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Full text: Leitfaden für Wirtschaftlichkeitsuntersuchungen zur Bewertung von Maßnahmen der Regenwasserbewirtschaftung / Reichmann, Brigitte [Bearb.]

Versickerung Nutzung Verdunstung

Rückhaltung

Behandlung

gedrosselte Ableitung

Leitfaden für Wirtschaftlichkeitsuntersuchungen
zur Bewertung von Maßnahmen der Regenwasserbewirtschaftung

Leitfaden für Wirtschaftlichkeitsuntersuchungen
zur Bewertung von Maßnahmen der Regenwasserbewirtschaftung

Inhalt

Vorwort....................................................................................................................................... 3 1 Einleitung................................................................................................................................. 4 1.1 Erläuterungen zum „Variantenvergleich zur Bewertung von Maßnahmen der dezentralen Regenwasserbewirtschaftung“..............................................................................................5 1.1.1 Definition der Projektziele..............................................................................................................................6 1.1.2 Aufgaben des Planers.......................................................................................................................................8 1.1.3 Bewertung der Wirtschaftlichkeitsuntersuchung..................................................................................8 2 Maßnahmen der dezentralen Regenwasserbewirtschaftung...........................................11 2.1.1 Verdunstung..................................................................................................................................................... 12 2.1.2 Künstliche Gewässer...................................................................................................................................... 15 2.1.3 Betriebswassernutzung in Gebäuden..................................................................................................... 16 2.1.4 Versickerung..................................................................................................................................................... 17 3 Informationen zu einzelnen Regenwasserbewirtschaftungsmaßnahmen......................20 3.1.1 Kosteninformation Regenwassernutzungsanlagen........................................................................... 21 3.1.2 Regenwassernutzung zur adiabaten Kühlung..................................................................................... 23 3.1.3 Gebäudebegrünung...................................................................................................................................... 23 3.1.4 Versickerungsanlagen................................................................................................................................... 26 4 Hinweise zur Handhabung des Variantenvergleichs .........................................................29 4.1 Arbeitsblätter des Variantenvergleichs...................................................................................................... 29 4.2 Blatt AB 1 – Arbeitsblatt 1 – nichtmonetäre Projektziele..................................................................... 30 4.3 Blatt AB 2 – Arbeitsblatt 2 – Daten zur Liegenschaft............................................................................. 30 4.4 Blatt AB 3 – Arbeitsblatt 3 – Standortbewertung................................................................................... 31 4.5 Blatt Kostenbasis................................................................................................................................................ 32 4.6 Blatt AB 4 – Arbeitsblatt 4 – Varianten der Regenwasserbewirtschaftung................................... 32 4.7 Blatt AB 5a – Arbeitsblatt 5a – Nichtmonetäre Bewertung................................................................. 35 4.8 Blatt AB 5b – Arbeitsblatt 5b – Nutzwertanalyse.................................................................................... 35 4.9 Blatt AB 6a – Arbeitsblatt 6a – Ergebnisse................................................................................................ 35 4.10 Blatt AB 6b – Arbeitsblatt 6b – Gesamtergebnis.................................................................................. 35 5 Glossar....................................................................................................................................36 6 Informationen im Internet/Links..........................................................................................38 7 Tabellen- und Abbildungsverzeichnis.................................................................................40 8 Literatur..................................................................................................................................40 Hinweis Link Arbeitsblätter  Link Muster 

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Vorwort

Der bewusste Umgang mit Wasser gehört zu den strategischen Themen nachhaltiger Verwendung natürlicher Ressourcen. Vor dem Hintergrund globaler Veränderungen, des Klimawandels und deren Folgen geht es darum, Ansätze zu entwickeln und zur praktischen Anwendung kommen zu lassen, die geeignet sind, den Anforderungen an nachhaltige Planungs- und Baukonzepte für kommende Generationen gerecht zu werden. Dabei geht es auch darum, die Wirtschaftlichkeit von Verfahren zu bewerten, um entstehende Kosten bei der Verwendung natürlicher Ressourcen in Zukunft konkret zuweisen zu können. Dezentrale Regenwasserbewirtschaftung hat einen wichtigen Stellenwert im Rahmen einer klima-orientierten Stadtentwicklung, vor allem in Bezug auf das Bioklima im Siedlungsraum, die Grün- und Freiflächen, die Gewässerqualität und den Umgang mit Starkregenereignissen. Regenwasserbewirtschaftung steht gleichzeitig in einem engen Zusammenhang mit der Umsetzung der europäischen Wasserrahmenrichtlinie, die eine Verringerung des Eintrags von Mischwasser in die innerstädtischen Gewässer und die Senkung von Nährstoff- und Schadstoffeinträgen in das gesamte Gewässersystem aus Regenentwässerungssystemen und Kläranlagen vorsieht. Für die Erreichung dieser Ziele sind die standortbezogenen Konzepte der Regenwasserbewirtschaftung ein wesentliches Element. Der Einsatz innovativer Umwelttechnologien bei Gebäudekonzepten stellt aber nicht nur ein großes Potential für die Umweltentlastung und den Klimaschutz dar, sondern auch für die Reduzierung der Betriebskosten in Gebäuden. Dabei stellt die Vernetzung der verschiedenen Möglichkeiten der Regenwasserbewirtschaftung unter Betrachtung der Investitions- und Betriebskosten, aktueller Tarife als auch der konkreten Bausituation hohe Ansprüche an eine vorausschauende Planung. Dieser Leitfaden bietet eine Arbeitshilfe, um den Entscheidungsprozess hinsichtlich der gewählten Art der Regenwasserbewirtschaftung transparent und prüfbar abzubilden. Er ist eine Ergänzung zu den zahlreichen, bereits vorliegenden Veröffentlichungen zu Themen des ökologischen Bauens. Ich danke allen Beteiligten für Ihr Engagement und hoffe, dass dieser Leitfaden eine gute Arbeitshilfe bei der Planung künftiger Projekte darstellt.

Ingeborg Junge-Reyer Senatorin für Stadtentwicklung

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1 Einleitung

Der Leitfaden für Wirtschaftlichkeitsuntersuchungen zur Bewertung von Maßnahmen der Regenwasserbewirtschaftung bietet eine Arbeitshilfe für den Planer, um den Entscheidungsprozess hinsichtlich der gewählten Art der Regenwasserbewirtschaftung transparent und prüfbar abzubilden. Dabei sollen die monetären und nichtmonetären Aspekte verschiedener Planungsalternativen gegenübergestellt und bewertet werden. Nach dem Haushaltsrecht besteht die Vorschrift Wirtschaftlichkeitsuntersuchungen durchzuführen (§ 7 Landeshaushaltsordnung in der Fassung vom 19.4.2011). Sowohl in der Berliner Landeshaushaltsordnung als auch in der Anweisung Bau (ABau) werden für die öffentlichen als auch öffentlich geförderten Baumaßnahmen des Landes Berlin die Grundsätze der Wirtschaftlichkeitsuntersuchungen beschrieben. Das Leistungsbild zur Klärung der möglichen Systeme nach Nutzen, Aufwand, Wirtschaftlichkeit und Durchführbarkeit ist zu beschreiben und nach der Honorarordnung für Architekten und Ingenieure (HOAI) als Grundleistung oder besondere Leistung zu vergüten. Bei der Bewertung der Wirtschaftlichkeit der einzelnen Maßnahmen oder Maßnahmenkombinationen der Regenwasserbewirtschaftung sind die Betrachtung der Investitions- und Betriebskosten unter Beachtung der aktuellen Tarife als auch die nichtmonetäre Bewertung zu berücksichtigen. Bereits in der Phase der Grundlagenermittlung sind die Zielvorgaben für das Projekt, die Datenerfassung und der Variantenvergleich verschiedener umweltverträglicher Planungsalternativen von besonderer Bedeutung. Die nichtmonetären Projektziele für die weitere Wirtschaftlichkeitsuntersuchung sind in der ersten Phase der Projektplanung bzw. bereits im Wettbewerb zu definieren. Die Gewichtung ist entsprechend zu begründen und zu dokumentieren. Die nichtmonetären Projektziele umfassen: 1.	 Regenwasserrückhalt auf dem Gelände 2.	 Verbesserung des lokalen Klimas durch Verdunstung 3.	 Schonender Umgang mit Wasserressourcen 4.	 Bodenschutz/Flächenverbrauch 5.	 Erhöhung der städtischen Biodiversität 6.	 Schadstoffrückhalt und Gewässergüte 7.	 Soziale Nachhaltigkeit 8.	 Visualisierung/pädagogische Nachhaltigkeit Eine wichtige Aufgabe bei Planung und Bau ist eine gute Schnittstellenkoordination, um Kosten, Mängel und Schadensfälle zu reduzieren. Projektdaten und Betriebskosten sind zu dokumentieren, zu aktualisieren und auszuwerten. Für die Gebäude und Anlagen sind Datenbanken anzulegen und fortzuschreiben. Messeinrichtungen müssen für die verschiedenen Verbrauchergruppen installiert werden. Damit sind eine Wertung der Maßnahmen, eine gerechte und verbrauchsbezogene Kostenverteilung sowie die Erfassung von Fehlfunktionen und Schäden möglich. Die weitere Optimierung des Leitfadens ist durch die Auswertung der Investitions- und Betriebskosten realisierter Projekte möglich.

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1 Einleitung

1.1 Erläuterungen zum „Variantenvergleich zur Bewertung von Maßnahmen der dezentralen Regenwasserbewirtschaftung“ Das Berliner Wassergesetz gibt vor bei der Niederschlagswasserbewirtschaftung die Auswirkungen auf das Grundwasser und auf den Zustand der Gewässer zu beachten. Angestrebt wird eine umfassende Reduzierung der Stoffeinträge aus dem Kanalnetz in die Berliner Gewässer.
Das Konzept der Regenwasserbewirtschaftung ist im Rahmen der Erarbeitung eines ökologischen Gesamtkonzeptes in der frühen Planungsphase zu erarbeiten.

Baustein Wasser
gewässerschonende Anlagen (Grundwasser, Oberflächenwasser) trinkwassereffiziente Installation Regenwasserbewirtschaftung Betriebswassernutzung Wärmerückgewinnung aus Abwasser Nährstoffrecycling aus Abwasser

Grün
vorh. Vegetation schützen/erhalten Begrünung (Freiflächen, Bäume) Bauwerks-/Gebäudebegrünung Artenschutz biologische Vielfalt

Ausrichtung Baukörper Wärmeschutz/Wärmedämmung Heizung Lüftung Beleuchtung Belichtung Klimatisierung Abwärmenutzung Einsatz erneuerbare Energien

Baustoffe
Gebäuderecycling Baustoffrecycling ökologische Ansprüche an Bauteile und Baustoffe Verwendungsverbote ökologische Beschaffung

Ökologisches Gesamtkonzept
örtliche Gegebenheiten beachten

Abfall
Vermeiden, Vermindern, Verwerten Nutzung vorhandener Gebäude/ Anlagen Bauabfälle, Sonderabfälle getrennte Sammlung, Recycling Trennung im Gebäude Voraussetzungen Grundstück

Planen – Bauen – Betreiben – Instandhalten
Umsetzung als Stufenkonzept Einsatz innovativer Technologien

Übergreifende Themen Finanzierung
rechtliche Aspekte Nutzerverhalten/-ansprüche Betriebskosten Lebenszykluskosten Wirtschaftlichkeit Bauherr Fördermittel (EU, Bund, Land) Sponsoren, Spenden Contracting sonstige Kofinanzierung

Modellvorhaben
Erprobung neuer Verfahren und Technologien

Öffentlichkeitsarbeit
Weiterbildung Kongresse (national/international) Vorträge Referenzobjekte Broschüren Zeitschriften Intranet/Internet

Abbildung 1: Schema Ökologisches Gesamtkonzept [Quelle: B. Reichmann, Stand: Juni 2011]

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1 Einleitung

In den letzten Jahren haben sich zahlreiche Varianten der dezentralen Regenwasserbewirtschaftung etabliert. In der Praxis ist es oft schwierig, das für den jeweiligen Standort und den örtlichen Gegebenheiten entsprechende optimale Regenwasserbewirtschaftungsverfahren zu planen und zu realisieren. Häufig liegt der Entscheidung für oder gegen ein Bewirtschaftungskonzept mangelnde Kenntnis über den Aufwand, die tatsächlichen Kosten und den Nutzen alternativer Maßnahmen zugrunde. Die vorliegenden Arbeitsblätter zum Variantenvergleich unterschiedlicher Regenwasserbewirtschaftungsmaßnahmen sollen diesen Entscheidungsprozess erleichtern, indem im Rahmen der Vorplanung planungsrelevante Daten ermittelt werden und die monetären und nichtmonetären Aspekte verschiedener Planungsalternativen gegenübergestellt werden. Der Variantenvergleich erfolgt in sechs Arbeitsschritten: 1. 	 Definition und Gewichtung nichtmonetärer Projektziele 2. 	 Erfassung von Liegenschaftsdaten 3. 	 Standortbewertung 4. 	 Kostenermittlung und Barwertberechnung 5. 	 Nichtmonetäre Bewertung nach Nutzwertanalyse 6. 	 Darstellung der Ergebnisse Diese Aspekte werden anhand mehrerer, aufeinander aufbauender Arbeitsblätter behandelt. Zum besseren Verständnis wird dem Bearbeiter an vielen Stellen über Kommentare eine Hilfestellung gegeben. Zudem findet der Nutzer zahlreiche Links zur Recherche von Planungsdaten und Kostengrößen. Dazu kann beispielsweise das Auskunftssystem FIS-Broker genutzt werden, das zahlreiche Karten und Geoinformationen für Berlin zur Verfügung stellt.

1.1.1 Definition der Projektziele Dem Planer stehen bei der Regenwasserbewirtschaftung verschiedene Verfahren wie z.B. die Varianten der Verdunstung, die Möglichkeiten der Nutzung und die Versickerung sowie diverse Fabrikate von unterschiedlichen Herstellern zur Verfügung. Weiterhin sind viele Verfahrenskombinationen möglich. Dadurch wird die Entscheidung – im Vergleich zur Vorgehensweise Regenwasser in den Kanal einzuleiten – eher erschwert als vereinfacht. Insofern ist es unabdingbar, dass der Entscheidungsweg sachlich begründet und nachvollziehbar dokumentiert wird.
Wer bei der Auswahl der Regenwasserbewirtschaftung nur die Investitionskosten betrachtet, und dabei die Betriebskosten aber auch nichtmonetäre Ziele ignoriert, wird nicht die wirtschaftlichste Lösung planen und bauen. Um eine wirtschaftliche Entscheidung zu treffen, ist es notwendig, verschiedene Lösungsmöglichkeiten zu betrachten und diese hinsichtlich ihrer Kosten und ihres Nutzens zu bewerten. Im Bereich der Regenwasserbewirtschaftung gibt es viele unterschiedliche Lösungsansätze, die auf den ersten Blick nur schwer einem direkten Vergleich unterzogen werden können. Um zum Teil sehr unterschiedliche Lösungsmöglichkeiten zu bewerten und gegeneinander abzuwägen, bedarf es einer strukturierten und vergleichbaren Herangehensweise. Wie bereits der Begriff Kosten-Nutzen-Vergleich zum Ausdruck bringt, wäre es falsch allein den Kostenfaktor – also die finanziellen Aspekte eines Vorhabens – zu betrachten. Auch der Nutzen, d.h. die nichtmonetären Aspekte einer Maßnahme müssen in die Entscheidung einfließen. Monetäre und nichtmonetäre Aspekte sollen zu jeweils 50 % in die Entscheidung einfließen.

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1 Einleitung

Nichtmonetäre Ziele (Nutzen) Die nichtmonetären Ziele können beispielsweise ökologische und soziale Ziele sein, die mit dem Projekt verbunden werden, wie z.B.: n 	 Maximale Regenwasserrückhaltung auf dem Grundstück (Gewässerschutz, Hochwasserschutz, Kapazität des Kanalnetzes...) n 	 Verbesserung des lokalen Klimas n 	 Boden- und Grundwasserschutz n 	 Optimierung der Stoffströme (z.B. bauökölogische Aspekte, Energie- und Ressourcenverbrauch ) n 	 Flexibilität bei verändertem Nutzerverhalten, demografischer Wandel, Klimaveränderung, Klimaanpassungsstrategien n 	 Soziale Aspekte (Beschäftigung lokaler Arbeitskräfte, Qualität von Wohn- und Arbeitsgebieten, Umweltaspekt als Anreiz für Mieter) n 	 Pädagogische Aspekte (Umweltbildung) Alle nichtmonetären Projektziele müssen vor Beginn der Planung ggf. im Rahmen der Ausschreibung und des Wettbewerbs durch den Bauherrn benannt und gewichtet werden, damit sie über eine Nutzwertanalyse in den Entscheidungsprozess einfließen können. Hierbei empfiehlt sich eine Besprechung mit mehreren Beteiligten aus den verschiedenen Fachressorts des Auftraggebers bei der auch ein Vertreter der späteren Nutzer der Gebäude/Anlagen anwesend sein soll. Da nichtmonetäre Aspekte unabhängig von den entstehenden Kosten betrachtet werden müssen, ist es ferner unabdingbar, dass sie im späteren Verlauf nicht mehr verändert werden. Monetäre Bewertung (Kosten) Zu bewerten im Rahmen der Wirtschaftlichkeit sind die gesamten Investitionskosten (Einmalkosten) sowie die laufenden jährlichen Kosten (Betriebskosten, Personalkosten, Folgekosten, …). Ebenso wie die nichtmonetären Ziele vorab festzulegen sind, müssen für die monetäre Bewertung aller Lösungsvarianten ein einheitlicher Betrachtungszeitraum und eine einheitliche Zinsund Preisentwicklung zugrunde gelegt werden. n 	 Realzins (r) gibt die reale Wertveränderung eines Vermögensgegenstandes an. Dabei Der wird neben der in Währung ausgedrückten Nominalverzinsung (n) auch die Wertver	 änderung der Währung durch Inflation (i) bzw. Deflation berücksichtigt. Der Realzins r 	 (in Prozent) in dem betrachteten Zeitraum beträgt daher:

1 + 100 r= - 1 * 100 i 1 + 100
	 Wenn n = i, ist der Realzins demzufolge 0 %.

(

n

)

n	 Kostensteigerungen für Energie, Wasser und Abwasser sind zu berücksichtigen.

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1 Einleitung

1.1.2 Aufgaben des Planers Die Erarbeitung eines schlüssigen Regenwasserbewirtschaftungskonzepts liegt in der Hand des Planers. Er kontrolliert die notwendigen liegenschaftsbezogenen Randbedingungen auf Vollständigkeit und ergänzt sie soweit erforderlich. Er schlägt verschiedene technische Varianten vor, simuliert diese möglichst mit mehrjährigen Niederschlagsreihen und beginnt dann mit der Bewertung der möglichen Regenwasserbewirtschaftungsvarianten.
Mithilfe des PC-gestützten Variantenvergleichs ist es möglich, im Rahmen der Vorplanung eine nachvollziehbare Entscheidung unter Berücksichtigung monetärer und nichtmonetärer Aspekte zu treffen. In sechs Arbeitsblättern werden Projektziele definiert und gewichtet, Rahmenbedingungen der Planung erfasst sowie Kosten ermittelt. Diese eingehenden Parameter werden anhand zweier anerkannter Bewertungsverfahren ausgewertet. Mithilfe der Kapitalwertmethode werden aus Investitionskosten, laufenden Kosten und Reinvestitionskosten Projektkostenbarwerte errechnet. Die Nutzwertanalyse ermittelt dagegen den nichtmonetären Nutzwert jeder betrachteten Variante. Im Ergebnis werden diese Werte gegenübergestellt und bilden die Grundlage für den Abwägungs- und Entscheidungsprozess.

1.1.3 Bewertung der Wirtschaftlichkeitsuntersuchung Die hier vorgestellte Wirtschaftlichkeitsuntersuchung, die auf der Kapitalwertmethode und der Nutzwertanalyse basiert, nimmt niemanden eine Entscheidung ab, sondern hilft, Entscheidungen zu fällen und diese transparent als auch belastbar zu machen.
Sowohl Bauherr als auch Planer und der spätere Nutzer sind Nutznießer des Verfahrens. Der Auftraggeber bekommt ein besseres Planungsergebnis, welches nunmehr auch die Folgekosten/Erlöse und deren zeitlichen Anfall berücksichtigt. Das Kosteneinsparpotenzial ist zum Zeitpunkt der Vorplanung, wo nicht selten schon über Verfahren und Details entschieden wird, obwohl noch nicht alle Ziele und Randbedingungen bekannt und definiert sind, am Größten. Kapitalwertmethode Die Kapitalwertmethode ist ein dynamisches Verfahren, das zeitliche Unterschiede im Anfallen der Kosten und Aufwendungen berücksichtigt. Dieses rechnerisch einfache Verfahren ermöglicht eine leichte Interpretierbarkeit, da der Kapitalwert in Geldeinheiten ausgedrückt wird. Der auf subjektiven Annahmen basierende Kalkulationszinssatz und die Höhe der zukünftigen Zahlungsströme sind als Unsicherheiten zu benennen. Aufgrund der einfachen Berechnung und Interpretierbarkeit besteht die Gefahr, die Ergebnisse unkommentiert zu verwenden. Es ist daher wichtig, dass die getroffenen Annahmen, vor allem über die Höhe des Kalkulationszinssatzes und der künftigen Preisentwicklung genannt und begründet werden. Bei der Ermittlung des Kalkulationszinssatzes wird der aktuelle Jahresdurchschnittswert der Zinsen für 10-jährige Staatsanleihen des Bundes plus einem Zuschlag von 0,2 % zugrunde gelegt. Der aktuelle Zins-Stand kann beispielsweise der Tagespresse entnommen werden. Zusätzlich ist die Inflation zu berücksichtigen, die nicht in den Kalkulationszinssatz einfließt. Bei der Berechnung der Kapitalwerte müssen ggf. Preisänderungen berücksichtigt werden.

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1 Einleitung

Kapitalwertmethode Der Kapitalwert dient als Maßstab für die Werthaltigkeit einer Investition. Der Wert einer Investition wird am Anfang der Laufzeit bestimmt, indem man sämtliche Einnahmen und Ausgaben der Zukunft auf den heutigen Zeitpunkt diskontiert. Barwert = Zeitwert * Abzinsfaktor 		 1 = Abzinsfaktor = 									 n

(1 + p/100)

Kalkulationszinssatz p sei 5%. n = Anzahl der Jahre zwischen dem Jahr, auf das alle Zahlungen bezogen werden („Basisjahr“) und dem Zeitpunkt der Zahlung oder Einnahme Invest zum Zeitpunkt 0 sei: 		 zzgl. Folgekosten: in 3 Jahren 1.000 € 	 x 0,8638 	 in 6 Jahren 1.000 € 	 x 0,7462 	 Projektkostenbarwert: 		 1.500,00 € = 863,80 € = 746,20 € 3.110,00 €

746,20 €

863,80 €

1.000,00 €

1.000,00 €

1.500,00 €
	 0	 1	 2	 3	 4	 5	 6	 7	 8

Neben den Investitionskosten zum Zeitpunkt 0 werden Folgekosten (ggf. auch Einnahmen) in Abhängigkeit von deren zeitlichen Anfallen unterschiedlich bewertet. Zur Vergleichbarkeit werden Kosten (und ggf. Erlöse) durch Abzinsen auf einen gemeinsamen Bezugszeitpunkt umgerechnet (dynamisches Verfahren).

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1 Einleitung

Nutzwertanalyse Der große Vorteil der Nutzwertanalyse liegt in der Flexibilität des Zielsystems. Diese erlaubt eine Anpassung an eine große Zahl spezieller Erfordernisse. Ein weiterer Pluspunkt ist die direkte Vergleichbarkeit der einzelnen Alternativen. Als Nachteil ist nur der zusätzliche Zeitaufwand zu nennen. Die Hauptschwierigkeit der Nutzwertanalyse liegt nach wie vor in der Subjektivität der Gewichtung, sowohl auf der Ebene der Ziele als auch bei den Erfüllungsgraden der alternativen Projekte, insbesondere wenn nur eine Person mit der gesamten Bearbeitung vertraut ist. Die Arbeit in einem Team trägt dazu bei, die Subjektivität zu minimieren. Nutzwertanalyse (NWA) Die NWA ist geeignet, wenn „weiche“ – also in Geldwert oder Zahlen nicht darstellbare – Kriterien vorliegen, anhand derer zwischen verschiedenen Alternativen eine Entscheidung gefällt werden muss. Der Vorteil, den die Nutzwertanalyse bietet, begründet sich nicht nur in der besseren Transparenz und Nachvollziehbarkeit der Entscheidungsfindung. Er liegt auch darin, dass die Kriterien und Argumente, welche letztendlich eine Entscheidung bestimmen, einer genauen Prüfung unterzogen werden. Dies führt oft zu neuen Erkenntnissen während des Entscheidungsprozesses. Die Konzentration auf die wirklich entscheidenden Faktoren schafft Klarheit. Auf Grund der Zahlendarstellungen wird darüber hinaus eine Vergleichbarkeit hergestellt, die ohne diese Methode nicht gegeben ist. Auf diese Weise werden „Bauchentscheidungen“ deutlich reduziert. Die Gewichtung der einzelnen Ziele hängt von den Präferenzen der Entscheidungsträger ab. Typisch für die einfache Nutzwertanalyse ist eine freie Skalierung der Erfüllungsgrade und der Gewichtungsfaktoren z.B. zwischen 0 und 10: (10 Punkte = vollständig erfüllt, 0 Punkte = nicht erfüllt) Beispiel: Vergleich von zwei unterschiedlichen Regenwasserbewirtschaftungsvarianten. Beide Varianten haben Vor- und Nachteile – in der Gesamtbewertung schneidet unter der vorgegebenen Gewichtung (Zielsetzung) Variante 2 mit dem höheren Nutzwert deutlich besser ab als Variante1.

Nichtmonetäre Bewertung nach Nutzwertanalyse Ermittlung des Teilnutzens: Teilnutzen = Gewichtung x Punkte Bewertungskriterien Gewichtung [%] 20 5 20 10 10 5 30 100 2 3 5 9 2 5 2 System 1 Punkte Regenwasserrückhaltung auf dem Gelände Kleinklimaverbesserung durch Verdunstung Schonender Umgang mit Wasserressourcen Bodenschutz/Flächenverbrauch Schadstoffrückhalt und Gewässergüte Soziale Nachhaltigkeit Visualisierung des Wasserkreislaufes/pädagogische Nachhaltigkeit Σ Nutzwert Teilnutzen 40 15 100 90 20 25 60 350 System 2 Punkte 5 3 3 4 4 5 8 Teilnutzen 100 15 60 40 40 25 240 520

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2 Maßnahmen der dezentralen Regenwasserbewirtschaftung

„Das wesentliche Wasserwirtschaftliche Ziel Berlins besteht in der dauerhaften Sicherung der Trinkwasserqualität durch die Wassergewinnung auf eigenem Stadtgebiet. Dazu muss die Qualität des Grundwassers gewahrt bleiben wie auch die Reinheit der Oberflächengewässer verbessert werden…Alle Förderrichtlinien der öffentlichen Wasserversorgung sind unter den Gesichtspunkten Siedlungsverträglichkeit, Umwelt- und Naturschutz sowie Wirtschaftlichkeit ausgewogen und aufeinander abgestimmt zu betreiben…Angestrebt wird ferner eine umfassende Reduzierung der Stoffeinträge aus dem Kanalnetz in die Berliner Gewässer."
[„Koalitionsvereinbarung Berlin zwischen SPD/PDS für die Legislaturperiode 2006–2011“]

Ein Ziel der Regenwasserbewirtschaftung ist eine Annäherung an den natürlichen Wasserkreislauf. Das Konzept der Regenwasserbewirtschaftung ist entsprechend den örtlichen Gegebenheiten zu entwickeln und zu bewerten. Hierzu ist das Niederschlagswasser möglichst im Gebiet zurückzuhalten und zu verdunsten, zu nutzen und /oder über die belebte Bodenzone zu versickern.
[„Konzepte der Regenwasserbewirtschaftung, Gebäudebegrünung, Gebäudekühlung, Leitfaden für Planung, Bau, Betrieb und Wartung“, Hrsg. SenStadt Berlin, 2010]

Jedes Grundstück und jede Grundstücksnutzung hat Besonderheiten, die bei der Planung unbedingt zu berücksichtigen sind. Die zur Verfügung stehenden Maßnahmen wie beispielsweise Regenwassernutzung, Dachbegrünung und Versickerung haben alle eine lange Tradition und wurden stetig optimiert. Einige Bewirtschaftungsmaßnahmen sind genormt und/oder mit Regelwerken ausgestattet, wie z.B. die Regenwassernutzung über die DIN 1989, die Versickerung über die DWA-A 138, Dachbegrünung über die Dachbegrünungsrichtlinie der FLL (Forschungsgesellschaft Landschaftsentwicklung Landschaftsbau e.V.) Langjährige Erfahrungen haben gezeigt, dass die einzelnen Planungsinstrumente erprobt und ausreichend bekannt sind. In der Praxis bietet sich meist eine Kombination verschiedener Regenwasserbewirtschaftungsmaßnahmen an. Die Vernetzung – ein integrierter Ansatz verschiedener Maßnahmen der Regenwasserbewirtschaftung zum dezentralen Rückhalt des Niederschlagswassers – ist im Rahmen der Entwicklung eines ökologischen Gesamtkonzeptes darzustellen. Die Maßnahmen können (fast) beliebig miteinander kombiniert werden, um einen vollständigen Rückhalt der anfallenden Niederschlagswassermenge auf dem Grundstück zu erreichen. Sollen einzelne Maßnahmen kombiniert werden, müssen die Liegenschaft und ihre Nutzung sowie der Jahresniederschlag und dessen Verteilung analysiert und eine Bewirtschaftung daran angepasst werden. Die Dimensionierung von dezentralen Regenwasserbewirtschaftungsmaßnahmen sollte durch eine Langzeitsimulation in Anlehnung an das Arbeitsblatt DWA-A 138 planerisch abgesichert werden. So kann die Kombination verschiedener Maßnahmen berechnet und bewertet werden. Für die Langzeitsimulation stehen spezielle Softwareprogramme zur Verfügung. Als Eingangsgrößen sind Niederschlagswerte als Massendaten zu verwenden, die regionalspezifisch beispielsweise vom Deutschen Wetterdienst (DWD) bezogen werden können. Die Information und Abstimmung mit dem Bauherrn bzw. Nutzer der Liegenschaft über die geplanten Maßnahmen, die Begrenzung der Versiegelung und Maßnahmen der Entsiegelung sind die Grundvoraussetzungen der Planung. Weiterhin sind die verschiedenen Maßnahmen der Regenwasserbewirtschaftung auch unter stadtökologischen und stadtklimatischen Aspekten zu bewerten. Die aufgeführten Maßnahmen stellen Bausteine für eine dezentrale Regenwasserbewirtschaftung dar. Hierzu zählen die Entsiegelung und Begrünung von Flächen, Maßnahmen zur Gebäudebegrünung (extensive und intensive Dachbegrünung, Fassadenbegrünung), Maßnahmen der Betriebswassernutzung und die verschiedenen Möglichkeiten der Versickerung.

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2 Maßnahmen der dezentralen Regenwasserbewirtschaftung

2.1.1 Verdunstung Der natürliche Wasserkreislauf wird durch Versiegelung und Bebauung stark beeinträchtigt. Folge ist vor allem eine dramatische Reduzierung der Verdunstung im Stadtgebiet. Es gilt daher, diese insbesondere für das Mikroklima wichtige Komponente stärker zu berücksichtigen. Als erster Schritt einer dezentralen Regenwasserbewirtschaftung sollte stets auf die Reduzierung des Abflusses und die Förderung der Verdunstung geachtet werden. Als Ausgleich oder Ersatz des Eingriffes in den Naturhaushalt durch Versiegelung dienen Maßnahmen der Flächenentsiegelung (Parks, Gärten, Hofbegrünung) wie auch Teiche, Wasserläufe, Wasserflächen und Maßnahmen der Gebäudebegrünung (Dachbegrünung, Fassadenbegrünung).

Block 6 Berlin Kreuzberg: Nach dem Umbau dient ein Teil der „Altanlage“ als Verdunstungsfläche für Regenwasser [Quelle: E. Nolde]

Gebäudebegrünung (Dach/Fassade) Gebäudebegrünungen können im Einzelfall nach § 9 (1) Baugesetzbuch (BauGB) oder als Ausgleichsmaßnahme nach § 31 (2) BauGB festgesetzt werden. Im Leitfaden „Konzepte der Regenwasserbewirtschaftung – Gebäudebegrünung, Gebäudekühlung“ [Senatsverwaltung für Stadtentwicklung Berlin 2010] sind Hinweise für Planung, Bau, Betrieb und Wartung dokumentiert.

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2 Maßnahmen der dezentralen Regenwasserbewirtschaftung

Dachbegrünung Dachbegrünungen dienen der Abflussreduzierung durch den Regenwasserrückhalt im Substrat. Anschließend wird das gespeicherte Wasser über die Vegetation verdunstet (Evapotranspiration). Begrünte Dächer werden in Extensiv- und Intensivbegrünungen unterschieden. Bei Flachdächern aber auch Dächern mit geringer Neigung (Richtwert ca. < 15°), die nicht als Terrassen oder Gärten genutzt werden sollen, wird eine extensive Begrünung gewählt. Auf die speziell dafür angelegte Dachabdeckung werden Substratschichten bzw. spezielle Systeme zum Regenwasserrückhalt aufgebracht. Bei der Vegetationswahl wird beispielsweise auf unterschiedliche Sedumarten zurückgegriffen. Extensive Dachbegrünungen sind nicht für den Aufenthalt vorgesehen und zeichnen sich durch einen geringen Pflege- und Wartungsaufwand aus. Eine Düngung und Wässerung findet meist nicht statt. Intensive Dachbegrünungen werden als Dachgärten angelegt. Hier ist die Substratschicht deutlich mächtiger in Abhängigkeit vom gewünschten Design, es können sogar Bäume gepflanzt werden. Der Pflegebedarf entspricht dem eines vergleichbaren Gartens, Bewässerung und Düngung eingeschlossen. Untersuchungen an Berliner Gründächern haben gezeigt, dass extensiv begrünte Dächer im Jahresmittel 75 % der hier anfallenden Niederschlagsmenge speichern (in den Sommermonaten ca. 90 %) und im Anschluss an das Regenereignis wieder verdunsten. Bei einer entsprechenden Niederschlagsverteilung kann dies erheblich zur Verbesserung des lokalen Klimas beitragen. Es bedeutet auch, dass nur ca. 25 % der Niederschlagsmenge zum Ablauf kommt. Dachbegrünungen zeichnen sich aus durch: n	 hohes Retentionsvermögen n 	 gezielten Schadstoffrückhalt, Feinstaubsenke n 	 Verbesserung des lokalen Klimas durch Verdunstung n 	 Betriebskostenreduzierung bei Niederschlagswasserentgelt n 	 Kompensation der Flächenversieglung n 	 Möglichkeiten der Erhöhung der Biodiversität in der Stadt n 	 Isolationseffekt des Daches, Erhöhung der Dachlebensdauer Dass Dachbegrünungen für Kommunen eine zunehmend wichtige Rolle spielt, zeigen die unterschiedlichen Beispiele der Fördermöglichkeiten, wie sie im Leitfaden „Dachbegrünung für Kommunen“ [Deutscher Dachgärtner Verband e.V. 2011]1 aufgeführt sind.

Westendklinik [Quelle: FBB]

Spreepalais [Quelle: FBB]

Alexa [Quelle: FBB]

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2 Maßnahmen der dezentralen Regenwasserbewirtschaftung

Fassadenbegrünung Die Fassadenbegrünung ist ein spezieller Vermittler zwischen Bebauung und Landschaft. Sie zeichnet sich aus durch: n 	 Verbesserung des lokalen Klimas durch Verdunstung n 	 gezielten Schadstoffrückhalt n 	 Ausgleich von Temperaturextremen, Verschattung n 	 Energieeinsparung bei Gebäudekühlung n 	 Erhöhung der Biodiversität in der Stadt Bei der Planung von begrünten Fassaden ist die Abstimmung der technischen und architektonischen Fragen mit den beteiligten Fachplanern frühzeitig erforderlich. Bei der Bewässerung mit Regenwasser ist auszuschließen, dass sich toxische Stoffe, die unter Umständen aus den Dachmaterialien ausgewaschen werden, negativ auf das Pflanzenwachstum auswirken. Weitere Informationen sind der Dokumentation „Konzepte der Regenwasserbewirtschaftung – Gebäudebegrünung, Gebäudekühlung, Leitfaden für Planung, Bau, Betrieb und Wartung“ zu entnehmen (Senatsverwaltung für Stadtentwicklung Berlin, 2010)2.

Paul-Lincke-Ufer [Quelle: M. Köhler]

Institut für Physik in Berlin Adlershof [Quelle: M. Schmidt]

Patric Blanc Installation am Berliner Kaufhaus [Quelle: B. Reichmann]

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2 Maßnahmen der dezentralen Regenwasserbewirtschaftung

2.1.2 Künstliche Gewässer/Versickerungsteiche Dachablaufwasser kann in künstlich angelegten Teichen gesammelt werden. Durch die Verdunstung über die Wasseroberfläche wird das Niederschlagswasser wieder dem natürlichen Wasserkreislauf zugeführt. Es besteht außerdem die Möglichkeit, den Teich nur im Bereich der Sohle und im unteren Bereich der Böschung durch eine Folie abzudichten. Steigt der Pegel aufgrund des Zulaufs innerhalb eines Regenereignisses, kann er im Anschluss über den „offenen“ Böschungsbereich versickern.
Vorteile Nachteile

Retentionsvermögen, Pufferung von Abfluss- hoher Flächenbedarf spitzen Kleinklimaverbesserung durch Verdunstung Betriebskostenreduzierung beim Niederschlagswasserentgelt hohes Gestaltungspotenzial im Freiflächenbereich
Potsdamer Platz – urbanes Gewässer [Quelle: K. Teschner]

Institut für Physik in Berlin Adlershof [Quelle: M. Schmidt]

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2 Maßnahmen der dezentralen Regenwasserbewirtschaftung

2.1.3 Betriebswassernutzung in Gebäuden Die Regenwassernutzung ist in DIN 1989-1 „Regenwassernutzungsanlagen – Teil 1: Planung, Ausführung, Betrieb und Wartung“3 geregelt. Sie gilt sowohl für häusliche Verwendungsbereiche (Bewässerung, Gebäudereinigung, Toilettenspülung, Wäschereinigung) als auch für gewerbliche und industrielle Anwendungen (Kühlzwecke, Wasch- und Reinigungsanlagen).
Regenwassernutzungsanlagen sind heute Stand der Technik und werden vielfach als Komplettsysteme angeboten. Die Installation sollte über einen qualifizierten Fachbetrieb erfolgen. Wenig verschmutztes Ablaufwasser von Dachmaterialien wie beispielsweise von Tonziegeln, Betondachsteinen, Schiefer und Kunststoff ist für eine Nutzung gut geeignet. In die Nutzungsanlage integrierte Filter können den hier nur gering anfallenden Feststoffanteil problemlos zurückhalten. Bei Bitumendächern ist oftmals eine Verfärbung des Dachablaufwassers festzustellen. Hier kann es außerdem zu einer Auswaschung von Pestiziden kommen, die in den Bitumenbahnen enthalten sind, um einer Durchwurzelung vorzubeugen. Eine Kombination von Gebäudebegrünung und Regenwassernutzung ist generell möglich, muss aber insbesondere im Hinblick auf die nutzbare Wassermenge und wuchshemmende Stoffe der verwendeten Baumaterialien aufeinander abgestimmt sein. Das einzurichtende Speichervolumen der Regenwassernutzungsanlage richtet sich nach dem Verhältnis zwischen Herstellungskosten und Niederschlagsmenge/Wasser-bedarf. Weitere Anwendungen sind die Nutzung des Niederschlagswassers beispielsweise zur Gebäudekühlung, zur Bevorratung als Löschwasser bis hin zu hochwertigem Prozesswasser für industrielle Zwecke, hier insbesondere als Ersatz von entsalztem Wasser. Wasser und Energie sind eng miteinander verknüpft. Im Gebäude kann Regenwasser zur adiabaten Kühlung als indirekte Verdunstungskühlung zur Klimatisierung von Räumen eingesetzt werden. Dies geschieht nach dem Prinzip der „Kälterückgewinnung“, indem die Temperatur der zugeführten Frischluft über Wärmetauscher deutlich gesenkt wird. Hierbei wird die aus dem Raum abgeführte und als Fortluft vorgesehene Luft befeuchtet und abgekühlt. Diese wird dann über ein Kreislaufverbundsystem oder über Plattenwärmetauscher aufgenommen und auf die wärmere Außenluft übertragen. Diese Art der Kühlung kann deshalb auch als „indirekte adiabate Befeuchtungskühlung“ bezeichnet werden. Voraussetzung für die Akzeptanz der Betriebswassernutzung und für einen dauerhaft sicheren Betrieb der Anlagen sind die fachgerechte Planung, Dimensionierung und Bauausführung, eine regelmäßige Wartung, ein verantwortungsbewusster Betreiber sowie die Einhaltung der geltenden Vorschriften. Beim Neu- oder Umbau von öffentlichen Bauten und bei öffentlich geförderten Baumaßnahmen ist für Nutzungsbereiche, in denen Trinkwasserqualität nicht zwingend erforderlich ist, der Einsatz von Betriebswasser und die Installation eines zweiten Leitungsnetzes zu prüfen. Die Grundsätze für die Betriebswassernutzung sind im Rundschreiben SenStadt VIC Nr. 1/20034 dargestellt. Für die Betriebswassernutzung in häuslichen, gewerblichen und industriellen Bereichen hat sich in den letzten Jahren eine neue Anlagentechnik entwickelt. Kriterien für Planung, Bau, Betrieb und Wartung stehen als Arbeitshilfe in der Broschüre „Innovative Wasserkonzepte – Betriebswassernutzung in Gebäuden“ der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung Berlin (2003)5 zur Verfügung.
Gewerbehof WeiberWirtschaft [Quelle: B. Reichmann]

Adiabate Abluftkühlung [Quelle: M. Schmidt]

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2 Maßnahmen der dezentralen Regenwasserbewirtschaftung

Vorteile

Nachteile

Retentionsvermögen, Pufferung von Abfluss- Im Bestand: Einbau kostenaufwendig spitzen Reduktion des Trinkwasserverbrauchs Betriebskostenreduzierung bei Niederschlagswasserentgelt, Trinkwasserpreis, ggf. Schmutzwasserentgelt bewusster Ressourcenschutz kostengünstig bei Neubau und Sanierung

2.1.4 Versickerung Versickerungsanlagen werden unterschieden in Versickerungsarten durch die bewachsene Bodenzone (Mulden-, Becken- und Flächenversickerungen) sowie Rohr-, Rigolen- und Schachtversickerungen. Versickerung kann aber auch durch Flächenentsieglung und den Einsatz von wasserdurchlässigen Belägen erreicht werden.
Die Versickerung von nicht schädlich verunreinigtem Niederschlagswasser ist in Berlin in der Niederschlagswasserfreistellungsverordnung geregelt. Die Bemessungsgrundlagen sind dem Arbeitsblatt DWA-A 138 „Planung, Bau und Betrieb von Anlagen zur Versickerung von Niederschlagswasser“ sowie dem Merkblatt DWA-M 153 „Handlungsempfehlungen zum Umgang mit Regenwasser“6 zu entnehmen. Wasserdurchlässige Flächenbefestigung Für viele versiegelte Freiflächen gilt, dass eine vollständige Versiegelung durch Asphalt- und Betondecken nicht zwingend notwendig ist. Es ist grundsätzlich zu empfehlen, den Versiegelungsgrad auf ein Mindestmaß zu beschränken. Im Bestand können Beläge oft aufgenommen und beispielsweise durch Pflaster mit offenen Fugen ersetzt werden. Bei Neuanlagen sollten wasserdurchlässige Flächenbefestigungen verstärkt Berücksichtigung finden. Das anfallende Regenwasser kann über die Fugen in das Erdreich infiltrieren und versickern. Voraussetzung ist, dass der Untergrund versickerungsfähig ist, d. h. wasserdurchlässig und dass es sich um keine Altlastenfläche handelt. Außerdem ist die Belastung des Sickerwassers zu beachten, um eine Gefährdung von Boden und Grundwasser auszuschließen. Zu beachten ist, dass hier eine höhere Grundwasseranreicherung herbeigeführt wird, denn bei einer Teilversiegelung (beispielsweise durch Pflasterarten) verdunstet weniger Regenwasser. Um diesen Anteil zu erhöhen, sollte bei der Pflasterung auf einen hohen Fugenanteil bzw. einen großen Anteil an bewachsenem Boden geachtet werden. Vorteile Betriebskostenreduzierung beim Niederschlagswasserentgelt Gestaltungspotenzial im Freiflächenbereich Grundwasserneubildung
Schulhof Prenzlauer Berg [Quelle: S.T.E.R.N.]

Pflaster mit offenen Fugen [Quelle B. Reichmann]

Nachteile geringer Verdunstungsanteil

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2 Maßnahmen der dezentralen Regenwasserbewirtschaftung

Versickerung/Mulden/Mulden-Rigolenversickerung Stehen ausreichend Freiflächen auf dem Grundstück zur Verfügung, kann das Ablaufwasser von Dachflächen und versiegelten Flächen dort gezielt zur Versickerung gebracht werden. Auch hier gelten eine gute Wasserdurchlässigkeit und die Befreiung vom Altlastenverdacht als Voraussetzung. In Abhängigkeit von der zur Verfügung stehenden Fläche und der Durchlässigkeit des Bodens kann beispielsweise über eine einfache Mulde versickert werden. Diese ist i.d.R. 30 cm tief und begrünt. Die Versickerung erfolgt über die belebte Bodenzone. Als Faustformel sollte die Muldengröße mindestens 10 % der angeschlossenen Fläche betragen. Kann dieser vergleichsweise hohe Flächenbedarf insbesondere bei schlechtdurchlässigen Böden nicht gedeckt werden, kann durch technische Hilfsbauwerke die für die Versickerung benötigte Fläche reduziert werden. So wird bei der Mulden-Rigolen-Versickerung eine Rigole unter der Mulde angelegt. Rigolen sind Speicherelemente wie Kies- und Schotterpackungen. Es können aber auch Kunststoffkörper eingesetzt werden, die die Zwischenspeicherung ermöglichen. Zusätzlich sind die Rigolen über Leitungen miteinander verbunden. Diese bewirken eine schnelle Verteilung des Wassers innerhalb der Rigolen. Außerdem kann so Regenwasser, welches nicht versickert, gedrosselt abgeleitet werden. Geregelt wird dies über Drosselschächte. Überwacht werden die Rigolen über Kontrollschächte. Das Mulden-Rigolen-System mit gedrosselter Ableitung ist von der Versickerungsfähigkeit des Bodens weitgehend unabhängig. Je nach Durchlässigkeit überwiegt entweder die Versickerung oder die gedrosselte Ableitung. Eine Mulden-Rigolenversickerung bedeutet nicht unbedingt eine Abkopplung vom Kanal. Dieser kann aber in jedem Fall deutlich kleiner ausgelegt werden. Ein solches System ist aufwendig und kostenintensiv bei Neuanlagen. Der Unterhaltungsaufwand ist zu berücksichtigen. Mulden-, Becken- und Flächenversickerung Vorteile geringer bis mittlerer technischer Aufwand hohes Verdunstungspotenzial Nachteile mittlerer bis hoher Flächenbedarf nicht einsetzbar bei hohem Grundwasserstand

Block 6 Berlin Kreuzberg, Versickerung des Überlaufs [Quelle: E. Nolde]

mechanische und biologische Reinigung des nicht einsetzbar bei Böden mit geringer Regenwassers Wasserdurchlässigkeit geringer Wartungsaufwand Gestaltungspotenzial im Freiflächenbereich Betriebskostenreduzierung beim Niederschlagswasserentgelt nicht einsetzbar bei Altlastenflächen geringer Verdunstungsanteil

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2 Maßnahmen der dezentralen Regenwasserbewirtschaftung

Rohr-, Rigolen- und Schachtversickerung Vorteile Retentionsvermögen, gedrosselter Ablauf Betriebskostenreduzierung beim Niederschlagswasserentgelt sehr geringer bis geringer Flächenbedarf keine bis geringe Nutzungseinschränkung der Oberfläche hohes Speichervermögen gute Kontrollmöglichkeit Nachteile kaum Reinigung des Regenwassers Wasser muss frei von Schwebstoffen sein kaum Wartungsmöglichkeit nicht einsetzbar bei Altlastenflächen kein Verdunstungsanteil

Regenwasserbewirtschaftung am Neubau Oberstufenzentrum Bautechnik II/Holztechnik in Berlin Pankow [Quelle: B. Reichmann]

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3 Informationen zu einzelnen Regenwasserbewirtschaftungs-		 maßnahmen

Der hier angegebene Überblick gibt eine grobe Kosteninformation zu den wichtigsten Maßnahmen der Regenwasserbewirtschftung. Dabei handelt es sich um Richtwerte, die auf Literaturrecherchen, Schätzungen und der Auswertung bereits realisierter Projekte basieren. Je nach Randbedingungen können die tatsächlich anfallenden Kosten erheblich davon abweichen. Planer sollen selbstverständlich auch auf eigene Erfahrungswerte bzw. auf kommerzielle Programme zurückgreifen und dadurch eine bessere Kostenschätzung erhalten. Seit der Einführung des Niederschlagswasserentgelts in Berlin im Jahr 2000 werden die Kosten, die bei der Ableitung des Niederschlagswassers entstehen, nach dem Verursacherprinzip abgerechnet. Dies bedeutet nunmehr auch einen finanziellen Anreiz für die Umsetzung dezentraler Regenbewirtschaftungsmaßnahmen mit dem Ziel der Abkopplung vom Regenwasserkanal. Die Kosten der Niederschlagswasserableitung in den Kanal der Berliner Wasser Betriebe sind seit Einführung des gesplitteten Entgelts gestiegen und betragen zur Zeit 1,897 €/m²/a (Stand 2011). Bei seiner Einführung betrug der Tarif 1,196 €/m²/a. Die Preissteigerung ist in Abbildung 2 dargestellt.
Niederschlagswasserentgelt – Berlin 2,00 1,897 1,90 1,80 1,717 1,70 1,60 1,50 €/m²/a 1,407 1,40 1,292 1,30 1,196 1,20 1,10 1,00 2000 2001 2002 2003 2004 2005 2006 2007 2008 2009 2010 2011 1,237 1,237 1,479 1,637 1,533 1,840 1,897

Abbildung 2: Kostenentwicklung des Niederschlagsentgelts in Berlin seit seiner Einführung im Jahr 2000

Gemäß den Allgemeinen Bedingungen für die Entwässerung in Berlin ABE wird „das Entgelt für die Beseitigung von Niederschlagswasser nach der bebauten und befestigten Flächen bemessen, von der aus Niederschlagswasser in die öffentliche Abwasserbeseitigungseinrichtung gelangt“. § 14 b lässt Einzelfallregelungen zu: „Auf Antrag des Kunden finden im Einzelfall Absetzungen und Verminderungen der anzusetzenden versiegelten Flächen Berücksichtigung…“ [http://www.bwb.de/content/language1/downloads/ABE_web.pdf].

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3 Informationen zu einzelnen Regenwasserbewirtschaftungsmaßnahmen

3.1.1 Kosteninformation Regenwassernutzungsanlagen Die spezifischen Kosten für 1 m³ Regenwasser sind je nach Verwendungszweck höchst unterschiedlich. Während bei der saisonalen Bewässerung in den Sommermonaten nur der Trinkwasserpreis eingespart wird, werden beim Wäschewaschen und bei der industriellen Anwendung zusätzlich Chemikalien/ Salze aufgrund des „weichen“ Regenwassers, sowie bei der adiabaten Kühlung zusätzlich Energie eingespart. Im Einzelfall kann auch das Schmutzwasserentgelt entfallen. Liegt der finanzielle Nutzen bei der Bewässerung in der Größenordnung von 2 €/m³, so kann er für Kühlung und gewerbliche oder industrielle Anwendung 20 €/m³ sogar überschreiten.
Investitionskosten Die Investitionskosten der einzelnen Hauptkomponenten einer Regenwassernutzungsanlage (Filter, Speicher und Regenwasserzentralen, die neben der Pumpe auch die Trinkwassernachspeisung und Anlagensteuerung beinhaltet) bis hin zu den nachgeschalteten Füllkörpern für eine mögliche Versickerung des Speicherüberlaufs sind sehr detailliert in der jeweils aktuellen „Marktübersicht Regenwassernutzung und Regenwasserversickerung“ (www.fbr.de) aufgelistet. Die Preisunterschiede der fertigen Regenwassernutzungsanlage sind meist standortbedingt bzw. liegen in der Bauausführung (Erdarbeiten und Leitungen). Regenwasserspeicher (Speichergrößen 3.000 bis ca 15.000 m³) zzgl. Transportkosten sind als überschlägige Speicherdimensionierung ltd. DIN 1989-13 folgendermaßen einzuplanen: 1.	 Speichervolumen ca. 25 bis 50 l/m² angeschlossene Auffangfläche (nicht bei Gründach) bzw. 800–1.000 Liter pro Nutzer/Wohnung oder 2.	 Speichervolumen: Minimum von 6 % des Jahresbetriebswasserbedarfs bzw. 6 % des jährlichen Regenwasserertrags 3.	 Für größere Projekte bzw. bei Standorten, an denen nicht ganzjährig von einem gleichmäßigen Betriebswasserbedarf ausgegangen werden kann (z.B. Schulen mit langen Ferienzeiten), sollte die Speicherdimensionierung über eine Simulation mittels Computerprogramm erfolgen. Kosten für ausgeführte Kleinanlagen (inkl. Montage, ohne Erd- und Aushubarbeiten) betragen: n	 Regenwasseranlage mit 4 m³ Kunststoff-Innentank inkl. Filter, Pumpe, Anlagensteuerung, und Wassernachspeisung: 	 Preis: ca. 2.500–3.000 € pro Anlage n	 Regenwasseranlage mit 8 m³ Beton-Außentank inkl. Filter, Pumpe, Anlagensteuerung und Wassernachspeisung: 	 Preis: ca. 3.500–4.500 € pro Anlage Orientierende Herstellerpreise (zzgl. Planung, Einbau, Bauüberwachung und Umsatzsteuer) als Anhaltspunkt für Mehrkosten bei größeren Anlagen werden in Tabelle 1 dargestellt.

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3 Informationen zu einzelnen Regenwasserbewirtschaftungsmaßnahmen

Filter

n Fallrohrfilter, die in jeden einzelnen Fallstrang einzubauen sind, werden ab 46 bis ca. 260 €/Stk. angeboten, alternativ dazu n Regenwasserfilter, die im Erdreich dem Speicher vorgeschaltet oder im Speicher einzubauen sind (passend für eine Anlage mit ca. 5.000 Liter Speichervolumen werden ab ca. 200 € bis ca. 2.650 € angeboten sind aber meist schon im Speicherpreis enthalten). n Innenspeicher aus Kunststoff: ca. 270–630 € i.d.R. mit integriertem Filter sowie beruhigtem Zulauf und Geruchverschluss, Speichervolumen variiert: von 180 bis 420 €/m³ n Erdspeicher aus Kunststoff: ca. 500–3.100 € i.d.R. mit integriertem Filter sowie beruhigtem Zulauf und Geruchverschluss, Speichervolumen variiert: von 315 bis 620 €/m³ n aus Beton: ca. 720–2.350 € i.d.R. mit integriertem Filter, beruhigtem Zulauf und Geruchverschluss, Speichervolumen variiert: von 130 bis 390 €/m³ n trocken aufgestellte Pumpen (Förderleistung 3 bis 10 m³/h) meist inkl. Trockenlaufschutz und Störanzeige ca. 150–540 € n Tauchpumpen (Förderleistung 5–10 m³/h) meist ohne Trockenlaufschutz und Störanzeige ca. 160–805 € n zur Förderung des Betriebswassers zu den Verbrauchsstellen, mit integrierter Anlagensteuerung sowie automatischer Trinkwassernachspeisung ab ca. 675–6.360 € n ca. 191–490 €/m³ n Füllkörper für Rigolenversickerung ca. 80–250 €/m³ n Aushub Baugrube für Regenwasserspeicher, 2 Seiten verbaut und 2 Seiten abgeböscht; anschließende Wiederverfüllung und Abfuhr des überschüssigen Materials ca. 30–40 €/m³ n Schachtgrubenaushub DN 1000, t = 2,5 m ca. 160–180 € n zugehöriger Sickerschacht ca. 1.000 € pro Schacht n Aushub Schacht und Wiederverfüllung ca. 20–30 €/m³ n Verlegen der Regenwassersammelleitung inkl. Abzweige und Bögen als DN 150-DN 200 ca. 20–30 €/m n Verlegen der Betriebswasserdruckleitung inkl. Abzweige und Bögen als DN 40-DN 50 aus PE ca. 15–20 €/m

Regenwasserspeicher

Pumpen zur Förderung des Betriebswassers zu den Verbrauchsstellen Regenwasserzentralen Sickerschächte/ Sickermodule Bodenarbeiten (Orientierungspreise)

Tabelle 1: Orientierende Herstellerpreise für Komponenten von Regenwassernutzungsanlagen (fbr Marktübersicht 2009/107)

Aus Gründen der Kostenminimierung sollten bei der Installation alle Regen- und Betriebswasserleitungen koordiniert geplant und möglichst mit anderen Versorgungsleitungen zusammen verlegt werden. Betriebskosten In der Literatur gibt es zu den Kosten für Wartung, Instandhaltung, Reparaturen und Erneuerung von Regenwassernutzungsanlagen bisher wenig Aussagen. Bestimmte Arbeiten wie z.B. die regelmäßige Reinigung der Dachrinnen sind nicht als Mehrkosten anzusehen. Die Stromkosten liegen bei ca. 0,5–1,5 kWh/m³ für den gesamten Betriebswasserverbrauch. Eine Auflistung der auszuführenden Inspektions- und Wartungsmaßnahmen ist Tabelle 5 der DIN 1989-13 zu entnehmen.

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3 Informationen zu einzelnen Regenwasserbewirtschaftungsmaßnahmen

3.1.2 Regenwassernutzung zur adiabaten Kühlung Die adiabate Kühlung wird als indirekte Verdunstungskühlung zur Klimatisierung von Räumen eingesetzt. Wird Regenwasser zur großflächigen Befeuchtung der Abluft verwendet, ist auch dies eine Form der Regenwassernutzung.
Zur Verdunstung von 1 l Wasser werden ca. 0,68 kWh benötigt. Diese Energie wird bei der Verdunstung der warmen Umgebungsluft entzogen. Durch die Nutzung der Niederschläge zu Verdunstungszwecken hat diese Form der Regenwasserbewirtschaftung ähnlich der Dach- und Fassadenbegrünung ökologisch eine hohe Priorität, da sie den natürlichen Wasserkreislauf schließt. Mit einem Kubikmeter Wasser erhält man 680 kWh Kühlleistung. Zu beachten ist dabei die elektrische Leitfähigkeit (LF) des verwendeten Wassers, denn aus technischen Gründen sollten für die adiabate Kühlung 1600 µS/cm nicht überschritten werden. Berliner Trinkwasser hat eine elektrische Leitfähigkeit von ca. 800 µS/cm. Bei der Verdunstung von Wasser konzentrieren sich die Mineralien auf, wodurch die Leitfähigkeit weiter ansteigt. Am Beispiel des Berliner Trinkwassers bedeutet dies, dass diese maximal mögliche Leitfähigkeit bereits nach der Verdunstung von 500 l erreicht wird. Das mit Mineralien aufkonzentrierte Wasser muss in die Kläranlage abgeleitet werden. Pro 2 m³ für die Kühlung verwendeten Trinkwassers fällt folglich 1 m³ Abwasser an. Bei der Verwendung von Niederschlagswasser (LF ca. 50 µS/cm) wird der kritische Leitfähigkeitswert erst nach der Verdunstung von 970 l erreicht, wodurch eine deutlich bessere Ausnutzung des Wassers erreicht wird und quasi kein Abwasser entsteht. Somit können die Kosten für Trinkwasser von 2,17 €/m³ und Abwasserkosten von 2,46 €/m³ (Stand 2011) eingespart werden, wobei hier nur der Mengenpreis eingespart wird. Seit dem 01.07.2007 wird von den BWB zusätzlich jeweils ein Grundpreis in Abhängigkeit von der Zählergröße erhoben. Dieser fällt unabhängig vom Verbrauch an. Interessant ist aber die Energieeinsparung. Eine Kilowattstunde Kühlung kann man durch die Verdunstung von 1,5 Liter Regenwasser erhalten. Bei zentraler Kompressionskälte entstehen Zirkulationsverluste, die oft 50 % der Leistung ausmachen. Bei der adiabaten Abluftkühlung entfallen diese Energieverluste. Wertvoll ist die adiabate Kühlung insbesondere dadurch, dass eine reale Kühlung erfolgt. Die Gebäudekühlung über Kompressionskälte verbraucht Strom und erzeugt außerhalb der Gebäudehülle dadurch wesentlich mehr Wärme als die geleistete Kühlarbeit. Dies erhöht das Problem der städtischen Hitzeinsel zusätzlich. Nur durch die Verdunstung von Wasser kann eine wirkliche Kühlung erfolgen.

Abbildung 3: Adiabate Abluftkühlung, „Rohr im Rohr System mit Abluftbefeuchtung und Zuluftkühlung“ [Quelle: M. Schmidt]

3.1.3 Gebäudebegrünung Im Rahmen der Regenwasserbewirtschaftung sind nicht die gesamten Kosten für die Erstellung einer Gebäudebegrünung bewertungsrelevant, sondern lediglich die Differenzen, die hier gegenüber einer anderen Dachkonstruktion oder einer anderen Gestaltung der Fassade zur Anwendung kommen.
Der Nutzen der Gebäudebegrünung, die über die Verdunstungsleistung der Pflanzen (Evapotranspiration) erheblich zur Verbesserung des lokalen Klimas beiträgt, ist monetär nicht zu bemessen. Dieser Sachverhalt ist bei den nichtmonetären Zielen zu verankern.

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3 Informationen zu einzelnen Regenwasserbewirtschaftungsmaßnahmen

Dachbegrünung Als Beispiel wird hier das extensive Gründach, das sich sehr gut für den Rückhalt von Niederschlagswasser eignet als Alternative zum Kiesdach betrachtet. Das Wasserspeicherpotenzial auf dem Gründach ist sowohl abhängig von der Substratart und -stärke als auch der Vorsättigung, d. h. von der Niederschlagsverteilung und -intensität. Die eingesetzte Vegetation übersteht i.d.R. auch längere Trockenperioden schadlos. Zweimal im Jahr sind Wartungsgänge bei den Betriebskosten zu berücksichtigen. Entsprechend der gewünschten Begrünung können auch Kosten für die Bewässerung und Düngung anfallen. Bei intensiven Dachbegrünungen mit einer höheren Retentionskapazität ist zu beachten, dass ein erhöhter Pflegeaufwand besteht. Hier wird in den Sommermonaten eine Bewässerung notwendig. Folgende Punkte sind u.a. bei einer Kosten-Nutzen-Betrachtung zu beachten: 1.	 Statischer Mehraufwand: im Vergleich zum Kiesdach entstehen keine Mehrkosten weil beide Dächer etwa 80–100 kg/m² wiegen. 2.	 Reparatur/Sanierung der Dachabdichtung: Im Vergleich zum Kiesdach verlängert sich die Haltbarkeit bei einem Gründach von 25 auf 50 Jahre – also auf das Doppelte. Sanierungskosten (Kiesdach) je nach Aufwand ca. 25–50 €/m². 3.	 Wurzelfeste Dachabdichtung: In der Regel gibt es zwischen wurzelfester und nicht wurzelfester Abdichtung keinen Preisunterschied. 4.	 Herstellungs- und Pflegekosten (Mehrkosten): Eine einschichtige Extensivbegrünung kostet mit 8 cm Aufbauhöhe ca. 15 €/m² mit Pflegekosten von 0,50 €/m²/a. 5.	 Reduzierung Niederschlagswasserentgelt: In Berlin werden bei begrünten Dachflächen nur 50 % der „versiegelten“ Fläche bei der Berechnung des Entgelts für die Niederschlagswasserbeseitigung angesetzt. [ABE §14b (2)c]. 6.	 Der Biotopflächenfaktor benennt das Verhältnis naturhaushaltswirksamer Flächen zur gesamten Grundstücksfläche (BFF = naturhaushaltswirksame Flächen/Grundstücksfläche). Dabei werden den einzelnen Teilflächen eines Grundstückes je nach ihrer „ökologischen Wertigkeit“ Anrechnungsfaktoren zugeordnet. Für die extensive oder intensive Begrünung von Dachflächen ist der Anrechnungsfaktor 0,70. http://www.stadtentwicklung.berlin.de/umwelt/landschaftsplanung/bff/index.shtml 7.	 Entwässerung, Kanaldimensionierung: Bei flächendeckender Dachbegrünung ist ein Regenrückhaltebecken nicht notwendig, (nach Literaturangaben zwischen 10–20 €/m²). 8.	 Einsparmöglichkeiten bei Energiekosten: Da für Gründächer weder anerkannte Dämmwerte noch die Zulassung nach der Wärmeschutzverordnung vorliegen, können Einsparpotenziale nicht exakt beziffert werden. Schätzungen nehmen 0,25 €/a/m² an. 9.	 Wohnwerterhöhung/höhere Mieterträge: Gutachter gehen von 6–8 % höheren Mieten aus. Fassadenbegrünung Wie auch die Dachbegrünung trägt die Fassadenbegrünung zu einer deutlichen Verbesserung des lokalen Klimas bei. Außerdem lassen sich positive Auswirkungen auf das Gebäudeklima erzielen, beispielsweise durch eine natürliche Verschattung im Sommer. Als dezentrale Form der Regenwasserbewirtschaftung kann die Fassadenbegrünung aber nur dann gelten, wenn Regenwasser gezielt zur Bewässerung eingesetzt wird. Durch die Nutzung der Niederschläge zu Verdunstungszwecken stellt diese Form der Regenwasserbewirtschaftung ökologisch eine hohe Priorität dar, da sie den natürlichen Wasserkreislauf schließt. Bei der Bewässerung von Vegetation ist sicherzustellen, dass keine Baumaterialien Verwendung finden, denen aus Durchwurzelungsschutz (Bitumendachbahnen) oder zur Prävention von Algenwachstum an Fassaden Pestizide beigemischt wurden. Erfahrungen zum Thema Fassadenbegrünung in Kombination mit der Betriebswassernutzung wurden im Projekt Neubau des Instituts für Physik der Humboldt-Universität zu Berlin in Berlin Adlershof gesammelt. Die Begrünung wurde teils ohne Bodenanschluss über Pflanzkübel realisiert, die über ein System zur Anstaubewässerung verfügen, das mit Regenwasser gespeist

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3 Informationen zu einzelnen Regenwasserbewirtschaftungsmaßnahmen

wird. Es handelt sich dabei um 149 Kübel, die an neun Fassaden in fünf Höfen und der Südseite des Gebäudes installiert sind. Die Fassadenbegrünung hat bedingt durch die große Blattmasse einen hohen Wasserbedarf. Werte aus Messungen ergaben eine durchschnittliche tägliche Verdunstung von 10 bis 15 l/m² Kübeloberfläche. Tabelle 2 gibt einen Überblick zum empfohlenen Pflege- und Kostenaufwand des genannten Beispiels. März/April Allgemeine Bestandskontrolle sowie Systemkontrolle der Bewässerungsanlage Wartung/Mängelbeseitigung (Magnetventile, Schwimmerschalter, Dichtigkeit) Nährstoffversorgung Inbetriebnahme der Bewässerung Juni/Juli Überprüfung der ordnungsgemäßen Versorgung aller Kübel, Vitalität der Pflanzen September Überprüfung der ordnungsgemäßen Versorgung aller Kübel, Vitalität der Pflanzen Reinigung der Schwimmerschalter November Zeitumfang

Entleerung der Je 2 h für die ÜberBewässerungsanlage prüfungen, 8 h für Inbetriebnahme und Entleerung 20 h 4 h Wartung, 12 h Instandsetzung 16 h Systemkontrolle 4h

Beseitigung von Undichtigkeiten, Austausch von Magnetventilen Kontinuierlich mit dem Bewässerungswasser Schnitt der Wisteria (Blauregen)

Schnittmaßnahme: Rückschnitt Ausdünnung

Winterschnitt der Vitis (Weinrebe), ggf. 2. Schnitt der Wisteria, Entfernung abgestorbenen Zuwachses aller anderen Arten Überprüfung, Entspannung bei Wisteria Nachpflanzung

4–8 h pro Termin

12 h

Überprüfung der Befestigung, Entspannung Nachpflanzung Pflanzenschutz Beseitung von Wildkraut/Unrat kontinuierlich Wildkrautbeseitigung

Überprüfung, Entspannung bei Wisteria

8h 10 h 40 h

Wildkrautbeseitigung

Wildkrautbeseitigung

14 h pro Termin min. 42 h

Tabelle 2: Jährliche Pflege- und Wartungsumfänge einer Fassadenbegrünung (Konzepte der Regenwasserbewirtschaftung – Gebäudebegrünung, Gebäudekühlung, 20102)

Der Pflegeaufwand summiert sich hier auf insgesamt 152 h/a für 300 Kletterpflanzen in 150 Pflanzkübeln sowie 75 erdgebundene Pflanzen. Für eine Stunde werden zurzeit ca. 32 € veranschlagt, hinzu kommen ggf. Materialkosten sowie An- und Abfahrt. Eine einfache Form der Fassadenbegrünung in Kombination mit dezentraler Regenwasserbewirtschaftung stellt die Versickerung von Regenwasser im gebäudenahen Bereich dar, die der Bewässerung einer Fassadenbegrünung dient. Der anstehende Boden dient hierbei als Bodenwasserspeicher, aus dem die Kletterpflanzen ihren Wasserbedarf beziehen.

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3 Informationen zu einzelnen Regenwasserbewirtschaftungsmaßnahmen

3.1.4 Versickerungsanlagen
Investitionskosten Eine annähernd genaue, für einzelne Projekte gültige Investitionskostenabschätzung kann an dieser Stelle nicht erfolgen, da die Randbedingungen zu unterschiedlich sind. Die dargestellten Investitionskosten basieren in erster Linie auf Literaturauswertungen. Wesentliche Einflussgrößen sind in Tabelle 3 dargestellt. Gewicht Angeschlossene Fläche Bodenbeschaffenheit (Durchlässigkeitsbeiwert) gewählter Berechnungsregen Neubaugebiet oder Bestandsgebiet Einzelanlage oder vernetztes System Vollversickerung oder Teilversickerung Drosselfaktor bei gedrosselter Ableitung verfügbare Geländeoberfläche Bodenpreise Eigenleistung von privaten Bauherrn Einbau von Einrichtungen zur Regenwassernutzung Zuschnitt der Grundstücke, Erschließung Größe des Bauloses Baukonjunktur, Konkurrenzsituation Gestaltung, Materialwahl Geländeneigung
Tabelle 3: Wesentliche Einflussgrößen auf die Kosten der Regenwasserbewirtschaftung vor Ort (Londong & Nothnagel, 19998)

+++ +++ +++ ++ ++ ++ ++ ++ ++ ++ ++ ++ ++ ++ + +

In den Investitionskosten nicht enthalten sind: 1.	 Grunderwerbskosten 2.	 Aufwand für Planung, Bauüberwachung, Bodenuntersuchungen

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3 Informationen zu einzelnen Regenwasserbewirtschaftungsmaßnahmen

Weitere Einflüsse auf die Dimensionierung und somit auf die Kosten sind: n	 Der gewählte Bemessungsregen – meist wird nach DWA-A 138 eine Häufigkeit von 	 0,2 [1/a] (das ist der 5-jährige Regen) angenommen. Bei niedrigeren Häufigkeiten ist von höheren Baukosten auszugehen. n	 Die örtlichen Verhältnisse wie Durchlässigkeit von Boden und Untergrund sind von großer Bedeutung. n	 Offene Anlagen sind meist günstiger als unterirdische. n	 Die nachträgliche Anordnung ist meist teurer als die Berücksichtigung schon während der Erschließung. n	 Eine gemeinsame Entwässerung für ein ganzes Gebiet oder für einen Stadtteil ist oftmals wegen der längeren Leitungen teurer als grundstücksbezogene Einzellösungen. Der Investitionsanteil für Vernetzung, Ableitung und Aufbereitung kann das Mehrfache der Kosten für Speicherung und Versickerungselemente betragen. n	 Bei großräumigen, erlebnisreichen städtebaulichen Lösungen ist ein größerer Kostenanteil der Landschaftsgestaltung zuzurechnen. Abbildung 4 zeigt die Abhängigkeit der Herstellungskosten von dem jeweiligen Bodendurchlässigkeitsbeiwert kf und der Art der Versickerung.

Abbildung 4: Abhängigkeit der auf die angeschlossene zu entwässernde Fläche Ared bezogenen Investitionskosten vom Durchlässigkeitsbeiwert kf (verändert, nach Londong & Nothnagel, 19998)

Der Preis bezieht sich also nicht auf die Größe der Mulde, sondern auf Ared als die abflussrelevante Fläche, die an die Mulde angeschlossen ist. Beispiel: Bei einem 1.000 m² großem Kies-Flachdach (3–5 % Neigung) gibt die DWA-A 138 einen Abflussbeiwert vom 0,7 an. Somit beträgt Ared für das gesamte Kiesdach 1.000 m² x 0,7 = 700 m². Bei einer Bodendurchlässigkeit von 1x10-5 bis 1x10-6 m/s ist für eine Schachtversickerung nach Abbildung 4 von mittleren Investitionskosten von etwa 20 €/m² auszugehen (700 m² x 20 €/m² = 14.000 €).

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3 Informationen zu einzelnen Regenwasserbewirtschaftungsmaßnahmen

Betriebskosten In der Literatur gibt es zu den Kosten für Wartung, Instandhaltung, Reparaturen und Erneuerung von Versickerungsanlagen nur wenige Informationen, da langfristige Erfahrungswerte noch nicht vorliegen bzw. ausgewertet wurden. Zur Rigolenversickerung sind auch neue Systeme (mit kompakten Kunststoffhohlkörpern) auf dem Markt gekommen. Über die notwendigen betrieblichen Maßnahmen für Versickerungsanlagen informiert Tabelle 4 aus dem Arbeitsblatt DWA-A 138. Anlage für alle Versickerungsanlagen bei Baumaßnahmen im Einzugsgebiet Maßnahme Verringerung von Selbstabdichtung; Verbot des Befahrens und Ablagerns; keine Wegsamkeiten, z.B. durch Baumpflanzung mit Wurzelbelüftung/Wurzelbewässerung Aufrechterhaltung/Wiederherstellung der Versickerungsfähigkeit Mahd bei Bedarf Intervalle Bemerkungen Vorschaltung einer Vorreinigung Inbetriebnahme möglich erst nach Befestigung/Begrünung des Einzugsgebietes, vorläufige Entwässerung über provisorische Mulde Verbot wassergefährdender Stoffe/Herbizide/Tausalze saugende Reiniger

durchlässig befestigte Flächen mit Anschluss an eine Versickerungsanlage unbefestigte Versickerungsfläche

in Abhängigkeit von Nutzung und Bewuchs, mindestens jährlich

Entfernen von Laub und Störstoffen im Herbst und bei Bedarf Gärtnerische Pflege Wiederherstellen der Durchlässigkeit Entfernen von Wulstbildung (Zulaufbereich) Mulde Mahd bei Bedarf bei Bedarf bei Bedarf bei Bedarf; mindestens jährlich Mähgut entfernen Verbot wassergefährdender Stoffe Vertikutieren

Entfernen von Laub und Störstoffen im Herbst und bei Bedarf Wiederherstellen der Durchlässigkeit Verhinderung von Auskolkung bei Bedarf beim Bau und bei Bedarf Vertikutieren, Schälen, Boden austauschen Steinschüttung, Pflasterung, widerstandsfähige Vegetation im Zulaufbereich

Rigole

Inspektion Reinigung des Absetzschachtes

halbjährlich bei Bedarf Verbot wassergefährdender Stoffe

Tabelle 4: Betriebliche Maßnahmen für Versickerungsanlagen (nach DWA A-138)

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4 Hinweise zur Handhabung des Variantenvergleichs in MS Excel

Die Excel-Mappe Variantenvergleich zur Bewertung von Maßnahmen der Regenwasserbewirtschaftung beinhaltet folgende Tabellenblätter: n	 AB 1: Arbeitsblatt 1 – Nicht monetäre Projektziele n	 AB 2: Arbeitsblatt 2 – Daten zur Liegenschaft n	 AB 3: Arbeitsblatt 3 – Standortbewertung n	 Kostenbasis Arbeitsblätter der Varianten: n	 AB 4 Variante 1: Arbeitsblatt 4 Variante 1 n	 AB 4 Variante 2: Arbeitsblatt 4 Variante 2 n	 AB 4 Variante 3: Arbeitsblatt 4 Variante 3 n	 AB 4 Variante 4: Arbeitsblatt 4 Variante 4 n	 AB 4 Variante 5: Arbeitsblatt 4 Variante 5 n	 AB 5a: Arbeitsblatt 5a – Erfüllungsgrad der nichtmonetären Bewertungskriterien der 	 Varianten n	 AB 5b: Arbeitsblatt 5b – Nichtmonetäre Bewertung nach Nutzwertanalyse n	 AB 6a: Arbeitsblatt 6a – Zusammenfassung der Ergebnisse n	 AB 6b: Arbeitsblatt 6b – Zusammenfassung zum Gesamtergebnis Abbildung 5 erläutert die im Variantenvergleich relevanten Datenfelder der einzelnen Arbeitsblätter. 	 	 147,0 	 Text 	 167,8 	 	 Dateneingabefeld wichtiges Ergebnisfeld Texteingabefeld aus bereits erfolgten Eingaben bzw. Berechnungen gewonnen Daten mit einem Kommentar versehenes Feld – Hilfestellung: dient der Orientierung – starke Abweichungen vorstellbar

Abbildung 5: Datenfelder der Excel-Mappe Variantenvergleich

Die Ansicht der geöffneten Blätter kann durch den Zoom individuell eingestellt werden. Hierdurch kann es jedoch zu einer Verschiebung der Kommentarfeldtexte kommen. Die Ansicht der gesamten Textbreite ist abhängig von der jeweiligen Bildschirmgröße.

4.1 Arbeitsblätter des Variantenvergleichs Die einzelnen Arbeitsblätter der Excel-Mappe werden nachfolgend vorgestellt und die jeweiligen Arbeitsschritte beschrieben. Die Musterarbeitsblätter enthalten Angaben eines Beispiels.
Verordnungen und Gesetze als Grundlagen für Regenwasser-relevante Planungen sind im Internet zu finden. Weiterführende Links hierzu sind in Kap. 6 aufgeführt. Die unter den zu bearbeitenden Tabellen der einzelnen Arbeitsblätter angegebenen Internetlinks greifen entweder auf ein Dokument zu, oder bieten unterschiedliche Verweise auf Dokumente, Downloads und Karten. Für diesen Fall wird zusätzlich zum Link das relevante Dokument/Karte aufgeführt und der dorthin führende Pfad angegeben. Zu beachten ist, dass Internetadressen im Laufe der Zeit verändert werden und die angegebenen Links dann nicht mehr aktuell sein können.

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4 Hinweise zur Handhabung des Variantenvergleichs in MS Excel

4.2 Blatt AB 1 – Arbeitsblatt 1– nichtmonetäre Projektziele  Das Arbeitsblatt 1 fragt die nichtmonetären Projektziele ab. Den stadtökologischen und sozialen Zielen wie beispielsweise n	 Regenwasserrückhalt auf dem Gelände n	 Verbesserung des lokalen Klimas durch Verdunstung n	 Schonender Umgang mit Wasserressourcen n	 Bodenschutz/Flächenverbrauch n	 Schadstoffrückhalt und Gewässergüte n	 Soziale Nachhaltigkeit n	 Visualisierung des Wasserkreislaufes/pädagogische Nachhaltigkeit
muss eine Gewichtung zugeordnet werden, die insgesamt 100 % nicht übersteigen darf. Dabei können einigen der genannten Ziele je nach Grundstückssituation weitere Teilkriterien hinzugefügt werden. Weiterhin wird eine Begründung der jeweiligen Gewichtung abgefragt. Jedem dieser Aspekte muss eine Gewichtung zugeordnet werden. Ist ein Aspekt stark zu vernachlässigen, sollte mindestens eine Gewichtung von 1 % erfolgen. Außerdem wird abgefragt, wie die Gewichtung von den nichtmonetären Aspekten zu den monetären insgesamt erfolgen soll. Dies fließt später in die Berechnung der Gesamtbewertung ein. Die angeführten Internetlinks bieten Hintergrundinformationen, die die Einschätzung der Gewichtung unterstützen sollen.

4.3 Blatt AB 2 – Arbeitsblatt 2 – Daten zur Liegenschaft  Im Arbeitsblatt 2 werden die Daten zur Liegenschaft erfasst. Sie umfassen Fragen zu n	 der möglichen Lage in Wasserschutzgebieten, n	 dem vorhandenen Kanalisationstyp (Einleitung), n	 den Bodenverhältnissen, n	 unterschiedlichen Flächen der Liegenschaft, n	 der Nutzung der Liegenschaft.
Informationen zu den Berliner Wasserschutzgebieten erhält man unter http://www.stadtentwicklung.berlin.de/geoinformation/fis-broker/ (> Start des Angebots > Wasserschutzgebiete 2009). Die Art der Kanalisation ist http://www.stadtentwicklung.berlin.de/umwelt/umweltatlas/i209.htm (> Karte > 02.09.1 Art der Kanalisation) zu entnehmen. Informationen zu den Bodenverhältnissen können folgende Internetseiten entnommen werden: n	 Grundwasserflurabstand: 	 http://www.stadtentwicklung.berlin.de/umwelt/umweltatlas/din_207.htm 	 (> Flurabstand des Grundwassers (Ausgabe 2010) > Karte) n	 Grundwassergleichen: 	 http://www.stadtentwicklung.berlin.de/geoinformation/fis-broker/ 	 (> Start des Angebots > Wasserdurchlässigkeit kf der Böden 2005)

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4 Hinweise zur Handhabung des Variantenvergleichs in MS Excel

4.4 Blatt AB 3 – Arbeitsblatt 3 – Standortbewertung  In Arbeitsblatt 3 soll der Standort der Liegenschaft hinsichtlich des Regenwasserbewirtschaftungspotenzials bewertet werden. Zu den abgefragten Kategorien gehören: n	 Abschätzung der anfallenden/abfließenden Niederschlagsmengen n	 Ermittlung des Betriebswasserbedarfes n	 Rahmenbedingungen zur Verdunstung n	 Angaben für eine Versickerung n	 Abwahl von Maßnahmen zur Regenwasserbewirtschaftung
Angaben zu den Berliner Niederschlagsmengen finden sich im Berliner Umweltatlas unter: http://www.stadtentwicklung.berlin.de/umwelt/umweltatlas/dinh_04.htm (> Langjährige Niederschlagsverteilung und Abflussbildung durch Niederschläge > Karte > 04.08.3: Langjährige Niederschlagsverteilung 1961–1990). Relevante Angaben für die Ermittlung des Betriebswasserbedarfs für unterschiedliche Verwendungszwecke (Toiletten in unterschiedlichen Gebäudetypen, Putzwasser, Bewässerung unterschiedlich genutzter Grünflächen, etc.) können der DIN 1989-1 entnommen werden. Im „Maßnahmenkatalog zur Reduzierung der Wasserkosten im öffentlichen Bereich“, der in der Kurzfassung von 2002 unter http://www.stadtentwicklung.berlin.de/bauen/oekologisches_bauen/de/modellvorhaben/ wasser/reduzierung/index.shtml zu finden ist, ist eine systematische Herangehensweise zur Betriebskostenreduzierung in öffentlichen Gebäuden dargestellt. Weitere Anregungen können der Wasserpraxis – Leitfaden zum Wassersparen der Stadt Hamburg (http://www.hamburg.de/contentblob/150264/data/wasserpraxis.pdf) entnommen werden. Unter Punkt Rahmenbedingungen zur Verdunstung soll die Möglichkeit zur Schaffung verdunstungsrelevanter Flächen (Grünflächen, Wasserflächen) auf der Liegenschaft abgeprüft werden. Hinsichtlich einer möglichen Versickerung des anfallenden Niederschlagswassers müssen vielfältige Faktoren berücksichtigt werden. Anforderungen sind dem Hinweisblatt der Berliner Senatsverwaltung für Gesundheit, Umwelt und Verbraucherschutz zu entnehmen (http://www.berlin.de/sen/umwelt/wasser/wasserrecht/pdf/hinweisblatt2-versick.pdf). Ggf. fällt die Regenwasserversickerung unter die Freistellungsverordnung (http://www.berlin. de/sen/umwelt/wasser/wasserrecht/pdf/nwfreiv.pdf). Der Grundwasserflurabstand kann dem Berliner Umweltatlas entnommen werden: http://www.stadtentwicklung.berlin.de/umwelt/umweltatlas/din_207.htm (> Flurabstand des Grundwassers (Ausgabe 2010) > Karte). Informationen zu potenziellen Altlasten müssen vom Grundstückeigner eingeholt werden, da diese nicht öffentlich zugängig sind. Im Ergebnis kann es dazu kommen, dass einzelne Regenwasserbewirtschaftungsmaßnahmen für die Liegenschaft nicht in Frage kommen. Diese sind dann mit Begründung abzuwählen. Die verbleibenden Varianten der Regenwasserbewirtschaftung werden in den nun folgenden Arbeitsblättern genau erfasst.

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4 Hinweise zur Handhabung des Variantenvergleichs in MS Excel

4.5 Blatt Kostenbasis  Dieses Arbeitsblatt dient der Erfassung von zu erwartenden Kosten. Dazu können Angaben aus Literaturquellen, Kostenschätzungen oder Erfahrungswerte früherer Projekte herangezogen werden. Die zusammengetragenen Daten dienen als Basis für die anschließende Kostenermittlung (Arbeitsblatt 4) und sind auf das jeweilige Projekt abgestimmt. Der Planer legt hier seine Basis für die spezifischen Kosten nieder.
Die Baukosten für unterschiedliche Maßnahmen der Regenwasserbewirtschaftung sind (leicht modifiziert) folgender Quelle entnommen: http://www.stadtentwicklung.berlin.de/bauen/oekologisches_bauen/download/modellvorhaben/ massnahmenkatalog_wasserkosten.pdf

4.6 Blatt AB 4 – Arbeitsblatt 4 – Varianten der Regenwasserbewirtschaftung  In den Arbeitsblättern 4 Variante 1 bis Variante 5 können Bewirtschaftungsmaßnahmen und Kosten für maximal fünf unterschiedliche Varianten der Regenwasserbewirtschaftung für eine Liegenschaft zusammengestellt werden.
Hierfür sind die Abschätzung der anfallenden Niederschlagsmengen und Zuordnung der Bewirtschaftungsmaßnahmen anzugeben. Für jede Fläche muss der entsprechende Belag angegeben werden. Anschließend soll über eine möglichst mehrjährige Simulation abgeschätzt werden, was mit dem anfallenden Wasser geschieht. Für eine realistische Einschätzung des Ablaufs unterschiedlicher Flächentypen bei Starkregenereignissen kann Tabelle 5 herangezogen werden. Zur Einschätzung der jährlichen Regenspende unterschiedlicher Oberflächenbefestigungen weicht der Abfluss von dieser Tabelle zum Teil erheblich ab. Der Anteil von Verdunstung, Versickerung und Abfluss verschiedener Oberflächen ist der Abb. 6 zu entnehmen.

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4 Hinweise zur Handhabung des Variantenvergleichs in MS Excel

Flächentyp Schrägdach

Art der Befestigung Metall, Glas, Schiefer, Faserzement Ziegel, Dachpappe

Ψm 0,9–1,0 0,9–1,0 0,9–1,0 0,9 0,7 0,5 0,3 0,9 0,75 0,6 0,5 0,3 0,25 0,15 0,5 0,4 0,3 0,0–0,1 0,1–0,3

Flachdach (Neigung bis 3 ° oder 5 %)

Metall, Glas, Faserzement Dachpappe Kies

Gründach (Neigung bis 15 ° oder 25 %) Straßen, Wege, Plätze (flach)

humusiert < 10 cm Aufbau humusiert ≥10 cm Aufbau Asphalt, fugenloser Beton Pflaster mit dichten Fugen Fester Kiesbelag Pflaster mit offenen Fugen Lockerer Kiesbelag, Schotterrasen Verbundsteine mit Fugen, Sickersteine Rasengittersteine

Böschungen, Bankette und Gräben mit Regenabfluss in das Entwässerungssystem

Toniger Boden lehmiger Sandboden Kies- und Sandboden

Gärten, Wiesen und Kulturland mit möglichem flaches Gelände Regenabfluss in das Entwässerungssystem steiles Gelände
Tabelle 5: Empfohlene mittlere Abflussbeiwerte Ψm nach DWA-A 1179 und DWA-M 1536

Beispiel: 30 % des anfallenden Regenwassers sollen verdunsten, 70 % gelangen in den Kanal. Dort, wo Regenwassernutzungs- oder Versickerungsanlagen betrieben werden, ist eine Simulation notwendig. Simulationsergebnisse anschließend hier eintragen. Die Simulation wird durch den Planer durchgeführt. Hierfür stehen unterschiedliche Simulationsprogramme zur Verfügung.

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4 Hinweise zur Handhabung des Variantenvergleichs in MS Excel

Innerhalb des Projektes des Umweltbundesamtes “Konzepte für bundeseinheitliche Anforderungen an die Regenwasserbewirtschaftung – ein Paradigmenwechsel“ wurde eine einfache Software für die Berechnung der Wasserbilanz entwickelt, die kostenlos zum Download zur Verfügung steht: http://www.umweltbundesamt.de/wasser-und-gewaesserschutz/veranstaltungen.htm (Abschlussveranstaltung “Konzepte für bundeseinheitliche Anforderungen an die Regenwasserbewirtschaftung” – ein Paradigmenwechsel: Software für die Berechnung der Wasserbilanz).

Wasserhaushalt unterschiedlich genuzter Flächen in Millimeter 1.1.2001–31.12.2004 TU Berlin – Wilmersdorf

Wasserhaushalt unterschiedlich genutzter Flächen als durchschnittliche Jahressumme in Millimeter; 01.01.2001­– 31.12.2004 Lysimeteranlagen im Vergleich zu extensiv be­grünten Dachparzellen der TU Berlin in Wilmersdorf

100% 90%

215
80%

378
70% 60% 50% 40% 30% 20%

324

474 533

622 530 185 10 25

315

327

366

241
Verdunstung (Oberflächen-) Abfluss Grundwasserneubildung

186
10% 0%

182 93

cm cm ster GW GW tein halt g5 pfla cm cm ters Asp g 12 nun und 135 135 ger ngit nun erb sol ase ässi grü rde egrü R nv ne hb chl Pod hbe Beto Dur en, Dac Brau Dac Ras en, Ras

Abbildung 6: Wasserhaushalt unterschiedlich genutzter Flächen [Quelle: "Konzepte der Regenwasserbewirtschftung" (SenStadt)]

Die im Arbeitsblatt 4 folgenden Tabellen dienen der Kostenermittlung. Dazu gehören die Investitionskosten (IK), die laufenden Kosten pro Jahr (LK) mit aktuellem Preis- und Kostenstand, die Reinvestitionskosten (IKR) und der Projektkostenbarwert (PKBW). Reinvestitionskosten gelten für Anlagenteile, deren Lebensdauer geringer ist als die der gesamten Anlage und die daher turnusmäßig erneuert werden müssen. Die dadurch entstehenden Reinvestitionskosten werden unter Beachtung der Inflationsrate in die Barwertermittlung einbezogen. Die Nutzungsdauer einer Komponente und die Kosten für jeweils eine Reinvestition muss in der Tabelle angegeben werden. Die Projektbarkosten werden anhand der Barwertmethode unter Berücksichtigung von Inflation (Realzins) und gesonderter Kostensteigerung für Energiekosten ermittelt. Die Berechnung der Barwerte findet für jede einzelne Variante in geschützten, nicht angezeigten Arbeitsblättern statt. Diese Angaben müssen für jede vorgesehene Variante eingetragen werden, um den Variantenvergleich zu ermöglichen.

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4 Hinweise zur Handhabung des Variantenvergleichs in MS Excel

4.7 Blatt AB 5a – Arbeitsblatt 5a – Nichtmonetäre Bewertung  In einem ersten Schritt für die Erfassung der nichtmonetären Bewertungskriterien soll im Arbeitsblatt 5a der Erfüllungsgrad der im Arbeitsblatt 1 angegebenen nichtmonetären Bewertungskriterien abgeschätzt werden. Für jedes Kriterium und jede Variante müssen Punkte vergeben werden, die den Grad der Erfüllung angeben (2 Punkte = vollständig erfüllt, 1 Punkt = teilweise erfüllt, 0 Punkte = nicht erfüllt) – auch eine dezimale Abstufung ist möglich.
Zu beachten ist, dass die Teilkriterien aus Arbeitsblatt 1 übernommen werden, können aber an dieser Stelle noch ergänzt werden.

4.8 Blatt AB 5b – Arbeitsblatt 5b – Nutzwertanalyse  Im Arbeitsblatt 5b wird in einem zweiten Schritt aus der nichtmonetären Bewertung (Arbeitsblatt 5a) und der Gewichtung der Kriterien (Arbeitsblatt 1) der Nutzwert für alle Varianten ermittelt.
Hierfür sind keine weiteren Eingaben in diesem Arbeitsblatt notwendig. Die Ermittlung des Teilnutzens erfolgt nach folgender Formel: Teilnutzen = Gewichtung (AB 1) x Punkte (AB 5a).

4.9 Blatt AB 6a – Arbeitsblatt 6a – Ergebnisse  Im Arbeitsblatt 6a sind alle nichtmonetären und monetären Ergebnisse zusammengefasst und grafisch aufbereitet. Zur besseren Vergleichbarkeit aller betrachteten Varianten werden die Unterschiede auch prozentual angegeben. Dabei wird die Variante mit den geringsten Kosten bzw. dem höchsten Nutzwert als Basiswert (entspricht 100 %) betrachtet.
Grafisch dargestellt sind der Nutzwert in Punkten und der Projektkostenbarwert in Euro. Zur besseren Übersicht wird die jeweilige Zusammensetzung der Projektkostenbarwerte der einzelnen Varianten aus Investitionskosten, laufenden Kosten und Reinvestitionskosten aufgeführt. Zum Abschluss muss eine ausführliche schriftliche Begründung der Entscheidung hinsichtlich der gewählten Variante erfolgen.

4.10 Blatt AB 6b – Arbeitsblatt 6b – Gesamtergebnis  Im Arbeitsblatt 6b sind abschließend die nichtmonetären und monetären Ergebnisse zu einer Gesamtbewertung zusammengefasst. Das Gesamtergebnis jeder Variante wird hier in einer Säule für die Gesamtpunktzahl dargestellt.

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5 Glossar

ABE 	 Abflussbeiwert 	 	 	

Allgemeine Bedingungen für die Entwässerung in Berlin Der Abflussbeiwert (Ψm) bezeichnet das Verhältnis zwischen dem Niederschlag und dem tatsächlich festgestellten oberflächlichen Abfluss. Die Größe des Beiwertes richtet sich nach Oberflächenmaterial und -belag, der Flächenneigung, der Temperatur und der Regendauer. Der Abflussbeiwert bezieht sich hierbei auf einzelne Starkregenereignisse. Die einzelnen Spitzenabflüsse weichen von der Jahreswasserbilanz teilweise erheblich ab. Bezeichnet die an die Versickerungsanlage angeschlossene, befestigte bzw. versiegelte Fläche. Der Barwert ist ein Begriff aus der Finanzmathematik und entspricht dem Wert, den eine zukünftig anfallende Zahlung in der Gegenwart besitzt. Durch den Barwert ist es möglich, bei gleichbleibendem Zinssatz und jährlichen Zahlungen, die Höhe der Investition zum heutigen Zeitpunkt zu bestimmen. Somit können verschiedene Investitionen mit unterschiedlichen Laufzeiten und Zinssätzen miteinander verglichen werden. nach DIN 4046: Gewerblichen, industriellen, landwirtschaftlichen oder ähnlichen Zwecken dienendes Wasser mit unterschiedlichen Güteeigenschaften, wobei auch Trinkwasserqualität enthalten sein kann. nach DIN 1989: Wasser für häusliche und gewerbliche Einsatzbereiche, welches keine Trinkwasserqualität haben muss. hier: Aufbereitetes Regenwasser für Verwendungszwecke, in denen keine Trinkwasserqualität erforderlich ist. Es kann z.B. für die Toilettenspülung, Kühlzwecke, Wasch- und Reinigungsanlagen oder zur Bewässerung von Grünanlagen genutzt werden.

Ared 	 Barwert 	

Betriebswasser 	 	 	 	

Biotopflächenfaktor	 Zur Sicherung von „grünen Qualitäten“ in der Berliner Innenstadt. (BFF) 	 Er kann in Berlin als Rechtsverordnung in einem Landschaftsplan festgelegt werden. Der BFF trägt zur Standardisierung und Konkretisierung von Umweltqualitätszielen bei und benennt den Flächenanteil eines Grundstückes, der als Pflanzenstandort dient bzw. sonstige Funktionen für den Naturhaushalt übernimmt. fbr	 	 	 Fachvereinigung Betriebs- und Regenwasserntzung e.V. Die Fachvereinigung ist ein bundesweiter Zusammenschluss von Personen, Firmen, Kommunen, Hochschulen, Fachbüros, dem Fachhandwerk und Institutionen, die an der Betriebs- und Regenwassernutzung interessiert oder in diesem Bereich tätig sind. Die Fachvereinigung ist ein gemeinnütziger, eingetragener Verein mit Sitz in Darmstadt. Die fbr hat den Zweck zur Erhaltung des natürlichen Wasserhaushaltes, zur Einsparung von Trinkwasser und Reduzierung von Abwasser unter Beachtung aller Gesichtspunkte des Umweltschutzes und die auf dem Gebiet der Betriebs- und Regenwassernutzung, Regenwasserbewirtschaftung sowie Erhaltung des natürlichen Wasserkreislaufes Tätigen und Interessierten zusammenzuführen. Die fbr versteht ihre Aufgabenstellung dabei im Sinne einer Zukunftsvorsorge und unter Beachtung aller Gesichtspunkte des Wasser und Klimaschutzes und von Wissenschaft und Forschung.

	

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5 Glossar

FIS-Broker	 	

Fachübergreifendes InformationsSystem Broker steht für einen Makler, der diese übergreifende Nutzung ermöglicht. In der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung werden seit vielen Jahren Geodaten in großem Umfang erfasst und verarbeitet. Die vorhandenen Datenbestände solle über den FIS-Broker einem weiten Nutzerkreis zur Verfügung stehen. Forschungsgesellschaft Landschaftsentwicklung Landschaftsbau e.V. Die FLL ist Herausgeber verschiedener Richtlinien zum Thema Gebäudebegrünung, die u.a. von der FBB (Fachvereinigung Bauwerksbegrünung e.V.) unterstützt wird. In den Richtlinien werden wichtige gewerkeübergreifende Zusammenhänge dargestellt. Die Schriftenreihe der FLL umfasst vielfältige Regelwerke und Veröffentlichungen zur Planung, Herstellung, Entwicklung und Pflege von Anlagen, die entsprechend dem aktuellen Stand der Technik fortgeschrieben werden. Anhand der Gewässergüte wird der Zustand von Fließgewässern dargestellt. Die sieben Gewässergüteklassen basieren auf dem Saprobiensystem und werden in Gewässergütekarten dargestellt. n	 Güteklasse I: unbelastet bis sehr gering belastet n	 Güteklasse I–II: gering belastet n	 Güteklasse II: mäßig belastet n	 Güteklasse II–III: kritisch belastet n	 Güteklasse III: stark verschmutzt n	 Güteklasse III–IV: sehr stark verschmutzt n	 Güteklasse IV: übermäßig verschmutzt Der Grundwasserflurabstand bezeichnet den Abstand zwischen dem freien Grundwasserspiegel und der Bodenoberfläche im Gelände. Kosten zum Erwerb und zur Herstellung einer Anlage sowie Kosten zum Grunderwerb.

FLL	 	 	 	 	 Gewässergüte 	 	 	 	 	 	 	 	 Grundwasserflur- 	 abstand 	 Investitionskosten 	 (IK) 	

Kapitalwertmethode 	 Die Kapitalwertmethode ist ein dynamisches Verfahren der (Barwertmethode) 	 Investitionsrechnung. Durch Abzinsung auf den Zeitpunkt t = 0 	 (der Beginn der Investition) werden Zahlungen, die zu beliebigen Zeitpunkten anfallen, vergleichbar gemacht (Barwert). kf-Wert	 	 Der kf-Wert (Durchlässigkeitsbeiwert) bezeichnet die Wasserdurchlässigkeit des Bodens im gesättigten Zustand. Er ist abhängig von der Bodenart und der Lagerungsdichte des Bodens und wird in m/s angegeben. Die Wasserdurchlässigkeit ist wichtig für die Beurteilung von Staunässe, Filtereigenschaften, Erosionsanfälligkeit und Dränwirksamkeit von Böden. Durch Betrieb, Wartung und Unterhaltung einer Anlage jährlich anfallende Kosten, häufig auch als Betriebskosten bezeichnet.

	 Laufende Kosten 	 (LK) 	

Niederschlagswasser 	 Hier: das durch Niederschläge (Regen, Schnee, Hagel usw.) anfallende, von bebauten oder befestigten Flächen abfließende und gesammelte Wasser, im wesentlichen Regenwasser. Nutzwert 	 Der subjektive Wert, der den Gesamtbeitrag eines Projekts zu gegebenen Zielen bezeichnet.

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5 Glossar

Realzins 	 	

Zinsertrag, der sich unter Berücksichtigung der eingetretenen Inflations- oder Deflationsrate ergibt.

Regenwasser-	 bewirtschaftung	

Neben der Regenwassernutzung als Betriebswasser andere Formen der Regenwasserbewirtschaftung, wie z.B. die Versickerung des von Dächern und befestigten Flächen ablaufenden Niederschlagswassers oder die Möglichkeiten der Gebäudebegrünung als umweltschonende Alternativen.

Reinvestitionskosten	 Ausgaben, die der Erneuerung von Einzelkomponenten dienen, deren (IKR) 	 Lebensdauer geringer als die der gesamten Anlage ist. Retention	 Rigole 	 Abflusshemmung und -verzögerung. In der Melioration eine Entwässerungsrinne, die durch tiefes Umgraben des Bodens hergestellt wurde. In der Siedlungswasserwirtschaft ein mit einer Sickerpackung (Kies, Schotter, Blähton – neuerdings auch Kunststofffüllkörper mit ca. 95 % Porenvolumen) gefüllter Graben zur Versickerung, Speicherung und Ableitung von Niederschlagswasser.

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6 Informationen in Internet/Links

Gesetze, Verordnungen und Rundschreiben sind im Internet zu finden. Hierbei sind ggf. abweichend von den aufgeführten Hinweisen die jeweils aktuellen Fassungen zu beachten. Die Internetseiten greifen häufig nicht auf ein Dokument zu, sondern bieten unterschiedliche Verweise auf Dokumente, Downloads und Karten. Für diesen Fall wird zusätzlich zum link das relevante Dokument/ Karte aufgeführt. Zu beachten ist, dass Internetadressen auch geändert werden und die hier angegebenen Links nicht mehr greifen können. Grundlagen Bundesministerium der Justiz Gesetz zur Ordnung des Wasserhaushalts (Wasserhaushaltsgesetz WHG) http://www.gesetze-im-internet.de/bundesrecht/whg_2009/gesamt.pdf Senatsverwaltung für Justiz Berlin Berliner Rechtsvorschriften http://www.srz.de/projects/publish/crossmedia/BRV_Demo.pdf Senatsverwaltung für Gesundheit, Umwelt und Verbraucherschutz Berlin Gesetze und Rechtsvorschriften (Wasserhaushaltsgesetz, Abwasserabgabengesetz, Abwasserverordnung, Berliner Wassergesetz, Niederschlagswasserfreistellungsverordnung, Wasserschutzgebietsverordnungen, u.a.) http://www.berlin.de/sen/umwelt/wasser/wasserrecht/index.shtml Publikationen, Merkblätter und Hinweise (z. B. Wasserversorgungskonzept für Berlin, Gewässeratlas von Berlin, Hinweisblatt für Antragsteller (I): Einleiten in oberirdische Gewässer, u.a.) http://www.berlin.de/sen/umwelt/wasser/wasserrecht/merkblatt.shtml Senatsverwaltung für Stadtentwicklung Berlin Bauordnung für Berlin (BauO Bln) http://www.stadtentwicklung.berlin.de/service/gesetzestexte/de/download/bauen/ 20100708_bauobln.pdf Grundsätze für die Betriebswassernutzung – Rundschreiben SenStadt VI Nr. 1/2003 http://www.stadtentwicklung.berlin.de/service/rundschreiben/de/download/rs/2003/ RsVIC012003.pdf Berliner Basisdaten Wasserversorgung/Abwasserbeseitigung Berliner Wasserbetriebe (BWB) - Tarife, Vertragsbestimmungen http://www.bwb.de http://www.bwb.de/content/language1/html/204.php Senatsverwaltung für Stadtentwicklung Berlin – Abwasserbeseitigungsplan Berlin http://www.berlin.de/sen/umwelt/wasser/abwasser/ab-plan/abplan2001.shtml Liegenschaftsdaten Liegenschaftskataster http://www.stadtentwicklung.berlin.de/geoinformation/liegenschaftskataster/ Gutachterausschuss für Grundstückswerte http://www.stadtentwicklung.berlin.de/planen/basisdaten_stadtentwicklung/atlas/de/ bodenrichtwerte.shtml

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6 Informationen in Internet/Links

Kartenwerke Senatsverwaltung für Stadtentwicklung Berlin Digitaler Umweltatlas der Stadt Berlin (z.B. Karten zu Boden, Wasser, Luft, Klima, Flächennutzung, Verkehr, Lärm und Energie) http://www.stadtentwicklung.berlin.de/umwelt/umweltatlas/ FIS-Broker (Geoinformationen: Karten, Pläne, Daten – Online) http://www.stadtentwicklung.berlin.de/geoinformation/fis-broker/ Broschüren und Informationen online Senatsverwaltung für Stadtentwicklung Berlin Innovative Wasserkonzepte - Betriebswassernutzung im Gebäude Maßnahmenkatalog zur Reduzierung der Wasserkosten im öffentlichen Bereich Konzepte der Regenwasserbewirtschaftung, Gebäudebegrünung, Gebäudekühlung, Leitfaden für Planung, Bau, Betrieb und Wartung http://www.stadtentwicklung.berlin.de Bayern – Wasserwirtschaftsamt München Umwelttipps für den Umgang mit Wasser für Hausbesitzer http://www.wwa-m.bayern.de/umwelttipps/hausbesitzer/ Freie und Hansestadt Hamburg – Umweltbehörde Wasserpraxis – Leitfaden zum Wassersparen http://www.hamburg.de/contentblob/150264/data/wasserpraxis.pdf Trinkwasser – Verschwenden Sie nichts http://www.hamburg.de/start-energie-sparen/316920/wasser-sparen.html Fachvereinigung Betriebs- und Regenwassernutzung e.V. (fbr) http://www.fbr.de/ Info-Regenwasser http://www.info-regenwasser.de/ Biotopflächenfaktor (BFF) Berlin http://www.stadtentwicklung.berlin.de/umwelt/landschaftsplanung/bff/ Leitfaden Dachbegrünung für Kommunen, Deutscher Dachgärtner Verband e.V. 2011 http://www.dachgaertnerverband.de Fachvereinigung Bauwerksbegrünung http://www.fbb.de Verband für Bauwerksbegrünung Österreich http://www.gruendach.at/ Schweizerische Fachvereinigung Gebäudebgrünung www.sfg-gruen.ch

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7 Tabellen- und Abbildungsverzeichnis

Tabelle 1: 	 	 Tabelle 2: 	 Tabelle 3: 	 	 Tabelle 4:	 Tabelle 5: 	

Orientierende Herstellerpreise für Komponenten von Regenwassernutzungsanlagen...............................................................................................23 Jährliche Pflege- und Wartungsumfänge einer Fassadenbegrünung......................26 Wesentliche Einflussgrößen auf die Kosten der Regenwasserbewirtschaftung vor Ort.................................................................................27 Betriebliche Maßnahmen für Versickerungsanlagen . ...................................................29 Empfohlene mittlere Abflussbeiwerte Ψm nach DWA-A 117 und DWA-M 153......34

Abbildung 1: 	 Schema Ökologisches Gesamtkonzept..................................................................................6 Abbildung 2: 	 Kostenentwicklung des Niederschlagsentgelts in Berlin seit seiner 	 Einführung im Jahr 2000...........................................................................................................21 Abbildung 3: 	 Adiabate Abluftkühlung, „Rohr im Rohr System mit Abluftbefeuchtung 	 und Zuluftkühlung“.....................................................................................................................24 Abbildung 4: 	 Abhängigkeit der auf die angeschlossene zu entwässernde Fläche Ared 	 bezogenen Investitionskosten vom Durchlässigkeitsbeiwert kf................................28 Abbildung 5: 	 Datenfelder der Excel-Mappe Variantenvergleich...........................................................30 Abbildung 6:	 Wasserhaushalt unterschiedlich genutzter Flächen.......................................................35

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8 Literatur

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Ansel, W. et al. (2011): Leitfaden Dachbegrünung für Kommunen – Nutzen, Fördermöglichkeiten, Praxisbeispiele. Nürtingen. Senatsverwaltung für Stadtentwicklung Berlin (Hrsg.) (2010): Konzepte der Regenwasserbewirtschaftung, Gebäudebegrünung, Gebäudekühlung, Leitfaden für Planung, Bau, Betrieb und Wartung. Berlin. Deutsches Institut für Normung (2002): DIN 1989-1 – Regenwassernutzungsanlagen. Berlin. Senatsverwaltung für Stadtentwicklung Berlin (Hrsg.) (2003): Grundsätze der Betriebswassernutzung. Rundschreiben SenStadt VI C Nr. 1/2003. Senatsverwaltung für Stadtentwicklung Berlin (Hrsg.) (2003): Innovative Wasserkonzepte – Betriebswassernutzung in Gebäuden. Berlin. DWA, Deutsche Vereinigung für Wasserwirtschaft, Abwasser und Abfall (Hrsg.) (2007): Merkblatt DWA-M 153: Handlungsempfehlungen zum Umgang mit Regenwasser. Hennef. Fachvereinigung Betriebs- und Regenwassernutzung e.V. (Hrsg.) (2009): Marktübersicht Regenwassernutzung und Regenwasserversickerung, Ausgabe 2009/2010. Darmstadt. Londong, D. & Nothnagel, A. (Hrsg.) (1999): Bauen mit dem Regenwasser. München, Wien: Oldenbourg. DWA, Deutsche Vereinigung für Wasserwirtschaft, Abwasser und Abfall (Hrsg.) (2006): Arbeitsblatt DWA-A 117: Bemessung von Regenrückhalteräumen. Hennef. 	 Sieker, H., Sommer, H. (2008): Storm.WB – Berechnungsprogramm für die Wasserbilanz. Hoppegarten.

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Herausgeber Senatsverwaltung für Stadtentwicklung Kommunikation Am Köllnischen Park 3 10179 Berlin www.stadtentwicklung.berlin.de Projektleitung Senatsverwaltung für Stadtentwicklung Abteilung VI – Ministerielle Angelegenheiten des Bauwesens Dipl.-Ing. Brigitte Reichmann Württembergische Str. 6, 10707 Berlin Tel.: 030-90139-4322, Fax: 030-90139-4291 email: brigitte.reichmann@senstadt.berlin.de Bearbeitung Dipl.-Ing. Brigitte Reichmann email: brigitte.reichmann@senstadt.berlin.de in Kooperation mit Büro Nolde & Partner innovative Wasserkonzepte www.nolde-partner.de Grundlage Arbeitsblätter: Diplomarbeit Frau Astrid Prinzler - Fachbereich Architektur der Universität Hannover 2005, Titel: „Durchführung eines Variantenvergleichs zur Bewertung von Maßnahmen der Regenwasserbewirtschaftung“. Mit Dank für die Unterstützung von Kolleginnen und Kollegen aus den Abteilungen III und V der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung Berlin und dem Bezirksamt Pankow. Copyright Senatsverwaltung für Stadtentwicklung Eine Verwendung wird gestattet. Dabei sind der Herausgeber und die Quelle anzugeben. Der Herausgeber übernimmt keine Gewähr für die Richtigkeit und Vollständigkeit von Daten und Einzelergebnissen. Titelabbildung			 verändert nach Mall GmbH, Donaueschingen Berlin, Juli 2011

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