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Full text: Ausgewählte Clustererfolge

Ausgewählte Clustererfolge
Ergebnisse aus der Förderung innovativer Services

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Herausgeber Bundesministerium für Wirtschaft und Energie (BMWi) Öffentlichkeitsarbeit 11019 Berlin www.bmwi.de Text und Redaktion Beteiligte Cluster VDI/VDE Innovation + Technik GmbH Gestaltung und Produktion VDI/VDE Innovation + Technik GmbH, AZ Stand März 2015 Druck Druckerei Thiel Gruppe, Ludwigsfelde Bildnachweis © ARochau / fotolia.com (Titel)

Das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie ist mit dem audit berufundfamilie® für seine familienfreundliche Personalpolitik ausgezeichnet worden. Das Zertifikat wird von der berufundfamilie gGmbH, einer Initiative der Gemeinnützigen Hertie-Stiftung, verliehen.

Diese Broschüre ist Teil der Öffentlichkeitsarbeit des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie. Sie wird kostenlos abgegeben und ist nicht zum Verkauf bestimmt. Nicht zulässig ist die Verteilung auf Wahlveranstaltungen und an Informationsständen der Parteien sowie das Einlegen, Aufdrucken oder Aufkleben von Informationen oder Werbemitteln.

Diese und weitere Broschüren erhalten Sie bei: Bundesministerium für Wirtschaft und Energie Öffentlichkeitsarbeit E-Mail: publikationen@bundesregierung.de www.bmwi.de Zentraler Bestellservice: Telefon: 030 182722721 Bestellfax: 030 18102722721

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Inhaltsverzeichnis
1. Vorwort .......................................................................................................................................................................................................................................... 5 2. Ausgewählte Clustererfolge Bayerischer IT-Sicherheitscluster e. V. ............................................................................................................................................................................... 6 foodRegio e. V........................................................................................................................................................................................................................... 8 Cluster Forst und Holz in Bayern.......................................................................................................................................................................................10 Kompetenznetz INPLAS e. V. .............................................................................................................................................................................................12 Kunststoff-Institut Lüdenscheid........................................................................................................................................................................................14 Netzwerk Logistik Leipzig-Halle e. V.................................................................................................................................................................................16 BioRegio STERN Management GmbH.............................................................................................................................................................................18 Medical Valley EMN e. V. .....................................................................................................................................................................................................20 BioRN Network e. V. .............................................................................................................................................................................................................22 Chemie-Cluster Bayern GmbH...........................................................................................................................................................................................24 Cluster Sondermaschinen- und Anlagenbau..................................................................................................................................................................26 ENERGIEregion Nürnberg e. V. ..........................................................................................................................................................................................28 REGINA e. V. ...........................................................................................................................................................................................................................30 SafeTRANS..............................................................................................................................................................................................................................32 Satellitennavigation Berchtesgadener Land – Salzburg...............................................................................................................................................34 Schlüsselregion e. V. .............................................................................................................................................................................................................36 Silicon Saxony e. V. ................................................................................................................................................................................................................38 SpectroNet..............................................................................................................................................................................................................................40 Umweltcluster Bayern e. V. .................................................................................................................................................................................................42 Virtual Dimension Center Fellbach w. V. .........................................................................................................................................................................44 Gemeinsames Verbundprojekt von OptecNet Deutschland e. V. ..............................................................................................................................46 - OpTech-Net e. V. .................................................................................................................................................................................................................48 - Optence e. V..........................................................................................................................................................................................................................50 - Photonics BW e. V. .............................................................................................................................................................................................................52 - bayern photonics e. V. ........................................................................................................................................................................................................54 - PhotonicNet GmbH............................................................................................................................................................................................................56 - OptoNet e. V. .......................................................................................................................................................................................................................58

3. Das Programm „go-cluster“................................................................................................................................................................................................. 60

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V O R W O RT

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Vorwort
Das Programm „go-cluster“ ist die clusterpolitische Exzellenzmaßnahme des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie (BMWi). Es vereint die leistungsfähigsten Cluster aus Deutschland. Diese sind Vorreiter für Innovationen und spiegeln die hohe Kompetenz Deutschlands in zahlreichen Branchen- und Technologiefeldern wider. Eines der erklärten Ziele des Programms ist die Unterstützung der beteiligten Clustermanagement-Organisationen bei der Weiterentwicklung ihrer Leistungsfähigkeit und Managementexzellenz. Ein Erfolgsschlüssel leistungsfähiger und nachhaltig agierender Clustermanagement-Organisationen ist dabei, dass diese ihren Clusterakteuren ein professionelles, bedarfsorientiertes und wirksames Serviceportfolio anbieten. Die Entwicklung innovativer Services ist in der Regel mit erheblichen wirtschaftlichen Risiken verbunden. Aus diesem Grund fördert das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie im Programm „go-cluster“ die Entwicklung neuer Servicekonzepte. Ein wesentliches Anforderungsmerkmal der Förderung ist, dass diese Clusterservices tiefgreifende Effekte bei den Clusterakteuren bewirken. Zudem müssen die Servicekonzepte einen Modellcharakter aufweisen und sich gut auf andere Clusterstrukturen übertragen lassen. Doch welche Servicekonzepte wurden zur Förderung ausgewählt? Wie wurden diese Services umgesetzt? Welche Effekte bewirken die Clusterservices bei den Clusterakteuren? In anschaulicher, praxisorientierter Weise präsentiert diese Publikation die neuen Clusterservices, die aufgrund der Förderung durch das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie entwickelt und implementiert wurden. Diese Clusterservices zeichnen sich dadurch aus, dass sie bereits erfolgreich in den Clustern angewendet und nachhaltig weitergeführt werden. Die geförderten Servicekonzepte reichen von neuen, kreativen Veranstaltungsformaten über App-Entwicklungen und Portale für eine verbesserte clusterbezogene Kommunikation bis hin zu innovativer Personalbeschaffung und neuen Instrumenten, um die Clusterakteure im Innovationsprozess zu unterstützen. Lassen Sie sich von den Erfolgsbeispielen des Programms „go-cluster“ inspirieren. Wir hoffen, dass wir Ihnen viele Anregungen für Ihre eigenen Clusteraktivitäten geben können.

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Bayerischer IT-Sicherheitscluster e. V.:
Informations-Sicherheits-Analyse (ISA+)

Das Projekt ISA+ bietet einen IT-Grundschutz, der weniger aufwändig ist, als Standardverfahren. (Bild: Bayerischer IT-Sicherheitscluster e. V.)

Der Clusterservice „Anwendermonitoring“ – später aus Gründen der Vermarktung als „Informations-Sicherheits-Analyse“ (ISA+) bezeichnet – des Bayerischen IT-Sicherheitsclusters e. V. ist ein IT-Sicherheitskonzept für kleine Unternehmen mit weniger als 50 PC-Arbeitsplätzen. „ISA+“ stellt weiterhin auch einen Einstieg in die Informationssicherheit für größere Unternehmen dar, die sich bisher nur wenig mit dem Thema befasst haben. Der Clusterservice ist eine angepasste Variante des Verfahrens „InformationsSIcherheitsmanagementSystem in 12 Schritten“ (ISIS12), das bereits in der „go-cluster“-Publikationsreihe „ClusterERFOLGE“ vorgestellt wurde. Der neue Service „ISA+“ leistet den IT-Grundschutz speziell für kleine Unternehmen. Das Verfahren ist ein Lösungsansatz bei mangelnder IT-Sicherheit im Unternehmen, bei dem die Mitarbeiter sensibilisiert werden und dessen Konzept geringere Einstiegsbarrieren als die komplexeren und finanziell aufwändigeren Standardverfahren (ISO 27001 und BSI IT-Grundschutz) vorsieht. Eine Projektgruppe „ISA+“ aus Experten wie Consultants, Juristen und Dienstleistern der IT-Sicherheitsbranche unterstützt zehn Unternehmen bei der Umsetzung des Sicherheitskonzepts. Der Clusterservice ist nach sechs Monaten wirtschaftlich profitabel und trägt somit zum Wachstum des Clusters und zu dessen Finanzierungsdiversifizierung bei. Das Serviceangebot des Bayerischen IT-Sicherheitsclusters e. V. richtet sich an kleine Unternehmen und hilft diesen,

Sicherheitsstandards für ihre Informationstechnik zu implementieren. Die Unternehmen erhalten eine Sicherheitsdienstleistung, die individuell auf ihre Strukturen zugeschnitten ist und einen ganzheitlichen Lösungsansatz bietet. Darüber hinaus trägt die Umsetzung in der Projektgruppe zum Austausch bei und fördert die Anbahnung neuer Kooperationsprojekte. Der Innovationsgrad des neuen Services ist durch die Ausrichtung der IT-Sicherheit auf kleine Unternehmen und den expliziten Zuschnitt auf deren Bedürfnisse gewährleistet. Die nationale Nachfrage nach dem auf kleine und mittlere Unternehmen (KMU) ausgelegten ISIS12 hat bereits das enorme Marktpotenzial eines solchen Angebots gezeigt. Insbesondere KMU sind hier auf externe Leistungen angewiesen und werden entsprechend profitieren. Einen erheblichen Nutzen vom Clusterservice haben insbesondere Unternehmen, die nicht ausreichend Kapazitäten und Wissen zum Thema IT-Sicherheit haben. Mit dem Service können sie das Risiko entsprechender Schadensfälle verringern. Die Projektgruppe „ISA+“ erarbeitet Verbesserungspotenziale und Handlungsempfehlungen und bietet direkte Ansprechpartner. Die Unternehmen profitieren also sowohl von der gesteigerten IT-Sicherheit, als auch von den neuen Kontakten mit potenziellen Kooperationspartnern, die wiederum den Zugang zu Unternehmen suchen. Aber auch das Cluster kann einen erheblichen Nutzen aus dem

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angebotenen Service gewinnen. Die enge Kooperation mit den Teilnehmern im Projekt vertieft die Bindung zwischen dem Clustermanagement und den beteiligten Mitgliedern. Eine Verbreitung des Services über die Clustergrenzen hinaus steigert zudem den Bekanntheitsgrad des Clusters und seiner Mitglieder, kann neue Mitglieder und Märkte erschließen sowie zusätzliche Einnahmen für das Cluster generieren. Das Serviceangebot des Bayerischen IT-Sicherheitsclusters e. V. führt folglich zu einer Verstetigung der eigenen Managementstrukturen und darüber hinaus. Die Übertragbarkeit des Konzepts ist durch die konzeptionelle Ausgestaltung des Services nach entsprechenden

Modifizierungen möglich. Auch bei Mitgliedsunternehmen anderer Cluster dürfte der Bedarf eines IT-Sicherheitskonzepts speziell für kleine Unternehmen bestehen. Die Erfahrungen des Projekts, ebenso wie die Bedarfsermittlung und Handlungsempfehlungen, können anderen Clustern zugänglich gemacht werden, folglich könnte dessen Umsetzung auch dort die gleichen positiven Effekte bewirken. Zudem ist das Konzept langfristig ausbaufähig und insofern ein nachhaltiges Serviceangebot. Ein etabliertes Netz kompetenter und vor allem engagierter Kooperationspartner ist allerdings die Grundlage für eine erfolgreiche Umsetzung. Der Clusterservice ist demnach durchaus übertragbar und hat vielseitige positive Auswirkungen für das Cluster und seine Mitglieder.

Kontakt
Bayerischer IT-Sicherheitscluster e. V. Bruderwöhrdstr. 15 b 93055 Regensburg Sandra Wiesbeck Telefon: +49 941 604 889-18 sandra.wiesbeck@it-sec-cluster.de www.it-sicherheit-bayern.de

Das Cluster
Im Bayerischen IT-Sicherheitscluster e. V. haben sich Unternehmen der IT-Wirtschaft und Unternehmen, die Sicherheits­ technologien nutzen, sowie Hochschulen, Weiterbildungseinrichtungen und Juristen zusammengeschlossen. Das Cluster ist inhaltlich in den Bereichen „IT-Security“ und „IT-Safety“ tätig. Die „IT-Security“ umfasst alle Themen der IToder Informationssicherheit, die sich im weitesten Sinne mit dem Schutz vor intelligenten, strategischen Angriffen beschäftigen. Mit „IT-Safety“ wird die technisch-funktionale Informationssicherheit bezeichnet, die sich primär mit dem Schutz vor schadhaften Einflüssen beschäftigt. Das Cluster unterstützt seine Mitglieder durch die Leistungen der Kooperationsförderung, Öffentlichkeitsarbeit sowie Information, Weiterbildung und Personalvermittlung.

Fakten und Zahlen
Innovationsfeld: IuK-Technologien Gründungsjahr: 2006 Mitglieder: 107 Name des Clusterservices: „Anwendermonitoring“ IT-Sicherheit

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foodRegio e. V.:
InnoFood – Innovationsmanagement in der Ernährungswirtschaft

Nachhaltige und effiziente Innovationsprozesse für Mitgliedsunternehmen gestalten. (Bild: Antje Rautenberg, c/o Wirtschaftsförderung Lübeck GmbH)

Der Clusterservice „InnoFood“ hat das Ziel, die Innovationsmanagementkompetenzen der Clustermitglieder zu stärken, damit eine Optimierung bestehender Innovationsprozesse zu unterstützen und daraus resultierend die Anzahl und Qualität der in den Clusterunternehmen umgesetzten Innovationen zu fördern. Thematisch liegt der Fokus des Clusterservices auf der Schaffung innovationsrelevanter Strukturen und Prozesse, der Kompetenzentwicklung und Beteiligung der Beschäftigten sowie der Implementierung einer Innovationskultur in den jeweiligen Unternehmen. Hierdurch sollen Innovationsprozesse der Mitgliedsunternehmen effizienter und nachhaltiger gestaltet werden. „InnoFood“ basiert dabei auf einem mehrstufigen Modell, das initial aus den Teilprozessen Sensibilisierung, Wissensvermittlung, Best-Practice-Beispielen und Orientierungshilfen besteht. Darüber hinaus wurde im Clustermanagement ein IT-gestütztes Innovationsmanagementsystem implementiert, das dabei unterstützt, Innovationsprojekte im Cluster effektiv zu gestalten und die Transparenz und den Überblick über Projekte und Ideen im Netzwerk zu gewährleisten. Das Serviceangebot der foodRegio bietet den Unternehmen der Ernährungswissenschaften ein gesamtheitliches System zur Optimierung von Innovationsprozessen. Dabei werden den Mitgliedern Anregungen, Checklisten und IT-gestützte Werkzeuge zur Verbesserung ihrer Innovationsorganisation gegeben. Die Verknüpfung der Unternehmen untereinander

auf Basis der gemeinsamen Innovationsstruktur regt neue Prozesse an und führt zu einer gesteigerten Innovationsleistung des gesamten Clusters. Der Innovationsgrad des neuen Services liegt in der Anpassung eines Innovationsmanagementsystems an die spezifischen Strukturen und Eigenheiten der Ernährungswirtschaft. Dabei werden insbesondere knappe Innovationsbudgets der KMU und vertikal geprägte Kooperationsstrukturen berücksichtigt. Ein Nutzen entsteht den Clustermitgliedern sowie dem Clustermanagement insbesondere durch Know-how-Transfer und Wissensaustausch im Hinblick auf die systematische Organisation und Implementierung von innovationsförderlichen Rahmenbedingungen und Strukturen. Das Konzept „InnoFood“ ist ein Lösungsansatz, um den Herausforderungen eines wachsenden Wettbewerbs- und Innovationsdrucks sowie immer kürzeren Entwicklungszyklen im deutschen Lebensmittelmarkt zu begegnen. In Workshops werden Themen wie Innovationsmanagement, Innovationsrahmenbedingungen und -kultur erstmalig an die KMU herangetragen und darüber hinaus Innovationsmanagement-Instrumente zur Verfügung gestellt. Somit profitieren sie von dem neuen Wissen und den Werkzeugen zur Realisierung im Betrieb. Neben einem klassischen themenspezifischen Austausch der Schlüsselakteure wird der Service dann durch das IT-gestützte Innovationsmanagement greifbar. Eingebettet

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in den „Masterplan foodRegio 2015“ ist der Service zudem ein wichtiges Instrument in einem strategischen Handlungsfeld des Clusters. „InnoFood“ liefert den Clustermitgliedern Denkanstöße und Werkzeuge, die betrieblichen Innovationsprozesse systematischer, offener und effektiver zu gestalten. Die Übertragbarkeit des Konzepts zur Implementierung von Innovationsmanagementsystemen in der Ernährungswirtschaft ist auch auf Cluster und Netzwerke anderer Branchen gegeben. Dies ist damit zu begründen, dass der Service „InnoFood“ nicht auf Produkte im Speziellen, sondern vielmehr auf Prozesse und Strukturen in Unternehmen und Netzwerken ausgerichtet ist. Das mehrstufige Verfahren zur Umsetzung des innovativen Services macht das Konzept für interessierte Cluster nachvollziehbar. Die technischen

Risiken bei der Übertragung sind gering. Allerdings wurden Innovationsmanagementsysteme bisher überwiegend in technologieaffinen Branchen umgesetzt. Unternehmen aus nicht-technologieaffinen Branchen zeichnen sich durch niedrige Entwicklungsbudgets und eine ähnliche strukturelle Einbindung wie in der Nahrungsmittel-Wertschöpfungskette aus. Diese haben sehr individuelle Ansprüche, und entsprechend spezifisch auf die Anforderungen ausgerichtet muss auch der Clusterservice entwickelt werden. Das implementierende Cluster muss demnach eigene Entwicklungspfade erarbeiten. Der erzielbare Nutzen und das geringe Risiko machen den in „go-cluster“ geförderten Service „InnoFood“ zu einem wertvollen Konzept, insbesondere auch für Cluster mit einem geringeren technologischen Fokus.

Kontakt
foodRegio e. V. c/o Wirtschaftsförderung Lübeck GmbH Falkenstr. 11 23564 Lübeck Dr. Björn Jacobsen Telefon: +49 451 70655-0 jacobsen@luebeck.org www.foodregio.de

Das Cluster
foodRegio ist eine Initiative von norddeutschen Unternehmen und Einrichtungen der Ernährungswirtschaft – ausgehend von der Region Lübeck. Das ausgegebene Ziel ist es, der Ernährungswirtschaft im Norden und insbesondere deren Unternehmen durch gemeinsame Projekte einen messbaren Mehrwert zu bieten. Neben großen und traditionsreichen Unternehmen gibt es eine Vielzahl an mittelständisch geprägten Unternehmen, die entlang der Wertschöpfungskette erfolgreich am Markt agieren. Die Tätigkeitsschwerpunkte von foodRegio liegen in der Vermittlung des Technologietransfers zwischen Forschung, Wissenschaft und Wirtschaft, der Kooperationsförderung einschließlich beratender Leistungen, Unterstützung bei Qualifizierungsmaßnahmen sowie Informationen über Marktpotenziale und Fördermöglichkeiten.

Fakten und Zahlen
Innovationsfeld: Produktionstechnologien Gründungsjahr: 2005 Mitglieder: 50 Name des Clusterservices: InnoFood – Innovationsmanagement in der Ernährungswirtschaft

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Cluster Forst und Holz in Bayern:
Entwicklung einer Innovationskultur im Holzbau durch Aufbau eines Ideen- und Forschungskompasses

Gemeinsame Webplattform des Clusters: Der Ideen- und Forschungskompass (Bild: © ronstik/Fotolia.com)

Der Clusterservice bietet den Mitgliedern des Clusters Forst und Holz in Bayern eine Plattform zur Vernetzung der For­ schungs- und Entwicklungsbedarfe der Holzbranche mit den Aktivitäten und Angeboten der Forschungsinstitute. Die Plattform setzt sich aus einem Ideen- und Forschungskompass, einem aktiven Wissensmanagement und einem anwenderfreundlichen Internetauftritt zusammen. So sollen strategische Handlungsfelder zwischen Wissenschaft und Wirtschaft gemeinsam abgestimmt werden. Der Service richtet sich an sämtliche Clusterakteure wie Betriebe, Institute, Forschungseinrichtungen, Planer und Projektentwickler. Die Entwicklung einer Innovations- und Projektkultur der Branche auf Grundlage des „Ideen- und Forschungskompass“ beinhaltete zunächst die Bildung eines Expertenkreises. Dieser erarbeitete anschließend unter der Moderation der Clusterinitiative einen „Maßnahmenplan Holzbau Bayern“, der die Grundlage für den „Ideen- und Forschungskompass“ darstellt. Das Serviceangebot des Clusters Forst und Holz in Bayern verknüpft Forschung und Wirtschaft sowohl auf der thematischen als auch auf der Akteursebene. Der „Ideen- und Forschungskompass“ bietet eine Projektbörse für Forschungsund Entwicklungsvorhaben sowie eine Übersicht über die forschenden Institute und ihre Schwerpunkte. Durch dieses Medium können sich Forschungseinrichtungen und Betriebe der Holzwirtschaft in Projekten zusammenschließen. Clus-

terakteure profitieren so insbesondere von neu identifizierten Handlungsfeldern und den damit verbundenen Innovationsimpulsen. Der Innovationsgrad des neuen Services liegt in der Bewältigung besonders kleinteiliger Wirtschaftsstrukturen und deren Bündelung in einer komplexen Plattform. Mit einer durchschnittlichen Betriebsgröße von knapp unter zehn Mitarbeitern ist die branchenspezifische Zergliederung eine strukturelle Herausforderung. Der Service wandelt diese Strukturen in innovatives Potenzial um. Ein Nutzen entsteht den verschiedenen Clustermitgliedern aus Wirtschaft und Forschung durch die Integration in die Clusterentwicklung – davon profitiert auch das Cluster selbst. Die zumeist kleinen Unternehmen der Holzwirtschaft profin tieren insbesondere von der erleichterten Kontaktauf­ ahme mit forschenden Institutionen. Sie gewinnen kompetente Ansprechpartner, wenn es um neue Technologien und komplexe Probleme geht. In Kooperationsprojekten mit Forschungseinrichtungen stehen sie vor neuen Herausforderungen und bekommen Impulse für innovative Marktsegmente. Auch die Darstellung erfolgreicher Kooperationsprojekte kann neue Handlungsfelder aufzeigen. Forschungseinrichtungen wiederum können ihre Aktivitäten an der regionalen Holzwirtschaft orientieren und ihre Ergebnisse wirtschaftlich verwerten. So kann die Rückkopplung an die

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Entwicklung in der Wirtschaft auch neue Forschungsfelder und mögliche Quellen zur Drittmittelakquise einbringen. Das Clustermanagement kann durch sein umfangreiches Servicekonzept eine Vielzahl seiner Mitglieder in den Prozess der strategischen Clusterentwicklung einbinden. Somit bleibt das Cluster bedarfsorientiert und schafft es gleichzeitig, engagierte Clusterakteure aktiv zu integrieren. Die Übertragbarkeit des Konzepts ist durch die klar strukturierte Planung der Umsetzung möglich. Das Konzept verwendet zudem bekannte methodische Komponenten

wie die Initiierung eines Projektkreises, die Erarbeitung eines Maßnahmenplans, Information und Vernetzung über eine internetgestützte Plattform sowie das Wissensmanagement. Das Konzept zeichnet sich durch die Auswahl und Kombination der Methoden aus. Darüber hinaus sind die einzelnen Projektphasen einsehbar und somit für andere Cluster nachvollziehbar. Das Servicekonzept eignet sich insbesondere für Cluster mit ähnlich zergliederten und kleinteiligen Wirtschaftsstrukturen. Die erfolgreiche Ausgestaltung des Konzepts ist allerdings abhängig von dem Engagement der Clusterakteure.

Kontakt
Cluster-Initiative Forst und Holz in Bayern gGmbH Hans-Carl-von-Carlowitz-Platz 1 85354 Freising Markus Blenk Telefon: +49 8161 71-5148 blenk@cluster-forstholzbayern.de www.cluster-forstholzbayern.de

Das Cluster
Das Cluster Forst und Holz in Bayern wurde im Rahmen der „Cluster-Offensive Bayern“ 2006 gegründet und zielt auf eine Vernetzung entlang der Wertschöpfungskette. Das Cluster verbindet Know-how über alle Teilbranchen hinweg und vernetzt Forschung und Praxis. Mit 190.000 Beschäftigten und einem Umsatz von 37 Mrd. Euro pro Jahr gehört der Sektor zu den wirtschafts- und gesellschaftspolitisch wichtigsten Branchen Bayerns. Das weite Feld der Clustermitglieder wird von KMU geprägt und umfasst die Forstwirtschaft, die holzbe- und -verarbeitende Industrie, die überwiegend international agierende Zellstoff- und Papierindustrie, das handwerkliche Holzgewerbe sowie den Energieholzsektor, den Handel und Zulieferer.

Fakten und Zahlen
Innovationsfeld: Forst- und Holzwirtschaft Gründungsjahr: 2006 Mitglieder: 500 Name des Clusterservices: Entwicklung einer Innovationskultur im Holzbau durch Aufbau eines Ideen- und Forschungskompasses

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Kompetenznetz INPLAS e. V.:
PlasmaTalk

Ein Online-Expertenforum lädt zur Diskussion über Plasmaoberflächentechnik (Bild: © Kompetenznetz INPLAS e. V.)

Als neuartiger Clusterservice wurde ein Online-Expertenforum auf dem Gebiet der Plasmaoberflächentechnik mit dem Namen „PlasmaTalk“ entwickelt. Teilnehmer können ihre Anliegen mit Bezug zur Plasmaoberflächentechnik öffentlich machen und von Diskussionen profitieren. Unternehmen wiederum können sich mit Lösungsangeboten als Auftragnehmer empfehlen. Das Verfahren bezweckt eine transparente, effektive Vermittlung von Partnern und erhöht deren Sichtbarkeit. Es geht hierbei im Besonderen auch um die Verbreitung der Technologie sowie darum, gezielt zu bestimmten Themenkomplexen zu informieren und fortzubilden. Das Forum wird von Personal begleitet, das über Wissen zu Management, technischer Entwicklung und Anlagenbedienung verfügt. Auch der Aufbau über Open-Source-Lösungen sowie die Einbindung von Experten als Moderatoren stellen eine breite Basis eingebundener Akteure und fundierte Fachbeiträge sicher. Das Ziel ist es, ein Fachforum zu schaffen, das Antworten auf individuelle Fragen technischer, wirtschaftlicher und rechtlicher Aspekte zur Plasmatechnik liefern kann. Das Serviceangebot „PlasmaTalk“ bietet den Teilnehmenden ein Forum, das es ermöglicht, Fragestellungen ebenso wie deren Lösungsmöglichkeiten online zu vermitteln. Hier können Unternehmen ihre bedarfsorientierten Dienstleistungen und Produkte entsprechend platzieren. Aktive Teilnehmer können ihre Reputation sichtbar verbessern.

Der Innovationsgrad des neuen Services liegt darin, Fachthemen ganz aktuell aufgreifen zu können. Es handelt sich um ein zeitgemäßes Tool, mit dem Mitglieder in aktuelle fachliche Entwicklungen eingebunden werden können und durch den Wissenstransfer ein gegenseitiger Mehrwert erzielt wird. Auch für das Cluster sind die Diskussionen wichtig, um neue Themenfelder der Plasmatechnik mit weiteren innovativen Dienstleistungen zu erschließen. Einen Nutzen von der angebotenen Dienstleistung haben insbesondere Betriebe mit Informations- und Beratungsbedarf, die Plasmatechnologien in ihre Produktionsverfahren integrieren wollen. Sie profitieren vom Wissenstransfer und lernen die Einsatzmöglichkeiten der Plasmatechno­ logie kennen. Für etablierte Unternehmen ist das Forum ein geeigneter Ort, um die eigenen Produkte und das Expertenwissen über einen neuen Vermarktungskanal anbieten zu können. Die öffentliche Kommunikation eines gelösten Problems ist eine gute Referenz für Folgeaufträge. Die Funktion des Clusterforums bezweckt zudem, dass aktive Teilnehmer die thematische Entwicklung des Clusters mitgestalten können. Zugleich werden passivere Mitglieder nicht von diesen Entwicklungen abgekoppelt, sondern können antizipieren, welche spezialisierten Leistungen ein Projekt ergänzen könnten. Diese Spezialisierung ist ein wichtiger Faktor zur Steigerung der Innovationskraft des Clusters. Auch über das Cluster hinaus kann die Akzeptanz fremder Branchen für Lösungen der Plasmatechnik gestei-

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gert und somit neue Marktsegmente erschlossen werden. Das Clustermanagement kann durch die Ausweitung des Serviceangebots weitere Mitglieder gewinnen, Werbeeinnahmen generieren und die Einbindung der aktiven und passiven Mitglieder in die strategische Clusterentwicklung weiter stärken. Die Übertragbarkeit des Konzepts ist durch die detaillierte Projektplanung und Dokumentation möglich und nachvollziehbar aufbereitet. Der Service „PlasmaTalk“ ist stark mit anderen Dienstleistungen verknüpft. Das hat positive Effekte in Bezug auf eine zielgerichtete Verbreitung, macht das Konzept aber auch zu einem Modul mit Abhängigkeiten. Bei der Adaption des Konzepts sollten Cluster

darauf achten, den Service dynamisch in ihr Portfolio zu integrieren. Das bei der Entwicklung gewonnene Wissen und die Erfahrungen sollen insbesondere den Mitgliedern im Programm „go-cluster“ zugänglich gemacht werden. Aber auch über die INPLAS-Webseite, auf Veranstaltungen und im direkten Austausch mit anderen Clustern werden Inhalte vermittelt. Perspektivisch sollen durch den Service im Forum diskutierte Zukunftsthemen identifiziert werden. Anhand dieser Trends können dann weitere, stark bedarfsorientierte Serviceangebote entwickelt werden. INPLAS hat zudem eine englische Variante des Services entwickelt, um das Fachforum für fremdsprachige Experten zu öffnen und die Internationalisierung des Clusters voranzutreiben.

Kontakt
Kompetenznetz INPLAS e. V. Bienroder Weg 54 E 38108 Braunschweig Dipl.-Ing. Carola Brand Telefon: +49 531 2155-574 info@inplas.de www.inplas.de

Das Cluster
Das Kompetenznetz Industrielle Plasma-Oberflächentechnik INPLAS ist ein Zusammenschluss von Industrie und Forschung in Vereinsform mit dem Ziel, die Anwendung und Weiterentwicklung der industriellen Plasma-Oberflächentechnik zu fördern. Das Cluster sieht sich dabei als Sprecher und Vermittler für Politik, Öffentlichkeit, Industrie und Forschung. Schwerpunkte der Förderung liegen in der Steigerung der Wettbewerbsfähigkeit und Reputation der Mitglieder auf natio­ naler und internationaler Ebene. INPLAS ist Ansprechpartner für Plasma-Oberflächentechnik. Plasmatechnik ist eine Querschnitts- und Schlüsseltechnologie und in den Anwendungsfeldern Optik und Glas, Automobil/Luft- und Raumfahrt, Informationstechnologie und Elektronik, Energietechnik, Umwelttechnik und Life Science, Maschinenbau und Agrartechnik sowie Werkzeuge vertreten.

Fakten und Zahlen
Innovationsfeld: Optische Technologien und Photonik Gründungsjahr: 2005 Mitglieder: 48 Name des Clusterservices: PlasmaTalk

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Kunststoff-Institut Lüdenscheid:
Strategische Marktentwicklung für KMU

Innovative Serviceleistungen – speziell für KMU (Bild: Kunststoff-Institut Lüdenscheid)

Der Clusterservice „Strategische Marktentwicklung für KMU“ ist ein innovatives Konzept, das die für KMU wichtigen Aspekte Produkte, Märkte und Internationalisierung miteinander kombiniert. Der Clusterservice berücksichtigt konzeptionell neben neuen Märkten, Branchen und Produkten auch die Themen Benchmark, Technologie-Scouting und konkrete Fragen zur Internationalisierung. Der Service soll die KMU dabei unterstützen, insbesondere die Chancen der Globalisierung für neue Geschäfte zu nutzen. Durch den integrierten Ansatz, unter Berücksichtigung der Bedürfnisse ressourcenarmer KMU, wurden Verfahren und Instrumente entwickelt, die als Clusterservice angeboten werden können. Mit diesem können neue Märkte oder Marktsegmente erschlossen sowie Möglichkeiten zur Stärkung bisheriger Märkte identifiziert werden. Hieraus resultieren Maßnahmen zur Sicherung der Wettbewerbsfähigkeit in den nachfolgend genannten Bereichen. Das Serviceangebot zielt auf die Entwicklung wettbewerbssteigernder Maßnahmen in den Bereichen Fachkräfteentwicklung, neue Produktionsverfahren, internationale Geschäftsfelder, Kooperationen, Finanzierungsquellen, exogenes Unternehmenswachstum, Verschlankung von Unternehmen sowie Potenziale der Unternehmensverlagerung. Damit erhalten die KMU Serviceleistungen, die sie aufgrund der knappen Kapazitäten wie Zeit, Personal, Wissen und Kapital kaum eigenständig aufbringen könnten und die ihnen helfen, sich unternehmerisch weiterzuentwickeln.

Der Innovationsgrad des neuen Services zeichnet sich durch die intensive Unterstützung der Unternehmen bei der Markterschließung aus. Das Kunststoff-Institut Lüdenscheid leistet Hilfestellung von der Produktentwicklung über die Produktion bis hin zur Marktanalyse und Vermarktung des Produkts. Damit bietet das Cluster seinen Mitgliedern eine ganzheitliche Lösung, die den gesamten Produktzyklus begleitet und von den KMU selbst nicht zu leisten wäre. Ein solcher Clusterservice ist in der Branche und auch darüber hinaus einzigartig und neu. Ein Nutzen entsteht den Clustermitgliedern nur, wenn sie den Bedarf einer externen Beratung erkennen und diese­in ­ Anspruch nehmen. Erfahrungsgemäß ist dies stark abhängig von der begleitenden Öffentlichkeitsarbeit und der damit verbundenen Reputation des Beratungsangebots. Die beteiligten KMU profitieren dann von den bedarfsorientierten Beratungsmodulen und den langjährigen Erfahrungswerten des Kunststoff-Instituts Lüdenscheid zum Thema „Oberflächentechnik und Kunststoffe“ in allen Produktphasen. Hierdurch steigen die Chancen, Produkte zu entwickeln, die am Markt erfolgreich bestehen können. Der Clusterservice vermittelt Strategien der Flexibilisierung des unternehmerischen Handelns, die in Kombination mit den Kompetenzen im Cluster neue Lösungswege für komplexe Themen- und Fragestellungen aufzeigen können. Zudem werden neue Sichtweisen angeregt und eine fundierte Entscheidungsgrundlage auf Basis umfangreicher

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Informationen angeboten. Das Cluster selbst kann durch Einnahmen aus dem Serviceangebot seine Finanzierung – die das Cluster seit 1988 eigenständig leistet – weiter diversifizieren. Somit verfolgt das neue Serviceangebot ein wichtiges strategisches Ziel des Clustermanagements. Die Übertragbarkeit des Konzepts ist durch die strukturierte Entwicklung und den modularen Aufbau gut möglich, die Ausgestaltung der Inhalte allerdings mit hohem Aufwand verbunden und von Erfahrungswerten abhängig. Der Transfer des Konzepts auf andere Cluster kann durch diverse Maßnahmen des Kunststoff-Instituts Lüdenscheid unterstützend begleitet werden. Die Arbeitsergebnisse und der Projektverlauf wurden in einem Abschlussbericht doku-

mentiert und sind somit gut nachvollziehbar. Darüber hinaus kann das Cluster Beschreibungen zu den verschiedenen entwickelten Methoden, Beratung zu deren Anwendbarkeit, Verfügbarkeit und Grenzen, eine Darstellung der Erkenntnisse sowie die Vermittlung des Wissens in Workshops als Dienstleistung anbieten. Dies ermöglicht es interessierten Clustern, den Service in angepasster Form in ihr Port­ olio f aufzunehmen. Nach der Implementierung müssen die Servicemodule fortlaufend an den Bedürfnissen reflektiert und durch Marketingaktionen und Kommunikation von Best-Practice-Fällen verbreitet werden. Erste Umsetzungen haben gezeigt, dass der Clusterservice des Kunststoff-Instituts Lüdenscheid eine gewinnbringende Dienstleistung für das Cluster und seine Mitglieder ist.

Kontakt
Kunststoff-Institut für die mittelständische Wirtschaft NRW GmbH (K.I.M.W.) Karolinenstr. 8 58507 Lüdenscheid Dipl.-Ing. Thomas Eulenstein Telefon: +49 2351 1064-195 eulenstein@kunststoff-institut.de www. kunststoff-institut.de

Das Cluster
In dem Kompetenznetz Kunststoff-Institut Lüdenscheid arbeiten Unternehmen und Forschungseinrichtungen aus unterschiedlichen Branchen an gemeinsamen Forschungs- und Entwicklungsprojekten, u. a. zum Thema „Oberflächentechnik Kunststoffe“, und organisieren Bildungsangebote. Durch die Bündelung der verschiedenen Kompetenzen entlang der technologischen Wertschöpfungskette sollen bei den Akteuren Wachstum, Beschäftigung und Wettbewerbsfähigkeit generiert werden. Die Schwerpunkte der Netzwerkarbeit liegen in der Oberflächentechnik für Kunststoffteile und Werkzeug- bzw. Bauteiloberflächen, in der Analyse und Prüftechnik an Oberflächen und Kunststoffen und werden ergänzt durch die Anwendungstechnik und Prozessintegration. Das Kunststoff-Institut Lüdenscheid mit Fokus auf der Steigerung der Qualität und Wirtschaftlichkeit beschäftigt über 80 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter und erwirtschaftet einen Jahresumsatz von knapp 8 Mio. Euro.

Fakten und Zahlen
Innovationsfeld: Kunststofftechnologien Gründungsjahr: 1988 Mitglieder: 237 Name des Clusterservices: Strategische Marktentwicklung für KMU

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Netzwerk Logistik Leipzig-Halle e. V.:
Wegbereiter in die Cloud

Screenshot der Community-Cloud des Netzwerks (Bild: Netzwerk Logistik Leipzig-Halle e. V.)

Der Clusterservice „Wegbereiter in die Cloud“ unterstützt insbesondere KMU dabei, mit den Internet-getriebenen ­ Innovationsprozessen Schritt zu halten, Risiken der damit verbundenen Änderungsprozesse zu minimieren und innovationsbedingte neue Wertschöpfungspotenziale zu maximieren. Hierfür werden zunächst die bereits im Betrieb genutzten und künftig benötigten IT-Prozesse charakterisiert und IT-Schnittstellen mit Geschäfts- und Kooperationspartnern erfasst. In einer Cloud-Potenzial-Analyse wird geprüft, ob und in welchem Maße betriebliche IT-Prozesse aus der Community-Cloud des Clusters bezogen oder in diese Cloud verlagert werden können. Auf Basis einer Aufwands-/Nutzen-Abschätzung und Risikobetrachtung unter Beachtung der betrieblichen Anforderungen an Datensicherheit und Zugriffskontrolle (Privacy) wird ein phasengegliederter inkrementeller Migrationsplan zur Auslagerung von IT-Prozessen in die Community-Cloud des Clusters erstellt. Das Serviceangebot des Netzwerks Logistik Leipzig-­ alle H ermöglicht es den Clustermitgliedern bereits heute, angebotene Cloud-Services zu nutzen. Die dabei verfolgten übergreifenden Innovationsziele lauten: IT-Aufgaben externalisieren, Daten für die Online-Verwertung zusammenführen, einen Online-Marktplatz für die im Cluster gebündelten Dienstleistungen etablieren und Geschäftsabläufe online optimieren. Neben der technischen Einrichtung unterstützt der Service die KMU insbesondere bei wirtschaftlichen, rechtlichen und organisatorischen Aspekten.

Der Innovationsgrad der neuen Services liegt in der konzeptionellen Erarbeitung eines phasengegliederten Service-Baukastens. Die Methodik mit entsprechenden Analyse-Instrumenten, Muster-Vorlagen und Prozess-­ Schemata ermöglicht es dem Cluster, die Service-Module systematisch umzusetzen und die KMU bedarfsorientiert an die Nutzung der Angebote auf der Community-Cloud heranzuführen. Einen vierfachen Nutzen haben unter den Clustermitgliedern im Netzwerk Logistik Leipzig-Halle vornehmlich die KMU und das Clustermanagement. Die Nutzung der Angebote aus der Community-Cloud stärkt die IT-Kompetenz und Interoperabilität der Clustermitglieder, wodurch kollaborative Geschäftsmodelle mit vertiefter Wertschöpfung innerhalb des Clusters entstehen können. Hierdurch erreichen KMU eine erhöhte Service-Transparenz und -Flexi­ ilität, die große Marktteilnehmer bereits etabliert b haben. Einen erheblichen Mehrwert erzielt auch das Clustermanagement, das durch den Clusterservice weitere Service-Angebote der eigenen Community-Cloud verstärkt zur nachhaltigen wirtschaftlichen Tragfähigkeit entwickelt. Gegenüber den Clustermitgliedern qualifiziert es sich zudem als praxisrelevanter Dienstleister, der die Wettbewerbsfähigkeit der Mitgliedsunternehmen steigert. Damit erhöht sich die Attraktivität einer Mitgliedschaft im Cluster.

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Für die KMU eröffnet sich durch den im Verbund getragenen Clusterservice ein wirtschaftlicher Weg, die vom Markt geforderten Innovationen einzuleiten. Die Übertragbarkeit des Konzepts ist durch die erarbeitete Methodik und den modularen Service-Baukasten einfach zu lösen. Die Ergebnisse der Service-Entwicklung lassen sich auf alle Cluster übertragen, die ihre Mitgliedsunternehmen bei der Weiterentwicklung der IT-Strukturen insbesondere durch Community-Cloud-Services unterstützen wollen. Es ist die Herausforderung das Cluster, Hemmnisse wie Vorbehalte der Unternehmen hinsichtlich der Datenund Informationssicherheit, mangelnde Aktualität der

IT-Kompetenz oder die enge Verflechtung von betrieblichen EDV- und Geschäftsprozessen zu überwinden. Die online vernetzte Organisation von Produkten und Dienstleistungen ist mit einem großen Nutzen, jedoch auch mit Herausforderungen verbunden, die KMU und auch Clusterorganisationen unabhängig von ihrer Branche für sich abwägen müssen. Weitere Ergebnisse des Vorhabens werden auch in der Konkretisierung der Praxisanforderungen an die Professionalität der durch das Cluster angebotenen Cloud-Services sowie in den zugehörigen Kosten-Ertrags-Analysen bestehen, die den notwendigen Umfang der Service-Nutzung für einen wirtschaftlichen Betrieb beschreiben.

Kontakt
Netzwerk Logistik Leipzig-Halle e. V. Terminalring 13 04435 Flughafen Leipzig/Halle Prof. Dr. Uwe Arnold Telefon: +49 341 224-1980 arnold@logistik-leipzig-halle.net www.logistik-leipzig-halle.net

Das Cluster
Das Netzwerk Logistik Leipzig-Halle e. V. wurde 2008 gegründet und vereint ca. 140 Mitgliedsunternehmen und -institutionen. Im Cluster arbeiten Logistik-Dienstleister, -Zulieferer und Verlader aller Größenordnungen und Spezialisierungen, öffentliche Verwaltung, Kammern und Verbände sowie Forschungs- und Bildungseinrichtungen zusammen. Das Netzwerk versteht sich als das Sprachrohr der regionalen Logistikbranche und der gesamten Logistikregion Leipzig-Halle und artikuliert einerseits die Interessen der Logistikunternehmen gegenüber den Vertretern wirtschaftlichen und politischen Handelns, bietet andererseits aber auch konkrete Beratungs- und Betreuungsleistungen an. In vier Arbeitsgruppen beschäftigt sich das Cluster mit den Schwerpunkten Logistik-Kooperation, Cluster- und Standortmarketing, Personal sowie Innovation und IT.

Fakten und Zahlen
Innovationsfeld: Logistik Gründungsjahr: 2008 Mitglieder: 140 Name des Clusterservices: Wegbereiter in die Cloud

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BioRegio STERN Management GmbH:
BioRegio-App

Vernetzt denken, vernetzt handeln: Clustermanager Dr. Klaus Eichenberg präsentiert die BioRegio-App (Bild: © BioRegio STERN Management GmbH)

Mit dem Clusterservice „BioRegio-App“ reagiert die Bio­ Regio STERN Management GmbH auf die steigende Zahl der Nutzer, die Online-Inhalte mit mobilen Geräten abrufen. Bei der Applikation (App) handelt es sich um eine mobile Unternehmensdatenbank mit einer Navigationsfunktion, die den Mitgliedern und Clusterinteressenten Informationen über die Firmen, Life-Sciences-Institutionen und Fördereinrichtungen des Clusters aufbereitet darstellt und zudem über Neuigkeiten und Stellenangebote informiert. Den Nutzern der App fällt es somit leichter, sich im Cluster zu orientieren. Der Anwender hat die Möglichkeit, sich geographisch und thematisch zu orientieren und interessante Unternehmen direkt per SMS, Telefon oder per E-Mail zu kontaktieren. Das Serviceangebot der BioRegio STERN Management GmbH ermöglicht seinen Mitgliedern somit, eine deutlich größere Zielgruppe zu erreichen. Unternehmen haben die Möglichkeit, sich ganzheitlich zu präsentieren, von der Beschreibung ihrer Tätigkeitsfelder über aktuelle Presse­ mitteilungen bis hin zu Stellenausschreibungen. Der Service bietet den Mitgliedern somit nicht nur eine erhöhte Sichtbarkeit, sondern initiiert darüber hinaus eine unkomplizierte Kommunikation sowie neue thematische Verknüpfungen mit anderen Clustermitgliedern. Der Innovationsgrad des neuen Services lässt sich durch die Funktionen einer mobilen Anwendung beschreiben.

Durch die für mobile Geräte optimierte Darstellung und Aufbereitung der Informationen können Nutzer auch unterwegs einfach auf Kontaktdaten und Inhalte zugreifen. Ein mobiler Zugriff auf solche Daten war derart anwenderfreundlich bisher nicht möglich. Darüber hinaus können die Clusterakteure über die „BioRegio-App“ unkompliziert interagieren, wodurch auch neue thematische Verknüpfungen zwischen den Mitgliedern geschaffen werden. Ein erkennbarer Nutzen durch den Clusterservice entsteht sowohl für die Clustermitglieder als auch für das Cluster­ management selbst. Die Mitglieder profitieren von der öffentlichkeitswirksamen Darstellung ihrer Profile und erreichen zugleich eine bedeutend größere Zielgruppe mit Neuigkeiten und aktuellen Veranstaltungen. Die derzeit rund 320 Nutzer der „BioRegio-App“ können Informationen über mögliche regionale Kooperationspartner einholen und sich über aktuelle Entwicklungen im Cluster auf dem Laufenden halten. Das Clustermanagement hingegen hat sich durch die „BioRegio-App“ ein weiteres Instrument der Vermarktung geschaffen. Die strategische Entwicklung der BioRegio STERN als Marke wird somit über einen weiteren Kanal etabliert und international bei Projektpartnern verbreitet. Der gesteigerte Bekanntheitsgrad des Clusters bringt den Mitgliedern wiederum Wettbewerbsvorteile in der Anbahnung internationaler Kooperationen. Darüber hinaus bildet die Applikation das Cluster räumlich in einer Karte ab, was die Identifikation der Mitglieder mit der

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BioRegio STERN zusätzlich steigert. Der Clusterservice ist folglich ein strategisch eingesetztes Instrument, um das Cluster zu vermarkten und die Bindung der Mitglieder zu stärken. Die Übertragbarkeit des Konzepts auf ähnliche Cluster ist bei Vorhandensein einer entsprechenden Datenbasis einfach möglich. Letztlich handelt es sich um die Weiterentwicklung einer Basis-Clusterdienstleistung, denn ohnehin verfügen Cluster über die Kontaktdaten und thematische Einordnung ihrer Mitglieder. Die Aufbereitung dieser Daten erzeugt eine übersichtliche Clusterstruktur und verstetigt

die spezifische Clusterstrategie. Der technische Aspekt der Serviceumsetzung ist innovativ, jedoch nicht komplex. Die initiale Entwicklung einer webbasierten Applikation für mobile Geräte ist zwar, sofern intern keine entsprechende Expertise verfügbar ist, mit Kosten verbunden. Sobald die „BioRegio-App“ fertig programmiert ist, kann sie jedoch mit wenig Aufwand kontinuierlich weiterentwickelt werden. Sofern die „BioRegio-App“ stets an aktuelle Bedürfnisse und Entwicklungen angepasst wird, ist sie ein wertvolles Instrument der Clusterkommunikation und kann auf vielfältige Weise eingesetzt werden.

BioRegio STERN

Kontakt
BioRegio STERN Management GmbH Friedrichstr. 10 70174 Stuttgart Dr. Klaus Eichenberg Telefon: +49 711 870354-0 info@bioregio-stern.de www.bioregio-stern.de

Wirtschaft weiterdenken

Das Cluster
In der BioRegio STERN, dem Life-Sciences-Kompetenznetzwerk in den Städten Stuttgart, Tübingen, Esslingen und Reutlingen sowie den Regionen Stuttgart und Neckar-Alb, ist das Potenzial für eine Zusammenarbeit zwischen Biotech-, Medtechund Engineering-Unternehmen besonders hoch: Rund 120 Medtech-Firmen stehen ca. 100 hochinnovativen BiotechFirmen und über 50 Life-Sciences-interessierten Engineering-Betrieben gegenüber. Biotechnologiefirmen entdecken den Medizintechniksektor zunehmend als neuen Markt für sich, Medizintechnikunternehmen suchen ihrerseits in biotechnologischen Ansätzen Anregungen für Produktinnovationen. Der Bedarf an effizienter Produktionstechnik macht den Engineering-Bereich sowohl für Biotech- als auch für Medtech-Firmen der Region interessant. Die Zusammenarbeit dieser hochinnovativen, aber sehr unterschiedlichen Branchen soll nicht nur die Entwicklung und Vermarktung neuartiger biomedizintechnischer Produkte oder Therapien weiter vorantreiben, sondern ist auch Türöffner für neue Konvergenztechnologien.

Fakten und Zahlen
Innovationsfeld: Biotechnologie, Medizintechnik, Engineering Gründungsjahr: 2001 Mitglieder: ca. 320 Name des Clusterservices: BioRegio-App

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Medical Valley EMN e. V.:
Cluster-Newsroom Medical Valley EMN

Startseite des Cluster-Newsrooms Medical Valley EMN (Bild: Medical Valley EMN e. V.)

Der „Cluster-Newsroom Medical Valley EMN“ ist ein skalier- und übertragbares Serviceangebot, das den Mitgliedern einen einfachen Zugang zu professioneller Presse- und Öffentlichkeitsarbeit ermöglicht. Von der Plattform profitieren insbesondere Start-ups, Spin-offs sowie KMU, da diese selten die Kapazitäten, Kompetenzen und Budgets haben, um ihre Unternehmenskommunikation selbst professionell in die Hand zu nehmen. Der Cluster-Newsroom wurde bedarfsorientiert entwickelt und unterstützt die Clustermitglieder durch die Erhöhung der Sichtbarkeit bei der Suche nach Investoren für unterschiedlichste Projektvorhaben, bei der Vertriebs- und Marketingentwicklung sowie bei der Fachkräftegewinnung. Der Service ist für das Clustermanagement eine ergänzende Einnahmequelle und trägt somit zur strategischen Ausrichtung des Clusters bei. Das Konzept des „Cluster-Newsrooms Medical Valley EMN“ ist leicht nachvollziehbar. Die Mitgliedsunternehmen des Newsrooms erhalten eigene Pressefächer, die individuell befüllt werden können. Diese können im Corporate Design des jeweiligen Unternehmens gestaltet und in die Unternehmenswebseite eingebunden werden. Die Inhalte der jeweiligen Unternehmenspressefächer werden in dem zentralen Cluster-Newsroom gespiegelt und tragen so zu einem Überblick über die wichtigsten Aktivitäten und Neuigkeiten des Clusters bei. Der Newsroom wird aber nicht nur als Plattform zur Bündelung von bestehenden Inhalten der Mitgliedsunternehmen genutzt. Herzstück und ausschlag-

gebender Mehrwert ist die zentrale Clusterredaktion. Diese stellt auch den entscheidenden Unterschied und Vorteil gegenüber bereits vorhandenen Angeboten (z. B. Presse­ portale) dar. Ein Redakteur identifiziert Trends aus der Branche, setzt diese in Zusammenhang mit hinterlegten Artikeln im Cluster-Newsroom, stellt neue und interessante Aspekte heraus und übernimmt die redaktionelle Aufarbeitung der Themen. Die daraus resultierenden Artikel und Exposés werden Fachredaktionen gezielt angeboten. Daraus können Veröffentlichungen in Fachmedien generiert werden. Für die Nutzung des Newsrooms fallen Gebühren an. Aus diesen Einnahmen wird die zentrale Clusterredaktion finanziert.   Der Nutzen ergibt sich für die Clustermitglieder in einer vielfältigen Weise aus der gesteigerten Sichtbarkeit innerhalb des Clusters und darüber hinaus. Die virtuelle Plattform des „Cluster-Newsrooms Medical Valley EMN“ zeichnet sich durch ihre Effizienz aus, da die branchen­ spezifischen Inhalte neben ihrer Präsenz im Internet gezielt an Nutzer adressiert werden. Die Mitglieder können auf einfache Weise Neuigkeiten teilen, die zugleich in verschiedene Kanäle sozialer Medien eingespeist werden. So nutzen die Clustermitglieder die Plattform effektiv als Schaufenster. Auch das Clustermanagement profitiert durch die Einsparungen von Kosten für die Presse- und Öffentlichkeitsarbeit sowie durch das provisionsbasierte Einnahmemodell. Der positive Effekt für Clustermitglieder

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und das Management verstärkt sich mit steigender Teilnehmeranzahl und der Dauer, da im Laufe der Zeit ein breites Themenspektrum zur Verfügung gestellt wird. Die aus der Dienstleistung generierten Einnahmen sind eine konstante und somit nachhaltige Einnahmequelle, die zur finanziellen Verstetigung des Clustermanagements beiträgt. Die Übertragbarkeit des Konzepts ist durch seine teilweise standardisierten Bausteine und Prozesse einfach möglich und ein Kernelement der Verwertungsstrategie. Die Plattform ist als Basis der Presse- und Öffentlichkeitsarbeit in jedem Cluster anwendbar. Durch die Integration der branchenspezifischen Inhalte kann diese vom jeweiligen Cluster auf die eigenen Bedürfnisse zugeschnitten und angepasst

werden. Letztlich ist es das Clustermanagement, das durch die Auswahl der Inhalte, Akteure und Zielgruppen für die effektive Ausgestaltung der Plattform verantwortlich ist. Für den implementierenden Cluster ergeben sich die genannten Kostenvorteile, eine stärkere Einbindung seiner Mitglieder sowie eine Verstetigung der eigenen Strategie durch die diversifizierte Finanzierung des Clustermanagements. Der Medical Valley EMN e. V. hat somit einen Clusterservice umgesetzt, der zur effizienten Vermarktung des Clusters und dessen Mitgliedern beiträgt. Darüber hinaus profitieren durch den wechselseitigen Lernprozess der Mitglieder im Programm „go-cluster“ auch andere Cluster von den Ergebnissen des Services.

Kontakt
Medical Valley EMN e. V. Henkestr. 91 91052 Erlangen Dipl.-Ing. Jörg Trinkwalter Telefon: +49 9131 530-2863 team@medical-valley-emn.de www.medical-valley-emn.de

Das Cluster
Das Medical Valley Europäische Metropolregion Nürnberg (EMN) zeichnet sich durch die hohe Konzentration von Medizintechnikfirmen, Forschungseinrichtungen und Institutionen der Gesundheitswirtschaft aus. Um die Vernetzung zwischen Wissenschaft, Wirtschaft und Gesundheitsversorgung zielgerichtet zu optimieren und damit die Innovationszyklen neuer Medizintechnikprodukte zu verkürzen, wurde 2007 der Medical Valley EMN e. V. gegründet. Etwa 500 Unternehmen, davon 180 dedizierte Medizintechnikunternehmen und über 40 Forschungseinrichtungen, widmen sich branchenspezifisch und interdisziplinär vernetzt medizintechnischen Fragen. Der Medical Valley EMN e. V. rangiert in den Produktkategorien Bildgebende Diagnostik, Therapiesysteme, Telemedizin und Hightech-Implantate in der internationalen Spitzenklasse.

Fakten und Zahlen
Innovationsfeld: Medizintechnik Gründungsjahr: 2007 Mitglieder: 163 Name des Clusterservices: Cluster-Newsroom Medical Valley EMN

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BioRN Network e. V.:
BioRN Innovation Scouting, Coaching, Partnering – BioRN InnoSCOPE

Bei „InnoSCOPE“ profitieren Industriepartner von der frühzeitigen Identifikation wissenschaftlicher Innovationen (Bild: BioRN Network e. V.)

Der BioRN Network e. V. reagiert mit der Entwicklung von „InnoSCOPE“ auf das Problem, dass innovative Forschungsprojekte zu selten zur Marktreife weiterentwickelt werden. Der Clusterservice fördert die Zusammenarbeit von Industrieunternehmen mit Akteuren aus der Forschung, wie z. B. Projektleitern und Postdoktoranden aus den Lebenswissenschaften. Primäres Ziel ist es, akademische Innovationen in die Wertschöpfung zu überführen. In einem dreistufigen Verfahren werden Projektideen von der marktorientierten Identifizierung (Modul 1: Scouting) über die Entwicklung eines Geschäftsmodells (Modul 2: Coaching) bis hin zur Integration in den Markt (Modul 3: Partnering) begleitet. Operativ werden zunächst zwei Industrieunternehmen mit einem FuE-Bedarf ermittelt sowie fünf passende Forscher identifiziert. Die Forscher werden in einem Workshop in der Erstellung von Businessplänen, im Projektmanagement und der Präsentation geschult und entwickeln ein Geschäftsmodell. Anschließend werden Unternehmen und Wissenschaftler zusammengeführt. In zwei weiteren Workshops werden die Geschäftsmodelle auf die Markttauglichkeit geprüft und entsprechend optimiert. Das Serviceangebot „InnoSCOPE“ unterstützt Mitglieder aus Forschung und Industrie bei der Identifizierung von marktfähigen Innovationsideen. Das Clustermanagement begleitet diese Projektideen von der marktorientierten Selektion über die Entwicklung eines Geschäftsmodells bis hin zur Integration in den Markt. Zusätzlich zu den Kon-

takten vermittelt das BioRN-Team zielorientiertes Management- und Entrepreneurship-Wissen und integriert die Akteure aus Forschung und Industrie in bedarfsgetriebene Projekte. Der Innovationsgrad des neuen Services liegt in der Zusammenführung verschiedener Beratungsdienstleistungen in einem umfassenden Programm. „InnoSCOPE“ bietet den Mitgliedern hierfür eine neuartige Kombination aus Scouting, Coaching und Partnering und vereint diese Module in einem gesamtheitlichen Beratungsangebot. Für die Industriepartner besteht beispielsweise ein Nutzen darin, dass wissenschaftliche Innovationen bereits frühzeitig identifiziert werden können und in frühen Entwicklungsphasen gestartet werden. Zudem ermöglicht die schnelle Identifizierung akademischer Erkenntnisse, dass deren Entwicklung hinsichtlich ihrer Marktorientierung bzw. ihres Marktpotenzials beeinflusst werden kann. Somit wird das Risiko einer am Markt vorbeigehenden Produktentwicklung reduziert. Akademische Wissenschaftler können durch die Kooperationen ihre Ideen bis zum Produkt weiterentwickeln und lernen dadurch industrielle Arbeitsprozesse kennen. Ein weiterer Vorteil ist der Zugang zu öffentlichen Fördergeldern für neue, gemeinsame Projekte und eine erleichterte Personalrekrutierung. Die Clusterregion profitiert zunächst von Innovationen im Hochtechnologiebereich. Die Folge sind im besten Falle

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eine erhöhte Attraktivität des Standorts, die Sicherung von Arbeitsplätzen, Wachstum der Unternehmensanzahl sowie eine aufgewertete Unternehmerkultur. Die Chancen für eine Übertragbarkeit des Konzepts auf weitere Cluster der Gesundheitswirtschaft werden durch dessen modulare Struktur erhöht. Voraussetzung ist, dass sich Clustermanagement-Organisationen durch Interdisziplinarität und Business-Expertise auszeichnen sowie an der Schnittstelle von Industrie und Forschung aktiv sind. Als neutrale Vermittler verfügen sie über gewachsene Netzwerkstrukturen aus Industrie- und Forschungspartnern. Die größte Herausforderung in der Entwicklung eines sol-

chen Clusterservices ist es, die Akzeptanz und das gemeinsame Verständnis der Forscher und Unternehmer untereinander herzustellen. Auch die Identifizierung gemeinsamer Fragestellungen hängt von der Flexibilität der Akteure ab. Bei der Übertragung des Konzepts auf andere Cluster würde ein gemeinsames Scouting die Wahrscheinlichkeit erhöhen, zueinander passende Kooperationspartner auszuwählen. Potenzial bietet die Anwendung von „InnoSCOPE“ in europäischen Clustern. Durch die größere Anzahl der Teilnehmer können Komplementaritäten und Spezialisierungen gleichermaßen positive Effekte auf die Innovationskraft der Clusterakteure haben.

Kontakt
BioRN Network e. V. Im Neuenheimer Feld 582 69120 Heidelberg Sibylle Geilenberg Telefon: +49 6221 4305 111 sg@biorn.org www.biorn.org

Das Cluster
Der Biotech-Cluster Rhein-Neckar (BioRN) e. V. ist eines der führenden deutschen Cluster der „roten Biotechnologie“. Zum erweiterten Netzwerk gehören rund 200 Unternehmen, Verbände und Forschungseinrichtungen. Sie befinden sich im Umkreis von 30 km einer historisch gewachsenen Region und schließen die Städte Heidelberg, Mannheim, Ludwigshafen und Darmstadt mit ein. Das Cluster basiert maßgeblich auf international renommierten Forschungseinrichtungen. Zahlreiche KMU der Biotechnologie sowie drei globale Pharmaunternehmen prägen außerdem das Cluster. Sie entwickeln Arzneimittel, Diagnostika und Technologieplattformen mit Schwerpunkt auf der personalisierten Medizin und der Krebsforschung. BioRN wurde 2008 vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) als Spitzencluster „Zellbasierte & molekulare Medizin in der Metropolregion Rhein-Neckar” ausgezeichnet.

Fakten und Zahlen
Innovationsfeld: Biotechnologie Gründungsjahr: 2008 Mitglieder: 78 Name des Clusterservices: BioRN Innovation Scouting, Coaching, Partnering – BioRN InnoSCOPE

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Chemie-Cluster Bayern GmbH:
MarktCheck innovative Produkte und Dienstleistungen von Mitgliedern

Der MarktCheck unterstützt vor allem KMU bei ihren Innovationsaktivitäten (Bild: Chemie-Cluster Bayern GmbH)

Der Clusterservice ist ein Instrument, durch das insbesondere forschungsintensive KMU industrielle Anwendungen ihrer Produktinnovationen auf neuen Märkten besser einschätzen können. Ein speziell entwickeltes benutzerfreundliches Online-Tool dient dazu, neue Produkte übersichtlich zu beschreiben und ihre Innovationskraft darzulegen. Auch neue Zielmärkte, zu denen die KMU sich einen Überblick verschaffen möchten, werden abgefragt. Das Team des Chemie-Clusters Bayern holt anschließend bei seinen „MarktCheck“-Innovationspaten – Experten aus den relevanten Abnehmerbranchen – ein Feedback zur Anwendbarkeit der Innovation ein, das anschließend an das anfragende KMU weitergeleitet wird. Für die teilnehmenden KMU liefert der „MarktCheck“ so wertvolle Marktinformationen, um das eigene Geschäftsfeld wirtschaftlich zu entwickeln. Diese Informationen könnten KMU mit ihren Ressourcen kaum selbst herstellen. Das Serviceangebot der Chemie-Cluster Bayern GmbH zielt darauf ab, die Produktinnovationen der Clustermitglieder hinsichtlich ihrer Marktfähigkeit zu überprüfen und die potenziellen Absatzmärkte zu ermitteln. Dabei werden die Produkte und FuE-Ergebnisse jenseits traditioneller Vermittlungsangebote branchenübergreifend adressiert. Durch den „MarktCheck“ können KMU industrielle Anwendungen ihrer Produktinnovationen auf neuen Märkten überprüfen und bekommen direktes Feedback aus dem interdisziplinären Netzwerk der Innovationspaten.

Der Innovationsgrad des neuen Services liegt in dem einzigartigen Format der Platzierung innovativer Produkte in einem interdisziplinären, persönlichen Netzwerk von Entscheidungsträgern. Bisher fand die Vermittlung der KMU und ihrer Produktinnovationen durch Match-­ Making-Foren, Partnerbörsen oder Workshops statt. Das Konzept der Chemie-Cluster Bayern GmbH erreicht mit seinem Online-Tool eine Vielzahl anwendungsinteressierter Abnehmer, dies- und jenseits der produzierenden Branche. Ein Nutzen entsteht den Clustermitgliedern, indem sie durch den „MarktCheck“ neue Absatzmärkte für ihre innovativen Produkte identifizieren und erschließen können. Insbesondere die 130 KMU im Chemie-Cluster Bayern profitieren vom Serviceangebot „MarktCheck“, da diese häufig keine eigenen Ressourcen haben, um die Industriemärkte für eigene Neuentwicklungen strategisch zu identifizieren. Sie werden somit für neue Marktsegmente sensibilisiert und lernen, Marktpotenziale auszuschöpfen. Das Clustermanagement vermittelt seinen Service über die eigenen Grenzen hinaus und implementiert diesen in Partnerclustern. Somit profitieren auch andere Cluster und Vertreter zahlreicher Abnehmerbranchen direkt vom MarktCheck. Die Clustermitglieder und Partnercluster werden im Rahmen des Services in die strategische Entwicklung des Clustermanagements integriert und enger an das Cluster gebunden. Erfolgreiche Innovationen können anschließend innerhalb des Clusters in dessen Projektentwicklungsvor-

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haben aus dem „Wertschöpfungs-Pakt Chemie“ einfließen und erweitern so das Leistungsportfolio des Chemie-Clusters Bayern. Die Übertragbarkeit des Konzepts ist bereits während der ersten Projektphase durch die enge Einbindung von Partnerclustern gewährleistet. So ergeben sich gleichzeitig neue Möglichkeiten der Zusammenarbeit, da durch die

Komplementarität der verschiedenen Nutzer Kooperations­ projekte identifiziert werden können. Der „MarktCheck“ des Chemie-Clusters Bayern ist ein Kooperationsangebot, das insbesondere für die innovativen Cluster im Programm „go-cluster“ neue Impulse für Kooperationen leistet. Ein Folgeprojekt mit speziellem Fokus auf den Bereich Luft- und Raumfahrt ist bereits in Vorbereitung.

Kontakt
Chemie-Cluster Bayern GmbH Hansastr. 26 80686 München Dr. Mirja Hartmann Telefon: +49 89 1894168-40 info@chemiecluster-bayern.de www.chemiecluster-bayern.de

Das Cluster
Das Chemie-Cluster Bayern ist ein marktorientiertes Projektentwicklungsnetzwerk von Unternehmen und Forschungseinrichtungen der bayerischen Chemiebranche und ihrer internationalen Kooperationspartner. In dem Netzwerk von über 260 Unternehmen und Forschungseinrichtungen werden gemeinsame Forschungs- und Entwicklungsprojekte umgesetzt. Die enge Zusammenarbeit mit den Bayerischen Chemieverbänden trägt zur guten Vernetzung innerhalb der bayerischen chemischen Industrie bei. Durch seine Verzahnung mit mehr als 40 Clustereinrichtungen aus den Bereichen Chemie, Werkstoffe, Prozesstechnologie und Clean-Tech ist das Chemie-Cluster Bayern auch international hervorragend vernetzt. Gemeinsam mit Partnern in Europa, Asien, Nord- und Südamerika bearbeitet das Clustermanagement neue Märkte für Chemieanwendungen „diesseits der Megatrends“.

Fakten und Zahlen
Innovationsfeld: Chemie Gründungsjahr: 2006 Mitglieder: 265 Name des Clusterservices: MarktCheck innovative Produkte und Dienstleistungen von Mitgliedern

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Cluster Sondermaschinen- und Anlagenbau:
Geschäftsentwicklung „REMAN-Technologien“ durch Wissens- und Technologietransfer

Illustration des Clusterservices (Bild: tti Magdeburg GmbH)

REMAN steht für Remanufacturing, also das Modernisieren von Maschinen und industriellen Anlagen durch Nachrüsten mit neuen Komponenten. Das „Remanufacturing“ gewinnt international zunehmend an Bedeutung, und Unternehmen haben in vielen Bereichen den Bedarf, ihr fachliches Know-how zu vertiefen. Eben dies leistet der Clusterservice durch Wissens- und Technologietransfers in den durch eine SWOT-Analyse ermittelten Erzeugnisgruppen Dieselmotoren bzw. Dieselelektrostationen und Industriearmaturen. Der Clusterservice unterstützt insbesondere Unternehmen mit geringem Industrieforschungspotenzial mit praktischem Wissen und Forschungsergebnissen rund um Erzeugnisneu- und -weiterentwicklungen. Durch Kooperationen zwischen Forschungseinrichtungen und Unternehmen gelangt die notwendige Expertise zu den bedürftigen Unternehmen, die daraus Spezialisierungen ihrer Erzeugnisse erarbeiten können und zum Innovationsprozess beitragen. Das Serviceangebot des Clusters Sondermaschinen- und Anlagenbau (SMAB) sieht eine intensive Betreuung der beiden Erzeugnisgruppen vor. Die assoziierten Unternehmen werden mit Forschungsergebnissen versorgt, im Management von Entwicklungsprojekten unterstützt und profitieren von spezifischen Aus- und Weiterbildungsmaßnahmen, der Organisation von Messen, Workshops, Tagungen und Kooperationsbörsen. So werden Unternehmen unterein-

ander und mit der Forschung verknüpft und dadurch ihr Innovationspotenzial gesteigert. Der Innovationsgrad des neuen Services ist durch die großflächige Einbindung der verschiedenen Clusterakteure und die detaillierte thematische Ausgestaltung zu begründen. Das Servicekonzept schöpft verfügbare Ressourcen effizient aus und systematisiert Innovationsprozesse durch ein Portfolio an Instrumenten, die die unterschiedlichen Akteure nachhaltig integrieren. Es handelt sich hierbei um einen neuartigen Lösungsansatz des Clusters. Ein Nutzen entsteht den verschiedenen Clustermitgliedern auf vielfältige Weise. Durch die weit angelegten Maßnahmen wird eine große Zahl der Clusterakteure aus Wirtschaft und Forschung einbezogen, weshalb der erzielte Effekt des Services einen ebenso großen Wirkungskreis im Cluster hat. Die Unternehmen profitieren primär durch den fachlichen Wissenszuwachs. Zudem können sie durch die Anwendung praktikabler Produktions- und Logistikprozesse viel Kapital einsparen und bekommen Hilfe bei der Erschließung neuer Märkte. Die Umsatzorientierung von Teilarbeitsprozessen in den Unternehmen sichert nachhaltige Arbeitsplätze. Technisch profitieren die Unternehmen insbesondere vom Wissens- und Technologietransfer in Bereichen wie der Fabrikplanung und Produktionssteuerung, Mess- und Prüf-

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verfahren zur Bewertung der Qualität und Restlebensdauer der Maschinen- und Anlagenteile sowie der Datenerfassung und technischen Dokumentation. Die konzeptionelle Marktorientierung der forschenden Clustermitglieder wiederum schafft eine anwendungsbezogene Forschung, die sich teilweise selbst tragen kann und den Zugang zu Drittmitteln erleichtert. Ein weiterer maßgeblicher Profiteur des Servicekonzepts ist das Clustermanagement selbst. Es kann seine Managementprozesse und strategischen Ziele optimal transportieren und diese somit nachhaltig im Cluster implementieren. Durch den großen Wirkungskreis des Clusterservices wird neben der Bindung bereits engagierter Akteure auch ein hoher Anteil der potenziellen Mitglieder adressiert.

Die Übertragbarkeit des Konzepts ist trotz der Komplexität des Clusterservices gegeben. Prozessabläufe und Dienstleistungsangebote sind nachvollziehbar strukturiert. In Evaluationen und Erfahrungsberichten werden die Ergebnisse dokumentiert. Diese können Clusterinitiativen mit ähnlichen Strukturen und Zielen für sich nutzen. Dennoch ist der wesentliche Teil – die modifizierte Ausgestaltung der fachlichen Inhalte – eine erhebliche Arbeit, die das Cluster selbst zu tragen hat. Erfolgreich angewendet ist der Clusterservice eine ganzheitliche Dienstleistung mit Branchenfokus, und durch entgeltliche Leistungen wird eine nachhaltige Clusterentwicklung erreicht.

Kontakt
Cluster Sondermaschinen- und Anlagenbau c/o tti Magdeburg GmbH Bruno-Wille-Str. 9 39108 Magdeburg Dr.-Ing. Michael Klaeger Telefon: +49 391 74435-43 mklaeger@tti-md.de www.cluster-smab.de

Das Cluster
Die zentrale Zielstellung des Clusters Sondermaschinen- und Anlagenbau (SMAB) ist die Verbesserung der Wettbewerbsfähigkeit der Unternehmen durch Kooperation. Inhaltliche Schwerpunkte der Arbeit sind die Unterstützung von Unternehmen bei der Entwicklung von Sondermaschinen, verketteten Systemlösungen, energieeffizienten Anlagen, effizienten Fertigungstechnologien sowie Produkten der Medizintechnik. Das Clustermanagement des SMAB trägt seit 2008 erfolgreich zum überregionalen Bekanntheitsgrad des Bereichs bei, unterstützt Unternehmen in ihrer Innovationstätigkeit, fördert Ansiedlungen und Firmenwachstum und forciert maßgeblich den Wissens- und Technologietransfer zwischen Wissenschaft und Unternehmen.

Fakten und Zahlen
Innovationsfeld: Produktionstechnologien Gründungsjahr: 2008 Mitglieder: 126 Name des Clusterservices: Geschäftsentwicklung „REMAN-Technologien“ durch Wissens- und Technologietransfer

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ENERGIEregion Nürnberg e. V.:
Business vor Ort

Business vor Ort in Nürnberg (Bild: Matthias Brinkmann/2be_die markenmacher)

Der Clusterservice „Business vor Ort“ stärkt die Kernkompetenz von Clustern: das fachspezifische, aber auch branchenübergreifende Netzwerk. An einem virtuellen und an mehreren realen Treffpunkten wird der Austausch mit Unternehmern anderer Branchen ermöglicht. Von dem niedrigschwelligen Zugang zu regionalen Businesskontakten sollen insbesondere KMU und Start-ups profitieren. Ein wesentlicher Faktor für den Erfolg des Servicekonzepts ist es dabei, die Business-Treffpunkte deutschlandweit und unabhängig von der Branche zu etablieren. Das Online-Modul von „Business vor Ort“ ist eine Community (www.businessvorort.de), die ausschließlich der Terminvereinbarung und dem effizienten Interessens­ abgleich zwischen den Nutzern dient. Durch die zusätzliche Bereitstellung von realen, zentral gelegenen BusinessTreffpunkten an städtischen Verkehrsknotenpunkten ist es schließlich möglich, die Online-Kontakte zügig in persönliche und verbindliche Geschäftskontakte umzuwandeln. Das Serviceangebot des ENERGIEregion Nürnberg e. V. kombiniert somit die Stärken des virtuellen und realen Netzwerkens und fördert, ganz nach dem Motto „Innovation durch Zufall“, die Anbahnung von Kooperationsprojekten und den Kreativitätsprozess bei der Generierung neuer Ideen. Da die Kontaktaufnahme bzw. die Treffen der Nutzer von „Business vor Ort“ oft durch Zufall zustande kommen, ist die Wirkung des Services ergebnisoffen. Die Bandbreite

der Möglichkeiten ist dabei enorm und reicht von einem Austausch zu fachlichen Fragen bis hin zur Generierung gemeinsamer Projekte oder der Gewinnung von Fachkräften für das eigene Unternehmen. Begleitend wird in einem Blog über Erfahrungen und aktuelle Entwicklungen des Services berichtet. Der Innovationsgrad des neuen Services liegt insbesondere in der Schnittstellenfunktion der realen Treffpunkte mit der darauf abgestimmten virtuellen Online-Plattform. Nur angemeldete Personen können überprüfen, wer sich aktuell an einem der realen Business-Treffpunkte aufhält und welche Interessen oder Fragen andere Akteure derzeit beschäftigen. Mit dem Service wird zum einen der zunehmende Trend zu Web 2.0-Anwendungen im Businessbereich aufgegriffen, um insbesondere auch junge Unternehmen und Start-ups anzusprechen. Zum anderen setzt das Clustermanagement aber auch einen deutlichen Akzent in Hinsicht auf die stetig wachsende Bedeutung von branchenund clusterübergreifenden Kooperationen.   Ein nachhaltiger Nutzen für die Clustermitglieder und das Clustermanagement besteht in der gesteigerten Netzwerkaktivität innerhalb des Clusters. Zudem werden neue externe Geschäftskontakte erschlossen, der Umsatz der Clustermitglieder gesteigert sowie Projektkooperationen forciert. Darüber hinaus profitiert der ENERGIEregion Nürnberg e. V. von der erhöhten öffentlichen Aufmerk-

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samkeit, die das überregionale Pilotprojekt mit sich bringt. Insbesondere sollen KMU und Start-ups auf die Leistungen des Clusters aufmerksam gemacht und von einer Mitgliedschaft überzeugt werden. Der langfristige Zusatznutzen des Services für die Mitglieder liegt darin, dass er auch als Kontaktplattform für Anfragen und Dienstleistungsangebote genutzt werden kann, die nicht direkt geschäfts- oder projektbezogen sind. Das Cluster und seine Mitglieder profitieren somit vom Clusterservice sowohl monetär als auch nicht-monetär. Durch ein dauerhaftes Monitoring ist es zudem möglich, den Erfolg des Services zu steuern und nachhaltig zu sichern.

Die Übertragbarkeit des Konzepts ist ein Kernelement des Clusterservices „Business vor Ort“. Bereits in der Planungsphase wurden das „go-cluster“-Mitglied Medical Valley EMN e. V. und acht weitere regionale Partner in die Entwicklung und Implementierung des Konzepts eingebunden. So wurde sichergestellt, dass der Service auch auf andere Branchen übertragbar ist. Nach der Etablierung des Services in Nürnberg wird der ENERGIEregion Nürnberg e. V. außer­ em d darauf hinwirken, dass weitere Cluster den Service auf ihre Standorte übertragen und so der Nutzen für alle Beteiligten erhöht wird. Hierdurch wird mit dem Cluster­ ervice s „Business vor Ort“ die Grundlage für deutschlandweite „Cross-Cluster“-Kooperationen gelegt.

Kontakt
ENERGIEregion Nürnberg e. V. Fürther Str. 244a 90429 Nürnberg Dr. Jens Hauch Telefon: +49 911 25296-24 info@energieregion.de www.energieregion.de

Das Cluster
Die Kompetenzinitiative ENERGIEregion Nürnberg e. V. ist die zentrale Netzwerkplattform für die Themen Energie und Umwelt in der Europäischen Metropolregion Nürnberg. Das Cluster vernetzt über 70 Akteure aus Wirtschaft, Forschung, Politik, Verwaltung sowie Kammern und Verbänden und treibt mit diesen den Technologie- und Wissenstransfer in der Metropolregion voran. Ferner initiiert das Clustermanagement innovative Technologieprojekte. Der ENERGIEregion Nürnberg e. V. ist in den Zukunftsfeldern energieeffiziente und ressourcenschonende Gebäude, nachhaltige Produktion sowie nachhaltige Energieversorgung aktiv. Dabei forciert das Cluster einerseits den rationellen Umgang mit Energie und Ressourcen und stärkt andererseits die Wettbewerbsfähigkeit der Clustermitglieder.

Fakten und Zahlen
Innovationsfeld: Energietechnologien, Bau und Energie Gründungsjahr: 2001 Mitglieder: 74 Name des Clusterservices: Business vor Ort

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REGINA e. V.:
5x5 – Welcome to Aachen!

Erfolgreich gegen den Fachkräftemangel in der Region (Bild: REGINA e. V.)

Der Clusterservice „5x5 – Welcome to Aachen!“ ist ein Konzept, das dem Fachkräftemangel an IT-Spezialisten in der Region Aachen begegnen will. Das Projekt wurde auf der „go-cluster“-Frühjahrstagung 2014 von einem ausgewählten Fachpublikum zum innovativsten Clusterservice gewählt. Ausgehend für den Bedarf des Clusterservices ist die Erkenntnis, dass der Fachkräftemangel eine große Gefahr für die Leistungsfähigkeit der deutschen Wirtschaft ist. Der Regionale Industrieclub Informatik Aachen (REGINA e. V.) lädt jeweils fünf Bewerber aus fünf europäischen Regionen nach Aachen ein, um sich bei Unternehmen der Informationsund Kommunikationstechnologien zu bewerben. Unter den Bewerbern sind Mathematiker, Naturwissenschaftler, Informatiker und Ingenieure, die von lokalen Unternehmen ausgewählt und in Gastfamilien (aus den beteiligten Unternehmen und Clustermitgliedern) untergebracht werden. Nach beiderseitigem Kennenlernen von Bewerbern und Unternehmen erhielten 70 Prozent der 25 Bewerber ein Jobangebot, sieben Fachkräfte wurden regional und weitere fünf in assoziierten Unternehmen außerhalb der Region übernommen. Das Serviceangebot des REGINA e. V. ist darauf ausgerichtet, Unternehmen der Informations- und Kommunikationstechnologie bei der Suche nach qualifiziertem Fachpersonal zu unterstützen. Arbeitssuchende Fachkräfte aus anderen europäischen Ländern werden zunächst gesichtet. Anschließend werden die besten Profile ausgewählt und zur

Vermittlung nach Deutschland eingeladen. Die Unternehmen kommen dabei mit genau passenden Fachkräften in Kontakt und profitieren insbesondere von der zielorientierten Vorselektion der Bewerber. Der Innovationsgrad des neuen Services liegt in dem Lösungsansatz, den eigenen Fachkräftemangel durch das Überangebot qualifizierter Arbeitnehmer anderer EU-Mitgliedsländer zu kompensieren. Die Etablierung des Clusterservices hat interkulturelle Hemmschwellen durch die gewonnene Vertrauensbasis abgebaut und wird somit zu einem Vorzeigeprojekt (Best-Practice-Beispiel) für trans­ nationale Kooperationen auf dem Arbeitsmarkt. Ein Nutzen entsteht den Mitgliedsunternehmen, wenn die vom REGINA e. V. vorgeschlagenen Bewerber auf offene Stellen passen und als Personal verpflichtet werden können. Darüber hinaus erweitert sich für sie der Pool potenzieller Arbeitnehmer, da die Maßnahme durch das mediale Interesse europaweit bekannt geworden ist. Somit kann aus einem größeren Angebot ein Bewerber ausgewählt werden, der sowohl fachlich als auch menschlich gut in das Unternehmen passt. Eine Vorselektion der Bewerber durch das Cluster stellt ein hochwertiges Arbeitnehmerangebot sicher. Zudem stehen die Unternehmen derzeit der Herausforderung eines branchenspezifischen Fachkräftemangels gegenüber, was die Suche nach fachlich qualifiziertem Personal zusätzlich erschwert. Die Clustermitglieder bekommen

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demnach im Erfolgsfall einen qualifizierten Mitarbeiter und sparen sich darüber hinaus den mit der Suche verbundenen zeitlichen und finanziellen Aufwand, den sie selbst kaum oder nur mit erheblichem Aufwand leisten könnten. Auch das Cluster generiert einen erheblichen Mehrwert, wenn es gelingt, dieses Erfolgskonzept kostenpflichtig in das Serviceangebot aufzunehmen. Dann ist der Clusterservice ein sich selbst tragendes Instrument, um Fachkräfte gezielt an Unternehmen zu vermitteln. Der generierte Nutzen steigert die Zufriedenheit der Mitgliedsunternehmen, was diese wiederum nachhaltig an das Cluster bindet. Ein unvorhersehbar positiver Effekt war das fachliche und mediale Interesse nationaler und internationaler Clusterakteure.

Die Übertragbarkeit des Konzepts war bereits in der Entwicklung des Services ein wichtiger Aspekt. Entsprechend ist das Konzept weitgehend transparent und nachvollziehbar gestaltet. Andere, auch branchenfremde Cluster sollen das entwickelte Konzept einfach adaptieren und in ihr Angebotsportfolio aufnehmen können. Die Übertragung des Konzepts ist somit zwar nachvollziehbar, die erfolgreiche Umsetzung hängt allerdings maßgeblich von dem investierten Engagement sowie den regionalen und branchenspezifischen Strukturen ab.

Kontakt
REGINA e. V. c/o RWTH Aachen Ahornstr. 55 52074 Aachen Daria Adenaw Telefon: +49 241 80 21199 regina@rwth-aachen.de www.regina.rwth-aachen.de

Das Cluster
Der Regionale Industrieclub Informatik Aachen (REGINA) e. V. ist ein Zusammenschluss von über 100 Unternehmen, Forschungs- und Bildungseinrichtungen sowie Intermediären aus den IuK-Technologien. Seit 1992 bündelt der Verein die Aktivitäten der Mitgliedsinstitutionen mit dem Hauptziel, die Zusammenarbeit der Bereiche Wirtschaft, Forschung und Ausbildung zu stärken. REGINA e. V. hat vielseitige Ziele und Aufgaben zur Förderung dieser Zusammenarbeit. Darunter fallen die Präsentation leistungsstarker Unternehmen, Stärkung der regionalen IT-Wirtschaft gegenüber anderen Technologieregionen, Planung und Durchführung von interdisziplinären Projekten und Informationsveranstaltungen, der Personaltransfer aus den Hochschulen in die regional ansässigen Unternehmen und das Fachkräfte-Recruiting.

Fakten und Zahlen
Innovationsfeld: IuK-Technologien Gründungsjahr: 1992 Mitglieder: 115 Name des Clusterservices: 5x5 – Welcome to Aachen!

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SafeTRANS e. V.:
Service zur Community Intellectual Property

Viele Wege, ein Ziel: Die Nachverfolgung von geistigen Eigentumsrechten (Bild: SafeTRANS e. V.)

Der Clusterservice „Community Intellectual Property“ ermöglicht die projektübergreifende Nachverfolgung von geistigen Eigentumsrechten (Intellectual Property Rights – IPR) an in verschiedenen nationalen und europäischen Forschungs- und Entwicklungsprojekten erarbeiteten Ergebnissen. Dieser Service erlaubt es den Clustermitgliedern in Folgeprojekten unmittelbar die relevanten Vorarbeiten aus anderen Projekten zu selektieren und deren Nutzung rechtlich abzusichern. Weiterhin ist dieser Service ein Baustein für die Erstellung eines internationalen Standards für die Interoperabilität von Entwicklungswerkzeugen für sicherheitskritische eingebettete Systeme. Die rechtlichen Aspekte des Interoperabilitätsstandards (IOS) werden von SafeTRANS auf europäischer Ebene abgestimmt und tragen zur internationalen Vernetzung des Clusters bei. Das Cluster verantwortet mit seinem Service die Rechteverwaltung sowie den Aufbau und die Koordinierung einer Management- und Leitungsstruktur für die Community-IPR. Das Serviceangebot des Clusters SafeTRANS liefert eine Auswahl relevanter FuE-Ergebnisse der bestehenden Projekte, kategorisiert die Vergabe von Nutzerrechten und implementiert diese als Konzept der „Rechteverwaltung und Zurverfügungstellung“ in einer europäischen Plattform. So können Nutzer die Vorarbeiten aus anderen FuE-Projekten besser auswählen und rechtlich abgesichert verwenden. Hersteller und Zulieferer von sicherheitskritischen eingebetteten Systemen (Autos, Flugzeuge, Bahnen und deren

Infrastrukturen) profitieren von einer gesamtheitlichen Übersicht über Entwicklungsmethoden und -prozesse. Der Innovationsgrad des neuen Services liegt in der Verknüpfung der vielfältigen FuE-Ergebnisse in einer europäischen Plattform. Hierin liegt zugleich die größte Herausforderung: Es gilt, möglichst viele Stakeholder von dem Nutzen zu überzeugen. Eine derartige Plattform mit einer transparenten Übersicht nutzbarer FuE-Ergebnisse ist neu und erleichtert Clustermitgliedern deren Verwendung in innovativen Projekten. Ein Nutzen entsteht insbesondere Clustermitgliedern entlang der Wertschöpfungskette der innovationsintensiven, sicherheitskritischen eingebetteten Systeme. Profiteure sind insbesondere Werkzeughersteller, Anwenderunternehmen sowie Forschungsinstitute und Universitäten. Werkzeughersteller sind hochgradig spezialisierte innovative KMU, die ihre Produktentwicklungen effektiver und effizienter umsetzen können. Sie können einfacher auf entwicklungsrelevante FuE-Ergebnisse zurückgreifen und ihre spezialisierten Produkte besser auf dem Markt positionieren. Größere Anwenderunternehmen können mit dem Service Standards beeinflussen und sich auf dem „Marktplatz“ einen besseren Produktüberblick verschaffen. Forschungseinrichtungen können durch den Service auf bestehende Forschungsergebnisse zugreifen, diese weiterentwickeln, demonstrieren und in die wirtschaftliche Verwertung

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überführen oder ihre wissenschaftliche Kompetenz nachweisen. Die Zusammenarbeit aller verschiedenen Akteure wird durch den Service intensiviert. Dies begünstigt den Technologietransfer von der Wissenschaft in die Industrie und führt zur Effizienzsteigerung der Wertschöpfungskette im Bereich eingebetteter Systeme. Das Clustermanagement profitiert in erster Linie von der gestiegenen Attraktivität für potenzielle Neumitglieder und dem hohen Grad der Internationalisierung im Projekt. Die Übertragbarkeit des Konzepts ist durchaus möglich, der Entwicklungsprozess allerdings nicht standardisiert abzubilden. Ein erheblicher Teil des Aufwands muss vom implementierenden Cluster selbst geleistet werden, denn

die Aktivierung und Überzeugung der Teilnehmer ist mit i ­ ntensivem Engagement und Netzwerkarbeit verbunden. Auch die Abstimmung auf europäischer Ebene bedarf zunächst gewachsener Strukturen sowie einer gemeinsamen Vision. Dem gegenüber steht ein enormer Nutzen für die vielfältigen Clusterakteure sowie eine Verknüpfung europäischer Kompetenzen und dem damit verbundenen Wissenstransfer. Die Umsetzung erhöht somit die cluster­ interne und internationale Sichtbarkeit des Clusters. Aus den Erfahrungen des Clusters SafeTRANS sowie dessen detaillierten Dokumentationen können die anderen Mitglieder im Programm „go-cluster“ einen erheblichen Nutzen ziehen und den Clusterservice – in auf die Gegebenheiten ihrer Branche angepasster Form – übertragen.

Kontakt
SafeTRANS e. V. Escherweg 2 26121 Oldenburg Jürgen Niehaus Telefon: +49 441 9722-503 info@safetrans-de.org www.safetrans-de.org

Das Cluster
SafeTRANS bündelt das Know-how von Industrie und Wissenschaft im Bereich „eingebettete Systeme“ in Verkehrsdomänen (Automobil, Luft- und Raumfahrt, Bahn). Das Cluster identifiziert Synergien in Forschung und Entwicklung (FuE) und ermöglicht die Übernahme von Best Practices. Durch die Einbindung von OEMs, Zulieferindustrie, KMU, Forschungsinstituten und Universitäten verfolgt SafeTRANS einen ganzheitlichen Ansatz, um sichere Mobilität trotz des wachsenden Verkehrsaufkommens und steigender Komplexität der Systeme zu ermöglichen. Das Cluster unterstützt seine Mitglieder bei der Erstellung und Harmonisierung von FuE-Strategien, der Projektinkubation sowie der Nachhaltigkeit von Projektergebnissen und forciert den domänenübergreifenden Wissensaustausch, u. a. beim Fachsymposium „SafeTRANS Industrial Day“.

Fakten und Zahlen
Innovationsfeld: Sicherheits- und Verkehrstechnologien Gründungsjahr: 2006 Mitglieder: 26 Name des Clusterservices: Service zur Community Intellectual Property

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Satellitennavigation Berchtesgadener Land – Salzburg:
Innovativer Netzwerkservice zur Entwicklung länderübergreifender FuE-Projekte im EU-Rahmenprogramm Horizon 2020

Die Unternehmer des Netzwerks Satellitennavigation Berchtesgadener Land – Salzburg informieren sich regelmäßig über Fördermöglichkeiten. (Bild: Wirtschaftsförderungsgesellschaft Berchtesgadener Land mbH)

Das Management des Netzwerks Satellitennavigation Berchtesgadener Land – Salzburg, angesiedelt bei der Wirtschaftsförderungsgesellschaft (WfG BGL), unterstützt seine Mitglieder bei der Anbahnung internationaler Projekte. Dabei richtet sich der Netzwerkservice insbesondere an KMU, Wissenschaftseinrichtungen und Anwenderorganisationen, die bisher überwiegend in nationale Projekte eingebunden sind. Er schafft bei diesen ein Bewusstsein für internationale Projektkooperationen und deren Förderung auf europäischer Ebene und vermittelt das hierfür notwendige Wissen. Der Service verfolgt somit das strategische Ziel der Internationalisierung des Netzwerks, um die Mitglieder stärker in den europäischen Markt zu integrieren und deren Potenzial für innovative Projekte zu nutzen. Das Netzwerkmanagement hilft Interessenten konkret bei der Antragstellung, initiiert Projekte und sieht sich perspektivisch auch in der Projektkoordinierung. Es unterstützt seine Mitglieder umfangreich dabei, länderübergreifende FuE-Projekte umzusetzen. Hierzu werden Workshops, individuelle Beratung, Unternehmerreisen zu ausländischen Partnerorganisationen sowie aufbereitete Informationen zur Förderung und Antragstellung angeboten. Der Netzwerkservice informiert praxisnah über Horizon 2020, vermittelt Kooperationspartner, organisiert den Austausch mit der Europäischen Kommission und unterstützt bei der Vorbe-

reitung von Förderanträgen. Somit wird insbesondere die Entwicklung FuE-intensiver und innovativer Projekte und Produkte gefördert. Beispielsweise wird in einem EU-Projekt an einem technologischen Werkzeugkasten zur Beseitigung von Minen gearbeitet. Weitere Projektkonzepte beinhalten die Entwicklungen für einen spezialisierten Feuerwehrroboter, einen Sicherheits-Service für Freizeitboote oder etwa den automatisierten Winterräumdienst auf Bundesautobahnen. Der Innovationsgrad des neuen Services liegt in der Sensibilisierung der Partner für relevante Themen, Projekte und Finanzierungsmöglichkeiten auf europäischem Niveau. Das Netzwerkmanagement baut selbst Experten-Know-how auf und gibt dieses an diverse Partner weiter, die nur geringe Kapazitäten haben, ihre Internationalisierung eigenständig voranzutreiben.  Netzwerkmitglieder und -management haben vielfältigen Nutzen vom Service. Die Mitglieder profitieren von der Erweiterung ihres Geschäftsfeldes auf europäischer Ebene und neuen Partnern in internationalen Projekten. Sobald hieraus Produkte zur Marktreife gelangen, profitieren sie auch monetär. Insbesondere die KMU sind Profiteure, da sie das Potenzial der europäischen Märkte ohne die Unterstützung durch die Förderung im Programm „go-cluster“ aus Kapazitätsgründen nicht erschließen könnten. Sie erhalten

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Hilfe von der Entwicklung einer Idee über den Antrag bis hin zum konkreten Projekt. Die Vernetzungsaktivitäten führen zum Aufbau neuer, vertrauenswürdiger Kooperationen. Im Netzwerkmanagement hat die Förderung durch „go-cluster“ zu einer gesteigerten Servicequalität beigetragen. Der Wissenszuwachs über die Förderlandschaft, Antragstellung und Projektplanung hat außerdem einen Synergieeffekt auf andere Aktivitäten des Netzwerks, wie z. B. die Aktivierung der bestehenden Mitglieder. Durch den Gewinn neuer Mitglieder sind zudem indirekte Einnahmen in Aussicht. Perspektivisch möchte das Netzwerkmanagement seine Zuständigkeiten ausweiten und Verantwortung für eine Projektleitung übernehmen. Die Übertragbarkeit des Konzepts auf andere Cluster mit internationalen Ambitionen ist gut möglich, allerdings mit

erheblichem Aufwand und Engagement verbunden. Der zu erwartende Nutzen für die Teilnehmer ist durch die Erschließung des europäischen Marktes sehr hoch. Die Entwicklung des Services ist dabei als dynamischer Prozess zu verstehen, der Erfahrungswissen bei den Beteiligten generiert. Wissenschaftliche Einrichtungen können in der Entwicklung im Sinne der Best Practice als Vorbilder genutzt werden. Wichtig ist auch die effektive Kommunikation der Dienstleistung über Veranstaltungen, die Webseite des Clusters und Pressemitteilungen, denn das Engagement der Mitglieder ist für den Erfolg des Clusterservices elementar wichtig. So wird der Clusterservice stets bedarfsorientiert weiterentwickelt. Zudem vereinfacht ein aktives Engagement der Mitglieder ihre Integration in die strategische Entwicklung des Clusters und trägt zur Zufriedenheit bei.

Kontakt
Satellitennavigation Berchtesgadener Land – Salzburg c/o Wirtschaftsförderungsgesellschaft Berchtesgadener Land mbH Sägewerkstr. 3, 83395 Freilassing Lars Holstein Telefon: +49 86 547750-14 holstein@wfg-bgl.info www.satnav-bgl.eu

Das Cluster
Das Netzwerk SatNav BGL existiert seit dem Jahr 2005. Es hat das Ziel, Kompetenzen und Potenziale von Satelliten-Navigations-Technologien und geodatenbasierten Anwendungen aktiv zu nutzen. Das Netzwerkmanagement liegt in der Verantwortung der WfG BGL. Im Netzwerk werden die beteiligten Unternehmen, Wissenschaftseinrichtungen und Endkunden aus Südostbayern sowie Salzburg zusammengeführt, um Synergien sowie Innovationen zu schaffen. Ziel ist es, die Wett­ bewerbsfähigkeit der heimischen Unternehmen auszubauen und gemeinsam mit Endkunden innovative Projekte zu konzipieren und umzusetzen. SatNav BGL schafft Synergien in den Bereichen Projektplanung, Entwicklung und Marketing, die allen beteiligten Unternehmen zugutekommen. Das Netzwerk hat es sich zur Aufgabe gemacht, die Wettbewerbsfähigkeit der Unternehmen auszubauen und gemeinsam mit Anwendern innovative Projekte zu konzipieren und umzusetzen. Die P ­ artner gehen dabei auf Kundenwünsche ein und bieten exzellente Navigationslösungen an.

Fakten und Zahlen
Innovationsfeld: IuK-Technologien Gründungsjahr: 2005 Mitglieder: 50 Name des Clusterservices: Innovativer Netzwerkservice zur Entwicklung länderübergreifender FuE-Projekte im EU-Rahmenprogramm Horizon 2020

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AU S G E WÄ H LT E C LU S T E R E R F O LG E

Schlüsselregion e. V.:
lieferanten-empfehlung.de

Zuverlässige Lieferanten – mit den besten Empfehlungen! (Bild: Schlüsselregion e. V.)

Der Clusterservice „lieferanten-empfehlung.de“ soll Zulieferbetrieben eine Marketing-Plattform bieten und Einkäufern die Internetsuche nach verlässlichen Lieferanten vereinfachen. Auf der Plattform „lieferanten-empfehlung.de“ können sich industrielle Zulieferfirmen mit ihrem Leistungsspektrum präsentieren und mit Empfehlungen ihrer Kunden für sich werben. Die Nutzer von „lieferanten-empfehlung.de“ erhalten detaillierte Informationen über alle gelisteten Unternehmen und ihre Produkte. Zugleich sehen sie Empfehlungen und Referenzen. Dies erleichtert die Suche nach einem geeigneten Lieferanten. Das Serviceangebot des Schlüsselregion e. V. bietet Unternehmen eine Online-Plattform, um passende Zulieferer in ihren Wertschöpfungsketten zu identifizieren. Die Empfehlung der Zulieferer ermöglicht es, von Erfahrungen anderer zu profitieren und den passenden Geschäftspartner auszuwählen. Zugleich ist es für industrielle Zulieferer eine neue Form der Unternehmenskommunikation im Bereich Online-Empfehlungsmarketing. Der Innovationsgrad des neuen Services liegt in der ganzheitlichen Abbildung der Unternehmen, die an den Informationsinteressen potenzieller Industriekunden ausgerichtet ist. Neu ist dabei, dass auf „lieferanten-empfehlung.de“ gelistete Unternehmen von ihren Kunden öffentlich sichtbar empfohlen werden können. Dies erleichtert dem Clustermanagement die Vermittlung geeigneter Kooperationspart-

ner und bindet die Mitglieder nachhaltig an den Dienst des Clusters. Das Portal „lieferanten-empfehlung.de“ ist auch offen für Industrieunternehmen außerhalb des Clusters, die sich dort ebenfalls listen lassen und Empfehlungen abgeben können. Ein Nutzen entsteht sowohl den Clustermitgliedern und assoziierten Unternehmen als auch dem Clustermanagement. Zulieferbetriebe können sich auf „lieferanten-empfehlung.de“ listen lassen und darüber neue Kunden auf sich aufmerksam machen. Sie profitieren davon, dass ihr Leistungsspektrum über einen neuen Kanal sichtbar wird. Die Empfehlungen schaffen dabei Glaubwürdigkeit. Der Vorteil für Zulieferunternehmen wirkt auch über die Region hinaus. Ebenso profitieren die Unternehmen im Cluster, die einen Zulieferer für einen bestimmten Bereich suchen. Sie können sich mit dem Kurzprofil des Unternehmens zugleich auch Empfehlungen und Referenzen ansehen. In vielen Fällen wird ihnen der Empfehlungsgeber aus dem Cluster bekannt sein, was die Vertrauenswürdigkeit zusätzlich steigert. Diese Win-Win-Situation für Zulieferer und Kunden erhöht das Vertrauen in das Cluster, stärkt die Zusammenarbeit und trägt dazu bei, die Cluster-Kompetenzen entlang der Wertschöpfungskette verstärkt nach außen zu kommunizieren. Der gesteigerte Nutzen durch den Clusterservice ist eine gute Grundlage, um weitere Mitglieder für das Cluster

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zu gewinnen. Nach einer Probephase für die Unternehmen werden anschließend Einnahmen durch Kostenbeiträge zum Service generiert. Die Übertragbarkeit des Konzepts ist grundsätzlich möglich. Der Clusterservice ist ab einer kritischen Masse von mindestens 100 Unternehmen und Instituten zweckmäßig, um einen besseren Überblick über das Cluster herzustellen. Zudem sollte die Branche eine große Vielfalt an Produkten und Prozessen anbieten, die durch die

Online-Plattform präsentiert werden können. Im Cluster sollten jene größere Unternehmen sehr stark vertreten sein, die Kunden für eine große Zahl vorgelagerter Zulieferbetriebe sind. Bei diesen größeren Unternehmen muss die Bereitschaft bestehen, Empfehlungen abzugeben und so die eigene Wertschöpfungskette in bestimmten Bereichen öffentlich zu machen. Diese Bereitschaft sollte vorab verbindlich abgefragt werden. Der Clusterservice generiert im Erfolgsfall weitere Einnahmen für das Cluster und steigert die Mitgliederbindung.

Kontakt
Schlüsselregion e. V. Talstr. 71 42551 Velbert Dr. Thorsten Enge Telefon: +49 2051 607104 t.enge@schluesselregion.de www.schluesselregion.de

Das Cluster
Schlüsselregion e. V. ist die Clusterinitiative der Region Velbert/Heiligenhaus – ein Netzwerk von Unternehmen, Institutionen und Hochschulen. 150 mittelständische Firmen nutzen das Cluster als Kommunikationstreffpunkt und für Kooperationsprojekte. Die Mitglieder sind in der Sicherungs- und Beschlagindustrie und vorgelagerten Wertschöpfungsketten tätig. Zu diesen gehören insbesondere die Metallbearbeitung, Kunststofftechnik, Mechatronik und Industriedienstleistungen. Die Schlüsselregion Velbert / Heiligenhaus ist der führende Standort für innovative Sicherungstechnologien. 15.000 Menschen arbeiten hier daran, Häuser und Autos noch sicherer zu machen. In der Region gibt es mehr als 70 Unternehmen der Sicherungs- und Beschlagtechnik mit insgesamt 7.000 Beschäftigten. Hinzu kommen weitere 8.000 Arbeitsplätze in Zulieferbranchen. Es gibt weltweit keine andere Region mit einem derart ausgeprägten Cluster dieser Branchen.

Fakten und Zahlen
Innovationsfeld: Sicherheitstechnologien Gründungsjahr: 2006 Mitglieder: 150 Name des Clusterservices: lieferanten-empfehlung.de

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Silicon Saxony e. V.:
Service zur Etablierung internationaler Spitzenkooperationen

Gemeinsame Projekte mit der führenden Mikrotechnologieregion der Welt unterstützen (Bild: Fraunhofer-Institut für Integrierte Systeme und Bauelementetechnologie-IISB)

Der Clusterservice unterstützt gezielt die Kooperationsanbahnung für KMU und Forschungseinrichtungen mit der derzeit führenden „Leading Edge“-Entwicklungsregion in den USA, dem Staat New York. Durch die Kooperation mit dem CNSE (College of Nanoscale Science and Engineering) an der State University of New York (SUNY) soll erreicht werden, dass die sächsischen Firmen an der Technologieführerschaft im Halbleiterbereich auf dem Weg zu einer neuen Generation von Mikrochips teilhaben. Um im globalen „Know-how-Wettlauf“ mit an der Spitze zu sein, ist es für die Unternehmen, aber auch für die Forschungseinrichtungen, unbedingt erforderlich, mit den führenden Regionen und Einrichtungen zu kooperieren. Das Serviceangebot des Silicon Saxony e. V. ist darauf ausgerichtet, die Informations- und Kommunikationsstrukturen mit dem CNSE auszubauen, Themen und Partner für die Zusammenarbeit zu identifizieren und ein Netzwerk aufzubauen, das die internationalen Kooperationsprojekte vom Technologietransfer über Pilotfertigungen bis hin zur Markteinführung begleitend unterstützen kann. Der Innovationsgrad des neuen Services liegt in der konzeptionellen Erschließung von Kooperationen mit einer der führenden Regionen der Nanotechnologie. Mit der systematisierten Vorgehensweise verfolgt Silicon Saxony eine klare Strategie beim Kooperationsaufbau, die sich durch die Vielseitigkeit der innovationsfördernden Maß-

nahmen auszeichnet. Zur Unterstützung der Kooperationsanbahnung wird erstmalig das Modell eines Clusterbotschafters etabliert, der über eine Public-private-Partnership finanziert wird. Neuartig ist darüber hinaus, dass sich diese Strategie auf die Initiierung weiterer Kooperationsanbahnungen mit führenden Technologieregionen anwenden lässt. Ein Nutzen entsteht den Clustermitgliedern, wenn das Management folgende Ziele mit dem Service erreicht: 1.	 Identifizierung geeigneter Themen für die Zusammenarbeit, 2.	 Kontakte knüpfen und den Austausch von Fachwissen fördern, 3.	 Stärkung der Geschäftsbeziehungen zwischen beiden Standorten im Bereich der Nanotechnologie, 4.	 Unterstützung von Kooperationen zwischen Unternehmen aus dem Staat New York und Silicon Saxony, um positive wirtschaftliche Auswirkungen in beiden Regionen zu erzielen, 5.	 Erschließung bereits existierender Ideen für eine Zusammenarbeit (Forschung, Entwicklung, Prototyping, Demonstration und Kommerzialisierung),

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6.	 Identifikation verschiedener Förderansätze konkreter Forschungs- und Entwicklungsprojekte, 7.	 Bereitstellen relevanter Finanzierungsprogramme sowie 8.	 Entwicklung und Vermarktung von Projekten von gemeinsamer Bedeutung. ­ Die Übertragbarkeit des Konzepts ist durch die Standardisierung der Abläufe und Inhalte verhältnismäßig einfach möglich. Die in der Entwicklung des Clusterservices aufgebauten Strukturen und Erkenntnisse aus der Zusammen-

arbeit mit dem CNSE können somit zur Initiierung weiterer Kooperationen genutzt und das Konzept modifiziert angewendet werden. Auf Grundlage des Clusterservices ist Silicon Saxony bereits im Aufbau eines weiteren Kooperationsnetzwerks mit dem Interuniversity Microelectronics Network (Leuven, Belgien) und dem DSP Valley (Heverlee, Belgien). Der Clusterservice erleichtert hier die Umsetzung der neuen Kooperationsvorhaben und steigert zudem deren Qualität. Darüber hinaus profitieren durch den wechselseitigen Lernprozess der Mitglieder im Programm „go-cluster“ auch andere von den Ergebnissen des Clusterservices.

Kontakt
Silicon Saxony e. V. Manfred-von-Ardenne-Ring 20 01099 Dresden Gitta Haupold Telefon: +49 351 8925-888 info@silicon-saxony.de www.silicon-saxony.de

Das Cluster
Silicon Saxony e. V. wurde im Jahr 2000 aus 20 Partnern als Netzwerk für die sächsische Halbleiterindustrie gegründet. Derzeit beschäftigen die 320 Mitgliedsunternehmen des Silicon Saxony e. V. ca. 40.000 Mitarbeiter mit einem Umsatz von rund 4 Mrd. Euro pro Jahr. Innovationen, erfolgreiche Förderpolitik, gewinnbringende Investitionen, das wirtschaftliche Engagement der Mitgliedsunternehmen und ein gut strukturiertes Netzwerk mit exzellentem (Gold Label) Clustermanagement sind Basis des Erfolgs. Heute ist der Silicon Saxony e. V. das größte Hightech-Netzwerk in Europa für Mikroelektronik, Smart Systems, Photovoltaik, Software und Applikationen. Silicon Saxony e. V. arbeitet intensiv mit Netzwerkpartnern auf nationaler und internationaler Ebene. Als Koordinator der strategischen Cluster Alliance „Silicon Europe“ trägt er wesentlich zur Stärkung der europäischen Nano- und Mikroelektronik bei.

Fakten und Zahlen
Innovationsfeld: IuK-Technologien Gründungsjahr: 2000 Mitglieder: 320 Name des Clusterservices: Service zur Etablierung internationaler Spitzenkooperationen

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SpectroNet:
Innovativer digitaler Kommerzialisierungsservice

Eine Plattform für offene, mobile Information, Kommunikation und Kollaboration (Bild: SpectroNet)

Der Clusterservice zur digitalen Kommerzialisierung hat das Ziel, mittels eingerichteter Hierarchien und Instanzen die Leistungen der Clusterpartner digital abzubilden. Dadurch lassen sie sich effektiver organisieren und betreiben. Perspektivisch können Clusterpartner neue Produkte und Anwendungsdienstleistungen interaktiv kommerzialisieren und mit verbesserten Geschäftsmodellen erweiterte digitale Märkte erschließen. Die Webseite www.spectronet.de ist eine digital kommerzialisierte Clusterplattform mit einer offenen, digitalen, mobilen Informations-, Kommunikations- und Kollaborationsstruktur. Der digitale Kommerzialisierungsservice erhöht die Wirtschaftlichkeit, schafft neue Produkte und modernisiert die Arbeitsplätze. Das Serviceangebot von SpectroNet ist so organisiert, dass im gesamten Wertschöpfungszyklus der photonischen Mi­ krosensorik und digitalen Bildverarbeitung für Messtechnik und Qualitätssicherung von FuE, über Produkte und Anwendungsdienstleistungen sowie Werbung und Verkauf bis hin zu Aus- und Weiterbildung stets aktuelle Ressourcen unter den Clusterakteuren geteilt werden können. Es können passende Experten und Unternehmen in der Datenbank ausgewählt, neue Produkte und Anwendungsdienstleistungen online angeboten und über einen digitalen Marktplatz vertrieben werden. Auch die Aus- und Weiterbildung wird durch offene Fachvorträge und Fachvideos über digitale Medien unterstützt.

Der Innovationsgrad des neuen digitalen Kommerzialisierungsservices liegt in dem vollständig neuartigen Gesamtkonzept und der dennoch individualisierten Umsetzung. Struktur, Inhalt und Management der Clusterplattform sind spezifisch auf die mobile photonische Mikrosensorik und digitale Bildverarbeitung ausgerichtet. Die digitale Darstellung und Umsetzung von Leistungen ist in der Photonik-Branche einzigartig und schafft über neue Arbeits- und Vertriebskanäle einen finanziellen Mehrwert insbesondere durch sofortige globale Verfügbarkeit. Hoher Nutzen entsteht den Clusterpartnern in fachlicher, sozialer und finanzieller Hinsicht. Durch den digitalen Kommerzialisierungsservice wird insbesondere die Sichtbarkeit des Clusters und seiner Partner für Kunden erhöht. Koordinationskosten für Kollaborationen werden signifikant reduziert. Produktentwicklungszyklen werden verkürzt. Die beteiligten KMU, Forschungseinrichtungen und Hochschulen im Collaboration Cluster SpectroNet steigern ihre Produktivität durch sinkenden Verbrauch an Material, Energie, Information, Kosten und Facharbeit. Mit der Steigerung der Wettbewerbsfähigkeit der Clusterpartner steigt auch deren Zufriedenheit mit der Clusterarbeit. Über den direkten Austausch materieller und immaterieller Produkte wird das Vertrauen verstetigt. Durch den steigenden Umsatz und sinkende Kosten wird die Mitgliedschaft im Cluster attraktiver. Von dem damit verbundenen Wachstum profitiert das Clustermanagement durch gesteigerte Einnahmen.

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Die Übertragbarkeit des Konzepts zur digitalen Kommer­ ia­ z lisierung ist durch hochgradige Offenheit von SpectroNet gegeben. Zur Vorbereitung, Durchführung und Auswertung des Services werden aktuelle marktgängige Software- und Hardwarelösungen verwendet. Auch die Software für die Clusterplattform ist ein standardisiertes Produkt, das individuell angepasst werden kann. Die benötigten Module zur digitalen Kommerzialisierung sind auf andere Branchencluster übertragbar. Dennoch soll erwähnt werden, dass die technische Umsetzung wesentlich einfacher ist, als die

ständige Versorgung mit aktuellen und zuverlässigen Informationen. Hierfür können die umfangreichen Erfahrungen des Clustermanagements von SpectroNet nachgenutzt werden. Das Engagement und Vertrauen der Clusterpartner ist für den Erfolg der Clusterplattform entscheidend. Das Collaboration Cluster SpectroNet erwartet ein erhebliches Multiplikationspotenzial, da erfahrungsgemäß mit wachsender Anzahl der Nutzer die Breite und Tiefe der Inhalte ansteigen, was wiederum einen erweiterten Interessentenkreis anspricht.

Kontakt
SpectroNet c/o Technologie- und Innovationspark Jena GmbH Wildenbruchstr. 15, 07745 Jena Prof. Dr. Dietrich Hofmann Telefon: +49 (0) 172 360 3192 Skype: hofmann33 d.hofmann@spectronet.de www.spectronet.de

Das Cluster
SpectroNet ist ein führendes Innovationscluster für photonische Mikrosensorik und digitale Bildverarbeitung. Schwerpunkte sind mobile Form-, Farb- und Spektralmesstechnik sowie Qualitätssicherung für Industrie, Biologie/Medizin, Landwirtschaft/Umweltschutz sowie Verwaltung und Sicherheit. Gegenstand ist die Ergänzung von Smartphones und Smartpads mit neuartigen Hardware-Apps und Software-Apps für photonische Mikrosensorik und digitale Bildverarbeitung. Das Clustermanagement SpectroNet ist dem Technologie- und Innovationspark Jena GmbH zugeordnet. Ziel des 1991 in Jena gegründeten Technologie- und Innovationsparks ist die beschleunigte Umsetzung wissenschaftlicher Entwicklungsleistungen in neue marktfähige Produkte und Anwendungsdienstleistungen. Technologieorientierte Existenzgründer finden im Technologie- und Innovationspark in Jena optimale Rahmenbedingungen für ihre Start- und Stabilisierungsphase.

Fakten und Zahlen
Innovationsfeld: Mikromechanik, Mikrofluidik, Mikroelektronik, Mikrosensorik, digitale Bildverarbeitung, Messtechnik und Qualitätssicherung Gründungsjahr: 2005 Mitglieder: 50 Name des Clusterservices: Innovativer digitaler Kommerzialisierungsservice

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Umweltcluster Bayern:
„Umwelttechnologie meets…“ – Entwicklung und Etablierung branchenübergreifender Kooperationen

Im direkten Dialog: Teilnehmer des Veranstaltungsformats „Umwelttechnologie meets…“ (Bild: Umweltcluster Bayern)

Der Clusterservice „Umwelttechnologie meets…“ ist ein a ­ lternatives Networking-Format des Umweltclusters Bayern, das in Kooperation mit anderen Technologieclustern und deren Unternehmen und Forschungseinrichtungen Schnittstellen für Kooperationen erzeugt. Auf den branchenübergreifenden Veranstaltungen „Umwelttechnologie meets Mechatronik/Sensorik/Biotechnologie/Holzenergie/…“ lernen die Mitglieder des Umweltclusters Bayern in kurzen, zeitlich begrenzten Gesprächen (Speed-Networking) Akteure des anderen Technologieclusters kennen. Hieran schließen Unternehmensbesuche zur Unterstützung möglicher Kooperationsprojekte an. Branchenfremde Kooperationspartner können gefunden, neue Kontakte für gemeinsame Projekte geknüpft und die Perspektiven der unternehmerischen Möglichkeiten erweitert werden. Das Serviceangebot des Umweltclusters Bayern hat das strategische Ziel, seine Mitglieder mit anderen Branchen zu vernetzen. Die hieraus entstehenden neuen Impulse sind Basis für die mögliche weitere, clusterübergreifende Zusammenarbeit. Durch das Clustermanagement wird die Zusammensetzung der Veranstaltungsteilnehmer vorausgewählt und ermöglicht, dass sich die Gesprächspaare optimal ergänzen und direkte Konkurrenten nicht aufeinandertreffen. Durch die gemeinsamen Veranstaltungen erweitert sich der Kreis potenzieller Neumitglieder für die beteiligten Cluster.

Der Nutzen des Clusterservices entsteht durch die Impulse für branchenübergreifende Kooperationen und den „Blick über den Tellerrand“ des eigenen Technologiefeldes. Durch den clusterübergreifenden Austausch ergeben sich Möglichkeiten für unkonventionelle und alternative Lösungsansätze. Darüber hinaus bietet der Clusterservice Kooperationspartnern der anderen Technologiecluster die Möglichkeit, gemeinsame Projekte zu identifizieren und zu initiieren. Das Veranstaltungsformat aktiviert die Teilnehmer in einer lockeren, kommunikativen Atmosphäre und bietet einen fachlichen Zugewinn durch Impulsvorträge oder Unternehmensbesichtigungen. Der Austausch mit Gesprächspartnern anderer Cluster regt zu neuen Ideen an und stößt Innovationsprozesse an. Kooperationen oder Austausch in Bereichen wie Marketing, Geschäftsentwicklung, Vertrieb oder Einkauf sind besonders für KMU wertvoll, und eine Zusammenarbeit hat Potenzial für Marktvorteile. Somit ist „Umwelttechnologie meets…“ ein Clusterservice, der insbesondere den KMU einen messbaren Mehrwert verspricht. Der Innovationsgrad des Services zeichnet sich durch das detaillierte Veranstaltungskonzept aus. Dabei stellt das Umweltcluster Bayern nicht nur thematische Bezüge zu weiteren Technologiefeldern her, sondern unterstützt aktiv bei der Bildung von clusterübergreifenden Kooperationen der Akteure und begleitet die Prozesse im Rahmen der Mitgliederbetreuung kontinuierlich weiter. Der informelle

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Charakter der Veranstaltung, der jedoch einen genau geplanten Ablauf erkennen lässt, schafft eine vertrauensvolle Atmosphäre für die Interaktion der heterogenen Akteure und überwindet Berührungsängste. Die clusterübergreifende Ausrichtung der Veranstaltung vernetzt mehrere Branchen und kurbelt Gespräche, Ideen und Innovationen an, die vom Clustermanagement weiter verfolgt werden. Vor allem KMU profitieren nachhaltig durch den neuen Service. Die Übertragbarkeit ist durch das klare Veranstaltungskonzept gewährleistet. Die Kombination der Akteure für das Speed-Networking ist komplex, aber gut nachvollziehbar. Eine wichtige Leistung des Clustermanagements

ist die Auswahl inhaltlicher Gesprächsschwerpunkte des Speed-Networkings. Das Clustermanagement bringt beim Zusammenführen der Gesprächspartner sein Wissen um die Kompetenzen der Mitglieder sowie deren Stellung im Markt ein und wählt die passenden Teilnehmer aus. Das Konzept des Clusterservices „Umwelttechnologie meets…“ ist gut strukturiert und dadurch sehr gut auf andere Cluster übertragbar, die keinen Umwelttechnologie-Schwerpunkt haben. Die positive Resonanz der Veranstaltungsreihe des Umweltclusters Bayern sorgt dafür, dass sie mittlerweile fest als Clusterservice etabliert wurde und in Zukunft entsprechend fortgesetzt wird.

Kontakt
Trägerverein Umwelttechnologie-Cluster Bayern e. V. Am Mittleren Moos 48 86167 Augsburg Susanne Berger Telefon: +49 821 455798-23 susanne.berger@umweltcluster.net www.umweltcluster.net

Das Cluster
Der Trägerverein Umwelttechnologie-Cluster Bayern e. V. hat 215 Mitglieder. Neben der Hauptgeschäftsstelle in Augsburg unterhält das Cluster weitere Geschäftsstellen in München, Nürnberg und Hof. Das Umweltcluster Bayern ist das Netzwerk der bayerischen Umweltwirtschaft, Wissenschaft, Kommunen und kommunalen Betriebe. Es vernetzt Unternehmen, Vertreter aus FuE, Dienstleister, Planer, Wirtschaftsorganisationen, Politik und Verwaltung, Kommunen und öffentliche Auftrag­ geber, Kapitalgeber und (öffentliche) Förderinstitutionen sowie Medien und Kommunikationsdienstleister. Das Cluster informiert über technologiespezifische Entwicklungen und Querschnittsthemen, wie Internationalisierung, Finanzierung und Innovation.

Fakten und Zahlen
Innovationsfeld: Umwelttechnologien Gründungsjahr: 2006 Mitglieder: 215 Name des Clusterservices: „Umwelttechnologie meets…“ – Entwicklung und Etablierung branchenübergreifender ­Kooperationen

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AU S G E WÄ H LT E C LU S T E R E R F O LG E

Virtual Dimension Center (VDC) Fellbach w. V.:
VDC Semantic Information Base

Schema der VDC Semantic Information Base-Datenbank (Bild: VDC Fellbach)

Der Clusterservice „VDC Semantic Information Base“ ist ein System zur Datenerfassung, -verarbeitung und -verbreitung in Clusterinitiativen. Im Prozess des Datenmanagements werden die durch das Virtual Dimension Center (VDC) gesammelten Informationen (Nachrichten, Termine, Firmen, Personen, Stellenangebote, etc.) auf einer Plattform integriert, fachlich-inhaltlich klassifiziert und miteinander verknüpft. Die Klassifizierung erfolgt entlang von Branchen, Einsatzfeldern und Technologien. Auf Grundlage dieser hochwertigen Informationen können Online-Inhalte einfacher erstellt und entsprechend aufbereitet den VDC-Mitgliedern zur Verfügung gestellt werden. Veröffentlichungsformate sind Branchenatlanten, Technologieatlanten, Produktkataloge, eine Expertendatenbank, eine Jobbörse, ein Nachrichtenportal, der Fachkalender, die Fachbibliothek, der VDC-Newsletter und Soziale Medien. Insgesamt entstehen mehr und höherwertige Informationen, eine effektivere Informationssuche sowie ein verbesserter Internetauftritt des VDC, der zur Steigerung der Sichtbarkeit des Clusters und seiner Mitglieder führt. Das Serviceangebot „VDC Semantic Information Base“ bündelt die Funktionen von CRM-Systemen (Customer R ­ elationship Management), Content Management Systemen (CMS), der Website sowie Mediatheken und schafft es darüber hinaus, die gesammelten Informationen thematisch nach Relevanz zu filtern. Das Serviceangebot

verschafft den Clustermitgliedern einen Informationsvorsprung, der im Innovationsprozess einen Wettbewerbsvorteil darstellt. Ein hoher Innovationsgrad des neuen Services wird durch die Integration verschiedener Funktionen in einem ganzheitlichen Informationssystem erreicht. Die Implementierung der Daten von Organisationen, Personen, Produkten und Lösungen, Veranstaltungen, Dokumenten und Nachrichten innerhalb einer fachlich-inhaltlichen Struktur ist neuartig und clusterspezifisch. Die Aufbereitung von Informationen bedeutet einen erheblichen Aufwand an Ressourcen und Kapazitäten, der nun effizienter gestaltet werden kann.  Der Nutzen, den die VDC-Mitglieder vom Clusterservice haben, ist vielseitig und lässt sich mit einem verfügbaren Informationsvorsprung gegenüber Nicht-Mitgliedern zusammenfassen. Mitglieder erhalten einen einfachen Zugriff auf Branchen-, Technologie- und Produkt-Atlanten sowie Fachexperten über eine Expertendatenbank. Sie werden durch die VDC-Stellenbörse bei der Suche nach Fachkräften unterstützt und können tagesaktuell Nachrichten und Veranstaltungen über das Nachrichtenportal abrufen. Zu­ dem haben die VDC-Mitglieder Zugriff auf Analysen und Marktstudien aus der VDC-Fachbibliothek. Entscheidende Vorteile sind darüber hinaus die erhöhte Sichtbarkeit ihrer Produkte und Fachexperten sowie die Außendarstellung

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und Kommunikation über den VDC-Newsletter und Soziale Medien. Es werden folglich die Beschaffung und Verbreitung von Fachwissen, Kontaktdaten, Produktdetails und Veranstaltungshinweisen vereinfacht und diese Informationen qualitativ aufgewertet. Aus dem erzeugten Wissensvorsprung resultieren eine gesteigerte Innovationstätigkeit und Produktivität der Mitglieder. Die kollektive Beschaffung und Verfügbarkeit des Wissens im Cluster ist wirtschaftlich und erzeugt darüber hinaus Synergien, von denen alle Clustermitglieder profitieren. Das Virtual Dimension Center steigert mit dem Clusterservice zudem die Zufriedenheit seiner Mitglieder, was zur nachhaltigen Verstetigung seiner Managementstrukturen beiträgt. Die Übertragbarkeit des Konzepts ist vorwiegend von der technischen Umsetzung und deshalb von verfügbarem

Know-how und Kapazitäten abhängig. Inhaltlich ist bei der Übertragung des Konzepts lediglich das clusterspezi­ fische, fachlich-inhaltliche Raster aus adressierten Branchen, Einsatzfeldern und Technologien zu berücksichtigen. Mittel- bis langfristig sinkt durch den Clusterservice der Arbeitsaufwand zur Datenerfassung, -verarbeitung und -verbreitung – sowohl bei der Clustergeschäftsstelle als auch bei den Mitgliedern. Die erzielte Verknüpfung von Organisationen, Personen, Produkten und Lösungen, Veranstaltungen, Dokumenten und Nachrichten innerhalb eines fachlich-inhaltlichen Ökosystems ist für viele Cluster relevant, da die Verfügbarkeit entsprechender Informationen den Mitgliedern eines jeden Clusters einen erheblichen Nutzen gewährt.

Kontakt
Virtual Dimension Center (VDC) Fellbach w. V. Auberlenstr. 13 70736 Fellbach Dr. Christoph Runde Telefon: +49 711 585309-0 info@vdc-fellbach.de www.vdc-fellbach.de

Das Cluster
Das Virtual Dimension Center (VDC) ist Deutschlands führendes Netzwerk für Virtual Engineering. Seit 2002 schafft das VDC Synergien zwischen seinen Mitgliedern und fördert den Technologietransfer. Forschungseinrichtungen, Technologielieferanten, Dienstleister, Anwender und Multiplikatoren arbeiten im VDC entlang der gesamten Wertschöpfungskette Virtual Engineering zusammen. Themenschwerpunkte sind Simulation, Visualisierung, Product Lifecycle Management (PLM), Computer Aided Engineering (CAE) und Virtual Reality (VR). Die Mitglieder setzen damit auf eine höhere Innovationstätigkeit und Produktivität durch Informationsvorsprung sowie Kostenvorteile gegenüber Unternehmen außerhalb des Netzwerks.

Fakten und Zahlen
Innovationsfeld: Informationstechnologie Gründungsjahr: 2002 Mitglieder: 70 Name des Clusterservices: VDC Semantic Information Base

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AU S G E WÄ H LT E C LU S T E R E R F O LG E

Gemeinsames Verbundprojekt von OptecNet Deutschland e. V.:
Sechs „go-cluster“-Mitglieder entwickeln Servicekonzept für „Open Innovation“

Ob in der Beleuchtung, Kommunikation oder Medizin: Photonik spielt eine Schlüsselrolle in vielen Branchen (Bild: © Omid Mahdawi/Fotolia.com)

Was ist OptecNet Deutschland?
OptecNet Deutschland e. V. ist der bundesweite Zusammenschluss der acht regionalen Innovationsnetzwerke für Optische Technologien (Photonik):

⋅⋅ HansePhotonik.e. V. ⋅⋅ OpTech-Net.e. V V ⋅⋅ Optence e. BW e. V. ⋅⋅ Photonics ⋅⋅ bayern photonics e. V. ⋅⋅ OptecBB e. V. GmbH ⋅⋅ PhotonicNet. ⋅⋅ OptoNet e. V
Ziel der Photonik-Netzwerke ist die Förderung der Optischen Technologien als Schlüssel- und Querschnittstechnologie. Gemeinsam will man dieses Thema in Forschung, Entwicklung und Anwendung, Aus- und Weiterbildung sowie Nachwuchsförderung und Öffentlichkeitsarbeit stärker

verankern. Bundesweit vereinen die Innovationsnetze Opti­ sche Technologien über 500 Mitglieder aus Unternehmen aller Größenordnungen (Hersteller und auch Anwender) sowie Forschungs- und Bildungseinrichtungen und sind damit der mitgliederstärkste Photonik-Zusammenschluss in Deutschland. Von den Mitgliedern der Netze bilden KMU mit 57 % den weitaus größten Anteil, die FuE-Einrichtungen umfassen 29 % und die Großunternehmen stellen 9 % der Mitglieder. Der Rest entfällt auf Banken und weitere Institutionen. Im Rahmen der Ausschreibung zur Förderung innovativer Services im Programm „go-cluster“ haben sich sechs dieser Netzwerke daher gemeinsam zu einem Projektverbund zusammengeschlossen, der vom übergeordneten Verein OptecNet Deutschland e. V. koordiniert wird. Die nicht an der Ausschreibung beteiligten Netzwerke unterstützen das Verbundvorhaben bei Bedarf, sodass eine deutschlandweite Bearbeitung des Themas möglich ist.

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Worum genau geht es im Verbundvorhaben?
Die Optischen Technologien gelten als Schlüssel- und Querschnittstechnologien. Ob in der Beleuchtungstechnik, Kommunikationstechnik, der Displaytechnik, der Messtechnik, der Medizin und Biotechnologie, der Energietechnik oder der Fertigungstechnik: Licht wird vielfältig eingesetzt. Immer häufiger werden Funktionen durch Optische Technologien realisiert und Produkte enthalten immer mehr optische Komponenten als Schlüsselbausteine. In Europa nimmt die deutsche Photonik-Branche mit einem Anteil von ca. 45 % eine führende Position ein. Die Entwicklung neuer photonischer Produkte unterliegt immer kürzeren Zyklen und bedingt zunehmend das Zusammenwirken von verschiedenen Hochtechnologien. Daraus entsteht die Notwendigkeit, den Innovationsprozess zu optimieren und neue Wege zu beschreiten. In vielen Unternehmen, besonders in den KMU, mangelt es jedoch an den dafür notwendigen Mitteln, Methodenkompetenzen und Netzwerken. Vor diesem Hintergrund gewinnen neue Ansätze wie „Open Innovation“ zur Steigerung der FuE-Produktivität zunehmend an Bedeutung. „Open Innovation“ steht dabei für die Einbeziehung des Unternehmensumfelds sowohl in die Ideengenerierung als auch in die Umsetzung von neuen Produkten, ggf. auch in neuen Märkten. Netzwerke und Cluster mit ihren Services und Kontakten können Unternehmen, insbesondere KMU, den Einstieg in diese neue Innovationskultur erleichtern und sie in der effizienten Ideengenerierung und -verwertung unterstützen. Da sich der klassische Innovationsprozess auf unternehmensinterne Ressourcen bezieht, erfordert „Open Innovation“ jedoch ein erhebliches Umdenken sowie das Erlernen neuer Methoden. Vor diesem komplexen Hintergrund haben sechs der regionalen Innovationsnetze für Optische Technologien einen gemeinsamen Verbund gebildet, um „Open Innovation“ im Bereich der Photonik umzusetzen. Den regionalen Erfordernissen und Stärken der Netzwerke entsprechend wurden folgende Teilprojekte durchgeführt:

1)	 Einsatz von Open Innovation bei Technologie- und Produktentwicklungen im Bereich der Optischen Technologien (OpTech-Net e. V., Nordrhein-Westfalen) 2)	 Innovationsförderung durch Zusammenführung von Innovationsangeboten und Innovationsgesuchen (Optence e. V., Hessen/Rheinland-Pfalz) 3)	 Innovationsförderung durch interdisziplinäre ClusterKooperationen (Photonics BW e. V., Baden-Württemberg) 4)	 Open Innovation für Kleinstunternehmen (bayern photonics e. V., Bayern) 5)	 Erschließung und Etablierung neuer Werkzeuge und Wege in der Innovationsförderung (PhotonicNet GmbH, Niedersachsen) 6)	 „Grade up! Projekt zur Stärkung der Mitgliederbindung durch Unterstützung des Informationsflusses in wachsenden Netzwerken“ (OptoNet e. V., Thüringen) Was genau die Cluster in ihren Teilprojekten erarbeitet haben, lesen Sie auf den folgenden Seiten.

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OpTech-Net e. V.:
Einsatz von Open Innovation bei Technologie- und Produktentwicklungen im Bereich der Optischen Technologien

Beispielhafte Umsetzung der Open-Innovation-Ansätze in der LED-basierten Beleuchtung in einem Gewächshaus (Bild: OpTech-Net e. V.)

Der Clusterservice „Einsatz von Open Innovation bei Technologie- und Produktentwicklungen im Bereich der Optischen Technologien“ des OpTech-Net e. V. unterstützt KMU dabei, Produkt- und Innovationszyklen zu reduzieren und neue Produkte mit hoher Komplexität zu entwickeln – und dies bei steigendem Wettbewerbsdruck. Das „Crowdsourcing“, mit dem das Sammeln von Ideen und Rückmeldungen von externen Fachleuten beschrieben wird, ist ein Lösungsansatz, der bei großen Unternehmen bereits erfolgreich angewendet wird. OpTech-Net e. V. überträgt mit seinem Serviceangebot dieses Konzept auf die Bedürfnisse von KMU. Auf der virtuellen Plattform „Crowdsourcing“ werden Erfahrungen und Probleme in der Produktentwicklung in einer offenen Gruppe diskutiert und somit Teilaufgaben eines Unternehmens nach außen verlagert. Dies ermöglicht die Beschleunigung von Entwicklungen und bindet frühzeitig Externe ein, um deren Anforderungen an die Produkte zu berücksichtigen. Das Serviceangebot ermöglicht den direkten Austausch zwischen Herstellern und künftigen Anwendern. Auf der Plattform werden primär allgemeine technologische Fragen behandelt, da alle beteiligten Hersteller von dem geteilten Wissen profitieren können. Bei der exemplarischen Umsetzung im Bereich „LED-basierte Belichtungen in der Pflanzenzucht“ werden die Ansprüche der Kunden kommuniziert, und die KMU wissen in der Folge besser, was entwickelt werden muss oder wie Produkte zu

modifizieren sind, um am Markt einen besseren Absatz zu erzielen. Der Innovationsgrad des neuen Services liegt in der virtuellen Plattform mit einem Themenfokus. Das Cluster bekommt mit der Funktion des Moderators einen Kanal, um den Austausch von branchenspezifischen Informationen und Forschungsergebnissen sowie die Vermittlung passender Experten oder Partner zu unterstützen, was bei komplexen Wertschöpfungsketten besondere Bedeutung hat. So kann das Cluster seine Stärken zielorientiert einbringen, um Ideen und Verbesserungen von Kunden und externen Fachleuten systematisch in die Entwicklung von Produkten einzubeziehen. Einen Nutzen hat vor allem die im Cluster mehrheitliche Gruppe der Unternehmen. Insbesondere KMU erhalten durch den Service ein neues Instrument, Innovationen zu generieren und das eigene Potenzial durch Integration von externem Know-how zu steigern. Die virtuelle Plattform ist zugleich ein weiterer Absatzkanal, über den das direkte Feedback zur Spezialisierung von Produkten und somit inkrementellen Innovationen führen kann. So können Herausforderungen in der Entwicklung vorwettbewerblich mit geringen Kosten diskutiert werden. Unternehmen profitieren zudem von der Marktorientierung und Beschleunigung ihrer Entwicklungsprozesse. Auch das Clustermanagement kann durch die erfolgrei-

	

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che Umsetzung der Plattform einen erheblichen Mehrwert erzielen, da bei der Moderation die fachlichen und interdisziplinären Kompetenzen bestmöglich zum Tragen kommen. Gelingt es dem Cluster, die konkreten Informationen oder Experten für eine innovative Produktidee zu liefern, steigert dies die eigene Reputation. Folglich steigen damit die Zufriedenheit der beteiligten Mitglieder und die Attraktivität des Clusters für Neumitglieder. Die Übertragbarkeit des Konzepts ist bereits durch die Integration des Services in das Verbundvorhaben gegeben. Der Service ist ein Werkzeug der Innovationsförderung, welches lediglich exemplarisch auf ein Thema angewandt

wird und somit auf andere Clusterstrukturen und Technologien übertragen werden kann, wobei gängige Softwarelösungen eingesetzt werden. Das größte Risiko sind die Akzeptanz und die Erreichung einer kritischen Nutzermasse. Zudem sind Vorbehalte gegenüber „Open Innovation“ und der damit verbundenen Veröffentlichung der Produktideen weit verbreitet. Dazu muss die Plattform gegen Missbrauch geschützt, eine gemeinsame Vertrauens­ basis aufgebaut und die Überzeugung hergestellt werden, dass die Vorteile einer schnellen Produktrealisierung die Risiken überwiegen.

Kontakt
OpTech-Net e. V. Lotharstr. 55 47057 Duisburg Prof. Dr. Dieter Jäger Telefon: +49 203 379-2340 info@optech-net.de www.optech-net.de

Das Cluster
Der OpTech-Net e. V. wurde als Kompetenznetzwerk für optische und optoelektronische Technologien mit einem Schwerpunkt in Nordrhein-Westfalen gegründet. Er umfasst 43 Mitglieder aus Industrie und Wissenschaft. Als Ansprechpartner verknüpft der OpTech-Net e. V. Forschungseinrichtungen mit Unternehmen und Anwendern. Gleich­ zeitig sieht sich das Cluster als Interessenvertreter in Öffentlichkeit und Politik. Ziel ist es, Trends im Zukunftsmarkt der optischen und optoelektronischen Technologien aufzuzeigen und neueste Forschungs- und Entwicklungsergebnisse zu bündeln. Diese werden dann in Zusammenarbeit mit der Wirtschaft weiterentwickelt und zur Marktreife gebracht. Thematische Kompetenzen sind LED-Technik, optische Informations-, Kommunikations- und Messtechnik, Lasertechnik in der Photovoltaik, Materialien für die Optik und Photonik sowie LED-basierte Pflanzenbelichtung.

Fakten und Zahlen
Innovationsfeld: Optische Technologien und Photonik Gründungsjahr: 2001 Mitglieder: 37 Name des Clusterservices: Einsatz von Open Innovation bei Technologie- und Produktentwicklungen im Bereich der Optischen Technologien

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Optence e. V.:
Innovationsförderung durch Zusammenführung von Innovationsangeboten und Innovationsgesuchen

Innovationsforum Optence (Bild: Photonics BW e. V.)

Der Clusterservice bietet eine Austauschplattform für bundesweite Innovationsgesuche und Innovationsanfragen nach dem Prinzip „Open Innovation“ in der Photonik mit Fokus auf direkten Kontakt aller Beteiligten. Für einen solchen Austausch sind besonders Messen und Kongresse geeignet, die von vielen Branchenvertretern besucht werden. Dort werden für den Austausch Boards zur Veröffentlichung der Innovationsideen bereitgestellt. Zudem werden Foren als Plattformen für Kurzpräsentationen der Ideen angeboten. Dieses Angebot ist ein effektives Instrument zum Kennenlernen von Innovationspartnern und kann von den Clustermitgliedern fortlaufend erweitert werden. Dabei ist die gemeinsame Vertrauensbasis, die aus direktem Kontakt resultiert, elementare Voraussetzung für die weitere Zusammenarbeit in einem Kooperations­ vorhaben. Das Serviceangebot des Optence e. V. ist darauf ausgerichtet, Innovationsangebote und -gesuche zu erfassen und geeignete Partner für deren Entwicklung zu vermitteln. Dabei wird durch verschiedene Marketingaktionen ein Pool von Interessenten aufgebaut und im direkten Kontakt eine Erstberatung geleistet. Anschließend bekommen die Innovationsinteressenten die Möglichkeit, ihr Anliegen zu präsentieren – z. B. durch Veröffentlichung auf einem Innovationsboard und/oder Präsentation auf einem Forum. Dort können sie ihr Angebot mit Experten diskutieren und

potenzielle Kooperationspartner kennenlernen. Zusätzlich werden die Gesuche und Angebote auf der Internetplattform von Optence e. V. sowie der Homepage von OptecNet Deutschland e. V., dem Dachverband der regionalen Cluster, veröffentlicht. Der Innovationsgrad des neuen Services liegt in dem branchenspezifischen, umfassenden Open-Innovation-Angebot. Bisherige Plattformen bieten Innovationsaustausch an, der mehrere Branchen umfasst. Gerade für KMU, für die externer Innovationsaustausch besonders attraktiv ist, sind bisherige Angebote sehr zeitaufwändig. Auf branchenunspezifischen Plattformen muss zunächst nach in Frage kommenden Angeboten recherchiert werden, ohne dabei potenzielle Partner persönlich kennenzulernen. Mit dem neuen Service ist dies viel einfacher, da die Internetplattform branchenspezifisch ist und die Innovationsforen auf Messen und Veranstaltungen stattfinden, die von zahlreichen Firmenvertretern besucht werden. Dies ist eine umfassendere Leistung als bisher gegeben. Insbesondere der Abbau von Skepsis für die kooperative Produktentwicklung ist eine Herausforderung der technologisch getriebenen Innovationsvorhaben. Einen Nutzen aus dem Service können insbesondere KMU generieren, die sich offen im Umgang mit dem Ideentransfer zeigen. Denn aus finanziellen und personellen Gründen

	

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ist es für KMU schwierig, mit dem Innovationstempo des modernen Optikmarktes mitzuhalten. Häufig gibt es keine Abteilungen für FuE. Dies kann der Service von Optence kompensieren. Insbesondere die Hochschulen im Cluster können mit innovativen Ideen neue Impulse geben, die dann industriell verwertet werden können. Der Austausch mit externen Partnern ist essenziell, um mit technologischen Hilfestellungen die Entwicklung zu beschleunigen und die Produkte stärker am Markt auszurichten. Dabei beschränkt sich der Expertenpool nicht auf Optence e. V., sondern integriert auch Akteure der Cluster im Dachverband „OptecNet Deutschland e. V.“ Der Clusterservice führt nachhaltig zu einem Anstieg der FuE-Aktivitäten. Die Entwicklung innovativer Produkte verbessert zudem die ökonomische Situation der KMU und somit die Zufriedenheit mit dem Cluster Optence.

Die Übertragbarkeit des Konzepts ist auch auf Cluster anderer Schlüsseltechnologien möglich. Diese können den ziel­ erichteten, branchenspezifischen Innovationsaustausch g in ihr Dienstleistungsportfolio übernehmen. Messen und Kongresse für Schlüsseltechnologien wie die Mikrotechnologie, Nanotechnologie oder Gesundheitswirtschaft eignen sich als Innovationsplattform, die auf den Webseiten der Cluster abgebildet werden kann. Durch den Service von Optence e. V. ergeben sich veränderte Strukturen und neue Herangehensweisen im Innovationsmanagement. Der damit verbundene offene Wettbewerb bezweckt, dass Innovationen häufiger und schneller zur Marktreife geführt werden. Somit trägt Optence zum wirtschaftlichen Wachstum seiner Mitglieder und deren Zufriedenheit bei.

Kontakt
Optence e. V. Ober-Saulheimer-Str. 6 55286 Wörrstadt Daniela Reuter Telefon: +49 6732 935-122 info@optence.de www.optence.de

Das Cluster
Es ist die Aufgabe von Optence e. V., dem Kompetenznetz Optische Technologien in Hessen und Rheinland-Pfalz, das OptikKnow-how der Region zusammenzuführen und die Industrieunternehmen und die Hochschulen an einen Tisch zu bringen. Im Optence e. V. ist die gesamte Wertschöpfungskette abgebildet: von Rohstofflieferanten über die Hersteller optischer Komponenten und Produzenten fertiger optischer/feinmechanischer Systeme, deren Designer und Veredler bis hin zu den Anwendern der Produkte. Optence e. V. initiiert Arbeitskreise und Fachveranstaltungen zu aktuellen Themen der Optik und lädt zu Mitgliedertreffen, Industrietagen und Firmenführungen ein. Dadurch entstehen persönliche Kontakte, die kurze Wege ermöglichen und die Kompetenzen zusammenführen.

Fakten und Zahlen
Innovationsfeld: Optische Technologien und Photonik Gründungsjahr: 2001 Mitglieder: 66 Name des Clusterservices: Innovationsförderung durch Zusammenführung von Innovationsangeboten und Innovationsgesuchen

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Photonics BW e. V.:
Innovationsförderung durch interdisziplinäre Cluster-Kooperationen

Cluster-übergreifende, interdisziplinäre Aktivitäten befördern „Open Innovation“ (Bild: Photonics BW e. V.)

Der Clusterservice „Innovationsförderung durch interdisziplinäre Cluster-Kooperationen“ fördert die Vernetzung an technologischen Schnittstellen. Das Konzept nimmt den gezielten und verstärkten Austausch mit anderen Hochtechnologie-Netzwerken in den Fokus. Für die Auswahl der Kooperationspartner werden Markttrends analysiert und der Bedarf der Netzwerkmitglieder erfasst. Anschließend können gezielt interdisziplinäre Kooperationen zur Innovationsförderung initiiert werden. Damit wird die Forschungs- und Entwicklungsproduktivität insbesondere von KMU gesteigert. Das Serviceangebot zur „Innovationsförderung durch interdisziplinäre Cluster-Kooperationen“ identifiziert verwandte Technologien und vernetzt deren Akteure mit Akteuren der Photonik. Dieser Austausch im vertrauensvollen Umfeld der Netzwerke fördert den Aufbau von branchenfremdem Wissen und steigert die FuE-Produktivität der KMU. Neben dem besseren Zugang zu komplementären Technologien können neue Anwendungsfelder erschlossen oder fachübergreifende Themen angesprochen werden. Der Innovationsgrad des neuen Services liegt in der konzeptionellen Erschließung interdisziplinärerer Kooperationen, um damit gezielt die Innovationstätigkeit der Branche weiter zu fördern. Damit leistet Photonics BW e. V. einen direkten Impuls zur Steigerung der Innovationskraft und nutzt

die clusterspezifischen Kompetenzen. Der Service führt KMU zudem an ein strategisches Innovations­ anagement m heran. Ein Nutzen entsteht den Clustermitgliedern durch den Zugang zu Wissen komplementärer Technologien und die Erschließung neuer Anwendungsfelder. So kann die FuE-­ Produktivität der Teilnehmenden gesteigert werden, insbesondere von KMU. Ebenso wird die Dauer der Produktentwicklung zur Marktreife verkürzt und Entwicklungsrisiken verringert. Durch eine verbesserte Zusammenarbeit s zwi­ chen Unternehmen und Forschungseinrichtungen können zudem Ressourcen und Forschungsergebnisse genutzt werden. Die interdisziplinäre Ausrichtung fördert Innovationen an Schnittstellen und erschließt den Unternehmen der Schlüsseltechnologie Photonik neue Anwendungsfelder und Märkte. Die Vermittlung bisher ungenutzter Forschungsergebnisse ermöglicht die wirtschaftliche Verwertung durch Lizenzierungen oder in Start-ups. Das Serviceangebot von Photonics BW e. V. ermöglicht einen signifikanten Mehrwert für die Clusterakteure und steigert somit den Nutzen einer Mitgliedschaft im Cluster. Die Weiterentwicklung zum „Innovationsnetz Optische Technologien“ wird somit auch zur Zukunftssicherung von Photonics BW e. V. beitragen. Die Übertragbarkeit des Konzepts ist grundsätzlich gegeben. Das Servicekonzept stellt eine exemplarische Methodenent-

	

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wicklung für forschungs- und wissensintensive Branchen zur interdisziplinären Kooperation her. Es ermöglicht die Entwicklung von Instrumenten und Maßnahmen mit Beispielcharakter, die in einem nächsten Schritt übertragen werden können. Insbesondere für Cluster anderer Schlüsseltechnologien ist das Serviceangebot ein wertvolles Konzept. Mit steigender Teilnehmeranzahl erhöht sich auch die Zahl potenzieller Kooperationspartner und somit die Erfolgsaussichten dafür, dass „Open Innovation“ positive

Effekte im Cluster erzielt. Ein zu bewältigendes Risiko ist die mangelnde Akzeptanz und Nutzung seitens der Mitglieder, die überaus vorsichtig im sensiblen Bereich FuE agieren. Hier gilt es, die bereits bestehende Vertrauensbasis im Cluster zu nutzen und Teilnehmer von den Vorteilen zu überzeugen, ohne die Risiken zu unterschlagen. Der geförderte Service ist im Sinne der clusterübergreifenden Kooperationen ein wichtiges strategisches Ziel der deutschen exzellenten Cluster im Programm „go-cluster“.

Kontakt
Photonics BW e. V. Carl-Zeiss-Str. 1 73447 Oberkochen Dr.-Ing. Andreas Ehrhardt MBA Telefon: +49 7364 20-2913 ehrhardt@photonicsbw.de www.photonicsbw.de

Das Cluster
Mit dem Ziel „Stärken stärken“ wurde der gemeinnützige Verein Photonics BW e. V. zur Förderung der Optischen Technologien in Baden-Württemberg gegründet. Heute vereint der Photonics BW e. V. 67 Mitglieder aus Industrie, KMU, Start-ups und Forschung sowie Beratungseinrichtungen. Photonics BW e. V. trägt die Verantwortung für die Förderung der Optischen Technologien in Forschung, Entwicklung und t Anwendung, Aus- und Weiterbildung sowie Nachwuchsförderung und Öffentlichkeitsarbeit zur Verbesserung der interna­ ionalen Wettbewerbsfähigkeit und zur nachhaltigen Stärkung des führenden Photonik-Standorts Baden-Württemberg. Photonics BW e. V. ist in den Schwerpunktthemen Lasermaterialbearbeitung, Optik in der Medizin und Biotechnologie, Optik-Design und Simulation, Optische Datenübertragung, Optische Messtechnik und Solartechnik aktiv.

Fakten und Zahlen
Innovationsfeld: Optische Technologien/Photonik Gründungsjahr: 2000 Mitglieder: 67 Name des Clusterservices: Innovationsförderung durch interdisziplinäre Cluster-Kooperationen

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bayern photonics e. V.:
Einsatz von Open Innovation bei Kleinstunternehmen im Bereich der Optischen Technologien

Gerade bei Kleinstunternehmen wirft die Einführung von „Open Innovation“ häufig viele Fragen auf. Der Service von bayern photonics e. V. unterstützt seine Mitglieder bei der Umsetzung. (Bild: © Syda Productions/Fotolia.com; Eva M. Kerwien)

Der Clusterservice unterstützt Kleinstunternehmen (KU) mit weniger als zehn Mitarbeitern bei der Einführung von „Open Innovation“. Unternehmen lernen, Praxiswissen, Innovationen und die Weiterentwicklung von Produkten durch die Beteiligung externer Partner und Kunden herzustellen. Dafür werden Informationen und notwendige Ressourcen für die Umsetzung der „Open Innovation“ zur Verfügung gestellt. Dies stärkt die Beziehungen der Mitglieder untereinander und regt die Zusammenarbeit an gemeinsamen Problemen an. Mit dem Einsatz von „Open Innovation“ wird der Innovationsprozess optimiert, indem ein erweiterter Expertenkreis an der Entwicklung beteiligt und die Produktentwicklungszyklen verkürzt werden. Das Serviceangebot des bayern photonics e. V. basiert auf vier Schwerpunkten: Bereitstellung von Informationen über „Open Innovation“ mit Fokus auf KU und Reduzierung von Berührungsängsten, Bereitstellung von Technologieinformationen zur Ideengenerierung, Zusammenbringen von potenziellen Partnern sowie Initiierung von Kooperationen.

die Kommerzialisierung der Produktentwicklungen außerhalb des Unternehmens umgesetzt. Mit diesem Konzept können KU trotz geringer Kapazitäten Produkte schneller von der Idee zur Marktreife entwickeln. Der Innovationsgrad des neuen Services liegt insbesondere in der Vermittlung einer offenen Innovationskultur durch „Open Innovation“. Unternehmen müssen erst lernen, dass die Öffnung des Innovationsprozesses trotz des Risikos die Wettbewerbsfähigkeit steigert und den Innovationsprozess beschleunigt. Der Service von bayern photonics e. V. unterstützt die Mitglieder bei der Umsetzung des neuartigen Konzepts. Einen Nutzen aus dem Clusterservice von bayern photonics e. V. haben insbesondere die Kleinstunternehmen. Diese machen mit 44 Prozent der Clustermitglieder die größte Gruppe des Clusters aus. Wegen geringer Kapazitäten haben sie zumeist keine eigene Entwicklungsabteilung, würden von einem schnelleren Innovationsprozess und den damit verbundenen Produkten allerdings überproportional profitieren. Die Unterstützungsmaßnahmen können dies leisten und die Wettbewerbsfähigkeit der KU entsprechend steigern. Die Zielgruppe ergänzt den Entwicklungsprozess um fremdes Wissen, kann dadurch Produktentwicklungszyklen erheblich verkürzen und die eigenen Produkte schneller sowie mit externen Kapazitäten auf den Markt bringen. Aber auch Großunternehmen, die oft auf die spezialisierten

⋅⋅

⋅⋅ ⋅⋅ ⋅⋅

In einem Outside-in-Prozess generieren Kleinstunternehmen Wissen und Ideen außerhalb des Unternehmens, z. B. durch Kunden und Lieferanten, und integrieren diese in die Produktentwicklung. Beim Inside-out-Prozess wird dann

	

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Produkte der KU angewiesen sind und flexible Lösungen suchen, profitieren von der offeneren Zusammenarbeit. Schließlich hat auch das Clustermanagement Vorteile aus der Umsetzung des Services. Dieser schafft im direkten Kontakt Vertrauen und eine Grundlage zur weiteren Zusammenarbeit. Der Clusterservice integriert somit die größte Zahl der Mitglieder in die weitere Entwicklung des Clusters bayern photonics e. V. Die Übertragbarkeit des Konzepts ist bereits seit der Planungsphase durch Integration in das Verbundprojekt gegeben. Die Arbeitsschritte der Clusterservices von bayern

photonics e. V. sind durch Dokumentationen präzise nachvollziehbar. Das Engagement einer kritischen Masse und eine hinreichende Dynamik sind für den Erfolg entscheidende Faktoren. Auch Technologietrends sollten für die strategische Ausrichtung bereits vorab identifiziert sein, weshalb die frühe Beteiligung von Experten im Prozess vorteilhaft ist. Da das Servicekonzept „Open Innovation bei Kleinstunternehmen“ eine exemplarische Methodenentwicklung für forschungs- und wissensintensive Branchen zur Steigerung der Innovationskraft und Wettbewerbsfähigkeit darstellt, lässt es sich auch auf andere Schlüsseltechnologien übertragen.

Kontakt
bayern photonics e. V. Argelsrieder Feld 22 82234 Oberpfaffenhofen Dr. Horst Sickinger Telefon: +49 8153 9536-87 info@bayern-photonics.de www.bayern-photonics.de

Innovationsnetz Optische Technologien

Das Cluster
bayern photonics e. V. wurde zur Förderung von Wissenschaft, Forschung, Ausbildung und Innovation im Bereich der Optischen Technologien gegründet. Mit mehr als 80 Mitgliedern vereint er Wirtschaftsunternehmen, Forschungs- und Bildungsinstitutionen mit dem Ziel, die nationale und internationale Entwicklung der Photonik aktiv mitzugestalten. Die Mitgliederstruktur umfasst das gesamte Spektrum der Optischen Technologien in Bayern. Durch Workshops, Seminare und Fachgruppen regt bayern photonics e. V. zum fachlichen Austausch an und unterstützt Unternehmen und Forschungsinstitute in Bayern, um innovative Produkte gemeinsam zu entwickeln. Weitere Tätigkeitsschwerpunkte sind das Technologiemanagement, Aus- und Weiterbildung, Unterstützung von Start-ups sowie Standortmarketing und Öffentlichkeitsarbeit.

Fakten und Zahlen
Innovationsfeld: Optische Technologien und Photonik Gründungsjahr: 2000 Mitglieder: 81 Name des Clusterservices: Einsatz von Open Innovation bei Kleinstunternehmen im Bereich der Optischen Technologien

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PhotonicNet GmbH:
Erschließung und Etablierung neuer Werkzeuge und Wege in der Innovationsförderung

Soziale Netzwerke für „Open Innovation“ nutzen (Bild: PhotonicNet GmbH/Facebook.com)

Der Clusterservice „Erschließung und Etablierung neuer Werkzeuge und Wege in der Innovationsförderung“ ermöglicht es Web 2.0, Soziale Netzwerke und BarCamps in den Innovationsprozess zu integrieren und deren Potenziale auszuschöpfen. Hierdurch sollen insbesondere die innovationsstarken KMU der Photonik in einem kontinuierlich steigenden Innovationswettbewerb unterstützt werden. Da die Idee zu einer Innovation und deren Weiterentwicklung in einer Gemeinschaft stattfindet, ergeben sich in diesen Arbeitsschritten auch erhebliche Potenziale einer Ökonomisierung. Im Mittelpunkt des Servicekonzepts von PhotonicNet stehen daher die Nutzung Sozialer Netzwerke als Innovationsplattform und die Etablierung neuer Veranstaltungsformate. Die Sondierung geeigneter Instrumente und die Sensibilisierung der Clusterakteure sind für den Erfolg des Services zwei besonders wichtige und arbeitsintensive Entwicklungsschritte. Das Serviceangebot der PhotonicNet GmbH führt die Unternehmen an den produktiven Umgang mit neuen Medien heran. Im Sinne der „Open Innovation“ nutzen die Unternehmen Soziale Medien für den Innovationsprozess. Darüber hinaus werden neue Veranstaltungsformate eingeführt und vereinfachen die Umsetzung gemeinschaftlicher Vorhaben. Zudem werden die Medien genutzt, um erarbeitete Ergebnisse zu veröffentlichen und im virtuellen fachlichen Austausch weiterzuentwickeln. Ziel ist es, neue Abnehmer aus anderen Branchen zu finden und eine Bindung zur Photonik aufzubauen.

Der Innovationsgrad des neuen Services liegt darin, dass Potenziale neuer Informationskanäle und Veranstaltungsformate in der traditionell geprägten Branche der Photonik erschlossen werden. Damit wird das unternehmerische Denken hinsichtlich der Vorteile von offenen Koopera­ tionsbeziehungen und Gemeinschaftsprojekten weiterentwickelt, um eine neue Innovationsdynamik zu entfachen. Ein Nutzen entsteht durch diesen Clusterservice speziell den KMU im PhotonicNet. Diese sind überwiegend nicht mit Sozialen Medien im unternehmerischen Kontext vertraut und können entsprechend deren Potenzial für die Weiterentwicklung von Produkten oder neuer Kundenbeziehungen nicht einordnen. Auf Veranstaltungen werden Diskussionen durch neuartige Formate effektiv aufbereitet und durch die Kommunikation über das virtuelle Portal in einen Diskurs überführt. Die so vorgestellten Projekte, Produkte und die Umsetzung von Geschäftsideen durch viele Akteure ermöglichen beispielsweise den Start-ups, riskante innovative Vorhaben zu entwickeln. Der Service liefert den Mitgliedern aus Unternehmen und Forschung folglich neue Methoden und Instrumente des Fachaustauschs und steigert die Qualität innovativer Ideen. Das Cluster­ anagement wiederum kann durch den Service den m Kontakt zu den Unternehmen intensivieren, leistet einen Beitrag zur Öffentlichkeitsarbeit der Branche und wird verstärkt als Vermittler zwischen den Akteuren wahrgenommen. Voraussetzung für den Erfolg ist, dass die Unterneh-

	

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men die gegebenen Impulse nutzen und in Eigeninitiative im Geschäftsalltag anwenden. Die Übertragbarkeit des Konzepts ist durch die generelle Betrachtung von neuen Instrumenten der Innovationsförderung gegeben. Bis auf den fachspezifischen Teil in der exemplarischen Methodenentwicklung sind die Ergebnisse folglich allgemein nachvollziehbar und besonders für die Anwendung in technologisch geprägten Branchen geeignet. Allerdings müssen die Vorteile und Risiken des Konzepts gleichermaßen kontinuierlich kommuniziert werden, damit Vorbehalte der Mitglieder gegenüber der Öffnung des

Innovationsprozesses abgebaut werden können. Die Identifikation und Abgrenzung geeigneter Schwerpunkte sind strategisch zu wählen und exemplarisch durchzuführen. Dies macht Abläufe transparent und steigert das Vertrauen in die Maßnahmen. Schließlich können auch formalisierte Rahmenbedingungen wie Geheimhaltungsvereinbarungen und Lizenzverträge die Risiken und somit die Skepsis der Teilnehmer reduzieren. Bei der Implementierung des Clusterservices kommt es folglich darauf an, die spezifischen Anforderungen an den Service festzustellen und prozessartig praxistaugliche Lösungen zu finden.

Kontakt
PhotonicNet GmbH Garbsener Landstr. 10 30419 Hannover Dr.-Ing. Thomas Fahlbusch Telefon: +49 511 277-1640 info@photonicnet.de www.photonicnet.de

Das Cluster
Übergeordnete Aufgabe von PhotonicNet ist die nachhaltige Förderung der Optischen Technologien in Niedersachsen und Sachsen-Anhalt. PhotonicNet regt gezielt die Entwicklung und Nutzung der Optischen Technologien an und unterstützt deren Weiterentwicklung. Heute entstehen fruchtbare Geschäftsbeziehungen durch einen gemeinsamen Austausch über die eigene Leistungsfähigkeit und Ausrichtung. Dazu kommt es aber nur dann, wenn sich die richtigen Menschen miteinander unterhalten. PhotonicNet schafft Räume und Gelegenheiten für diesen Austausch. Die wesentlichen Ziele der „starken Partnerschaft rund um das Werkzeug Licht“ sind die Beschleunigung von Innovationsprozessen, Stärkung regionaler Kompetenz, Etablierung von Initiativen in der Ausbildung, Förderung von Unternehmensgründungen und die stetige Entwicklung der Kommunikations- und Informationsplattform.

Fakten und Zahlen
Innovationsfeld: Optische Technologien und Photonik Gründungsjahr: 2000 Mitglieder: 40 Name des Clusterservices: Erschließung und Etablierung neuer Werkzeuge und Wege in der Innovationsförderung

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AU S G E WÄ H LT E C LU S T E R E R F O LG E

OptoNet e. V.:
Grade up! Projekt zur Stärkung der Mitgliederbindung durch Unterstützung des Informationsflusses in wachsenden Netzwerken

Das Team der OptoNet-Geschäftsstelle berät gern zum Projekt Grade up! (Bild: OptoNet e. V.)

„Grade up! Projekt zur Stärkung der Mitgliederbindung durch Unterstützung des Informationsflusses in wachsenden Netzwerken“ ist ein innovativer Clusterservice von OptoNet e. V. und hat einen Aufwertungsprozess der Organisationsstrukturen des Clusters geschaffen. Hierdurch wird eine breitere Zielgruppe mit den Dienstleistungen des Clusters angesprochen und der Austausch unter den Mitgliedern gefördert. Im Sinne einer „Open Innovation“ wird insbesondere das unternehmerische Umfeld stärker in die Ideengenerierung und Produktentwicklung des Clusters einbezogen. Durch thematisch fokussierte Clusterteams in den Sparten FuE, Fertigung, Qualitätssicherung, Marketing und Vertrieb sowie Personal werden die Dienstleistungen des OptoNet e. V. an den aktuellen Bedürfnissen im Cluster ausgerichtet. So wird die Bindung der Mitglieder gesteigert und die strategische Entwicklung in enger Zusammenarbeit gemeinsam gestaltet. Das Serviceangebot des OptoNet e. V. will eine breitere Zielgruppe an der Weiterentwicklung von Serviceleistungen beteiligen. In den Clusterteams arbeiten sechs bis acht Vertreter aus OptoNet-Mitgliedsunternehmen zusammen an der Realisierung eines definierten Projekts. Die offene Gestaltung dieser Zusammenarbeit bezweckt, dass die Ergebnisse eine direkte Wirkung auf das Serviceangebot des Clusters haben. Zudem werden über Veranstaltungen, Expertengespräche und zusätzliche Informationen weitere Impulse für die Anpassung des Serviceportfolios erarbeitet.

Der Innovationsgrad des neuen Services liegt in der Idee, das eigene Dienstleistungsportfolio mittels „Open Innovation“ stärker an der Zielgruppe auszurichten. Hierfür unterzieht sich das Cluster selbst einer wirtschaftstheoretischen Methode, die besonders für KMU geeignet ist. Die damit verbundenen Umstrukturierungen richten das Cluster marktorientiert auf die Bedürfnisse seiner Mitglieder aus. Damit zeigt das Cluster seinen Mitgliedern, dass das für KMU besonders geeignete Konzept der „Open Innovation“ funktioniert und geht mit gutem Beispiel voran. Ein Nutzen entsteht durch den Prozess der „Open Innovation“ sowohl den Clustermitgliedern als auch dem Clustermanagement. Mitglieder profitieren von einem Serviceangebot, das sie selbst mitgestalten und das auf ihre spezifischen Anforderungen ausgerichtet ist. Durch die Beteiligung verschiedener Experten und die thematische Diversifizierung profitieren viele von den Serviceangeboten. Die Investition in eine Mitgliedschaft im Cluster OptoNet e. V. wird sich folglich rentieren. Einen erheblichen Vorteil erzielt auch das Clustermanagement, das sich durch die Umstrukturierung für branchenspezifische Trends öffnet und einen Aufwertungsprozess in der Clusterorganisation initiiert. Dabei sprechen die thematisch unterschiedlichen Clusterteams ein breites Spektrum der Mitglieder an, die im Entwicklungsprozess von der Geschäftsstelle begleitet werden. Somit gibt das Cluster seine Steuerfunktion nicht ab, sondern nur die Ideengenerierung und einen Teil der

	

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Ausarbeitung neuer Dienstleistungen. Durch den „OpenInnovation“-Prozess spart OptoNet e. V. also Kapazitäten in der Entwicklung des Clusters und seines Serviceangebots. Der partizipative Ansatz wirkt zudem positiv auf die Mitgliederbindung und ist eine gute Basis für die weitere Zusammenarbeit in Projekten. Die Übertragbarkeit des Konzepts des „Open-Innovation“Prozesses ist ein wichtiges Ziel des Clusterservices. Bereits im Projektverlauf werden Teilergebnisse der Clusterteams über die OptoNet-Webseite kommuniziert. So kann die

Umsetzung mit entsprechenden Arbeitsschwerpunkten jederzeit nachvollzogen werden. Es handelt sich folglich um einen sehr transparenten Projektplan, der die Übertragung des Services erheblich vereinfacht. Auch in anderen Branchen mit technologischem Fokus ist der Clusterservice des OptoNet e. V. durch den konzeptionellen Aufbau gut möglich.

Kontakt
OptoNet e. V. Leutragraben 1 07743 Jena Dr. Klaus Schindler Telefon: +49 3641 57336-50 info@optonet-jena.de www.optonet-jena.de

Das Cluster
OptoNet e. V. bündelt die Interessen von knapp 100 Akteuren des Thüringer Photonikclusters, fördert deren Vernetzung, b ­ ietet eine lebendige Plattform zum Fachaustausch und stimuliert Kooperationen. Das Cluster verfolgt die strategischen Ziele, die Entwicklung der Optischen Technologien in der Region voran zu bringen, die Wettbewerbsfähigkeit zu erhöhen und die nationale und internationale Sichtbarkeit des Cluster zu steigern. OptoNet e. V. versteht sich dabei als Dienstleister seiner Mitglieder, schafft eine gemeinsame Kommunikations- und Kooperationsplattform und engagiert sich aktiv im Standortmarketing. Die Aktivitäten der Geschäftsstelle konzentrieren sich im Wesentlichen auf die Felder Kommunikation, Kooperationen und Kompetenzen.

Fakten und Zahlen
Innovationsfeld: Optische Technologien und Photonik Gründungsjahr: 1999 Mitglieder: 98 Name des Clusterservices: Grade up! Projekt zur Stärkung der Mitgliederbindung durch Unterstützung des Informationsflusses in wachsenden Netzwerken

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AU S G E WÄ H LT E C LU S T E R E R F O LG E

Das Programm „go-cluster“
⋅⋅ individuelle Beratung zu Themen wie u. a. Strategieweiterentwicklung, Finanzierung, Weiterentwicklung
des Serviceangebotes, Nachhaltigkeit und Stabilität von Clusterstrukturen;

„go-cluster“ ist die clusterpolitische Exzellenzmaßnahme des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie (BMWi) und vereint die leistungsfähigsten Innovationscluster respektive Clustermanagement-Organisationen aus Deutschland. Die Innovationscluster verfügen über leistungsfähige, exzellente Strukturen und unterstützen die involvierten Clusterakteure bedarfsgerecht in verschiedenen Handlungsfeldern. Die am Programm „go-cluster“ beteiligten Innovationscluster sind Vorreiter für Innovationen und spiegeln die hohe Kompetenz Deutschlands in zahlreichen Branchen- und Technologiefeldern wider. Mit dem Programm „go-cluster“ werden die Innovations­ lusc ter bei ihrer Weiterentwicklung zu international exzellenten Organisationen durch Beratungs- und Dienstleistungen unterstützt, innovative Clusterservices wie z. B. „cross-cluster“-Konzepte werden gefördert und die europa­ eite sowie w internationale Vernetzung der Innovationscluster gestärkt. Das Programm richtet sich grundsätzlich an alle leistungsfähigen Innovationscluster aus Deutschland. Die Aufnahme ist an die Erfüllung von Exzellenzkriterien in den Bereichen „Struktur und Zusammensetzung“, „Clustermanagement und Struktur“, „Aktivitäten und Kooperationen“ sowie „Sichtbarkeit und Wirkungen“ gebunden. Sie erfolgt über einen Bewerbungsprozess. Die Aufnahmeunterlagen stehen auf der Internetseite www.go-cluster.de zur Verfügung. Ob Clustermanager, Clusterakteure oder Vertreter aus Politik, Wissenschaft und Wirtschaft: „go-cluster“ bietet bedarfsorientierte Serviceleistungen für jede Zielgruppe. Für am Programm beteiligte Innovationscluster gibt es z. B. folgende kostenfreie Service- und Beratungsleistungen:

⋅⋅ Seminare zu aktuellen Clustermanagement-Themen und Clusterinstrumenten; ⋅⋅ Präsentation der Clusterarbeit und ausgewählter Innovationserfolge in der Öffentlichkeit (Veranstaltungen,
Newsletter, Internetportale);

⋅⋅ Einbindung und erhöhte Sichtbarkeit in wirtschaftspolitischen Initiativen des Bundes sowie ⋅⋅ Vernetzungsaktivitäten mit den leistungsfähigsten Innovationsclustern aus Deutschland und Europa.
Die Clusterplattform Deutschland ist das gemeinsame Informationsportal der Bundesministerien für Wirtschaft und Energie sowie für Bildung und Forschung. Unter www.clusterplattform.de finden Sie anschaulich und kompakt einen Überblick über die clusterbezogenen Aktivitäten auf Bundes-, Länder- und EU-Ebene. Zudem wird die Clustervielfalt Deutschlands mittels eines Recherche-Tools mit verschiedenen Suchkategorien dargestellt. Sie interessieren sich für das Programm „go-cluster“ oder haben Fragen? Informationen, Beratungen und Serviceangebote: VDI/VDE Innovation + Technik GmbH Steinplatz 1 10623 Berlin Hotline: +49 30 310078-387 E-Mail: info@go-cluster.de www.clusterplattform.de

⋅⋅ Bescheinigung der Qualität und Leistungsfähigkeit der Innovationscluster durch einheitliche Bewertungskriterien, die sich an den europäischen Qualitätsstandards orientieren;

⋅⋅ Nutzung der eingetragenen Wort-/Bildmarke „go-cluster“ als Qualitätssiegel; ⋅⋅ Übernahme der Kosten für den europäischen Benchmarking- und Zertifizierungsprozess zum Bronze- und
Silber-Label der European Cluster Excellence Initiative;

⋅⋅ öffentlichkeitswirksame Darstellung der Innovationscluster auf dem zentralen bundespolitischen Internetportal „Clusterplattform Deutschland“;

www.bmwi.de
        
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