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Full text: Welt der Sprachen / Dürr, Michael

WELT DER SPRACHEN
Vorstudie

INDEX

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Einführung Die Idee 	 1.1 Ein ganzes aus zwei Teilen 1.2 Science-Center als „SprachRaum“

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Das Erlebnis 2.1 Die sechs Inspirationsräume des „SprachRaums“

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Das Konzept 3.1. Wir alle sind die WELT DER SPRACHEN 3.2. SprachRaum statt Ausstellungsraum: ein neues Format 3.3. Die Szenografie des SprachRaums 3.4. Interaktionskonzept

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Architektur 4.1 Lokalisierung im Humboldt-Forum 4.2 Die Räume 4.3 Besucherführung und Besucherkapazitäten 4.4 Gestalterische, bauliche und technische Qualität Bildnachweise Impressum Kontakt

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Einführung Die WELT DER SPRACHEN im Humboldt-Forum
Zur Welt kommen heißt zur Sprache kommen. Kultur ist untrennbar mit Sprache verbunden: Sprache, das sind Worte und Schrift, Laute und Gesten, Mimik und Körpersprache. Mit ihnen können wir uns verständigen und schaffen die Möglichkeit zu Kommunikation und Interaktion, auch „zwischen“ den Kulturen. Mit der WELT DER SPRACHEN wird ein Ort mitten in Berlin geschaffen, an dem die Vielfalt und Komplexität, aber auch die Poesie und Schönheit von sprachlichen Ausdrucksformen erlebt werden können. So wie Sprache ganz individuelle Emotionen auslöst und zugleich universelle Informationen und Erkenntnisse transportiert, soll auch die WELT DER SPRACHEN zwischen Individuum und Welt vermitteln. Sie macht Sprache als Medium der Verständigung zwischen Menschen und Kulturen sowie als Motor sozialer Prozesse und Transformationen sichtbar. Die Besucherinnen und Besucher stehen im Mittelpunkt der WELT DER SPRACHEN, die mit der Kombination aus Bibliothek und Science Center ein neues Format präsentiert. Es entsteht ein multimedial inszenierter Informations- und Erfahrungsort, der einen Austausch zwischen Menschen, Kulturen und Ethnien durch Sprache ermöglicht. Die WELT DER SPRACHEN eröffnet in ihrem Erlebnisbereich Spiel-Räume sozialer Interaktion mit und in Sprache. Hier werden die Besucherinnen und Besucher selbst zu interkulturellen Akteuren, die ihre Deutungs-, Argumentations- und Handlungsmuster reflektieren und produktiv verändern können. Dass die WELT DER SPRACHEN im HumboldtForum im Herzen Berlins angesiedelt werden soll, stellt eine konsequente Entscheidung dar. Der Ort repräsentiert mit den außereuropäischen Sammlungen der Staatlichen Museen interkulturelle Vielfalt, auch im Sinne von Alexander und Wilhelm von Humboldt. Die Aufmerksamkeit in der WELT DER SPRACHEN gilt der sprachlichen Kommunikation in einer globalisierten Welt. Geschaffen wird ein Begegnungsort für Menschen aus unterschiedlichen Ländern und Kulturtraditionen, in dem ein Verständnis sowohl für das jeweils „Vertraute“ als auch für das jeweils „Andere“ in den Sprachen und Kulturen entwickelt werden kann. Für eine Welt, die heute mehr denn je auf interkulturelle Verständigung baut, bedeutet die WELT DER SPRACHEN einen längst fälligen Schritt.

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01 Die Idee Die WELT DER SPRACHEN

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01 Die Idee Die WELT DER SPRACHEN
1.1 Ein Ganzes aus zwei Teilen Im Zentrum der deutschen Hauptstadt Berlin entsteht mit dem Humboldt-Forum ein Ort des Dialogs der Kulturen der Welt. Im Geiste dieses offenen Dialogs sind Alexander und Wilhelm von Humboldt die Namensgeber für das rekonstruierte Stadtschloss, das 2019 eröffnet werden soll. Die Zentral- und Landesbibliothek Berlin (ZLB), die größte öffentliche Bibliothek in Deutschland, präsentiert als einer der Partner im HumboldtForum einen neuartigen Lern- und Erlebnisort. Kompetenzen von Bibliothek und Science Center treffen dort zusammen. Aus zwei komplementären Teilen entsteht auf insgesamt 4.000 m2 ein einzigartiger, polyglotter, Menschen und Kulturen verbindender Ort. Bibliothek als polyglotter Salon Die Bibliothek als Informations- und Medienteil der WELT DER SPRACHEN bietet zeitgemäße, multimedial inszenierte Einstiege und Vertiefungsmöglichkeiten in den Dialog der Kulturen. Sie präsentiert Angebote zu Sprachen, Kulturen der Welt und interkulturellem Miteinander. Die Angebote richten sich vor allem an Berlinerinnen und Berliner, die sich für Sprachen und Kulturen der Welt interessieren, was immer ihr kultureller und sprachlicher Hintergrund sein mag. Als polyglotter Salon wird die Bibliothek zum Treffpunkt weltoffener und weltinteressierter Stadtbewohner. Auch für Touristen sind die leicht zugänglichen Medien und Informationen ein attraktives Angebot. Science Center Science Center zeigen, dass Unterhaltung, Information und Bildung sehr gut zusammengehen können. Die positiven Erfahrungen und Formate der Science Center sollen in die WELT DER SPRACHEN übertragen werden. Vertraute und fremde Sprachen werden spielerisch erfahrbar in ihrer Rolle für die Gemeinschaftsbildung, die Weltaneignung, für Sinnstiftung und das eigene Selbstverständnis. Sprachliche Ausdrucksmöglichkeiten werden als nicht-materielles Kulturgut begreifbar. Information und Edutainment Information und Edutainment bereichern sich wechselseitig. Das Science Center ergänzt Information durch erlebte Erfahrung mit allen Sinnen, Erlebnisse mit Sprachen und interkultureller Kommunikation, die bis in das Selbstverständnis der eigenen Kultur und des Ich hineinreichen. So interessiert, besteht die Möglichkeit, tiefer in die Materie einzusteigen: Zu jedem Thema des Science Centers bietet die Bibliothek unterschied-

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lich gestaltete Informationsmöglichkeiten. Nutzerinnen und Nutzer der Bibliothek können sich an Experimentierstationen und Medieninstallationen gezielt neue Inspirationen geben lassen. Dabei kommen sie miteinander ins Gespräch.

Lebens, für Wissenschaft und Kunst, Handel und Politik, für die Erfahrung und die Entdeckung der Welt. Mit unterhaltsamen, spielerischen und überraschenden Installationen werden Aspekte der Sprache erfahrbar gemacht, die sonst verborgen

Die beiden Teile werden durch multimedial ausgestattete Aufenthalts- und Arbeitsräume verbunden sowie durch die Projektangebote, besonders für Schulklassen, die sowohl auf die Bibliothek als auch auf das Science Center zurückgreifen. Wie sieht der Edutainment-Teil, das Science Center der WELT DER SPRACHEN aus?

bleiben. Wir lernen etwas über die Vielfalt, in der jeder Mensch sich zu bewegen weiß, selbst wenn er scheinbar nur eine einzige Sprache zu sprechen glaubt. Menschliche Kultur ist ohne Sprache undenkbar. Wir lernen den Reichtum unterschiedlicher Sprachkulturen kennen. Wir erfahren die Anreicherung von Sprachen durch Worte und Denkweisen aus anderen Kulturen. Und wir erleben, wie lebendig Sprache ist, wie sie sich ständig wandelt und wodurch Sprachen bedroht sind. Zur Kommunikation gehören auch Gesten, Gebärden, Zeichen und Schrift, und ebenso das Schweigen, das Unsagbare. Poesie und Literatur kreieren Bedeutung jenseits des klar und eindeutig Mitteilbaren. Auch darum wird es im SprachRaum gehen. Die Wandelbarkeit und Entwicklungsfähigkeit von gesprochener Sprache bildet die Grundlage der Raumgestaltung. Das entdeckende Lernen mit allen Sinnen leitet die konzeptionelle Entwicklung der Spielstationen. Keine Lernerfahrung ist so

1.2 Science Center als „SprachRaum“

Der Ort interaktiver und partizipativer Erlebnisse und Erfahrungen um und mit Sprachen und Kulturen soll zu einem Menschen verbindenden „SprachRaum“ werden. Uns ist meist nicht bewusst, welch außerordentliche Leistung wir vollbringen, wenn wir sprechen. Wir achten in der Regel nicht darauf, welche Rolle Sprachen für die Entwicklung von Kulturen spielen und auf welche Schätze wir zugreifen, wenn wir uns wie selbstverständlich einer Sprache bedienen: zur Verständigung, zur Organisation des alltäglichen

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einprägsam wie die, die über eigenes Erleben erfolgt. Besucherinnen und Besucher stehen im Mittelpunkt. Sie kennen ihre Sprache, sind die Sprecher und Akteure und gestalten ihren eigenen Erlebnisund Erkenntnisweg durch den SprachRaum. Wir wollen, dass sie miteinander ins Gespräch kommen, beim Experimentieren, beim Spielen, beim Diskutieren und Weitererzählen. So entsteht ein SprachRaum, in dem interkulturelle Kompetenz fast nebenher entwickelt wird, indem das Eigene reflektiert und Offenheit für

kulturelle Ausdrucksmöglichkeiten erzeugt wird. Eigene Anschauungen werden produktiv in Frage gestellt und erweitert. Gäste des SprachRaums werden staunen, was sie alles wissen und können, welchen Beitrag sie selbst zur WELT DER SPRACHEN leisten und wie sie vom Austausch mit anderen Kulturen profitieren. Diesen Austausch gibt es seit dem Beginn der Menschheitsgeschichte. Er wird sich fortsetzen, solange Menschen miteinander kommunizieren, wie wir es auch gerade heute im Zeitalter neuer Medientechnologie und der Globalisierung erleben. Wir alle sind die WELT DER SPRACHEN.

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02 Das Erlebnis Ein imaginärer Besuch der WELT DER SPRACHEN

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02 Das Erlebnis Ein imaginärer Besuch der WELT DER SPRACHEN
Im Foyer der WELT DER SPRACHEN bieten sich zwei Möglichkeiten: Der Besuch des Informationsortes (Bibliothek) oder des erlebnisorientierten, interaktiven SprachRaums (Science Center). Durch die Inspirationsräume des SprachRaums der WELT DER SPRACHEN ist ein möglicher Erlebnisweg szenografisch motiviert. Doch ist jede Besucherin und jeder Besucher frei, sich von seinen Eindrücken leiten zu lassen und den eigenen Interessen zu folgen. Zudem stehen in den Inspirationsräumen Ansprechpartner zur Verfügung. Darüber hinaus gibt es Vorschläge für einen Rundgang, geleitet durch entsprechende Spielaufgaben oder per App über ein Smartphone. Schilder informieren am Empfang über die Möglichkeit, sich die App herunterzuladen und eine Sprache auszuwählen. Die App bietet zahlreiche inhaltliche Informationen und digitale Zusatzoptionen. Für Schulklassen gibt es gemeinsam mit Experten an die Bildungspläne angepasste und auf die Bedürfnisse der Lehrerinnen und Lehrer abge-

stimmte Programmangebote, die den SprachRaum und die WELT DER SPRACHEN insgesamt zum außerschulischen Lernort werden lassen. 2.1 Die sechs Inspirationsräume des „SprachRaums“

Sechs wesentliche Aspekte von Sprache(n) bilden den Rahmen für das Erlebnis SprachRaum:

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Begegnung
Sprache ist Medium für Austausch und Verständigung. Sie bestimmt die Art und Weise unserer sozialen Interaktion vom ganz Privaten bis in den Raum des Öffentlichen.

Welt
Sprache ermöglicht uns Welterfahrungen mitzuteilen, aber auch neue Einsichten zu gewinnen. Mit Begriffen „begreifen“ wir die Vielfalt um uns herum. Sprache fokussiert, fasst zusammen, ordnet und organisiert.

Wandel
Sprache ist beständig im Fluss. Wir verfolgen diesen Wandel, den wir als Sprechende zugleich auch selbst antreiben.

Fantasie
Mit Sprache gelangen wir über uns hinaus. Sie eröffnet das unendliche Feld der Fantasie, der Kreativität und Inspiration. Sprache ist schön und lässt Kunstwerke entstehen.

Unbekanntes
Das Fremde fasziniert, es zieht uns an und lässt uns zugleich auch zögernd zurückweichen. Was vorher fremd war, wird uns bald vertraut und Vertrautes zeigt sich in neuem Licht ganz anders. In der Sprache vollzieht sich diese Erkenntnis.

Ich
Was bin ich ohne meine vertraute Sprache? Wie verändert eine neue Sprache mein Bild, das ich von mir selbst habe? Konstituiert Sprache meine Identität? Dies soll eine sprachliche Reise in mein Selbst zeigen.

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Die WELT DER SPRACHEN Die Inspirationsräume
Im Folgenden finden Sie einige räumliche Voransichten der Inspirationsräume, wie sie 2019, zur Eröffnung der WELT DER SPRACHEN aussehen könnten.

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Gleich am Eingang werden die Besucherinnen und Besucher von Menschen aus aller Welt auf einer raumhohen Videocollage begrüßt: mit einer Verbeugung, einem Kopfnicken oder einem Winken, einer Kusshand oder einem Lächeln. Im ersten Raum haben Sie dann die Möglichkeit selbst Ihren Beitrag zu dieser Videocollage zu leisten. Hier herrscht eine großzügige, helle und offene Atmosphäre. Einzelne Inszenierungsinseln sind frei im Raum angeordnet, an denen die Besucherinnen und Besucher allein, paarweise oder in Gruppen agieren können. Im Folgenden werden einige der geplanten Stationen bei einem kurzen Rundgang exemplarisch vorgestellt.

chen Blickkontakt mit Ihnen halten. Als Asiate hätten Sie hier wahrscheinlich durchaus anders gewählt. Das wird Ihnen durch die nun folgende kurze Erläuterung zu den kulturellen Unterschieden beim Blickkontakt klar. In Europa und Nordamerika gilt der direkte Blickkontakt als Zeichen von Aufrichtigkeit und Offenheit. Arabische Männer suchen sogar noch mehr Blickkontakt als Europäer. Im Unterschied dazu stellt der direkte Blickkontakt in vielen asiatischen Kulturen eine grobe Unhöflichkeit und Respektlosigkeit dar. Neugierig geworden, entdecken Sie auf der App die Forschungsdatenbanken von „The Language Archive“ mit Videoclips aus Mexiko und der Südsee zum Blickkontakt beim Sprechen. Um eine interkulturelle Erfahrung reicher setzen Sie ihren Rundgang fort.

1 Exponat: Sprechende Blicke Raumzone: Begegnung Mitten im Raum fällt ein Tisch ins Auge, auf dessen einer Seite eine Figur sitzt. Ihr gegenüber befindet sich ein Stuhl. Wenn Sie Platz nehmen, erscheinen auf dem Kopf der Figur Projektionen von Gesichtern. Einige schauen Ihnen direkt in die Augen, während sie sprechen, andere blicken zur Seite oder halten den Blick gesenkt. Sie lassen das eine Weile auf sich wirken. Dann betätigen Sie einen von zwei Buttons auf dem vor Ihnen in den Tisch eingelassenen Monitor und bewerten den Eindruck, den Sie von den verschiedenen Gesichtern haben mit „Positiv“ oder „Negativ“ (Wahl verschiedener Sprachen ist möglich). Nach einer Weile stoppen die Projektionen und auf dem Monitor erscheint eine Auswertung Ihrer Klicks, die Ihnen z. B. sagt, dass Sie vor allem diejenigen Gesichter positiv bewertet haben, die beim Spre-

2 Exponat: Idiomatik/ Redewendungen – Memory Raumzone: Fantasie Sie nähern sich einem großen Tisch, dessen Oberfläche wie ein Setzkasten gestaltet ist. In den Fächern liegen zahlreiche Karten. Auf der Vorderseite ist ein Bild zu sehen, auf der Rückseite steht ein kurzer Satz. Sie finden z. B. eine Karte, auf der ein Mensch mit rotem Pinsel Häuser anmalt und lesen auf der Rückseite „to paint the town red“. Wenn Ihnen das nichts sagt, dann vielleicht die nächste Karte: ein Gesicht mit Tomaten vor den Augen. Hier geht es also um Redewendungen aus aller Welt. Wie in einem Memory-Spiel sollen Bilder mit ähnlicher Bedeutung in verschiedenen Sprachen gefunden und

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paarweise in die Tischmitte gelegt werden. Was könnte also zu den „Tomaten“ passen? Sie können einige Kombinationen ausprobieren oder Sie fragen einen Mitspieler nach der Entsprechung in seiner Landessprache. Ein Italiener würde in diesem Fall die Karte wählen, die ein Gesicht mit Schinken über den Augen zeigt: „Avere gli occhi foderati di prosciutto“. Wenn Sie dieses Bildpaar auf die Felder in der Tischmitte legen, leuchten sie grün auf. Wenn man etwas Offensichtliches nicht sieht, hat man auf Deutsch also „Tomaten“

und auf Italienisch „Schinken“ auf den Augen. Hinweise kann Ihnen auch die App liefern, die Sie zugleich darauf aufmerksam macht, dass es in der Bibliothek ein E-Book zu „Redewendungen aus aller Welt“ gibt, das Sie an Ort und Stelle auf Ihrem Smartphone öffnen können.

3 Exponat: Distanzzonen Raumzone: Unbekanntes Durch die halbtransparente Hülle einer Kuppel ist ein pulsierendes Leuchten im Inneren wahrnehmbar. Bevor Sie die Halbkugel betreten, können Sie einen Kultur- bzw. Sprachraum auswählen. Im Innern sind körperhohe Skulpturen frei im Raum verteilt, die an Schach- bzw. MenschÄrgere-Dich-Nicht Figuren erinnern. Sie leuchten schwach pulsierend, während sie sich kaum merklich hin und her bewegen. Stimmgemurmel ist zu hören. In der Mitte befindet sich ein Mikro-

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fon in einem Lichtkegel. Sie treten heran und sprechen hinein. Die Lichter in den Skulpturen leuchten hell auf und die Figuren bewegen sich leicht in Ihre Richtung. Wenn Sie weiter in das Mikrofon sprechen, nähern sich die Figuren bis sie in einem bestimmten Abstand zu Ihnen verharren. Hatten Sie vor dem Betreten der Kuppel z. B. den Kulturbereich Nord-Europa ausgewählt, dann wird dies bei einer Entfernung von ca. 70-80 cm der Fall sein. Das ist der durchschnittliche öffentliche Distanzbereich von Nordeuropäern. Wenn Sie sich jetzt auf eine der Figuren zubewegen, weicht diese leicht zurück und das weiße

Licht in der Skulptur färbt sich Rot. Projektionen auf den Figuren geben in mehreren Sprachen kurze Erläuterungen, wie unterschiedlich Distanzzonen in den einzelnen Sprach- und Kulturräumen empfunden werden. Über die WELT DER SPRACHENApp erhalten Sie den Hinweis auf eine Veranstaltung der IHK Berlin zu „Umgangsformen, wertschätzende Kommunikation und Distanzzonen weltweit“, die an diesem Abend im Saal der Sprachen stattfindet. Sie können sich auch das gesamte Programm für den laufenden Monat herunterladen.

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03 Das Konzept Die WELT DER SPRACHEN als neues Format

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03 Das Konzept Blindtext 1 Die WELT DER SPRACHEN als neues Format
3.1. Wir alle sind die WELT DER SPRACHEN Kultur und Sprache gehören untrennbar zusammen. Keine Kultur ist ohne Sprache und jede Sprache stiftet Kultur. So vielfältig Kulturen sind, so vielfältig sind auch Sprachen. Wie das Leben selbst unterliegen sie stetem Wandel, entwickeln und verändern sich. Sprache ist das universellste und zugleich facettenreichste Medium, das es den Menschen ermöglicht, zu kommunizieren, Erinnerungen zu haben, sich die Welt anzueignen, Ideen und Vorstellungen zu formulieren, Wissenschaft zu betreiben, künstlerisch tätig zu sein. Sprache ist interkulturell Mit zunehmender Globalisierung, neuen Kommunikationstechnologien und steigender Mobilität nimmt interkulturelle Kommunikation an Bedeutung zu. Weltweit gibt es etwa 6.500 Sprachen. Jede dieser Sprachen eröffnet eigene Perspektiven auf die Welt. Dies fördert Vielfalt und kulturellen Reichtum. Damit entstehen immer wieder Inspirationsquellen für neue Ideen.

Kapitel 03 Ich bin eine kleine Anmerkung oder eine Frage.
munizieren. Dieser Kontakt ist flüchtig oder von Dauer, direkt oder indirekt, symmetrisch oder asymmetrisch, offiziell oder privat, sachlich oder emotional. Er ist dabei immer eng an Kultur und gesellschaftliche Kontexte gebunden: kulturelle Normen, Regeln, Übereinkünfte und Festsetzungen prägen die Kommunikation von Geburt an. Sprachliche Interaktion besteht aber vor allem auch aus nonverbalen Elementen wie Gesten, Mimik und unserer gesamten Körpersprache. Sie kann Gesagtes unterstreichen, Nicht-Gesagtes durchscheinen lassen und unsere Aufmerksamkeit lenken oder ablenken. Diese Form der sprachlichen Interaktion erhält eine besondere Dynamik, wenn Menschen aus unterschiedlichen Kulturen kommunizieren.

Sprache ist digital Die Digitalisierung von Information und Kommunikation hat für unsere Sprache weitreichende Konsequenzen. Das digitale Zeitalter eröffnet neue sprachliche und kommunikative Interaktions- und Partizipationsmöglichkeiten. Dies wirft die Frage auf, wie sich Kommunikation und Sprache neu organisieren werden. Wie sieht internetbasierte Kommunikation in der Zukunft aus? Welcher Sprache(n) wird sie sich bedienen? Wie wird sie mit Sprache umgehen und diese verändern?

Sprache ist interaktiv Sprache ist auf Austausch angelegt und an soziales Geschehen gebunden, bei dem Menschen in konkreten Situationen interagieren und kom-

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Sprache ist vielfältig In der Sprache drückt sich die Kultur eines Landes aus. Zugleich transportiert Sprache den Zeitgeist einer Epoche. Sie ist dabei nicht statisch und unveränderlich, sondern unterliegt einem beständigen Wandel. Sprache ist Ausdruck der Gesellschaft und wirkt auf diese zurück. Die Mitglieder einer Gesellschaft unterscheiden sich durch soziale Herkunft, Alter, Geschlecht, Wohnort und Status. Solche Kriterien beeinflussen die Sprachverwendung, die je nach Situation variabel ist und Sprachformen wie Dialekt, Fachsprache oder Jugendsprache nutzt. Dadurch wird Sprache bereichert und vielfältig. Je mehr Sprachen jemand spricht, desto mehr Welten eröffnen sich ihm und bereichern ihn, desto mehr ist er bereit, sich dem Anderen, dem Fremden zu öffnen. Das fördert Selbstreflexion. Wer sich selbst besser kennt und versteht, kann Vorurteile über Andere abbauen. Dies erleichtert das Miteinander der Kulturen. Sprache ist identitätsstiftend Eng verbunden mit individuellen Wahrnehmungen, Emotionen und Bewusstseinsprozessen nimmt Sprache eine zentrale Funktion bei der Bildung von Identität ein. Sprache umfasst mich. Das „Ich“ entwirft sich in der Sprache. Das „Ich“ erfährt sich als Knotenpunkt von Diskursen und Sprachen, die es im Laufe seines Lebens verinnerlicht, und definiert sich aus diesen Quellen immer wieder neu. Sprache ist vorstellungsprägend Die Denkvorgänge des Menschen sind eng mit Sprache verbunden. Jede Vorstellung, die wir von den Dingen in der Welt haben, wird durch Sprache mitgeformt. Kognitive Fähigkeiten wie Denken, Erinnern, Lernen und Glauben funkti-

onieren in enger Wechselwirkung mit Sprache. Was wir hören, was wir lesen, wie wir sprechen, wie wir schreiben: nichts formt uns und bewegt uns, nichts bereichert uns mehr, nichts prägt unsere Rolle stärker, als unser Umgang mit Sprache. Der Mensch lebt „in der Sprache“. Sprache ist übersetzend Aller Austausch ist Übersetzung. Jeder Austausch zwischen dem Fremden und dem Eigenen bedingt einen Perspektivenwechsel, einen Übersetzungsprozess. Gelungene Übersetzungen von Sprachhandlungen oder Texten sind immer mehr, als das Übertragen von Bedeutungen von einer Sprache in die andere, sie sind immer auch Erkundungen in das in der eigenen Sprache eher Ungesagte und stellen eine Bereicherung durch neue Interpretationen dar. 	 Sprache ist poetisch Sprache ist mehr als ein Werkzeug der Kommunikation. Die Poesie der Sprache entwickelt eine eigene ästhetische Dimension, ohne die es weder Epik, Lyrik noch Drama gäbe. Das Spiel mit der Sprache bildet eine eigene Kunstform. Selbst aus unserer Körpersprache entwickelten sich Kunstformen wie Tanz und Pantomime. Zeitgenössische Werke der Bildenden und Darstellenden Kunst nutzen Sprache als Medium und Bezugsrahmen.

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3.2. SprachRaum statt Ausstellungsraum: ein neues Format

Die WELT DER SPRACHEN ist ein polyglotter Ort der interkulturellen Begegnung und des Dialogs zwischen Menschen. Der Edutainment-Bereich, der SprachRaum, schafft Anlässe für Kommunikation und Austausch und funktioniert so, wie die Sprache selbst: durch Interaktion. Interaktionsraum Sprache Wie in jedem Museum mit internationalem Publikum kommen im SprachRaum der WELT DER

damit an das Motto des Humboldt-Forums an, den „Dialog der Kulturen“. Der SprachRaum will hier Brücken bauen, will zur Mit-Sprache anregen und inspirieren. Inspirationsraum Sprache Gute Ideen entstehen meist im Austausch mit anderen. Man könnte auch sagen, Inspiration entsteht aus Kommunikation. Der SprachRaum regt dazu an, vertraute Sichtweisen zu hinterfragen und den Blick über den Tellerrand zu wagen. Sprachliche Umgangsformen des Miteinanders im Alltag, aber auch eher fremd erscheinende Kommunikationsweisen rufen Irri-

SPRACHEN Menschen aus verschiedenen Sprachund Kulturräumen zusammen. Jeder Gast bringt sein eigenes sprachliches Universum mit und nutzt in bestimmten Situationen unterschiedliche Sprachen. In der WELT DER SPRACHEN begegnen sich diese vielfältigen Kontexte, vermischen und durchdringen sich. Die interaktiven Exponate und Experimentierstationen initiieren Möglichkeiten der Begegnung. Der SprachRaum macht seinen Besucherinnen und Besuchern bewusst, welches Potenzial sie selbst mitbringen und tagtäglich nutzen. Sie werden so zum Herzstück des SprachRaums. Auf diese Weise entsteht etwas Neuartiges: ein interkultureller Raum der Verständigung und der Teilhabe. 	 Kommunikationsraum Sprache Im SprachRaum wird deutlich, wie vielfältig sich Kulturen kommunikativ ausdrücken und wie sich darin kulturelle Unterschiede manifestieren. Es werden vielfältige Gesprächsanlässe geboten. Zugleich entsteht ein Raum zwischen den Kulturen, ein vielgestaltiger Raum, den Menschen mit ihren Sprachen und ihren Gesprächen lebendig ausfüllen. Die WELT DER SPRACHEN knüpft

tationen hervor, geben dem Unvorhersehbaren und Unerwarteten Raum oder lassen Bekanntes entdecken. Die Besucherinnen und Besucher werden mit einer Vielfalt sprachlicher und kultureller Ausdrucksformen bekannt gemacht und erleben, wie sie diese für ihre Lebenswirklichkeit fruchtbar machen können. Auf diese Weise entsteht Neues: neue Möglichkeiten, neue Strategien, neue Wege.

3.3. Die Szenografie des SprachRaums

Die Szenografie übersetzt die Inhalte und Themen der sechs Inspirationsräume (Begegnung, Welt, Wandel, Fantasie, Unbekanntes, Ich) in erlebbare Raumqualitäten. Sprache ist offen, mannigfaltig, vielschichtig, flexibel und lebendig. Daraus ergeben sich die grundlegenden Kriterien einer in alle Richtungen anschlussfähigen Gestaltung des SprachRaums der WELT DER SPRACHEN:

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Offenheit: Der SprachRaum bildet die offene, flexible und lebendige Natur von Sprache ab. Weder Anfang noch Ende sind festgelegt. Es gibt keinen vorbestimmten Besucherrundgang. Die Besucherinnen und Besucher selbst generieren Inhalte, die zum lebendigen, sich ständig wandelnden Bestandteil der Raumgestaltung werden. Beweglichkeit: Der SprachRaum passt sich flexibel den Bedürfnissen seiner Gäste an. Seine Kommunikationsangebote erschließen sich als punktuelle Gesprächsanlässe oder als Teile eines größeren Zusammenhangs. Modularität: Der SprachRaum mit seinen Themen und Inhalten kann wachsen und sich verändern. Neue Schichten und thematische Erweiterungen sind auch nach der Inbetriebnahme immer wie-

thematische Entdeckungsreise gehen. Möglichkeitsraum: Der SprachRaum wird als Möglichkeitsraum inszeniert, der durch die Besucherinnen und Besucher „lebendig“ wird. Die interaktiven Angebote laden zum aktiven Teilnehmen ein, Begegnungsorte bieten Kommunikationsanlässe für die Besucher. Wissen wird nicht passiv vermittelt, sondern durch eigenes Tun hervorgebracht.

3.4. Interaktionskonzept

Grundannahmen zu interaktiven Exponaten Interaktive Exponate ermöglichen es den Besucherinnen und Besuchern, Inhalte auf eine spie-

der realisierbar. Einzelne Module können vervielfältigt und auf Reisen geschickt, neue Module ergänzt werden Multidimensionalität: Der SprachRaum integriert mehrere Erlebnisdimensionen. Er kann atmosphärisch erlebt, sinnlich erfahren oder aktiv erforscht werden. Die Besucherinnen und Besucher können sich treiben lassen, ihren individuellen Interessen folgen oder gezielt auf eine

lerische Weise zu erfahren und zu reflektieren. Positive Rückmeldungen verstärken den AHAEffekt. Interesse, Neugier und Spaß führen zu intensiver Auseinandersetzung mit dem Thema und verankern das Erlebte langfristig und nachhaltig in Verbindung mit dem vorhandenen Wissen. Die gewählte Art der Umsetzung, das Interaktionskonzept, das die Realisierung der Experimentierstationen leitet, muss sich an den Zielgruppen der WELT DER SPRACHEN orientieren.

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Gäste des SprachRaums Die Gäste des SprachRaums bestimmen in ihrer kulturellen Vielfalt die Vielschichtigkeit der Themen. Die Art der Vermittlung ergibt sich aus den Kernzielgruppen. Diese werden Touristen, jüngere Erwachsene aus aller Welt, Familien und Schulklassen sein, aber auch Seniorinnen und Senioren. Innerhalb der Zielgruppen wird es unterschiedliche kognitive Präferenzen und Wahrnehmungstypen geben. Einige Menschen haben eher eine kinästhetische, visuelle oder auditive Wahrnehmungspräferenz. Dieser Breite werden die im didaktischen Interaktionskonzept entwickelten Wege der Vermittlung entsprechen.

kannten Phänomenen und Sachverhalten motivieren zur Auseinandersetzung und sprechen damit alle Zielgruppen an. Bei der Konzeption der Exponate im SprachRaum ist für die jüngeren Erwachsenen an zeitgemäße multimediale Formate zu denken, zunehmend inspiriert aus dem Gaming-Bereich. Kinder und jüngere Schülerinnen und Schüler (ab Lesealter) finden die Beschäftigung mit Hightech-Formaten spannend: Sie möchten es den Älteren gleich tun und entdecken so nebenbei vieles über andere Kulturen und fremde Sprachen. Die Sicht auf Eigenes, die eigene Sprache wird als reizvoll zu entdeckendes Neuland präsentiert. Neugier wird geweckt und Interesse gefördert. Auf diese Weise kann es gelingen, den SprachRaum für alle gleichermaßen interessant zu machen und das Gesamtangebot auf die Zielgruppen abzustimmen.

Der SprachRaum wird konsequent barrierefrei gestaltet. Menschen mit Einschränkungen physischer, psychischer oder kognitiver Art werden bei der Konzeption berücksichtigt. Das reicht von der technischen Auslegung bis hin zu thematischen Schwerpunktsetzungen oder geführten Rundgängen. Zielgruppengerechte Vermittlung Spannende Inhalte, ungewöhnliche Sichtweisen und das Wiedererkennen von (scheinbar) be-

Interaktion Der SprachRaum fordert die Besucherinnen und Besucher zum Mitmachen und miteinander kommunizieren auf. Bei vielen Interaktionen läuft die Erfahrung von Interkulturalität mit: das Lernen über andere und sich selbst ausgehend von sprachlichen Phänomenen. Die Interaktionen sind sprach- und kulturübergreifend so weit wie

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möglich selbsterklärend, intuitiv und geben ein direktes Feedback. Die zu vermittelnde Botschaft steht dabei in direktem Zusammenhang mit der Aktion der Besucherinnen und Besucher. Eingebettet in die räumliche Szenografie greifen die interaktiven Exponate bekannte Alltagssituationen auf und vermitteln auf diese Weise unbekannte oder unbewusste sprachliche Phänomene im vertrauten Kontext. Der Mensch und seine Erfahrung stehen dabei im Zentrum. Technologie Im SprachRaum kommen neue und ungewöhnliche Technologien neben bereits bewährten

klassischen Methoden zum Einsatz, um Neugier und Interesse zu wecken und neue Perspektiven zu eröffnen. Zusätzlich zu den heute bekannten und etablierten Technologien wie z. B. Gestensteuerung, Multitouch, Augmented Reality etc. wird es bis zur Eröffnung der WELT DER SPRACHEN neue Technologien geben. Deren Entwicklung wird zeitgleich mit der Konzeptentwicklung verfolgt. So fließen beispielsweise heute schon bei der Konzeption von interaktiven Exponaten Methoden und Ansätze aus dem digitalen GamingBereich ein. Diese Technologien ermöglichen in Zukunft interaktive Lösungen, die das Thema Sprache in einen spielerischen Erfahrungs- und Lernprozess einbetten, der auf aktuelle Methoden der Computerspiel-Programmierung zurückgreift. WELT DER SPRACHEN-App Mit der WELT DER SPRACHEN-App und dem eigenen Mobile Device wie Smartphone oder Tablet können die Gäste ihren Besuch um eine virtuelle Ebene mit zusätzlichen Optionen erweitern. Die individuelle Sprachauswahl ist eine Funktion der App. Sie zeigt alle Informationen

in der favorisierten Sprache der Besucherinnen und Besucher an bzw. übersetzt diese. Die App wird an den interaktiven Stationen erkannt, so dass die Sprache automatisch umgestellt wird. Neben der Sprachwahl ist der digitale Guide eine weitere Funktion der App. Die Besucherinnen und Besucher können wählen, ob sie selbständig durch die Ausstellung gehen wollen, sich von einem virtuellen Guide oder durch einen unserer Scouts begleiten lassen wollen. Darüber hinaus können sie den SprachRaum als Mitspieler in einem Spiel erleben, bei dem sie im Rahmen einer übergreifenden Story auf Entdeckungstour gehen und dabei verschiedene Aufgaben lösen. Alle drei Optionen werden von der App begleitet und unterstützt. Eine der wichtigsten Funktionen der App ist die Verknüpfung mit der Bibliothek und ihrem umfangreichen Medienangebot. Das Programm liefert Hinweise zu Medien mit weiterführenden Informationen und bietet die Möglichkeit Bookmarks zu setzen und auf elektronische Medien direkt zuzugreifen. Ein digitales Leitsystem navigiert zu den gewünschten Medien in der Bibliothek. Zusätzlich kann man mit der App vertiefende Informationen zu den einzelnen Themen abrufen, Daten speichern und nach Themen sortieren. Der Einsatz von Augmented Reality, der die virtuelle Erweiterung der physischen Welt durch Fotos, Animationen und 3D-Visuals ermöglicht, ist eine von vielen weiteren Möglichkeiten der App, ebenso wie die Anbindung an Social Media Netzwerke und Echtzeit-Kommunikation durch Kommentare, Likes und Shares.

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04 Architektur Räumliche Situation und Besucherlogistik

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04 Architektur Räumliche Situation und Besucherführung
4.1 Lokalisierung im Humboldt-Forum Besucherinnen und Besucher können das Humboldt-Forum aus allen vier Himmelsrichtungen über insgesamt sechs Portale betreten. Der Haupteingang befindet sich auf der westlichen Seite unter dem Kuppelbau. Von dort durchqueren die Besucherinnen und Besucher das Foyer, wo sich auch zentrale Serviceeinrichtungen wie Garderoben, Information und Kassen befinden, und gelangen über Treppen, Rolltreppen und Aufzüge zu den Ausstellungsräumen in den Obergeschossen. Die WELT DER SPRACHEN befindet sich im 1. OG des Humboldt-Forums, zusammen mit den Flächen der Kunstbibliothek der Staatlichen Museen zu Berlin und dem Humboldt-Labor der HumboldtUniversität zu Berlin. Im 2. und 3. OG befinden sich die Ausstellungsbereiche der außereuropäischen Sammlungen der Staatlichen Museen, also des Ethnologischen Museums und des Museums für Asiatische Kunst.

4.2 Die Räume

Die WELT DER SPRACHEN besteht aus zwei Bereichen – der Bibliothek und dem SprachRaum (Science Center). Obwohl diese beiden Bereiche

räumlich getrennt sind, sind sie inhaltlich eng miteinander verschränkt. Der erste Raum verbindet beide Bereiche: Besucher haben dort Zugang zu ersten Informationsangeboten der Bibliothek, einige Inszenierungen und interaktive Stationen machen neugierig und regen zu einem Besuch des SprachRaums an. Ein Café ist sowohl über die Bibliothek als auch über den SprachRaum zugänglich. Die Gesamtfläche des SprachRaums, die für die Inszenierungen

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und Interaktionen genutzt werden kann, beträgt rund 1.200 m2. Mit einer Deckenhöhe von 6 m bieten sich hier optimale Voraussetzungen für eine interaktive Ausstellung mit hoher Aufenthaltsqualität.

4.3 Besucherführung und Besucherkapazitäten

Weg frei wählen. Sie gelangen durch die sechs Inspirationsräume, finden Bereiche zum Verweilen und Ausruhen, entspannen sich vielleicht im Café und setzen den Rundgang wieder Richtung Ausgang fort. Von dort können Interessierte in die Bibliothek gehen und sich in Themen vertiefen, auf die sie durch ihren Besuch des SprachRaums neugierig geworden sind. Eine Abschätzung der Besucherkapazität ist auf zwei Wegen möglich.

Alle Gäste der WELT DER SPRACHEN betreten gemeinsam den Eingang unmittelbar gegenüber der Rolltreppe. Nutzerinnen und Nutzer der Bi-

bliothek werden am Anmeldetresen empfangen, Besucherinnen und Besucher des SprachRaums können sich hier informieren. Erst nach dem Vorraum mit Informationsangeboten und ersten Edutainment-Exponaten trennen sich dann die Wege. Bibliotheksinteressierte gehen nach links in die Räume der Bibliothek, die anderen setzen den Weg geradeaus fort in den SprachRaum, den sie über denselben Zugang betreten und verlassen. Innerhalb dieses Bereichs können sie ihren

A) Setzt man einen Platzbedarf von 5 m2 pro Besucher an (was einer angenehmen Aufenthaltsqualität entspricht) und geht davon aus, dass die interaktiven Stationen und szenografischen Raumelemente ca. 1/3 der zu bespielenden Fläche belegen, ergibt sich für die begehbare Verkehrsfläche von 800 m2 eine Besucherkapazität von 960 am Tag / 291.840 Besucher im Jahr (bei 304 Öffnungstagen, 6 Tage je Woche, bei 12 Stunden täglich).

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B) Bei bis zu 80 interaktiven Exponaten und einer Verweildauer von 2 Minuten pro Exponat können die Besucher in 2 Stunden Aufenthalt 75 % aller Exponate ausprobieren. Geht man davon aus, dass 50 % aller Exponate zu zweit bedient werden können, 25 % von mindestens vier Besuchern und 25 % alleine, dann kann jedes Exponat im Schnitt von 2,25 Besuchern zeitgleich genutzt werden. Damit ergibt sich eine maximale Kapazität von 1.080 pro Besuchstag / 328.320 Besucher im Jahr (bei 304 Öffnungstagen) bei guter Zugänglichkeit der Exponate. Eine angenommene Besucherzahl von 240.000

Besuchern pro Jahr ist also im Hinblick auf die Besucherkapazität problemlos möglich.

4.4 Gestalterische, bauliche und technische Qualität

Die Lokalisierung der WELT DER SPRACHEN im Humboldt-Forum, das häufig als das größte Kulturprojekt in Deutschland in diesem Jahrhundert bezeichnet wird, begründet einen sehr hohen Anspruch an die gestalterische, bauliche und technische Qualität. Neben den komplett neu in Szene gesetzten außereuropäischen Sammlungen der Staatlichen Museen zu Berlin müssen die Angebote der ZLB am prominenten Ort im Humboldt-Forum auf Augenhöhe bestehen können.

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ZLB | WELT DER SPRACHEN | Vorstudie

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Bildnachweise

Seitenbezug von links nach rechts und von oben nach unten Titel: ©Shutterstock/ RomanYa Seite 5: ©Shutterstock/ Konstantin Chagin; © Shutterstock/ Mopic; ©Shutterstock/ Alexander Mark; ©Stiftung Berliner Schloss – Humboldtforum/ Franco Stella; Seite 9: ©Shutterstock/ Eugenio Marongiu; ©Shutterstock/ wavebreakmedia; ©Shutterstock/ Chones Seite 15: ©Shutterstock/ Radiokafka; ©Shutterstock/ spiro; ©Shutterstock/ skyhyun; ©Shutterstock/ Maria Starovoytova; ©Shutterstock/ f9photos; ©Shutterstock/ amir bajrich

Seite 16, 17: ©Zentral– und Landesbibliothek Berlin/ TRIAD Berlin Seite 19, 20: ©Zentral– und Landesbibliothek Berlin/ TRIAD Berlin Seite 27: ©TRIAD Berlin Seite 28: ©Shutterstock/ kurhan; ©Shutterstock/ Sergey Novikov; ©Shutterstock/ ra2studio Die folgenden Abbildungen dürfen nicht weiter veröffentlicht oder verbreitet werden, ohne die jeweiligen Rechte einzuholen: Seite 34: ©Golden Sections Graphic

ZLB | WELT DER SPRACHEN | Vorstudie

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IMPRESSUM
Vorstudie WELT DER SPRACHEN im Humboldt-Forum TRIAD Berlin Projektgesellschaft mbH im Auftrag und in enger Zusammenarbeit mit der Zentral- und Landesbibliothek Berlin. Das vorliegende Booklet – einschließlich seiner Texte, Fotografien, Zeichnungen und Grafiken, sowie die dargestellten Inhalte (Konzept) – unterliegen dem urheberrechtlichen Schutz. Ohne schriftliche Zustimmung der Zentral- und Landesbibliothek Berlin ist es Dritten untersagt, das Booklet insgesamt, Teile hiervon und/oder dort dargestellte Inhalte zu vervielfältigen, zu verbreiten und/oder öffentlich wiederzugeben.

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KONTAKT
Welt der Sprachen Prof. Dr. Michael Dürr, Dr. Michael Vogt, Dr. Doris Müller-Toovey Fon +49 30 90226-487 Mail welt.der.sprachen@zlb.de http://www.zlb.de/ueber-uns/bauprojekte/humboldt-forum.html Vorstand ZLB Volker Heller Fon +49 30 90226-350 Mail vorstand@zlb.de Pressebüro ZLB Anna Jacobi Fon +49 30 90226-598 Mail jacobi@zlb.de Postanschrift: Zentral- und Landesbibliothek Berlin (ZLB) Stiftung des öffentlichen Rechts Projekt „Welt der Sprachen“ Postfach 61 01 79 10922 Berlin

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