Utopie oder reale Vision“? Wirtschaft und Politik, das glaube ich ja noch zu verstehen. Aber was ist mit Zivilgesellschaft gemeint? „Aber das ist doch klar“, wird der eine oder andere sagen. Wirklich? Wir hantieren so häufig mit Begriffen, ohne uns über ihren Sinn Gedanken zu machen. Während ich bisher immer davon ausging, dass die Forderung nach „Integration behinderter Menschen in die Gesellschaft“ ein Missverständnis sei, weil jeder Mensch, ob behindert oder nicht, bereits durch seine Existenz Teil der Gesellschaft ist, muss ich jetzt offensichtlich umlernen. Erst in der Vorbereitung auf dieses Seminar ist mir klar geworden, dass es im akademischen Diskurs nicht nur die Gesellschaft als Ganzes gibt, sondern viele kleine und große Unterteilungen, von denen „Zivilgesellschaft“ offensichtlich eine ist. Doch nicht genug damit. Jede wissenschaftliche Disziplin scheint ihre eigene Vorstellung von Zivilgesellschaft zu haben. Ein Blick ins Lexikon macht es deutlich. Mal versteht man darunter die Non-Profit-Organisationen, mal ist alles gemeint, was nicht staatlich gelenkt ist. Mal sind es einzelne Individuen, Bürger, also „cives“; mal handelt es sich um gemeinnützige Vereinigungen und Institutionen. Um diesen gordischen Knoten zu zerschlagen, werde ich mich im weiteren Verlauf meiner Ausführungen auf den eigentlichen Zweck unserer Betrachtung konzentrieren, auf die Frage, wie sich Inklusion in den verschiedenen Bereichen der Gesellschaft allgemein bereichernd auswirkt, und inwiefern es sich dabei um Utopie oder reale Vision handelt. Ob es dabei dann die Zivilgesellschaft ist oder etwas anderes, mögen die Spezialisten beantworten. Wenn man als Insider das Wort „Inklusion“ hört, fällt einem naturgemäß zu allererst der Schulbereich ein. Hier haben sich bereits in der Vergangenheit, noch vor der jetzt anstehenden Diskussion, die Geister geschieden. Es hat lange gebraucht, bis die Verantwortlichen nach und nach bereit waren, im Einzelfall Jugendliche mit Behinderung in die Regelschule zu integrieren. Aus den verschiedensten Ecken kamen Widerstände, angefangen von den Eltern, den Lehrkräften, der Schuldirektion bis hin zu den Bildungspolitikern. Dabei ging es „nur“ – nur in Anführungszeichen gedacht – um „Integration“. Wie bereits angedeutet, ist „Inklusion“ jedoch noch ein Schritt weiter. Es handelt sich nicht darum, einem behinderten Kind die gleichen Unterrichtsinhalte wie einem nichtbehinderten zu vermitteln. Inklusion in der Schule ist nur erreichbar, wenn eine für alle verbindliche Lernzielgleichheit in einer Klasse aufgegeben wird und Bildung weniger als Erreichen eines Resultats als vielmehr als Prozess verstanden wird. Hierin besteht der Mehrwert von „Inklusion“. Inklusion fokussiert auf den Einzelnen und seine Interaktion mit der Umwelt und nicht auf das Bewahren einer vorgegebenen Struktur. In diesem Sinne wäre der Wandel im Schulbereich ein Vorbild für die Gesellschaft als Ganzes. Es war schon immer unbestritten, dass das gemeinsame Lernen von behinderten und nichtbehinderten Schülern einen positiven Einfluss auf das Sozialverhalten der späteren Erwachsenen hat. Dies ist auch schon bei der Integration der Fall. Wenn jedoch die mit Einschränkungen lebenden Schüler nicht nur als „hinterherhinkende“ Klassenkameraden gesehen werden, sondern ihrerseits durch ihren Einfluss auf den Schulalltag und die Unterrichtsgestaltung neue ungewohnte Perspektiven eröffnen, jenseits der ausschließlich kognitiven Erkenntnis, ist dies ein Gewinn für die ganze Gesellschaft. Die heutige Bildungslandschaft in Deutschland erlaubt es nur sehr begrenzt, größere Modellprojekte in der skizzierten Weise durchzuführen. Lediglich private Träger können sich von den länderspezifisch vorgegebenen Lehrplänen wenigstens teilweise emanzipieren, wobei der Spielraum – zugegeben – relativ eng begrenzt ist.

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Das Wort „Utopie“ stammt aus dem Altgriechischen und bedeutet „kein Ort“: „ou“ nicht und „topos“ Ort. Auf gut Deutsch könnte man also sagen, eine Utopie ist eine nicht zu realisierende Idee, weil es keinen Ort dafür gibt. Eine „Vision“ hingegen ist ein im Denken antizipierter Zustand, der zwar noch nicht gegeben ist, jedoch sehr wohl umgesetzt werden kann. Wenn Inklusion in der Schule als Utopie hingestellt wird, so spiegeln sich hierin lediglich unausgesprochene Ängste unterschiedlicher Betroffener. Eltern nichtbehinderter Schüler fürchten, ihre Kinder könnten den Anschluss im Leistungsrennen verlieren. Förderlehrkräfte sehen ihre Stellung in Gefahr. Bildungspolitiker glauben, im globalen Ranking ins Abseits zu geraten. Dabei zeigen gerade die Ergebnisse der PISA-Studien, dass besonders jene Länder, die sich der Inklusion öffnen, die besten Werte aufweisen. Alles Neue bedeutet Abschied von Altem, aber es eröffnet auch Perspektiven, die zuvor nicht gesehen wurden. Inklusion in der Schule ist eine reale Vision, vorausgesetzt man kann Widerstände über Bord werfen und sich dem Neuen öffnen. Für den Bereich „Inklusion in der Wirtschaft“ gibt es einige sehr ermutigende Modelle. Ich sage bewusst Inklusion und nicht Integration, denn hier erfolgt eine Einflussnahme, die sich positiv auf die Gesamtgesellschaft auswirkt. Zu erwähnen sind zum Beispiel die CAP-Läden. Von Menschen mit Behinderungen und ihren Organisationen betrieben, versorgen sie Gegenden und Stadtviertel, die sich für große Supermärkte nicht rentieren, und bereichern auf diese Weise die Gesellschaft. Ältere Leute oder anderweitig gehandicapte, aber auch Personen, die wenig Zeit haben, können in diesen Läden einkaufen oder telefonisch bestellen und sich die Waren nachhause bringen lassen. Von besonderer Bedeutung in diesem Zusammenhang ist der Umstand, dass die behinderten Angestellten nicht, wie sonst üblich, nur als Nehmende sondern als Gebende einer Gemeinschaft auftreten. In ähnlicher Weise wirkt sich Inklusion im Gastronomiegewerbe aus. Einigermaßen gut übernachten kann man in fast jeder anständigen Unterkunft. Wer jedoch zum Beispiel im Stadthotel Hamburg oder einem anderen Embracehotel abgestiegen ist, wird verstehen, was den Unterschied ausmacht, wenn man nur einen Wirtschaftsbetrieb führt oder ihm auch die Idee der Inklusion hinzufügt. Behinderte Mitarbeiter nehmen nichtbehinderte Gäste in einer Weise auf, wie man es sich umgekehrt nur allzu oft wünschen würde. Lassen Sie mich ein letztes Beispiel von Inklusion als Bereicherung der Gesellschaft anführen, wobei ich diesmal ein mir persönlich sehr am Herzen liegendes Thema anspreche: den kulturellen Sektor. Lange Jahre spielte ich Theater auf den großen deutschsprachigen Bühnen in Deutschland, Österreich und der Schweiz. Auf der Bühne ist jede Integration auch Inklusion. Wenn du in einem Stück eine Rolle verkörperst, bist du nicht nur einfach dabei. Du bist automatisch auch Agierender. Du hast Teil am Geschehen. Gleichzeitig verändert aber dein Tun auch die Wahrnehmung des Zuschauers. Das gilt sowohl was seine Vorstellung vom Menschen mit Behinderung betrifft, hat
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aber auch Auswirkungen auf seine Rezeption des Stückes. Typisch für die über die Behinderung hinaus gehende Sichtweise ist die Bemerkung einer Zuschauerin nach einer Aufführung meiner Kafkainterpretation „Bericht für eine Akademie“. Die Frau hielt sich nicht darüber auf, warum ich als behinderter Darsteller den Affen Rotpeter spielte, sondern sie meinte: „Jetzt weiß ich erst, was Kafka mit dieser Fabel sagen wollte“. Ich habe in der zurückliegenden halben Stunde versucht, Ihnen das Wesen von Inklusion etwas näher zu bringen. Vieles konnte nur angerissen werden. Noch viel mehr wurde überhaupt nicht erwähnt. Doch dafür sind ja noch die nächsten beiden Tage da. Ich denke, schon jetzt lässt sich sagen, die Beispiele zeigen, dass Inklusion keine Utopie sein muss, auch wenn sie bisher erst in Ansätzen sichtbar ist. Eines muss uns aber auch klar sein: Inklusion ist nur zu erreichen, wenn wir dies ernsthaft wollen. Sie meinen, das wollen wir doch? Sind Sie sicher? Wollen alle Förderlehrer tatsächlich das Förderschulwesen aufgeben? Ist ein unterbeinamputierter Leichtathlet Markus Rehm als Deutscher Meister im Weitsprung tatsächlich von den herkömmlichen Sportverbänden gern gesehen? Die Nichtanmeldung des Sportlers für die Europameisterschaft in Zürich durch den DLV lässt daran zweifeln. Ist die Offenheit schon so groß, einen behinderten Schauspieler tatsächlich zunächst als Künstler und dann erst als Mensch mit Behinderung zu sehen? Wir sind auf dem richtigen Weg. Aber es hängt von uns ab, ob wir diesen Weg konsequent weiter gehen. Inklusion ist kein Selbstläufer. Sie braucht Menschen, die an sie glauben. Und ein Letztes: Inklusion, richtig verstanden, geht weit über das hinaus, was auf diesem Symposium überhaupt besprochen wird. Sie betrifft nicht nur den Stellenwert behinderter Menschen in der Gesellschaft. Es geht auch um Migranten, um ältere Mitbürger, um jeden, der außerhalb des 08/15-Schemas liegt. Konsequent zu Ende gedacht ist sie eine revolutionäre Umwälzung hin zu einer all umfassenden Demokratie. Ob dies Utopie oder reale Vision ist, wird in unseren eigenen Händen liegen.

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Diskussion: Status Quo Wirtschaft und Zivilgesellschaft: Wo stehen wir gerade?
Wie ist es um die Teilhabe von Menschen mit Behinderung im Alltag, auf dem Arbeitsmarkt, in der Gesellschaft bestellt? Vor welchen Herausforderungen stehen dabei ArbeitgeberInnen und wie können diese bewältigt werden? Wie können gemeinnützige Organisationen zur Überwindung dieser Hürden beitragen und den Inklusionsprozess insgesamt wirksam vorantreiben? Über diese Fragen informierten und diskutierten Reinhard Wagner, Vorstand des UnternehmensForums, und Christina Marx, Bereichsleiterin Aufklärung der Aktion Mensch.

Zur Rolle der Wirtschaft: Reinhard Wagner, Vorstand des UnternehmensForums
Gemäß den verfügbaren Zahlen der Bundesagentur für Arbeit sind knapp eine Million Menschen mit einer Schwerbehinderung oder Gleichstellung im ersten Arbeitsmarkt sozialversicherungspflichtig beschäftigt. Aber auch 180.000 Arbeits­ uchende s sind in diesem Personenkreis noch registriert. Bundesweit liegt die Beschäftigungs­ quote in den Unternehmen bei 4,6 Prozent, aber es gibt auch etwa 37.000 Unternehmen, welche nicht wenigsten einen Pflichtarbeitsplatz besetzt haben. Der Trend der allgemeinen Arbeitslosenquote zeigt weiterhin nach unten, aber die Arbeitslosenquote der schwerbehinderten Menschen ist unter Berücksichtigung statistischer Effekte nahezu konstant. Hier kann mit Sicherheit noch manches verbessert werden, die Wirtschaft ist überwiegend bereit dazu. Jedoch sehen wir mittlerweile andere Probleme auf uns zukommen: Die Gesellschaft altert, und mit ihr die Belegschaften in den Unternehmen. Gesundheitsvorsorge und Rehabilitation werden für Arbeitgeber daher zu immer wichtigeren Wettbewerbsfaktoren – schließlich gilt es, alle Potenziale zu nutzen, um dem wachsenden Fachkräftemangel zu begegnen. Sowohl in Deutschland allgemein als auch in den einzelnen Unternehmen steigt das Durchschnittsalter der Menschen. Ursache ist der demographische Wandel – das heißt die Veränderung der Alterspyramide, der weitgehende Wegfall von Altersteilzeit- und Frühverrentungsmodellen und die Anhebung des Renteneintrittsalters. Für die Unternehmen hat dies zweierlei Folgen: Einerseits drängen weniger junge Menschen auf den Ausbildungs- und Arbeitsmarkt und treten in die Unternehmen ein, es droht ein Mangel an Fachkräften. Andererseits müssen für die vorhandenen Belegschaften familien- und altersgerechte Arbeitsbedingungen geschaffen werden, die Beschäftigungsfähigkeit der Mitarbeiter muss erhalten werden. Ausbildungschancen für Jugendliche mit Handicap Wie können die Unternehmen darauf reagieren? Gerade junge Menschen müssen die Chance bekommen, eine Ausbildung zu absolvieren um in den ersten Arbeitsmarkt einzutreten. Hierbei geht es auch und vor allem um Menschen mit Handicap – sei es mit körperlicher, geistiger oder psychischer Erkrankung –, die lange Zeit aus dem Blickfeld der Gesellschaft verschwunden waren. Ein Umdenken bei den Ausbildungsbetrieben auf breiter Front hat dazu geführt, dass heute Menschen einen Ausbildungsplatz erhalten, die bisher durch das Raster gefallen sind. Die Unter-

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nehmen geben sich mehr Mühe, Ausbildungsabläufe zu modifizieren, um vorhandene Handicaps auszugleichen und so Ausbildung zu ermöglichen. Auch durch eine Zusammenarbeit mit überbetrieblichen Ausbildungseinrichtungen, beispielsweise den Berufsbildungswerken, können Jugendliche für den ersten Arbeitsmarkt ertüchtigt werden. Hier ist es erforderlich, dass die Bildungseinrichtung ihr Ausbildungsangebot in enger Anlehnung an die Erfordernisse des Arbeitsmarktes ausrichtet und insbesondere Berufsbilder mit positiver Zukunftsentwicklung angeboten werden. Gesundheit fördern, Beschäftigungsfähigkeit erhalten Die zweite und aus meiner Sicht wesentlich größere Herausforderung für Unternehmen neben der Verbesserung der Ausbildungschancen für Jugendliche mit Behinderung ist der Erhalt der Beschäftigungsfähigkeit: Liegt der Altersdurchschnitt der Beschäftigten derzeit bei 42 Jahren, so steigt er bis zum Jahre 2020 auf durchschnittlich 47 Jahre. Die Quote der Erwerbstätigen im Alter von 55 bis 64 Jahre steigt von heutigen 51,5 Prozent bis 2025 auf 61,8 Prozent. Um hierfür gewappnet zu sein, haben viele Unternehmen damit begonnen, einerseits Präventionsmaßnahmen im Rahmen des betrieblichen Gesundheitsmanagements anzubieten, andererseits geeignete Schonarbeitsplätze in den Unternehmen zu identifizieren. Doch das allein wird nicht ausreichen, da gerade im gewerblichen Bereich neben dem Fachwissen nach wie vor auch körperliche Belastbarkeit von den Beschäftigten gefordert wird – und dies umso mehr, je niedriger das Level der Tätigkeit angesiedelt ist. Wir können sicherlich Arbeitsplätze und Arbeitsbedingungen weiter verbessern, aber ganz ohne Schichtarbeit, ohne körperliche Tätigkeiten oder Arbeiten unter freiem Himmel werden wir nie auskommen. Umschulungen ermöglichen Weiterbeschäftigung Ein Ausweg aus diesem Dilemma kann in einer geförderten Umschulung von Beschäftigten mit einer vorhandenen oder erworbenen Leistungsminderung liegen. Üblicherweise beginnt dieser Weg mit einer neutralen Potenzialanalyse, um die Stärken und Schwächen eines Betroffenen zu ermitteln. Diese mit den Interessen und den Bedürfnissen des Unternehmens in Einklang zu bringen, ist der nächste Schritt auf einem für beide Seiten erfolgreichen Weg zur Sicherung der Beschäftigungsfähigkeit, welche mit einer beruflichen Um- oder Weiterqualifizierung enden kann.

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Unternehmen brauchen Beratung Aufgrund der komplexen deutschen Strukturen an unterschiedlichen Sozialleistungsträgern und Leistungserbringern, deren jeweiligen Zuständigkeiten und Förderungsvoraussetzungen ist es gerade für kleine und mittlere Unternehmen wichtig, kompetente Ansprechpartner und „Lotsen“ durch das System an der Seite zu haben. Gerade diese Unternehmen können es sich in der Regel nicht leisten, eigene Experten in der Personalabteilung oder Stabsstelle vorzuhalten, welche die einschlägigen Gesetze und Richtlinien beherrschen. Selbst bei großen und mitarbeiterstarken Unternehmen sind Experten mit den sich häufig ändernden Bedingungen schnell überfordert und auf externen Rat angewiesen. Letztlich profitieren alle, wenn Arbeitgeber Menschen mit Behinderung und leistungsgewandelte Mitarbeiter beschäftigen – denn der Erhalt der Beschäftigungsfähigkeit liegt nicht nur im Interesse der Unternehmen, sondern stellt auch eine gesellschaftspolitische Aufgabe dar. Je länger ein Mensch in sozialversicherungspflichtiger Beschäftigung bleibt, umso weniger Sozialversicherungsleistungen wie unter anderem die Erwerbsminderungsrente, Arbeitslosengeld oder Hartz IV nimmt er in Anspruch. Darüber hinaus steigert er seinen späteren Altersrentenanspruch, was letztlich zu einer verringerten Zahl an sogenannten Aufstockern führen wird. Dass ein passender Arbeitsplatz das Selbstwertgefühl erheblich steigert und Voraussetzung für ein selbstbestimmtes Leben ist, brauche ich wohl nicht extra zu erwähnen. Das UnternehmensForum als Arbeitgebervereinigung wird sich deshalb auch in Zukunft dafür einsetzen, über gelungene Beispiele das Machbare aufzuzeigen und sowohl Arbeitnehmern als auch Arbeitgebern Mut zu machen – damit Unternehmen den Fachkräftemangel bewältigen können und Menschen mit Behinderung noch mehr Chancen auf Beschäftigung erhalten.

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Zur Rolle der Zivilgesellschaft: Christina Marx, Bereichsleiterin Aufklärung der Aktion Mensch
Vom Aufschwung am Arbeitsmarkt profitieren Menschen mit Behinderung nicht im gleichen Maße wie nichtbehinderte Menschen. Oft sind es neben bürokratischen Hürden insbesondere psychologische Barrieren, die Unternehmen davon abhalten, Menschen mit Behinderung einzustellen. Ein Grund: Wir leben häufig noch in Parallelwelten. Jeder dritte Bundesbürger hat keinen Kontakt zu Menschen mit Behinderung. Wie aber soll Inklusion entstehen, wenn wir uns nicht begegnen – in der Freizeit, in der Schule oder eben im Job? Wie erreichen wir es, dass Menschen – unabhängig davon, ob sie eine Behinderung haben oder nicht – nach ihren individuellen Stärken auf dem Arbeitsmarkt eingesetzt werden, anstatt die Defizite in den Blick zu nehmen? Aktion Mensch setzt sich mit Aufklärungsprojekten und Förderprogrammen für ein selbstverständliches Miteinander auf dem Arbeitsmarkt ein. Was aber verstehen wir eigentlich unter einer inklusiven Gesellschaft? Eine inklusive Gesellschaft ist eine Gesellschaft, in der Menschen mit und ohne Behinderung auf Augenhöhe zusammenleben und jeder nach seinen individuellen Möglichkeiten selbstbestimmt am gesellschaftlichen Leben teilhaben kann. Dazu zählen viele Lebensbereiche wie Bildung, Wohnen, Freizeit, Mobilität und eben auch Arbeit, die in einem inklusiv ausgestalteten Sozialraum zur Lebenswirklichkeit für alle Menschen werden. Auch die UN-Konvention (Art. 27) fordert einen offenen Arbeitsmarkt, auf dem Menschen mit Behinderung die Möglichkeit erhalten sollen, den Lebensunterhalt durch Arbeit zu verdienen – unabhängig von der Art und Grad der Behinderung. Die Frage ist nur: Wie kommen wir dahin? Gemeinsam arbeiten Denn noch sind wir davon weit entfernt: Die Arbeitslosenquote ist unter Menschen mit Behinderung mit rund 14 Prozent fast doppelt so hoch wie bei Menschen ohne Behinderung. Obwohl sie laut der Pilotstudie „Chancen und Barrieren für hochqualifizierte Menschen mit Behinderung“, die die Aktion Mensch im vergangenen Jahr gemeinsam mit der Universität zu Köln durchgeführt hat, häufig hervorragend ausgebildet sind. Als Gründe werden häufig Angst vor Bürokratie, der Mangel an positiven Beispielen und Vorbehalte bezüglich der Leistungsfähigkeit von Menschen mit Behinderung genannt. Hinzu kommt, dass Menschen mit Behinderung auch heute noch oft in Parallelwelten leben, ausgebildet werden und arbeiten: Etwa 290.000 Menschen arbeiten in den 700 Werkstätten für Menschen mit Behinderung. Tendenz nach wir vor steigend. Von dort auf den allgemeinen Arbeitsmarkt zu wechseln, gelingt weniger als einem Prozent der Werkstattbeschäftigten.

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Menschen mit Behinderung sollten die Wahlmöglichkeit haben, zu entscheiden, in welchem Betätigungsfeld und in welcher Betriebsform sie arbeiten möchten. In den Betrieben sollte es sowohl betreute als auch unbetreute Arbeitsverhältnisse geben. Etwa 8.000 bis 10.000 Menschen mit Behinderung arbeiten in sogenannten Integrationsbetrieben, Betrieben also, die sowohl Menschen mit wie auch ohne Behinderung beschäftigen. Gefragt sind neue Ideen, um einerseits potenzielle Arbeitgeber und Unternehmen umfassend zu informieren, und andererseits Menschen mit Behinderung für den Arbeitsmarkt zu qualifizieren. Um das zu erreichen, fördert die Aktion Mensch Integrationsbetriebe, Zuverdienstbetriebe sowie tagesstrukturierende Beschäftigungsangebote und Qualifizierungsangebote. Empowerment Es gilt aber auch, Menschen mit Behinderung selbst in die Lage versetzen, ihre Forderungen durch­ zusetzen. Und da spielt die Zivilgesellschaft eine zentrale Rolle. Ein kurzer Blick in den Ers­ en t Para­lelbericht – oder auch Schattenbericht – der BRK-Allianz, einem Zusammenschluss von rund l 90 Organisationen der Zivilgesellschaft, offenbart die Kritik am Staatenbericht der Bundesrepublik und gibt Anregungen zur Umsetzung eines inklusiven Arbeitsmarkts: Natürlich steht da die Forderung nach der Durchsetzung der Beschäftigungspflicht – gleichzeitig aber auch der Hinweis, dass geeignete arbeitsmarktpolitische Maßnahmen ergriffen werden müssen. Neben der Ausgestaltung von Arbeitsplätzen oder Zuschüssen für Arbeitgeber, die es heute bereits gibt, sind das berufliche Weiterbildung oder qualifizierte Arbeitsassistenz. Bewusstseinsbildung Neben physischen wie auch oftmals bürokratischen Hürden gilt es zudem, Barrieren in den Köpfen abzubauen. Wie bereits angedeutet sind wir in verschiedenen Studien der Frage nachgegangen, wo eigentlich Einstellungshemnisse liegen. Das Ergebnis: Es sind oftmals psychologische Barrieren wie Stigmatisierung, Vorurteile, Berührungsängste, Leistungsdruck, schlechte Aufklärung auf Seiten aller Akteure – also bei Menschen mit Behinderung als potenziellen Arbeitnehmern ebenso wie bei Arbeitgebern – die bei der beruflichen Teilhabe die größte Rolle spielen. Hier ist Aufklärung und Information gefragt – und gute Beispiele, wie das gelingen kann. Initiativen wie das Wirkt-Siegel des Veranstalters PHINEO oder auch der Inklusionspreis des UnternehmensForums sind vorbildlich und müssen weiter in die Öffentlichkeit getragen werden. Sie zeigen: Die Vielfalt unter Mitarbeitern führt zu mehr Kreativität, Offenheit und einer verbesserten Arbeitsatmosphäre. Firmen, die auf Inklusion setzen, steigern auch den wirtschaftlichen Erfolg, denn sie profitieren vom hohen Engagement, der Loyalität und nicht zuletzt den besonderen Stärken der Menschen mit Behinderungen.
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Polarisierung Aber ehrlicherweise ist das nur die eine Seite der Medaille. Die Arbeitswelt ist einem ständigen Wandel unterworfen: Tertiarisierung, Digitalisierung und Flexibilisierung der Arbeitsverhältnisse – diese Trends bringen nicht nur Chancen für Menschen mit unterschiedlichen Behinderungen. Ganz im Gegenteil. Sie werden zu einer sozialen Spaltung, zu einer Polarisierung führen. Menschen mit einer körperlichen Behinderung oder speziellen Behinderungen wie Autisten werden zu den „Gewinnern“ zählen. Sie profitieren unter anderem von Telearbeit und technischem Fortschritt. Menschen mit einer schweren kognitiven oder geistigen Behinderung dagegen drohen zu Verlierern zu werden. Durch Technisierung werden einfache Tätigkeiten wegfallen. Während Digitalisierung Menschen mit einer vermeintlich „leichten“ Behinderung hilft, werden Menschen mit einer geistigen Behinderung statt zu Anwendern zu Abgehängten. Schon sprechen wir von den Leistungsträgern und den „Low-Performern“ unter Menschen mit Behinderung. Diese Begriffe allein sind Ausdruck einer zunehmenden Leistungsorientierung in der Arbeitswelt, die mittlerweile bis weit in den Sektor des bürgerschaftlichen Engagements hineinreicht. Wir müssen uns also ehrlich fragen, was mit Menschen passiert, die nicht zu den sogenannten Leistungsträgern gehören. Greift unser „Potenzialblick“, unser Fokus auf die Stärken eines jeden einzelnen, von dem ich eingangs sprach, dann auch – oder schauen wir doch nur auf das Defizit? Diese Frage lässt sich nicht pauschal beantworten, aber wir müssen sie uns stellen. Eine Antwort kann nach wie vor die Beschäftigung in einer Werkstatt sein. Oder die Entwicklung neuer Berufsbilder, die sich gerade im Dienstleistungssektor ergeben – wie beispielsweise dem eines Kuhstreichlers, von dem mir neulich jemand berichtete. Oder auch in der Definition des Leistungsbegriffs, jenseits von ökonomischer Verwertbarkeit. Die Antwort findet sich aber auch in jedem von uns, und sie hat mit Werten und Wertschätzung einem jeden Menschen gegenüber zu tun. Ganz gleich ob mit oder ohne Behinderung.

Fragen an das Publikum
Ist Inklusion wirklich für alle Menschen mit Behinderung auf dem Arbeitsmarkt realisierbar? Was sollte die Zivilgesellschaft beziehungsweise gemeinnützige Organisationen am ehesten tun, um Inklusion zu fördern?

38 % Ja, Inklusion auf dem

Wie lässt sich Inklusion in Unternehmen am ehesten fördern?

Arbeitsmarkt ist unabhängig von Art und Schwere der Einschränkung anzustreben.

29,2 % Als Vorbild/Vorreiter

62 % Nein, Inklusion auf dem
Arbeitsmarkt ist nicht in jedem Fall möglich, zum Beispiel bei Menschen mit Schwerstmehrfachbehinderungen.

dienen: Ein inklusives Arbeitsumfeld schaffen, an dem sich andere orientieren können.

33 % Aufklärung leisten:

25,3 % Indem „nicht-inklusi-

ve“ Unternehmen härter bestraft werden als bislang.

Inklusionsdebatte in die breite Gesellschaft tragen.

37,7 % Netzwerken: Menschen
mit Behinderungen und Unternehmen miteinander vernetzen und so Menschen mit Behinderung darin unterstützen, in Arbeit zu kommen.

74,7 % Indem inklusive Unternehmen noch stärker belohnt werden.

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Präsentationen: Best-Practice-Beispiele von Kooperationen zwischen gemeinnützigen Organisationen und Unternehmen
Gemeinsam für Inklusion: Immer mehr gemeinnützige Organisationen erarbeiten zusammen mit Unternehmen Lösungen für eine gelingende gleichberechtigte Teilhabe von Menschen mit Behinderungen. Wie lassen sich die Stärken der einzelnen Kooperationspartner optimal nutzen? Welche Synergien ergeben sich daraus? Und wie lassen sich die Herausforderungen in der Zusammenarbeit gut bewältigen? Wir haben drei Beispiele erfolgreicher Kooperationen vorgestellt. 	Kooperation 1: Sozialhelden e. V. und Immobilien Scout GmbH Seit drei Jahren finanziert ImmobilienScout24 die Büroräume der Sozialhelden im Hauptsitz von ImmobilienScout24. Das Unternehmen profitiert im Gegenzug vom Ideenaustausch mit den Sozial­ helden als Non-Profit-Organisation. Die Beziehung zwischen den Sozialhelden und Immobilien­ Scout24 ist eine Partnerschaft, die auf gegenseitigem freundschaftlichem Vertrauen basiert. Es gibt keine Verträge oder Verpflichtung zwischen diesen Parteien: Alle Absprachen sind einvernehmlich und informell jedoch verbindlich. Die Kooperation zeichnet sich aus durch: direkte Wirkung ins Unternehmen hinein durch die aktive Einbindung der Partnerorganisation Infrastrukturförderung Zu Gast: Raúl Aguayo-Krauthausen, Vorsitzender und Gründer, Sozialhelden e. V., sowie Dirk Hoffmann, Geschäftsführer und COO, Immobilien Scout GmbH 	 Kooperation 2: Internationales Paralympisches Komitee und Otto Bock HealthCare GmbH Ottobock unterstützt seit 1988 die Paralympics sowie andere nationale und internationale Sportveranstaltungen. Seit 2005 ist Ottobock zudem weltweiter Partner der Paralympischen Bewegung und des Internationalen Paralympischen Kommitees (IPC). Ziel des Engagements ist es unter anderem, Strukturen zur Unterstützung von Athleten weltweit zu schaffen, die sportbezogene Wei-

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terbildung von Orthopädie-Techniker voranzutreiben und die Wahrnehmung des paralympischen Sports in der Öffentlichkeit zu steigern. Die Kooperation zeichnet sich aus durch: ihren internationalen Fokus einen starken Bezug zum Kerngeschäft des Unternehmens die Arbeit im Bereich Sport Zu Gast: Christin Gunkel, Geschäftsführung und Leitung der Markenkommunikation, Otto Bock HealthCare GmbH, sowie Alexis Schäfer, Marketing & Commercial Director IPC 	Kooperation 3: Perspektiva gemeinnützige GmbH und Werner Schmid GmbH Fulda Als Spezialist für Betreuung, Bildung und Förderung bringt Perspektiva Jugendliche mit Handicap in Arbeit – und Inklusion in Fuldaer Betriebe. Gemeinsam machen die soziale Organisation und Fuldaer Unternehmen 16- bis 27-jährige Sonder- und Hauptschulabsolventen fit für den Beruf und vermitteln ihnen eine dauerhafte Festanstellung. Die Werner Schmid GmbH Fulda gehört als Gründungs- und Beiratsmitglied von Perspektiva zu den derzeit 75 Unternehmern, die den Jugendlichen Praktika oder Arbeitsplätze in ihren Betrieben zur Verfügung stellen. Die Kooperation zeichnet sich aus durch: ihren regionalen Fokus die Zusammenarbeit der gemeinnützigen Organisation mit verschiedenen mittelständischen 	Unternehmen die Arbeit im Bereich Arbeit/Ausbildung Zu Gast: Michael Becker, Geschäftsführer, gemeinnützige Perspektiva GmbH, sowie Monika Hauß-Schmid, Geschäftsführerin, Werner Schmid GmbH Fulda

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Podiumsdiskussion: Reality-Check – Wie machen wir aus Beispielen guter Praxis den Regelfall?
Moderation: Wolfram Kons und Zuhal Soyhan Die Diskussion widmete sich der Frage, wie der Transfer erfolgreicher Kooperations-Beispiele gelingen kann, damit aus dem gelungenen Einzelfall der Regelfall wird. Im Verlauf der Diskussion wurde immer deutlicher, wie groß das Bedürfnis danach ist, insgesamt über die Zusammenarbeit der verschiedenen AkteurInnen im Bereich Inklusion und deren Rollen bei der Umsetzung der UNBRK zu reden.

Dr. Siegrid Arnade, Geschäftsführerin der Interessenvertretung Selbstbestimmt Leben in Deutschland e. V., plädiert für Investitionen in die Bewusstseinsbildung. Menschen mit Behinderung würde zu wenig zugetraut. Sie wünscht sich eine flächendeckende Menschrechtsbildung – von der KiTa bis hin zu Weiterbildungseinrichtungen –, um Vorurteile jeglicher Art abzubauen. Jan Dannenbring, Leiter der Abteilung Arbeitsmarkt, Tarifpolitik und Arbeitsrecht des Zentralverbands des Deutschen Handwerks (ZDH), verortet eine der großen Aufgaben in der Sensibilisierung der Wirtschaft, vor allem bei kleinen und mittleren Unternehmen sowie allgemein im Handwerk. Er wünscht sich mehr Anerkennung und Beachtung für die zahlreichen positiven Beispiele für Inklusion in kleinen Unternehmen. Alexander Stock, Leiter der Hauptabteilung Kommunikation des Zweiten Deutschen Fernsehens, sieht die Verantwortung für Inklusion auch bei den Medien und wünscht sich vor allem, dass die Barrieren in den Köpfen verschwinden. Kerstin Tack, Mitglied des Deutschen Bundestags und behindertenpolitische Sprecherin der SPD-Bundestagsfraktion, sieht vor allem in der Ausgestaltung der rechtlichen Rahmenbedingungen eine große Baustelle. Sie wünscht sich eine Gesellschaft, in der Vielfalt einen Gewinn darstellt, und eine Politik, in der das auch umgesetzt wird.

Frage an das Publikum: Wer muss sich noch stärker für eine gleichberechtigte Teilhabe von Menschen mit Behinderung engagieren? 35,1 % Politik	 	 25,2 % Wirtschaft 	 19,8 % Zivilgesellschaft 19,8 % Medien

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Bei der Frage an das Publikum bleibend, liegt aus Sicht von Dr. Siegrid Arnade die größte Verantwortung dafür, Inklusion möglich zu machen, bei der Politik. Gleichzeitig habe es aber die Wirtschaft am meisten nötig, ihre Einstellung zu ändern. Sie solle nicht nur auf das Geld achten, denn: „Eigentum verpflichtet“. Die Medien hätten vor allem die Aufgabe, sich der Barrieren in den Köpfen anzunehmen. Kerstin Tack versteht Inklusion als eine Aufgabe für alle. Von der Wirtschaft wünscht sie sich, dass Menschen mit Behinderung in Unternehmen hineinkämen und dort gute Rahmenbedingungen vorfänden – und dass Angestellte auch dann bleiben könnten, wenn sie (altersbedingte) Einschränkungen entwickeln. Die Instrumente, die es für Unternehmen gibt, würden noch zu wenig genutzt. Die geringe Inanspruchnahme von zum Beispiel einer Assistenz liege unter anderem an der Vielfalt an Fördertöpfen, die das Prozedere insgesamt sehr unübersichtlich machen. Eine Möglichkeit zur Lösung sieht Dr. Siegrid Arnade darin, die Förderung an die Person selbst zu knüpfen statt es wie bisher den Unternehmen zu überlassen, in jedem Einzelfall Anträge bei verschiedenen Behörden zu stellen, wobei die Bewilligung immer Ermessenssache ist und es so keine Planungssicherheit für die Unternehmen gibt. Wäre die Förderung an eine Person geknüpft, gäbe es diese zusätzlichen Hürden nicht mehr. Das wäre für die Unternehmen – gerade auch für kleine und mittlere Betriebe – eine große Erleichterung.

Frage an das Publikum: Wo hat die Politik Ihrer Meinung nach bisher am meisten geleistet? 36,8 %	 Barrierefreiheit 	 15,4 %	 Zugang zu bestmöglicher Bildung 2,6 %	 Existenzsichernde Erwerbsarbeit	 28,5 %	Antidiskriminierung	 6,8 %	Selbstbestimmung	

Die Frage an das Publikum löste vor allem im Publikum eine kleine Debatte aus: Müsse man nicht eher nach dem Fortschritt insgesamt fragen? Bisher sei ja wenig passiert. Kerstin Tack sieht eine der großen Aufgaben in der Zukunft darin, die Selbstbestimmung zu stärken. Man müsse raus aus der Bevormundungssituation und Fragen danach, wie und wo man leben und arbeiten möchte, selbstbestimmt beantworten dürfen. Dr. Sigrid Arnade ergänzt, dass dadurch keine neue Ausgabendynamik entstehen solle. Zur Selbstbestimmung befähigen ginge nicht zum Nulltarif.

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Fühlt sich die Wirtschaft von der Politik mitgenommen? Zumindest beim ZDH, so erzählt Jan Dannenbring, gäbe es einen ständigen Austausch. Thema sei vor allem der Fachkräftemangel im ländlichen Raum, vor allem im Osten. Im Publikum werden immer mehr Forderungen an die Politik laut. Die Politik solle beispielsweise die Interessen Hörgeschädigter gegenüber den Krankenkassen vertreten, etwa was die Versorgung mit Hörgeräten und passenden Rauchmeldern anbelangt. Auch Kritik wurde geäußert, zum Beispiel an der Praxis, GebärdendolmetscherInnen nur im Arbeits-, nicht im Freizeitkontext zu finanzieren. Auch der Hilfsmittelkatalog ist zu einseitig – er beziehe sich nur auf das häusliche Umfeld, nicht aber zum Beispiel auf den Umbau eines Autos. Frage an das Publikum: Haben Sie vergangene Woche einen Menschen mit Behinderung im TV gesehen? 30,6 % Ja 	 69,4 % Nein

Aus dem Publikum kommt die Anregung: Warum gibt es nicht mal eine Themenwoche Inklusion bei ARD, ZDF oder RTL? Inklusion sei zwar inzwischen ein Thema in den Medien, sagte Alexander Stock, der Begriff sei aber noch neu und es sei Aufgabe der Medien, ihn positiv zu besetzen. Dabei ginge es um Aufklärung und Berichterstattung, aber auch um Menschen mit Behinderung in fiktionalen Programmen. Darüber hinaus müsse es auch mehr Untertitel geben – 70 Prozent der Beiträge würden aber bereits untertitelt, gerade in der Mediathek. Aus dem Publikum kommt der Einwand, dass es nach wie vor noch zu wenige Audiodeskriptionen und Hörfilmversionen sowie Liveübertragungen von Nachrichtensendungen mit Gebärden gäbe. Doch auch beim ZDF, so Alexander Stock, müsste sich die Kultur insgesamt ändern, damit das entsprechende Bewusstsein für diese Themen entsteht. Ein wichtiger Schritt in diese Richtung sei der „Inklusionstag“ für leitende Mitarbeitende gewesen, der in diesem Jahr erstmals stattfand. Auch die Zusammensetzung der Redaktion sei ja ein Spiegel der Gesellschaft und dort sei Inklusion noch nicht Normalität. Dr. Sigrid Arnade bemängelt, dass bisher keine SelbstvertreterInnnen mit Einschränkung im ZDFFernsehrat vertreten seien. In einer Abschlussrunde geht es noch einmal um die Ausgangsfrage, wie aus dem Einzelbeispiel ein Regelfall werden kann. Im Kern, da ist sich die Runde einig, müssten Modellprojekte verfestigt und nicht nach drei Jahren Laufzeit als Pilotprojekt wieder eingestellt werden. Die Frage sei nicht, ob Geld da sei, sondern wofür es eingesetzt werden würde. Wir müssten als Gesellschaft politischen Druck ausüben, damit die Umsetzung der UN-BRK einen entsprechenden Stellenwert und bei der Mittelvergabe Priorität bekomme.
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Workshops am Vormittag

Alle Präsentationen und die Fotodokumentation der einzelnen Workshops können Sie kostenlos downloaden unter www.phineo.org/downloads/Doku_Workshops_Inklusionskongress.pdf

Corporate Citizenship: Wirkungsvolle Partnerschaften
Um das gemeinsame Ziel Inklusion zu erreichen, ziehen Non-Profit-Organisationen und Unternehmen immer häufiger an einem Strang. Zunehmend geht es dabei nicht nur um den Austausch von Geld, sondern auch um den Aufbau von gemeinsamen Projekten. Was sind wichtige Erfolgsfaktoren für das Gelingen dieser Partnerschaften? Wie stellt man gegenseitiges Vertrauen her und bewahrt es? Wie geht man mit unterschiedlichen Arbeitskulturen um? Wie kommuniziert man miteinander? Anhand dreier Praxisbeispiele erfolgreicher Partnerschaften wurden diese und andere Fragen zur Zusammenarbeit diskutiert. 	Partnerschaft 1: gemeinnützige Perspektiva Gmbh und Deutsche Bank AG mit dem gemeinsamen Projekt „Seitenwechsel“, das Jugendliche von Perspektiva mit Auszubildenden der Deutschen Bank zusammenbringt. Zu Gast waren Michael Becker, Geschäftsführer von Perspektiva, und Andreas Kanne, Firmenkundenberater bei der Deutschen Bank. 	Partnerschaft 2: Kulturloge Berlin e. V. und Anschutz Entertainment Group, die Menschen mit Behinderung den kostenlosen Zugang zu kulturellen Veranstaltungen ermöglichen, in diesem Fall zur O2 World, die vom Unternehmen betrieben wird. Zu Gast waren Angela Meyenburg, Geschäftsführerin der Kulturloge Berlin, und Moritz Hillebrand, Director Communication bei der Anschutz Entertainment Group. 	Partnerschaft 3: Bundesvereinigung Lebenshilfe e. V. und Deutsche Telekom AG, die in verschiedenen Projekten zusammenarbeiten. Auszubildende der Telekom arbeiten etwa ehrenamtlich für die Lebenshilfe und der Verein unterstützt die Telekom bei der Entwicklung von Schulungsunterlagen in Leichter Sprache. Zu Gast waren Dr. Angelika Magiros, Referentin für Öffentlichkeitsarbeit in der Bundesvereinigung Lebenshilfe, und Martina Schwebe-Eckstein, Group Corporate Responsibility bei der Deutschen Telekom. Der Workshop wurde moderiert von Julia Propp und Benjamin Fraaß.

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Ergebnis des Workshops: Als Grundvoraussetzungen für eine erfolgreiche Partnerschaft sehen die Workshopteilnehmenden das Entwickeln gemeinsamer Ziele sowie ein Miteinander auf Augenhöhe. Je länger die Zusammenarbeit laufe, desto fruchtbarer werde sie für alle Beteiligten. Die Gäste plädierten dafür, Partnerschaften ruhig mutig anzugehen und experimentierfreudig zu sein. Partnerschaften seien aber auch mit personellem Aufwand für beide Seiten verbunden. Die Workshopteilnehmenden waren sehr daran interessiert, wie die PartnerInnen zueinander finden und wie die Partnerschaften initiiert werden.

Kommunikation: Auf Augenhöhe
„Tapfer meistert sie ihr Schicksal“, „Er ist an den Rollstuhl gefesselt“ oder „Trotz Behinderung ist sie erfolgreich“ – solche Formulierungen tragen dazu bei, dass behinderte Menschen in der Öffentlichkeit als „Opfer“ statt als selbstbestimmte Menschen wahrgenommen werden. Dies wirkt einem vorurteilsfreien und inklusiven Leben in der Gesellschaft im Sinne der UN-Behinder­ tenrechtskonvention entgegen. Gerade in Deutschland, wo behinderte und nichtbehinderte Menschen nach wie vor kaum miteinander in Kontakt kommen, können JournalistInnen und PRVerantwortliche eine Brücke bauen. Im Workshop werden Begriffe und Bilder zu Menschen mit Behinderung in den Medien diskutiert und Tipps für eine barrierefreie Kommunikation gegeben – vom Dialog mit einer behinderten Person bis zur Herstellung eines barrierefreien Medienprodukts. 	Zu Gast waren Lilian Masuhr, Projektleiterin von Leidmedien.de beim Sozialhelden e. V., und Laura M. Schwengber, Gebärdensprachdolmetscherin. Ergebnis des Workshops: Wichtiges Learning aus dem Workshop ist: Eine konsequente Auseinandersetzung mit den Themen „Barrierefreiheit“ und „vorurteilsfreie Zielgruppenansprache“ ist essenziell für eine inklusi­ ve Kommunikation. Dabei sind aber weder Aktionismus noch überbordende Political Correctness sinn­ oll oder gar zielführend. Allein das aktive Mitdenken sowie das Vermeiden von Stereotypen v können ein erster Schritt zu einer Kommunikation auf Augenhöhe sein. Positive Sensibilisierung ist gefragt! Die Projektteilnehmenden konnten vor allen Dingen sehr gute Anregungen zur Erstellung von Webvideos mitnehmen.

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Personalmanagement: Vorbild gemeinnützige Organisation
Gemeinnützige Organisationen verfolgen nicht nur gesellschaftliche Ziele. Sie sind mit ihrer Infra­ truktur gleichzeitig auch Arbeitgebende. Menschen mit Behinderung finden daher ebenso s in Organisationen des Dritten Sektors reguläre Beschäftigung. In diesem Workshop sind wir der Frage nachgegangen, was Arbeitgebende im Dritten Sektor von der Privatwirtschaft in Bezug auf die Einstellung und Einbindung von Menschen mit Behinderung unterscheidet. Welche Erfahrungen sind hilfreich? Wie sehen Teamprozesse und Führungsstile aus? Wir haben über die Schwierigkeiten und Chancen diskutiert, die sich im Arbeitsalltag bei der Beschäftigung von und in der Zusammenarbeit mit Menschen mit Behinderung ergeben. 	Zu Gast waren Christian Burger, Betriebsleiter von „VivaVita“, einer Integrationsfirma der Integrationsprojekt Freising gGmbH, sowie Alexander Kraemer, Corporate Social Responsibility/ De­ elopment bei AfB gemeinnützige GmbH. Der Workshop wurde moderiert von Dr. Philipp Hoelv scher. Ergebnis des Workshops: Durch die kleine Gruppe mit nur acht Workshopteilnehmenden war die Diskussion sehr offen und vertrauensvoll. Es entwickelte sich eine rege und spannende Debatte über die Unterschiede in der Unternehmenskultur im For- und Non-Profit-Bereich. Insbesondere die UnternehmensvertreterIn­ nen waren an den Erfahrungen der gemeinnützigen Organisationen interessiert und äußerten sich sehr kritisch zur eigenen Arbeitskultur. Durch die große Bandbreite an Herangehensweisen und Voraussetzungen im Einzelfall fiel jedoch der direkte Vergleich oder gar die Übertragung der präsentierten Beispiele sehr schwer, es konnten aber auch die verschiedenen Möglichkeiten gut verdeutlicht werden.

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Gemeinnützige Organisationen: Inklusion für Fortgeschrittene
Es gibt viele hervorragende Projekte, die vor Ort zur Inklusion für Menschen mit Behinderung bei­ tragen. Leider bleibt ihre Wirkung oftmals lokal begrenzt. Durch die Verbreitung dieser Projekte könnten mehr Menschen erreicht werden. Statt Ressourcen vor allem in die Entwicklung immer neuer Projekte zu stecken, könnte man diese Gelder auch dafür nutzen, erfolgreiche Angebote auszuweiten. Doch wie gelingt erfolgreicher Projekttransfer? Anhand von Fallbeispielen haben wir in diesem Workshop verschiedene Methoden des Projekttransfers – von der offenen Verbreitung via Leitfaden bis hin zum Franchising-System – sowie mögliche Fallstricke und Erfolgsfaktoren beleuchtet. 	Zu Gast waren Julia Meuter, Leiterin Transferberatung bei der Stiftung Bürgermut, Dirk MüllerRemus, Gründer und Geschäftsführer der auticon GmbH, und Ilka Pfänder, Projektleiterin der „Bewegungswelt für alle“ des Landesverbands für körper- und mehrfachbehinderte Menschen Schleswig-Holstein e. V. Der Workshop wurde moderiert von Charlotte Buttkus. Ergebnis des Workshops: Ein klares Konzept für die Verbreitung ist Grundvoraussetzung für deren Erfolg, denn die unter­ schiedlichen Möglichkeiten bieten auch unterschiedliche Vorteile und Herausforderung, zum Beispiel hinsichtlich der Kosten oder der Qualitätssicherung. Dazu gehören auch Fragen wie: Welche Informationen müssen weitergegeben werden und wie? Welche Qualifikationen müssen die Durchführenden haben oder aufbauen? Was kann standardisiert werden und welche lokalen Anpassungen müssen erfolgen? Welche Partnerschaften können genutzt oder aufgebaut werden? Wie kann die Qualität am neuen Standort gesichert werden? In der Diskussion wurden auch die bewusste Entscheidung für einen Projekttransfer und das Bereitstellen von Ressourcen als wichtige Voraussetzungen für die Verbreitung eines Projektes herausgearbeitet. Gerade bei Inklusionsprojekten ist die Vernetzung vor Ort das A und O. Dokumentation und Evaluation der Ergebnisse sollten von vorne herein mitgedacht und mit Ressourcen belegt werden, auch als Argumente im Fundraising und für die Vermarktung des Projekts. Um nachhaltig Wirkung entfalten zu können, ist es wichtig, Finanzierungsmöglichkeiten auch über die Startphase hinaus mitzudenken.

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Workshops am Nachmittag

Corporate Citizenship: Engagement im Bereich Inklusion
Unternehmen möchten sich heute wirkungsvoll in die Gesellschaft einbringen. Gemeinsam mit Partnern aus der Zivilgesellschaft schaffen sie neue Möglichkeiten und positive Veränderungen für Menschen mit und ohne Behinderung. Aber damit sich die Potenziale von Corporate Citizenship in der Gesellschaft und auch für das Unternehmen voll entfalten können, sollten einige Gelingenskriterien der Wirkungsorientierung bedacht werden. Zu Gast waren Katrin Eisenhofer, Fundraising, Administration und Öffentlichkeitsarbeit beim „Ich will da rauf!“ e. V., Florian Wahl, Vertriebs- und Marketingleiter der SKYLOTEC GmbH, und Dr. Carsten Rahlf, Head of Operations Consulting bei der ERGO Versicherungsgruppe AG. Der Workshop wurde moderiert von Julia Propp und Benjamin Fraaß. Ergebnis des Workshops: Im Workshop wurde herausgearbeitet, welche besonderen Vorteile sich für Unternehmen durch ein Engagement im Bereich Inklusion ergeben könnten. Im Bereich Personal wären das zum Beispiel soziale Kompetenzen, Persönlichkeitsentwicklung und eine gesteigerte Identifikation aller Mitarbeitenden mit dem Unternehmen. Mit Blick auf das Unternehmen insgesamt könnten Silos durch gemeinsame Projekte aufgebrochen werden und das Unternehmen könnte sich für andere Sichtweisen und Bedürfnisse öffnen. Das könnte wiederum zu einer Anpassung von Produkten beziehungsweise Leistungen für andere Zielgruppen mit besonderen Bedürfnissen führen. Eine weitere Frage zielte darauf ab, die besonderen Vorteile von Inklusionsprojekten oder -initiativen durch Partnerschaften mit Unternehmen zu identifizieren: zusätzliche finanzielle Ressourcen, der Nutzen der wirtschaftlichen Perspektive für Inklusionsprojekte, potenzielle Multiplikatoren für Inklusion in der Belegschaft der Unternehmen sowie die Unternehmenskommunikation als mögliche Plattform für Bewusstseinsbildung im Bereich Inklusion. Eine weitere Frage des Workshops: Wie könnte das Engagement dafür ausgestaltet werden? Man könnte beispielsweise über eine finanzielle Unterstützung hinaus aktiv kooperieren. Dafür wären eine thematische und lokale Nähe ebenso wie ähnliche Kulturen von Vorteil. Man müsste gemeinsame Ziele erarbeiten und eine geteilte Verantwortung für gemeinsame Projekten festlegen.

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Personalmanagement: Unkündbar? Mythen und Fakten zur Beschäftigung von Menschen mit Behinderung
Laut Neuntes Buch Sozialgesetzbuch müssen Arbeitgebende mit mindestens 20 Arbeitsplätzen wenigstens fünf Prozent ihrer Stellen mit schwerbehinderten Beschäftigten besetzen. Doch zahlreiche Unternehmen kaufen sich davon mittels Ausgleichsabgabe frei. Unwissenheit über Fördermöglichkeiten, diffuse Ängste und falsche Informationen sind oft die Gründe. In diesem Workshop sollten die Schranken im Kopf abgebaut werden, denn die Einstellung und Beschäftigung von Menschen mit Behinderung ist für jedes Unternehmen möglich. Wir haben gezeigt, wo man sich informieren kann, haben aus der unternehmerischen Praxis berichtet und Raum für den Erfahrungsaustausch gegeben. Zu Gast waren Alfons A. Adam, Konzern- und Gesamtschwerbehindertenvertretung der Daimler AG, und Andreas Truglia, Ausbildungs- und Inklusionsberater der IHK Berlin. Der Workshop wurde moderiert von Dr. Philipp Hoelscher. Ergebnis des Workshops: Als Wirtschaftsvertreter waren die Gäste des Workshops eine wichtige Informationsquelle für die Teilnehmenden, die viele Fragen zu Praxiserfahrungen rund um das Thema „Menschen mit Behinderung einstellen“ hatten. Diskutiert wurde über rechtliche Regelungen für Menschen mit Behinderungen am Arbeitsplatz und darüber, ob man in einer Bewerbung angeben sollte, dass man eine Behinderung hat. Die Referenten plädierten deutlich dafür, Behinderungen und den damit einhergehenden Unterstützungsbedarf in Bewerbungen aktiv zu kommunizieren.

Gemeinnützige Organisationen: Inklusion für Profis
Wer inklusive Projekte umsetzen und Inklusion in seiner Organisation leben möchte, sieht sich oft verschiedensten Fragen gegenüber – während der ersten Auseinandersetzung mit dem Thema eben­ o wie in Situationen, in denen Inklusion schon länger auf der Agenda steht. Was ist zu bes achten? Welche Voraussetzungen müssen erfüllt sein? Was zeichnet gute Projektarbeit im Bereich Inklusion aus? In diesem Workshop haben wir Inklusion und Wirkungsorientierung zusammengebracht und Qualitätskriterien für eine „Inklusion, die wirkt“ diskutiert.

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Zu Gast waren Bernadette Bros-Spähn, Vereinsvorsitzende des Integration statt Aussonde­ rung, Gemeinsam Leben – Gemeinsam Lernen e. V., und Wolfgang Spähn, Vorsitzender der Landesarbeitsgemeinschaft Rheinland-Pfalz Gemeinsam Leben – Gemeinsam Lernen e. V., sowie Tobias Marczinzik, Projektleiter PIKSL der In der Gemeinde Leben gGmbH, Elisabeth Hermanns, PIKSL-Laborantin, und Christoph Wiche, PIKSL-Laborant. Der Workshop wurde moderiert von Sonja Schäffler und Doreen Kubek. Ergebnis des Workshops: Eine große Herausforderung ist nach wie vor das „Kästchendenken“. Einerseits sollte prinzipiell nicht nach Arten der Behinderung unterschieden werden, weil dadurch Menschen auf besondere Merkmale reduziert werden. Andererseits ist es zum Beispiel bei der Organisation von Veranstaltungen unerlässlich, den behinderungsspezifischen Bedarf abzufragen, um eine entsprechende Barrierefreiheit herzustellen. Zentrales Erfolgsmerkmal von Projekten ist, dass der Mensch im Mittelpunkt steht, nicht die Barrieren. Und dass wir stärkenorientiert vorgehen, also darauf schauen, was jemand kann, nicht da­ rauf, was er nicht kann. Jeder Mensch ist einzigartig und sollte seine spezifischen Eigenschaften und Fähigkeiten in die Gesellschaft einbringen können. Dementsprechend wurde ganz klar der Bedarf nach mehr inklusiven Wohngemeinschaften artikuliert, wo genau dies passiert. Des Weiteren wurde auch die Relevanz von Kommunikation betont: Kommunikation muss barrierefrei sein, denn nur so können sich alle Menschen äußern und partizipieren. Dabei stellte sich auch die Frage, wie man inklusive Arbeit wirksam nach außen kommunizieren kann. Klar ist, dass zunächst die Haltung stimmen muss, und dass sich diese Haltung auch an der Kommunikation zeigt: Ist die Öffentlichkeitsarbeit barrierefrei (Website mit Vorlesefunktion, Texte in leichter Sprache, etc.)? Werden Teilnehmende mit und ohne Behinderung gleichermaßen angesprochen? Herausgestellt wurde zudem die Notwendigkeit der frühzeitigen Integration von Monitoring und Evaluation in die Projektarbeit und die Möglichkeit, hierbei auch mit wissenschaftlichen Einrichtungen zusammenzuarbeiten. Eine Art Leitfaden Inklusion für Unternehmen ist die Broschüre „Zusammenarbeiten – Inklusion für Unternehmen und Institutionen“ des Bundesministeriums für Arbeit und Soziales. Kostenloser Download unter http://bit.ly/ZusammenArbeiten

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Fundraising: Dos and Don’ts
Nur wer über seine Wirkung spricht und seine Erfolge benennt, überzeugt auch potenzielle Spon­ sorInnen, denn Geldgebende spenden längst nicht mehr ins Blaue hinein, sondern erwarten von einer Organisation fundierte Wirkungsbelege. In diesem Workshop haben die Teilnehmenden ge­ lernt, wie sich die eigene Wirkung zielgerichtet kommunizieren lässt. Der Workshop führte in die theoretischen Grundlagen von Wirkungsorientierung ein und zeigte auf, warum Wirkungsinforma­ tionen überzeugende Argumente fürs Fundraising sind. Die Kernfragen des Workshops waren: Was genau ist Wirkung? Was ist eine Wirkungskette? Wie lässt sich meine Wirkung clever fürs Fundraising einsetzen? Zu Gast waren Thimo Valentin Schmitt-Lord, Leiter für Stiftungs- und Spendenwesen bei den Bayer-Stiftungen, und Andreas Schwarzhaupt, Mitglied im Stiftungsrat der Sir Peter Ustinov Stiftung. Der Workshop wurde moderiert von Kerstin Albrecht und Tiffany Ischinger. Ergebnis des Workshops: Fundraising ist Beziehungsmangement, oder wie es Andreas Schwarzhaupt formulierte: „Fundraising ist wie Brautwerben – man muss sich erstmal kennenlernen“. Damit sich eine Förderbeziehung entwickeln kann, muss man also als erstes eine/n passende/n FörderpartnerIn identifizieren. Beide Seiten sollten herausfinden, ob man zueinander passt, was die Themen aber auch die Haltung und Philosophie betrifft. Außerdem kann es sich für gemeinnützige Organisationen lohnen, eine auf den/die AdressatIn zugeschnittene Bewerbung zu formulieren und das Vorhaben in einem persönlichen Gespräch vorzustellen. InvestorInnen freuen sich, wenn Sie direkt und individualisiert angesprochen werden. Und: Förderentscheidungen basieren durchaus auf „unternehmerischen“ Kriterien: Wie finanziert sich die Organisation? Welches Geschäftsmodell liegt der Organisation oder dem Projekt zugrunde. InvestorInnen möchten verstehen, wie die Organisation funktioniert, welche Mittel sie wofür einsetzt und ob das Geschäftsmodell tragfähig ist. Darüber hinaus beurteilen InvestorInnen, inwiefern die Förderung eines bestimmten Projekts Systemrelevanz hat. Projekte müssen lösungsorientiert und für die Gesamtgesellschaft von Bedeutung sein. Gemeinnützige Organisationen sollten weniger das Problem und die einzelnen Bedürftigen hervorheben und vielmehr das Innovative betonen und beschreiben, wie das Projekt an strukturell bedingten Problemen ansetzt – und ob dem Projekt sowie der Arbeit der Organisation insgesamt eine „Wirkreflexion“ zugrunde liegt.

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Ausgezeichnet

Gemeinnützige Projekte mit hohem Wirkungspotenzial

Wie kann und soll eine inklusive Gesellschaft aussehen? Was können Politik, Wirtschaft und Zivil­ gesellschaft beitragen? Und was jeder Einzelne? – PHINEO hat 18 Monate lang untersucht, wie sich Deutschland der „inklusiven“ Herausforderung stellt und welche Ansätze gemeinnützige Organisationen verfolgen, die Inklusion nicht nur ermöglichen, sondern auch heute schon leben. Die folgenden 15 Organisationen wurden in diesem Rahmen für ihr wirkungsvolles gesellschaftliches Engagement mit dem Wirkt-Siegel ausgezeichnet.

Arbeit und Beschäftigung

Sport, Freizeit, Kultur

11

1 2

AfB social & green IT AfB gemeinnützige GmbH Essen fairhaus Integrationsabteilung renatec GmbH Düsseldorf Haus Bröltal: Weiterbildungseinrichtung für Menschen mit und ohne Behinderung Lebenshilfe Bildung NRW gGmbH Hürth Perspektiva Gemeinnützige Perspektiva GmbH Fulda VivaVita und SerVita Integrationsprojekt Freising gGmbH Freising

6

Barrierefreie und integrative Gruppen Turnverein Schiefbahn 1899 e. V. Willich Inklusive Voltigier- und Reitgruppen Kinderhilfe e. V. in Rheinhessen und Vorderpfalz Ludwigshafen Kinderabenteuerhof Freiburg e. V. Kinderabenteuerhof Freiburg e. V. Freiburg „Ich will da rauf!“ „Ich will da rauf!“ e. V. München Eine Bewegungswelt für alle Landesverband für körper- und mehrfachbehinderte Menschen Schleswig-Holstein e. V. Kiel

Inklusive Kinder- und Jugendarbeit Integrationsprojekt e. V. Berlin Kulturelle Teilhabe für Menschen mit Behinderung Kulturloge Berlin – Schlüssel zur Kultur e. V. Berlin

12

7

3

Wohnen

8

13

4

Inklusive WohnGemeinschaft Ludwigshafen – IGLU Integration statt Aussonderung, Gemeinsam Leben – Gemeinsam Lernen e. V. Ludwigshafen

5

9 10

Vorschulische Bildung

14

Inklusive Kinderkrippe nestwärme gGmbH Trier

Infrastruktur

15

PIKSL In der Gemeinde leben gGmbH Düsseldorf

wirkt !
geprüft & empfohlen

wirksames Projekt, leistungsstarke Organisation 03/2014

Die Untersuchungsergebnisse und Erkenntnisse sowie Details zu den ausgezeichneten Organisationen finden sich im Themenreport „Ungehindert inklusiv! – Report über wirkungsvolle Projekte im Bereich Inklusion“, der in Zusammenarbeit mit der Bundesliga-Stiftung und der Sir Peter Ustinov Stiftung entstanden ist. Sie erhalten den Report kostenlos als PDF unter www. phineo.org/publikationen

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Kiel

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Berlin
12

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Willich

6

2 3

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Essen

Düsseldorf Fulda

Hürth
4

14

Trier

Ludwigshafen

7

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5
8

Freiburg

9

München

Freising

→ Sie möchten mehr über die empfohlenen Projekte erfahren oder wünschen sich ausführlichere Informationen zu unserer Analysemethode? Dann melden Sie sich bei uns. Wir helfen Ihnen gern weiter. www.phineo.org
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Stimmen zum Kongress

Feedback

Sehr gut, gut, fürs nächste Mal: Das Feedback zum Kongress
Das sagen die Teilnehmenden: Im Anschluss an den Kongress wollten wir von den Teilnehmenden wissen, wie es ihnen gefallen hat, was sie mitgenommen haben und was wir hätten besser machen können. 81 Personen haben bei der Befragung mitgemacht.

78%
%

66%
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%

66

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	 der Umfrage-Teilnehmenden waren mit der Veranstaltung insgesamt zu-	 	frieden oder sehr zufrieden.

Schon zu Beginn des Kongresses wurde klar: Viele der Teilnehmenden wünschen sich vor allem Raum zum Austausch und Netzwerken. Frage an das Publikum: Was versprechen Sie sich am meisten von dieser Veranstaltung? 22,4 %	 Ich erhalte neues Wissen. 33,6 %	 Ich lerne gelungene Beispiele kennen. 44 %	 Ich knüpfe neue Kontakte.

76 Prozent der Umfrage-Teilnehmenden sind letztendlich mit den Möglichkeiten zur Vernetzung

zufrieden oder sehr zufrieden gewesen. 63 Prozent aller Umfrage-Teilnehmenden haben konkrete Verabredungen bezüglich Vernetzung und/oder weiteren Austausch getroffen, 89 Prozent haben Kontaktdaten mit Teilnehmenden aus anderen Sektoren (Staat, Wirtschaft, Zivilgesellschaft) ausgetauscht und 41 Prozent haben durch die Veranstaltung eine konkrete Idee zur Kooperation entwickelt. Auch in anderen Punkten konnte der Kongress viel bieten der Teilnehmenden an der Umfrage konnten in den Workshops ihr Wissen zum Thema erweitern („trifft zu“ oder „trifft voll zu“), 57 Prozent konnten konkrete Anregungen für ihre praktische Arbeit mitnehmen.

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Das fanden die Teilnehmenden besonders gelungen: Barrierefreiheit – zum Beispiel mit viel Platz zum Navigieren, einer passenden Rampe und GebärdensprachdolmetscherInnen auch für die Pausen. Offenheit – mit Zeit zum Netzwerken, einem großen Interesse an Fragen, Meinungen und Anmerkungen aus dem Publikum sowie insgesamt einem entspannten Umgang mit dem Thema. Vielfalt – ob als gelungener Mix von Perspektiven und Themen, als abwechslungsreiche Mischung aus fachlichem Input und auflockernden Elementen, oder auch im Aufeinandertreffen von Menschen mit und ohne Behinderung. Anregungen fürs nächste Mal Bei aller Lobhudelei nehmen wir natürlich viele Anregungen und Erfahrungen mit für unsere weitere Arbeit. Dabei ist konkretes Feedback von den Teilnehmenden von unschätzbarem Wert – weshalb wir auch nach Verbesserungsvorschlägen der Teilnehmenden gefragt haben. So hörten wir neben Wünschen nach mehr Raum für Diskussionen oder Netzwerken auch die Anregung, mehr Teilnehmende zuzulassen oder die Themen etwas anders zu gewichten. Auch in Sachen Barrierefreiheit merkt man mitunter erst „mittendrin“, was man womöglich nicht bedacht hat. So wurden wir auch auf die zum Teil komplexe Sprache mit vielen Anglizismen hingewiesen sowie auf die Möglichkeiten eines Schriftdolmetschenden und zusätzlicher Beschreibungen der Ted-Umfrageergebnisse oder Filme für blinde und sehbehinderte Teilnehmende aufmerksam gemacht. Was uns dabei aber auch freute zu hören: „Die Messlatte hängt hier schon verdammt hoch.“ „Insgesamt viele Inspirationen und die klare Erkenntnis, dass Vernetzung fehlt.“

„Ich habe erfahren, wie Wirtschaft und Zivilgesellschaft zusammenkommen können und was die Win-win-Situation ist.“

Hatten Sie ein besonderes Aha-Erlebnis?

„Ach so geht Netzwerken :-) Danke!!“

„Mein erster Kontakt zu sichtlich Behinderten, sehr interessant!“ „Ja, wie viele engagierte Menschen leidenschaftlich für die Inklusion kämpfen, für wie viele gute Ideen es zu wenige Gestaltungsplattformen gibt, wie wichtig es ist, über den Begriff Inklusion viel zielgruppen- und bereichsübergreifender zu diskutieren und dass es dafür richtig guter Moderation bedarf.“ „Ehrlich gesagt war der gesamte Kongress ein Aha-Erlebnis!“
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TeilnehmerInnen

Berlin 2014: Wer war dabei?

In den barrierefreien Räumlichkeiten des Hotel Scandic Berlin Potsdamer Platz konnten wir 240 Gäste begrüßen. Für den Kongress haben sich angemeldet: Alfons Adam, Daimler AG Petra Adomeitis, Turnverein Schiefbahn 1899 e. V. Stephan Adomeitis, Turnverein Schiefbahn 1899 e. V. Raúl Aguayo-Krauthausen, Sozialhelden e. V. Magdalena Aiblinger, „Ich will da rauf!“ e. V. Timo Albrecht, DFL Deutsche Fußball Liga GmbH Kerstin Albrecht, PHINEO gAG Gabriele Appel, Stiftung MyHandicap gemeinnützige GmbH Sigrid Arnade, Interessensvertretung Selbstbestimmt Leben Deutschland e. V. Heidemarie Bald, Contitech Vibration Control GmbH Nathalie Ball, AfB gGmbH Christine Bartels, Bezirksamt Mitte von Berlin Rolf Barthel, kobinet Nachrichten Manfred Bauer, „Ich will da rauf!“ e. V. Katharina Baumann, DFL Deutsche Fußball Liga GmbH Tobias Baur, Landesnetzwerk Bürgerengagement, Humanistische Union e. V. Michael Becker, gemeinnützige Perspektiva GmbH Klaus Becker, PHINEO gAG Inge Bellmann, Kinderhilfe e. V. in Rheinhessen und Vorderpfalz Verena Bentele, Beauftragte der Bundesregierung für die Belange behinderter Menschen Christian Berger, PHINEO gAG Heide Berger, Sinneswandel gGmbH Ute Blessing-Kapelke, Deutscher Olympische Sportbund Kathrin Boeckh, t.o.b. Buske/Boeckh GbR Katrin Braun, FAW gGmbH, Akademie Berlin Bernadette Bros-Spähn, Integration statt Aussonderung, Gemeinsam Leben – Gemeinsam Lernen e. V. Gisela Bruns, Freie und Hansestadt Hamburg Jürgen Bufler, Pfizer Pharma GmbH Christian Burger, Integrationsprojekt Freising gGmbH Stefan Burkhardt, Büro für SozialManagementBeratung Köln Bettina Busse, BITKOM e. V. Charlotte Buttkus, PHINEO gAG Anja Carron, nestwärme e. V. Deutschland

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Francisco J. Casado Hebrard, Universität Hohenheim Alexandra Cremer, Netzwerk Inklusion Frankfurt Susanne Cunnac, Veolia Stiftung Janine Dählmann, PHINEO gAG Sandra Dainotti, PHINEO gAG Jan Dannenbring, Zentralverband des Deutschen Handwerks Hanna Daum, Randstad Deutschland GmbH & Co KG Jonas Deister, Sozialhelden e. V. Andreas Dobrowohl, Kulturloge Berlin e. V. Vera Egenberger, Büro zur Umsetzung von Gleichbehandlung e. V. Maik Eimertenbrink, Verband für sozial-kulturelle Arbeit e. V. Katrin Eisenhofer, „Ich will da rauf!“ e. V. Dieter Erdmann, Lebenshilfe Bildung gGmbH Thomas Eschenbach, Universität Stuttgart Judith Feige, Deutsches Institut für Menschenrechte Benjamin Fraaß, PHINEO gAG Manuela Freese-Wagner, Öffentlichkeitsarbeit für NPO Andrea Garroth, LUKULULE e. V. Marie Garroth, LUKULULE e. V. Kurt Gaugler, Bundesliga-Stiftung Christine Gediga, Lebenshilfe Freising e. V. Bea Gellhorn, Insider Art e. V. Katrin Gensecke, Selbst Aktiv – Netzwerk von behinderten Menschen in der SPD Gertrud Gewald, nestwärme gGmbH Wolfram Giese, Bundesministerium für Arbeit und Soziales Matthias Gillmann, Beratungs- und Inklusionsinitiative Hamburg (BIHA) Margit Glasow, inklusiv! Das Gesellschaftsmagazin für alle Julian Goll, Integrationsprojekt e. V. Katharina Göpner, Bundesverband Frauenberatungsstellen und Frauennotrufe, Frauen gegen Gewalt e. V. Aletta Gräfin von Hardenberg, Charta der Vielfalt e. V. Sven Gräßer, Stiftung SPI Stephan Großgerge, taktilum Wiebke Gülcibuk, PHINEO gAG Christin Gunkel, Otto Bock HealthCare GmbH Helga Hackenberg, Evangelische Hochschule Berlin Holger Hase, Selbst Aktiv – Netzwerk von behinderten Menschen in der SPD

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Monika Hauß-Schmid, Fa. Werner Schmidt GmbH/Gemeinnützige Perspektiva GmbH Linda Heberling, freiberuflich tätig Heiko Held, Henkel AG & Co. KG Ines Helke, Deutscher Schwerhörigenbund e. V. Anke Henkel, discovering hands gUG Dirk Hense, nestwärme e. V. Deutschland Elisabeth Hermanns, In der Gemeinde Leben gGmbH Moritz Hillebrand, Anschutz Entertainment Group Florian Hinze, PHINEO gAG Philipp Hoelscher, PHINEO gAG Dirk Hoffmann, Immobilien Scout GmbH Anja Hofmann, Kaiser‘s Tengelmann GmbH Sylke Hölscher, Evangelisches Johannesstift Behindertenhilfe gGmbH Eva-Carolin Hölscher, Gebärdensprachdolmetscherin Armin Homp, Bayerischer Jugendring K.d.ö.R. Kristina Hötte, Landschaftsverband Westfalen-Lippe Hubert Hüppe, MdB Sabine Ick, public relations sabine ick Tiffany Ischinger, PHINEO gAG Marcus Jeske, Bundesarbeitsgemeinschaft ambulante berufliche Rehabilitation e. V. Detlef Kaenders, Aktion Mensch e. V. Andreas Kanne, Deutsche Bank AG Monika Kirchhoff, Sitel GmbH Marie-Luise Klein, Paritätisches Bildungswerk LV Brandenburg e. V. Kathleen Koar, Veolia Stiftung Volker Kohle, Integrationsprojekt e. V. Gabriele Komp, lvkm-sh e. V. Wolfram M. Kons, Journalist und Fernsehmoderator Susanne Korhammer, Lampe Asset Management GmbH René Korth, Bayer Cares Foundation Katrin Kowark, Bundesverband Deutscher Stiftungen Alexander Kraemer, AfB gGmbH Julia Kranz, Evangelische Stiftung Alsterdorf Doreen Kröber, LetMeTalk.org Heidemarie Kröger, Kulturloge Berlin e. V. Petra Krug, Kinderabenteuerhof Freiburg e. V. Klemens Kruse, Bundeskompetenzzentrum Barrierefreiheit e. V.

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Doreen Kubek, PHINEO gAG Lea Kuhn, Kinderhilfe e. V. in Rheinhessen und Vorderpfalz Ulrich Kuhn, Stiftung Liebenau Petra Künsemüller, Bildungswerk der niedersächsischen Wirtschaft gGmbH Dagmar Kunz-Mosley, Senatsverwaltung Berlin Beate Lambrecht, Charité Universitätsmedizin Berlin Katrin Langensiepen, Bündnis 90/Die Grünen Hannover Julia Latscha, Stiftung Bildung André Lefeber, Freie Universität Berlin Stefanie Lehmann, PARTicipation Thomas Löb, EventWerker Berlin Stefan Löbbert, UniCredit Bank AG Christiane Maria Loosen, E.ON SE Gabriele Lösekrug-Möller, parlamentarische Staatssekretärin, Bundesministerium für Arbeit und Soziales Katja Lüke, Der PARITÄTISCHE Hessen Angelika Magiros, Bundesvereinigung Lebenshilfe e. V. Tobias Marczinzik, In der Gemeinde Leben gGmbH Christina Marx, Aktion Mensch e. V. Rebecca Maskos, Bundesverband Frauenberatungsstellen und Frauennotrufe, Frauen gegen Gewalt e. V. Lilian Masuhr, Sozialhelden e. V. Gerwin Matysiak, Bundesverband Selbsthilfe Körperbehinderter e. V. Gisela Maubach, Förderkreis Schwerkranke Kinder e. V. Steffen Maubach Daniel Meixner, Gebärdensprachdolmetscher Uta Menges, IBM Deutschland GmbH Julia Meuter, Stiftung Bürgermut Angela Meyenburg, Kulturloge Berlin e. V. Lena Middendorf, Lebenshilfe Ostholstein e. V. Karl-Heinz Miederer, Access Integrationsbegleitung gGmbH Gerd Miedthank, Selbst Aktiv – Netzwerk von behinderten Menschen in der SPD Christina Moehrle, Freie Autorin Kyra Morawietz, Netzwerk Frauengesundheit Berlin Petra Moske, nestwärme e. V. Deutschland Axel Mössinger Christa Mühlbauer, Siemens Stiftung

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Dirk Müller-Remus, auticon GmbH Ina Müller-Schmoß Silke Niemann, Aktion Mensch e. V. Ayse Oluk, Hessische Landesregierung Carola Otto, Gebärdensprachdolmetscherin Christian Paulus, Bürgerbüro Birgit Monteiro, MdA Dominik Peter, Berliner Behindertenzeitung Ilka Pfänder, lvkm-sh e. V. Fritz Pleitgen, Bundesliga-Stiftung Martin Pohlit, Deutsches Rotes Kreuz – Generalsekretariat Torsten Prenner, Zentrale Auslands- und Fachvermittlung Herbert Probst, Freier Journalist Larissa Probst, Stiftung Schüler Helfen Leben / Amnesty International Barbara Probst Julia Probst, Bloggerin Julia Propp, PHINEO gAG Peter Radtke, Deutscher Ethikrat Carsten Rahlf, ERGO Versicherung AG Lisa Reimann, freie Dozentin Heidrun Resag, Charité Universitätsmedizin Berlin Thorsten Richter, Bundesliga-Stiftung Andreas Rickert, PHINEO gAG Jenny Riedel, Mobile Office Management Rainer Ritter, Gesamtschwerbehindertenvertreter der Berliner Polizei Renate Rodenstein, Bildungswerk der Wirtschaft Sachsen-Anhalt e. V. Hannes Roever, Integrationsprojekt e. V. Anja Rosengart, PARTicipation Roman R. Rüdiger, Buddy e. V. Anja Saft, Gebärdensprachdolmetscherin Silke Sasse, CinemaxX Entertainment GmbH & Co. KG Alexis Schäfer, International Paralympic Committee (IPC) Sonja Schäffler, PHINEO gAG Andrea Schatz, Netzwerk behinderter Frauen Berlin e. V. Peter Schick, GebärdensprachdolmetschService Andreas Schiemenz, HSH Nordbank AG Julia Schlicht, Deutscher Verein für öffentliche und private Fürsorge e. V. Rolf Schmachtenberg, Bundesministerium für Arbeit und Soziales

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Cornelia Schmidt, Allianz Deutschland AG Rosel Schmidt, Freie Journalistin Rainer Schmidt, Kabarettist und Pfarrer Thimo Valentin Schmitt-Lord, Bayer-Stiftungen Jutta Schubert, EUCREA Verband Kunst und Behinderung e. V. Elisabeth Schuh, nestwärme gGmbH Susanne Schünemann, Der Polizeipräsident in Berlin Antje Schwarz, METRO Group Andreas Schwarzhaupt, Sir Peter Ustinov Stiftung Martina Schwebe-Eckstein, Deutsche Telekom AG Birgit Schweer, Zentralverband des Deutschen Handwerks Laura M. Schwengber, Gebärdensprachdolmetscherin Siegurd Seifert, inclusio medien e. V. Andreas Seiffert, Malteserhof Reinickendorf – Wohnheim für Menschen mit Behinderung Franziska Silbermann, PHINEO gAG Rainer Sippel, St. Antoniusheim GmbH / Beiratsvorsitzender der Gemeinnützige Perspektiva GmbH Zuhal Soyhan, Bayerisches Fernsehen Wolfgang Spähn, Integration statt Aussonderung, Gemeinsam Leben – Gemeinsam Lernen e. V. Susanne Spenn, PHINEO gAG Peter Stadler, FAF gGmbH Julia Steinfelder, Christoffel-Blindenmission Deutschland e. V. Alexander Stock, Zweites Deutsches Fernsehen (ZDF) Arne Stratmann, DFL Deutsche Fußball Liga GmbH Ellen Sturm, UPJ – Netzwerk für CSR und Corporate Citizenship Kerstin Tack, MdB, behindertenpolitische Sprecherin der SPD-Bundestagsfraktion Frank Tafertshofer, Landschaftsverband Westfalen-Lippe Ferdinand Tempel, Deutsche Telekom AG Irina Tischer, kobinet Nachrichten Nicole Toetz, Lebenshilfe Bildung gGmbH Cordula Torner, PHINEO gAG Peter Traschkowitsch, Gewerkschaft vida Andreas Truglia, IHK Berlin Stefanie Trzecinski, KOPF, HAND + FUSS gGmbH Reinhard Wagner, UnternehmensForum e. V. Florian Wahl, SKYLOTEC GmbH Rita Walther, Axel Springer SE Mareen Walus, Immobilien Scout GmbH

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Inge Wasserberg, IDEENWASSER Verbraucherbildung & Partner für Lebensmittelhygiene Gerd Weimer, Beauftragter der Landesregierung für die Belange von Menschen mit Behinderungen in Baden-Württemberg Michaela Weiß, Sozialteam Niederbayern gGmbH Peter Weiß, Sozialteam Nordbayern gGmbH Knut Weltlich, Werther-TV Verena Werthmüller, Deutsches Rotes Kreuz e. V. Astrid Westermann, Axel Springer SE Alexander Westheide, Aktion Mensch e. V. Norbert Wetzelaer, DFB-Stiftung Sepp Herberger Caroline Wetzke, PHINEO gAG Christoph Wiche, In der Gemeinde Leben gGmbH Odila Wiederhold, Landschaftsverband Westfalen-Lippe Ute Wiepel, Freie Journalistin Dagmar Wiesmann, Gemeinnützige Perspektiva GmbH Claudia Wiesner, Gebärdensprachdolmetscherin Kurt-Ulrich Wiggers, In der Gemeinde Leben gGmbH Stefan Wilhelm, discovering hands gUG Kika Wilke, blind & lame Lucy Wilke, blind & lame Matthias Wirth, Deutsche Gesellschaft für Muskelschwund e. V. Michael Wirtz, RENATEC GmbH Anne Wollenhaupt, gsub mbH Gesellschaft für soziale Unternehmensberatung Ilka Wottawah-Kuester, Bildungswerk der Wirtschaft Sachsen-Anhalt e. V. Dina Zander-Tabbert, Gebärdensprachdolmetscherin Britta Zweigner, RENATEC GmbH

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1. Auflage, Dezember 2014 © PHINEO, Berlin Für inhaltliche Fragen steht Ihnen gern zur Verfügung: Franziska Silbermann, Kommunikation Franziska.Silbermann@phineo.org Kontakt PHINEO gAG Anna-Louisa-Karsch-Straße 2 10178 Berlin +49 30 520065400 +49 30 520065403 info@phineo.org www.phineo.org Die Texte zu den Reden von Gabriele LösekrugMöller (S. 16-17), Dr. Peter Radtke (S. 18-22), Richard Wagner (S. 23-25) sowie Christina Marx (S. 26-28) wurden uns freundlicherweise bereits im Vorfeld von den jeweiligen ReferentInnen zur Verfügung gestellt. Bildnachweise Die Fotografien der ReferentInnen wurden uns freundlicherweise von den jeweiligen Personen bzw. ihren Organisationen zur Verfügung gestellt. Titel + S. 11: Foto von Wolfram Kons: RTL / Benno Kaehahn S. 5: Foto von Blind & Lame von den Künsterinnen zur Verfügung gestellt S. 7: Foto von Rainer Schmidt vom Künstler zur Verfügung gestellt S. 14: Foto von Alexander Stock: Carmen Sauerbrei S. 11/16: Foto von Gabriele Lösekrug-Möller: Bundesministerium für Arbeit und Soziales Alle Porträtaufnahmen des PHINEO-Teams: Annett Zühlke, Yvonne Dickopf, PHINEO gAG Fotos der Veranstaltung: Steffen Kugler für PHINEO gAG Stefan Schultze, PHINEO gAG Andi Weiland, Sozialhelden e. V. Außenaufnahmen: S. 45, 54, 59 Stefan Schultze, PHINEO gAG

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