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Full text: Herausforderungen und Erfolge - unser Jahresbericht ... Issue 2015

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Herausforderungen und Erfolge
Unser Jahresbericht 2015

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Struktur der inhaltlichen Arbeit

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JAHRESBERICHT 2015

EUROPARC Deutschland e. V. 2015 –
auf den Punkt gebracht
365 Tage für den Naturschutz. Da kommt einiges zusammen. So auch im Jahr 2015. Ein Jahr,

Öffentlichkeits- und Netzwerkarbeit

das aus Sicht von EUROPARC Deutschland e. V. als stabil, strategisch und weitblickend eingestuft

für alle Nationalen Naturlandschaften

werden kann. Mit unserem Jahresbericht möchten wir Ihnen wieder einmal die Möglichkeit geben,
einen Einblick in unsere Arbeit zu erhalten. Sie werden erstaunt sein, wie viele Projekte in 365 Tagen
bearbeitet, beantragt und abgeschlossen werden können. Sicherlich gehören dazu ein emsiges Treiben
Jugend und
Bildung
z.B. Junior Ranger

Bürgerschaft­
liches
Engagement

Tourismus

Fach­expertise

z.B. Partner-Initiative

z.B. Evaluation &
Monitoring

Unternehmens­
kooperation
z.B. Marktplatz Natur

in der Geschäftsstelle und die vorausschauenden Entscheidungen eines Vorstandes. Aber nur durch
Ihr Mitwirken wird EUROPARC Deutschland zu einem starken Dachverband.

z.B. Ehrensache Natur,
Vielfalt (er)leben ohne
Barrieren

Vorstandsarbeit und Arbeitsgruppen

Nationalparks, Biosphärenreservate, Naturparks, NGOs, Kommunikation, Partner, Forschung & Monitoring, Infozentren,
Schutzgebietsbetreuung

Das Herzstück unserer Kommunikations­
arbeit lag, liegt und wird immer wieder in
der Weiterentwicklung der Dachmarke
liegen. Im Online-Bereich konnten über
3.000 Logodateien sowie Design-Vorlagen für über 20 Öffentlichkeitsprodukte
aufgebaut und für Mitglieder und Lizenz­
nehmer zur Verfügung gestellt werden.
Zum Festakt 25 Jahre Nationalparkpro­
gramm, der im Herbst in Berlin stattfand,
standen die Junior Ranger stellvertretend
als Botschafter für die Nationalen Naturlandschaften auf dem Podium und forderten mehr grünen Einsatz von Bundesumweltministerin Dr. Hendricks. Gleichzeitig wurden sie zum wiederholten Male
als offizielles UN-Dekade-Projekt ausgezeichnet. Auch die breite Öffentlichkeit
konnte sich auf der BUGA im Havelland
durch eine Ausstellung über die deutschen
Biosphärenreservate informieren. Als
Wanderausstellung konzipiert, wird diese
nun in den kommenden Jahren für die
Schutzgebietskategorie werben.
	 Das internationale Netzwerk traf sich
fast vor der eigenen Haustür, bei der
EUROPARC Federation Tagung
in Regensburg, wo die Leiter des

grenzübergreif­enden Nationalparks
Bayerischer Wald – Sumava mit dem
Transboundary-Zertifikat ausgezeichnet wurden.
	Zur Mitgliederversammlung im
Niedersächsischen Wattenmeer trafen
sich Anfang Mai mehr als die Hälfte
der Mitglieder und begrüßten als Neumitglieder den Förderverein für Naturpark und Biosphärenreservat Bayerische Rhön e. V. und den Internationalen Naturpark Bourtanger Moor
– Bargerveen e. V. An dieser Stelle
nochmals herzlich Willkommen.
	 Zu einem Dauerbrenner ist inzwischen das jährlich stattfindende Jun­
ior-Ranger-Treffen geworden, zu dem
der Nationalpark Eifel über 350 Junior
Ranger aus 25 Nationalen Naturlandschaften begrüßen konnte.
	 Was passiert, wenn Junior Ranger
aus den Kinderschuhen herauswachsen,
ließ sich in dem Projekt Wir kön­
nen Naturschutz! verfolgen, in dem
Heranwachsende ein „Gesellenstück“
ablieferten.
	 Im Bereich Bürgerschaftliches
Engagement wurden neue Wege der

Ehren­amtsförderung angedacht und potenziell neue Projektpartner erschlossen,
darunter Bürgerwissenschaften/Citizen
Science und ehrenamtliches Engagement von Natursportaktiven in den
Nationalen Naturlandschaften. Weitere
Steine sind aus dem Weg geräumt,
weitere Barrieren gefallen im Bereich
der inklusiven Umweltbildung und
Freiwilligenarbeit.
	 Im Bereich Nachhaltiger Tourismus
wurde ein Leitfaden für die Konzeption
und Umsetzung von naturschutz- und
umweltbildungsorientierten Naturerlebnisangeboten entwickelt. Darüber hin­
aus stehen die 22 Initiativen aus allen
Schutzgebietskategorien mit insgesamt
mehr als 930 Partnerbetrieben im
Mittelpunkt.
	 Passend zum Jubiläumsjahr des Nationalparkprogramms konnten wir unser Onlineportal Wissen Nationalpark
veröffentlichen, eine sehr strukturierte
und inhaltlich fundierte Anlaufstelle für
Erstinformationen rund um Nationalparks. Zudem wurde im Bereich Fachexpertise ein Vorschlag zu Qualitätskriterien und -standards entwickelt. Mit

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JAHRESBERICHT 2015

Inhalt
Wildnis werden wir uns auch weiterhin
als mögliche vierte Schutzkategorie in der
nächsten Zeit beschäftigen.
	 Public Private Partnership zwischen
staatlichem Naturschutz und Wirtschaft:
Durch die webbasierte Angebotsplatt­
form Marktplatz Natur konnten wieder
Naturschutzprojekte durch Spenden von
Unternehmen finanziert werden, die ein
Mehrwert in den Nationalen Naturlandschaften geschaffen haben. Zudem konnte
mit den Arbeiten zur Entschlammung der
Alten Elbe bei Klieken begonnen werden.
Darüber hinaus startete das Inwert­
setzungsprojekt mit einer Auftaktveranstaltung im Beisein der vier Pilotregionen.
Die Unternehmensansprache wurde
zudem kontinuierlich auf Veranstaltungen
vorangetrieben.
	 Die neun Arbeitsgruppen trafen sich
wieder und zeigten einmal mehr, wie
wichtig es ist, das Netzwerk der Nationa­
len Naturlandschaften im Rücken zu haben. Der fachliche Austausch bei diesen
Treffen und das Gemeinschaftsgefühl sind
unersetzlich.
	 Lesen Sie nun auf den folgenden Seiten
ausführlich und auf den Punkt gebracht,
was uns angetrieben hat und wofür wir
auch morgen wieder zur Arbeit kommen:
Die Weiterentwicklung der Nationalen
Naturlandschaften.

	 Wir sind für Sie da, unterstützen Sie
in Ihrer täglichen Arbeit und werden uns
auch 2016 – im Jubiläumsjahr – für eine
qualitativ hochwertige Naturschutzar­beit
engagieren. Darüber hinaus ist es nach
wie vor unser wichtigstes Anliegen, Menschen aller Altersgruppen zu erreichen,
um sie für den Wert und die Schönheit
der Nationalen Naturlandschaften zu
begeistern.

Guido Puhlmann
Vorstandsvorsitzender
EUROPARC Deutschland e. V.

Dr. Elke Baranek
Geschäftsführerin
EUROPARC Deutschland e. V.

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Struktur der inhaltlichen Arbeit
Editorial
Öffentlichkeits- und Netzwerkarbeit
Kommunikation und Dachmarke
BUGA 2015 im Havelland
EUROPARC Federation Conference 2015
Jugend und Bildung
Junior Ranger
Wir können Naturschutz!
Bürgerschaftliches Engagement
Ehrensache Natur – Freiwillige in Parks
Vielfalt (er)leben ohne Barrieren / Ungehindert engagiert
Europäischer Freiwilligendienst
„Engagement 2020“ im Naturpark Dübener Heide
Tourismus
Naturerlebnisangebote in den Nationalen Naturlandschaften
Fachexpertise
Onlineportal „Wissen Nationalpark“
Qualitätskriterien und -standards für Wildnisgebiete in Deutschland
F+E-Vorhaben „Nationale Naturlandschaften und Erneuerbare Energien“
F+E-Vorhaben zur Zwischenerhebung und Bewertung des
Umsetzungsstands der ersten Nationalparkevaluierung
Unternehmenskooperation
Marktplatz Natur
Renaturierung „Alte Elbe Klieken“
Inwertsetzung von Klima- und Naturschutzmaßnahmen
Berichte aus den Arbeitsgruppen
Arbeitsgruppe Nationalparks
Arbeitsgruppe Biosphärenreservate
Arbeitsgruppe Naturparks
Arbeitsgruppe NGOs und Sonstige
Arbeitsgruppe Kommunikation
Arbeitsgruppe Partner der Nationalen Naturlandschaften
Arbeitsgruppe Forschung und Monitoring
Arbeitsgruppe Infozentren
Arbeitsgruppe Schutzgebietsbetreuung
Menschen und Institutionen
Der Vorstand
Die Geschäftsstelle
Neue Mitglieder
Förderer und Partner
Gute Gründe für ein Engagement bei EUROPARC Deutschland e. V.

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JAHRESBERICHT 2015

Öffentlichkeits- und Netzwerkarbeit
für alle Nationalen Naturlandschaften
• Kommunikation und Dachmarke
• BUGA 2015 im Havelland
• EUROPARC Federation Conference 2015

Foto: Lisa Mäder

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JAHRESBERICHT 2015

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Die Dachmarke „Nationale Naturlandschaften“ ist Kern unserer Kommunikation. Mit unserer zentralen Berichterstattung über bundesweit recherchierte Themen weisen wir zielgerichtet auf die vielfältigen Angebote unserer Mitglieder hin und sorgen so für mehr Wahrnehmung und Wertschätzung
in der Bevölkerung. Dies trägt dazu bei, die Aufgaben, Werte und Besonderheiten der Nationalen
Naturlandschaften besser in der Gesellschaft zu verankern.

VERANTWORTLICH IN DER GESCHÄFTSSTELLE
Jan Wildefeld
Dr. Elke Baranek
WAS UNS 2015 BEWEGT HAT
Wir freuen uns sehr, alle Nationalen Naturland­
schaften aus Brandenburg in einem gemein­
samen Webauftritt im Corporate Design der
Nationalen Naturlandschaften begrüßen zu
dürfen.
Informationen
Seit 2005
Finanzierung: Mitgliedsbeiträge und Spenden
Beteiligte Mitglieder: 130 Gebiete haben ein
eigenständiges Dachmarkensignet.
Das Vorhaben im Internet
http://gestaltungsunterlagen.
nationale-naturlandschaften.de

Seit nunmehr zehn Jahren sind wir als
Dachverband zugleich auch Träger der
Dachmarke „Nationale Naturlandschaften“. Zu unseren Aufgaben als Markeninhaber zählen neben der Pflege
und Weiterentwicklung auch die Verwaltung der Patent- und Markenrechte. Am 01.11.2005 haben wir diese für
die Dachmarke erstmalig beim Deutschen Patent- und Markenamt registrieren lassen. Der Prozess endete mit der
Überschreibung der Inhaberrechte zum
15.06.2006. In 2015 haben wir diese
Rechte erfolgreich erneuert und die Patent- und Markenrechte somit für weitere 10 Jahre bis zum 30.11.2025 gesichert.
Neuer Online-Bereich zum
Corporate-Design-Manual
Mit der erfolgreichen Weiterführung
der Marke haben wir unseren Dachmarkenservice auch 2015 weiter ausgebaut,
mit dem Ziel, eine praxisnahe Handhabung für unsere Mitglieder und Kooperationspartner aus dem Presse- und
Agenturwesen zu bieten. Hierzu haben
wir den Online-Bereich des Corporate-Design-Manuals neu konzipiert und
in einem modernen Content-Management-System umgesetzt. Bestehende Dokumente und Vorlagen wurden aktualisiert und alle Punktlogos in den gängigen Formaten eingepflegt. Das Ergebnis

entspricht einem Datenbestand von über
3.000 sorgfältig sortierten und dokumentierten Logodateien sowie Design-Vorlagen für über 20 Produkte, die alle gängigen Anwendungsbereiche abdecken und
unseren Mitgliedern und Lizenznehmern
jederzeit zur Verfügung stehen.
Verbesserter Informationsfluss
Als Dachverband ist uns sehr daran gelegen, einen Erfahrungsaustausch zu
fördern. Unser Ziel ist es, dass neue Erkenntnisse und Entwicklungen eine möglichst schnelle und gezielte Verbreitung
finden. Bezogen auf die Dachmarke stehen wir immer wieder vor der Herausforderung, die Vielzahl der Anwender möglichst zeitnah über Neuerungen zu informieren. Um diesen Informationsfluss zu
verbessern, bieten wir unseren Mitglieder
den neuen Service, sich über einen Newsletter immer dann automatisch informieren zu lassen, wenn aktuelle Designchecks und neue Produkte in das Corporate-Design-Manual eingepflegt werden.

Mitglieder sind zudem aufgefordert, den
Newsletter mit eigenen Beiträgen zu bereichern. Diese können bequem über das
neue Online-Portal eingereicht werden.
25 Jahre Nationalparkprogramm –
Filmporträts zu Junior Rangern
Der Beschluss des letzten Ministerrates
der ehemaligen DDR zum Nationalparkprogramm jährte sich am 12. September 2015 zum 25. Mal. Dieser Jahrestag
wurde mit einem Festakt gewürdigt. Im
Berliner Naturkundemuseum traf Bundesumweltministerin Hendricks mit den
damaligen Naturschutz-Protagonisten
der friedlichen Revolution zusammen.
Im Auftrag des BfN erstellten wir für die
Veranstaltung einen Programmpunkt mit
drei Filmporträts über engagierte Junior
Ranger (mehr zu den Filmen, siehe Seite
16, Junior Ranger). So konnten wir die
Aktivitäten der Nationalen Naturlandschaften in einem modernen und sympathischen Format auf der Festveranstaltung präsentieren.
Neue Ausstellung und Broschüre zu
den deutschen Biosphärenreservaten
Für die deutschen UNESCO-Biosphärenreservate koordinierten wir die Neukonzeption und Umsetzung einer mobilen Ausstellung. Diese wurde erstmals
auf der Bundesgartenschau (BUGA)
2015 in der Havelregion gezeigt und
wird durch das gewählte Format als
Wanderausstellung auch zukünftig Verwendung finden (siehe Seite 10, „BUGA
2015 im Havelland“). Ebenfalls aktualisiert haben wir die Broschüre „Biosphärenreservate in Deutschland“.

Deutschland“ und eine moderne und
zeitgemäße Neuausrichtung der Internetsite www.nationale-naturlandschaften.de
mit einer Integration der neu erarbeiteten
Naturerlebnisangebote (siehe Seite 32)
und einer besseren Verzahnung mit unseren bundesweiten Vorhaben.
	 Darüberhinaus soll die Kooperation
mit der renommierten Zeitschrift National Geographic Deutschland wieder aufgenommen werden.
ITB und BfN-Skriptenreihe
Gemeinsam mit dem VDN präsentierte
sich EUROPARC Deutschland Anfang
März auf der Internationalen Tourismusbörse (ITB) in Berlin und warb für
die Gebiete, erläuterte die umfangreichen
Angebote in den Nationalen Naturlandschaften und erklärte interessierten Unternehmen, wie sie sich für Naturschutzprojekte engagieren können. Das Interesse am Stand war groß.
	 Im Nachgang zur BfN-Tagung
„Grenzüberschreitende und Bundesländer übergreifende Zusammenarbeit von Nationalen Naturlandschaften“
(Fulda, 2013) veröffentlichte im vergangenen Jahr EUROPARC im dazugehörigen BfN-Skript 405 den Artikel „Grenzen überschreiten, Interessen
bündeln – Projekte in den Nationalen
Naturlandschaften“.

Foto: Eike Dubois

Kommunikation und Dachmarke

UNESCO-Biosphärenreservate
M O D E L L R E G I O N E N V O N W E LT R A N G

Realisierung
Ausstellungskonzeption und Planung
gefördert durch das Bundesamt für
Naturschutz mit Mitteln des Bundes­
ministeriums für Umwelt, Naturschutz,
Bau und Reaktorsicherheit

Die Biosphärenreservate gehören zu den „Nationalen Naturlandschaften“, der Dachmarke der deutschen Nationalparks,
Biosphärenreservate und Naturparks getragen von EUROPARC Deutschland e.V.: www.europarc-deutschland.de

S ch le sw i g Holste i n
Me ck le nburg Vor p omme r n

Ni e d e rs achs e n

Br and e nburg
S achs e nAn ha lt
NordrheinWest fa len

Wie geht es 2016 weiter?
Für 2016 planen wir die Aktualisierung der Broschüre „Nationalparks in

Biosphärenreservate
in Deutschland
Biosphere Reserves in Germany

T hür i nge n

He ss e n
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B ad e nWür tte mb e rg

S achs e n

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BUGA 2015 im Havelland
Mit der Präsentation der deutschen Biosphärenreservate auf der Bundesgartenschau wurde 2015 der
Gedanke „Der Mensch im Einklang mit der Natur“ in die Öffentlichkeit getragen. Die Ausstellung
stellte das Netzwerk der Biosphärenreservate als Teil der Nationalen Naturlandschaften vor und
wurde durch eine Veranstaltung fachlich vertieft. Das Image der Biosphärenreservate wird durch die
Ausstellung ebenso positiv geprägt ebenso wie das der Nationalen Naturlandschaften.

VERANTWORTLICH IN DER GESCHÄFTSSTELLE
Stephanie Schubert
Dr. Elke Baranek
WAS UNS 2015 BEWEGT HAT
Bundesumweltministerin Frau Dr. Barbara
Hendricks besuchte das Haus der Flüsse

Die deutschen UNESCO-Biosphärenreservate stellten sich auf der Bundesgartenschau (BUGA) 2015 in der Havelregion gemeinschaftlich vor. Dies stärkte
das Image der Gebiete in der Öffentlichkeit und trug zur Bekanntheit der Nationalen Naturlandschaften bei.

und besichtigte die Ausstellung über die
UNESCO-Biosphärenreservate.
Informationen
Laufzeit: 15. November 2014 bis 15. Juli 2015
Finanzierung: BfN und BMUB
Beteiligte Mitglieder: 21

Eine Ausstellung für die
Biosphärenreservate
Die Bundesgartenschau fand vom 18.
April 2015 bis zum 11. Oktober 2015 in
der Havelregion statt. Es handelte sich
hierbei um eine dezentrale Veranstaltung
in fünf Ortschaften in den Bundesländern Brandenburg und Sachsen-Anhalt.
	 Die BUGA folgte dem Motto „Von
Dom zu Dom verbunden durch das
blaue Band der Havel“. Damit stand erstmals ein Fluss im Mittelpunkt eines BUGA-Konzepts. Das Biosphärenreservat
Flusslandschaft Elbe nahm dieses Motto auf und plante anlässlich der BUGA
ein Informationszentrum, das „Haus der
Flüsse“. In einer interaktiven Ausstellung
wird über den Lebensraum Havel, die
Bedeutung von Flussauen sowie über die
Arbeit und Zielsetzungen des Biosphärenreservats informiert. Mit der Wanderausstellung aller deutschen Biosphärenreservate wurde diese Dauerausstellung für
den Zeitraum der BUGA ergänzt.
	 Die Ausstellung umfasst 24 Informationstafeln, die über die Biosphärenreser-

Besuch der Bundesumweltministerin im Haus der Flüsse mit Besichtigung der Biosphärenreservatsausstellung
Von links nach rechts: Olaf Tschimpke (Präsident NABU), Guido Puhlmann (Leiter Biosphärenreservat Mittelelbe) und Dr. Barbara Hendricks
(Bundesumweltministerin)
Foto: NABU; Felix Paulin

vate und die internationale Verankerung
im Rahmen der UNESCO informieren.
Zudem erfährt der Gast Wissenswertes
zur Einordnung in die Nationalen Naturlandschaften und darüber, welche Programme und Projekte unter dem Dach
von EUROPARC Deutschland mit
den Biosphärenreservaten durchgeführt
werden.
	 Die Ausstellung wurde sehr gut angenommen. Auch die Bundesumweltministerin Frau Dr. Hendricks besuchte das
Haus der Flüsse nach der Eröffnung am
13. Juli 2015 und die Wanderausstellung
über die UNECO-Biosphärenreservate.
Im Juni 2015 fand darüber hinaus am
Ausstellungsort eine Fachveranstaltung

zum Thema „Nachhaltiger Konsum in
den Nationalen Naturlandschaften“ statt.
EUROPARC Deutschland war es wichtig, dieses Themenfeld aufzugreifen, da
die Naturbewusstseinsstudie 2013 zeigte,
dass die Konsumentinnen und Konsumenten sich unterschiedlich aufgeklärt
darüber fühlen, welche Umweltauswirkungen ein Produkt tatsächlich hat. Die
Studie wies auch nach, dass den Konsumentinnen und Konsumenten der Kauf
von regionalen und saisonalen Lebensmitteln wie auch der Kauf von Bio-Lebensmitteln wichtig ist1.
	 Das Bewusstsein für einen naturverträglichen und nachhaltigen Konsum
sollte mit dieser Fachveranstaltung gefördert werden. Um den Themenkomplex zu vermitteln, führten verschiedene
Fachreferate in das Thema ein und Vertreterinnen und Vertreter der Nationalen
Naturlandschaften bezogen sich in ihren
Besucher der BUGA schauen sich interessiert die
Ausstellung der UNESCO-Biosphärenreservate an.
Foto: Eicke Granitzki

Vorträgen insbesondere auf die Aktivitäten in den Partner-Initiativen. Die Veranstaltung vermittelte den Teilnehmenden
einen umfangreichen Input sowie eine intensive fachliche Diskussion und förderte
den Austausch untereinander.
Wie geht es 2016 weiter?
Das Vorhaben wurde 2015 abgeschlossen, die Ausstellung war bis zum Abschluss der Bundesgartenschau im Haus
der Flüsse zu sehen.
	 Die Ausstellung über die UNESCO­Biosphärenreservate wurde als Wanderausstellung konzipiert. In den kommenden Jahren soll sie in den Biosphärenreservaten und an anderen Standorten
dazu beitragen, die Bevölkerung in den
verschiedenen Regionen über die Bedeutung und das weltweite Netzwerk
der Bio­sphärenreservate zu informieren.
Ebenso soll die Bekanntheit der Nationa-

Kleingruppenarbeit zu nachhaltigem Konsum und
nachhaltiges Wirtschaften im Netzwerk der Nationalen
Naturlandschaften auf der Fachveranstaltung
Foto: Jens Wegner

len Naturlandschaften dadurch gesteigert
werden. Im Rahmen des Themenjahres
2016 der Deutschen Zentrale für Tourismus „Faszination Natururlaub in Deutschland“ soll die Ausstellung ebenfalls genutzt
werden.
1 BfN 2014: Naturbewusstseinsstudie 2013, S. 54
Quellen: Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz, Bau und
Reaktorsicherheit (BMUB) und Bundesamt für Naturschutz (BfN)
2014: Naturbewusstseinsstudie 2013 - Bevölkerungsumfrage zu
Natur und biologischer Vielfalt, S. 89

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ö f f entl i ch k e i ts - und net z w er k arbe i t

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JAHRESBERICHT 2015

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EUROPARC Conference 2015
„Protected Areas in a Changing World“ – „Schutzgebiete in einer Welt im Wandel“– unter diesem
Motto trafen sich 2015 die Mitglieder der Föderation EUROPARC in Regensburg. Wir vertraten
die Nationalen Naturlandschaften sowie deren Anliegen und präsentierten unsere gemeinsamen
Programme im Rahmen eines neu geschaffenen „Marktplatzes“.

VERANTWORTLICH IN DER GESCHÄFTSSTELLE
Jan Wildefeld

Die an der Donau gelegene Altstadt Regensburg, UNESCO-Welterbe und seit
2012 Hauptsitz der Föderation EUROPARC, war Austragungsort der diesjährigen Konferenz. Damit fand die Konferenz erstmals nicht in einem europäischen
Naturschutzgebiet statt. Doch Regensburg erwies sich als strategisch sinnvoll
gewählte Alternative: So wie die Donau –
Europas zweitgrößter Fluss – zahlreiche
Naturschutzgebiete verbindet, führte die
zweitägige Konferenz zahlreiche Naturschutzorganisationen und Schutzgebiete aus ganz Europa zusammen. Über 180
Teilnehmer brachten ihre Erfahrungen
in einen regen Diskurs über hochaktuelle
Themen ein:
•	
	
•	
	
	
•	
	
	

Können Naturschutzgebiete ein neues 	
Wirtschaftsgut darstellen?
Welchen Beitrag leisten Naturschutz-	
gebiete im Kampf gegen den voran-	
schreitenden Klimawandel?
Können Naturschutzgebiete zu
politisch verabschiedeten Nachhaltig-	
keitszielen beitragen?

Zusätzlich zu den traditionellen Keynotespeeches, Workshops und Side-meetings,
wurde dieses Jahr ein neues Format im
Stile eines „Marktplatzes“ erprobt. Hintergrund dieser Neuerung waren die Anregungen vieler Mitglieder, mehr Zeit und
Raum für die Netzwerkarbeit und den

Erfahrungsaustausch zu schaffen. Neben
den jeweiligen Sektionen der EURO­
PARC Föderation beteiligten sich auch
circa 20 weitere Organisationen – unter diesen auch weit Angereiste wie der
WWF Brasilien – an dem Marktplatz.
Das neue Format sorgte für eine positive Resonanz unter allen Teilnehmenden
und überzeugte die EUROPARC Föderation dieses für die nächsten Konferenzen beizubehalten.
	 Aus Deutschland wurde der Nationalpark Bayerischer Wald für seine vorbildliche grenzüberschreitende Zusammenarbeit mit dem Šumava National
Park in Tschechien als „Transboundary
Park“ zertifiziert. Nach der Auszeichnung im Jahr 2009 wurde der Nationalpark Bayerischer Wald damit bereits
zum wiederholten Male mit dem Naturschutz-Gütesiegel ausgezeichnet. Nationalparkleiter Franz Leibl nahm die Auszeichnung gemeinsam mit Sachgebietsleiter Hans Kiener entgegen und betonte,
dass die erneute Auszeichnung mit dem
Transboundary-Zertifikat ein Ansporn
sei, die zukunftsorientierte Entwicklung der beiden Nationalparks weiter
voranzutreiben.
	 Hervorzuheben ist zudem der Beitrag
von sieben Jugendlichen, überwiegend
Junior Ranger und Teilnehmer des von
der Föderation EUROPARC im August
2015 veranstalteten „Youth+ Camp“. Mit

ihrer Botschaft „Too old, too late“ – „ Zu
alt, zu spät“ warben die jungen Erwachsenen unter allen Schutzgebietsmanagern
für mehr Berücksichtigung ihrer Wünsche und Ideen sowie für mehr Engagementmöglichkeiten in den europäischen
Schutzgebieten. Ihrem Aufruf, mehr
berücksichtigt und einbezogen zu werden, verliehen sie in einem gemeinsamen
Video mit Botschaften aus ganz Europa
besonderen Nachdruck (Siehe: https://
youtu.be/vicu81TqM0A).
	 Aus dem Beitrag wurde abermals
deutlich, dass die Programme „Junior
Ranger“ und „Ehrensache Natur“ von
EUROPARC Deutschland und den Nationalen Naturlandschaften in diesem
Zusammenhang Vorreiterrollen in Europa einnehmen und deren Betrieb und
Weiterentwicklung von hoher Bedeutung
sind, wenn es darum geht, die Akzeptanz
von Schutzgebieten in unserer Gesellschaft weiter zu erhöhen.

	 Am Vormittag des zweiten Konferenztages trafen sich die anwesenden
Mitglieder der Föderation EURO­PARC
zur jährlichen Generalversammlung.
Neben den Geschäftsberichten des Jahres 2014 wurden die vorgeschlagenen
Satzungsänderungen sowie die neue Geschäftsordnung einstimmig beschlossen.
Die dort festgeschriebenen Neuerungen
basieren auf den Ergebnissen einer zuvor von der Föderation EUROPARC
durchgeführten Mitgliederbefragung und
sollen dazu beitragen, die vereinbarten
Strategien zukünftig besser umsetzen zu
können.
	 Die Tagung wurde traditionell mit der
Ankündigung der Konferenz 2016 abgeschlossen. 2016 laden der Naturpark Jura
Vaudois und das Netzwerk der schweizerischen Pärke vom 19. bis zum 23. Oktober 2016 auf ein Wiedersehen in der
Schweiz ein.

Youth Taking Action: Jugendliche wünschen sich eine
höhere Wahrnehmung und mehr Beteiligungsmöglichkeiten von den europäischen Schutzgebeiten.
Foto: Jakub Kaspar – EUROPARC Federation

Grenzenlose Freude über die erneute Auszeichnung: Die
beiden Nationalpark-Leiter Dr. Franz Leibl (Bayerischer
Wald; Mitte) und Pavel Hubený (Šumava; 2. von rechts)
sowie die verantwortlichen Sachgebietsleiter Hans Kiener
(Bayerischer Wald; links) und Martin Starý (Šumava;
rechts) bei der Übergabe des „Transboundary“-Zertifikats
aus den Händen von EUROPARC-Präsident Ignace
Schops (2. von links). Foto: EUROPARC

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J ugend und B i ldung

E U R O P A R C D E U T S C H L A N D E.  V.

Jugend und Bildung
• Junior Ranger
• Wir können Naturschutz!

Foto: Arnold Morascher

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JAHRESBERICHT 2015

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J ugend und B i ldung

E U R O P A R C D E U T S C H L A N D E.  V.

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JAHRESBERICHT 2015

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Junior Ranger
Das bundesweite Junior-Ranger-Programm bringt Kinder mit den Nationalen Naturlandschaften
in Kontakt und begeistert sie für ein aktives Mitwirken. Vielfältige Angebote bieten eine sinnvolle
Freizeitbeschäftigung und sprechen die Kinder auf kreative und spielerische Weise an. Dabei werden
sie mit notwendigem Wissen für eine nachhaltige Lebensweise ausgestattet und zu Fürsprechern der
Nationalen Naturlandschaften qualifiziert.

VERANTWORTLICH IN DER GESCHÄFTSSTELLE
Jan Wildefeld
WAS UNS 2015 BEWEGT HAT
Die Professionalität und der Charme mit dem
unsere älteren Junior Ranger bei der Preisver­
leihung zum „UN-Dekade-Projekt Biologische
Vielfalt“ im Rahmen der Festveranstaltung
„25 Jahre Nationalparkprogramm“ aufgetreten
sind. Frau Bundesumweltministerin Hendricks
war sichtlich beeindruckt.
Informationen
Laufzeit: seit 2008
Finanzierung: Förderung durch WWF Deutsch­
land und Town & Country Haus, Spenden
Kooperation: BundesUmweltWettbewerb
(BUW),
Beteiligte Mitglieder: 45 Nationale Naturland­
schaften. Circa 100 Junior-Ranger-Gruppen
und 1500 aktive Junior Ranger pro Jahr
Das Vorhaben im Internet
www.junior-ranger.de

Im Jahr 2015 konnten wir dank der Unterstützung durch Town & Country
Haus und WWF Deutschland zahlreiche neue Projekte in den Nationalen Naturlandschaften realisieren. Die Spenden ermöglichten Kindern, sich als Junior
Ranger fortzubilden, auf bundesweiten
Treffen auszutauschen und den Naturschutz in Deutschland in vielfacher Hinsicht zu unterstützen.
	 Mit dem Naturpark Mecklenburgische Schweiz, dem Internationalen
Naturpark Bourtanger Moor und dem
Bio­sphärenreservat Oberlausitzer Heide- und Teichlandschaft hießen wir zudem drei weitere Nationale Naturlandschaften im Junior-Ranger-Programm
willkommen.
	 Beim bundesweiten Arbeitsgruppen­
treffen im Herbst 2015 im Nationalpark
Hamburgisches Wattenmeer organisierten wir auch in diesem Jahr einen Erfahrungsaustausch zwischen allen Programmteilnehmern. Neben dem bundesweiten Junior-Ranger-Treffen als
überregionale Veranstaltung für Kinder
(7–14) konnten wir 2015 auch wieder
Workshops für ältere Junior Ranger (14–
21) anbieten und so den Wunsch der Jugendlichen aufgreifen, sich fachspezifisch
weiterzuentwickeln und Kontakte zu anderen Junior Rangern – auch international – aufzunehmen.
	 Auf einem Medienworkshop im

Ein internationaler Workshop im Nationalpark Niedersächsisches Wattenmeer ermöglichte älteren Junior Rangern, sich vertiefend zum Thema Wattenmeer fortzubilden und dabei neue Eindrücke zu gewinnen.
Foto: Arnold Morascher

Junior Ranger nehmen die Wiederauszeichnung als
Projekt der UN-Dekade Biologische Vielfalt von
Bundesumweltministerin Barbara Hendricks entgegen.
Foto: Dietmar Manzenberger/info@foto-dm.de

Europa Park Rust lernten die Jugendlichen von einer professionellen Regisseurin, wie man professionelle Filme erstellt
und diese wirksam in der Öffentlichkeitsarbeit einsetzt. Ein fünftägiger Fachworkshop zum Thema „Wattenmeer“
führte Junior Ranger aus Deutschland
und den Niederlanden in den Nationalpark Niedersächsisches Wattenmeer.

Während der Festveranstaltung gaben
drei im Auftrag des BfN produzierte
Filme Einblick in die Aktivitäten und
Motivationen der Junior Ranger. Niclas
Krümmling (15 Jahre) aus dem Naturpark Drömling zeigte, wie er sich auf das
Kartieren von Eulen spezialisiert hat. Das
Engagement von Hannes Fischer (15
Jahre) als WWF-Robbenbotschafter im
Biosphärenreservat Südost-Rügen wird
von einer tiefen Verbundenheit zur Natur seiner Heimatinsel getragen. Marvin
Manzenberger (21 Jahre) aus dem Nationalpark Bayerischer Wald berichtete von
einem Erfahrungsaustausch mit Rangern
in Tunesien und verdeutlichte damit, dass
Naturschutz keine Grenzen kennt und
die Vernetzung der Junior Ranger über
die Landesgrenzen hinausgeht.
	 Durch die umfangreichen Beteili-

Auszeichnung durch Bundesumweltministerin Barbara Hendricks
Aufgrund der erfolgreichen Weiterführung und Entwicklung wurde das Junior-Ranger-Programm als offizielles
UN-Dekade-Projekt wiederausgezeichnet. Bundesumweltministerin Dr. Barbara Hendricks überreichte die Auszeichnung im Rahmen der Festveranstaltung
„25 Jahre Nationalparkprogramm“.

gungs- und Vernetzungsmöglichkeiten
leistet das Junior-Ranger-Programm bei
der jungen Generation einen essentiellen
Beitrag zur Stärkung des Bewusstseins
für Natur und Biodiversität und verdeutlicht die Notwendigkeit, dieses wertvolle
Gut zu schützen.
Wald, Wasser, Wildnis und Natura
2000 im Nationalpark Eifel
Rund 350 Junior Ranger aus 25 Nationalen Naturlandschaften kamen 2015
zu einem bundesweiten Treffen in den
Nationalpark Eifel. Das Gelände rund
um die barrierefreie „Wildniswerkstatt“
in Düttling wurde in ein großes Zeltlager verwandelt und bildete für vier Tage
den zentralen Ausgangspunkt, um die
Nationalpark-Wildnis zu erkunden. Das
Motto des Nationalparks „Wald, Wasser,

Wildnis“ wurde sowohl auf Exkursionen
als auch auf einem „Markt der Möglichkeiten“ zum Erlebnis. Auch globale Aspekte des Naturschutzes wurden thematisiert und kreativ bearbeitet. So entstand
auf dem Treffen ein Film, in dem Junior
Ranger das europaweite Netzwerk „Natura
2000“ für Kinder anschaulich erklären.
Wie geht es 2016 weiter?
2016 werden wir unseren Fokus auf die
Programmsäulen „Region“ und „Schule“ legen. In gezielten Arbeitsgruppen sollen regionale, nationale und internationale Angebote entwickelt werden, die den Übergang
vom Junior Ranger zum Ehrenamt noch
attraktiver gestalten. Hierzu haben wir erneut einen Förderantrag mit dem Titel „Junior Ranger für Ältere“ beim Bundesamt
für Naturschutz eingereicht.

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J ugend und B i ldung

E U R O P A R C D E U T S C H L A N D E.  V.

Wir können Naturschutz!
Junior Ranger werden „Freiwillige in Parks“: Mit ihrem eigenen kleinen Projekt, ihrem „Gesellenstück“, setzen sie sich aktiv und direkt für Natur- und Umweltschutz ein. Vier von acht Junior
Rangern aus dem Naturpark Drömling haben ihre Erfahrungen rund ums Planen und Durchführen
ihres Gesellenstückes in einem Handbuch für alle anderen Junior Ranger zusammengestellt. Als eines
von 50 Gewinner-Projekten des WWF-Wettbewerbs „Wildes Deutschland“ tragen sie direkt zum
Naturschutz vor der Haustür bei.

VERANTWORTLICH IN DER GESCHÄFTSSTELLE
Bettina Kühnast
WAS UNS 2015 BEWEGT HAT
Wenn Jugendliche in Worte fassen,
warum sie welche Tätigkeit im Naturschutz
gerne durchführen möchten, werden wir

Der Naturpark Drömling stellt allen Nationalen Naturlandschaften Ideen und
Erfahrungen zur Verfügung, wie der
Übergang vom Junior-Ranger-Programm
zum Freiwilligenprogramm „Ehrensache
Natur – Freiwillige in Parks“ gestaltet
werden kann.

„Erwachsenen“ an das „Berührt-sein“, an das
Gefühl von „betroffen sein“ erinnert.
Informationen
Laufzeit: März 2014 bis Oktober 2015
Finanzierung: WWF Deutschland
Beteiligte Mitglieder: Naturpark Drömling
Das Vorhaben im Internet:
www.europarc-deutschland.de/blog/vorhaben/
wildes deutschland

Junior Ranger qualifizieren sich mit
Gesellenstücken für „Freiwillige in
Parks“
Insgesamt acht Jugendliche haben auf ihrem Weg vom Junior Ranger zu „Freiwilligen in Parks“ ihr eigenes „Gesellenstück“
erstellt. Ronja und Alessa haben sich im
Kindergarten Wegenstedt engagiert. Leon nimmt regelmäßig an Arbeitseinsätzen im Naturpark teil und hält auf dem
Informationsgelände alles in Ordnung.
Sein Bruder Maurice ist ebenfalls mit Begeisterung dabei, er engagiert sich im Bereich Öffentlichkeitsarbeit und hat eine
Schautafel für den Naturpark entwickelt.
Ab in die Wildnis ging es für Niclas und
Claudia. Sie kartierten bedrohte Tierarten. Auch Christian liegen gefährdete Tiere am Herzen. Deshalb hat er sich
um das Aufstellen und Kontrollieren eines Krötenzauns in seinem Heimatort
gekümmert und die Amphibien in einem
Gewässer erfasst.
	 Mit dem „Handbuch für das Planen
und Durchführen Deines Gesellenstücks“ wollen die Junior Ranger alle an-

Gesellenstück: Umweltbildung im Naturpark für
Jugendliche von Jugendlichen
Foto: Naturparkverwaltung Drömling

deren älter werdenden Junior Ranger
motivieren, ihre eigenen Ideen in den
Nationalen Naturlandschaften anzugehen und umzusetzen.
Wie geht es 2016 weiter?
Das Projekt ist beendet. Das Handbuch
wird allen Junior-Ranger-Gruppen zur
Verfügung gestellt und lädt zum Nachahmen und Weiterentwickeln ein.
Gesellenstück: Amphibienkartierung selbst gemacht
Foto: Heiko Drüsedau

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JAHRESBERICHT 2015

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B ü rgerscha f tl i ches E ngage m ent

E U R O P A R C D E U T S C H L A N D E.  V.

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JAHRESBERICHT 2015

Bürgerschaftliches Engagement
• Ehrensache Natur – Freiwillige in Parks
• Vielfalt (er)leben ohne Barrieren –
Ungehindert engagiert
• Europäischer Freiwilligendienst
• „Engagement 2020“ Dübener Heide

Wissbegier und Naturinteresse: Menschen mit Behinderung erforschen Pflanzen und Tiere in Feuchtwiese
und Flachwasserzone.
Foto: Naturparkverwaltung Drömling

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B ü rgerscha f tl i ches E ngage m ent

E U R O P A R C D E U T S C H L A N D E.  V.

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JAHRESBERICHT 2015

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Ehrensache Natur – Freiwillige in Parks
Ziel des Freiwilligenprogramms ist es, mehr Unterstützung, Akzeptanz und Wertschätzung für die
Nationalen Naturlandschaften zu gewinnen. Dank professionellen Freiwilligenmanagements und
qualifizierter Koordinatorinnen und Koordinatoren finden Engagierte eine individuell passende,
sinnvolle Freizeitbeschäftigung und gute fachliche Betreuung. Der Effekt: Zufriedene Freiwillige
werden zu den überzeugendsten Botschafterinnen und Botschaftern der Nationalen Naturlandschaften.

VERANTWORTLICH IN DER GESCHÄFTSSTELLE
Anne Schierenberg
Bettina Kühnast
WAS UNS 2015 BEWEGT HAT
Wir haben uns spannende neue Themen mit
Fachleuten und potentiellen Projektpartnern
erschlossen, darunter Bürgerwissenschaften/Ci­
tizen Science und ehrenamtliches Engagement
von Natursportaktiven in den Nationalen Natur­
landschaften. Es macht große Freude, mit den
Nationalen Naturlandschaften und Partnern im­
mer wieder neue Wege der Ehrenamtsförderung
zu denken und zu bahnen.
Informationen
Laufzeit: seit 2003
Finanzierung: MIDORI-Preisgeld, Beiträge der

„Ehrensache Natur – Freiwillige in
Parks“ bietet den Nationalen Naturlandschaften rund um das Thema bürgerschaftliches Engagement u.a. Qualifizierung von Personal, Anerkennung der
Freiwilligen, bundesweite Öffentlichkeitsarbeit, Zugang zu unterstützenden
Unternehmen sowie Fördermittelakquise. Die beteiligten Schutzgebiete bundesweit laden zur Mitarbeit in inzwischen
rund 200 unterschiedliche Freiwilligenprojekte ein, die Jung und Alt – z.B. als
„Kröten-Shuttle“, Radtourenführerin
oder Faltblattübersetzer – gleichermaßen
anziehen. Wir freuen uns, dass das Programm 2015 erneut die Auszeichnung
als Projekt der UN-Dekade Biologische
Vielfalt erhalten hat.

beteiligten Partner, Spenden
Kooperation: Lebenshilfe, Fjällräven, Bionade
Beteiligte Mitglieder: 42 Nationale Naturland­
schaften und Parkeinrichtungen mit qualifizier­
ten Freiwilligenkoordinatorinnen und -koordi­
natoren sowie circa 3.000 „Freiwilligen in Parks“
pro Jahr
Das Vorhaben im Internet
www.ehrensache-natur.de

„Taten für den Naturschutz in den Na­
tionalen Naturlandschaften“: 25 Jahre
Nationalparkprogramm – 25 vorbildli­
che Freiwilligeneinsätze
Unter dem Motto „Die Nationalen Naturlandschaften sind so stark, wie die
Menschen, die sich für sie einsetzen.“
feierten Nationalparks, Naturparks und
Biosphärenreservate mit Unterstützung
von EUROPARC Deutschland im September/Oktober im Rahmen von exemplarischen Freiwilligeneinsätzen das Jubiläum „25 Jahre Nationalparkprogramm“.
Ehren- und Hauptamtliche setzten sich
gemeinsam mit eingeladenen Vertreterin-

nen und Vertretern aus Politik und Verwaltung wirkungsvoll für die Nationalen
Naturlandschaften ein, pflanzten beispielsweise Bäume und Hecken, mähten
Feuchtwiesen, pflegten eine Streuobstwiese und kartierten Rotmilane.

Corporate Volunteering von SAP im
Biosphärenreservat Niedersächsische Elbtalaue
Foto: Tobias Keienburg

Freiwilligenkoordinatorinnen und -koordinatoren der
Nationalen Naturlandschaften, Jahrestagung 2015
Foto: EUROPARC Deutschland

Voneinander lernen: „Akteure aus Na­
tionalen Naturlandschaften im interna­
tionalen Kompetenzaustausch“
Das 2015 gestartete Projekt „Akteure aus
Nationalen Naturlandschaften im internationalen Kompetenzaustausch“ (ANNIKA) führt haupt- und ehrenamtliche
Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter europäischer Schutzgebiete im Rahmen von
Auslands-Studienaufenthalten zusammen. Hauptamtliche und Freiwillige aus
National- und Naturparks sind eingela-

den, in kleinen Gruppen während einer
Woche in ausländischen Parks mit Fachleuten vor Ort Fachwissen, Erfahrungen
und Arbeitsmethoden auszutauschen. Im
Gegenzug werden ausländische Parkmitarbeiterinnen und -mitarbeiter die Nationalen Naturlandschaften besuchen.
	 Die Themen der Studienaufenthalte
sind Bildung für nachhaltige Entwicklung, Regionalentwicklung & Tourismus,
Inklusion sowie Schutzgebiets- & Qualitätsmanagement, jeweils verbunden mit
dem Thema Freiwilligenmanagement,
d.h. der Frage „Wie können wir Freiwillige professionell in die Arbeit der Nationalen Naturlandschaften einbinden?“.
Den Abschluss des Projektes bilden
2018 eine Fachtagung und eine Broschüre, die die Erfahrungen und Erkenntnisse einem breiten Publikum zugänglich
machen.

Corporate Volunteering: FirmenTeams machen sich für die Nationalen
Naturlandschaften stark
2015 hat nicht nur der „Wiederholungstäter“ Coca-Cola mit einem tatkräftigen
Team im Naturpark Barnim angepackt.
Erstmalig konnten wir die Firmen SAP
und ING-DiBa für Corporate Volunteering-Einsätze in den Nationalen Naturlandschaften gewinnen. Hochmotiviert
und interessiert halfen ING-DiBa-Angestellte aus Hannover und Frankfurt
samt Familienangehörigen im Naturpark
Steinhuder Meer, 7.000 Wollgrassetzlinge zur Moorrenaturierung zu pflanzen
und im Naturpark Taunus eine Heidefläche abzuplaggen und zu entbuschen. Ein
ebenso engagiertes Team von SAP aus
Hamburg zeigte im Biosphärenreservat
Niedersächsische Elbtalaue großen Einsatz für Rotbauchunke, Knoblauchkröte

& Co. Die Volunteers modulierten Uferbereiche von neu geschaffenen Tümpeln amphibiengerecht und brachten standortgemäße Wasserpflanzen in die Teiche ein.
Wie geht es 2016 weiter?
Das etablierte Programm werden wir
durch neue Aktivitäten erweitern: Unterstützt von der EUROPA MÖBEL-Umweltstiftung organisieren wir unter dem
Titel „Möbel für Tiere“ Freiwilligeneinsätze von Menschen mit und ohne Behinderung, die Nist- und Überwinterungshilfen
für Tiere bauen. Für die Weiterbildung der
Aktiven erstellen wir Infoblätter zum Einsatzthema in Leichter Sprache.

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E U R O P A R C D E U T S C H L A N D E.  V.

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JAHRESBERICHT 2015

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Vielfalt (er)leben ohne Barrieren –
Ungehindert engagiert
Rund acht Millionen Menschen in Deutschland sind auf Barrierefreiheit zwingend angewiesen. Viele
von ihnen sind an Natur interessiert. Gemeinsam mit ihnen entwickeln wir neue Angebote, damit
Naturerleben, Umweltbildung und freiwilliges Engagement allen zugänglich ist. Wir verbreiten gute
Beispiele, wichtige Erfahrungen und unterstützende Materialien, um Menschen mit Einschränkungen in den Nationalen Naturlandschaften willkommen zu heißen.

VERANTWORTLICH IN DER GESCHÄFTSSTELLE
Kerstin Emonds
Bettina Kühnast
Dr. Elke Baranek
WAS UNS 2015 BEWEGT HAT
Besonders hat uns gefreut, dass der Ansatz
„Ungehindert engagiert“ erste Nachahmer
gefunden hat, die wir mit den vielen entstande­
nen Praxis-Tipps und Materialien unterstützen
und motivieren konnten, sich mit inklusiver Um­
weltbildung und Freiwilligenarbeit auf neues
Terrain zu wagen. Durch respektvolle Begeg­

Der Schwerpunkt lag auch 2015 auf Angeboten für Menschen mit Lernschwierigkeiten bzw. geistiger Behinderung.
Weil für diese Zielgruppe die komplexe Sprache eine Barriere ist, hatten wir
im Vorjahr Bildungsangebote in Leichter
Sprache entwickelt, die nun gezielt in vier
Nationalen Naturlandschaften erprobt
wurden. Im Ergebnis entstand ein Praxis-Leitfaden, der die Planung von inklusiven Freiwilligeneinsätzen und Naturschutz-Workshops für diese Zielgruppe
erleichtern soll.

aus den Nationalparks Harz und Niedersächsisches Wattenmeer, aus dem Naturpark Drömling, dem Biosphärenreservat Schorfheide-Chorin sowie aus vier
Einrichtungen der Lebenshilfe bzw. der
v. Bodelschwinghschen Stiftungen Bethel
zusammen. Beteiligte Menschen mit Behinderung brachten ebenfalls ihre Erfahrungen ein.

nung, Ausprobieren und guten Willen auf allen
Seiten lassen sich – gemeinsam mit den Enga­
gierten – fast immer praktikable Wege finden,
Barrieren zu beseitigen.
Informationen
Laufzeit: Januar 2014 bis November 2016
Beteiligte Mitglieder: acht
Finanzierung: Aktion Mensch sowie
BfN/Jack Wolfskin (Förderpreis des Deutschen
Naturschutzpreises 2013)
Kooperation: Bundesvereinigung Lebenshilfe e.  V.
Das Vorhaben im Internet
www.ungehindert-engagiert.de

Relevante Tipps und Hinweise aus der
Praxis für die Praxis
Der Leitfaden richtet sich sowohl an Naturschutzfachleute als auch an Betreuungspersonal in sozialen Einrichtungen
und Diensten. Es geht darum, dass beide
Seiten leichter zueinander finden können, um gemeinsam Angebote für Menschen, die auf sehr einfache Sprachformen angewiesen sind, zu organisieren.
Diese Bemühungen lohnen sich, so die
einhellige Meinung aller an der Erprobung beteiligten Kooperationspartner.
Noch im Nachgang erfreuten sie sich an
der Wissbegier und Kompetenz der Freiwilligen mit geistiger Behinderung. Im
gezielten Erfahrungsaustausch reflektierten sie ihre Erfahrungen und Erkenntnisse. Auf diese Weise kam viel Knowhow
von Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern

Öffentliche Aufmerksamkeit für das Projekt „Ungehindert engagiert“: Dr. Angelika Magiros von der Bundesvereinigung Lebenshilfe, Lothar Adorf und David
Kulinna von Bethel proWerk sowie EUROPARC-Mitarbeiterin Kerstin Emonds (v.l.n.r.) gestalteten einen
gemeinsamen Auftritt vor ca. 100 Gästen des Bundesnetzwerks Bürgerschaftliches Engagement (BBE) und
vernetzten sich mit Gleichgesinnten (hier Britta Habenicht, Diakonie Hamburg, ganz rechts).
Foto: Elke A. Jung-Wolff/BBE

Von anderen Nationalen Naturland­
schaften lernen
Das ist der Kern des Projekts „Vielfalt
(er)leben ohne Barrieren“: Voneinander
lernen, sich von guten Erfahrungen, die
andere schon gemacht haben, inspirieren
lassen und sie für die Weiterentwicklung
der eigenen Region nutzen. Im Bereich
barrierefreies Naturerleben engagieren
sich der Nationalpark Eifel und der Na-

turpark Nordeifel bereits seit vielen Jahren. Deshalb haben wir genauer hingesehen. Das für uns wesentliche Ziel der in
Auftrag gegebenen Evaluierung war es zu
prüfen, wie sich die Erfahrungen in der
Eifel für andere Nationale Naturlandschaften nutzen lassen. Deutlich wurde:
Für zahlreiche Gäste ist das barrierefreie
Angebotsspektrum ein wichtiger Grund,
gerade in diese Region zu fahren. Ein
sprichwörtlich langer Atem ist der entscheidende Erfolgsfaktor dafür. Kontinuierlich haben Natur- und Nationalpark
gemeinsam die auf lange Sicht geplante Entwicklung vorangetrieben und sich
frühzeitig um die Einbindung von Partnern aus Tourismus, Politik und Verwaltung gekümmert. Ein fester Ansprechpartner in der Nationalparkverwaltung

für die Querschnittsaufgabe Barrierefreiheit ist heute ebenso selbstverständlich wie die enge Kooperation mit Betroffenenverbänden. Das ist viel Stoff
für konkrete Weiterempfehlungen und
Handlungsansätze, die wir zum Ende des
Projekts für andere Nationale Naturlandschaften aufbereiten werden. Zusätzliche Erfahrungen kommen durch aktuelle Umsetzungsmaßnahmen im Eichsfeld,
in der Rhön und im Bliesgau hinzu.
Wie geht es weiter?
Im Dezember 2016 wird das von Aktion
Mensch geförderte Projekt zunächst zu
Ende sein. Auch wir bemühen uns mit
langem Atem darum, Kontinuität zu
wahren und eine Weiterentwicklung des
Themas zu befördern, das in den nächs-

ten Jahren noch an Bedeutung gewinnen
wird. Bundesweite Vernetzung und Öffentlichkeitsarbeit gehören dazu, wie auch
die Teilnahme an passenden Wettbewerben. Einen Erfolg konnten wir beim Bundeswettbewerb startsocial erringen und
uns damit ein Beratungsstipendium sichern. Gemeinsam mit geschulten Coaches
arbeiten wir derzeit daran, das Inklusionsthema zum Nutzen für zukünftige Herausforderungen in Nationalen Naturlandschaften fortzuschreiben.

In der Nationalparkregion Eifel sind haupt- und ehrenamtliche Naturführer auf Touristen mit Behinderung
eingestellt. Hier bei einer geführten Wanderung auf dem
barrierefreien Naturerkundungspfad „Der Wilde Weg“
Foto: Deutsche Bahn AG / H.-D. Budde

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B ü rgerscha f tl i ches E ngage m ent

E U R O P A R C D E U T S C H L A N D E.  V.

Europäischer Freiwilligendienst
Junge engagierte Menschen fördern die Zusammenarbeit zwischen Schutzgebietsorganisationen in
ganz Europa. Ein Jahr lang leben, lernen und arbeiten sie im Team eines National- oder Naturparks,
eines Biosphärenreservates oder einer NGO im Naturschutzbereich. Das EU-Programm „Erasmus +
JUGEND IN AKTION“ fördert die von EUROPARC Deutschland koordinierten Aufenthalte.
Oft sind es frischgebackene Uni-Absolventen, die neuestes Wissen nach Deutschland oder ins euro­
päische Ausland transportieren.

VERANTWORTLICH IN DER GESCHÄFTSSTELLE
Bettina Kühnast
Anne Schierenberg (ab 2016)
WAS UNS 2015 BEWEGT HAT
Für aufnehmende Verwaltungen bzw. Organi­
sationen ist es oft eine intensive Erfahrung, für
sechs bis zwölf Monate internationale Freiwilli­
ge ins Team zu integrieren. Wir sind beeindruckt
von der Offenheit und dem Gewinn für alle be­
teiligten Partner, die durch diesen internationa­
len Lern- und Freiwilligendienst in die Nationalen Naturlandschaften getragen wird.
Informationen
Laufzeit: Januar 2014 bis Januar 2015

Europäische Freiwilligendienstler aus Spanien
im Naturpark Eichsfeld-Hainich-Werratal
Fotos: Archiv Naturparkverwaltung

Junge engagierte Menschen, meist direkt
von der Uni, bringen einen frischen Blick,
Ideen aus ganz Europa und einen „neuen Anstrich“ in den Alltag der Einrichtung, die europäische Freiwillige über den
„Europäischen Freiwilligendienst“ (EFD)
aufnimmt.
	 Die sechs- bis zwölfmonatigen Aufenthalte der Freiwilligen sowie ein pädagogisches Begleitprogramm werden von
der Deutschen Nationalagentur der EU
finanziert.
	 EUROPARC Deutschland e. V.
koordiniert Vorbereitung, Durchführung und Nachbereitung für alle
EUROPARC-Mitglieder.

Finanzierung: EU-Jugendprogramm
„Erasmus + JUGEND IN AKTION“
Kooperation: Nationale Agentur Erasmus +
JUGEND IN AKTION
Beteiligte Mitglieder: Naturpark
Eichsfeld-Hainich-Werratal
Das Vorhaben im Internet
www.ehrensache-natur.de/international/
europaischer-freiwilligendienst/

Neue interessierte Nationale
Naturlandschaften
Nachdem lange einzig der Naturpark
Eichsfeld-Hainich-Werratal das Angebot
wahrgenommen hat, hat nun eine Abfrage bei den EUROPARC-Mitgliedern
ergeben, dass bei sechs weiteren Nationalen Naturlandschaften Interesse am
EFD besteht. Ebenso haben wir durch
einen Beitrag in den e-news der Föderation EUROPARC auf die Möglichkeit des
EFD zwischen Nationalparks, Biosphärenreservaten und Naturparks mit EUROPARC Deutschland aufmerksam machen können.

Wie geht es 2016 weiter?
EUROPARC Deutschland unterstützt
interessierte Schutzsgebietsorganisationen und Freiwillige dabei, ein EFD-Projekt zu beantragen.

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JAHRESBERICHT 2015

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B ü rgerscha f tl i ches E ngage m ent

E U R O P A R C D E U T S C H L A N D E.  V.

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JAHRESBERICHT 2015

„Engagement 2020“ im Naturpark Dübener
Heide
EUROPARC Deutschland e. V. unterstützt den Naturpark Dübener Heide bei der Konzeption
strategischen Freiwilligenmanagements. Dabei werden Zeit- und Geldengagement parallel bear­beitet,
wobei EUROPARC Deutschland für den Bereich Zeitengagement konzeptionell in das Gesamtvorhaben beauftragt ist.

VERANTWORTLICH IN DER GESCHÄFTSSTELLE
Bettina Kühnast
Dr. Elke Baranek
WAS UNS 2015 BEWEGT HAT
Wir freuen uns, unsere Erfahrungen und Exper­
tise in Sachen bürgerschaftliches Engagement
in Nationalen Naturlandschaften für die Region
des Naturparks Dübener Heide einzusetzen.

Angebote für freiwilliges Engagement zu
schaffen, die sowohl die regionale Naturausstattung als auch die zukünftige gesellschaftliche Entwicklung einer Region
berücksichtigen – das ist Anliegen vieler
unserer Mitglieder. Wir begleiten den
Verein Dübener Heide e. V. dabei, Angebote für Zeitengagement bedarfsgerecht
zu planen und in das Naturparkmanagement zu integrieren.

Informationen
Laufzeit: 1.4.2014 bis 31.12.2015
Finanzierung: Sächsisches Staatsministerium
für Umwelt und Landwirtschaft
Auftraggeber: Naturpark - Verein Dübener
Heide e. V.
Das Vorhaben im Internet
www.naturpark-duebener-heide.com/
engagement2020.htm

Angebote für Zeitengagement veröf­
fentlicht und erprobt
Wir wissen: Das Herzstück einer lebendigen und kompetenten Freiwilligenkultur sind attraktive Angebote für ehrenamtliches Engagement. Diese müssen
auf motivierte Bürgerinnen und Bürger
treffen. Treffpunkt für beide Seiten ist
im Naturpark Dübener Heide das Portal
www.regiocrowd.com, auf dem Angebote, Zeit oder Geld für Vorhaben des
Naturparks einzubringen, veröffentlicht
werden.
Konzeptentwicklung und begleitendes
Coaching
An die besondere Situation des Naturparks angepasst – Erholungsraum für die
Stadt Leipzig, Auswirkungen des demografischen Wandels – wird ein Konzept
entwickelt, das das Engagementpotenzial der Region erfasst, mögliche Engagementfelder im Natur- und Artenschutz

identifiziert und zielgruppengerechte
Kommunikationsformen ausarbeitet.
Im Zentrum steht dabei, dass freiwillige
Tätigkeit im Naturpark Freude bereitet
und gut tut.
Wie geht es 2016 weiter?
Im Anschluss an die Projektphase werden Erfahrungen und Übertragungsmöglichkeiten auf andere Naturparkregionen
im Projekt-Beirat diskutiert und dokumentiert werden.

Engagement mit Flüchtlingen – Foto: Axel Mitzka

Engagement mit Jugendlichen
Foto: Axel Mitzka

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3 0 | T our i s m us

E U R O P A R C D E U T S C H L A N D E.  V.

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JAHRESBERICHT 2015

Tourismus
•	Naturerlebnisangebote in den Nationalen 	
	Naturlandschaften

Jasmund
Foto: Stephanie Schubert

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3 2 | T our i s m us

E U R O P A R C D E U T S C H L A N D E.  V.

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JAHRESBERICHT 2015

Naturerlebnisangebote in den Nationalen
Naturlandschaften
Dem Bedürfnis nach Erleben von intakter Natur wollen wir mit den Naturerlebnisangeboten in
den Nationalen Naturlandschaften nachkommen. Ein im Vorhaben entwickelter Leitfaden soll
dazu bei­tragen, zukünftig die touristischen Potenziale im Einklang mit dem Erhalt der biologischen
Vielfalt noch besser zu nutzen. Auf diese Weise tragen wir zur Vernetzung bei und sensibilisieren
die Menschen für die faszinierende Natur Deutschlands.

VERANTWORTLICH IN DER GESCHÄFTSSTELLE
Stephanie Schubert
Dr. Elke Baranek
WAS UNS 2015 BEWEGT HAT
Natur aktiv erleben ist das Bedürfnis vieler
Menschen. Mit den Naturerlebnisangeboten
in den Nationalen Naturlandschaften möchten
wir dem nachkommen. Der 2015 entwickelte
Leitfaden bildet hierfür einen guten Grund­stein, der den Akteuren vor Ort Wege zur
Umsetzung aufzeigt.
Informationen
Laufzeit: 1.4.2015 bis 31.10.2015
Finanzierung: BfN und BMUB
Kooperation: Verband Deutscher
Naturparke e. V.
Beteiligte Mitglieder: alle Nationalen
Naturlandschaften
Das Vorhaben im Internet

Naturerlebnis im Trend
Das Erleben von intakter Natur gewinnt
zunehmend an Bedeutung für die Wahl
des Urlaubsortes, aber auch für den Alltag. Dies geht aus der Naturbewusstseinsstudie 2013 hervor.1
	 Mit den Naturerlebnisangeboten in
den Nationalen Naturlandschaften bieten wir einzigartige Naturerlebnisse in
spektakulären Natur- und Kulturlandschaften. Interessierte haben hierüber die
Möglichkeit, Natur hautnah zu erleben
und Erholung in der Natur zu finden.
Für Jeden ist etwas Passendes dabei, das
Angebot reicht von der Natur-/Umweltbildung und -beobachtung über körperliche Aktivitäten und Aktivitäten zur
Gesunderhaltung in der Natur sowie
Aktivitäten zur Bewusstseinsbildung der
regionalen Identität. Auch das freiwillige
Engagement in der Natur spielt hierbei
eine Rolle.

http://www.europarc-deutschland.de/blog/
vorhaben/naturerlebnisangebote-in-dennationalen-naturlandschaften

„Faszination Natururlaub in
Deutschland“
Die Deutsche Zentrale für Tourismus
(DZT) stellt 2016 im Auslandsmarketing ihre Themenkampagne „Faszination
Natururlaub in Deutschland“ in den Fokus. Die Nationalen Naturlandschaften
stehen hierbei mit ihren Angeboten für
aktives Naturerleben im Vordergrund.
Gemeinsam mit dem Verband Deutscher Naturparke e. V. (VDN) möchte

EURO­PARC in dem Vorhaben naturschutz- und umweltbildungsorientierte
Naturerlebnisangebote in den Nationalen Naturlandschaften entwickeln. Als
Grundlage wurde zur Erstellung dieser
Angebote ein Leitfaden für die Konzeption und Umsetzung dieser Naturerlebnis­
angebote entwickelt.
Natur erlebbar machen
Mit diesem Leitfaden konnte 2015 die
erste Projektphase abgeschlossen werden.
Um einen möglichst hohen Anwendungsbezug zu garantieren, wurde die Erarbeitung partizipativ gestaltet. In einem ersten
projektbezogenen Arbeitsgruppentreffen
Mitte Juni in Bonn konnte dem Bundesamt für Naturschutz, dem Bundesumweltministerium, den Schutzgebietsvertretern und weiteren Akteuren aus dem
Bereich Tourismus ein erster Entwurf
vorgestellt und diskutiert werden. Auf
dieser Basis wurde der Leitfaden überarbeitet und angepasst. Auch ein Slogan,
der im Rahmen der Naturerlebnisangebote genutzt werden kann, wurde auf
diesem Treffen vereinbart – „Faszination
Natur 2016“ steht für vielfältige und abwechslungsreiche Angebote in der Natur.
Die aktualisierte Fassung wurde im Anschluss im Rahmen dreier Workshops in
Frankfurt, Kassel und Berlin interessierten Nationalen Naturlandschaften und
ihren touristischen Akteuren vorgestellt

und einem Praxistest unterzogen. Die
Erfahrungen aus den Workshops wurden
in den Leitfaden eingearbeitet. Dieser ist
anschließend an die Schutzgebiete versendet worden.
	 Da ein sehr umfangreicher Leitfaden
entstanden ist, der nur in digitaler Form
vorliegt, bestand der Wunsch nach einer
Kurzfassung in gedruckter Form für eine bessere praxisbezogene Anwendung.
Dies wurde entsprechend abgestimmt
und ein Erweiterungsantrag gestellt. Mit
der Bewilligung war es möglich, eine gekürzte Fassung zu gestalten, die sich auf
die zentralen praxisnahen Inhalte und

Arbeitshilfen konzentriert. Diese ist in
einer Auflagenstärke von 5.000 Stück
erschienen und wird an die Nationalen
Naturlandschaften versendet.
Wie geht es 2016 weiter?
Zu Jahresbeginn soll die Kurzfassung
des Leitfadens „Faszination Natur erleben“ vorliegen und an die Nationalen
Naturlandschaften versendet werden.
	 Die beiden Verbände entwickeln
Kommunikationsmedien (Plakate, Flyer,
Postkarten) in ihrem jeweiligen Design,
diese werden dann auf verschiedenen
Veranstaltungen wie der Internationa-

len Tourismusbörse in Berlin und auf der
TourNatur in Düsseldorf verteilt.
	 Die Kampagne wird auf den Internetseiten von EUROPARC und dem Verband Deutscher Naturparke kommuniziert und die Angebote der Nationalen
Naturlandschaften werden vorgestellt.

Naturerlebnis Wald im Nationalpark Hainich
Foto: EUROPARC/Stephanie Schubert
Herbsttag im Naturpark Südschwarzwald
Foto: VDN/Gerhard Albicker

1 BfN 2014: Naturbewusstseinsstudie 2013, S. 38
Quelle: Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz, Bau und
Reaktorsicherheit (BMUB) und Bundesamt für Naturschutz (BfN)
2014: Naturbewusstseinsstudie 2013 - Bevölkerungsumfrage zu
Natur und biologischer Vielfalt, S. 89

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Fache x pert i se

E U R O P A R C D E U T S C H L A N D E.  V.

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JAHRESBERICHT 2015

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Fachexpertise

•	Onlineportal „Wissen Nationalpark“
•	Qualitätskriterien und -standards für
	 Wildnisgebiete in Deutschland
•	F+E-Vorhaben „Nationale Naturlandschaften 	
	 und Erneuerbare Energien“
•	F+E-Vorhaben zur Zwischenerhebung des 		
	 Umsetzungsstands der ersten Nationalpark-­		
	evaluierung

Die Pulsnitzaue, NSG Königsbrücker Heide
Foto: Synatzschke

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Fache x pert i se

E U R O P A R C D E U T S C H L A N D E.  V.

Onlineportal  „Wissen Nationalpark“
In den Auseinandersetzungen um Nationalparkvorhaben kommt es häufig zu Verunsicherungen bei
Bevölkerung, lokalen Akteuren und Entscheidungsträgern. Ziel des Onlineportals „Wissen Nationalpark“ ist daher eine Erst-Information rund um Nationalparks, die lokale Initiativen und Vereine in
ihrer Aufklärungsarbeit vor Ort nutzen können. Auf diese Weise tragen wir zu einem größeren Verständnis für Nationalparks und ihre Ziele in der Bevölkerung bei.
Das Onlineportal „Wissen Nationalpark“ lässt sich
auch auf mobilen Geräten wie Tablets oder Smartphones optimal nutzen.

VERANTWORTLICH IN DER GESCHÄFTSSTELLE
Karl Friedrich Sinner
Katharina Sabry
Jan Wildefeld
WAS UNS 2015 BEWEGT HAT
Menschen, die sich für Nationalparks interessie­

2015 konnten wir mit www.wissennationalpark.de online gehen. „Wissen
Nationalpark“ stellt für alle Interessierten die wichtigsten Informationen rund
um Nationalparks bereit und unterstützt
so Nationalparkinitiativen in ihrer Überzeugungsarbeit vor Ort.

ren und engagieren, werden durch unsere Seite
nun mit umfassenden und verlässlichen Infor­
mationen unterstützt. Darüber freuen wir uns
sehr – schließlich kann man nur schützen, was
man versteht und wertschätzt.
Informationen
Laufzeit: Juli 2013 bis September 2015
Finanzierung: Gefördert durch die Zoologische
Gesellschaft Frankfurt
Kooperation: Zoologische Gesellschaft Frankfurt
Beteiligte Mitglieder: Alle Nationalparks
Das Vorhaben im Internet
www.wissen-nationalpark.de

Eröffnung des Onlineportals anlässlich
„25 Jahre Nationalpark-Programm“
Mit Unterstützung unseres Kooperationspartners, der Zoologischen Gesellschaft Frankfurt, haben wir im vergangenen Jahr noch einmal intensiv an „Wissen Nationalpark“ gearbeitet, um eine
ansprechende Plattform für interessierte
Bürger, lokale Akteure und Fördervereine
zu schaffen, die sich über Nationalparks
und Nationale Naturlandschaften informieren wollen.
	 Das Onlineportal mit über fünfzig
Übersichtsartikeln zu Nationalparkthemen wie Nutzung, Wildnis oder Tourismus konnte schließlich pünktlich
zum 25jährigen Jubiläum des Nationalpark-Programms im September veröffentlicht werden und wurde von unserem
Vorstandsvorsitzenden Guido Puhlmann
im Rahmen der Feierlichkeiten vorgestellt. Gerade zu diesem Anlass freuen
wir uns sehr, mit „Wissen Nationalpark“
einen Beitrag auch für die zukünftige
Ausweisung weiterer Nationalparks leisten zu können und somit auch die Na-

tionalen Naturlandschaften weiter zu
stärken.
Interessierte finden vielfältige
Informationen
Die Veröffentlichung von „Wissen Nationalpark“ erzielte bei unseren Mitgliedern und Unterstützern großes Interesse. So war der Beitrag zu Wissen
Nationalpark der erfolgreichste, den
wir bisher auf Facebook geteilt haben.
„Wissen Nationalpark“ ist außerdem die
Webseite von EUROPARC Deutschland, auf der die Besucher am längsten
verweilen. In drei verschiedenen Bereichen können sie sich zu Nationalparks
in Deutschland, z. B. zu den Themen
Wirtschaftlichkeit oder Jagd, informieren. Aus der „Wissensbasis“ lassen sich
Übersichtsartikel und Praxisbeispiele
abrufen. Weiterführende Hinweise werden in der „Quellensammlung“ bereitgestellt, in der mehr als 160 Publikationen
und Links zu den Themen der Wissensbasis aufgelistet sind. Besonders bedienungsfreundlich sind die Kurzbeschreibungen der Quellen und die verschiedenen Suchfunktionen.
	 Die Nationalparks erhalten mit dem
Portal die Möglichkeit, erfolgreiche und
innovative Projekte vorzustellen. So
werden im Bereich „Erfolge und Anregungen“ gelungene Umsetzungen in verschiedenen Bereichen wie Naturschutz,

Bildung oder Tourismus präsentiert, die
positive Effekte in der Region bewirken
und wertvolle Anregungen weit über diese hinaus geben können.
Wie geht es 2016 weiter?
Wir erwarten auch 2016 viele Besucher
auf www.wissen-nationalpark.de.
In der Rubrik „Erfolge & Anregungen“
haben Nationalparks weiter die Möglichkeit, besonders erfolgreiche und innovative Projekte auf „Wissen Nationalpark“
vorzustellen.

Wissen Nationalpark schafft Verständnis für Aufgaben und Ziele der Nationalparks. Hier: Nationalpark
Schleswig-Holsteinisches Wattenmeer.
Foto: Stephanie Schubert

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Qualitätskriterien und -standards
für Wildnisgebiete in Deutschland
Um sicherzustellen, dass Wildnisgebiete Mindestanforderungen an Qualität erfüllen, haben wir
einen Vorschlag für Qualitätskriterien und -standards im Kontext der Nationalen Biodiversitäts­
strategie entwickelt. So wird ein gemeinsamer Zielrahmen für Wildnisgebiete gesetzt, mit dem eine
seriöse Einrichtung und eine erfolgreiche Arbeit, Kommunikation und Evaluierung möglich sind.

In der Bergbaufolgelandschaft Goitzsche Wildnis fasziniert die Rückeroberung menschlicher Strukturen durch
die wilde, ungesteuerte Natur.
Foto: Katharina Sabry
Im Wildnisgebiet Königsbrücker Heide entwickelt sich
nach Beendigung der militärischen Nutzung die Natur
weitgehend unbeeinflusst vom Menschen. So konnte in
beeindruckend kurzer Zeit ein ausgedehnter Primärwald entstehen.
Foto: Katharina Sabry

VERANTWORTLICH IN DER GESCHÄFTSSTELLE
Katharina Sabry
Karl Friedrich Sinner
WAS UNS 2015 BEWEGT HAT
Die besuchten Wildnisgebiete haben uns,
jedes auf seine Weise, tief beeindruckt und
berührt. Unsere Vision ist, mit unserer Arbeit
dazu beizutragen, dass mehr solche Gebiete
in Deutschland entstehen und den Menschen
echte Wildniserfahrungen ermöglicht werden.
Informationen
Laufzeit: 1. März bis 15. Oktober 2015

Bis zum Jahr 2020 soll sich nach der vom
BMUB verabschiedeten Nationalen Biodiversitätsstrategie auf mindestens 2 %
der Landesfläche Deutschlands die Natur wieder nach ihren eigenen Gesetzmäßigkeiten entwickeln. Neue und bereits
bestehende Wildnisgebiete sollten dabei
eine bestimmte Qualität erfüllen, die internationalen Richtlinien entspricht und
auf nationale Besonderheiten Rücksicht
nimmt. Einen Vorschlag für ein solches
Set aus Qualitätskriterien und -standards
haben wir im Auftrag des Bundesamts
für Naturschutz in 2015 entwickelt.

Finanzierung: Bundesamt für Naturschutz
Beteiligte Mitglieder: Staatsbetrieb Sachsen­
forst (Verwaltung des NSG Königsbrücker Hei­
de), BUND (Verwaltung der Goitzsche Wildnis),
AG Forschung und Monitoring, AG National­
parks, AG Biosphärenreservate, AG NGO
Das Vorhaben im Internet
http://www.europarc-deutschland.de/blog/
europarc-deutschland-e-vengagiert-sich-mit-der-entwicklung-vonqualitaetskriterien-und-standards-fuerwildnisgebiete-in-deutschland

Faszinierende Wildnisgebiete
Das Qualitätskriterienset für Wildnisgebiete ist in seinem Aufbau an den
„Qualitätskriterien- und -standards für
deutsche Nationalparke“ orientiert. Es
besteht aus neun Handlungsfeldern mit
insgesamt 52 Kriterien und Standards.
Zur Entwicklung der Kriterien und
Standards recherchierten wir zunächst
verschiedene Definitionen und Standards und unterzogen sie einem Vergleich. Um auch Praxiserfahrungen in die
Entwicklung mit einzubeziehen, bereisten wir außerdem drei Wildnisgebiete
unterschiedlicher Art, Trägerschaft und
Verwaltungsform, denn als zukünftige
Wildnisgebiete kommen beispielsweise
Flussauen, Moore und Wälder, aber auch
ehemalige militärische Übungsflächen

und Bergbaufolgelandschaften in Frage.
	 Von diesen Bereisungen haben wir
besondere Eindrücke und wertvolle Erfahrungen mitgenommen, die sowohl in
die Kriterien und Standards eingegangen
sind, als auch uns in unserem Engagement für mehr Wildnis in den Nationalen
Naturlandschaften bestärkt und motiviert
haben. Denn wir konnten sehen, dass es
in Deutschland auch außerhalb unserer
wilden und schönen Nationalparks, die bereits auf großer Fläche den unbeeinflussten
Ablauf natürlicher Prozesse schützen, einige faszinierende Wildnisgebiete gibt. Auch
der Besuch des Wildnisgebiets Dürrenstein in Österreich mit dem tief beeindruckenden Urwald Roth­wald hat uns
in unserer Motivation bestärkt, dabei zu
helfen, dass es vielleicht in einigen Hundert Jahren auch in Deutschland wieder
derartige Wälder gibt. Selbstverständ-

lich gehören solche Wildnisgebiete in
Deutschland, die den Qualitätsstandards
entsprechen, in die Familie der Nationalen Naturlandschaften.
Mit unseren Mitgliedern für Wildnis­
gebiete in den NNL
Deshalb war es uns ein wichtiges Anliegen schon beim nun vorliegenden Vorschlag für ein Kriterienset unsere Mitgliedschaft in den Entwicklungsprozess
mit einzubeziehen. Deshalb veranstalteten wir nach der Fertigstellung eines ersten Entwurfs einen Expertenworkshop,
zu dem Vertreter der AGs Nationalparks, Biosphärenreservate, Naturparks,
NGO und Forschung und Monitoring
eingeladen waren, ebenso wie Wildnisexperten aus Verbänden, Gebieten und anderen Institutionen. Die wertvollen Diskussionsergebnisse von diesem Work-

shop gingen in die weitere Entwicklung
der Kriterien ein. Außerdem konnten wir
aus den Anregungen der Teilnehmer einen Katalog noch offener Fragen zusammenstellen, den wir bei der Vorstellung
der Qualitätskriterien und -standards auf
der BfN-Tagung „Wildnis im Dialog“ zur
Diskussion stellen konnten. Bei der finalen Überarbeitung des Kriteriensets wurde schließlich eine weitere Anregung des
Expertenworkshops aufgegriffen, indem
eine Differenzierung der Kriterien vorgenommen wurde. Unterschieden wird zwischen solchen Kriterien, die für die Qualität des Wildnisgebiets entscheidend sind
und daher bereits bei Einrichtung erfüllt
werden sollen und solchen, die die Qualität des Managements sichern und zu einem großen Teil erst im Laufe der Etablierung von Verwaltung und Management
erfüllt werden müssen.

Wie geht es 2016 weiter?
2016 gilt es, die Qualitätskriterien und
-standards zu prüfen und für die NNL
weiterzuentwickeln, so dass auf Basis ausgewählter Kriterien und Standards „Wildnisgebiete bestimmter Qualität“ als Natio­
nale Naturlandschaft anerkannt werden
können.

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F+E-Vorhaben „Nationale Naturland­
schaften und Erneuerbare Energien“
Ziel des F+E-Vorhabens ist es, Steuerungsmöglichkeiten und Handlungsempfehlungen zu ent­

Rapsfeld im Biosphärenreservat Schorfheide-Chorin –
Neben Mais, Rüben und verschiedenen Getreidearten
zählt auch der Raps zu den Energiepflanzen.
Foto: EUROPARC/Stephanie Schubert

wickeln, die eine Nutzung der erneuerbaren Energien mit den Zielen der Nationalen Naturlandschaften in Einklang bringen.

VERANTWORTLICH IN DER GESCHÄFTSSTELLE
Dr. Elke Baranek
Dr. Katja Arzt
WAS UNS 2015 BEWEGT HAT
„Das Thema ist wichtig, zukunftsweisend und
positiv besetzt. Durch Angebote kann eine
hohe Akzeptanzsteigerung in Bevölkerung

Der Ausbau erneuerbarer Energien führt
zu Landnutzungsänderungen, die Einfluss auf die Biodiversität und das Landschaftsbild haben. Insbesondere in Bio­
sphärenreservaten und Naturparks sollten diese Einflüsse im Einklang mit den
Aufgaben der Nationalen Naturlandschaften erfolgen.

und Politik erreicht werden. Zur Entwicklung
greifbarer Angebote sind entsprechende Res­
sourcen erforderlich.“ Befragtes Mitglied
Informationen
Laufzeit: Juli 2013 bis Juni 2016
Finanzierung: BfN und BMUB
Kooperation: Institut für ländliche Strukturfor­
schung (IfLS) und Universität Kassel, Verband
Deutscher Naturparke e. V. (VDN)
Beteiligte Nationale Naturlandschaften:
104 Naturparks und 16 Biosphärenreservate

Erweiterte Untersuchung von
Fallbeispielen
Das Projekt wird federführend vom Institut für ländliche Strukturforschung
geleitet und in Kooperation mit der Universität Kassel, EUROPARC Deutschland sowie dem Verband Deutscher Naturparke (VDN) seit 2013 durchgeführt.
Die Erarbeitung von Entwicklungsperspektiven für die Nationalen Naturlandschaften sowie die Verzahnung mit
spezifischen Steuerungsansätzen für die
jeweilige Raumkulisse waren das vorrangige Ziel der ersten Projektphase. Hierzu
wurden zunächst Best-Practice-Beispiele einer naturverträglichen Nutzung erneuerbarer Energien in Naturparks und
Biosphärenreservaten analysiert. Neben
einer Literaturrecherche befragten wir
und der Verband Deutscher Naturparke
die jeweiligen Mitglieder zu Erfahrungen
mit der Nutzung erneuerbarer Energie
aus Wind und Biomasse. Mit Erweiterung des Vorhabens in 2015 auf die Nutzung von Photovoltaik-Freiflächen, den

geplanten Stromtrassen-Ausbau und die
Nutzung von Reststoffen aus der Landschaftspflege bzw. Infrastrukturrandflächen wurden die Mitglieder in einer erweiterten Befragung erneut befragt.
	 Darüber hinaus wurden 2015 die
Auswirkungen der geplanten Novellierung des EEG auf die Entwicklung des
Ausbaus und die Nutzung von erneuerbaren Energien im Hinblick auf den
Naturschutz und die Landschaftsentwicklung betrachtet sowie weitere Steuerungs- und Handlungsmöglichkeiten
für die Nationalen Naturlandschaften.
Hierzu wurden für die Fallbeispielanalyse weitere NNL in die Best-Practice-Beispiele einbezogen. Insgesamt wurden 5
Biosphärenreservate (Pfälzerwald-Nordvogesen, Rhön, Bliesgau, Schorfheide-Chorin und Niedersächsische Elbtalaue) und 7 Na­turparks (TERRA.vita,
Altmühltal, Thüringer Schiefergebirge/
Obere Saale, Südschwarzwald, Hohes
Venn Eifel, Fläming und Habichtswald)
für die Analyse ausgewählt. In der zweiten Jahreshälfte fanden in diesen Gebieten Workshops mit den regionalen
Akteuren und der Schutzgebietsverwaltung zu den im Vorfeld festgelegten Themenschwerpunkten statt. Die Ergebnisse der Fallbeispielregionen werden in einem abschließenden Handlungsleitfaden
integriert.

Wie geht es 2016 weiter?
Im Januar werden die zwei ausstehenden
Workshops im Naturpark Altmühltal
und im Biosphärenreservat Niedersächsische Elbtalaue durchgeführt. Die Fertigstellung des vorläufigen Handlungsleitfadens mit den erarbeiteten Handlungsansätzen soll ebenfalls erfolgen. Für März
ist vorgesehen, diesen einer Expertenrunde aus Vertretenden des Bundesamtes für

Naturschutz, des Bundesministeriums
für Umwelt, Bau und Reaktorsicherheit,
den beteiligten Schutzgebietsverwaltungen sowie weiteren Fachexperten aus
den Bereichen nachwachende Rohstoffe,
Windenergie und Biomasse vorzustellen
und abschließend zu diskutieren. Projektabschluss und abschließende Fertigstellung des Handlungsleitfadens sind für
Juni 2016 vorgesehen.

Windkraftanlagen im Biosphärengebiet Schwäbische Alb
Foto: Stefan Schuhart

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JAHRESBERICHT 2015

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Zwischenerhebung des Umsetzungsstands
der ersten Nationalparkevaluierung
Ziel dieses Vorhabens ist es, den Prozess der steten qualitativen Weiterentwicklung in den deutschen
Nationalparks fortzuführen. Dafür ermitteln und bewerten wir den Umsetzungsstand der Handlungsempfehlungen aus der ersten Nationalparkevaluierung und geben so Impulse zur weiteren Optimierung von Rahmenbedingungen und Management. Durch das Vorhaben sollen die Parks auch in
ihrer politischen Bedeutung und Wahrnehmung weiter gestärkt werden.

VERANTWORTLICH IN DER GESCHÄFTSSTELLE
Katharina Sabry
Karl Friedrich Sinner
Dr. Elke Baranek
WAS UNS 2015 BEWEGT HAT
2015 hat uns motiviert, gemeinsam mit den
Nationalparkverwaltungen in einen Prozess der
Reflexion und Zwischenbilanzierung zu gehen,
an dessen Ende die weitere Aufwertung der
Nationalparks steht.
Informationen

Die Erhebung der zwischenzeitlichen
Umsetzung der Evaluierungsergebnisse
von 2009-2012 kann dabei auch wichtige Impulse in Hinblick auf Kommunikation, Vernetzung und fachlichen Austausch in den Nationalparks geben. Zum
Auftakt des Vorhabens in 2015 konnten
wir gemeinsam mit unserem Kooperationspartner, der Professur für Biodiversität und Naturschutz an der TU Dresden
sowie BMUB, BfN und Nationalparks
die Weichen für einen erfolgreichen Projektverlauf stellen.

Laufzeit: 1. September 2015 bis 28. Februar 2018
Finanzierung: BfN und BMUB
Kooperation: Professur für Biodiversität und
Naturschutz an der Technischen Universität
Dresden
Beteiligte Mitglieder: Alle 16 Nationalparks
Das Vorhaben im Internet
http://www.europarc-deutschland.de/blog/
vorhaben/nlp-zwischenerhebung

Weiterführung eines wichtigen
Prozesses
Bereits die erste Evaluierung der deutschen Nationalparks mit den von EUROPARC Deutschland e. V. federführend entwickelten „Qualitätskriterien und
-standards für deutsche Nationalparke“
war ein national wie international beachteter großer Erfolg, der eine Auseinandersetzung mit vielfältigen Themen
innerhalb der Nationalparkverwaltungen bewirkte und vielfältige positive Effekte auf Verwaltungsebene und Politik
erzielte.
	 Um diese Impulse zu erhalten, wurde bereits beim Abschluss der Erstevaluierung angeregt, nach fünf Jahren den
Umsetzungsstand der gegebenen Handlungsempfehlungen zu erheben. Diese
Zwischenerhebung führen wir seit Sep-

tember 2015 im Rahmen eines durch
BfN und BMUB geförderten F+E-Vorhabens durch.
	 Ein zweiter Fokus im aktuellen Vorhaben liegt dabei auf einer vertieften
Erhebung der durchgeführten Maßnahmen zum Arten- und Neobiota­
management in den Kern- und Erweiterungszonen (als zukünftige Kernzonen).
Hier sollen Handlungsempfehlungen
zum Umgang mit Leit- und Zielarten einerseits und Neobiota sowie so
genannten „Problemarten“ andererseits in den Kernzonen erarbeitet werden. Dieser Teil des F+E-Vorhabens
wird von der Professur für Biodiversität
und Naturschutz an der TU Dresden
durchgeführt.
Auseinandersetzung mit dem bisher
Erreichten
In 2015 lag der Fokus auf der Datenerfassung. Für die Erhebung des Umsetzungsstands der Handlungsempfehlungen und der Fortschritte bei der
Erfüllung der Qualitätsstandards für
Nationalparks haben wir zunächst Fragebögen entwickelt. Diese wurden in einer ersten Sitzung der projektbegleitenden Arbeitsgruppe (PAG) abgestimmt
und anschließend an die Nationalparkverwaltungen versendet. An der PAG
nahmen nicht nur Vertreter des BMUB
und BfN teil, sondern auch Vertre-

Der Nationalpark Harz erhält ebenso wie die weiteren
bereits evaluierten Nationalparks durch die Zwischenerhebung die Chance, sich noch einmal intensiv mit den
Ergebnissen und Empfehlungen der vorangegangenen
Evaluierung auseinanderzusetzen.
Foto: Gunter Karste

ter der Nationalparks. Diese betonten
noch einmal die wichtige Rolle, welche
die Zwischenerhebung für die Nationalparks spiele, denn durch diese werde den
Nationalparkverwaltungen und weiteren
Akteuren die Möglichkeit gegeben, sich
nochmals mit den Evaluierungsergebnissen auseinanderzusetzen und eine Zwischenbilanz zu ziehen, die als Orientierungshilfe für die weitere Umsetzung bis
zu einer geplanten Neuevaluierung nach
zehn Jahren dienen könne.
	 In den beiden 2014 und 2015 ausgewiesenen Nationalparks Schwarzwald
und Hunsrück-Hochwald ist es darüber
hinaus wichtig, zu einem frühen Zeitpunkt die Ausrichtung der Rahmenbedingungen und des Nationalparkmanagements an die formulierten Qualitätskriterien zu überprüfen und anzuregen. Dafür
werden ausgewählte Kriterien und Standards in einer „Basiserhebung“ überprüft.
Die Zwischenerhebung wird daher von
uns als Bestandteil eines gemeinsamen
Prozesses mit den Nationalparks und
weiteren Akteuren zur steten qualitativen
Weiterentwicklung von Rahmenbedingungen und Management in den deutschen Nationalparks verstanden.

Wie geht es 2016 weiter?
Anfang 2016 werden wir die ausgefüllten Erhebungsbögen von den Nationalparkverwaltungen zurückbekommen und
auswerten. Damit gehen wir direkt in
die Nationalparks – in 14 Nationalparks
wird es im nächsten Jahr einen Workshop geben, um die Ergebnisse zu diskutieren und weiter zu vertiefen.

In den beiden neuen Nationalparks, wie hier dem Nationalpark Schwarzwald, ist es wichtig, bereits zu einem frühen Zeitpunkt die Ausrichtung an die Qualitätskriterien
und -standards für deutsche Nationalparks anzuregen.
Foto: Arne Kolb.

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JAHRESBERICHT 2015

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Unternehmenskooperation
• Marktplatz Natur
• Renaturierung „Alte Elbe Klieken“
• Inwertsetzung von Naturschutzmaßnahmen

Foto: Maria Stollmeier

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JAHRESBERICHT 2015

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Marktplatz Natur
Wer sich für die Natur engagieren möchte, findet auf unserem „Marktplatz Natur“ das passende
Angebot. Wir suchen aktiv nach Förderern für die Projekte unserer Mitglieder. Mit der Angebots­
plattform „Marktplatz Natur“ etablieren wir die Nationalen Naturlandschaften als Anbieter
qualitativ hochwertiger Naturschutzprojekte.

VERANTWORTLICH IN DER GESCHÄFTSSTELLE
Dr. Katja Arzt
Dr. Elke Baranek
Stefanie Schubert
WAS UNS 2015 BEWEGT HAT
„Die Idee der Plattform ist sehr schlau und für
die Nachhaltigkeitsabteilung von großen Unter­

Dank der Aktivitäten auf „Markplatz Natur“ konnte EUROPARC im Jahr 2015
Flächenkäufe für den Nationalpark Müritz realisieren. Die attraktive Gestaltung
unserer Internetseite, das bunte Projektportfolio und die unkomplizierte Weise
der Projektvermittlung fanden auch in
diesem Jahr Anerkennung.

nehmen ideal. Ich hoffe, ich kann meinen Vor­
stand von der Projektidee überzeugen, sodass
Sie 2016 eine Projektförderung erhalten.“
Feedback von einem Nachhaltigkeitsmanager
eines größeren Unternehmens
Informationen
Laufzeit: 1. Juni 2013 bis 31. Mai 2015
Finanzierung: Deutsche Bundesstiftung Umwelt
Kooperation: A. R. Engel
Beteiligte Mitglieder: für alle offen
Das Vorhaben im Internet
www.marktplatz-natur.de

Der Müritz Nationalpark erhält wert­
volle Naturschutzflächen
Zu Beginn des Jahres suchte die Heinz
Sielmann Stiftung nach unterstützungswürdigen Naturschutzprojekten
in Deutschland. Wir konnten dank der
Projektbeschreibungen auf „Marktplatz
Natur“ einige attraktive Projekte anbieten. Die Heinz Sielmann Stiftung entschied sich für das Projekt „Natur Natur sein lassen“. Durch den Kauf von ca.
11 ha Flächen aus privater Hand, die
ins Eigentum des Landes Mecklenburg
Vorpommern übergehen, wird ein Beitrag zum Erhalt wertvoller Ökosysteme
geleistet. Auf diesen Flächen wird eine
natürliche Entwicklung gefördert. Dies
ist besonders in unserer heutigen, durch
vielseitige Nutzung geprägten Landschaft
ein wichtiger Aspekt zum Schutz unserer
heimischen Tier- und Pflanzenwelt.

Weiterführung auch nach Ende der
Projektförderung durch die Deutsche
Bundesumweltstiftung
Im Mai 2015 endete die Projektförderung der Deutschen Bundesumweltstiftung (DBU). Innerhalb von zwei Jahren
konnten wir intensiv und gezielt die Online-Plattform gestalten und etablieren.
Nun muss sie sich selbst tragen, durch die
Vermittlung der Projekte. Im Rückblick
konnten wir einige Erfolge feiern, die uns
zum Weitermachen motivieren:
	 EUROPARC Deutschland wurde mit
dem Vorhaben „Marktplatz Natur“ für
die Aktionsplattform „Unternehmen biologische Vielfalt 2020“ im Bereich Sponsoringbörse ausgezeichnet. In drei Fällen
konnten konkrete Projekte mit neuen
Partnern umgesetzt werden, wie zum Beispiel der Filmworkshop für ältere Junior
Ranger im Freizeitpark Europa-Park. Insgesamt konnten 16 Projekte im Bereich
Junior Ranger erfolgreich vermittelt werden an den langjährigen Partner Town &
Country Haus. Wir überzeugten ihn mit
der hohen Qualität der Projekte sowie
der Transparenz, Funktionalität und Gestaltung der Internetplattform „Marktplatz Natur“. Die Corporate Volunteering
Angebote wurden von Mitarbeitern von
SAP, Coca-Cola und ING-DiBa wahrgenommen. Sie entsprachen dem Bedürfnis
der Unternehmen, ihre Mitarbeiter für
Nachhaltigkeit zu begeistern, indem sie in

Jahrestagung des UPJ-Netzwerks 2015. Gespräche über
die Aktivitäten in den Nationalen Naturlandschaften
Foto: UPJ
UPJ-Jahrestagung des UPJ-Netzwerks 2015
Foto: UPJ

den Nationalen Naturlandschaften selbst
aktiv werden konnten.
Herausforderungen annehmen und die
Zusammenarbeit mit den Mitgliedern
stärken
Trotz des positiven Feedbacks, ist das
Gewinnen neuer Sponsoren für die Nationalen Naturlandschaften eine Herausforderung. Im Verlauf des Vorhabens
wurde deutlich, dass der Erfolg nicht ausschließlich von der Qualität der Projekte
und ihrer Darstellung abhängt, sondern
auch von der Bekanntheit der Marke
„Nationale Naturlandschaften“ und der
Gebiete selbst. Ein besonderes Anliegen
ist es daher, immer die Markenbotschaft
der Nationalen Naturlandschaften und
ihren Beitrag für die Gesellschaft her-

vorzuheben. Dies wird uns in Zukunft
immer besser gelingen mit einer attraktiven Weiterentwicklung der Homepage,
Präsentationen auf Messen und in Unternehmensnetzwerken. Jede Vermittlung
über „Marktplatz Natur“ ist für alle ein
Gewinn: Die Natur profitiert, die jeweilige Nationale Naturlandschaft erhält Unterstützung in der Projektfinanzierung,
alle Nationalen Naturlandschaften erhalten mehr öffentliche Aufmerksamkeit
und das Unternehmen hat einen regional spürbaren Beitrag zur Nachhaltigkeit
geleistet.
Wie geht es 2016 weiter?
Wir werden weiterhin für Marktplatz
Natur werben und zählen auch im Jahr
2016 auf unsere Mitglieder – gemein-

sam stehen wir für Größe und Kompetenz
und für mehr gesellschaftliche Verantwortung im Naturschutz. Des Weiteren werden wir einen Projektantrag bei der Deutschen Bundesumweltstiftung stellen, der
auf den Erfahrungen von Marktplatz Natur aufbaut.

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Renaturierung „Alte Elbe Klieken“

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JAHRESBERICHT 2015

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Der Saugspülbagger wird vom Minister Dr. Herrmann
Onko Aeikens besichtigt. Foto: D. Ritzau

Mit der Umsetzung der Entschlammung der „Alten Elbe“ in Klieken wird ein wertvoller, unwieder­
bringlicher Lebensraum erhalten und nachhaltig gesichert. Der Minister für Landwirtschaft und
Umwelt des Landes Sachsen-Anhalt, Herr Dr. Aeikens überzeugte sich persönlich vom Fortschritt
der Entschlammungsmaßnahme und fand viele positive Worte für die gelungene Public-PrivatePartnership Initiative.

VERANTWORTLICH IN DER GESCHÄFTSSTELLE
Bernd Eichhorn
Dr. Katja Arzt
Dr. Elke Baranek
WAS UNS 2015 BEWEGT HAT
„Sie gehen mit uns ohne erhobenen Zeigefinger
durch diese eindrucksvolle Landschaft. Erhalten
Sie dieses wunderschöne Stückchen Erde.“
Besucher der Alten Elbe Klieken
Informationen
Laufzeit: Juli 2013 bis Februar 2016 nur
Entschlammung
Kooperation: Coca-Cola Foundation;
Lotto-Toto Stiftung GmbH Sachsen-Anhalt;
Stiftung Deutscher Nachhaltigkeitspreis
Beteiligte Mitglieder: Biosphärenreservat
Mittelelbe
Das Vorhaben im Internet
www.europarc-deutschland.de/blog/
vorhaben/planung-eines-renaturierungspro­
jekts-an-der-alten-elbe-klieken4/

	 Mit Unterstützung der Coca-Cola
Foundation sowie der Lotto-Toto GmbH
Sachsen-Anhalt und mit einem Auftrag
der Landesregierung Sachsen-Anhalt sowie in Kooperation mit dem Biosphärenreservat Mittelelbe wird die Entschlammung der „Alten Elbe“ bei Klieken von
uns praktisch umgesetzt.
	 Altwasser sind wertvolle Lebensräume für eine Vielzahl seltener Tier- und
Pflanzenarten, aber in ihrer Existenz
zeitlich begrenzt. Eine Neubildung durch
Verlagerung der Mäanderbögen ist heute
jedoch nicht mehr möglich, sodass dieser
Lebensraum ohne unsere Hilfe endgültig
verloren gehen wird. Um diesen zu erhalten und zu sichern, ist eine Entfernung
des abgelagerten Schlamms unbedingt
erforderlich.
Start der Entschlammung am
3. August 2015
Mit Vorlage sämtlicher für die Umsetzung notwendiger behördlicher Genehmigungen und der Einhaltung der Brutund Setzzeiten konnte im August mit
der Entschlammung begonnen werden.
Die Druckleitungen für den Schlammtransport in das vorhandene Spülfeld
wurden montiert und zwei Saugbagger,
die „Wout“ und die „Joop“, konnten mit
ihrer Arbeit beginnen. Bedingt durch den
heißen Sommer war in der Umsetzung
mit extrem niedrigen Wasserständen um-

zugehen, praktisch bedeutete dies, das
zusätzlich Fischrückzugsräume angelegt
wurden. Die Renaturierung des Altwassers dauerte bis ins neue Jahr hinein.
	 Die zahlreichen Kontakte zu verschiedenen Stakeholdern konnten auch
2015 erweitert werden. Wir konnten
feststellen, dass großes Interesse am
Vorhaben und dem „Baufortschritt“ bestand. Es wurden regelmäßig Exkursionen und Führungen in die Kliekener
Aue angeboten, oft gemeinsam mit den
Rangern des Biosphärenreservats Mittelelbe. Die Besonderheiten des Altwasser-Biotopkomplexes im Zusammenspiel mit dem Projektvorhaben konnten
so sehr anschaulich vermittelt werden.
Starkes Interesse an der „Alten Elbe“
Ein Höhepunkt war der Besuch des Ministers für Landwirtschaft und Umwelt
des Landes Sachsen-Anhalt, Herrn Dr.
Hermann Onko Aeikens am 24. September 2015. Gemeinsam mit Coca-Cola und dem Biosphärenreservat Mittelelbe stellten wir dem Minister das Projekt
vor und per Boot konnte er direkt die
Entschlammung begutachten.
	 Auch die lokale Bevölkerung war
stark am Vorhaben interessiert und so
organisierten wir gemeinsam mit der
dortigen Grundschule einen Familienwandertag und einen Schulprojekttag. Schwerpunkt dieser Veranstaltun-

gen waren neben den Projektinhalten die
Themen Leben in der Aue, Leben in und
am Wasser.
	 Ebenfalls zeigte der Bundestag Interesse an unserer Arbeit. Die Arbeitsgruppe „Frei fließende Flüsse“ besuchte im
Rahmen einer Beratung zum Gesamtkonzept Elbe, zum Hochwasserschutz
und der Umsetzung der Wasserrahmenrichtlinie im April die „Alte Elbe“.
Studenten im Wettbewerb
Ein weiterer Höhepunkt war der dreitägige Studentenwettbewerb im September 2015, der, wie bereits im Vorjahr, in Kooperation mit Coca-Cola, dem
Biosphärenreservat Mittelelbe und der
Stiftung Deutscher Nachhaltigkeitspreis
e. V. durchgeführt wurde. 18 Studierende

aus ganz Deutschland konnten sich ein
Bild machen, wie EUROPARC Deutschland und Coca-Cola Hand in Hand für
den Naturschutz zusammenarbeiten.
Zum Auftakt packten sie selbst mit an
und gaben dem Leitsystem vor Ort einen neuen Anstrich. In einer Exkursion
erfuhren sie hautnah, was Naturschutz
in der täglichen Arbeit bedeutet. Inspiriert von den „Vororterlebnissen“ ging es
an die Ideenentwicklung für Lösungsansätze zur Stärkung der Akzeptanz von
Naturschutzmaßnahmen. Die jungen
Leute waren begeistert davon, an dem
konkreten Projekt „Alte Elbe Klieken“ einen realen Fall zu lösen – eine echte Herausforderung im sonst eher „trockenen“
Studienalltag.
	 Zu den Arbeitserlebnissen 2015 gehört u.a. auch ein Arbeitseinsatz von 80

Naturschutz macht sexy.
Foto: Katja Arzt

Azubis von Coca-Cola des Verkaufsgebietes Ost im Juni 2015. Zwei Tage verbrachten die Jugendlichen im Biosphärenreservat. Sie erhielten Einblick in das
Tätigkeitsspektrum von EUROPARC
Deutschland und legten am zweiten Tag
mit Hand an. In Gruppen aufgeteilt halfen
sie bei konkreten Tätigkeiten des Ranger­
alltags, so z.B. Säuberung/Streichen innerhalb vorhandener Leitsysteme, von Informationstafeln und Sitzgelegenheiten, Ausbesserung von Schutzeinrichtungen.
All diese Facetten der Öffentlichkeitsarbeit
sind vor Ort nur mit Unterstützung der
Biosphärenreservatsverwaltung und der
dortigen Naturschutzvereine und -verbände zu leisten, die uns immer helfend zur
Seite stehen, dafür herzlichen Dank!
Wie geht es 2016 weiter?
Bei entsprechenden Witterungsbedingungen wird die Entschlammung noch bis
Ende Februar umgesetzt und dann abgeschlossen sein. Eine Abschlussveranstaltung ist in Planung.

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JAHRESBERICHT 2015

Inwertsetzung von Naturschutzmaßnahmen
Die Nationalen Naturlandschaften tragen dazu bei, das Naturkapital in Deutschland zu sichern.
Zum Beispiel bewahren sie die Artenvielfalt und bieten Erholung. Im Vorhaben „Inwertsetzung“
sollen an konkreten Naturschutzmaßnahmen die ökologischen Effekte nachgewiesen werden.
Diese ökologischen Leistungen werden über Zertifikate verkauft und dienen so der Finanzierung
der Maßnahmen. Gefördert wird das Vorhaben im Bundesprogramm für Biologische Vielfalt.
Wendehals – Foto: Bernhard Etspüler
VERANTWORTLICH IN DER GESCHÄFTSSTELLE
Dr. Katja Arzt
Dr. Elke Baranek
Jan Wildefeld
Nina Slattery
WAS UNS 2015 BEWEGT HAT
„Die einmalige Landschaft der Streuobstwie­
sen ist zunehmend durch Nutzungsaufgabe be­

Im April 2015 startete das Vorhaben mit
einer Laufzeit von vier Jahren. Im September fand die gemeinsame Auftaktveranstaltung mit unseren Partnern statt.
Mit der EUROPARC Federation organisierten wir zudem einen internationalen
Workshop, der facettenreich die internationale Bedeutung von der Bewertung
von Ökosystemleistungen widerspiegelte.

droht. Die Bewirtschaftung ist mühsam und die
sinkenden Erzeugerpreise lohnen oft die viele
Mühe nicht. Mit Unterstützung des Projekts wol­
len wir Maßnahmen zum Erhalt des Streuobst­
baus durchführen.“ Projektteilnehmerin
Informationen
Laufzeit: April 2015 bis Mai 2018
Finanzierung: Gefördert durch das Bundesamt
für Naturschutz mit Mitteln des Bundesminis­
teriums für Umwelt, Naturschutz, Bau und Reak­
torsicherheit, Ministerium für Ländlichen Raum
und Verbraucherschutz Baden-Württemberg
und das Biosphärenreservat Rhön und eigene
Mittel.
Mitantragsteller: DUENE e. V.
Beteiligte Mitglieder: Biosphärenreservat Rhön,
BG Schwäbische Alb, BR Vessertal-Thüringer
Wald, Naturpark Terra.Vita
Das Vorhaben im Internet
www.europarc-deutschland.de/zertifikate

Auftaktveranstaltung in der Rhön:
Es gibt viel zu tun, wir fangen an!
Während der Auftaktveranstaltung diskutierten wir die Ziele des Vorhabens
mit dem Institut DUENE e. V. an der
Universität Greifswald (Mitantragsteller) und unseren Partnern aus den vier
Pilotregionen: den Biosphärenreservaten Rhön, Schwäbische Alb und Vessertal - Thüringer Wald sowie dem Naturpark Terra.Vita. Wir werden Verfahren
entwickeln, um die ökologischen Leistungen von Naturschutzprojekten in den
Nationalen Naturlandschaften sichtbar
zu machen. Es sollen die positiven Effekte für die biologische Vielfalt und weitere
Ökosystemleistungen (z. B. die Bindung
von Kohlendioxyd) erfasst und quantifiziert werden. Diese „Inwertsetzung“ ermöglicht die Ausgabe von Zertifikaten,
mit denen die positiven Effekte belegt
werden. Damit die Zertifikate aus verschiedenen Ökosystemen (Streuobstwiese, Wald etc.) miteinander vergleichbar

sind, entwickeln wir einen Standard, der
die Vorgehensweise festschreibt. Zudem wird eine Vermarktungsplattform
etabliert und beworben. Interessierte
Unternehmen und Privatpersonen können dort ab 2017 Naturschutzzertifikate erwerben, die für die hochwertigen,
zertifizierten Projekte in den Nationalen
Naturlandschaften ausgestellt werden.
Im Fokus des ersten Projekthalbjahres stand neben der Projektorganisation vor allem die Suche nach geeigneten
Pilotflächen und das Kennenlernen der
Projektpartner.
Internationaler Workshop: In ganz
Europa gibt es Projekte mit ähnlichem
Fokus
Kann Naturschutz in Europas Schutzgebieten durch den Verkauf von Klimazertifikaten auf dem freiwilligen Markt
finanziert werden? Diese Frage stellten
wir auf dem mit der EUROPARC Federation und Eurosite gemeinsam organisierten internationalen Workshop.
Aus Großbritannien, Holland, Deutschland, Lettland und Weißrussland kamen
Teilnehmer zusammen, um sich über die
Chancen und Risiken einer Vermarktung von Ökosystemleistungen auszutauschen. Konkrete Beispiele dazu kamen vom „UK Woodland & Peatland
Carbon Code“ und den „MoorFutures“.
Es entstanden lebhafte Diskussionen

durch die unterschiedlichen Sichtweisen von Unternehmen und Händlern, die
Erfahrungen mit CO2-Zertifikaten auf
dem freiwilligen Markt haben. Als Fazit der Veranstaltung nahmen wir mit,
dass die komplexen Regelungen des existierenden Klimamarktes und die große
Konkurrenz an Klimazertifikaten weltweit eine effektive Vermarktung von reinen „Kohlenstoffzertifikaten“ aus Naturschutzprojekten erschweren. Gefragt sind
innovative Lösungen, die das Interesse
einer wachsenden Zahl nachhaltigkeitsorientierter Unternehmen wecken. Ein
wichtiger Aspekt war, dass das neu zu
vermarktende „Produkt“ am Ende einfach
für die Käufer erfassbar sein muss, weil
sie es sonst nicht kaufen.
Wie geht es 2016 weiter?
Wir werden zunächst Zertifikate generieren aus Projekten in Streuobstwiesen
und in Wäldern, die in unseren Pilotregionen liegen. Zeitgleich werden wir eine
Marketingstrategie festlegen und auf Veranstaltungen und bei Unternehmen für
den Kauf werben.

Foto: Schwäbisches Streuobstparadies

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Berichte aus den Arbeitsgruppen
• Nationalparks
• Biosphärenreservate
• Naturparks
• NGOs und Sonstige
• Kommunikation
• Partner der Nationalen Naturlandschaften
• Forschung und Monitoring
• Infozentren
• Schutzgebietsbetreuung

Nationalpark Jasmund
Foto: Stephanie Schubert

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Arbeitsgruppe Nationalparks
„Internationale Kooperationen und die gegenseitige Unterstützung in der weltweiten Nationalparkfamilie sind heute wichtiger denn je. In der sich rapide verändernden Welt und den sich daraus
ergebenden vielfältigen Ängsten brauchen wir Raum für Verständnis und Offenheit.“
Dirk Treichel, Leiter des Nationalparks Unteres Odertal

AG-Sprecher
Dirk Treichel
Leiter Nationalpark Unteres Odertal
E-Mail: dirk.treichel@lugv.brandenburg.de
Telefon: 0 33 32. 26 77-0

Die Arbeitsgruppe der Nationalparkleiter hat sich 2015 zweimal getroffen: Bei
der AG Sitzung im Vorfeld der Mitgliederversammlung im Nationalpark Niedersächsisches Wattenmeer und im November im noch jungen Nationalpark
Schwarzwald.
	 Bei beiden Sitzungen ging es schwerpunktmäßig um das F+E-Vorhaben
„Zwischenerhebung und Bewertung des
Standes der Umsetzung der ersten Evaluierung der deutschen Nationalparks und
der Fortschritte bei der Erfüllung der
Qualitätsstandards einschließlich Untersuchung der Frage des Artenmanagements und der Behandlung von Neobiota in den Kernzonen der Nationalparks“.
Die Verknüpfung der beiden Themen
wurde seitens der Nationalparkleiter kritisch gesehen und kontrovers diskutiert.
Die Zwischenerhebung im Hinblick
auf die Berücksichtigung der im Zuge
der Nationalpark-Evaluierungen gemäß
den Qualitätskriterien und -standards
für deutsche Nationalparke gegebenen
Handlungsempfehlungen wird seitens
der AG begrüßt und als fachlich sinnvoll und notwendig angesehen. Dagegen
wird der Stellenwert, dem das Artenmanagement und der Neobiotabehandlung
in den Kernzonen der Nationalparks mit
einem eigenen Teilprojekt eingeräumt
wird, kritisch hinterfragt. Beides spielt
nach übereinstimmender Einschätzung

der NLP-Leiter in den Kernzonen keine
Rolle. Auch eine weitere Problematik ist
am Beispiel dieses F+E-Vorhabens deutlich geworden: Auf Grund sich stetig reduzierender Personalressourcen haben
inzwischen viele Verwaltungen Probleme, die an sie im Zusammenhang mit
solchen Projekten gestellten quantitativen und qualitativen Anforderungen zu
erfüllen. Die Vertreter der AG Nationalparke haben bei der 1. Beratung der PAG
am 10.11. in Berlin darauf hingewirkt,
den Umfang des Arbeitspaketes „Artenmanagement/Neobiota“ zu reduzieren.
	 Die Nationalparkleiter haben sich
weiterhin Gedanken gemacht, wie dem
Wunsch des Bundes nach einer stärkeren
Einbeziehung in die Arbeit der AG entsprochen werden kann. Dieser ist auch
vor dem Hintergrund an ED herangetragen worden, dass sich das BMU zukünftig stärker für die deutschen Nationalparke engagieren möchte. Die Nationalparkleiter sehen die wichtigste Aufgabe
der AG in einem konstanten Erfahrungsund Wissensaustausch über alle Ländergrenzen hinweg. Auf diese Weise wird
neben der eingeführten turnusmäßigen
Evaluierung gemäß der Qualitätskriterien und -standards für deutsche Nationalparke ein deutschlandweiter fachlicher „Roter Faden“ bei der Entwicklung
von Nationalparken ermöglicht. Hierfür
wird die „interne Kommunikationsplatt-

form“ der AG auch weiterhin dringend
benötigt. Um gleichzeitig die Kommunikation mit dem BMU zu intensivieren, wird mit Beginn diesen Jahres jeweils
in der der ED Mitgliederversammlung
vorgelagerten AG Sitzung ein spezieller
TOP „Austausch BMU/ Nationalparke“ eingerichtet. Im ersten Quartal 2016
wird es ein Treffen mit der neuen Leiterin des Referates „Gebietsschutz, NATURA 2000“, Frau Inka Gnittke, geben.
	 Im Rahmen der Herbstsitzung sind
die Ergebnisse des BfN-Förderprojekts
zur Implementierung eines dauerhaften
integrativen Monitorings der regionalwirtschaftlichen Effekte in den deutschen
Nationalparks durch JOB/WOLTERING & METZLER vorgestellt worden. Mit diesem Projekt sollen die Nationalparkverwaltungen in die Lage versetzt
werden, auch im Zeitraum zwischen der
Vergabe größerer regionalwirtschaftlicher
Studien selbstständig kontinuierlich Erfassungen durchzuführen und diese dann
auch auszuwerten.
	 Dieser Ansatz wird von den Nationalparkleitern positiv gesehen, da jeder Park
im Rahmen seiner Möglichkeiten die
erarbeitete Monitoring-Matrix nutzen
kann und teils mit geringem Aufwand
aktuelle Daten und Informationen zur
nationalparkbasierten Wertschöpfung erhoben werden können.

Nationalpark Niedersächsisches Wattenmeer
Foto: Cornelia Fleischhaker

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Arbeitsgruppe Biosphärenreservate
„EUROPARC Deutschland vernetzt Nationalparke, Biosphärenreservate und Naturparke in
Deutschland zu den „Nationalen Naturlandschaften“. Diese werden dadurch für Politik, Wirtschaft
und Gesellschaft besser wahrnehmbar und es gibt für alle einen Ansprechpartner in der Bundes­hauptstadt.“
Eugen Nowak, Leiter des Biosphärenreservats Spreewald

AG-Sprecher
Eugen Nowak
Leiter Biosphärenreservat Spreewald
E-Mail: eugen.nowak@lugv.brandenburg.de
Telefon: 0 35 42. 89 21-12
Mobil: 01 72. 3 13 72 19

Im Mittelpunkt der Tagungen in Havelberg im Biosphärenreservat Mittelelbe
und in Piding in der Biosphärenregion
Berchtesgadener Land stand der Erfahrungsaustausch zu Themen, die alle Bio­
sphärenreservate gleichermaßen berühren und sich aus den nationalen und internationalen Qualitätskriterien ergeben.
Der Anspruch, Modellregion nachhaltiger Entwicklung zu sein, erfordert stets
neue Antworten auf wechselnde Herausforderungen. Diese erwachsen aus den
sich wandelnden Anforderungen von Politik und Gesellschaft, den Auswirkungen
des Klimawandels oder der natürlichen
Entwicklungsdynamik.
	 Zwei Forschungs- und Entwicklungsvorhaben des BfN wurden dazu in der
AGBR intensiv begleitet: „Untersuchung
zur Umsetzung des Kernzonenkonzepts
in deutschen Biosphärenreservaten und
deren Inwertsetzung“ sowie „Nachhaltige
Landnutzungsstrategien für die Entwicklungszonen der deutschen Biosphärenreservate“. Darüber hinaus wurde das Netz
der von der UNESCO anerkannten
deutschen Biosphärenreservate auch bezüglich der Repräsentanz der typischen
Landschaftsräume Deutschlands untersucht, um dem MaB-Nationalkomitee
weitere Grundlagen für die Evaluierung
und Anerkennung von Biosphärenreservaten zur Verfügung zu stellen. Auch die
Aktualität und der Erfüllungsstand der

Kriterien wurden thematisiert.
	 Die Zusammenarbeit im Weltnetz
der UNESCO-Biosphärenreservate
nahm durch Berichte von der 27. Tagung
des Internationalen Koordinierungsrates
in Paris und die Vorbereitung der
4. Weltkonferenz der Biosphärenreservate in Lima breiten Raum in der
Diskussion ein. Besprochen wurde der
Entwurf der neuen Strategie des MABProgramms 2015 - 2025, insbesondere
das Verhältnis zu anderen UNESCO­Programmen, zum Madrid Action Plan
sowie zur UNESCO Medium Term
Strategy.
	 Die Intensivierung der Beiträge deutscher UNESCO-Biosphärenreservate
zur Zusammenarbeit im Weltnetz stand
auch bei einem Fachgespräch im BMUB
im Fokus, das auf der AGBR intensiv
ausgewertet wurde.
	 Mit der Deutschen UNESCO-Kommission wurde die Anerkennung von
Geoparks durch die UNESCO diskutiert. Außerdem wurde das neu erschienene Handbuch für Manager afrikanischer Biosphärenreservate vorgestellt.
	 Auch die Anhörung einiger Vertreter der Nationalen Naturlandschaften
im Ausschuss für Tourismus des Deutschen Bundestages am 15. Oktober 2014
wurde besprochen. Die AG-Mitglieder
sind sich einig, dass die Stärkung eines
nachhaltigen naturnahen Tourismus in

den Nationalen Naturlandschaften eine
Chance sein kann, zusätzliche Mittel
für den Erhalt wertvoller Natur- und
Kulturlandschaften zu generieren. Dafür müssen in der Politik entsprechende
Weichenstellungen erfolgen.

AG Biosphärenreservate – Foto: Peter Loreth

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Arbeitsgruppe Naturparks
„Stete Entwicklungen erfordern stete Veränderungen! Darauf beharren wir!“
Jörg Nonnen, Leiter des Naturparks Kyffhäuser

Naturpark Uckermärkische Seen
Foto: Stephanie Schubert
AG-Sprecher
Fred Braumann
Leiter Naturparkverwaltung Drömling
E-Mail: Fred.Braumann@Naturpark-Droemling.
mlu.sachsen-anhalt.de
Telefon: 039002-8 50 10 und 0170. 5 22 53 36

Auch im Jahr 2015 wurde in der Arbeitsgruppe Naturparks bei EUROPARC
Deutschland vor allem das Verhältnis
zum VDN und die diesbezügliche Zusammenarbeit innerhalb der Nationalen
Naturlandschaften diskutiert. Zwar gibt
es in einzelnen Förderprojekten für beide
Verbände und die mitwirkenden Naturparks gute Beispiele einer erfolgreichen
Kooperation, jedoch konnte die von der
AG einhellig befürwortete Annäherung
beider Verbände mit dem Ziel einer einheitlichen Verbandsstruktur (Fusion im
Rahmen der Nationalen Naturlandschaften) auf der Bundesebene nicht vorangebracht werden. Um diesen von der AG
gewünschten Prozess zu befördern, wurde ein Kooperationspapier erarbeitet, das
die Meinungsbildung hierzu verbandsintern unterstützen soll. Darüber hinaus
beteiligt sich unser Vorstandsmitglied
Hartmut Escher aktiv an den Gesprächen mit dem VDN. Hier soll aus Sicht
der AG Naturparks in 2016 eine grundsätzliche Positionierung zur Frage einer
Verbandsfusion erreicht werden.

	 Für das unter Federführung des VDN
fortentwickelte Gemeinschaftsprojekt
„Qualitätsoffensive Naturparke“ beginnt
2016 die dritte Runde mit einem aktualisierten und überarbeiteten Kriterienkatalog. Als Vertreter von EUROPARC
Deutschland arbeitet Johannes Hager aktiv in der Steuerungsgruppe mit.

Laubheuschrecke
Foto: Paul Herfort

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Arbeitsgruppe NGOs und Sonstige
„Eine Besonderheit und Stärke von EUROPARC ist das direkte Zusammenwirken von staatlich organi­
sierten Schutzgebieten und Nichtregierungsorganisationen. In vielfältiger Weise tragen regionale Förder­
vereine, landes- und bundesweite Natur- und Umweltschutzverbände sowie verschiedene Stiftungen zur
Entwicklung und Förderung der Nationalen Naturlandschaften bei. Die AG-Mitglieder begleiten
EUROPARC konstruktiv und kritisch, greifen gesellschaftspolitische Themen auf und beteiligen sich
„als treibende Kraft“ an der inhaltlichen Ausrichtung des Verbandes.“

AG NGOs und Sonstige
Foto: EUROPARC

Dr. Kerstin Oerter, Leiterin des Nationalpark-Zentrums Eifel
AG-Sprecherin
Dr. Kerstin Oerter
Mitglied des Fördervereins Nationalpark
Boddenlandschaft e. V.
E-Mail: kerstin.oerter@t-online.de
Telefon: 01 71. 7 41 51 46

Die Nichtregierungsorganisationen bei
EUROPARC Deutschland
In der Arbeitsgruppe der Nichtregierungsorganisationen engagieren sich Vertreter und Vertreterinnen der Natur- und
Umweltschutzverbände, der Förderverein der Nationalparke beispielsweise
aus der Eifel und der Boddenlandschaft,
des Bundesverbands Naturwacht und
des Geo-Parks Harz sowie verschiedener Stiftungen. Mit vielfältigen Projekten und Veranstaltungen vor Ort in den
Schutzgebieten und gezielter Lobbyarbeit in Bund und Ländern setzen sich
diese Institutionen für die Realisierung
der Ziele von EUROPARC ein. Neue
Entwicklungen wie die Diskussion von
Qualitätsstandards für Wildnisgebiete
werden konstruktiv begleitet.
	 Zur Mitgliederversammlung 2015 im
Nationalpark Niedersächsisches Wattenmeer hat die Arbeitsgruppe die Problematik des „Fitness Check“ der Europäischen Union zur Vogelschutz- und Fauna-Flora-Habitat-Richtlinie thematisiert.
Bei der Überprüfung der Richtlinien sollen die bisherigen fachlichen und rechtlichen Standards beibehalten werden.
Auch die Länder haben sich im Bundesrat und in der Umweltministerkonferenz
in diesem Sinne positioniert. Denn trotz
bestehender Umsetzungsdefizite leisten
die Richtlinien einen wesentlichen Beitrag zum Erhalt der biologischen Vielfalt

– insbesondere in den Schutzgebieten.
Die Arbeitsgruppe begrüßt, dass EUROPARC Deutschland die Stellungnahme von BUND, NABU und WWF
unterstützt. Die Mitglieder wurden aufgefordert, sich an der öffentlichen Internet-Konsultation der europäischen
Kommission zu beteiligen.
	 Darüber hinaus haben die Nichtregierungsorganisationen einen internen
Dialog zum Selbstverständnis und zur
Weiterentwicklung der Arbeitsgruppe
begonnen. Dabei werden u.a. ein verbesserter Informationsaustausch und eine
stärkere Beteiligung der AG-Mitglieder
angestrebt.

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Arbeitsgruppe Kommunikation
„Alles, im Kleinen und Großen, beruht auf Weitersagen.“
Christian Morgenstern

AG-Sprecher
Michael Lammertz
Nationalpark Eifel
E-Mail: lammertz@nationalpark-eifel.de
Telefon: 0 24 44. 95 10-42

Stellv. AG-SPRECHER
Hanspeter Mayr
Nationalpark Sächsische Schweiz
E-Mail: hanspeter.mayr@smul.sachsen.de
Telefon: 03 50 22. 90 06-15

Die Arbeitsgruppe Kommunikation
setzt sich aus den Leiterinnen und Leitern der Kommunikationsbereiche bzw.
den Pressesprechern der jeweiligen Nationalen Naturlandschaften zusammen.
Während des Jahres erfolgen notwendige Abstimmungen und Meinungsbildungen per E-Mail. Darüber hinaus findet
einmal jährlich ein AG-Treffen in einem
Großschutzgebiet statt. Dabei dient das
AG-Treffen, an dem durchschnittlich 20
Schutzgebiete vertreten sind, dem Austausch von Erfahrungen und Informationen sowie zur inhaltlichen Weiterentwicklung und Abstimmung von aktuellen Themen der Kommunikation und
Öffentlichkeitsarbeit.
Rückblick
Im Juni 2015 fand das Jahrestreffen im
neuen Nationalpark Schwarzwald statt.
Die AG bedankt sich bei den Kolleginnen und Kollegen aus dem neuen
Schutzgebiet für die Ausrichtung der Tagung. Neben der Sitzung hatten die Teilnehmer auch die Gelegenheit, bei einer
Exkursion einen Eindruck vom Nationalpark Schwarzwald zu gewinnen. Bei der
Sitzung standen neben Kurzberichten
aus den jeweiligen Schutzgebieten u.a.
die folgenden Themen auf der Agenda:
•	 Markennutzung durch Dritte
•	 Homepage (Verknüpfung zu

	 anderen Seiten, Sicherung von 		
	Domains)
•	 Nutzung von Sozialen Netzwerken
•	 Erfahrungen mit Apps
•	 Herstellung, Einsatz und Weitergabe
	 von Kurzfilmen
•	 Umgang mit Drohnen
•	 Fotos (Fotodatenbanken, Umgang 	
	 mit Bildanfragen von Externen)
•	 Kommunikation rückwandernder 	
	 großer Beutegreifer wie dem Wolf
•	 Umgang mit Feuerwerken
•	 Entwicklung und Umsetzung von 	
	 Sprachregelungen für die NNL
•	 Entwicklung von schutzgebietstypi-	
	 schen Kernbotschaften
•	 Dienstbekleidung und Außen­-	
	 wirkung der Mitarbeitenden
•	 Themenjahr der Deutschen
	 Zentrale für Tourismus 2016
	 „Faszination Natururlaub“
Erstmals war der eigentlichen Sitzung
zu diesen Kommunikationsaspekten optional ein Sitzungsblock zur Bildung für
nachhaltige Entwicklung (BNE) vorgeschaltet. So hatten die AG-Mitglieder,
die sich in ihren Schutzgebieten auch
mit BNE beschäftigen, die Gelegenheit
zum diesbezüglichen Austausch.
	 Bedauerlicherweise musste die bisherige Sprecherin der AG Kommunikation, Katrin Rochner aus dem Biosphärengebiet Schwäbische Alb, im Juni ihr

Amt niederlegen. Für ihre professionelle
und engagierte Leitung der Arbeitsgruppe sei an dieser Stelle nochmals ein herzlicher Dank ausgesprochen. Als Nachfolger wurde von der AG Kommunikation
Michael Lammertz, Nationalpark Eifel
gewählt. Hanspeter Mayr, Nationalpark
Sächsische Schweiz, steht weiterhin als
stellvertretender Sprecher zur Verfügung.
Ausblick
Das nächste Treffen der AG Kommunikation findet vom 8.-10. Juni 2016 im
Nationalpark Eifel statt. Schwerpunktthemen sollen Web 2.0 sowie interne Abläufe, Strukturen und Ausstattungen der
Mitarbeiter sein. Im darauffolgenden Jahr
will der Nationalpark Hainich das Treffen ausrichten, bei dem das Thema interne
Kommunikation einen besonderen Stellenwert erhalten soll.

AG Kommunikation – Foto: Kobarg

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Arbeitsgruppe Partner der Nationalen
Naturlandschaften
„Gemeinsam ein Ziel erreichen, darauf beruht die Stärke der 22 Initiativen „Partner der Nationalen
Naturlandschaften“. Die vertrauensvolle Zusammenarbeit mit den Menschen vor Ort steht hier im
Vordergrund, um die Entwicklung in den einzelnen Großschutzgebieten natur- und umweltverträglich
voranzutreiben. Ohne das Dach von EUROPARC Deutschland wäre dies so nicht möglich.“
Heike Lange, Biosphärenreservat Südost-Rügen

AG-Sprecherin
Heike Lange
Biosphärenreservat Südost-Rügen
E-Mail: h.lange@suedostruegen.mvnet.de
Telefon: 03 83 01. 88 29-36

Stellv. AG-SPRECHER
Matthias Kundy
Nationalpark Schleswig-Holsteinisches
Wattenmeer
E-Mail: matthias.kundy@lkn.landsh.de
Telefon: 0 48 61. 6 16-31

Wie schon in den vergangenen Jahren
stößt das Projekt „Partner der Nationalen
Naturlandschaften“ auf großes Interesse. Weitere Nationale Naturlandschaften
arbeiten an der Begründung eigener Partner-Initiativen. Derzeit haben wir 22 Initiativen, die in allen Schutzgebietskategorien mit insgesamt mehr als 930 Partnerbetrieben arbeiten.
	 Ziele der Partnerschaften auf regionaler Ebene sind u. a. der Schutz des
Natur- und Kulturerbes, die Unterstützung einer nachhaltigen Land- und Ressourcennutzung, der Aufbau von Netzwerken und die Förderung regionaler
Wirtschaftskreisläufe.
	 Die Einhaltung der gemeinsamen
Mindeststandards und Mindestkriterien
sowie eine gründliche Qualitätsüberprüfung und -sicherung in allen Schutzkategorien wird nach wie vor als wichtig und
unerlässlich hervorgehoben.
	 Auf Bundesebene unterstützt
EURO­PARC Deutschland die Weiterentwicklung und die Bemühungen der
Partner-Initiativen, qualitativ hochwertige sowie natur- und umweltverträglich
gestaltete touristische Angebote zu stärken und bekannter zu machen.
	 Die interessantesten Entwicklungen
und Ereignisse 2015 wurden in den von
der Geschäftsstelle herausgegebenen
bundesweiten Newslettern für Partnerbetriebe veröffentlicht.

	 Im Juni fand das 21. Treffen der Arbeitsgruppe statt, an dem 28 Koordinatoren und Gäste anwesend waren. Um auch
die aktuellen Entwicklungen zu berücksichtigen, wurde beschlossen, dass eine
kleine Arbeitsgruppe die Mindestkriterien
und -standards redaktionell überarbeitet
und das Kriterium „Förderung der Biodiversität“ ergänzt.
	 Die Berichte aus den Partner-Initiativen fanden großes Interesse. Die Vertreterinnen und Vertreter der Nationalparks,
Biosphärenreservate und Naturparks sowie der Partnerbetriebe traten miteinander in einen regen Erfahrungsaustausch, in
dessen Folge das bundesweite Netzwerk
weiter ausgebaut und gestärkt wurde.
	 Die Geschäftsstelle informierte auch
darüber, dass der VDN und EUROPARC
bis zum 31.10.2016 das Projekt „Naturschutz- und umweltbildungsorientierte
Naturerlebnisangebote in den Nationalen Naturlandschaften“ durchführen wird.
Das Ergebnis soll ein praxisorientierter
Leitfaden für Angebote und eine umfassende Kommunikation sein. An den 2015
angebotenen Workshops zur Entwicklung
dieser Angebote nahmen Koordinatoren
aus den verschiedensten NNL teil.
	 Die sich an die AG-Sitzung anschließende Fachveranstaltung „Nachhaltiger
Konsum und nachhaltiges Wirtschaften
in den Nationalen Naturlandschaften“
wurde von EUROPARC Deutschland

e. V. durchgeführt und mit Mitteln des
Bundesumweltministeriums für Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit (BMUB) und des Bundesamtes für Naturschutz (BfN) gefördert. Mit
der Fachveranstaltung bot sich die Möglichkeit, an der Diskussion zum Thema
„nachhaltiger Konsum und nachhaltiges
Wirtschaften“ teilzunehmen. Interessierte Akteure aus Wirtschaft, Politik und
der Praxis sowie Vertreterinnen und Vertreter der Nationalen Naturlandschaften
und des Bundes und der Länder waren
dazu herzlich eingeladen.
	 Ein gemeinsamer Besuch der BUGA
in Havelberg rundete das AG-Treffen ab.
	 Auf dem Arbeitstreffen wurde wiederholt sehr deutlich, welch großer personeller und auch finanzieller Aufwand
erforderlich ist, um eine Partnerinitiative vor Ort erfolgreich zu führen. Alle
Koordinatoren sind mit großem Engagement und oft auch in ihrer Freizeit für
die Partnerunternehmen da. Ich bedanke mich an dieser Stelle noch einmal sehr
herzlich dafür.
	 Der Erfahrungsaustausch der Partner-Initiativen der verschiedenen Schutzkategorien wurde weiter gepflegt. So besuchten Partnerbetriebe aus dem Nationalpark Müritz die Sächsische Schweiz
und die zertifizierten Partner aus der
Sächsischen Schweiz kamen an die Ostsee, um sich mit Partnern aus dem

Biosphärenreservat Südost-Rügen auszutauschen. Der Nationalpark Jasmund
stand natürlich auch auf dem Programm.

AG Partner der Nationalen Naturlandschaften
Foto: Sollfrank

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Arbeitsgruppe Forschung und Monitoring
„Forschung und Monitoring bilden das Fundament für den effektiven Schutz, ein erfolgreiches
Management und damit die weitere Entwicklung der Nationalen Naturlandschaften.“
Matthias Schwabe, Nationalpark Müritz

AG-Sprecher
Achim Frede
Nationalpark Kellerwald-Edersee
E-Mail: Achim.Frede@nationalpark.hessen.de
Telefon: 0 56 21. 7 52 49-20

Stellv. AG-SPRECHER
Matthias Schwabe
Nationalpark Müritz
E-Mail: m.schwabe@npamueritz-mvnet.de
Telefon: 0 39 91. 6 33 41-20

Die ursprünglich aus den Waldnationalparks begründete Arbeitsgruppe vereinigt inzwischen mehr als 40 Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen verschiedener
Großschutzgebietskategorien unterschiedlicher Landschaftsräume. Mit der
AG besteht eine interdisziplinär orientierte Plattform für Information, Austausch und Kooperation von Schutzgebieten und wissenschaftlichen Partnern.
Der Praxisbezug steht hierbei im Vordergrund. Schwerpunktthemen der AG-Tätigkeit sind:
• 	 Schnittstellen zu Wissenschaft,
	 Forschungsverbänden, Fördermittel-	
	 gebern und externen Verbänden
• 	 Standardisierung und Harmonisie-	
	 rung von Monitoringmethoden
• 	 Meta-Datenbanken
• 	 Biodiversität und Klimawandel
• 	 Ökosystem-Dienstleistungen (ESS)
• 	 Prozessforschung und Management
• 	 Fernerkundung
• 	 Sozioökonomie
• 	 Barcoding (Inventarisierung und
	 genetische Charakterisierung)
Die AG ist durch Matthias Schwabe im
Vorstand des deutschen Langzeitforschungsverbundes LTER-D vertreten.
Das Sprecherteam und weitere Vertreter der Großschutzgebiete nahmen an
der LTER-Jahrestagung vom 16.-18.
März 2015 in Halle (Saale) teil. Diver-

se Spezialthemen zu Ökosystemforschung und -monitoring sowie internationale Vernetzungsprojekte und Methoden zur Langzeitforschung bildeten das
Programm.
	 Die Mitglieder trafen sich zu ihrer
13. Jahrestagung vom 5. bis 7. Oktober 2015 im NLP Schleswig-Holsteinisches Wattenmeer in Breklum, organisiert von Klaus Koßmagk-Stephan und
seinen Mitarbeitern. Auch die neuen
Nationalparks Schwarzwald und Hunsrück nahmen teil und präsentierten ihre
Schutzgebiete, von den Biosphärenreservaten waren die Mittelelbe und die
Rhön anwesend. Neben dem Austausch
und aktuellen Forschungsständen in den
GSG standen Forschung und Monitoring im gastgebenden Nationalpark im
Fokus. Dabei wurden auch neue Wege
im Monitoring mittels satellitengestützter Fernerkundung angerissen. Die Tagesordnung widmete sich zudem den
Themen Citizen Science, gemeinsames
Moos- und Flechtenmonitoring in Buchenwald-Nationalparken, Kriterien für
Wildnisgebiete, Stand des GBOL-Projekts, nationale und internationale Netzwerke der Langzeitforschung (LTER),
aufgelockert durch eine Exkursion zur
Hamburger Hallig. Die gemeinsamen
Abende waren geprägt von strategischen Diskussionen über die Rolle der
AG sowie Möglichkeiten und Probleme

der Forschung in GSG. Für Protokolle
und Basismaterialien der AG bietet Mark
Frenzel beim Helmholtz-Zentrum für
Umweltforschung (UFZ) in Halle eine
kleine, gemeinsame Internetplattform für
die Beteiligten.
	 Auch in 2015 war die AG ein wertvoller Ansprechpartner für verschiedene
Fach- und Kontaktanfragen seitens der
EUROPARC-Geschäftsstelle.
	 Die Situation der sehr unterschiedlichen Personal- und Mittelausstattungen der Gebiete und der damit verbundenen ungleichmäßigen Vertretung in den
AG-Sitzungen hat sich nicht geändert.
Die Mitglieder machen deshalb wiederholt darauf aufmerksam, dass Forschung
und Monitoring das Fundament für umfassenden Schutz, erfolgreiches Management und die weitere Entwicklung der
Großschutzgebiete bilden und damit
essentiell für die Erfüllung der Anforderungen und Evaluierungsstandards in
den Schutzgebieten sind.

AG Forschung und Monitoring
Foto: Achim Frede

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B er i chte aus den A G s

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Arbeitsgruppe Infozentren
„Gute Infozentren sind die Aushängeschilder der Schutzgebiete und vermitteln den Menschen eine Menge
Informationen und vor allem Begeisterung für unsere Natur. Die Arbeit in der EUROPARC-AG trägt
in ganz besonderer Weise dazu bei, dass die Zentren professionell und effektiv betrieben werden können.
Wir lernen in der AG unglaublich viel voneinander!“
Dr. Stefan Büchner, Leiter Naturschutzzentrum Südschwarzwald

AG-Sprecherin
Dr. Sabine Stab
Leiterin Nationalparkzentrum Sächsische
Schweiz
E-Mail: nationalparkzentrum@lanu.sachsen.de
Telefon: 03 50 22. 5 02-40
AG-Ansprechpartner
Dr. Stefan Büchner
Leiter Naturschutzzentrum Südschwarzwald
E-Mail: stefan.buechner@naz-feldberg.de
Telefon: 0 76 76. 93 36-36

An die Arbeitsgruppe sind rund 70 Info­
zentren von deutschen Großschutzgebieten angeschlossen, aktiv beteiligen sich
derzeit ca. 30 Zentren aus allen Regionen Deutschlands an den Treffen und
Aktivitäten der AG. Vertreten sind alle
drei Großschutzgebietskategorien sowie
zwei NSG-Infozentren. Ein besonderes
Augenmerk der AG liegt auf der aktiven
Unterstützung von Schutzgebieten beim
Aufbau neuer Infozentren, wie derzeit im
Nationalpark Schwarzwald.
	 Daneben wird großer Wert auf die
Professionalisierung des Betriebs der Infozentren gelegt. Auf den jährlich meist
im Januar stattfindenden Jahrestreffen
wird – z. T. unter Hinzuziehung externer Referentinnen und Referenten – ein
breites Spektrum von Fachthemen behandelt. Diese reichen von betriebswirtschaftlichen Aspekten, Rechtsfragen, Personalplanung und Managementstrategien bis zu didaktischen Konzepten und
Bildungsansätzen. Ein wichtiger Aspekt
ist bei jedem Treffen auch die Besichtigung und durchaus kritische Beurteilung des jeweils gastgebenden Infozentrums. Mit der AG Kommunikation wird,
wenn zeitlich möglich, ein Austausch
über die gegenseitige Teilnahme an den
AG-Treffen gepflegt sowie für beide AGs
interessante Themen und Dokumente
weitergegeben.

	 Beim Jahrestreffen 2015 wurden die
beiden Schwerpunktthemen „Personalführung und Personalmanagement“
sowie „Ausstellungsdidaktik – die Zielgruppe Kinder“ behandelt. Daneben
wurden das NLPZ Königsstuhl und das
Naturerbezentrum der DBU auf Rügen
besichtigt und die dort vorhandenen Erfahrungen diskutiert.

Treffen der AG Infozentren
Foto: AG Infozentren

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Arbeitsgruppe Schutzgebietsbetreuung
„Eine gemeinsame Zielsetzung ist es, dass unsere Ranger in ihrem Arbeitsalltag nicht alleine gelassen
werden, sondern mit ihrem Wissen und ihren methodischen Ansätzen auf der „Höhe der Zeit“ sind.
Als ein Schwerpunkt der Zusammenarbeit konnte die gegenseitige Unterstützung im Rahmen der internen Aus- und Fortbildung identifiziert werden. Die Weiterqualifizierung der Ranger ist in nahezu allen Schutzgebieten in Deutschland, aber auch im benachbarten Ausland ein zentraler Punkt interner Diskussionen. Gemeinsam wollen wir neue Wege beschreiten.“ Michael Großmann

AG-Sprecher
Michael Großmann
Nationalpark Bayerischer Wald
E-Mail: michael.grossmann@npv-bw.bayern.de­
Telefon: 0 85 58. 9 72 98 25

Manfred Lütkepohl
Leiter Naturwacht Brandenburg
E-Mail: manfred.luetkepohl@naturwacht.de
Telefon: 03 31. 9 71 64-79 0

AG Treffen 17. bis 18. März 2015 im
NLP Harz
Im Jahr 2014 hatte die „Arbeitsgruppe Schutzgebietsbetreuung“ ihren Auftakt-Workshop in Gersfeld im Biosphärenreservat Hessische Rhön. Damals repräsentierten 17 Teilnehmer die meisten
der deutschen Nationalparke sowie einige Biosphärenreservate und Naturparks.
Neben anderen Details einer künftigen Zusammenarbeit beschloss die AG
auch, sich ab dem Jahr 2015 jährlich im
Zusammenhang mit der Bundestagung
der Naturwacht (Bundesverband Naturwacht e. V./German Ranger Association)
zu treffen.
	 Diese fand auf Einladung des Nationalparks Harz, im Internationalen Haus
Sonnenberg, in Sankt Andreasberg statt.
22 Kolleginnen und Kollegen fanden den
Weg in den Harz zur Teilnahme am 2.
AG-Treffen.
1.	 Begrüßung, Darstellung von Neue­
rungen und Kurzreferate zu wichtigen
Themen
Nach einer Begrüßung durch die Sprecher der Arbeitsgruppe und kurzer Reflexion des ersten Workshops vom Vorjahr,
wandten sich die Teilnehmerinnen und
Teilnehmer den eigentlichen Tagesordnungspunkten zu:
•	 In kurz gehaltenen Statements referierten die Leiter der Ranger-Teams

über neue Entwicklungen bei der
Schutzgebietsbetreuung.
•	 Frank Grütz, Bundesverband Naturwacht e. V. berichtet von zunehmenden
und ausgesprochen positiven Möglichkeiten nationaler und internationaler
Zusammenarbeit.
•	 Manfred Lütkepohl konnte dies mit
seinem Bericht über das Ranger Trainings-Seminar der „International Ranger Federation (IRF)“ in Kroatien nur
bestätigen.
•	 Über Aufbau und Bedeutung
des Ranger-Teams im Nationalpark
Schwarzwald berichtete Charly Ebel.
•	 Anne Schierenberg von Euro­
parc Deutschland stellte das Freiwilligen-Programm und die Vielfalt der Gestaltungsmöglichkeiten vor und ermunterte zur verstärkten Beteiligung.
•	 Urs Reif referierte über die Zusammenarbeit mit Freiwilligen am Beispiel
des Nationalparks Schwarzwald.
•	 Mario Marschler von der Naturwacht
Brandenburg skizzierte die Einsatzmöglichkeiten von Freiwilligen im Naturpark
Schlaubetal.
•	 In den beiden Nationalparks Berchtesgaden und Bayerischer Wald sollen
gemeinsame Wege der Aus- und Fortbildung der Ranger-Teams gegangen werden. Michael Großmann gab einen Ausblick auf erste Initiativen.

2.	Workshops
Im Vorfeld des AG-Treffens konnten
zwei Themen zur Diskussion in gemeinsamen Workshops identifiziert werden:
•	 Profil der Ranger in Deutschland und
•	 erste Schritte konkreter Zusammenarbeit „Bausteine Fortbildung“ und
Personalaustausch.
Workshop 1: „Profil der Ranger in
Deutschland“
Die unter dem Dach von Europarc
Deutschland agierende AG Schutzgebietsbetreuung möchte für das noch junge Berufsbild der Ranger in Deutschland eine Bestandsaufnahme der Aufgaben und der benötigten Kompetenzen
vornehmen. Diese Bestandsaufnahme
soll die Grundlage für ein gemeinsames Image der Ranger in Deutschland
und für die Konzeption von Aus- und
Fortbildungsmaßnahmen bilden. Sie ermöglicht außerdem eine Standortsbestimmung innerhalb von internationalen
Definitionen des Ranger-Profils wie den
Losehill Principles der IRF.
	 Die Rahmenbedingungen und Zielstellungen für die NNL Deutschlands
sind uneinheitlich. Unterschiede hinsichtlich der Zielstellungen und der Personalausstattung ergeben sich aus den
verschiedenartigen Schutzgebietskategorien „Nationalpark“, „Biosphärenreservat“
und „Naturpark“. Auch die Arbeitsteilung

zwischen den Schutzgebietsverwaltungen
und Rangern ist unterschiedlich. Dennoch
lassen sich zahlreiche Gemeinsamkeiten
definieren.
	 Neben dem Aufgabenprofil des Berufs war allen Beteiligten eine ausführliche Beratung über die Anforderungen an
das Persönlichkeitsprofil und die sozialen
Kompetenzen der im Ranger-Dienst Beschäftigten von großer Bedeutung.
	 Über die Aufgaben und Anforderungen an Ranger soll beim Treffen der AG
2016 ebenso abschließend beraten werden,
wie über das gemeinsame Image von Rangern der NNL.
Workshop 2: „Erste Schritte konkreter
Zusammenarbeit ,Bausteine Fortbil­
dung, und ,Personalaustausch,“
1.	 Leuchtturmprojekt „Train the Trainer“:
	 Um kurzfristig greifbare Ergebnisse zu
erzielen, verständigten sich die Teilnehmer/-innen auf die Projektidee „Train the
Trainer“ als Leuchtturmprojekt:
•	 Von allen Großschutzgebieten wurden
dazu aktuelle und spannende Themen angeboten. Diese Fortbildungsveranstaltungen sollten von Rangern für Ranger organisiert und durchgeführt werden – auch,
wenn einzelne Fortbildungsmodule von
Spezialisten der Schutzgebiete übernommen werden sollten oder könnten.
•	 Interessant ist, dass Ranger aus unterschiedlichen Schutzgebieten zusam-

menkommen um miteinander zu diskutieren und um voneinander zu lernen. So
findet zwar nicht der klassische „Personalaustausch“ statt, doch wird die Initiative als richtungsweisend angesehen (erster
Baustein).
•	 Die Veranstaltungen werden über den
Bundesverband Naturwacht angeboten und
damit an alle Mitglieder direkt verschickt,
aber auch über den Verteiler von Euro­
parc Deutschland. Mit Hilfe dieser Doppelstrategie soll gewährleistet werden, dass
nach Möglichkeit alle Ranger die Einladungen auch erhalten.
•	 Details zur Organisation werden noch
geklärt und über den Verteiler der AG bekannt gegeben, bzw. zur Diskussion gestellt.
	 Ein Prototyp zum Thema „Rückkehr
des Wolfes und Herausforderungen an den
Ranger-Alltag“ konnte in Zusammenarbeit
zwischen Rangern der Naturwacht Brandenburg und dem Bundesverband Naturwacht e. V. realisiert werden. 18 Teilnehmer
aus drei Ländern erlebten ein überaus interessantes Seminar!
2.	„Clusterbildung“
	 Aus folgenden Gründen schien ein regionaler Zusammenschluss von Mitgliedern
der AG Schutzgebietsbetreuung sinnvoll zu
sein:
•	 Gemeinsame Themenschwerpunkte
•	 Fahrentfernungen bei FortbildungsInitiativen oder Aufbau von Projektgruppen

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Menschen und Institutionen
• Der Vorstand
• Die Geschäftsstelle
• Neue Mitglieder
• Förderer und Partner
• Gute Gründe für ein Engagement bei
Europarc Deutschland e. V.

(z.B. Einsatz digitaler Medien) und
•	 Integration von Kolleginnen und Kollegen weiterer Schutzgebiete.

Teilnehmer des Lehrgangs „Rückkehr des Wolfes und
Herausforderung an den Rangeralltag“, Naturpark
Schlaubetal
Foto: Mario Marschler

Auch zu dieser Idee konnte ein gemeinsames Projekt gestartet werden. Zielpunkt war der NLP Schwarzwald.
Schutzgebietsbetreuern aus den Nationalparken Bayerischer Wald, Sumava
(CZ) und Berchtesgaden besuchten ihre
Kolleginnen und Kollegen im „Ländle“.
Die Initiative war ein großer Erfolg.
Rügen
Foto: Stephanie Schubert

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Der Vorstand
und ihrer Landschaft verantwortlich.
	 Die UNESCO-Biosphärenreservate vereinen für mich als Teil eines globalen Netzes
viele der besonderen Möglichkeiten, für die
einerseits die Nationalparke und andererseits die Naturparke stehen.
	 Erfolgreicher Naturschutz in Deutschland ist ohne die Nationalen Naturlandschaften weder denkbar noch möglich.

EUROPARC Deutschland e. V.
wird vertreten durch den Vorstand:
Guido Puhlmann
(Vorsitzender),
Leiter der Biosphärenreservatsverwaltung Mittelelbe
Karl Friedrich Sinner
(stellvertretender Vorsitzender),
von 1998 bis 2011 Leiter der Nationalparkverwaltung Bayerischer Wald
Hartmut Escher
(stellvertretender Vorsitzender),
Geschäftsführer des Natur- und
Geoparks TERRA.vita
Christian Unselt
(stellvertretender Vorsitzender),
Vorsitzender der NABU-Stiftung
„Nationales Naturerbe“

Guido Puhlmann gehört seit 2009 dem
Vorstand von EUROPARC Deutschland
an. Neben den vielfältigen Aufgaben als
Verbandsvorsitzender ist er als Leiter des
Biosphärenreservats Mittelelbe im Vorstand die starke Stimme für die Anliegen
der Biosphärenreservate.
	 An der Universität Rostock beendete
er im Wendejahr sein Studium für Meliorationsingenieurwesen und übernahm
im Anschluss die Ressortleitung der Unteren Naturschutzbehörde im Landkreis
Rosslau. 1993 wechselte er in die staatliche Wasserwirtschaftsverwaltung nach
Dessau bzw. in die Lutherstadt Wittenberg, um dort als Dezernatsleiter in Teilen den Hochwasserschutz der Wasserwirtschaftsverwaltung Sachsen-Anhalt
zu verantworten. Seit 1998 leitet er das
Biosphärenreservat Mittelelbe.
Die Kernaufgaben in den Nationalen Naturlandschaften sind für mich Schutz und
Entwicklung der Natur – im Wortsinne
praktischer Naturschutz und dessen Verankerung bzw. Vermittlung in der Gesellschaft. Erfolgreich sind die Nationalen
Naturlandschaften immer dann, wenn es
gelingt, transparent die Bewohner, Unternehmen und regionalen Verantwortungsträger in den langfristigen „Prozess“ Schutzgebiet zu integrieren bzw. an diesen möglichst
aktiv zu beteiligen. Letztlich sind alle Menschen im Land auch für den Zustand und
Schutz ihrer natürlichen Lebensgrundlagen

Karl Friedrich Sinner ist seit 2009 Vorstandsmitglied. Er war bis 2011 Leiter
der Nationalparkverwaltung Bayerischer
Wald. In seiner Funktion als Nationalparkexperte ist er ein gefragter Mann
und nach wie vor unermüdlich für den
Verband und die Nationalparkidee in unterschiedlichsten Gremien aktiv.
	 Nach dem Studium der Forstwissenschaft wurde er im Jahr 1979 in den bayerischen Staatsforstdienst übernommen.
Seine beruflichen Stationen führten ihn
von der Forstdirektion Mittelfranken
über die Forstämter Erlangen und Nürnberg bis in den Nationalpark Bayerischer
Wald, dessen Leitung er 1998 übernahm.
In Würdigung seiner Arbeit erhielt er
den Umweltpreis des tschechischen Umweltministeriums sowie die Umweltmedaille des Freistaates Bayern.
Deutschland hat erst relativ spät das
Schutz­­instrument Nationalpark genutzt. 60
Jahre nach der ersten europäischen Nationalparkgründung in Schweden wurde 1970

mit dem Bayerischen Wald der erste Nationalpark in Deutschland eröffnet. Richtig in
Schwung gekommen ist die Nationalparkbewegung mit der Gründungswelle, die das
Nationalparkprogramm der ehemaligen
DDR vor 25 Jahres auslöste. Mit diesem
Programm wurde nicht nur das „Tafelsilber
der deutschen Einheit“ gesichert, sondern
es wurden auch Impulse für neue Nationalparkinitiativen gegeben. Heute gibt es 16
Nationalparks in Deutschland, die sich gemeinsam unter der Dachmarke „Nationale Naturlandschaften“ für einen qualitativ
hochwertigen Naturschutz in Deutschland
engagieren und für eine positive Wahrnehmung und Unterstützung dieser Arbeit in
der Gesellschaft werben – mit Erfolg.

Hartmut Escher gehört seit 2012 dem
Vorstand von EUROPARC an. Seit
1998 ist er als Leiter des Fachdienstes
Umwelt beim Landkreis Osnabrück tätig. Als Geschäftsführer des Natur- und
Geoparks TERRA.vita vertritt er in der
Vorstandsrunde die Interessen der Naturparks. Sein Engagement auf europäischer Ebene stärkt die deutsche Sektion
im Verbund der Federation.
	 Beginnend mit einer Lehre im Garten- und Landschaftsbau absolvierte er
im Anschluss ein Studium der Landespflege an der TU Hannover und später
ein Referendariat bei der ehemaligen Bezirksregierung Hannover. Er ist seit 2000
Vorstandsmitglied im europäischen Bo-

denbündnis „European Land and Soil Alliance e. V.“ (ELSA).
EUROPARC Deutschland versteht sich als
Dachorganisation aller Großschutzgebiete
in Deutschland. Dabei nehmen die Naturparke zahlenmäßig und flächig den größten
Anteil ein. Sie adressieren und erreichen
so eine sehr große Anzahl von Einheimischen und Besuchern. Im Gesamtkonzert
von EUROPARC Deutschland wurden
und werden wegweisende Projekte für alle
Schutzkategorien entwickelt und umgesetzt.
Wenn es dann gelingen sollte, den Verband
Deutscher Naturparke und EUROPARC
Deutschland noch enger zusammenzuführen, könnten die Nationalen Naturlandschaften als eine organisationsübergreifende
Marke die Bedeutung und Wahrnehmbarkeit aller unserer Schutzgebietskategorien
erheblich steigern. Ein Ziel auf das es sich
hinzuarbeiten lohnt.

Christian Unselt ist seit 2012 Vorstandsmitglied von EUROPARC. Er vertritt in der Runde die im Verband assoziierten NGOs. Sein Ziel ist die stärkere
Vernetzung der Mitgliedsverbände mit
den Nationalen Naturlandschaften, um
eine Unterstützung der Gebietsinteressen
durch die NGOs im politischen Raum
wirksamer zu gestalten.
	 Der Landschaftsplaner engagiert sich
seit 1984 beim Naturschutzbund
(NABU) auf Bundesebene. Zunächst bei

der Naturschutzjugend, die er als Bundesvorsitzender vertrat. Später als Präsidiumsmitglied des NABU, wo er zeitgleich mit der Präsidentschaft von Jochen
Flasbarth im Jahr 1992 die bis heute andauernde Vizepräsidentschaft übertragen
bekam. Neben seinen ehrenamtlichen
Aufgaben war er von 1993 bis 2011 als
Geschäftsführer des Instituts für Ökologie und Naturschutz in Eberswalde tätig.
Ab 1998 baute er als Vorsitzender die
NABU-Stiftung Nationales Naturerbe
auf, die er heute hauptamtlich führt.
Nichtstaatliche Organisationen engagieren
sich seit über 100 Jahren für die Etablierung großer Schutzgebiete in Deutschland.
Sie waren Wegbereiter für den Naturpark
Lüneburger Heide und machten sich in
der Öffentlichkeit für Biosphärenreservate
und Nationalparks stark. Ihrem Einsatz ist
auch die Sicherung großer Gebiete des Nationalen Naturerbes zu verdanken, die mit
ihren neuen Wildnisgebieten eine wichtige
Ergänzung zu den bestehenden Nationalen
Naturlandschaften werden. Die Bewahrung unserer vielfältigen Kulturlandschaft
auf der einen Seite und der Wildnis auf der
anderen ist als Gegenpol zu der Naturzerstörung durch die zunehmend industriell geprägte Land- und Forstwirtschaft wichtiger
denn je. Unter dem Dach der Nationalen
Naturlandschaften wirken die privaten Stiftungen, Verbände und Vereine erfolgreich
mit staatlichen Verwaltungen zusammen,
um Natur zu bewahren, ländliche Räume
lebenswert zu erhalten sowie regionale
Wirtschaft, naturverträgliche Landnutzung
und Arbeitsplätze zu stärken.

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Die Geschäftsstelle – alphabetisch
Dr. Katja Arzt
Leitung Unternehmenskooperation
­
Themen: Ressourcenökonomie, Kommunikation und Mediation, Landwirtschaft
und Naturschutz
	 Zuständig für: Marktplatz Natur,
Alte Elbe Klieken, Inwertsetzung von
Naturschutzmaßnahmen, Unternehmenskooperation, Unterstützung der Geschäftsführung, internationale Kontakte
	 Ansprechpartnerin für die Arbeitsgruppen Naturparks und Forschung &
Monitoring
	 Dabei seit 2011
Die Geschäftsstelle von
EUROPARC Deutschland e. V.
Pfalzburger Straße 43/44
10717 Berlin
Telefon: 030. 288 78 82-0
Telefax: 030. 288 78 82-16
E-mail: info@europarc-deutschland.de
Nationalpark Hunsrück-Hochwald
Foto: K. Funk

Was mir am Herzen liegt:
„Wahnsinn ist, wenn man immer wieder
das Gleiche tut, aber andere Resultate erwartet.“ Rita Mae Brown hat diese Worte
verfasst und sie geben mir Ansporn, manchmal etwas anderes zu wagen, damit auch
meine Kinder und deren Kindeskinder die
schönsten und wertvollsten Landschaften
erleben dürfen.“

Dr. Elke Baranek
Geschäftsführerin

Renate Biegert

Bernd Eichhorn
Projektkoordinator

Kerstin Emonds
Projektkoordinatorin

Themen: Markenentwicklung und Marketing, Moderation, Presse- und Öffentlichkeitsarbeit, Bewertungsverfahren und
Qualitätsentwicklung, Naturschutz und
Ökologischer Landbau
	 Zuständig für: Leitung der Geschäftsstelle, Unternehmens- und Verbandskooperationen, zielführende Prozesse in
der Ideenfindung, schlüssige Projektkonzepte, effiziente Arbeitsabläufe, kooperative Arbeitsstrukturen, Finanzen
	 Ansprechpartnerin für die Arbeitsgruppen Biosphärenreservate, Nationalparks, Infozentren und NGOs
	 Dabei seit 2011

Büroorganisation, vorbereitende Buchhaltung, Mitgliederbetreuung, Verwaltung Dachmarke, zentrale Kontaktperson
	 Dabei seit 2012

Themen: Naturschutz
	 Zuständig für: Alte Elbe Klieken,
Unternehmenskontakte Coca-Cola,
Studentenwettbewerb
	 Dabei seit 2013

Themen: Barrierefreiheit/Inklusion:
Natur­erleben und Möglichkeiten des freiwilligen Engagements für Alle
	 Zuständig für: Vielfalt (er)leben ohne
Barrieren – Ungehindert engagiert
	 Dabei seit 2009

Was mir am Herzen liegt:
„Wie wecken wir Wertschätzung für die
Natur? Was bedeutet Nachhaltigkeit für die
Nationalen Naturlandschaften und für den
Naturschutz? Wie können wir vermitteln,
dass die ökologische Dimension der Nachhaltigkeit mehr als Energie sparen ist? Die
Welt kann nur im Dialog ‚besser‘ werden
und sie braucht Menschen, die bereit sind,
dafür Verantwortung zu übernehmen.“

Was mir am Herzen liegt:
„Am Herzen liegt mir eine effiziente Verwaltung dieser Geschäftsstelle. Es ist für
mich befriedigend, mit meiner Arbeitskraft
zum Erhalt unserer Schöpfung beizutragen;
auch wenn die Arbeit im Büro räumlich
sehr weit von der Natur entfernt ist.“

Was mir am Herzen liegt:
„Ich betreibe Naturschutzarbeit nicht zum
Selbstzweck. Naturschutz ist für mich eine
Investition in die Zukunft – es ist ein Teil
der Zukunft.“

Was mir am Herzen liegt:
„Es ist schon ein tolles Gefühl, Mosaiksteinchen um Mosaiksteinchen daran mitwirken
zu können, dass Chancen zu Realitäten
werden. Naturschutz als Chance für Tiere,
Pflanzen, Wildnis. Und Inklusion: DIE
Chance für beeinträchtigte Menschen, um an
Naturerlebnissen und Naturschutz endlich
teilhaben zu können.“

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BR Mittelelbe
Foto: Stephanie Schubert

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Bettina Kühnast
Projektkoordinatorin

Katharina Sabry
Projektkoordinatorin

Themen: Freiwilligenmanagement,
Internationales
	 Zuständig für: Ehrensache Natur –
Freiwillige in Parks, Europäischer
Freiwilligendienst
	 Dabei seit 2011

Themen: Wildnis, Naturschutz, Nationalparks, Bildung
	 Zuständig für: Evaluierung des Managements der österreichischen Nationalparks, Wissen Nationalpark, Wildnis
	 Dabei seit 2012

Was mir am Herzen liegt:
„Die Menschen haben es mir angetan. Die
Menschen, die sich für unsere schönsten
und wertvollsten Landschaften engagieren,
die für sie arbeiten oder die einfach gerne in
ihnen leben oder Urlaub machen. Ich freue
mich sehr, im EUROPARC-Netzwerk mitwirken zu können und die Nationalen Naturlandschaften mit jedem Kontakt ein bisschen attraktiver zu machen.“

Was mir am Herzen liegt:
„Wilde Natur darf sich in den Nationalen
Naturlandschaften wieder entfalten! Für
dieses Ziel zu arbeiten, gibt mir immer wieder Antrieb und begeistert mich. Diese Begeisterung möchte ich auch an andere weitergeben und dazu beitragen, dass wir zusammen noch mehr erreichen, egal ob hier,
in Österreich oder anderswo.“

Anne Schierenberg
Leiterin Bürgerschaftliches
Engagement
Themen: Freiwilligenmanagement,
Corporate Volunteering
	 Zuständig für: Ehrensache Natur –
Freiwillige in Parks, Akteure aus Nationalen Naturlandschaften im internationalen Kompetenzaustausch (ANNIKA)
Ansprechpartnerin für die Arbeits­­gruppe Schutzgebietsbetreuung
	 Dabei seit 2003
Was mir am Herzen liegt:
„Die Nationalen Naturlandschaften begeistern mich und ich empfinde es als so lohnenswert, in ihrem Sinne zu arbeiten! Es
freut mich immer wieder, dass ich viele Ehrenamtliche und Hauptamtliche darin unterstützen kann, die Nationalen Naturlandschaften noch ‚stärker‘ zu machen.“

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JAHRESBERICHT 2015

Stephanie Schubert
Projektkoordinatorin

Lena Seifert
Freiwillige im FÖJ

Themen: Biosphärenreservate,
Naturschutz, Tourismus
	 Zuständig für: Partner der Nationalen
Naturlandschaften, Präsentation der
deutschen Biosphärenreservate auf der
Bundesgartenschau (BUGA) 2015,
Marktplatz Natur, Naturerlebnis­
angebote in den NNL
	 Dabei seit 2011

Themen: Bildung
	 Zuständig für: Junior Ranger
	 Dabei seit 2015

Was mir am Herzen liegt:
„Jeder Tag, den ich in der Natur verbringen
darf, gibt mir das Gefühl, das Richtige mit
meiner Arbeit zu tun. Anderen Menschen
die Schönheit und Besonderheiten der Nationalen Naturlandschaften nahezubringen und sie darauf aufmerksam zu machen,
welche Naturschätze vor ihrer Haustür
liegen, bereitet mir große Freude. Beruflich und privat lebe ich dies gerne aus und
schöpfe daraus täglich neue Energie, mich
für Umwelt- und Naturschutz zu engagieren, zusammen mit einem starken Team.“

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Was mir am Herzen liegt:
„Die Natur und alles, was in ihr lebt. In
Deutschland gibt es so viele unterschiedliche
Landschaften, die alle wunderschöne und
einzigartige Lebensräume darstellen. Durch
Naturschutz wie in den Nationalen Naturlandschaften wird heute schon dafür gesorgt,
dass auch noch zahlreiche Generationen
nach uns diese Naturräume erleben dürfen.“

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NLP Harz, Weißwurz
Foto: Stephanie Schubert

E U R O P A R C D E U T S C H L A N D E.  V.

Nina Slattery
Projektassistenz

Jan Wildefeld
Leiter Jugend und Bildung

Themen: Inwertsetzung, Kommuni­
kation und Öffentlichkeitsarbeit
	 Zuständig für: Kommunikation und
Marketing im Inwertsetzungsprojekt,
Veranstaltung 25 Jahre EUROPARC
	 Dabei seit 2015

Themen: Kinder und Jugend, Bildung,
Kommunikation und Markenentwicklung, Medien
	 Zuständig für: Junior Ranger, Dachmarke, Internet und Technik
Ansprechpartner für die Arbeitsgruppe
Kommunikation
	 Dabei seit 2010

Was mir am Herzen liegt:
„Ich arbeite nicht für ein großes Unternehmen, sondern für das beste Produkt, das
Deutschland zu bieten hat: die Nationalen Naturlandschaften. Es wäre mal an der
Zeit, dass die Öffentlichkeit das auch so
wahrnimmt.“

Was mir am Herzen liegt:
„Bewusstsein und Verständnis für Naturund Umweltschutz in der Gesellschaft zu
etablieren, liegt mir am Herzen. Mit den
Werten, Aufgaben und Besonderheiten der
Nationalen Naturlandschaften kann ich
mich dabei besonders gut identifizieren. Die
Möglichkeit, durch meine Arbeit zu diesem
Prozess beizutragen, motiviert mich und
schafft persönliche Zufriedenheit.“
Nordische Gänse
Foto: W. Stürzbecher

Porträtfotos: Simone Ahrend

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JAHRESBERICHT 2015

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N eue M i tgl i eder

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JAHRESBERICHT 2015

Internationaler Naturpark Bourtanger
Moor-Bargerveen

Naturpark und Biosphärenreservat
Bayerische Rhön e. V.

Der Internationale Naturpark Bourtanger Moor-Bargerveen liegt im einst größten zusammen­

Als neues Mitglied wurde 2015 auch der Naturpark und Biosphärenreservat Bayerische Rhön e. V.

hängenden Hochmoorgebiet Mitteleuropas und ist seit 2015 Mitglied in unserem Netzwerk.

aufgenommen.

Biosphärenreservat
und Naturpark Rhön

KONTAKT
MInternationaler Naturpark Bourtanger
Moor-Bargerveen
Ordeniederung 2
49716 Meppen
Telefon: 00 49. 59 31. 44 22 77
Fax: 00 49. 59 31. 44 36 44
E-mail: info@naturpark-moor.eu
Das Mitglied im Internet
www.naturpark-moor.eu/de/naturpark

Das Geestmoor
Foto: Andrea Habermann

Der Internationale Naturpark Bourtanger
Moor-Bargerveen liegt im Regionendreieck zwischen dem Landkreis Emsland, der
Grafschaft Bentheim und der niederländischen Provinz Drenthe. Beteiligt sind neben den Landkreisen und der Provinz außerdem die Gemeinden Twist, Geeste und
Wietmarschen, Meppen, Haren (Ems) und
Emmen. Gemeinsam setzen sich die Mitglieder seit der Gründung des Naturparks
im Jahre 2006 für eine nachhaltige Entwicklung des Gebietes und eine effektive
Nutzung der vorhandenen Potenziale ein.
	 Das Bourtanger Moor gehörte vor
seiner Kultivierung Mitte des 19. Jahrhunderts mit 1.200 km² zu den größten
zusammenhängenden Hochmooren in
Mitteleuropa. Etwas Unheimliches und
Bedrohliches schien von ihm auszugehen.
Das Bild einer unüberschaubaren und für
den Menschen lebensfeindlichen Naturlandschaft hat sich jedoch gewandelt.

	 Durch Besiedlung, Torfabbau und
die anschließende landwirtschaftliche Nutzung prägt die Region heute
ein Mosaik verschiedener Flächen. Das
Spektrum reicht von ursprünglichen
und renaturierten Hochmoorgebieten
mit ihrer schützenswerten Flora und
Fauna bis hin zu wertvollen, von den
Menschen beeinflussten Kulturlandschaften. Mittelständige, mit moderner
Technik ausgestattete landwirtschaftliche Betriebe sind ein bedeutender
Wirtschaftsfaktor. Zwischen extensiv genutztem Grünland und Wäldern blühen die lebendigen Städte und
Gemeinden.
	 Der Charakter der Moore ist jedoch
im gesamten Naturpark stets gegenwärtig. Die Weite der Landschaft, die
langgestreckten Siedlungen und Kanäle
fallen dabei besonders ins Auge. Und
langsam entstehen sie wieder, die großen Moorlandschaften.

KONTAKT
Naturpark & Biosphärenreservat Bayer. Rhön e. V.
Oberwaldbehrunger Straße 4
97656 Oberelsbach
Telefon: 00 49. 97 74. 91 02 50
Telefax. : 00 49. 97 74.91 02 21
E-Mail: poststelle@nbr-rhoen.de
Das Mitglied im Internet
www.brrhoen.de

Bergmähwiesen Lange Rhön
Foto: Klaus Spitzl

Der Verein Naturpark & Biosphärenreservat Bayerische Rhön (NBR e. V.)
entstand aus dem 1967 gegründeten
Zweckverband Bayerische Rhön, der den
ca. 1.250 km² großen Naturpark Bayerische Rhön betreut hatte. 1997 hat sich
nach einer Ausweitung des Aufgaben­
spektrums der Zweckverband Bayerische
Rhön zum NBR e. V. weiter entwickelt.
	 Die Vereinsmitglieder sind die beiden Landkreise Bad Kissingen und
Rhön-Grabfeld, die große Kreisstadt Bad
Kissingen sowie 40 Städte und Gemeinden und vier Mitglieder aus anerkannten
Naturschutzverbänden.
	 Der NBR e. V. ist Mitglied in der
Arbeitsgemeinschaft Rhön, ein Zusammenschluss der fünf an der Rhön beteiligten Landkreise und der jeweiligen
Trägervereine.
	 Ab dem Jahr 2001 übernahm der
NBR e. V. im bayerischen Teil des UNESCO-Biosphärenreservates Rhön zudem den Auftrag zur Umweltbildung,
Bildung für Nachhaltige Entwicklung
und Information.
	 Der NBR e. V. ist Betreiber von zwei
Infozentren – dem Infozentrum „Haus
der Langen Rhön“ in Oberelsbach und
dem Infozentrum „Haus der Schwarzen
Berge“ in Wildflecken-Oberbach – und
verschiedenen kleineren Besucher-Informationseinrichtungen. Über den Verein wird außerdem das Bildungsangebot

der Umweltbildungsstätte Oberelsbach
betreut.
	 In den Landkreisen Bad Kissingen
und Rhön-Grabfeld gibt es inzwischen
je ein mobiles Umweltbildungsteam.
Auf einer Fläche von ca. 1.250 km² besuchen sie Schulen und Kindergärten
vor Ort mit einem dem Lehrplan angepassten Umweltbildungsangebot. Darüber hinaus werden vom NBR e. V. weiterhin die klassischen Naturpark-Aufgaben (Wander- und Radwege, Lehrpfade,
Loipen, etc.) umgesetzt.
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JAHRESBERICHT 2015

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Förderer und Partner
EUROPARC Deutschland e. V. bedankt sich bei allen, die die Realisierung der beschriebenen
Aktivitäten und Projekte ermöglicht und unterstützt haben.

Unterstützen
Sie die
Nationalen
Naturlandschaften.
Werden Sie
Förder­mitglied.

Aktion Mensch
Die Aktion Mensch fördert Initiativen,
die Chancen weitergeben und zu einem gleichberechtigten Miteinander von
Menschen mit und ohne Behinderung
beitragen. Deshalb wird das EURO­
PARC-Vorhaben „Vielfalt (er)leben ohne
Barrieren – Barrierefreiheit und Inklusion in Nationalparks, Biosphärenreservaten und Naturparks in Deutschland“
durch Aktion Mensch unterstützt.
www.aktion-mensch.de

BIONADE
Die BIONADE GmbH ist Getränkepartner des Freiwilligenprogramms „Ehrensache Natur – Freiwillige in Parks“.
Jedes Jahr spendet die Firma Getränke
für Veranstaltungen mit Freiwilligen in
den Nationalen Naturlandschaften.
www.bionade.de

Bundesamt für Naturschutz und Bun­
desministerium für Umwelt, Natur­
schutz, Bau und Reaktorsicherheit unterstützen mit Zuwendungen Projekte
von EUROPARC Deutschland e. V. und
tragen so wesentlich zur Entwicklung eines Schutzgebietssystems von National-

parks, Biosphärenreservaten, Naturparks und Wildnisgebieten bei, letztlich
im Sinne internationaler Verpflichtungen und für den Erhalt der biologischen
Vielfalt.
www.bfn.de
www.bmub.bund.de

BundesUmweltWettbewerb
Der BundesUmweltWettbewerb (BUW)
fordert Jugendliche dazu auf, den Ursachen von Umweltproblemen nachzugehen und Lösungen zu finden. Träger des
BUW ist das Bundesministerium für
Bildung und Forschung. Durchgeführt
wird der Wettbewerb vom Leibniz-Institut für die Pädagogik der Naturwissenschaften an der Universität Kiel. Der
Wettbewerb verbindet naturwissenschaftliche und gesellschaftliche Themen unter dem Motto „Vom Wissen zum
nachhaltigen Handeln“. Mit der ausgeprägten Handlungsorientierung spricht
der Wettbewerb eine breite Zielgruppe –
über die reinen Naturwissenschaften hinaus – an und motiviert die Jugendlichen
zur gesellschaftlichen Teilhabe. EUROPARC Deutschland e. V. unterstützt die
Durchführung des Wettbewerbs bei der
Teilnehmergewinnung, einer Beteiligung
an der Jury sowie der Bereitstellung des

jährlichen Sonderpreises „Taten für
die Natur“.
www.buw-home.de

so viel Wasser für die Natur verfügbar
zu machen, wie für das weltweit verkaufte Getränkevolumen benötigt wird,
umzusetzen.
	 Seit 2004 hat Coca-Cola 209 Wasserprojekte in 61 Ländern unterstützt
und damit insgesamt 153.6 Milliarden
Liter Wasser zurückgegeben. Damit hat
Coca-Cola das Ziel bereits fünf Jahre
früher als geplant erreicht. Seit 2015 ist
Coca-Cola Fördermitglied.
http://nachhaltigkeitsbericht.coca-cola.
de/coca-cola-international

Bundesvereinigung Lebenshilfe
Seit 2009 kooperiert EUROPARC
Deutschland e. V. mit der Bundesvereinigung Lebenshilfe, um gemeinsam das freiwillige Engagement von Menschen mit
geistiger Behinderung zu befördern. Der
Verband spendet Personalzeit, um fachlich
zu beraten und um seine Mitglieder für gemeinsame Projekte vor Ort zu gewinnen.
Als Multiplikator verbreitet die Lebenshil- DER Touristik
fe das Anliegen von EUROPARC weiter. Der drittgrößte Reisekonzern in
Deutschland wirbt im ITS-Reisekatalog
www.lebenshilfe.de
„Sommer 2016 – Deutschland, Niederlande“ gezielt für die Nationalen Naturlandschaften in den Reiseregionen von
ITS. Zum wiederholten Mal werden die
Coca-Cola Deutschland und die
Kunden mit dem Katalog nicht nur über
Coca-Cola Foundation
Seit 2012 unterstützt Coca-Cola Deutsch- die landschaftlichen Highlights der Nationalen Naturlandschaften informiert,
land im Rahmen der Nachhaltigkeitsaksondern auch durch vergünstigte Eintivitäten die Verbandsarbeit und ist seit
trittspreise von Infozentren, Baumkro2015 Fördermitglied von EUROPARC
nenpfaden etc. als Besucher von SchutzDeutschland.
	 Die Coca-Cola Foundation in Atlanta gebietseinrichtungen gewonnen.
finanziert zudem mit rund 800.000 € das www.dertouristik.com
Renaturierungsprojekt der „Alten Elbe“ bei
Klieken. Dieses Projekt trägt dazu bei, das
Versprechen des Unternehmens, bis 2020

Deutsche Agentur für das EU-Pro­
gramm „Jugend in Aktion“
EUROPARC Deutschland e. V. koordiniert für seine Mitglieder den „Europäischen Freiwilligendienst“, einen internationalen Lerndienst, der durch das EU-Programm „Jugend in Aktion“ finanziert wird.
Schutzgebietsorganisationen können junge
Menschen in internationale Schutzgebiete
versenden und/oder engagierte Menschen
aus dem Ausland als Freiwillige
aufnehmen.
www.jugend-in-aktion.de

Deutsche Bundesstiftung Umwelt
Die Deutsche Bundesstiftung Umwelt
(DBU) ist eine der größten Stiftungen in
Europa. Sie fördert innovative beispielhafte
Projekte zum Umweltschutz. Das EUROPARC-Projekt „Marktplatz Natur“ wurde
von der DBU gefördert.
www.dbu.de/

Deutscher Naturschutzpreis
„Ungehindert engagiert: Menschen mit
geistiger Behinderung entdecken, erleben
und erhalten den Lebensraum Wasser“ –
dieses Vorhaben wurde mit dem Förder-

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Förderer und Partner

preis des Deutschen Naturschutzpreises
2013 ausgezeichnet, der vom Bundesamt für Naturschutz als Träger und Jack
Wolfskin als Stifter ausgelobt wurde.
www.bfn.de

Erlebnisakademie
Die Erlebnis Akademie AG konzeptioniert, errichtet und betreibt barrierefreie Naturerlebniseinrichtungen und
verfügt derzeit über drei Baumwipfelpfade in Deutschland (Bayerischer Wald,
Schwarzwald, Rügen) und einen in
Tschechien (Lipno). Seit der Gründung
des Unternehmens im Jahre 2001 hat
sich die Erlebnis Akademie AG bis heute
zum führenden Anbieter von Baumwipfelpfaden in Deutschland entwickelt. Seit
2015 ist die Erlebnisakademie Fördermitglied von EUROPARC Deutschland.
www.eak-ag.de

Europa-Park Rust
Der Europa-Park ist ein Freizeit- und
Themenpark in Rust, Baden-Württemberg. Mit rund 5 Millionen Besuchern im Jahr 2014 ist er der am meisten besuchte Freizeitpark im deutsch-

sprachigen Raum. Der Park trägt das
TÜV-Süd-Zertifikat „Green Amusement
Park“. 2015 finanzierte der Europa-Park
einen Medienworkshop für ältere Junior
Ranger.

konkretisiert, denn ein Vielzahl selten
gewordener Tier- und Pflanzenarten erhalten so dauerhaft ein Zuhause.
www.sielmann-stiftung.de

Fjällräven
Die Fjällräven Sportartikel GmbH unterstützt das Freiwilligenprogramm „Ehrensache Natur – Freiwillige in Parks“ u.a.
durch hochwertige Outdoor-Bekleidung.
Seit vielen Jahren ist Fjällräven außerdem
wertvoller Partner für die Ausstattung
von Rangern und bietet den Nationalen Naturlandschaften eine ausgewählte Ranger-Kollektion zu vergünstigten
Preisen an.
www.fjallraven.de

HiPP
Die HiPP GmbH unterstützt das Junior-Ranger-Camp 2015 im Nationalpark
Eifel mit Produktspenden.
www.hipp.de

Heinz Sielmann Stiftung
Mit finanzieller Unterstützung der Heinz
Sielmann Stiftung konnte der Nationalpark Müritz rund 11 Hektar erwerben und diese Fläche dauerhaft für die
natürliche Entwicklung von Lebensräumen sichern. EUROPARC Deutschland
vermittelte dieses Projekt. Der Leitsatz
der Heinz Sielmann Stiftung „Vielfalt ist
unsere Natur“ wird mit diesem Vorhaben

Honda
Unter dem Motto „Verantwortung für
die Welt von morgen“ unterstützt das
Unternehmen Honda im Rahmen einer
strategischen Partnerschaft seit 2004
die deutschen UNESCO-Biosphärenreservate. Die Kooperation ermöglichte in 2014 das Ausstellungsvorhaben
der UNESCO-Biosphärenreservate auf
der BUGA 2015 sowie die Produktion der Broschüre „Biosphärenreservat
in Deutschland Natürlich nah“ in einer
überarbeiteten Fassung.
www.honda.de

Institut für Ländliche
Strukturforschung
Das Institut für Ländliche Strukturforschung an der Goethe Universität
Frankfurt a. M. (IfLS) unterstützt EUROPARC Deutschland e. V. als Subauftragnehmer bei der Evaluierung des Managements der österreichischen Nationalparks, insbesondere in den Bereichen
Bildung und Öffentlichkeitsarbeit, Forschung und Organisation.
www.ifls.de

Lotto-Toto GmbH Sachsen-Anhalt
Lotterie-Fördermittel in Höhe von
75.000 Euro unterstützen das Vorhaben
„Alte Elbe Klieken“. Bis zu einem Viertel der Spieleinsätze in den verschiedenen Lotterien fließt auf direktem Wege
in Vorhaben, die von gemeinnützigen
Vereinen und Institutionen beantragt
werden. Auf diese Weise gewinnt jeder
Bürger im Land, auch wenn sein Los kein
Glückstreffer war. Lotto-Toto fördert mit
diesem Projekt Naturschutz mit einer
überregionalen Ausstrahlung und von
besonderem Landesinteresse.
www.lottosachsenanhalt.de

Midori-Preis
Frau Bundeskanzlerin Dr. Angela Merkel wurde im Oktober 2010 von der japanischen AEON-Umwelt-Stiftung der
MIDORI-Preis für ihr Engagement im
Bereich internationaler Umweltschutz,
Klimaschutz und Artenvielfalt verliehen.
Das Preisgeld in Höhe von 500.000 Euro
reichte die Bundeskanzlerin an EUROPARC Deutschland e. V. weiter, um damit das Freiwilligenprogramm „Ehrensache Natur – Freiwillige in Parks“ zu
unterstützen.

Ministerium für Ländlichen
Raum und Verbraucherschutz
Baden-Württemberg
Das Land Baden-Württemberg fördert
das Projekt „Inwertsetzung von Naturschutzmaßnahmen“ mit 50.000 Euro.
Es ist Teil der Naturschutzstrategie des
Landes. Ziel ist es, vor allem den wertvollen Streuobstbeständen eine Zukunftsperspektive zu geben. Diese weisen eine
biologische Vielfalt auf wie kaum ein anderer Lebensraum – und sind doch oft
bedroht, wenn ihnen kein ökonomischer
Nutzen mehr zugeschrieben wird. Das
Projekt soll durch den Verkauf von Zertifikaten die wirtschaftliche Bedeutung
der Streuobstwiesen hervorheben und

dazu beitragen, den Erhalt dieser Kulturlandschaft zu finanzieren.
www.mlr.baden-wuerttemberg.de

Town & Country Haus
Town & Country Haus kooperiert seit
mehreren Jahren mit EUROPARC
Deutschland e. V. Der Massivhausanbieter hat zum Ziel, die Folgen, die jeder
Hausbau für die regionale und globale
Ökobilanz hat, weitgehend zu kompensieren. Town & Country Haus unterstützt seit 2014 den Betrieb und die weitere Entwicklung des bundesweiten Junior-Ranger-Programms in den Nationalen
Naturlandschaften.
www.hausausstellung.de

Verein Dübener Heide e. V.
Der Naturpark Dübener Heide hat
EURO­PARC Deutschland e. V. beauftragt, ein Konzept für bürgerschaftliches
Engagement zu erstellen. Ziel des Vorhabens „Engagement 2020 im Naturpark
Dübener Heide“ ist es, Engagementan-

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Förderer und Partner

gebote zu entwickeln, die an die gesellschaftlichen Entwicklungen bis 2020
angepasst sind.
www.naturpark-duebener-heide.com

WWF Deutschland
Der WWF Deutschland engagiert sich
weltweit für den Erhalt der biologischen
Vielfalt und den Klima- sowie Naturschutz. Vor allem die junge Generation
ist es, die Veränderungen möglich macht.
Werte und Verhaltensmuster werden in
der Kindheit maßgeblich geprägt. Wenn
wir die Verbraucher und Entscheider von
morgen erreichen wollen, müssen wir die
Kinder von heute für einen nachhaltigen
Lebensstil begeistern! Damit dies gelingt,
unterstützt WWF Deutschland die Verbandsarbeit von EUROPARC Deutschland e. V. weit über den jährlichen Mitgliedsbeitrag hinaus. Ein Höhepunkt der
gelebten Partnerschaft ist die gemeinsame Etablierung des bundesweiten Junior-Ranger-Programms in den Nationalen
Naturlandschaften.
www.wwf.de

Zoologische Gesellschaft Frankfurt
Seit 2013 kooperiert EUROPARC
Deutschland e. V. mit der Zoologischen
Gesellschaft Frankfurt (ZGF), um die
Diskussion zu Wildnisgebieten und
Nationalparks in Deutschland voranzubringen und Nationalparkinitiativen
zu unterstützen. Deshalb hat die ZGF
die Erstellung des Onlineportals „www.
wissen-nationalpark.de“ gefördert, das
Informationen über Nationalparks in
Deutschland bereitstellt, und sich auch
an der inhaltlichen Umsetzung beteiligt.
www.fzs.org

Nationalpark Berchtesgaden
Foto: Stephanie Kleinlein

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JAHRESBERICHT 2015

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Gute Gründe für ein Engagement bei
EUROPARC Deutschland e. V.

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JAHRESBERICHT 2015

„EUROPARC Deutschland – Der Anwalt
aller Nationalen Naturlandschaften –
Heimat unserer natürlichen Kräfte auf dem
internationalen Parkett.”
	

„EUROPARC Deutschland ist Mitt­
ler, Moderator und Multiplikator für

Naturpark Oberpfälzer Wald

faszinierende geschützte Landschaf-

Jede einzelne Nationale Naturlandschaft ist besonders, das Netz der Nationalen Naturlandschaften

ten in Deutschland.

ist einzigartig. EUROPARC Deutschland schafft als Dachverband Synergien für Natur und Gesell­

Als Mitglied von EUROPARC

schaft. Auch zukünftig brauchen wir großartige Partner, damit wir die Fülle der Natur weiter genießen

machen wir uns gemeinsam für den

können.

Schutz der Natur und Artenvielfalt
stark!“
	

KONTAKT
EUROPARC Deutschland e. V.
Pfalzburger Straße 43/44
10717 Berlin
Telefon: 030. 288 78 82-0
Telefax: 030. 288 78 82-16
E-mail: info@europarc-deutschland.de

Ihre Ansprechpartner Vorstand
Guido Puhlmann
Karl Friedrich Sinner
Christian Unselt
Hartmut Escher
Ihre Ansprechpartnerin
geschäftsstelle
Dr. Elke Baranek

Wir setzen uns für die Nationalen Naturlandschaften ein und bringen Menschen zusammen, die sich für den Erhalt
un2serer Lebensgrundlagen engagieren.
Das sind sowohl Fachleute aus Nationalparks, Naturparks, Biosphärenreservaten, aus Nichtregierungsorganisationen,
Stiftungen und Unternehmen wie auch
Naturinteressierte und engagierte Bürger
und Bürgerinnen.
	 Wir wissen, dass sich viele Naturschutzziele erst erreichen lassen, wenn
verschiedene Partner für ein gemeinsames Projekt an einem Strang ziehen.
	 Wir motivieren und qualifizieren Menschen unterschiedlichster Altersklassen und Herkunft, Eindrücke
und Erfahrungen in und mit der Natur
zu gewinnen, für mehr Lebensqualität jedes Einzelnen. Unsere Programme „Junior Ranger“ und „Ehrensache Natur“ sorgen für eine sinnvolle Betätigung und für
Lebensfreude.
Eine Marke vereint
Die Marke „Nationale Naturlandschaften“ entstand aus dem Bedürfnis und
dem Wunsch heraus, den bundesweit
agierenden Großschutzgebieten über
Ländergrenzen hinweg einen klar identifizierbaren, verlässlichen, seriösen und
kommunizierbaren Absender zu geben.
Wir arbeiten täglich daran, die Idee der
Dachmarke mit Leben zu füllen. Viele

erfolgreiche Projekte machen Mut und
zeigen Wirkung. Wir sind überzeugt,
dass die gemeinsame Arbeit bei EUROPARC Deutschland ökologische, ökonomische und soziale Vorteile für jeden
Beteiligten hervorbringt.
EUROPARC eröffnet neue Erkennt­
nisse und Erfahrungen:
•	 im regelmäßigen Fachaustausch in 	
	 unterschiedlichen Arbeitsgruppen
•	 in der Zusammenarbeit mit
	 Landes- und Bundes­hörden sowie 	
	 mit Naturschutz­organisationen
•	 in der Realisierung von Projekten
•	 in der Kommunikation gemein-­	
	 samer Ziele
•	 mit der Erstellung von Gutachten, 	
	 Studien, Analysen, Umfragen, Publi-	
	 kationen und Ausstellungen
•	 mit der Qualifizierung von Mitar-	
	 beiterinnen und Mitarbeitern der 	
	 Nationalen Naturlandschaften
•	 mit der Unterstützung der 		
	 hauptamtlichen Besucherbetreuung 	
	 und Umweltbildung
•	 mit der Veranstaltung von Fach	 tagungen und Workshops
•	 mit der Unterstützung im 		
	Fundraising.

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Heinz Sielmann Stiftung

Die Erfahrungen, die EUROPARC
Deutschland in seinen zwei Jahr­
zehnten sammeln durfte, sind ein­
malig und wertvolles Kapital für die
Gesellschaft.
EUROPARC Deutschland ist ein
Dach für alle. Unterstützen Sie unsere
Arbeit. Werden Sie Fördermitglied oder
Mitglied. Gemeinsam dürfen wir die
natürliche Vielfalt erhalten!

„EUROPARC ist wie eine große Familie: Nicht
alles gefällt, manches erscheint lästig, aber sie ist
wichtig als Rückhalt und Basis unseres Handelns
und hält uns alle zusammen.“
	

Biosphärenreservat Schaalsee

	

Biosphärenreservat Flusslandschaft Elbe-MV

„EUROPARC – das ist das Band, das uns Nationale Naturlandschaften miteinander verbindet.
Gemeinsame Ziele und koordiniertes Auftreten ­der deutschen Großschutzgebiete sichert deren
Verbund im bundesweiten Dachverband EUROPARC Deutschland. Dies ermöglicht das
abge­stimmte Handeln der Verbandsmitglieder und ein einheitliches Erscheinungsbild im föderalen
System der Bundesrepublik.“
	

Nationalpark Hamburgisches Wattenmeer

E U R O P A R C D E U T S C H L A N D E .  V .

Herausforderungen und Erfolge
Unser Jahresbericht 2015
Herausgeber
EUROPARC Deutschland e. V.
Pfalzburger Straße 43/44
10717 Berlin

Telefon 030. 288 78 82-0
Telefax 030. 288 78 82-16
info@europarc-deutschland.de
www.europarc-deutschland.de
www.nationale-naturlandschaften.de

Redaktion
Nina Slattery
Dr. Elke Baranek

Gestaltung
Ashman Werbung Berlin
Titelbild: Beeder Biotop – Foto: Günter Maier
Redaktionsschluss
05/2016
        
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