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Full text: Leben in Potsdam (Rights reserved) Ausgabe 2021 (Rights reserved)

Landeshauptstadt Potsdam Statistik und Wahlen 1 | 2022 Statistischer Informationsdienst 1 | 2022 Leben in Potsdam Ergebnisse der Bürgerumfrage 2021 1 | 2022 Umfragen 2021 Impressum Statistischer Informationsdienst 1/2022 Herausgeber: Landeshauptstadt Potsdam Der Oberbürgermeister Geschäftsbereich Zentrale Verwaltung Fachbereich Verwaltungsmanagement Bereich Statistik und Wahlen Verantwortlich: Heike Gumz, Bereich Statistik und Wahlen Redaktion: Tobias Krol, Bereich Statistik und Wahlen Telefon: +49 331 289-1256 E-Mail: Tobias.Krol@Rathaus.Potsdam.de Manja Lojek, Bereich Statistik und Wahlen Telefon: +49 331 289-1243 E-Mail: Manja.Lojek@rathaus.potsdam.de Kalle-Jonas Grüttgen, Bereich Statistik und Wahlen Telefon: +49 331 289-1244 E-Mail: Kalle-Jonas.Gruettgen@rathaus.potsdam.de Quellen: Landeshauptstadt Potsdam Bildnachweis: Foto Einband Landeshauptstadt Potsdam, Grit Hirschfeld Redaktionsschluss: 27. Juli 2022 Druck: Landeshauptstadt Potsdam Statistischer Auskunftsdienst: Telefon: +49 331 289-1247 Telefax: +49 331 289-3880 Anschrift: Landeshauptstadt Potsdam Bereich Statistik und Wahlen Friedrich-Ebert-Straße 79/81 14469 Potsdam E-Mail: Statistik@Rathaus.Potsdam.de Internet: www.potsdam.de/statistik © Landeshauptstadt Potsdam Der Oberbürgermeister Bereich Statistik und Wahlen Potsdam, 2022 Nachdruck, auch auszugsweise, nur mit Quellenangabe gestattet. Leben in Potsdam – Bürgerumfrage 2021 Inhalt Leben in Potsdam – Ergebnisse der Bürgerumfrage 2021 Inhalt Seite Zusammenfassung 5 1 Vorbemerkungen 7 2 Vorbereitung und Durchführung 9 2.1 Untersuchungsdesign und Erhebungsinstrument 9 2.2 Grundgesamtheit und Stichprobe 10 2.3 Rücklauf und Güte der Stichprobe 10 Ergebnisse 15 Sozio-demographische Struktur der Teilnehmenden 15 3.1.1 Größe und Zusammensetzung der Haushalte 15 3.1.2 Bildung und Erwerbsleben 16 3.1.3 Teilnehmende mit Migrationshintergrund 17 3.1.4 Teilnehmende mit Behinderung 20 3.1.5 Einkommen 22 3.1.6 Armutsgefährdung 25 Leben in Potsdam 29 3 3.1 3.2 3.3 Wohnen 38 3.3.1 Wohndauer und Zugezogene 38 3.3.2 Wohnstatus und Wohnungsgröße 40 3.3.3 Wohnkosten 43 3.3.4 Wohnsituation 52 3.3.5 Umzugsabsichten 55 3.4 Wirtschaft und Arbeit 56 3.4.1 Erwerbsleben und Arbeitsplatz 56 3.4.2 Öffentliche Grundsicherung 58 3.4.3 Zufriedenheit mit Wirtschaftskriterien 59 3.5 4 Verkehr und Mobilität 62 3.5.1 Verkehrsmittel und Arbeitsort 62 3.5.2 Elektro-Tretroller 65 3.5.3 Autoärmere Innenstadt 65 3.6 Zufriedenheit mit verschiedenen Lebensbereichen in Potsdam 69 3.7 Zufriedenheit mit verschiedenen Lebensbereichen im Stadt- bzw. Ortsteil 70 Anhang 75 Landeshauptstadt Potsdam, Statistischer Informationsdienst 1/2022 1 Leben in Potsdam – Bürgerumfrage 2021 Verzeichnisse Hinweise zum Lesen des Berichts: Bei der Darstellung von prozentualen Verteilungen können die Summen rundungsbedingt geringfügig von 100 % abweichen. „Keine Angabe“ und „keine Aussage möglich“ wurden, sofern nicht anders angegeben, nicht berücksichtigt. Sofern nicht anders bezeichnet, gelten die in den Tabellen und Abbildungen dargestellten Werte für die aktuelle Erhebung 2021. Bei der Interpretation der Ergebnisse in Bezug auf sozio-demographische Merkmale der Teilnehmenden muss auf die Bezugsgröße geachtet werden. Prinzipiell handelt es sich um Merkmale der Teilnehmenden selbst, weshalb nicht auf den gesamten Haushalt geschlossen werden kann (z. B. Alter, Migrationshintergrund, Schul- und Berufsabschluss). Im Gegensatz dazu beziehen sich andere Merkmale auf den gesamten Haushalt (z. B. Haushalte, in denen Personen mit einer Behinderung leben, Haushaltsgröße, Haushaltsnettoeinkommen oder Miet- und Eigentümerhaushalte). Zeichenerklärung: - = Angabe gleich Null n = Anzahl der gültigen Antworten, auf die sich die prozentualen Verteilungen beziehen x = Tabellenfach gesperrt, Aussage nicht sinnvoll Tabellenverzeichnis 2 Seite Tab. 1 Stichprobengrößen und Rücklaufquoten bei den Bürgerumfragen 2013 bis 2021 10 Tab. 2 Grundgesamtheit und Teilnehmende nach Geschlecht, Alter sowie Stadt- bzw. Ortsteil 14 Tab. 3 Teilnehmende mit und ohne Migrationshintergrund nach ausgewählten sozio-demographischen Merkmalen 19 Tab. 4 Teilnehmende mit und ohne Behinderung nach ausgewählten sozio-demographischen Merkmalen 21 Tab. 1 Top 3 der größten Probleme nach Unterkategorien 37 Tab. 2 In den vergangenen zwei Jahren Zugezogene nach Altersgruppen 39 Tab. 3 In den vergangenen zwei Jahren Zugezogene nach höchstem allgemeinen Schulabschluss 39 Tab. 4 In den vergangenen zwei Jahren Zugezogene nach höchstem Berufsabschluss 39 Tab. 5 Wohnungsgröße (einschließlich Küche, Bad und Flur) nach Wohnstatus 41 Tab. 6 Anzahl der Wohnräume (ohne Küche, Bad und Flur) nach Wohnstatus 41 Tab. 7 Gefährdung der Bezahlbarkeit des Wohnens nach ausgewählten sozio-demographischen Merkmalen der Teilnehmenden, die zur Miete wohnen 47 Tab. 8 Wohnungskennzahlen für Mietwohnungen nach Stadt- bzw. Ortsteilen 48 Tab. 9 Empfänger von Grundsicherungsleistungen nach Erwerbsstatus 59 Tab. 10 Zufriedenheit nach Stadt- bzw. Ortsteilen 72 Landeshauptstadt Potsdam, Statistischer Informationsdienst 1/2022 Leben in Potsdam – Bürgerumfrage 2021 Verzeichnisse Abbildungsverzeichnis Seite Abb. 1 Die aktuell größten Probleme in Potsdam in den Augen der Befragten als „Wordcloud“ 5 Abb. 2 Corona-Infektionsgeschehen: 7-Tage-Inzidenzwert in der Landeshauptstadt Potsdam vom 12.3.2020 bis 31.7.2021 8 Abb. 3 Rücklaufquoten und Online-Teilnahme bei den Bürgerumfragen 2013 bis 2021 11 Abb. 4 Rücklauf der Fragebögen nach Art der Teilnahme im Erhebungszeitraum 2021 11 Abb. 5 Rücklauf nach Stadt- bzw. Ortsteil der Angeschriebenen 12 Abb. 6 Rücklauf nach Geschlecht, Altersgruppe und Stadt- bzw. Ortsteil der Angeschriebenen 2021 13 Abb. 7 Teilnehmende nach Haushaltsgröße 15 Abb. 8 Teilnehmende nach Anzahl der Kinder unter 18 Jahren im Haushalt 15 Abb. 9 Teilnehmende nach Haushaltstyp 16 Abb. 10 Teilnehmende nach Wohnsituation 16 Abb. 11 Teilnehmende nach höchstem allgemeinen Schulabschluss 16 Abb. 12 Teilnehmende nach höchstem beruflichen Abschluss 17 Abb. 13 Teilnehmende nach Erwerbsstatus 17 Abb. 14 Teilnehmende mit und ohne Behinderung im Haushalt 20 Abb. 15 Haushalte nach Nettoeinkommen pro Monat 22 Abb. 16 Mittleres Nettoäquivalenzeinkommen nach ausgewählten sozio-demographischen Merkmalen der Teilnehmenden 24 Abb. 17 Armutsgefährdung nach ausgewählten sozio-demographischen Merkmalen der Teilnehmenden 26 Abb. 18 Anteile armutsgefährdeter und wohlhabender Teilnehmender nach Stadt- bzw. Ortsteilen 27 Abb. 19 Nettoäquivalenzeinkommen in den Stadt- bzw. Ortsteilen 28 Abb. 20 Armutsgefährdung in den Stadt- bzw. Ortsteilen 28 Abb. 21 Wenn Sie an Ihr Leben im Großen und Ganzen denken: Wie zufrieden sind Sie gegenwärtig damit? 29 Abb. 22 Wie schätzen Sie allgemein Ihre persönliche Zukunft ein? 30 Abb. 23 Leben Sie gerne in Potsdam oder würden Sie lieber woanders wohnen, wenn Sie es sich aussuchen könnten? 30 Abb. 24 Wo würden Potsdamerinnen und Potsdamer lieber wohnen? 31 Abb. 25 Wie beurteilen Sie – alles in allem genommen – die Lebensqualität ... 31 Abb. 26 Wie stark fühlen sie sich persönlich verbunden mit … 32 Abb. 27 Lebensqualität in den Stadt- bzw. Ortsteilen 34 Abb. 28 Verbundenheit mit den Stadt- bzw. Ortsteilen 34 Abb. 29 Finden Sie, dass Potsdam eine tolerante Stadt ist? 35 Abb. 30 Was sind Ihrer Meinung nach zurzeit die größten Probleme in Potsdam? 36 Abb. 31 Top 3 der größten Probleme 36 Abb. 32 Teilnehmende nach Wohndauer in Potsdam 38 Abb. 33 Zuzugsgründe nach Potsdam 38 Abb. 34 Teilnehmende nach Wohnstatus 40 Abb. 35 Anteil der Miethaushalte in den Stadt- bzw. Ortsteilen 42 Abb. 36 Monatliche Kaltmiete bei Miethaushalten 43 Abb. 37 Monatliche Belastung bei Eigentümerhaushalten 43 Abb. 38 Mietwohnkosten 2013 bis 2021 44 Abb. 39 Mietbelastungsquoten 2013 bis 2021 44 Abb. 40 Mietbelastungsquote bei Miethaushalten 45 Landeshauptstadt Potsdam, Statistischer Informationsdienst 1/2022 3 Leben in Potsdam – Bürgerumfrage 2021 Verzeichnisse Abb. 41 Mietbelastungsquote nach ausgewählten sozio-demographischen Merkmalen der Teilnehmenden, die zur Miete wohnen 46 Abb. 42 Kaltmiete pro Quadratmeter in den Stadt- bzw. Ortsteilen 49 Abb. 43 Mietbelastungsquote in den Stadt- bzw. Ortsteilen 49 Abb. 44 Wann wurde das Haus errichtet, in dem sich Ihre Wohnung befindet? 50 Abb. 45 Wohnstatus der Teilnehmenden nach Baujahr des Wohngebäudes 51 Abb. 46 Kaltmiete pro Quadratmeter nach Baujahr des Wohngebäudes 51 Abb. 47 Kaltmiete pro Quadratmeter nach Eigentümer bzw. Art des Mietverhältnisses 52 Abb. 48 Wurde Ihre Kaltmiete in den vergangenen sechs Jahren erhöht? 52 Abb. 49 Wie zufrieden sind Sie mit den folgenden Eigenschaften Ihrer Wohnung/Ihres Hauses bzw. mit der Wohngegend? 53 Abb. 50 Zufriedenheit mit den Eigenschaften der Wohnung/des Hauses 2013 bis 2021 53 Abb. 51 Zufriedenheit mit Eigenschaften der Wohnung/des Hauses nach Wohnstatus 53 Abb. 52 Ist Ihre jetzige Wohnung/Ihr Haus geeignet, um auch im Alter bzw. mit möglichen körperlichen Einschränkungen weiterhin dort zu leben? 54 Eignung des Hauses bzw. der Wohnung, um dort auch im Alter bzw. mit körperlichen Einschränkungen zu leben nach Baualtersklasse des Wohngebäudes 54 Haben Sie vor, innerhalb der nächsten zwei Jahre aus Ihrer jetzigen Wohnung/Ihrem Haus auszuziehen? 55 Abb. 55 Teilnehmende mit mehreren Beschäftigungsverhältnissen nach Erwerbsstatus 56 Abb. 56 Teilnehmende nach Voll- und Teilzeitbeschäftigung 2015 bis 2021 56 Abb. 57 Wöchentliche Arbeitszeit nach Erwerbsstatus 57 Abb. 58 Für wie sicher halten Sie Ihren jetzigen Arbeitsplatz? 57 Abb. 59 Einschätzung der Arbeitsplatzsicherheit nach Erwerbsstatus 58 Abb. 60 Wie beurteilen Sie die folgenden wirtschaftlichen Aspekte in Potsdam? 59 Abb. 61 Bewertung wirtschaftlicher Aspekte in Potsdam nach Erwerbsstatus 60 Abb. 62 Bewertung wirtschaftlicher Aspekte in Potsdam 2013 bis 2021 61 Abb. 63 Welches Verkehrsmittel benutzen Sie überwiegend für welchen Zweck? Falls Wege regelmäßig mit mehreren Verkehrsmitteln zurückgelegt werden, bitte alle angeben. 62 Abb. 64 Wo befindet sich Ihr Arbeits-/Ausbildungs-/Studienort bzw. Ihre Schule? 63 Abb. 65 Überwiegender Arbeits-, Schul- und Ausbildungsort der Teilnehmenden nach Wohnort (Stadt- bzw. Ortsteil) in Potsdam 64 Überwiegend genutztes Verkehrsmittel der Teilnehmenden für den Weg zur Arbeit, Schule und Ausbildung innerhalb Potsdams 64 Anteil der Teilnehmenden, die angaben, das Auto als überwiegendes Verkehrsmittel in die Potsdamer Innenstadt zu nutzen, nach Stadt- bzw. Ortsteil 65 Abb. 68 Was ist aus Ihrer Sicht bei der Gestaltung einer autoärmeren Innenstadt wichtig bzw. unwichtig? 66 Abb. 69 Welcher Bereich kommt für Sie als autoärmere Innenstadt in Frage? 67 Abb. 70 Übersichtskarte: Welcher Bereich kommt für Sie als autoärmere Innenstadt in Frage? 68 Abb. 71 Mögliche autoärmere Bereiche unter Berücksichtigung des Mehrfachantwortensets 68 Abb. 72 Für ganz Potsdam: Wie zufrieden sind Sie ganz allgemein mit Folgendem? 69 Abb. 73 Für Ihren Stadt- bzw. Ortsteil: Wie zufrieden sind Sie ganz allgemein mit Folgendem? 70 Abb. 74 Zufriedenheit nach Stadt- bzw. Ortsteilen: Ranking der bewerteten Kriterien 73 Abb. 53 Abb. 54 Abb. 66 Abb. 67 4 Landeshauptstadt Potsdam, Statistischer Informationsdienst 1/2022 Leben in Potsdam – Bürgerumfrage 2021 Zusammenfassung Zusammenfassung Rekordbeteiligung und Bestnoten für die Landeshauptstadt Potsdam Ungeachtet der mit acht Seiten ungewöhnlichen Länge des Fragebogens konnte eine Rekordteilnahme an der Bürgerumfrage verzeichnet werden. Der Rücklauf betrug 44,7 % und somit 1,2 Prozentpunkte über dem bisherigen Höchstwert von 2013, dem Startjahr der Bürgerumfrage „Leben in Potsdam“. Auch bei der OnlineTeilnahme konnte ein neuer Bestwert festgestellt werden. Ein Viertel (25,8 %) füllte den Fragebogen online aus. Den erheblichen Einschränkungen durch die CoronaPandemie zum Trotz, vergeben die Potsdamerinnen und Potsdamer Bestnoten für die Lebensqualität. Knapp jede/r Vierte (24,8 %) bewertet diese für Potsdam als „sehr gut“. 79,1 % der Teilnehmenden schätzen diese auch in ihrem Stadt- bzw. Ortsteil als „gut“ oder „sehr gut“ ein. Stark zugenommen hat die positive Einschätzung der persönlichen wirtschaftlichen Situation. Im Frühjahr bzw. Frühsommer des Corona-Jahres 2021 wird diese von 18,3 % der Befragten als „sehr gut“ eingeschätzt und somit von mehr als doppelt so vielen wie im vorherigen Erhebungsjahr 2018 (7,8 %). Ihre eigene wirtschaftliche Situation empfinden 66,5 % der Potsdamer Bevölkerung als „sehr gut“ oder „gut“, ein beachtenswerter Höchstwert. Abb. 1 1 Bürgerinnen und Bürger leben gerne in Potsdam und bleiben optimistisch Die Bewertung der allgemeinen Lebenszufriedenheit ist im Pandemiejahr 2021 leicht zurückgegangen, die Potsdamerinnen und Potsdamer blicken aber weiterhin optimistisch in die Zukunft. Für die Gesamtstadt, aber vor allem für die Stadt- und Ortsteile, konnte aus Sicht der Bürgerinnen und Bürger eine gestiegene Lebensqualität festgestellt werden. Die Verbundenheit mit dem eigenen Stadt- bzw. Ortsteil hat einen neuen Höchstwert erreicht, wenngleich sich die Einwohnerinnen und Einwohner mit Potsdam leicht weniger identifizieren als in den Vorjahren. Der Anteil derjenigen, die gerne in Potsdam leben, ist im Vergleich zu 2018 leicht gestiegen. Verkehr und Wohnen sind erneut die meistgenannten Probleme in der Stadt Bei der offenen Frage nach den aktuell größten Problemen in Potsdam betreffen rund 40 % der über 5 500 Nennungen den Verkehr in der Stadt. Neben der allgemeinen Verkehrssituation werden insbesondere die Baustellen als dringendstes Problem benannt. Ein deutlich geringerer Anteil der Nennungen entfällt mit rund 17 % auf Themen rund um das Wohnen. Wie in den Vorjahren werden vornehmlich die zu hohen Mietkosten und das mangelnde Wohnungsangebot von den Bürgerinnen und Bürgern als Problem wahrgenommen. Die aktuell größten Probleme in Potsdam in den Augen der Befragten als „Wordcloud“ 1 In einer offenen Frage konnten die Befragten bis zu drei Probleme frei notieren, die ihrer Meinung nach aktuell am größten sind. Die Antworten wurden kategorisiert und zu Themenfeldern zusammengefasst. Dargestellt sind Themen, die jeweils mehr als ein Prozent der über 5 500 Nennungen erhalten haben. Je größer diese abgebildet sind, desto häufiger wurden sie genannt (S. 35 ff.). Quelle: Landeshauptstadt Potsdam Landeshauptstadt Potsdam, Statistischer Informationsdienst 1/2022 5 Leben in Potsdam – Bürgerumfrage 2021 Zusammenfassung Das Themenfeld „Sicherheit, Ordnung und Sauberkeit“ landet auf dem dritten Platz. Es werden vor allem die mangelnde Sauberkeit auf Straßen und Plätzen sowie fehlende Mülleimer bemängelt. An vierter Stelle der größten Probleme der Stadt folgt das Themenfeld „Corona-Pandemie“. Während die Themen „Kindertagesbetreuung und Schule“, welche im Jahr 2018 auf dem dritten Platz lagen, und Wohnen als weniger problematisch wahrgenommen werden, ist der Anteil der Nennungen beim Verkehr wieder leicht angestiegen. Einzelne sozio-demographische Gruppen stärker armutsgefährdet Nach Ermittlung des Nettoäquivalenzeinkommens, bei dessen Berechnung die Haushaltsgröße und Haushaltszusammensetzung berücksichtigt werden, stehen einem Teilnehmenden durchschnittlich 2 000 Euro pro Monat zur Verfügung. Die Armutsgefährdungsgrenze liegt in Potsdam demnach bei monatlich 1 200 Euro, was der allgemeingültigen Grenze von weniger als 60 % des Durchschnitts entspricht. Von einem Armutsrisiko betroffen sind demnach 14,4 % der Teilnehmenden. Besonders Erwerbslose, Personen mit einem Migrationshintergrund, Alleinerziehende und alleinlebende Rentnerinnen und Rentner können als armutsgefährdet identifiziert werden. Ebenso sind die jüngste Altersgruppe der unter 30-Jährigen sowie Schüler, Studierende und Auszubildende häufiger von Armut betroffen. Mietwohnkosten in Potsdam steigen weiter Die Mieterinnen und Mieter in Potsdam zahlen monatlich im Durchschnitt 656 Euro für die Kaltmiete. Dafür bewohnen sie durchschnittlich 2,9 Wohnräume auf 76 m². Die Grund- bzw. Kaltmiete ist seit 2013, dem Jahr der ersten Bürgerumfrage, um 1,90 Euro auf 8,70 Euro/m² gestiegen. Ebenso stiegen die Heiz- und Betriebskosten für die Miethaushalte in Potsdam um 0,20 Euro an. Diese liegen nun bei durchschnittlich 2,60 Euro/m². Fast zwei Drittel der befragten Mieterinnen und Mieter geben an, dass sich die Kaltmiete ihrer Wohnung in den letzten sechs Jahren erhöht hat. Im Durchschnitt wenden die Miethaushalte in Potsdam 30 % ihres Einkommens für die Zahlung der Gesamtmiete auf. Besonders für Haushalte, die ein monatliches Nettoeinkommen von unter 1 000 Euro aufweisen, kann eine hohe Mietbelastungsquote festgestellt werden. Dies gilt ebenso für erwerbslose Personen, die Gruppe der Schüler, Studierenden und Auszubildenden, Alleinerziehende und Alleinlebende sowie Personen, die öffentliche Grundleistungen beziehen. Bei der Bewertung verschiedener Eigenschaften der eigenen Wohnung zeigen sich die Mieterinnen und Mieter mit der Wohngegend am zufriedensten. Am unzufriedensten sind sie mit dem Preis-LeistungsVerhältnis. Erstmalig Fragestellungen zum Thema „autoärmere Innenstadt“ In einem extra Frageblock wurde sich dem aktuellen Thema der autoärmeren Innenstadt gewidmet. Mit welchem Verkehrsmittel sich die Potsdamerinnen und 6 Potsdamer überwiegend auf den Weg in die Innenstadt machen, unterscheidet sich erwartungsgemäß stark nach ihrem Wohnort. Vor allem die Bewohner/innen der Nördlichen Ortsteile nutzen das Auto, um in den Innenstadtbereich Potsdams zu gelangen, aber auch in Alt Drewitz, Kirchsteigfeld, Eiche, Grube, Golm und Stern wird überwiegend das Auto für diesen Wegezweck genutzt. Je näher der Stadt- bzw. Ortsteil an der Innenstadt liegt, desto seltener wird das Auto benutzt. Bei der Gestaltung einer autofreieren Innenstadt ist den Befragten vor allem eine gute und kostengünstige Erreichbarkeit mit Öffentlichen Verkehrsmitteln sowie Grün- und Freiflächen und ausreichend Sitzgelegenheiten wichtig. Aber auch die Fahrradinfrastruktur und Anwohner/innen-Parkplätze sowie Kulturangebote und die Außengastronomie werden von jeweils über 80 % der Befragten als „wichtig“ oder „sehr wichtig“ erachtet. Am unwichtigsten ist den Teilnehmenden ein Durchfahrtsverbot für Besucher/innen. Für einen autoreduzierten Innenstadtbereich kommt für die Potsdamerinnen und Potsdamer vor allem das Holländische Viertel in Frage. Auch die Friedrich-EbertStraße und die Querstraßen der Brandenburger Straße können sich viele Befragte autoärmer vorstellen. Hohe Zufriedenheitswerte für die ärztliche Versorgung in Potsdam Bei der Einschätzung verschiedener Einrichtungen und Angebote in Potsdam in Bezug auf die Zufriedenheit der Teilnehmenden ist eine deutliche Verbesserung der ärztlichen Versorgung zu 2018 festzustellen. Hoch zufrieden zeigen sich die Bürgerinnen und Bürger auch mit den Grün- und Erholungsflächen, wenngleich der Wert niedriger ausfällt als in den Vorjahren. Für die Zufriedenheit mit den weiterführenden Schulen, den Kindertagesbetreuungseinrichtungen sowie der öffentlichen Sicherheit lässt sich eine Verbesserung feststellen. Die größte Unzufriedenheit herrscht abermals beim Wohnungsangebot in der Stadt. Bürgerinnen und Bürger mit den Einkaufsmöglichkeiten vor Ort am zufriedensten Befragt nach der Bewertung ihrer Zufriedenheit mit Angeboten des eigenen Stadt- bzw. Ortsteils zeigen die Teilnehmenden den größten Zuspruch bei den Einkaufsmöglichkeiten. Wie bei der Gesamtstadt erhalten auch auf Stadt- und Ortsteilebene die Grün- und Erholungsflächen sowie die ärztliche Grundversorgung Bestnoten. Ebenso zufrieden, wenn auch leicht schlechter als 2018, geben sich die Befragten mit der Verkehrsanbindung. Mit dem Wohnungsangebot vor Ort zeigen sich die Wenigsten zufrieden, dieses liegt nach wie vor auf dem letzten Platz der Zufriedenheitsbewertungen. Die Einschätzungen gehen in den einzelnen Stadt- und Ortsteilen weit auseinander. Während die Bewohner/innen der zentral gelegenen Stadtteile mit den abgefragten Aspekten durchschnittlich zufriedener sind, fallen die Bewertungen in den Nördlichen Ortsteilen vergleichsweise weniger gut aus. Landeshauptstadt Potsdam, Statistischer Informationsdienst 1/2022 Leben in Potsdam – Bürgerumfrage 2021 Vorbemerkungen 1 Vorbemerkungen Die Meinungen und Bedürfnisse der Bürgerinnen und Bürger einer Kommune spielen für die Entscheidungen der Stadtverwaltung eine maßgebliche Rolle. Auch die Landeshauptstadt Potsdam beschäftigt sich intensiv mit den Fragen der bürgerschaftlichen Partizipation und ist bestrebt, die Bürgerorientierung und -beteiligung auszubauen, um bürgernahe Entscheidungen zu unterstützen. In der Landeshauptstadt Potsdam werden bereits mehrere Maßnahmen und Projekte (z. B. der Bürgerhaushalt, die Einwohnerfragestunde bei der Stadtverordnetenversammlung oder die Initiierung des Beteiligungsrates) realisiert, an denen die Potsdamerinnen und Potsdamer aktiv mitwirken können. Ein weiterer Baustein, insbesondere zur Einbeziehung der Meinungen und Wahrnehmungen der Bürgerinnen und Bürger, ist das Instrument der Bürgerumfrage. Bereits viele deutsche Städte führen seit Jahren kommunale Bürgerumfragen erfolgreich durch. Zweck dieser Umfragen ist es, ein informelles, aktuelles und repräsentatives Bild der Zufriedenheit der Bürgerinnen und Bürger über die Lebens-, Arbeits-, Versorgungs-, Freizeitund Wohnbedingungen sowie über die Dienstleistungen der Stadtverwaltung der eigenen Stadt zu erhalten. Nach den Erhebungen 2013 bis 2015, 2017 und 2018 wurde die Bürgerumfrage „Leben in Potsdam“ im Jahr 2021 bereits zum sechsten Mal in der brandenburgischen Landeshauptstadt durchgeführt. Die Landeshauptstadt Potsdam unterliegt als wachsende Stadt ständigen Änderungsprozessen, die von Verwaltung und Politik aufmerksam beobachtet werden müssen. Dabei gilt es, frühzeitig Konzepte und Strategien zu schaffen, um auf neue Entwicklungen, z. B. bei der Verkehrsplanung oder auf dem Wohnungsmarkt, angemessen reagieren zu können. Dabei reicht ein Rückgriff auf Daten, die in den Fachbereichen der Landeshauptstadt Potsdam erhoben und von der kommunalen Statistikstelle aufbereitet werden, oft nicht aus. Zwar liegen vielfältige Statistiken für eine Vielzahl von Sachgebieten vor, allerdings gewähren diese Daten keinen Blick auf Meinungen, Einstellungen oder Bedürfnisse der Bürgerinnen und Bürger. Leben sie gern in Potsdam? Wie bewerten sie selbst ihre wirtschaftliche Lage? Wie zufrieden sind sie mit den Einrichtungen und Angeboten der Stadt? Wo sehen sie die größten Probleme in der Stadt? Mit der Durchführung der Bürgerumfrage „Leben in Potsdam“ sollen die Einschätzungen und Meinungen der Potsdamerinnen und Potsdamer zu verschiedenen Themen der Stadtentwicklung und der kommunalen Daseinsvorsorge abgebildet sowie Informationen zu ihrer Zufriedenheit und Lebenssituation erhoben werden. Die Ergebnisse der Bürgerumfrage fließen in die Arbeit der Stadtverwaltung und -politik ein, um künftige Herausforderungen unter Berücksichtigung der Bürgermeinungen noch besser bewältigen zu können. Landeshauptstadt Potsdam, Statistischer Informationsdienst 1/2022 Die rechtliche Grundlage der Bürgerumfrage bildet die am 3. April 2013 von der Potsdamer Stadtverordnetenversammlung beschlossene „Satzung über die Durchführung standardisierter repräsentativer Umfragen und Umfragen zu fachbereichsspezifischen Themen in der Landeshauptstadt Potsdam“. Der verwendete Fragebogen wurde unter Einbeziehung verschiedener Fachbereiche aller Geschäftsbereiche der Stadtverwaltung der Landeshauptstadt Potsdam entwickelt, um ein möglichst breit gefächertes Instrument mithilfe des Fachwissens der beteiligten Bereiche zu schaffen. Für ihre Mitarbeit bei der Erstellung des Fragebogens und des vorliegenden Berichts danken wir den Bereichen Steuerungsunterstützung, Stadtentwicklung, Verkehrsentwicklung, Wirtschaftsförderung, Marketing, Partizipation und Tolerantes Potsdam, dem Büro für Chancengleichheit und Vielfalt sowie den Fachbereichen Bildung, Jugend und Sport, Öffentlicher Gesundheitsdienst, Soziales und Inklusion sowie Wohnen, Arbeit und Integration. Die angeschriebenen Bürgerinnen und Bürger konnten sich zu insgesamt 62 Fragen der Themen Leben in Potsdam, Wohnen, Wirtschaft und Arbeit, Verkehr und Mobilität sowie Zufriedenheit mit verschiedenen Lebensbereichen sowohl in der Stadt als auch in ihrem Stadt- bzw. Ortsteil äußern. Viele Fragen waren bereits Bestandteil der vorherigen Erhebungen, sodass ein zeitlicher Vergleich der Ergebnisse seit Erhebungsbeginn möglich ist. Weiterhin waren stets auch Fragestellungen Bestandteil des Fragebogens, die in der Regel nur einmalig in das Erhebungsinstrument aufgenommen wurde. Diese geben das Erkenntnisinteresse der Landeshauptstadt Potsdam für aktuelle bzw. besonders wichtige Themen wider. Die Bürgerumfrage stellt somit eine ideale Möglichkeit für die Fachbereiche und Bereiche dar, um an die gewünschten Informationen zu gelangen oder um ein Stimmungsbild zu einer bestimmten Thematik aus der Potsdamer Bevölkerung zu erhalten. In der aktuellen Erhebung wurden im Frageblock „Verkehr und Mobilität“ zwei Fragen zum Thema „autoärmere Innenstadt“ formuliert. Darüber hinaus wurde erstmalig die Nutzung von Elektro-Tretrollern abgefragt. Weitaus umfangreicher waren die Fragestellungen, die zu den „Auswirkungen der Corona-Pandemie“ gestellt wurden. So muss für die aktuelle Erhebung voranstellend angeführt werden, dass der Durchführungszeitraum der Bürgerumfrage „Leben in Potsdam“ 2021 inmitten der Corona-Pandemie lag. Zum Zeitpunkt des Versands der Fragebögen befand sich die Bundesrepublik Deutschland, und so auch die Landeshauptstadt Potsdam, auf dem Höhepunkt der 3. Welle der Corona-Pandemie. Es galten eine Reihe restriktiver Maßnahmen, die viele Lebensbereiche betrafen und so das gewohnte Leben der Potsdamerinnen und Potsdamer einschränkten, was sich auch im Antwortbild widerspiegeln kann. Im Verlauf 7 Leben in Potsdam – Bürgerumfrage 2021 Vorbemerkungen der Durchführungsphase sank die Zahl der Neuinfektionen merklich, sodass ab Juni einige Beschränkungen im Rahmen der Corona-Umgangsverordnungen zurückgenommen wurden (Abb. 2). Die pandemische Lage ist somit einerseits bei der Interpretation der Umfrageergebnisse zu beachten, gerade wenn es um Vergleiche mit Ergebnissen aus vorherigen Bürgerumfragen geht. Andererseits wurden die Auswirkungen der Corona-Pandemie selbst zum Thema der Bürgerumfrage „Leben in Potsdam“. Um diese messbar zu machen, wurden 20 Fragen formuliert, die im Zusammenhang mit der Pandemie stehen und mehrere Lebensbereiche der Bürgerinnen und Bürger betreffen, so z. B. die Veränderung der Lebensqualität, wahrgenommene Belastungen und Sorgen, Kinderbetreuung und Homeschooling, die Auswirkungen auf Arbeit und Beruf, Angebote der Landeshauptstadt Potsdam oder die Impfbereitschaft. Durch die Fülle der Fragen zum Thema Corona wurde erstmals ein achtseitiger Fragebogen an die zufällig ausgewählten Potsdamerinnen und Potsdamer verschickt. Seit Umfragestart im Jahr 2013 hatte der Umfang des Bogens stets sechs Seiten betragen. Abb. 2 Um den Fachbereichen der Landeshauptstadt Potsdam, der Stadtpolitik und der Öffentlichkeit möglichst zeitnah nach Abschluss der Bürgerumfrage die coronaspezifischen Umfrageergebnisse zur Verfügung stellen zu können, wurden diese zuerst ausgewertet und mit dem Statistischen Informationsdienst 4/2021 „Leben in Potsdam – Bürgerumfrage 2021. Sonderauswertung zu den Auswirkungen der Corona-Pandemie“ veröffentlicht. Die vorliegende Publikation stellt im Folgenden die methodischen Grundlagen und die zentralen Ergebnisse der übrigen Themenschwerpunkte aus der Bürgerumfrage „Leben in Potsdam“ 2021 dar. Den Teilnehmenden der Bürgerumfrage sei an dieser Stelle herzlich für ihre aktive Mitwirkung gedankt. Des Weiteren gilt unser Dank dem Naturkundemuseum Potsdam, das für alle Teilnehmenden einen Gutschein als Dankeschön für das Ausfüllen des Fragebogens zur Verfügung gestellt hat. Landeshauptstadt Potsdam, Bereich Statistik und Wahlen Corona-Infektionsgeschehen: 7-Tage-Inzidenzwert in der Landeshauptstadt Potsdam vom 12.3.2020 bis 31.7.2021 1 7-Tage-Inzidenzwert (geglättet) 300 Erhebungszeitraum der Bürgerumfrage: 14.4. bis 22.6.2021 250 2. Welle 200 150 3. Welle 1. Welle 100 50 0 1.3.2020 1 1.6.2020 1.9.2020 1.12.2020 1.3.2021 1.6.2021 Datum Die Daten wurden aus dem Datenbestand des Fachbereichs Öffentlicher Gesundheitsdienst ermittelt. Diese weichen von den Tagesmeldungen im Corona-Update des Verwaltungsstabes und dem Dashboard des RKI aufgrund von Meldeverzögerungen ab. Für die Analyse des Infektionsgeschehens in Potsdam wird das Datum des Infektionsbeginns bzw. der häuslichen Absonderung, nicht das Meldedatum herangezogen. Um Infektionsspitzen in Folge der Meldevorgänge noch besser auszugleichen, werden die täglichen Neuinfektionen über 7-Tage geglättet. Diese bilden die Grundlage zur Berechnung der 7-Tage-Inzidenz. Für 2020 wurde die 7-Tage-Inzidenz auf 180 334 Einwohner bezogen und für die Daten ab 2021 auf 182 112 Einwohner (amtliche Einwohnerzahlen 2019 und 2020). Quelle: Landeshauptstadt Potsdam 8 Landeshauptstadt Potsdam, Statistischer Informationsdienst 1/2022 Leben in Potsdam – Bürgerumfrage 2021 Vorbereitung und Durchführung 2 Vorbereitung und Durchführung 2.1 Untersuchungsdesign und Erhebungsinstrument Mit der 2021 zum sechsten Mal durchgeführten Potsdamer Bürgerumfrage wurden mehrere Ziele verfolgt, die sich in Kürze folgendermaßen zusammenfassen lassen: Stadt- bzw. Ortsteil stellen den festen Teil des Fragebogens dar. Sie werden auch bei zukünftigen Bürgerumfragen in regelmäßigen Abständen enthalten sein, um Zeitreihen bilden zu können, die Vergleiche zu vorherigen Erhebungszeitpunkten ermöglichen. Die vorliegende Auswertung der Bürgerumfrage „Leben in Potsdam“ 2021 orientiert sich am Aufbau des Erhebungsinstruments und gliedert sich bei der Darstellung der Ergebnisse in folgende Themenschwerpunkte bzw. Kapitel: Erhebung eines repräsentativen Bildes der Meinungen und Wahrnehmungen der Bürgerinnen und Bürger zu verschiedenen Themen der Stadtentwicklung und der kommunalen Daseinsvorsorge, Neuerhebung von teilweise nicht vorhandenen oder veralteten Strukturdaten (z. B. zum Gesundheitszustand) und die Darstellung der Ergebnisse nach räumlichen sowie sozio-demographischen Merkmalen.  Leben in Potsdam Um die genannten Ziele zu erfüllen, wurde das Untersuchungsdesign als postalische, schriftliche Befragung mit einem standardisierten Fragebogen festgelegt. Die postalische Befragung wurde in der Landeshauptstadt Potsdam bereits in einer Reihe fachspezifischer Bürgerumfragen angewendet und auch in vielen anderen deutschen Städten hat sich diese Erhebungsart bewährt. Die Vorteile der schriftlichen Befragung liegen in der Verfügbarkeit von Befragten im Melderegister der Stadt, in der Anonymisierbarkeit der Antworten sowie in den relativ niedrigen Kosten im Vergleich zu persönlichen Interviews. Zu Beginn der Auswertung werden die soziodemographischen Merkmale untersucht, um die Struktur der Teilnehmenden besser einordnen zu können. Das Erhebungsinstrument wurde federführend vom Bereich Statistik und Wahlen unter Einbeziehung mehrerer Expertinnen und Experten aus verschiedenen Fachbereichen der Landeshauptstadt Potsdam entwickelt. Um die Zufriedenheit und die Meinungen der Bürgerinnen und Bürger abzubilden, geben die Fragenkomplexe folgende Grunddaseinsfunktionen wieder: In Gemeinschaft leben, wohnen, sich versorgen sowie das Freizeitverhalten. Des Weiteren gibt es einen Block zum Thema Verkehr, der nicht zu den genannten Grunddaseinsfunktionen gehört, allerdings notwendig ist, um diese zu ermöglichen. Bei der Entwicklung des Fragebogens wurde darauf geachtet, dass die abgefragten Themen durch städtische Planung beeinflusst werden können. Am Ende des Fragebogens werden einige sozio-demographische Merkmale abgefragt, sodass ein spezifisches Antwortverhalten bestimmten Bevölkerungsgruppen zugeordnet werden kann. Durch die räumliche Zuordnung zu einem Stadt- bzw. Ortsteil können zudem räumliche Ergebnisinterpretationen bis hin zum Sozialraum getroffen werden. Der Fragebogen umfasst insgesamt acht Seiten, für das Ausfüllen wurden ca. 30 Minuten benötigt. Die Frageblöcke Leben in Potsdam, Wohnen, Wirtschaft und Arbeit, Verkehr und Mobilität sowie Zufriedenheit mit verschiedenen Lebensbereichen in Potsdam und im Landeshauptstadt Potsdam, Statistischer Informationsdienst 1/2022  Wohnen  Wirtschaft und Arbeit  Verkehr und Mobilität  Zufriedenheit mit verschiedenen Lebensbereichen in Potsdam und im Stadtteil bzw. Ortsteil Die Durchführung der Erhebung dauerte von Mitte April bis Ende Juni 2021 insgesamt rund neun Wochen. Der Fragebogen wurde zusammen mit einem Anschreiben des Oberbürgermeisters Mike Schubert verschickt, in dem über die Ziele der Bürgerumfrage informiert und um Teilnahme gebeten wurde. Ein zusätzliches Hinweisblatt klärte über den Datenschutz auf. Die Ermittlung der Angeschriebenen geschah vorher per Zufallsauswahl aus dem Einwohnermelderegister der Stadt. Der ausgefüllte Fragebogen konnte in einem beigefügten Rückumschlag portofrei an die Stadtverwaltung zurückgesendet werden. Nach ungefähr der Hälfte des Erhebungszeitraumes wurde an alle angeschriebenen Personen, die noch keinen Fragebogen beantwortet hatten, ein Erinnerungsschreiben inklusive Fragebogen verschickt. Als weiteres Instrument zur Erhöhung des Rücklaufs erhielten alle Teilnehmenden ein Dankeschön in Form eines Gutscheins für das Naturkundemuseum Potsdam, der nach dem Abschluss der Erhebung versendet wurde. Weiterhin war es für alle Angeschriebenen möglich, den Fragebogen online auf der Homepage der Stadt unter www.potsdam.de zu beantworten. Dafür musste ein persönliches Zugangskennwort verwendet werden, das dem Anschreiben entnommen werden konnte. Alternativ konnte mit einem mobilen Endgerät ein auf das Anschreiben gedruckter QR-Code eingescannt werden, der direkt zur Umfrage führte. Die handschriftliche Beantwortung entfiel bei der digitalen Teilnahme. Durch das Zugangskennwort konnte sichergestellt werden, dass ein Fragebogen nicht mehrfach abgegeben oder sowohl handschriftlich als auch online ausgefüllt wird. Der Datenschutz wurde bei der Vorbereitung, Durchführung und Auswertung stets gewährleistet. Der Bereich Statistik und Wahlen der Landeshauptstadt Potsdam verwendet für die Durchführung von Umfragen eine 9 Leben in Potsdam – Bürgerumfrage 2021 Vorbereitung und Durchführung Fachsoftware, die die Anonymität der Befragten sicherstellt. Personenbezogene Merkmale wie Name oder Adresse einerseits und die Antworten der Teilnehmenden andererseits werden in zwei verschiedenen Datenbanken gespeichert. Ein Zusammenführen von Antworten und personenbezogenen Merkmalen ist an keiner Stelle möglich. So kann z. B. lediglich ermittelt werden, ob eine Person einen Fragebogen bereits beantwortet hat, jedoch nicht, welche Antworten diese Person gegeben hat. Alle personenbezogenen Daten wurden umgehend nach dem Versand des Dankeschöns gelöscht. 2.2 Grundgesamtheit und Stichprobe Um ein möglichst repräsentatives Umfrageergebnis zu erhalten, ist die Auswahl der Stichprobe von zentraler Bedeutung. Als Grundgesamtheit wurden alle Bürgerinnen und Bürger von 16 bis unter 80 Jahren mit Hauptwohnsitz in Potsdam ausgewählt. Die Altersbegrenzungen beziehen sich einerseits auf die Brandenburgische Kommunalverfassung, nach der ab 16 Jahren an der Kommunalwahl teilgenommen werden darf und andererseits aus Erfahrungen bisheriger Bürgerumfragen, bei denen festgestellt wurde, dass die Teilnahmebereitschaft im hohen Alter stark abnimmt. Der Stichprobenumfang wurde auf vier Prozent der genannten Grundgesamtheit festgelegt. Auch diese Größe basiert auf Erfahrungen von bereits durchgeführten Umfragen in Potsdam und anderen deutschen Städten. Des Weiteren wurde die Stichprobe aus dem Melderegister mit einer Wichtung nach den Merkmalen Alter und Geschlecht gezogen. Die Befragten unter 30 Jahre gingen um acht Prozent überrepräsentiert, die der 65-Jährigen und älteren um acht Prozent unterrepräsentiert in die Stichprobe ein. Auch diese Maßnahme wurde unter Berücksichtigung vergangener Potsdamer Erhebungen getroffen, da bei diesen festgestellt wurde, dass jüngere Befragte eine geringere Teilnahmebereitschaft aufweisen und sich Befragte im Alter von 65 bis unter 80 Jahren überdurchschnittlich häufig beteiligen. Weiterhin wurde das Merkmal Geschlecht bei der Stichprobenauswahl berückTab. 1 sichtigt, da festgestellt wurde, dass weibliche Angeschriebene durchschnittlich etwas häufiger antworten als männliche. So gingen Frauen um vier Prozent unterrepräsentiert, Männer um vier Prozent überrepräsentiert in die Stichproben seit 2015 ein. Mit einem mathematischen Zufallsverfahren wurden im Frühjahr 2021 insgesamt 5 631 Potsdamer Bürgerinnen und Bürger aus dem amtlichen Melderegister ermittelt, an die ein Fragebogen der Bürgerumfrage „Leben in Potsdam“ versendet wurde. 2.3 Rücklauf und Güte der Stichprobe Von den 5 631 zufällig ausgewählten und angeschriebenen Potsdamerinnen und Potsdamern wurden insgesamt 2 471 Fragebögen zurückgesendet bzw. online ausgefüllt, was nach Abzug der stichprobenneutralen Ausfälle (Unzustellbarkeit, Wegzüge, Todesfälle usw.) einer Rücklaufquote von 44,7 % entspricht. Von 2013 bis 2015 gab es eine leicht sinkende Tendenz bezüglich der Rücklaufquote, die in den Erhebungsjahren 2017 und 2018 mit jeweils rund 41 % wieder höher ausfiel. In der aktuellen Erhebung konnte somit ein neuer Bestwert bezüglich des Rücklaufs gemessen werden. Noch nie hatten sich seit Umfragestart im Jahr 2013 so viele Angeschriebene beteiligt. Dies ist mehr als beachtlich, da der Fragebogenumfang erstmals acht A4 Seiten betrug. Bei den vorherigen Bürgerumfragen waren es stets sechs Seiten gewesen. Mehr als ein Viertel der Teilnehmenden (25,8 %) hat den Fragebogen der Bürgerumfrage online beantwortet, was im Vergleich zu allen vorherigen Erhebungen ebenfalls einen neuen Spitzenwert bei der Onlinebeteiligung bedeutet. Der bisherige Höchstwert aus dem Jahr 2018 (19,3 %) wurde 2021 um 6,5 Prozentpunkte übertroffen. Die geringste Onlinebeteiligung konnte während der Bürgerumfrage 2014 festgestellt werden, bei der nur etwas mehr als jeder zehnte Teilnehmende den Fragebogen digital ausgefüllt hat (Tab. 1 und Abb. 3). Mit insgesamt 2 471 gültigen Fragebögen ist die Datenbasis, um repräsentative Aussagen zu treffen, gegeben. Unter Berücksichtigung der Anzahl der Elemente in der Grundgesamtheit, eines tolerierten Fehlers von ε=5 % Stichprobengrößen und Rücklaufquoten bei den Bürgerumfragen 2013 bis 2021 Merkmal 2013 2014 2015 2017 2018 2021 Bruttostichprobe 5 138 5 183 5 235 5 406 5 520 5 631 104 98 110 108 105 104 Nettostichprobe 5 034 5 085 5 125 5 298 5 415 5 527 eingegangene Fragebögen 2 191 2 135 1 900 2 162 2 219 2 471 stichprobenneutrale Ausfälle darunter Online-Teilnahme 277 227 303 284 429 637 Online-Teilnahme in % 12,6 10,6 15,9 13,1 19,3 25,8 43,5 42,0 37,1 40,8 41,0 44,7 Rücklaufquote in % Quelle: Landeshauptstadt Potsdam 10 Landeshauptstadt Potsdam, Statistischer Informationsdienst 1/2022 Leben in Potsdam – Bürgerumfrage 2021 Vorbereitung und Durchführung Abb. 3 Rücklaufquoten und Online-Teilnahme 1 bei den Bürgerumfragen 2013 bis 2021 Rücklaufquote in % % 50 Online-Teilnahme in % 44,7 43,5 42,0 41,0 40,8 40 37,1 30 25,8 19,3 20 15,9 13,1 12,6 10,6 10 0 2013 1 2014 2015 2017 2018 2021 Jahr Anteil der online beantworteten Fragebögen an allen gültigen Fragebögen Quelle: Landeshauptstadt Potsdam Abb. 4 Rücklauf der Fragebögen nach Art der Teilnahme im Erhebungszeitraum 2021 Fragebögen (kumuliert) Post (Ʃ= 1 834) Online (Ʃ= 637) 2 000 1 800 1 600 1 400 1 200 1 000 800 600 400 200 0 14.4. 18.4. 22.4. 26.4. 30.4. 4.5. 8.5. 12.5. 16.5. 20.5. 24.5. 28.5. 1.6. Versand Erinnerung 5.6. 9.6. 13.6. 17.6. 21.6. 25.6. Quelle: Landeshauptstadt Potsdam sowie einer Sicherheitswahrscheinlichkeit von S=95 %, =>(D(z)= 0.95, => z=1,96) wurde vor der Durchführung der Bürgerumfrage ein minimal erforderlicher Stichprobenumfang von 1 320 Personen ermittelt. Diese Zahl wurde somit deutlich überschritten. Am Weinberg (53 %) nach oben ab. Im Gegensatz dazu weisen die südöstlich gelegenen Stadtteile Stern (38,9 %), Alt Drewitz, Kirchsteigfeld (38,9 %) und Drewitz (34,3 %) jeweils eine vergleichsweise niedrige Antwortbereitschaft auf (Abb. 5). Bezogen auf die Potsdamer Stadt- bzw. Ortsteile schwankt die Rücklaufquote zwischen 31,2 % im Schlaatz sowie 59,9 % in der Nauener und Berliner Vorstadt. Mehr als 5 Prozentpunkte vom gesamten Rücklauf (44,7 %) weichen außerdem die Ortsteile Eiche, Grube, Golm (54,5 %) und der Stadtteil Innenstadt, Der Rücklauf kann darüber hinaus nach den Befragtenmerkmalen Geschlecht und Alter untersucht werden, da die Verteilung der jeweiligen Ausprägungen im Rahmen der Stichprobenziehung aus dem Einwohnermelderegister bekannt ist. Demnach haben die angeschriebenen Frauen (Rücklaufquote: 46,9 %) etwas häufiger einen Landeshauptstadt Potsdam, Statistischer Informationsdienst 1/2022 11 Leben in Potsdam – Bürgerumfrage 2021 Vorbereitung und Durchführung Fragebogen ausgefüllt als Männer (41,7 %). Weiterhin steigt die Teilnahmebereitschaft mit zunehmenden Alter. Während knapp 32 % der unter 30-Jährigen einen Fragebogen ausgefüllt hat, waren es bei den über 65Jährigen mehr als die Hälfte (55,7 %) (Abb. 6). Rücklauf nach Stadt- bzw. Ortsteil der Angeschriebenen 1 Abb. 5 101 Groß Glienicke, Krampnitz, Sacrow 102 Neu Farland, Fahrland, Satzkorn, Marquardt, Uetz-Paaren 301 Nauener und Berliner Vorstadt 302 Innenstadt, Am Weinberg 303 Brandenburger Vorstadt 304 Potsdam West 201 Bornim, Bornstedt, Nedlitz, Am Ruinenberg, Rote Kasernen 202 Eiche, Grube, Golm 501 Stern 502 Drewitz 503 Alt Drewitz, Kirchsteigfeld 601 Hauptbahnhof, Brauhausberg, Templiner und Teltower Vorstadt 602 Schlaatz 603 Waldstadt I, Industriegelände 604 Waldstadt II 401 Zentrum Ost 402 Babelsberg Nord, Klein Glienicke 403 Babelsberg Süd 102 101 201 202 301 303 302 402 401 403 501 304 602 601 502 603 604 503 Prozent 50,0 bis 59,9 (3) 45,0 bis unter 50,0 (6) Gewässer Insgesamt 44,7 (6) Anzahl der Stadt-/Ortsteile je Klasse 40,0 bis unter 45,0 (5) 31,2 bis unter 40,0 (4) 1 Die insgesamt 34 Stadt- bzw. Ortsteile der Landeshauptstadt Potsdam wurden für die Auswertung der Bürgerumfrage erstmals nach Gliederung der 18 Planungsräume zusammengefasst (siehe Karte, S. 76 im Anhang). Aufgrund der geringen Einwohnerzahl wurde Planungsraum 103 (Krampnitz) Planungsraum 101 (Groß Glienicke; Sacrow) zugeordnet. Wegen der besseren Verständlichkeit findet in allen Ausführungen nicht der Begriff Planungsraum, sondern Stadt- bzw. Ortsteil Verwendung. Quelle: Landeshauptstadt Potsdam 12 Landeshauptstadt Potsdam, Statistischer Informationsdienst 1/2022 Leben in Potsdam – Bürgerumfrage 2021 Vorbereitung und Durchführung Rücklauf nach Geschlecht, Altersgruppe und Stadt- bzw. Ortsteil der Angeschriebenen 20211 (Ranking der Merkmale nach Rücklaufquote) Abb. 6 Insgesamt: 44,7 % Geschlecht männlich 41,7 weiblic h 46,9 Altersgruppe unter 30 Jahre 31,9 30 bis unter 50 Jahren 43,9 50 bis unter 65 Jahren 45,2 65 bis unter 80 Jahren 55,7 Stadt-/Ortsteil Schlaatz 31,2 Drewitz 34,3 Alt Drewitz, Kirchsteigfeld 38,9 Stern 39,5 Waldstadt II 40,4 Groß Glienicke, Krampnitz, Sacrow 40,6 Potsdam West 41,9 Brandenburger Vorstadt 42,5 Neu Fahrland, Fahrland, Satzkorn, Marquardt, Uetz-Paaren 44,2 Zentrum Ost, Nuthepark 45,4 Bornim, Bornstedt, Nedlitz, Am Ruinenberg, Rote Kasernen 45,5 Waldstadt I, Industriegelände 46,7 Babelsberg Nord, Klein Glienicke 47,8 Hbf., Brauhausberg, Templiner und Teltower Vorstadt 47,8 Babelsberg Süd 48,5 Innenstadt, Am Weinberg 53,0 Eiche, Grube, Golm 54,5 Nauener und Berliner Vorstadt 59,9 20 1 30 40 50 60 % Die insgesamt 34 Stadt- bzw. Ortsteile der Landeshauptstadt Potsdam wurden für die Auswertung der Bürgerumfrage nach Gliederung der 18 Planungsräume zusammengefasst (siehe Karte, S. 76 im Anhang). Aufgrund der geringen Einwohnerzahl wurde Planungsraum 103 (Krampnitz) Planungsraum 101 (Groß Glienicke; Sacrow) zugeordnet. Wegen der besseren Verständlichkeit findet in allen Ausführungen nicht der Begriff Planungsraum, sondern Stadt- bzw. Ortsteil Verwendung. Quelle: Landeshauptstadt Potsdam Inwieweit die Struktur der Umfrageteilnehmenden der tatsächlichen Bevölkerungsstruktur Potsdams bzw. der Grundgesamtheit entspricht, kann ebenfalls anhand der Merkmale Geschlecht, Alter und der Verteilung der Bürgerinnen und Bürger nach Stadt- und Ortsteilen untersucht werden. Diese Merkmale werden nur für die Grundgesamtheit, also die Gruppe aus der die Stichprobe für die Bürgerumfrage gezogen wurde, (Potsdamerinnen und Potsdamer mit Hauptwohnsitz von 16 bis unter 80 Jahren) dargestellt. Bei der Betrachtung des Merkmals Geschlecht aller Teilnehmenden ist festzustellen, dass dieses mit der Grundgesamtheit sehr gut übereinstimmt. Die Abweichung zur tatsächlichen Geschlechterverteilung in der Gesamtstadt beträgt jeweils nur einen Prozentpunkt. Bezüglich des Alters der Umfrageteilnehmenden gibt es die größten Abweichungen bei den 16 bis unter 30Landeshauptstadt Potsdam, Statistischer Informationsdienst 1/2022 Jährigen und der ältesten Altersgruppe. Die Erstgenannten sind im Vergleich zur Grundgesamtheit um 3,7 Prozentpunkte unterrepräsentiert, die 65- bis unter 80Jährigen sind um 3,3 Prozentpunkte überrepräsentiert. Bei den übrigen Altersgruppen fallen diese Abweichungen deutlich geringer aus und betragen jeweils weniger als ein Prozentpunkt (Tab. 2). Auch die Untersuchung der Stadt- bzw. Ortsteile zeigt, dass die räumliche Verteilung der Teilnehmenden die tatsächliche Struktur der Bewohner sehr gut wiedergibt. Die größten positiven Abweichungen gibt es diesbezüglich in der Nauener und Berliner Vorstadt sowie in der Innenstadt, Am Weinberg (Abweichung um jeweils 1,3 Prozentpunkte) zu verzeichnen. Dem gegenüber kann im Schlaatz mit -1,6 Prozentpunkten die höchste negative Abweichung gemessen werden. Alle anderen Stadt- bzw. Ortsteile weisen geringere Abweichungen 13 Leben in Potsdam – Bürgerumfrage 2021 Vorbereitung und Durchführung auf, die zumeist sogar unter einem Prozentpunkt liegen. In Babelsberg Süd sowie im Stadtteil Hauptbahnhof, Brauhausberg, Templiner und Teltower Vorstadt sind keine Unterschiede zwischen der Grundgesamtheit und den Teilnehmenden zu verzeichnen (Tab. 2). Insgesamt gesehen spiegelt die Struktur der Antwortenden die tatsächliche Struktur der Grundgesamtheit sehr gut wider. Alle Abweichungen befinden sich in einem für diese Art der schriftlichen Befragung üblichen Rahmen. Die Bürgerumfrage „Leben in Potsdam“ 2021 bietet damit eine hervorragende Basis, um über die Einstellungen sowie die Zufriedenheit der Potsdamer Bürgerinnen und Bürger Auskunft zu geben. Ferner wurden in der Bürgerumfrage weitere soziodemographische Merkmale erhoben, die nicht im MelTab. 2 deregister der Stadt hinterlegt sind. Ob die Struktur der Umfrageteilnehmenden auch bei diesen Merkmalen, wie z. B. Haushaltsstruktur, Bildungsstand, Höhe des Einkommens, Erwerbsstatus usw., der Struktur der Grundgesamtheit entspricht, kann somit nicht überprüft werden. Aufgrund der hohen Übereinstimmung der Teilnehmenden hinsichtlich des Geschlechts, des Alters und der räumlichen Verteilung innerhalb der Stadt kann davon ausgegangen werden, dass auch die dargestellten Merkmale die Ist-Situation in der Landeshauptstadt Potsdam widerspiegeln. Im Folgenden werden zunächst die sozio-demographischen Eigenschaften der Teilnehmenden näher vorgestellt, bevor die Ergebnisse der einzelnen Fragenkomplexe erläutert werden. Grundgesamtheit ¹ und Teilnehmende nach Geschlecht, Alter sowie Stadt- bzw. Ortsteil 2 Merkmal Ausprägung Einwohner % Teilnehmende % Differenz in Prozentpunkten Geschlecht männlich 68 890 49,0 1 173 48,0 -1,0 weiblich 71 766 51,0 1 273 52,0 1,0 23 989 17,1 326 13,3 -3,7 35 659 25,4 613 25,1 -0,3 50 bis unter 65 Jahren 54 615 38,8 967 39,5 0,7 65 Jahre bis unter 80 Jahren 26 393 18,8 541 22,1 3,3 3 820 2,7 71 2,9 0,2 6 937 4,9 137 5,5 0,6 17 038 7 624 12,1 316 12,8 0,7 5,4 145 5,9 0,4 Altersgruppe unter 30 Jahre 30 bis unter 50 Jahren Stadt-/Ortsteil Groß Glienicke, Krampnitz, Sacrow Neu Fahrland, Fahrland, Satzkorn, Marquardt, Uetz-Paaren Bornim, Bornstedt, Nedlitz, Am Ruinenberg, Rote Kasernen Eiche, Grube, Golm Nauener und Berliner Vorstadt 4 760 3,4 115 4,7 1,3 11 215 8,0 229 9,3 1,3 Brandenburger Vorstadt 8 956 6,4 137 5,5 -0,8 Potsdam West 5 957 4,2 91 3,7 -0,6 Zentrum Ost, Nuthepark 4 844 3,4 74 3,0 -0,4 Babelsberg Nord, Klein Glienicke 9 263 6,6 182 7,4 0,8 Babelsberg Süd 10 357 7,4 183 7,4 0,0 Stern -1,0 Innenstadt, Am Weinberg 13 237 9,4 208 8,4 Drewitz 4 679 3,3 71 2,9 -0,5 Alt Drewitz, Kirchsteigfeld Hauptbahnhof, Brauhausberg, Templiner und Teltower Vorstadt Schlaatz 4 911 3,5 81 3,3 -0,2 6 942 7 371 4,9 121 4,9 0,0 5,2 89 3,6 -1,6 Waldstadt I, Industriegelände 4 632 3,3 85 3,4 0,1 Waldstadt II 8 113 5,8 136 5,5 -0,3 ¹ Auszug aus dem Melderegister (1.4.2021): Alle Einwohner mit Hauptwohnsitz in Potsdam von 16 bis unter 80 Jahren. 2 Die insgesamt 34 Stadt- bzw. Ortsteile der Landeshauptstadt Potsdam wurden für die Auswertung der Bürgerumfrage nach Gliederung der 18 Planungsräume zusammengefasst (siehe Karte, S. 76 im Anhang). Aufgrund der geringen Einwohnerzahl wurde Planungsraum 103 (Krampnitz) Planungsraum 101 (Groß Glienicke; Sacrow) zugeordnet. Wegen der besseren Verständlichkeit findet in allen Ausführungen nicht der Begriff Planungsraum, sondern Stadt- bzw. Ortsteil Verwendung. Quelle: Landeshauptstadt Potsdam 14 Landeshauptstadt Potsdam, Statistischer Informationsdienst 1/2022 Leben in Potsdam – Bürgerumfrage 2021 Sozio-demographische Struktur der Teilnehmenden 3 Ergebnisse 3.1 Sozio-demographische Struktur der Teilnehmenden Neben den bereits dargestellten Merkmalen Geschlecht, Alter und Wohnort nach Stadt- bzw. Ortsteil haben die Befragungsteilnehmenden weitere personenbezogene Angaben gemacht, mit denen die Lebensbedingungen und die Lebensqualität in der Landeshauptstadt Potsdam veranschaulicht werden können. Es handelt sich um eine Reihe von Daten, die nicht aus der amtlichen Statistik gewonnen werden können und somit umso wertvoller für die städtische Planung und Politik sind, vor allem, weil die Umfrageergebnisse auch kleinräumig auf Ebene der Stadt- bzw. Ortsteile zur Verfügung stehen. 3.1.1 Größe und Zusammensetzung der Haushalte Wichtige Merkmale zur Charakterisierung der Potsdamer Bevölkerung sind die Angaben zur Haushaltsgröße und -struktur. Fast die Hälfte (46,5 %) der befragten Potsdamerinnen und Potsdamer lebt in einem ZweiPersonen-Haushalt. 22,6 % geben an, in einem EinPersonen-Haushalt zu leben, was die nächstgrößere Gruppe darstellt. Zu dritt in einem Haushalt wohnen 16,7 % der Antwortenden, während ungefähr jeder Zehnte (10,7 %) in einem Vier-Personen-Haushalt lebt. Die kleinste Gruppe (3,6 %) bilden Teilnehmende in Haushalten mit fünf oder mehr Personen (Abb. 7). Diese Ergebnisse unterscheiden sich zum Teil deutlich von den Angaben, die über das Melderegister der Stadt ermittelt werden. Danach lebten Ende des Jahres 2020 etwas mehr als die Hälfte (50,7 %) aller Potsdamerinnen und Potsdamer in einem Ein-Personen-Haushalt und 29 % in einem Zwei-Personen-Haushalt. Haushalte mit drei Personen hatten einen Anteil von 10,8 % an allen Haushalten, 7,1 % lebten in Vier-Personen-Haushalten. Fünf oder mehr Personen wurden für 2,3 % der Potsdamer Haushalte festgestellt (LANDESHAUPTSTADT POTSDAM 2021, Statistischer Jahresbericht 2020, S. 69). Die starken Differenzen, insbesondere bei den Ein- und Zwei-Personen-Haushalten, können zum Teil mit der unterschiedlichen Altersstruktur der Befragten erklärt werden, da Personen, die 80 Jahre oder älter sind, kein Bestandteil der Grundgesamtheit sind, aber gerade im hohen Alter Ein-Personen-Haushalte besonders häufig auftreten. Weiterhin sind die unterschiedlichen Erhebungsarten von Bedeutung. Für den Statistischen Jahresbericht der Landeshauptstadt Potsdam werden auf Grundlage des Einwohnermelderegisters die Haushaltsdaten in einem mehrstufigen Haushaltegenerierungsverfahren berechnet. Dabei werden sogenannte „Kernhaushalte“ (Personen, die im Einwohnermelderegister miteinander verknüpft sind) zusammengefasst. Außerdem werden bei der Haushaltegenerierung sowohl Haupt- als auch Nebenwohnsitze miteinbezogen. Landeshauptstadt Potsdam, Statistischer Informationsdienst 1/2022 Abb. 7 Teilnehmende nach Haushaltsgröße 4 Personen 10,7 % 5 Personen und mehr 3,6 % 1 Person 22,6 % 3 Personen 16,7 % 2 Personen 46,5 % n= 2 445 Quelle: Landeshauptstadt Potsdam Weiterhin geben fast drei Viertel (74,4 %) der Teilnehmenden an, dass in ihrem Haushalt keine Kinder unter 18 Jahren leben. 14,9 % der Befragungsteilnehmenden geben an, dass ein Kind unter 18 Jahren im Haushalt lebt. Zwei minderjährige Kinder kommen in 8,5 % der Haushalte vor. Drei oder mehr Kinder sind mit einem Anteil von 2,3 % relativ selten (Abb. 8). Abb. 8 Teilnehmende nach Anzahl der Kinder unter 18 Jahren im Haushalt 2 Kinder 8,5 % 3 Kinder und mehr 2,3 % 1 Kind 14,9 % keine Kinder 74,4 % n=2 471 Quelle: Landeshauptstadt Potsdam Des Weiteren können durch die Bürgerumfrage verschiedene Haushaltstypen identifiziert werden, die sich nach der Form des Zusammenlebens und dem Vorhandensein von Kindern unterscheiden. In Bezug auf Alleinlebende und Paare ohne Kind/er wurden zusätzlich die Ruheständler, die durch die Angaben zum Erwerbsstatus ermittelt wurden, in die Analyse einbezogen. Somit konnten die Kategorien Rentnerpaare sowie alleinlebende Rentner und Singles gebildet werden (Abb. 9). 15 Leben in Potsdam – Bürgerumfrage 2021 Sozio-demographische Struktur der Teilnehmenden Abb. 9 Teilnehmende nach Haushaltstyp Alleinerziehende 4,4 % sonstige Haushalte 7,6 % alleinlebende Rentner 6,4 % Paare ohne Kind/er 26,8 % Rentnerpaare ohne Kind/er 14,6 % Paare mit Kind/ern 24,6 % Singles 15,7 % n=2 441 Quelle: Landeshauptstadt Potsdam Demnach geben 41,4 % der Befragungsteilnehmenden an, dass sie mit einem Partner ohne Kinder zusammenleben. Sie stellen die größte Gruppe dar. Diese lässt sich in 14,6 % Rentnerpaare sowie in etwas mehr als ein Viertel Paare im erwerbsfähigen Alter splitten (26,8 %). Paare mit Kind/ern machen ein weiteres Viertel (24,6 %) der Haushaltstypen aus. Zu den Alleinlebenden können einerseits Singles im erwerbsfähigen Alter (15,7 %) sowie Alleinlebende im Rentenalter (6,4 %) gezählt werden. Der Anteil der Alleinerziehenden ist mit 4,4 % vergleichsweise gering. Sonstige Haushalte können keinem der genannten Typen zugeordnet werden, dies trifft auf 7,6 % der Haushalte zu (Abb. 9). Hierzu zählen unter anderem Bewohner von Wohnheimen und Wohngemeinschaften oder auch minderjährige Teilnehmende zwischen 16 und 18 Jahren, die zu Hause bei den Eltern leben und sich selbst keiner Kategorie zuordnen konnten. Abb. 10 im Haushalt der Eltern, Kinder, Schwiegereltern, Großeltern 5,2 % Teilnehmende nach Wohnsituation in einer Wohngemein- in einem schaft Wohnheim (WG) 0,9 % 3,2 % im eigenen Haushalt (mit oder ohne Partner/in) 90,8 % Eine genaue Abfrage der Lebensumstände ergibt, dass insgesamt 4 % der Teilnehmenden in besonderen Wohnformen leben, darunter 3,2 % in Wohngemeinschaften und ein kleiner Teil in Wohnheimen (0,9 %). Bei beiden Wohnformen dominiert die Gruppe der Studierenden. 5,2 % der Teilnehmenden leben im Haushalt der Eltern oder anderen Verwandten, die große Mehrheit von über 90 % jedoch im eigenen Haushalt (Abb. 10). Bei den unter 30-Jährigen geben 14,2 % an, dass sie in einer Wohngemeinschaft leben und ungefähr jeder Dritte in dieser Altersgruppe (31,1 %) wohnt noch bei den Eltern. 3.1.2 Bildung und Erwerbsleben Weitere wichtige sozio-demographische Merkmale, die durch die Bürgerumfrage „Leben in Potsdam“ gewonnen werden konnten, stellen Bildungsdaten und die Angaben zum Erwerbsstatus der Befragungsteilnehmenden dar. Wie auch bei den Bürgerumfragen 2015 bis 2018 wurde bei der diesjährigen Erhebung zwischen dem höchsten schulischen Abschluss und dem höchsten Berufsabschluss unterschieden. Hinsichtlich ihres höchsten allgemeinbildenden Schulabschlusses geben mehr als 60 % der Teilnehmenden an, die Fach- bzw. Hochschulreife erworben zu haben. Knapp 30 % haben die Mittlere Reife und fast 8 % die Haupt- bzw. Volksschule absolviert. 1,2 % bzw. 30 Antwortende geben an, keinen Schulabschluss vorweisen zu können (Abb. 11). Darunter befinden sich 19 Teilnehmende, die das 20. Lebensjahr noch nicht erreicht haben und somit sehr wahrscheinlich noch eine Schule besuchen. Der Anteil der teilnehmenden Potsdamer Bürgerinnen und Bürger im Alter von 16 bis unter 80 Jahren mit einer sehr guten Schulbildung ist demnach hoch. Abb. 11 Teilnehmende nach höchstem allgemeinen Schulabschluss Hauptschul-/ (noch) kein Volksschul- Abschluss abschluss 1,2 % 7,9 % (Fach-) Hochschulreife/Abitur 61,5 % Realschulabschluss/ Mittlere Reife/POS 29,4 % n=2 440 Quelle: Landeshauptstadt Potsdam n=2 450 Quelle: Landeshauptstadt Potsdam 16 Neben ihrem höchsten allgemeinbildenden Schulabschluss haben die Befragungsteilnehmenden Angaben zu ihrem höchsten beruflichen Abschluss gemacht. Landeshauptstadt Potsdam, Statistischer Informationsdienst 1/2022 Leben in Potsdam – Bürgerumfrage 2021 Sozio-demographische Struktur der Teilnehmenden 30 % verfügen demnach über einen Hochschul- oder Universitätsabschluss, während nur etwas weniger eine Lehre bzw. Berufsausbildung abgeschlossen haben (28,5 %). Ungefähr jeder Zehnte (10,5 %) gibt einen Fachhochschulabschluss an. Mit 5,7 % derjenigen mit einer Promotion zählen somit insgesamt 46 % der Teilnehmenden zur Gruppe der Akademiker. Die Fachschule (inklusive Meister und Techniker) wurde von fast 12 % besucht, während 4,5 % eine Fach- oder Berufsakademie abgeschlossen haben (Abb. 12). Von den insgesamt 184 Personen (7,6 %) ohne beruflichen Abschluss ist die große Mehrheit unter 30 Jahre alt (79,2 %) und zum überwiegenden Teil noch in Ausbildung. Fast 70 % gehören zur Gruppe der Schüler, Auszubildenden oder Studierenden. Es muss an dieser Stelle allerdings angemerkt werden, dass bei der hier angewandten Form der schriftlichen Befragung in der Regel Befragte mit höheren Bildungsbzw. Berufsabschlüssen häufiger antworten als Befragte, die über niedrigere Abschlüsse verfügen. Sie sind unter allen Teilnehmenden in der Regel überrepräsentiert (vgl. DIEKMANN 2004, S. 3611). Abb. 12 Teilnehmende nach höchstem beruflichen Abschluss sonstiger (noch) kein Fach- oder Abschluss Abschluss Berufs1,4 % 7,6 % akademie 4,5 % Promotion 5,7 % Hochschule/ Universität 30,0 % Fachhochschule 10,5 % Teilnehmenden erhält Rente bzw. eine Pension. Zu den erwerbslosen Personen zählen 2,9 % der teilnehmenden Bürgerinnen und Bürger im Alter von 16 bis unter 80 Jahren (Abb. 13). Werden die Personen im Ruhestand nicht berücksichtigt, so liegt der Anteil der Arbeitslosen bei 3,9 %. Die Arbeitsmarkdaten für Mai und Juni 2021 belegen für die Landeshauptstadt Potsdam eine Arbeitslosenquote von 5,8 % bezogen auf alle zivilen Erwerbspersonen. Es ist auch hier zu vermuten, dass die Bereitschaft zur Teilnahme an der Bürgerumfrage bei arbeitslosen bzw. arbeitssuchenden Personen etwas geringer ausfällt, als dies bei Personen in einem anderen Erwerbsstatus der Fall ist. Zudem spielt auch hierbei die Überrepräsentanz der Akademiker eine Rolle. Abb. 13 Teilnehmende nach Erwerbsstatus Schüler/innen und Auszu- Erwerbslose bildende 2,9 % 3,6 % sonstiger Erwerbsstatus 1,7 % Studierende 5,2 % Angestellte 41,1 % Arbeiter/innen 6,3 % Beamte und Berufssoldat/ innen 6,4 % selbstständig oder freiberuflich Tätige 7,9 % Rentner und Pensionäre 25,0 % n=2 456 Quelle: Landeshauptstadt Potsdam Fachschule, Meister/in, Techniker/in 11,9 % Lehre/ (duale) Berufsausbildung 28,5 % n=2 437 Quelle: Landeshauptstadt Potsdam Weiterhin können die Befragungsteilnehmenden nach ihrem Erwerbsstatus klassifiziert werden. Zur Gruppe der Erwerbstätigen zählen insgesamt 61,6 % der Befragten, die sich aus den Anteilen der Angestellten (41,1 %), selbstständig oder freiberuflich Tätigen (7,9 %), Beamten und Berufssoldat/innen (6,4 %) sowie Arbeiter/innen (6,3 %) zusammensetzt. Ungefähr jeder Zwanzigste (5,2 %) geht einem Studium nach, während 3,6 % Schüler oder Auszubildende sind. Ein Viertel der 1 DIEKMANN, ANDREAS (2004): Empirische Sozialforschung. Grundlagen, Methoden, Anwendungen. 12. Aufl., Reinbek. Landeshauptstadt Potsdam, Statistischer Informationsdienst 1/2022 3.1.3 Teilnehmende mit Migrationshintergrund Insgesamt 12,5 % der Befragungsteilnehmenden verfügen über einen Migrationshintergrund. Ein Migrationshintergrund liegt vor, wenn eine Person entweder keine deutsche Staatsbürgerschaft besitzt oder sie selbst bzw. mindestens ein Elternteil im Ausland geboren wurde oder nach 1949 in das heutige Gebiet der Bundesrepublik Deutschland zugewandert ist. Diesbezüglich haben 5,6 % der Umfrageteilnehmenden angegeben, dass sie keine deutsche Staatsbürgerschaft besitzen. Der Anteil der Nichtdeutschen, der durch das Kriterium der Staatsbürgerschaft definiert wird, lag in Potsdam am Tag der Stichprobenziehung am 1. April 2021 bei Personen im Alter von 16 bis unter 80 Jahren mit Hauptwohnsitz bei 10,1 %. Somit ist die Gruppe der Nichtdeutschen bei den Teilnehmenden unterrepräsentiert. Der Rücklauf bei dieser Gruppe fällt bei schriftlichen Umfragen in der Regel geringer aus, als bei der deutschen Bevölkerung, was vor allem an der 17 Leben in Potsdam – Bürgerumfrage 2021 Sozio-demographische Struktur der Teilnehmenden Sprachbarriere liegt, da der Fragebogen aus organisatorischen Gründen nur in deutscher Sprache versendet werden kann. Für alle Personen mit Migrationshintergrund fällt der Unterschied zwischen tatsächlicher Einwohnerstruktur und dem Befragungsrücklauf nicht so stark aus. Am 30.6.2021 konnte für die Landeshauptstadt Potsdam ein Migrantenanteil von 14,3 % ermittelt werden – bezogen auf Potsdamerinnen und Potsdamer im Alter von 16 bis unter 80 Jahren mit Hauptwohnsitz. Der Unterschied zum Migrantenanteil der Teilnehmenden beträgt demnach 1,8 Prozentpunkte. Im Folgenden werden verschiedene sozio-demographische Eigenschaften der Teilnehmenden mit Migrationshintergrund denjenigen gegenübergestellt, die keinen Migrationshintergrund aufweisen. Die wichtigsten Merkmale sowie ihre Ausprägungen sind in Tabelle 3 zusammengefasst. So lässt sich zunächst für das Merkmal Geschlecht festhalten, dass zwischen beiden untersuchten Gruppen nur geringe Unterschiede bestehen. Frauen sind bei den Migranten um 3,7 Prozentpunkte häufiger vertreten als bei Befragten ohne Migrationshintergrund, der Anteil der Männer ist entsprechend kleiner. Etwas größere Unterschiede können bei der Altersstruktur der Teilnehmenden identifiziert werden. Insbesondere die Gruppe der 30- bis unter 50-Jährigen ist bei den Migranten größer. Ihr Anteil beträgt etwas mehr als ein Drittel, bei denjenigen ohne Migrationshintergrund machen die 30- bis unter 50Jährigen knapp 24 % aus. Auch die dargestellte jüngste Altersgruppe unter 30 Jahre ist bei Teilnehmenden mit Migrationshintergrund (20,7 %) signifikant größer als bei Teilnehmenden ohne dieses Merkmal (12,3 %). Umgekehrt verhält es sich bei der ältesten Altersgruppe der über 65-Jährigen. Hier sind Teilnehmende mit Migrationshintergrund gegenüber der Vergleichsgruppe weniger häufig vertreten (-7,5 Prozentpunkte). Die Altersgruppe 50 bis unter 65 Jahre ist bei Nichtmigranten (40,9 %) ebenfalls stärker vertreten als bei Personen mit Migrationsgeschichte (29,9 %). Migranten sind insgesamt betrachtet durchschnittlich 6 Jahre jünger (Durchschnittsalter: 45,9 Jahre) als Teilnehmende ohne Migrationshintergrund (51,9 Jahre). Es ist allerdings zu beachten, dass nur Potsdamerinnen und Potsdamer im Alter von 16 bis unter 80 Jahren befragt wurden. Ein deutlicher Unterschied tritt zudem bei der Betrachtung der Wohndauer in Potsdam auf. Während mehr als 60 % der Personen ohne Migrationshintergrund angeben, 15 Jahre oder länger in Potsdam zu wohnen, sind es bei den Migranten mit 36,1 % deutlich weniger. 34,1 % dieser Gruppe leben erst maximal 5 Jahre in Potsdam, bei Befragten ohne Migrationshintergrund sind es mit 16 % weniger als die Hälfte. Die durchschnittliche Wohndauer in Potsdam beträgt bei Teilnehmenden mit Migrationsgeschichte 14,7 Jahre, Befragte ohne Migrationshintergrund wohnen durchschnittlich 26,5 Jahre in der Stadt (Tab. 3). 18 Außerdem unterscheiden sich beide Gruppen in der Struktur ihrer Haushalte. So leben Teilnehmende, die einen Migrationshintergrund aufweisen, etwas häufiger in Drei- und Vier-Personen-Haushalten (+2,8 bzw. +6,5 Prozentpunkte). Demgegenüber leben Personen ohne Migrationshintergrund eher in Zwei-PersonenHaushalten (+6,5 Prozentpunkte). Der Anteil der EinPersonen-Haushalte fällt bei beiden Gruppen in etwa gleich aus. Während etwa ein Fünftel der Migranten allein lebt, sind es bei den Teilnehmenden ohne Migrationshintergrund mit 22,9 % nur unwesentlich mehr. Dies spiegelt sich auch beim Haushaltstyp wider, weil Teilnehmende mit Migrationshintergrund weniger oft als Paar ohne Kind/er (-7,2 Prozentpunkte) zusammenleben. Etwas häufiger als bei Teilnehmenden ohne Migrationshintergrund sind Paare mit Kind/ern (+5,4 Prozentpunkte). Mit 8,1 % ist darüber hinaus der Alleinerziehendenanteil fast doppelt so hoch wie bei den Nichtmigranten (4,3 %). Leichte Differenzen zeigt bei beiden der Vergleich von Ein-Personen-Haushalten und Alleinlebenden, was durch das Ausfüllverhalten der Befragten erklärt werden kann. So gibt es in der Regel leichte Abweichungen durch Partner/innen, die zu einem Großteil mit im Haushalt leben, dort aber nicht gemeldet sind oder durch den Besuch von Kindern bei geteiltem Sorgerecht. Im Umfang der Auswertung lassen sich diese geringen Differenzen nicht vollends auflösen. Auf die Einkommenssituation der Teilnehmenden mit Migrationshintergrund wird in Kapitel 3.1.5 eingegangen, allerdings kann in Tabelle 3 bereits abgelesen werden, dass der Anteil derjenigen mit Bezug öffentlicher Grundsicherungsleistungen um 11 Prozentpunkte höher ist als bei Personen ohne Migrationshintergrund. Dies kann damit zusammenhängen, dass bei Migranten sowohl der Erwerbslosenanteil (6,9 %) als auch der Anteil von Schülern, Studierenden und Auszubildenden (15,9 %) höher ist als bei der Vergleichsgruppe. Demgegenüber befinden sich unter den Teilnehmenden ohne Migrationserfahrung etwas mehr Erwerbstätige (+1,6 Prozentpunkte) sowie deutlich mehr Rentner und Pensionäre (+10,7 Prozentpunkte). Letzteres hängt mit der bereits beschriebenen Altersstruktur der beiden untersuchten Gruppen zusammen. Bei der Analyse der jeweils höchsten Schulabschlüsse lassen sich ebenfalls Unterschiede erkennen. So fällt der hohe Anteil von Abiturienten in der Gruppe der Teilnehmenden mit Migrationshintergrund auf (66,2 %), bei den Teilnehmenden ohne Migrationshintergrund beträgt dieser Anteil 61,7 %. Anders verhält es sich bei der Verteilung der Realschulabschlüsse. Mit einem Anteil von 31,4 % bei denjenigen ohne Migrationserfahrung liegt dieser Wert um mehr als 13 Prozentpunkte über dem der Vergleichsgruppe. Auch der Anteil der Personen mit einem Hauptschulabschluss fällt bei denjenigen mit Migrationsgeschichte (15,7 %) höher aus als bei Teilnehmenden ohne Migrationshintergrund (6,9 %). Landeshauptstadt Potsdam, Statistischer Informationsdienst 1/2022 Leben in Potsdam – Bürgerumfrage 2021 Sozio-demographische Struktur der Teilnehmenden Was den höchsten beruflichen Abschluss betrifft, so ist der größere Anteil von Akademikern (55,8 %) unter den Migranten auffallend. Bei Personen ohne Migrationserfahrung fällt der Akademikeranteil mit 44,8 % um 11 Prozentpunkte kleiner aus. Dagegen befinden sich unter den Migranten mit 20,6 % deutlich weniger Personen mit einer abgeschlossenen Lehre oder (dualen) Berufsausbildung als bei der Vergleichsgruppe (29,5 %). Auch der Anteil derjenigen, die (noch) keinen Berufsabschluss erworben haben, ist bei der Migrantengruppe deutlich höher, was wiederum mit dem höheren Anteil Tab. 3 jüngerer Personen zusammenhängt, die den Berufsabschluss noch vor sich haben (Tab. 3). Bei der Betrachtung dieser Werte muss allerdings darauf hingewiesen werden, dass bei der Klassifikation der Berufs- und Bildungsabschlüsse keine Unterscheidungen zwischen ausländischen und in Deutschland erworbenen Abschlüssen durchgeführt wurden. So müssen Probleme, die möglicherweise beim Ausfüllen des Fragebogens aufgetreten sind oder durch die nicht gegebene Vergleichbarkeit von im Ausland erworbenen Schul- und Berufsabschlüssen, in Kauf genommen werden. Teilnehmende mit und ohne Migrationshintergrund nach ausgewählten sozio-demographischen Merkmalen Teilnehmende Merkmal Ausprägung mit Migrationshintergrund ohne Migrationshintergrund % Geschlecht Altersgruppe Wohndauer in Potsdam Haushaltsgröße Haushaltstyp männlich 44,8 48,5 weiblich 55,2 51,5 unter 30 Jahre 20,7 12,3 30 bis unter 50 Jahren 33,9 23,8 50 bis unter 65 Jahren 29,9 40,9 65 Jahre und älter 15,5 22,9 unter 5 Jahre 34,1 16,0 5 bis unter 15 Jahre 29,8 21,6 15 Jahre und länger 36,1 62,3 1 Person 20,2 22,9 2 Personen 40,7 47,3 3 Personen 19,2 16,4 4 Personen und mehr 19,9 13,4 Alleinlebende 22,1 24,2 Paare ohne Kind/er 38,4 45,6 Paare mit Kind/ern 31,4 26,0 8,1 4,3 Alleinerziehende öffentliche Grundsicherungsleistungen Bezug 17,9 6,9 kein Bezug 82,1 93,1 Erwerbsstatus Erwerbstätige 61,4 63,0 Schüler/Auszubildende/Studierende 15,9 8,0 Rentner und Pensionierte 15,9 26,5 6,9 2,4 Erwerbslose höchster Schulabschluss höchster Berufsabschluss Hauptschul-/Volksschulabschluss 15,7 6,9 Realschulabschluss/Mittlere Reife/POS 18,1 31,4 (Fach-)Hochschulreife/Abitur 66,2 61,7 Lehre/(duale) Berufsausbildung 20,6 29,5 Fach- oder Berufsakademie 2,7 4,8 Fachschule, Meister/in, Techniker/in 5,6 12,8 55,8 44,8 akademischer Abschluss sonstiger Abschluss (noch) kein Abschluss 2,7 1,3 12,6 6,9 Quelle: Landeshauptstadt Potsdam Landeshauptstadt Potsdam, Statistischer Informationsdienst 1/2022 19 Leben in Potsdam – Bürgerumfrage 2021 Sozio-demographische Struktur der Teilnehmenden 3.1.4 Teilnehmende mit Behinderung Insgesamt geben 9 % der Befragungsteilnehmenden an, dass bei ihnen selbst eine anerkannte Behinderung vorliegt (Personen, die nicht nur vorübergehend körperlich, geistig oder seelisch behindert sind und denen von den Versorgungsämtern ein Grad der Behinderung zuerkannt worden ist). Hinzu kommen 1,7 %, die vermerkt haben, dass neben ihnen selbst mindestens ein weiteres Haushaltsmitglied eine anerkannte Behinderung aufweist. Somit lebt etwas mehr als jeder zehnte Befragungsteilnehmende (10,7 % bzw. 262 Personen) mit einer Behinderung. Weitere 6,4 % (156 Befragte) haben keine anerkannte Behinderung, allerdings befindet sich im Haushalt mindestens eine weitere Person, die eine Behinderung aufweist. Somit beträgt der Anteil von Befragtenhaushalten, in denen Menschen mit einer Behinderung leben, insgesamt 17,1 %. (Abb. 14). Werden diese Ergebnisse an den amtlichen Zahlen für Potsdam gemessen, so wird deutlich, dass der Anteil an Menschen mit einer Behinderung tatsächlich etwas höher ausfällt. Insgesamt leben in Potsdam 13,6 % der Einwohner mit einer Behinderung (Anteil an Einwohnern mit Hauptwohnsitz 2020, Quelle: LANDESHAUPTSTADT POTSDAM 2021, Statistischer Jahresbericht 2020, S. 135). Die Abweichung zum Anteil der Befragungsteilnehmenden mit Behinderung von 2,9 Prozentpunkten lässt sich damit erklären, dass diese Personengruppe über die Bürgerumfrage unterdurchschnittlich erreicht wurde. Dies ist auf das Erhebungsdesign der schriftlichen, postalischen Umfrage zurückzuführen. So kann ein Fragebogen von z. B. blinden Menschen zumindest in Papierform nicht ohne Hilfe ausgefüllt werden. Ein Fragebogen in einfacher Sprache oder in Blindenschrift konnte aus organisatorischen Gründen nicht zur Verfügung gestellt werden. Außerdem hängt der etwas unterdurchschnittliche Anteil behinderter Personen an allen Abb. 14 Befragten mit der Grundgesamtheit zusammen, die Bürgerinnen und Bürger im Alter von 16 bis unter 80 Jahren umfasst. Doch gerade im hohen Alter steigt der Anteil der Personen mit einer Behinderung, weshalb der in der Bürgerumfrage ermittelte Wert von 10,7 % an Befragungsteilnehmenden mit Behinderung als realistisch einzuschätzen ist. Tabelle 4 zeigt für Teilnehmende mit und ohne Behinderung die unterschiedlichen Ausprägungen ausgewählter sozio-demographischer Merkmale. Bezogen auf das Geschlecht leben Männer (53,8 %) etwas häufiger mit einer Behinderung als Frauen (46,2 %). Weiterhin fällt der Anteil der Menschen mit Behinderung in der Altersgruppe 50 bis unter 65 Jahren mit 45,8 % am höchsten aus. In der jüngsten dargestellten Altersgruppe sind es mit 3,4 % deutlich weniger. Das Durchschnittsalter der Teilnehmenden mit Behinderung liegt bei rund 61 Jahren, Befragte ohne Behinderung sind durchschnittlich 50 Jahre alt. Der Anteil von Menschen mit einer Behinderung, die in Ein- und Zwei-Personen-Haushalten leben, ist höher als bei Menschen ohne Behinderung. Der Anteil der alleinlebenden Menschen mit Behinderung ist demnach ebenfalls höher, Haushalte mit Kindern sind bei Befragten mit einer Behinderung vergleichsweise selten. Der Anteil an Rentnern und Pensionären ist mit fast 60 % besonders hoch, die Gruppe der Erwerbstätigen ist dementsprechend weniger häufig vertreten. Erwerbslosigkeit ist bei Menschen mit Behinderung häufiger verbreitet (4,7 %) als bei Personen ohne anerkannte Behinderung (2,8 %). Dies trifft auch auf den Bezug von öffentlichen Grundsicherungsleistungen zu. 16,7 % der Menschen mit einer Behinderung geben an, diese zu beziehen. Bei der Vergleichsgruppe bezieht nur ungefähr jeder 24. diese Leistungen (Tab. 4). Teilnehmende mit und ohne Behinderung im Haushalt Teilnehmende/r mit Behinderung 9,0 % (220) keine Behinderung im Haushalt 82,9 % (2 022) Behinderung im Haushalt 17,1 % (418) Teilnehmende/r und andere/s Haushaltsmitglied/er mit Behinderung 1,7 % (42) 10,7 % (262) andere/s Haushaltsmitglied/er mit Behinderung 6,4 % (156) n=2 440 Quelle: Landeshauptstadt Potsdam 20 Landeshauptstadt Potsdam, Statistischer Informationsdienst 1/2022 Leben in Potsdam – Bürgerumfrage 2021 Sozio-demographische Struktur der Teilnehmenden Tab. 4 Teilnehmende mit und ohne Behinderung nach ausgewählten sozio-demographischen Merkmalen Teilnehmende mit Behinderung ohne Behinderung % Merkmal Ausprägung Geschlecht männlich weiblich 53,8 46,2 47,4 52,6 Altersgruppe unter 30 Jahre 30 bis unter 50 Jahren 50 bis unter 65 Jahren 65 Jahre und älter 3,4 11,8 45,8 38,9 14,6 26,7 38,9 19,8 Haushaltsgröße 1 Person 2 Personen 3 Personen 4 Personen und mehr 32,2 56,7 8,0 3,1 21,4 45,2 17,8 15,5 Haushaltstyp Alleinlebende Paare ohne Kind/er Paare mit Kind/ern Alleinerziehende 32,7 56,3 9,1 2,0 22,9 43,2 28,9 5,0 Erwerbsstatus Erwerbstätige Schüler/Auszubildende/Studierende Rentner und Pensionäre Erwerbslose 37,2 1,2 56,9 4,7 65,9 9,9 21,4 2,8 öffentliche Grundsicherungsleistungen Bezug kein Bezug 16,7 83,3 7,0 93,0 höchster Schulabschluss Hauptschul-/Volksschulabschluss Realschulabschluss/Mittlere Reife/POS (Fach-)Hochschulreife/Abitur 11,4 45,5 43,1 7,6 27,8 64,6 höchster Berufsabschluss Lehre/(duale) Berufsausbildung Fach- oder Berufsakademie Fachschule, Meister/in, Techniker/in akademischer Abschluss sonstiger Abschluss (noch) kein Abschluss 36,6 5,4 19,8 33,1 1,6 3,5 27,5 4,3 10,9 47,7 1,4 8,1 Quelle: Landeshauptstadt Potsdam Schulabschlüsse der mittleren Reife sind bei Teilnehmenden mit Behinderung um fast 18 Prozentpunkte häufiger vertreten. Entsprechend ist bei Teilnehmenden mit einer Behinderung der Anteil derjenigen mit Abitur bzw. Fachhochschulreife mit 43,1 % deutlich niedriger als bei Personen ohne Behinderung (64,6 %). Landeshauptstadt Potsdam, Statistischer Informationsdienst 1/2022 Auch der Anteil der Akademiker ist bei Personen mit einer anerkannten Behinderung um fast 15 Prozentpunkte niedriger als bei den Teilnehmenden ohne Behinderung. Bei Menschen mit Behinderung ist eine abgeschlossene Lehre oder (duale) Berufsausbildung häufiger (+9 Prozentpunkte), genauso wie Fachschulabschlüsse, Meister- oder Technikerabschlüsse (Tab. 4). 21 Leben in Potsdam – Bürgerumfrage 2021 Sozio-demographische Struktur der Teilnehmenden 3.1.5 Einkommen Trotz der sensiblen Fragestellung haben 85,3 % aller Teilnehmenden Angaben zu ihrem monatlichen Haushaltsnettoeinkommen gemacht. Damit ist das Einkommen aller Haushaltsmitglieder aus Lohn, Gehalt, Renten, Vermietung, öffentlichen Unterstützungsleistungen (z. B. Kindergeld, Arbeitslosengeld usw.) abzüglich aller Steuern und Sozialversicherungsbeiträge gemeint. Über ein monatliches Haushaltsnettoeinkommen von unter 1 000 Euro verfügen knapp 5 % der Haushalte, die damit die kleinste Einkommensgruppe bilden. Ein durchschnittliches Haushaltseinkommen in der Klasse 2 000 bis unter 3 000 Euro pro Monat ist mit einem Anteil von rund 22,9 % vertreten. Monatliche Einkommen zwischen 1 000 und unter 2 000 Euro (15,7 %) sowie zwischen 4 000 und unter 5 000 Euro (13,3 %) stehen den Haushalten ungefähr zu gleichen Teilen zur Verfügung. Ein Einkommen zwischen 3 000 und 4 000 Euro pro Monat generiert ein Fünftel der Haushalte. Etwas weniger als ein Viertel der Haushalte zählt zur höchsten Einkommensklasse mit mehr als 5 000 Euro pro Monat. Zu dieser Einkommensklasse gehören demnach die meisten Haushalte (Abb. 15). Abb. 15 Haushalte nach Nettoeinkommen pro Monat 5 000 Euro und mehr 23,3 % unter 1 000 Euro 4,8 % 4 000 bis unter 5 000 Euro 13,3 % 3 000 bis unter 4 000 Euro 20,0 % 1 000 bis unter 2 000 Euro 15,7 % 2 000 bis unter 3 000 Euro 22,9 % n=2 108 Quelle: Landeshauptstadt Potsdam Das durchschnittliche Haushaltsnettoeinkommen beträgt 3 628 Euro pro Monat (2018: 3 240 Euro). Bei der Interpretation dieses (arithmetischen) Mittelwertes muss allerdings beachtet werden, dass auch sehr hohe und sehr niedrige Einkommen von relativ wenigen Personen berücksichtigt werden und so das Ergebnis verzerren können. Daher gilt das mittlere Einkommen (Medianberechnung) als aussagekräftiger. Aus diesem wird ersichtlich, dass die eine Hälfte der Potsdamer Haushalte weniger und die andere Hälfte mehr als 3 000 Euro monatlich zur Verfügung hat (2018 ebenfalls 3 000 Euro). Neben dem Median können auch Quartile zur Einschätzung des Nettoeinkommens herangezogen 22 werden. Die Analyse zeigt, dass ein Viertel der Befragten ein Haushaltsnettoeinkommen von unter 2 000 Euro angibt. Weitere 25 % haben monatlich zwischen 2 000 und 3 000 Euro zur Verfügung. Das dritte Quartil beschreibt Einkommensgrößen zwischen 3 000 und 4 600 Euro. Ein weiteres Viertel der Haushalte verfügt über mehr als 4 600 Euro im Monat. Damit Effekte, die sowohl Haushaltsgröße als auch die Haushaltszusammensetzung haben, z. B. durch das Vorhandensein von minderjährigen Kindern, wird im Folgenden das Nettoäquivalenzeinkommen herangezogen (kurz: Äquivalenzeinkommen), um die Einkommenssituation zu beschreiben. Dieses gibt das Einkommen an, das jedem Mitglied einer Bedarfsgemeinschaft den gleichen Lebensstandard ermöglichen würde, wenn es alleinlebend und erwachsen wäre. Ziel ist die bessere Vergleichbarkeit der Einkommen und ihrer Verteilung, da sich bei Mehrpersonenhaushalten durch die gemeinsame Nutzung von Wohnraum oder Geräten Einspareffekte ergeben. Die unterschiedliche Haushaltszusammensetzung und -größe wird dabei nach einer OECD-Skala gewichtet. Das Gesamteinkommen eines Haushalts wird durch die Summe sog. Äquivalente geteilt, wobei die erste erwachsene Person im Haushalt das Gewicht 1,0 erhält, jeder weitere Erwachsene sowie Kinder ab 14 Jahren jeweils das Gewicht 0,5 und Kinder unter 14 Jahren das Gewicht 0,3. Bei z. B. einem Haushalt mit zwei Erwachsenen und einem Kind unter 14 Jahren ergibt sich eine Äquivalenzgröße von 1,8 (=1,0 + 0,5 + 0,3). Beträgt das monatliche Haushaltsnettoeinkommen beispielsweise 2 500 Euro, so ergibt sich für jede Person in diesem Haushalt ein Nettoäquivalenzeinkommen von gerundet 1 389 Euro (=2 500 dividiert durch 1,8). Anhand der von den Umfrageteilnehmenden gemachten Angaben zu ihrem Einkommen sowie zur Haushaltsgröße und -zusammensetzung ergibt sich für die Landeshauptstadt Potsdam ein Nettoäquivalenzeinkommen von 2 000 Euro pro Person und Monat (Median). 2018 betrug das monatliche Äquivalenzeinkommen 1 867 Euro pro Person. Nach Quartilen beträgt es für ein Viertel weniger als 1 467 Euro. Einem weiteren Viertel stehen monatlich 1 467 Euro bis unter 2 000 Euro zur Verfügung und für weitere 25 % sind es zwischen 2 000 Euro und unter 2 778 Euro. Für das noch fehlende Viertel sind es demnach 2 778 Euro oder mehr, die monatlich generiert werden. Im Folgenden wird das Äquivalenzeinkommen anhand der sozio-demographischen Merkmale der Teilnehmenden untersucht. Bezogen auf das Geschlecht sind im Mittel (Median) keine Unterschiede für Männer und Frauen feststellbar, beide Gruppen generieren pro Person durchschnittlich 2 000 Euro pro Monat (Abb. 16). Befragungsteilnehmende der jüngsten Altersgruppe unter 30 Jahre verfügen durchschnittlich über 1 400 Euro pro Monat, während es bei Personen im Rentenalter monatlich 1 860 Euro sind. Teilnehmende Landeshauptstadt Potsdam, Statistischer Informationsdienst 1/2022 Leben in Potsdam – Bürgerumfrage 2021 Sozio-demographische Struktur der Teilnehmenden zwischen 30 und bis unter 50 Jahren verfügen über ein Äquivalenzeinkommen von durchschnittlich 2 190 Euro pro Monat. Am höchsten fällt das Einkommen bei den 50- bis unter 65-Jährigen mit monatlich 2 330 Euro aus. Bei Teilnehmenden mit einem Migrationshintergrund liegt das Nettoäquivalenzeinkommen bei 1 667 Euro und damit um 333 Euro niedriger als bei Personen ohne Migrationshintergrund (2 000 Euro). Ebenfalls negativ wirkt sich eine anerkannte Behinderung auf das gewichtete Einkommen aus. Mit durchschnittlich 1 800 Euro pro Monat ist es um 200 Euro niedriger als bei Teilnehmenden ohne Behinderung. Hinsichtlich des Haushaltstyps verfügen Paare mit Kind/ern durchschnittlich über die höchsten Äquivalenzeinkommen (2 289 Euro). Alleinerziehende haben dagegen im Mittel rund 1 565 Euro zur Verfügung und liegen damit deutlich unter dem berechneten Durchschnitt von 2 000 Euro. Bei Alleinlebenden ist das Äquivalenzeinkommen mit 1 752 Euro pro Monat etwas höher. Werden bei den Alleinlebenden ausschließlich Rentner bzw. Pensionäre betrachtet, so sinkt das Äquivalenzeinkommen um rund 250 Euro auf 1 500 Euro. Die alleinlebenden Rentner weisen somit die schlechteste finanzielle Situation bezogen auf den Haushaltstyp auf. Paare, die ohne Kind/er leben, weisen demgegenüber ein überdurchschnittliches monatliches Äquivalenzeinkommen von 2 200 Euro auf. Interessant ist bei den kinderlosen Paaren eine Aufteilung in Rentnerpaare und Paare im erwerbsfähigen Alter. Diesbezüglich zeigt sich, dass Paaren im Ruhestand mit 1 867 Euro pro Person und Monat 130 Euro weniger zur Verfügung stehen als im Gesamtdurchschnitt. Im Gegensatz dazu kommt eine Person in einer kinderlosen Partnerschaft auf 2 667 Euro pro Monat, also 800 Euro mehr als eine Person in einem Rentnerpaarhaushalt. Es handelt sich um die Gruppe der sog. „DINKs“ (Double Income No Kids), die – verglichen mit anderen Haushaltstypen – in einer sehr guten wirtschaftlichen Situation leben. Zu dieser Gruppe gehören auch Paare, deren Kinder bereits aus dem elterlichen Haushalt ausgezogen sind. Die Höhe des Äquivalenzeinkommens steht auch mit dem erreichten Bildungsabschluss in Zusammenhang.2 Es wird deutlich, dass je höher der Schulabschluss der Befragten ist, desto höher ist auch das monatliche Haushaltseinkommen. So ist das durchschnittliche Einkommen von rund 1 500 Euro bei Teilnehmenden mit Hauptschul- oder Volkschulabschluss am niedrigsten. 2 Bei der Betrachtung der Haushalte ist allerdings zu berücksichtigen, dass bei der Untersuchung der meisten hier dargestellten sozio-demographischen Merkmale nur die jeweilige Eigenschaft des Teilnehmenden selbst abgefragt wurde. So kann der oder die Partner/in eines Befragten z. B. über einen anderen Abschluss oder Erwerbsstatus verfügen. Von daher kann an dieser Stelle nicht von reinen Akademiker-, Migrantenoder Erwerbslosenhaushalten gesprochen werden. Landeshauptstadt Potsdam, Statistischer Informationsdienst 1/2022 Bei Personen, die die mittlere Reife bzw. die Realschule absolviert haben, beträgt es durchschnittlich 1 800 Euro, während es bei Abiturienten oder anderen Teilnehmenden mit (Fach-)Hochschulzugang 2 333 Euro umfasst. Bei den beruflichen Abschlüssen wird ebenfalls ersichtlich, dass ein Abschluss mit höherer Qualifizierung mit einem höheren Einkommen einhergeht. Während Teilnehmende, die eine Lehre oder eine (duale) Berufsausbildung abgeschlossen haben, über durchschnittlich 1 800 Euro pro Monat verfügen, sind es bei den vergleichsweise höher qualifizierten Abschlüssen an einer Fach- oder Berufsakademie, einer Fachschule oder dem Erwerb eines Meister- oder Technikertitels 2 000 Euro. Das Äquivalenzeinkommen steigt noch einmal um 250 Euro bei Absolventen einer Fachhochschule (2000 Euro) und noch einmal um den gleichen Betrag bei den Abgängern einer Hochschule- oder Universität (2 500 Euro). Für promovierte Befragte wurde ein Äquivalenzeinkommen von 3 000 Euro ermittelt, was für alle untersuchten sozio-demographischen Merkmale die Spitzenposition bedeutet. Auf der anderen Seite kann das durchschnittlich geringste Äquivalenzeinkommen bei den erwerbslosen Teilnehmenden festgestellt werden. Es beträgt monatlich rund 910 Euro. Bezogen auf alle hier dargestellten Befragtenmerkmale handelt es sich um die einzige Gruppe, die durchschnittlich weniger als 1 000 Euro pro Monat zur Verfügung hat. Etwa 300 Euro mehr stehen Schülern, Studierenden und Auszubildenden zur Verfügung (1 200 Euro). Es folgen verrentete bzw. pensionierte Personen mit durchschnittlich 1 800 Euro, während hinsichtlich des Erwerbstatus die Gruppe der Erwerbstätigen mit 2 333 Euro finanziell am besten ausgestattet ist. Auf stadträumlicher Ebene wird ein Nord-Süd-Gefälle hinsichtlich des monatlichen Nettoäquivalenzeinkommens in der Landeshauptstadt Potsdam erkennbar. Während es in Sozialraum I (Nördliche Ortsteile) mit 2 222 Euro pro Monat am höchsten ausfällt, folgen Sozialraum II (Potsdam Nord) mit 2 185 Euro, dann die Sozialräume III (Potsdam West, Innenstadt, Nördliche Vorstädte) und IV (Babelsberg, Zentrum Ost) mit jeweils 2 133 Euro sowie Sozialraum V (Stern, Drewitz, Kirchsteigfeld) mit 2 000 Euro. In Sozialraum VI (Schlaatz, Waldstadt I und II, Potsdam Süd) wird mit 1 800 Euro pro Monat durchschnittlich das geringste monatliche Nettoäquivalenzeinkommen erzielt (Abb. 16). Wird die räumliche Einheit der Stadt- bzw. Ortsteile betrachtet, so zeigt sich, dass die einkommensbezogenen Disparitäten zum Teil sehr groß ausfallen. Die Spannweite zwischen dem niedrigsten (Schlaatz mit 1 500 Euro) und dem höchsten Äquivalenzeinkommen (Nauener und Berliner Vorstadt mit 2 750 Euro) beträgt 1 250 Euro. 23 Leben in Potsdam – Bürgerumfrage 2021 Sozio-demographische Struktur der Teilnehmenden Abb. 16 Mittleres Nettoäquivalenzeinkommen (Median) nach ausgewählten sozio-demographischen Merkmalen der Teilnehmenden Teilnehmende insgesamt: 2 000 Euro Geschlecht männlich weiblich Altersgruppe unter 30 Jahre 30 bis unter 50 Jahren 50 bis unter 65 Jahren 65 Jahre und älter Migrationshintergrund ohne Migrationshintergrund mit Migrationshintergrund Behinderung ohne Behinderung mit Behinderung Haushaltstyp Alleinlebende darunter alleinlebende Rentner erwerbstätige Singles Paare ohne Kind/er darunter Rentnerpaare erwerbstätige Paare Paare mit Kind/ern Alleinerziehende höchster Schulabschluss Hauptschul-/Volksschulabschluss Realschulabschluss/Mittlere Reife/POS (Fach-)Hochschulreife/Abitur höchster Berufsabschluss Lehre/(duale) Berufsausbildung Fachschule, Meister/in, Techniker/in Fach- oder Berufsakademie Fachhochschule Hochschule/Universität Promotion Erwerbsststatus Erwerbstätige Schüler/Studierende/Auszubildende Rentner und Pensionäre Erwerbslose Sozialraum I Nördliche Ortsteile II Potsdam Nord III Pdm. West, Innenstadt, Nördl. Vorstädte IV Babelsberg, Zentrum Ost V Stern, Drewitz, Kirchsteigfeld VI Schlaatz, Waldstadt I und II, Potsdam Süd 500 1 000 1 500 2 000 2 500 Euro 3 000 Quelle: Landeshauptstadt Potsdam 24 Landeshauptstadt Potsdam, Statistischer Informationsdienst 1/2022 Leben in Potsdam – Bürgerumfrage 2021 Sozio-demographische Struktur der Teilnehmenden Das Einkommen ist im Schlaatz demnach um ein Viertel niedriger als im städtischen Durchschnitt, während es in der Nauener und Berliner Vorstadt um 38 % höher ausfällt. Vergleichsweise hohe Einkommen können auch für Groß Glienicke, Krampnitz und Sacrow (2 525 Euro bzw. +26 %), Babelsberg Nord und Klein Glienicke (2 377 Euro bzw. +26 %) und Bornim, Bornstedt, Nedlitz, Am Ruinenberg, Rote Kasernen (2 334 Euro bzw. +17 %) festgestellt werden. Im Gegensatz dazu werden die niedrigsten Äquivalenzeinkommen außerhalb des Schlaatz in Waldstadt II (1 667 Euro bzw. -17 %), Zentrum Ost, Nuthepark (1 604 Euro bzw. -20 %) und in Drewitz (1 575 Euro bzw. -21 %) generiert (Abb. 19, S. 28). Rentner eine erhöhte Armutsgefährdung auf, 27,9 % dieser Gruppe zählen dazu. Bei allen Alleinlebenden ist der Anteil an armutsgefährdeten Personen mit 25,4 % ebenfalls überdurchschnittlich hoch. Das erhöhte Armutsrisiko teilen auch Alleinerziehende, bei denen 26,3 % dazuzählen. Ein noch höherer Wert (30,7 %) kann für Teilnehmende mit Migrationshintergrund gemessen werden. Dabei muss allerdings berücksichtigt werden, dass diese Gruppe im Durchschnitt jünger ist und sich hier relativ viele Personen noch in Ausbildung befinden, die generell durchschnittlich geringere Einkommen generieren. Weiterhin gehören Menschen mit einer anerkannten Behinderung fast doppelt so häufig zur armutsgefährdeten Gruppe (24,2 %) als dies bei Personen ohne eine Behinderung (13,2 %) der Fall ist. 3.1.6 Der Schulabschluss der Teilnehmenden hat ebenfalls Auswirkungen auf die Armutsgefährdung. Während etwas mehr als jeder Zehnte mit Abitur zum armutsgefährdeten Personenkreis zählt (11,6 %), ist es bei denjenigen mit Haupt- oder Volksschulabschluss ungefähr jeder Dritte (30,5 %). Bei Personen, die einen Realschulabschluss bzw. die Mittlere Reife erworben haben, ist der Anteil der Armutsgefährdeten mit 15,9 % nur geringfügig höher als beim Durchschnitt der Teilnehmenden. Bezogen auf den höchsten Berufsabschluss lässt sich lediglich für die Teilnehmenden mit einer abgeschlossenen Lehre bzw. dualen Berufsausbildung ein leicht erhöhtes Armutsrisiko (16,9 %) feststellen. Armutsgefährdung Um Einkommensungleichheit und Armut in Potsdam bestimmen zu können, wird ebenfalls auf die Analyse des Nettoäquivalenzeinkommens zurückgegriffen. Wie bereits im vorangegangen Kapitel beschrieben, beträgt das durchschnittliche Nettoäquivalenzeinkommen 2 000 Euro pro Monat (Median). Die Armutsgefährdungsgrenze liegt in Potsdam demnach bei einem monatlichen Nettoäquivalenzeinkommen von 1 200 Euro, was der allgemeingültigen Grenze von weniger als 60 % des Durchschnitts entspricht. Dies trifft auf 14,4 % der Teilnehmenden zu. Bei der Bürgerumfrage 2018 gehörten Personen zur armutsgefährdeten Bevölkerung, die weniger als 1 120 Euro pro Monat zur Verfügung hatten. 14,7 % der Teilnehmenden zählten 2018 dazu. Die Analyse der sozio-demographischen Merkmale der Umfrageteilnehmenden hinsichtlich ihrer Armutsgefährdung ähnelt im Wesentlichen den Beschreibungen im vorangegangen Kapitel. Demnach weisen finanziell schlechter gestellte Gruppen mit einem vergleichsweise niedrigen Äquivalenzeinkommen tendenziell ein höheres Armutsrisiko auf. Dabei haben insbesondere der Erwerbsstatus und der Haushaltstyp der Teilnehmenden Einfluss auf die Armutsgefährdung. Mit deutlichem Abstand zeigt Erwerbslosigkeit Auswirkungen auf diese. So gelten zwei Drittel der Erwerbslosen als armutsgefährdet, während dies auf 8,1 % der Erwerbstätigen zutrifft. Darüber hinaus gilt fast die Hälfte (47,8 %) der Schüler, Studierenden und Auszubildenden als potenziell von Armut betroffen. Sie sind somit nach den erwerbslosen Personen die Gruppe mit dem höchsten Armutsrisiko. Damit geht einher, dass etwas mehr als einem Drittel (36,7 %) der jüngsten Altersgruppe unter 30 Jahre weniger als 60 % des durchschnittlichen Nettoäquivalenzeinkommens zur Verfügung steht, weil sich hier vergleichsweise viele junge Erwachsene noch in Ausbildung befinden. Demgegenüber weisen Teilnehmende ab einem Alter von über 30 Jahren und dem Eintritt ins Rentenalter ein unterdurchschnittliches Armutsrisiko auf. Auch bei den 65-Jährigen und älteren gelten mit 11 % unterdurchschnittlich viele Teilnehmende als armutsgefährdet. Allerdings weisen insbesondere alleinlebende Landeshauptstadt Potsdam, Statistischer Informationsdienst 1/2022 Wie bereits bei der räumlichen Verteilung der Einkommen beschrieben wurde, lässt sich auch bei der Armutsgefährdung ein leichtes Nord-Süd-Gefälle innerhalb der Stadt identifizieren. Bis auf Sozialraum II (Potsdam Nord) liegen die Sozialräume I bis IV unter dem berechneten Durchschnitt von 14,4 %, wobei nur Sozialraum I (Nördliche Ortsteile) einen einstelligen Wert (8,2 %) aufweisen kann. Mit einem Anteil von 14,9 % bzw. 15,5 % an den Personen, die über ein Einkommen unterhalb der Armutsgefährdungsgrenze verfügen, liegen Sozialraum II (Potsdam Nord) und V (Stern, Drewitz, Kirchsteigfeld) leicht über dem Durchschnittswert. In Sozialraum VI (Schlaatz, Waldstadt I und II, Potsdam Süd) gehört fast jeder Fünfte (19,8 %) zur armutsgefährdeten Gruppe (Abb. 17). Auf der Ebene der Potsdamer Stadt- bzw. Ortsteile sind es die Umfrageteilnehmenden aus Zentrum Ost, die stadtweit mit einem Anteil von 31,7 % das höchste Armutsrisiko besitzen. An zweiter Stelle folgt der Stadtteil Schlaatz, wo mehr als ein Viertel (27,8 %) zum armutsgefährdeten Personenkreis zählt. Es folgen Drewitz (24,1 %) und Waldstadt II (23,5 %). Über dem Potsdamer Durchschnitt (14,4 %) liegen weiterhin Waldstadt I mit einem Anteil armutsgefährdeter Personen von 17,8 % sowie die Innenstadt, Am Weinberg mit 17,2 % und die Ortsteile Eiche, Grube, Golm mit 16,9 % (Abb. 20, S. 28) 25 Leben in Potsdam – Bürgerumfrage 2021 Sozio-demographische Struktur der Teilnehmenden Abb. 17 Armutsgefährdung ¹ nach ausgewählten sozio-demographischen Merkmalen der Teilnehmenden Teilnehmende insgesamt: 14,4 % Geschlecht männlich weiblich Altersgruppe unter 30 Jahre 30 bis unter 50 Jahren 50 bis unter 65 Jahren 65 Jahre und älter Migrationshintergrund ohne Migrationshintergrund mit Migrationshintergrund Behinderung ohne Behinderung mit Behinderung Haushaltstyp Alleinlebende darunter alleinlebende Rentner darunter erwerbstätige Singles Paare ohne Kind/er Rentnerpaare erwerbstätige Paare Paare mit Kind/ern Alleinerziehende höchster Schulabschluss Hauptschul-/Volksschulabschluss Realschulabschluss/Mittlere Reife/POS (Fach-)Hochschulreife/Abitur höchster Berufsabschluss Lehre/(duale) Berufsausbildung Fachschule, Meister/in, Techniker/in Fach- oder Berufsakademie Fachhochschule Hochschule/Universität Promotion Erwerbsststatus Erwerbstätige Schüler/Studierende/Auszubildende Rentner und Pensionäre Erwerbslose Sozialraum I Nördliche Ortsteile II Potsdam Nord III Pdm. West, Innenstadt, Nördl. Vorstädte IV Babelsberg, Zentrum Ost V Stern, Drewitz, Kirchsteigfeld VI Schlaatz, Waldstadt I und II, Potsdam Süd % 0 10 20 30 40 50 60 70 ¹ Als armutsgefährdet gelten Personen, die weniger als 60 % des durchschnittlichen Nettoäquivalenzeinkommens monatlich zur Verfügung haben. Es handelt sich um Personen, die über ein Äquivalenzeinkommen von weniger als 1 200 Euro pro Monat verfügen. Dargestellt sind die Anteile armutsgefährdeter Personen an allen Teilnehmenden je Merkmalausprägung. Quelle: Landeshauptstadt Potsdam 26 Landeshauptstadt Potsdam, Statistischer Informationsdienst 1/2022 Leben in Potsdam – Bürgerumfrage 2021 Sozio-demographische Struktur der Teilnehmenden Abb. 18 Anteile armutsgefährdeter und wohlhabender Teilnehmender nach Stadt- bzw. Ortsteilen (Ranking nach Äquivalenzeinkommen unter 60 %) unter 60 % Äquivalenzeinkommen über 150 % Äquivalenzeinkommen Zentrum Ost, Nuthepark (n=60) Schlaatz (n=72) Drewitz (n=58) Waldstadt II (n=119) Waldstadt I, Industriegelände (n=73) Innenstadt, Am Weinberg (n=198) Eiche, Grube, Golm (n=118) Stern (n=183) Bornim, Bornstedt, Nedlitz, Am Ruinenberg, Rote Kasernen (n=272) Babelsberg Süd (n=158) Brandenburger Vorstadt (n=117) Hbf., Brauhausberg, Templiner und Teltower Vorstadt (n=109) Alt Drewitz, Kirchsteigfeld (n=62) Potsdam West (n=75) Babelsberg Nord, Klein Glienicke (n=156) Neu Fahrland, Fahrland, Satzkorn, Marquardt, Uetz-Paaren (n=114) Groß Glienicke, Krampnitz, Sacrow (n=57) Nauener und Berliner Vorstadt (n=99) 0 5 10 15 20 25 30 35 40 % 45 Quelle: Landeshauptstadt Potsdam Auf der anderen Seite weisen vier Stadt- bzw. Ortsteile eine äußerst geringe Armutsgefährdung mit Anteilen von 9 % oder weniger auf. Es handelt sich um die Nauener und Berliner Vorstadt (3 %), Groß Glienicke, Krampnitz, Sacrow (5,3 %), Neu Fahrland, Fahrland, Satzkorn, Marquardt, Uetz-Paaren (7,9 %) sowie um Babelsberg Nord, Klein Glienicke (9 %). In diesen Stadt- bzw. Ortsteilen ist auch der Anteil an Wohlhabenden am höchsten. Als wohlhabend gelten Personen, wenn das ihnen zur Verfügung stehende Nettoäquivalenzeinkommen um mindestens 50 % höher als im Durchschnitt ist. Dies betrifft konkret Teilnehmende mit einem Äquivalenzeinkommen von mehr als 3 000 Euro pro Monat. Insgesamt befinden sich unter den Teilnehmenden 22,2 %, die über ein monatliches Einkommen in dieser Höhe verfügen. Abbildung 18 zeigt die unterschiedliche Verteilung der finanziell besser und schlechter gestellten Teilnehmenden nach Stadt- bzw. Ortsteilen. Es kann beobachtet werden, dass es in Stadträumen mit einem hohen Anteil Landeshauptstadt Potsdam, Statistischer Informationsdienst 1/2022 armutsgefährdeter Personen relativ wenig Wohlhabende gibt und umgekehrt. Im Stadtteil Schlaatz wurde mit 1,4 % der geringste Anteil an Personen mit einem Äquivalenzeinkommen von mehr als 3 000 Euro pro Monat festgestellt. Weiterhin sind die finanziellen Unterschiede zwischen potentiell armer und reicher Bevölkerung in Zentrum Ost (31,7 % mit <60 % des Äquivalenzeinkommens gegenüber 11,6 % mit >150 % des Äquivalenzeinkommens) und in Drewitz (24,1 % zu 8,6 %) besonders groß. Umgekehrte Verhältnisse können in der Nauener und Berliner Vorstadt (3 % zu 43,4 %) und in Groß Glienicke, Krampnitz, Sacrow (5,3 % zu 36,8 %) beobachtet werden. In zwei Stadtteilen sind die finanziell schlechter und besser gestellten Teilnehmenden ungefähr gleich verteilt. Dies trifft mit leichtem Übergewicht (+4,5 Prozentpunkte) zugunsten der wohlhabenden Gruppe auf die Innenstadt zu. Dagegen sind die armutsgefährdeten Personen in Eiche, Grube, Golm (+4,2 Prozentpunkte) nur etwas stärker vertreten (Abb. 18). 27 Leben in Potsdam – Bürgerumfrage 2021 Sozio-demographische Struktur der Teilnehmenden Abb. 19 Nettoäquivalenzeinkommen in den Stadt- bzw. Ortsteilen 102 101 201 202 301 303 Euro pro Monat ! 302 402 401 2 400 bis unter 2 750 (2) 2 100 bis unter 2 400 (5) 403 304 501 602 1 800 bis unter 2 100 (7) 601 1 500 bis unter 1 800 (4) 502 603 604 Gewässer 101 Groß Glienicke, Krampnitz, Sacrow 102 Neu Fahrland, Fahrland, Satzkorn, Marquardt, Uetz-Paaren 201 Bornim, Bornstedt, Nedlitz, Am Ruinenberg, Rote Kasernen 202 Eiche, Grube, Golm 301 Nauener und Berliner Vorstadt 302 Innenstadt, Am Weinberg 303 Brandenburger Vorstadt 304 Potsdam West 401 Zentrum Ost, Nuthepark 402 Babelsberg Nord, Klein Glienicke 403 Babelsberg Süd 501 Stern 502 Drewitz 503 Alt Drewitz, Kirchsteigfeld 601 Hauptbahnhof, Brauhausberg, Templiner und Teltower Vorstadt 602 Schlaatz 603 Waldstadt I, Industriegelände 604 Waldstadt II 503 Insgesamt 2 000 (6) Anzahl der Stadt-/Ortsteile je Klasse Quelle: Landeshauptstadt Potsdam Abb. 20 Armutsgefährdung in den Stadt- bzw. Ortsteilen 102 101 201 202 301 303 Prozent ! 302 402 401 20,0 bis 31,7 (4) 15,0 bis unter 20,0 (3) 403 304 3,0 bis unter 10,0 (4) Gewässer 501 602 10,0 bis unter 15,0 (7) 601 502 603 604 101 Groß Glienicke, Krampnitz, Sacrow 102 Neu Fahrland, Fahrland, Satzkorn, Marquardt, Uetz-Paaren 201 Bornim, Bornstedt, Nedlitz, Am Ruinenberg, Rote Kasernen 202 Eiche, Grube, Golm 301 Nauener und Berliner Vorstadt 302 Innenstadt, Am Weinberg 303 Brandenburger Vorstadt 304 Potsdam West 401 Zentrum Ost, Nuthepark 402 Babelsberg Nord, Klein Glienicke 403 Babelsberg Süd 501 Stern 502 Drewitz 503 Alt Drewitz, Kirchsteigfeld 601 Hauptbahnhof, Brauhausberg, Templiner und Teltower Vorstadt 602 Schlaatz 603 Waldstadt I, Industriegelände 604 Waldstadt II 503 Insgesamt 14,4 (6) Anzahl der Stadt-/Ortsteile je Klasse Quelle: Landeshauptstadt Potsdam 28 Landeshauptstadt Potsdam, Statistischer Informationsdienst 1/2022 Leben in Potsdam – Bürgerumfrage 2021 Leben in Potsdam 3.2 Leben in Potsdam Die folgenden Kapitel widmen sich den Ergebnissen aus den einzelnen Fragekomplexen der Bürgerumfrage „Leben in Potsdam“, welche der Reihe nach vorgestellt werden. Statistisch signifikante Auffälligkeiten im Antwortverhalten bestimmter Gruppen werden für die jeweiligen sozio-demographischen Eigenschaften im Textteil stichpunktartig herausgestellt.  Betrachtet man den Erwerbsstatus, so weisen Erwerbslose mit fast 20 % einen doppelt so hohen Anteil bei den Nennungen „unzufrieden“ (16,9 %) oder „sehr unzufrieden“ auf (1,4 %), als die anderen Erwerbsgruppen, bei denen der Anteil der (sehr) Unzufriedenen jeweils unter 10 % bleibt. Auch die persönliche Zukunft wird von einem Großteil der Befragten positiv eingeschätzt. Fast drei Viertel (72,8 %) aller Teilnehmenden betrachten die eigene Zukunft „optimistisch“ (26,2 %) oder „eher optimistisch“ (46,6 %). Die Zukunftssicht fällt demnach ähnlich optimistisch aus wie 2018 und eine Negativverschiebung wie bei der eben betrachteten Lebenszufriedenheit lässt sich hier nicht feststellen. Der Anteil, der „eher pessimistisch“ (5,9 %) oder „pessimistisch“ (0,6 %) in die Zukunft blickt, ist im Vergleich zur vorherigen Erhebung sogar leicht zurückgegangen (Abb. 22). Als Einstieg zum Fragenkomplex „Leben in Potsdam“ wurde zunächst erhoben, wie zufrieden die Befragten im Großen und Ganzen mit ihrem Leben sind und wie sie ihre persönliche Zukunft einschätzen. Beide Fragen dienen als Indikatoren für die Grundstimmung der Befragten. Knapp 81 % der Teilnehmenden sind mit ihrem Leben im Großen und Ganzen „zufrieden“ (66,5 %) oder sogar „sehr zufrieden“ (14,3 %). Bei der letzten Bürgerumfrage 2018 war der Anteil derjenigen, die die positivste Antwort markiert haben 6 Prozentpunkte größer (20,3 %). Nur im Erhebungsjahr 2013 war der Anteil derjenigen, die mit ihrem Leben „sehr zufrieden“ waren, noch geringer. Der beobachtete Rückgang kann eine Auswirkung der Corona-Pandemie darstellen, die das Leben der Potsdamerinnen und Potsdamer in vielerlei Hinsicht beeinflusst hat. Der Anteil „unzufriedener“ (4,8 %) oder „sehr unzufriedener“ (0,9 %) Bürgerinnen und Bürger verbleibt dennoch auf einem geringen Niveau (Abb. 21).  Paare mit Kind/ern im Haushalt schätzen ihre Zukunft deutlich positiver ein als Paare ohne Kinder. Nur ein Fünftel (20,8 %) der Alleinlebenden blickt optimistisch in die Zukunft.  Fast ein Drittel (30,7 %) der Schüler, Studierenden und Auszubildenden schätzt die Zukunft deutlich positiver ein, als andere Erwerbsgruppen, wobei nur etwa jede/r zehnte Erwerbslose (11,3 %) angibt, positiv in die Zukunft zu schauen.  Je höher das monatliche Haushaltsnettoeinkommen ist, desto zufriedener sind die Befragten mit ihrem Leben.  Ältere Befragte haben einen erheblich pessimistischeren Zukunftsblick als jüngere Altersgruppen.  Der Anteil derjenigen, die ihre Zukunft optimistisch einschätzen, ist mit 11,8 % bei Teilnehmenden mit Behinderung um 16,2 Prozentpunkte niedriger als bei Personen ohne Behinderung.  Bezüglich des Haushaltstyps ist der Anteil der sehr Zufriedenen mit 10,7 % bei den Alleinlebenden am kleinsten. Demgegenüber zeigen Paare mit Kind/ern mit 17,7 % die höchsten Zufriedenheitswerte. Diese steigen ebenso mit zunehmender Haushaltsgröße. Abb. 21 Wenn Sie an Ihr Leben im Großen und Ganzen denken: Wie zufrieden sind Sie gegenwärtig damit? (Angaben für 2013 bis 2021) sehr zufrieden 2021 (n=2 462) zufrieden weder zufrieden/noch unzufrieden 14,3 2018 (n=2 214) unzufrieden 66,5 20,3 sehr unzufrieden 13,5 64,0 4,8 11,7 3,5 2017 (n=2 148) 17,2 67,5 11,5 3,5 2015 (n=1 874) 17,2 67,4 12,3 2,8 2014 (n=2 120) 15,2 2013 (n=2 175) 67,0 13,7 0% 10 % 13,5 65,7 20 % 30 % 40 % 50 % 15,9 60 % 70 % 80 % 90 % 3,8 3,8 100 % Quelle: Landeshauptstadt Potsdam Landeshauptstadt Potsdam, Statistischer Informationsdienst 1/2022 29 Leben in Potsdam – Bürgerumfrage 2021 Leben in Potsdam Abb. 22 Wie schätzen Sie allgemein Ihre persönliche Zukunft ein? (Angaben für 2013 bis 2021) optimistisch eher optimistisch weder optimistisch/noch pessimistisch eher pessimistisch pessimistisch 2021 (n=2 461) 26,2 46,6 20,8 5,9 2018 (n=2 203) 27,2 45,8 20,1 6,1 2017 (n=2 146) 27,4 45,2 21,4 5,6 2015 (n=1 880) 28,1 43,6 22,4 5,4 23,7 5,0 2014 (n=2 115) 25,9 2013 (n=2 153) 24,3 0% 10 % 45,0 42,5 20 % 30 % 40 % 50 % 25,5 60 % 70 % 80 % 6,7 90 % 100 % Quelle: Landeshauptstadt Potsdam Nachdem diese allgemeinen Fragen auf eine positive Grundeinstellung der Umfrageteilnehmenden schließen lassen, zielen die nächsten Fragestellungen auf die Einstellungen und Meinungen der Potsdamerinnen und Potsdamer zum Leben in Potsdam ab. Zunächst sollte von den Befragungsteilnehmenden beantwortet werden, ob sie gerne in Potsdam leben oder lieber woanders leben würden, wenn sie es sich aussuchen könnten. Die große Mehrheit von 86,3 % lebt gerne in der Stadt, ein leichter Anstieg verglichen mit dem Jahr 2018, als dies 85,8 % angaben. Dies verdeutlicht, dass Potsdam eine lebenswerte Stadt ist, in der sich die Bürgerinnen und Bürger wohlfühlen. Insgesamt würde 2021 ein Anteil von 13,7 % lieber woanders als in Potsdam wohnen – 0,5 Prozentpunkte weniger als im Jahr 2018. Dazu gehören 4,8 %, die lieber im Umland wohnen möchten, 1,2 %, die Berlin vorziehen, sowie 4,5 % und 3,2 %, die lieber woanders in Deutschland bzw. im Ausland leben würden (Abb. 23).  Je höher das Alter und die Wohndauer der Befragten, desto lieber wohnen sie in Potsdam.  Besonders gerne leben die Bewohner des Sozialraums III (Potsdam West, Innenstadt, Nördliche VorAbb. 23 städte) in Potsdam. Mit 90,6 % ist dieser Anteil dort am höchsten.  Ein Fünftel der Schüler, Studierenden und Auszubildenden möchte woanders als in Potsdam leben. Diese Gruppe stellt sowohl den größten Anteil derer, die lieber in Berlin (4,2 %), als auch an einem anderen Ort in Deutschland (7,5 %) oder im Ausland (6,5 %) wohnen würden.  Ins Potsdamer Umland zieht es insbesondere Bewohner der Nördlichen Ortsteile (9,3 %).  Mit 24,2 % gibt fast jeder vierte Erwerbslose an, lieber woanders als in Potsdam wohnen zu wollen. Bei der Betrachtung derjenigen, die lieber woanders leben würden, zeigt sich eine gewisse Verschiebung zwischen der aktuellen und der Erhebung aus dem Jahr 2018. Während Berlin an Attraktivität eingebüßt hat (-3,9 Prozentpunkte), hat der Wunsch, im Ausland zu leben, zugenommen (+7,8 Prozentpunkte). Der Anteil derjenigen, die lieber in einem anderen Teil Deutschlands leben würden, ist um 4,2 Prozentpunkte zurückgegangen. Ins Umland Potsdams zieht es ähnlich viele Befragte wie 2018 (Abb. 24). Leben Sie gerne in Potsdam oder würden Sie lieber woanders wohnen, wenn Sie es sich aussuchen könnten? Ich würde lieber... im Ausland wohnen 3,2 % Ich lebe gerne in Potsdam 86,3 % im Umland wohnen 4,8 % in Berlin wohnen 1,2 % woanders in Deutschland wohnen 4,5 % n=2 445 Quelle: Landeshauptstadt Potsdam 30 Landeshauptstadt Potsdam, Statistischer Informationsdienst 1/2022 Leben in Potsdam – Bürgerumfrage 2021 Leben in Potsdam Abb. 24 Wo würden Potsdamerinnen und Potsdamer lieber wohnen? (Angaben für 2013 bis 2021, ohne Antwortmöglichkeit „Ich lebe gerne in Potsdam“) Ich würde lieber... woanders in Deutschland wohnen 2021 (n=336) im Umland wohnen 32,7 2018 (n=312) 35,1 36,9 2017 (n=281) 33,5 2015 (n=227) 33,5 2014 (n=263) 34,6 2013 (n=271) 35,1 0% 10 % im Ausland wohnen 23,2 34,9 11,0 19,8 26,6 13,2 21,7 38,0 40 % 12,8 17,8 33,5 30 % 8,9 15,4 37,7 20 % in Berlin wohnen 17,1 15,9 50 % 60 % 70 % 11,1 80 % 90 % 100 % Quelle: Landeshauptstadt Potsdam Abb. 25 Wie beurteilen Sie – alles in allem genommen – die Lebensqualität ... (Angaben für 2013 bis 2021) sehr gut ... in Potsdam? 2021 (n=2 422) gut befriedigend sehr schlecht 12,9 60,8 24,8 2018 (n=2 190) schlecht 60,7 22,0 15,3 2017 (n=2 142) 23,4 62,7 12,5 2015 (n=1 874) 22,6 64,4 12,1 2014 (n=2 117) 2013 (n=2 162) 16,5 63,4 18,7 64,4 16,8 17,3 ... in Ihrem Stadt-/Ortsteil? 2021 (n=2 395) 29,3 17,9 49,8 2018 (n=2 166) 25,2 50,9 2017 (n=2 103) 24,2 53,8 19,1 2015 (n=1 834) 25,3 52,6 19,0 2014 (n=2 048) 21,5 2013 (n=2 132) 21,0 0% 10 % 19,7 19,8 54,5 51,8 20 % 30 % 40 % 50 % 70 % 80 % 3,4 3,8 22,6 60 % 3,6 90 % 100 % Quelle: Landeshauptstadt Potsdam Weiterhin wurden die Befragten gebeten, die Lebensqualität in Potsdam sowie in ihrem Stadt- bzw. Ortsteil zu beurteilen. Mehr als 85 % der Teilnehmenden bewerten die Lebensqualität in Potsdam als „sehr gut“ (24,8 %) oder „gut“ (60,8 %), insgesamt ist die Summe dieser beiden Werte um 2,9 Prozentpunkte im Vergleich zur Bürgerumfrage 2018 gestiegen. Der Anteil, der die Landeshauptstadt Potsdam, Statistischer Informationsdienst 1/2022 Lebensqualität in Potsdam als „sehr gut“ einschätzt, ist sogar der Höchste der vergangenen sechs Bürgerumfragen. Lediglich 1,5 % der Befragten beurteilen die Lebensqualität als „schlecht“ oder „sehr schlecht“. Damit verbleibt die wahrgenommene Lebensqualität in Potsdam auf einem sehr hohen Niveau (Abb. 25). 31 Leben in Potsdam – Bürgerumfrage 2021 Leben in Potsdam  Je länger die Teilnehmenden in Potsdam wohnen, desto kleiner wird der Anteil derer, die die Lebensqualität als „sehr gut“ einschätzen.  Menschen, die mit einer Behinderung leben, bewerten die Lebensqualität in Potsdam nur ungefähr halb so häufig mit „sehr gut“ (14,0 %) wie Teilnehmende ohne Behinderung (26,2 %).  Je jünger die Befragten sind, desto höher ist der Anteil derjenigen, die die Lebensqualität als „sehr gut“ einschätzen. Während dies 30,5 % der unter 30-jährigen tun, sind es in der Altersgruppe der 65-jährigen und Älteren nur 16,7 %.  Eigentümer (sehr gut: 30,8 %) bewerten die Lebensqualität in Potsdam höher, als Befragte, die zur Miete wohnen (22,6 %). Die Bewertung der Lebensqualität im eigenen Stadtbzw. Ortsteil fällt insgesamt ebenfalls sehr positiv aus. Von knapp 30 % der Befragten wird diese als „sehr gut“ eingeschätzt, während die Hälfte eine „gute“ Bewertung vergibt. 17,9 % empfinden die Lebensqualität als „befriedigend“, gegenüber der Gesamtstadt ist der Anteil um 5 Prozentpunkte größer. Mit „schlecht“ (2,5 %) oder Abb. 26 „sehr schlecht“ (0,5 %) wurde die Lebensqualität im Stadt-/Ortsteil zwar nur von sehr wenigen Befragten bewertet, immerhin ist der Wert aber doppelt so hoch, wie für die Gesamtstadt (1,5 %) (Abb. 25). In Abbildung 27 sind die Bewertungen für die Stadtbzw. Ortsteiledargestellt, sodass sich ein räumlich differenziertes Bild ergibt. In Nauener und Berliner Vorstadt wird die Lebensqualität am besten bewertet. Es folgen Babelsberg Nord, Klein Glienicke und Babelsberg Süd, die auch in den Vorjahren zu den Stadtteilen mit der am höchsten bewerteten Lebensqualität zählten. Auch Hauptbahnhof, Brauhausberg, Templiner und Teltower Vorstadt und Potsdam West liegen mit ihren Werten über dem Potsdamer Durchschnitt. Während in Babelsberg Nord, Klein Glienicke und Babelsberg Süd die Bewertung der Lebensqualität zwar am Höchsten ausfällt, so bleibt sie im Vergleich zu 2017 jedoch nahezu unverändert. Der Stadtteil mit der niedrigsten Bewertung der Lebensqualität, der Schlaatz, wo nur 48,1 % der Befragten die Bewertung „sehr gut“ oder „gut“ abgaben, ist gleichzeitig der Stadtteil mit der größten Verbesserung. Ebenso verbessert im Vergleich zu den Jahren 2015 und 2017 haben sich Hauptbahnhof, Brauhausberg, Templiner und Teltower Vorstadt. Wie stark fühlen sie sich persönlich verbunden mit … (Angaben für 2013 bis 2021) sehr stark ... der Stadt Potsdam? eher stark weniger stark gar nicht 2021 (n=2 455) 26,2 45,4 2018 (n=2 196) 25,8 47,7 23,6 2017 (n=2 139) 25,4 48,0 24,3 2015 (n=1 875) 25,8 2014 (n=2 118) 23,6 2013 (n=2 169) 23,4 25,6 48,4 23,9 48,8 24,7 47,9 26,0 ... Ihrem Stadt-/Ortsteil? 2021 (n=2 402) 21,4 44,8 28,0 5,9 2018 (n=2 168) 19,2 45,4 29,8 5,5 2017 (n=2 103) 18,5 45,6 30,3 5,6 2015 (n=1 847) 18,8 45,0 31,2 5,0 2014 (n=2 061) 17,8 2013 (n=2 142) 16,6 0% 10 % 44,9 44,8 20 % 30 % 40 % 50 % 60 % 70 % 31,3 5,9 33,1 5,6 80 % 90 % 100 % Quelle: Landeshauptstadt Potsdam 32 Landeshauptstadt Potsdam, Statistischer Informationsdienst 1/2022 Leben in Potsdam – Bürgerumfrage 2021 Leben in Potsdam Die Verbundenheit zum Wohnort ist ein Indikator dafür, wie stark sich die Bewohnerinnen und Bewohner mit diesem identifizieren. Mit der Stadt Potsdam fühlen sich gut ein Viertel der antwortenden Bürgerinnen und Bürger „sehr stark“ (26,2 %) und knapp die Hälfte „eher stark“ (45,4 %) verbunden. „Weniger stark“ empfindet rund ein Viertel die Verbundenheit mit der Stadt, während sich 2,8 % „überhaupt nicht“ mit ihr identifizieren können. Bei dieser Frage kann seit Erhebungsbeginn eine konstant hohe Verbundenheit beobachtet werden, der Anteil derjenigen, die sich „sehr stark“ mit Potsdam identifizieren, liegt sogar 0,4 Prozentpunkte über dem bisherigen Höchstwert von 25,8 % (Abb. 26).  Je höher das Alter der Teilnehmenden, desto stärker fühlen sie sich mit Potsdam verbunden. In der Altersgruppe der 65-Jährigen und Älteren geben 78,4 % ihre Verbundenheit mit „sehr stark“ oder „eher stark“ an. Bei den unter 30-Jährigen trifft dies nur auf 62,8 % zu.  Die Verbundenheit mit der Stadt nimmt mit steigender Wohndauer in Potsdam zu. Geben 56,4 % derjenigen, die weniger als 5 Jahre in der Stadt leben, an, sich „sehr stark“ oder „stark“ mit Potsdam zu identifizieren, so liegt dieser Wert bei den langjährigen Potsdamerinnen und Potsdamern, die mehr als 15 Jahre in der Stadt wohnen, bei 79,8 %.  Bei den Bewohnerinnen und Bewohnern des Sozialraums I (Nördliche Ortsteile) ist die „sehr starke“ oder „starke“ Verbundenheit mit Potsdam im Vergleich zu allen anderen Sozialräumen mit 56,4 % am geringsten ausgeprägt. Diese Gebiete, die im Jahr 2003 eingemeindet wurden, weisen mit 7,4 % den höchsten Anteil derer auf, die sich „überhaupt nicht“ mit der Stadt Potsdam identifizieren. Die Verbundenheit mit dem eigenen Stadt- bzw. Ortsteil ist im Vergleich zur Gesamtstadt etwas geringer ausgeprägt. Dennoch fühlen sich 66,2 % der Befragungsteilnehmenden „sehr stark“ (21,4 %) oder „eher stark“ (44,8 %) mit ihrem eigenen Stadt- oder Ortsteil verbunden. Dies stellt abermals eine gestiegene Verbundenheit im Vergleich zu den Vorjahreserhebungen dar (Abb. 26).  Mit zunehmender Wohndauer in Potsdam wächst auch die Verbundenheit mit dem eigenen Stadt- bzw. Ortsteil.  Je jünger die Umfrageteilnehmenden, desto häufiger geben sie an, sich „gar nicht“ mit ihrem Stadt- bzw. Ortsteil zu identifizieren. Bei den unter 30-jährigen beträgt dieser Wert 13,1 %, bei den über 65-jährigen sind es lediglich 2,9 %.  Eigentümer („sehr stark“: 26,3 %) fühlen sich deutlich stärker mit ihrem Stadt- bzw. Ortsteil verbunden als Mieter (19,4 %). Landeshauptstadt Potsdam, Statistischer Informationsdienst 1/2022  Betrachtet man den Erwerbsstatus, zeigt sich, dass sich vor allem Rentner und Pensionäre mit ihrem Stadtteil verbunden fühlen. Knapp drei Viertel (73,7 %) fühlen eine „sehr starke“ oder „eher starke“ Verbundenheit. Bei den Erwerbstätigen liegt dieser Wert bei 65,4 % und bei den Schülern, Studierenden und Auszubildenden sowie den Erwerbslosen bei jeweils knapp der Hälfte (beide Kategorien: 35,5 %).  In den Sozialräumen I (Nördliche Ortsteile) und IV (Babelsberg, Zentrum Ost) ist die Verbundenheit mit dem eigenen Stadt- bzw. Ortsteil höher als mit der Gesamtstadt. In den anderen Gebieten ist es umgekehrt, besonders deutlich ist der Unterschied in den Sozialräumen V (Stern, Drewitz, Kirchteigfeld) und VI (Schlaatz Waldstadt I und II, Potsdam Süd). Bezieht man die einzelnen Stadt- bzw. Ortsteile in die Auswertung dieser Frage mit ein, so lässt sich feststellen, dass die persönliche Verbundenheit vor allem in Babelsberg sehr ausgeprägt ist, was auch in den vorherigen Erhebungen festgestellt werden konnte. Am höchsten ist dieser Wert in Babelsberg Nord/Klein Glienicke, wo 84,6 % der Befragten eine der beiden positiven Antwortkategorien abgaben. Auch in Groß Glienicke, Krampnitz, Sacrow sowie Babelsberg Süd, Brandenburger Vorstadt, Potsdam West und Hauptbahnhof, Brauhausberg, Templiner und Teltower Vorstadt kann eine Verbundenheit von über 75 % der Bevölkerung mit ihrem Stadt- bzw. Ortsteil festgestellt werden. Hauptbahnhof, Brauhausberg, Templiner und Teltower Vorstadt haben 2021 bezogen auf die Verbundenheit den größten Sprung nach vorne gemacht. Ebenso wurden im Schlaatz, in Potsdam West, Babelsberg Nord, Klein Glienicke, Babelsberg Süd und Brandenburger Vorstadt neue Höchstwerte erreicht. Verschlechtert zum Vergleichsjahr 2018 haben sich Drewitz, Waldstadt II und Stern. Obwohl der Schlaatz die zweitstärkste Verbesserung der Verbundenheit seiner Bewohnerinnen und Bewohner aufweist, bleibt er auf dem letzten Platz (Abb. 28). Die Antworten lassen sich auch dahingehend vergleichen, ob die Bewohnerinnen und Bewohner sich stärker mit ihrem Stadt- bzw. Ortsteil verbunden fühlen oder mit der Gesamtstadt. In Babelsberg Nord, Klein Glienicke, Babelsberg Süd, Brandenburger Vorstadt, Potsdam West, Nauener und Berliner Vorstadt, Groß Glienicke, Krampnitz, Sacrow sowie Neu Fahrland, Fahrland, Satzkorn, Marquardt und Uetz-Paaren fühlen sich die Bewohnerinnen und Bewohner mit ihrem Stadt- bzw. Ortsteil stärker verbunden als mit der Gesamtstadt. In Groß Glienicke, Krampnitz, Sacrow und Babelsberg Nord/Klein Glienicke ist mit 15,9 bzw. 15 Prozentpunkten der Unterschied in der Verbundenheit besonders ausgeprägt. Umgekehrt liegt im Schlaatz die Verbundenheit mit Potsdam um 36,7 Prozentpunkte höher als mit dem eigenen Stadtteil. Auch in Drewitz ist diese Diskrepanz mit 31,1 Prozentpunkten vergleichsweise stark ausgeprägt (Abb. 28). 33 Leben in Potsdam – Bürgerumfrage 2021 Leben in Potsdam Abb. 27 Lebensqualität in den Stadt- bzw. Ortsteilen Quelle: Landeshauptstadt Potsdam Abb. 28 Verbundenheit mit den Stadt- bzw. Ortsteilen Quelle: Landeshauptstadt Potsdam 34 Landeshauptstadt Potsdam, Statistischer Informationsdienst 1/2022 Leben in Potsdam – Bürgerumfrage 2021 Leben in Potsdam Abb. 29 Finden Sie, dass Potsdam eine tolerante Stadt ist? (Angaben für 2013 bis 2021) trifft völlig zu 2021 (n=2 213) trifft eher zu trifft eher nicht zu 16,9 2018 (n=1 980) 68,6 14,8 2017 (n=1 963) 10 % 12,6 59,6 14,0 0% 10,4 71,5 11,3 2013 (n=1 968) 13,1 71,3 14,1 2014 (n=1 841) 12,6 69,9 16,7 2015 (n=1 686) trifft überhaupt nicht zu 25,3 63,2 20 % 30 % 40 % 50 % 3,8 21,2 60 % 70 % 80 % 90 % 100 % Quelle: Landeshauptstadt Potsdam Potsdam versteht sich als weltgewandte und tolerante Landeshauptstadt mit historischem Bezug zum Toleranzedikt. Auch im Leitbild der Stadt findet sich das Bekenntnis zu Toleranz wieder (vgl. https://www.potsdam.de/node/298996/page/0/1, Aufruf am 7.6.2022). Wie stark Potsdam von der eigenen Bevölkerung als tolerant wahrgenommen wird, sollte durch eine entsprechende Frage ermittelt werden. Wenngleich die Zufriedenheitswerte hoch ausfallen und die Verbundenheit mit der Stadt stark ist, so nehmen die Potsdamer Bürgerinnen und Bürger auch Missstände und Mängel wahr. Zu der Frage nach den größten Problemen in Potsdam wurden keinerlei Antwortoptionen vorgegeben. Die Befragungsteilnehmenden konnten bis zu drei Probleme in der Stadt frei notieren, die ihrer Meinung nach am dringendsten sind. In der zuletzt durchgeführten Umfrage ist die Zustimmung zu der Aussage, ob Potsdam eine tolerante Stadt ist, wieder leicht angestiegen, der Spitzenwert von 2017 konnte aber nicht erreicht werden. Demnach stimmen 2021 16,9 % der Befragungsteilnehmenden „völlig zu“, was einem neuen Höchstwert entspricht. Weitere 68,6 % finden, dass diese Aussage „eher zutrifft“. Die Antwortkategorie „trifft eher nicht zu“ erhält 12,6 %. 1,9 % lehnen dies mit „trifft überhaupt nicht zu“ völlig ab. Eine erhebliche Mehrheit der Potsdamerinnen und Potsdamer nimmt somit die Stadt als tolerant wahr. Knapp über 85 % der Befragten bewerten die Frage mit einer der beiden positiven Antwortkategorien (Abb. 29). Insgesamt wurden auf den zurückgesandten Fragebögen über 5 500 Probleme genannt, d. h. jede/r Teilnehmende hat durchschnittlich etwas mehr als zwei Missstände notiert. Alle Einzelnennungen wurden im Zuge der Auswertung kategorisiert und zu übergeordneten Themenfeldern zusammengefasst. Abbildung 30 zeigt alle Themenbereiche absteigend mit einem Anteil von mindestens einem Prozent der Nennungen. Alle anderen Nennungen wurden zur Kategorie „Sonstiges“ zusammengefasst. Zusätzlich werden in Tabelle 5 die drei wichtigsten Problemfelder gesondert aufgeführt. Mit 39,5 % (2 169 Nennungen) steht das Themenfeld „Verkehr“ mit deutlichem Abstand an erster Stelle und stark im Fokus der Potsdamerinnen und Potsdamer. Am zweitmeisten benannt wurde das Thema „Wohnen“ mit 17,1 % bzw. 949 Nennungen. An dritter Stelle folgt mit 5,9 % oder 329 Nennungen die Rubrik Sicherheit/Ordnung/Sauberkeit. Den vierten Rang der größten Probleme der Stadt belegt das neu hinzugekommene Themenfeld „Corona-Pandemie“ mit 5,4 % bzw. 304 Nennungen. Zusammen entfallen knapp 70 % der genannten Probleme auf diese vier Themen (Abb. 30).  Befragte mit und ohne Einwanderungsgeschichte stimmen der Aussage, dass Potsdam für sie eine tolerante Stadt ist, in etwa gleichen Teilen zu.  In Bezug auf den Erwerbsstatus empfinden vor allem Schüler, Studierende und Auszubildende Potsdam als eine tolerante Stadt. 88,2 % dieser Gruppe haben „trifft völlig zu“ oder „trifft eher zu“ markiert, während nur 77,8 % der erwerbslosen Teilnehmenden dies taten. Somit liegt der Anteil der erwerbslosen Personen, die Potsdam als tolerant einschätzen, knapp 10 Prozentpunkte unter dem Gesamtdurchschnitt, er hat sich aber um ebenfalls knapp 10 Prozentpunkte im Vergleich zur Erhebung 2018 (65,1 %) erhöht.  Hohe Zustimmung erfährt die genannte Aussage in den Sozialräumen IV (Babelsberg, Zentrum Ost) mit 88,2 % und V (Stern, Drewitz, Kirchsteigfeld) mit 86,9 %. Am niedrigsten ist der Wert im Sozialraum I (Nördliche Ortsteile) mit 79,4 %. Landeshauptstadt Potsdam, Statistischer Informationsdienst 1/2022 Die Anteile aller anderen dargestellten Themenfelder liegen bei unter fünf Prozent bezogen auf die Gesamtzahl der genannten Probleme. Gegenüber dem Vorjahr hat der Problembereich „Verkehr“ wieder leicht an Bedeutung für die Potsdamerinnen und Potsdamer zugenommen und nähert sich wieder der 40 %-Marke. Die Thematik „Wohnen“ hat gut 6 Prozentpunkte verloren, während der dritte Posten, „Sicherheit/Ordnung/Sauberkeit“, leicht weniger (-0,6 Prozentpunkte), aber dennoch am dritthäufigsten genannt wird 35 Leben in Potsdam – Bürgerumfrage 2021 Leben in Potsdam und somit das Themenfeld „Kindertagesbetreuung und Schule“ verdrängt, welches mit nur 3,3 % der Nennungen auf Platz 10 zurückfällt. Nach Auswertung der vorherigen Erhebung im Jahr 2018 lag dieses Themengebiet noch auf dem dritten Platz der am häufigsten genannten Probleme. 5,4 % der Problemnennungen entfallen auf die Corona-Pandemie. Neben der CoronaPandemie allgemein (24,6 %) nannten die befragten Potsdamerinnen und Potsdamer vor allem das Impfmanagement und die Terminvergabe (12,8 %) als eines der Hauptprobleme. Mit 12,6 % bzw. 9,3 % wurden bei den coronabezogenen Nennungen die Einschränkungen durch die Corona-Maßnahmen sowie die Corona-Politik Abb. 30 allgemein beklagt. An fünfter Stelle bei den pandemiespezifischen Problemnennungen landete „Leben und lokale Wirtschaft nach Corona/Aussterben der Innenstadt“ mit 7,2 %. Mit 4,8 % der Nennungen nimmt das Thema „Stadtentwicklung/-planung/Wachstum der Stadt“ den fünften Platz unter den am häufigsten genannten Missstände in Potsdam ein. Das 2015 erstmalig aufgeführte Themenfeld „Geflüchtete und Asylsuchende“ macht aktuell einen marginalen Anteil von 1,1 % aller genannten Probleme aus und erreicht damit seinen bisher niedrigsten Wert. 2015 belegte die Thematik mit 4,7 % den vierten Platz im Ranking der Problemfelder Potsdams (Abb. 30). Was sind Ihrer Meinung nach zurzeit die größten Probleme in Potsdam? (Maximal konnten 3 freie Antworten notiert werden. Abgebildet sind nur Themenfelder, auf die mehr als 1 % aller Nennungen entfallen.) Verkehr 39,1 Wohnen 17,1 Sicherheit/Ordnung/Sauberkeit 5,9 Corona-Pandemie 5,5 Stadtentwicklung/-planung/Wachstum der Stadt 4,9 Kultur, Freizeit und Sport 4,1 Stadtpolitik/Stadtverwaltung 3,8 Grünflächen und Parks 3,5 Infrastruktur/-angebote 3,5 Kindertagesbetreuung und Schule 3,3 Soziales und Zusammenleben 3,1 Innenstadt/Potsdamer Mitte 1,6 Umwelt und Klima 1,3 Geflüchtete und Asylsuchende 1,1 Wirtschaft und Arbeitsmarkt 1,0 Sonstiges 1,1 n=5 541 0 5 10 15 20 25 30 40 % 35 Quelle: Landeshauptstadt Potsdam Abb. 31 % 50 Top 3 der größten Probleme (Anteil der Nennungen 2013 bis 2021) 2013 (n=4 508) 44,1 41,5 40,6 41,0 40 2014 (n=4 774) 2015 (n=3 913) 2017 (n=4 525) 2018 (n=5 128) 2021 (n=5 541) 37,3 39,1 30 20 16,3 16,7 18,9 18,3 10 23,2 17,1 4,5 7,2 6,1 7,8 6,5 5,9 0 Verkehr Wohnen Sicherheit/Ordnung/Sauberkeit Quelle: Landeshauptstadt Potsdam 36 Landeshauptstadt Potsdam, Statistischer Informationsdienst 1/2022 Leben in Potsdam – Bürgerumfrage 2021 Leben in Potsdam Die detaillierte Darstellung der drei aktuell am häufigsten genannten Themengebiete in Tabelle 5 zeigt, dass das Problem „Verkehr(-ssituation) allgemein“ insgesamt am häufigsten genannt wurde (n=471). Auf dem zweiten Platz folgen die „zu hohen Mietkosten“ (n=383). An dritter Stelle folgt das verwandte Problem „mangelndes Wohnungsangebot“ (n=350), dahinter „Baustellen“ mit 336 Nennungen. Alle anderen aktuellen Probleme wurden deutlich seltener vermerkt und erhalten weniger als 200 Nennungen. Tab. 5 Zu erwähnen ist, dass bei dem aktuell größten Problem in Potsdam – dem Themenfeld „Verkehr“ – vier Kategorien über 100 Nennungen erhalten. Darunter sind „mangelndes Parkplatzangebot“ (n=192), „fehlende Radwege“ und „zu viele Autos“ mit jeweils 140 Nennungen und „Verkehrskonzept, -politik, -planung allgemein“ (n=116). Vergleichsweise häufig wird auch die Einzelkategorie „mangelnde Sauberkeit auf Straßen und Plätzen/Vermüllung“ (n=168) notiert (Tab. 5). Top 3 der größten Probleme nach Unterkategorien (Abgebildet sind nur Unterkategorien, auf die mindestens 1 Prozent der Nennungen entfallen.) Problembereich Anzahl Nennungen % 2 169 100,0 471 336 192 140 140 116 71 65 60 60 57 42 40 37 33 32 31 27 22 197 21,7 15,5 8,9 6,5 6,5 5,3 3,3 3,0 2,8 2,8 2,6 1,9 1,8 1,7 1,5 1,5 1,4 1,2 1,0 9,1 Wohnen davon zu hohe Mietkosten mangelndes Wohnungsangebot/zu wenig günstige Wohnungen Wohnen/Wohnungsmarkt allgemein zu hohe Kosten für Eigentum/Immobilien zu wenig sozialer Wohnungsbau/Sozialwohnungen mangelndes Immobilienangebot zu wenig Wohnraum für Familien Sonstiges 949 100,0 383 350 87 37 24 14 12 42 40,4 36,9 9,2 3,9 2,5 1,5 1,3 4,4 Sicherheit/Ordnung/Sauberkeit davon 329 100,0 168 40 32 21 15 12 11 6 24 51,1 12,2 9,7 6,4 4,6 3,6 3,3 1,8 7,3 Verkehr davon Verkehr(-ssituation) allgemein Baustellen mangelndes Parkplatzangebot zu viele Autos/Individualverkehr/Autoverkehr/Durchgangsverkehr fehlende Radwege/Ausbau Radwege Verkehrskonzept,-politik, -planung allgemein Verkehrsführung/-leitung Stau ÖPNV-Netz/Anbindung Qualität und Sicherheit der Radwege Verkehr in der Innenstadt fehlender dritter Havelübergang/Havelspange Preise ÖPNV ÖPNV allgemein Verkehrsanbindung der neuen Ortsteile/Krampnitz Fahrradkonzept allgemein Fahrbahnzustand/Straßenzustand Verhalten der Radfahrer zu hohe Parkgebühren Sonstiges mangelnde Sauberkeit auf Straßen und Plätzen/Vermüllung fehlende Mülleimer/Papierkörbe/Hundekotbeutel-Stationen Kriminalität, fehlende Sicherheit allgemein Müllentsorgung Graffiti Vandalismus Hundekot Polizeipräsenz an öffentlichen Plätzen Sonstiges Quelle: Landeshauptstadt Potsdam Landeshauptstadt Potsdam, Statistischer Informationsdienst 1/2022 37 Leben in Potsdam – Bürgerumfrage 2021 Wohnen 3.3 Wohnen Auch bei der diesjährigen Bürgerumfrage „Leben in Potsdam“ bleibt das Thema Wohnen von hohem Interesse, wie die dargestellten aktuellen Problemlagen belegen. Zu hohe Mietkosten bzw. zu wenig bezahlbare Wohnungen zählen aus Sicht der Teilnehmenden zu den dringendsten Problemen in der Stadt. 3.3.1 Wohndauer und Zugezogene Fast 60 % der Teilnehmenden leben mindestens seit 15 Jahren in der Stadt. Knapp ein Viertel (22,6 %) gibt an, zwischen 5 bis unter 15 Jahre in Potsdam zu wohnen, während weniger als ein Fünftel (18,2 %) vor weniger als 5 Jahren in die brandenburgische Landeshauptstadt gezogen ist (Abb. 32). Abb. 32 Teilnehmende nach Wohndauer in Potsdam unter 5 Jahre 18,2 % 5 bis unter 15 Jahre 22,6 % 15 Jahre und länger 59,2 % n=2 462 Quelle: Landeshauptstadt Potsdam Insgesamt 8,7 % der Befragungsteilnehmenden sind erst in den vergangenen zwei Jahren nach Potsdam gezogen. Etwas mehr als die Hälfte der NeuPotsdamerinnen und Neu-Potsdamer (54,4 %) gab als Grund für den Wohnortwechsel in die Landeshauptstadt private Gründe an, für knapp ein Viertel (23,3 %) war die berufliche Situation ausschlaggebend, 17,7 % kamen wegen eines Studiums oder einer Ausbildung nach Potsdam. „Sonstige Gründe“ für den Zuzug nach Potsdam waren für rund 5 % bedeutsam (Abb. 33). Ungefähr ein Drittel (34 %) der Neu-Potsdamerinnen und Neu-Potsdamer in der Altersgruppe zwischen 25 bis unter 35 Jahren kommt von Berufs wegen nach Potsdam. Mehr als drei Viertel (76,3 %) derjenigen, die in Potsdam ein Studium oder eine Ausbildung begonnen haben, sind jünger als 25 Jahre. Der größte Teil der Zugezogenen, die wegen privater Gründe nach Potsdam gekommen sind, kann mit 29,1 % der Altersgruppe 25 bis unter 35 Jahren zugeordnet werden (Tab. 6). Des Weiteren lässt sich feststellen, dass die Teilnehmenden, die in den vergangenen zwei Jahren nach Potsdam gezogen sind, über ein hohes Ausbildungsniveau bezüglich des Schulabschlusses verfügen. Die Mehrheit der Zugezogenen hat die (Fach-)Hochschulreife bzw. das Abitur erworben. Auch die Gruppe, die angegeben hat, wegen privater Gründe nach Potsdam gekommen zu sein, verfügt zu zwei Dritteln über das Abitur bzw. die Fachhochschulreife. Etwas mehr als ein Viertel (27,4 %) hat die Mittlere Reife bzw. die Realschule/POS abgeschlossen. Der Anteil der NeuPotsdamerinnen und Neu-Potsdamer mit Haupt- bzw. Volkschulabschluss ist bei allen drei Zuzugsgründen vergleichsweise gering (Tab. 7). Was die berufliche Qualifikation betrifft, verfügen diejenigen, die wegen privater Anlässe in den letzten zwei Jahren nach Potsdam gekommen sind, größtenteils über einen Hochschul- bzw. Universitätsabschluss (37,6 %) oder eine abgeschlossene Lehre bzw. (duale) Berufsausbildung (31,6 %). Dazu kommen weitere Akademiker, die eine Fachhochschule (9,4 %) besucht oder promoviert (3,4 %) haben. Die Hälfte derjenigen, die wegen beruflicher Gründe nach Potsdam gezogen ist, hat einen Hochschul- oder Universitätsabschluss erworben. Die zweitgrößte Gruppe bilden Neubürgerinnen und Neubürger mit einem Fachhochschulabschluss (14 %). Mehr als die Hälfte (55,3 %) der Gruppe, die in Potsdam ein Studium aufgenommen oder eine Ausbildung begonnen hat, verfügt noch über keinen Berufsabschluss, sodass davon ausgegangen werden kann, dass dieser erst in Potsdam erworben werden soll (Tab. 8). Zusammenfassend lässt sich über die NeuPotsdamerinnen und Neu-Potsdamer sagen, dass es sich um einen relativ jungen und sehr gut ausgebildeten Personenkreis handelt. Abb. 33 Zuzugsgründe nach Potsdam (Teilnehmende, die in den vergangenen zwei Jahren zugezogen sind) wegen Studium oder Ausbildung 17,7 % sonstiger Grund 4,7 % private Gründe 54,4 % berufliche Gründe 23,3 % n=215 Quelle: Landeshauptstadt Potsdam 38 Landeshauptstadt Potsdam, Statistischer Informationsdienst 1/2022 Leben in Potsdam – Bürgerumfrage 2021 Wohnen  Ungefähr ein Fünftel (21 %) der in den vergangenen zwei Jahren nach Potsdam gezogenen Teilnehmenden hat einen Migrationshintergrund. innen und Potsdamer (27,8 %). In Sozialraum I (Nördliche Ortsteile) lebt mit knapp 6,3 % der kleinste Anteil dieser Gruppe.  Fast die Hälfte der Neu-Potsdamerinnen und NeuPotsdamer (47,3 %) wohnt in einem Zwei-PersonenHaushalt, mehr als ein Viertel (27,8 %) lebt allein.  Die in den vergangenen zwei Jahren nach Potsdam Zugezogenen unterscheiden sich auch in den Wohnformen. So lebt fast jeder Zehnte (9,9 %) in einer Wohngemeinschaft (gegenüber 2,5 % der länger als zwei Jahre in Potsdam Wohnenden) und 4,3 % in einem Wohnheim (Vergleichsgruppe: 0,5 %). Auch Untermietverhältnisse sind bei vor kurzem Zugezogenen verbreiteter (5,4 %) als bei den länger in Potsdam Lebenden (1,3 %).  Unabhängig vom genannten Zuzugsgrund geht über die Hälfte (53,4 %) einer Erwerbstätigkeit nach, während rund 27 % studieren oder in Ausbildung sind. Etwas mehr als jeder Zehnte ist bereits verrentet.  In Sozialraum III (Potsdam West, Innenstadt, Nördliche Vorstädte) wohnen die meisten der Neu-PotsdamerTab. 6 In den vergangenen zwei Jahren Zugezogene nach Altersgruppen Altersgruppe private Gründe Anzahl Insgesamt berufliche Gründe Studium oder Ausbildung 117 50 38 davon in % 16 bis unter 25 Jahren 8,5 18,0 76,3 25 bis unter 35 Jahren 29,1 34,0 21,1 35 bis unter 45 Jahren 17,9 28,0 2,6 45 bis unter 55 Jahren 15,4 16,0 - 55 bis unter 65 Jahren 14,5 2,0 - 65 Jahre und älter Insgesamt 14,5 2,0 - 100,0 100,0 100,0 Quelle: Landeshauptstadt Potsdam Tab. 7 In den vergangenen zwei Jahren Zugezogene nach höchstem allgemeinen Schulabschluss höchster Schulabschluss Anzahl Insgesamt private Gründe berufliche Gründe Studium oder Ausbildung 117 50 38 2,6 davon in % Hauptschul-/Volksschulabschluss 5,1 6,0 Realschulabschluss/Mittlere Reife/POS 27,4 12,0 2,6 (Fach-)Hochschulreife/Abitur 66,7 82,0 94,7 0,9 - - 100,0 100,0 100,0 (noch) kein Abschluss Insgesamt Quelle: Landeshauptstadt Potsdam Tab. 8 In den vergangenen zwei Jahren Zugezogene nach höchstem Berufsabschluss höchster Berufsabschluss Insgesamt private Gründe berufliche Gründe Studium oder Ausbildung 117 50 38 davon in % Lehre/(duale) Berufsausbildung 31,6 10,0 7,9 Fach- oder Berufsakademie 5,1 4,0 - Fachschule, Meister/in, Techniker/in 6,0 8,0 - Fachhochschule 9,4 14,0 - 37,6 50,0 34,2 Hochschule/Universität Promotion sonstiger Abschluss (noch) kein Abschluss Insgesamt 3,4 8,0 - - 2,0 2,6 6,8 4,0 55,3 100,0 100,0 100,0 Quelle: Landeshauptstadt Potsdam Landeshauptstadt Potsdam, Statistischer Informationsdienst 1/2022 39 Leben in Potsdam – Bürgerumfrage 2021 Wohnen 3.3.2 Wohnstatus und Wohnungsgröße Die Umfrageteilnehmenden wurden gebeten, verschiedene Angaben zu ihrer Wohnung bzw. zu ihrem Haus zu machen. Demnach wohnen insgesamt 71,4 % der Antwortenden zur Miete. Die übrigen 28,6 % geben an, als Eigentümer bzw. Miteigentümer in einer Wohnung oder einem Haus zu leben (Abb. 34). Der zweite Kreis in Abbildung 34 unterteilt die Miethaushalte nach ihrem Vermieter. Bei mehr als der Hälfte (54,1 %) besteht ein Mietverhältnis mit einem sonstigen Vermieter (z. B. privater Eigentümer). Knapp 25,6 % sind Mieter bei einer Wohnungsbaugenossenschaft und 18 % bei der GEWOBA bzw. bei ProPotsdam. 2,3 % der teilnehmenden Mieter geben an, zur Untermiete zu wohnen.  Der Anteil derjenigen, die zur Untermiete wohnen, ist bei den unter 30-Jährigen (8,5 %) sowie der Gruppe der Schüler, Studierenden und Auszubildenden (10,3 %) vergleichsweise sehr hoch.  Mehr als ein Drittel (34,8 %) der 65-Jährigen oder älteren Teilnehmenden wohnt bei einer Wohnungsbaugenossenschaft zur Miete, während es bei den 30bis unter 50-Jährigen 17,7 % sind. In der jüngsten Altersgruppe unter 30 Jahren gehören 23,9 % dazu.  Bezogen auf ein Mietverhältnis bei der GEWOBA/ProPotsdam sind es bei der jüngsten Altersgruppe 15,1 % und bei der ältesten 22,2 %.  Teilnehmende mit einem Migrationshintergrund leben häufiger (26,1 %) in einer Wohnung der GEWOBA/ ProPotsdam als Personen ohne Migrationshintergrund (16,7 %).  Auch Alleinerziehende (30,8 %) sind deutlich häufiger Mieter bei der GEWOBA/ProPotsdam als andere Haushaltstypen.  Darüber hinaus ist der Anteil der Miethaushalte bei der GEWOBA/ProPotsdam umso kleiner, je höher das monatliche Nettoeinkommen ist. In der EinkommensAbb. 34 klasse unter 1 000 Euro wohnen 25,5 % der Miethaushalte bei der GEWOBA/Pro-Potsdam. Bei Miethaushalten, die pro Monat 4 000 oder mehr zur Verfügung haben, sind es 9,1 %.  Der Anteil der Personen, die in einer Wohnung der GEWOBA/ProPotsdam leben, ist mit 25,1 % in Sozialraum V (Stern, Drewitz, Kirchsteigfeld) am höchsten, während in Sozialraum I (Nördliche Ortsteile) niemand zu dieser Gruppe zählt.  Der Anteil von Miethaushalten einer Wohnungsbaugenossenschaft ist in Sozialraum VI (Schlaatz, Waldstadt I und II, Potsdam Süd) mit 45,8 % überdurchschnittlich hoch. Dieser ist wiederum in den Nördlichen Ortsteilen mit 7,2 % am geringsten ausgeprägt.  In einer Genossenschaftswohnung leben besonders häufig Personen, die 65 Jahre oder älter sind. 37,9 % dieser Altersgruppe sind Mieter einer Wohnung, die zum Bestand einer Wohnungsbaugenossenschaft gehört. Dieser Anteil sinkt außerdem mit zunehmender Haushaltsgröße.  Miethaushalte, die in der Wohnung eines sonstigen Eigentümers leben, sind in den Nördlichen Ortsteilen mit einem Anteil von 91,3 % überdurchschnittlich häufig. In Sozialraum VI (Schlaatz, Waldstadt I und II, Potsdam Süd) wohnt mit 29,9 % ein vergleichsweise kleiner Anteil in der Wohnung eines sonstigen Eigentümers.  Je höher das monatliche Haushaltsnettoeinkommen der teilnehmenden Miethaushalte ist, desto eher mieten sie bei einem sonstigen Eigentümer. 74,8 % der Miethaushalte in der Einkommensklasse von 4 000 Euro oder mehr gehören dazu, während es bei Miethaushalten, die 1 000 Euro oder weniger pro Monat zur Verfügung haben, 42,9 % sind. Noch geringer ist dieser Anteil bei Haushalten mit einem Nettoeinkommen zwischen 1 000 und 2 000 Euro (41,4 %). Teilnehmende nach Wohnstatus Wohnungsbaugenossenschaft 25,6 % Eigentümer bzw. Miteigentümer 28,6 % Mieter 71,4 % sonstige Eigentümer 54,1 % GEWOBA/ ProPotsdam 18,0 % Untermieter 2,3 % n=2 449 Mieter: n=1 749 Quelle: Landeshauptstadt Potsdam 40 Landeshauptstadt Potsdam, Statistischer Informationsdienst 1/2022 Leben in Potsdam – Bürgerumfrage 2021 Wohnen  Überdurchschnittlich hoch ist der Eigentümeranteil in der höchsten Einkommensklasse von 4 000 Euro oder mehr. Fast die Hälfte (47 %) dieser Gruppe zählt zu den Eigentümerhaushalten. an Eigentümern unter den Teilnehmenden. Stadtteile mit dem höchsten Anteil an Miethaushalten sind die Brandenburger Vorstadt, Waldstadt II, Drewitz, Schlaatz und Zentrum Ost, Nuthepark. Hier beträgt der Mietanteil jeweils über 90 % (Abb. 35).  Je mehr Personen in einem Haushalt leben, desto größer ist der Eigentümeranteil. Während 8,9 % der Ein-Personen-Haushalte zu den Eigentümern gehören, sind es bei Haushalten, in denen vier oder mehr Personen leben, 42,4 %. Eine kurze Analyse der Wohnsituation, wie z. B. die Häufigkeit von besonderen Wohnformen (Wohnheime und Wohngemeinschaften, Wohnen im elterlichen Haushalt), kann in Kapitel 3.1.1 (Abb. 10, S. 16) eingesehen werden.  Der Eigentümeranteil ist im Potsdamer Norden am höchsten. Fast zwei Drittel (65,8 %) der Teilnehmenden in Sozialraum I (Nördliche Ortsteile) zählen zur Gruppe der Eigentümer, während es in Sozialraum II (Potsdam Nord) 40,4 % sind. Der geringste Anteil von Personen mit Wohneigentum kann für Sozialraum III (Potsdam West, Innenstadt, Nördliche Vorstädte) und VI (Schlaatz, Waldstadt I und II, Potsdam Süd) festgestellt werden. Hier beträgt der Eigentümeranteil 17,9 % bzw. 14,7 %. Die Unterscheidung der beiden Gruppen (Mieter/Eigentümer) ist bei der weiteren Analyse von Bedeutung. So beträgt die durchschnittliche Größe der Wohnung bei Miethaushalten 75,6 m², bei Eigentümerhaushalten sind es 130,1 m² (arithmetisches Mittel). Auf die Anzahl der Haushaltsmitglieder bezogen, stehen jedem Bewohner durchschnittlich 35,6 m² (Mieter) bzw. 49,8 m² (Eigentümer) zur Verfügung. Mehr als die Hälfte (58,5 %) der Eigentümerhaushalte verfügt über einen Wohnraum von 120 m² oder mehr. Nur 2 % der Eigentümer leben in Wohnungen bzw. Häusern mit einer Wohnfläche von unter 60 m². Bei Miethaushalten fällt die Wohnungsgröße entsprechend kleiner aus, nur knapp 8 % leben auf 120 m² oder mehr. Mit einem Anteil von fast 40 % sind Wohnungen mit einer Größe zwischen 60 und unter 80 m² unter Mietern am häufigsten (Tab. 9). Auf Stadt- bzw. Ortsteilebene können diese Ergebnisse noch detaillierter dargestellt werden. In Neu Fahrland, Fahrland, Satzkorn, Marquardt, Uetz-Paaren (66,2 %) sowie Groß Glienicke, Krampnitz, Sacrow (65,2 %) wohnen rund zwei Drittel der Teilnehmendem im eigenen Haus oder der eigenen Wohnung. Es folgt Babelsberg Nord, Klein Glienicke mit über der Hälfte (53,5 %) Tab. 9 Wohnungsgröße (einschließlich Küche, Bad und Flur) nach Wohnstatus Wohnungsgröße unter 40 m² Miethaushalte Anzahl Eigentümerhaushalte % Anzahl % 79 4,9 1 0,1 40 bis unter 60 m² 358 22,0 13 1,9 60 bis unter 80 m² 646 39,7 60 8,8 80 bis unter 100 m² 267 16,4 91 13,4 100 bis unter 120 m² 147 9,0 117 17,2 120 m² und mehr 129 7,9 398 58,5 1 626 100,0 680 100,0 Insgesamt Quelle: Landeshauptstadt Potsdam Tab. 10 Anzahl der Wohnräume (ohne Küche, Bad und Flur) nach Wohnstatus Wohnräume Miethaushalte % Anzahl % 101 6,2 1 0,1 2-Raum 466 28,7 27 4,0 3-Raum 690 42,4 138 20,3 4-Raum 272 16,7 208 30,5 1-Raum Anzahl Eigentümerhaushalte 5-Raum 78 4,8 166 24,4 6 und mehr Räume 19 1,2 141 20,7 1 626 100,0 681 100,0 Insgesamt Quelle: Landeshauptstadt Potsdam Landeshauptstadt Potsdam, Statistischer Informationsdienst 1/2022 41 Leben in Potsdam – Bürgerumfrage 2021 Wohnen Abb. 35 Anteil der Miethaushalte in den Stadt- bzw. Ortsteilen 102 101 201 202 301 303 302 402 401 403 501 304 602 601 502 603 604 503 Prozent 90,0 bis 100,0 (5) 75,0 bis unter 90,0 (5) Gewässer Insgesamt 71,4 (6) Anzahl der Stadt-/Ortsteile je Klasse 60,0 bis unter 75,0 (4) 33,8 bis unter 60,0 (4) Quelle: Landeshauptstadt Potsdam Demnach unterscheidet sich auch die Anzahl der Wohnräume (ohne Küche, Bad und Flur) bei Miet- und Eigentümerhaushalten deutlich. Während 28,7 % der Miethaushalte über zwei Räume verfügen, sind es bei den Eigentümerhaushalten nur 4 %. Die teilnehmenden Potsdamer Mieter wohnen zu einem Großteil (42,4 %) in einer 3-Raum-Wohnung. Die größte Gruppe bei den Eigentümern (30,5 %) wohnt in vier Räumen. Ungefähr jeder vierte Eigentümer (24,4 %) gibt an, fünf Räume zu bewohnen, etwas mehr als ein Fünftel (20,7 %) verfügt über 6 oder mehr Räume. Bei den Mietern sind diese großen Wohnungen vergleichsweise selten. Gerade 42 einmal 4,8 % der Miethaushalte leben in einer 5-RaumWohnung, noch größere Wohnungen sind mit einem Anteil von 1,2 % noch seltener (Tab. 10). Die Haushalte der Potsdamer Mieter, die sich an der Umfrage beteiligt haben, verfügen durchschnittlich über 2,9 Wohnräume, bei den Eigentümern sind es durchschnittlich 4,4. Auf die Anzahl der Haushaltsmitglieder bezogen, ergeben sich Wohnungsgrößen von 1,3 Räumen (Mieter) bzw. 1,6 Räumen (Eigentümer) pro Person. Unterschiede innerhalb Potsdams werden auf Ebene der Stadt- bzw. Ortsteile im nächsten Kapitel betrachtet (vgl. Kap. 3.3.3, Tab. 12, S. 48). Landeshauptstadt Potsdam, Statistischer Informationsdienst 1/2022 Leben in Potsdam – Bürgerumfrage 2021 Wohnen 3.3.3 Wohnkosten Von den insgesamt 1 749 Mietern haben 1 610 Angaben zur monatlichen Kaltmiete gemacht (92,1 %). Für die nachfolgende Analyse der Wohnkosten wurden weiterhin die Angaben von 91 Wohnheim- und WGBewohnern ausgeschlossen, sodass insgesamt Daten von bis zu 1 510 Mietern (86,3 %) betrachtet werden können. Bei den Eigentümern haben 516 von 700 Teilnehmenden (73,7 %) Auskunft zur monatlichen finanziellen Belastung bezüglich des Wohneigentums gegeben. Im Durchschnitt der teilnehmenden Mieter beträgt die monatliche Kaltmiete 656 Euro (arithmetisches Mittel). Eigentümer gaben eine monatliche Belastung von durchschnittlich 674 Euro an. Werden allerdings diejenigen Eigentümerhaushalte herausgerechnet, bei denen keine Kosten mehr für Wohneigentum abbezahlt werden müssen, so erhöht sich der monatliche Betrag auf 837 Euro. Werden den monatlichen Kosten Klassen zugeordnet und beiden Gruppen gegenübergestellt, wird erkennbar, dass knapp ein Fünftel (19,4 %) der befragten Eigentümerhaushalte ohne finanzielle Belastung ist. Diese Klasse fehlt naturgemäß bei den Miethaushalten, weshalb ein Vergleich der Häufigkeitsverteilungen in der Aussagefähigkeit etwas begrenzt ist. Weitere 30 % der Eigentümer geben an, dafür monatlich 1 000 Euro oder mehr aufzubringen. Diese Klasse kommt somit am häufigsten vor. Diese Gruppe ist bei den Miethaushalten mit einem Anteil von 15,2 % in der entsprechenden Miethöhenklasse nur halb so groß. Mit 14,9 % bringt ein ungefähr gleich großer Anteil einen Betrag zwischen 750 bis unter 1 000 für die Kaltmiete auf. Miethaushalte, die zwischen 250 bis unter 500 Euro für ihre Wohnung aufwenden, sind mit einem Anteil von 38,8 % am häufigsten vertreten, es folgen Miethöhen von 500 bis unter 750 Euro mit einem Anteil von 28,9 %. Nur ein sehr kleiner Anteil von 2,1 % gibt an, weniger als 250 Euro für die Kaltmiete zu entrichten. Bei den Eigentümern ist diese Klasse mit 12,4 % deutlich häufiger (Abb. 36 und 37). Eigentümer bzw. Miteigentümer haben deutlich höhere Nebenkosten als Mieter bzw. Untermieter. Ihr Durchschnitt liegt bei 289 Euro gegenüber 195 Euro bei Miethaushalten. Durch die größere Wohnfläche bei den Eigentümerhaushalten relativiert sich diese Aussage allerdings, so zahlen diese 2,20 Euro/m² an Heizungsund sonstigen Nebenkosten, bei den Miethaushalten sind es durchschnittlich 2,60 Euro/m². In den Vorjahren lagen die Mietnebenkosten bis auf 2015 bei durchschnittlich 2,40 Euro/m², sodass 2021 ein Höchstwert ermittelt wurde. Sie werden u. a. vom jährlichen Witterungsverlauf beeinflusst und hängen von der Entwicklung der Energiekosten ab (Abb. 38). Landeshauptstadt Potsdam, Statistischer Informationsdienst 1/2022 Abb. 36 Monatliche Kaltmiete bei Miethaushalten 1 000 Euro und mehr 15,2 % unter 250 Euro 2,1 % 250 bis unter 500 Euro 38,8 % 750 bis unter 1 000 Euro 14,9 % 500 bis unter 750 Euro 28,9 % n= 1 510 Quelle: Landeshauptstadt Potsdam Abb. 37 Monatliche Belastung bei Eigentümerhaushalten ohne Belastung 19,4 % 1 000 Euro und mehr 30,0 % unter 250 Euro 12,4 % 750 bis unter 1 000 Euro 10,5 % 500 bis unter 750 Euro 16,9 % 250 bis unter 500 Euro 10,9 % n=516 Quelle: Landeshauptstadt Potsdam Kontinuierlich gestiegen ist in den vergangenen Jahren allerdings die Grund- bzw. Kaltmiete. Wurden für einen Quadratmeter im Erhebungsjahr 2013 durchschnittlich 6,80 Euro bezahlt, sind es acht Jahre später mit 8,70 Euro insgesamt 1,90 Euro mehr. Die Gesamt- bzw. Warmmiete stieg somit im Jahr 2018 erstmals über 11 Euro/m². Die Kaltmiete ist seit dem ersten Erhebungsjahr um durchschnittlich 24 Cent bzw. rund 3,2 % pro Jahr gestiegen. Abseits dieser Durchschnittsbetrachtung fällt der vergleichsweise hohe Anstieg der monatlichen Kaltmiete von 2018 zu 2021 auf (+80 Cent). Werden vorherige Dreijahresabstände betrachtet, so fiel der Preisanstieg mit 60 Cent oder weniger stets geringer aus (Abb. 38). 43 Leben in Potsdam – Bürgerumfrage 2021 Wohnen Abb. 38 Mietwohnkosten 2013 bis 2021 1 (arithmetisches Mittel) Kaltmiete Euro/m² Heizungs- und sonstige Betriebskosten 12 10 8 2,60 2,40 2,40 2,40 7,40 7,60 7,90 6,80 7,00 2013 2014 2015 2017 2018 2,40 2,50 6 4 8,70 2 0 1 2021 Jahr Die Werte wurden auf eine Zehnerstelle gerundet und unterscheiden sich in sehr geringer Weise von denen in zuvor veröffentlichten Berichten zur Bürgerumfrage „Leben in Potsdam“, weil die Mietwohnkosten der Vorjahre ohne Mieter aus Wohnheimen und Wohngemeinschaften neu brechnet wurden. Quelle: Landeshauptstadt Potsdam Aus den Angaben zur Mietzahlung (inklusive Heizungsund Betriebskosten) sowie zum Haushaltsnettoeinkommen wurde die Mietbelastungsquote berechnet. Diese beschreibt, wie hoch der prozentuale Anteil der Gesamtmiete am verfügbaren Einkommen ist. Durchschnittlich werden von den befragten Mietern 29,7 % (arithmetisches Mittel) des monatlichen Haushaltsnettoeinkommens für die Gesamtmiete ausgegeben, der Median beträgt 27,3 %. Das bedeutet, dass die Hälfte der teilnehmenden Mieter eine Mietbelastung unter diesem Wert aufweist und die andere Hälfte darüber liegt. Bei der vorherigen Erhebung 2018 wurden mit 29,5 % (arithmetisches Mittel) und 27 % (Median) fast identische Werte bezüglich der Mietbelastung ermittelt. In den Erhebungsjahren 2013 bis 2015 konnten für die Mietbelastungsquote höhere Werte gemessen werden, seit 2017 verbleibt sie auf einem ähnlichen Niveau von rund 30 % (Abb. 39). Abbildung 40 zeigt die Verteilung innerhalb der antwortenden Mieterschaft (ohne Bewohner von Wohnheimen und Wohngemeinschaften) für 2021. Hiernach zahlen zwei Fünftel (40,2 %) der Mieter 20 bis unter 30 % des Haushaltsnettoeinkommens für die Warmmiete, was die größte Gruppe darstellt. Ein Fünftel (20,7 %) bringt weniger als 20 % des monatlichen Einkommens dafür auf, während ein weiteres Fünftel (21,3 %) der Miethaushalte zwischen 30 und 40 % des Haushaltseinkommens für die Mietkosten ausgibt. Bei 9,5 % sind es zwischen 40 und 50 %, während 8,3 % der Mieter mehr als die Hälfte des Haushaltsnettoeinkommens für die warmen Mietkosten ausgeben (Abb. 40). Abb. 39 Mietbelastungsquoten 2013 bis 2021 1 (arithmetisches Mittel) % 35 32,7 33,5 33,0 30,4 30 29,5 29,7 2018 2021 Jahr 25 20 15 10 5 0 2013 1 2014 2015 2017 Die Werte unterscheiden sich in sehr geringer Weise von denen in zuvor veröffentlichten Berichten zur Bürgerumfrage „Leben in Potsdam“, weil die Mietwohnkosten der Vorjahre ohne Mieter aus Wohnheimen und Wohngemeinschaften neu brechnet wurden. 2013 wurde die Mietbelastungsquote von den Teilnehmenden selbst eingetragen, in den Folgejahren berechnet. Quelle: Landeshauptstadt Potsdam 44 Landeshauptstadt Potsdam, Statistischer Informationsdienst 1/2022 Leben in Potsdam – Bürgerumfrage 2021 Wohnen Abb. 40 Mietbelastungsquote bei Miethaushalten 50 % und mehr 8,3 % 40 bis unter 50 % 9,5 % 30 bis unter 40 % 21,3 % n= 1 315 unter 20 % 20,7 % 20 bis unter 30 % 40,2 % Quelle: Landeshauptstadt Potsdam Nach dem Wohnungspolitischen Konzept für die Landeshauptstadt Potsdam bestehen „Hinweise auf eine Gefährdung der Bezahlbarkeit des Wohnens, wenn dauerhaft mehr als ein Drittel (33 %) des verfügbaren Nettohaushaltseinkommens für die Warmmiete (inkl. warme und kalte Betriebskosten) aufgewendet werden müssen“ (LANDESHAUPTSTADT POTSDAM 2015 3 ). Wird diese Gefährdungsgrenze angesetzt, so fallen insgesamt 439 Teilnehmende darunter, was einem Anteil von 26,7 % der Miethaushalte entspricht, für die Angaben zum Haushaltsnettoeinkommen sowie zur Miethöhe vorliegen. Anhand von Abbildung 41 können einige Gruppen identifiziert werden, die hinsichtlich ihrer Mietbelastungsquote deutlich über der Gefährdungsgrenze liegen. Tabelle 11 gibt zusätzlich darüber Aufschluss, wie hoch der Anteil innerhalb der jeweiligen sozio-demographischen Gruppe ist, der mehr als 33 % des monatlichen Haushaltsnettoeinkommens für die Miete aufbringen muss. Auf räumliche Aspekte wird anschließend in Tabelle 12 eingegangen. Am stärksten belastet sind demnach Personen, die in einem Haushalt leben, der pro Monat weniger als 1 000 Euro zur Verfügung hat. Diese Gruppe gibt durchschnittlich mehr als die Hälfte (55,8 %) des verfügbaren Nettoeinkommens für die Mietkosten aus. Innerhalb dieser Einkommensklasse zählen mehr als drei Viertel (76 %) zu denen, die mehr als 33 % ihres Haushaltsnettoeinkommens für die Miete aufbringen müssen und somit über der Mietbelastungsgrenze liegen. In der untersten Einkommensklasse von monatlich unter 1 000 Euro befindet sich ein Großteil der erwerbslosen Personen. Sie verwenden fast die Hälfte (45,1 %) des monatlichen Haushaltsnettoeinkommens für die Zahlung der 3 LANDESHAUPTSTADT POTSDAM (2015): Wohnungspolitisches Konzept für die Landeshauptstadt Potsdam. Potsdam Landeshauptstadt Potsdam, Statistischer Informationsdienst 1/2022 Warmmiete. Fast zwei Drittel (63,3 %) der erwerbslosen Mieter geben an, dass mehr als 33 % des Haushaltsnettoeinkommens für die Miete aufgebracht wird. Bei den übrigen Erwerbstypen weisen auch Schüler, Studierende und Auszubildende mit 37,2 % eine überdurchschnittlich hohe Mietbelastungsquote auf. Etwa zwei Fünftel (40,3 %) dieser Gruppe gibt mehr als 33 % des monatlich verfügbaren Haushaltsnettoeinkommens für die Miete aus. Auch Haushalte mit Personen, die öffentliche Grundsicherungsleistungen beziehen, sind von einer überdurchschnittlich hohen Mietbelastungsquote betroffen. Sie liegt für diesen Personenkreis bei 43,5 %. Mehr als die Hälfte der Personen (56,6 %), die zu dieser Gruppe gehören, gibt mehr als ein Drittel des Haushaltsnettoeinkommens für die Miete aus. Die Mietkosten werden allerdings in der Regel durch die öffentliche Hand getragen, was auch auf erwerbslose Personen zutrifft. Personen mit einem Migrationshintergrund gaben für ihren Haushalt mit 33,3 % im Durchschnitt eine etwas höhere Mietbelastung als Teilnehmende an, die keinen Migrationshintergrund aufweisen (29,3 %). Etwas mehr als ein Viertel (27,4 %) derjenigen mit Migrationshintergrund gehören zu der Gruppe, die mehr als 33 % des monatlichen Nettoeinkommens für die Mietzahlung aufwenden. Dieser Wert ist bei den Personen ohne Migrationshintergrund mit 26,6 % nur unwesentlich kleiner. Personen mit einer staatlich anerkannten Behinderung gaben an, dass knapp ein Drittel (31,8 %) ihres monatlichen Haushaltsnettoeinkommens für die Miete aufgebracht wird. Bei Personen ohne eine Behinderung ist die Mietbelastungsquote um 2,3 Prozentprunkte niedriger. Für 30,5 % der Personen, die eine Behinderung aufweisen, kann eine Belastung des Miethaushalts oberhalb der Gefährdungsgrenze von 33 % festgestellt werden. Bei Personen ohne eine Behinderung sind es 26,4 %. Die Mietbelastungsquote ist des Weiteren von der Größe des Haushaltes abhängig. Die höchste Wohnkostenbelastung kann mit 36,1 % für Ein-Personen-Haushalte festgestellt werden. Mehr als zwei Fünftel (42,5 %) liegen dabei über der Belastungsgrenze von 33 %. In den anderen Haushaltsgrößenklassen ist die Belastung weitaus geringer, sie liegt stets unter 30 %. Die geringsten Werte weisen Zwei-Personen-Haushalte mit einer Mietbelastungsquote von 26,9 % auf. In diese Gruppe fällt auch der Haushaltstyp Paare ohne Kind/er, die 26,1 % ihres Einkommens für die Miete aufwenden. Demgegenüber weisen Alleinerziehende eine Mietbelastungsquote von 35,1 % auf. 41,1 % der alleinerziehenden Miethaushalte liegen über der Gefährdungsgrenze von 33 %. Auch der erreichte Bildungsabschluss spielt hinsichtlich der Mietbelastungsquote eine Rolle, da dieser je nach Qualifikation in der Regel mit einem unterschiedlich hohen Einkommen einhergeht. Je höher qualifiziert der Schulabschluss der Antwortenden ist, desto geringer 45 Leben in Potsdam – Bürgerumfrage 2021 Wohnen Abb. 41 Mietbelastungsquote nach ausgewählten sozio-demographischen Merkmalen der Teilnehmenden, die zur Miete wohnen Gefährdungsgrenze: 33 % Altersgruppe unter 30 Jahre 30 bis unter 50 Jahre 50 bis unter 65 Jahre 65 Jahre und älter Migrationshintergrund ohne Migrationshintergrund mit Migrationshintergrund Behinderung ohne Behinderung mit Behinderung Haushaltsgröße 1 Person 2 Personen 3 Personen 4 Personen und mehr Haushaltstyp Alleinlebende Paare ohne Kind/er Paare mit Kind/ern Alleinerziehende Schulabschluss Hauptschul-/Volksschulabschluss Realschulabschluss/Mittlere Reife/POS (Fach-)Hochschulreife/Abitur Berufsabschluss Lehre/(duale) Berufsausbildung Fachschule, Meister/in, Techniker/in Fach- oder Berufsakademie Fachhochschule Hochschule/Universität Promotion Erwerbsststatus Erwerbstätige Schüler/Studierende/Auszubildende Rentner und Pensionäre Erwerbslose Haushaltsnettoeinkommen pro Monat unter 1 000 Euro 1 000 bis unter 2 000 Euro 2 000 bis unter 3 000 Euro 3 000 bis unter 4 000 Euro 4 000 Euro und mehr öffentliche Grundsicherungsleistungen Bezug kein Bezug 20 25 30 35 40 45 50 55 60 % Quelle: Landeshauptstadt Potsdam 46 Landeshauptstadt Potsdam, Statistischer Informationsdienst 1/2022 Leben in Potsdam – Bürgerumfrage 2021 Wohnen Tab. 11 Gefährdung der Bezahlbarkeit des Wohnens (Mietbelastungsquote > 33 %) nach ausgewählten sozio-demographischen Merkmalen der Teilnehmenden, die zur Miete wohnen Merkmal Ausprägung Mietbelastungsquote < 33 % Mietbelastungsquote > 33 % Anzahl % Altersgruppe Insgesamt unter 30 Jahre 67,0 33,0 221 30 bis unter 50 Jahre 76,5 23,5 464 50 bis unter 65 Jahre 74,4 25,6 577 65 bis unter 80 Jahre 70,1 29,9 364 Migrationshintergrund ohne Migrationshintergrund 73,4 26,6 1415 mit Migrationshintergrund 72,6 27,4 215 Behinderung ohne Behinderung 73,6 26,4 1431 mit Behinderung 69,5 30,5 197 1 Person 57,5 42,5 466 2 Personen 80,3 19,7 737 3 Personen 79,3 20,7 241 4 Personen und mehr 75,1 24,9 185 Haushaltsgröße Haushaltstyp höchster Schulabschluss höchster Berufsabschluss Erwerbsstatus Haushaltsnettoeinkommen pro Monat öffentliche Grundsicherungsleistungen Alleinlebende 57,7 42,3 463 Paare ohne Kind/er 82,1 17,9 658 Paare mit Kind/ern 79,5 20,5 351 Alleinerziehende 58,9 41,1 90 Hauptschuls-/Volksschulabschluss 72,6 27,4 146 Realschulabschluss/Mittlere Reife 71,3 28,7 534 (Fach-)Hochschulreife/Abitur 74,1 25,9 924 536 Lehre/(duale) Berufsausbildung 74,3 25,7 Fach- oder Berufsakademie 62,0 38,0 79 Fachschule, Meister/in, Techniker/in 72,4 27,6 203 Fachhochschule 69,6 30,4 161 Hochschule/Universität 76,1 23,9 452 Promotion 88,7 11,3 53 995 Erwerbstätige 79,6 20,4 Schüler/Studenten/Auszubildene 59,7 40,3 129 Rentner und Pensionäre 68,3 31,7 426 Erwerbslose 36,7 63,3 60 unter 1 000 Euro 24,0 76,0 75 1 000 bis unter 2 000 Euro 41,1 58,9 282 2 000 bis unter 3 000 Euro 68,1 31,9 370 3 000 bis unter 4 000 Euro 83,5 16,5 309 4 000 Euro und mehr 88,2 11,8 398 Bezug 43,4 56,6 152 kein Bezug 76,1 23,9 1426 Insgesamt 73,3 26,7 1 624 Quelle: Landeshauptstadt Potsdam fällt die Mietbelastung eines Wohnhaushaltes aus. Allerdings liegen alle drei Schulabschlussgruppen unter der Gefährdungsquote von 33 %. Dies trifft auch auf den erworbenen Berufsabschluss zu. Entscheidend ist in Landeshauptstadt Potsdam, Statistischer Informationsdienst 1/2022 Bezug auf die Wohnkostenbelastung, ob einer Erwerbstätigkeit nachgegangen wird und wieviel Einkommen im Haushalt insgesamt generiert wird (Abb. 43 und Tab. 11). 47 Leben in Potsdam – Bürgerumfrage 2021 Wohnen In Tabelle 12 sind verschiedene Kennzahlen zur Wohnung nach Stadt- bzw. Ortsteilen zusammengefasst, wobei nur die Antworten der Mieter berücksichtigt wurden. Mit 3,5 Wohnräumen stehen den Miethaushalten in der Nauener und Berliner Vorstadt durchschnittlich die meisten Räume zur Verfügung. Die kleinsten Wohnungen befinden sich mit 2,6 Wohnräumen in Zentrum Ost, Nuthepark, in Babelsberg Süd und im Schlaatz. Die Wohnfläche ist im Schlaatz mit 61 m² am geringsten. Es folgen Zentrum Ost, Nuthepark und Stern mit jeweils 64 m². Mit durchschnittlich 109 m² befinden sich die größten Mietwohnungen in der Nauener und Berliner Vorstadt. Mit großem Abstand folgen Wohnungen in Groß Glienicke, Krampnitz, Sacrow, Neu Fahrland, Fahrland, Satzkorn, Marquardt, Uetz-Paaren, die durchschnittlich 86 m² groß sind. Eine Wohnfläche von jeweils 84 m² weisen Wohnungen in Babelsberg Nord, Klein Glienicke und in Potsdam West auf. Unter Hinzunahme der Haushaltsgröße in den Stadtbzw. Ortsteilen Potsdams ergibt sich darüber hinaus, dass die Quadratmeterzahl pro Person mit 49 m² in der Nauener und Berliner Vorstadt am größten ist. Mit jeweils 35 m² pro Person ist dieser Wert in Drewitz und Waldstadt II am kleinsten. Es folgen in der Größe aufsteigend Zentrum Ost, Nuthepark und Stern mit jeweils Tab. 12 36 m². In Waldstadt I stehen den Mietern durchschnittlich 38 m² Wohnfläche zur Verfügung. Bezogen auf die Mietkosten nehmen Nauener und Berliner Vorstadt wieder den Spitzenplatz ein: Die monatlich zu entrichtende Kaltmiete ist dort nach den Angaben der befragten Mieter mit durchschnittlich 1 070 Euro stadtweit am höchsten. Es handelt sich um den einzigen Stadtteil, in dem die Kaltmiete mehr als 1 000 Euro beträgt. Auf dem zweiten Platz folgt mit 825 Euro Kaltmiete Babelsberg Nord, Klein Glienicke. In sechs Stadtbzw. Ortsteilen werden für die monatliche Grundmiete zwischen 700 Euro und 765 Euro fällig. In weiteren drei Stadt- bzw. Ortsteilen liegen die monatlichen Kaltmieten durchschnittlich zwischen 610 Euro und 698 Euro. Die günstigste Kaltmiete mit monatlich 385 Euro geben Miethaushalte aus dem Schlaatz an. Es folgen aufsteigend Waldstadt II (452 Euro), Stern (462 Euro) und Waldstadt I (481 Euro). Auch in Drewitz (490 Euro) und Zentrum Ost, Nuthepark (501 Euro) sind die Kaltmietpreise vergleichsweise niedrig (Tab. 12). Der Kaltmietpreis pro Quadratmeter beträgt für einen Miethaushalt im gesamtstädtischen Durchschnitt 8,70 Euro. Der günstigste Quadratmeterpreis wurde mit 6,40 Euro für den Stadtteil Schlaatz ermittelt. In den Wohnungskennzahlen für Mietwohnungen nach Stadt- bzw. Ortsteilen (arithmetisches Mittel) Stadt- bzw. Ortsteil Wohnfläche MietbeAnzahl der Wohnfläche Kaltmiete in Kaltmiete in pro Person lastungsWohnräume in m² Euro Euro/m² in m² quote in % Mieter mit Mietbelastungsquote > 33 % Groß Glienicke, Krampnitz, Sacrow, Neu Fahrland, Fahrland, Satzkorn, Marquardt, Uetz-Paaren 3,0 86 Bornim, Bornstedt, Nedlitz, Am Ruinenberg, Rote Kasernen 2,8 77 Eiche, Grube, Golm 3,1 78 Nauener und Berliner Vorstadt 3,5 109 49 Innenstadt, Am Weinberg 2,9 81 43 Brandenburger Vorstadt 2,9 83 41 698 8,30 29,2 27,3 Potsdam West 3,2 84 41 765 9,00 30,1 24,7 Zentrum Ost, Nuthepark 2,6 64 36 501 7,90 27,5 21,2 Babelsberg Nord, Klein Glienicke 3,0 84 42 825 9,60 30,8 27,8 Babelsberg Süd 2,6 70 40 650 9,50 29,1 23,6 Stern 2,8 64 36 462 7,30 26,0 19,1 Drewitz 3,1 71 35 490 7,10 29,3 27,7 Alt Drewitz, Kirchsteigfeld 2,7 72 43 610 8,50 30,1 23,7 Hauptbahnhof, Brauhausberg, Templiner und Teltower Vorstadt 2,9 79 43 700 8,90 31,3 31,0 Schlaatz 2,6 61 40 385 6,40 29,3 26,5 Waldstadt I, Industriegelände Waldstadt II 2,9 66 38 481 7,20 27,2 24,2 3,0 65 35 452 7,00 26,2 20,2 Insgesamt 2,9 76 40 656 8,70 29,7 26,7 1 46 729 8,70 33,7 38,8 41 763 10,00 31,9 30,4 39 706 9,10 31,0 30,3 1 070 9,80 30,4 32,8 755 9,00 31,7 29,0 Die Ortsteile Groß Glienicke, Krampnitz, Sacrow (PR 101) und Neu Fahrland, Fahrland, Satzkorn, Marquardt, Uetz-Paaren (PR 102) wurden zusammengefasst, um eine ausreichend hohe Fallzahl zu erreichen. Quelle: Landeshauptstadt Potsdam 48 Landeshauptstadt Potsdam, Statistischer Informationsdienst 1/2022 Leben in Potsdam – Bürgerumfrage 2021 Wohnen Abb. 42 Kaltmiete pro Quadratmeter in den Stadt- bzw. Ortsteilen ¹ (arithmetisches Mittel) 102 101 201 202 301 303 Euro/m² ! 302 402 401 9,50 bis 10,0 (4) 8,50 bis unter 9,50 (7) 403 304 501 602 7,50 bis unter 8,50 (2) 601 6,40 bis unter 7,50 (5) 502 603 604 Gewässer 101 Groß Glienicke, Krampnitz, Sacrow 102 Neu Fahrland, Fahrland, Satzkorn, Marquardt, Uetz-Paaren 201 Bornim, Bornstedt, Nedlitz, Am Ruinenberg, Rote Kasernen 202 Eiche, Grube, Golm 301 Nauener und Berliner Vorstadt 302 Innenstadt, Am Weinberg 303 Brandenburger Vorstadt 304 Potsdam West 401 Zentrum Ost, Nuthepark 402 Babelsberg Nord, Klein Glienicke 403 Babelsberg Süd 501 Stern 502 Drewitz 503 Alt Drewitz, Kirchsteigfeld 601 Hauptbahnhof, Brauhausberg, Templiner und Teltower Vorstadt 602 Schlaatz 603 Waldstadt I, Industriegelände 604 Waldstadt II 503 Insgesamt 8,70 (6) Anzahl der Stadt-/Ortsteile je Klasse Quelle: Landeshauptstadt Potsdam Abb. 43 Mietbelastungsquote in den Stadt- bzw. Ortsteilen ¹ (arithmetisches Mittel) 102 101 201 202 301 303 Prozent ! 302 402 401 32,0 bis 33,7 (2) 30,0 bis unter 32,0 (8) 403 304 26,1 bis unter 28,0 (4) 501 602 28,0 bis unter 30,0 (4) 601 Gewässer 502 603 604 101 Groß Glienicke, Krampnitz, Sacrow 102 Neu Fahrland, Fahrland, Satzkorn, Marquardt, Uetz-Paaren 201 Bornim, Bornstedt, Nedlitz, Am Ruinenberg, Rote Kasernen 202 Eiche, Grube, Golm 301 Nauener und Berliner Vorstadt 302 Innenstadt, Am Weinberg 303 Brandenburger Vorstadt 304 Potsdam West 401 Zentrum Ost, Nuthepark 402 Babelsberg Nord, Klein Glienicke 403 Babelsberg Süd 501 Stern 502 Drewitz 503 Alt Drewitz, Kirchsteigfeld 601 Hauptbahnhof, Brauhausberg, Templiner und Teltower Vorstadt 602 Schlaatz 603 Waldstadt I, Industriegelände 604 Waldstadt II 503 Insgesamt 29,7 (6) Anzahl der Stadt-/Ortsteile je Klasse Quelle: Landeshauptstadt Potsdam ¹ Die Ortsteile Groß Glienicke, Krampnitz, Sacrow (PR 101) und Neu Fahrland, Fahrland, Satzkorn, Marquardt, Uetz-Paaren (PR 102) wurden zusammengefasst, um eine ausreichend hohe Fallzahl zu erreichen. Landeshauptstadt Potsdam, Statistischer Informationsdienst 1/2022 49 Leben in Potsdam – Bürgerumfrage 2021 Wohnen anderen Stadtteilen Potsdams, die einen hohen Anteil an Neubauwohnungen aus DDR-Zeiten aufweisen, betragen die Grundmieten zwischen 7,00 Euro/m² (Waldstadt II) und 7,90 Euro/m² (Zentrum Ost, Nuthepark). In Bornim, Bornstedt, Nedlitz, Am Ruinenberg, Rote Kasernen ist es – bezogen auf den Grundmietpreis pro Quadratmeter – mit durchschnittlich 10,00 Euro am teuersten. Es handelt sich um den einzigen Stadt- bzw. Ortsteil, der die Grenze von 10,00 Euro/m² erreicht. Knapp dahinter liegen Nauener und Berliner Vorstadt mit 9,80 Euro/m², während Babelsberg Nord, Klein Glienicke mit 9,60 Euro/m² und Babelsberg Süd mit 9,50 Euro/m² nahezu gleichauf liegen (Tab. 12 und Abb. 42). Die geringste Mietbelastungsquote weisen Miethaushalte aus dem Stern auf. Mit 26 % liegt sie dort 3,7 Prozentpunkte unter dem Gesamtdurchschnitt. Eine ähnlich niedrige Mietbelastung wurde in Waldstadt II mit 26,2 % gemessen. Es folgen aufsteigend Waldstadt I (27,2 %) und Zentrum Ost, Nuthepark (27,5 %). Die beiden höchsten Mietbelastungsquoten bezogen auf das verfügbare Haushaltsnettoeinkommen finden sich im Potsdamer Norden. So beträgt die Mietbelastung in Groß Glienicke, Krampnitz, Sacrow, Neu Fahrland, Fahrland, Satzkorn, Marquardt, Uetz-Paaren 33,7 % und liegt somit über dem Gefährdungswert von 33 %. Der zweithöchste Wert kann mit 31,9 % in Bornim, Bornstedt, Nedlitz, Am Ruinenberg, Rote Kasernen gemessen werden. Es folgen mit jeweils ähnlich hohen Werten die Innenstadt, Am Weinberg mit 31,7 % und Hauptbahnhof, Brauhausberg, Templiner und Teltower Vorstadt mit 31,3 % (Tab. 12 und Abb. 43). Der Anteil derjenigen Mieter, die angaben, mehr als 33 % ihres monatlich verfügbaren Haushaltsnettoeinkommens für die Miete auszugeben und somit über der Gefährdungsgrenze der Bezahlbarkeit liegen, ist in Groß Glienicke, Sacrow, Neu Fahrland, Fahrland, Satzkorn, Marquardt, Uetz-Paaren mit 38,8 % der Antworten am größten. Mit einigem Abstand (32,8 %) folgen Nauener und Berliner Vorstadt. Hier werden allerdings stadtweit die höchsten Einkommen generiert, sodass man in diesen Stadt- bzw. Ortsteilen kaum von einer Gefährdung der Mieter aufgrund der Mietbelastung sprechen kann. Besonders gering ist der Anteil der gefährdeten Miethaushalte im Stern mit 19,1 %. Es folgen aufsteigend Waldstadt I mit 20,2 % sowie Zentrum Ost, Nuthepark mit einem Anteil von 21,2 % an gefährdeten Mietern (Tab. 12). Auch das Alter der Häuser beeinflusst die Höhe der Kaltmiete. Wird zunächst die Verteilung der Baualtersklassen insgesamt untersucht, so kann festgestellt werden, dass mit etwas mehr als einem Fünftel der größte Anteil der Teilnehmenden (22,7 %, inklusive Eigentümern) in Häusern wohnt, die zwischen 1991 und 2008 errichtet wurden. Ein weiteres Fünftel (20,1 %) bewohnt Gebäude aus den Jahren 1971 bis 1990. 8,4 % der Teilnehmenden wohnen in einem Haus, das zwischen 50 1949 und 1970 errichtet wurde. Häuser, die vor 1919 bzw. zwischen 1919 bis 1948 gebaut wurden, werden von den Teilnehmenden mit einem Anteil von jeweils rund 15 % etwas häufiger bewohnt (Abb. 44). Der Anteil der Befragten, die Häuser bewohnen, die nach 2009 erbaut wurden, steigt seit 2015 (Aufnahme der Frage in den Fragebogen) kontinuierlich an, was die anhaltende Neubautätigkeit in Potsdam verdeutlicht. Haben im Erhebungsjahr 2015 9,6 % der Teilnehmenden angegeben, dass ihr Wohnhaus 2009 oder später errichtet wurde, so sind es 2021 bereits 18,8 %. Abb. 44 Wann wurde das Haus errichtet, in dem sich Ihre Wohnung befindet? 2009 oder später 18,8 % vor 1919 15,6 % 1919 bis 1948 14,5 % 1991 bis 2008 22,7 % 1949 bis 1970 8,4 % 1971 bis 1990 20,1 % n= 2 117 Quelle: Landeshauptstadt Potsdam Weiterhin unterscheidet sich die Wohnsituation von Miet- und Eigentümerhaushalten hinsichtlich des Baualters der Gebäude zum Teil deutlich voneinander. Während mehr als ein Drittel (37 %) der Miethaushalte in Häusern wohnt, die zu DDR-Zeiten errichtet wurden, ist es bei Eigentümerhaushalten nur etwas mehr als jeder Zehnte (10,8 %). Demgegenüber ist der Anteil von Häusern, die nach der politischen Wende gebaut wurden, bei Eigentümerhaushalten mit insgesamt 54,2 % deutlich höher als bei Miethaushalten (35,2 %). Die Verteilung der beiden Gruppen fällt bei der ältesten Baualtersklasse, also bei Wohngebäuden, die vor 1919 errichtet wurden, mit 15,3 % (Mieter) und 16,4 % (Eigentümer) ungefähr gleich aus. Bei Gebäuden, die nach dem 1. Weltkrieg und vor Gründung der DDR gebaut wurden, verschiebt sich das Gewicht in Richtung der Eigentümer. Während 18,6 % der Eigentümer in einem solchen Gebäude leben, sind es bei den Mietern 12,5 % (Abb. 45). Werden nur die Miethaushalte berücksichtigt, so zeigen sich bei den unterschiedlichen Baualtersklassen beträchtliche Unterschiede, was die zu entrichtende Miethöhe betrifft. So ist die Kaltmiete in Neubauten, die 2009 oder später gebaut wurden, mit einem durchschnittlichen Quadratmeterpreis von 11,70 Euro am höchsten. Es folgen Altbauten, die vor 1919 gebaut Landeshauptstadt Potsdam, Statistischer Informationsdienst 1/2022 Leben in Potsdam – Bürgerumfrage 2021 Wohnen Abb. 45 Wohnstatus der Teilnehmenden nach Baujahr des Wohngebäudes % Mieter bzw. Untermieter (n=1 423) Eigentümer bzw. Miteigentümer (n=683) 40 34,3 35 30 26,8 25 18,6 20 15,3 16,4 15 18,2 17,0 19,9 12,5 10,2 10 6,6 4,2 5 0 vor 1919 1919 bis 1948 1949 bis 1970 1971 bis 1990 1991 bis 2008 2009 oder später Quelle: Landeshauptstadt Potsdam Abb. 46 Kaltmiete pro Quadratmeter nach Baujahr des Wohngebäudes (arithmetisches Mittel) Euro/m² 12 10 11,70 8,90 8,70 8,10 8 7,30 6,60 6 4 2 0 vor 1919 1919 bis 1948 1949 bis 1970 1971 bis 1990 1991 bis 2008 2009 oder später Quelle: Landeshauptstadt Potsdam wurden, mit 8,90 Euro/m² und mit 8,70 Euro/m² knapp dahinter Neubauten aus der Zeit von 1991 bis 2008. Die durchschnittliche Kaltmiete beträgt in Wohngebäuden, die zwischen 1919 und 1948 errichtet wurden, pro Quadratmeter 8,10 Euro. Die günstigsten Grundmieten können für Gebäude festgestellt werden, die in den darauffolgenden Jahrzehnten in der DDR gebaut wurden. So sind es durchschnittlich 7,30 Euro/m² für Häuser aus der Zeit von 1949 bis 1970 und 6,60 Euro/m² für Wohnungen in Gebäuden mit einem Baujahr von 1971 bis 1990, was unter allen untersuchten Baualtersklassen den günstigsten Wert bedeutet (Abb. 46). Bei Betrachtung der Miethaushalte nach den Eigentumsverhältnissen ihrer Wohnungen zeigt sich, dass die durchschnittlichen Kaltmieten von Wohnungen im Ge- Landeshauptstadt Potsdam, Statistischer Informationsdienst 1/2022 nossenschaftsbesitz mit rund 7,10 Euro/m² am günstigsten sind. 60 Cent mehr werden im Durchschnitt für eine Wohnung der GEWOBA/ProPotsdam bezahlt. Mit Abstand am teuersten sind die Grundmietpreise für Wohnungen von sonstigen Eigentümern. Hier beträgt die durchschnittliche Kaltmiete 9,40/m² (Abb. 47). Weiterhin wurden die Teilnehmenden gebeten, Auskunft darüber zu geben, ob die Kaltmiete in ihrer aktuellen Wohnung in den vergangenen sechs Jahren erhöht wurde, was nahezu zwei Drittel (64,8 %) der befragten Mieter bejahen (Abb. 48). In den drei vorherigen Erhebungen wurde die Frage auch gestellt, allerdings ist ein Vergleich der Ergebnisse nicht möglich, da jeweils ein Vierjahreszeitraum abgefragt wurde. 51 Leben in Potsdam – Bürgerumfrage 2021 Wohnen Abb. 47 Kaltmiete pro Quadratmeter nach Eigentümer bzw. Art des Mietverhältnisses (arithmetisches Mittel) Euro/m² 10 9,40 7,70 8 7,10 6 4 2 0 Wohnungsbaugenossenschaft (n=427) GEWOBA/ ProPotsdam (n=302) sonstiger Eigentümer (n=890) Quelle: Landeshauptstadt Potsdam Abb. 48 Wurde Ihre Kaltmiete in den vergangenen sechs Jahren erhöht? nein 35,2 % ja 64,8 % Wie in den Vorjahren auch sind die Teilnehmenden im Jahr 2021 mit ihrer Wohngegend am zufriedensten (arithmetisches Mittel: 1,9). Es folgen knapp dahinter der Grundriss der Wohnung und die Gesamtzufriedenheit mit der eigenen Wohnung bzw. dem eigenen Haus (jeweils 2,1). Eine durchschnittliche Bewertung erhalten das soziale Umfeld bzw. die Nachbarschaft (2,2) sowie die Wohnungsausstattung (2,3). Die Bewertung des Preis-/Leistungsverhältnisses (2,4) fällt wie in den Vorjahren im Ranking der Kriterien am schlechtesten aus, allerdings befinden sich alle abgefragten Eigenschaften im positiven Bereich der verwendeten Skala, sodass die Wohnsituation der teilnehmenden Potsdamerinnen und Potsdamer als gut eingeschätzt werden kann. Im Vergleich zur Erhebung des Jahres 2013 kann aktuell die größte positive Veränderung hinsichtlich der Zufriedenheit für das Preis-/Leistungsverhältnis gemessen werden. Die Beurteilung der Wohnungsausstattung zeigt im Zeitvergleich den zweitgrößten positiven Sprung (Abb. 49 und 50). In Abbildung 51 wurden für das aktuelle Erhebungsjahr die Bewertungen von Eigentümer- und Miethaushalten gegenübergestellt. Es zeigt sich, dass alle abgefragten Wohnungskriterien von den Eigentümerhaushalten durchschnittlich besser bewertet werden als von Teilnehmenden, die in einer Mietwohnung leben. Alle Bewertungen liegen bei den Eigentümerhaushalten durchschnittlich unter einem arithmetischen Mittelwert von 2,0. Die beste Beurteilung der Miethaushalte entfällt mit knapp unter 2,0 auf die Wohngegend. Insbesondere bei den Kriterien Ausstattung und Preis-/Leistungsverhältnis gehen die Bewertungen der beiden Gruppen auseinander, die Beurteilung der Wohngegend weist die geringsten Unterschiede auf. Die Eigentümer bewerten ihr Haus bzw. ihre Wohnung in der Gesamtsicht am besten (1,6). Andererseits bewerten sie das soziale Umfeld und die Nachbarschaft durchschnittlich am schlechtesten (1,9), während die Miethaushalte mit dem Preis-/Leistungsverhältnis und der Wohnungsausstattung (jeweils 2,5) am unzufriedensten sind (Abb. 51). n= 1 391 Quelle: Landeshauptstadt Potsdam 3.3.4 Wohnsituation Bereits in den Erhebungsjahren 2013, 2015 und 2018 wurden verschiedene Kriterien zur Zufriedenheit mit der eigenen Wohnung bzw. dem eigenen Haus erhoben. Dabei konnten diese auf einer sechsstufigen Skala von 1 („vollkommen zufrieden“) bis 6 („vollkommen unzufrieden“) bewertet werden (Abb. 49). Im Zeitvergleich zeigt sich, dass 2021 für alle abgefragten Wohnkriterien Bestwerte gemessen werden konnten. Während die Bewertungen der Teilnehmenden sowohl für 2015 als auch für 2018 nahezu gleich ausfielen, wurden die Kriterien im Startjahr der Bürgerumfrage 2013 mit den geringsten Zufriedenheitswerten bedacht (Abb. 50). 52  Erwerbslose sind mit den Wohnkriterien durchschnittlich unzufriedenerer als Angehörige anderer Erwerbstypen. Umgekehrt sind diejenigen, die monatlich mehr als 4 000 Euro zur Verfügung haben, mit allen abgefragten Merkmalen zufriedener als die Personen, die niedrigeren Einkommensgruppen angehören.  In Sozialraum I (Nördliche Ortsteile), wo gleichzeitig der Anteil der Eigentümerhaushalte am höchsten ist, sind die Teilnehmenden mit den meisten Wohnkriterien zufriedener als in den anderen Sozialräumen Potsdams. Für das soziale Umfeld und die Nachbarschaft können in Sozialraum III (Potsdam West, Innenstadt, Nördliche Vorstädte) und IV (Babelsberg, Zentrum Ost) eine genauso gute Bewertung gemessen werden, während die Bewohner von Sozialraum V (Stern, Drewitz, Kirchsteigfeld) und VI (Schlaatz, Waldstadt I und II, Landeshauptstadt Potsdam, Statistischer Informationsdienst 1/2022 Leben in Potsdam – Bürgerumfrage 2021 Wohnen Abb. 49 Wie zufrieden sind Sie mit den folgenden Eigenschaften Ihrer Wohnung/Ihres Hauses bzw. mit der Wohngegend? (Ranking nach „sehr gut“) vollkommen zufrieden Wohngegend (n=2 404) 2 3 4 41,9 Grundriss (n=2 390) 26,8 Ausstattung (n=2 393) 26,2 10,3 18,1 39,4 40 % 6,7 21,1 48,9 30 % 50 % 5,4 17,1 32,7 20 % 5,2 20,4 40,1 29,1 10 % 12,5 40,1 30,9 0% vollkommen unzufrieden 37,4 32,0 Soziales Umfeld/ Nachbarschaft (n=2 403) Preis-LeistungsVerhältnis (n=2 332) Wohnung/eigenes Haus insgesamt (n= 2 368) 5 20,4 60 % 70 % 4,4 4,8 9,7 80 % 90 % 100 % Quelle: Landeshauptstadt Potsdam Abb. 50 Zufriedenheit mit den Eigenschaften der Wohnung/des Hauses 2013 bis 2021 (arithmetisches Mittel, Ranking nach 2021, Angaben für 2013, 2015, 2018 und 2021) 2013 2015 2018 2021 Wohngegend Grundriss Wohnung/eigenes Haus insgesamt soziales Umfeld/Nachbarschaft Ausstattung Preis-/Leistungs-Verhältnis 1 vollkommen zufrieden 2 3 4 5 6 vollkommen unzufrieden Quelle: Landeshauptstadt Potsdam Abb. 51 Zufriedenheit mit Eigenschaften der Wohnung/des Hauses nach Wohnstatus (arithmetisches Mittel nach Wohnstatus, Ranking nach Eigentümerhaushalten) Eigentümerhaushalte Miethaushalte Wohnung/eigenes Haus insgesamt Ausstattung Wohngegend Grundriss Preis-/Leistungs-Verhältnis soziales Umfeld/Nachbarschaft 1 vollkommen zufrieden 2 3 4 5 6 vollkommen unzufrieden Quelle: Landeshauptstadt Potsdam Potsdam Süd) mit diesen durchschnittlich am unzufriedensten sind.  Mit der Wohngegend sind die Bewohner von Sozialraum V (Stern, Drewitz, Kirchsteigfeld) am unzufriedensten. Dieses Kriterium wird in Sozialraum III (PotsLandeshauptstadt Potsdam, Statistischer Informationsdienst 1/2022 dam West, Innenstadt, Nördliche Vorstädte) am besten bewertet. Am unzufriedensten mit der Wohnung insgesamt, dem Wohnungsgrundriss sowie der ausstattung zeigen sich Teilnehmende aus Sozialraum VI (Schlaatz, Waldstadt I und II, Potsdam Süd). 53 Leben in Potsdam – Bürgerumfrage 2021 Wohnen  Alleinerziehende sind mit allen abgefragten Wohnkriterien unzufriedener als andere Haushaltstypen.  Was die Bewertung des Preis-/Leistungs-Verhältnisses betrifft, so kann vor allem für Personen, die weniger als fünf Jahre in Potsdam leben, eine größere Unzufriedenheit identifiziert werden. Mit zunehmender Wohndauer steigt diesbezüglich die Zufriedenheit.  Auch die Gruppe der Schüler, Studierenden und Auszubildenden ist mit dem Preis-/Leistungs-Verhältnis vergleichsweise unzufrieden. Zur Beurteilung der Wohnsituation gehört auch die Frage danach, ob die Wohnungen bzw. Häuser der Teilnehmenden geeignet sind, um dort auch im Alter bzw. mit möglichen körperlichen Einschränkungen weiterhin zu leben. Ohne die Berücksichtigung des Wohnstatus, also leben die Teilnehmenden zur Miete oder im Eigentum, kann für knapp die Hälfte (49,4 %) der Wohnungen eine solche Eignung festgestellt werden. Dabei ergeben sich jedoch deutliche Unterschiede, wenn die Teilnehmenden in die beiden genannten Gruppen aufgeteilt werden. So sind die Wohnungen von Mietern mit rund 45 % deutlich weniger oft dazu geeignet, um dort im Alter bzw. mit möglichen körperlichen Einschränkungen zu leben. Bei Teilnehmenden, die als Eigentümer in ihrer Wohnung oder ihrem Haus leben, sind es etwas über 60 %. Im Vergleich zu den Vorjahren kann eine leicht positive Entwicklung beobachtet werden, d. h. sowohl bei Mietern (+6,7 Prozentpunkte) als auch bei Eigentümern (+5,3 Prozentpunkte) sind entsprechend ausgestattete Wohnungen bzw. Häuser etwas verbreiteter als noch 2014 (Abb. 52). Das Baujahr der Wohngebäude spielt bei dieser Eignung eine wesentliche Rolle. Bewohner von Neubauten, die nach 2009 errichtet wurden, bewerten ihre Häuser zu 80 % als geeignet, um dort auch im Alter oder mit körperlichen Einschränkungen leben zu können. In Gebäuden, die zwischen 1991 und 2008 gebaut wurden, ist dieser Anteil fast 30 Prozentpunkte niedriger. Mehr als die Hälfte (53,3 %) der Bewohner dieser Gebäude ist der Meinung, dass man mit den genannten Einschränkungen auch weiterhin in der jetzigen Wohnung bzw. im jetzigen Haus leben kann. Bei Häusern mit einer früheren Entstehungszeit fällt dieser Anteil geringer aus. Am niedrigsten ist er mit 39 % Zustimmung zur Eignung bei Personen, die in einem Wohngebäude leben, das zwischen 1949 und 1970 errichtet wurde (Abb. 53).  Je älter die Befragten sind, desto eher leben sie nach eigener Einschätzung in einer Wohnung, die für das Wohnen im Alter oder mit körperlichen Einschränkungen geeignet ist. Bei Teilnehmenden, die 65 Jahre oder älter sind, beträgt dieser Anteil 62,1 %. Bei den unter 30-Jährigen fällt dieser mit 37,3 % deutlich niedriger aus.  Bei Teilnehmenden mit einer anerkannten Behinderung ist der Anteil derjenigen, die nach ihrer Meinung in ihren Häusern bzw. Wohnungen im Alter bzw. mit körperlichen Beeinträchtigungen leben können, höher (56,8 %) als bei Personen ohne Behinderung (48,6 %).  Bezogen auf die Potsdamer Sozialräume weisen Sozialraum I (Nördliche Ortsteile) und Sozialraum II Abb. 52 Ist Ihre jetzige Wohnung/Ihr Haus geeignet, um auch im Alter bzw. mit möglichen körperlichen Einschränkungen weiterhin dort zu leben? (Zustimmung nach Wohnstatus, Angaben für 2014, 2017 und 2021) % Miethaushalte Eigentümerhaushalte 70 60,6 58,9 60 55,3 50 44,9 40 38,2 39,1 2014 (n=1 587 und 492) 2017 (n=1 585 und 521) 30 20 10 0 2021 (n=1 725 und 685) Quelle: Landeshauptstadt Potsdam Abb. 53 Eignung des Hauses bzw. der Wohnung, um dort auch im Alter bzw. mit körperlichen Einschränkungen zu leben nach Baualtersklasse des Wohngebäudes (Zustimmung nach Baualtersklasse) 2009 oder später (n=394) 80,2 1991 bis 2008 (n=469) 53,3 1971 bis 1990 (n=417) 46,8 1949 bis 1970 (n=177) 39,0 1919 bis 1948 (n=300) 42,7 vor 1919 (n=327) 41,6 0 20 40 60 80 100 % Quelle: Landeshauptstadt Potsdam 54 Landeshauptstadt Potsdam, Statistischer Informationsdienst 1/2022 Leben in Potsdam – Bürgerumfrage 2021 Wohnen (Potsdam Nord) mit 58,1 % bzw. 57,9 % durchschnittlich den größten Anteil von Wohnungen bzw. Häusern mit einer solchen Eignung auf. In Sozialraum VI (Schlaatz, Waldstadt I und II, Potsdam Süd) ist dieser mit 43,1 % am kleinsten. Diese Beobachtung geht mit der jeweils unterschiedlichen Baualtersstruktur der Gebäude in den verschiedenen Sozialräumen einher. 3.3.5 Umzugsabsichten Die Befragungsteilnehmenden haben im Fragekomplex Wohnen auch Auskunft über mögliche Umzugsabsichten gegeben. Etwas mehr als ein Drittel (34,6 %) der Antwortenden hat vor, innerhalb der nächsten zwei Jahre aus der jetzigen Wohnung bzw. dem jetzigen Haus auszuziehen, wobei 12,2 % diese Frage klar mit „ja“ beantworteten und 22,4 % mit „möglicherweise“ einen Umzug nicht ausschließen. Demgegenüber haben knapp zweit Drittel (65,5 %) der Teilnehmenden nicht vor, in den kommenden zwei Jahren umzuziehen. Seit 2013 ist der Anteil derjenigen, die nicht umziehen möchten, leicht gestiegen. Die Umzugsabsicht zeigt somit seit Erhebungsbeginn eine leicht sinkende Tendenz (Abb. 54).  Wenig überraschend ist die Feststellung, das Mieter (43,5 % Antwortanteile „ja“ und „möglicherweise“) deutlich häufiger einen Umzug innerhalb der nächsten zwei Jahre in Erwägung ziehen als Eigentümer (12,2 %). Diese Beobachtung spiegelt sich auch auf räumlicher Ebene wider: Die geringste Bereitschaft für einen Umzug findet sich mit 24,5 % in Sozialraum I (Nördliche Ortsteile), die höchste mit 37,3 % in Sozialraum VI (Schlaatz, Waldstadt I und II, Potsdam Süd). In Sozialraum I ist der Eigentümeranteil mit 65,8 % am höchsten, während in Sozialraum VI nur 14,7 % zur Gruppe der Eigentümer gehören. Bei den folgenden Merkmalszusammenhängen werden deshalb ausschließlich die Mieter betrachtet.  Mit zunehmendem Alter sinkt die Bereitschaft für einen Umzug deutlich. Drei Viertel (76 %) der unter 30jährigen Mieter möchten in den nächsten zwei Jahren definitiv oder möglicherweise umziehen, bei den 65Jährigen und älteren sind es 21 %. Bei Schülern, StuAbb. 54 dierenden und Auszubildenden, die in der Regel auch zur jüngsten Altersgruppe gehören, ist der Umzugswunsch mit 75,5 % im Vergleich zu den anderen Erwerbstypen genauso stark ausgeprägt.  Je länger die Teilnehmenden in Potsdam wohnen, desto weniger werden Umzugswünsche geäußert. Während für 62,3 % derjenigen, die weniger als 5 Jahre in der Stadt leben, ein Umzug auf jeden Fall oder möglicherweise in Frage kommt, beträgt der Anteil bei denen, die mehr als 15 Jahre in Potsdam wohnen, etwas weniger als ein Drittel (31,5 %).  Wird der Haushaltstyp betrachtet, so kann für Paare mit Kind/ern häufiger eine Umzugsabsicht festgestellt werden (55,1 %). Bei Paaren ohne Kind/er im Haushalt sind es 34,6 %.  Darüber hinaus möchten insbesondere Mieter kleiner Wohnungen in den kommenden zwei Jahren umziehen. Dies trifft auf fast zwei Drittel (64,6 %) derjenigen zu, die in einer 1-Raum-Wohnung leben und auf 61 % der Mieter, die in einer Wohnung leben, die kleiner als 40 m² ist.  Weiterhin möchte mehr als die Hälfte (51,6%) derjenigen umziehen, die mehr als 50 % ihres Haushaltsnettoeinkommens für die monatliche Miete aufbringen. Bei Mietern in niedrigeren Mietbelastungsklassen sind es durchschnittlich 43 %, die einen Umzugswunsch äußern.  Im Vergleich zu den anderen Vermietern möchten Mieter der Wohnungsbaugenossenschaften mit einem Anteil von 35,4 % weniger oft umziehen. Bei Mietern der GEWOBA/ProPotsdam sind es 42 % und bei den Mietern sonstiger Eigentümer 46,8 %.  Der Umzugswunsch ist bei Teilnehmenden, die zur Untermiete wohnen, besonders stark ausgeprägt (66,7 %). Jeweils ein Drittel dieser Gruppe hat die Antwortoption „ja“ oder „möglicherweise“ markiert. Allerdings kann diesbezüglich nur für insgesamt 39 Untermieter eine Aussage getroffen werden. Bei den 96 Teilnehmenden, die in einem Wohnheim oder einer Wohngemeinschaft leben, werden die beiden Antworten sogar noch häufiger genannt (71,9 %). Haben Sie vor, innerhalb der nächsten zwei Jahre aus Ihrer jetzigen Wohnung/Ihrem Haus auszuziehen? (Angaben für 2013 bis 2021) ja 2021 (n=2 458) 12,2 22,4 65,5 2018 (n=2 202) 11,8 24,3 63,9 2017 (n=2 134) 12,8 24,9 62,3 2015 (n=1 875) 12,7 24,7 62,6 2014 (n=2 117) 12,3 26,4 61,3 2013 (n=2 160) 15,4 0% 10 % 27,0 20 % 30 % möglicherweise nein 57,6 40 % 50 % 60 % 70 % 80 % 90 % 100 % Quelle: Landeshauptstadt Potsdam Landeshauptstadt Potsdam, Statistischer Informationsdienst 1/2022 55 Leben in Potsdam – Bürgerumfrage 2021 Wirtschaft und Arbeit 3.4 Wirtschaft und Arbeit Im Fragenkomplex Wirtschaft und Arbeit wurden verschiedene Kriterien des Erwerbslebens sowie der wirtschaftlichen Situation der Befragungsteilnehmenden erhoben. Weiterhin konnten sich die Befragten zur allgemeinen wirtschaftlichen Lage in Potsdam äußern. Einige Merkmale der Teilnehmenden, die thematisch zu diesem Fragenkomplex gehören (z. B. Erwerbsstatus, Haushaltsnettoeinkommen), wurden bereits in Kapitel 3.1 untersucht. 3.4.1 Erwerbsleben und Arbeitsplatz Zunächst soll die Struktur des Erwerbslebens der Potsdamerinnen und Potsdamer näher untersucht werden. Über 60 % aller Teilnehmenden gehen einer Erwerbstätigkeit nach (vgl. Abb. 13, S. 17). Etwas mehr als jeder zehnte Erwerbstätige übt dabei mehrere Beschäftigungsverhältnisse aus (10,4 %). Dieser Anteil ist bei der Gruppe der Selbstständigen und Freiberufler mit einem Anteil von mehr als 15 % etwas stärker ausgeprägt (Abb. 55), allerdings war dieser Wert in der vorherigen Erhebung mit 26,5 % deutlich höher.  Durchschnittlich verbreiteter sind mehrere Beschäftigungsverhältnisse bei Teilnehmenden mit Migrationshintergrund. 18,7 % dieser Gruppe zählen dazu, bei den Erwerbstätigen ohne Migrationshintergrund sind es 9,3 %.  Weiterhin üben Teilnehmende mit einer anerkannten Behinderung häufiger (15,1 %) mehrere Beschäftigungen aus als Personen ohne Behinderung (9,3 %). Abb. 55 Teilnehmende mit mehreren Beschäftigungsverhältnissen nach Erwerbsstatus Erwerbstätige (n=1 530) ¹ Des Weiteren haben die Umfrageteilnehmenden nähere Angaben zu ihrer wöchentlichen Arbeitszeit gemacht. So arbeiten 61,3 % der Erwerbstätigen demnach in Vollzeit, d. h. 40 Stunden (oder mehr) pro Woche, und die übrigen 38,7 % in Teilzeit. Seitdem die Frage 2015 in den Erhebungsbogen der Bürgerumfrage aufgenommen wurde, hat sich der Teilzeitanteil leicht vergrößert. 2015 gaben 34,9 % der Erwerbstätigen an, weniger als 40 Stunden pro Woche zu arbeiten (Abb. 56). Abb. 56 Teilnehmende nach Voll- und Teilzeitbeschäftigung 2015 bis 2021 Vollzeit Teilzeit 2021 (n=1 539) 61,3 38,7 2018 (n=1 420) 62,5 37,5 2017 (n=1 359) 63,0 37,0 2015 (n=1 151) 65,1 34,9 0% 10,4 20 % 40 % 60 % 80 % 100 % Quelle: Landeshauptstadt Potsdam darunter: Selbstständige und freiberuflich Tätige (n=188) 15,4 Arbeiter/innen (n=153) 13,1 Angestellte (n=996) 10,2 Beamte und Berufssoldaten (n=156) 3,8 0 5 10 15 20 % ¹ Inklusive Teilnehmenden, die bezüglich ihrer Erwerbssituation „Sonstige“ markiert haben. Quelle: Landeshauptstadt Potsdam 56  In der Einkommensklasse 1 000 bis unter 2 000 Euro kommen mehrere Beschäftigungsverhältnisse mit 17 % am häufigsten vor, während dies in der höchsten Einkommensklasse von 4 000 Euro und mehr mit 9,4 % anteilig deutlich weniger Teilnehmende angeben. Aufgrund der zu geringen Fallzahl lässt sich für Einkommen unter 1 000 Euro keine Aussage treffen. Ungefähr jeder vierte Teilzeitbeschäftigte (24,3 %) hat eine wöchentliche Arbeitszeit von 31 bis unter 40 Stunden zu absolvieren, 10,6 % arbeiten 21 bis 30 Stunden. Nur ein vergleichsweise sehr kleiner Teil (3,8 %) ist in einem Umfang von 20 Wochenstunden oder weniger beschäftigt (Abb. 57). Innerhalb der Gruppe der Erwerbstätigen können einige Unterschiede festgestellt werden. Beamte und Berufssoldaten weisen mit fast 90 % unter allen Erwerbstypen den größten Anteil an Vollzeitbeschäftigung auf, keiner der Teilnehmenden hat eine Beschäftigung von 20 Stunden oder weniger angegeben. Der Anteil der Teilzeitarbeitenden ist bei den Beamten und Berufssoldaten mit rund 12 % am geringsten ausgeprägt. Die anderen drei Erwerbsgruppen weisen recht ähnliche Vollzeitanteile zwischen 64,2 % (Selbstständige und Freiberufler), 58,4 % (Angestellte) und 57,4 % (Arbeiter/innen) auf (Abb. 57). Landeshauptstadt Potsdam, Statistischer Informationsdienst 1/2022 Leben in Potsdam – Bürgerumfrage 2021 Wirtschaft und Arbeit Abb. 57 Wöchentliche Arbeitszeit nach Erwerbsstatus 40 Stunden (oder mehr) 31 bis unter 40 Stunden Erwerbstätige (n=1 539) ¹ darunter: 21 bis 30 Stunden 61,3 20 Stunden oder weniger 24,3 Beamte und Berufssoldaten (n=157) 10,6 87,9 Selbstständige und freiberuflich Tätige (n=187) 7,6 4,5 64,2 Angestellte (n=1 009) 58,4 Arbeiter/innen (n=155) 57,4 0% 10 % 20 % 17,6 12,3 27,1 11,6 32,3 30 % 40 % 50 % 60 % 70 % 5,9 7,1 80 % 90 % 100 % ¹ Inklusive Teilnehmenden, die bezüglich ihrer Erwerbssituation „Sonstige“ markiert haben. Quelle: Landeshauptstadt Potsdam  Männer (72 %) gehen häufiger einer Vollbeschäftigung nach als Frauen (51,2 %). Auf einen teilzeitbeschäftigten Mann kommen demnach fast zwei teilzeitbeschäftigte Frauen.  Gegenüber anderen Haushaltstypen ist der Anteil der Vollzeitbeschäftigten bei Alleinerziehenden am kleinsten. Nur 47,8 % gehen 40 Stunden oder mehr wöchentlich zur Arbeit. Demgegenüber weisen Alleinlebende mit 64,9 % den höchsten Anteil an Erwerbstätigen in Vollbeschäftigung auf.  Die Einkommensklasse mit dem höchsten Haushaltsnettoeinkommen von 4 000 Euro oder mehr weist gegenüber den anderen Klassen den größten Anteil an Vollzeiterwerbstätigen (66,5 %) auf. Insgesamt 2,9 % der erwerbstätigen Teilnehmenden geben des Weiteren an, dass sie in einem befristeten Arbeitsverhältnis beschäftigt sind. Alle Befragten, die in einem unbefristeten Arbeitsverhältnis stehen, sollten ihren Arbeitsplatz nach seiner Sicherheit bzw. UnsicherAbb. 58 heit beurteilen. 47,3 %, und damit die meisten der Teilnehmenden, schätzen ihren Arbeitsplatz demnach als „sehr sicher“ ein. Ein etwas geringerer Anteil von 42,4 % bewertet das Beschäftigungsverhältnis als „eher sicher“. 8,1 % schätzen den eigenen Job als „eher unsicher“ ein, während 2,2 % angeben, ihr Arbeitsplatz sei „sehr unsicher“. Tendenziell wird der eigene Arbeitsplatz 2021 sicherer als in allen vorangegangenen Erhebungen der Bürgerumfrage „Leben in Potsdam“ bewertet. Der Anteil derjenigen, die den eigenen Arbeitsplatz als „sehr sicher“ einstuft, ist im Erhebungsjahr 2021 sogar noch einmal um 6,8 Prozentpunkte höher als im Jahr 2018, als der bisherige Spitzenwert (40,5 %) gemessen wurde. Die Anteile der Antworten „eher unsicher“ und „sehr unsicher“ sind im selben Zeitraum allerdings leicht gestiegen, was an den Auswirkungen der CoronaPandemie auf viele Branchen liegen kann. Im Vergleich zum Startjahr der Erhebung in 2013 haben sich dennoch vor allem der Anteil der Antwortoption „eher unsicher“ deutlich reduziert (Abb. 58). Für wie sicher halten Sie Ihren jetzigen Arbeitsplatz? ¹ (Angaben für 2013 bis 2021) sehr sicher 2021 (n=1 483) eher sicher eher unsicher 47,3 2018 (n=1 329) 42,4 40,5 2017 (n=1 296) 10 % 10,9 50,9 27,4 0% 8,1 54,6 33,5 2013 (n=1 244) 6,9 51,9 31,9 2014 (n=1 296) 8,1 51,1 38,0 2015 (n=1 180) sehr unsicher 13,0 55,6 20 % 30 % 40 % 50 % 14,5 60 % 70 % 80 % 90 % 100 % ¹ Erwerbstätige, ohne Teilnehmende mit befristeten Arbeitsverhältnissen. Quelle: Landeshauptstadt Potsdam Landeshauptstadt Potsdam, Statistischer Informationsdienst 1/2022 57 Leben in Potsdam – Bürgerumfrage 2021 Wirtschaft und Arbeit Abb. 59 Einschätzung der Arbeitsplatzsicherheit nach Erwerbsstatus sehr sicher Erwerbstätige (n=1 483) darunter: Beamte und Berufssoldaten (n=155) eher sicher eher unsicher 47,3 sehr unsicher 42,4 8,1 92,3 Angestellte (n=976) 7,1 45,2 Selbstständige und freiberuflich Tätige (n=177) 46,2 35,0 Arbeiter/in (n=148) 41,8 32,4 0% 10 % 20 % 7,0 18,6 54,7 30 % 40 % 50 % 60 % 4,5 8,8 70 % 80 % 90 % 4,1 100 % ¹ Inklusive Teilnehmenden, die bezüglich ihrer Erwerbssituation „Sonstige“ markiert haben. Quelle: Landeshauptstadt Potsdam Von den verschiedenen Typen der Erwerbstätigen wird die Arbeitsplatzsicherheit durchaus unterschiedlich bewertet. So schätzen nahezu alle Beamten und Berufssoldaten (92,3 %) den eigenen Arbeitsplatz als „sehr sicher“ ein, während dieser Anteil bei den Arbeiter/innen 32,4 % beträgt. Dass der Arbeitsplatz „eher unsicher“ bzw. „sehr unsicher“ ist, wird am ehesten von den Selbstständigen und Freiberuflern so gesehen. Fast ein Viertel dieser Gruppe nimmt eine dieser beiden Bewertungen vor. Bei der Gruppe der Beamten und Berufssoldaten markiert niemand eine dieser beiden Bewertungen (Abb. 59).  Der Anteil derjenigen, der in einem befristeten Arbeitsplatzverhältnis beschäftigt ist, ist bei Teilnehmenden unter 30 Jahren mit 9,1 % besonders hoch. Bei den 50- bis unter 65-Jährigen sind es 1,1 %.  Weiterhin hängt der Anteil der Erwerbstätigen mit einem befristeten Arbeitsplatz mit dem monatlichen Haushaltsnettoeinkommen zusammen. Während 1,7 % derjenigen mit einem monatlichen Einkommen von 4 000 Euro oder mehr angeben, dass sie in einem befristeten Arbeitsplatzverhältnis stehen, so sind es bei Teilnehmenden in der Einkommensgruppe von 1 000 Euro bis unter 2 000 Euro 8,1 %. Für diejenigen mit einem Einkommen unter 1 000 Euro lässt sich aufgrund der geringen Fallzahl keine Aussage treffen.  Die Höhe des monatlichen Haushaltsnettoeinkommens wirkt sich auf die empfundene Arbeitsplatzsicherheit aus. Während 27,5 % der Teilnehmenden in der Einkommensklasse von 1 000 bis 2 000 Euro ihren Arbeitsplatz als „sehr sicher“ einstufen, sind es bei Personen mit Einkommen von 4 000 Euro oder mehr 57,9 %.  Je höher der allgemeine Schulabschluss ist, desto größer ist der Anteil der Befragten, die den jetzigen Arbeitsplatz als „sehr sicher“ empfinden.  Teilnehmende mit Migrationshintergrund schätzen ihren Arbeitsplatz unsicherer ein („eher unsicher“ und „sehr unsicher“: 15,8 %) als Personen ohne Migrationshintergrund (9,2 %). Ein ähnlicher Effekt kann beim Merkmal Behinderung beobachtet werden.  Bei Teilnehmenden mit einer anerkannten Behinderung liegt der Anteil der beiden Antwortkategorien bei 15,4 %, bei Personen ohne eine solche Behinderung sind es 9,7 %.  Darüber hinaus ist der Anteil der Alleinerziehenden, die ihren Arbeitsplatz als „sehr sicher“ einschätzen, mit 35,2 % deutlich kleiner als bei anderen Haushaltstypen. 3.4.2 Öffentliche Grundsicherung Des Weiteren wurde im Themenkomplex Wirtschaft und Arbeit erhoben, wie groß der Anteil der Empfänger von grundsichernden Sozialleistungen ist. Dazu zählen Arbeitslosengeld I und II, Sozialgeld, Wohngeld, Grundsicherung im Alter und bei Erwerbsminderung sowie Eingliederungshilfe, Hilfe zur Pflege und BAföG. Insgesamt 7,9 % der Teilnehmenden geben an, Grundsicherungsleistungen zu beziehen. Darunter sind in erster Linie erwerbslose Befragte (82,4 %), aber auch 28 % der Studierenden, die wahrscheinlich BAföG erhalten. Bei den Schülern und Auszubildenden sind es 22,8 %. Mit 22,5 % ist der Anteil bei denjenigen, die einen „sonstigen Erwerbsstatus“ vermerkt haben, ähnlich hoch. Zudem beziehen 7,4 % der Rentner und Pensionäre sowie ein kleiner Teil der Erwerbstätigen (1,8 %) Leistungen der Grundsicherung (Tab. 13).  Der Anteil derjenigen, die Grundsicherungsleistungen erhalten, ist bei den unter 30-Jährigen mit durchschnittlich 18,6 % im Vergleich zu allen anderen Altersgruppen fast dreimal so hoch.  Der Anteil der Leistungsempfänger sinkt mit einem höheren allgemeinen Schulabschluss. 58 Landeshauptstadt Potsdam, Statistischer Informationsdienst 1/2022 Leben in Potsdam – Bürgerumfrage 2021 Wirtschaft und Arbeit Tab. 13  Sozialraum I (Nördliche Ortsteile) weist mit einem Anteil von 3 % die wenigsten Leistungsempfänger auf. Ihr Anteil ist unter allen Potsdamer Sozialräumen in Sozialraum V (Stern, Drewitz, Kirchsteigfeld) und in Sozialraum VI (Schlaatz, Waldstadt I und II, Potsdam Süd) mit 10,8 % bzw. 10,7 % am höchsten. Empfänger von Grundsicherungsleistungen nach Erwerbsstatus Erwerbsstatus % Erwerbslose (n=68) 82,4 Studierende (n=125) 28,0 Schüler und Auszubildende (n=79) 22,8 sonstiger Erwerbsstatus (n=40) 22,5 Rentner und Pensionäre (n=578) Erwerbstätige (n=1 483) 7,4 Insgesamt (n=2 373) 7,9 3.4.3 Bei der Bewertung verschiedener wirtschaftlicher Kriterien in Potsdam schneidet die persönliche, gegenwärtige Situation am besten ab. Dabei konnte für dieses Kriterium die beste Bewertung seit dem Erhebungsstart der Bürgerumfrage im Jahr 2013 gemessen werden (siehe auch Abb. 62, S. 61). Zwei Drittel der gültigen Antworten entfallen auf die Antwortkategorien „sehr gut“ (18,3 %) und „gut“ (48,2 %). Im Gegensatz dazu beurteilen etwas weniger als 6 % der Befragungsteilnehmenden die eigene wirtschaftliche Lage als „mangelhaft“ (3,7 %) oder „ungenügend“ (2 %). 1,8 Quelle: Landeshauptstadt Potsdam  Mit 19,6 % ist der Anteil an Leistungsempfängern bei Personen mit Migrationshintergrund um mehr als 13 Prozentpunkte höher als bei Teilnehmenden ohne dieses Merkmal (6,2 %).  Bei Alleinerziehenden (14,3 %) und Alleinlebenden (15,4 %) ist der Anteil derjenigen, die öffentliche Grundsicherungsleistungen beziehen, ungefähr doppelt so hoch wie im Durchschnitt. Sehr positiv werden darüber hinaus die beruflichen Fortbildungsmöglichkeiten bewertet. Auch hier erhalten die beiden besten Bewertungen mehr als 50 % an allen Antworten. Knapp dahinter folgt das Ausbildungsplatzangebot.  16,7 % der Teilnehmenden, die mit einer anerkannten Behinderung leben, beziehen Leistungen der öffentlichen Grundsicherung. Bei Personen ohne eine Behinderung sind es 7 %. Am schlechtesten werden die Verdienstmöglichkeiten in Potsdam beurteilt. Rund 13 % der Befragten bewerten dieses Kriterium mit „mangelhaft“ (9,8 %) oder „ungenügend“ (2,8 %). Knapp 40 % schätzen die Verdienstmöglichkeiten als „gut“ ein, nur 2,9 % vergeben hier die Note „sehr gut“. Etwas positiver wird das Arbeitsplatzangebot beurteilt. Weniger als die Hälfte der Teilnehmenden bewertet dieses mit „gut“ (43,5%) oder sogar „sehr gut“ (5,2 %). Rund 15 % bewerten das Angebot an Arbeitsplätzen als „mangelhaft“ (9,6 %) oder „ungenügend“ (2,4 %) (Abb. 60).  60,2 % der Teilnehmenden, deren monatliches Haushaltsnettoeinkommen weniger als 1 000 Euro beträgt, erhalten öffentliche Grundsicherungsleistungen. Dieser Anteil sinkt in der nächst höheren Einkommensklasse (1 000 bis unter 2 000 Euro) auf 14,7 %, in der höchsten Einkommensklasse ist der Anteil von Leistungsempfängern mit 2 % äußerst gering. Abb. 60 Zufriedenheit mit Wirtschaftskriterien Wie beurteilen Sie die folgenden wirtschaftlichen Aspekte in Potsdam? (Ranking nach „sehr gut“) sehr gut Ihre persönliche, gegenwärtige wirtschaftliche Situation (n=2 232) gut befriedigend 7,8 Ausbildungsplatzangebot (n=948) 7,5 40,8 Beratungsangebot zur beruflichen Orientierung (n=924) 7,5 40,0 26,2 29,9 10 % 20 % 33,8 30 % 40 % 50 % 60 % 10,4 11,9 31,9 39,4 9,4 3,7 10,3 27,1 43,5 Verdienstmöglichkeiten (n=1 440) ungenügend 18,4 46,5 5,2 0% mangelhaft 48,2 18,3 berufliche Fortbildungsmöglichkeiten (n=1 236) Arbeitsplatzangebot (n=1 431) ausreichend 7,4 11,3 70 % 80 % 7,3 9,8 9,8 3,7 9,6 9,8 90 % 100 % Quelle: Landeshauptstadt Potsdam Landeshauptstadt Potsdam, Statistischer Informationsdienst 1/2022 59 Leben in Potsdam – Bürgerumfrage 2021 Wirtschaft und Arbeit  Teilnehmende unter 30 Jahre bewerten die persönliche, gegenwärtige wirtschaftliche Situation verglichen mit den anderen Altersgruppen am schlechtesten. Die Auswertung der Kriterien nach dem Erwerbsstatus zeigt, dass alle Merkmale von Erwerbslosen erheblich schlechter bewertet werden als von anderen Erwerbsgruppen. Besonders groß ist die Differenz bezüglich der Einschätzung der persönlichen, gegenwärtigen wirtschaftlichen Situation und bei der Einschätzung der Verdienstmöglichkeiten sowie beim Arbeitsplatzangebot. Die eigene wirtschaftliche Situation ist darüber hinaus das einzige Kriterium, welches von den Erwerbstätigen deutlich positiver bewertet wird als von den Schülern, Studierenden und Auszubildenden.  Von Ein-Personen-Haushalten wird die eigene, gegenwärtige wirtschaftliche Situation schlechter bewertet als von anderen Haushaltsgrößen.  Menschen mit einer anerkannten Behinderung bewerten ihre gegenwärtige wirtschaftliche Lage schlechter als Teilnehmende ohne Behinderung.  Personen mit Migrationshintergrund bewerten alle abgefragten Wirtschaftskriterien schlechter als Personen ohne einen Migrationshintergrund. Bei den übrigen Aspekten unterscheiden sich die beiden Gruppen nur unwesentlich. Das Arbeitsplatzangebot und die Verdienstmöglichkeiten werden diesbezüglich von den Erwerbstätigen leicht besser bewertet. Umgekehrt werden die Kriterien berufliche Fortbildungsmöglichkeiten, Ausbildungsplatzangebot und Beratungsangebot zur beruflichen Orientierung von der Gruppe der Schüler, Studierenden und Auszubildenden positiver eingeschätzt (Abb. 61).  Bis auf das Arbeitsplatzangebot und die Verdienstmöglichkeiten werden alle anderen Kriterien umso positiver bewertet, je höher der allgemeine Schulabschluss ist.  Alle erhobenen Aspekte zur wirtschaftlichen Situation in Potsdam werden von Teilnehmenden, die zur höchsten Einkommensgruppe von 4 000 Euro und mehr zählen, deutlich besser bewertet. Abb. 61 Bewertung wirtschaftlicher Aspekte in Potsdam nach Erwerbsstatus (arithmetisches Mittel, Ranking nach Erwerbstätigen) Erwerbstätige Schüler/Auszubildende/Studierende Erwerbslose persönliche, gegenwärtige wirtschaftliche Situation berufliche Fortbildungsmöglichkeiten Arbeitsplatzangebot Ausbildungsplatzangebot Beratungsangebot zur beruflichen Orientierung Verdienstmöglichkeiten 1 sehr gut 2 gut 3 befriedigend 4 ausreichend 5 mangelhaft Quelle: Landeshauptstadt Potsdam 60 Landeshauptstadt Potsdam, Statistischer Informationsdienst 1/2022 Leben in Potsdam – Bürgerumfrage 2021 Wirtschaft und Arbeit Abb. 62 Bewertung wirtschaftlicher Aspekte in Potsdam 2013 bis 2021 (arithmetisches Mittel, Ranking nach 2021) 2013 2015 2018 2021 persönliche, gegenwärtige wirtschaftliche Situation berufliche Fortbildungsmöglichkeiten Ausbildungsplatzangebot Arbeitsplatzangebot Beratungsangebot zur beruflichen Orientierung ¹ Verdienstmöglichkeiten 1 sehr gut 2 gut 3 befriedigend 4 ausreichend 5 mangelhaft ¹ erstmalige Abfrage 2015 Quelle: Landeshauptstadt Potsdam Verglichen mit den vorherigen Erhebungen der Bürgerumfrage „Leben in Potsdam“, bei denen die wirtschaftlichen Aspekte in Potsdam abgefragt wurden, zeigt sich insgesamt eine positive Tendenz bezüglich ihrer Bewertung. Die größte Verbesserung gegenüber 2013 kann für die Verdienstmöglichkeiten in Potsdam festgestellt werden. Der Durchschnittswert (arithmetisches Mittel) hat sich um mehr als eine halbe Note (+0,54) gegenüber der ersten Erhebung der Bürgerumfrage „Leben in Potsdam“ verbessert. Genau um eine halbe Note haben sich im 8-Jahresvergleich das Arbeitsplatzangebot und die persönliche, gegenwärtige wirtschaftliche Situation nach vorne geschoben. Die Corona-Pandemie führt im Jahr 2021 zu keiner schlechteren Bewertung der Landeshauptstadt Potsdam, Statistischer Informationsdienst 1/2022 genannten Wirtschaftskriterien, sodass davon ausgegangen werden kann, dass nur ein vergleichsweise kleiner Bevölkerungsteil pandemiebedingt unter wirtschaftlichen Folgen zu leiden hat oder die Teilnehmenden der Pandemie nur kurzfristige negative Folgen beimessen. Im Vergleich zur letzten Erhebung im Jahr 2018 werden das Beratungsangebot zur beruflichen Orientierung und das Arbeitsplatzangebot nahezu gleich bewertet. Das einzige Kriterium, was 2021 im Vergleich zur Vorerhebung schlechter bewertet wird, ist das Ausbildungsplatzangebot. Hier kann ein Zusammenhang mit der Corona-Pandemie nicht ausgeschlossen werden, da Betriebe pandemiebedingt weniger Ausbildungsplätze zur Verfügung stellen (Abb. 62). 61 Leben in Potsdam – Bürgerumfrage 2021 Verkehr und Mobilität 3.5 Verkehr und Mobilität 3.5.1 Verkehrsmittel und Arbeitsort Mit insgesamt 36 % ist der Anteil des Autos (inklusive motorisierter Zweiräder) bei den Wegen zur Arbeit, Schule und Ausbildung am größten. Gegenüber 2018 ist der Anteil des motorisierten Individualverkehrs (MIV) mit einer Zunahme um 3,3 Prozentpunkte leicht gestiegen. Dies stellt die größte Zunahme dar, bei den Wegezwecken Einkäufe und Erledigungen hat sich der Anteil des Autos nur leicht vergrößert (+0,4 Prozentpunkte) und liegt mit einem Gesamtanteil von 35,7 % auf dem gleichen Niveau wie bei den Arbeitswegen. Bei Wegen, die für Freizeitaktivitäten (-1,7 Prozentpunkte) zurückgelegt werden und Fahrten in die Innenstadt (-0,5 Prozentpunkte) hat sich der Anteil des MIV leicht reduziert. Abgenommen hat im Dreijahresvergleich bei allen Wegezwecken die Bedeutung des ÖPNV. Der Rückgang beträgt zwischen -2 und -5,1 Prozentpunkte, wobei dieser bei der Nutzung der Öffentlichen Verkehrsmittel Wie sich die teilnehmenden Potsdamerinnen und Potsdamer zu verschiedenen Zwecken fortbewegen, wurde im Fragenkomplex Verkehr und Mobilität erhoben. Für die unterschiedliche Wegezwecke (zur Arbeit, Schule, Ausbildung – für Einkäufe und Erledigungen – für Freizeitaktivitäten – für den Weg in die Potsdamer Innenstadt) konnte auf dem Fragebogen eine Mehrfachauswahl vorgenommen werden, falls die Teilnehmenden regelmäßig Strecken mit verschiedenen Verkehrsmitteln zurücklegen. Abbildung 63 zeigt für die Erhebungsjahre 2018 und 2021, wie die jeweiligen Verkehrsmittel entsprechend dem Wegezweck unterschiedlich stark genutzt wurden. Bei allen Wegezwecken wird der sogenannte „Umweltverbund“ (ÖPNV, Fahrrad und zu Fuß) am stärksten genutzt; hier vor allem auf dem Weg in die Potsdamer Innenstadt. Auf den Umweltverbund setzen dabei sowohl 2018 als auch 2021 rund 80 % der Teilnehmenden. Abb. 63 Welches Verkehrsmittel benutzen Sie überwiegend für welchen Zweck? Falls Wege regelmäßig mit mehreren Verkehrsmitteln zurückgelegt werden, bitte alle angeben. (Mehrfachantworten, Angaben für 2018 und 2021) 1 Auto/motorisiertes Zweirad Öffentliche Verkehrsmittel Fahrrad zu Fuß zur Arbeit, Schule, Ausbildung 2021 (n=2 461) 36,0 2018 (n=2 329) 26,6 32,7 29,4 27,3 10,1 28,6 9,3 für Einkäufe und Erledigungen 2021 (n=3 778) 35,7 11,0 2018 (n=3 472) 35,3 13,0 24,7 28,6 25,2 26,5 für Freizeitaktivitäten 2021 (n=4 128) 24,2 2018 (n=3 741) 25,9 17,2 33,5 22,3 25,1 31,9 19,9 für den Weg in die Potsdamer Innenstadt 2021 (n=3 600) 20,3 2018 (n=3 392) 19,8 0% 1 10 % 30,1 30,5 32,9 20 % 30 % 19,1 29,2 40 % 50 % 60 % 70 % 18,0 80 % 90 % 100 % Erhebungszeiträume: August bis Oktober 2018 sowie April bis Juni 2021 Quelle: Landeshauptstadt Potsdam 62 Landeshauptstadt Potsdam, Statistischer Informationsdienst 1/2022 Leben in Potsdam – Bürgerumfrage 2021 Verkehr und Mobilität für den Weg in die Innenstadt am größten ausfällt. Diese Beobachtung kann mit der Corona-Pandemie im Zusammenhang stehen, während der die Nutzendenzahlen von Bussen und Bahnen deutlich zurückgegangen sind. Durchschnittlich am häufigsten werden die Öffentlichen Verkehrsmittel genutzt, um in die Potsdamer Innenstadt zu gelangen (30,1 %). Andererseits konnte im Jahr 2021 für das Zurücklegen der Wege zu Fuß ein Anstieg verzeichnet werden. Dieser betrug bei den abgefragten Wegezwecken zwischen 1 und 5,2 Prozentpunkte. Vor allem bei Freizeitaktivitäten wurden häufiger Wege zu Fuß erledigt. Auch diese Verschiebung kann coronabedingt sein. Es kann vermutet werden, dass insbesondere Freizeitaktivitäten aufgrund des geringeren Angebots und des schwereren Zugangs vermehrt in der Nähe des eigenen Wohnumfeldes und damit fußläufig aufgesucht wurden. Der Anteil der Wege zu Fuß ist mit 28,6 % für Einkäufe und Erledigungen am größten. Die Nutzung des Fahrrads blieb über beide Erhebungsjahre für die einzelnen Wegzwecke relativ konstant und ist bei den Freizeitaktivitäten am bedeutsamsten (33,5 %). Einkäufe hingegen werden weniger oft (24,7 %) mit dem Fahrrad erledigt (Abb. 63). Darüber hinaus lohnt ein Blick auf die Zahl der markierten Antworten je Wegezweck, die in Abbildung 63 mit „n“ angegeben ist. Unter Berücksichtigung der Gesamtzahl der Teilnehmenden (n=2 471) wird deutlich, dass diese in ihrer Freizeit am ehesten auf unterschiedliche Verkehrsmittel zurückgreifen. Durchschnittlich werden hierfür 1,7 Verkehrsmittel markiert, bei Einkäufen und Erledigungen sind es 1,6, auf dem Weg in die Potsdamer Innenstadt 1,5. Dieser Wert fällt beim Weg zur Arbeit, Schule oder Ausbildung mit 1,3 am geringsten aus, was verdeutlicht, dass hier kaum vom favorisierten Verkehrsmittel abgewichen wird. Da im Frageblock Wirtschaft und Arbeit der Arbeitsbzw. Ausbildungsort der Teilnehmenden erhoben wurde, können die Verkehrsmittel für den Weg zur Arbeit, Schule oder Ausbildung nach den jeweiligen Zielorten Abb. 64 ausgewertet werden. Mehr als die Hälfte (58 %) der Teilnehmenden arbeitet innerhalb der Stadtgrenzen, besucht dort die Schule oder geht in Potsdam einer Ausbildung nach. Etwas mehr als ein Viertel (26,7 %) pendelt dafür nach Berlin, während 15,3 % in einen anderen Ort fahren. Diejenigen, die in Potsdam einer Arbeit oder einer Ausbildung nachgehen, teilen sich auf in ein Drittel (33,4 %) mit einem Ziel nördlich der Havel, und ein Viertel (24,6 %), das südlich der Havel zur Schule geht oder arbeitet. Bezogen auf die Teilnehmenden, die innerhalb der Stadt erwerbstätig sind, studieren oder zur Schule gehen, bedeutet das, dass 57,6 % dies nördlich der Havel tun und 42,4 % südlich der Havel (Abb. 64). Wird zusätzlich der Wohnort der Umfrageteilnehmenden berücksichtigt, wird deutlich, von wo aus in Potsdam die Arbeitswege wohin zurückgelegt werden. Dabei ist nach Stadt- bzw. Ortsteil derjenige Arbeitsort dargestellt, den die Umfrageteilnehmenden am häufigsten angegeben haben. Bei ähnlich vielen Angaben fanden beide Arbeitsorte Berücksichtigung (Abb. 65). Ein Großteil der Teilnehmenden aus den nördlichen Ortsteilen pendelt demnach für die Arbeit, Ausbildung oder Schule nach Berlin. Für Neu Fahrland, Fahrland, Satzkorn, Marquardt und Uetz-Paaren ist zudem der Potsdamer Norden ein wesentlicher Zielort. Die an Berlin angrenzenden Stadtteile Klein Glienicke sowie Babelsberg Nord weisen ein vergleichsweise großes Pendlerverhalten nach Berlin auf. Eher gleichrangig verteilen sich die Befragungsteilnehmenden vom Hauptbahnhof, Brauhausberg und der Templiner und Teltower Vorstadt auf Berlin und das Potsdamer Stadtgebiet nördlich der Havel. Während Teilnehmende vom Stern sowohl nach Berlin pendeln, als auch im Süden Potsdams bleiben, verteilen sich die Arbeitswege für Bewohnerinnen und Bewohner aus Waldstadt II gleichstark auf den Norden und Süden Potsdams. Die Bevölkerung der restlichen Ortsteile verbleibt bei ihren täglichen Wegen zur Arbeit, Schule oder Ausbildung in wohnortnahen Gebieten ohne Überquerung der Havel. Wo befindet sich Ihr Arbeits-/Ausbildungs-/Studienort bzw. Ihre Schule? (nur Erwerbstätige, Studierende, Auszubildende und Schüler) woanders 15,3 % nördlich der Havel 33,4 % Potsdam 58,0 % südlich der Havel 24,6 % Berlin 26,7 % n=1 667 n=967 Quelle: Landeshauptstadt Potsdam Landeshauptstadt Potsdam, Statistischer Informationsdienst 1/2022 63 Leben in Potsdam – Bürgerumfrage 2021 Verkehr und Mobilität Abb. 65 Überwiegender Arbeits-, Schul- und Ausbildungsort der Teilnehmenden nach Wohnort (Stadtbzw. Ortsteil) in Potsdam (nur Erwerbstätige, Studierende, Auszubildende und Schüler) 102 101 201 202 301 303 302 402 401 Arbeits-, Ausbildungs oder Studienort 403 304 501 602 Potsdam, nördl. der Havel 601 502 603 Potsdam, südl. der Havel 604 101 Groß Glienicke, Krampnitz, Sacrow 102 Neu Fahrland, Fahrland, Satzkorn, Marquardt, Uetz-Paaren 201 Bornim, Bornstedt, Nedlitz, Am Ruinenberg, Rote Kasernen 202 Eiche, Grube, Golm 301 Nauener und Berliner Vorstadt 302 Innenstadt, Am Weinberg 303 Brandenburger Vorstadt 304 Potsdam West 401 Zentrum Ost, Nuthepark 402 Babelsberg Nord, Klein Glienicke 403 Babelsberg Süd 501 Stern 502 Drewitz 503 Alt Drewitz, Kirchsteigfeld 601 Hauptbahnhof, Brauhausberg, Templiner und Teltower Vorstadt 602 Schlaatz 603 Waldstadt I, Industriegelände 604 Waldstadt II 503 Berlin PnPs Gewässer PnB PsB Quelle: Landeshauptstadt Potsdam Abb. 66 Überwiegend genutztes Verkehrsmittel der Teilnehmenden für den Weg zur Arbeit, Schule und Ausbildung innerhalb Potsdams (nur Erwerbstätige, Studierende, Auszubildende und Schüler) 102 101 201 202 301 303 302 402 401 überwiegendes Verkehrsmittel Auto/motorisiertes Zweirad Öffentliche Verkehrsmittel 403 304 501 602 601 502 603 604 101 Groß Glienicke, Krampnitz, Sacrow 102 Neu Fahrland, Fahrland, Satzkorn, Marquardt, Uetz-Paaren 201 Bornim, Bornstedt, Nedlitz, Am Ruinenberg, Rote Kasernen 202 Eiche, Grube, Golm 301 Nauener und Berliner Vorstadt 302 Innenstadt, Am Weinberg 303 Brandenburger Vorstadt 304 Potsdam West 401 Zentrum Ost, Nuthepark 402 Babelsberg Nord, Klein Glienicke 403 Babelsberg Süd 501 Stern 502 Drewitz 503 Alt Drewitz, Kirchsteigfeld 601 Hauptbahnhof, Brauhausberg, Templiner und Teltower Vorstadt 602 Schlaatz 603 Waldstadt I, Industriegelände 604 Waldstadt II 503 Fahrrad 3,00000001 - 13,0000000 Gewässer 13,0000001 - 23,0000000 Quelle: Landeshauptstadt Potsdam 64 Landeshauptstadt Potsdam, Statistischer Informationsdienst 1/2022 Leben in Potsdam – Bürgerumfrage 2021 Verkehr und Mobilität 3.5.3 Autoärmere Innenstadt Analog dazu kann das je nach Stadt- bzw. Ortsteil überwiegend gewählte Verkehrsmittel für den Weg zur Arbeit, Schule oder Ausbildung innerhalb Potsdams dargestellt werden. Teilnehmende aus den Nördlichen Ortsteilen nutzen für ihre täglichen Wege vornehmlich das Auto. In den westlich gelegen Ortsteilen Eiche, Grube und Golm sind das Auto und das Fahrrad gleich stark vertreten. In den restlichen Gebieten nördlich der Havel ist das Fahrrad das meist genutzte Verkehrsmittel für diesen Wegezweck. Auch in Klein Glienicke, Babelsberg Nord und Süd sowie Hauptbahnhof, Brauhausberg, Templiner und Teltower Vorstadt wird vorwiegend das Fahrrad genutzt, um den Ausbildungs- oder Arbeitsort in Potsdam zu erreichen. In Zentrum Ost, Nuthepark ist neben dem Fahrrad der Öffentliche Nahverkehr stark frequentiert. Letzterer ist für die Teilnehmenden vom Stern und vom Schlaatz das überwiegende Verkehrsmittel für den Weg zur Arbeit, Schule und Ausbildung innerhalb der Stadt. In Drewitz nutzen die Teilnehmenden das Auto besonders häufig. In Waldstadt I und II wird neben dem Auto auch das Fahrrad häufig für den Arbeitsweg verwendet (Abb. 66). Als aktuelles Thema wurde in die Bürgerumfrage „Leben in Potsdam“ 2021 der Fragekomplex „Autoärmere Innenstadt“ aufgenommen, mit dem Ziel, zu ermitteln, wie sich die Potsdamerinnen und Potsdamer diese vorstellen und was ihnen bei der Umsetzung wichtig ist. Die hierbei erhobenen Daten liefern eine wertvolle Informationsquelle für die Umgestaltung der Potsdamer Innenstadt zu einem autofreieren Bereich. Zunächst gaben die Befragungsteilnehmenden an, welches Verkehrsmittel sie überwiegend für den Weg in die Potsdamer Innenstadt verwenden (siehe auch Kap. 3.5.1). Je nach Wohnort in Potsdam ergibt sich hierfür erwartungsgemäß ein sehr unterschiedliches Bild. In Abbildung 67 dargestellt ist der Anteil der Teilnehmenden, die angaben, das Auto zu nutzen. Weit über die Hälfte (67,9 % bis 79,4 %) aus den Nördlichen Ortsteilen, die eine vergleichsweise schlechte Anbindung an den öffentlichen Nahverkehr haben, nutzen für diesen Wegezweck das Auto. Für Bewohnerinnen und Bewohner aus Alt Drewitz und Kirchsteigfeld (51,3 %) sowie Eiche, Grube, Golm (48,2 %) und Stern (46,3 %) stellt das Auto ebenfalls ein wichtiges Verkehrsmittel dar, um in die Innenstadt zu gelangen. Während in Waldstadt II ziemlich genau ein Drittel das Auto nutzt, reihen sich die restlichen, nicht zentrumsnahen Gebiete im Süden Potsdams sowie Bornim, Bornstedt, Nedlitz, Am Ruinenberg und Rote Kasernen bei 25 % bis 30 % ein. In den restlichen Gebieten rund um das Potsdamer Zentrum verliert das Auto zunehmend an Bedeutung mit weniger als 20 % (Abb. 67). 3.5.2 Elektro-Tretroller In diesem Jahr erstmals gefragt wurden die Teilnehmenden danach, ob sie einen Elektro-Roller innerhalb Potsdams nutzen. 4 % der Teilnehmenden bejahten dies. Insgesamt 18 Personen gaben an, ein eigenes Gerät zu nutzen. Das entspricht 18,3 % der Nutzenden. 77,6 % mieten hierfür ein Leihgerät und 3,1 % greifen sowohl auf Leih- als auch auf eigene Geräte zurück. Abb. 67 Anteil der Teilnehmenden, die angaben, das Auto als überwiegendes Verkehrsmittel in die Potsdamer Innenstadt zu nutzen, nach Stadt- bzw. Ortsteil Groß Glienicke, Krampnitz, Sacrow 79,4 Neu Fahrland, Fahrland, Satzkorn, Marquardt, Uetz-Paaren 67,9 Alt Drewitz, Kirchsteigfeld 51,3 Eiche, Grube, Golm 48,2 Stern 46,3 Waldstadt II 33,6 Waldstadt I, Industriegelände 29,8 Babelsberg Nord, Klein Glienicke 28,7 Drewitz 28,6 Babelsberg Süd 26,9 Bornim, Bornstedt, Nedlitz, Am Ruinenberg, Rote Kasernen 26,7 Schlaatz 25,8 Hbf., Brauhausberg, Templiner und Teltower Vorstadt 23,3 Potsdam West 19,1 Nauener und Berliner Vorstadt 15,7 Zentrum Ost, Nuthepark 12,2 Brandenburger Vorstadt 6,0 Innenstadt, Am Weinberg 3,1 % 0 10 20 30 40 50 60 70 80 90 Quelle: Landeshauptstadt Potsdam Landeshauptstadt Potsdam, Statistischer Informationsdienst 1/2022 65 Leben in Potsdam – Bürgerumfrage 2021 Verkehr und Mobilität In einer weiteren Frage wurden die Teilnehmenden darum gebeten, verschiedene Aspekte der Gestaltung einer autoärmeren Innenstadt anhand einer vierstufigen Skala zu gewichten. Grundsätzlich wurden mit einer Ausnahme alle Aspekte mit wenigstens 77,6 % für mindestens „wichtig“ erachtet. Allen voran die Erreichbarkeit mit den öffentlichen Verkehrsmitteln sowie die kostengünstige Nutzung der selbigen wurden mit 79 % bzw. 78,5 % sogar als „sehr wichtig“ herausgestellt. Grünund Freiflächen, Bänke und Sitzgelegenheiten und die Erreichbarkeit mit dem Fahrrad wurden mit 60 % bis 70 % ebenfalls als „sehr wichtig“ bewertet. Insgesamt am unbedeutendsten wird ein Durchfahrtsverbot für Besucher/innen eingeschätzt. Nur 22,2 % erachten dies für „sehr wichtig“ bzw. 31,2 % für „wichtig“. Demgegenüber erachtet fast jeder Fünfte (18,4 %) diesen Aspekt einer autoärmeren Innenstadt als „unwichtig“. Bei allen anderen Kriterien wurde diese Antwortoption deutlich seltener markiert. Die restlichen Aspekte erhielten durchweg hohe Bewertungen, wenngleich der Unterschied zwischen der Bewertung „sehr wichtig“ und „wichtig“ nicht so groß ist. Während 40 % bis 55 % für „sehr wichtig“ plädieren, erachten es 30 % bis 40 % für „wichtig“ (Abb. 68). ren ist für sie die Erreichbarkeit der Innenstadt mit dem Fahrrad sowie das Vorhandensein von Fahrradstellplätzen von deutlich höherer Bedeutung als für Erwerbstätige, Rentner und Erwerbslose.  Die Gestaltung von Grün- und Freiflächen sowie von Kulturbeiträgen und Veranstaltungen wird vor allem von Alleinerziehenden als sehr wichtig bewertet. Ebenso setzen sie sich für die Außengastronomie ein.  Weibliche Teilnehmende und Menschen mit Behinderung sprechen sich in besonders hohem Maße für die Schaffung von Bänken und Sitzgelegenheiten aus.  Je länger die Teilnehmenden in Potsdam wohnen, desto geringer schätzen sie die Bedeutung von Fußgängerzonen ein. Deutliche Unterschiede zeigen sich hierbei unter Berücksichtigung des Geschlechts. Demnach sind diese den Frauen deutlich wichtiger.  Während es für Schüler, Studierende und Auszubildende eher unwichtig ist, betonen Haushalte mit Kindern die Wichtigkeit der Durchfahrtserlaubnis für Anwohner/innen mit dem Auto.  Teilnehmende aus den Sozialräumen I (Nördliche Ortsteile) und V (Stern, Drewitz, Kirchsteigfeld) wünschen sich überdurchschnittlich häufig Parkplätze für Besucher/innen.  Schüler, Studierende und Auszubildende legen überdurchschnittlichen Wert auf kostengünstige öffentliche Verkehrsmittel sowie deren Erreichbarkeit. Des WeiteAbb. 68 Was ist aus Ihrer Sicht bei der Gestaltung einer autoärmeren Innenstadt wichtig bzw. unwichtig? (Ranking nach „sehr wichtig“) sehr wichtig wichtig Erreichbarkeit mit Öffentlichen Verkehrsmitteln (n=2 410) 79,0 Kostengünstige Öffentliche Verkehrsmittel (n=2 417) 78,5 Grün- und Freiflächen (n=2 404) weniger wichtig 18,3 17,6 66,8 Bänke und Sitzgelegenheiten (n=2 419) 62,3 Erreichbarkeit mit dem Fahrrad (n=2 383) 61,0 Parkplätze für Anwohner/innen (n=2 388) 54,3 Fahrradstellplätze (n=2 383) 53,2 Außengastronomie (n=2 408) 27,0 48,0 Fußgängerzonen (n=2 388) 47,7 Parkplätze für Besucher/innen (n=2 383) 41,0 Durchfahrtserlaubnis für Anwohner/innen mit dem Auto (n=2 366) 41,0 Durchfahrtsverbot für Besucher/innen mit dem Auto (n=2 343) 0% 10 % 24,5 9,1 5,4 35,3 7,5 30,0 10,9 34,6 12,8 37,7 11,8 36,6 30 % 40 % 17,0 5,5 13,9 6,3 28,3 50 % 60 % 70 % 5,9 13,4 38,8 31,2 20 % 6,4 35,8 22,2 4,7 29,9 50,3 Kulturbeit räge und Veranstaltungen (n=2 406) unwichtig 18,4 80 % 90 % 100 % Quelle: Landeshauptstadt Potsdam 66 Landeshauptstadt Potsdam, Statistischer Informationsdienst 1/2022 Leben in Potsdam – Bürgerumfrage 2021 Verkehr und Mobilität  Für ein Durchfahrtsverbot von Besucher/innen mit dem Auto machen sich vor allem die Bewohner/innen des Sozialraums II (Potsdam West, Innenstadt, Nördliche Vorstädte) sowie große Haushalte ab vier Personen stark. schen. Jede/r vierte Teilnehmende (25,1 %) nannte „alle Querstraßen der Brandenburger Straße“ als möglichen autoreduzierten Bereich und jede/r Fünfte (20,9 %) die „Gutenbergstraße“. Am wenigsten in Frage kommt für die Potsdamerinnen und Potsdamer die „Charlottenstraße“, 12,1 % der Teilnehmenden wünschen sich diese autoärmer (Abb. 69). Abbildung 70 verdeutlicht die Ergebnisse auf einer Karte, um diese besser im Innenstadtbereich einordnen zu können. Bei der letzten Frage zum Thema „autoärmere Innenstadt“ wurden die Befragten gebeten, anzugeben, welche Bereiche und Straßenzüge der Innenstadt für sie diesbezüglich in Frage kommen (Abb. 69). Die vorgegebene Auflistung bestand aus den Antwortoptionen „möglichst viele Bereiche in der Innenstadt“, „einzelne oder mehrere bzw. alle Querstraßen der Fußgängerzone Brandenburger Straße“, „Gutenbergstraße“, „Charlottenstraße“, „Friedrich-Ebert-Straße“, „Holländisches Viertel“ sowie „kein Bereich, ich bin gegen eine autoärmere Innenstadt“. Hierbei konnten Mehrfachantworten abgegeben werden. Eine Besonderheit ergibt sich bei der Frage nach den autoärmeren Bereichen durch die Möglichkeit der Mehrfachantwort und dem Vorhandensein der Antwortoption „möglichst viele Bereiche der Innenstadt“. Um die Ergebnisse besser interpretieren zu können, zeigt Abbildung 71 die Antwortverteilungen von den Teilnehmenden, die neben „möglichst viele Bereiche in der Innenstadt“ (insgesamt 42,1 %) mindestens eine weitere Antwortoption markiert haben. Die Verteilung dieser zusätzlichen Antworten kann anhand der dunkelblauen Balken abgelesen werden. Diese Werte wurden jeweils dem Gesamtanteil von 42,1 % abgezogen (ockerfarbene Balken). Der hellblaue Balken markiert die Antworten von Teilnehmenden, die ausschließlich einen oder mehrere Bereiche genannt haben, ohne die Antwortoption „möglichst viele Bereiche der Innenstadt“ markiert zu haben. Auch nach dieser Auswertung kann ein deutliches Votum von jeweils mehr als 60 % der Teilnehmenden festgestellt werden, das Holländische Viertel, einzelne oder mehrere Querstraßen der Fußgängerzone Brandenburger Straße sowie die Friedrich-Ebert-Straße in autoärmere Zonen umzuwandeln (Abb. 71). Insgesamt haben 2 388 Personen die Frage beantwortet und dabei 5 796 Antworten abgegeben. 42,1 % der Befragten markierten, dass möglichst viele Bereiche der Innenstadt zu einer autoarmen Zone umgestaltet werden sollen, lediglich 16,6 % gaben an, dass für sie kein Bereich in Frage kommt. Der am häufigsten markierte einzelne Innenstadtbereich war das Holländische Viertel, welches sich genau die Hälfte der teilnehmenden Potsdamerinnen und Potsdamer explizit als autoarmen Bereich vorstellen kann. Mit 39,5 % bzw. 36,5 % gab mehr als jede dritte befragte Person an, sich weniger Autos in „einzelnen oder mehreren Querstraßen der Brandenburger Straße“ und der „Friedrich-Ebert-Straße“ zu wünAbb. 69 Welcher Bereich kommt für Sie als autoärmere Innenstadt in Frage? (Mehrfachantworten möglich) ¹ möglichst viele Bereiche in der Innenstadt 42,1 Holländisches Viertel 50,0 einzelne oder mehrere Querstraßen der Fußgängerzone Brandenburger Straße 39,5 Friedrich-Ebert-Straße (von Nauener Tor bis Wilhelmgalerie) 36,5 alle Querstraßen der Brandenburger Straße 25,1 Gutenbergstraße (von der Schopenhauer Straße bis zur Hebbelstraße) 20,9 Charlottenstraße (von der Schopenhauer Straße bis zur Hebbelstraße) 12,1 kein Bereich, ich bin gegen eine autoärmere Innenstadt n=2 388 1 16,6 0 10 20 30 40 50 60 % Die prozentualen Angaben beziehen sich auf die Anzahl der Teilnehmenden, die die Frage beantwortet haben (n=2 388). Quelle: Landeshauptstadt Potsdam Landeshauptstadt Potsdam, Statistischer Informationsdienst 1/2022 67 Leben in Potsdam – Bürgerumfrage 2021 Verkehr und Mobilität Abb. 70 Übersichtskarte: Welcher Bereich kommt für Sie als autoärmere Innenstadt in Frage? (Mehrfachantworten möglich) ¹ Zustimmung in Prozent 50,0 36,5 - 39,5 20,9 Nauener Tor 12,1 ße ße D or tu st ra Frie dric h-Eb ert- Stra ße n s tr a L in d e en b u rg ße Bassinplatz ße er Str a n-Str aß ra ße n-Elflei e Luisenplatz B ra n d ergs tr a Jä g er st Herrman Brandenburger Tor Gut enb ts tr a ß e a ße Ben k er tr Mit te ls C ha rl ot ten st ra ße Platz der Einheit 1 Die prozentualen Angaben in der Legende beziehen sich auf die Anzahl der Teilnehmenden, die die Frage beantwortet haben (n=2 388). Ohne Antwortmöglichkeiten „möglichst viele Bereiche der Innenstadt“, „kein Bereich, ich bin gegen eine autoärmere Innenstadt“ und „alle Querstraßen der Brandenburger Straße“, in der Karte ist die Antwort „einzelne oder mehrere Querstraßen der Fußgängerzone Brandenburger Straße“ (39,5 %) dargestellt. Quelle: Landeshauptstadt Potsdam Abb. 71 Mögliche autoärmere Bereiche unter Berücksichtigung des Mehrfachantwortensets ¹ "möglichst viele Bereiche der Innenstadt" Zusatzantwort Einzelantwort 42,1 % Holländisches Viertel 21,0 einzelne oder mehrere Querstraßen der Fußgängerzone Brandenburger Straße 28,1 Friedrich-Ebert-Straße (von Nauener Tor bis Wilhelmgalerie) 1 11,3 10,9 34,0 kein Bereich, ich bin gegen eine autoärmere Innenstadt 19,8 13,8 31,2 Charlottenstraße (von der Schopenhauer Straße bis zur Hebbelstraße) 25,5 16,6 28,3 Gutenbergstraße (von der Schopenhauer Straße bis zur Hebbelstraße) 29,0 14,0 25,5 alle Querstraßen der Brandenburger Straße n=2 388 21,1 10,0 8,1 3,9 16,6 0 10 20 30 40 50 60 70 80 % Insgesamt 1 005 Teilnehmende haben die Antwortmöglichkeit „möglichst viele Bereiche der Innenstadt“ markiert (42,1 %). Die Verteilung von Antworten, die von diesen Teilnehmenden zusätzlich markiert wurden, kann anhand der dunkelblauen Balken abgelesen werden. Diese Werte wurden jeweils dem Gesamtanteil von 42,1 % abgezogen (ockerfarbene Balken). Der hellblaue Balken markiert die Antworten von Teilnehmenden, die ausschließlich einen oder mehrere Bereiche genannt haben, ohne die Antwortoption „möglichst viele Bereiche der Innenstadt“ markiert zu haben. Quelle: Landeshauptstadt Potsdam 68 Landeshauptstadt Potsdam, Statistischer Informationsdienst 1/2022 Leben in Potsdam – Bürgerumfrage 2021 Zufriedenheit in Potsdam 3.6 Zufriedenheit mit verschiedenen Lebensbereichen in Potsdam In einem weiteren Fragenkomplex konnten die Umfrageteilnehmenden verschiedene Einrichtungen und Angebote in Potsdam hinsichtlich ihrer Zufriedenheit damit bewerten. Während bei vergangenen Bürgerumfragen insgesamt Kriterien aus 18 Lebensbereichen beurteilt werden konnten, ist die Anzahl für die aktuelle Umfrage auf diejenigen verkürzt worden, über die trotz der geltenden Corona-Schutzverordnungen verlässliche Bewertungen getroffen werden können. Die verbliebenen sieben Angebote und Einrichtungen wurden anhand einer sechsstufigen Zufriedenheitsskala bewertet. Die Mittelwerte der einzelnen Kriterien sind in Abbildung 72 für vier der bislang sechs Erhebungsjahre vergleichend dargestellt. anderen Angebote und Einrichtungen im Vergleich zur vorherigen Erhebung des Jahres 2018 eine bessere Bewertung. Die beste Bewertung – mit deutlicher Verbesserung gegenüber 2018 – erhält die ärztliche Versorgung. Entgegen des langjährigen Trends schaffen es die Grünund Erholungsflächen nur noch auf den zweiten Platz des Rankings. Beide Angebote erreichen eine hohe Zufriedenheit mit Mittelwerten zwischen 2,0 und 2,5 (arithmetisches Mittel). Etwas schlechter mit 2,5 bis 3,0 werden weiterführende Schulen, die öffentliche Sicherheit/der Schutz vor Kriminalität sowie die Kinderbetreuungseinrichtungen bewertet. Für alle drei Einrichtungen und Angebote lässt sich jedoch eine Verbesserung zur Bewertung, vor allem im Vergleich zu 2018, verzeichnen. Weniger zufrieden (Mittelwert zwischen 3,0 und 3,5) sind die Teilnehmenden, und das sehr konstant über die Jahre, mit der Sauberkeit auf Straßen und Plätzen. Das Wohnungsangebot schneidet wie in den Vorjahren mit einem Mittelwert über 4 am schlechtesten ab. Bis auf die Grün- und Erholungsflächen erhalten alle  Das Angebot an weiterführenden Schulen erhält in den Sozialräumen I (Nördliche Ortsteile) und II (Potsdam Nord) die schlechtesten Bewertungen. Abb. 72  Erwerbslose und Teilnehmende aus Sozialraum I (Nördliche Ortsteile) bewerten die ärztliche Versorgung tendenziell schlechter. Menschen unter 30 und über 65 Jahre sind hingegen besonders zufrieden im Vergleich zu den anderen Altersgruppen.  Mit zunehmender Wohndauer in Potsdam sinkt die Zufriedenheit mit den Grün- und Erholungsflächen. Teilnehmende mit einem Haushaltsnettoeinkommen von unter 1 000 Euro sowie über 4 000 Euro sind hiermit besonders zufrieden.  Je älter die Befragten sind, desto unzufriedener sind sie mit der öffentlichen Sicherheit bzw. dem Schutz vor Kriminalität. Auch Teilnehmende aus den Sozialräumen V (Stern, Drewitz, Kirchsteigfeld) und VI (Schlaatz, Waldstadt I und II, Potsdam Süd) sind besonders unzufrieden.  Einwohner mit Migrationshintergrund sowie mit geringer Wohndauer in Potsdam sind zufriedener mit der Sauberkeit auf Straßen und Plätzen.  Haushalte mit Kindern, vor allem Alleinerziehende, sind mit dem Wohnungsangebot unzufriedener als Haushalte ohne Kinder. Für ganz Potsdam: Wie zufrieden sind Sie ganz allgemein mit Folgendem? (arithmetisches Mittel, Ranking nach 2021, Angaben für 2013, 2015, 2018 und 2021) w2013 2015 2018 2021 Ärztliche Versorgung Grün- und Erholungsflächen Weiterführende Schulen Öffentliche Sicherheit/Schutz vor Kriminalität Kinderbetreuungseinrichtungen Sauberkeit auf Straßen und Plätzen Wohnungsangebot 1 vollkommen zufrieden 2 3 4 5 6 vollkommen unzufrieden Quelle: Landeshauptstadt Potsdam Landeshauptstadt Potsdam, Statistischer Informationsdienst 1/2022 69 Leben in Potsdam – Bürgerumfrage 2021 Zufriedenheit im Stadt-/Ortsteil 3.7 Zufriedenheit mit verschiedenen Lebensbereichen im Stadt- bzw. Ortsteil Nachdem die Befragungsteilnehmenden verschiedene Einrichtungen und Angebote in der Gesamtstadt bewertet haben, sollten im nächsten Schritt unterschiedliche Aspekte des eigenen Stadt- bzw. Ortsteils eingeschätzt werden. Zum Teil wurden einige Kriterien noch einmal bzw. ähnlich formuliert abgefragt. Auch hier wurden Aspekte aus dem Fragebogen gestrichen, die aufgrund der Beschränkungen im Zusammenhang mit der Corona-Pandemie nicht bewertbar waren. Bevor die Ergebnisse für die einzelnen Stadt- bzw. Ortsteile erläutert werden, wird zunächst kurz auf die Gesamtbewertung der Zufriedenheit eingegangen (Abb. 73). Abb. 73 Am zufriedensten sind die teilnehmenden Bürgerinnen und Bürger 2021 mit den Einkaufsmöglichkeiten (Nahversorgung), mit den Grün- und Erholungsflächen, mit der Anbindung ihres Stadtteils an den Öffentlichen Personennahverkehr sowie der ärztlichen Grundversorgung. Im Durchschnitt werden diese Aspekte auf der Skala mit 2,5 oder besser (arithmetisches Mittel) bewertet. Bis auf die Verkehrsanbindung wurden diese Aspekte besser als noch 2018 bewertet. Vor allem die ärztliche Grundversorgung erzielt, wie auch im gesamtstädtischen Vergleich, eine deutliche Verbesserung im Vergleich zur vorherigen Erhebung. Für Ihren Stadt- bzw. Ortsteil: Wie zufrieden sind Sie ganz allgemein mit Folgendem? (arithmetisches Mittel, Ranking nach 2021, Angaben für 2013/14, 2015, 2018 und 2021) w 2013 2015 2018 2021 Einkaufsmöglichkeiten (Nahversorgung) Grün- und Erholungsflächen Verkehrsanbindung (Öffentlicher Nahverkehr) Ärztliche Grundversorgung Grundschulen ¹ Attraktivität des Stadtteils Spielplätze/Spielmöglichkeiten für Kinder Kinderbetreuungseinrichtungen ¹ Öffentliche Sicherheit/Schutz vor Kriminalität Sauberkeit auf Straßen und Plätzen Wohnungsangebot ¹ 1 2 vollkommen zufrieden 1 3 4 5 6 vollkommen unzufrieden Werte für 2014, da erst in diesem Jahr in den Fragebogen aufgenommen. Quelle: Landeshauptstadt Potsdam 70 Landeshauptstadt Potsdam, Statistischer Informationsdienst 1/2022 Leben in Potsdam – Bürgerumfrage 2021 Zufriedenheit im Stadt-/Ortsteil Es folgen die Kategorien der Versorgung mit Grundschulen, der Attraktivität des Stadt-/Ortsteils im Allgemeinen sowie der Spielplätze und Spielmöglichkeiten für Kinder mit Mittelwerten über 2,5 und unter 3,0. Ebenfalls in diesem Bereich und damit deutlich besser als im Erhebungsjahr 2018 werden die Kinderbetreuungseinrichtungen sowie die öffentliche Sicherheit bzw. der Schutz vor Kriminalität bewertet. Etwas unzufriedener sind die Befragungsteilnehmenden mit der Sauberkeit auf Straßen und Plätzen (Mittelwert zwischen 3,0 und unter 3,5). Diese Bewertung ist über alle sechs Erhebungsjahre nahezu konstant. Die geringste Zufriedenheit wurde, wie in den Vorjahren, für das Wohnungsangebot im Stadt- bzw. Ortsteil ermittelt. Der Mittelwert liegt bei etwa 3,9. Bei der Bewertung der Angebote und Einrichtungen fallen die Zufriedenheitswerte beim Vergleich der einzelnen Stadt- bzw. Ortsteile sehr unterschiedlich aus (Tab. 14). Die durchschnittlich am besten bewertete Kategorie Einkaufsmöglichkeiten (Nahversorgung) streut auf der angewendeten sechsstufigen Skala beispielsweise zwischen 1,60 (Stern) und 3,89 (Neu Fahrland, Fahrland, Satzkorn, Marquardt, Uetz-Paaren). Unter Berücksichtigung der Sozialräume lassen sich darüber hinaus beispielsweise bei den Grün- und Erholungsflächen insgesamt deutlich bessere Bewertungen im Sozialraum III (Potsdam West, Innenstadt, Nördliche. Vorstädte) verzeichnen. Im Sozialraum V (Stern, Drewitz, Kirchsteigfeld) herrscht hingegen deutliche Unzufriedenheit. Die Verkehrsanbindung sowie die ärztliche Grundversorgung werden im Sozialraum I (Nördliche Ortsteile) und II (Potsdam Nord) am schlechtesten bewertet, während hier vor allem der Sozialraum III (Potsdam West, Innenstadt, Nördliche Vorstädte) Spitzenwerte verzeichnet. Die Spannweite zwischen dem niedrigsten und dem höchsten Mittelwert ist hier mit 2,09 überdurchschnittlich groß. Die Zufriedenheit mit Grundschulen ist hingegen deutlich kleinräumiger geprägt. Potsdam West, Drewitz sowie Bornim, Bornstedt, Nedlitz, Am Ruinenberg und die Roten Kasernen erhalten hier gute Bewertungen. In Neu Fahrland, Fahrland, Satzkorn, Marquardt und UetzPaaren sowie der Brandenburger Vorstadt, Hauptbahnhof, Brauhausberg, Templiner und Teltower Vorstadt Landeshauptstadt Potsdam, Statistischer Informationsdienst 1/2022 sind die Teilnehmenden diesbezüglich deutlich unzufriedener. Am attraktivsten wird der Sozialraum III (Potsdam West, Innenstadt, Nördliche Vorstädte) wahrgenommen. Auch die Bewohner von Babelsberg Nord und Süd sowie von Klein Glienicke bescheinigen ihrem jeweiligen Stadtteil eine hohe Attraktivität. Die Zufriedenheit hiermit ist in den restlichen Gebieten südlich der Havel, vor allem im Schlaatz, in Waldstadt II und Drewitz deutlich schlechter. Der maximale Mittelwertunterschied zwischen den Ortsteilen ist mit 2,14 besonders hoch. In den Nördlichen Ortsteilen sowie Alt Drewitz und Kirchsteigfeld sind die Teilnehmenden besonders unzufrieden mit Spielplätzen und Spielmöglichkeiten für Kinder. Die besten Bewertungen finden sich in Potsdam West, Waldstadt II und Gebiete im Sozialraum II (Potsdam Nord). Mit den Kinderbetreuungseinrichtungen sind die Befragten in Waldstadt II und Potsdam West am zufriedensten. Auch Drewitz erhielt überdurchschnittlich gute Bewertungen. In Neu Fahrland, Fahrland, Satzkorn, Marquardt und Uetz-Paaren sowie Hauptbahnhof, Brauhausberg, Templiner, Teltower, Nauener, Berliner und Brandenburger Vorstadt ist die Unzufriedenheit am größten. Insgesamt sind die Unterschiede in den Mittelwerten jedoch vergleichsweise gering mit maximal 0,84. Mit der Öffentlichen Sicherheit und dem Schutz vor Kriminalität sind die Teilnehmenden im Süden Potsdams, vor allem in Waldstadt II, im Schlaatz, in Alt Drewitz und Kirchsteigfeld, am unzufriedensten. Eiche, Grube und Golm sowie die Nauener, Berliner und Brandenburger Vorstadt erhielten hier die besten Bewertungen. Der Sozialraum II (Potsdam Nord) und die Nauener und Berliner Vorstadt wurden hinsichtlich ihrer Sauberkeit auf Straßen und Plätzen deutlich besser bewertet als der Schlaatz, Waldstadt II, Alt Drewitz und Kirchsteigfeld. Insgesamt die schlechtesten Bewertungen bei geringen Mittelwertunterschieden von maximal 0,79 erhielt das Wohnungsangebot in Potsdam. Etwas besser konnten hier der Stern, Schlaatz und Zentrum Ost, Nuthepark abschneiden. In Babelsberg Süd, Alt Drewitz und Kirchsteigfeld sowie der Brandenburger Vorstadt sind die Befragten damit am unzufriedensten. 71 Leben in Potsdam – Bürgerumfrage 2021 Zufriedenheit im Stadt-/Ortsteil Tab. 14 Sozialraum I Nördl. Ortsteile II Potsdam Nord III Potsdam West, Innenstadt, Nördl. Vorstädte IV Babelsberg, Zentrum Ost Zufriedenheit nach Stadt- bzw. Ortsteilen 1 (arithmetisches Mittel) Stadt- bzw. Ortsteil Gr. Glienicke, Krampnitz, Sacrow I Nördl. Ortsteile II Potsdam Nord III Potsdam West, Innenstadt, Nördl. Vorstädte IV Babelsberg, Zentrum Ost V Stern, Drewitz, Kirchsteigfeld Attraktivität des Stadt/Ortsteils 1,85 3,78 3,01 2,58 2,24 3,89 2,33 3,88 3,66 3,01 3,08 2,06 1,95 2,32 2,35 2,39 2,46 2,31 2,38 2,62 2,80 2,61 2,94 Nauener und Berliner Vorstadt 2,35 1,52 2,46 2,37 2,65 1,76 Innenstadt, Am Weinberg Brandenburger Vorstadt 1,81 1,72 2,06 2,06 2,05 1,79 2,05 2,04 2,39 2,85 2,23 2,05 Potsdam West 1,63 1,94 1,90 1,96 2,07 2,30 Zentrum Ost, Nuthepark 1,80 2,25 2,17 2,34 2,40 2,84 Babelsberg Nord, Klein Glienicke 2,02 1,94 2,37 2,25 2,58 1,93 1,83 2,18 2,20 2,19 2,69 2,15 3,19 1,60 2,64 1,95 2,13 2,44 1,91 2,56 1,94 2,31 2,14 3,47 2,14 2,72 1,97 2,49 2,48 3,30 Hauptbahnhof, Brauhausberg, Templiner und Teltower Vorstadt Schlaatz 2,62 2,17 1,91 2,76 3,35 2,50 2,31 2,70 2,20 2,78 2,76 3,90 Waldstadt I, Industriegelände 1,92 2,52 2,04 2,22 2,59 3,25 Waldstadt II 1,67 2,52 1,98 2,17 2,64 3,51 2,07 2,20 2,28 2,40 2,60 2,63 Insgesamt Sozialraum Grundschulen 2,14 Neu Fahrland, Fahrland, Satzkorn, Marquardt, Uetz-Paaren Bornim, Bornstedt, Nedlitz, Am Ruinenberg, Rote Kasernen Eiche, Grube, Golm Babelsberg Süd V Stern, Dre- Stern witz, Kirch- Drewitz steigfeld Alt Drewitz, Kirchsteigfeld V I Schlaatz, Waldstadt I und II, Potsdam Süd EinkaufsVerkehrsanÄrztliche Grün- und möglichkeitbindung GrundverErholungsen (Nahver(Öffentlicher sorgung flächen Nahverkehr) sorgung) Stadt- bzw. Ortsteil Spielplätze/ Öffentliche Sauberkeit KinderbeSpielmögSicherheit/ Wohnungstreuungseinauf Straßen lichkeiten Schutz vor angebot richtungen und Plätzen für Kinder Kriminalität Gr. Glienicke, Krampnitz, Sacrow 3,11 2,66 2,91 2,79 3,65 Neu Fahrland, Fahrland, Satzkorn, Marquardt, Uetz-Paaren 3,17 3,05 3,00 3,00 3,86 2,48 2,83 2,57 2,67 3,68 2,52 2,55 2,45 2,61 3,76 Nauener und Berliner Vorstadt 2,96 2,94 2,35 2,72 4,04 Innenstadt, Am Weinberg 2,69 2,74 2,64 3,24 4,17 Brandenburger Vorstadt 2,53 2,94 2,50 3,29 4,19 Bornim, Bornstedt, Nedlitz, Am Ruinenberg, Rote Kasernen Eiche, Grube, Golm Potsdam West 2,23 2,27 2,52 3,18 3,81 Zentrum Ost, Nuthepark 2,50 2,47 2,94 3,54 3,60 Babelsberg Nord, Klein Glienicke 2,56 2,88 2,63 2,91 4,18 Babelsberg Süd 2,55 2,74 2,64 3,18 4,26 Stern 2,75 2,41 3,11 3,54 3,47 Drewitz 2,59 2,39 3,20 3,87 3,72 Alt Drewitz, Kirchsteigfeld 3,14 2,53 3,53 4,08 4,22 2,79 3,08 2,95 2,88 3,65 2,68 2,67 3,53 4,11 3,57 2,58 2,77 3,19 3,80 3,70 2,26 2,24 3,64 4,10 3,89 2,64 2,71 2,83 3,21 3,89 V I Schlaatz, Hauptbahnhof, Brauhausberg, Waldstadt I Templiner und Teltower Vorstadt Schlaatz und II, Potsdam Waldstadt I, Industriegelände Süd Waldstadt II Insgesamt ¹ Die drei Stadt- bzw. Ortsteile mit der jeweils besten (grün) bzw. schlechtesten (rot) Bewertung sind farbig markiert. Quelle: Landeshauptstadt Potsdam 72 Landeshauptstadt Potsdam, Statistischer Informationsdienst 1/2022 Leben in Potsdam – Bürgerumfrage 2021 Zufriedenheit im Stadt-/Ortsteil Die durchschnittliche Gesamtbewertung (arithmetisches Mittel) aller elf erhobenen Kriterien für den Stadt- bzw. Ortsteil ist in Abbildung 74 dargestellt. Alle Kriterien erhalten dabei das gleiche Gewicht. Aufgrund des geänderten Raumbezugs ist kein kleinräumiger Vergleich mit der Erhebung aus dem Jahr 2018 möglich. Ein Vergleich der Zufriedenheit insgesamt (Mittelwert 2,68) zeigt jedoch eine Verbesserung zum Erhebungsjahr 2018 (Mittelwert 2,96). Ruinenberg, Rote Kasernen sowie zentral gelegene Stadtteile nördlich der Havel. Südlich der Havel haben Babelsberg Nord und Süd, Klein Glienicke sowie Zentrum Ost, Nuthepark und der Stern besser abgeschnitten. Im Vergleich besonders schlechte Bewertungen erhielt mit Abstand das nördliche Gebiet mit Neu Fahrland, Fahrland, Satzkorn, Marquardt und Uetz-Paaren. Etwas besser, aber dennoch auf den hinteren Plätzen des Mittelwertrankings, finden sich der Schlaatz sowie Alt Drewitz und Kirchsteigfeld wieder. Ebenfalls unterdurchschnittliche Bewertungen erhielten die übrigen neuen Ortsteile sowie der Rest des Potsdamer Südens. Am deutlich zufriedensten sind demnach die Bewohnerinnen und Bewohner aus Potsdam West. Ebenfalls überdurchschnittliche Bewertungen erhielten die nördlich gelegenen Gebiete Bornim, Bornstedt, Nedlitz, Am Abb. 74 Zufriedenheit nach Stadt- bzw. Ortsteilen: Ranking der bewerteten Kriterien (arithmetisches Mittel) Potsdam West Bornim, Bornstedt, Nedlitz, Am Ruinenberg, Rote Kasernen Brandenburger Vorstadt Innenstadt, Am Weinberg Nauener und Berliner Vorstadt Babelsberg Nord, Klein Glienicke Babelsberg Süd Zentrum Ost, Nuthepark Stern Insgesamt Eiche, Grube, Golm Drewitz Waldstadt I, Industriegelände Waldstadt II Hauptbahnhof, Brauhausberg, Templiner und Teltower Vorstadt Groß Glienicke, Krampnitz, Sacrow Alt Drewitz, Kirchsteigfeld Schlaatz Neu Fahrland, Fahrland, Satzkorn, Marquardt, Uetz-Paaren 1 2 vollkommen zufrieden 3 4 5 6 vollkommen unzufrieden Quelle: Landeshauptstadt Potsdam Landeshauptstadt Potsdam, Statistischer Informationsdienst 1/2022 73 Anhang Verzeichnis 4 Anhang Seite Stadt- bzw. Ortsteile 76 Sozialräume 77 Fragebogen 79 Hinweis: Die Ergebnisse der Fragenstellungen zu den Auswirkungen der Corona-Pandemie (Fragen 32 bis 51) sowie zum Gesundheitszustand (Frage 52) wurden im Statistischen Informationsdienst 4/2021 veröffentlicht. Der Ergebnisbericht „Leben in Potsdam – Bürgerumfrage 2021. Sonderauswertung zu den Auswirkungen der Corona-Pandemie“ kann auf der Homepage der Landeshauptstadt Potsdam unter www.potsdam.de/buergerumfrage-leben-potsdam eingesehen werden. Landeshauptstadt Potsdam, Statistischer Informationsdienst 1/2022 75 Anhang Stadt- bzw. Ortsteile Stadt- bzw. Ortsteile 101 Groß Glienicke, Krampnitz, Sacrow 102 Neu Farland, Fahrland, Satzkorn, Marquardt, Uetz-Paaren 201 Bornim, Bornstedt, Nedlitz, Am Ruinenberg, Rote Kasernen 202 Eiche, Grube, Golm 301 302 303 304 Nauener und Berliner Vorstadt Innenstadt, Am Weinberg Brandenburger Vorstadt Potsdam West 501 Stern 502 Drewitz 503 Alt Drewitz, Kirchsteigfeld 601 Hauptbahnhof, Brauhausberg, Templiner und Teltower Vorstadt 602 Schlaatz 603 Waldstadt I, Industriegelände 604 Waldstadt II 401 Zentrum Ost 402 Babelsberg Nord, Klein Glienicke 403 Babelsberg Süd 102 101 201 202 301 303 302 402 401 403 501 304 602 601 502 603 604 503 Quelle: Landeshauptstadt Potsdam Die insgesamt 34 Stadt- bzw. Ortsteile der Landeshauptstadt Potsdam wurden für die Auswertung der Bürgerumfrage erstmals nach Gliederung der 18 Planungsräume zusammengefasst. Aufgrund der geringen Einwohnerzahl wurde Planungsraum 103 (Krampnitz) Planungsraum 101 (Groß Glienicke; Sacrow) zugeordnet. Wegen der besseren Verständlichkeit findet in allen Ausführungen nicht der Begriff Planungsraum, sondern Stadt- bzw. Ortsteil Verwendung. Die 18 Planungsräume lassen sich auf die insgesamt sechs Potsdamer Sozialräume aggregieren. Die erste Ziffer eines Planungsraums kennzeichnet den dazugehörigen Sozialraum. 76 Landeshauptstadt Potsdam, Statistischer Informationsdienst 1/2022 Anhang Sozialräume Sozialräume I Nördliche Ortsteile, Sacrow II Potsdam Nord III Potsdam West, Innenstadt, Nördliche Vorstädte IV Babelsberg, Zentrum Ost VI Schlaatz, Waldstadt I und II, Potsdam Süd V Stern, Drewitz, Kirchsteigfeld Quelle: Landeshauptstadt Potsdam Landeshauptstadt Potsdam, Statistischer Informationsdienst 1/2022 77 Seite 1 von 8 Leben in Potsdam: Bürgerumfrage 2021 Ausfüllanleitung: . • Bitte markieren Sie eine Antwort mit einem dünnen blauen oder schwarzen Stift wie folgt: • Wenn Sie eine Antwort korrigieren möchten, füllen Sie bitte den falsch markierten Kreis und noch etwas darüber hinaus aus, ungefähr so: . • • Bitte tragen Sie Ziffern so ein: (nur ganze Zahlen, ohne Nachkommastellen) Achten Sie beim Ausfüllen des Bogens auf Hinweise, die kursiv gehalten sind. Stadt-/Ortsteil/e: Voransicht Ganz allgemein gefragt 1. Wenn Sie an Ihr Leben im Großen und Ganzen denken: Wie zufrieden sind Sie gegenwärtig damit? sehr zufrieden zufrieden weder zufrieden / noch unzufrieden unzufrieden sehr unzufrieden eher pessimistisch pessimistisch 2. Wie schätzen Sie allgemein Ihre persönliche Zukunft ein? optimistisch eher optimistisch weder optimistisch / noch pessimistisch Leben in Potsdam R E ! 3. Leben Sie gerne in Potsdam oder würden Sie lieber woanders wohnen, wenn Sie es sich aussuchen könnten? Ich lebe gerne in Potsdam Ich würde lieber woanders in Deutschland wohnen Ich würde lieber im Umland wohnen Ich würde lieber im Ausland wohnen T S fü Ich würde lieber in Berlin wohnen n e ll 4. Wie beurteilen Sie - alles in allem genommen - die Lebensqualität ... (Bitte in jeder Zeile eine Markierung) sehr gut in Potsdam? in Ihrem Stadtteil bzw. Ortsteil? gut U t h M befriedigend s u a schlecht sehr schlecht keine Aussage möglich 5. Wie stark fühlen Sie sich persönlich verbunden ... (Bitte in jeder Zeile eine Markierung) c i N sehr stark mit der Stadt Potsdam? mit Ihrem Stadtteil bzw. Ortsteil? eher stark weniger stark gar nicht 6. Finden Sie, dass Potsdam eine tolerante Stadt ist? trifft völlig zu trifft eher zu trifft eher nicht zu trifft überhaupt nicht zu keine Aussage möglich 7. Was sind Ihrer Meinung nach zurzeit die größten Probleme in Potsdam? (Bitte maximal 3 Nennungen) a): b): c): Wohnen 8. Seit wann wohnen Sie ununterbrochen in Potsdam? Jahr: 9. Wenn Sie in den vergangenen 2 Jahren nach Potsdam gezogen sind: Geben Sie bitte den Hauptgrund für den Umzug an. (Bitte markieren Sie nur eine Antwort!) private Gründe berufliche Gründe Pseudonym wegen Studium oder Ausbildung sonstiger Grund 0.1 Seite 2 von 8 10. Sie wohnen in Ihrer Wohnung / in Ihrem Haus als ... (Falls Sie bei Ihren Eltern oder anderen Verwandten wohnen, markieren Sie bitte trotzdem Zutreffendes.) Eigentümer/in bzw. Miteigentümer/in Mieter/in bei der GEWOBA / bei ProPotsdam Mieter/in bei einer Wohnungsbaugenossenschaft Mieter/in bei einem anderen Eigentümer Untermieter/in 11. Was trifft auf Ihre Wohnsituation zu? Sie leben ... (Bitte markieren Sie nur eine Antwort!) im eigenen Haushalt (mit oder ohne Partner/in) im Haushalt der Eltern, Kinder, Schwiegereltern, Großeltern in einer Wohngemeinschaft (WG) in einem Wohnheim woanders 12. Angaben zur Wohnung / zum Haus: (Bitte tragen Sie nur ganze Zahlen, ohne Nachkommastelle ein.) m² a) Wie viele m² Wohnfläche hat Ihre Wohnung / Ihr Haus - einschließlich Küche, Bad und Flur? b) Wie viele Wohnräume hat Ihre Wohnung / Ihr Haus - ohne Küche, Bad und Flur? (Bei z.B. 1,5 Räumen bitte auf "2 Räume" aufrunden.) Räume c) Wie hoch ist Ihre gegenwärtige monatliche Kaltmiete bzw. Belastung für Wohneigentum ohne Heizungs- und sonstige Betriebskosten? Euro d) Wie hoch sind Ihre gegenwärtigen monatlichen Heizungs- und sonstigen Betriebskosten ohne Kosten für Strom, Telefon, Internet? Euro 13. Wann wurde das Haus errichtet, in dem sich Ihre Wohnung befindet? vor 1919 1949 bis 1970 1919 bis 1948 1971 bis 1990 R E ! 1991 bis 2008 T S fü 2009 oder später n e ll 14. Ist Ihre jetzige Wohnung / Ihr Haus geeignet, um auch im Alter bzw. mit möglichen körperlichen Einschränkungen weiterhin dort zu leben? U t h M s u a weiß nicht ja nein 15. Haben Sie vor, innerhalb der nächsten 2 Jahre aus Ihrer jetzigen Wohnung / Ihrem Haus auszuziehen? ja möglicherweise c i N nein 16. Nur Mieter/innen: Wurde Ihre Kaltmiete in den vergangenen 6 Jahren erhöht? ja nein keine Aussage möglich 17. Wie zufrieden sind Sie mit den folgenden Eigenschaften Ihrer Wohnung / Ihres Hauses bzw. mit der Wohngegend? (Bitte in jeder Zeile eine Markierung) vollkommen zufrieden vollkommen unzufrieden keine Aussage möglich Grundriss Ausstattung Preis-Leistungs-Verhältnis Soziales Umfeld / Nachbarschaft Wohngegend Wohnung / eigenes Haus insgesamt Wirtschaft und Arbeit 18. In welcher Erwerbssituation befinden Sie sich gegenwärtig? (Bitte markieren Sie nur eine Antwort!) Arbeiter/in Angestellte/r Student/in zurzeit arbeitslos Beamter / Beamtin oder Berufssoldat/in Selbstständige/r, freiberuflich Tätige/r Schüler/in oder Auszubildende/r Rentner/in oder Pensionär/in Sonstige Rentner/innen und Arbeitslose bitte weiter mit Frage 23 zum Haushaltsnettoeinkommen. Pseudonym 0.2 Seite 3 von 8 19. Wo befindet sich Ihr Arbeits-/Ausbildungs-/Studienort bzw. Ihre Schule? (Bitte markieren Sie nur eine Antwort!) in Potsdam - nördlich der Havel in Potsdam - südlich der Havel in Berlin woanders Schüler/innen, Auszubildende, Studierende bitte weiter mit Frage 23 zum Haushaltsnettoeinkommen. 20. Gehen Sie mehreren Beschäftigungsverhältnissen nach? ja nein 21. Wie viele Stunden pro Woche gehen Sie normalerweise Ihrer Erwerbstätigkeit nach? Bitte beziehen Sie Ihre Antwort auf die Tätigkeit mit der längsten Arbeitszeit. Wenn Sie diese, z.B. wegen Elternzeit, unterbrochen haben oder verkürzt ausüben, beziehen Sie sich auf die Dauer der normalerweise ausgeübten Tätigkeit. 40 Stunden (oder mehr) 31 bis 39 Stunden 21 bis 30 Stunden 20 Stunden oder weniger 22. Für wie sicher halten Sie Ihren jetzigen Arbeitsplatz? sehr sicher eher sicher eher unsicher sehr unsicher habe einen befristeten Arbeitsplatz 23. Wenn Sie einmal alles zusammenrechnen, wie viel Geld steht Ihrem Haushalt, also dem Personenkreis der zusammen wohnt und wirtschaftet, monatlich zur Verfügung? Wie hoch ist also das monatliche Nettoeinkommen* des gesamten Haushaltes? *Das Einkommen aller Haushaltsmitglieder aus Lohn, Gehalt, Renten, Vermietung, öffentlicher Unterstützung (z.B. Kindergeld, ALG II, Wohngeld) abzüglich Steuern und Sozialversicherungen. Bei Wohngemeinschaften zählt jede Person als ein Haushalt. R E ! Nettoeinkommen aller Haushaltsmitglieder: (Nur volle Euro, ohne Nachkommastelle) Euro pro Monat T S fü n e ll 24. Erhalten Sie öffentliche Grundsicherungsleistungen? (ALG I und II, Sozialgeld, Wohngeld, Grundsicherung im Alter und bei Erwerbsminderung, Eingliederungshilfe, Hilfe zur Pflege, BAföG.) U t h M s u a ja nein 25. Wie beurteilen Sie die folgenden wirtschaftlichen Aspekte in Potsdam? (Bitte in jeder Zeile eine Markierung) sehr gut Arbeitsplatzangebot Verdienstmöglichkeiten berufliche Fortbildungsmöglichkeiten Ausbildungsplatzangebot gut c i N befriedigend ausreichend mangelhaft ungenügend keine Aussage möglich Beratungsangebot zur beruflichen Orientierung Ihre persönliche, gegenwärtige wirtschaftliche Situation Verkehr und Mobilität 26. Welches Verkehrsmittel benutzen Sie derzeit überwiegend für welchen Zweck? (Falls Wege regelmäßig mit mehreren Verkehrsmitteln zurückgelegt werden, bitte alle angeben. Mehrfachantworten möglich) Auto / motorisiertes Zweirad Öffentliche Verkehrsmittel Fahrrad zu Fuß zur Arbeit, Schule, Ausbildung für Einkäufe und Erledigungen für Freizeitaktivitäten für den Weg in die Potsdamer Innenstadt 27. Nutzen Sie innerhalb Potsdams gelegentlich einen Elektro-Tretroller? (Mehrfachantworten möglich) nein ja, einen eigenen Elektro-Tretroller Pseudonym ja, ein Leihgerät 0.3 Seite 4 von 8 Momentan wird das Thema autoärmere Innenstadt in Potsdam diskutiert. Darunter wird verstanden, den Autoverkehr möglichst zu reduzieren, um die Aufenthaltsqualität in der Innenstadt zu erhöhen. 28. Was ist aus Ihrer Sicht bei der Gestaltung einer autoärmeren Potsdamer Innenstadt wichtig bzw. unwichtig? (Bitte in jeder Zeile eine Markierung) sehr wichtig wichtig weniger wichtig unwichtig Durchfahrtsverbot für Besucher/innen mit dem Auto Parkplätze für Besucher/innen Durchfahrtserlaubnis für Anwohner/innen mit dem Auto Parkplätze für Anwohner/innen Erreichbarkeit mit Öffentlichen Verkehrsmitteln Kostengünstige Öffentliche Verkehrsmittel Erreichbarkeit mit dem Fahrrad Fahrradstellplätze Fußgängerzonen Grün- und Freiflächen Bänke und Sitzgelegenheiten Außengastronomie Kulturbeiträge und Veranstaltungen R E ! 29. Welcher Bereich kommt für Sie als autoärmere Innenstadt in Frage? (Mehrfachantworten möglich) möglichst viele Bereiche in der Innenstadt T S fü einzelne oder mehrere Querstraßen der Fußgängerzone Brandenburger Straße alle Querstraßen der Brandenburger Straße Gutenbergstraße (von der Schopenhauer Straße bis zur Hebbelstraße) Charlottenstraße (von der Schopenhauer Straße bis zur Hebbelstraße) U t h M Holländisches Viertel Friedrich-Ebert-Straße (von Nauener Tor bis Wilhelmgalerie) kein Bereich, ich bin gegen eine autoärmere Innenstadt c i N s u a n e ll Zufriedenheit mit verschiedenen Lebensbereichen in Potsdam 30. Für ganz Potsdam: Wie zufrieden sind Sie ganz allgemein mit Folgendem? (Bitte in jeder Zeile eine Markierung) vollkommen zufrieden vollkommen unzufrieden keine Aussage möglich vollkommen unzufrieden keine Aussage möglich Ärztliche Versorgung Wohnungsangebot Kinderbetreuungseinrichtungen Weiterführende Schulen Grün- und Erholungsflächen Öffentliche Sicherheit / Schutz vor Kriminalität Sauberkeit auf Straßen und Plätzen Zufriedenheit mit verschiedenen Lebensbereichen in Ihrem Stadtteil bzw. Ortsteil 31. Für Ihren Stadtteil bzw. Ortsteil: Wie zufrieden sind Sie ganz allgemein mit Folgendem? (Bitte in jeder Zeile eine Markierung) vollkommen zufrieden Ärztliche Grundversorgung Einkaufsmöglichkeiten (Nahversorgung) Wohnungsangebot Spielplätze / Spielmöglichkeiten für Kinder Pseudonym 0.4 Seite 5 von 8 vollkommen zufrieden vollkommen unzufrieden keine Aussage möglich Kinderbetreuungseinrichtungen Grundschulen Verkehrsanbindung (Öffentlicher Nahverkehr) Grün- und Erholungsflächen Öffentliche Sicherheit / Schutz vor Kriminalität Sauberkeit auf Straßen und Plätzen Attraktivität des Stadt-/Ortsteils Auswirkungen der Corona-Pandemie Die Corona-Pandemie (SARS-CoV-2) hat in den vergangenen Monaten nahezu alle Lebensbereiche beeinflusst und gewohnte Lebensumstände verändert. Gerne möchten wir von Ihnen mehr darüber erfahren. 32. Im Vergleich zu der Zeit vor der Corona-Pandemie: Fühlten Sie sich in Ihrer Lebensqualität eingeschränkt? (Bitte in jeder Zeile eine Markierung) sehr stark stark mittel wenig gar nicht keine Aussage möglich während der 1. Welle der Corona-Pandemie (März-Mai 2020) während der 2. Welle der Corona-Pandemie (November 2020-Februar 2021) Wie ist es aktuell? R E ! 33. Inwieweit hat die Corona-Pandemie Sie in folgenden Lebensbereichen belastet? (Bitte in jeder Zeile eine Markierung) T S fü sehr stark Ihren psychischen und emotionalen Gesundheitszustand Ihren körperlichen Gesundheitszustand Ihre familiäre Situation U t h M Ihre Wohnsituation (z.B. zu wenig Platz) Ihre wirtschaftliche Situation c i N stark s u a n e ll mittel wenig gar nicht keine Aussage möglich 34. Hat sich durch die Corona-Pandemie Ihr Blick auf Ihre Wohnsituation verändert? Nein, ich möchte in meiner Wohnung / meinem Haus bleiben. Ja, ich möchte in meinem Stadt- bzw. Ortsteil umziehen. Ja, ich möchte in Potsdam umziehen. Ja, ich möchte aus Potsdam wegziehen. 35. Inwieweit, wenn überhaupt, machen Sie sich derzeit Sorgen um die folgenden Bereiche Ihres Lebens bzw. haben Sie sich vor Beginn der Corona-Pandemie Sorgen um die folgenden Bereiche gemacht? (Bitte in jeder Zeile zwei Markierungen) derzeit große Sorgen geringe Sorgen keine Sorgen vor Beginn der Pandemie keine Aussage möglich große Sorgen geringe Sorgen keine Sorgen Ihre eigene wirtschaftliche Situation Ihre eigene Gesundheit die Gesundheit von Angehörigen und Freunden einsam zu sein, soziale Isolation persönliche Beziehungen die Versorgung pflegebedürftiger Angehöriger den Verlust des Arbeitsplatzes den Verlust der Wohnung Pseudonym 0.5 keine Aussage möglich Seite 6 von 8 Kinderbetreuung und Home-Schooling (Distanzunterricht) während der Corona-Pandemie ja, Betreuung in einer Kindertageseinrichtung 36. Leben Kinder in Ihrem Haushalt, die in einer Kindertageseinrichtung (Krippe, Kindergarten, Hort) betreut werden oder die eine Schule besuchen? (Mehrfachantworten möglich) ja, Besuch einer Schule nein Bei nein bitte weiter mit Frage 41 auf der nächsten Seite. 37. Falls Kinder im Haushalt leben, die eine Kindertageseinrichtung oder Schule besuchen: Wie war deren Betreuung in der Zeit von Schließungen dieser Einrichtungen organisiert? Wie häufig wurden die Kinder von den folgenden Personen betreut? Bei mehreren zu betreuenden Kindern beziehen Sie sich bitte auf das jüngste Kind. (Bitte in jeder Zeile eine Markierung) mehrmals pro Woche täglich einmal pro Woche seltener nie durch mich selbst, ohne zu arbeiten durch mich selbst, im Homeoffice durch meine/n Partner/in, ohne zu arbeiten durch meine/n Partner/in, im Homeoffice durch die Notbetreuung der Kita / Schule durch Großeltern, Verwandte, Freunde, Nachbarn, andere Eltern das Kind / die Kinder konnte/n von keiner Person betreut werden R E ! 38. Wie stark haben Sie die Schließung von Einrichtungen der Kindertagesbetreuung und Schulen als Belastung erlebt? sehr stark T l ü S f stark mittel n e l wenig gar nicht Falls keine schulpflichtigen Kinder in Ihrem Haushalt leben, bitte weiter mit Frage 41 auf der nächsten Seite. U t h M s u a 39. Falls Sie schulpflichtige Kinder zu betreuen haben und diese während der Schulschließungen im "Home-Schooling" unterrichtet wurden: Bewerten Sie bitte die folgenden Aspekte des "Home-Schoolings". Bei mehreren Kindern beziehen Sie sich bitte auf das älteste schulpflichtige Kind. Sind Sie selbst schulpflichtig, beziehen Sie die Angaben auf sich selbst. (Bitte in jeder Zeile eine Markierung) c i N zu viel passend zu wenig keine Aussage möglich Unterstützung bei der Bearbeitung durch die Lehrkräfte Menge der Aufgaben Häufigkeit der Bereitstellung von Aufgaben Kommunikation mit der Schule neuer Lernstoff komplizierte / herausfordernde Aufgaben digitale Bereitstellung der Lernmaterialien postalische / persönliche Bereitstellung der Lernmaterialien 40. Welche Möglichkeiten für das "Home-Schooling" gibt es in Ihrem Haushalt? Jedes Kind, das "Home-Schooling" machen muss, hat ... (Mehrfachantworten möglich) einen ruhigen Platz zum Lernen ein eigenes Zimmer einen eigenen Schreibtisch Zugang zu einem PC / Laptop / Notebook / Tablet Zugang zum Internet eine Person im Haushalt, die (in einigen Fächern) Unterstützung / Hilfe bieten kann Pseudonym 0.6 Seite 7 von 8 Auswirkungen der Corona-Pandemie auf Arbeit und Beruf ja 41. Sind Sie derzeit erwerbstätig bzw. waren Sie es vor der Corona-Pandemie? (Dazu zählen auch Nebenjobs oder andere geringfügige Beschäftigungen.) nein Bei nein bitte weiter mit Frage 44. 42. Von welchen beruflichen Auswirkungen waren Sie im Zuge der Corona-Pandemie (seit März 2020) betroffen? (Mehrfachantworten möglich) keine Auswirkungen auf meine berufliche Situation Insolvenz Arbeit im Homeoffice Arbeitsplatz-/Jobverlust Kurzarbeit (bzw. selbstständig mit reduzierter Arbeit) Aufnahme eines neuen Arbeitsplatzes / Jobs Freistellung mit Lohnfortzahlung Leistung von Überstunden, mehr Arbeit als vor der Pandemie Freistellung ohne Lohnfortzahlung (bzw. selbstständig ohne Arbeit) Wegfall von geplanten Aufträgen / Projekten / Arbeitsgelegenheiten 43. Wie häufig haben Sie im Homeoffice gearbeitet? (Bitte in jeder Zeile eine Markierung) (nahezu) täglich wochenweise im Wechsel mindestens mindestens einmal pro einmal pro Woche Monat seltener nie ist aufgrund meiner Tätigkeit nicht möglich vor der Corona-Pandemie während der 1. Welle der Corona-Pandemie (März-Mai 2020) R E ! während der 2. Welle der Corona-Pandemie (November 2020-Februar 2021) T S fü Wie ist es aktuell? n e ll 44. Hat Ihr Haushalt seit Beginn der Corona-Pandemie Einkommensverluste erlitten? ja, deutliche Einkommensverluste U t h M ja, geringere Einkommensverluste s u a nein 45. Falls ja: Hatten Sie Schwierigkeiten, Ihre Miete fristgerecht zu bezahlen? ja nein Angebote der Landeshauptstadt Potsdam c i N trifft auf meinen Haushalt nicht zu 46. Wie zufrieden sind Sie mit der Corona-Hotline der Landeshauptstadt Potsdam über das Bürgertelefon (0331 289-2351)? sehr zufrieden eher zufrieden eher unzufrieden sehr unzufrieden habe ich noch nicht genutzt kenne ich nicht 47. Wie zufrieden sind Sie mit der Corona-Homepage (www.potsdam.de/corona) der Landeshauptstadt Potsdam? sehr zufrieden eher zufrieden eher unzufrieden sehr unzufrieden habe ich noch nicht genutzt kenne ich nicht Die Bundestagswahl 2021 Jetzt geht es um die Teilnahme bei Wahlen. Wähler/innen können üblicherweise im Wahllokal oder per Briefwahl abstimmen. 48. Hat die Corona-Pandemie Ihre Einstellung zur Briefwahl verändert? ja nein 49. Planen Sie bei der Bundestagswahl 2021 aufgrund der CoronaPandemie Ihre Stimme per Briefwahl abzugeben? ja nein weiß ich noch nicht Impfbereitschaft und Gesundheitszustand 50. Werden Sie sich gegen das Corona-Virus impfen lassen? 51. Zählen Sie sich selbst zur Risikogruppe? Pseudonym ja ich bin bereits geimpft nein weiß ich noch nicht ja nein weiß nicht 0.7 Seite 8 von 8 52. Wie beurteilen Sie gegenwärtig ... ? (Bitte in jeder Zeile eine Markierung) sehr gut gut mittelmäßig schlecht sehr schlecht keine Angabe Ihren Gesundheitszustand speziell Ihre körperliche Gesundheit speziell Ihre seelische Gesundheit Ihr Wohlbefinden insgesamt Ihre soziale Eingebundenheit Fragen zur Person und zum Haushalt ja 53. Haben Sie die deutsche Staatsangehörigkeit? nein Bei nein bitte weiter mit Frage 55. 54. Sind Sie selbst oder ist mindestens ein Elternteil im Ausland geboren oder nach 1949 in das heutige Gebiet Deutschlands zugewandert? ja 55. Wie viele Personen, Sie selbst eingeschlossen, leben ständig in Ihrem Haushalt? (Als Haushalt gilt der Personenkreis, der gemeinsam wohnt und wirtschaftet.) nein Anzahl Person/en 56. Wie viele Personen aus der entsprechenden Altersgruppe (Sie selbst eingeschlossen) wohnen bei Ihnen im Haushalt? (Falls es keine Person/en in einer der genannten Altersgruppen gibt, lassen Sie bitte das jeweilige Feld einfach frei.) 0 bis 5 Jahre Anzahl Person/en 14 bis 17 Jahre Anzahl Person/en 26 bis 44 Jahre Anzahl Person/en 65 bis 79 Jahre Anzahl Person/en mit einem/r Partner/in ohne Kind/er Anzahl Person/en 18 bis 25 Jahre Anzahl Person/en T l ü S f U t h M 57. Was trifft auf Sie zu? Sie leben in Ihrem Haushalt ... allein R E ! 6 bis 13 Jahre c i N Anzahl Person/en 80 Jahre und älter Anzahl Person/en s u a mit einem/r Partner/in mit Kind/ern n e l 45 bis 64 Jahre alleinerziehend mit Kind/ern in einer sonstigen Haushaltsform 58. Liegt bei Ihnen selbst oder einer anderen Person in Ihrem Haushalt eine anerkannte Behinderung vor? (Eine anerkannte Behinderung wird vom Versorgungsamt bescheinigt.) nein ja, bei mir selbst ja, bei einem anderen Haushaltsmitglied ja, bei mir selbst und einem anderen Haushaltsmitglied (Fach-) Hochschulreife / Abitur (noch) kein Abschluss 59. Welchen höchsten allgemeinen Schulabschluss haben Sie? Hauptschul-/Volksschulabschluss Realschulabschluss / Mittlere Reife / POS 60. Welchen höchsten beruflichen Abschluss haben Sie? Lehre / (duale) Berufsausbildung Fachschule, Meister/in, Techniker/in Hochschule / Universität sonstiger Abschluss Fach- oder Berufsakademie Fachhochschule Promotion (noch) kein Abschluss 61. Bitte geben Sie Ihr Alter an: 62. Geschlecht: Jahre männlich weiblich divers Vielen Dank für Ihre Teilnahme! Bitte senden Sie den ausgefüllten Fragebogen ohne Anschreiben und Hinweisblatt zurück. Pseudonym 0.8 Aktuelle Veröffentlichungen Alle Veröffentlichungen sind kostenlos als Download unter www.potsdam.de/statistik erhältlich. Statistischer Informationsdienst 3/2021 Ergebnisse der Bundestagswahl am 26. September 2021 im Wahlkreis 61 und in der Landeshauptstadt Potsdam Potsdam 2022, 60 Seiten Die Ergebnisse der Bundestagswahl 2021 im Wahlkreis 61 und in der Landeshauptstadt Potsdam werden ausführlich dargestellt. Untersucht werden die Wahlbeteiligung, die Erst- und Zweitstimmenergebnisse auf Ebene der Gemeinden und der Potsdamer Stadtteile, das Wahlverhalten sowie die Organisation der Wahl zum 20. Deutschen Bundestag in der Landeshauptstadt Potsdam. 6WDWLVWLVFKHU,QIRUPDWLRQVGLHQVW_  +DADMHM/NSRC@Ll!ŘQFDQTLEQ@FD 2NMCDQ@TRVDQSTMF YTCDM TRVHQJTMFDMCDQ"NQNM@ /@MCDLHD 8PIUDJHQ Statistischer Jahresbericht Statistischer Jahresbericht 2020 Potsdam 2021, 344 Seiten Statistik und Wahlen  _  Die 6. Bürgerumfrage „Leben in Potsdam“ wurde während des zweiten Corona-Jahres 2021 während der 3. Pandemiewelle durchgeführt. Mit der Erhebung sollten auch Erkenntnisse zu den Auswirkungen der Corona-Pandemie auf das Leben der Bürgerinnen und Bürger der Landeshauptstadt Potsdam gewonnen werden. In insgesamt 20 Fragen wurden die Teilnehmenden um ihre Einschätzungen und Bewertungen zur Lebensqualität, &DRTMCGDHS !DK@RSTMFDMTMC2NQFDMRNVHDYTRODYHjRBGDMADSQNEEDMDM+DADMRADQDHBGDM wie Arbeit und Beruf, Wohnen oder Homeschooling im Kontext der Corona-Pandemie gebeten. Ebenso wurden sie nach ihren Erfahrungen mit den coronabezogenen Informationsangeboten der Stadtverwaltung sowie nach dem Impfverhalten gefragt. #HD2NMCDQ@TRVDQSTMFDQLŅFKHBGSDHMTLE@RRDMCDR!HKCŘADQC@R!DjMCDMCDQ/NSRC@LDrinnen und Potsdamer in Corona-Zeiten und zeigt Veränderungen über die Zeit sowohl im Vergleich zum Zeitraum vor der Pandemie als auch für die verschiedenen Phasen während der Pandemie auf. Landeshauptstadt Potsdam  _ Statistischer Informationsdienst 4/2021 Leben in Potsdam Ergebnisse der Bürgerumfrage 2021 Potsdam 2022, 36 Seiten Der 30. Jahresbericht seit Neugründung der Potsdamer Kommunalstatistik im Jahr 1990 FHAS DHMDM CDS@HKKHDQSDM ăADQAKHBJ ŘADQ $MSVHBJKTMFDM TMC $BJC@SDM YT CDM CDLNFQ@jschen, wirtschaftlichen, sozialen und ökologischen Verhältnissen der Landeshauptstadt Potsdam. In insgesamt 14 Kapiteln werden alle aktuellen Entwicklungen der Landeshauptstadt Potsdam dargestellt. Landeshauptstadt Potsdam Statistik und Wahlen Statistischer Jahresbericht ߄ 2020 Wir sind im Bann der Zahlen, jeden Tag. 2020 rbb brandenburg aktuell vom 28. Februar 2021 Tatjana Jury, *1963 Redakteurin, Moderatorin und Reporterin Statistischer Jahresbericht ߄ 2020 Potsdam in Zahlen 2020 – Ein statistisches Stadtporträt Potsdam 2021, Faltblatt, 12 Seiten Die Broschüre umfasst aktuelle Zahlen und Statistiken über die Landeshauptstadt Potsdam, die einen schnellen Überblick zu den unterschiedlichsten Seiten der Stadt vermitteln. Landeshauptstadt Potsdam Statistik und Wahlen
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