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Full text: Lebenswerte Stadt

Lebenswerte Stadt

Natur & städtisches Leben
www.duh.de/lebenswertestadt.html

ohne Widerspruch!

Gute Beispiele aus dem Wettbewerb „Lebenswerte Stadt“

Section 1

Lebenswerte Stadt

Bildnachweis: Titel: Tom Bayer/fotolia.de; S. 2: Stadt Bad Saulgau; S. 4: Foto Dr. Ramsauer: BMVBS/Fotograf: Frank Ossenbrink; S. 5: Foto Harald Kächele: Astrid Busch; S. 7 Karte: DUH mit Daten aus Open Street Map, Bilder: (immer v.l.n.r.) Stadtverwaltung Andernach/Maurer, DUH, DUH; S. 8/9: Stefan Cop, Architekturbüro Dorbritz/Torsten Wiegand, 2x Stadtjugendring Sondershausen e.V., Stefan Cop; S. 10/11: 2x Stadt Münster, Hansestadt Lübeck/Achim Selk, Stadtplanungsamt Nagold, Wilhelm-Hack-Museum/Ludwigshafen am Rhein 2012, 2x Stadt Meerane; S. 12/13: Stadt Ratzeburg, Bilderarchiv Stadtverwaltung Wolfratshausen, Stadt Norderstedt Projektgruppe Themenrundwege, 2x Mechthild Sörries, Gemeinde Möglingen; S. 14/15: Freundeskreis Park Reitersdorf, 2x Stadtverwaltung Andernach/Maurer, Waltraut Reinke, NZO Bielefeld/ Dr. Bockwinkel, Dipl.-Ing. Gabriele Hennemann/Michendorf, S. 16/17: 2x S.T.E.R.N Gesellschaft der behutsamen Stadterneuerung mbH/ Monika Schröder, Stiftung Kaltehofe, Amt für Stadtgrün und Abfallwirtschaft Dresden, Stadt Leer, Stadt Meißen/Walz; S. 18/19: NZO Bielefeld/ Dr. Bockwinkel, DUH, Stadtverwaltung Andernach/Maurer, 2x Freundeskreis Park Reitersdorf, Wette+Küneke Landschaftsarchitektur; S. 20/21: Schelhorn Landschaftsarchitektur, Stadt Dreieich/Katerina Kucera, Wette+Küneke Landschaftsarchitektur, Schutzgemeinschaft Deutscher Wald/Landesverband Hamburg, Bayer. Rundschau/K. Geyer, Stadt Kulmbach; S. 22/23: 2x Stadt Hamm, 2x Stadt Borna, 2x Stadt Dachau, 2x Baureferat München, S. 24/25: 2x Stadt Emsdetten, Stadtverwaltung Andernach/Maurer, Stadt Arnsberg, Angelsportverein Ruhrwellen Arnsberg, SDW-Hamburg; S. 26: 2x Stadt Köln, 2x Carolin Nasse; Rückseite: Daniel Stanke

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Lebenswerte Stadt

Inhaltsverzeichnis

Inhaltsverzeichnis
Vorworte ·  ·  ·  ·  ·  ·  ·  ·  ·  ·  ·  ·  ·  ·  ·  ·  ·  ·  ·  ·  ·  ·  ·  ·  ·  ·  ·  ·  ·  ·  ·  ·  ·  ·  ·  ·  ·  ·  ·  ·  · 	4
Schirmherr Dr. Peter Ramsauer, Bundesminister für Verkehr, Bau und Stadtentwicklung	 Deutscher Städtetag und Deutscher Städte- und Gemeindebund 	 Stiftung „Lebendige Stadt“ 	 Deutsche Umwelthilfe	 4 4 5 5

Der Wettbewerb „Lebenswerte Stadt“·  ·  ·  ·  ·  ·  ·  ·  ·  ·  ·  ·  ·  ·  ·  ·  ·  ·  ·  ·  ·  ·  ·  ·  ·  ·  · 	6 Stadtentwicklung·  ·  ·  ·  ·  ·  ·  ·  ·  ·  ·  ·  ·  ·  ·  ·  ·  ·  ·  ·  ·  ·  ·  ·  ·  ·  ·  ·  ·  ·  ·  ·  ·  ·  ·  ·  · 	8
Der Schilde-Park in der Stadtentwicklung von Bad Hersfeld 	 Umgang mit dem Bevölkerungsrückgang in Sondershausen 	 Freiraumkonzept Grün-Blau der Stadt Dachau (Bayern)	 Speichen-Strahlen-Plan Frankfurt (Hessen)	 „Soziale Stadt“-Gebiet Buntekuh in Lübeck (Schleswig-Holstein)	 Die Grünordnung von Münster (NRW)	 Städtebauliches Leitbild „Grüne Urbanität“ in Nagold (Baden-Württemberg)	 Verknüpfung von Ökologie und Sozialem in Sondershausen	 Schüler ziehen Straßenbäume in Haselünne (Niedersachsen)	 Naturerfahrungsraum „Altes Gebiet“ in Gießen (Hessen)	 Natur-Erlebnis-Schulhof Hanfbachschule in Möglingen (Baden-Württemberg)	 Innenhofbegrünung im Herzen Berlins	 Unberührte Natur mitten in Hamburg: Kaltehofe	 „Grüne Mitte“ im Industriepark Nord.Westfalen in Coesfeld (NRW) 	 Der Kleingartenpark Hansastraße in Dresden (Sachsen)	 Naturnahe Grünanlagen im Neubaugebiet in Leer (Niedersachsen)	 Schülerweinberg im Zentrum von Meißen (Sachsen)	 Pragmatisches Vorgehen bei der Refinanzierung des Eigenanteils in Arnsberg	 Einsparungen und Mehrausgaben in Andernach	 Finanzierung des Schilde-Parks in Bad Hersfeld	 Sanierung des Park Reitersdorfs in Bad Honnef: Kooperation von Stadt und Freundeskreis (NRW)	 Schulhofumgestaltung in Dreieich (Hessen)	 Essbare Stadt Andernach	 Zusammenarbeit mit Angelvereinen in Arnsberg	 Hausbewohner begrünen Innenhöfe in Berlin	 Agenda 21-Prozess zur Hamburger Elbinsel Kaltehofe	 Park am Breiten Teich in Borna (Sachsen)	 Kölner Grüngürtel (NRW)	 Der Emmerauenpark in Lügde (NRW)	 Neugestaltung von Parkanlagen	 Umgestaltung existierender Parkanlagen	 8 9 9 9 10 10 10 12 13 13 13 16 16 17 17 17 17 19 19 20 20 20 24 25 25 25 26 26 26 27 28

Naturerfahrung·  ·  ·  ·  ·  ·  ·  ·  ·  ·  ·  ·  ·  ·  ·  ·  ·  ·  ·  ·  ·  ·  ·  ·  ·  ·  ·  ·  ·  ·  ·  ·  ·  ·  ·  ·  ·  · 	11

Biodiversität ·  ·  ·  ·  ·  ·  ·  ·  ·  ·  ·  ·  ·  ·  ·  ·  ·  ·  ·  ·  ·  ·  ·  ·  ·  ·  ·  ·  ·  ·  ·  ·  ·  ·  ·  ·  ·  ·  · 	14

Finanzierung ·  ·  ·  ·  ·  ·  ·  ·  ·  ·  ·  ·  ·  ·  ·  ·  ·  ·  ·  ·  ·  ·  ·  ·  ·  ·  ·  ·  ·  ·  ·  ·  ·  ·  ·  ·  ·  ·  · 	18

Akzeptanz ·  ·  ·  ·  ·  ·  ·  ·  ·  ·  ·  ·  ·  ·  ·  ·  ·  ·  ·  ·  ·  ·  ·  ·  ·  ·  ·  ·  ·  ·  ·  ·  ·  ·  ·  ·  ·  ·  ·  · 	21

Übersicht Wettbewerbsprojekte ·  ·  ·  ·  ·  ·  ·  ·  ·  ·  ·  ·  ·  ·  ·  ·  ·  ·  ·  ·  ·  ·  ·  ·  ·  ·  ·  ·  · 	27

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Vorworte

Lebenswerte Stadt

Vorworte
Schirmherr Dr. Peter Ramsauer
Bundesminister für Verkehr, Bau und Stadtentwicklung und Schirmherr des Wettbewerbs „Lebenswerte Stadt“

Dr. Stephan Articus
Geschäftsführendes Präsidialmitglied des Deutschen Städtetages Geschäftsführendes Präsidialmitglied des Deutschen Städteund Gemeindebundes

Dr. Gerd Landsberg
Dr. Stephan Articus Dr. Gerd Landsberg

Dr. Peter Ramsauer

Schirmherr Dr. Peter Ramsauer, Bundesminister für Verkehr, Bau und Stadtentwicklung Zu Recht haben die Bewohnerinnen und Bewohner unserer Städte und Gemeinden hohe Erwartungen an die Lebensqualität ihrer Wohn- und Arbeitsorte. Unsere Städte und Gemeinden müssen heute wie auch für künftige Generationen attraktiv und lebenswert sein. Dazu gehört auch ein vielfältiges Angebot an innerstädtischen Grün- und Erholungsräumen für Menschen jeden Alters. Nicht zuletzt liefert innerstädtisches Grün einen wichtigen Beitrag zum Erhalt der Artenvielfalt. Eine nachhaltige Planung städtischer Freiräume gehört daher zweifellos zu einer zukunftsorientierten Stadtentwicklungspolitik. Sehr gern habe ich deshalb im Jahr 2012 die Schirmherrschaft über den Wettbewerb „Lebenswerte Stadt“ übernommen. Die vorliegende Abschlussbroschüre bestätigt eindrucksvoll, dass sich die Städte und Gemeinden engagiert und kreativ der Aufgabe einer nachhaltigen Freiraumplanung widmen. Sie ist ein zentrales Kriterium in den stadtplanerischen Entscheidungen. Die Wettbewerbsbeiträge zeigen zugleich: Stadterneuerung, Strukturwandel, Anpassung an den Klimawandel und weitere Aufgaben werden vor Ort auf ganz unterschiedliche Weise angepackt und mit einer vorbildhaften Gestaltung der Grünräume verbunden. Öffentlich zugängliche Erholungsräume werden bewahrt, erneuert und mit Weitsicht an die vielfältigen Anforderungen angepasst. Die eingereichten und die ausgezeichneten Beiträge laden dazu ein, mehr zu tun! Es ist zu wünschen, dass sich möglichst viele Akteure der Stadtentwicklung aus diesen Erfahrungen zu neuen Ideen und Projekten anregen lassen und so zu lebenswerten Städten und Gemeinden beitragen.

Deutscher Städtetag und Deutscher Städte- und Gemeindebund Grünflächen sind seit jeher fester Bestandteil unserer Städte und Gemeinden. Parkanlagen, Straßengrün, Fassadenbewuchs, Stadtwald, Gewässer und Brachflächen bilden wichtige identitätsstiftende Elemente, die aus dem Wohn- und Arbeitsumfeld der Bürgerinnen und Bürger nicht mehr wegzudenken sind. Sie erfüllen wichtige soziale, ökologische und ökonomischen Funktionen. Naturräume bestimmen maßgeblich das ästhetische Erscheinungsbild und die Lebensqualität in unseren Kommunen. Sie steigern die Attraktivität von Städten und Gemeinden als Wohnund Wirtschaftsstandort und tragen zu einem positiven Image bei. Eine kluge und vorausschauende Stadtplanung integriert daher bereits frühzeitig Stadtgrün in die Bebauung. Dabei gilt es, kreativ auf unterschiedlichste Vorstellungen und Nutzungsansprüche von verschiedensten Akteuren einzugehen und die örtliche Wirtschaft, die Entscheidungsträger sowie die Bürgerinnen und Bürger einzubeziehen. Die Wettbewerbsbeiträge bestätigen eindrucksvoll, dass die Bürgerinnen und Bürger ein starkes Interesse an „ihren“ städtischen Grünräumen haben und auch dazu bereit sind, sich aktiv in deren Planung, Pflege und Erhaltung einzubringen. Dieser Wettbewerb hat wieder einmal gezeigt: Viele Kommunen unterschiedlichster Größe setzen bereits auf innerstädtische Natur. Gemeinsam mit der Bevölkerung entwickeln sie auch unter schwierigen finanziellen Verhältnissen ihre Grünflächen auf innovative Weise weiter, um Stadtnatur auch weiterhin als Teil unserer lebendigen Städte zu erhalten und zu gestalten.

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Lebenswerte Stadt

Vorworte

Alexander Otto
Vorsitzender des Kuratoriums der Stiftung „Lebendige Stadt“

Prof. Dr. Harald Kächele
Bundesvorsitzender der Deutschen Umwelthilfe e.V.

Alexander Otto

Prof. Dr. Harald Kächele

Stiftung „Lebendige Stadt“ Wir alle wünschen uns lebenswerte Städte. Vielerorts tragen kreative und gut durchdachte Projekte dazu bei; andernorts besteht aber noch Gestaltungsbedarf. Mit dem Wettbewerb „Lebenswerte Stadt“ möchten wir zum Wissenstransfer zwischen solchen Orten beitragen. Stadtgrün hat große Wirkung: Parks und Grünflächen werden von der Bevölkerung geschätzt. Mitten in der Stadt leistet Natur einen wesentlichen Beitrag zur Verbesserung der Umwelt- und Lebensqualität und bietet Lebensraum für Tier- und Pflanzenarten. Stadtgrün steht dabei im Einklang mit Wohnen, Arbeiten und Freizeit und ist ein wichtiger Standortfaktor. Vor diesem Hintergrund haben wir mit dem Wettbewerb nach Grünprojekten gesucht, die Städte lebenswert machen. Die insgesamt 160 Bewerbungen sind ein beeindruckender Beweis für das vielfältige Engagement. Sie belegen, wie es Städten auch in Zeiten knapper Haushaltsmittel unter aktiver Beteiligung ihrer Bürgerinnen und Bürger gelingen kann, Urbanität und Lebensqualität zu verbessern. Die Städte Andernach, Arnsberg, Bad Hersfeld, Sondershausen sowie die Bezirke Berlin-Pankow und Hamburg-Mitte liefern dafür hervorragende Beispiele. Mit der Auszeichnung als „lebenswerte Städte“ möchten wir diese bekannt machen. Darüber hinaus hat der Wettbewerb viele weitere nachahmenswerte Projekte zur Gestaltung von Stadtgrün hervorgebracht. Es lohnt sich, unsere Wettbewerbsdokumentation zu durchstöbern. Möglicherweise entdecken Sie Ansätze, die sich auch bei Ihnen verwirklichen lassen. Vielleicht kommen Sie dabei auch auf ganz neue Ideen. Bei der Gestaltung Ihrer eigenen lebendigen Stadt wünsche ich Ihnen viel Erfolg.

Deutsche Umwelthilfe Was heute viele Stadtmenschen nach draußen lockt sind Rad- und Spazierwege im Grünen, naturnahe Bachläufe zum Planschen und Erforschen, erlaubtes Naschen von Obstbäumen und Beerenbüschen – selbst Gemüse ist zur Attraktion von Parks geworden. Solche Naturräume sind ein essentieller Bestandteil lebenswerter Städte. Hier kann man herumtoben, die Jahreszeiten verfolgen, Tiere beobachten, Blumen pflücken oder einfach zur Ruhe kommen. Dies ist ungemein wichtig für Gesundheit und Wohlbefinden inmitten unseres geschäftigen Alltags. Noch dazu sind solche Orte höchst wichtige Lebensräume für viele, häufig seltene Tiere und Pflanzen. Erholung im Grünen mitten in der Stadt ist nicht nur möglich, sondern vielerorts auch stadtplanerische Messlatte, wie unser aktueller Wettbewerb und diese Broschüre aufzeigen. Schon allein die sechs Siegerprojekte zeigen ein breites Spektrum an städtebaulichen Herausforderungen. Ihre kreativen Lösungsansätze und viele Praxisbeispiele aus den 160 eingereichten Projekten ergeben ein Mut machendes und inspirierendes Bild, was alles in unseren Städten möglich ist. Ganz besonderen Dank möchte ich der Stiftung „Lebendige Stadt“ aussprechen. Mit ihr als Partner, und mit deren fachlicher und finanzieller Unterstützung, haben wir hiermit bereits zum zweiten Mal einen sehr erfolgreichen Wettbewerb zu Ende gebracht. Die Preisgelder der Stiftung im Wert von 30.000 Euro werden ihr übriges tun und in den Siegerprojekten der Stadtnatur direkt zugute kommen. Ich wünsche Ihnen viel Freude bei der Lektüre dieser Broschüre und viele neue Ideen für Ihre weitere Arbeit vor Ort!

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Einleitung

Lebenswerte Stadt

Der Wettbewerb „Lebenswerte Stadt“
Stadtnatur ist eines der zentralen Elemente einer lebendigen und lebenswerten Stadt. Sie gibt Raum für Erholung und Begegnung, sie fördert ein gutes Stadtklima und die Luftqualität und kann Lebensraum für unzählige Tiere und Pflanzen sein. Der Wettbewerb „Lebenswerte Stadt“ rückte daher das aktive Fördern von Natur in der Stadt in den Mittelpunkt, und zwar mit und für die Menschen, die dort wohnen. 160 Projekte aus 139 Kommunen aus dem ganzen Bundesgebiet wurden eingereicht.

Sechs Siegerprojekte
Sechs „Lebenswerte Städte“ wurden gekürt: Andernach, Arnsberg, Bad Hersfeld, der Bezirk Pankow von Berlin, der Bezirk Hamburg-Mitte und Sondershausen. Die sechs Siegerprojekte aus diesen Kommunen bilden ein sehr breites Spektrum an städtebaulichen Ausgangssituationen und Herausforderungen ab und haben innovative Herangehensweisen und kreative Lösungsansätze zu bieten. Essbare Stadt Andernach (Rheinland-Pfalz): Die Stadt Andernach baut seit 2010 Mangold, Grünkohl und andere Obst- und Gemüsesorten auf öffentlichen Grünflächen an. Alle dürfen bei der Beetpflege mit anpacken und natürlich ernten. Ein Gang um die Altstadt erlaubt das Miterleben des Wachstums und Reifens von bekannten und unbekannten Gemüse- und Obstsorten. Näheres zum Projekt finden Sie in den Kapiteln Biodiversität, Finanzierung und Akzeptanz. Renaturierung der Ruhr in Arnsberg (NRW): Seit 2003 renaturiert Arnsberg die Ruhr im Siedlungsbereich auf über sieben Kilometern Länge. Die Ruhr entwickelt sich eigendynamisch, die Ufer werden der natürlichen Sukzession überlassen. Die Ruhr ist wieder Teil des Stadtbilds und ein beliebtes Naherholungsgebiet. Näheres zum Projekt finden Sie in den Kapiteln Biodiversität, Finanzierung und Akzeptanz. Schilde-Park in Bad Hersfeld (Hessen): Bad Hersfeld entwickelte auf einem frei gewordenen Industriegelände an der Altstadt den Schilde-Park. Einige historische Gebäude wurden restauriert, doch die meisten Gebäude und Verkehrswege wichen einem weitläufigen Parkgelände. Ein verrohrter Bach wurde renaturiert und ist heute Spielplatz und Lebensraum. Näheres zum Projekt finden Sie in den Kapiteln Stadtentwicklung, Biodiversität, Finanzierung und Akzeptanz. Innenhofbegrünung im Bezirk Pankow von Berlin: Das 100 Höfe-Programm des Bezirks unterstützt seit über 10 Jahren Anwohner und Eigentümer finanziell bei der Begrünung der Innenhöfe. Beraten von der Grünen Liga verwandelten sich seither über 60 versiegelte Innenhöfe in dicht besiedelten Altbauquartieren in grüne Oasen. Näheres zum 100 Höfe-Programm des Bezirks finden Sie in den Kapiteln Biodiversität und Akzeptanz. Wasserkunstinsel Kaltehofe im Bezirk Hamburg-Mitte: Anwohner, Vereine, Verwaltung, Politik und Unternehmen entwickelten im Rahmen eines Agenda 21-Prozesses die Nachnutzung der ehemaligen Trinkwasseraufbereitungsanlage. Heute laden hier unberührte Natur, Spazierwege, ein Wassermuseum und viele Veranstaltungen zum Besuch ein. Näheres zur Wasserkunstinsel Kaltehofe finden Sie in den Kapiteln Biodiversität und Akzeptanz. Ökologische Aufwertungen des Wohnumfelds in Sondershausen (Thüringen): Nach massivem Rückbau im Stadtteil Hasenholz-Östertal gestalten Kinder und Jugendliche ihr Wohnumfeld neu. Sie richteten einen Generationenpark ein, pflanzen viele Bäume und Hecken und organisieren regelmäßig Quartiersfeste. Näheres zu Sondershausen finden Sie in den Kapiteln Stadtentwicklung und Naturerfahrung.

Viele gute Beispiele
 In dieser Broschüre finden Sie eine Fülle von Projektideen, Methoden, Tricks und Kniffen aus den Siegerprojekten und zahlreichen weiteren Teilnehmern am Wettbewerb. Für weiterführende Informationen finden Sie ab Seite 27 die Kontakte zu allen Projekten.

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Lebenswerte Stadt

Einleitung

Ein Gesamtsieger: Essbare Stadt Andernach
Die Siegerprojekte wurden von Jury, Deutsche Umwelthilfe und Stiftung „Lebendige Stadt“ vor Ort besucht und begutachtet, woraufhin die Jury einen Gesamtsieger auswählte. Die für sie maßgeblichen Kriterien waren Übertragbarkeit auf andere Kommunen, die verwendeten Ressourcen, die Außenwirkung des Projekts sowie die Modellhaftigkeit bzw. die Exzellenz von Projektidee und -umsetzung. Auf dieser Grundlage entschied sich die Jury – nach ausgiebigen Diskussionen – für die Essbare Stadt Andernach, die mit ihrem vielschichtigen Alle Teilnehmer des Wettbewerbs und dabei „runden“ Gesamtkonzept überzeugte. Nicht mit großen „Lebenswerte Stadt“ Baumaßnahmen, sondern mit essbaren Pflanzen schuf Andernach eine neue Qualität und Attraktivität für ihre Grünflächen. Was in Notzeiten in unseren Städten selbstverständlich war, nämlich die Nutzung innerstädtischer Freiflächen für die Nahrungsmittelproduktion, nimmt Andernach wieder auf und gibt so die öffentlichen Flächen mit neuer Multifunktionalität an die Öffentlichkeit zurück. Mitten im „urbanen Zeitalter“ macht Andernach städtische Flächen zum Lebens-Mittel-Punkt und trifft damit den Nerv der Zeit. Selten wurde mit so einfachen Mitteln so viel angestoßen. Das Konzept wird inzwischen bundesweit wahrgenommen und hat vielerorts bereits Nachahmer gefunden.

Die Jurymitglieder
XX Christa Böhme, Deutsches Institut für Urbanistik XX Gerhard Fuchs, Stiftung „Lebendige Stadt“ XX Dr. Manfred Fuhrich, Bundesamt für Bauwesen und Raumordnung (BBR) XX Ute Kreienmeier, Deutscher Städteund Gemeindebund XX Prof. Dr. Frank Lohrberg, RWTH Aachen XX Prof. Dr. Dittmar Machule, Stiftung „Lebendige Stadt“ XX Robert Spreter, Deutsche Umwelthilfe e.V. XX Axel Welge, Deutscher Städtetag XX Peter Werner, Kompetenznetzwerk Stadtökologie – CONTUREC XX Albert Wotke, Deutsche Umwelthilfe e.V.
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ung	 Ortstermin in Ander nach am 15. November 2012 mit Stadtrundgang und Auszeichn

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Stadtentwicklung

Lebenswerte Stadt

Stadtentwicklung
Für fast alle Projekte, die im Wettbewerb eingereicht wurden, war die Einbindung in übergeordnete Planungen oder Konzepte von Bedeutung. Die Zielrichtungen waren dabei sehr unterschiedlich: Ortsbild, Stadtsanierung, Spielplätze, Biotopvernetzung, Förderung regionaltypischer Landschafts- oder Biotoptypen, Frischluftzufuhr, etc. Über solche Planungswerke oder Strategien kann die Stadtentwicklung zur dauerhaften Sicherung von Grünflächen und Grünverbindungen beitragen. Für die Verbindlichkeit der Konzepte ist entscheidend, ob das Konzept politisch per Beschluss des Kommunalparlaments unterstützt wird.   Besonders deutlich wird dies beispielsweise bei der Frankfurter GrünGürtel-Verfassung, die zur Erhaltung und Entwicklung des Frankfurter GrünGürtels verabschiedet wurde. Immer wieder gibt es Begehrlichkeiten ,diese Flächen einer baulichen Nutzung zuzuführen, der Druck im Ballungsraum Frankfurt ist in dieser Hinsicht enorm. Dabei hat der GrünGürtel gerade in einer wachsenden Stadt eine steigende Bedeutung für die im Kernbereich Frankfurts lebenden Bewohner. In diesem Konflikt ist der Stadtverordnetenbeschluss ein wichtiger Schutz für den GrünGürtel, der sich seit über 20 Jahren bewährt hat.  Für die konkrete Umsetzung von Grünprojekten in einer Stadt sind es aber oftmals viel kleinere Dinge, die für Herausforderung sorgen: Wer sind die Eigentümer? Sind sie bereit, die Flächen zu verkaufen oder das Projekt mitzutragen? Sind Altlasten zu entsorgen? Sind im Untergrund Reste von Grundmauern, Kabeln oder gar in Vergessenheit geratene verrohrte Bachläufe vorhanden, die bauliche Maßnahmen beeinträchtigen könnten?   In Gießen (Hessen) war ein Baugrundstück über 20 Jahre hinweg „vergessen“ worden und entwickelte sich zu einem naturpädagogisch wertvollen Gebiet. Wer möchte deshalb aber auf die bauliche Verwertung seines Eigentums verzichten? Die Stadt Gießen konnte das Grundstück gegen eine andere Fläche tauschen und hat hier einen Naturerfahrungsraum eingerichtet. Vor zukünftiger Bebauung wurde sie dauerhaft gesichert, indem sie als Frischluftschneise festgeschrieben wurde. Näheres zum Projekt finden Sie im Kapitel „Naturerfahrung“. 

Weitere Projekte aus dem Bereich Stadtentwicklung:
Der Schilde-Park in der Stadtentwicklung von Bad Hersfeld Bad Hersfeld war über Jahrzehnte durch ein unmittelbar an die Altstadt angrenzendes Industrieareal in der Stadtentwicklung beeinträchtigt. Einerseits sicherte das Unternehmen eine beachtliche Anzahl von Arbeitsplätzen, andererseits sorgte der Standort für eine unverhältnismäßige Verkehrsbelastung in der Innenstadt. Als 2008 das Nachfolgeunternehmen einer Verlegung des Standorts in ein Gewerbegebiet am Stadtrand zustimmte, wurde das Gelände für eine Nachnutzung frei. Da sich Bad Hersfeld in seiner baulichen Entwicklung vor allem auf bereits vorhandene Bebauungspotenziale wie Leerstände, bereits erschlossene Neubaugebiete oder Baulücken konzentriert, entschied sich die Stadt bewusst gegen einen Einzelhandelsstandort, ein Dienstleistungsquartier oder Wohnbebauung. Stattdessen wurde die frei werdende Fläche in eine Parklandschaft mit eingebetteten Kultur- und Bildungseinrichtungen umgewandelt. Wohl einmalig in Hessen wurde aus 5,5 ha bester Innenstadtlage ein Parkgelände mit integrierten Bildungs- und Kultureinrichtungen.
Der Frank furter Grün Gürtel
umringt die gesamte Kernstadt	

t r Altstad Hersfelde nde der Bad am Ra Ausdehnungs des Schilde-Parks

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Lebenswerte Stadt

Stadtentwicklung

Umgang mit dem Bevölkerungsrückgang in Sondershausen Etwa 1995 setzte in der Plattenbausiedlung im Stadtteil Hasenholz-Östertal ein massiver Bevölkerungsverlust ein, der durch Wegzug initiiert wurde und seither durch Geburtenrückgang und Überalterung verstärkt wird. Ende der 1990er Jahre sanierte die Stadt die zentral im Quartier gelegene Östertal-Schule, was ein wichtiges Signal für die Perspektive des Wohngebiets war. Um Leerstand entgegenzuwirken und um ein lebenswertes Umfeld zu bewahren, begann 2003 der Rückbau von bislang rund 20 Wohnblocks, so dass das Wohngebiet heute von weiten Wiesenflächen geprägt ist. Durch soziale Projekte soll Kontinuität, Verlässlichkeit und Perspektive im Wohngebiet erzeugt werden. Es geht dabei nicht um das Bekämpfen einer Problemlage, sondern vielmehr um eine Vision für das Viertel, in dem sich auch junge Menschen wohlfühlen und mit dem sie sich identifizieren. Der mit dem Quartiersmanagement beauftragte Stadtjugendring (SJR) setzt dabei auf viele ökologisch ausgerichtete Maßnahmen zur Aufwertung des Wohnumfelds. Seit vielen Jahren arbeiten der SJR, die Östertal-Schule und die Stadtverwaltung dabei eng zusammen. Wer eine Idee hat tritt an die anderen Institutionen heran und organisiert gemeinsam die Umsetzung. Freiraumkonzept Grün-Blau der Stadt Dachau (Bayern) Anstelle der anstehenden Fortschreibung des Stadtentwicklungsplans entschied sich die Stadt Dachau im Jahr 2005 zu einem dynamischen Planungsprozess unter intensiver Einbeziehung interessierter und fachkundiger Bürger. Neun Bürger-Arbeitsgruppen wurden dazu initiiert. Eine davon, der „Thementisch Umwelt-Natur-Energie“, entwickelte in zwei Jahren die Grundlage der zukünftigen Freiraumentwicklung im gesamten Stadtgebiet: das Grundkonzept „Grün-Blau“, das inzwischen in einen Rahmenplan eingearbeitet und vom Stadtrat beschlossen wurde. Langfristig soll ein großer Teil der ungewöhnlich zahlreichen Fließgewässer im Stadtgebiet ökologisch aufgewertet und in das Bewusstsein der Stadt zurückgeholt werden. Die bestehenden Freiräume sollen miteinander vernetzt und sowohl für das Stadtbild als auch für die innerstädtische Natur optimiert werden. Innerstädtische Freiräume sollen fußläufig erreichbar und ökologisch wertvoll sein. Mehr als 30 Einzelmaßnahmen sollen langfristig in zeitlich gestaffelten Einzelschritten umgesetzt werden. Erste Gewässerrenaturierungen haben bereits stattgefunden. Speichen-Strahlen-Plan Frankfurt (Hessen) Nachdem der Frankfurter GrünGürtel seit seiner Gründung vor 20 Jahren als Erholungs- und Bildungsraum fest etabliert ist, nimmt sich die Stadt nun dessen Weiterentwicklung vor. Dabei soll er über sogenannte „Speichen“ mit der inneren Wallanlage und über „Strahlen“ mit der Region verknüpft werden. Künftigen Herausforderungen wie dem Klimawandel und demografischen Veränderungen soll so nachhaltig begegnet werden. Die Speichen und Strahlen sind Handlungsräume, in denen die Stadt trotz vorhandener Bebauung grüner werden soll. Hierzu erarbeitete die Stadt einen Speichen- und Strahlenplan. Im Rahmen eines breit angelegten, internet-basierten Bürgerdialogs konnten Bürgerinnen und Bürger ihre Wünsche und Anregungen einbringen, ihre Vorschläge direkt auf einer Karte verorten, andere Vorschläge bewerten und Prioritäten setzen. Die Umsetzung der Speichen und Strahlen ist ein mittel- bis langfristiges Ziel. Erste Maßnahmen wurden jedoch schon für eine Umsetzung ausgewählt.
Sonders hausen
– Kinder u nd Jugendliche t in Frankfur Grüne Radwege

pf nzen Bäume und Sträucher in ihrem Quartier	 la

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Stadtentwicklung

Lebenswerte Stadt

„Soziale Stadt“-Gebiet Buntekuh in Lübeck (Schleswig-Holstein) Mit einem Schwerpunkt auf ökologischer Aufwertung der öffentlichen Räume wurde die Wohn- und Lebensqualität im Quartier im Rahmen der „Sozialen Stadt“ verbessert. Die umfangreichen Grünflächen der Siedlung aus den 1960er und 1970er Jahren waren zu Beginn der Programmumsetzung durch erhebliche Missstände gekennzeichnet. Das mit umfangreicher Bürgerbeteiligung entwickelte Leitbild „Buntekuh – eine moderne Gartenstadt 2020“ griff vorhandene Potenziale auf und entwickelte sie in Richtung gesundes Wohnen, Naherholung, Ökologie und Stadtklima weiter. Unter anderem wurde das 6 ha große Wiesental zu einer naturnahen Spiel- und Erlebnisfläche umgewandelt, ein weiterer Grünzug mit klugen Wegeverbindungen und viel Platz für Aktivitäten ausgestattet und ein interkultureller Garten in Verknüpfung mit einem Gartenprojekt für Flüchtlinge umgesetzt. Durch die neugeschaffenen Aktions- und Begegnungsräume hat sich das soziale Miteinander im Quartier und das Image des Stadtteils spürbar gebessert, die Identifikation mit dem Stadtteil ist gestiegen. Die Grünordnung von Münster (NRW) Münster geht schon lange ihre Grün- und Freiraumentwicklung strategisch und langfristig an. Der Stadtrat verabschiedete bereits 1966 die Grünordnung, die seither als Grundkonsens Bestand hat. Die Grünordnung ist eine bindende Ergänzung zum Flächennutzungsplan. Aktualität wird durch Fortschreibung gewährt, zuletzt in den Jahren 2005/2008. Die Grünordnung sichert den Bestand und die Fortentwicklung eines netzartigen Systems aus drei Grünringen und sieben radial auf die Innenstadt zulaufenden Grünzügen, die Raum für Fuß- und Fahrradwege geben und die Frischluftzufuhr in die Innenstadt sichern. Die Grünordnung regelt den Natur- und Landschaftsschutz, die Freizeit- und Erholungsnutzung und die Gestaltung des Freiraums. Bauen ist in den definierten Bereichen tabu. Der gute Ruf von Münster als grüne, fahrradfreundliche und lebenswerte Stadt ist eine klare Bestätigung der weitsichtigen, konsequenten und langfristigen Grünplanung der Stadt. Städtebauliches Leitbild „Grüne Urbanität“ in Nagold (Baden-Württemberg) Die Ausrichtung der Landesgartenschau 2012 war in Nagold Anlass und Gelegenheit für einen intensiven Stadtumbau. Das Leitmotiv der „Grünen Urbanität“ rückte dabei den Menschen als Maßstab und Bindeglied zwischen der natürlichen Landschaft und der künstlichen Stadt in den Mittelpunkt. Hierzu wurden innerstädtische Grünstrukturen mit der freien Landschaft vernetzt, aber auch die Stadtquartiere untereinander verbunden und dadurch gleichzeitig aufgewertet. Fließgewässer und ihre Uferzonen werden dabei besonders gefördert, da deren naturnahe Gestaltung den größten ökologischen Nutzen bei geringsten städtebaulichen Kosten brachte. Eine weitest gehende Verkehrsberuhigung der Innenstadt senkte zudem die Verkehrsbelastung durch den reinen Durchgangsverkehr um ein vielfaches, so dass plötzlich Gespräche zwischen Anwohnern, Kinderlachen und Vogelgezwitscher zu den Haupt-Geräuschquellen wurden – wer sich von der Lebensqualität einer fußgänger- und radfahrerfreundlichen Stadt überzeugen möchte, dem empfiehlt sich ein Besuch in Nagold.

Grünordn ung von Mü nster: Stadtgrün mit langer Tradition	

Lübecker Stadtteil Buntekuh	

agold Grünzug in N

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Lebenswerte Stadt

Naturerfahrung

Naturerfahrung
Parks und Grünflächen sind öffentliche Räume, auf denen sich Stadtmenschen erholen können, wo sie Sport treiben, sich mit Freunden treffen und mit Mitmenschen ins Gespräch kommen. Gerade Menschen ohne eigenen Garten sind auf solche Stadtbereiche angewiesen. Städtisches Grün hat auch bedeutende gesundheitliche Effekte: Stadtnatur filtert die Luft und sorgt für einen klimatischen Ausgleich. Fuß- und Radwegeverbindungen entlang von Grünzügen oder durch Parkanlagen sind gesünder, aber auch schlichtweg viel attraktiver als entlang von vielbefahrenen Straßen. Gerade wenig mobile Menschen brauchen Stadtnatur vor der eigenen Haustür – und ganz besonders Kinder. Wo sollen Kinder, die in einer Stadt aufwachsen, Natur kennen und schätzen lernen, wenn nicht inmitten ihrer Stadt? Grundvoraussetzung dafür ist das Vorhandensein von Natur, die sich dafür eignet: naturnahe und vielfältige Stadtnatur, die man erforschen, entdecken und erleben kann. Der Bildungseffekt kann durch Begleitung mit Bildungsangeboten noch unterstützt werden. Die Bandbreite in den Wettbewerbsbeiträgen war groß: XX Artenschutzmaßnahmen: Artenschutz lässt sich am besten an konkreten Beispielen erklären, so dass sich MitmachMöglichkeiten bewährt haben.   Auf einer naturnahen, artenreichen Retentionsfläche auf einer ehemaligen Industriebrache mitten in Meerane (Sachsen), haben Schülerinnen und Schüler der Tännichtschule (einer örtlichen Mittelschule) den Amphibienschutz übernommen. So lernen sie hautnah den Lebensraum von Fröschen und Kröten, aber auch deren Bedrohungen kennen.   In Magdeburg (Sachsen-Anhalt) haben sich Jugendliche zu Fledermausexperten ausbilden lassen, haben diverse Fledermauskästen im Stadtgebiet angebracht und sind nun wichtige Multiplikatoren bei Mitschülern und interessierter Bevölkerung. XX Gartenprojekte: Das Selberpflanzen und -ernten trifft bei vielen Menschen einen Nerv. In zahllosen Gartenprojekten erleben auch Bürgerinnen und Bürger ohne eigenen Garten hautnah, was hinter der Produktion von Obst und Gemüse steckt.   Vom Wilhelm-Hack-Museum ausgehend wurde ein gepflasterter öffentlicher Platz in Ludwigshafen (Rheinland-Pfalz) mit einem Gartenprojekt aufgewertet. Hier wuchsen 2012 zunächst eine Gartensaison lang in verschiedensten Pflanzgefäßen diverse Nutz- und Zierpflanzen. Bürgerinnen und Bürger aus allen Bevölkerungsschichten verwandelten einen attraktionslosen Platz in eine grüne Oase und einen lebendigen Ort voller Menschen. Das Projekt wurde mittlerweile aufgrund der großen Akzeptanz bis 2015 verlängert.   In Voerde (NRW) legten Anwohner eines Bürgerhauses mit tatkräftiger Unterstützung von Jugendlichen einen Tomatenweg mit vielen verschiedenen Tomatensorten an. Auch Wild- und Gewürzkräuter wurden angepflanzt und werden immer wieder mit vielen Kindern erkundet, geschmeckt und untersucht. XX Schaugärten: Schaugärten kommt eine wichtige Vorbildfunktion sowohl für öffentliche Grünflächen als auch für Privatgärten zu.   Der Naturschaugarten Lindenmühle in Mainz (Rheinland-Pfalz) bringt Besuchern seit 2004 das Gärtnern ohne Spritzen, Düngen und Gießen nahe. Es gibt viele Mitmach-Gelegenheiten und Aktionstage mit Schulen und Kindergärten. Materialien wie Becherlupen, Bestimmungsbücher und Kescher stehen für naturpädagogische Angebote bereit. www.naturschaugarten.de

Hack-Mu seumsgar ten in Ludw igshafen	

ienschutz Meerane – Schüler übernehmen Amphib

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Naturerfahrung

Lebenswerte Stadt

XX Grüne Klassenzimmer: Grüne Klassenzimmer können sowohl auf Schulhöfen, als auch in Parks und Grünflächen als Orte des gemeinschaftlichen Lernens dienen oder einfach zum Verweilen einladen.  Die Freie Schule Schwepnitz (Sachsen) richtet derzeit ein Grünes Klassenzimmer auf einem ehemals betonierten Schulhofbereich ein. Mit viel Eigenleistung von Schüler- und Lehrerschaft entstehen eine Pergola, eine Freilicht-Waldbühne und viele zur Entspannung dienende Sitzplätze zwischen Bäumen und Sträuchern. Der Bereich steht nach Schulschluss Schülern, Vereinen und Bürgergruppen zur Verfügung. XX Naturerlebnispfade: Mit moderner Ausstattung erfahren Erlebnispfade derzeit im ganzen Bundesgebiet einen Aufschwung.   In Wolfratshausen (Bayern) wurde altstadtnah ein Walderlebnispfad mit außergewöhnlichen, individuell angefertigten Stationen angelegt, die bei der Bevölkerung sehr gut ankommen. Patenschaften sichern die Instandhaltung.   Ein ganzes Netz aus Themenrundwegen durchzieht das Stadtgebiet von Norderstedt (Schleswig-Holstein). Großbücher mit Kuriosem aus der Natur und spannende Experimentierstationen locken ganzjährig nach draußen. Gleichzeitig wirbt das geschlossene Wegenetz abseits vielbefahrener Straßen für eine umweltfreundliche Mobilität im Alltag. www.norderstedt.de/themenrundwege XX Umweltbildungsangebote: Im Rahmen von Kursen und Lehrgängen zu Naturschutzthemen können Fähigkeiten und Kenntnisse an die Bürgerschaft weitergetragen werden.   An den Ortseingängen nach Ratzeburg (SchleswigHolstein) werden gut sichtbar naturnah gestaltete Flächen mit vielfältigen Umweltbildungsangeboten angelegt: Auf einer Streuobstwiese und in einem Baumpark finden Kräuter- und Pflanzenbestimmungskurse statt, eine Schule führt regelmäßig Artenzählungen durch. Es gibt Lehrgänge zu Obstsorten, Obstbaumschnitt und zur richtigen Pflanzung von Großgehölzen. Schon allein wegen der Praxisnähe finden sich zu diesen Angeboten stets viele begeisterte Personen ein. 

Naturerfahrung & Soziales in den Wettbewerbsprojekten
Verknüpfung von Ökologie und Sozialem in Sondershausen Das Gesamtprojekt in Sondershausen nutzt konsequent die Synergieeffekte aus ökologischen Projekten und deren Auswirkungen auf das soziale Zusammenleben. Die Kinder und Jugendlichen aus dem Quartier pflanzen Bäume und Sträucher, bauen Nistkästen und bringen sie an, sammeln Müll, entwerfen Infoschilder, bauen Hochbeete. Gemeinsam haben die Kinder und Jugendlichen einen Mehrgenerationenpark entwickelt und gebaut, der Sitzgelegenheiten für Senioren genauso bietet, wie Beerenbüsche zum Selberpflücken, die vor allem bei den Kleinen auf große Resonanz stoßen. So sind die einzelnen Projektflächen zu Plattformen geworden, an denen sich die AnwohnerInnen jeden Alters begegnen. Die Besucher der jährlichen Quartiersfeste geben regelmäßig ein sehr gutes Feedback, das Interesse an den Aktivitäten des Stadtjugendrings ist groß. Das Herzstück aller Angebote ist aber der Abenteuerspielplatz. An einem bewaldeten Hang gelegen können sich Kinder und Jugendliche hier nach Herzenslust austoben und dürfen – unterstützt und betreut durch Mitarbeiter des SJR – Hütten bauen, den Wald durchstöbern, Weidenhütten anlegen, Pizza im Steinofen backen oder Feuer machen. Die Gestaltung des Abenteuerspielplatzes orientiert sich an den Wünschen der Kinder und Jugendlichen, die auch kräftig selbst mit anpacken. Sie lernen hier ganz neue Fertigkeiten und machen Erfahrungen in der Natur, um die sie mancher Erwachsene beneidet.
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Lebenswerte Stadt

Naturerfahrung

Schüler ziehen Straßenbäume in Haselünne (Niedersachsen) Seit 2011 zieht Haselünne seine künftigen Straßenbäume selbst. Auf einer 0,7 ha großen Waldlichtung in städtischem Besitz legte die Stadt hierzu einen Schullehrwald an. Es werden ausschließlich heimische Baumarten angepflanzt und für die Nutzung im Stadtgebiet herangezogen. Die Pflegekosten sollen durch den Pflanzenverkauf und die Nutzung durch die Stadt gedeckt werden. Mit dem Projekt verfolgt die Stadt explizit auch ein umweltpädagogisches Ziel. Kindergartenkinder sowie Schülerinnen und Schüler der Stadt sollen für Naturkreislauf und Waldschutz sensibilisiert werden. So werden sowohl Pflanz- als auch Pflegearbeiten durch Kindergarten- und Schulkinder durchgeführt. Die Stadt ist dazu eine Kooperation mit den Kindergärten und den Schulen der Stadt sowie mit dem ansässigen Bezirksförster eingegangen. Ein Lehrpfad mit Informationsschildern zu jeder Baumart soll von Schülern entwickelt werden, um Schülern und Bürgern der Stadt Haselünne Baum- und Naturschutz näher zu bringen. Naturerfahrungsraum „Altes Gebiet“ in Gießen (Hessen) Eine seit 20 Jahren brachliegende und zugewachsene Gewerbefläche wurde mithilfe von Kindern und Jugendlichen aus den benachbarten Wohnsiedlungen zum Naturerfahrungsraum umfunktioniert. Auf den Bau von befestigten Wegverbindungen wurde verzichtet. Es wurden lediglich – unter großer Anteilnahme und engagierter Mitarbeit der Kinder und Jugendlichen – Müllablagerungen entfernt, die Vegetation entlang von Trampelpfaden gestutzt und das Gelände so modelliert, dass es u.a. als Dirt-Bike-Strecke genutzt werden kann. Damit ist das Gebiet vor allem eines: Ein Stück Natur direkt vor der Haustür, in dem die Kinder den Wald durchstreifen, die Natur entdecken und sich ohne Spielgeräte frei austoben können – für Stadtkinder aus dicht besiedelten Wohnquartieren keine Selbstverständlichkeit. Natur-Erlebnis-Schulhof Hanfbachschule in Möglingen (Baden-Württemberg) Schüler, Eltern und Lehrer der Hanfbachschule Möglingen (Grund- und Hauptschule) verwandelten das 3000 m³ große Schulgelände nach dem so genannten „Dillinger Modell“ in einen Natur-Erlebnis-Schulhof. Nach einer Umfrage unter den Schülerinnen und Schülern wurden erst einmal Hitlisten der beliebtesten Wunsch-Elemente erstellt, anhand derer jede Klasse ein Modell ihres Traum-Schulhofs baute. Die Modelle wurden ausgewertet und die meistgenannten Wünsche in vier Schulhofbereiche sortiert, die das Dillinger Modell vorsieht: Ruhe & Kommunikation, kreatives Gestalten, Spiel & Bewegung sowie Naturerlebnis. Diese Vorgaben übergab man schließlich einer Garten- und Landschaftsbaufirma, die auf Naturgärten spezialisiert ist. Während der Pfingstferien 2010 erledigte eine Fachfirma die Entsiegelung des Schulhofs und die Geländemodellierungen. Danach kam im Rahmen einer Projektwoche die spannende Phase. Unter fachkundiger Anleitung verwandelten sämtliche Lehrer und Schüler und dazu täglich 50 bis 80 Eltern, Großeltern und andere Interessierte gemeinsam den Schulhof in das, was er heute ist: Eine Hügellandschaft mit zahlreichen Pflanzen und Bäumen, mit Sitzgelegenheiten, Baumhaus und Kletterpark, bunten Staudenbeeten und Trockenmauern, Teich und Trockenrasen, Barfußpfad und Schulgarten. Die Unterhaltung der Naturflächen erledigen seither die Schulklassen selbst. Heute schafft der Schulhof einen echten Ausgleich zum Lernalltag. Die Kinder bewegen sich mehr, die Freude am Spielen ist ihnen anzusehen, aggressives Verhalten ist selten geworden. Die Neugestaltung des Schulhofes durch die Schulgemeinschaft änderte das Zusammengehörigkeitsgefühl und den Bezug zur Schule und zum Schulhof grundlegend.
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Biodiversität

Lebenswerte Stadt

Biodiversität
Trotz aller technischen und gesellschaftlichen Errungenschaften ist die Menschheit weiterhin von den Angeboten der Natur abhängig. Auch in urbanen Regionen befriedigen Naturräume täglich lebenswichtige Grundbedürfnisse u.a. nach sauberer Luft und frischem Wasser. Natur und biologische Vielfalt sind daher auch mitten in der Stadt grundlegend für das menschliche Wohlergehen. Städte haben daher eine besondere Verantwortung dafür, auch innerhalb des Siedlungsraums Grünstrukturen zu erhalten und zu schaffen. Mitteleuropäische Städte sind bereits sehr artenreiche Räume und können viel dazu beitragen, gleichzeitig für Menschen wie auch für Tiere und Pflanzen lebenswerte Orte zu sein.

Artenfördernde Grünflächenpflege
Ein Großteil der eingereichten Projekte beinhaltete Beispiele extensiver Grünflächenpflege. Eine Auswahl der Möglichkeiten finden Sie wie folgt: XX Mahdintervalle: Ein- bis zweimal jährliche Mahd erhöht – im Vergleich zur intensiven Grünflächenpflege – die Artenvielfalt einer Wiese in hohem Maße. Dies kann auch punktuell geschehen, indem einzelne „Vegetationsinseln“ in einem Park stehen gelassen werden.   Im Park Reiterdorf in Bad Honnef (NRW) wird nur der zentrale Parkbereich rund um den integrierten Parksee regelmäßig gemäht, während die weniger genutzten Randbereiche in weiten Teilen aus artenreichen, extensiv gemähten Wiesen bestehen. Lediglich „Zugangswege“ werden häufiger gemäht. Der Kontrast zwischen den verschiedenen Mahdintervallen sensibilisiert die Parkbesucher für deren artenfördernde Auswirkungen.  XX Saat- und Pflanzgut: Schneller lassen sich Änderungen in der Artenvielfalt mit Staudenpflanzungen oder Blumenansaaten erreichen. Aus Naturschutzsicht sind mehrjährige und gebietsheimische Pflanzenmischungen am hochwertigsten, da Insekten und Bienen von ihnen besonders profitieren.  Andernach schwört auch deshalb auf mehrjährige Stauden, weil deren Pflege zusätzlich Geld einspart. Und natürlich tragen auch die Gemüsesorten zur Artenvielfalt bei, vor allem die vielen verschiedenen Sorten einer Gemüseart, die jährlich wechselnd im Mittelpunkt steht: 101 Tomatensorten in 2010, 100 Bohnensorten 2011, 30 Gemüsezwiebelsorten 2012 und zahlreiche Kohlarten im Jahr 2013.  XX Sukzessionsflächen: Inmitten eines Parks oder einer Naherholungsfläche können Sukzessionsflächen zugelassen werden, auf denen sich die Vegetation von selbst einstellt und entwickelt. Dies demonstriert eindrücklich die natürlichen Prozesse und ergänzt das Lebensraumangebot für viele Tiere und Pflanzen.   In einer weitläufigen Parklandschaft im Zentrum eines Neubaugebietes in Olching (Bayern) legten die Investoren mehrere Sukzessionsflächen an, auf denen sich der anstehende Rohboden selbst besiedeln konnte. Diese kleinen „Wildnisinseln“ sind eine optisch wie naturschutzfachlich wertvolle Ergänzung des ohnehin sehr vielfältig gestalteten Geländes.

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Biodiversität

Baumschutz
Alter Baumbestand oder gar Totholz bietet Lebensraum für eine Vielfalt an Arten wie Pilze, Insekten, Vögel und Fledermäuse. Gerade für Arten, die auf alte Bäume angewiesen sind, sind Städte wichtige Rückzugsräume geworden, da diese hier inzwischen häufiger zu finden sind, als im Wirtschaftswald oder in der freien Landschaft. Solche Strukturen gilt es also, ins Stadtbild zu integrieren.   In Salzwedel (Sachsen-Anhalt) bringt die Bürgerinitiative „Pro Baum“ die sachgemäße Pflege des alten Baumbestandes im Stadtgebiet voran. Die Mitglieder fördern die Wertschätzung der oftmals ortsprägenden Bäume und sensibilisieren die Bürgerschaft für die richtige Baumpflege, und zwar im öffentlichen wie im privaten Bereich. Zusätzlich pflanzt „Pro Baum“ neue Bäume und übernimmt deren Pflege.  Im Stadtgarten von Saarlouis (Saarland) demonstriert die Stadt die Lebensraumfunktion von Totholz: Sie legt hier regelmäßig einen toten Baumstamm ab und überlässt ihn den Käfern, Pilzen und Flechten – wenn diese ihr Werk vollendet und den Baumstamm entsorgt haben, bringt die Stadt wieder einen neuen.  Streuobstwiesen sind auch unter dem Aspekt des „Genreservoirs“ interessant, da hier oftmals alte und regionale Sorten zu finden sind.   Als in Potsdam (Brandenburg) auf einer ehemaligen Obstbaumplantage ein Neubaugebiet für Einfamilienhäuser angelegt wurde, konnten viele alte Obstbäume entlang eines Grünzugs erhalten werden. Diese geben nicht nur dem Wohngebiet einen besonderen Reiz, sie wurden vor Jahren auch zur Gewinnung von Reisern genutzt, um die regionalen Obstbaumsorten dort wieder auszupflanzen und damit die Obstwiesen zu vervollständigen.

Gewässerrenaturierungen
Gewässerrenaturierungen haben meist mehrere Ziele: Hochwasserschutz, Verbesserung der Wasserqualität und ganz allgemein des ökologischen Zustands sowie die Förderung der Artenvielfalt im, auf und am Wasser.  Die Verbesserungen gehen dabei meist weit über die eigentlich behandelte Wasserfläche hinaus, was z.B. in Arnsberg ausgenutzt wurde: die einzelnen Renaturierungsabschnitte wurden so ausgewählt und angelegt, dass deren ökologische Verbesserungen auf die übrigen Flussabschnitte, aber auch die weiteren Uferbereiche ausstrahlen. Die nun wieder ermöglichten eigendynamischen Prozesse führen u.a. zu sich stetig verändernden Schotterbänken und Inseln; auch unterspülte und in die Ruhr gestürzte Bäume bleiben nach Möglichkeit dort. So schafft sich der Fluss immer wieder neue Strukturen und neue Lebensräume, die gute Wasserqualität und die stark gestiegene Fischvielfalt bestätigen dies. So sind Spaziergänge und Radtouren entlang der Ruhr ganzjährig ein Erlebnis. 

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Biodiversität

Lebenswerte Stadt

Entsiegelung
Etwa die Hälfte der Siedlungs- und Verkehrsflächen in Deutschland sind bebaut oder versiegelt. Entsiegelungen reaktivieren die Versickerungsfähigkeit und die natürlichen Bodenbildungsprozesse inklusive der entsprechenden Flora und Fauna. Nicht versiegelte Flächen wirken sich auch erheblich auf das Stadtinnenklima aus.  Dies war auch im SchildePark in Bad Hersfeld von Bedeutung: Vor Abriss und Renaturierung waren 5,5 ha Innenstadtfläche zu 100 % versiegelt, der Bach war verrohrt, ökologisch war die Fläche wertlos. Heute sind 5 ha entsiegelt, Ost- und Westteil des Parks sind naturnahe Wiesen mit vielen Bäumen, durchflossen vom geschwungenen Bachbett der renaturierten Geis. Der SchildePark ist jetzt Lebensraum für eine Artenvielfalt, die zuvor undenkbar war, selbst Wasseramsel und Eisvogel wurden bereits gesichtet. Gleichzeitig ist der Park eine bedeutende Frischluftquelle für die Altstadt und wichtiger Baustein für den Hochwasserschutz entlang der Geis.

Weitere Projekte im Bereich Biodiversität:
Innenhofbegrünung im Herzen Berlins Der Geltungsbereich des Wettbewerbs 100 Höfe-Programm im Bezirk Pankow erstreckte sich auf große Teilbereiche des Ortsteils Prenzlauer Berg, welche aufgrund der dortigen Gründerzeitbebauungen stark versiegelte Höfe mit geringem Grünpotential aufwiesen. Das 100 Höfe-Programm förderte Entsiegelungen und Begrünungen der meist kleinen Innenhöfe. Die Beratung durch die GRÜNE LIGA e.V. geht gezielt auf die meist besonderen Standortbedingungen ein und sorgt für eine Auswahl von heimischen Pflanzen, die mit den jeweiligen Licht- und Bodenverhältnissen zurechtkommen. Als nunmehr kleine Inseln der Stadtnatur bringen die begrünten Innenhöfe die dringend benötigten ökologischen Funktionen wie Temperaturausgleich, Regenwasserversickerungsfähigkeit, Staubfilterung und Artenvielfalt in hoch verdichtete Wohngebiete zurück. Zudem bieten sie Wohnraum für Kleintiere, Vögel, Fledermäuse und Insekten und erlangen als Trittsteine im innerstädtischen Biotopverbundsystem hohe Bedeutung. Unberührte Natur mitten in Hamburg: Kaltehofe Nach der Schließung von Kaltehofe 1990 lag die Elbinsel rund 20 Jahre lang weitgehend brach, so dass sich Flora und Fauna frei von menschlichen Eingriffen entwickeln konnten. Die Wasserbecken und die verfallenden Schieberhäuschen inmitten dieser unberührten Natur ergeben ideale Lebensräume: Zu Brutzeiten leben hier 44 verschiedene Vogelarten, darunter seltene Arten wie Dorngrasmücke, Feldschwirl, Grauschnäpper, Klappergrasmücke, Kuckuck, Nachtigall, Rohrammer, Sumpf- und Teichrohrsänger sowie Zwergtaucher. Sieben verschiedene Fledermausarten und 47 besonders gefährdete Pflanzenarten wurden 2009 nachgewiesen. Drei Viertel der 45 ha großen Insel bleiben weiterhin ausschließlich den Tieren und Pflanzen vorbehalten. Ein niedriger Zaun trennt diesen Bereich ab, so dass Besucher die Natur gut beobachten können, ohne sie zu stören.

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Lebenswerte Stadt

Biodiversität

„Grüne Mitte“ im Industriepark Nord.Westfalen in Coesfeld (NRW) Nach Abzug der Bundeswehr wandelt die Stadt Coesfeld seit 2009 ein 67 ha großes Kasernengelände in einen Industriepark um. Im Inneren entsteht auf 11 ha eine offene Dünen-Heidelandschaft mit Waldanteilen. Abbruchmaterial diente zur Geländemodellierung und Dünengestaltung, regionale Heidemahd sorgte für die Vegetationsansiedelung. Zwei Kompaniegebäude wurden zu Artenschutzhäusern (Animals Inn) umgebaut und bieten Nist- und Überwinterungsquartiere sowie einen Stall für Schafe, die das Gelände beweiden. Von der „Grünen Mitte“ profitieren neben Fledermäusen (u.a. Breitflügelfledermaus, Kleiner und Großer Abendsegler, Braunes Langohr) und Vögeln (u.a. Baumpieper, Gartenrotschwanz, Schleiereule, Stein- und Waldkauz) auch Kreuzkröte und Zauneidechse. Das direkte Nebeneinander von intensiv genutzten Gewerbeflächen und geschützten Tieren ist bislang geglückt und gibt Impulse für die Nachnutzung von Konversionsflächen. Der Kleingartenpark Hansastraße in Dresden (Sachsen) Haus- und Kleingärten gehören zu den artenreichsten Bereichen einer Stadt. In Dresden werden nun mehrere Kleingartenvereine zu einem sogenannten Kleingartenpark umgewandelt: Die Hauptwege werden in das öffentliche Fuß- und Radwegenetz integriert und ein Teil der Parzellen wird zu öffentlichen Flächen. Das 48 ha große Areal an der Hansastraße besteht aus 18 Kleingartenvereinen und wird seit 2008 langfristig gemeinsam mit den Vereinen umgestaltet. Im ersten Jahr wurde auf freien Parzellen eine Streuobstwiese angelegt, es folgte ein Spielplatz. Langfristig sollen bis zu einem Drittel der Anlage öffentlich nutzbar sein. Ob Spiel- oder Wildblumenwiese, Unterricht im grünen Klassenzimmer, Lehrpfad oder Sportangebote, Biergarten, Kräutergarten oder Baumhain – die vielen Ideen für die Gemeinschaftsflächen werden nun etappenweise umgesetzt und mit Leben erfüllt. Naturnahe Grünanlagen im Neubaugebiet in Leer (Niedersachsen) Bei einem Neubaugebiet am Stadtrand von Leer legte die Stadt 2005 besonderen Wert auf öffentliche Grünflächen, die sowohl der Naherholung als auch dem Naturschutz dienen. Das Wohngebiet wird von extensiv gemähten Wiesen durchzogen, vorhandene Wallhecken, Baum- und Strauchhecken blieben erhalten und mit heimischen Apfel- und Birnenbäumen ergänzt, Regenrückhaltebecken sind naturnah gehalten. Zahlreiche Trampelpfade durch Wiesen und Gebüsch bezeugen, wie sehr die Kinder des Wohngebietes diesen Naturspielplatz zu schätzen wissen. Schülerweinberg im Zentrum von Meißen (Sachsen) Einst war der Südhang des Meißner Burgbergs ein Weinberg, doch inzwischen waren die Terrassenmauern dem Verfall preisgegeben, der Hang war unzugänglich und überwuchert, invasive Neophyten beherrschten die Vegetation. Zwischen 2009 und 2012 stellte die Sächsische Landesstiftung Natur und Umwelt mit Spenden aus aller Welt und mit Unterstützung der Stadt Meißen den traditionellen Terrassenweinbau mit seinen ökologisch besonders wertvollen Trockenmauern wieder her. Seither übernehmen die Schüler des Gymnasiums „Sankt Afra“ die Pflege und Bewirtschaftung. Für die Öffentlichkeit ist der Weinberg über Wege und Treppen erlebbar, ein Lehrpfad erklärt den ökologischen und kulturhistorischen Wert.
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Finanzierung

Lebenswerte Stadt

Finanzierung
Die Finanzierung für ein Stadtnaturprojekt stellt immer wieder eine Herausforderung dar. So nannten die Wettbewerbsteilnehmer finanzielle Aspekte gleichermaßen bei den Problemen des Projekts, wie auch – wenn die entsprechenden Mittel akquiriert werden konnten – bei den Hauptgründen für den Erfolg ihrer Projekte. Dabei geht die Finanzierung auch über Geldmittel hinaus, indem ein Teil der Arbeit durch Eigenleistung erbracht werden kann. Dies kann z.B. durch Arbeitseinsätze wie z.B. Pflanzaktionen mit Anwohnern, Vereinen oder Schulklassen geschehen, aber auch längerfristig über Patenschaften. In Form von Muskelhypotheken können solche ehrenamtlichen Eigenleistungen manchmal auch monetär verrechnet werden. Die Finanzierung ist auch im Rahmen der Bürgerbeteiligung immer wieder ein wichtiges Thema: Auch die besten Ideen können nur dann umgesetzt werden, wenn entsprechende Mittel vorhanden sind. Fehlen sie, kann dies schnell die Motivation der engagierten Bürgerinnen und Bürger ausbremsen. Hier hilft nur eine transparente und ehrliche Kommunikation von vorhandenen finanziellen Spielräumen. Dies kann auch beinhalten, die Umsetzung in kleinen, finanziell überschaubaren Schritten anzugehen, und auch einmal gute Ideen aufzubewahren, bis geeignete Fördertöpfe aufgetan werden können.

Fördermittel
Die Finanzierung der Wettbewerbsprojekte war äußerst vielfältig. Neben Städtebauförderung des Bundes (z.B. Stadtumbau Ost und West, bzw. gemeinsam mit den Ländern die „Soziale Stadt“) haben Bundesländer meist ihre eigenen Fördertöpfe. Gerade im ländlichen Raum profitierten eine Reihe von Projekten von EU-Fördertöpfen, z.B. ELER, EFRE, Interreg oder Leader. Besonders bei Gewässerprojekten griffen Wettbewerbsteilnehmer oft auf ökologische Landesförderprogramme zur Umsetzung der Wasserrahmenrichtlinie zurück. Auch Tourismusförderung wurde in Anspruch genommen. Eine Zusammenstellung von Förderprogrammen im Bereich Natur- und Umweltschutz finden Sie auf der Internetseite des Bündnisses „Biologische Vielfalt in Kommunen“: www.kommbio.de. Von besonderer Bedeutung ist die Bereitschaft einer Kommune, auch eigene finanzielle Mittel beizusteuern. Oft ist dies auch notwendig um auf weitere öffentliche Mittel zugreifen zu können. Viele Kommunen tun sich dabei angesichts knapper Haushalte sehr schwer, allerdings haben diese Investitionen oft eine sehr nachhaltige positive Wirkung. Was die Stadt in ihre Grünausstattung investiert, investiert sie in das soziale Miteinander, in den Schutz der biologischen Vielfalt, in die Anpassung an den Klimawandel, kurz: es ist eine nicht zu unterschätzende Investition in die Lebensqualität der Menschen, und damit in die langfristige Attraktivität der Stadt als Wohn- und Wirtschaftsstandort.

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Lebenswerte Stadt

Finanzierung

Finanzierung in den Teilnehmerprojekten:
Pragmatisches Vorgehen bei der Refinanzierung des Eigenanteils in Arnsberg In NRW werden Ausgleich und Eingriff anhand einer Biotoptypenliste im Bezug zur Flächengröße berechnet. Nach der Umsetzung der Ausgleichsmaßnahme lässt sich dann aus den aufgewandten Gesamtkosten ein Kostenbeitrag pro Ökopunkt (ÖP) errechnen, der i. d. R. von den Bauherren im Rahmen der Eingriffsregelung zu entrichten ist. Bei terrestrischen Maßnahmen liegt dieser Kostenbeitrag bei 1-4 €/ÖP, während bei Gewässerprojekten aufgrund von vergleichsweise hohen Kosten auf kleiner Fläche ein ÖP 10-20 € kostet. Da dieser Betrag für Bauherren in der Regel nicht tolerabel ist, wurden im Hochsauerlandkreis und darüber hinaus bis zum Jahr 2000 kaum Renaturierungen als Ausgleichsmaßnahmen durchgeführt. Trotz Förderquote von 80 % für Renaturierungen durch die Förderrichtlinie des Landes NRW konnte der Eigenanteil meist nicht aufgebracht werden. Um die Refinanzierung von Renaturierungen über Ausgleichsgelder zu ermöglichen, erarbeitete die Stadt Arnsberg mit dem Hochsauerlandkreis einen pragmatischen Ansatz. Er basiert auf den Durchschnittskosten eines Ökopunktes bei den bis zum Jahr 2000 durchgeführten kreisweiten Ausgleichsmaßnahmen. Der Betrag lag bei 1,70 €/ÖP. Dieser Betrag konnte fortan für die Errechnung der Ökopunkte im Zusammenhang mit der Ruhrrenaturierung herangezogen werden, wobei nur der städtische Eigenanteil (20 %) zu Grunde gelegt wurde. Auf diese Weise kann der Eigenanteil kostenneutral für die Stadt refinanziert werden. Angesichts langjähriger Haushaltssicherung hat dies die umfangreichen Renaturierungsmaßnahmen in Arnsberg erst ermöglicht. Das Land NRW hat inzwischen auf die Problematik der hohen Kosten bei Renaturierungen reagiert und empfiehlt seit 2009 ihre „Anleitung zur Bewertung von Ausgleichsmaßnahmen an Fließgewässern und Auen“. Sie zeigt weiterhin den Bezug zur Fläche, dessen Schärfe (hohe Kosten) durch einen „Bonusansatz“ und Einbeziehung von weitestgehend betroffenen Flächen außerhalb der eigentlichen Renaturierung abgeschwächt wird. Einsparungen und Mehrausgaben in Andernach Im Rahmen des Gesamtkonzeptes „Essbare Stadt Andernach“ wurden ca. 1.000 m² Wechselbeete in nachhaltige, weit weniger arbeitsintensive Staudenbeete umgewandelt. Nach Berechnungen der FH Geisenheim amortisieren sich die Investitionen in ca. 2 Jahren und sind in den Folgejahren mit Einsparungen von ca. 40 €/m² pro Jahr verbunden. Diese Ersparnisse sind z.T. zur Gegenfinanzierung von Mehraufwendungen in den Gemüsebeeten vorgesehen. Weitere ökonomische Effekte hat die Zusammenarbeit mit der Perspektive gGmbH, die im Rahmen des Projekts Langzeitarbeitslose im Gartenbau ausbildet. Die Vermittlungsquote der Teilnehmer an diesen Programmen ist mit rund 25 % überdurchschnittlich hoch. Zudem werden Produkte von der stadtnahen Permakultur, aber auch weitere regionale Produkte in dem Geschäft „FaiRegio“ im Stadtzentrum vermarktet. Inzwischen sorgt das überregionale Medieninteresse für ein kostenloses Stadtmarketing in einer Größenordnung, wie es die Stadt nie allein stemmen könnte.

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Finanzierung

Lebenswerte Stadt

Finanzierung des Schilde-Parks in Bad Hersfeld Der Schilde-Park war eine Investition, die in einer Stadt der Größenordnung von Bad Hersfeld nicht alltäglich ist. Die Stadt brachte bedeutende Eigenmittel ein, doch konnten auch diverse Fördertöpfe angezapft werden. Unter anderem konnten Mittel aus der Städtebauförderung des Bundes und dem EU-Strukturfonds EFRE (Europäischer Fonds für regionale Entwicklung) eingeworben werden. Das Land Hessen förderte das Projekt durch den Investitionspakt Hessen und das Hochwasserschutzprogramm. Letzteres spielte eine bedeutende Rolle für die Finanzierung der Parkgestaltung, da die Geis und deren Ufer den Großteil der Parkfläche ausmachen. Die restaurierten, denkmalgeschützten Gebäude werden mit Bildungseinrichtungen gewerblich genutzt. Neben einer Außenstelle der Technischen Hochschule Mittelhessen ist hier auch das Mitmach-Museum „wortreich“ untergebracht. Beide Einrichtungen sind überregional bedeutsam und locken Besucher in die Stadt. Sanierung des Park Reitersdorf in Bad Honnef (NRW): Kooperation von Stadt und Freundeskreis Aus finanziellen Gründen konnte die Stadt Bad Honnef im Park Reitersdorf ausschließlich die grundlegenden Parkpflegemaßnahmen durchführen. Die Sanierung der marode werdenden Parkausstattung und des Sees war nicht möglich. Eine Gruppe von Bürgern schloss sich daher zum Freundeskreis Park Reitersdorf zusammen, um den Park in seiner Ganzheit zu bewahren. Sie organisierten publikumswirksame Veranstaltungen im Park und erstellten eine Informationsbroschüre mit einem Spendenaufruf, Überweisungsformulare wurden direkt beigelegt. Diese Flyer wurden an die Haushalte im Umkreis von 2 km rund um den Park verteilt und für die Spendenwerbung bei Unternehmen verwendet. Die Stadt verwaltet bis heute das zweckgebundene Spendenkonto, sie kann auch Spendenbescheinigungen für gemeinnützige Zwecke ausstellen. So wurden beträchtliche Spenden gesammelt und der Park wieder zu einem lebendigen Ort mit sehr guter Ausstattung gemacht. Schulhofumgestaltung in Dreieich (Hessen) Die Gerhart-Hauptmann-Schule strebte bereits vor 10 Jahren eine Schulhofumgestaltung an. Ein Landschaftsarchitekturbüro entwickelte mit den Schülerinnen und Schülern ein Gestaltungskonzept, der Förderverein sammelte Spenden, die Schulleitung warb um finanzielle Mittel. Doch das Geld reichte immer nur für die Umsetzung von kleinen Einzelelementen, die hohen Investitionen für Entsiegelung und grundlegende Neugestaltung fehlten. Das Konjunkturpaket II ermöglichte 2010 die Anschaffung eines größeren Spielgerätes, doch erst über das „Soziale Stadt“-Programm konnte die Schulhof­ umgestaltung in vollem Umfang realisiert werden. Die Hartnäckigkeit und das Durchhaltevermögen der Schulleitung und des Fördervereins sowie die gute Zusammenarbeit zwischen Kreisverwaltung als Schulträger und Stadtverwaltung machten sich bezahlt, so dass im April 2012 im Rahmen eines Schulfestes der neue Pausenhof von strahlenden Kindern in Besitz genommen werden konnte. Aber auch alle Kinder im Quartier können sich freuen: Der Schulhof ist bis zum späten Nachmittag für alle geöffnet.

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Lebenswerte Stadt

Akzeptanz

Akzeptanz
Praktisch alle im Wettbewerb genannten Erfolgsfaktoren betrafen die Bereiche Bürgerbeteiligung, Öffentlichkeitsarbeit und Kooperationen mit Akteuren und Interessensgruppen. Dies unterstreicht die zentrale Bedeutung der kommunikativen Seite eines Projektes. Für alle Projekte war es wichtig eine hohe Akzeptanz in Politik und Verwaltung zu erreichen, und das über Behörden und parteipolitische Grenzen hinweg. Dies braucht neben aller Aufklärungsarbeit Geduld: Sobald Erfolge vorgewiesen werden, steigt erfahrungsgemäß auch die Akzeptanz. Auch bei der Bevölkerung ist intensive Öffentlichkeitsarbeit ein Muss: Eine Schweizer Studie hat belegt, dass Informationen über den Sinn und Zweck von Naturschutzmaßnahmen in einer Stadt erheblich deren Akzeptanz fördern (www.biodivercity.ch). Dabei ist schon die Information innerhalb der Kommunalverwaltung von hoher Bedeutung:  So werden in Freiburg (Baden-Württemberg) interne, ressortübergreifende Besprechungsrunden gezielt genutzt, um laufende Projekte in der Verwaltung bekannt zu machen. So werden mögliche Konflikte frühzeitig erkannt und bestmöglich verhindert.  Als begonnen wurde, die Grünflächen in Bad Saulgau (Baden-Württemberg) ökologisch umzugestalten, waren Behördenvertreter wie auch manche Gremiumsmitglieder und Bürger zunächst skeptisch. Nachdem die ersten Flächen naturnah umgestaltet waren, verflogen die Vorbehalte relativ schnell: Aufklärung mittels wöchentlicher Berichterstattung und ökologische Prämierungen führten zu einer zunehmenden Akzeptanz in der Bevölkerung, und letztendlich sanken auch die Unterhaltungskosten. Im Folgenden werden die wichtigsten Erfolgsfaktoren für Projekte mit hoher Akzeptanz aufgeführt, wie sie in den Wettbewerbsprojekten immer wieder genannt wurden. Dabei werden einige wohlbekannte, aber auch einige noch wenig erprobte Maßnahmen vorgestellt, wie in den Wettbewerbsprojekten die Akzeptanz bei allen Akteuren gefördert wurde.

Öffentlichkeitsarbeit
Folgende Formen der Öffentlichkeitsarbeit – neben der Bürgerbeteiligung – wurden im Wettbewerb als besonders erfolgreich dargestellt: XX Pressearbeit: Die Lokalpresse ist das naheliegendste und – laut Aussage vieler Wettbewerbsteilnehmer – auch das erfolgreichste Medium der Öffentlichkeitsarbeit. Pressemitteilungen, Pressekonferenzen an wichtigen Meilensteinen im Projektverlauf sowie Presseeinladungen zu Veranstaltungen und Ortsbegehungen machen eine gute Informationspolitik aus. Manchmal lohnt auch die Ansprache der relevanten Fachpresse, z.B. in den Bereichen Architektur, Garten- und Landschaftsbau, etc.  Nachdem die Stadt Kulmbach (Bayern) einen unattraktiven Parkbereich mit einem Seniorenspielplatz zu einem beliebten Treffpunkt für Jung und Alt gemacht hatte, wurde die internationale Fachzeitschrift „playground@landscape“ aufmerksam: 04/2010, www.playground-landscape.com. XX Präsenz bei Veranstaltungen vor Ort: Stadt- und Quartiersfeste, Tag der offenen Tür, Agenda-Tag oder ähnliche Feste eignen sich sehr gut, um Präsenz zu zeigen und direkt mit Besuchern ins Gespräch zu kommen. Das Bezirksamt Hamburg-Mitte nutzt solche Gelegenheiten, um das Meinungsbild der Bürger kennenzulernen und um die Bürger wenn möglich auch aktiv in Entscheidungsprozesse (z. B. Auswahl zwischen verschiedenen Banktypen) mit einzubinden.
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Akzeptanz

Lebenswerte Stadt

XX Feste: Zu feiern gibt es immer wieder etwas: Abgeschlossener Bauabschnitt, feierliche Eröffnung, Danke-Schön-Fest für Ehrenamtliche, Sommerfest, etc. Die Gartensaison auf Andernachs Grünflächen wird jedes Jahr mit einem Fest rund um die jeweilige Haupt-Gemüseart beendet: Im ersten Jahr war es das Tomatenfest, 2013 das Kohlfest. Sie sind beliebte Fixpunkte im Veranstaltungskalender der Stadt. XX Internetpräsenz: Diese Form der Öffentlichkeitsarbeit sollte nicht vernachlässigt werden, da es für immer mehr Bürgerinnen und Bürger eine selbstverständliche Informationsquelle ist.  Im Aktionsprogramm für bürgerschaftliches Engagement und Stadtökologie „Freiburg packt an“ ruft die Stadt Freiburg (Baden-Württemberg) auf der stets aktuell gehaltenen Internetseite www.freiburg.de/freiburgpacktan zum Mitmachen auf. Die Bad Hersfelder installierten eine Webcam, um die Bauarbeiten im Schilde-Park auch aus der Ferne zu verfolgen. XX Informationsmaterialien: Ob schön gestaltete Handzettel oder Informationsschilder vor Ort: es gibt viele Möglichkeiten unkompliziert über ein Projekt zu informieren.  Im alten Flughafen Karlsruhe (Baden-Württemberg) informiert die Stadt auch über flexible Tafeln zu wechselnden Themen, die sich nach der Jahreszeit oder nach Vorschlägen von Bürgerinnen und Bürgern richten.

Frühzeitige und kontinuierliche Bürgerbeteiligung
Die Beteiligung der Bürgerschaft bei der Planung, aber auch bei der Umsetzung und Pflege von städtischen Grünflächen, ist ein wichtiges, akzeptanzförderndes Instrument in der Stadtentwicklung, mit der bedarfsorientierter Freiraum sichergestellt werden kann. Auch nutzt eine gute Bürgerbeteiligung die Ortskenntnisse der Bevölkerung und fördert das in-Besitz-nehmen der Fläche. Folgende Punkte wurden von den Wettbewerbsteilnehmern als sehr wichtig eingestuft: XX Klare Grenzen: Bürgerbeteiligung bedarf einer klaren und deutlichen Kommunikation der Reichweite der Beteiligung und der Kompetenzen des Gremiums. XX Geeignete Sprache: Gerade bei planungsrechtlichen Vorgaben oder technisch-baulichen Komponenten muss eine allgemeinverständliche Form der Kommunikation gefunden werden.  Um ein großes Halden- und Grubengelände mitten in Hamm (NRW) zum Lippe-Park umzugestalten, führte die Stadt einen intensiven Beteiligungsprozess durch. Hier galt es komplizierte Sachlagen in allgemeinverständliche Sprache zu „übersetzen“, damit alle Bürgerinnen und Bürger sich einbringen und mitbestimmen konnten. XX Externe Moderation: Nicht erst wenn ungeplante Konflikte entstehen, ist eine externe Moderation hilfreich.  Der 2013 fertiggestellte Park am Gleisdreieck in Berlin war das Ergebnis eines jahrzehntelangen Prozesses. Hier entschied man sich für eine externe Moderation, die Konflikte entschärfte – im Nachhinein einer der wichtigsten Gründe für den erfolgreichen Planungsprozess. XX Ortsbegehungen: Baustellenführungen haben sich bewährt, um einen persönlichen Bezug zu dem Projekt herzustellen. Ortsbegehung bieten den Interessierten auch die Möglichkeit, ihr eigenes Wissen und ihre Erfahrungen in den Umsetzungsprozess einzubringen.  In Borna (Sachsen) lädt die Oberbürgermeisterin zu Baustellenführungen von städtischen Bauprojekten ein. Bauverantwortliche stehen dabei für Fragen bereit. Diese Führungen sind immer gut
Bürgerbe teiligung be i der Gestaltung des Lippe-Parks in Hamm	

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besucht. Weiteres zum Bornaer Projekt siehe Seite 26.  Bei der Umgestaltung der Jakob-Kaiser-Anlage in Dachau (Bayern) fand ein Planungsnachmittag direkt in der Grünanlage statt. So hatten die großen und kleinen Mitplaner die Fläche direkt vor Augen, und auch zufällige Besucher machten mit. XX Bürgerschaftliche Weiterentwicklungen: Im besten Falle springt der Funken über und aktiviert eigene Projektideen in der Bürgerschaft. Sie wohlwollend zu prüfen und von Seiten der Stadtverwaltung zu unterstützen, ist dringend anzuraten.  In Bad König (Hessen) entstehen in Parks, Friedhöfen, im Straßengrün und im Straßenraum im gesamten Stadtgebiet kleine, gestaltete, naturnahe Pflanzbereiche. Diese „bunten Kleckse“ stießen auf große Resonanz in der Bevölkerung die ihrerseits mit eigenen Gestaltungen reagierte. Bad König unterstützt dieses ehrenamtliche Engagement der Bürgerinnen und Bürger ausdrücklich, auch wenn manchmal die Projektideen nicht ganz den Vorstellungen der Stadt entsprechen.

Gute Zusammenarbeit zwischen den Akteuren
Je größer ein Projekt, desto schwieriger wird die Koordinierung zwischen Maßnahmenträgern, Stadt, Planungsbüros, ausführenden Fachfirmen, Bewilligungsbehörden etc. Regelmäßige Termine, wie ein Jour fixe oder wöchentliche Baubesprechungen einzurichten, haben sich z.B. in den Siegerprojekten Andernach, Arnsberg und Bad Hersfeld bezahlt gemacht, da viele Reibungspunkte schnell und frühzeitig geklärt werden konnten. Solche Kooperationsstrukturen sind bereits in vielen Förderprogrammen vorgesehen, wie z.B. im Städtebauförderprogramm „Aktive Kernbereiche in Hessen“. Hier wird eine sogenannte Lokale Partnerschaft einberufen, eine regelmäßig tagende, beratend tätige Lenkungsgruppe aus Vertretern der unterschiedlichen Interessensgruppen und der Kommunalpolitik, die in alle wesentlichen Entscheidungen eingebunden wird.  In Grebenstein (Hessen) hat sich diese enge Zusammenarbeit bewährt: Bei den umfangreichen Maßnahmen zur Vernetzung und Inwertsetzung städtischer Freiflächen in der historischen Altstadt („Grüne Spange Grebenstein“) war die Lokale Partnerschaft von ungeheurem Vorteil.  Bei der Renaturierung der Isar in München (Bayern) regelten die beteiligten Behörden von Stadt und Land die Zusammenarbeit sogar vertraglich. Die so entstandene Arbeitsgruppe Isar-Plan war das zentrale Organ bei dem Münchener Mammutprojekt.

Welche Probleme tauchen bei der Akzeptanzbildung auf?
Über Probleme wird selten gesprochen. Doch oft sind es gerade die Probleme, bei denen man am besten voneinander lernen kann. Folgende häufige Konfliktpunkte und Lösungsansätze haben sich im Wettbewerb gezeigt: XX Ästhetik: Neue Gestaltungsansätze auf öffentlichen Grünflächen, wie die Umwandlung von Rasenflächen in naturnahe Blumenwiesen, stoßen fast immer zunächst auf Skepsis. Einzelne kleinere Demonstrationsbeete räumten in Andernach solche Befürchtungen aus: So überzeugten sich Bürgerinnen und Bürger selbst davon, dass sowohl Staudenbeete als auch Gemüsepflanzen einen hohen ästhetischen Wert besitzen und das Stadtbild optisch aufwerten. XX Vandalismus: Hochwertig gestaltete Flächen kommen bei der Bevölkerung meist gut an und sind wenig anfällig für Vandalismus. Doch auch die robusteste und modernste Ausstattung kann Vandalismus nie gänzlich ausschließen.
Planen und Baue n in der Ja kob-Kaiser-Anl age in Dachau	

Die renaturierte Isar mitten in München

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Neben dem zeitnahem Entfernen von Vandalismusschäden oder illegalen Müllablagerungen spielen vorbeugende Maßnahmen eine große Rolle:  Als die Stadt Karlsruhe (Baden-Württemberg) den alten Flugplatz wieder für den Publikumsverkehr geöffnet hat, waren vor allem an Feiertagen und an Wochenenden sowie bei Veranstaltungen Mitarbeiter der Stadt auf der Fläche präsent und standen für Fragen bereit.  Die Stadt Haldensleben (Sachsen-Anhalt) verfolgt im ganzen Stadtgebiet sogar ein Anti-Vandalismus-Modell. Die Finanzmittel, die im Haushaltsbudget für Vandalismusschäden nicht ausgeschöpft werden, verwenden Schulen und Kindergärten für Projektideen, wie z.B. Theaterbesuche, Zirkusprojekte, Unterstützung von Klassenfahrten oder die Aufwertung von Freizeitbereichen. Im Jahr 2011 kamen so rund 15.000 Euro für solche Projekte zusammen. XX Verdrängung ehemaliger Nutzer: Werden Stadtbrachen oder ehemalige Parkanlagen neu erschlossen oder reaktiviert, besteht die Gefahr, dass die bisherigen Nutzer verdrängt werden oder sich eingeschränkt fühlen. Ein neues oder erweitertes Wegenetz bündelt zum Beispiel die Nutzung des Gebietes. Neu entstehende Trampelpfade o.ä. dagegen sind meist unerwünscht. So entsteht ein Nutzungskonflikt zwischen oft durchaus naturaffinen Erholungssuchenden und der naturschutzfachlich motivierten Besucherlenkung, die Nutzung und Naturschutz in Einklang bringen soll. Kompromisse zwischen Nutzern und dem Naturschutzgedanken erreicht man oftmals nur durch Zugeständnisse aller Beteiligten.  So auch in Emsdetten (NRW), wo die stadtnahen Emsauen mit ihrem außerordentlich hohen Wert für Natur und Erholung einer breiteren Öffentlichkeit zugänglich gemacht wurden. Neu angelegte, barrierefreie Wegeverbindungen schonen die sensiblen Naturbereiche und laden gleichzeitig durch Sitz- und Aussichtsbereiche mit innovativen Bildungsstationen zum Verweilen, Beobachten und Genießen ein. Obwohl Bevölkerung, Verwaltung und Politik der Zielsetzung des Projektes grundsätzlich zustimmten, gab es auch immer wieder kritische Stimmen aus der Bürgerschaft, die ihre Befürchtung äußerten, ausgesperrt und von den Naturschutzbestimmungen gegängelt zu werden. Hier konnten jedoch durch Bürgergespräche, Exkursionsangebote und Zeitungsaktionen im intensiven Dialog Lösungen und Kompromisse gefunden werden.

Weitere Projekte im Bereich Akzeptanz
Essbare Stadt Andernach Die Essbare Stadt Andernach ist das Ergebnis von vielen kleinen Ideen, die nach und nach umgesetzt wurden und aufgrund ihres großen Erfolges immer größere Kreise ziehen. Zunächst wurde 2008 eine öffentliche Permakulturfläche (ressourcenschonender Obst- und Gemüseanbau) außerhalb der Stadt eingerichtet. Bereits hier packten viele Andernacher mit an, so dass das temporäre Projekt später zur festen Einrichtung wurde. Seit 2010 werden die Produkte im Weltladen in der Innenstadt verkauft, gleichzeitig zogen die ersten Gemüseflächen in die Altstadt ein. Die Bewirtschaftung erfolgt durch sechs BürgerarbeiterInnen im Rahmen eines berufsqualifizierenden Projekts der Perspektive gGmbH. Bürgerinnen und Bürger treffen so immer Ansprechpersonen in den Beeten an. Schulklassen bringen Insektennistkästen an, Kindergruppen basteln Hinweisschilder. Ernten dürfen alle. Bisher sind nur geringfügige Schäden durch Vandalismus entstanden und selbst Hundebesitzer halten angesichts der Tatsache, dass auch sie das Gemüse ernten und essen können, ihre Vierbeiner von den Flächen fern.

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Zusammenarbeit mit Angelvereinen in Arnsberg Im Rahmen der Ruhrrenaturierung arbeitet die Stadt intensiv mit den Sportfischervereinen zusammen, und zwar im Vorfeld und auch während der Bauphase: Bei Baustellenbegehungen optimieren sie bei Bedarf vor Ort ganz unbürokratisch die Ausgestaltung der Baumaßnahmen um z.B. die Bedingungen für das Ablaichen der Fische zu verbessern. Dies verbessert nicht nur die Ökologie des Flusses, sondern auch die Akzeptanz bei den Angelvereinen. Einer dieser Vereine hat sich inzwischen sogar die Projektidee zu Eigen gemacht und einen Ruhrabschnitt als Vereinsprojekt renaturiert. Die Förderrichtlinie für die Gewässerrenaturierungen in NRW setzt Bürgerbeteiligung bei wasserrechtlichen Genehmigungen voraus. Die frühzeitige, routinierte Beteiligung von Angelvereinen und anderen Akteuren in Arnsberg verkürzt inzwischen auch die Planungsdauer erheblich: Es ist schon gelungen, einen gesamten Genehmigungsprozess in sechs Wochen erfolgreich abzuschließen. Hausbewohner begrünen Innenhöfe in Berlin Seit 1999 erhalten engagierte Bewohnerinnen und Bewohner im Fördergebiet des Ortsteils Prenzlauer Berg von der Bezirksverwaltung Finanzierungshilfen für die Begrünung ihrer Innenhöfe. Förderungs- und antragsberechtigt sind Mieter, Mietergemeinschaften, sowie Genossenschaften, Vereine, Kitas, Eigentümer, Eigentümergemeinschaften und andere Nutzungsberechtigte, die ihr Wohnumfeld ökologisch aufwerten und selbst gestalten wollen. Sie werden dabei von der Sanierungsbeauftragten S.T.E.R.N., Gesellschaft der behutsamen Stadterneuerung mbH, und Begrünungsexperten der GRÜNE LIGA e.V. beraten und unterstützt. Mieter und Eigentümer beteiligen sich sowohl finanziell als auch mit eigener „Muskelkraft“ bei der Gestaltung ihrer Innenhöfe, die sie selbst nutzen und pflegen. Agenda 21-Prozess zur Hamburger Elbinsel Kaltehofe Seit Stilllegung der Wasseraufbereitungsanlage hatte es immer wieder Überlegungen und Vorschläge für eine Neunutzung der Insel gegeben. Doch erst mit dem Agenda 21-Prozess – durchgeführt von der Schutzgemeinschaft Deutscher Wald – entstand ein politisch wie gesellschaftlich tragfähiges Nutzungskonzept. Es wurde eine Lenkungsgruppe mit je einem Vertreter aus Verwaltung, Politik, Stadtteilbeirat, Eigentümer (Hamburg Wasser), Bürgervereinen, Anliegern, Schulen, Industrie, Gewerbe, Naturschutzverband, Wassersportvereine einberufen. Alle Mitglieder verpflichteten sich gemäß Agenda 21 dazu, auf ihre Maximalforderungen zu verzichten und Entscheidungen im Konsens zu treffen. Im Gegenzug sicherte die Politik von Anfang an zu, die Ergebnisse mitzutragen. Ein Ziel war, dass der Prozess nicht länger als zwei Jahre dauern sollte, was glückte. Mitunter wurde heftig diskutiert, etwa bei der Frage, ob die Insel für den Durchgangsverkehr ausgebaut werden sollte, was abgelehnt wurde, oder wie die Insel an den Verkehr angebunden werden sollte. Heute ist auf der Insel ein Parkplatz vorhanden, um das Café zu beliefern und weniger mobilen Besuchern den Zugang zu ermöglichen. In dem hier verwirklichten Nutzungskonzept erhielt der Erhalt der Natur einen besonders hohen Stellenwert. Ein Naturlehrpfad verbindet die verschiedenen auf Kaltehofe entstandenen Biotope und erklärt, warum sie Tieren und Pflanzen einen ganz besonderen Lebensraum bieten.
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Park am Breiten Teich in Borna (Sachsen) Um die in die Jahre gekommene Parkanlage „Am Breiten Teich“ wieder zu einem wertvollen Erholungsraum zu machen, erarbeiteten zunächst Studenten im Rahmen eines Wettbewerbs Entwicklungsvorschläge. Vorgabe war u.a. die Ausrichtung der Wegeverbindungen, so dass der Park die Stadtteile besser miteinander verbindet. Während der Bauphase wurde im regelmäßig erscheinenden „Bornaer Bautagebuch“ und im Rahmen von Baustellenführungen über den Fortgang der Baumaßnahmen informiert. Die Bevölkerung stimmte sich so auf ihren neuen Park ein. Kölner Grüngürtel (NRW) Bereits in den 1920er Jahren legte Köln einen Grüngürtel rund um das Stadtgebiet an. Um die wertvolle klimatologische und ökologische Funktion des Erholungsraums zu stärken, erarbeiteten zwei Landschaftsarchitektur- und Stadtplanungsbüros im Auftrag des Amtes für Landschaftspflege und Grünflächen der Stadt Köln und der Kölner Grün Stiftung mit einem mehrgliedrigen Bürgerbeteiligungsverfahren ein Entwicklungskonzept namens „Grüngürtel: Impuls 2012“. Zwischen September 2011 und März 2012 führten Mitglieder des Rates und der Bezirksvertretungen, Vertreterinnen und Vertreter von Bürger-, Kultur-, Sport- und Naturschutzvereinen sowie interessierte Bürgerinnen und Bürger mehrere Werkstattgespräche. Die hier diskutierten Ergebnisse übergaben sie dem Planungsteam. Im Mai 2012 wurde das Ergebnis veröffentlicht und der Kölner Stadtrat entschied die langfristige Sicherung und den weiteren Ausbau des Grüngürtels. Als erster Schritt werden geeignete Radwegeverbindungen ausgeschildert und ergänzt. Der Emmerauenpark in Lügde (NRW) Der Emmerauenpark war das erste von mehreren Projekten, mit denen nach Ende einer jahrzehntelangen Verkehrsbelastung der Stadtkern von Lügde aufgewertet wurde. Direkt an die Altstadt entstanden hier Spiel- und Sportbereiche, der „Lügder Treff“ mit Bühne und kleiner Gastronomie, ein Sandstrand am Ufer der Emmer sowie ein großzügiger, extensiv gepflegter Naturbereich. Seit Eröffnung im August 2011 haben die Lügder den Park im Sturm erobert. Der Park ist Teil des Stadtentwicklungskonzepts „Lügde 2015“, das im Rahmen eines offenen Beteiligungsprozesses mit der Bevölkerung entwickelt wurde. Es entstand im Rahmen von Planungswerkstätten, Vor-Ort-Terminen und Foren. Die Bürgerinnen und Bürger brachten ihre Ideen ein und erlebten, wie ihre Anregungen in die Planung einflossen und zeitnah umgesetzt wurden. Die Kommunalpolitik hielt sich bewusst zurück, begrüßte jedoch einhellig die Ergebnisse. Seither ist ein neues Miteinander in der Stadt entstanden. Neue Initiativen haben sich gebildet und machen aktiv mit. Öffentlichkeitswirksame Veranstaltungen im Park stärken das Image der Stadt, Bürger identifizieren sich, Tagestouristen entdecken ein ganz anderes Lügde.

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Wettbewerbsprojekte

Übersicht Wettbewerbsprojekte
Neugestaltung von Parkanlagen
Alpen (NRW) / 13.000 Einwohner Streuobstwiesenprojekt Alpen Ulrich Geilmann / ulrich.geilmann@alpen.de Ascha (BY) / 1.500 Einwohner Obstlehrgarten, Lehrbienenstand und Brotbackofen Bürgermeister Wolfgang Zirngibl / hauptamt@vgem-mitterfels.bayern.de Augsburg (BY) / 307.000 Einwohner Güterverkehrszentrum Region Augsburg Armin Baur / armin.baur@augsburg.de Bad Hersfeld (HE) / 30.000 Einwohner Schilde-Park Johannes van Horrick / jhorr@bad-hersfeld.de Bad Wilsnack (BB) / 2.600 Einwohner Karthane-Park Bad Wilsnack Hans-Jürgen Arndt / h-j.arndt@amtbww.de Berlin (B) / 3.400.000 Einwohner Park am Gleisdreieck Ursula Renker / ursula.renker@senstadtum.berlin.de Bezirk Mitte von Berlin(B) / 333.000 Einwohner Moabiter Stadtgarten Mandy Adam / mandy.adam@ba-mitte.verwalt-berlin.de Bottrop (NRW) / 117.000 Einwohner Entwicklung der ehemaligen Kläranlage Bernemündung zum BernePark Mareen Heinemann / mareen.heinemann@bottrop.de Bottrop (NRW) / 117.000 Einwohner Verbindungsachse Lehmkuhle-Ebel – Herrichtung einer Grünfläche/ Kunst im öffentlichen Raum Mareen Heinemann / mareen.heinemann@bottrop.de Burg (BB) / 4.300 Einwohner Erholungspark Burg (Spreewald) Sven Tischer / s.tischer@amt-burg-spreewald.de Burghausen (BY) / 18.100 Einwohner Bräugartl Marseta Schweikl / marseta.schweikl@burghausen.de Calw (BW) / 23.000 Einwohner Ehrenamtliche Aufwertung einer naturnahen Grünfläche Tilla Steinbach / step2025@calw.de Coesfeld (NRW) / 37.000 Einwohner Grüne Mitte im Industriepark Nord.Westfalen Uwe Dickmanns / uwe.dickmanns@coesfeld.de Dinslaken (NRW) / 70.000 Einwohner Der „Bergpark“, vielfältiges Naturerlebnis auf der Reaktivierungsfläche Zeche Lohberg in Dinslaken Ruth Reuter / ruth.reuter@dinslaken.de Dresden (SN) / 526.000 Einwohner Kleingartenpark Hansastraße Detlef Thiel / dthiel@dresden.de und Eva Meyer / emeyer@dresden.de

Eichenau (BY) / 12.000 Einwohner Grünzug am Starzelbach – ein städtebauliches, grünordnerisches Gesamtkonzept Karin Schmid / k.schmid@eichenau.de Forst (Lausitz) (BB) / 20.000 Einwohner Innerstädtische Obstplantage in der Cottbuser Straße 76-78 Angelika Geisler / a.geisler@forst-lausitz.de Gundelsheim (BY) / 3.300 Einwohner Bürgerpark Gundelsheim Julia Zinnow / qm@gemeinde-gundelsheim.de Hallbergmoos (BY) / 10.100 Einwohner Sport- und Freizeitpark Hallbergmoos Katrin-Jasmin Becker / wirtschaftsfoerderung@hallbergmoos.de Bezirk Hamburg-Mitte (HH) / 286.000 Einwohner Agenda 21-Prozess Kaltehofe Markus Weiler / markus.weiler@hamburg-mitte.hamburg.de und Monika Mura / mura@wald.de Hamm (NRW) / 184.000 Einwohner Lippepark Hamm Katja Meusel / meusel@stadt.hamm.de Kirchen (RP) / 24.000 Einwohner Bürgerpark Niederfischbach Monika Lieth / vg-kirchen@kirchen-sieg.de Lahr (BW) / 44.000 Einwohner Wohnen am Park – Sanierungsgebiet Albert-Schweitzer-Straße/ Fröbelstraße Claudia Dalm / claudia.dalm@lahr.de Leer (NI) / 38.000 Einwohner Spielplatz Stephanring Werner Klöver / werner.kloever@leer.de Leer (NI) / 38.000 Einwohner Grünanlage Bebauungsplangebiet Nr. 166 Werner Klöver / werner.kloever@leer.de Löbau (SN) / 16.000 Einwohner 6. Sächsische Landesgartenschau Löbau 2012 „Auf kurzem Weg in`s Grüne ...“ Andrea Mücklisch / stadtentwicklung@svloebau.de Lügde (NRW) / 10.200 Einwohner Emmerauenpark Lügde Günter Loges / g.loges@luegde.de Meerane (SN) / 15.700 Einwohner Brachenrevitalisierung – Industriebrache wird grün Erdmute Tauche / Tauche@meerane.eu Monheim am Rhein (NRW) / 43.000 Einwohner Landschaftspark Rheinbogen Kerstin Frey / Kfrey@monheim.de Neuss (NRW) / 154.000 Einwohner Rennbahnpark Neuss Peter Hilgers / umweltamt@stadt.neuss.de Neu-Ulm (BY) / 54.000 Einwohner Konversion Wiley Sven Poppe / s.poppe@neu-ulm.de Neu-Ulm (BY) / 54.000 Einwohner Neu-Ulm 21: Wohnen im Glacispark Sven Poppe / s.poppe@neu-ulm.de

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Lebenswerte Stadt

Obernzell (BY) / 3.800 Einwohner Abriss einer ehemaligen Lederfabrik und Neugestaltung des Areals zum Freizeitgelände Johann Sterl / johann.sterl@obernzell.de Obersulm (BW) / 13.500 Einwohner Schulpark am Michelbach Margit Birkicht / margit.birkicht@obersulm.de Oberursel (HE) / 49.000 Einwohner Stadtpark Oberursel Susanne Kahler / susanne.kahler@oberursel.de Olching (BY) / 25.000 Einwohner Olching Schwaigfeld - Grünanger Stephanie Kulosa / bauverwaltung@olching.de Oldenburg (NI) / 162.000 Einwohner Stadtteilpark Osternburg „Utkiek“ (ehemalige Mülldeponie) Horst Fischer / gruenplanung@stadt-oldenburg.de Plauen (SN) / 65.000 Einwohner Vom Friedhof zum Arboretum Sylvia Deeg / Sylvia.Deeg@plauen.de Plech (BY) / 1.300 Einwohner Entwicklung eines Natur-, Lehr- und Beobachtungsgeländes im Gewerbepark Schönthal Anne Wendl / info@landimpuls.de Potsdam (BB) / 157.000 Einwohner Quartierspark am Hügelweg Sylvia Peukert / sylvia.peukert@rathaus.potsdam.de Ratzeburg (SH) / 14.000 Einwohner Viele Wege führen nach Ratzeburg Heinrich Meyer / meyer@ratzeburg.de Reichenbach im Vogtland (SN) / 20.000 Einwohner 5. Sächsische Landesgartenschau 2009 und Park der Generationen Sven Hörning / hoerning@reichenbach-vogtland.de Roding (BY) / 11.500 Einwohner Roding - Stadt (er)leben am Fluss Max Schmaderer / max.schmaderer@roding.de Rommerskirchen (NRW) / 13.000 Einwohner Entwicklungskonzept „Gillbachaue“ Carsten Friedrich / carsten.friedrich@rommerskirchen.de Saalfeld (TH) / 27.000 Einwohner Wohn-, Schul- und Sportzentrum „Grüne Mitte“ Wolfgang Dütthorn / stadtentwicklung@stadt-saalfeld.de Schortens (NI) / 21.000 Einwohner Streuobstwiese mit alten friesischen Sorten am Accumer See Petra Kowarsch / petra.kowarsch@schortens.de Schwedt/Oder (BB) / 34.000 Einwohner Schwedter Lebenskreis Carola Duckert / cduckert@schwedt.de; tziesche@schwedt.de Sehnde (NI) / 23.000 Einwohner Begrünung und Nutzung der Halde „Kalimandscharo“ in Sehnde Godehard Kraft / godehard.kraft@sehnde.de Siegen (NRW) / 102.000 Einwohner Grünzug Quartier Hüttenstraße Susanne Brockmann / s.brockmann@siegen.de Tangstedt (SH) / 6.850 Einwohner Bürgernaturpark Tangstedt Bürgermeister Hans-Detlef Taube / e.gerspacher@amt-itzstedt.de

Teterow (MV) / 9.200 Einwohner Begegnungszentrum mit Mehrgenerationenspielplatz Stadt Teterow, Straße der Freundschaft 2 Manuela Hilse / zentrale@teterower-wg.de Villingen-Schwenningen (BW) / 81.000 Einwohner Natur kommt in die Stadt Armin Schott / armin.schott@villingen-schwenningen.de Voerde (NRW) / 37.000 Einwohner Tomatenweg Familienpark Möllen Gerlinde Gründer / gerlinde.gruender@voerde.de Waldsassen (BY) / 6.900 Einwohner Freizeitanlage Werk B Waldsassen Beatrix Rustler / beatrix.rustler@waldsassen.de Weikersheim (BW) / 7.900 Einwohner Wohngebiet „Finkenweg III“ Ralph Maidel / ralph.maidel@weikersheim.de Weimar (TH) / 66.000 Einwohner Entwicklung einer Natur- und Kulturlandschaft am ehemaligen Industriestandort Oberweimar Thomas Bleicher / bau-gruenflaechen-und-umweltamt@stadtweimar.de Wismar (MV) / 42.000 Einwohner Sport - und Freizeitanlage am Kagenmarkt Maike Kayatz / Mkayatz@wismar.de Wittenberg (ST) / 49.000 Einwohner Luthergarten 2017 – 500 Jahre Reformation – 500 Bäume für Wittenberg Jochen Kirchner / jochen.kirchner@wittenberg.de

Umgestaltung existierender Parkanlagen
Bad Honnef (NRW) / 27.000 Einwohner Wiederbelebung des Parks um die Ruine Reitersdorf als Naturerlebnisraum und Generationenpark Adalbert Fuchs / adalbert.fuchs@bad-honnef.de Bad Neustadt an der Saale (BY) / 16.500 Einwohner Bewegen und Begegnen im Grünen: Ein Projekt mit gesundheitlichen, sozialen und ökologischen Aspekten Volker Reininger / volker.reininger@bad-neustadt.de Bielefeld (NRW) / 326.000 Einwohner Erlebnis- und Landschaftspark am Bielefelder Pass: Bielefelds Johannisberg Klaus Frank / klaus.frank@bielefeld.de Borna (SN) / 21.000 Einwohner Entwicklung des Areals Breiter Teich Oberbürgermeisterin Simone Luedtke / oberbuergermeister@borna.de Bottrop (NRW) / 117.000 Einwohner Beteiligungsprojekt im Ehrenpark „Mehr-Generationen-Park“ Mareen Heinemann / mareen.heinemann@bottrop.de Dachau (BY) / 43.000 Einwohner Soziale Stadt Dachau-Ost: Sanierung Spielplatz Jakob-Kaiser-Anlage Stefan Tischer / stadtgruen@dachau.de Dreieich (HE) / 41.000 Einwohner Silbersommer Götzenhain Sylvio Jäckel / sylvio.jaeckel@dreieich.de

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Wettbewerbsprojekte

Frankenthal (RP) / 49.000 Einwohner Sanierung und Wiederherstellung des historischen Kanalhafens Oberbürgermeister Theo Wieder / theo.wieder@frankenthal.de Bezirk Hamburg-Mitte (HH) / 286.000 Einwohner Freiraumgestaltung rund um den Schleemer Bach im Stadtteil Hamburg-Billstedt Friedo Hauff / friedo.hauff@hamburg-mitte.hamburg.de und Jürgen Marten / juergen.marten@hamburg-mitte.hamburg.de Heidenheim (BW) / 48.000 Einwohner Brenzufergestaltung im Piltz- Areal Peter Hesse / peter.hesse@heidenheim.de Kassel (HE) / 194.000 Einwohner Eichenhutewald an der Dachsbergstraße Carsten Menke / carsten.menke@stadt-kassel.de Kulmbach (BY) / 27.000 Einwohner Mehrgenerationenspielplatz im Grünzug Jürgen Ganzleben / juergen.ganzleben@stadt-kulmbach.de Lübeck (SH) / 212.000 Einwohner Buntekuh - eine moderne Gartenstadt 2020 Achim Selk / achim.selk@luebeck.de Lüdinghausen (NRW) / 25.000 Einwohner Wasserplatz Lüdinghausen, Stadt macht Platz Björn Gehre / gehre@stadt-luedinghausen.de Marktheidenfeld (BY) / 11.000 Einwohner Garten am oberen Mainkai Michael Koenig / michael.koenig@marktheidenfeld.de Moers (NRW) / 107.000 Einwohner Jungbornpark in Moers-Repelen: Reaktivierung der Parkstrukturen nach historischem Vorbild Jürgen Sommerfeld / juergen.sommerfeld@moers.de Peine (NI) / 49.000 Einwohner Verbesserung der Innenstadtzugänge Jochem Glaß / jochem.glass@stadt-peine.de Pirmasens (RP) / 42.000 Einwohner Landschafts- und Freizeitpark Strecktal André Jankwitz / gartenamt@pirmasens.de Premnitz (BB) / 9.000 Einwohner Grünzug Premnitz Carola Kapitza / c.kapitza@premnitz.de Quierschied (SL) / 13.500 Einwohner Neugestaltung der Freianlage zwischen Schumannstraße und Im Eisengraben Jörg Schmitt / j.schmitt@quierschied.de Saarlouis (SL) / 37.000 Einwohner Stadtgarten und Umgestaltung des Ravelin V Beate Geiger / geiger@saarlouis.de Schorndorf (BW) / 39.000 Einwohner Stadtpark Andreas Stanicki / andreas.stanicki@schorndorf.de Schotten (HE) / 10.800 Einwohner Neue grüne Mitte Schotten – Umgestaltung Alteburgpark Uwe Döll / uwe.doell@schotten.de Schwäbisch-Gmünd (BW) / 59.000 Einwohner Landesgartenschau 2014 und Stadtumbau des westlichen Stadteingangs Julius Mihm / baudezernat@schwaebisch-gmuend.de

Steinfurt (NRW) / 34.000 Einwohner Landschaftspark Bagno Hans-Joachim Radmer / radmer@stadt-steinfurt.de Welzheim (BW) / 11.100 Einwohner Stadtpark Welzheim Ulrich Finke / finke@welzheim.de

Grünzug & Gewässer
Arnsberg (NRW) / 76.000 Einwohner Die Ruhr den BürgerInnen der Stadt zurückgeben – Ruhrrenaturierung Dr. Gotthard Scheja / g.scheja@arnsberg.de Burg (ST) / 24.000 Einwohner Freiraumgestaltung entlang der Ihle in der Altstadt Sonnhild Noack / sonnhild.noack@stadt-burg.de Detmold (NRW) / 73.000 Einwohner Parklandschaft Friedrichstal: Wiederherstellung und Aufwertung einer historischen Achse Walter Sauter / w.sauter@detmold.de Dresden (SN) / 526.000 Einwohner Renaturierung des Koitschgrabens Harald Kroll / umweltamt@dresden.de Emsdetten (NRW) / 36.000 Einwohner Emsaue Emsdetten Thomas Verheyen / verheyen@emsdetten.de Frankenthal (RP) / 49.000 Einwohner Renaturierung Möschbach Martin Hebich / martin.hebich@frankenthal.de Grebenstein (HE) / 5.900 Einwohner Grüne Spange Grebenstein Marco Link / marco.link@ag-stadt.de Hannover (NI) / 524.000 Einwohner Arbeitsprogramm naturnahe Gewässergestaltung Norbert Voßler / norbert.vossler@hannover-stadt.de Kelkheim (HE) / 28.000 Einwohner Liederbach: Renaturierung des letzten Teilabschnittes der Lebensader Kelkheims Friederike Christmann / friederike.christmann@kelkheim.de München (BY) / 1.400.000 Einwohner Isar-Plan Daniela Schaufuß / daniela.schaufuss@muenchen.de Neuenburg am Rhein (BW) / 12.200 Einwohner Gewässerrenaturierung Klemmbach Cornelia Müller / cornelia.mueller@neuenburg.de Neustadt an der Weinstraße (RP) / 53.000 Einwohner Grünzug Wallgasse / Festwiese Bernhard Adams / bernhard.adams@stadt-nw.de Rodgau (HE) / 45.000 Einwohner Rodaupark: Grünes Band für Rodgau / Rodaurenaturierung Jutta Lusert / fd2@rodgau.de Wernigerode (ST) / 34.000 Einwohner Schaffung der ökologischen Durchgängigkeit von Holtemme und Zillierbach Ulrich Eichler / ueichler@stadt-wernigerode.de

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Wettbewerbsprojekte

Lebenswerte Stadt

Wismar (MV) / 42.000 Einwohner Stadtmauergrünzug Altstadtquartier 60: Wismar Maike Kayatz / Mkayatz@wismar.de

Dörzbach (BW) / 2.400 Einwohner Die Honigbiene in der Kulturlandschaft Dörzbach Christa Ludwig / christa.ludwig@doerzbach.de Ebersbach-Musbach (BW) / 1.700 Einwohner Holzmühleweiher: ein Biotop Bürgermeister Roland Haug / haug@ebersbach-musbach.de Ebersbach-Neugersdorf (SN) / 14.000 Einwohner Von Bienen und Menschen Franziska Schubert / franziskaschubert@gmx.net Freiburg (BW) / 224.000 Einwohner „Freiburg packt an“, Baumpatenschaften und Stadtökologie Monika Borodko-Schmidt / fpa@stadt.freiburg.de und Stephanie Lemper / stephanie.lemper@stadt.freiburg.de Frensdorf (BY) / 4.700 Einwohner Aufwertung eines Gemeindeweihers zum Erholungsgebiet Naturbadesee Frensdorf Bernhard Köppl / bernhard.koeppl@frensdorf.de Gießen (HE) / 77.000 Einwohner Naturerfahrungsraum „altes Gebiet“ Mechthild Sörries / mechthild.soerries@gmx.net und Katja Bürckstümmer / katja.buerckstuemmer@giessen.de Hagenow (MV) / 11.700 Einwohner Bio - Erlebnisgarten der regionalen Schule „Prof. Dr. Friedrich Heincke“ Hagenow Guido Nazarkiewicz / realschule-II-hagenow@t-online.de Haldensleben (ST) / 19.000 Einwohner Naturerlebnispfad Nina Marquardt / nina.marquardt@haldensleben.de Haselünne (NI) / 13.000 Einwohner Anlegung eines Pflanzgartens und Schullehrwaldes auf einer städtischen Fläche (eine sogenannte Scharftrift) Christa Langenhorst / langenhorst@haseluenne.de Karlsruhe (BW) / 286.000 Einwohner Schutzgebiet für die Menschen in der Stadt: Alter Flugplatz Karlsruhe Ulrike Rohde / umwelt-arbeitsschutz@karlsruhe.de Konstanz (BW) / 80.000 Einwohner Grüner Bogen: Teilprojekt der sozialen Stadt „Berchen/Öhmdwiesen“ Renate Gauß / gaussR@stadt.konstanz.de Leer (NI) / 38.000 Einwohner Naherholungsgebiet Westerhammrich Werner Klöver / werner.kloever@leer.de Leimen (BW) / 27.000 Einwohner Ökokonto Leimen: Wir bauen Umwelt Michael Sauerzapf / michael.sauerzapf@leimen.de Leipzig (SN) / 532.000 Einwohner Das KinderReich – ein Naturerlebnisraum Torsten Wilke / torsten.wilke@leipzig.de Lohmar (NRW) / 30.000 Einwohner Naturschule Aggerbogen Manuela Giannetti / naturschule-aggerbogen@t-online.de Ludwigshafen (RP) / 168.000 Einwohner hack-museumsgARTen Theresia Kiefer / theresia.kiefer@ludwigshafen.de

Außenanlagen von Schulen, Kindergärten, etc.
Dreieich (HE) / 41.000 Einwohner Umgestaltung Kita Zeisigweg Sylvio Jäckel / sylvio.jaeckel@dreieich.de Dreieich (HE) / 41.000 Einwohner Umgestaltung Schulhof Gerhart-Hauptmann-Schule (GHS) Sylvio Jäckel / sylvio.jaeckel@dreieich.de Göppingen (BW) / 55.000 Einwohner Aktive Pause und ökologische Aufwertung des Schulumfeldes Ute Eisele / Ueisele@goeppingen.de Heidenheim (BW) / 48.000 Einwohner Bildungshaus Heidenheim Markus Ferstl / markus.ferstl@heidenheim.de Leer (NI) / 38.000 Einwohner Grünes Klassenzimmer Werner Klöver / werner.kloever@leer.de Möglingen (BW) / 10.600 Einwohner Naturerlebnis Schulhof Hanfbachschule Rektor Gerhard Schober / sekretariat@hanfbachschule.de und Michael Klumpp / mklumpp@moeglingen.de Pirmasens (RP) / 42.000 Einwohner Naturnahe Umgestaltung des Schulhofs Horebschule André Jankwitz / gartenamt@pirmasens.de Schalkham (BY) / 900 Einwohner Wieder Leben ins Dorf bringen: Der Dorfplatz, das Herz von Johannesbrunn Bürgermeister Lorenz Fuchs / bgm.fuchs.schalkham@gerzen.de Schwedeneck (SH) / 3.000 Einwohner Umgestaltung des Außenbereichs der Grundschule Surendorf Rolf Schmelia / grundschule-surendorf.schwedeneck@schule.landsh.de Schwepnitz (SN) / 2.600 Einwohner Grünes Klassenzimmer Daniel Röthig / roethig@callenberg.de Starnberg (BY) / 23.000 Einwohner Naturspielplatz Wasser Lüßbachgraben in Starnberg-Percha Robert Schätzle / robert.schaetzle@starnberg.de

Umweltbildung
Bad Homburg (HE) / 52.000 Einwohner Naturerlebnis Platzenberg Jutta Bardonner / stadtplanung@bad-homburg.de Bezirk Mitte von Berlin(B) / 333.000 Einwohner Schulgarten Moabit: Grüne Oase mitten in der Stadt Nicola Kluftinger / nicola.kluftinger@moabiter-ratschlag.de Bordesholm (SH) / 7.500 Einwohner Reaktivierung und Ergänzung des Ökopfades Lena Paschko / lena.paschko@bordesholm.de

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Lebenswerte Stadt

Wettbewerbsprojekte

Magdeburg (ST) / 232.000 Einwohner Bestandsschutz bedrohter Tierarten im Stadtgebiet Magdeburg-Nord: Die Fledermäuse Angelika Sejk / zooschule@oase-md.de Mainz (RP) / 203.000 Einwohner Naturschaugarten Lindenmühle Karlheinz Endres / naturnah@email.de Meißen (SN) / 28.000 Einwohner Burgberg Meißen: Wiedererrichtung und Aufrebung der Weinbergsterrassen, Biotopgestaltung Katrin Diersche / katrin.diersche@stadt-meissen.de Norderstedt (SH) / 76.000 Einwohner Themenrundwege im grünen Leitsystem Anne Ganter / anne.ganter@norderstedt.de Schifferstadt (RP) / 19.600 Einwohner Kindertagesstätte am Wald mit dem Schwerpunkt Waldpädagogik Sina Speth / s_speth@schifferstadt.de Schloß Holte-Stukenbrock (NRW) / 26.000 Einwohner Walderlebnispfad Holter Wald Stefanie Scharf / stefanie.scharf@gt-net.de Sondershausen (TH) / 17.400 Einwohner Nachhaltige Regionalentwicklung im Wohngebiet Hasenholz-Östertal René Most / r.most@stadtjugendring-sondershausen.de Sprendlingen - Gensingen (RP) / 14.500 Einwohner „Via Vinea“ Erleben am Wißberg Heike Müller / h.mueller@sprendlingen-gensingen.de Storkow (BB) / 9.000 Einwohner Flächenpool Burgwiesen Storkow „wilde Büffelweide“ Werner Krumbein / krumbein@storkow.de; knipping@storkow.de Suhl (TH) / 37.000 Einwohner Natur- und Kulturlandschaft „Suhler Schweiz“ Robert Junge / robert.junge@stadtsuhl.de Velbert (NRW) / 84.000 Einwohner Naturerlebnispfad im Fördergebiet der sozialen Stadt Birth-Losenburg Gisbert Böker / gisbert.boeker@velbert.de Wennigsen (NI) / 15.200 Einwohner Naturerlebnispfad Holtenser Doppel-8 / Naturschutzbund: Streuobstwiesen und Biotop Jürgen Reinecke / umweltamt@wennigsen.de Willich (NRW) / 52.000 Einwohner Erlebnisorientierte Umweltbildung in der Eva Lorenz Umweltstation Franz-Carl Hübner / franz-carl.huebner@stadt-willich.de Wolfratshausen (BY) / 18.800 Einwohner Walderlebnispfad im Bergwald Gisela Gleißl / gisela.gleissl@wolfratshausen.de Wolfsburg (NI) / 123.000 Einwohner Natur erleben in den Ilkerbruchwiesen Dr. Horst Farny / horst.farny@stadt.wolfsburg.de

Bad König (HE) / 9.700 Einwohner Potpourri bunter Naturkleckse Matthias Paul / paul@stadt.badkoenig.de Bad Saulgau (BW) / 17.500 Einwohner Umwandlung des städtischen Einheitsgrüns im Innenbereich in artenreiche Anlagen Thomas Lehenherr / thomas.lehenherr@bad-saulgau.de Bezirk Pankow von Berlin(B) / 365.000 Einwohner 100 Höfe - Programm Pankow Marina Hirschmüller / marina.hirschmueller@ba-pankow.berlin.de und Frau Dr. Martens / umwelt-natur@ba-pankow.verwalt-berlin.de Dachau (BY) / 43.000 Einwohner Projekt Grün-Blau zur Freiraumvernetzung (Grünzüge und Fließgewässer) Stefan Tischer / stadtgruen@dachau.de Frankfurt am Main (HE) / 696.000 Einwohner GrünGürtel Frankfurt/ Speichen-Strahlen-Plan Lydia Specht / lydia.specht@stadt-frankfurt.de Frankfurt am Main (HE) / 696.000 Einwohner Initiative Zukunft Fechenheim Nicole Pfeffer / mmp@marketing-mit-pfeffer.de Hannover (NI) / 524.000 Einwohner GartenLust: ein Wettbewerb für schöne Gärten in Hannover Claudia Wollkopf / claudia.wollkopf@hannover-stadt.de Köln (NRW) / 1.028.000 Einwohner Grüngürtel: Impuls 2012 Dr. Joachim Bauer / joachim.bauer@stadt-koeln.de Münster (NRW) / 292.000 Einwohner Grünordnung Münster am Beispiel des Aatales: Lebensader und Erholungsraum in der Stadt Reimer Stoldt / Stoldtr@stadt-muenster.de Nagold (BW) / 23.000 Einwohner Grüne Urbanität: Umsetzung des städtebaulichen Leitbilds im Rahmen der Landesgartenschau 2012 Ralf Fuhrländer / ralf.fuhrlaender@nagold.de Neuenburg am Rhein (BW) / 12.200 Einwohner Maßnahmen zu Entente Florale „Unsere Stadt blüht auf“ Cornelia Müller / cornelia.mueller@neuenburg.de Neuenburg am Rhein (BW) / 12.200 Einwohner Regenwasserversickerung Cornelia Müller / cornelia.mueller@neuenburg.de Salzwedel (ST) / 25.000 Einwohner Initiative für ein grünes Salzwedel Waltraut Reinke / juergen_waltraut@yahoo.de Wernigerode (ST) / 34.000 Einwohner Höfe halten Hof Frank Schmidt / fschmidt@stadt-wernigerode.de Würselen / 38.000 Einwohner Blühflächen Franz-Josef Mahr / Franz-Josef.Mahr@wuerselen.de

Gesamtstädtisches Projekt
Andernach (RP) / 31.000 Einwohner Essbare Stadt Andernach – Nachhaltige und kreative Grünraumgestaltung Lutz Kosack / naturschutz@andernach.de

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Kooperationspartner

Schirmherrschaft

Impressum Redaktion:	 Gestaltung:	 Herausgeber:	 	 Druck:	 Silke Wissel, Robert Spreter Patricia Lütgebüter (DUH) Deutsche Umwelthilfe e.V. Fritz-Reichle-Ring 4, 78315 Radolfzell Druckerei Krammer, Radolfzell

Lebenswerte Stadt
        
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