Path:

Full text: Bildungsort Kita - beste Chancen für alle Kinder

Bildungsort Kita Beste Chancen für alle Kinder

Inhalt

2 4

Die eigentlichen Helden der frühkindlichen Bildung in Kitas | Vorwort von Prof. Barbara John Mit Siebenmeilenstiefeln unterwegs: Kindertagesstätten in Berlin | Einführung von Martin Hoyer

8 12 16 20 24 28 30

Wichtige Inhalte mit unternehmerischem Denken verbinden | Interview von Uli Schulte Döinghaus Wege der Inklusion – alle Kinder sind willkommen! | Kornelia Müller-Kern Evaluation als Chance | Karin Rechenberg-Grab und Jaqueline Bardhan Von einer Kita, die auszog, um Familienzentrum zu werden | Bettina Zeisler Eine Lernoase für den Beruf der Erzieherin | Anja Karrasch Kita gesucht? | Marcus Luttmer Gremien und andere Angebote des Paritätischen Kita-Referats Berlin | Claudia Gaudszun

32 36

Kita-Träger im Paritätischen Berlin Sieben Fachschulen für Erzieherinnen und Erzieher

Vorwort

Die eigentlichen Helden der frühkindlichen Bildung in Kitas
von Prof. Barbara John | Vorstandsvorsitzende des Paritätischen Berlin

Berlin hat eine lange Tradition bei Kindertagesstätten. Die ersten Kindergärten entstanden in der Zeit der Industrialisierung in Berlin, damit Frauen in den Fabriken arbeiten gehen konnten. Seitdem hat sich viel entwickelt. Kitas werden heute nicht mehr nur unter dem Aspekt der Vereinbarkeit von Beruf und Familie betrachtet, sondern es wird ihnen ein eigenständiger Bildungsauftrag zuerkannt. Die individuelle Förderung eines jeden Kindes, die wertschätzende Sicht auf Eltern als Erziehungspartner und die Kita als Ort der Familienbildung stehen heute im Vordergrund. Die Rahmenbedingungen in Berlin schreiben nicht nur die verbindliche Beobachtung und Dokumentation, regelmäßige Entwicklungsgespräche und die verbindliche Gestaltung des Übergangs an die Grundschule vor, sondern auch die Qualifizierung der Fachkräfte sowie interne und externe Evaluation. Heute kann Berlin stolz sein auf seine vielfältige und umfangreiche Kita-Landschaft. Es gibt circa 142 000 belegte Plätze in rund 2200 Kitas, drei Viertel davon bei freien Trägern. Die Versorgung mit Kita-Plätzen liegt bei den Drei- bis Sechsjährigen bei annähernd 94 Prozent, bei unter dreijährigen Kindern bei 47,6 Prozent (jeweils mit Tagespflege). Das ist im Bundesvergleich eine erstaunlich gute Quote. Ermöglicht wurde das durch die Bundes- und Landesprogramme zum Platzausbau und das hohe Engagement insbesondere der freien Träger, bei denen die allermeisten neuen Plätze entstanden. Gleichwohl ist noch viel zu tun, denn die Nachfrage nimmt weiterhin zu. Was ja eigentlich eine positive Entwicklung ist, nämlich die steigende Zahl der Geburten entgegen dem Bundestrend, birgt auch einen Auftrag. Denn der Bedarf an Fachkräften und Kita-Plätzen wächst. Der Paritätische Berlin ist ein Dachverband für frei-gemeinnützige Träger; im Bereich der Kitas sind das derzeit circa 111 Mitgliedsorganisationen mit 487 Kindertagesstätten mit rund 44 000 Plätzen und damit mehr als die fünf Eigenbetriebe des Landes Berlins zusammen. Die Paritätische Kita-Landschaft ist recht heterogen: Es gibt Träger mit nur einer Kita und 15 Plätzen, meist
2 

durch Eltern geführte Träger, aber auch regelrechte Sozialunternehmen mit mehr als 26 Kitas mit 2900 Plätzen. Es gibt unter dem Paritätischen Dach zweisprachige Europa-Kitas, Kitas mit Gesundheitsförderung nach Kneipp, mit Hochbegabtenförderung, mit erweiterten Öffnungszeiten abends und am Wochenende, Wald-Kitas, Kitas mit Montessori- oder Waldorfprofil und weiteren vielfältigen Konzepten. In fast 400 unserer Kitas werden Kinder mit und ohne Behinderungen gemeinsam betreut – die Kitas befinden sich auf dem Weg dazu, Häuser für alle Kinder, und damit inklusiv, zu werden. Der Paritätische vertritt die Interessen seiner Mitglieder im fachpolitischen Kontext gegenüber dem Abgeordnetenhaus von Berlin und der öffentlichen Verwaltung. Für das Jahr 2013 hieß das ganz konkret die Beteiligung an den Verhandlungen der Kita-Kostensätze – sie wurden im März 2014 abgeschlossen –, die Mitsprache bei der Aktualisierung des zehn Jahre alten Bildungsprogramms und dem für alle Kitas obligatorischen Sprachlerntagebuch oder auch die Verhandlungen zur Beschäftigung von Quereinsteigern in Berliner Kindertagesstätten. Die Rahmenbedingungen haben sich in den letzten zehn Jahren verbessert, gleichzeitig sind die Anforderungen an das pädagogische Personal deutlich gewachsen. Die Erzieherinnen und Erzieher sind die eigentlichen Helden der frühkindlichen Bildung in Kindertagesstätten. Sie haben die vielen Reformen mitgemacht – sie gehören übrigens zu den weiterbildungsfreudigsten Berufsgruppen überhaupt –, sie haben aber auch mit Erfolg für mehr Personal und die Anerkennung von Vor- und Nachbereitungszeiten gekämpft. Die vorliegende Broschüre gibt einen kurzen Überblick über die aktuellen Themen wie den Fachkräftemangel, die regional unterschiedliche Platznot, aber auch über notwendige Weiterentwicklungen, wie die in Berlin verpflichtende externe Evaluation, Inklusion oder Kitas als Familienzentren.

Prof. Barbara John | Foto: Walter Weber

Für 2014 und die folgenden Jahre stehen weitere Herausforderungen an, für die Stadt und für uns als Paritätischer Dachverband: ›  llen Kindern frühzeitig einen Kita-Platz anzubieten a ›  och stärker als bisher gerade bei sogenannten bildungsfernen n Eltern für die Vorzüge eines Kita-Platzes zu werben ›  en Platzausbau noch weiter voranzutreiben d › usreichend Personal in den Kitas zu beschäftigen, ohne das a Fachkräftegebot zu unterwandern ›  en Personalschlüssel insbesondere für die Kleinsten und den d Leitungsschlüssel zu verbessern › nd die neuen Themen aus dem aktualisierten Bildungsprou gramm wie die Gestaltung von Übergängen, die Qualifizierung der Arbeit mit den Kleinsten oder die vielschichtigen Aspekte der Inklusion im Kita-Alltag umzusetzen. Die Anstrengungen der Politik, der Verbände und Träger und nicht zuletzt die der pädagogischen Fachkräfte, eine verlässliche Kinderbetreuung auf hohem Niveau anzubieten, dürfen nicht nachlassen. Auch wenn es viel kostet, heute weiß man: Die Investitionen für die frühkindliche Bildung sind Investitionen in die Zukunft einer Gesellschaft. Wir werden auch weiterhin den Finger auf die Wunde legen, uns im Interesse der Familien und Fachkräfte einmischen und Rahmen­ edingungen fordern, die ein gutes Arbeiten mit hoher b Qualität ermöglichen, um Kindern möglichst gleiche Bildungs­ chancen in der frühen Kindheit zu ermöglichen. Ihre

Vorstandsvorsitzende Paritätischer Wohlfahrtsverband Berlin
  3

Einführung

Mit Siebenmeilenstiefeln unterwegs: Kindertagesstätten in Berlin
von Martin Hoyer | Referent für Kinder, Kindertagesstätten und Schule

Wer acht bis zehn Jahre auf die Entwicklung der Berliner Kita-Landschaft zurückblickt, wird überrascht sein, welche tiefgreifenden Veränderungen sich in diesem Feld vollzogen haben. Die Jahre 2002 bis 2006 waren geprägt durch die Herauslösung von Kindertagesstätten aus den bezirklichen Trägerschaften und die Übertragung auf freie Träger und die Eigenbetriebe des Landes. Gleichzeitig wurden in den Jahren 2003/2004 Kürzungen am Personalschlüssel vorgenommen, die Elternbeiträge erhöht, aber auch das Berliner Bildungsprogramm für die Bildung, Erziehung und Betreuung von Kindern bis zu ihrem Schul­ eintritt als verbindliche Arbeitsgrundlage für alle Kitas eingeführt.

» Gerade die Kleinsten
benötigen stabile Be­ziehungen, kleine Gruppen und eine gute Personalausstattung.

«

Diese zunächst ambivalente Entwicklung – Kürzungen bei gleichzeitig steigenden Qualitätsanforderungen – hat seitdem eine Wendung erfahren. Noch bei der Diskussion um die Änderung des Kita­Gesetzes im Jahre 2006 wurde gefragt, ob Kinder, deren Eltern arbeitssuchend sind, überhaupt einen Kita-Platz benötigen. Eine Frage, die heute nicht mehr gestellt werden würde. Inzwischen ist allen klar: Kindertagesstätten sind wichtige Bildungsorte im Aufwachsen von Kindern und haben weit mehr Aufgaben, als ›nur‹ sicherzustellen, dass die Eltern arbeiten gehen können. Die Kita gehört heute zum Alltag von jungen Familien dazu Den deutschen Kindergarten gibt es nun fast 200 Jahre. Nie war er so selbstverständlich ein Teil des Alltags von Familien mit jungen Kindern wie heute. Die Kita gehört eben dazu. Das hat nichts damit zu tun, dass Eltern heute kritikloser wären oder sich weniger Gedanken um ihre Kinder machen würden – nein, der Institution Kita und insbesondere den Fachkräften ist es in den letzten Jahren besonders gut gelungen, das Vertrauen aufzubauen, dass sie gemeinsam mit den Familien die bestmöglichen Entwicklungsmöglichkeiten für die Kinder bereitstellen wollen. Wesentlich dazu beigetragen hat, dass alle Bundesländer in Programmen und Plänen festgeschrieben haben, wie eine gute Kita arbeitet. Berlin mit seinem Bildungs­ rogramm war hier ein Vorreiter. p

Martin Hoyer auf einer Veranstaltung des Kita-Bündnisses Foto: Marcus Luttmer 4 

Politiker stellen sich den Fragen von Mitgliedern des Kita-Bündnisses bei einer Diskussionsveranstaltung im Rathaus Schöneberg Foto: Marcus Luttmer

Qualitätsentwicklung in Berliner Kitas Die Vorreiterrolle Berlins entstand nicht nur aus dem frühen Zeitpunkt der Einführung eines verbindlichen Bildungsprogramms, sondern vor allem durch die Art der Umsetzung. Bereits mit der landesweiten Qualitätsentwicklungsvereinbarung im Jahr 2006 haben alle Träger von Kindertagesstätten das Bildungsprogramm als verbindliche Grundlage der Arbeit anerkannt. Dies war verbunden mit verpflichtenden Maßnahmen zur Umsetzung, wie der internen und externen Evaluation ihrer Arbeit. Nach anfänglicher Unsicherheit haben inzwischen die Befragungen der evaluierten Kitas ergeben: Die Fachkräfte wissen die kritische und anerkennende Betrachtung des von ihnen bisher Geleisteten und die Hinweise zur Weiterentwicklung ihrer pädagogischen Arbeit sehr zu schätzen. Die Kommunikation mit den Eltern im Sinne einer partnerschaftlichen Zusammenarbeit nimmt heute einen besonders hohen Stellenwert ein, beispielsweise in Form regelmäßig stattfindender Elterngespräche über die individuelle Entwicklung der Kinder. Eltern, auch das haben die Evaluationen ergeben, sind ganz überwiegend mit der Arbeit des Fachpersonals zufrieden. Dieser breite fachliche Entwicklungsschub wird allgemein anerkannt und trägt das Bild der Kita in der Öffentlichkeit.

Kita-Bündnis erreicht die Verbesserung des Personalschlüssels Nur vor diesem Hintergrund war es möglich, in Berlin eine Diskussion zu führen, die letztendlich auch zu Verbesserungen im Personalschlüssel geführt hat. Bereits im Jahr 2008 gründete sich das Berliner Kita­ Bündnis – ein Zusammenschluss öffentlicher und freier Träger, Gewerkschaften und Elternvertreter – mit dem Ziel, einer Verbesserung im Personalschlüssel und für alle Kinder einen vereinfachten Zugang zur Kita zu erreichen. Gleichzeitig begannen die Berliner Eltern mit der Einleitung eines Volksbegehrens. Fast zwei Jahre wurde in der Stadt diskutiert und gestritten und am Ende ein Stufenplan durch das Parlament beschlossen. Er beinhaltete Personalschlüsselverbesserungen, die schrittweise Erweiterung des Rechtsanspruchs auf sieben Stunden am Tag und die Beitragsfreiheit für Kinder in den letzten drei Jahren vor Schulbeginn. Die Forderungen nach verbindlichen Zeiten für mittelbare pädagogische Arbeit, für Vorbereitungen der pädagogischen Arbeit, Elterngespräche, Beobachtung und Dokumentationen, wie sie das Bildungsprogramm verlangt, konnten damit zwar nur teilweise erfüllt werden, aber es war ein wichtiger Schritt in die richtige Richtung.

  5

Einführung

Mehrere tausend Eltern und Kinder, Erzieherinnen und Erzieher demonstrieren für ›Mehr Personal in Berliner Kindertagesstätten‹ in einem Sternmarsch zum Roten Rathaus | Foto: Martin Thoma

Platzmangel durch Rechtsanspruch Bereits Anfang 2009 verdichteten sich in Berlin die Berichte über Eltern, die zum Teil mehrere Monate Wartezeiten in Kauf nehmen mussten, bis sie einen Kita-Platz für ihr Kind gefunden hatten. Die Bundesregierung hatte gerade beschlossen, dass ab dem 1. August 2013 jedes Kind ab dem ersten Geburtstag auch einen Rechtsanspruch auf einen Kita-Platz hat. Allerdings ging man zu diesem Zeitpunkt noch davon aus, dass die Probleme regional und befristet wären. Planungsgrundlage war eine Bevölkerungsprognose, die von einem vorübergehenden und nur leichten Anstieg der Kinderzahlen ausging. Bereits im Jahr 2013 sollten die Zahlen wieder sinken. Schnell wurde jedoch klar: Sowohl die Prognosen zu Kinderzahlen als auch die zum Betreuungswunsch der Eltern waren falsch. Über 23 000 Plätze mehr innerhalb von fünf Jahren Lange bevor das Land Berlin diese Situation auch offiziell anerkannte, begannen freie Träger in Absprache mit den Bezirken, ihre Angebote zu erweitern. Ende 2011 legte schließlich auch das Land Berlin eine Kita-Bedarfsplanung vor, die deutlich machte, welch hoher Ausbaubedarf nunmehr fast in der ganzen Stadt bestand. Mit Hilfe des Landesprogrammes ›Auf die Plätze, Kitas,
6 

los!‹ und mit Mitteln aus dem Bund kam noch einmal erhebliche Dynamik in den Platzausbau. In den Jahren 2009 bis 2013 konnten über 23  000 neue Plätze geschaffen werden. Diesen stand jedoch auch ein Zuwachs von 22 000 Kindern in der kitarelevanten Altersgruppe gegenüber. Klar ist: Ohne das Engagement und die finanzielle Beteiligung der freien Träger wäre Berlin nicht in der Lage gewesen, den Bedarf zu befriedigen. Das Engagement der freien Träger beschränkte sich nicht auf die Schaffung von Plätzen, auch im Ausbau der Ausbildung haben Träger die Initiative ergriffen. Einige gründeten Schulen, andere bilden Fachkräfte berufsbegleitend in ihren Einrichtungen aus. Denn eine Kita ohne Fachkräfte ist keine Kita, und mit steigender Platzzahl steigt auch der Fachkräftebedarf. Diese Aktivitäten waren nur durch die hohe Einsatzbereitschaft der Träger und ihrer Mitarbeiterinnen möglich. Kita-Ausbau wirklich abgeschlossen? Berlin ist es in den letzten zwei Jahren gelungen, für alle Kinder einen Platz anbieten zu können. Damit steht das Land besser da als viele andere Bundesländer. Aber es gibt auch Schwachpunkte. Die bisherigen Planungen gehen davon aus, dass die Versorgungsquoten nur noch leicht gesteigert werden müssen und lediglich

das Aufwachsen der stärkeren Kinderjahrgänge kompensiert wird. Das bedeutet: Bei den Kindern unter drei Jahren bliebe der Versorgungsgrad weiterhin unterhalb von 50 Prozent und bei den Kindern ab drei Jahren bis Schuleintritt würden im Durchschnitt weiterhin vier bis fünf Prozent das Angebot nicht wahrnehmen. Nur die Hälfte der Fördermittel in 2014 im Vergleich zum Vorjahr Der schon heute bestehende Mangel an Wahlmöglichkeiten für die Eltern führt dazu, dass sie weite Wege zur Kita oder für sie unpassende Konzepte in Kauf nehmen müsssen. In einigen Regionen gibt es nach wie vor zu wenige Plätze. Hier werden andere Maßnahmen notwendig sein – auch deutlich teurere Neubauten von Kitas. Vor diesem Hintergrund ist es problematisch, dass im Jahr 2014 nur die Hälfte der Fördermittel von 2013 zur Verfügung stehen. Im Innenstadtbereich fehlen zudem Gebäude und Flächen, um den Ausbau in gleicher Art fortzusetzen. Besonders problematisch ist dies in Gebieten, die schon heute eine niedrige Versorgungsquote haben und in denen viele Familien leben, die besondere Unterstützung benötigen. Gerade deren Kinder profitieren in hohem Maße von guter Kindertagesbetreuung. Diese Familien sind in letzter Zeit in den Fokus der Politik geraten. Die Unterstellung, dass sie nur aufgrund von ›Bildungsferne‹ nicht den Weg in die Kita finden, ist unbegründet und eindimensional. Erst recht, wenn gleichzeitig zu wenige Plätze vorhanden sind. Angebote und Werbung müssen ausgebaut werden, das Anmeldeverfahren erleichtert und die Information verbessert werden. Gleiche Bildungschancen für alle Kinder in Berlin werden nur im Zusammenwirken von Kita und Familie erreicht, nicht mit einem konstruierten Gegeneinander! Der Paritätische hat sich deshalb stets gegen eine verpflichtende Teilnahme im KitaBereich ausgesprochen. Immer noch Handlungsbedarf beim Personalschlüssel Für die Kinder im Alter zwischen ein und drei Jahren wird aktuell die Abschaffung der Elternbeiträge diskutiert. Diese Überlegung ist folgerichtig, wenn Bildung von der Kita bis zur Hochschule kostenfrei sein soll. Der Fokus auf die Jüngsten in den Kitas war längst überfällig. Neben der Frage der Elternbeiträge muss aber auch sichergestellt werden, dass die Rahmenbedingungen der Kitas darauf eingestellt sind. Gerade die Kleinsten benötigen stabile Beziehungen, kleine Gruppe und eine gute Personalausstattung. Die Wissenschaft empfiehlt seit vielen Jahren einen Personalschlüssel von einer Fachkraft auf drei Kinder im Alter bis 24 Monate, und einen Schlüssel von 1:3  5 im Alter zwischen 24 und 36 Monaten. –  Die gesetzliche Personalausstattung in Berlin ist hier mit 1:5 beziehungsweise 1:6 festgelegt – es besteht Handlungsbedarf! Eine wesentliche Rolle für die Qualität in den Kitas nimmt die Kita-Leitung ein, hier muss der im Jahr 2003 durch die rot-

rote Regierung abgesenkte Leitungsschlüssel von 1:100 Kindern dringend wieder hergestellt werden. Schließlich ist die Leitung der ›Motor‹ der Qualitätsentwicklung und wichtiges Bindeglied zwischen Eltern, Erziehern und Akteuren im Sozialraum. Richtig ist aber: Kinder, die bereits mit zwei Jahren die Kitas besuchen, brauchen mit drei Jahren nicht mehr umworben zu werden. Früher Kita-Besuch erhöht die Entwicklungs- und Bildungschancen der Kinder. Auch die Aktualisierung des Berliner Bildungsprogramms nimmt deshalb die Bedürfnisse der unter Dreijährigen besonders in den Blick. Wenn der Fokus auf die Jüngsten auch die Qualität und die Personalausstattung in den Blick nimmt, unterstützt der Paritätische den Vorstoß und wird sich konstruktiv in die Diskussion einbringen.

wertschätzende Betrachtung des von ihnen bisher Geleisteten und die Hinweise zur Weiterentwicklung ihrer pädagogischen Arbeit bei der Evaluation sehr zu schätzen.

»Die Fachkräfte wissen die

«

Paritätische Kita-Träger werben auf der Trägermesse für Erzieherfachkräfte und Praktikanten | Foto: Marcus Luttmer

  7

Outlaw gGmbH | Bürgerhaus e. V. | Kinder im Kiez GmbH

Wichtige Inhalte mit unternehmerischem Denken verbinden
Interview mit Sabine Hafener, Regionale Geschäftsführerin Outlaw gGmbH, Thomas Daebel, Geschäftsführer Bürgerhaus e. V., und Christian Hubert, Kinder im Kiez GmbH

besondere Härten geben, sodass jemand doch einen Platz bekommt, obwohl er sich erst eine Woche vorher gemeldet hat.

»Es muss auch immer Lösungen für «

Staatssekretärin Sigrid Klebba eröffnet Kita-Neubau von Kinder im Kiez | Foto: Kinder im Kiez gGmbH 8 

Zum Ausbau der Platzkapazitäten in Kitas – wo stehen wir in Berlin? Wir merken, dass der Platzbedarf in den Bezirken und innerhalb der Bezirke von Kiez zu Kiez sehr unterschiedlich ist. Zum Beispiel in Reinickendorf im Norden. Dort haben wir teilweise eine Überversorgung an Plätzen. Aber im benachbarten Wittenau, im und am Märkischen Viertel, gibt es einen ungebrochen hohen Bedarf an Kita-Plätzen, während sich im Kiez unserer Kita in Steglitz-Zehlendorf die Lage allmählich entspannt. Sabine Hafener Wir betreiben 20 Kindertagesstätten mit circa 2700 Plätzen, schwerpunktmäßig im Ostteil der Stadt. Wir stellen zurzeit eine Abwanderung aus der Mitte an die Ränder fest, sodass sich ehemalige Problemkieze mittlerweise zu ganz bürgerlich etablierten Kiezen wandeln. Es gibt viele Eltern, die jetzt aus dem Prenzlauer Berg nach Moabit ziehen, weil die Wohnungen in Prenzlauer Berg und anderen Szenekiezen für Familien kaum noch bezahlbar sind. Kitas, in denen vorher zum Beispiel viele Migrantenkinder waren, verändern sich. Eine sogenannte Mittelstandsklientel rückt nach – mit einem anderen Anspruch, was wiederum eine neue Dynamik in den Einrichtungen auslöst. | Christian Hubert

Christian Hubert, Kinder im Kiez GmbH, Sabine Hafener, Outlaw gGmbH und Thomas Daebel, Bürgerhaus e. V. | Foto: Uli Schulte Döinghaus

auch immer Lösungen für besondere Härten geben, sodass jemand doch einen Platz bekommt, obwohl er sich erst eine Woche vorher gemeldet hat. | Sabine Hafener

Gleichwohl dürfen Sie sich nicht auf Dauer als Ausputzer der Nation sehen. Aber ich sehe mich auch nicht als Ausputzer der Nation. Wir sind angetreten, Kinder in Kindertagesstätten zu betreuen. Da Wo sind Sie mit Ihren Einrichtungen regional besonders ver- gehört auch diese Herausforderung dazu. Letztlich sind wir aber treten? Wo haben Sie in letzter Zeit ausgebaut oder abge- auch angetreten, alle bestehenden Plätze zu erhalten und gegebebaut? Was sind die Herausforderungen, die Dinge, die Sie nenfalls auch neue zu schaffen. Und da ist wahnsinnig viel pasbesonders beschäftigen? siert. Es sind hunderte oder sogar tausende neuer Plätze vorGrundsätzlich wurden wir als Pankower Verein gegründet. Dann nehmlich durch die freien Träger geschaffen worden. Allein unser kam es, dass plötzlich Weissensee zu Pankow gehörte und auch Träger hat ein Viertel seines gesamten Bestands neu geschaffen. Prenzlauer Berg, insofern sind wir auch in diesen ehemaligen Ost- Christian Hubert Stadtteilen mit Kitas vertreten. Wir haben jetzt knapp 1000 Plätze in den Einrichtungen. Alle sind voll, und es ist schwer, etwa Kinder- Worin besteht das Risiko, die unternehmerische Herausforschutzfälle in Pankow zusätzlich unterzubringen. | Thomas Daebel derung, die bekanntlich sowohl Chancen als auch Risiken beinhaltet? Wenn das so ist, könnte man fordern: »Dann baut doch einfach Ich glaube, ein sozialer Träger ist immer dann gut, wenn er mehr Kitas!« wichtige Inhalte mit einem unternehmerischen Denken verbinSo einfach ist es leider nicht. Selbst wenn wir dazu bereit wären – det. Eine Kita muss pädagogisch gut sein und sich ökonomisch Investitionsmittel sind in den Kostenblattfinanzierungen für den rechnen. Die Frage nach dem Bedarf war jahrelang nicht imTräger überhaupt nicht enthalten. Gleichwohl erwartet man von mer einfach zu beantworten, weil es keine abgestimmte Bedarfs­ uns politisch – auch moralisch wir von uns selbst –, dass wir 100 planung in Berlin gegeben hat, an der man sich orien­ tieren Prozent Tariflöhne zahlen, was schon in sich ein Widerspruch ist: konnte. | Sabine Hafener Wenn der Staat das Geld nicht zu 100 Prozent gibt, können wir es auch nicht zu 100 Prozent bezahlen. | Thomas Daebel Sie haben in der jüngsten Vergangenheit neu gebaut. Wovon haben Sie sich da leiten lassen? Welche Wahl haben Sie, wenn überhaupt? Dass es bis heute eine ungebrochene Nachfrage in einigen Re›Aufnahmekriterien‹ sind ein schwieriges Thema. Der sozi- gionen gibt und dass es Fördermittel in einem erheblichen Umale Status darf kein Grund sein, jemanden außen vor zu halten, fang gab, ohne die diese Neubauten nicht möglich gewesen wäwir versuchen, uns dem sensibel zu nähern, indem wir etwa sa- ren. Leider entwickelten sich aber die Förderungen nicht so, wie gen, Geschwisterkinder haben auf jeden Fall Vorrang. Es muss sie zunächst angekündigt wurden, das heißt, die zunächst avisierte
  9

Outlaw gGmbH | Bürgerhaus e. V. | Kinder im Kiez GmbH

Eröffnung des zweiten Gebäudes der Kita am Brosepark | Foto: Bürgerhaus

90-prozentige hat sich letztendlich in eine 50-prozentige Finanzierung gewandelt, das heißt – jetzt sind wir wieder beim unternehmerischen Risiko –, diese zusätzlichen Belastungen müssen wir mit Eigenmitteln und Krediten gegenfinanzieren. | Christian Hubert

eben nicht bei zehn Prozent, sondern bei fast fünfzig Prozent lag. Da kommt beim Neubau einer Kita schnell mal eine zusätzliche Million oder sogar noch mehr zusammen. | Christian Hubert

Wie können Sie dennoch attraktive Angebote machen, obwohl Kleine Träger oder Elterninitiativen müssen dabei zwangsläufig Sie als Träger wirtschaftlich unter Druck stehen? in die Knie gehen? Letztendlich funktioniert das ganz klar über Selbstausbeutung, Die können das gar nicht machen. Wir reden hier über einen sieben- über die verstärkte Inanspruchnahme des ehrenamtlichen Engastelligen Bereich, der zu investieren ist. Eine Kita zu errichten, kos- gements, darüber, dass die Eltern immer noch viel in den Einrichtet pro Platz zwischen 25.000 und 28.000 Euro. | Thomas Daebel tungen machen. Das hat eine gewisse Tradition, die mir peinlich ist, dem Staat offensichtlich nicht. | Thomas Daebel Unter welcher Voraussetzung investieren große Kita-Träger? Die Voraussetzung sind, wie schon gesagt, Fördermittel, weil Trotz der recht guten Voraussetzungen, die in Berlin besser als man das unter den gegebenen Bedingungen der Berliner Kita-­ in anderen Ländern sind, rennen Ihnen die Eltern die Bude ein Finanzierung nicht ausschließlich aus eigenen Mitteln stemmen und Sie müssen sie abwehren. Wie ist die Praxis? Wer sind die kann. Es gibt nämlich keine Position für Investitionskosten im Familien, die Sie abweisen müssen? Kostenblatt zur Kitafinanzierung. Da sind wir wiederum an ei- Das geht queerbeet, ist nicht schichtgebunden. Oft sind es Elnem Punkt, dass ein sozialer Träger immer noch sehr argwöhnisch tern, die zuziehen und unter dem Jahr einen Platz suchen. Oder betrachtet wird, wenn er Überschüsse erwirtschaftet. Das ist aber Eltern, deren Elternzeit ausläuft. Wir haben Kinder mit vier bis ganz normal und zwingend notwendig! Dazu muss man nämlich fünf Jahren, die noch nie eine Kita besucht haben, die dann im auch wissen, dass man als Träger einen Eigenanteil bei den meis- letzten Jahr vor der Schule eine Kita besuchen sollen. Wir haten Förderprogrammen zu erbringen hat, der in der Realität bei- ben viele verzweifelte Eltern, die wir wieder wegschicken müssen. spielsweise beim U3-Programm (Betreuung unter drei Jahren) Sabine Hafener
10 

Zwei Kinder in der Kita Wundstraße, Outlaw gGmbH | Foto: Dieter W. Pelzer

Wie sieht eine Warteliste aus? Wir bieten 2700 Plätze an, wir hatten auf der Warteliste am 6. März 2598 Kinder, davon 2096 U3-Kinder, von denen wir vielleicht 360 im Sommer aufnehmen können. | Christian Hubert

rechtliche bürokratische Forderungen rein, die alle für sich betrachtet supertoll sein mögen, und die Obrigkeit denkt vielleicht sogar, dass sie damit Arbeitsplätze schafft. Ergebnis: Ich weiß gar nicht mehr, warum ich Geschäftsführer bin, ich habe kaum noch unternehmerische Entscheidungsfreiheit. | Thomas Daebel

Hat der Fachkräftemangel auch mit dem (fehlenden) Ausbau oder Neubau von Kita-Plätzen zu tun? Aber man braucht doch Rechtssicherheit, die Obrigkeit kann Natürlich ist es für Mitarbeiter sehr angenehm, in einem Bereich doch nicht einfach nachträglich die Verordnungen zu Ungunszu arbeiten, wo Lärmschutz ist und wo in gut ausgestatteten, zeit- ten der Bauherren verändern? gemäßen Küchen gekocht wird. Deshalb finden sie moderne Ein- Ich gebe Ihnen mal ein Beispiel: Dieselbe Kommission zur Brandrichtungen attraktiver und gehen lieber dort hin. | Thomas Daebel schutzschau geht in ein Haus und kontrolliert die Brandsicherheit. Im nächsten Haus, drei Straßen weiter, steht genau der gleiWir haben zurzeit eine ziemliche Fluktuation, die für die Arbeit- che Bautyp, aber: im ersten Haus gab es keine Beanstandungen, nehmer gut ist. Aber für die Eltern ist es unerträglich, wenn die im zweiten Haus musste jede Tür zum Flur mit automatischen Bezugspersonen ihrer Kinder wie durch eine Drehtür kommen Türschließern versehen werden. Man hat gar keine Chance, man und gehen, weil sie irgendwo in einer wohnortnäheren Einrich- muss es machen. | Christian Hubert tung fünf Euro mehr bekommen. Es findet zurzeit ein gefährlicher Überbietungswettbewerb statt. Wir konkurrieren uns zu Und deshalb ist es wichtig, dass man Flexibilität in der FinanzieTode. | Christian Hubert rung hat, die es ermöglicht, dass man auf solche von niemandem vorhersehbaren Ausgaben reagieren kann. | Sabine Hafener Immer heftiger wird über die Unberechenbarkeit der Amtsbürokratie geklagt. Ich sage nur Rauchmelder! Mitten im Monat kommen hier neue Das Gespräch führte Uli Schulte Döinghaus.
  11

Jugendhilfeträger TÄKS e. V.

Wege der Inklusion – alle Kinder sind willkommen!
von Kornelia Müller-Kern | Geschäftsführerin TÄKS e. V.

Frühe Hilfen bei den Tietzer Strolchen | Foto: TÄKS e. V.

Die Integrationspädagogik startete in Berlin schon dass sich bei uns alle Menschen willkommen fühvor 50 Jahren, ein langer Weg, der von vielen Hö- len, dass wir allen Kindern und deren Familien ofhen und Tiefen sowie Kämpfen für verbesserte fen gegenübertreten. Wir beschlossen, in unsere Rahmenbedingungen geprägt war. Bei Grün- Leitsätze die Formulierung »Die Integration aller dung des Vereins TÄKS e. V. im Jahr 1999 war es un- Kinder ist uns wichtig!« aufzunehmen und verseren Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern wichtig, suchten stets, dieses Motto in die Tat umzusetzen.
12 

»Der Begriff der

›vor­urteilsbewussten Erziehung‹ nahm für uns konkrete Formen an.

«

nander Lernen und Erfahren, die gemeinsame Bildung. Die große Kunst der Inklusion ist es, neugierig zu sein auf das Andere, das Neue, sich dabei zu bewegen, an seiner Haltung zu arbeiten und Veränderungen zuzulassen. Unerlässlich ist dabei individuelle Förderung und Unterstützung der Kinder. Heute hat die Zukunft begonnen Beispiele aus den Kitas verdeutlichen, wie vielfältig Inklusion sein kann. Kinder, Eltern und Nachbarn zeigen uns neue inklusive Wege auf. Unser pädagogisch-ergotherapeutisches Angebot richtet sich an alle Kinder und bietet die Möglichkeit, diese ganzheitlich zu begleiten und zu fördern. Wir erproben neue Formen der Teilhabe, stellen Menschen mit geistiger Behinderung ein, und beteiligen Menschen mit Beeinträchtigungen in unseren Gremien. Werden wir demnächst auch ›Leichte Sprache‹ in unseren Aushängen verwenden, einen Sprachkurs in Gebärdensprache anbieten, geeignete Piktogramme verwenden, AudioCDs zur Raumerkennung haben, alle Spielplätze barrierefrei gestaltet haben? Wir lassen uns überraschen. Eines ist sicher: Wir werden immer an unserer vorurteilsbewussten Haltung gegenüber anderen Menschen arbeiten.

Die Vorgaben der Senatsverwaltung (›Verfahren zur Aufnahme und Betreuung von Kindern mit Behinderungen in Berliner Kindertageseinrichtungen‹) ermöglichen es uns, unser Vorgehen bei der Integration der Kinder mit anerkanntem Förderbedarf in unseren Kitas abzustimmen. Blickwechsel Wir qualifizieren für jede unserer Kindergruppen eine Mitarbeiterin oder einen Mitarbeiter zur Facherzieherin oder zum Facherzieher für Integration. Diese Kollegen eröffnen uns einen neuen Blick auf die Kinder mit Beeinträchtigungen und die Vorteile der Inte­ grationsarbeit für die gesamte Gruppe. Individuelle Beobachtungen, Förderplanungen und Kleingruppenangebote bestimmen den Alltag. Schon ab 2008, noch vor der Ratifizierung der UN-Konvention über die Rechte von Menschen mit Behinderung, beteiligten wir uns aktiv am Projekt ›Kinderwelten‹. Hier wurden wir spielerisch mit unseren Vorurteilen konfrontiert und uns wurden unsere familiären Prägungen durch Werte und Normen verdeutlicht. Der Begriff der ›vorurteilsbewussten Erziehung‹ nahm für uns konkrete Formen an. Die Mitarbeitenden unserer Inte­rations-AG g begannen damit, alle konkreten Erfahrungen aufzuschreiben – es entstand das Praxisbuch ›In der Vielfalt liegt ein Zauber, Integrationspädagogik in Krippe, Kita und Hort‹, das uns in der Entwicklung unserer integrativen Arbeit ein Stück weiterbrachte. Inklusion als Instrument zur Teilhabe Die Diskussion zum Thema Inklusion, einer Pädagogik ohne Ausgrenzung, brachte neuen Schwung in die Thematik. Wir gingen nun nicht mehr vom zu integrierenden behinderten Kind aus, sondern versuchten, die Bildungsumgebung im Vorhinein so weit wie möglich barrierefrei vorzubereiten, sodass alle Kinder sich zugehörig fühlen konnten. Gegenseitige Anerkennung und Wertschätzung der Vielfalt der Gruppe standen im Vordergrund, um den Bildungsanspruch aller Kinder umzusetzen. Träger in Bewegung Inklusiv sein heißt für uns, Barrieren abzubauen, sich zu öffnen für sein soziales Umfeld, Vielfalt zu genießen und Kooperationen und Netzwerke zu entwickeln. Das Miteinander zählt, das vonei-

Kitas inklusiv –Beispiele aus dem Alltag von TÄKS
Beobachtung und Dokumentation mit dem Instrument »Die kleine Hexe«, Kita »Die Wilden 13« Mit diesem Beobachtungsinstrument konnten wir Erzieherinnen und Erzieher die visuellen, auditiven, motorischen, kognitiven und sozial-emotionalen Fähigkeiten des Kindes individuell und in der Kleingruppe spielerisch anhand eines Märchen­ benteuers a ermitteln. Die Stärken und Fähigkeiten eines jeden Kindes wurden in ihrer Unterschiedlichkeit sichtbar, sodass wir förder­ diagnostische Schwerpunkte herausarbeiten können. Alle Kinder waren mit viel Spaß und Freude dabei und haben sich intensiv mit den Abenteueraufgaben auseinandergesetzt, um das ›Hexendiplom‹ zu erlangen. Wichtig war nicht ob, sondern wie die Kinder die Aufgabe lösten. Das Selbstwertgefühl und die Sozial- und Ich-Kompetenzen des einzelnen Kindes und der Gruppe insgesamt wurden gestärkt, außerdem nahm das Gefühl der Gruppen­ zugehörigkeit zu. Durch die Erzählungen ihrer Kinder waren auch die Eltern einbezogen. Wir konnten die dokumentierten Beobachtungen gut für die Gespräche mit Eltern und Therapeuten nutzen. Das Beobachtungsinstrument »Die kleine Hexe« stellen wir auch anderen interessierten Gruppen in einem Film vor. Anneliese Korte, Facherzieherin für Integration Projektarbeit – Religionsprojekt im ›Schneckenhaus‹ Kulturen und Religionen waren immer wieder Thema zwischen unseren Kindern, die aus verschiedenen Kulturkreisen kommen.
  13

TÄKS e. V.

Projekt Kultur und Religion | Foto: TÄKS e. V.

Inklusion ist es, neugierig zu sein auf das Andere, das Neue, an seiner Haltung zu arbeiten und Veränderungen zuzulassen.

»Die große Kunst der

«

Darum entschlossen wir uns, dieses Thema in Form eines Projekts zu behandeln. Durch dieses Projekt, in dem wir unter anderem die Feste verschiedener Kulturen feierten, Kirchen, Moscheen und eine Synagoge besuchten und gemeinsam Antworten auf unsere Fragen suchten, lernten wir unterschiedliche Sitten, Gebräuche und Lebensumstände kennen und verstehen. Wir freuten uns ganz besonders über die Eltern, die uns aus ihrer Sicht ihre Religionen oder ethnischen Hintergründe vorstellten und erklärten. Durch die Projektarbeit ist es uns gelungen, die Toleranz der Kinder untereinander zu fördern. Durch Begegnungen mit Menschen, wie dem Hausmeister einer katholischen Kirche, der uns ungeplant eine kleine Führung gab, kam es zum spontanen Austausch zwischen Kindern und Erwachsenen. Alle empfanden dies als große Bereicherung und viele der Erwachsenen waren überrascht, dass auch die Kinder ihnen immer wieder Denkanstöße gaben. | Lisa Bösel, Facherzieherin für Integration Nachbarschaftsgarten – Urban Gardening der Kita »BABBKreuzberg« Durch die Nutzung des Gartengeländes, eines ehemaligen Sportplatzgeländes des Bezirksamts, konnten wir uns mit verschiedenen Partnern vernetzen, zum Beispiel den nachbarschaftlichen Hochbeetbauern, der Bibliothek und der Turngemeinde Glogauerstraße.

14 

»Jedes Kind kann bei uns zeigen, was es kann.«
Für uns bedeutet dieser neue Raum Freude, He­aus­orderung r f und unmittelbare Auseinandersetzung mit Fragen der Gartennutzung, des grünen, kreativen Erlebnisraumes sowie mit Umwelterziehung und Nachhaltigkeit. Wir stellen den Kindern greifbares und sinnliches Material zum Bauen, Experimentieren, Klettern und Balancieren zur Verfügung. Ein besonderes Erlebnis ist es, die Kinder dabei zu beobachten, wie sie sich langsam den Garten erobern und in Windeseile von ihrem ›geheimen Garten« sprechen. Mit viel Freude und Leichtigkeit begegnen wir uns auf neue Weise in diesem ›grünen Raum«, lernen voneinander und von unseren neuen Nachbarn. Wir entdecken neue Interessen und unentdeckte Stärken und stoßen auf neue Fragestellungen, die wir ohne unseren Garten nicht gefunden hätten. Das Gartenprojekt ermöglicht uns, Gemeinschaft, Gleichbehandlung und inklusive Prozesse an einem neuen Lernort zu erleben. Ulrike Volz, Erzieherin und Julia Buldermann, Sozialpädagogin Aufbau einer inklusiven Montessori-Kita »Rosas Turm« In unserer Kita ist der Gedanken der Inklusion als Teil unserer pädagogischen Arbeit und unserer Persönlichkeit fest im Alltag verankert. Dies bedeutet für uns, nicht auf Unterschiede, sondern auf Gemeinsamkeiten zu verweisen und individuelle Stärken hervorzuheben und zu festigen. Jedes Kind kann bei uns zeigen, was es kann – zum Beispiel indem es schon mit vier Jahren ein ganzes Buch liest, durch sein Einfühlungsvermögen ein weinendes Kind zum Lachen zu bringt, oder ganz einfach dadurch, dass es ›Bitte‹ und ›Danke‹ sagt. Es gibt Kinder, die zwar nur mit einem ›Knopf am Kopf‹ (Cochleaimplantat) hören, aber trotzdem wunderbar singen können. Die Montessori-Materialien sind ansprechend aus Vollholz gestaltet und durch eine differenzierte Einführung der Materialien ist eine eingebaute Fehlerkontrolle gegeben. Das Kind ist nicht mehr von der Hilfe des Erwachsenen abhängig, sondern lernt, selbständig und entsprechend selbstbewusst zu agieren. Die Räumlichkeiten gestalten wir so, dass sie sich an den Bedürfnissen der Kinder orientieren und schnell verändert werden können. So sind die Tische beispielsweise klein und leicht und werden nach Belieben von den Kindern zusammengestellt und auseinandergenommen. | Juliane Schade, Facherzieherin Integration Frühe Hilfen bei den »Tietzer Strolchen« – Mehrgenera­ tionenansatz Ein Nachbarschaftstreffen in unserem neu gestalteten Spielgarten,

das viele Familien besuchten, war der Start, um mit verschiedenen Kulturen und Generationen ins Gespräch zu kommen. Seit Anfang des Jahres finden zweimal wöchentlich nachmittags Treffen mit verschiedenen Aktivitäten statt. Viele Eltern oder Großeltern nehmen dieses Angebot mit großer Begeisterung an. Es gibt Themenangebote, um in Kontakt zu kommen, Erfahrungen zu sammeln und sich auszutauschen. Geplant sind künftig auch Wochenendangebote für Familien und Interessierte Nachbarn. Der offene Spielgarten ist ein Treffpunkt des Miteinanders aller Generationen im Kiez. | Birgit Warm, Facherzieherin für Integration

  15

Pfefferwerk Stadtkultur gGmbH

Evaluation als Chance
von Karin Rechenberg-Grab, stellvertretende Abteilungsleiterin Kindertagesbetreuung, und Jacqueline Bardhan, Qualitätsbeauftragte Kindertagesbetreuung

Die erste Kindertagesstätte der Pfefferwerk Stadtkultur gGmbH wurde im Jahr 2009 intern nach der KiQu-Systematik evaluiert  – KiQu steht für Qualität für Kinder. Seitdem ist die zweimal jährliche Evaluation ein fester Bestandteil der Arbeit in unseren Kitas und gleichzeitig auch Grundlage für externe Evaluationen. Ziel ist es, die eigene pädagogische Arbeit zu reflektieren und weiterzuentwickeln.
Vor der Einführung der internen Evaluation waren die Teams verunsichert, was ›da nun schon wieder auf sie zukommt‹. Es tauchten Fragen und Befürchtungen auf: Kommt uns da jemand überprüfen? Müssen wir jetzt das Berliner Bildungsprogramm auswendig lernen? Müssen wir noch mehr tun? Nutzt der Träger die Evaluation als Kontrollinstrument?

Uns wurde schnell klar, dass wir bei den Erzieherinnen und Erziehern viel Vertrauensarbeit leisten mussten, um ihnen nicht nur die Angst vor den Evaluationen zu nehmen, sondern ihnen auch den Nutzen für ihre tägliche pädagogische Arbeit zu verdeutlichen. Warum überhaupt evaluieren? Seit 2004 ist das Berliner Bildungsprogramm (BBP) Grundlage der pädagogischen Arbeit in allen Berliner Kindertagesstätten. Zur Unterstützung bei der Umsetzung und zur Qualitätssicherung gibt es eine Qualitätsvereinbarung Tageseinrichtung (QVTag) zwischen dem Senat von Berlin und allen Tages­einrichtungen, die öffentlich finanziert werden. In dieser Vereinbarung verpflichten sich die Träger, bis Ende 2006 Zielsetzungen und Qualitäts­ ansprüche der Arbeit in den Kindertagesstätten an den Vorgaben des Berliner Bildungsprogramms zu orientieren und entsprechende pädagogische Konzeptionen vorzulegen. Seit Ende 2008 werden mit der internen Evaluation und seit 2010 mit der externen Evaluation die pädagogischen Prozesse anhand der Qualitätskriterien des BBP betrachtet. Wie etablierten wir die interne Evaluation? Unabhängig von der Verpflichtung waren wir von Anfang an überzeugt, dass Evaluationen der pädagogischen Prozesse fest etabliert werden sollten. Sie dienen der Reflexion und Einschätzung der eigenen pädagogischen Arbeit und sind eine Möglichkeit, die Qualität der pädagogischen Prozesse kontinuierlich zu verbessern. Stärken können erkannt, Veränderungsbedarfe benannt und Schritte zur weiteren Qualitätsentwicklung unternommen werden. Zum ›Wie‹ der internen Evaluationen gab es heiße Diskussionen: Sollen die Leitungen oder aber entsprechend qualifizierte Erzieherinnen oder Erzieher den Prozess der internen Evaluation begleiten? Wird in der eigenen oder jeweils in einer anderen Kita evaluiert? Ist es sinnvoll, ein Evaluationsteam zu bilden? Wir entschieden uns letztendlich für einen Pool aus drei Evaluatorinnen

Interne Evaluation in der Kita Sternenhimmel von Pfefferwerk Stadt­ kultur | Foto: Christiane Weidner 16 

Den Raum gestalten in der bewegungsorientierten Kita Sauseschritt | Foto: Pfefferwerk

mit einer Hauptverantwortlichen, die alle Evaluationen in unseren 17 Kitas begleiten. Außerdem trafen wir nach den ersten Evaluationen die Entscheidung, mit zwei zusätzlichen Schließtagen – einen pro Halbjahr – mehr zeitliche Ressourcen zur Verfügung zu stellen. Uns war wichtig, dass sich die Teams außerhalb des Alltagsstresses mit den inhaltlichen Themen auseinandersetzen konnten. Die Teams sahen darin gleichzeitig auch eine Wertschätzung ihrer pädagogischen Arbeit. Die anfänglichen Befürchtungen, die Ergebnisse dienten der Kontrolle durch den Träger, schwanden schnell. Die Teams legten selbständig ihre individuellen Maßnahmen fest und setzten sie in einem von ihnen bestimmten Zeitrahmen um. Bis zum heutigen Tag sind alle Aufgabenbereiche in den Einrichtungen intern evaluiert worden. Externe Evaluation: Die nächste Herausforderung Bis jetzt wurden zwölf Pfefferwerk-Kitas extern evaluiert. Da die Teams inzwischen mit dem Evaluationsverfahren vertraut und auf den Ablauf vorbereitet waren, hielt sich ihre Aufregung jedoch in Grenzen. Weil es sich um dieselben Themen handelte wie bei den internen Evaluationen, war eine Vergleichbarkeit gegeben. Die Ergebnisse der externen Evaluationen spiegeln deutlich wider, dass unsere Kita-Teams zunehmend reflektiert mit ihrer

»Der positive Blick auf

die eigene pädagogische Arbeit wurde gestärkt.

«

Arbeit umgehen. Sie haben die ersten Maßnahmen aus den internen Evaluationen umgesetzt und einen bewussten Qualitäts­ entwicklungsprozess in Gang gesetzt. Die Evaluationen haben sich in unseren Kindertagesstätten als positive Bereicherung etabliert und werden durch die Erzieherinnen als gewinnbringendes Instrument verstanden. Der positive Blick auf die eigene päda­ gogische Arbeit wurde gestärkt. Was wird evaluiert? Die Evaluation – intern und extern – umfasst acht Aufgaben­ bereiche: Alltagsgestaltung, Spiel, Projekte, Raumgestaltung, Beobachten und Dokumentieren, Erziehungspartnerschaft mit Eltern, Übergang in die Grundschule und demokratische Teilhabe. Zusätzlich evaluieren wir Essens­ ersorgung und Kund­ n­ v e orientierung.
  17

Pfefferwerk Stadtkultur gGmbH

Projektarbeit evaluieren am Beispiel des Projektes Kräutergarten in der Kita Knirpsenbude | Foto: Pfefferwerk

veränderten wir unsere Arbeitsweise. In den Dienstberatungen wurde die Mitarbeit reger und kritischer. Anstrengender für mich, aber dafür deutlich systematischer und gewinnbringender für alle.

»Durch die Evaluationen

Im Folgenden ein paar Beispiele für Fragen, mit denen sich die Teams auseinandersetzen: ›  st in der Kita die umfassende Mitwirkung der Eltern bei der ErI ziehung ihrer Kinder gewährleistet? ›  erden regelmäßige Beobachtungen zu den EntwicklungsverW läufen aller Kinder durchgeführt? ›  ird bei den Kindern systematisch Medienkompetenz entwiW ckelt wie die Nutzung des PCs, Fotoapparates oder CD-Players? ›  erden mit den Kindern aktiv Strategien entwickelt, um sie geW gebenenfalls beim Umgang mit Unsicherheiten oder Ängsten zu unterstützen? Welche Chancen bieten Evaluationen für unsere päda­ ogische g Arbeit? Evaluationen sind für jedes Team eine Gelegenheit, die eigene Arbeit zu reflektieren, pädagogische Prozesse bewusster anzugehen und die Qualität und das Profil einer Kindertagesstätte kontinuierlich zu gestalten und weiterzuentwickeln. Dadurch wächst auch das Selbstbewusstsein unserer pädagogischen Fachkräfte. Die Chance, sich zunächst durch die interne Evaluation mit verschiedenen Aufgabenbereichen der täglichen Arbeit mit den Kindern auseinanderzusetzen, ist eine wichtige Vorbereitung für die externe Evaluation. Der Abgleich der Ergebnisse führt zuneh-

«

18 

Interne Evaluation in der Kita Sternenhimmel von Pfefferwerk Stadtkultur | Foto: Christiane Weidner

mend zu einer Qualitätsverbesserung. Durch die gezielten Maßnahmen wird die Arbeit innerhalb der Einrichtung transparenter gestaltet. Die Elternzusammenarbeit wird klarer und die Unterstützung der Kinder in ihren Bildungsprozessen wird effizienter. Die Zielrichtung, die Bildungsinhalte und die sich daraus ergebenden Aufgaben für die Erzieherinnen und Erzieher des Berliner Bildungsprogramms werden deutlich und können durch die eigene Einschätzung und durch die Auseinandersetzung mit anderen Teammitgliedern der eigenen Arbeit angepasst werden. Auf Abteilungsleitungsebene tauschen wir uns regelmäßig mit den Evaluatorinnen aus. Ohne auf kitaspezifische Ergebnisse und Maßnahmen eingehen zu müssen, erhalten wir relevante Informationen und können für uns ableiten, wo unsere Teams Unterstützung brauchen. Aus unseren Erkenntnissen identifizieren wir Themen für Fachtage oder Fortbildungen und etablieren temporäre Arbeitsgruppen, die sich mit verschiedenen Prozessbeschreibungen auseinandersetzen und die Ergebnisse dann wieder mit in die Teams nehmen. Auf die Frage an Marina Ebeling, Leiterin der Kita Pfeffer­ äuse, wie es ihr mit den Evaluationen bisher ergangen m ist, antwortet sie: »Da ich ja eher eine beobachtende Rolle eingenommen habe, fiel es mir manchmal schwer mich zurückzuhalten. Ich war zum Teil kribbelig, weil die Kolleginnen viel zu be-

scheiden mit Aussagen zu ihrer Arbeit waren. Ich stand natürlich auch unter Druck, weil ich wollte, dass mein Team ›gut dasteht‹. Aber ich kann mittlerweile gelassener mit der Situation umgehen, da ich merke, dass alle zunehmend lernen, den Prozess ihrer Arbeit zu benennen.« Es habe eine Bewusstmachung stattgefunden unter der Mitarbeiterschaft.

»Sie haben die ersten

Maßnahmen aus den internen Evaluationen umgesetzt und einen bewussten Qualitäts­entwicklungsprozess in Gang gesetzt.

«

  19

Kita »Vier Jahreszeiten« | NUSZ

Von einer Kita, die auszog, um Familienzentrum zu werden
von Bettina Zeisler | Leiterin Kita »Vier Jahreszeiten«

»Ziel des Familienzentrums «

ist es, die Familien in ihren Kontexten zu stärken und zu unterstützen.

Kinder und Eltern vergnügen sich am Familientag im Familienzentrum Marienfelde | Foto: Michael Janda 20 

Ein Sonntag in Marienfelde. Im Kinder- und Jugendclub haus of fun haben siebzehn Mütter, vier Väter und insgesamt dreißig Kinder viel Spaß beim Programm des Familientags. ›Verhext nochmal‹ ist der Name des Stücks, das das OshiTheater an diesem Tag im Zentrum aufführt. Und während das Hexentheater die Gäste verzaubert, schwärmt die Koordinatorin des Familienzentrums, Andrea Bölk, von der geradezu märchenhaften Entwicklung, die das Familienzentrum in den vergangenen Jahren erlebt hat. »Nichts ist schöner, als in zufriedene und fröhliche Gesichter zu schauen«, sagt sie. Kultur umsonst und gerade einmal zehn Minuten von zuhause entfernt, das ist nur einer der Vorteile des Zentrums.
Die Familien im umliegenden Kiez, die sich unter anderem alle 14 Tage sonntags im haus of fun, einem Kooperationspartner des Familienzentrums Marienfelde, treffen, kommen aus sehr unterschiedlichen Lebenszusammenhängen. Es gibt alleinerziehende Eltern, Patchwork-Familien, Familien mit nur einem Einkommen und Familien mit Zuwanderungsgeschichte. Für viele Familien sind die Angebote im Bereich Bildung, Erziehungspartnerschaft mit Kita und Schule, Elterntraining, Beratung und Austausch mit anderen Familien und Institutionen willkommene Unterstützungen. Kita kann mehr Dass Kita viel mehr sein soll als nur Kinderbetreuung – diesen Anspruch hat man in der Kita Vier Jahreszeiten auch vor Gründung des Familienzentrums sehr ernst genommen. Trotz der nur geringen Projektmittel gab es bereits vielfältige Angebote, zum Beispiel Treffen für muslimischen Mädchen, Themenabende mit Dozenten, Bildungselternabende mit der Marienfelder Grundschule, Elterntraining über Dialog, Elternberatung, ein pädagogisch begleitetes Elterncafé oder eine Spiel- und Krabbelgruppe. Darüber hinaus hat sich die Kita aktiv an der Vernetzungsarbeit im Kiez beteiligt. So besteht eine gute Zusammenarbeit mit dem Kinder- und Jugendgesundheitsdienst, mit Kinderärztinnen und -ärzten, therapeutischen Einrichtungen und mit dem Sozialpädiatrischen Zentrum. 2012 kam dann die Chance, die Kita aus Mitteln des Berliner Landesprogramms ›Familienzentren an Kitas‹ zum staatlich geförderten Familienzentrum auszubauen. Glücklicherweise bot die Kita Vier Jahreszeiten bereits gute Voraussetzungen: Das

bestehende Angebot, auf das aufgebaut werden konnte, und motivierte Mitarbeitende, die dieses Angebot selbst mit geschaffen hatten und die viel Engagement, Erfahrung und gute Kontakte in den Sozialraum mitbrachten. Der Förderantrag wurde bewilligt, und im Oktober 2012 konnte die Arbeit im neuen Familienzentrum in der Kita Vier Jahreszeiten beginnen. Mit einer kleinen Einweihung und ersten Vorschlägen für mögliche Angebote wurde das Familienzentrum Marienfelde vorgestellt. Was denn nun eigentlich das Besondere an einem Familienzentrum sei, fragten die Eltern etwas verwundert, da sie ja schon einige Angebote von der Kita kannten. Und tatsächlich war vieles schon vorhanden. So hatte der Träger, das Nachbarschafts- und Selbsthilfezentrum in der ufaFabrik e.  ., bereits in V das Raumkonzept der Kita investiert: Zwischen Eingangsbereich und Ausgang zum Garten liegt das ausgebaute Elterncafé, das vielfältig genutzt wird. Ein weiterer Raum wurde umgebaut und steht den Familien als Familienzimmer für Beratung und offene Angebote zur Verfügung. Da die Kita tagsüber räumlich voll ausgelastet ist, wurde außerdem über das Jugendamt ein Nutzungsvertrag mit der Jugendfreizeiteinrichtung haus of fun abgeschlossen. Eigenverantwortlich, aber nicht allein Ziel des Familienzentrums ist es, die Familien in ihren Kontexten zu stärken und zu unterstützen. Eltern profitieren unter anderem vom breiten Spektrum der von der Kita aufgebauten Kooperationen. Sie erhalten die Möglichkeit, sich selbstorganisiert zu treffen, an der Gestaltung der Kurse, Aktivitäten und Projekte mitzuwirken, ihre eigenen Themen und Interessen zu erkennen und aktiv umzusetzen. Das Kita-Personal steht den Eltern mit Anregungen, praktischer Hilfe und Begleitung zur Seite, wenn sie es wünschen. Im Vordergrund steht jedoch stets die Eigenverantwortung für die Freizeitgestaltung. Dass die Eltern die Bildungs- und Beratungsangebote sowie die Räumlichkeiten kostenfrei nutzen können, reduziert ihre Schwellenängste und erleichtert die Teilnahme unabhängig von finanziellen Voraussetzungen. Derzeit können Eltern folgende Angebote nutzen: ›  reizeitangebote: Familientage am Wochenende, offene ElternF Kind-Treffen, Kreativkurse ›  ildungsangebote: Erste-Hilfe-Kurse für Eltern, ErziehungstheB men mit Fachdozenten, Themenabende/Kurse: Starke Eltern – starke Kinder © ›  eratung: Erstberatung in Erziehungsfragen, bei Krisen und B Konflikten, soziale Beratung › Selbsthilfegruppen: Alleinerziehenden-Treff  ›  ermittlung zu Fach- und Beratungsstellen: zum Beispiel im BeV reich Gesundheit und Bildung ›  utter-Vater-Kind-Kurse: in den Bereichen Sport, Spiel, SpraM che und Musik
  21

Kita »Vier Jahreszeiten« | NUSZ
›  ltern-Kind-Turnen, Spiel- und Krabbel-Gruppe, musikalischer E Bewegungskurs ›  ooperationen im Sozialraum: mit Sportvereinen, Kinder- und K Jugendfreizeiteinrichtungen, Bildungseinrichtungen (Bibliothek), Ranger Marienfelde (NABU e.  Naturerfahrungen im V., grünen Klassenzimmer) ›  pädagogische Begleitung der Treffen im Elterncafé ist ein Die von Eltern formulierter Wunsch und konnte durch die Koordinatorin des Familienzentrums realisiert werden. Ein Blick in den Kita-Alltag vermittelt, wie intensiv die Angebote genutzt werden. Eine Mitarbeiterin erzählt: »Wenn ich donnerstags meinen Dienst in der Kita antrete und auf meinem Weg ins Büro durchs Elterncafé schlendere, begrüßt mich eine bunte Elternrunde bei einem gemütlichen Frühstück in lebhafter Diskussion, vermischt mit Babystimmen, die auf sich aufmerksam machen und die nächste Milchflasche einfordern. Mittwochs erlebe ich neue und schon bekannte Familien, die in trauter Runde auf allen Vieren kriechend mit ihren Sprösslingen die Bewegungs­ baustelle erkunden oder das vorhanden Spielzeug ausprobieren und erste Kontakte untereinander knüpfen.« Nicht jeder Anfang muss schwer sein Die Eltern erfahren nicht nur Unterstützung und können ihre sozialen Kontakte knüpfen, sie können auch selbst aktiv werden und anderen helfen. »Neulich brauchte eine Mutter Zuspruch, deren Kind in der Krippengruppe eingewöhnt wurde und die sich nicht

Erfahrungen weiter, bringen andere Menschen mit, sie sind offen und interessiert.

»Familien geben eigene «

sicher war, ob ihr Kind diese neue Aufgabe schaffen würde. Eine andere Mutter berichtete von ihren Erfahrungen und machte der Mutter Mut. Ich schlich mich in die Abteilung, um zu sehen wie es dem Kind ging, und konnte mit guten Nachrichten zurückkehren. Ihr Kind ließ sich von der Erzieherin trösten und spielte mit einem Ball.« Diese und ähnliche Alltagsepisoden sind ein wichtiger Faktor für die Zufriedenheit der Eltern. Die Familien nutzen die Angebote regelmäßig, beteiligen sich an der Themenfindung, sie geben eigene Erfahrungen weiter, bringen andere Menschen mit, sie sind offen und interessiert. Die Erfahrung zeigt, dass der Aufbau eines Familienzentrums ein Prozess ist, an dem viele Personen mitwirken können und auch müssen. Die gute Vernetzung der Kita im Sozialraum hat den Start erleichtert und die finanzielle Förderung hat dazu beigetragen, die Angebotspalette sowohl im zeitlichen Rahmen als auch in der inhaltlichen Qualität zu erweitern. Lern- und Sternstunden fürs Familienzentrum Die Koordinatorin des Familienzentrums Marienfelde, Andrea Bölk, und die Leiterin der Kita Vier Jahreszeiten, Bettina Zeisler, haben die Entwicklungsphase als Zeit der Lern- und Stern­ stunden empfunden und schmieden schon Pläne für die zukünftige Gestaltung des Familienzentrums. »Unsere Ideen müssen nicht die Ideen der Eltern widerspiegeln, sondern sie haben eine Starterfunktion, um mit Eltern ins Gespräch zu kommen. Daraus entwickelten sich dann völlig neue Projekte nach den Wünschen der Eltern. Mit ein bisschen Flexibilität unsererseits war die Umsetzung kein Problem. Es braucht beiderseitiges Vertrauen, sich aufeinander einzulassen, und es ist wichtig, sich dafür ausreichend Zeit zu nehmen. Die Vorschläge der Eltern müssen zeitnah aufgegriffen werden. Dies erfordert von der Koordinatorin ein hohes Maß an Wahrnehmungs­ vermögen, Empathie und Flexibilität.«

»Es braucht beiderseitiges
Vertrauen, sich aufeinander einzulassen.

«

Familientag im Familienzentrum Marienfelde | Foto: Michael Janda 22 

Familientag im Familienzentrum Marienfelde | Foto: Michael Janda

Die beiden erleben die Eltern täglich mit ihren Freuden, Sorgen und Anforderungen. Abhängig von den jeweiligen Sozialfaktoren einer Familie (Krankheit eines Familienmitgliedes, berufliche Belastungen, Termine etc.) ist auch die Auslastung der Kurse ganz unterschiedlich. Andrea Bölk und Bettina Zeisler freuen sich aber über jede Familie, die die Angebote für sich nutzt. Deshalb stehen sie für eine Kontinuität der Angebote bei einer gleichzeitigen Flexi­ ilität der inhaltlichen Gestaltung von und mit Eltern. b »Wir danken allen, die uns diese Schritte ermöglicht haben. Letztlich ist es immer wieder schön, die vielen Familien zu sehen, die unserem täglichen Schaffen einen Sinn geben.«
Kita »Vier Jahreszeiten« | Familienzentrum Marienfelde Nachbarschafts- und Selbsthilfezentrum in der ufaFabrik e. V. (NUSZ) Bettina Zeisler, Kita-Leitung | Andrea Bölk, Koordinatorin Luckeweg 15 | 12279 Berlin Tel 030 72 01 92 85 | kitavierjahreszeiten@nusz.de nusz.de/start/kindertagesstaetten/kindertagesstaette-vier-jahreszeiten

  23

Pädalogik GmbH

Eine Lernoase für den Beruf der Erzieherin
von Anja Karrasch | Pädalogik GmbH

Es ist Mittwoch Mittag. Noch wird gegessen, geredet oder gelesen im Seminarraum 1 der Fachschule für Sozialpädagogik Pädalogik in Berlin-Friedrichshain. Neun Männer und 16 Frauen treffen sich hier zweimal in der Woche, um gemeinsam zu lernen und sich auszutauschen. Die meisten haben schon Berufserfahrung in anderen Bereichen gesammelt und vom 22- bis zum 54-Jährigen sind alle Altersgruppen vertreten. So unterschiedlich die Gründe der Studierenden sind, noch einmal die Schulbank zu drücken, alle in diesem Raum haben ein gemeinsames Ziel: Die staatlich anerkannte Ausbildung zur Erzieherin zu absolvieren und die Prüfung am Ende der dreijährigen Ausbildung zu bestehen.
Durch die Tür kommt Dozentin Annette Bretzke und verschafft sich mit ruhigen und wohlgesetzten Worten Aufmerksamkeit. Auf dem Lehrplan steht das Thema ›Bindungsbeziehungen und Eingewöhnung in die Kita‹ aus dem Lernbereich ›Sozialpädagogische Theorie und Praxis‹. Die 45-Jährige lehrt seit September 2010 an der privaten Fachschule, die berufsbegleitend und ab August 2014 auch Vollzeit die Studierenden auf das komplexe sozialpädagogische Berufsfeld vorbereitet. Nach erfolgreich bestandener Abschlussprüfung können sie je nach Interesse in Kindertagesstätten, Schulhorten, Jugendwohn- und Freizeiteinrichtungen oder Wohnheimen für Behinderte arbeiten. Annette Bretzke kennt sich aus mit der sozialpädagogischen Praxis. Bevor sie hauptberuflich Dozentin bei Pädalogik wurde, arbeitete die  Diplom-Psychologin als Lehrerin, Horterzieherin, PEKiP24 

Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft werden in deutschen Kitas bis zum Jahr 2015 bundesweit mindestens 24 000 Erzieherinnen und Erzieher fehlen. Allein in Berlin wird ein Erziehermangel von 5000 erwartet.

»Nach Berechnungen der

«

Leiterin und schließlich als Familientherapeutin und Familienhelferin bei dem Träger Neues Wohnen im Kiez. Hier erfuhr sie von der Neugründung der Fachschule, die im Februar 2010 mit dem ersten berufsbegleitenden Semester startete. »Da ich ohnehin auf der Suche nach einer neuen beruflichen Perspektive war, habe ich mich als Dozentin für die Lernbereiche beworben, zu denen ich durch meine eigenen verschiedenen Tätigkeiten einen praktischen Bezug hatte«, erzählt sie. Angeregter Austausch unter den Studierenden Inzwischen ist sie eine von fünf fest angestellten Dozentinnen und Dozenten, die ihr theoretisches und praktisches Wissen aus den Lernbereichen Kommunikation und Gesellschaft, sozialpädagogische Theorie und Praxis, musisch kreative Gestaltung, Bewegung

Im Musikunterricht einfache Kinderlieder mit der Gitarre begleiten lernen | Foto: Martin Thoma

und Spiel, Ökologie und Gesundheit sowie Organisation, Recht chen möchte. Die kleine und feine Fachschule in Berlin wurde ihr und Verwaltung weitergeben. Heute geht es in ihrem Unterricht von Bekannten empfohlen und die Entscheidung, dort zu studieum die für Eltern, Kind und Erzieher oft herausfordernde Erfah- ren, hat sie nicht bereut. rung, wenn ein Kind in die Kita eingewöhnt wird. »Wovor hat eine Mutter Angst, wenn das Kind in die Kita kommt?«, fragt Eigene Maßstäbe in der Ausbildung setzen Annette Bretzke in die Runde. Sofort gibt es Wortmeldungen und Die meisten in ihrer Klasse haben vorher wie Jessica Pieper in Beeinen angeregten Austausch über das Thema. Auch die eigenen rufen gearbeitet, bei denen nicht der Umgang mit Kindern und Erfahrungen der Studierenden, von denen viele selbst Kinder ha- Jugendlichen im Mittelpunkt stand. Die Berufsaussichten für ben, werden offen angesprochen. Eine junge Frau beschreibt, wie die angehenden Erzieher und Erzieherinnen sind gut. Nach Beschwer es ihr fiel, ihren Sohn in der Kita zurückzulassen, ohne rechnungen der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft werzu wissen, wie er in der Gruppe aufgenommen wird. Dagegen den in deutschen Kitas bis zum Jahr 2015 bundesweit mindestens fiel Jessica Pieper das Loslassen leichter, »da ich wusste, dass es 24 000 Erzieher fehlen. Allein in Berlin wird ein Erziehermangel meinem Kind dort gut geht.« Zum Unterricht an zwei Tagen in von 5000 erwartet. Ein Grund ist der Rechtsanspruch auf einen der Woche kommt sie aus dem brandenburgischen Umland nach Kita-Platz ab dem zweiten Lebensjahr, der seit dem 1. August 2013 Berlin. Da sie zwei kleine Kinder im Alter von zwei und sechs Jah- bundesweit gilt. Aber das Problem ist nicht neu. Viele soziale Trären hat, zweifelte sie zunächst, ob sich Arbeit, Schule und Fami- ger haben seit Jahren Schwierigkeiten qualifiziertes Fachpersonal lie miteinander vereinbaren lassen. »Es war eine Riesenumstellung zu finden. »Das war für uns im Herbst 2009 der Grund eine Fachund auch anstrengend, aber die Arbeit mit den Kindern in der schule zu gründen, da es in den Kitas genügend freie Plätze, aber Kita ist eine große Bereicherung für mich und ich wollte schon zu wenige Erzieher gab. Und wir wollten eigene Maßstäbe in der immer gerne mit Kindern arbeiten«, erzählt die 32-Jährige. Den- Ausbildung setzen«, sagt Geschäftsführerin Anne Kirschneck. Zunoch entschied sie sich nach der Schule zunächst für eine Bank- dem beschloss der Senat, dass auch Quereinsteiger aus anderen Belehre und arbeitete zwölf Jahre als Bankkauffrau, bis ihr klar rufen berufsbegleitend ausgebildet werden dürfen. Das Interesse wurde, dass sie diese Arbeit nicht für den Rest ihres Lebens ma- war und ist so groß, dass halbjährlich eine neue Klasse mit etwa 25
  25

Pädalogik GmbH
Studierenden beginnt. Derzeit sind es knapp 150 in sechs Teilzeit- einer Kita oder einer anderen sozialen Einrichtung als Praxisstelle. klassen. Und das Ausbildungsangebot wird sich ab August noch er- Wer sich für die Ausbildung entscheidet, braucht eine hohe soziale weitern. Dann wird das erste Semester mit der Vollzeitausbildung Motivation, Durchhaltevermögen und ein unterstützendes Netzstarten. »Wir freuen uns auf die neuen Studierenden, die täg- werk, denn die Belastung durch Studium, Arbeit und oft auch falich Unterricht haben und durch praktische Einsätze viele Erfah- miliäre Anforderungen ist hoch. rungen sammeln werden«, berichtet Schulleiterin Kathrin Krage. Erst nach Ablauf einer Wartefrist in der Schul­ nanzierung wer- Mentoren bilden die Brücke zwischen Theorie und Praxis fi den seit Februar 2013 die Personalkosten durch einen Zuschuss »Ich hatte schon Respekt vor der Schule«, sagt Thorsten Krusche. des Senats gedeckt. Die Kosten für Miete und Sachmittel wer- Der 43-Jährige arbeitete zunächst im Auftrag einer Zeit­arbeitsfirma den durch die Ausbildungskosten von monatlich 100 Euro fi- neun Monate in verschiedenen Einrichtungen als Erziehungshelnanziert. Voraussetzung für die Aufnahme an der Schule ist ein fer, zuletzt in einer Zehlendorfer Kita. Zuvor war er Hausmann mittlerer Schulabschluss, Berufserfahrung und eine Stelle in gewesen, hatte sich um den Haushalt und die zwei Söhne gekümmert und sich im Fußballverein als Jugend­rainer und Spiet ler engagiert. Die Leiterin der Kita war so begeistert von seinem Umgang mit den Kindern, dass sie ihn von der Zeitarbeitsfirma übernahm und dazu motivierte, die Ausbildung bei Pädalogik zu machen. »Gemeinsam mit meiner Kollegin ist sie meine Mentorin. Beide begleiten mich durch die Ausbildung und unterstützen mich sehr«, erzählt Thorsten Krusche. Inzwischen ist er selbst überrascht, wie gut er seine Arbeit in der Kita, die Ausbildung, seine Familie und das Fußballtraining unter einen Hut bekommt. Bei der Arbeit ist er der Experte für bewegungsorientierte Ange-

entscheidet, braucht Durchhalte­ ermögen und ein v unterstützendes Netzwerk.

»Wer sich für die Ausbildung «

Bewegung und Spiel als Element der Ausbildung | Foto: Martin Thoma 26 

bote wie die Kampfsport-AG, die er gegründet hat. Alle Studierenden haben einen Mentor oder eine Mentorin. »Die Kolleginnen und Kollegen haben eine wichtige Funktion für die Studierenden, da sie die Brücke zwischen Theorie und Praxis bilden. Deshalb ist es wichtig, dass sie wissen, was in der Schule Thema ist. Auch Führungskompetenz ist gefragt«, erklärt Kathrin Krage. Einmal im Semester findet ein Mentorentreffen statt, um sich über Lerninhalte und auftretende Probleme auszutauschen. Neben der Planung der praktischen Ausbildung sind das Führen von Beratungs- und Reflexionsgesprächen sowie der Umgang mit Konfliktsituationen besonders wichtig. Dieses Wissen wird im Rahmen eines umfassenden Angebots von Seminaren für pädagogische Fach- und Führungskräfte am hauseigenen Fortbildungsinstitut während eines viertägigen Lehrgangs vermittelt. »Die Qualifizierung in diesem Bereich wollen wir weiter ausbauen«, sagt Kathrin Krage, die als Erzieherin und Juristin auch als Dozentin in der Ausbildung und am Fortbildungsinstitut tätig ist. Die Qualität der Lehre und der enge persönliche Kontakt zwischen Lehrenden und Lernenden sind die wesentlichen Merkmale, die Pädalogik aus den insgesamt 26 privaten Fachschulen in Berlin hervorheben. Und auch ein Grund dafür, dass mehr als 90 Prozent der Studierenden die Ausbildung er-

folgreich abschließen. So wie Ines Schröder, der Kathrin Krage Ende Januar bei einer Abschlussfeier das Zeugnis über die bestandene Prüfung überreichte. Sie wurde von ihrem Träger übernommen und arbeitet weiterhin als Erzieherin in einer Kita. »Ich freue mich jeden Tag auf die Kinder und die Arbeit, aber die Schule fehlt mir. Ich habe mich dort sehr wohl gefühlt.«
Fachschule und Fortbildungsinstitut Pädalogik GmbH Anne Kirschneck, Geschäftsführerin Kopernikusstraße 23 | 10245 Berlin Tel 030 347 47 61 71 | info@paedalogik.de | paedalogik.de

Schnüre dienen als Laserstrahlen und werden unter- oder überquert | Foto: Martin Thoma   27

meine-kita-berlin.de

KITA gesucht?
von Marcus Luttmer | Referent für Kinder und Kindertagesstätten

Tochter eine kleinere Kita mit 40 Plätzen, die nach dem päda­ gogischen Ansatz nach Montessori arbeitet!

»Suche für meine zweijährige «

Berliner Einrichtungsdschungel der mehr als 2200 Kitas zu verschaffen, ist schwierig. Deshalb unterstützt der Paritätische Berlin Kita suchende Eltern seit Herbst 2013 mit dem Webportal meine-kita-berlin.de. So haben Eltern zumindest über die 500 Einrichtungen von Paritätischen Trägern einen Überblick. Durch die Darstellung wird die Vielfalt aller Paritätischen Kita-Träger und ihren Einrichtungen deutlich. Pädagogische Vielfalt der Einrichtungen und viele Infos In dem Portal für die Kita-Suche haben Eltern die Möglichkeit, Einrichtungen nach konzeptionellen Ausrichtungen, wie Reformpädagogik, offene Arbeit oder bilinguale Kita mit konsequenter Zweisprachigkeit zu suchen. Auch lässt das Portal die Filterung nach Wohnort, dem Betreuungsalter und nach Einrichtungen, die Kinder mit Behinderungen integrieren, zu. Ist die WunschKita gefunden, kann sich ein erster Überblick über die Einrichtung mit Bild und Selbstdarstellung sowie einem Stadtplanauszug gemacht werden. Aber nicht nur bei der Suche nach der passenden Kita wird unterstützt. Eltern können sich zu pädagogischen Themen rund um den Bildungsort Kita informieren, beispielsweise zur Eingewöhnung, zur alltagsintegrierenden Sprachförderung und zu den Inhalten des Berliner Bildungsprogrammes. Eltern finden auf der Seite alle wichtigen Informationen zur öffentlich finanzierten Kindertagesbetreuung, dem Anmeldeverfahren, der Kostenbeteiligung und dem Vertragsabschluss mit einer Einrichtung. Als Service wird zudem über eine Verlinkung die Onlinebeantragung für einen Kita-Gutschein möglich. Weitere Verlinkungen ergänzen das Informationsangebot – so sind zum Beispiel Beratungsstellen oder geeignete Internetseiten für Eltern von Kita-Kindern gelistet. Freiplatzbörse und Stellenmarkt Die Website wird laufend aktualisiert und erweitert. Demnächst umfasst die Elternsuche eine Freiplatzbörse, die von den Trägern

»Ich möchte mich erstmal bei den Kindertagesstätten in meiner näheren Umgebung informieren, bevor ich mich entscheide. Die Kita darf aber nicht mehr als zehn Minuten Fußweg von meiner Haustür entfernt sein.« »Wünsche mir eine bilinguale deutsch-polnische Einrichtung, die auch mein achtwöchiges Kind aufnimmt!« »Ich suche nach einer Kita, die auch Kinder mit Behinderungen betreut!« »Mein Schichtdienst verlangt flexible und lange Öffnungszeiten von einer Kita!«
Diese und ähnliche Wünsche äußern alljährlich viele Berliner Eltern, die auf der Suche nach der richtigen Kita für ihr Kind sind. Sich einen schnellen und informativen Überblick über den
28 

direkt gepflegt und tagesaktuell dargestellt wird. Auf der Plattform haben Träger auch die Möglichkeit, freie Er­ zieherinnen- und Erzieherstellen zu inserieren. Kita gefunden! Das freut uns! Momentan ist das Angebot an freien Kita­ Plätzen begrenzt. Gerade für diejenigen Eltern, die unterjährig einen Platz benötigen oder in bestimmten Regionen der Stadt suchen, ist es schwer. Häufig ist die Wunsch-Kita schon belegt. Der letzte Weg ist dann das Jugendamt, welches sich bemüht den Eltern weiterzuhelfen. Das Land Berlin steht in der Pflicht den Platzausbau voranzutreiben – auch unter dem Aspekt des Wunsch- und Wahl­­ rechts der Eltern.

Die Website meine-kita-berlin.de | Foto: Frederic Brueckel   29

Angebote

Gremien und andere Angebote des Paritätischen Kita-Referats Berlin
von Claudia Gaudszun | Referentin für Kinder und Kindertagesstätten

Ob es um Fragen nach den Meldepflichten für Kitas, nach dem Verfahren zur Anerkennung des Personalzuschlages für Kinder mit Behinderungen oder nach der Berechnung des korrekten Personalschlüssels geht – es gibt einen hohen Klärungsbedarf bei den Trägern von Kindertagesstätten. Die Mitarbeitenden des Kita-Referats versuchen, alle Fragen der Mitgliedsorganisationen rund um die Kita kompetent zu beantworten. Dafür gibt es neben den telefonischen und schriftlichen Anfragen auch die Möglichkeit, an den kitaspezifischen Gremien des Verbandes teil­unehmen. z Neben temporären Gremien wie den Arbeitsgruppen Ausbildungsanforderungen sowie Familienzentren an Kitas sind dies insbesondere:
Die Trägerversammlung Kita Diese richtet sich an Träger von Kindertagesstätten in Berlin und findet nach Bedarf und auf Einladung statt, wenn wichtige Abstimmungen zwischen Spitzenverband und Mitgliedsorganisationen zu besprechen sind oder es aktuelle Informationen zu Rahmen­ edingungen in diesem Fachbereich gibt, zum Beispiel b zu Gesetzen, Grundlagen der Finanzierung und Kita-Vorschriften. Sie findet zweimal pro Jahr statt. Zielgruppe: Geschäftsführung, Abteilungsleitung Kita, Finanzverantwortliche beim Träger | Ansprechpartner: Martin Hoyer Die Fachgruppe Kita An der Fachgruppe (FG) nehmen Vertreterinnen und Vertreter der Mitgliedsorganisationen teil, die Kindertagesstätten betreiben.
30 

Die FG ist ein fachpolitisches Gremium, welches sich rund fünfmal jährlich trifft. Teilnehmen kann die vom Träger benannte Person, die für den Bereich Kita beim Träger koordinierende Funktion übernimmt. Zielgruppe: Koordinatoren, Sachgebietsleitungen für  den Bereich Kita | Ansprechpartner: Claudia Gaudszun/Marcus Luttmer Die AG Integration Kinder mit Behinderungen Diese Arbeitsgruppe (AG) beschäftigt sich mit der Situation von Kitas, die Integrationsplätze für Kinder mit Behinderungen anbieten. Inhalt der Integrations-AG sind überwiegend die Rahmenbedingungen, die für die Integration gelten. Die AG findet fünfmal jährlich statt. Zielgruppe: Leitung oder koordinierende Integrationsfach­r­ e zieherin oder -erzieher | Ansprechpartnerin: Claudia Gaudszun Die AG Pädagogische Fachberatung Seit 2009 gibt es eine Arbeitsgruppe zum Austausch von päda­ gogischen Fachberatern bei Paritätischen Kita-Trägern. Während es anfangs nur 8 Fachberaterinnen waren, die sich drei- bis fünfmal jährlich trafen, umfasst der Verteiler inzwischen 30 Fachberaterinnen von 21 Trägern. Hier werden aktuelle Themen der Qualitätsentwicklung der pädagogischen Arbeit sowie strukturelle Rahmenbedingungen dazu beim Träger besprochen. Zielgruppe: pädagogische Fachberater | Ansprechpartnerin: Claudia Gaudszun Das Leiterinnen-Seminar Seit September 2005 gibt es als ein weiteres Angebot das Leiterinnen-Seminar. Inhalt ist jeweils ein pädagogisches Thema, in das in einer Art Vorlesung an einem Vormittag von einer Referentin eingeführt wird. Anlass für dieses Seminar war der Umstand, dass sich Kita-Leitungen eher selten die Zeit für mehrtägige Fortbildungen nehmen. Pro Jahr sind etwa zwei bis drei Fach­ themen vorgesehen.

Eingang der Landesgeschäftsstelle des Paritätischen Berlin | Foto: Petra Engel

Zielgruppe: Leiterinnen und Leiter von Kitas des Paritätischen Berlin | Ansprechpartnerin: Claudia Gaudszun Ein weiteres Angebot ist seit einigen Jahren das Intranet Pariextra für Mitglieder Unter pariextra.de finden die Paritätischen Träger alle relevanten Informationen rund um das Themenfeld Kindertagesstätten, interessante Links sowie die Paritätischen Trägerbriefe, Einladungen etc. Der Zugang ist über ein Passwort geregelt. Ansprechpartnerin und -partner in der Landesgeschäftsstelle im Bereich Kita Grundsätzlich sind alle drei Kollegen des Kita-Referats in allen Fragen ansprechbar. ›  artin Hoyer | Tel 860 01-161 | hoyer@paritaet-berlin.de M ›  arcus Luttmer | Tel 860 01-178 | luttmer@paritaet-berlin.de M ›  laudia Gaudszun | Tel 860 01-179 | gaudszun@paritaet-berlin.de C Bei bezirksrelevanten Fragen können sich Träger auch durch die Mitarbeiterinnen der Bezirksgeschäftsstelle, Tel 55  05-0, 67  beraten lassen.

Austausch zwischen Mitgliedern und Referat Die Zusammenarbeit mit den Kita-Trägern im Paritätischen läuft auf einer vertrauensvollen Ebene. Nicht nur das Kita-Referat informiert und berät, auch umgekehrt erhalten wir viele Anregungen, Hinweise und Informationen für unsere fachpolitische Arbeit von unseren Mitgliedsorganisationen. Vorlagen und Muster, die unsere Träger erarbeitet haben, werden teilweise über Pariextra auch anderen Trägern zur Verfügung gestellt. Das bereichert die Arbeit und stellt die Kooperation mit unseren Mitglieds­ organisationen auf eine gute Grundlage.

  31

Kita-Träger im Paritätischen Berlin

A

Abw – gemeinnützige Gesellschaft für Arbeit, Bildung und Wohnen mbH 1 Kita abw-berlin.de Advent-Wohlfahrtswerk e. V. 1 Kita aww.info Albatros gemeinnützige Gesellschaft für soziale und gesundheitliche Dienstleistungen mbH 3 Kitas albatrosggmbh.de Albert-Schweitzer-Kinderdorf Berlin e. V. 2 Kitas kinderdorf-berlin.de Autismus Deutschland, LV Berlin e. V. 2 Kitas autismus-berlin.de

El caracol – bilingualer Kindergarten spanisch/deutsch e. V. 6 Kitas el-caracol.de Elterninitiative für Waldorfpädagogik in Schöneberg e. V. 1 Kita waldorfkindergarten-friedenau.de Elterninitiativ-Kindertagesstätte Marienfelde (EKT) 1 Kita ekt-marienfelde.de Elterninitiativ-Kindertagesstättenverein »Kids 2000« Budapester Straße 31 e. V. 1 Kita kids2000.de Eltern-Kind-Gruppe »Florian« e. V. 1 Kita eventus-Bildung e. V. 6 Kitas eventus-bildung.de

B

Boot e. V. 10 Kitas bootkitas.de Bürgerhaus e. V. 8 Kitas buergerhaus-ev.de

F

FiPP e. V. – Fortbildungsinstitut für die pädagogische Praxis 24 Kitas fippev.de Forum Kreuzberg e. V. 5 Kitas forumkreuzberg.de Forum Soziale Dienste e. V. (FSD) 12 Kitas forum-soziale-dienste.de Frei-Zeit-Haus e. V. Weißensee 2 Kitas frei-zeit-haus.de Fröbel Gruppe Berlin gGmbH 21 Kitas froebel-gruppe.de

C D

Camino – Dein Weg GmbH 3 Kitas camino-berlin.de

Das Haus – Begegnungsstätte für Kindheit e. V. 1 Kita dashaus-kindheit.de Deutscher Kinderschutzbund, LV Berlin e. V. 1 Kita kinderschutzbund-berlin.de Dialog e. V. 5 Kitas kita-dialog.de

E

G

EIKITA Felix e. V. 1 Kita kinderladen-felix.de EKT Krowelstraße e. V. 1 Kita krowelkinder.de EKT Schüler- und Kinderladen Spandau e. V. 1 Kita kinderladen-spandau.de EKT Weißenburger Straße e. V. 1 Kita kila-weissenburger.de

GEFA Gemeinnützige Gesellschaft für Familienaktivierung mbH 2 Kitas gefa-berlin.de GFAJ e. V., Gesellschaft zur Förderung angewandter Jugendforschung e. V. 7 Kitas gfajev.de GFJ Gemeinnützige Gesellschaft für Familien- und Jugendhilfe mbH 4 Kitas gfj-berlin.de Groni – Weddinger Kinder- und Jugendzentrum e. V. 4 Kitas

32 

H

Havel-Kids Kinderbetreuung gGmbH 1 Kita havelkids.de Horizonte – für Familien – gGmbH 1 Kita horizonte.biz Humanistischer Verband Deutschlands, LV Berlin-Brandenburg e. V. – HvD 23 Kitas hvd-bb.de

Kinder im Kiez gGmbH 19 Kitas kinder-im-kiez.de Kinder- und Jugend gGmbH der Volkssolidarität Berlin 7 Kitas volkssolidaritaet-berlin.de Kinderladen Marienkäfer gUG (haftungsbeschränkt) 1 Kita kinderladen-marienkaefer.de Kinderladen Zweitausendfüßler e. V. 1 Kita zweitausendfuessler.de Kindertagesstätte Maikäfer e. V. 1 Kita kita-maikaefer.de KitaNetz Berlin e. V. 1 Kita kitanetz-berlin.de KLAX Berlin gGmbH 27 Kitas klax-online.de Kneipp-Verein Berlin e. V. 1 Kita kneipp-verein-berlin.de KOTTI – Nachbarschafts- und Gemeinwesenverein am Kottbusser Tor e. V. 4 Kitas kotti-berlin.de Kreis der Freunde und Förderer der EMIL MOLT SCHULE e. V. 1 Kita emil-molt-schule.de KuBiS gGmbH 1 Kita kubis-berlin.de Kulturverein Prenzlauer Berg e. V. 4 Kitas kvpb.de Kurdistan Kultur- und Hilfsverein e. V. – KKH 1 Kita kkh-ev.de

I

IKT Stadtindianer e. V. 8 Kitas stadtindianer.org INA.KINDER.GARTEN gGmbH 18 Kitas inakindergarten.de Independent Living – Kindertagesstätten für Berlin gGmbH 3 Kitas independentliving.de Interkulturelle pädagogische Gesellschaft MITRA e. V. »Russisches Haus« 6 Kitas mitra-kindergarten.de

J K

Johannisches Sozialwerk e. V. 1 Kita johannisches-sozialwerk.de Juwo – Kita gGmbH 4 Kitas juwo-kita.de

Käpt’n Browser gGmbH 9 Kitas kaeptnbrowser.de K*I*D*S e. V. – Verein zur sozialpädagogischen und psychologischen Unterstützung von seelisch behinderten und von seelischer Behinderung bedrohter Kinder 1 Kita kids-berlin.com »Kiek in« e. V. Berlin 2 Kitas verein-kiekin.de/kindertagesstatte/ KfK – Kietz für Kids Kinderbetreuung gGmbH 1 Kita kietzfuerkids.de Kinderbetreuung Lützelsteiner Weg e. V. 1 Kita Kinderhaus Berlin-Mark Brandenburg e. V. 3 Kitas Kinderhaus-b-b.de

L

Lach und Krach e. V. 1 Kita kita-lachundkrach.de Lebenshilfe iKita gGmbH 1 Kita lebenshilfe-berlin.de LUFTIKUS Kindergarten im Airport Bureau Center Berlin e. V. 1 Kita kita-luftikus.de

  33

M N

Märkische Kita und Schule gGmbH 3 Kitas msbw-online.de Mittelhof e. V. 15 Kitas mittelhof.org

Putte e. V. 1 Kita fabrik-osloer-strasse.de/putte.html

R S

Nachbarschafts- u. Selbsthilfezentrum in der ufafabrik e. V. – NUSZ 4 Kitas nusz.de Nachbarschaftshaus Urbanstraße e. V. 2 Kitas nachbarschaftshaus.de Nachbarschaftsheim Neukölln e. V. 1 Kita nbh-neukoelln.de Nachbarschaftsheim Schöneberg e. V. 25 Kitas nbhs.de Nestwärme – Verein zur Betreuung und Beratung von AIDS-betroffenen Familien, Kindern und Jugendlichen e. V. 2 Kitas nestwaerme-berlin.de Netzwerk Spiel/Kultur Prenzlauer Berg e. V. 4 Kitas netzwerkspielkultur.de

RBO – Rehabilitationszentrum Berlin Ost gGmbH 1 Kita rbo-info.de Rudolf-Steiner-Schule Berlin e. V. 1 Kita dahlem.waldorf.net

Schöneberger Vorschulerziehung e. V. 3 Kitas kindergarten-villa-anna.de SEHstern e. V. – Psychosoziale Betreuung e. V. 6 Kitas sehstern-ev.de Sinneswandel – Förderung gehörloser und hörgeschädigter Menschen in Berlin gGmbH 1 Kita sinneswandel-berlin.de SOS-Kinderdorf e. V. 1 Kita sos-kinderdorf.de Spastikerhilfe Berlin eG 1 Kita spastikerhilfe.de Spielhaus e. V. 1 Kita Stadtteilverein Schöneberg e. V. 5 Kitas stadtteilvereinschoeneberg.de Stadtteilzentrum Steglitz – Verein für soziale Arbeit e. V. 3 Kitas stadtteilzentrum-steglitz.de Studentenwerk Berlin 5 Kitas studentenwerk-berlin.de/kita

O

Offensiv ’91 e. V. 5 Kitas offensiv91.de Olle Burg e. V. 1 Kita olleburg.de Orte für Kinder GmbH (OfK) 24 Kitas ortefuerkinder.de OUTLAW gemeinnützige Gesellschaft für Kinder- und Jugendhilfe mbH 6 Kitas outlaw-jugendhilfe.de

P

pad e. V. – Eltern und Jugendliche gegen Drogenmißbrauch 5 Kitas padev.de Pestalozzi-Fröbel-Haus, Stiftung des öffentlichen Rechts 9 Kitas pfh-berlin.de Pfefferwerk Stadtkultur gGmbH – gemeinnützige Gesellschaft zur Förderung von Stadtkultur 17 Kitas pfefferwerk.de

T

TÄKS e. V. 16 Kitas taeks.de tandem gemeinnützige Beschäftigungsund Qualifizierungsgesellschaft mit beschränkter Haftung 3 Kitas tandembqg.de Thomas-Haus Berlin e. V. 1 Kita thomas-haus-berlin.de

34 

Türkischer Elternverein in Berlin und Brandenburg e. V. 1 Kita tevbb.de

Waldorfkindergarten Kreuzberg e. V. 1 Kita waldorfkindergarten-kreuzberg.de Waldorfkindergarten Rosenhof e. V. 1 Kita kindergarten-rosenhof.de Waldorfkindergarten TOMTE e. V. 1 Kita waldorfkindergarten-tomte.de/node Waldorfkindergarten Westend e. V. 1 Kita waldorfkindergarten-westend.de Waldorfpädagogik Havelhöhe e. V. – Verein zur Förderung der Erziehungskunst Rudolf Steiners 1 Kita havelhoehe.net Waldorfpädagogik in Berlin-Südost e. V. 1 Kita waldorfsuedost.de

U V

Unionhilfswerk Sozialeinrichtungen gGmbH 7 Kitas unionhilfswerk.de

VAK – Verein zur Förderung ausländischer und deutscher Kinder e. V. 2 Kitas vak-kindertagesstaetten.de Verein für ambulante Versorgung Hohenschönhausen e. V. 4 Kitas vav-hhausen.de Verein zur Förderung vorschulischer Erziehung e. V. 1 Kita kindergarten-berlin.de Vereinigung für Jugendhilfe Berlin e. V. 1 Kita vfj-berlin.de Vielfalt e. V. 1 Kita vielfaltev.de Villa Römer e. V. 1 Kita villa-roemer.net

W

Waldorf-Kindergarten Berlin-Wedding e. V. 1 Kita waldorfkindergarten-wedding.de Waldorf-Kindergarten Hermsdorf e. V. 1 Kita waldorfkindergarten-hermsdorf.de Waldorf-Kindergarten Mansfelder Straße e. V. 1 Kita waldorfkindergarten-mansfelderstrasse.de Waldorf-Kindergarten Zehlendorf e. V. 1 Kita waldorfkindergarten-zehlendorf.de Waldorfkindergarten »Lindenbaum« e. V. 1 Kita waldorfkindergarten-lindenbaum.de Waldorfkindergarten Elfenreigen e. V. 1 Kita waldorfkiga-elfenreigen.de Waldorfkindergarten Goldwurzel Tempelhof e. V. 1 Kita goldwurzel.de Waldorfkindergarten Karlshorst e. V. 2 Kitas waldorfkiga-karlshorst.de
  35

Mitglieder des Paritätischen Berlin

Sieben Fachschulen für Erzieherinnen und Erzieher

Campus Berufsbildung e. V. Fachschule Sozialpädagogik
Ausbildung Vollzeit/Teilzeit campus-bb.de

Humanistischer Fachschule für Sozialpädagogik (HFS)
Ausbildung Vollzeit/Teilzeit hvd-bb.de

Klax Fachschule für Erzieherinnen und Erzieher
Ausbildung Vollzeit/Teilzeit klax-ausbildung.de

Pädalogik – Fachschule für Sozialpädagogik
Ausbildung Teilzeit paedalogik.de

Pestalozzi-Fröbel-Haus – Fachschule für Sozialpädagogik
Ausbildung Vollzeit/Teilzeit pfh-berlin.de

tjfbg – Techn. Jugendfreizeit- und Bildungsgesellschaft gGmbH – Fachschule für Sozialpädagogik
Ausbildung Teilzeit tjfbg-fachschule.de

WeTeK Berlin gGmbH – Fachschule
Ausbildung Teilzeit sprengelhaus-wetek.de

36 

Impressum

Herausgeber		 					 					 					 Vorsitzende		 Geschäftsleitung		 Referat für Kinder und	 Kindertagesstätten		

Paritätischer Wohlfahrtsverband | Landesverband Berlin e.V. Brandenburgische Str. 80 | 10713 Berlin Tel 030 860 01 0 | Fax 030 860 01 110 info@paritaet-berlin.de | paritaet-berlin.de Prof. Barbara John Oswald Menninger Claudia Gaudszun Marcus Luttmer

					Martin Hoyer Verbandskommunikation	 Miguel-Pascal Schaar | Leitung

					presse@paritaet-berlin.de 					 					 					 Fotos				 					 					 					 					 					 					 					 					 					 					 					 					 Text- und Bildredaktion Nina Peretz | Pressereferentin Rita Schmid | Mitarbeiterin Marcus Luttmer | Titel (Kita des Johannischen Sozialwerks), Seite 4 – 5, 7		 Walter Weber | Seite 3 Martin Thoma | Seite 6, 25 – 27, 31 Kinder im Kiez gGmbH | Seite 8 Uli Schulte Döinghaus | Seite 9 Bürgerhaus | Seite 10 Dieter W. Pelzer | Seite 11	 TÄKS e.V. | Seite 12 – 14 Christiane Weidner | Seite 16, 19 Pfefferwerk | Seite 17 – 18 Michael Janda | Seite 20 – 23 Frederic Brueckel | Seite 29 Petra Engel | Seite 31

Wir danken den Fotografinnen und Fotografen, die ehrenamtlich für den Paritätischen Berlin im Einsatz sind. Aus Gründen der besseren Lesbarkeit verzichtet die Redaktion auf eine Genderschreibweise. Die Verwendung der weiblichen oder der männlichen Form bezieht das jeweils andere Geschlecht sowie die Transgender-Form mit ein. Layout			polyform-net.de Druck				 USE gGmbH | u-s-e.org

Auflage			5000 Berlin, Juni 2014

Die Rahmenbedingungen für Kindertagesstätten haben sich in den letzten zehn Jahren verbessert, gleichzeitig sind die Anforderungen an das pädagogische Personal deutlich gewachsen. Die Broschüre gibt einen kurzen Überblick über die aktuellen Themen wie den Fachkräftemangel, die regional unterschiedliche Platznot, aber auch über notwendige Weiterentwicklungen, wie die in Berlin verpflichtende externe Evaluation, Inklusion oder Kitas als Familienzentren. Im Themenheft »Bildungsort Kita - Beste Chancen für alle Kinder« kommen unter anderem drei Geschäftsführer großer Träger von Kitas im Ost- und Westteil der Stadt ins Gespräch über den Mangel an Kita-Plätzen und wie sie damit umgehen. Die Leser erfahren über Kitas, die sich auf den Weg gemacht haben, Familienzentren zu werden. Sieben Paritätische Kita-Träger ziehen aus dem Mangel an Fachkräften im Kitabereich ihre Konsequenzen und gründen Erzieher-Fachschulen - auch darüber lesen Sie in der Broschüre. Zudem geht es um praktische Erfahrungen mit externer und interner Evaluation in Kitas. Und schließlich ist nachzulesen, wie Inklusion am Bildungsort Kita umgesetzt werden kann.

paritaet-berlin.de
        
Top of page

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.