Path:

Full text: Reduzieren, kompensieren, engagieren

2013

11. THEMENREPORT

REDUZIEREN, KOMPENSIEREN, ENGAGIEREN
Report über wirkungsvollen zivilgesellschaftlichen Klimaschutz

11

editorial
Hungersnöte. Dürrewellen. Ganze Inseln, die im Meer versinken. Angesichts der überwältigenden globalen Bedrohung, die mit der Erderwärmung einhergeht, fühlt man sich als Einzelperson oftmals wie das Kaninchen vor alleine schon ausrichten? Zu groß ist der Auszu zurückhaltend verabschiedet die Politik notwendige Richtlinien. der Schlange – völlig gelähmt. Was kann einer stoß von Treibhausgasen durch die Industrie, Herausforderung Klimawandel sein können und auch sein müssen.
Kerstin Albrecht

Mit diesem Report möchten wir die Akteure vorstellen, die sich den Herausforderungen des Klimaschutzes stellen, und wir möchten darlegen, wie gemeinnützige Arbeit das Kliauf, wie Soziale Investoren die gemeinnützige Projektarbeit unterstützen können und was sie dabei beachten sollten. Und wir empfehma wirkungsvoll schützen kann. Wir zeigen
Zoë Felder

Bei unserer Analyse haben wir Organisa-

tionen kennengelernt, die solche Gedanken nicht davon abhalten, sich für das Klima zu unterschiedlichste Weise: Einige Organisationen beraten sozial schwache Haushalte engagieren. Sie nähern sich dem Thema auf

len elf Projekte, die herausragende Arbeit für ein Projekt allein die Lösung darstellen. KlimaWirtschaft und Zivilgesellschaft gemeinsam Klimaschutz geht uns alle an.

den Klimaschutz leisten. Natürlich kann nicht schutz ist eine so große Aufgabe, dass Staat, an einer Lösung arbeiten müssen, denn:
Jonathan Przybylski Wir drei sind verantwortlich für den Themenreport Klimaschutz und die Analyse der gemeinnützigen Organisationen im Engagementfeld. Die Soziologin Kerstin Albrecht ist seit 2012 bei PHINEO und arbeitet schwerpunktmäßig zu wirkungsorientierter Steuerung von Non-Profit-Organisationen. Zoë Felder hat Politikwissenschaft studiert und ist seit 2012 im PHINEO-Team. Ihr Schwerpunkt liegt auf dem Thema Transparenz im Dritten Sektor. Der Politologe Jonathan Przybylski ist seit der Gründung 2010 bei PHINEO. Er arbeitet unter anderem zu Corporate-Citizenship-Themen.

und landwirtschaftliche Betriebe, andere sensibilisieren Kinder und Jugendliche für klimafreundliches Verhalten oder kooperieren mit Wirtschaftsunternehmen. Wir tradem sowohl „alte Tanker“ als auch Start-ups Kombination mit anderen Themen auftritt. an Angebote im Bereich Ernährung oder

fen auf ein sehr breites Engagementfeld, in arbeiten und in dem Klimaschutz oftmals in Mal ist er an Bildungsprojekte angedockt, mal Mobilität. Die Krux: Aufgrund dieser Diversiimmer auf den ersten Blick. Es zeigt aber auch,

Kerstin Albrecht	

Zoë Felder

tät erkennt man Klimaschutzprojekte nicht wie vielseitig die Herangehensweisen an die

Jonathan Przybylski

1

förderpartner des reports
STIFTUNG MERCATOR
Die Stiftung Mercator ist eine der großen priklar definierte reformerische Ziele in ihren vaten Stiftungen in Deutschland. Sie verfolgt Themenclustern Integration, Klimawandel Kombination aus gesellschaftspolitischer Themenanwaltschaft im Sinne von „advoIn ihren Kompetenzzentren Wissenschaft,

EUROPEAN CLIMATE FOUNDATION

Die European Climate Foundation wurde 2008 von mehreren Stiftungen aus Europa und den USA gegründet. Das gemeinsame Ziel ist es, den Klimaschutz in Europa effektiv voranzubringen. Die European Climate

und Kulturelle Bildung, die sie mit einer

Foundation konzentriert ihre Förderung auf die Bereiche Energieeffizienz, Verkehr, Stromsektor sowie europäische und internationale Klimapolitik. Als größtem EU-Mitgliedsstaat und einem der klimapoltisch fortschritteine besondere Rolle zu. In Deutschland Thema Umbau des Energiesystems – ein wenn alle Akteure an einem Strang ziehen.

cacy“ und praktischer Arbeit erreichen will. Bildung und Internationale Verständigung ist die Stiftung Mercator sowohl operativ als auch fördernd tätig. Eine unternehmerische, professionelle und internatiowww.stiftung-mercator.de

lichsten Länder kommt Deutschland dabei arbeitet die ECF schwerpunktmäßig zum ambitioniertes, aber erreichbares Vorhaben, Die Förderung des PHINEO-Themenreports dient der Stärkung der Zivilgesellschaft als notwendige Ergänzung zu staatlichen www.europeanclimate.org

nale Haltung bestimmt dabei ihre Arbeit.

und wirtschaftlichen Klimaschutz-Ansätzen.

2

inhalt
wissen, worum es geht
S. 4 -  9
Zukunft braucht nachhaltigen Klimaschutz

wissen, wer was macht

S. 10 -  21

Wirkungsvolle Handlungsansätze | Landkarte empfohlener Projekte

Staat und Politik | Markt und Wirtschaft | Die Zivilgesellschaft |

wissen, was wirkt

29 S. 22 - 

Was zeichnet wirkungsvolle Projektarbeit aus? Sechs Gelingenskriterien | So können Soziale Investoren das Engagementfeld stärken

Der Weg zu wirkungsvollem Engagement Die PHINEO-Methode: Analyse mit Herz und Verstand Herzlichen Dank! Impressum Literaturverzeichnis Projektporträts

31 S. 30 -  S. 32 -  33 S. 34 S. 35 S. 36 S. 37

3

wissen, worum es geht
Ein gesundes Klima ist Grundvoraussetzung für eine lebenswerte natürliche Lebensgrundlage und damit auch die Lebensqualität kommt Deutschland eine entsprechend große Verantwortung Zukunft. Der menschengemachte Klimawandel gefährdet jedoch diese jedes Einzelnen. Als einer der größten Industrienationen der Welt dabei zu, das Klima zu schützen. Für einen sinnvollen Klimaschutz sind dabei politische Entscheidungen und Zielvorgaben ebenso wichtig wie der nachhaltige Konsum jedes Einzelnen und die entsprechenden technischen Entwicklungen. Der kann nur im Zusammenspiel aus Politik, Wirtschaft und Gesellschaft gelingen.

notwendige Wandel hin zu einem klimaschonenden Leben

4

5

ZUKUNFT BRAUCHT NACHHALTIGEN KLIMASCHUTZ
Klimaschutz? Gar kein Problem! Man müsste künftig, als klimafreundliche Alternative zu fossilen Brennstoffen, einfach ausschließlich Atomkraftwerke betreiben. Man könnte alle Autos abschaffen, das Internet abschalten Der menschengemachte Klimawandel jedoch bedroht die Lebensqualität jedes Einzelnen und gefährdet die nachhaltige Entwicklung gegen unternehmen zu können, wird knapp.

der gesamten Menschheit. Die Zeit, etwas daDer Kohlendioxidgehalt der Luft im Jahr 2005 übertraf jeden Wert aus den vergangenen 650.000 Jahren. 78 Prozent der Erhöhung träger zurück, also Braun- und Steinkohle sowie Erdöl und Erdgas. Aber auch die

und das Heizen im Winter verbieten. So ließe sich eine beträchtliche Menge CO2 einsparen. Doch derartige Maßnahmen erscheinen trotzdem nicht erstrebenswert, denn nicht alles, was den Ausstoß von Treibhausgasen reduziert, ist ethisch vertretbar oder ökonosinnvoll schützen?

gehen auf die Nutzung fossiler Energie-

misch machbar. Aber wie lässt sich das Klima

Freisetzung fluorierter Brennstoffe, eine in-

dustrialisierte Landwirtschaft, Änderungen Wälder tragen in hohem Maße zum Klimawandel bei. Die Folgen sind verheerend. Die schneebedeckte Fläche der Erde ist zwischen

Klimaschutz muss ganzheitlich gedacht wertung einer lebenswerten Zukunft. Zu dieser

in der Landnutzung und die Abholzung der

den und geht Hand in Hand mit der GestalZukunft gehört ein gesundes Klima genauso wie eine funktionierende Wirtschaft und Lebensgrundlage zu schützen und für nachsich schon im Grundgesetz wieder. Und das Gesellschaft. Die Verpflichtung, die natürliche folgende Generationen zu erhalten, findet Konzept einer Nachhaltigen Entwicklung ist

1980 und 2005 um fünf Prozent zurückgegangen (IPCC-Bericht, 2007). Weltweit schrumpfen die Gletscher, und die Meeresspiegel steigen. Selbst bei einem sofortigen

Stopp aller Emissionen würde sich durch die Trägheit des Klimasystems und die Langlebigkeit einiger Treibhausgase der Erderwärmungstrend zunächst weiter fortsetzen.

seit der „Konferenz der Vereinten Nationen Janeiro 1992 ein wichtiges Prinzip der inter-

über Umwelt und Entwicklung“ in Rio de nationalen Umwelt- und Entwicklungspolilebenswerten und lebensfähigen Welt für dieser Welt.

Insbesondere die Entwicklungsländer sind Klimawandels betroffen. Doch die Menschen

tik: Es definiert den Wert einer gerechten, alle. Ein gesundes Klima ist essenzieller Teil

bereits jetzt stark von den Auswirkungen des dort sind nicht für die immer häufiger aufHurrikans gewappnet. Sie können die Schä-

tretenden Dürren, Überschwemmungen und

6

ERNEU

ERB

AR

EE

NE

R

E GI

N

BAU E N & WO HN EN

ON S

UM

MOB

T I TÄ IL
Klimaschutz betrifft viele Lebensbereiche

den kaum abfangen und sind auch nicht in der Lage, die notwendigen Anpassungen an nehmen. Der Klimawandel trifft sie doppelt so hart. Dabei ist ihr eigener Beitrag zum sich verändernde Klimabedingungen vorzu-

durch die Energiewirtschaft produzierten CO2Emissionen werden dort verursacht (Informationen zur politischen Bildung, 2008). Die gute

Nachricht ist: Man kann etwas gegen den Klimawandel tun. Da er zum Großteil von Menschen verursacht wird, liegt es umgekehrt auch in der Hand der Menschen, das Klima zu schützen.

Klimawandel relativ gering. Hauptverursacher sind die Industrieländer. Zwei Drittel der

EN
7

ERG

KLIMAPOLITIK IEPOL ITIK

LANDNU

& TIL NS S LEBE NG TZU

K

Deutschland kommt als einer der größten Industrienationen der Welt eine entsprechend große Verantwortung im Kampf gegen den Klimawandel zu. Die Bundesrepublik kann dabei in ihrer Rolle als Vorreiter bei der Nutzung erneuerbarer Energien viel bewirken. Doch Klimaschutz ist ein globales Thema und kann schon allein deshalb nicht ausschließlich auf nationaler Ebene verhandelt werden.

Wer das Klima schützen will, darf es nicht isoliert vom Lebensalltag der Menschen betrachten. So, wie sich das ganz persönliche Wohlbefinden nicht durch Kalorienzählen oder eine eben auch der Klimaschutz mehr als eine reiWandel: hin zu einem gesunden Lebensstil automatisch mitdenkt. ne CO2-Diät. In beiden Fällen braucht es einen Hungerkur allein verwirklichen lässt, benötigt

Viele wichtige politische Entscheidungen werden auf EU-Ebene getroffen und in internationalen Abkommen festgehalten. Mit ambitionierten nationalen Zielen kann Deutsch-

und hin zu einem Alltag, der den Klimaschutz

Nur im Zusammenspiel aus Politik, Industrie gesamtgesellschaftliche Transformationspro-

land hier Zeichen setzen. Doch obwohl das deutsche 40-Prozent-Reduktionsziel bisher in dieser Form einzigartig und die Energiewende fen diese ersten Erfolge nicht darüber hinwegtäuschen, dass noch erheblicher HandlungsCO2 reduziert worden sein wird, dass eine

und Gesellschaft kann der dafür notwendige zess hin zu einer nachhaltigen und das Klima schonenden Gesellschaft gelingen. Politische Entscheidungen und Zielvorgaben sind dafür ebenso wichtig wie das nachhaltige Konsumverhalten jedes Einzelnen sowie entsprechende technische Entwicklungen. Bislang dominieren technische Lösungen, während der kulturelle Wandel vor allem auf lokaler Ebene voranschreitet – zum Beispiel mit

in Deutschland beschlossene Sache ist, dür-

bedarf besteht. Nur wenn am Ende so viel Erderwärmung langfristig verhindert werden

kann, wird Klimaschutz erfolgreich gewesen sein. Von diesem Ziel ist die Welt jedoch noch weit entfernt. Anknüpfungspunkte gibt es soauch in der Übersetzung übergeordneter Ziele bereich für knapp ein Fünftel des deutschen

neuen, nachhaltigen Wirtschaftsformen und selbstorganisierten urbanen Gemeinschaften. Die Zivilgesellschaft kann diese Ansätze in die Breite tragen. Sie hat im Gegensatz zu Staat und Wirtschaft den nötigen Spielraum, Neues auszuprobieren und klimaschonende schaftliche Tragfähigkeit hin zu überprüfen:

wohl in der internationalen Klimapolitik als in die Praxis. So ist zum Beispiel der VerkehrsCO2-Ausstoßes verantwortlich. Praktikable

Lösungsansätze dafür, wie man diesen Ausstoß reduzieren könnte, gibt es bislang je-

Lebens- und Alltagsentwürfe auf ihre gesellLassen sich die Ideen ausweiten und bundesder Bevölkerung als Verzicht wahrgenommen und abgelehnt werden?

doch kaum. Auch im Bereich Landwirtschaft besteht struktureller Reformbedarf. Und die an ihre Grenzen. Infrastruktur der Stromnetze stößt ebenfalls

weit umsetzen, ohne dass sie vom Großteil

8

11 t gesamt
Einzelne isolierte Maßnahmen reichen nicht aus. Klimaschutz braucht einen Lösungsmix. Er braucht politischen, wirtschaftlichen und kulturellen Wandel. Und er muss sich durch die gesamte Wertschöpfungskette ziehen, Konsum 	 3,75 t	

(klimaverträglich wären 2,5 t)

denn punktuelle Maßnahmen allein reichen nicht mehr aus. Effizienz, Konsistenz und Suffizienz sind die Stichworte: Wer sich drei zum Bäcker um die Ecke fährt, weil es „nicht mehr so schädlich“ ist, hebt die Wirksamkeit der auf. Diese Aspekte lassen sich nicht über Mobiltelefone zulegt oder mit dem Auto

33,8 %

Ernährung

	1,35 t	

12,2 %

der ursprünglichen CO2-Reduzierung wie-

gesetzliche Vorgaben regulieren. Hier muss der Bürger aktiv für den Klimaschutz sensibilisiert werden. Ein gesundes Klima braucht braucht die ressourceneffiziente Produktion mit diesen Gütern von der Herstellung bis zur als Gewinnorientierung.

Strom

	0,76 t	

6,8 %

eine entsprechende politische Steuerung, es von Gütern sowie einen bewussten Umgang Entsorgung, und es braucht mehr Bedarfs-

Heizung

	 1,17 t	

15,4 %

Flugverkehr Öffentlicher Verkehr

	0,95 t	 	 0,12 t	

8,6 % 1,1 %

Privatfahrzeuge Öffentliche Emissionen

	1,36 t	 	 1,1 t	

12,3 % 10 %

Die Treibhausgasbilanz eines Durchschnittsdeutschen Zahlen = CO2-Äquivalente in t / Jahr Quelle: CO2-Rechner von KlimAktiv

9

wissen, wer was macht
Klimawandel ist gleichzeitig ein globales und ein persönliches Thema, dafür, das Klima zu schützen, liegt dementsprechend auch auf allen Ebenen. Der Staat verhandelt internationale Beschlüsse aus und kann auf nationaler Ebene Ziele vorgeben, Standards festsetzen Industrie muss den Ausstoß von Treibhausgasen reduzieren und dort, wo Vermeiden und Vermindern nicht weiter möglich sind, ihren CO2-Ausstoß kompensieren. Wirtschaftsunternehmen können aber auch mit klimafreundlichen Innovationen für einen kulturellen Wandel kann jedoch vor allem Ideen anschieben und den notwendigen Rahmen für eine bundesweite Verbreitung geben. Sie kann aber auch als Sprachrohr für das Klima eintreten und so Klimaschutzmaßnahmen auf allen Ebenen vorantreiben. Und sie kann dem Einzelnen zeigen: Auch dein Engagement für ein gesundes Klima zählt. einen neuen Markt erobern. Den entscheidenden Anstoß die Zivilgesellschaft geben. Sie kann kleine, lokale denn er wirkt sich auf alle Bereiche des Lebens aus. Die Verantwortung

und Marktanreize für klimaverträgliches Wirtschaften schaffen. Die

10

11

staat und politik
Der Europäische Emissionshandel Emissionshandelssysteme sind Instrumente der Umweltpolitik, die den Gesamtausstoß von Treibhausgasen beschränken. Jedes in den Europäischen Emissionshandel einbezogene Unternehmen erhält eine bestimmte Zahl an Verschmutzungsrechten in Form von Emissionszertifikaten. Ein Zertifikat entspricht dabei dem Recht zur Emission von einer Tonne Kohlendioxid. Verursacht ein Unternehmen mehr Treibhausgase als zulässig, muss es zusätzliche Zertifikate kaufen. Die Gesamtzahl der Rechte wird nach und nach verringert und ihr Preis dadurch gesteigert. Die Kosten für Unternehmen mit hohen Emissionen nehmen damit zu. Der Emissionshandel zwingt Unternehmen also, entweder teure Rechte zuzukaufen oder ihre Emissionen zu senken. Kritiker monieren allerdings, dass die Anzahl der Rechte derzeit zu hoch sei. Für die Unternehmen gäbe es so kaum einen Anreiz für klimafreundlicheres Verhalten.

Der Klimawandel betrifft globale EntscheiAlltagsleben jedes Einzelnen. Der Staat beals eine Art Vermittler. Er kann zum Beispiel

dungen und Entwicklungen ebenso wie das wegt sich zwischen diesen Polen und fungiert auf Klimakonferenzen internationale Beschlüsse ausverhandeln und gemeinsam mit Partnerländern Maßnahmen wie den EmissiPolitik und Gesellschaft ist auch das Verständnis von Klimaschutz in den einzelnen Ländern.

tigkeit in Deutschland steuern. Das ist eine essenzielle Aufgabe, ihre Umsetzung gestaltet sich mitunter jedoch recht zäh. Ein explizites Klimaministerium gibt es nicht. Das

Thema ist meist an andere Ressorts angedockt

und da Klimaschutz sehr viele Lebensbereiche betrifft, diskutieren entsprechend viele Akteure aus Politik, Wirtschaft und Gesellschaft Gunsten der großen Wirtschaftslobbyisten entschieden werden. Eine weitere Hürde ist die Übertragung von Zielvorgaben in praktiRegionen und Kommunen realisiert werden.

onshandel planen. Doch so vielfältig wie die

mit. So entstehen Konflikte, die oftmals zu

Und obwohl ein globaler Ordnungsrahmen für sich die Staaten oftmals erst nach langwierigen Diskussionen auf den kleinsten gemeinsamen Nenner – und der ist meist eher schwacher Kompromiss als starke Lösung.

den Klimaschutz sehr wichtig wäre, einigen

sche Maßnahmen, die in den Bundesländern,

Nur der Staat kann Ziele vorgeben, Mindeststandards festsetzen und Marktanreize für klimaverträgliches Wirtschaften schaffen – und so, wie zum Beispiel durch die EU-Verord-

Die internationalen Absprachen übersetzt der Staat in nationale Klimaschutzziele. Dabei nutzt er die Option, die globalen Kompromisslösungen für Deutschland zu erweitern und sich selbst höhere Ziele zu stecken. Er nimmt dabei vor allem eine Steuerfunktion vorgaben wie das Integrierte Energie- und wahr, indem er zum Beispiel KlimaschutzzielKlimaprogramm formuliert. Mit diesen ReHandlungsspielraum anderer Akteure, zum Beispiel von Unternehmen, festlegen und

nung zur Verminderung der Luftschadstoffemissionen von Fahrzeugen, die Industrie Und nur die Politik kann die notwendigen zu umfassenden CO2-Einsparungen bewegen.

und richtungsweisenden Weichen für den Kli-

maschutz stellen, wie beispielsweise bei der Unterstützung jedes Einzelnen, damit die InDiese Kultur der Nachhaltigkeit lässt sich nicht Beteiligung aller Akteure.

Energiewende. Doch Klimaschutz braucht die strumente mit Leben gefüllt werden können. verordnen, sie muss wachsen und braucht die

gulierungskompetenzen kann der Staat den

damit die Rahmenbedingungen für Nachhal-

12

markt und wirtschaft
Vermeiden, vermindern, kompensieren. Als Hauptverursacher von Treibhausgasen heißt Klimaschutz für die Wirtschaft vor allem: den Ausstoß von Treibhausgasen reduzieren. Das beginnt mit ganz einfachen Dingen wie der Benutzung von Recyclingpapier zum Drucken Infrastruktur für den gesellschaftlichen Wandel bereitstellen, indem sie klimafreundliche verbraucher anbieten. Dafür müssen auch Produkte und Dienstleistungen für den Endneue Geschäftsmodelle entwickelt werden, auf übersteigerten Konsum hin ausgerichfreundlichen Gesellschaft gerecht werden könden Mut aufbringen, Ideen auszuprobieren.

oder klassischen Energiesparmaßnahmen und reicht bis hin zur Umstellung ganzer Produktionsprozesse und Lieferketten. Und: Die Indusdie auf dem Verbrennen fossiler Energieträ-

die stärker auf den tatsächlichen Bedarf als tet sind und so der Nachfrage einer klimanen. Klimaschutz braucht hier Unternehmen, die

trie muss jene Geschäftsmodelle überwinden, ger beruhen. Wo Vermeiden und Vermindern ihren CO2-Ausstoß kompensieren.

nicht möglich sind, können die Unternehmen

Damit ist die Wirtschaft ein wichtiger Teil der

Lösung. Ohne sie ist Klimaschutz unmöglich. Die Wirtschaft stößt aber durch ihre wieder an ihre Grenzen, denn nicht alles, was von Wachstum bestimmte Logik auch immer nachhaltig wäre, erbringt auch Gewinne für ein Unternehmen. Klimaschutz braucht deshalb auch Akteure, die sich für jene Aspekte des Klimaschutzes engagieren, die wirtsind. Wirtschaftsunternehmen können diese die Märkte von morgen mitgestalten.

Doch Klimaschutz ist auch eine große Chance Markt. Ob Passivhaus, Elektroauto, Solaranlage oder grüne Geldanlage – klimafreundliche Produkte und Technologien können die Wirtschaft antreiben. Wer hier mitmischt und

für die Industrie, denn er öffnet einen neuen

auf Innovationen setzt, ist Vorreiter für den Markt der Zukunft. Und wo ein neuer Markt der des Energieberaters. Die Wirtschaft kann hier Antwortoptionen und praktische MaßZielvorgaben aus der Politik erreicht werden können. Und Unternehmen können die nahmen entwickeln, wie die eher abstrakten ist, entstehen auch neue Berufe, zum Beispiel

schaftlich betrachtet bislang wenig profitabel Akteure unterstützen und damit gleichzeitig

13

die zivilgesellschaft
Technische Neuerungen allein reichen nicht aus für einen wirksamen Klimaschutz. Ein achtsamer Umgang mit den Ressourcen und Die Anti-Atomkraft-Bewegung ist im Nachgang der Nuklearkatastrophe von Fukushima an einem Wendepunkt; nun muss sich die Zivilgesellschaft neu orientieren und Klimaschutz weiterdenken. Dieser UmStruktur der Zivilgesellschaft wider. Eine

ein klimafreundlicher Lebensstil müssen in

der Gesellschaft, bei jedem Einzelnen ankomauch nicht über Nacht. Ein gesellschaftlicher

men. Das geschieht nicht automatisch und Wandel kann aber auch nicht erzwungen

bruch spiegelt sich auch in der heterogenen einheitliche Klimaschutzbewegung gibt es nicht. Auf der einen Seite stehen etablierte Umwelt-, Naturschutz- und kirchliche Organisationen mit einer langen Tradition und langjähriger Erfahrung im Engagement für Klimathemen. Auf der anderen Seite entstehen zurzeit viele junge, kretionen, die oftmals sehr gezielt Nischenthemen bedienen, wirtschaftsnah denken und sehr fachspezifisch arbeiten.

und in Regeln und Gesetze gegossen werden. benötigt dabei mitunter jemanden, der den und die Richtung weist.

Er muss aus sich selbst heraus entstehen – und entscheidenden Anstoß gibt, der unterstützt

Klimaschutz braucht dabei auch Aktivitäten, die frei von wirtschaftlichen Zwängen und Freiheiten besitzt nur die Zivilgesellschaft. politischem Legitimationsdruck sind. Diese
Die Zivilgesellschaft umfasst gemeinwohlorientierte, nicht staatliche Organisationen wie Vereine, Stiftungen, gAGs oder gGmbHs, aber auch engagierte Einzelpersonen. Sie ist Toleranz, Demokratie und Menschenrechten verpflichtet und hat den Anspruch, die Gesellschaft in ihrem jeweiligen Sinne mitzugestalten.

ative, kleinere gemeinnützige Organisa-

Sie kann wie kein anderer informieren, Zubündeln und an die Politik kommunizieren. und kann Staat und Wirtschaft zum Beispiel

sammenhänge aufzeigen sowie Interessen Sie ist die Interessenvertretung für das Klima über große Kampagnen zum Handeln bewegen. Das zeigen auch die Erfolge der Vergangenheit. So hat sie es zum Beispiel bei der Energiewende geschafft, aus einer kleinen, wissenschaftlichen Bewegung heraus einen gesellschaftlichen Konsens zu erzeugen, der kert worden ist. dann als politisch gesetzte Zielmarke veran-

Klimaschutz ist auch in der Zivilgesellschaft ein Querschnittsthema, spezifische Klimaschutzprojekte gibt es bisher nur wenige. anderen Themen und Bereichen verknüpft, oder Landwirtschaft. Was das Projekt kon-

Klimaschutz ist meist als Teilaspekt mit zum Beispiel Ernährung, Bildung, Mobilität kret für den Klimaschutz bewirken kann, Ausgestaltung der Maßnahmen. Um sein Ziel erreichen zu können, nutzt Klimaschutz in den meisten Fällen ein thematisches Vehikel, das ihn mitnimmt. Ein Grund dafür: Für Klimaschutzprojekte gibt es kaum Fördergelder. Die gemeinnützigen Organi-

zeigt sich dabei aber oftmals erst in der

Aktuell befindet sich die Zivilgesellschaft im Bereich Klimaschutz jedoch im Umbruch.
14

FÖRDERTOPF
ERNÄHRUNGSPROJEKTE UMWELTPROJEKTE

LANDWIRTSCHAFTSPROJEKTE

BILDUNGSPROJEKTE

sationen müssen auf andere Fördertöpfe rung oder Bildung, weshalb die Projekte

zugreifen, eben aus Bereichen wie Ernähauch entsprechend angelegt sein müssen. Doch viele dieser Fördergelder fließen nur für Qualifizierung der Mitarbeiter, für die gera-

Damit das Engagement für ein gesundes

Klima einen Ausweg aus der OrientierungsEinzelziele verfolgt, müssen alle Akteure ler-

losigkeit finden kann und nicht nur isolierte nen, an einem Strang zu ziehen. Wenn sie sich

die Umsetzung des Projekts. Für die fachliche de beim Klimaschutz essenzielle Vernetzung von Ideen und Maßnahmen fehlen oftmals

über einen gemeinsamen Weg verständigen und auf diesem kontinuierlich Erfahrungen und Wissen austauschen, kann sich die Wirksamkeit der einzelnen Maßnahmen um ein Vielfaches erhöhen. Das ist gerade deshalb

Für explizite Klimaschutzprojekte gibt es nur seltren Fördergeld. Die Organisationen müssen häufig auf Fördertöpfe jener Bereiche zugreifen, an die Klimaschutz thematisch angehängt ist.

oder für die Entwicklung und Umsetzung die Ressourcen. Die allgemeine Ernüchterung und Enttäuschung im Zuge der UN-Klimadas Fundraising für Projekte und starke Organisationsstrukturen zusätzlich. konferenz in Kopenhagen 2009 erschwert

besonders wichtig, weil Klimaschutz noch in den Kinderschuhen steckt und als Ziel sehr abstrakt und bislang unerreicht ist. Es gibt keine sondern nur Pioniere.

Best-Practice-Beispiele und keine Vorbilder –

15

wirkungsvolle handlungsansätze
Die PHINEO-Analyse Im Fokus der PHINEO-Analyse standen gemeinnützige Organisationen, die sich mit ihrer Arbeit für den Klimaschutz einsetzen. Ob individuelle Energiesparberatung für Privatpersonen und Unternehmen, Sensibilisierung von Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen oder politische Lobbyarbeit – die Bandbreite der Angebote im Klimaschutz ist groß. Die Organisationen wurden in einer offenen Ausschreibung zur PHINEO-Analyse eingeladen. Die Teilnahme am Verfahren ist freiwillig. Das Ergebnis der PHINEO-Analyse stellt somit keine repräsentative Auswahl dar. Von 22 analysierten Organisationen wurden elf Projekte mit dem Wirkt-Siegel, der PHINEO-Qualitätsempfehlung für wirkungsvolles gesellschaftliches Engagement, ausgezeichnet.

direkte co2-reduktion
Die Wirkungslogik dieser Projekte ist einfach: Hier werden Maßnahmen umreduzieren. Das kann sowohl über Eingesetzt, die mit sofortiger Wirkung CO2

Ergebnis an konkreten Zahlen messen nahme ein? Die Organisation muss diese lassen: Wie viel CO2 spart diese Maß

Zahlen sauber berechnen und dauer-

haft garantieren können. Das heißt, das Projekt muss so angelegt sein, dass zum Beispiel der gepflanzte Baum auch in Klimaschutzes „arbeitet“. So muss beispielsweise auch der Erwerb nachhalti-

sparmaßnahmen geschehen, indem zum Beispiel ein Energieberater zum Termin in einem Privathaushalt einen energiesparenden Kühlschrank oder schaltbare Steckerleisten mitbringt und diese sofort installiert. Das kann aber auch via Biomasse geschehen, indem beispielsweise um CO2 in den Bäumen binden.

30 Jahren noch steht und im Sinne des

ger Grundstücke für Baumpflanzungen essenzieller Teil eines solchen Projekts sein. Ebenfalls wichtig: Die Idee muss groß genug sein oder zumindest das Potenzial dafür haben, um relevante Mengen CO2 zu reduzieren. Ein einzelner gepflanzter Baum reicht dabei nicht aus.

Wälder aufgeforstet werden, die wiederPHINEO-Einschätzung: Wer Treibhaus-

gase reduzieren will, muss sich im

mobilisierung, druck von unten, politik und lobbyarbeit
Klimaschutz benötigt Akteure und Aktivitäten auf allen Ebenen – und die Beteiligung aller an einem gemeinsamen Weg. Hier wird jemand gebraucht, der zwischen den Gruppen vermittelt; der die Interessen und Meinungen bündelt und daraus politische Forderungen entwickelt und artikuliert – und so den Bürgern und dem Klimaschutz eine Stimme
16

gibt. Gemeinnützige Projekte mit dem Entwicklungen im Sinne des Klimaschutzes zu verändern, sind der größte Hebel, auf den Weg zu bringen.

Ziel, Gesetze, Rahmenbedingungen und

um indirekt deutliche CO2-Einsparungen

PHINEO-Einschätzung: Die Politik darf wirkungsvollen Klimaschutz zu betrei-

nicht aus ihrer Pflicht entlassen werden, ben. Ohne entsprechende gesetzliche Regelungen und Rahmenbedingungen sind die persönlichen Klimaschutzmaßnahmen des Einzelnen in seinem

Lebensumfeld nichts wert. Wo die

Politik ihre eigene Perspektive in die Ent-

Regelungen und Rahmenbedingungen hat, muss sich die Zivilgesellschaft für die Interessen des Klimas und der Bürger starkmachen. Gerade auf EU-Ebene

Durch den Kampagnen-Charakter dieser getaktet und zeitlich begrenzt, sie finanzieren sich in erster Linie über Spenden.

scheidungsprozesse einbringt und die Einfluss auf die Ausgestaltung dieser

Maßnahmen sind die Projekte meist eng

Industrie über aufwändige Lobbyarbeit

können diese Projekte viel bewirken.

qualität des klimaschutzdiskurses sichern
Ein gemeinsames Vorgehen für den Klimaschutz erfordert auch ein gemeinsames Verständnis des Themas. Doch dass die Akteure unterschiedliche Foeinbringen. Häufig stehen Streitigkeigemeinsamen Zielverfolgung im Weg.

wachsende Wissensbasis erschwert den

Diskurs zusätzlich und verhindert oftdiesem folgen, geschweige denn ihn die dies erkannt haben, wollen mit ihren

PHINEO-Einschätzung: Hier sind sowohl arbeit gefragt. Die Organisationen können so auch eher unattraktive Themen

mals, dass Personen ohne Fachwissen mitgestalten können. Organisationen, Angeboten eine Wissensbasis schaffen, Stand bringt. Sie bereiten zum Beispiel

Fachwissen als auch intensive Netzwerk-

ansprechen und in den Fokus rücken – und insgesamt die Diskussionen zurück Nur wenn die Akteure diese Hürden auf Kurs Richtung Klimaschutz lenken. überwinden und ein gemeinsames VerZiel entwickeln, lässt sich ein sinnvoller und wirksamer Klimaschutz realisieren.

die Vielfältigkeit im Bereich bedeutet, kuspunkte in den Klimaschutzdiskurs ten über wissenschaftliche Details einer Die sich permanent verändernde und

die alle Akteure auf einen gemeinsamen komplexe Inhalte verständlich auf und und Methoden, erstellen Materialien für mationskampagnen.

verbreiten sie über einheitliche Tools den Schulunterricht oder starten Infor-

ständnis von ihrer Aufgabe und ihrem

akzeptanz für verän- 	 derungen schaffen	
Der notwendige Wandel hin zu einer klimafreundlichen Gesellschaft ist nicht der Menschen möglich. Nicht alles, was theoretisch einen Konsens erzielt, bleibt in der Praxis widerstandsfrei. WindräHaus: nein. Auch die Biogasanlage ist gern gesehen, solange sie nur der ohne spürbare Veränderungen im Leben

men. Maßnahmen, die die Akzeptanz aller involvierten Personen voraussetdiese über die Vorteile, den Nutzen zen, lassen sich nur umsetzen, wenn

PHINEO-Einschätzung: Für viele ge-

meinnützige Organisationen ist diese Aufgabe fester Bestandteil eines jeden Projekts – allein schon aus der Notwen-

und die Hintergründe zu den möglichen Einschränkungen informiert werden. Gemeinnützige Organisationen, die sich in diesem Bereich engagieren, bringen die entsprechenden Akteure zu-

digkeit heraus, Akzeptanz für das Projekt zu schaffen. Einige Organisationen legen aber auch ihren Projektschwerdort, wo die Fronten aufeinanderstoßen.

punkt auf diesen Aspekt und vermitteln Wichtig ist dabei die neutrale Rolle des

der: ja. Das Windrad hinter dem eigenen

sammen und ermöglichen einen Informationsaustausch über geplante Aktivitäten und deren Auswirkungen. Sie mungsmöglichkeiten und geben allen gangen zu werden.	 Beteiligten das Gefühl, nicht über-

Vermittelnden, aber auch die Wahl eines sowie eine große Portion Respekt gegenDiskurs muss allen Teilnehmern das genommen zu werden.

eigenen Energieversorgung dient. Klimaschutz verlangt aber die Bereitschaft, für ein gesundes Klima auch ein

schaffen Partizipation und Mitbestim-

neutralen Ortes für die Diskussionen über allen Beteiligten. Ein solcher Gefühl vermitteln, angehört und ernst

Stück weit Unannehmlichkeiten oder

gewisse Nebeneffekte in Kauf zu neh-

17

selbstwirksamkeit erfahrbar machen
Einzelpersonen fühlen sich angesichts der globalen und unlösbar erschei-nenden Aufgabe Klimaschutz oftmals ohnmächtig und überfordert – und schieben die Verantwortung dafür von sich. darin bestärken, dass jeder Mensch ei-

nen wichtigen Beitrag zum Klimaschutz

sationen bieten etwa Bildungsprojekte für Schulen und Unternehmen an und setzen niedrigschwellige Maßnahmen weise Bäume pflanzen, mit dem Rad

leisten kann. Gemeinnützige Organi-

PHINEO-Einschätzung: Es ist immens Menschen ernst zu nehmen und ihnen

wichtig, die Probleme und Ängste der zu vermitteln: Jeder Einzelne zählt – und gemeinsam können wir wirklich etwas bewegen. Die Projekte machen Einzelpersonen handlungsfähig und geben ihnen Werkzeuge an die Hand, die ihnen zu kommen.

auf, bei denen die Teilnehmer beispielszur Arbeit fahren oder klimaneu-

Sie benötigen Mitmachangebote, die sie

tral kochen.	

dabei helfen, vom Wissen zum Handeln

bündnisse herstellen
Klimaschutz braucht starke Akteure – und starke Bündnisse. Hier bringen die gemeinnützigen Organisationen zivil-

PHINEO-Einschätzung: Wer etablierte Akteure und junge Pioniere an einen Tisch bringt, trägt entscheidend dazu bei, dass beide Seiten von den ErfahExpertise für eine gemeinsame Strategie der Aktivitäten vieler Einzelakteure rungen des anderen lernen und die nutzen können. So wird die Wirksamkeit gebündelt und potenziert. Kooperationen sind zwar ohnehin essenzieller

Bestandteil guter Projektarbeit, es

braucht aber gerade im Bereich Klima jemanden, der darüber hinaus für weiRessourcen für das Management dieser Bündnisse mitbringt. tere Kooperationen eintritt und die

gesellschaftliche und wirtschaftliche

Akteure zusammen und unterstützen sie dabei, gemeinsame Strategien zu Einzelziele zu verfolgen. entwickeln, statt getrennt voneinander

alternativen schaffen und neue wege gehen
Technische und soziale Innovationen sind essenziell für den Klimaschutz. Die Zivilgesellschaft hat stärker als jeder andere Akteur die Möglichkeit, neue Ideen und Methoden auszuprobieren

oder Maßnahmen und Strategien aus einer anderen Perspektive zu betrachten. In diesem Bereich sind auch viele gemeinnützige Forschungsinstitute aktiv. PHINEO-Einschätzung: Das Klima ist auf Kreativität angewiesen – und auf Ideen in die Tat umsetzen. Diese Projekte brauchen in einem ersten Schritt vor Menschen, die mutig sind und ihre

allem eine Anschubfinanzierung und die langfristige Unterstützung von Investoren, die an ihre Idee glau-

ben. Soziale Investoren können hier Maßnahmen auf den Weg bringen, die in ihrem eigenen Unternehmen Wirkungspotenzial für den Klimaschutz besitzen. nicht möglich wären, aber ein hohes

18

DIREKTE WIRKUNG

Wälder aufforsten

PROJEKT
1x pro Woche klimaneutrales Essen!

REDUZIERUNG

G

UN

EW

INDI

„Lecker! Das mache ich mir auch zuhause!"

IN

DI

KANTINE

RE

„Wir essen jetzt alle klimaneutral!"

„Schmeckt gut. Mehr davon!"

MITARBEITER

FREUNDE

Wirkungslogik: Klimaschutzprojekte, z.B. im Bereich Ernährung, können auf direktem oder auf indirektem Weg zur Reduzierung des Treibhausgasgehalts in der Luft beitragen.

FAMILIE

INDIRE

RE INDI

REKTE WIRKUNG

KT

IRKU

KT

EW

NG

I

RKU KTE WI

RK

NG

19

landkarte empfohlener projekte
1 A. AgriClimateChange – mehr Klimaschutz in der Landwirtschaft B. Bodensee-Stiftung C. Radolfzell 2 A. Berliner Energiecheck B. BUND Landesverband Berlin e. V. C. Berlin 3 A. Stromspar-Check B. Caritasverband Mannheim e. V. C. Mannheim 4 A. Cleaner Car Contracts B. Verkehrsclub Deutschland e. V. C. Berlin

D. Direkte CO2-Reduktion

D. Direkte CO2-Reduktion

E. Landwirte und Landwirtschaftsverwaltungen

E. Sozial schwache Haushalte

D. Direkte CO2-Reduktion

F. Landwirtschaft produziert 13 Prozent der Treibhausgasemissionen in Deutschland. Die Bodensee-Stiftung hilft den Betrieben, ihre Produkte so klimaschonend wie möglich zu produzieren.

F. Duschen, Kochen, Fernsehen – Alltag kostet Geld. Der „Berliner Energiecheck“ zeigt Menschen mit niedrigem Einkommen, wie sie Energie sparen und Geldbeutel und Klima schonen können.

E. Sozial schwache Haushalte, Langzeitarbeitslose

D. Mobilisierung, Druck von unten, Politik und Lobbyarbeit E. Leasingfirmen und Flottenbetreiber, politisch Verantwortliche

F. Der Caritasverband Mannheim macht Langzeitarbeitslose zu Stromspar-Helfern für sozial schwache Haushalte, denn ein hoher Energieverbrauch schadet dem Klima und dem Portemonnaie.

F. Der Verkehrsclub Deutschland setzt auf umweltfreundliche Mobilität. Mit Cleaner Car Contracts verpflichten sich Leasingunternehmen und Flottenbetreiber zu geringeren CO2-Emissionen. 8 A. Aktion Klima! C. Berlin

5

A. Bewusstseinsbildung von Privatpersonen und Institutionen zum klimafreundlichen Verhalten B. KlimAktiv gGmbH C. Tübingen

6

A. TheCompensators* C. Berlin

B. TheCompensators* e. V. D. Qualität des Klimaschutzdiskurses sichern E. Für Klimaschutzthemen aufgeschlossene Bürger und Unternehmen

7

A. Mutbürger für die Energiewende! C. München

B. Die Umwelt-Akademie e. V. D. Akzeptanz für Veränderungen schaffen E. Politisch Verantwortliche, Investoren/Leitende der Wirtschaft, Umweltorganisationen, Bürgerinitiativen, interessierte Bürger

B. BildungsCent e. V. D. Selbstwirksamkeit erfahrbar machen

E. Schüler und Lehrer

D. Qualität des Klimaschutzdiskurses sichern E. Bürger und Verbraucher, Unternehmen und andere Institutionen

F. Einheitliche Berechnungsmethoden und vergleichbare Zahlen: KlimAktiv hat einen Standard-CO2Rechner für Deutschland etabliert und sichert so die Qualität in der Klimaschutzdebatte. 9 A. BergwaldprojektEinsatzwochen C. Würzburg 10

F. Mit TheCompensators* kann jeder Verschmutzungsrechte aus dem Emissionshandel kaufen. Jedes gelöschte Zertifikat hilft dem Klima und sagt: Klimaschutz braucht schärfere Regelungen.

F. Nicht gegeneinander wettern, sondern miteinander reden. „Mutbürger für Energiewende!“ ermöglicht einen sachlichen Austausch über alle Aspekte der Energiewende auf neutralem Boden.

F. BildungsCent bringt den Klimaschutz in die Schulen. Mit den Tipps und Tools aus der KlimaKiste können die Schüler eigene Klimaschutzprojekte in ihrer Kommune planen und umsetzen.

B. Bergwaldprojekt e. V. D. Selbstwirksamkeit erfahrbar machen

A. Plant-for-the-Planet Akademie B. Plant-for-the-Planet Foundation C. Tutzing D. Selbstwirksamkeit erfahrbar machen

11

A. Heiße Zeiten - Nimm die Zukunft in die Hand! B. Eine Welt Netz NRW e. V. C. Düsseldorf D. Bündnisse herstellen

E. Einzelpersonen / Familien, Schulklassen, Unternehmen

E. Kinder und Jugendliche F. Klimabewusst in die Zukunft: „Heiße Zeiten“ sensibilisiert junge Menschen für den verantwortungsvollen Umgang mit der Umwelt und stärkt ihre politische Teilhabe.

F. Wald ist essenziell für den Klimaschutz – er hält dem Klimawandel jedoch nicht stand. Beim Bergwaldprojekt kann jeder Hand anlegen und bei der Aufforstung von Schutzgebieten helfen. Legende

E. Kinder und Jugendliche weltweit

F. Kinder und Jugendliche wollen die Welt bewegen und die Zukunft mitgestalten. Dazu gehört ein gesundes Klima. Bei Plant-forthe-Planet werden sie „Botschafter für Klimagerechtigkeit“.

Handlungsansätze: Direkte CO2-Reduktion

Akzeptanz für Veränderungen schaffen

Selbstwirksamkeit erfahrbar machen

Bündnisse herstellen

Mobilisierung, Druck von unten, Politik und Lobbyarbeit

Qualität des Klimaschutzdiskurses sichern

A.	 Projektname | B. Organisationsname | C. Sitz der Organisation | D. Handlungsansatz | E. Zielgruppe | F. Beschreibung

20

wirkt !
Qualität Empfohlene emenfeld im Th z Klimaschut
22 Organisationen analysiert, 11 empfohlen 12/2012

4

2 8

6

Berlin

11

Düsseldorf

9 3

Würzburg

Mannheim

5

Tübingen
7 10 1

Tutzing

München

Radolfzell

Alle mit dem Wirkt-Siegel ausgezeichneten Projekte finden Sie unter www.phineo.org/empfohlene-projekte/ oder in der Wirkt-App.

wissen, was wirkt
Ob mit langfristiger Förderung oder kleiner Spende – Soziale Investoren können mit ihrem strategischen Engagement wichtige Weichen für den Klimaschutz stellen. Die entscheidende Frage, die jeder Soziale die Wirksamkeit einer Maßnahme auf den ersten Blick anhand von konkreten Zahlen zur CO2-Reduktion ablesen. Wer sich jedoch die Projektkonzepte anschaut und wichtige Fragen zur Projektarbeit mit der Organisation bespricht, entwickelt ein gutes Gespür für das Wirkungspotenzial eines Projekts. Investor im Vorfeld stellen sollte, ist: Wirkts? Nicht immer lässt sich

Soziale Investoren können zum Beispiel die Infrastruktur der Organisationen fördern, Evaluationen finanzieren, Netzwerkstrukturen etablieren oder die Projekte ausweiten und Breitenwirkung erzielen. Aus vielen verschiedenen kleinen und großen Initiativen wird so eine starke Bewegung für den Klimaschutz weltweit.

22

23

was zeichnet wirkungsvolle projektarbeit aus? sechs gelingenskriterien
Wirkungsorientiert fördern Welches Projekt leistet gute Arbeit? Wo erreicht mein Geld die größte Wirkung? Wer leistungsstarke Organisationen und vorbildliche Projekte unterstützen möchte, sollte immer die Frage nach der Wirksamkeit stellen. Mit den sechs Gelingenskriterien für wirkungsvolle Projektarbeit können Soziale Investoren prüfen, ob die Grundlagen dafür gegeben sind. Einige Aspekte lassen sich im Web recherchieren, andere können am besten persönlich mit einem Projektverantwortlichen geklärt werden. In jedem Fall sollte die Organisation über die Themen transparent kommunizieren und zu den einzelnen Fragen auskunftsfähig sein. Mehr über Transparenz erfahren Sie unter www.phineo.org / phineo / transparenz

Guter Wille allein reicht nicht aus. Wer das Klima nachhaltig schützen möchte, muss bei achten. Auch wenn es naheliegend ist – ob seiner Arbeit eine Vielzahl von Aspekten beein Projekt wirkt, erkennen Soziale Investo-

werden sollte. Da die Organisationen in unterschiedlichen Themenfeldern arbeiten, haben sie auch unterschiedliche themenspezifische Ziele. Wer sich beispielsweise im Bereich Ernährung engagiert, hat eventuell das Hauptziel, gesünderes Essen in Schulkantinen

ren nicht immer auf den ersten Blick an einer viele Kilogramm oder Tonnen CO2 durch die

mit Zahlen belegten Auflistung darüber, wie Maßnahmen eingespart werden. Gerade bei

einzuführen. Wichtig dabei ist, dass die Organisation darüber hinaus auch explizite Klimaziele formuliert hat, die im Rahmen des Projektes ebenfalls verfolgt werden. Es muss deutlich werden, dass das Projekt direkt oder indirekt zur CO2-Reduzierung beiträgt. 	

Projekten mit einer indirekten Wirkung auf die Treibhausgasreduktion lässt sich meist die ganz konkrete Einsparung nicht eindeu-

tig bemessen. Mit den folgenden sechs Fragen können Soziale Investoren dennoch das Wirkungspotenzial eines Projekts gut einschätzen.

1

hat die organisation langfristige, übergeordnete wirkungsziele formuliert?

2

folgt das projekt einer nachvollziehbaren, durchgängigen wirkungslogik?

Der Ausstoß von Treibhausgasen lässt sich auf verschiedene Arten und über ganz unterschiedliche Wege reduzieren – in einigen

Nur wer sein Ziel kennt, kann auch dort anformulieren, was sie mit ihrem Projekt und

Fällen direkt, in anderen indirekt, wenn es zum Beispiel um Aspekte des gesellschaftliFall nachvollziehen können, wie das Projekt schlussendlich zu der Reduktion von Treibchen Wandels geht. Man muss dabei in jedem

kommen: Die Organisation muss eindeutig den dazugehörigen Maßnahmen erreichen

will – gerade für das Klima. Da Klimaschutz eine Zukunftsaufgabe ist und immens vieZiele eine große Herausforderung. Die Diversität des Themas bietet vielfältige Anknüpfungspunkte für die Projektarbeit, weswegen Klimaschutz nicht zwingend das Hauptziel
24

hausgasen beiträgt. Die Organisation sollte

le Facetten hat, ist die Festlegung konkreter

die einzelnen Schritte ihrer Wirkungskette hin zur CO2-Reduzierung aufschlüsseln und können. 	 so eine stringente Wirkungslogik vorlegen

eines Angebots sein muss, aber mitgedacht

Wer das Klima schützen will, arbeitet zwangsund Berechnungen. Klimaschutz muss langfristig gedacht werden, weshalb sich heute noch nicht sagen lässt, welche Ansätze und Konzepte am erfolgreichsten sein werden. Umso wichtiger ist es, dass die Organisation

läufig vorrangig mit Hypothesen, Annahmen

3

hat das projekt	 ausreichend realitätsbezug?

gut und welche gar nicht? Sind unsere Akti-

vitäten auch auf lange Sicht zielführend? Ob und die Wirksamkeit ihrer Arbeit fest im Blick

eine Organisation die Qualitätsentwicklung hat, erkennen Soziale Investoren neben retransparenten Berichtswesen. Hat die Orgaund überprüft sie diese? Gibt es vielleicht

gelmäßigen Evaluationen vor allem an einem nisation eventuell Zwischenziele formuliert, organisationsinterne Reflexionsrunden, Ausoder Feedbackrunden mit den Stakeholdern?

eine fundierte, allgemein anerkannte wissenschaftliche Theorie heranzieht oder auf andere Projekte verweist, die bereits relevante Erfahrungen im Bereich Klimaschutz gemacht haben. Die Projekte müssen so entworfen und angelegt sein, dass ihre Umsetzung realistisch ist. Die Organisation sollte im Vorfeld eine Umfeld- und Bedarfsanalyse

wertungsgespräche mit den Teilnehmern

5

wird das projekt 	 von einer leistungsfähigen organi-	 sation getragen?	
Der Klimaschutzdiskurs ist geprägt von theo­ retisch-fachlichen Auseinandersetzunge und ist eine Frage technischer Details. Die Zusam­ menhänge sind kompliziert, der wirksamste ist ein Thema für Experten – darf aber den Weg zum Ziel ist ungewiss. Kurz: Klimaschutz Nicht-Experten nicht ausschließen. Die Orga­ sprechendes Fachpersonal als auch die Res­

gemacht haben, sie sollte ihren Handlungsspielraum und ihre Zielgruppen gut kennen und die Angebote entsprechend ausgestalten.

4

Klimaschutzprojekte basieren zu einem Großwie Klimaschutz gelingen kann. Deshalb ist

betreibt die organisation eine stetige wirkungsanalyse?

nisationen benötigen deshalb sowohl ent­ sourcen für Qualifizierungs- und Weiterbil­ungsmaßnahmen, um die Umsetzung d leis­ en zu können. t ihrer Klimaschutzprojekte langfristig gewähr-

teil auf hypothetischen Annahmen darüber, es für die Organisationen besonders wichtig, die eigene Arbeit und Strategie immer wieder zu hinterfragen: Sind wir noch auf

dem richtigen Weg? Was haben wir bisher erreicht, welche Maßnahmen funktionieren

Klimaschutz ist aber auch ein sehr wirtschaftsnahes Thema, denn der notwendige gesellschaftliche Wandel kann mithilfe von
25

Innovationen entscheidend vor­ngetrieben a werden: Produkte, Verfahren und DienstleisHier gibt es einen neuen, großen Markt. 	 tungen müssen klimaschutz­ auglich werden. t

tung des Angebots sehr einfach. Aber auch eine gute Aufbereitung der Projektmaterialien und Tools kann dazu beitragen, dass andere die Idee leicht aufnehmen und für sich nutzen können und auf dieser Basis ein eigenes Projekt aufbauen. Das kann das gesamte Angebot umfassen oder einzelne Aspekte wie den methodischen Ansatz. bildfunktion zu.	

Viele der Innovationen entste­ en nicht nur in h profitorientierten Unterneh­ en, sondern m auch in der Zivilgesellschaft. Doch gemein-

nützigen Organisationen stehen meist nicht

die gleichen Strukturen und Prozesse zur Verfügung wie Unternehmen. Vergleichbares Fach- und Managementwissen ist – obwohl benötigt – damit nicht selbstverständlich

Dem Projekt kommt so eine wichtige Vor-

Ebenso essenziell ist es, dass die Organisafesten Bestandteil in ihr Projekt integrieren.

vorhanden. Anhand einer transparenten aber gute Indizien dafür finden: Veröffentlicht sie zum Beispiel Finanzdaten und Inforauf ihrer Website? Ist sie Unterzeichner der Initiative Transpa­ ente Zivilgesellschaft?	 r

tionen das Prinzip der Zusammenarbeit als In Kooperationen mit Akteuren, die das eigene Angebot sinnvoll ergänzen, entstehen wichtige Synergien, die die Wirksamkeit einer

Darstellung der Organisation lassen sich

mationen zu den Governance-Strukturen

Maßnahme potenzieren. Auch der Austausch mit anderen Klimaschützern ist bei einem derartig fachspezifischen Thema unerlässlich. Für Soziale Investoren heißt das: Gibt es ge-

6

Klimaschutz funktioniert nicht im Kleinen. Ein einzelner gepflanzter Baum erzielt nicht genug Wirkung, um einen entscheidenden Unterschied für das Klima zu erzielen. Statt isolierter Einzelmaßnahmen müssen die

kann das projekt breitenwirkung erzielen?

meinsame Ziele, die in einer KooperationsOrganisation Ethikrichtlinien für Kooperationen festgelegt? Sucht sie aktiv nach Part-

vereinbarung festgehalten wurden? Hat die

nern und bindet sie diese entsprechend ihren Kompetenzen sinnvoll in die Projektarbeit ein? Breitenwirkung lässt sich darüber hinaus auch durch die Auswahl und Ansprache der Zielgruppen erzielen. Hier sollten die Organisationen Multiplikatoreneffekte von Anfang an mitdenken und in ihre Wirkungslogik einbeziehen. Kann die direkte Zielgruppe das Thema an weitere gesellschaftliche Gruppen herantragen und so zum Beispiel Freunde, die Familie und Kollegen ebenfalls zu Klimaschützern machen?

Projekte auf Wachstum ausgelegt sein, sie müssen ineinander greifen und gemeinsam Breitenwirkung erzielen. Nur so kann Klimaschutz gelingen. Das Wachstum des Projekts bereits im Businessplan verankert sein. Wenn

und der Organisation kann beispielsweise ein Projekt als Social Franchise angelegt worden ist, ist die Übertragung auf einen anderen Standort und damit die bundesweite Verbrei26

P

P

P

P

P

Multiplikatoreneffekte

Einzelprojekte vernetzen

4

klimaschutz
3 2 1
Maßnahmen skalieren und übertragen

NEU
Innovationen ermöglichen

Zusammenstatt gegeneinander arbeiten

Wirksamer Klimaschutz braucht einen kräftigen Motor. Einzelne Klimaschutzprojekte können auf vielfältige Art und Weise eine entsprechende Breitenwirkung erreichen und den Klimaschutz ankurbeln. 27

so können soziale investoren das engagementfeld stärken
Eine Investition in wirkungsvolle Projekte, die sich für ein gesundes Klima engagieren, bedarf besonders groß ist, kann an unterschiedlichen Punkten ansetzen. lohnt sich immer. Wer zielgerichtet Projekte dort fördern möchte, wo der Unterstützungs-

infrastruktur fördern
Diskussionen um den Klimawandel und Klimaschutz finden teilweise auf einer sehr fachlichen Ebene statt. Für die Arbeit der gemeinnützigen Organisationen, die sich für ein gesundes Klima engagieren, ist Fachwissen deshalb essenziell. Das heißt: Der Bedarf an hauptamtlichen Fachkräften ist hier besonders groß. Soziale Investoren können diese Personalstellen finanzieren, sie können aber auch die entsprechende Qualifizierung sowie Weiterbildungsmaßnahmen für die Mitarbeiter ermöglichen und so das Fachwissen in die Organisationen bringen. Da ein Großteil der bisherigen Förderungen in erster

beratung ermöglichen
Viele Mitarbeiter in Klimaschutzorganisationen haben einen wissenschaftlichen oder weise fehlt den Organisationen jedoch ein betriebswirtschaftlichen Hintergrund. Teilspezifisches Wissen über Non-Profit-ManaStelle Beratungen durch erfahrene Praktiker

gement. Soziale Investoren können an dieser und Experten finanzieren, Raum für einen Austausch schaffen oder Weiterbildungen notwendige Know-how zum Beispiel über ermöglichen. Auf diese Art können sie das das Gemeinnützigkeitsrecht, angemessene Aufsichtsstrukturen und erfolgreiches Fundraising sowie über die Theorie und Praxis gesellschaftlichen Wandels und über effektive politische Kommunikation in den Organisationen aufbauen. Insbesondere jungen gemeinnützigen Organisationen fehlt oftmals auch Wissen über strategische Organisationsentwicklung.

Linie projektbezogen ist, benötigen viele Organisationen vor allem Unterstützung auf Organisationsebene – und das langeinen längeren Zeitraum angelegt, denn ihre Ziele sind in Organisationen benötigen dafür eine entsprechend konstante fristig. Klimaschutzprojekte sind in den meisten Fällen auf der Regel nicht binnen zwei oder drei Jahren erreichbar. Die Förderung. Nur so können sie ihre Aktivitäten kontinuierlich umsetzen, die Qualität ihres Angebots dauerhaft garantieren sowie das Know-how und Erfahrungswissen der Mitarbeiter langfristig in der Organisation halten.

28

verbreitung oder skalierung unterstützen
Klimaschutz braucht Maßnahmen mit Breitenwirkung – und diese ist ohne das Engagement Sozialer Investoren nicht möglich. Soziale Investoren können die gemeinnützigen Organisationen dabei unterstützen, ihr Projekt zu skalieren und an neuen Standorten aufzubauen. Sie können mit ihrer Förderung

die Wachstumspläne einer Organisation in echtes Wachstum

evaluationen finanzieren
Viele Organisationen stehen bei der Evaluation ihres Klimaschutzprojekts vor einer besonderen Herausforderung: Nicht alle Erfolge und Wirkungen einer Maßnahme lassen sich in eingespartem CO2 berechnen und darstellen. Viele

verwandeln. Und sie können die Organisationen dabei unterstützen, ihr Erfahrungswissen aus der Projektarbeit so aufzubereiten, dass andere Akteure diese gut und einfach nutzen ren. Mit einer Spende können sie zum Beispiel Handbücher

und ähnliche Angebote an anderen Standorten zu realisieund Projektleitfäden erstellen, ihre Medienarbeit verstärken zusätzlich zu einer finanziellen Unterstützung auch wichtige Kontakte zur Verfügung stellen und der Organisation Zugang zu relevanten Netzwerken ermöglichen.

oder Veranstaltungen durchführen. Soziale Investoren können

Angebote haben nur einen indirekten Einfluss auf den Treibhausgasgehalt der schritte unterteilten Wirkungslogik. In meist sehr aufwändig und umfangreich. Den meisten Organisationen fehlen die sen, um eine geeignete Methode zur Luft und folgen einer in viele Zwischendiesen Fällen sind Wirkungsanalysen

netzwerkstrukturen etablieren
Zusammenarbeit ist das A und O für einen wirksamen Klimaschutz. Bisher ist das Feld jedoch von heterogenen und schlecht vernetzten Strukturen geprägt. Klimaschutz ist ein

Ressourcen und das methodische WisEvaluation ihrer Maßnahmen zu entwickeln. Soziale Investoren können den und zum Beispiel regelmäßige EvaluaOrganisationen unter die Arme greifen tionen finanzieren oder eine kontinuierliche Begleitung der Qualitätsentwicklung durch einen Coach ermöglichen. Das Wissen darüber, was gut funktioim Feld helfen, Aktivitäten besser zu planen und anzupassen.

Querschnittsthema, es wird oftmals an andere Themen anFach-Nischen. Eine gemeinsame Klimaschutzbewegung aller

gedockt und die Projekte bewegen sich in ihren spezifischen Akteure gibt es nicht. Doch für wirkungsvollen Klimaschutz müssen Netzwerkstrukturen geschaffen werden, die ein gemeinsames strategisches Vorgehen ermöglichen. Soziale Investoren können diesen Gedanken aufgreifen und zum Beispiel eine auf Vernetzung spezialisierte Organisation unterstützen, Veranstaltungen und Austauschtreffen finanzieren, die Gründung von Plattformen vorantreiben oder Mediatorenprojekte fördern.

niert, kann außerdem anderen Akteuren

29

der weg zu wirkungsvollem engagement
Sie wollen das Engagement für den Klimaschutz stärken und möchten wissen, an welchen Punkten Sie wie helfen können? Die folgende Übersicht zeigt, wie Sie das passende mögliche Wirkung erzielen können. Engagementfeld auswählen und dort größt-

was möchten sie tun?
Die Hauptverursacher von CO2-Emissionen zu einer dauerhaften und relevanten Reduzierung ihres Treibhausgasausstoßes bewegen.

Die Wirksamkeit und Qualität guter Projektarbeit maximieren.

Ein erfolgreiches Konzept ausweiten oder verbreiten und Breitenwirkung erzielen.

Tipps zum strategischen Spenden Gerade bei größeren Fördersummen rät PHINEO dazu, bei der Spendenentscheidung strategisch vorzugehen. Mit den „10 Tipps zum strategischen Spenden“ unterstützt PHINEO Sie dabei, die richtigen Fragen zu stellen, um das philanthropische Engagement wirkungsvoll zu gestalten. Die Tipps finden Sie auf: www.phineo.org

Den CO2-Ausstoß direkt reduzieren oder kompensieren

Klimaschutz im Alltag der Bevölkerung verankern.

Klimaschutz ganzheitlich fördern.

30

hier können sie ansetzen:
Wer Klimaschutz in großem Maßstab mitgestalten will, muss auch an den großen Stellschrauben drehen und Akteure in Politik und Wirtschaft adressieren. Dafür braucht das Klima eine starke Stimme, die Positionen formuliert, Forderungen stellt und sich für ein gesundes Klima einsetzt. Das ist oft ein langwieriger Prozess – er verspricht aber auch die entscheidenden Veränderungen im Sinne des Klimaschutzes. Organisationen, die sich mit ihren Kampagnen und Projekten direkt an die Politik und die Unternehmen wenden, benötigen entsprechend engagierte Förderer, die ihre Vision teilen und sie langfristig begleiten. Für wirkungsvollen Klimaschutz ist Fachwissen unerlässlich, denn das Thema ist sehr technisch und komplex. Geben Sie den Organisationen den Raum und die Möglichkeiten, die größtmögliche Wirkung aus ihrer Arbeit herauszuholen. Ermöglichen Sie zum Beispiel Evaluationen, indem Sie die Personalkosten für einen Berater übernehmen oder eine externe Evaluation finanzieren. Versetzen Sie die Organisation in die Lage, sich fachliche Expertise an Bord zu holen, und finanzieren Sie zum Beispiel eine entsprechende Stelle. Sie können die Qualifizierung und Weiterbildung der Mitarbeiter fördern und so die Zukunftsfähigkeit des Projekts garantieren. Und Sie können die Infrastruktur der Organisation ausbauen, etwa über die Finanzierung einer zusätzlichen Kraft für das Fundraising. Klimaschutzmaßnahmen müssen in die Breite wirken. Ermöglichen Sie das Wachstum erfolgreicher Projekte und damit eine große Reichweite! Sie können zum Beispiel die Skalierung und Übertragung eines Angebots an einen anderen Standort fördern, indem Sie Personalkosten tragen, die Erstausstattung des Standorts zahlen oder die Miete für Räumlichkeiten übernehmen. Sie können aber auch die Qualifizierung der neuen Mitarbeiter finanzieren oder die Erstellung von Handbüchern und Schulungsmaterialien unterstützen. Wer seinen CO2-Ausstoß nicht weiter reduzieren kann, kann ihn auf unterschiedliche Weise kompensieren: Einige Projekte sind zum Beispiel im Bereich Aufforstung und Moorwiedervernässung aktiv, andere setzen auf Maßnahmen wie die Verbreitung von Solarkochern in Entwicklungsländern. In jedem Fall ist es wichtig, dass die Projekte die Kriterien einer nachhaltigen Entwicklung berücksichtigen und deren Einhaltung stetig überprüfen. Kompensationen können dauerhaft in die eigene Klimaschutzstrategie integriert werden, eignen sich aber auch als punktuelle Einzelmaßnahme. Ein nachhaltiger Lebensstil lässt sich nicht per Gesetz verordnen. Auch wohlgemeinte Ratschläge reichen nicht aus, um einen gesellschaftlichen Wandel hin zu einem klimafreundlichen Lebensstil zu veranlassen. Klimaschutz muss greif- und erlebbar sein, er muss „cool“ werden, attraktiv sein. Er muss im Alltag jedes Einzelnen ankommen. Fördern Sie Projekte, die den Bürger einbeziehen, die Selbstwirksamkeit erfahrbar machen, aufklären und Austausch ermöglichen! Unterstützen Sie nicht nur ein einzelnes, sondern mehrere Projekte und Aktivitäten – und werden Sie so der Vielseitigkeit des Klimaschutzes gerecht! Entwickeln Sie eine Förderstrategie, die zu Ihnen passt: Kombinieren Sie zum Beispiel direkte und indirekte Ansätze oder große und kleine Organisationen. Nehmen Sie auch vermeintlich unbequeme Projekte in Ihr Förderportfolio auf. Auf diese Art können Sie nicht nur die jeweiligen Akteure fördern, sondern diese auch miteinander vernetzen und so noch mehr Wirkung erreichen.

was das für sie bedeutet
Finanzieren Sie eine komplette Kampagne bis zum Ende durch. Dafür brauchen Sie einen langen Atem, Sie können aber auch eine sehr große Wirkung erzielen.

Unterstützen Sie die Organisation dort, wo sie am dringendsten Unterstützung benötigt. Wer an diesen Stellen investiert, stellt dabei aber auch die Wirksamkeit der Projektarbeit vor die eigene Sichtbarkeit.

Hier setzen Sie auf bewährte Ansätze, die wirken – und können diese Wirkung noch potenzieren.

Achten Sie auf Breitenwirkung! Hier können Sie nur dann wirklich etwas bewegen, wenn CO2 in großem Umfang reduziert beziehungsweise kompensiert wird.

Mit alltagsnahen, niedrigschwelligen Angeboten können Sie Klimaschutz „von unten“ anschieben. Signifikante CO2Einsparungen entstehen dabei meist erst langfristig. Mit einem breitgefächerten Förderportfolio sind Sie ein wichtiger Motor für den Klimaschutz. Das ist jedoch nur mit einem entsprechenden Zeitund Geldbudget möglich.
31

die phineo-methode: analyse mit herz und verstand
Integration, Umweltbildung, Demenz – so vielfältig die Bereiche gesellschaftlichen Engagements sind, so unterschiedlich sind die jeweiligen Rahmenbedingungen für die Arbeit zivil-

die acht kriterien der phineo-analyse

gesellschaftlicher Akteure. Um die Wirkung gemeinnütziger Arbeit angemessen einschätzen zu können, greift PHINEO spezifische nützige Organisationen aller Art und Größe innerhalb dieses gesellschaftspolitische Themenfelder auf und untersucht gemeinThemenfelds auf ihre Leistungsfähigkeit und ihr Wirkungspotenzial hin. Projekte, die in allen Punkten überzeugen können, zeichnet PHINEO mit dem Wirkt-Siegel aus. Die wichtigsten Analyseergebnisse werden in Projektporträts zusammengefasst und im Rahmen eines Themenreports zu dem jeweiligen Engagementfeld vorgestellt sowie auf www.phineo.org veröffentlicht. Die Teilnahme am Anaund kostenfrei.

Drei projektbezogene und fünf organisationsbezogene Kriterien bilden den Fahrplan für die Einschätzung einer gemeinnützigen Organi-

sation und der Wirksamkeit ihrer Aktivitäten. sich aus der Bewertung zahlreicher Unterkategorien zusammen.

Die Analyse der einzelnen Kategorien setzt

Die Einschätzung des Wirkungspotenzials des Projekts erfolgt über folgende drei Kriterien: Ziele und Zielgruppen Ansatz und Konzept Qualitätsentwicklung Die Einschätzung der Leistungsfähigkeit der Organisation erfolgt über die folgenden fünf Kriterien:

lyseverfahren ist für die gemeinnützigen Organisationen freiwillig

Analyse des Themenfeldes mit seinen Herausforderungen und Besonderheiten

Analyse der Organisation auf ihre Leistungsfähigkeit

Vision und Strategie Aufsicht

Leitung und Personalmanagement Finanzen und Controlling

Analyse des Projekts im Themenfeld auf sein Wirkungspotenzial

Transparenz und Öffentlichkeitsarbeit

32

in vier schritten zum wirkt-siegel
aller vier Analysestufen voraus.

Die Auszeichnung mit dem Wirkt-Siegel von PHINEO setzt das erfolgreiche Durchlaufen

In einem ersten Schritt geben die Organisaihre Aktivitäten und Projekte sowie zu ihrer

tionen via Online-Fragebogen Auskunft über Gemeinnützigkeit. Erfüllt das Projekt die PHINEO-Anforderungen, sendet die Organisation im nächsten Schritt Informationszung, Jahresberichte, Finanzinformationen und Berichte über ihre inhaltliche Arbeit. Diese werden vom Analystenteam ausgewer-

themenreports als orientierung

engagement mit wirkung

materialien an PHINEO, darunter die Sat-

Die Analyseergebnisse werden in Themen-

reports aufbereitet. Welche Potenziale hat gemeinnütziges Engagement in einem bestimmten Themenfeld? Woran erkenne ich arbeiten? Und wie kann ich die Arbeit ge-

tet und anhand der Kriterien beurteilt. Auf der nächsten Stufe machen sich die PHINEOAnalysten bei einem Besuch vor Ort ein Bild von der gemeinnützigen Organisation.

als Förderer Projekte, die wirkungsorientiert meinnütziger Organisationen ganz konkret stellen wir neben den empfohlenen Projekten

Vermuten ist gut, herausfinden ist besser.

unterstützen? In den PHINEO-Themenreports das gesamte Themenfeld vor, wir identifiziedecken Förderlücken auf und erläutern die Rolle gemeinnützigen Engagements im Themenfeld. Für die Themenreports arbeitet PHINEO immer auch mit Experten aus den jeweiligen Themenfeldern zusammen.

Ist das Team insgesamt von der Arbeit der

Organisation überzeugt, schlägt es die Organisation der Empfehlungskommission vor. Die dort versammelten externen Experten entscheiden abschließend darüber, welche Organisationen und Projekte von PHINEO empfohlen werden und das Wirkt-Siegel erhalten.

ren erfolgversprechende Handlungsansätze,

Eine ausführliche Darstellung der Methode finden Sie in dem 52 Seiten umfassenden Handbuch „Engagement mit Wirkung“ auf: www.phineo.org

Das PHINEO-Analyseverfahren

1 2
Expertensitzung Recherche OnlineFragebogen InfoMaterialien

3
Vor-OrtBesuch Analyseergebnisse

4
Empfehlungskommission

Wirkt-Siegel

Themenreport

33

herzlichen dank!
Die PHINEO gAG bedankt sich herzlich bei allen Beteiligten, die an der Erarbeitung des Themenreports Klimaschutz mitgewirkt harigen Porträts wären ohne die kontinuierliche ben. Dieser Themenreport und die dazugehöund kompetente Begleitung durch eine VielEin ebenso herzlicher Dank gilt den Experten, die uns bei der thematischen VorbeWorkshop unterstützt haben: Umwelt, Osnabrück reitung dieses Reports in einem ganztägigen Michael Dittrich Deutsche Bundesstiftung Samuel Höller Wuppertal Institut für Klima, Umwelt, Energie GmbH - Büro Berlin Dr. Holger Krimmer Stifterverband

zahl von renommierten Wissenschaftlern und

erfahrenen Praktikern im Bereich Klimaschutz nicht möglich gewesen.

sowie Kennern des gemeinnützigen Sektors

für die Deutsche Wissenschaft, Essen Martin Rocholl European Climate Foundation, Berlin

Für einen intensiven Austausch über das Themenfeld Klimaschutz im Vorfeld der Reporterstellung danken wir herzlich: Prof. Dr. Claudia Kemfert Deutsches Berlin Berlin

Katharina Reuter Klima-Allianz, Düsseldorf

Tilmann Santarius Germanwatch e. V., Bonn Dr. Sybil Steuwer Rat für nachhaltige Entwicklung, Berlin

Institut für Wirtschaftsforschung e. V. , Sebastian Metzger co2online gGmbH,

Auch bei den Mitgliedern der Empfehlungskommission bedanken wir uns herzlich: Weert Diekmann DekaBank Deutsche Girozentrale, Frankfurt am Main Office Ltd., Zürich

Für die Erstellung eines inhaltlichen Papiers zum Themenfeld Klimaschutz, für die Teilnahme an der Empfehlungskommission Workshop zur thematischen Vorbereitung des Reports danken wir herzlich: Matthias Duwe Ecologic Institute, Berlin Timon Wehnert Wuppertal Institut für Klima, Umwelt, Energie GmbH - Büro Berlin

Dr. Stehn Ehlern Ferguson Partners Family Dr. Christian Meyn Auridis gGmbH, Neuss Dr. Dirk Scheffler e-fect dialog evaluation consulting eG, Trier Bank, Stuttgart

sowie die Teilnahme an einem ganztägigen

Mirjam Schwink Baden-Württembergische Dr. Heinrich Weninger Kathrein Privatbank Aktiengesellschaft, Wien Hans-Günter Zeger Rotary Club, Berlin

34

impressum
1. Auflage, April 2013 © PHINEO gAG, Berlin Für inhaltliche Fragen zu diesem Themenreport steht Ihnen gern zur Verfügung: Kerstin Albrecht Zoë Felder Kerstin.Albrecht@phineo.org Zoe.Felder@phineo.org Jonathan Przybylski Jonathan.Przybylski@phineo.org Kontakt PHINEO gAG 10178 Berlin
Diesem Themenreport liegen in der gedruckten Fassung Projektporträts der von PHINEO empfohlenen Organisationen und Projekte bei. Die Informaauf deren eigenen Angaben. Eine vollständige Überprüfung dieser

Anna-Louisa-Karsch-Str. 2 Tel. +49 . 30 . 52 00 65 - 400 Fax +49 . 30 . 52 00 65 - 403 info@phineo.org www.phineo.org

tionen zu den Organisationen basieren

Angaben ist trotz sorgfältiger inhaltlicher Kontrollen durch PHINEO nicht möglich. PHINEO übernimmt daher keine Gewähr für die Richtigkeit, Vollständigkeit und Aktualität der

Informationen. Gleiches gilt für die und Organisationen. Finanzielle

zukünftige Entwicklung von Projekten Investitionen erfolgen in jedem Fall

Hauptverantwortung: Dr. Philipp Hoelscher Analyse: Kerstin Albrecht, Zoë Felder, Jonathan Przybylski (Verantwortliche

auf eigenes Risiko. Eine rechtliche

Verpflichtung von PHINEO aufgrund besteht nicht. Ansprüche gegen

der Bereitstellung der Informationen PHINEO, die auf die Nutzung der

Analysten), Doreen Kubek, Bettina Kurz, Redaktion: Annett Zühlke

veröffentlichten Inhalte und besonders die Nutzung fehlerhafter und unvollwerden, sind ausgeschlossen. ständiger Informationen zurückgeführt

Benjamin von der Ahe (Zusatzanalysten) Gestaltung: Stefan Schultze

Illustrationen: Annett Zühlke, Stefan Schultze Druck: Klimaneutraler Druck auf Recyclingpapier durch Druckhaus Berlin-Mitte GmbH Bildnachweise Titel: S. 1:

Schutzgebühr Druckausgabe: EUR 19,90

PHINEO Downloads

© iStockphoto.com / evirgen © PHINEO gAG © iStockphoto.com / Scott Cressman
Die PHINEO-Themenreports und -Ratgeber sind darüber hinaus für Sie kostenlos als PDF auf zum Download erhältlich.

S. 4/5:

S. 10/11: © Bergwaldprojekt e.V.

S. 22/23: © iStockphoto.com / Stephan Kerkhofs

www.phineo.org/publikationen

35

literaturverzeichnis
Weitere Literaturtipps sowie interessante Links zum Thema finden Sie unter: www.phineo.org Allianz Umweltstiftung, Informationen zum Thema München 2009 „Klimaschutz“: Erkenntnisse, Lösungsansätze und Strategien, Kuckartz, Klimabewusstsein in Europa: Liegt Deutschland Rettet uns Politik oder Geo-Engineering?, Stuttgart 2011 Lemken / Helfert / Kuhndt / Lange /Merten (Hrsg.), vorne? In: Jahrbuch Ökologie 2011, Die Klima-Manipulateure.

Bandt, Den Mutbürger bei der Energiewende beteiligen – die Zivilgesellschaft stärken. eNewsletter Wegweiser Bürgergesellschaft 10/2012, Bonn 2012

Strategische Allianzen für nachhaltige Entwicklung. NPOs, Wuppertal 2010

Innovationen in Unternehmen durch Kooperationen mit

Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und

Reaktorsicherheit (Hrsg.), Investitionen für den Klimaschutz. Die projektbasierten Mechanismen CDM und JI, Berlin 2010 California Environmental Associates, Design to Win. San Francisco 2007

Lorentz, Beweise, bitte! In: Die Zeit, Heft 9/2012, Hamburg 2012

Philanthropy’s Role in the Fight against Global Warming,

Ludewig/Küchler/Meyer, Energiewende finanzieren durch Abbau umweltschädlicher Subventionen. Gutachten des Greenpeace, Berlin 2011 Forums Ökologisch-Soziale Marktwirtschaft im Auftrag von

Dunker, Warum ist Bürgerbeteiligung an der

Energiewende erforderlich und wie kann die Beteiligung gestaltet werden? eNewsletter Wegweiser Bürgergesellschaft 10/2012, Bonn 2012

Matthes, Klimawandel und Klimaschutz. In: Bundeszentrale Heft 287: Umweltpolitik, Bonn 2008

für politische Bildung, Informationen zur politischen Bildung,

Deutschlands Energiewende – Ein Gemeinschaftswerk für die Zukunft, Berlin 2011

Ethik-Kommission Sichere Energieversorgung,

New Philanthropy Capital (Hrsg.), Green philanthropy. Funding charity solutions to environment problems. A guide for donors and funders, London 2007

GEO (Hrsg.), Klimawandel: Der letzte Zweifel schmilzt, Hamburg 2007

Santarius, Klimawandel und globale Gerechtigkeit. In: Aus Politik und Zeitgeschichte (APuZ), Heft B24/2007, Bonn 2007, S.18-24

Germanwatch e. V. (Hrsg.), Deutschland auf dem Weg als Beitrag zu Rio 20+, Berlin 2012

in eine „Green and Fair Economy”? Eine NGO-Perspektive

Wissenschaftlicher Beirat beim Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie, Wege zu einer wirksamen Klimapolitik, Berlin 2012

IPCC (Hrsg.), Fourth Assessment Report of the

Intergovernmental Panel on Climate Change, Genf 2007 Kemfert, Die andere Klima Zukunft. Innovation statt Depression. Murmann Verlag, Hamburg 2008

Wissenschaftlicher Beirat der Bundesregierung

Globale Umweltveränderung (WBGU), Welt im Wandel. Gesellschaftsvertrag für eine Große Transformation. Zusammenfassung für Entscheidungsträger, Berlin 2011

Kemfert, Kosten des Klimawandels ungleich verteilt: In: Wochenbericht des DIW Berlin, Heft 12–13/2008, Berlin 2008, S.137-142

Wirtschaftsschwache Bundesländer trifft es am härtesten.

36

Die Projektporträts aller Themenreports finden Sie im Internet unter: www.phineo.org / projektportraets

Unsere kostenfreie Wirkt-App mit allen Projektporträts bekommen Sie für Apple iPad und iPhone unter https://itunes.apple.com/de/ app/id533415414?mt=8 Die Version für Geräte unter Google Android bekommen Sie hier: https://play.google.com/store/ apps/details?id=com.blauberries. phineowirkt

Beratungshaus für wirkungsvolles gesellschaftliches Engagement. Ein breites Bündnis aus gemeinnützige Aktiengesellschaft PHINEO Wirtschaft und Zivilgesellschaft hat 2010 die ins Leben gerufen, um den gemeinnützigen

PHINEO ist ein unabhängiges Analyse- und

PHINEO -Analyse gemeinnützige Projekte,

die besonderes Potenzial haben, die Geselldieser empfehlenswerten Organisationen, Reports zu ausgewählten Themenfeldern, Ratgebern zum Wie des Gebens sowie

schaft nachhaltig zu gestalten. Mit Porträts

Sektor zu stärken. Um dieses Ziel zu erreichen, tun, sondern auch Gutes bewirken wollen. setzt PHINEO bei allen an, die nicht nur Gutes
PHINEO empfiehlt auf Basis der mehrstufigen

individueller Beratung bietet PHINEO Orientierung für wirkungsvolles gesellschaftliches Engagement. www.phineo.org

phineo ist ein bündnis starker partner
Hauptgesellschafter

Gesellschafter

Ideelle Gesellschafter

Strategische Partner

• CSI – Centrum für soziale Investitionen und Innovationen
Förderer

• Deutscher Spendenrat • Stiftung Charité

• Freshfields Bruckhaus Deringer LLP • MLP Finanzdienstleistungen AG

• Warth & Klein Grant Thornton AG

BERGWALDPROJEKT-EINSATZWOCHEN BERGWALDPROJEKT e.V.
Die Organisation Bergwaldprojekt e.V.

Rechtsform eingetragener Verein Gründungsjahr 1991 Kontakt Peter Naumann Projektleiter CSR und Öffentlichkeitsarbeit Pickelstraße 2 97080 Würzburg +49 . 9 31 . 452 62 61 presse@bergwaldprojekt.de www.bergwaldprojekt.de Das Projekt Start des Projekts: 1991 Erreichte Personen: 1.481 Teilnehmer (2011) Wirkungsregion: lokal, regional, bundesweit Einnahmen	 Organisation = Projekt 2010 680.000 € 2011 724.000 € 2012* 710.000 € * geschätzt Mitarbeiter	 Organisation = Projekt Hauptamtliche 6,25 Honorarkräfte 24 Ehrenamtliche 86

herausforderung

Waldsterben beschleunigt Klimawandel Wälder sind die größten Kohlenstoffspeicher der Landlebensräume. Sie spenden Schatten, bremsen Winde, verdunsten Wasser. Kurz: Sie wirken besonders ausgleichend auf das Klima. Wälder schützen aber auch vor Erosionen, Hochwasser, Steinschlag und Lawinen, wenn sie so angelegt sind, dass sie die natürliche Biodiversität fördern. Doch der globale Klimawandel gefährdet den deutschen Waldbestand. Heiße und trockene Sommer, starke Winde – nicht-standortheimische Bäume können dem nicht lange standhalten. Fichten sind dabei besonders labil: Neun von zehn der durch den Sturm Kyrill 2007 umgeworfenen Bäume waren Fichten. Ein Wald kann sich aber nicht von heute auf morgen auf diese Veränderungen einstellen. Viele Wälder in Deutschland sind als Monokulturen angelegt worden, beispielsweise als reine Fichtenwälder. Sie sind anfälliger für Sturmwurf und Insektenbefall als naturnahe Mischwälder und deshalb vom Waldsterben besonders betroffen. So beschleunigt der Rückgang an Wald aufgrund des Klimawandels den Klimawandel noch mehr. Ein Teufelskreis.

handlungsansatz

Freiwillige Arbeitseinsätze im Wald Das Bergwaldprojekt macht den deutschen Wald klimafest. Hier kann jeder Bürger bei freiwilligen einwöchigen Arbeitseinsätzen selbst Hand anlegen und bei der Pflege und Aufforstung von Schutzgebieten helfen. Dafür arbeitet das Bergwaldprojekt mit lokalen Forst- und Nationalparkbehörden zusammen. Ob Nordseeinsel Amrum oder bayerische Alpen – die Teilnehmer können zwischen 35 Einsatzorten in ganz Deutschland wählen. Sie pflanzen standortheimische und wärmeresistentere Bäume wie die Buche an, helfen bei der Renaturierung von Mooren und Bächen oder bauen Zäune, Begehungswege und Dreibeinböcke. Zum Abschluss der Woche gehen die freiwilligen Helfer gemeinsam auf eine thematisch passende Exkursion. Für die Teilnehmer fallen lediglich die Kosten für die Anreise an; die Organisation stellt eine einfache Unterkunft und die Verpflegung bereit. Neben den klassischen Arbeitswochen hat die Organisation die „Waldschule“ mit Sondereinsätzen für Schulklassen und angehende Pädagogen im Programm. Die Schüler lernen bei leichten Pflegearbeiten Wald und Wiese kennen: Sie tragen zum Beispiel Verbissschutz auf Tannen und Buchen auf, bauen Zäune ab und pflanzen Setzlinge in Gegenden, die stark vom Borkenkäfer verwüstet wurden. Pädagogikstudenten überprüfen im Rahmen eines Seminars theoretische Konzepte auf ihre Wirksamkeit. Besonders toll: Das Bergwaldprojekt bietet auch Arbeitseinsätze für Unternehmen im Rahmen ihres Corporate Volunteering an.

BERGWALDPROJEKT-EINSATZWOCHEN BERGWALDPROJEKT e.V.
Wirkungspotenzial des Projekts Ziele und Zielgruppen Ansatz und Konzept Qualitätsentwicklung Leistungsfähigkeit der Organisation Vision und Strategie Aufsicht Leitung und Personalmanagement Finanzen und Controlling Transparenz und Öffentlichkeitsarbeit Legende
herausragend sehr gut gut

Finanzierungsquellen der Organisation
H. 2% G. 30% A. 33 %

akzeptabel

entwicklungsbedürftig unzureichend

F. <1 % D. 20%
A. B. C. D. E. F. G. H.

Spenden Zuwendungen von Stiftungen/Vereinen Mitgliedsbeiträge Sponsorengelder Zins-/Vermögenserträge Öffentliche Gelder Leistungsabhängige Einnahmen Sonstige

C. 8%

B. 4%
Abweichungen von 100 % ergeben sich durch math. Runden

resultate

Mehr Wald fürs Klima Ferien für den Klimaschutz: 2011 wurden rund 100.000 Bäume von insgesamt knapp 1.500 Teilnehmern während etwa 70 Arbeitseinsätzen gepflanzt. Die Arbeitsurlaube leisten einen wichtigen Beitrag zum naturnahen Waldumbau, zur Stabilisierung der Waldökosysteme und zur Förderung der Artenvielfalt. Das Bergwaldprojekt ist 1991 aus einem Greenpeace-Projekt in der Schweiz heraus entstanden. Inzwischen ist es bundesweit tätig und hat Ableger in Spanien und der Ukraine. Die authentische und ehrliche Handwerksarbeit des Bergwaldprojekts begeistert. Viele Projektwochen sind schnell ausgebucht, 40 Prozent der Teilnehmer kommen wieder, einige von ihnen bleiben dem Bergwaldprojekt über Jahre hinweg treu. Aus vielen enthusiastischen Helfern werden mit der Zeit hochmotivierte Gruppenleiter. So hat das Bergwaldprojekt neben dem Schutz des Ökosystems Wald auch ein soziales Anliegen: Die Teilnehmer erleben Wald und Klimaschutz hautnah und werden, angesteckt von der großen Hingabe der Vereinsmitglieder, Multiplikatoren für die Sache. Vor allem bei Unternehmen und Schulklassen als Zielgruppen haben die Arbeitseinsätze und die damit verbundene Erfahrung der eigenen Selbstwirksamkeit großes Potenzial dafür, eine intensive Auseinandersetzung mit der Natur und dem persönlichen Beitrag gegen den Klimawandel anzuregen und Verhaltensänderungen anzustoßen.

eMPfehlungen

Kleine Spenden mit großer Wirkung Das Bergwaldprojekt ist gelebter Klimaschutz, der ansteckt und begeistert. Es eignet sich hervorragend für Corporate-Volunteering-Einsätze – und für Soziale Investoren mit grünem Daumen. So wie kleine Arbeitseinsätze hier Großes bewegen können, sind es beim Bergwaldprojekt oft bereits die kleineren Beträge, die Großes bewirken. Eine Spende von 60 Euro zum Beispiel ermöglicht einen kompletten Einsatztag für einen Freiwilligen – inklusive Unterkunft, Verköstigung, Versicherung, Fahrzeug- und Werkzeugeinsatz. Für 150 Euro kann das Bergwaldprojekt die Werkzeuggrundausstattung samt Axt, Handsäge, Hippe und Pflanzhaue für einen Helfer finanzieren. Und mit 500 Euro können die Freiwilligen 100 standortheimische Bäume pflanzen sowie die notwendigen vor- und nachbereitenden Arbeiten wie Verbissschutz, Pflege und Zaunbau durchführen. Auch Sachspenden – von Outdoorausrüstung über Offroadfahrzeuge bis hin zu Biolebensmitteln aus der Region – helfen ungemein bei der praktischen Arbeit. Neben diesen punktuellen Finanzspritzen sind vor allem langfristige Förderungen eine gute Investition, um zum Beispiel die Angebote für Unternehmen stärker in den Fokus zu rücken, das Projekt auf andere EU-Länder zu übertragen und die Waldschule für Schulklassen zu stärken. So helfen Soziale Investoren dabei, die Kleinen schon frühzeitig zu großen Klimaschützern zu machen.

Analysiert und empfohlen:

WIRKT !
Qualität Empfohlene feld im Themen z Klimaschut

22 Organisationen analysiert, 11 empfohlen 12/2012

Handlungsansatz: Selbstwirksamkeit erfahrbar machen

Hintergründe zum Themenfeld bietet der Themenreport Klimaschutz. Der Report sowie weitere Infos zum Projekt und zur Organisation sind bei PHINEO erhältlich.

HAFTUNGSAUSSCHLUSS: Ansprüche gegen PHINEO aufgrund der Nutzung der vorstehenden Informationen sind ausgeschlossen. Bitte beachten Sie unseren ausführlichen Haftungshinweis unter: www.phineo.org/haftung

AGRICLIMATECHANGE – MEHR KLIMASCHUTZ IN DER LANDWIRTSCHAFT BODENSEE-STIFTUNG
Die Organisation Bodensee-Stiftung

Rechtsform Stiftung des Privatrechts Gründungsjahr 1994 Kontakt Volker Kromrey Projektmanager Fritz-Reichle-Ring 4 78315 Radolfzell +49 . 77 32 . 99 95 40 volker.kromrey@bodensee-stiftung.org www.bodensee-stiftung.org Das Projekt Start des Projekts: 2010 Erreichte Personen: 24 Landwirtschaftsbetriebe in Deutschland (180 Personen) Wirkungsregion: lokal, regional, bundesweit, international Einnahmen	 Organisation	 Projekt 2010 474.000 € 12.000 € 2011 443.000 € 75.000 € 2012* 465.000 € 85.000 € * geschätzt Mitarbeiter	 Organisation	 Projekt Hauptamtliche 7,76 2 Honorarkräfte 1 Ehrenamtliche -

herausforderung

Landwirtschaft klimafreundlicher machen Die Wechselwirkungen zwischen Landwirtschaft und Klima sind enorm. Auf der einen Seite verursacht die Landwirtschaft 13 Prozent der Treibhausgasemissionen in Deutschland, denn durch Bodenarbeiten, Viehhaltung und den klassischen Energieverbrauch werden Gase freigesetzt, die einen erheblichen Einfluss auf das Klima haben. Auf der anderen Seite ist das Klima ein zentraler Einflussfaktor für den Ertrag, den ein Landwirtschaftsbetrieb erwirtschaften kann: Wetterphänomene wie Starkregen oder andauernde Dürre machen die Ernte kaputt oder sorgen für Hitzestress und die Verbreitung von Krankheiten bei den Tieren und Pflanzen. Die europäische Agrarpolitik konzentriert sich zurzeit vor allem auf die Themen Gewässerschutz und biologische Vielfalt. Angebote oder Programme für den einzelnen Landwirt fehlen bislang. Die Schwierigkeit: Landwirtschaft ist nicht gleich Landwirtschaft. Ein Biogasbauer hat eine andere Agenda, andere Ansprüche und Voraussetzungen als beispielsweise ein Obstbauer. Während der Biogasbauer einen hohen Rechtfertigungsdruck gegenüber der Öffentlichkeit und damit von Natur aus ein großes Interesse am Thema Klimaschutz hat, benötigt der Obstbauer vor allem ein praktisches Tool, mit dem er die Zukunft des Betriebes besser planen kann. Ein Demeter-Betrieb wiederum ist bereits sehr nachhaltig aufgestellt und interessiert sich für Schulungsangebote für fortgeschrittene Klimaschützer.

handlungsansatz

Auf klimaschonende Produktion umstellen Die Landwirtschaft ist eine Schlüsselbranche für den Klimaschutz. Die Bodensee-Stiftung hilft den Betrieben dabei, ihre Produkte so klimaschonend wie möglich zu produzieren. Sie setzt dafür auf das AgriClimateChange-Tool – eine Software, welche die Energie-, Stickstoff- und Treibhausgasbilanz eines landwirtschaftlichen Betriebs berechnet. Mit Hilfe der Analyseergebnisse planen Projektteam und Betrieb gemeinsam, welche Klimaschutzmaßnahmen möglich und tatsächlich realisierbar sind – sei es bei der Reduzierung des Verbrauchs fossiler Energie, über Einsparungen bei der Bewässerung und Reinigung oder in einer Veränderung der Landnutzungsgewohnheiten. Jeder Betrieb bleibt für drei Jahre im Programm. Einmal pro Jahr überprüft die Organisation die Umsetzung und Wirksamkeit der besprochenen Maßnahmen. Aus den kleinen Veränderungen in den einzelnen Betrieben leitet die Bodensee-Stiftung gemeinsam mit internationalen Partnern Handlungsvorschläge ab, die auf nationaler und europäischer Ebene für die Erarbeitung von Agrarumweltmaßnahmen herangezogen werden können und sollen. Das Projekt wird von Kommunikations-, Schulungs- und Sensibilisierungsaktivitäten begleitet, darunter die Veröffentlichung eines Handbuchs Energieeffizienz und die Organisation einer europäischen Konferenz.

AGRICLIMATECHANGE – MEHR KLIMASCHUTZ IN DER LANDWIRTSCHAFT BODENSEE-STIFTUNG
Wirkungspotenzial des Projekts Ziele und Zielgruppen Ansatz und Konzept Qualitätsentwicklung Leistungsfähigkeit der Organisation Vision und Strategie Aufsicht Leitung und Personalmanagement Finanzen und Controlling Transparenz und Öffentlichkeitsarbeit Legende
herausragend sehr gut gut

Finanzierungsquellen der Organisation
G. 2 % H. <1% A. 6 % B. 18% E. <1% F. 74 %
A. B. C. D. E. F. G. H. Spenden Zuwendungen von Stiftungen/Vereinen Mitgliedsbeiträge Sponsorengelder Zins-/Vermögenserträge Öffentliche Gelder Leistungsabhängige Einnahmen Sonstige
Abweichungen von 100 % ergeben sich durch math. Runden

akzeptabel

entwicklungsbedürftig unzureichend

resultate

Zehn Prozent weniger CO2-Emissionen Europas Landwirtschaft wird klimaschonender: 120 Betriebe aus Deutschland, Spanien, Frankreich und Italien nehmen zurzeit am Programm AgriClimateChange teil. Lead-Partner – und damit unter anderem verantwortlich für die Gesamtsteuerung des Projekts – ist die spanische Naturschutzorganisation Fundacion Global Nature. Die Bodensee-Stiftung ist Projektpartner für Deutschland und setzt die Maßnahmen in derzeit 24 Landwirtschaftsbetrieben in BadenWürttemberg um. Bis Ende 2013 läuft AgriClimateChange als Pilotprojekt. Die Ergebnisse der ersten Erhebungsrunde nach einem Jahr Laufzeit zeigen: Die deutschen Betriebe haben zehn bis zwölf Prozent ihrer CO2-Emissionen eingespart. Das Interesse an dem Programm ist groß, viele Landwirtschaftsbetriebe fragen die Bodensee-Stiftung an und möchten am Projekt teilnehmen. Die Aktivitäten und Erfahrungen aus dem Projekt lassen sich hervorragend auf ähnliche Betriebe übertragen und können darüber hinaus für die Erstellung von Agrarumweltprogrammen herangezogen werden. Zentral sind dabei die Ideen und Maßnahmen zum Bodenschutz und zur Art der Tierhaltung in den Betrieben. Es geht genauso um den Einsatz von Düngemitteln wie um eine effiziente und effektive Bewässerung der Felder oder die Entwicklung und Implementierung von klimafreundlicheren Verfahren zur Herstellung der Produkte.

eMPfehlungen

Bundesweite Verbreitung ermöglichen Die Bodensee-Stiftung ist auf dem Weg, ein wichtiger Nachhaltigkeitsberater für die Landwirtschaft zu werden. Bei einer Verbreitung des Projekts wäre es ideal, wenn die Gesamtsteuerung für Deutschland ebenso wie die Ausbildung der Multiplikatoren bei der Bodensee-Stiftung liegen würde, während Projektpartner die praktische Arbeit mit den Landwirtschaftsbetrieben vor Ort übernehmen. Das Projekt ist bis zum Ende der Pilotphase im Dezember 2013 vollständig finanziert. Um die weitere Entwicklung des Projekts planen und vorbereiten zu können, fehlen der Stiftung jedoch Ressourcen. Soziale Investoren können deshalb mit einer Investition in Personalkosten die Weiterführung und Verbreitung von AgriClimateChange entscheidend vorantreiben. Um den Schritt vom Pilotprojekt hin zu einem bundesweiten Programm gehen zu können, benötigt die Organisation große finanzielle Unterstützung. Eine Förderung ab 10.000 Euro ermöglicht beispielweise die Analyse weiterer Betriebe, die Weiterentwicklung der Software und der Methode, die Schulung landwirtschaftlicher Berater für neue Projektstandorte sowie den Aufbau einer Datenbank als Grundlage für die Entwicklung von KlimaschutzStrategien. Die einfache Analyse und Beratung eines Landwirtschaftsbetriebs inklusive zweier Besuche kostet 1.000 Euro. Für die intensive Betreuung eines Betriebs über mindestens zwei Jahre benötigt die Organisation 5.000 bis 10.000 Euro.

Analysiert und empfohlen:

WIRKT !
Qualität Empfohlene feld im Themen z Klimaschut

22 Organisationen analysiert, 11 empfohlen 12/2012

Handlungsansatz: Direkte CO2-Reduktion

Hintergründe zum Themenfeld bietet der Themenreport Klimaschutz. Der Report sowie weitere Infos zum Projekt und zur Organisation sind bei PHINEO erhältlich.

HAFTUNGSAUSSCHLUSS: Ansprüche gegen PHINEO aufgrund der Nutzung der vorstehenden Informationen sind ausgeschlossen. Bitte beachten Sie unseren ausführlichen Haftungshinweis unter: www.phineo.org/haftung

AKTION KLIMA! BILDUNGSCENT e. V.
Die Organisation BildungsCent e. V.

Rechtsform eingetragener Verein Gründungsjahr 2003 Kontakt Silke Ramelow Vorstand Am Borsigturm 100 13507 Berlin +49 . 30 . 43 93 39 18 ramelow@bildungscent.de www.bildungscent.de Das Projekt Start des Projekts: 2008 Erreichte Personen: 72.000 Schüler und Lehrer Wirkungsregion: bundesweit Einnahmen	 Organisation	 Projekt 2010 755.628 € 511.124 € 2011 958.447 € 795.292 € 2012* 833.400 € 583.800 € * geschätzt Mitarbeiter	 Organisation	 Projekt Hauptamtliche 7 3,5 Honorarkräfte 4 1 Ehrenamtliche – –

herausforderung

Klimaschutz in die Schulen bringen Klimaschutz ist nicht nur Sache der Erwachsenen. Er muss ein wichtiger Teil im Lebensalltag jedes Einzelnen werden – auch der Kinder und Jugendlichen. Sie sind neugierig, motiviert und engagiert. Sie wollen ihre Zukunft mitgestalten und können mit ihrer unbefangenen und offenen Art viel zur Klimaschutzdebatte beitragen. Die Schule ist ein idealer Ort, um junge Menschen mit dem notwendigen Wissen und praktischen Tools auszustatten. Doch aufgrund fester Lehrpläne und mangelnder Ressourcen ist für diese Themen kein Raum. Dabei haben Klimaschutzprojekte an Schulen großes Potenzial: Die Schüler können dort selbst aktiv werden, Selbstwirksamkeit erfahren und wirklich etwas bewegen. Hier erleben sie, was Aspekte aus der Biologie, Physik oder Mathematik mit ihrem Lebensalltag zu tun haben. Dafür benötigen die Schulen jedoch mehr als einen einmaligen Projekttag oder einen einstündigen Workshop. Klimaschutz sollte ins Schulprogramm aufgenommen und zu einem integralen Bestandteil des Unterrichtsalltags werden – und vor allem die echte Teilhabe der Schüler ermöglichen.

handlungsansatz

KlimaKisten mit Tools zum Klimaschutz „Aktion Klima!“ bringt den Klimaschutz in die Schulen. Alles dafür Notwendige finden die Schüler und Lehrer in der KlimaKiste: Mit dem CO2-Messgerät zum Beispiel können sie den CO2-Gehalt im Klassenzimmer erfassen und mit einem Energiemonitor den Stromverbrauch einzelner Geräte messen. Es gibt Wasserdurchlaufmesser und Experimentiersets zur Solarenergie, aber auch Zeitschaltuhren, Energiesparlampen und schaltbare Zwischensteckdosen. Darüber hinaus ist die KlimaKiste mit Hand- und Lehrbüchern sowie Schülerarbeitsheften bestückt. 1.300 Schulen erhielten zusätzlich Fördergelder in Höhe von jeweils 500 Euro. Seit 2012 setzt BildungsCent eine weiterentwickelte Form des Programms um – die „Aktion Klima! mobil“. Sie wendet sich an Schulen, die ein eigenes Klimaschutzprojekt für ihre Kommune und mit außerschulischen Partnern umsetzen möchten. Die einen organisieren zum Beispiel eine Messe zum Thema nachhaltiges Wirtschaften, andere bauen das ehemalige Haus des Hausmeisters zu einem energieautarken und generationsübergreifenden Bildungshaus für Nachhaltigkeit und Energieeffizienz um, legen einen Klimapfad in der Nachbarschaft an oder renaturieren Bachläufe. Sie erhalten einen umfangreicheren Werkzeugkasten mit zusätzlichen Informationen und Materialien für ihre Öffentlichkeitsarbeit sowie weiteren Geräten wie eine Digitalkamera für die Dokumentation ihres Projekts. Ein KlimaTeam steht ihnen sechs Monate lang beratend zur Seite.

AKTION KLIMA! BILDUNGSCENT e. V.
Wirkungspotenzial des Projekts Ziele und Zielgruppen Ansatz und Konzept Qualitätsentwicklung Leistungsfähigkeit der Organisation Vision und Strategie Aufsicht Leitung und Personalmanagement Finanzen und Controlling Transparenz und Öffentlichkeitsarbeit Legende
			 			 			 			 			 			 herausragend sehr gut gut

Finanzierungsquellen der Organisation
G. 1% H. 1% A. 13% B.  1% C.  <1%

akzeptabel

entwicklungsbedürftig unzureichend

F. 83%
A. 	 Spenden B. 	 Zuwendungen von Stiftungen/Vereinen C.	Mitgliedsbeiträge D. 	 Sponsorengelder E. 	 Zins-/Vermögenserträge F. 	 Öffentliche Gelder G. 	 Leistungsabhängige Einnahmen H. 	 Sonstige

resultate

Neue Art des Lernens etablieren Selten kann ein Bildungsprojekt für Schulen mit einer derartig großen Reichweite umgesetzt werden: 2.400 Schulen und Bildungseinrichtungen in ganz Deutschland erhielten zwischen 2008 und 2012 die KlimaKiste. Damit erreichte das Programm 6,6 Prozent aller Schulen. Insgesamt hatten sich sogar rund doppelt so viele Schulen um eine Teilnahme beworben. Inzwischen werden die Kisten durch ein von BildungsCent organisiertes Leihsystem an andere Schulen weitergegeben und sorgen so für eine Vernetzung der Schulen untereinander. Die Schüler erleben mit „Aktion Klima!“ Selbstwirksamkeit und entwickeln Spaß am Lernen, sie sind motiviert und nehmen Inspirationen für einen klimafreundlichen Alltag mit nach Hause. Und mit den Tipps und Tools reduzieren sie den Stromverbrauch und die Heizkosten an ihrer Schule. Das spart Geld und schützt Klima. Am weiterentwickelten Programm „Aktion Klima! mobil“ nehmen 500 Schulen teil. Neue Lernformen statt Frontalunterricht: Die jungen Menschen lernen am Beispiel Klimaschutz, wie sie reale Projekte mit außerschulischen Partnern planen und umsetzen. BildungsCent selbst ist dabei vor allem als Prozessorganisator und -begleiter tätig und holt sich für die inhaltliche Ausgestaltung des Programms starke Partner hinzu. Besonders vorbildlich sind Monitoring und Evaluation: Neben einer externen Evaluation setzt BildungsCent zahlreiche Instrumente zur Überprüfung und Verbesserung der eigenen Arbeit ein.

empfehlungen

„Aktion Klima!“ zukunftsfähig machen „Aktion Klima!“ und „Aktion Klima! mobil“ leisten nicht nur einen Beitrag zum Klimaschutz, sondern auch zum Wandel der Lehr- und Lernkultur in Deutschland. Die Grundausstattung ist durch eine Förderung des Bundesumweltministeriums gesichert, Soziale Investoren können BildungsCent deshalb vor allem auf Organisationsebene unterstützen. Für eine Förderung mit 2.500 bis 5.000 Euro zum Beispiel kann die Organisation Qualifikations- und Weiterbildungsmaßnahmen für die Mitarbeiter finanzieren. Wer die Weiterentwicklung von „Aktion Klima!“ und „Aktion Klima! mobil“ unterstützen möchte, kann mit einer großen Spende von 25.000 bis 50.000 Euro eine breite, detaillierte Zielgruppenbefragung ermöglichen. So kann BildungsCent einen Überblick darüber gewinnen, welchen konkreten Bedarf und welche Erfahrungen Schüler, Lehrer, schulnahes Personal und Eltern haben – und wie sie sich die nahe Zukunft vorstellen und wünschen. Daraus kann die Organisation in einem nächsten Schritt Ideen zur Anpassung des Projekts generieren und das Programm so fit für die Zukunft machen. Darüber hinaus eignet sich ein Engagement für „Aktion Klima!“ und „Aktion Klima! mobil“ natürlich perfekt für Soziale Investoren, die selbst einen relevanten Baustein für ein erfolgreiches Klimaschutzprojekt in Schulen liefern wollen – und so als Partner direkt zur Wirksamkeit des Projekts beitragen.

Analysiert und empfohlen:

wirkt!
Qualität Empfohlene feld im Themen z Klimaschut

22 Organisationen analysiert, 11 empfohlen 12/2012

Handlungsansatz: Selbstwirksamkeit erfahrbar machen

Hintergründe zum Themenfeld bietet der Themenreport Klimaschutz. Der Report sowie weitere Infos zum Projekt und zur Organisation sind bei PHINEO erhältlich.

HAFTUNGSAUSSCHLUSS: Ansprüche gegen PHINEO aufgrund der Nutzung der vorstehenden Informationen sind ausgeschlossen. Bitte beachten Sie unseren ausführlichen Haftungshinweis unter: www.phineo.org/haftung

Abweichungen von 100 % ergeben sich durch math. Runden

BERLINER ENERGIECHECK BUND LANDESVERBAND BERLIN e. V.
Die Organisation BUND Landesverband Berlin e. V.

Rechtsform eingetragener Verein Gründungsjahr 1975 Kontakt Matthias Krümmel Referent für Klimaschutzpolitik Crellestraße 35 10827 Berlin +49 . 30 . 78 79 00 63 kruemmel@bund-berlin.de www.bund-berlin.de Das Projekt Start des Projekts: 2008 Erreichte Personen: 500 Vor-OrtBeratungen in privaten Haushalten (2012) Wirkungsregion: lokal, regional Einnahmen	 Organisation	 2010 1.407.458 € 2011 1.257.378 € 2012* 1.220.000 € * geschätzt Projekt 70.000 € 38.462 € 6.980 € Energieräuber schaden Klima und Konto Duschen, Kochen, Fernsehen – der Alltag kostet Geld, und zwar immer mehr. In den vergangenen fünf Jahren ist der Strompreis um rund ein Viertel gestiegen. Und Energie wird in Zukunft noch teurer werden. Das trifft besonders Personen, die ohnehin schon wenig haben, also viele Rentner, Studenten und Menschen mit Migrationshintergrund sowie Geringverdiener und Arbeitslose. Hier hilft vor allem eins: den eigenen Verbrauch senken und Energie sparen. Doch das ist leichter gesagt als getan. In sozial schwachen Haushalten fehlen oft die finanziellen Möglichkeiten, um beispielsweise den alten Röhrenfernseher durch ein energieeffizientes Neugerät zu ersetzen oder die Wohnung mit schaltbaren Steckerleisten auszustatten. Diese Personen brauchen einfache Tipps und Kniffe, verständlich vermittelt, angepasst an die jeweilige Wohnsituation und an das individuelle Verbrauchsverhalten. Am Ende verursacht der eigene Energieverbrauch nicht nur Kosten, sondern auch immense Summen des Treibhausgases Kohlendioxid: Der CO2-Ausstoß deutscher Haushalte belastet das Klima genauso stark wie der Straßenverkehr.

herausforderung

handlungsansatz

Mitarbeiter	 Organisation	 Projekt Hauptamtliche 16 1,5 Honorarkräfte Ehrenamtliche 25 2

Energieberatung für Geringverdiener Der „Berliner Energiecheck“ zeigt Menschen mit niedrigem Einkommen, wie sie Energie und Geld sparen können – kostenlos und direkt bei ihnen zu Hause. Bei einem rund zweistündigen Erstbesuch wird gemessen und dokumentiert: Zwei Energieberater nehmen die Verbrauchswerte und -gewohnheiten des Haushalts auf. Dabei müssen die Bewohner Einblicke in sensible Bereiche wie das Schlafzimmer oder die Stromrechnung gewähren. Ein Vertrauensverhältnis zwischen Beratern und Kunden ist dabei essenziell. Hier zahlt sich das Konzept des Projekts aus: Langzeitarbeitslose werden vom BUND zu Energieberatern ausgebildet. Aufgrund der eigenen Erfahrungen bringen sie ein besonderes Verständnis für die Situation der finanziell schwachen Haushalte mit. Die Beratung wird nach Möglichkeit in der Muttersprache der Kunden durchgeführt. Beim Folgetermin besprechen Berater und Bewohner gemeinsam, wie die anhand der Messdaten errechneten Einsparpotenziale erreicht werden können. Regelmäßiges Entlüften der Heizkörper, Duschen statt Vollbad oder das Ausschalten von Energieräubern wie dem Stand-by-Betrieb – die Berater erklären einfache Maßnahmen, die im Rahmen der finanziellen Möglichkeiten der Haushalte bleiben und trotzdem deutliche Einsparungen mit sich bringen. Am Ende gibt es noch ein kostenloses Starterpaket mit einer schaltbaren Steckerleiste, drei Energiesparlampen und einem KühlschrankThermometer. So kann der Haushalt sofort mit dem Sparen beginnen.

BERLINER ENERGIECHECK BUND LANDESVERBAND BERLIN e.V.
Wirkungspotenzial des Projekts Ziele und Zielgruppen Ansatz und Konzept Qualitätsentwicklung Leistungsfähigkeit der Organisation Vision und Strategie Aufsicht Leitung und Personalmanagement Finanzen und Controlling Transparenz und Öffentlichkeitsarbeit Legende
herausragend sehr gut gut

Finanzierungsquellen der Organisation
G. 5 % H. 1% A. 29 %

akzeptabel

entwicklungsbedürftig unzureichend

F. 28 % E. <1% D. 2 % C. 8%

A. B. C. D. E. F. G. H.

Spenden Zuwendungen von Stiftungen/Vereinen Mitgliedsbeiträge Sponsorengelder Zins-/Vermögenserträge Öffentliche Gelder Leistungsabhängige Einnahmen Sonstige

B. 27 %

resultate

Weniger Kosten – weniger CO2 Der BUND schont Klima und Geldbeutel. Schon nach dem ersten Projektjahr zeigte sich: Über die Hälfte der empfohlenen Maßnahmen beim Heizen und zum Wassersparen werden angewendet. Die Kunden setzten rund 90 Prozent der Stromspar-Tipps um, und knapp ein Drittel der Haushalte wechselte zu einem Ökostrom-Anbieter. Und wer weniger Energie verbraucht, zahlt auch weniger: Im Schnitt konnten die Haushalte jeweils etwa 150 Euro im Jahr einsparen. Energiesparen leistet aber auch einen wichtigen Beitrag zum Klimaschutz, denn die Haushalte verursachen weniger CO2. Durch die Empfehlungen des Projekts werden pro Jahr rund 600 Tonnen des Treibhausgases weniger ausgestoßen – das ist so viel CO2 , wie rund 55 Bundesbürger jährlich in ihrem Alltag produzieren. Damit sich das eigene Verbrauchsverhalten langfristig ändert, ist ein Umdenken erforderlich. Auch dabei zeigt das Projekt die gewünschte Wirkung. Das Bewusstsein vieler Beratungskunden für nachhaltigen Klimaschutz und effizienten Energieverbrauch veränderte sich deutlich. Gerade hier kann bei Kindern und Jugendlichen frühzeitig viel bewirkt werden. Deshalb will der BUND die Beratung an Horten, Schulen und anderen Bildungseinrichtungen ausweiten. Ein weiterer sozialer Effekt des Projekts: Die Langzeitarbeitslosen erhalten neue Berufsperspektiven in einer Zukunftsbranche.

eMPfehlungen

Kostenlose Beratung sichern Soziale Investoren können dabei helfen, Berlin noch klimafreundlicher zu machen. Ihr Engagement kann dazu beitragen, dass auch in Zukunft sozial schwache Haushalte durch kostenlose Beratungen Klimaschutz in ihren Alltag integrieren können. Hier hilft schon eine kleine Spende schnell und effektiv: Für 200 Euro kann das Projekt zehn zusätzliche Starterpakete ausgeben. Unternehmen können sich dabei auch mit Sachspenden einbringen – gerne in Form von Sponsoring. Für die Ausbildung der Energiesparberater ist eine intensive Betreuung essenziell. Mit 5.000 Euro können Soziale Investoren die 120-stündige Schulung eines Beraters finanzieren und damit wesentlich zum Erfolg des Projekts beitragen. Der BUND möchte seine Angebote für zahlende Kunden wie Haushalte mit höherem Einkommen oder kleine und mittelständische Unternehmen ausweiten, um das Projekt langfristig finanziell sichern zu können. Für die Ansprache der neuen Zielgruppen und die Erweiterung des Beratungskonzepts fehlen bislang jedoch die Kapazitäten. Hier können Soziale Investoren mit einer großen Spende dazu beitragen, dass die kostenlosen Beratungen für einkommensschwache Haushalte langfristig selbsttragend angeboten werden können. Da auch bundesweit Bedarf an entsprechenden Angeboten besteht, bietet sich ebenso ein räumlicher Transfer des leicht übertragbaren Projektansatzes an.

Analysiert und empfohlen:

WIRKT !
Qualität Empfohlene feld im Themen z Klimaschut

22 Organisationen analysiert, 11 empfohlen 12/2012

Handlungsansatz: Direkte CO2-Reduktion

Hintergründe zum Themenfeld bietet der Themenreport Klimaschutz. Der Report sowie weitere Infos zum Projekt und zur Organisation sind bei PHINEO erhältlich.

HAFTUNGSAUSSCHLUSS: Ansprüche gegen PHINEO aufgrund der Nutzung der vorstehenden Informationen sind ausgeschlossen. Bitte beachten Sie unseren ausführlichen Haftungshinweis unter: www.phineo.org/haftung

Abweichungen von 100 % ergeben sich durch math. Runden

STROMSPAR-CHECK CARITASVERBAND MANNHEIM e.V.
Die Organisation Caritasverband Mannheim e. V.

Foto

Rechtsform eingetragener Verein Gründungsjahr 1905 Kontakt Gabriela Crisand Fundraising B 5, 19a 68159 Mannheim +49 . 6 21 . 12 60 20 fundraising@caritas-mannheim.de www.caritas-mannheim.de Das Projekt Start des Projekts: 2008 Erreichte Personen: Beratungen in insgesamt rund 1.500 Haushalten Wirkungsregion: lokal Einnahmen	 Organisation	 2010 37.473.289 € 2011 39.514.621 € 2012* 41.000.000 € * geschätzt Projekt 48.700 € 50.300 € 50.000 €

herausforderung

Mitarbeiter	 Organisation	 Projekt Hauptamtliche 600 2 Honorarkräfte 80 1 Ehrenamtliche 800 2

Hoher Stromverbrauch in Hartz-IV-Haushalten Ein hoher Energieverbrauch drückt aufs Klima – und auf den Geldbeutel. Das macht sich vor allem in sozial schwachen Haushalten bemerkbar, in denen sich aufgrund andauernder Arbeitslosigkeit viele Familienmitglieder häufiger zu Hause aufhalten und so die Stromrechnung in die Höhe treiben. Empfänger von Arbeitslosengeld II müssen diese Kosten selbst tragen. Eine große Belastung, auch für die 14.000 Haushalte, die in Mannheim Leistungen nach dem SGB II beziehen. Dass viele von ihnen hier jedoch ein großes Einsparpotenzial haben und ihnen damit am Ende mehr Geld zur Verfügung stehen könnte, ist den meisten Betroffenen nicht bewusst. Ein weiteres Problem: Einkommensarme Familien können sich die Umstellung auf einen klimaschonenderen Alltag in vielen Fällen nicht leisten. Ob neue Energiesparlampen, wassersparend Duschköpfe oder energieeffiziente Kühlschränke – vor dem Geldsparen steht das Geldausgeben. Die Frage ist: Wie können sozial schwache Haushalte einfach klimabewusster leben?

handlungsansatz

Arbeitslose werden Stromspar-Helfer Der Caritasverband Mannheim macht aus langzeitarbeitslosen Menschen Stromspar-Helfer für sozial schwache Haushalte. Jeder, der Arbeitslosengeld II, Sozialhilfe oder Wohngeld empfängt, kann ganz einfach einen Termin für den Stromspar-Check vereinbaren. Ein Team aus zwei Stromspar-Helfern kommt dann mit Fragebogen und Messgeräten zu den Teilnehmern nach Hause und macht eine Bestandsaufnahme des Wasser- und Stromverbrauchs. Auf Basis dieser Daten wird anschließend das persönliche Sparpotenzial für die Teilnehmer ermittelt. Bei einem zweiten Besuch bringen die Stromspar-Helfer ein individuell passendes Stromspar-Paket mit, das beispielsweise mit schaltbaren Steckerleisten, Energiesparlampen, Zeitschaltuhren oder Wasserperlatoren in einem Gesamtwert von bis zu 70 Euro gefüllt ist. Sie installieren die Geräte gemeinsam mit den Teilnehmern und üben mit ihnen klimafreundliches Verhalten ein. Damit auch fremdsprachige Familien das Angebot nutzen können, werden die Stromspar-Helfer manchmal von einem „Kulturdolmetscher“ aus einem anderen Caritas-Projekt begleitet. Der Stromspar-Check ist dem Bereich Beschäftigung zugeordnet. Er wird bundesweit von rund 100 Caritas-Vereinen in Zusammenarbeit mit den örtlichen Energieagenturen durchgeführt. Der Bundesverband unterstützt die einzelnen Standorte dabei vor allem in der Öffentlichkeitsarbeit für den Stromspar-Check.

STROMSPAR-CHECK CARITASVERBAND MANNHEIM e. V.
Wirkungspotenzial des Projekts Ziele und Zielgruppen Ansatz und Konzept Qualitätsentwicklung Leistungsfähigkeit der Organisation Vision und Strategie Aufsicht Leitung und Personalmanagement Finanzen und Controlling Transparenz und Öffentlichkeitsarbeit Legende
herausragend sehr gut gut

Finanzierungsquellen der Organisation
G. 18 % A. <1% C. <1% E. <1%

akzeptabel

entwicklungsbedürftig unzureichend

F. 81%

A. B. C. D. E. F. G. H.

Spenden Zuwendungen von Stiftungen/Vereinen Mitgliedsbeiträge Sponsorengelder Zins-/Vermögenserträge Öffentliche Gelder Leistungsabhängige Einnahmen Sonstige

Spaß am Sparen statt Sparzwang Mit dem Stromspar-Check lässt sich klimafreundlich Geld sparen. 2011 wurden in Mannheim rund 500 Haushalte beraten. Im Schnitt kann jeder teilnehmende Haushalt insgesamt 149 Euro pro Jahr einsparen, 101 Euro davon an der Stromrechnung. Für Hartz-IVHaushalte sind das 101 Euro mehr im Jahr – für den Ausflug in den Zoo, einen Theaterbesuch oder neue Turnschuhe und einen Fußball. Für das Klima bedeuten die Einsparungen: Je Haushalt werden 309 kg weniger CO2 ausgestoßen. Das entspricht in etwa der Klimawirkung eines Passagiers auf einem einfachen Flug von Frankfurt am Main nach Dublin oder dem Betrieb eines Kühlschranks für drei Jahre. In Mannheim sind zurzeit 14 Stromspar-Helfer aktiv. Sie werden intensiv auf ihre Aufgaben im Projekt vorbereitet und insbesondere in Sachen technisches Know-how sowie Kommunikationsfähigkeit geschult. Die Langzeitarbeitslosen sollen so auch bessere Chancen auf einen Wiedereinstieg in den Arbeitsmarkt erhalten. Der Caritasverband Mannheim arbeitet dafür eng mit dem Jobcenter vor Ort zusammen. Der Einsatz von langzeitarbeitslosen Menschen als Stromspar-Helfer ist ein guter Garant für die Wirksamkeit des Projekts: Die Teilnehmer am Programm entdecken den Spaß am Sparen, weil sie nicht von Amts wegen einen Sparzwang auferlegt bekommen, sondern bei den Stromspar-Helfern auf Menschen in einer ähnlicher Lebenssituation treffen.

resultate

eMPfehlungen

Haushalten beim Energiesparen helfen Kosten senken und Klima schützen – der Stromspar-Check macht Mannheim energiebewusster. Die grundlegende Arbeit von Verein und Projekt ist innerhalb eines gewissen Rahmens durch die Förderung der öffentlichen Hand gesichert. Soziale Investoren können die Arbeit des Caritasverbands Mannheim jedoch klug ergänzen und ausweiten. Für eine Spende von 3.000 Euro zum Beispiel kann die Organisation sechs neue Laptops finanzieren, mit denen die Stromspar-Helfer die Daten der teilnehmenden Haushalte vor Ort erfassen können. Ein Stromspar-Check selbst kostet 90 Euro; eine Investition von 18.000 Euro kann also 200 zusätzliche Stromspar-Checks ermöglichen. Nicht im Stromspar-Paket enthalten, aber sehr wichtig: Für eine Spende von 300 Euro kann ein Haushalt seinen alten Kühlschrank gegen ein energieeffizientes Gerät austauschen. Spenden können aber auch für die Erstattung der Fahrtkosten der Helfer oder für deren Schulung eingesetzt werden.

Analysiert und empfohlen:

WIRKT !
Qualität Empfohlene feld im Themen z Klimaschut

22 Organisationen analysiert, 11 empfohlen 12/2012

Handlungsansatz: Direkte CO2-Reduktion

Hintergründe zum Themenfeld bietet der Themenreport Klimaschutz. Der Report sowie weitere Infos zum Projekt und zur Organisation sind bei PHINEO erhältlich.

HAFTUNGSAUSSCHLUSS: Ansprüche gegen PHINEO aufgrund der Nutzung der vorstehenden Informationen sind ausgeschlossen. Bitte beachten Sie unseren ausführlichen Haftungshinweis unter: www.phineo.org/haftung

Abweichungen von 100 % ergeben sich durch math. Runden

HEISSE ZEITEN – NIMM DIE ZUKUNFT IN DIE HAND! EINE WELT NETZ NRW e. V.
Die Organisation Eine Welt Netz NRW e. V.

Rechtsform eingetragener Verein Gründungsjahr 1992 Kontakt Daniel Worrings Projektleiter Kasernenstraße 6 40213 Düsseldorf + 49 . 2 11 . 6 00 92 91 daniel.worrings@eine-welt-netz-nrw.de www.heisse-zeiten.org Das Projekt Start des Projekts: 2011 Erreichte Personen: circa 4.000 Kinder und Jugendliche, circa 2.400 Lehrer und Jugendarbeiter Wirkungsregion: regional Einnahmen	 Organisation	 Projekt 2010 2.192.000 € 238.664 € 2011 1.458.597 € 205.000 € 2012* 2.150.476 € 253.048 € * geschätzt Mitarbeiter	 Organisation	 Projekt Hauptamtliche 20 2,5 Honorarkräfte 219 35 Ehrenamtliche 115 10 Generation Klimawandel Heiße Zeiten kommen auf uns zu. Vor allem die Kinder und Jugendlichen von heute werden morgen unter den negativen Folgen des Klimawandels leiden. In den ärmeren Teilen der Welt sind viele Menschen bereits jetzt von den armutsverschärfenden Auswirkungen des Klimawandels betroffen. Ob Reduzierung des CO2-Ausstoßes oder das Einrichten von Hochwasserdämmen und Tsunami-Frühwarnstationen: Die Weichen, die Politik und Wirtschaft stellen, beeinflussen nachhaltig, wie dramatisch die Folgen des Klimawandels sein werden. Doch diese Entscheidungen liegen nicht in der Hand jener Generation, die in Zukunft mit den Auswirkungen des Klimawandels leben muss. Für sie gibt es kaum Möglichkeiten, ihre Interessen zu artikulieren und sich am politischen Prozess zu beteiligen. Gleichzeitig fehlen Angebote, die jungen Menschen gezielt Wissen zu den Ursachen und Folgen des Klimawandels vermitteln, denn um sich aktiv am politischen Prozess beteiligen zu können, benötigen sie ein Verständnis für die globalen Zusammenhänge. Eine nachhaltige Gesellschaft und ein verantwortungsvoller Umgang mit den natürlichen Ressourcen sind nur möglich, wenn Kinder und Jugendliche frühzeitig einbezogen werden und lernen, wie sie selbst klimafreundlich leben können.

herausforderung

Die Zukunft selbst in die Hand nehmen Beim Eine Welt Netz NRW lernen junge Menschen spielerisch, Klimawandel zu verstehen und ihre Zukunft selbst in die Hand zu nehmen. So kommt im Rahmen der Kampagne „Heiße Zeiten“ zum Beispiel das „Eine Welt Mobil“ in die Schulen und gestaltet einen Unterrichtstag im Namen des Klimaschutzes. Dabei spielen die Kinder unter anderem die Entstehung eines Kleidungsstücks nach – von der Baumwollernte über das Weben und Färben, Transportieren und Vermarkten bis hin zum Verkauf und einer abschließenden Modenschau – und berechnen dafür ihre CO2-Bilanz. Sie halten aber auch kleine Klimakonferenzen ab, führen Experimente zum Temperatur- und dem damit verbundenen Meeresspiegelanstieg durch und übernehmen eigene Rollen im Mitmachkrimi „Tatort Tropenwald“. Ein weiteres Modul der „Heißen Zeiten“ sind die Klimaexpeditionen im Klassenzimmer: Anhand von Satellitenaufnahmen erarbeiten die Schüler, wie Wirbelstürme entstehen und Gletscher schmelzen. Bei den außerschulischen Treffen der regionalen Jugendforen wiederum entwickeln die jungen Menschen Ideen dafür, Klimaschutz und globale Gerechtigkeit vor der eigenen Haustür zu verwirklichen. Darüber hinaus veranstaltet Eine Welt Netz NRW Aktionstage wie den „Tatort T-Shirt“. Dort erfahren die Kinder und Jugendlichen, was ihr Lieblings-Shirt mit dem Klimawandel zu tun hat und warum eine Kleidertauschparty nicht nur neue Klamotten in den Schrank bringt, sondern auch ein Stück weit dem Klima hilft.

handlungsansatz

HEISSE ZEITEN – NIMM DIE ZUKUNFT IN DIE HAND! EINE WELT NETZ NRW e. V.
Wirkungspotenzial des Projekts Ziele und Zielgruppen Ansatz und Konzept Qualitätsentwicklung Leistungsfähigkeit der Organisation Vision und Strategie Aufsicht Leitung und Personalmanagement Finanzen und Controlling Transparenz und Öffentlichkeitsarbeit Legende
herausragend sehr gut gut

Finanzierungsquellen der Organisation
G. 2 % H. <1% A. 3 % B. 14 % C. 5 % D. 2 % E. 2 %

akzeptabel

entwicklungsbedürftig unzureichend

F. 72 %

A. B. C. D. E. F. G. H.

Spenden Zuwendungen von Stiftungen/Vereinen Mitgliedsbeiträge Sponsorengelder Zins-/Vermögenserträge Öffentliche Gelder Leistungsabhängige Einnahmen Sonstige

resultate

Sensibilisierung und aktiver Klimaschutz Klimabewusst in die Zukunft: „Heiße Zeiten“ sensibilisiert junge Menschen für den verantwortungsvollen Umgang mit ihrer Umwelt und stärkt die politische Teilhabe von Kindern und Jugendlichen. Dabei setzt das Projekt auf die Methode des Globalen Lernens, indem es langfristige Lernprozesse initiiert und entsprechende didaktische Angebote ermöglicht. Jährlich finden insgesamt rund 70 Veranstaltungen statt – viele davon werden an den Schulunterricht angedockt, aber es gibt darüber hinaus auch eigene regionale Jugendforen, einen „Eine Welt Gipfel“ sowie ein Sommercamp. Mit nachweislicher Wirkung: Kinder und Jugendliche verstehen die komplexen Zusammenhänge des Klimawandels besser und tauschen sich regelmäßig dazu aus. Insgesamt ist die Bereitschaft zum aktiven Umwelt- und Klimaschutz gestiegen. Besonders herausragend ist die qualitativ hochwertige Einbindung von Kooperationspartnern: Einige Projektaktivitäten werden in Zusammenarbeit mit Organisationen wie Germanwatch und Geoscopia Umweltbildung entwickelt und vom Kooperationspartner eigenständig umgesetzt. Alle Module greifen wirkungsvoll ineinander und ergänzen sich hervorragend. Qualitätsentwicklung wird beim Eine Welt Netz NRW großgeschrieben. Für die professionelle und kontinuierliche Evaluation der Projektarbeit setzt die Organisation auf externe Expertise.

eMPfehlungen

Mehr Personal für mehr Angebot Dem Eine Welt Netz NRW gelingt es, das globale und komplexe Problem Klimawandel für Kinderohren verständlich zu machen und junge Menschen zum Handeln zu motivieren. Soziale Investoren können die Organisation dabei unterstützen, schon heute die Klimaschützer von morgen auszubilden. Dafür benötigt der Verein vor allem Personal. Mit 50.000 Euro können weitere Stellen geschaffen und die Organisation im Bereich Controlling, Öffentlichkeitsarbeit und Fundraising sowie Internationale Zusammenarbeit entlastet werden. Nur so kann das Projekt langfristig gesichert und weiterentwickelt werden. Durch die gute und enge Zusammenarbeit mit den Kooperationspartnern bietet sich in Sachen Wirkungsanalyse des Projektes ein gemeinsames Vorgehen an. Soziale Investoren können auch in diesem Bereich mit einer Förderung die Effizienz steigern. Sie können aber auch konkrete Projektbausteine unterstützen: Ein Einsatz der Klimaexpedition etwa kostet 550 Euro, ein Projekttag mit dem „Eine Welt Mobil“ kostet 950 Euro pro Klasse. Eine Spende von 1.000 Euro trägt die Kosten für Verpflegung und Raummiete eines Sommercamps. Eine ganze Sommerakademie für 40 Teilnehmer kostet 10.000 Euro. Die gleiche Summe ermöglicht aber auch die Entwicklung einer App zum alternativen Konsum oder zum Thema Klimagerechtigkeit.

Analysiert und empfohlen:

WIRKT !
Qualität Empfohlene feld im Themen z Klimaschut

22 Organisationen analysiert, 11 empfohlen 12/2012

Handlungsansatz: Bündnisse herstellen

Hintergründe zum Themenfeld bietet der Themenreport Klimaschutz. Der Report sowie weitere Infos zum Projekt und zur Organisation sind bei PHINEO erhältlich.

HAFTUNGSAUSSCHLUSS: Ansprüche gegen PHINEO aufgrund der Nutzung der vorstehenden Informationen sind ausgeschlossen. Bitte beachten Sie unseren ausführlichen Haftungshinweis unter: www.phineo.org/haftung

Abweichungen von 100 % ergeben sich durch math. Runden

BEWUSSTSEINSBILDUNG VON PRIVATPERSONEN UND INSTITUTIONEN ZUM KLIMAFREUNDLICHEN VERHALTEN. KLIMAKTIV gGmbH
Die Organisation KlimAktiv gGmbH

Rechtsform gemeinnützige GmbH Gründungsjahr 2008 Kontakt Stephan Schunkert Geschäftsführender Gesellschafter Nauklerstraße 60 72074 Tübingen + 49 . 70 71 . 5 49 68 80 s.schunkert@KlimAktiv.de www.KlimAktiv.de Das Projekt Start des Projekts: 2008 Erreichte Personen: 2 Millionen Privathaushalte, 240 strategische Partner zur Weiterverbreitung Wirkungsregion: bundesweit Einnahmen	 Organisation	 Projekt 2010 308.527 € 181.507 € 2011 298.052 € 200.075 € 2012* 359.113 € 230.879 € * geschätzt Mitarbeiter	 Organisation	 Projekt Hauptamtliche 5 4 Honorarkräfte 2 2 Ehrenamtliche – – Keine Standards für CO2-Berechnungen Ohne ganzheitlichen und sinnvollen Klimaschutz wird der Klimawandel kommen – und seine Folgen werden verheerend sein. Die Verantwortung dafür liegt bei Staat, Politik und Wirtschaft ebenso wie bei jedem Einzelnen. Statt aber die Ärmel hochzukrempeln und loszulegen, verwenden die Menschen viel Zeit darauf, über den Ist-Zustand zu diskutieren, Zahlen abzugleichen und den gemeinsamen Nenner zu finden. Damit Bewegung in die Sache kommen und der notwendige kulturelle Wandel stattfinden kann, braucht man ein gemeinsames Verständnis davon, wie sich einzelne Handlungen oder Ereignisse auf das Klima auswirken. Wenn klar ist, welche Aspekte im Alltag, in der Schule, bei einer Veranstaltungsreihe oder in einem Projekt wie viel Treibhausgas produzieren, erst dann lässt sich sinnvoll planen und berechnen, welche konkreten Maßnahmen den CO2-Ausstoß in welchem Umfang verringern können. Hier sind vergleichbare und verlässliche Daten und eine zuverlässige, beständige Berechnungsmethode gefragt, um Maßnahmen und Herangehensweisen langfristig planen und deren Qualität dauerhaft sichern zu können. Statt einer Vielzahl an Tools, die lediglich auf Teilaspekte wie Flugreisen oder Autofahrten fokussieren, ist hier ein multifunktionaler CO2-Rechner notwendig, der unterschiedliche Bereiche abklopft, die Berechnungen miteinander kombiniert und stets auf die gleiche Datenbasis zurückgreift.

herausforderung

Ein CO2-Rechner für Deutschland KlimAktiv stellt sich dem Berechnungswirrwarr und möchte einen Standard-CO2-Rechner für Deutschland etablieren – und hat dieses Ziel bereits weitgehend erreicht. Das Internet-Tool der Organisation kann den ganz persönlichen CO2Fußabdruck eines Privathaushalts ebenso berechnen wie die jährliche Klimabilanz eines Unternehmens oder die Emissionssumme einer Schulklasse. Die wissenschaftlich fundierte Methode liefert verlässliche und vergleichbare Ergebnisse. Die Nutzer können mit dem Rechner aber auch Alternativen durchspielen: Wie wirkt sich ein Wechsel zu Ökostrom auf den CO2-Ausstoß aus? Und welchen Effekt kann ich mit einer Gebäudesanierung erreichen? Für die Verbreitung des CO2-Rechners setzt KlimAktiv vor allem auf Kooperationen: Viele Umweltverbände und politische Institutionen binden das Instrument in ihren Online-Auftritt ein und ermöglichen so jedem einen schnellen und einfachen Zugriff auf den Rechner über unterschiedliche Zugangswege. KlimAktiv fungiert dabei als Lizenzgeber und stellt den Partnern neben dem Tool auch seine inhaltliche und technische Expertise diesbezüglich zur Verfügung. Der CO2-Rechner wird dabei immer über firmeneigene Server von KlimAktiv betrieben.

handlungsansatz

BEWUSSTSEINSBILDUNG VON PRIVATPERSONEN UND INSTITUTIONEN ZUM KLIMAFREUNDLICHEN VERHALTEN. KLIMAKTIV gGmbH
Wirkungspotenzial des Projekts Ziele und Zielgruppen Ansatz und Konzept Qualitätsentwicklung Leistungsfähigkeit der Organisation Vision und Strategie Aufsicht Leitung und Personalmanagement Finanzen und Controlling Transparenz und Öffentlichkeitsarbeit Legende
herausragend sehr gut gut

Finanzierungsquellen der Organisation
G. 30 % A. 70 %

akzeptabel

entwicklungsbedürftig unzureichend

A. B. C. D. E. F. G. H.

Spenden Zuwendungen von Stiftungen/Vereinen Mitgliedsbeiträge Sponsorengelder Zins-/Vermögenserträge Öffentliche Gelder Leistungsabhängige Einnahmen Sonstige

Einheitliche Methode auf dem Vormarsch Die Deutschen rechnen mit KlimAktiv: Über zwei Millionen Treibhausgas-Bilanzen wurden bisher mit dem CO 2-Rechner von Privatpersonen erstellt. Außerdem wurden rund 50.000 Benutzerkonten eingerichtet, über die die Teilnehmer langfristig ihre eigene Entwicklung in Sachen Klimaschutz nachverfolgen können. Neben einer direkten Zusammenarbeit mit Wirtschaftsunternehmen, öffentlichen Einrichtungen, gemeinnützigen Organisationen und Schulen, denen KlimAktiv Werkzeuge und Dienstleistungen zur Verfügung stellt, geht der Erfolg des Projekts ganz zentral auf die geschickte Positionierung und enge Zusammenarbeit mit den Kooperationspartnern zurück, darunter sind beispielsweise viele Ministerien. Rund 240 Institutionen fungieren als Multiplikatoren für den CO 2-Rechner, das heißt, sie binden ihn als Lizenznehmer auf ihrer Website ein und ermöglichen so, dass viele Menschen dieselbe Berechnungsmethode benutzen und ihre Ergebnisse in Relation zueinander setzen können. Wenn sich so Begriffe wie der „CO2-Fußabdruck“ etablieren und das Bewusstsein für den täglichen Umgang mit Ressourcen wächst, ist das ein wichtiger Schritt hin zum gesellschaftlichen Wandel. Der Vorteil für die Kooperationspartner: Mit dem Tool können sie ihre eigenen Ziele besser verfolgen, denn sie müssen sich nicht länger um die technischen Aspekte einer einheitlichen Berechnungsmethode oder um die Entwicklung eines eigenen Instruments kümmern.

resultate

eMPfehlungen

Weiterentwicklung und Verbreitung fördern Einheitliche Berechnungsmethoden und vergleichbare Zahlen: KlimAktiv sichert mit dem Projekt die Qualität in der Klimaschutzdebatte und erhöht die Motivation zum Umdenken. Soziale Investoren können die Organisation dabei unterstützen, diesen Erfolg langfristig zu sichern und auszuweiten. Um mit der rasanten Verbreitung des Instruments schrittzuhalten zu können, benötigt KlimAktiv selbst langfristige Verstärkung: Mit einer Förderung von 20.000 Euro kann die Organisation eine zusätzliche Halbtagsstelle für ein Jahr schaffen und den Bereich Finanzen und Controlling ausbauen. Für jährlich 50.000 Euro können eine volle Stelle für einen neuen KlimAktivisten eingerichtet, weitere Kampagnen und Projekte initiiert sowie die bereits vorhandenen Instrumente zum Klimaschutz – zum Beispiel der CO2-Rechner – weiterentwickelt und verbreitet werden. Aber auch eine punktuelle Unterstützung hilft dem Klimaschutz: Mit einer Spende von rund 1.000 Euro kann zum Beispiel ein Klimaspezialist ein Projekt in einer Schule oder einer gemeinnützigen Organisation mit seiner Fachexpertise unterstützen.

Analysiert und empfohlen:

WIRKT !
Qualität Empfohlene feld im Themen z Klimaschut

22 Organisationen analysiert, 11 empfohlen 12/2012

Handlungsansatz: Qualität des Klimaschutzdiskurses sichern

Hintergründe zum Themenfeld bietet der Themenreport Klimaschutz. Der Report sowie weitere Infos zum Projekt und zur Organisation sind bei PHINEO erhältlich.

HAFTUNGSAUSSCHLUSS: Ansprüche gegen PHINEO aufgrund der Nutzung der vorstehenden Informationen sind ausgeschlossen. Bitte beachten Sie unseren ausführlichen Haftungshinweis unter: www.phineo.org/haftung

Abweichungen von 100 % ergeben sich durch math. Runden

PLANT-FOR-THE-PLANET AKADEMIE PLANT-FOR-THE-PLANET FOUNDATION
Die Organisation Plant-for-the-Planet Foundation

Rechtsform rechtsfähige Stiftung Gründungsjahr 2007 Kontakt Pascale Sarah Naumann Projektmanagerin Lindemannstraße 13 82327 Tutzing +49 . 88 08 . 93 45 pascale.naumann@plant-for-theplanet.org www.plant-for-the-planet.org Das Projekt Start des Projekts: 2008 Erreichte Personen: bislang wurden rund 16.000 Kinder zu Klimaschutzbotschaftern ausgebildet Wirkungsregion: lokal, regional, bundesweit, international Einnahmen	 Organisation	 Projekt 2010 515.007 € 202.673 € 2011 1.154.254 € 367.405 € 2012* 1.630.000 € 596.400 € * geschätzt Mitarbeiter	 Organisation	 Projekt Hauptamtliche 13,7 9,7 Honorarkräfte 23 20 Ehrenamtliche 12 200

herausforderung

Kinder wollen die Welt mitgestalten Mit dem Klimawandel verändern sich auch die Lebensbedingungen auf der Erde. Was für Erwachsene bislang aber vor allem Prognosen, Annahmen und Berechnungen sind, kann für die Kinder von heute schon bald Wirklichkeit und Alltag werden. Sie müssen mit den Folgen des Klimawandels leben. Ob zum Beispiel der Meeresspiegel in den kommenden fünfzig Jahren um ein oder zwei Zentimeter ansteigen wird, das ist für sie nicht nur eine wissenschaftliche Berechnung, sondern geht einher mit Überlegungen dazu, welchen Einfluss derartige Veränderungen auf ihr Leben und auf ihre Umwelt haben werden. Erwachsene müssen sich die Frage stellen, welche Welt sie ihren Kindern hinterlassen möchten – und wie ihre Kinder diese bereits jetzt aktiv mitgestalten können. Die jungen Menschen bringen Qualitäten mit, die vielen Erwachsenen bereits verloren gegangen sind: Kinder und Jugendliche sind hochmotiviert, mutig und wissbegierig. Sie haben den Ehrgeiz, die Welt zu bewegen und tatsächlich Veränderungen zu bewirken. Was ihnen jedoch oft fehlt, ist ein konkreter Anknüpfungspunkt für ihr Engagement.

handlungsansatz

Junge Botschafter für Klimagerechtigkeit Alles begann 2007 mit einem Schulreferat. Der damals neunjährige Felix Finkbeiner berichtete von seinen Sorgen und Gedanken zum Klimawandel und hatte eine Idee: Alle Kinder der Welt sollten sich zusammentun und gemeinsam Bäume pflanzen, um das Klima zu schützen. Heute bilden bei Plant-for-the-Planet Kinder andere Kinder zu „Botschaftern für Klimagerechtigkeit“ aus, die genau diese Idee in ihrem eigenen Leben verankern – und an andere Kinder weiterreichen. In eintägigen Akademien lernen die 8- bis 14-Jährigen durch Planspiele Themen wie Klimakrise und Verteilungsgerechtigkeit kennen und erarbeiten, wie sie Zukunft mitgestalten können. Sie erleben beim Bäumepflanzen, welchen Beitrag Wälder zum Klimaschutz leisten können, und sie lernen, wie sie selbst als Botschafter die Idee in Reden, Vorträgen und Veranstaltungen mit vielen weiteren Kindern teilen können. Im Anschluss an diese Ausbildung können die Kinder als Multiplikatoren aktiv werden und zum Beispiel Pflanzpartys organisieren – oder später sogar selbst Moderator einer Akademie werden. Das Ziel: Bis 2020 sollen eine Billion Bäume gepflanzt werden. Nicht von den Kindern selbst, sie sind vor allen Dingen Multiplikatoren, die die Idee verbreiten und vorantreiben. Die eigentlichen Pflanzaktionen werden von Partnerorganisationen, Unternehmen und Spendern durchgeführt – getreu dem Plant-for-the-Planet-Motto „Stop talking. Start planting.“

PLANT-FOR-THE-PLANET AKADEMIE PLANT-FOR-THE-PLANET FOUNDATION
Wirkungspotenzial des Projekts Ziele und Zielgruppen Ansatz und Konzept Qualitätsentwicklung Leistungsfähigkeit der Organisation Vision und Strategie Aufsicht Leitung und Personalmanagement Finanzen und Controlling Transparenz und Öffentlichkeitsarbeit Legende
herausragend sehr gut gut

Finanzierungsquellen der Organisation
E. <1% H. 13 %

akzeptabel

D. 8 %

entwicklungsbedürftig unzureichend

A. 78 %

A. B. C. D. E. F. G. H.

Spenden Zuwendungen von Stiftungen/Vereinen Mitgliedsbeiträge Sponsorengelder Zins-/Vermögenserträge Öffentliche Gelder Leistungsabhängige Einnahmen Sonstige

resultate

Tausende Klimabotschafter, Milliarden Bäume Aus dem Klassenzimmer in die Welt: Innerhalb weniger Jahre ist aus einer kleinen Schülerinitiative eine globale Kampagne geworden und eine Organisation mit 24 hauptamtlichen Mitarbeitern sowie Jahreseinnahmen von mehr als einer Million Euro, vornehmlich über Spenden und Sponsoring. Seit Projektstart wurden 260 Akademien in 29 Ländern durchgeführt und rund 16.000 Kinder zu Klimabotschaftern ausgebildet. Die klare Fokussierung und Stringenz in ihrer Ausrichtung zeichnen die Arbeit von Plantfor-the-Planet aus. Die Organisation setzt auf einfach vermittelbare und schnell einleuchtende Botschaften – mit durchschlagendem Erfolg. So hat Plant-for-the-Planet zum Beispiel die Betreuung des weltweiten „Baumzählers“ von der UNO übergeben bekommen, den die UNO im Rahmen ihrer „Billion-Tree-Campaign“ aufgesetzt hatte. Dort kann jeder die Zahl der Bäume eintragen, die er gepflanzt hat. Derzeit steht der Zähler bei knapp 12,6 Milliarden Bäumen. Um auch hochengagierte und motivierte Jugendliche in die Kampagne einbinden zu können, hat Plant-for-the-Planet ein spezielles Angebot für 15- bis 21-Jährige aufgesetzt: Sie können als „Zukunftslobbyisten“ Forderungen an die Politik formulieren und in einen Diskurs mit politischen Akteuren treten. Kinder und Jugendliche kommen in der Organisation auch zu sogenannten „Weltvorständen“ zusammen. Diese bilden das Kuratorium der Stiftung und entscheiden über Werte, Vision und Strategie der Organisation.

eMPfehlungen

Akademien weltweit etablieren Plant-for-the-Planet macht die Kleinen zu großen Klima-Experten und gibt ihnen im Rahmen des Projekts praktisch nebenbei eine große Portion Selbstbewusstsein mit. Soziale Investoren können hier Teil einer weltweiten Bewegung werden. Da die Stiftung nach wie vor sehr jung ist, benötigt sie vor allem personelle Unterstützung und Know-how beim Aufbau der Organisation selbst und der Regionalvertretungen, die im Ausland Akademien durchführen und Kinder weltweit zu Klimabotschaftern ausbilden sollen. Möglichkeiten gibt es dabei viele, sei es als professioneller Übersetzer, Grafiker oder ehrenamtlicher Co-Moderator in den Akademien. Soziale Investoren können außerdem die direkte Arbeit mit und für die Kinder unterstützen. Eine Plant-for-the-Planet Akademie zum Beispiel, bei der 60 bis 80 Kinder zu Klimabotschaftern ausgebildet werden, kostet 8.000 Euro. Für eine Spende von 600 Euro können Soziale Investoren die Patenschaft für zwei „Botschafter für Klimagerechtigkeit“ für ein Jahr übernehmen. In den Kosten sind die Ausbildung und die weitere Betreuung der jungen Menschen enthalten. Und mit einer Förderung von 150 Euro kann Plantfor-the-Planet zusammen mit Pflanzpartnern im Ausland 150 Bäume pflanzen und so direkt auf das Klima einwirken.

Analysiert und empfohlen:

WIRKT !
Qualität Empfohlene feld im Themen z Klimaschut

22 Organisationen analysiert, 11 empfohlen 12/2012

Handlungsansatz: Selbstwirksamkeit erfahrbar machen

Hintergründe zum Themenfeld bietet der Themenreport Klimaschutz. Der Report sowie weitere Infos zum Projekt und zur Organisation sind bei PHINEO erhältlich.

HAFTUNGSAUSSCHLUSS: Ansprüche gegen PHINEO aufgrund der Nutzung der vorstehenden Informationen sind ausgeschlossen. Bitte beachten Sie unseren ausführlichen Haftungshinweis unter: www.phineo.org/haftung

Abweichungen von 100 % ergeben sich durch math. Runden

THECOMPENSATORS* THECOMPENSATORS* e. V.
Die Organisation TheCompensators* e. V.

Rechtsform eingetragener Verein Gründungsjahr 2006 Kontakt Florian Oel Schriftführer Haydnstraße 1 12203 Berlin +49 . 30 . 12 07 63 03 florian@thecompensators.org http://thecompensators.org Das Projekt Start des Projekts: 2008 Erreichte Personen: rund 50 Mitglieder und 150 Einzelspender Wirkungsregion: bundesweit, international Einnahmen	 Organisation = Projekt 2010 4.394 € 2011 4.434 € 2012* 10.534 € * geschätzt Mitarbeiter	 Organisation = Projekt Hauptamtliche – Honorarkräfte – Ehrenamtliche 8

herausforderung

Klimaschutz ganzheitlich denken Gelegentliche Ausgleichszahlungen und CO2Kompensation für das gute Gewissen machen noch keinen Klimaschutz. Nur, wenn CO2 in großem Stil eingespart wird, wenn man nicht nur einen einzelnen Flug kompensiert, sondern den gesamten Lebensalltag einer Person sowie alle Produktionsschritte und Abläufe eines Unternehmens klimafreundlicher gestaltet, kann man dem Klimawandel wirksam begegnen. Doch der Einfluss des Einzelnen auf den Klimaschutz als globale Aufgabe ist sehr gering. Zwar gibt es international vereinbarte Obergrenzen für CO2Emissionen – unter diese Regelungen fallen jedoch bislang nur Unternehmen der kohlenstoffbasierten Wirtschaft wie Kohle- und andere Großkraftwerke. Sie erhalten eine bestimmte Menge an Emissionsrechten, dürfen also auch nur eine bestimmte Menge CO2 ausstoßen. Verursacht ein Unternehmen mehr Treibhausgase als zulässig, muss es diese Menge CO2 kompensieren, also im Emissionshandel zusätzliche Emissionsrechte von anderen Akteuren erwerben, die unterhalb ihres Maximums geblieben sind. Doch dieses System bezieht sich nur auf einen Teil der CO2-Verursacher. Landwirtschaft, kleinere Kraftwerke, Land- und Seeverkehr sind genauso wenig in dieses System eingebunden wie Privatpersonen. Sie können lediglich freiwillig ihren CO2-Ausstoß kompensieren. Hier sind ganzheitliche Ansätze notwendig, die jeden einbeziehen und neben Kompensationen auch einen klimafreundlicheren Lebensstil mitdenken.

handlungsansatz

Emissionshandel für alle öffnen Mit TheCompensators* kann jeder Verschmutzungsrechte aus dem Europäischen Emissionshandel kaufen und löschen. Die Organisation kann als Verein ein eigenes Emissionskonto führen. Privatpersonen und Unternehmen können über den Verein mit einer Spende Emissionszertifikate erwerben – ein Zertifikat entspricht genau einer Tonne CO2 und war Ende 2012 für 7,65 Euro erhältlich. TheCompensators* legt die erworbenen Zertifikate still. Diese Verschmutzungsrechte stehen also dem Markt nicht mehr zur Verfügung, und die Obergrenze für den CO2Ausstoß der im Emissionshandel erfassten Unternehmen sinkt. Werden viele Zertifikate auf diese Weise gelöscht, steigt der Preis der übrigen Zertifikate, die im Emissionshandel zirkulieren. Damit wird der Ausstoß von Klimagasen für diese Unternehmen teurer und eine Investition in klimafreundlichere Technologien immer attraktiver. Ob persönliche Mobilität oder klimaneutrale Theaterveranstaltung – bei TheCompensators* lassen sich alle Lebens- und Arbeitsbereiche kompensieren. Dabei schafft es die Organisation, das sehr komplexe System des Emissionshandels für den Durchschnittsbürger leicht verständlich und zugänglich zu machen. Außerdem ist auch jedes gelöschte Zertifikat eine Botschaft an die Politik, denn die Organisation tritt für schärfere Regelungen und ganzheitliche Maßnahmen bei der Bekämpfung des Klimawandels ein – vor allem mit ihrer Lobbyarbeit.

THECOMPENSATORS* THECOMPENSATORS* e. V.
Wirkungspotenzial des Projekts Ziele und Zielgruppen Ansatz und Konzept Qualitätsentwicklung Leistungsfähigkeit der Organisation Vision und Strategie Aufsicht Leitung und Personalmanagement Finanzen und Controlling Transparenz und Öffentlichkeitsarbeit Legende
herausragend sehr gut gut

Finanzierungsquellen der Organisation

akzeptabel

C. 40 % A. 60 %

entwicklungsbedürftig unzureichend

A. B. C. D. E. F. G. H.

Spenden Zuwendungen von Stiftungen/Vereinen Mitgliedsbeiträge Sponsorengelder Zins-/Vermögenserträge Öffentliche Gelder Leistungsabhängige Einnahmen Sonstige

resultate

Via Kompensation ein Zeichen setzen TheCompensators* schlägt eine Brücke vom weit entfernten Ziel der CO2-Neutralität hin zu ganz konkreten und leicht umsetzbaren Minderungsmaßnahmen mit Wirkung. Mit einem Höchstmaß an Kreativität und Flexibilität, gepaart mit fundierter wissenschaftlicher Expertise, gelingt es dem Projekt, das sehr abstrakte System des Emissionshandels für jedermann gut verständlich und leicht zugänglich zu machen. Rund 5.000 Zertifikate und damit knapp 5.000 Tonnen CO2 konnten bislang stillgelegt werden. Der Verein möchte das Prinzip Kompensation als essenziellen Teil eines emissionsarmen Lebensstils in der Gesellschaft verankern. Das heißt auch: Alle Akteure – Privatpersonen inklusive – sollen in den Emissionshandel aufgenommen werden. TheCompensators* setzt dabei vor allem auf die große Signalwirkung ihres Projekts in Richtung Politik und tritt aktiv dafür ein, dass die Obergrenzen für den CO2-Ausstoß deutlich und zügig gesenkt werden müssen.

eMPfehlungen

Mehr Ressourcen für politische Arbeit TheCompensators* bekämpft den Klimawandel mit relativ einfachen Maßnahmen, aber in großem Stil. Soziale Investoren können dem bislang rein ehrenamtlich arbeitenden Verein dabei helfen, selbst groß zu werden und seine Schlagkraft zu potenzieren. Der Schlüssel dazu ist eine langfristige Finanzierung: Für 200.000 Euro kann TheCompensators* zwei hauptamtliche Stellen für zwei Jahre einrichten und die Bereiche Lobby- und Öffentlichkeitsarbeit entscheidend vorantreiben. So erhält die Organisation die notwendigen Ressourcen, um zum Beispiel Spendenaktionen durchzuführen, Informationsangebote zum CO2-Handel zu erarbeiten – und mit Entscheidungsträgern und Meinungsbildnern auf EU-Ebene in einen Diskurs über die Verbesserung des Emissionshandels zu treten. Mit 5.000 Euro erhält die Projekt-Website eine Professionalisierungskur für mehr Sichtbarkeit, eine einfachere Benutzerführung sowie eine Option zum direkten Spenden auf der Seite. Mit der Förderung können ein Webdesigner und ein Online-Projektmanager bezahlt werden. Ein klimaneutrales Jahr kostet mit Kompensationen über TheCompensators* 100 Euro pro Person. Für diese Summe lassen sich etwa 11 Tonnen CO2 – und somit der durchschnittliche Jahresausstoß an Klimagasen eines Deutschen – stilllegen. Soziale Investoren können also den ganz persönlichen Lebensalltag oder sogar den der gesamten Firma klimaneutral gestalten.

Analysiert und empfohlen:

WIRKT !
Qualität Empfohlene feld im Themen z Klimaschut

22 Organisationen analysiert, 11 empfohlen 12/2012

Handlungsansatz: Qualität des Klimaschutzdiskurses sichern

Hintergründe zum Themenfeld bietet der Themenreport Klimaschutz. Der Report sowie weitere Infos zum Projekt und zur Organisation sind bei PHINEO erhältlich.

HAFTUNGSAUSSCHLUSS: Ansprüche gegen PHINEO aufgrund der Nutzung der vorstehenden Informationen sind ausgeschlossen. Bitte beachten Sie unseren ausführlichen Haftungshinweis unter: www.phineo.org/haftung

Abweichungen von 100 % ergeben sich durch math. Runden

MUTBÜRGER FÜR ENERGIEWENDE! DIE UMWELT-AKADEMIE e. V.
Die Organisation Die Umwelt-Akademie e. V.

Rechtsform eingetragener Verein Gründungsjahr 1990 Kontakt Dr. Andrea Hübner Geschäftsführerin Gollierstraße 39 80339 München +49 . 89 . 36 03 86 85 info@die-umwelt-akademie.de www.die-umwelt-akademie.de Das Projekt Start des Projekts: 2011 Erreichte Personen: 1.200 Teilnehmer an den Veranstaltungen (2012) Wirkungsregion: lokal, regional Einnahmen	 Organisation	 Projekt – 2010 42.903 € 2011 39.776 € 2.500 € 2012* 91.600 € 40.000 € * geschätzt Mitarbeiter	 Organisation	 Projekt Hauptamtliche 0,2 – Honorarkräfte 1 1 Ehrenamtliche 6 2

herausforderung

Energiewende geht jeden Bürger an „Energiewende ja – aber bitte nicht in meinem Hinterhof.“ Ein Großteil der Bevölkerung begrüßt die Energiewende im Allgemeinen, doch sobald die Pläne für konkrete Maßnahmen bekannt werden, wird Widerstand laut. Eine Geothermie-Anlage im Naturschutzgebiet? Der Windpark direkt vor der Stadtgrenze? Große Veränderungen und Eingriffe in den alltäglichen Lebensraum vor Ort lehnen viele Bürger erst einmal pauschal ab. Die Crux: Ohne sie wird die Energiewende nicht funktionieren. Sie lässt sich nicht über die Köpfe der Bürger hinweg durch- und an ihnen vorbei umsetzen. Für eine rasche und reibungslose Energiewende muss die Bevölkerung in die Veränderungsprozesse einbezogen werden. Sie muss verstehen, warum welche Veränderungen und Eingriffe notwendig sind, und sie muss die Möglichkeit haben, gehört zu werden. Die bürgernahe Umsetzung der Energiewende liegt in der Hand der Kommunen, die allerdings noch sehr ungeübt darin sind, die unterschiedlichen Interessen vor Ort zu identifizieren und miteinander abzugleichen. Die angebotenen Bürgerdialoge und Konferenzen zum Thema sind meist reine Informationsveranstaltungen und ermöglichen keine Partizipation. Was fehlt, ist ein echter Dialog.

handlungsansatz

Neutrale Plattform für Diskussionen Die Umwelt-Akademie holt alle Seiten an einen Tisch und ermöglicht einen sachlichen Austausch auf neutralem Boden. Im Rahmen des Projekts „Mutbürger für Energiewende!“ organisiert der Verein Diskussionsrunden mit mindestens zwei Meinungen – Unternehmensvertreter und Bürgerinitiative, Windkraftanlagenbauer und engagierten Ortsansässigen. Die Umweltakademie selbst hält sich aus der Diskussion raus und stellt als neutrale Instanz und Moderator in erster Linie die Plattform für den Austausch bereit. Schwerpunktthemen der Veranstaltungsreihe sind neue Energien und Klimaschutz, neue Energieinfrastruktur sowie neue Organisations- und Partizipationsprozesse. Mit dem Projekt möchte die Umwelt-Akademie die unterschiedlichen Interessen von Politik, Wirtschaft und Bürgern verdeutlichen und frühzeitig mögliche regionale Konflikte samt Lösungsansätzen aufzeigen. Besonders wichtig sind dabei die Möglichkeiten zur Partizipation. Ein zentraler Punkt der Diskussionen ist immer: Worum geht es den Referenten? Stehen der Schutz von Natur und Kultur im Vordergrund – oder doch eher Partikularinteressen? An den Veranstaltungen nehmen Verantwortliche aus der Verwaltung, Investoren beziehungsweise Leitende der Wirtschaft, Umweltorganisationen, Bürgerinitiativen und interessierte Bürger teil. Die Diskussionen können in einem Blog fortgeführt und das Protokoll der Veranstaltung inklusive der Präsentationen der Referenten online eingesehen werden.

MUTBÜRGER FÜR ENERGIEWENDE! DIE UMWELT-AKADEMIE e. V.
Wirkungspotenzial des Projekts Ziele und Zielgruppen Ansatz und Konzept Qualitätsentwicklung Leistungsfähigkeit der Organisation Vision und Strategie Aufsicht Leitung und Personalmanagement Finanzen und Controlling Transparenz und Öffentlichkeitsarbeit Legende
herausragend sehr gut gut

Finanzierungsquellen der Organisation
D. 5 % A. 16 %

akzeptabel

entwicklungsbedürftig unzureichend

C. 79 %

A. B. C. D. E. F. G. H.

Spenden Zuwendungen von Stiftungen/Vereinen Mitgliedsbeiträge Sponsorengelder Zins-/Vermögenserträge Öffentliche Gelder Leistungsabhängige Einnahmen Sonstige

resultate

Mutbürger statt Wutbürger Nicht gegeneinander wettern, sondern miteinander reden. „Mutbürger für Energiewende!“ bringt scheinbar unvereinbare Positionen zusammen und schafft Aha-Effekte bei allen Beteiligten. Von Dezember 2011 bis Dezember 2012 fanden 18 Vortragsabende und Exkursionen statt, Letztere führten zum Beispiel zu einem Kraftwerk. Zu jeder Diskussionsrunde kommen zwischen 65 und 140 Teilnehmer. Ob die exemplarische Windkraftanlage letzten Endes tatsächlich gebaut wird oder nicht, spielt dabei eher eine untergeordnete Rolle. Im Vordergrund des Projekts steht vielmehr der Diskurs zu dem Thema. Informieren – Motivieren – Handeln ist die Wirkungslogik von „Mutbürger für Energiewende!“. Das Projekt konzentriert sich dabei ganz bewusst auf die regionalen Fragen der Energiewende und unterstützt damit auch die Kommunen in ihrem Auftrag, die Energiewende bürgernah umzusetzen. Der berufliche Hintergrund der Vorstandsmitglieder – sie waren alle in den Bereichen Naturwissenschaft und Technik in hohen Positionen der Wirtschaft und Verwaltung tätig – ist ein wichtiger Motor für das Projekt. Der Vorstand ist ausgezeichnet vernetzt und genießt ein gutes Standing – Faktoren, die die Ansprache potenzieller Referenten und Investoren enorm erleichtern.

eMPfehlungen

Förderung über die Projektebene hinaus „Mutbürger für Energiewende!“ ist ein authentisches und außergewöhnliches Projekt, das alle an der Energiewende beteiligten Akteure zusammenbringt und einen reflektierten, wertschätzenden Austausch ermöglicht. Soziale Investoren können mit ihrem Engagement den Projektfortlauf und die Qualität des Angebots sichern. Mit einer Investition von 1.000 Euro kann die Umwelt-Akademie ihre Technik und Büroausstattung aufrüsten. Eine Spende von 10.000 Euro kann die Organisation in ihre projektbezogene Presse- und Öffentlichkeitsarbeit investieren und zum Beispiel das Wissen aus den Diskussionsrunden effektiver verbreiten. Für 25.000 Euro schließlich kann die Veranstaltungsreihe in die nächste Runde gehen und weitergeführt werden. Soziale Investoren können aber auch die Rolle eines strategischen Partners übernehmen und so durch die Vernetzung zur weiteren Verbreitung des Projekts beitragen. Ein weiterer wichtiger Ansatzpunkt ist der Fokus auf eine nachhaltige, projektunabhängige Förderung, denn viele Aktivitäten sind bislang nur durch das hohe ehrenamtliche Engagement der Vorstandsmitglieder möglich. Zeit für das dringend notwendige Fundraising oder die Mitgliederwerbung bleibt dabei kaum. Die UmweltAkademie braucht dringend finanzielle Unterstützung für die Erweiterung ihres Teams, um etwa Querschnittsaufgaben wie Presse- und Öffentlichkeitsarbeit, Mitgliederpflege und Optimierung der Verwaltungsabläufe besser wahrnehmen zu können.

Analysiert und empfohlen:

WIRKT !
Qualität Empfohlene feld im Themen z Klimaschut

22 Organisationen analysiert, 11 empfohlen 12/2012

Handlungsansatz: Akzeptanz für Veränderungen schaffen

Hintergründe zum Themenfeld bietet der Themenreport Klimaschutz. Der Report sowie weitere Infos zum Projekt und zur Organisation sind bei PHINEO erhältlich.

HAFTUNGSAUSSCHLUSS: Ansprüche gegen PHINEO aufgrund der Nutzung der vorstehenden Informationen sind ausgeschlossen. Bitte beachten Sie unseren ausführlichen Haftungshinweis unter: www.phineo.org/haftung

Abweichungen von 100 % ergeben sich durch math. Runden

CLEANER CAR CONTRACTS VERKEHRSCLUB DEUTSCHLAND e. V.
Die Organisation Verkehrsclub Deutschland e. V.

Rechtsform eingetragener Verein Gründungsjahr 1986 Kontakt Gregor Kolbe Projektleiter Rudi-Dutschke-Straße 9 10969 Berlin +49 . 30 . 28 03 51 60 gregor.kolbe@vcd.org www.vcd.org Das Projekt Start des Projekts: 2009 Erreichte Personen: es nehmen drei Leasingunternehmen und 13 Flottenbetreiber teil Wirkungsregion: bundesweit, international Einnahmen	 Organisation	 Projekt 2010 3.131.712 € 25.000 € 2011 3.080.267 € 19.000 € 2012* 2.977.570 € 45.000 € * geschätzt Mitarbeiter	 Organisation	 Projekt Hauptamtliche 31,4 1 Honorarkräfte – – Ehrenamtliche 1.500 –

herausforderung

Verkehr: Einer der größten Klimasünder Mobilität ist eines der wichtigsten Güter der heutigen Zeit. Der Komfort des Autofahrens gehört zweifelsohne dazu. Der Autoverkehr ist aber auch einer der größten Verursacher von Treibhausgasemissionen – ein Fünftel der CO2-Emissionen in Deutschland gehen auf das Verkehrskonto. Rechnet man das auf die Klimabilanz des Einzelnen herunter, heißt das: Die durchschnittliche Autofahrleistung allein übersteigt schon das klimaverträgliche Emissionsbudget eines Menschen. Für das Zwei-Grad-Ziel der internationalen Klimapolitik müsste der Verkehr bis 2050 seinen CO2-Ausstoß um 60 bis 80 Prozent reduzieren. Doch während die Treibhausgasproduktion in vielen Bereichen bereits rückläufig ist, steigen die durch den Verkehr verursachten CO2-Emissionen weiter an. Rein technisch lassen sich bereits heute ganze Fuhrparks mit Fahrzeugen ausstatten, die dem für das Jahr 2020 europaweit angepeilten Höchstwert von durchschnittlich 95 Gramm CO2 pro Kilometer entsprechen. Doch hier braucht es entsprechende Anreize, damit sich auch die Nachfrage vermehrt klimafreundlicheren Alternativen zuwendet.

Gold für den Kauf klimaschonender Neuwagen Der Verkehrsclub Deutschland setzt auf umweltund sozialverträgliche, sichere und gesunde Mobilität. Klimafreundlicher Verkehr ist dabei ein zentraler Baustein. Die Kampagne Cleaner Car Contracts setzt dort an, wo viel bewegt werden kann: Sie wendet sich an Leasing-Unternehmen und unabhängige Flottenbetreiber, zum Beispiel Firmen mit eigenem Fuhrpark, Autovermieter und Carsharing-Unternehmen – denn jeder dritte Neuwagen in Europa wird geleast. Das teilnehmende Unternehmen unterzeichnet dabei einen Cleaner Car Contract und bekennt sich dazu, die durchschnittlichen CO2-Emissionen seiner Neuwagen freiwillig zu senken, sprich vornehmlich klimafreundliche Modelle einzukaufen. Hält sich der Partner an diese Abmachung, kann er das Label Cleaner Car Contracts für seine Produkte verwenden – in Silber, wenn die durchschnittlichen Emissionen im Zieljahr 2014 unter 120 Gramm CO2 pro Kilometer bleiben; in Gold, wenn sie unter 113 Gramm CO2 pro Kilometer liegen. Die höheren Anschaffungskosten werden durch geringe Alltagskosten wie Treibstoff sowie den höheren Wiederverkaufswert des Pkw mehr als ausgeglichen. Das Projekt geht Hand in Hand mit dem Gesamtangebot des Verkehrsclub Deutschland. So liefert zum Beispiel die Auto-Umweltliste, ein Ranking der umweltfreundlichsten Pkw, wertvolle Tipps zum klimafreundlichen Autokauf. Auch Projekte wie „Grüne Flotte im Betrieb“ oder „Rußfrei fürs Klima“ ergänzen die Cleaner Car Contracts perfekt.

handlungsansatz

CLEANER CAR CONTRACTS VERKEHRSCLUB DEUTSCHLAND e. V.
Wirkungspotenzial des Projekts Ziele und Zielgruppen Ansatz und Konzept Qualitätsentwicklung Leistungsfähigkeit der Organisation Vision und Strategie Aufsicht Leitung und Personalmanagement Finanzen und Controlling Transparenz und Öffentlichkeitsarbeit Legende
herausragend sehr gut gut

Finanzierungsquellen der Organisation
F. 11 % E. <1% D. <1% H. 6 % G. 3 % A. 12 % B. 5 %

akzeptabel

entwicklungsbedürftig unzureichend

C. 63 %

A. B. C. D. E. F. G. H.

Spenden Zuwendungen von Stiftungen/Vereinen Mitgliedsbeiträge Sponsorengelder Zins-/Vermögenserträge Öffentliche Gelder Leistungsabhängige Einnahmen Sonstige

resultate

Verbrauchsarme Pkw schneller auf dem Markt Wer heute seine Fahrzeugflotte auf „grün“ umstellt, wird zum Wegweiser für die Zukunft des Verkehrs. In Deutschland haben sich derzeit drei Leasingunternehmen und 13 Flottenbetreiber zu den geringeren Emissionswerten der Cleaner Car Contracts verpflichtet. Das Projekt wird durch Organisationen in sechs EU-Ländern umgesetzt; die Projektleitung liegt beim niederländischen Natuur & Milieu, das die Kampagne in Zusammenarbeit mit dem Verkehrsclub Deutschland vorantreibt. Mehr als 220.000 Pkw von über 60 Unternehmen in Europa sind inzwischen über die Cleaner Car Contracts auf den Straßen unterwegs. Und da Leasingfahrzeuge im Schnitt maximal drei bis vier Jahre im Unternehmen bleiben, strahlt die Wirksamkeit der Kampagne bis in den Gebrauchtwagenmarkt hinein. Der Verkehrsclub Deutschland nutzt die Synergie-Effekte, die sich aus der engen Verzahnung seiner Angebote ergeben, optimal aus und kann so deren Wirksamkeit noch potenzieren. Die Organisation möchte eine Verhaltens- und Kulturänderung in der gesamten Liefer- und Kundenkette anstoßen und setzt sich dafür ein, dass die Höchstgrenzen für Pkw-Emissionen heruntergesetzt und „schlupflochsicher“ gemacht werden. Dafür arbeitet der Verein eng mit Umweltverbänden zusammen, indem sie gemeinsame Kampagnen zu niedrigeren gesetzlichen Grenzwerten realisieren, und tritt auch in seiner Lobbyarbeit gemeinsam mit den Unternehmen aus den Cleaner Car Contracts an Entscheidungsträger auf EU-Ebene heran.

eMPfehlungen

Schlagkraft des VCD noch erhöhen Der Verkehrsclub Deutschland steht für Mobilität mit niedrigem Ressourcenverbrauch und geringen Umweltbelastungen – und damit für mehr Lebensqualität. Der Verein ist dank seines breiten Mitgliederstammes gut aufgestellt und konnte sich durch überzeugende Angebote eine hohe Reputation und Schlagkraft erarbeiten. Soziale Investoren unterstützen hier eine solide Organisation mit einem zukunftsweisenden Projekt und können dem Verkehrsclub Deutschland dabei helfen, seine Wirksamkeit noch weiter zu erhöhen. Für 30.000 Euro kann die Organisation zum Beispiel projektübergreifend eine halbe Stelle für einen Mitarbeiter einrichten, der gezielt Informationen und Tipps zum umweltbewussten Fahrzeugkauf für die unterschiedlichen Zielgruppen aufbereitet sowie die Zusammenarbeit mit Mobilitätsanbietern und -nutzern koordiniert. Eine Spende von 5.000 Euro ermöglicht die Produktion von Informationsmaterialien wie Flyern, kann aber auch die Erweiterung des Internetportals der Organisation fördern. Auch kleinere Beträge bis 1.000 Euro unterstützen ganz entscheidend die weitere Vernetzung des Verkehrsclub Deutschland: Von diesen Spenden können Reisekosten und Teilnahmegebühren für Präsentationen und Veranstaltungen gedeckt werden.

Analysiert und empfohlen:

WIRKT !
Qualität Empfohlene feld im Themen z Klimaschut

22 Organisationen analysiert, 11 empfohlen 12/2012

Handlungsansatz: Mobilisierung, Druck von unten, Politik und Lobbyarbeit

Hintergründe zum Themenfeld bietet der Themenreport Klimaschutz. Der Report sowie weitere Infos zum Projekt und zur Organisation sind bei PHINEO erhältlich.

HAFTUNGSAUSSCHLUSS: Ansprüche gegen PHINEO aufgrund der Nutzung der vorstehenden Informationen sind ausgeschlossen. Bitte beachten Sie unseren ausführlichen Haftungshinweis unter: www.phineo.org/haftung

Abweichungen von 100 % ergeben sich durch math. Runden
        
Top of page

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.