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Full text: Jahresbericht ... / NABU-Stiftung Nationales Kulturerbe (Rights reserved) Issue2018 (Rights reserved)

Jahresbericht 2018 Inhalt NABU-Stiftung Nationales Naturerbe Wir retten Paradiese! Was wir tun Wir wollen die Vielfalt an Tier- und Pf lanzenarten in Deutschland für kommende Generationen bewahren. Dafür steht bei uns der Flächenkauf an erster Stelle. Denn nur als Eigentümer können wir auf Dauer für artenreiche Lebensräume sorgen. Naturnahe Lebensräume entlassen wir komplett aus der wirtschaftlichen Nutzung. So entstehen wieder urige Naturwälder und lebendige Feuchtgebiete. In naturfernen Forsten beschleunigen wir mit Waldarbeiten den Wandel zu naturnahem Wald. Für Wiesen, Weiden und Äcker organisieren wir eine behutsame Nutzung, die die reiche Tier- und Pf lanzenwelt unserer Kulturlandschaft fördert. Wer wir sind So unterschiedlich wir in der NABU-Stiftung auch sind, so haben wir eine gemeinsame Überzeugung: Dass es sich lohnt, sich mit seiner Energie, seiner Lebenszeit, seinem Enthusiasmus für das Wunder unserer Natur einzusetzen. Wir wollen, dass auch künftige Generationen Freude und Ehrfurcht erleben können im Angesicht der Pracht unserer heimischen Natur. Durch unser gemeinsames Spezialwissen in den Bereichen Artenschutz, Forstwirtschaft, Landschaftsökologie, Flächenmanagement und Kommunikation sind wir stark, aber wir haben auch einen starken Partner: Zeit. Unser Stiftungseigentum lässt uns die Zeit, langfristige Naturprozesse zu begleiten. Was Sie tun können Haben Sie Freude an der Natur! Genießen Sie die Farben, Gerüche und Klänge von Tieren, Pf lanzen und Naturoasen um Sie herum! Freude und Dankbarkeit für das Erlebte – das ist ein guter Ausgangspunkt für einen Schritt weiter: Setzen Sie sich ein für den Erhalt unserer Natur, mit einem Ehrenamt, mit einer Spende, einer Patenschaft, einer Zustiftung, einer Verfügung in Ihrem Testament. Suchen Sie sich aus, was zu Ihnen passt! Fragen Sie uns gerne nach mehr Informationen. Und lernen Sie uns kennen bei einer unserer Stiftungsveranstaltungen. Wir freuen uns auf Sie! Vorwort 5 Wildes Land Anklamer Stadtbruch – Von der Rettung eines der letzten großen Wildnisgebiete Grünhaus – Entdeckungstour durch die Brandenburger Wildnis 6 9 Urwald von morgen Entwicklungen in unseren Stiftungswäldern 10 Faszination Moor Für den Schutz und die Wiederbelebung von Moorflächen 12 Blühendes Land Windknollen – Ein Naturparadies mit Geschichte Artenvielfalt durch Beweidung und Pflegeeinsätze 14 16 Lebendige Gewässer Kooperationsprojekte für lebendige Flüsse  18 Artenschutz Hilfe für Fledermaus, Steinschmätzer und Schreiadler 20 Nationales Naturerbe Übernahme ehemaliger Militärflächen in Rheinland-Pfalz 22 Projekte Neues Beratungsangebot für Grundeigentümer 24 Überblick Übersichtskarte der NABU-Naturparadiese 25 Flächenbilanz26 Finanzen Wirtschaftliche Entwicklung 28 Ausblick 37 Wir sagen Danke 38 Stiftungsorgane & Kontakt 39 Vorwort Das Stiftungsjahr 2018 „Tue erst das Notwendige, dann das Mögliche, und plötzlich schaffst du das Unmögliche.“ FRANZ VON ASSISI Liebe Freundinnen und Freunde der NABU-Stiftung, liebe Naturinteressierte, 326 etwas zutiefst Menschliches ist der Wunsch nach Wirkung, nach Veränderungen des Lebensumfeldes, die auf eigenem Handeln beruhen. Im Wirken fühlen wir uns lebendig, wenn wir unsere Umwelt nach unseren Werten und Wünschen verändern – oder eben auch durch Anstrengungen im bestmöglichen Zustand erhalten. Wirken tut Not – das denke ich bei jeder Hiobsbotschaft zum Zustand unserer Natur in diesen Tagen; sei es der Schwund der Insektenwelt, die Verarmung unserer Feldf lur oder die Kapitulation der Wirtschaftswälder vor den Zumutungen des Klimawandels. Auch wenn es hierfür zweifelsohne politischer Lösungen bedarf, so sind wir als einzelne Menschen zum Glück nicht zur Tatenlosigkeit verdammt. Durch steten Flächenkauf stieg die Anzahl der Schutzgebiete in der Obhut unserer NABU-Stiftung auf bereits 326. Die Natur hat so NATURPARADIESE auf insgesamt über 200 Quadrat- in Stiftungsobhut kilometer Stiftungsland inzwischen uneingeschränkten Vorrang vor wirtschaftlichen Interessen. Seit 2018 entfalten wir darüber hinaus Wirkung auch auf Landwirtschaftsf lächen außerhalb unseres Stiftungseigentums. Im neuen Projekt Fairpachten beraten wir Eigentümer von Landwirtschaftsf lächen, wie sie ihre Wiesen und Äcker so verpachten können, dass wieder mehr Tiere und Pf lanzen in ihnen einen Platz zum Leben finden. Im vorliegenden Jahresbericht lesen Sie, welche Wirkungen Naturfreunde entfalten, wenn sie sich als ehrenamtliche oder hauptamtliche Naturschützer und Naturschützerinnen, Spendende, Paten und Patinnen, Zustiftende und im Team der NABU-Stiftung Nationales Naturerbe zusammenschließen. Eine Menge! 2018 erreichten wir beispielsweise in einer großen gemeinschaftlichen Kraftanstrengung die Geburt eines einzigartigen Wildnisgebietes in Deutschland: Die faszinierende Moorlandschaft des über 1.000 Hektar großen Anklamer Stadtbruchs ist durch den Kauf durch unsere NABU-Stiftung nun vor Eingriffen des Menschen für immer geschützt. Wirken ist Leben. Ich lade Sie ganz herzlich dazu ein, Einf luss zu nehmen – zum Beispiel mit einer Spende, einem ehrenamtlichen Einsatz, einer testamentarischen Verfügung oder einem lobenden Wort über unsere Arbeit gegenüber Ihren Bekannten. Bleiben Sie uns verbunden, und bewahren Sie mit uns die Natur in ihrer Vielfalt und Schönheit. Wir freuen uns auf Sie. Christian Unselt Vorsitzender der NABU-Stiftung Aus Gründen der besseren Lesbarkeit werden die Personenbezeichnungen in den Texten zum Teil nur in der männlichen Form verwendet. Sämtliche Personenbezeichnungen gelten gleichwohl für alle Geschlechter. 5 Feldlerche Wildes Land Wildes Land Eine Sturmflut überschwemmte weite Teile des Stadtbruchs und führte zu einem großflächigen Absterben von Bäumen und Gehölzen. Großer Feuerfalter (o.), Karmingimpel und andere bedrohte Arten sind im Stadtbruch zu Hause. Mit zwölf Brutpaaren hat das Naturschutzgebiet bei Anklam die höchste Dichte an Seeadlern in Mitteleuropa. Der Anklamer Stadtbruch Von der Rettung eines der letzten großen Wildnisgebiete Vor der Ostseeinsel Usedom liegt der Anklamer Stadtbruch, eine einzigartige Wildnis zwischen Land und Meer. Einen Großteil des Moorgebietes hat die NABU-Stiftung im Winter 2018/2019 gekauft und es damit auf Dauer für die Natur bewahrt. Wer zu einer Wanderung durch die Weiten des Anklamer Stadtbruchs in Mecklenburg-Vorpommern aufbricht, der kann Natur in großer Vielfalt und großem Reichtum erleben: Nicht nur die höchste Seeadlerdichte Mitteleuropas verspricht sehr gute Chancen auf die Sichtung der majestätischen Greife. Über 100 Vogelarten brüten in dem seit 1935 ausgewiesenen Naturschutzgebiet, darunter Arten mit so unterschiedlichen Lebensraumansprüchen wie Wendehals, Zwergschnäpper, Karmingimpel und Trauerseeschwalbe. Fast ein Drittel von ihnen steht auf der Roten Liste der gefährdeten Brutvögel Mecklenburg-Vorpommerns und hat hier eine besondere Heimat gefunden. Am Anfang war der Torfabbau Wie der Name verrät, war der Anklamer Stadtbruch im Laufe seiner Geschichte nicht immer eine „wilde“ Moorlandschaft. Seit Jahrhunderten gehörte das Moor am Stettiner Haff der Stadt Anklam, deren Bevölkerung hier Torf als Brennstoff abbaute und Wiesen und Weiden anlegte. Erst 1945 endete die Torfgewinnung, durch die etwa die Hälfte des ehemals 500 Hektar großen Hochmoores verschwand. Mit dem Bau eines Deiches und von Schöpfwerken wurden die Moorf lächen weiter trockengelegt, was eine intensivere landwirtschaftliche Nutzung sowie die Aufforstung großer Bereiche ermöglichte. 6 Doch die Natur holte sich ihr Land zurück: Im November 1995 durchbrach eine Sturmf lut den Deich zum Stettiner Haff und überschwemmte den Anklamer Stadtbruch. Nach dem Rückzug der Ostsee blieben die tiefer liegenden Areale überf lutet, Wege unpassierbar und die Ländereien für die Forst- und Landwirtschaft kaum mehr nutzbar. Bis auf gelegentlichen Holzeinschlag und die jagdliche Nutzung konnte sich der Stadtbruch seitdem weitgehend ungestört vom Menschen entfalten. Auf über 15 Quadratkilometern war eine fast selbstbestimmte Wildnis entstanden. langsam wieder ein baumfreies Hochmoor. Die hohen Wasserstände lassen Torfmoose und Seggen wachsen. Dauerhaft nass stehende Bäume starben großräumig ab, wohingegen auf den nicht dauerhaft überf luteten Flächen neue Moorwälder aus Erle, Birke und Eiche entstanden. Zahlreich besiedeln Wasservögel wie Schwarzhalstaucher, Flussseeschwalben oder Trauerseeschwalben die Flachgewässer. Während der Zugzeit sammeln sich hier Zehntausende nordischer Gänse, Schwäne, Enten sowie Kraniche und Watvögel. Vom Fischreichtum der Gewässer profitieren Kormoran und Seeadler. Fischotter durchschwimmen das bestehende Grabensystem, an dessen Ufern Biber stattliche Burgen bauen. Größte Herausforderung in unserer Stiftungsgeschichte Wildnisgebiete sind im dichtbesiedelten Deutschland ein rarer Schatz. In der Regel mehr als 1.000 Hektar sollen sie groß sein, von Straßen unzerschnitten und vom Menschen nicht mehr bewirtschaftet. Und so wurden wir hellhörig, als die Stadt Anklam den Verkauf von 1.360 Hektar Land im und am Anklamer Stadtbruch erwog. Denn bei einem Eigentümerwechsel ist meist davon auszugehen, dass der neue Besitzer seine Erwerbskosten durch eine gesteigerte Landnutzung wieder zu amortisieren versucht – die dynamische Naturentwicklung und die wertvollen Lebensräume des Anklamer Stadtbruchs waren in Gefahr. Über diese Naturidylle wurde im Sommer 2018 verhandelt. Dabei konnte sich die NABU-Stiftung in den Gesprächen mit der Stadt Anklam und dem Land Mecklenburg-Vorpommern gegen private Interessenten durchsetzen und eine umfangreiche Landesförderung für den Landkauf und die Stabilisierung der Wasserstände im Stadtbruch vorbereiten. Gutachterlich wurde ein Verkehrswert von 3,5 Mio. Euro für die 1.360 Hektar Moor, Wald und Grünland im und am Anklamer Stadtbruch festgelegt. Trotz der umfangreichen Landesförderung – mit einem aufzubringenden Eigenanteil von rund 1,35 Mio. Euro stand die NABU-Stiftung im Spätsommer 2018 vor der größten Herausforderung ihrer Stiftungsgeschichte. Nach über 25 Jahren freier Naturentwicklung öffnet sich heute im Zentrum des Anklamer Stadtbruchs Doch die großartige Chance zur Bewahrung der einmaligen Wildnis begeisterte nicht nur uns als NABU-Stif- Wildnis in Gefahr 1.360 tung: Auf unsere Spendenaufrufe engagierten sich in außergewöhnlichem Maße private Naturfreunde, rund hundert NABU-Gruppen und Förderstiftungen wie die Regina Bauer Stiftung oder die Stiftung Feuchtgebiete. Durch die wildes Land bei Spenden und Förderzusagen konnten Anklam gerettet wir noch 2018 die Kaufverträge unterzeichnen und die für die kurzfristige Überweisung des Kaufpreises benötigte Zwischenfinanzierung bis ins Frühjahr 2019 wieder abbauen. Bereits 2017 hatte ein Naturfreund die Rettung des Anklamer Stadtbruchs mit einer außergewöhnlichen Zustiftung vorbereitet, die uns bei den jährlichen Kosten des Wildnisgebietes unterstützen wird. Hektar Der Anklamer Stadtbruch hält uns auch 2019 in Atem: Wir begleichen die Erwerbsnebenkosten und gehen mit Naturfreunden auf Entdeckungstour in die Moorlandschaft. Wir bereiten die Verschlüsse in den noch existierenden Entwässerungsgräben vor, um die schwankenden Wasserstände zu stabilisieren. Und wir nehmen Kontakt auf zu privaten Landeigentümern im Anklamer Stadtbruch, um weiteres Land hinzuzukaufen. „Ganz herzlichen Dank!“ sagen wir allen, die bei dieser Mammutaufgabe mitgewirkt und zusammen mit uns die Wildnis des Anklamer Stadtbruchs auf Dauer bewahrt haben. > www.anklamer-stadtbruch.de 7 Wildes Land Rothalstaucher An der Hochkippe bleiben vegetationsarme Sandhalden als Lebensraum für Insekten wie die seltene Kreiselwespe (l.o.) erhalten. Naturparadies Grünhaus Entdeckungstour durch die Brandenburger Wildnis In der Niederlausitz südlich von Finsterwalde liegt das rund 2.000 Hektar große Naturparadies Grünhaus. Das ehemalige Tagebaugelände entwickelt sich in der Obhut der NABU-Stiftung zu einer in großen Teilen ungestörten Wildnis. Seit vielen Jahren begleiten wir mit unserem Projektbüro die Wiederbesiedlung der verschiedenen Lebensräume im Naturparadies Grünhaus. Mit standardisierten Naturbeobachtungen erforschen wir zusammen mit ehrenamtlichen Kartierern und dank einer Förderung der Mineralquellen Bad Liebenwerda die Entwicklung der Tier- und Pf lanzenwelt in Grünhaus. Neues Leben unter und über Wasser 2018 konnten wir eine Studie zu Wasserpf lanzen und wirbellosen Wassertieren mit Hilfe einer Spende in Auftrag geben. Die größte Vielfalt an aquatisch lebenden Wanzen, Käfern und Wasserpf lanzen wurde in den Gewässern nachgewiesen, die in den letzten Jahren durch Niederschlag entstanden und eine günstige Wasserqualität aufweisen. Eine Vielzahl an Wasservögeln wie Singschwan und Rothalstaucher nutzen diese Gewässer zur Nahrungssuche. In den vom Grundwasser gespeisten und dadurch sauren Gewässern konnte ebenfalls Leben nachgewiesen werden, darunter waren seltene Spezialisten und Pionierarten. Mit der Studie konnten wir zeigen, wie schnell und vielfältig sich die neuen Gewässer in der Bergbaufolgelandschaft entwickeln. Lebensraum für Wildbiene und Co. gerettet In der jungen Bergbaufolgelandschaft werden vom Bergbausanierer LMBV Stabilisierungsarbeiten durchgeführt, um die Gefahr von lebensbedrohlichen Rutschungen und Sackungen zu bannen. 2018 setzten wir uns für eine naturschonende Sanierungsvariante im Bereich der Hochkippe und der großen Tagebauseen im westlichen Teil des Naturparadieses ein. Wir erreichten, dass strukturreiche Steil- und Uferböschungen als Lebensraum für Wildbienen, Grabwespen und andere höhlenbewohnende Insekten erhalten blieben. Auf insgesamt 125 Hektar wurde die Bergbausanierung so abgeschlossen. Seither lassen wir die Natur sich hier nach ihren eigenen Gesetzen entfalten, die künftig auch zu Veränderungen der Tier- und Pf lanzenwelt führen werden. Panoramawege eröffnet Aus Sicherheitsgründen war das ehemalige Tagebaugebiet viele Jahre lang für die Öffentlichkeit gesperrt und nur bei Führungen betretbar. 2018 gab die LMBV große Sperrbereiche im Bereich der Seeteichsenke und des Heidesees frei. Damit Besucher das Naturparadies individuell erleben können und gleichzeitig die Rückzugsräume für die seltenen und empfindlichen Arten ungestört bleiben, entwickelten wir zwei Panoramawege. Die im Frühjahr 2018 vom Projektbüro feierlich eröffneten Wege sind für Wanderer und Radfahrer geeignet und führen in die nördlichen Randbereiche von Grünhaus. Sieben Schautafeln stellen Tiere, Pf lanzen und Lebensräume vor und informieren über die besondere Landschaftsgeschichte des NABU-Naturparadieses. Gehen auch Sie hier auf Entdeckungstour! > www.gruenhaus.org 9 Rotwild im Naturparadies Grünhaus Urwald von morgen Urwald von morgen Der Siebenschläfer braucht naturnahe Wälder mit ausreichend Versteckmöglichkeiten. Hangwald im Stobbertal Damit sich das ehemalige Militärgelände bei Iffezheim ungestört zum Naturwald entwickeln kann, ließen wir die zahlreichen militärischen Hinterlassenschaften beseitigen. Stück für Stück zum Naturwald Entwicklungen in unseren Stiftungswäldern Als NABU-Stiftung setzen wir uns dafür ein, den Anteil der naturnahen Wälder in Deutschland zu steigern. 2018 nahmen wir zahlreiche neue Waldflächen in Stiftungsobhut. Zudem sorgten wir für den Rückbau von aufgegebenen Gebäuden in einem Naturwald in Baden-Württemberg. Alte, naturnahe Laubmischwälder gibt es nur noch selten in Deutschland. Wir kaufen deshalb bundesweit Waldf lächen und stoppen langfristig den Holzeinschlag. Als Stiftung stellen wir sicher, dass artenreicher Naturwald über Jahrzehnte und Jahrhunderte nicht genutzt wird. 2018 hielten wir bereits über 6.900 Hektar Wald unsere schützende Hand, davon haben wir rund 80 Prozent bereits der Natur vollständig überlassen. Nichtstun ist hier die Devise – und die Absicherung der Naturentwicklung. So finanzieren wir die jährlichen Kosten, die der Besitz von Wald verursacht, sorgen für die Verkehrssicherheit der angrenzenden Verkehrswege und dokumentieren über ein Waldmonitoring-Programm die Entwicklung unserer Wälder. wälder und feuchte Moorwälder geprägt, die wir durch den Kauf vor dem Holzeinschlag retten konnten. Tausche Forst für Wald Neben lebendigen Naturwäldern sind artenarme Nadelforste im Besitz der NABU-Stiftung. In monotonen Nadelholzkulturen beschleunigen wir den ökologischen Waldwandel, indem wir einen Teil der Nadelbäume entfernen und damit Platz für die natürliche Ansiedelung von standorttypischen Laubbäumen schaffen. Je nach Einsetzen der so angeregten Naturverjüngung wird der Wald aus dem ökologischen Waldumbau entlassen und ganz der Natur übergeben. 2018 befanden sich rund 1.500 Hektar unserer Waldf lächen noch in diesem Naturwald beim Wachsen zugeschaut Übergangsstadium zum Naturwald. 5.424 Mit dem bisher Erreichten geben wir uns nicht zufrieden, sondern kaufen laufend weitere Waldf lächen. 2018 nahmen wir zum Beispiel zwei Hektar Wald am thüringischen Gositzfelsen in Stiftungsobhut. Mit dem Kauf bleibt der wertvolle Trockenwald aus Traubeneichen, Hainbuchen und Elsbeeren ein ungestörter Rückzugsort für Siebenschläfer, Kleine Hufeisennase und den bedrohten Großen Lindenprachtkäfer. Etwa 375 Hektar im 2018 erworbenen Anklamer Stadtbruch (siehe S. 6) sind durch naturnahe Alteichen- Hektar Im brandenburgischen Stobbertal gingen wir 2018 einen anderen Weg und tauschten Flächen mit einem privaten Waldbesitzer. Für drei Hektar Kiefermonokultur erhielten wir 3,8 Hektar Land, darunter einen Hangwald mit Rotbuchen und einen wertvollen Bruchwald. Das malerische Stobbertal im Naturpark Märkische Schweiz ist geprägt von einer urigen Wald- und Wiesenlandschaft. Bereits mehr als 146 Hektar Wald dürfen sich hier in Stiftungsobhut ungestört entwickeln. Die neuen Waldf lächen ergänzen den derzeitigen Stiftungsbesitz im Naturschutzgebiet und dürfen sich allmählich zu „Urwäldern von morgen“ verwandeln. Rückbau für die Natur Im Rahmen des „Nationalen Naturerbes“ (siehe S. 22) haben wir vom Bund ehemals militärisch genutzte Gebiete übernommen, die als Naturf lächen besonders schutzwürdig sind. Dazu zählt auch ein Waldstück bei Iffezheim am Oberrhein, welches viele Jahrzehnte als Munitionsdepot genutzt wurde und so nur einer geringen forstwirtschaftlichen Nutzung unterlag. Heute ist die 43 Hektar große Liegenschaft bei Iffezheim mit ihren alten Buchen und Eichen ein wertvolles Refugium für höhlenbrütende Vögel, Fledermäuse sowie holzgebundene Insekten. So konnte der stark gefährdete Hirschkäfer in dem alten Buchenmischwald nachgewiesen werden. Eine Besonderheit ist die fast vier Hektar große Binnendüne, die bis zu sieben Meter das umliegende Gelände überragt und mit lichtem Buchenaltholz sowie Kiefern und Eichen bewachsen ist. Teil stark verfallen waren. Zur Vorbereitung der aufwendigen Abrissarbeiten ließen wir die Ruinen auf das Vorkommen von Zauneidechsen und Schlingnattern untersuchen. 2019 beschäftigt uns der Abschluss der Abrissarbeiten, die Abfuhr des Bauschutts sowie die abschließende Entsiegelung der asphaltierten Flächen. Danach kehrt endgültig Ruhe in den Iffezheimer Wald ein. > www.urwald.naturerbe.de Mit dem Bund und dem Land Baden-Württemberg haben wir eine Entwicklung des ehemaligen Militärgeländes als naturnahen Wald ohne wirtschaftliche Nutzung abgestimmt. 2018 ließen wir hierfür 39 militärische Gebäude abreißen, die das Gelände prägten und zum Uhu 10 11 Faszination Moor Faszination Moor 2018 standen die ersten Flächen im Badener Moor unter Wasser und wurden sogleich von einem Kranichpaar als Lebensraum entdeckt. Auf den erworbenen Flächen im Teufelsmoor fühlen sich Rohrdommel (l.) und Bekassine besonders wohl. Zurück zum Moor Für den Schutz und die Wiederbelebung von Moorflächen Moore bieten eine einzigartige Artenvielfalt und sind für den Klimaschutz wichtig. Doch vielerorts sind sie aus unserer Kulturlandschaft verschwunden. Durch den Kauf von Moorflächen und Maßnahmen zu ihrer Wiedervernässung bewahrt die NABU-Stiftung diese wilden Landschaften für die Natur. Früher waren Moore für die Menschen Ödland, denn auf den Feuchtf lächen waren Ackerbau oder Viehzucht unmöglich. So wurde die Trockenlegung ganzer Landstriche als Sieg über die Natur gefeiert. Heute sind in Deutschland nur fünf Prozent der Moorf lächen erhalten, oft stark beeinträchtigt durch Entwässerung, Nährstoffeinträge sowie land- und forstwirtschaftliche Nutzung. Trocken gelegte Moore bieten ihrer hoch spezialisierten Tier- und Pf lanzenwelt keinen Lebensraum mehr und belasten die Atmosphäre durch klimaschädliche Gase, die beim mikrobiellen Abbau der ausgetrockneten Torfböden entstehen. Die Wiedervernässung von Mooren ist daher Arten- und Klimaschutz in einem und drängender denn je. Moorschutz im Badener Moor gelingt mit langem Atem Flächen sind seither in Obhut der NABU-Stiftung und als Naturschutzland dauerhaft gesichert. Die Wiederbelebung des ehemaligen Hochmoores erfolgte zunächst auf acht Hektar Land, indem Bäume und Büsche entfernt und Erdwälle aus Schwarztorf errichtet wurden. Regenwasser kann sich so wieder im Gebiet sammeln, ohne benachbarte Flächen zu beeinträchtigen. Bereits im Frühjahr 2018 standen die Projektf lächen unter Wasser und boten pünktlich zum Saisonstart neuen Wohnraum für Wollgras und Libellen. 2018 gelang zusätzlich der Erwerb weiterer 3,5 Hektar im Badener Moor, mit denen das vernässte Areal in den kommenden Jahren vergrößert werden kann. Die aufwendigen Arbeiten sowie der Erwerb der Moorf lächen wurden durch den Deutschen Moorschutzfonds des NABU Bundesverbandes finanziert. In Niedersachsen südlich von Bremen arbeiten wir seit vielen Jahren gemeinsam mit dem NABU Bundesverband und dem NABU Kreisverband Verden an der Wiederver- Moorbelebung im Bärenbusch nässung ehemaliger Moorf lächen. Im Winter 2017/2018 Im Nordwesten Brandenburgs verbesserten wir 2018 konnten wir einen Teil des Badener Moores der Na- den Wasserhaushalt eines fünf Hektar großen Niedertur zurückgeben. Bevor der erste Quadratmeter Moor moorbereichs im Naturschutzgebiet Bärenbusch. Das unter Wasser stand, mussten Grundstückseigentümer Schutzgebiet bei Wusterhausen/Dosse zeichnet sich und Landwirte von dem Moorschutzprojekt durch Kleingewässer, Feuchtwiesen und überzeugt werden. Der Dialog mit den EiBruchwälder aus und beheimatet Amphibien, feuchtigkeitsliebende Insekten und gentümern war schließlich so erfolgreich, dass im Rahmen des NABU-Projektes etwa schützenswerte Vögel wie Kranich, Weiß17 Hektar erworben werden konnten. Die Moor wiederbelebt und Schwarzstorch. Im 158 Hektar um- 13 Hektar 12 Gebänderte Prachtlibelle fassendem Stiftungseigentum liegt auch ein Teil eines Niedermoores, das durch Entwässerungsgräben und niedrige Grundwasserstände bedroht ist. 2018 ließen wir auf unserem Stiftungsland die Entwässerungsrohre entfernen und erhöhten die Sohle des zentralen Grabens in drei Bereichen. Die Wasserstände im Moorbereich liegen so nun auf Höhe der Mooroberf läche, wodurch der Torfschwund möglichst gestoppt wird. Außerdem verbleibt das Wasser des feuchten Frühjahrs künftig bis in den Sommer im Erlenbruchwald und Großseggenried und hilft, die Auswirkungen trockener Sommer abzumildern. zeiten unter anderem Reiherenten und Gänsesäger. Im dichten Röhricht des Gewässers zieht die Rohrdommel ihre Jungen auf. See- und Fischadler nisten in den angrenzenden Wäldern, von wo sie die Gewässer zur Jagd ansteuern. Die erworbenen Feuchtwiesen werden wir in enger Abstimmung mit dem Nationalpark extensiv bewirtschaften lassen und so als Lebensraum für Wiesenbrüter wie die Bekassine bewahren. Moor so weit das Auge reicht Mit unzähligen Seen, Mooren und ausgedehnten Wäldern ist der Müritz-Nationalpark eines der herausragenden Schutzgebiete in Mecklenburg-Vorpommern. Inmitten des Nationalparks liegt das Teufelsmoor, das für zahlreiche bedrohte Arten ein wichtiger Rückzugsraum ist. 2018 ermöglichte ein Spendenaufruf des NABU Bundesverbandes den Kauf von 14 Hektar Schilfröhricht und Feuchtwiese im Teufelsmoor. In unserem Eigentum sorgen wir dafür, dass sich die naturbelassenen Schilfund Gewässerf lächen auch künftig nutzungs- und störungsfrei entwickeln können. Inwieweit Moorf lächen für die unterschiedlichsten Tiere und Pf lanzen feuchter Lebensräume Unterschlupf bieten, hängt vom Flächeneigentümer und dazu in besonderem Maße auch von den Nachbareigentümern ab. Denn die für den Naturschutz erwünschten hohen Wasserstände lassen sich selten kleinräumig begrenzen. Umso bedeutungsvoller ist der Kauf des Anklamer Stadtbruchs (siehe S. 6) in Mecklenburg-Vorpommern, der uns mit der Unterstützung von engagierten Naturfreunden 2018 gelang. Auf rund 13 Quadratkilometern können wir künftig die Moorlandschaft südöstlich von Anklam als vom Menschen ungestörte Wildnis bewahren. Als Starthilfe werden wir hierfür in den kommenden Jahren die noch aus früheren Zeiten stammenden Entwässerungsgräben schließen. So beherbergt der unmittelbar an die gekauften Flächen angrenzende Warnker See während der Zug- und Rast- > www.moore.naturerbe.de Ein Stück Teufelsmoor gerettet 13 Blühendes Land Blühendes Land Mit seinen wertvollen Trockenrasen und Kleingewässern ist der Windknollen Heimat für u.a. Himmelblauer Bläuling (o.) und Bergmolch. Bienen-Ragwurz Viele bedrohte Vögel der Feldflur wie die Grauammer kommen heute auf dem ehemaligen Panzerübungsplatz vor. Der Windknollen bei Jena Ein Naturparadies mit Geschichte Der Windknollen bei Jena bietet mit seinen weiten Halbtrockenrasen wertvollen Lebensraum für Wildbienen, Tagfalter und Wiesenvögel. Im Sommer 2018 begann die NABU-Stiftung mit dem Aufbau eines neuen NABU-Naturparadieses, das künftig 195 Hektar umfassen soll. Nordwestlich von Jena erhebt sich der Windknollen, eine kuppige Hochebene am Rande des Saaletals, von der sich Besuchern ein weiter Blick über die Stadt und das Tal bietet. Von seiner höchsten Erhebung soll im Jahre 1806 Napoleon den Angriff auf die preußischen Truppen geplant haben, was als die Doppelschlacht bei Jena und Auerstedt in die Historie einging. Auch in der Folgezeit wurde das geschichtsträchtige Gelände immer wieder militärisch genutzt, zuletzt bis 1990 von den sowjetischen Truppen als Panzerübungsplatz. Heimat für Orchideen und Schmetterlinge Seit 1997 sind 185 Hektar der Hochebene wegen ihrer seltenen Tier- und Pf lanzenwelt als Naturschutzgebiet „Windknollen“ ausgewiesen. Der Übungsbetrieb hatte den Windknollen vor den Giften und Düngemitteln der Landwirtschaft bewahrt und stattdessen magere Grasf luren, Gehölzinseln, offene Panzerfahrspuren und verdichtete Bodensenken geschaffen. Die sich bei Regen zu Kleingewässern wandelnden Senken bieten wertvollen Lebensraum für Amphibien. So kommen hier mit dem gefährdeten Kammmolch, dem Berg- und dem Teichmolch gleich drei der vier heimischen Molcharten vor. In den Kalk-Halbtrockenrasen und lichten Trockengebüschen wachsen botanische Besonderheiten wie Bienen-Ragwurz, Frauenschuh oder die Grünliche und Weiße Waldhyazinthe. Der farbenprächtige Drüsige 14 Klappertopf hat hier das einzige Vorkommen seiner Art in Deutschland. Zahlreiche bedrohte Vogelarten der Feldf lur sind im Naturschutzgebiet nachgewiesen wie Heidelerche, Neuntöter, Grauammer oder Sperbergrasmücke. Vielfältige Wildbienenarten und Tagfalter wie Segelfalter, Goldene Acht oder Himmelblauer Bläuling bevölkern die weiten Halbtrockenrasen. Neuer Eigentümer gesucht Doch die Zukunft des Schutzgebietes ist unsicher. Denn die Bewahrung der Artenvielfalt am Windknollen ist insbesondere von einer extensiven Landnutzung abhängig, die den Blütenreichtum der Kalk-Magerrasen erhält. Mit dem Abzug der sowjetischen Truppen lag das Gelände in Händen der Landesentwickungsgesellschaft Thüringen (LEG), die das Grünland an einen Schäfer verpachtete und eine Munitionsberäumung durchführte. Gemäß ihrem staatlichen Verwertungsauftrag begann die LEG 2017 mit Abschluss der Sanierung nach einem Kaufwilligen zu suchen. Deswegen handelten wir schnell, um eine naturfördernde Beweidung der artenreichen Wiesen und den Erhalt der schützenswerten Flora und Fauna sicherzustellen. In Verhandlungen konnten wir 195 Hektar Grünland und Wald zum Kauf reservieren, der etappenweise bis 2021 abgeschlossen werden muss. Erste 56 Hektar in Stiftungsobhut Im Frühsommer 2018 gelang uns als Auftakt der Erwerb des 56 Hektar großen Herzstücks der Wiesenlandschaft, wobei uns zahlreiche Naturfreunde tatkräftig unterstützten. Je nach Spendeneingang planen wir den Ankauf der nächsten Teilf lächen. So wurde im Sommer 2019 der Kauf von 51 Hektar Offenland und Laubmischwald ermöglicht. Den Wald nehmen wir umgehend aus der forstlichen Nutzung, sodass er als „Urwald von morgen“ Totholz und Altbäume aufbaut und zu einem artenreichen Waldlebensraum wird. Als Eigentümerin haben wir Gespräche mit lokalen Naturschützern, Naturschutzbehörden und Tierhaltern aufgenommen, um nach zukunftsfähigen Lösungen für das Gebiet zu suchen. Denn nicht nur der Erhalt des Blütenreichtums als Grundlage einer vielfältigen Insektenwelt ist eine Herausforderung, auch die Lenkung des hohen Besucherverkehrs muss neu überlegt werden. All diese Veränderungen sind keine schnell zu erledigenden Aufgaben, sondern werden sich nur in langjährigem Engagement und behutsamen, mit Partnern gut abgestimmten Schritten umsetzen lassen. > www.windknollen.naturerbe.de 15 Blühendes Land Blühendes Land Mit einer naturschonenden Bewirtschaftung unserer Äcker, Weiden und Streuobstwiesen schaffen wir eine reiche Insektenwelt. Für bunte Wiesen, Weiden und Felssteppen Artenvielfalt durch Beweidung und Pflegeeinsätze Wir bewahren über 6.400 Hektar wertvolle Wiesen, Äcker sowie Offenland und sorgen für eine naturschonende Bewirtschaftung, die den Tieren und Pflanzen unserer Kulturlandschaft wieder Raum zum Leben gibt. Mit über 450 Landwirten arbeiten wir dabei vor Ort zusammen. In den letzten Jahrzehnten hat die immer intensivere Landnutzung zu einem großen Verlust von Arten und Lebensräumen in unserer Kulturlandschaft geführt. Der draAcker, Wiesen & Weiden matische Insektenschwund in Schutzgebienaturfreundlich ten ist alarmierend. In unseren Naturparabewirtschaftet diesen kümmern wir uns um den Erhalt einer vielfältigen Pf lanzen- und Tierwelt. So verzichten wir auf unseren Äckern und Grünländereien auf den Einsatz von mineralischen Düngemitteln und Pestiziden und organisieren eine behutsame Nutzung. Tagfalter und Wildbienen, Vögel und Säugetiere erhalten so wieder Raum zum Leben. 6.426 Hektar Neue Lebensräume für Insekten & Co. schaffen Im und am Naturschutzgebiet Nonnenhof in Mecklenburg-Vorpommern sorgen wir seit vielen Jahren für eine naturschonende Weide- und Wiesennutzung, von der die heimische Insekten- und Vogelwelt profitiert. Mit Hilfe von Spenden und dem NABU-Insektenschutzfonds erwarben wir 2018 fast 25 Hektar Grünland sowie Acker, die unseren bisherigen Stiftungsbesitz auf rund 427 Hektar vergrößerten. Den bisher konventionell genutzten Acker lassen wir künftig so bewirtschaften, dass sich wieder eine reiche Insektenwelt ansiedelt. Die Entwicklung des Artenspektrums auf dieser Fläche beobachten wir über ein mehrjährig laufendes Monitoring. 16 Neuen Lebensraum schufen wir auch im brandenburgischen Schutzgebiet Rotes Luch bei Buckow: Zum einen ließen wir in Kooperation mit der Flächenagentur Brandenburg auf 1.500 Quadratmetern alte landwirtschaftliche Betriebsgebäude zurückbauen. Auf den entsiegelten Flächen wachsen nun wieder Trockenrasen, die von Schmetterlingen wie dem seltenen Ulmen-Zipfelfalter angesteuert werden. Zum anderen konnten wir rund 7,6 Hektar Grünland erwerben und damit unseren Schutzschirm auf inzwischen 178,5 Hektar ausweiten. Auch am Zichower Wald in der brandenburgischen Uckermark erwarben wir 2018 weiteres Land. Mit den neu erworbenen neun Hektar Landwirtschaftsf lächen am Rande des Naturschutzwaldes steuern wir Stück für Stück die Nutzung von Äckern und Wiesen rund um den Naturschutzwald so um, dass wieder gute Lebensbedingungen für die hier heimischen, seltenen Wiesen- und Greifvögel entstehen. Rund 132 Hektar im und am Zichower Wald befinden sich so bereits in Stiftungsobhut. Wasserbüffel als Artenschützer Wasserbüffel sind wertvolle Landschaftspf leger, weil sie vielfältigen Bewuchs und ein reiches Insekten- und Amphibienvorkommen in Feuchtgebieten unterstützen. Nährstoffarmes Futter wie Schilf und Binsen können die Tiere gut verdauen. Bei geringer Besatzstärke grasen sie zudem die Fläche schrittweise und selektiv ab, sodass Der bedrohte Fetthennen-Bläuling und viele andere spezialisierte Arten finden am Gositzfelsen bei Saalfeld einen Lebensraum. mit 457 Landwirten als Naturschutzhelfer zusammengearbeitet genügend Nahrungspf lanzen und Versteckmöglichkeiten für Insekten und Vögel stehen bleiben. Am Seeteich Blankenhain bei Weimar kümmert sich seit Herbst 2018 eine kleine Herde von Wasserbüffeln um die Offenhaltung der ehemaligen Teichlandschaft. Das acht Hektar große Vogelparadies ist seit 2014 in Stiftungsobhut und wird seit vielen Jahren vom NABU Regionalverband Weimar-Apolda betreut. Die Zaunanlage zur Sicherung der robusten Tiere wurde mit Hilfe der Ehrenamtlichen und Fördergeldern ermöglicht. betroffen, die wie der stark gefährdete Wendehals in den höhlenreichen Altbäumen eine Zuf lucht gefunden haben. Auf unserem Land am Kiefenberg bei Schkölen und am Südhang Ettersberg bei Weimar ließen wir 130 alte Streuobstbäume durch einen dringend nötigen Pf legeschnitt verjüngen und 127 neue Hochstämme in breiter Sortenvielfalt pf lanzen. Der NABU Großfahner übertrug der NABU-Stiftung zudem rund 12 Hektar Land mit weiteren Streuobstwiesen bei Schkölen und bei Niedertreba im Weimarer Land. Für den Schutz von Orchideen- und Streuobstwiesen Mehr Natur auf ehemaligen Abbauflächen Am thüringischen Kiefenberg engagierten wir uns 2018 mit Pf legearbeiten für den Erhalt von Kalkmagerrasen und Streuobstbeständen. Das Naturkleinod bei Schkölen ist Heimat für seltene Orchideen wie Bienen-Ragwurz, Helm-Knabenkraut und andere botanische Raritäten. Rund 17 Hektar sind seit 2017 in Stiftungseigentum. Nachdem die Beweidung der Hänge in den letzten Jahren aufgegeben wurde, drohten die Orchideenwiesen zuzuwachsen. 2018 ließen wir auf 3,5 Hektar Gehölze entfernen, um wieder Platz für die licht- und wärmeliebenden Orchideen zu schaffen. Langfristig sorgt eine Herde aus Krainer Steinschafen und Eseln für die Offenhaltung der Halbtrockenrasen und Streuobstwiesen am Kiefenberg. Zum Schutz von seltenen Felssteppen und Eichentrockenwald erwarben wir 2018 südlich von Saalfeld/Saale ein 3,2 Hektar großes Hangf lurstück am Gositzfelsen, einem ehemaligen Marmor-Steinbruch. In seinen Felsklüften leben spezialisierte Pf lanzen- und Insektenarten der Felssteppe. So wachsen beispielsweise die Astlose Graslilie und die seltene Alpen-Aster an den lichten Hängen. Fast 30 Schmetterlingsarten wurden hier nachgewiesen, darunter der in Thüringen vom Aussterben bedrohte Fetthennen-Bläuling und der gefährdete Feurige Scheckenfalter. In Abstimmung mit dem NABU Kreisverband Saalfeld-Rudolstadt ließen wir nach dem Erwerb Gehölze am Hangfuß und der Oberkante des Hangs entnehmen, um die Besonnung der Felssteppe zu verbessern. Wegen der geringen wirtschaftlichen Bedeutung werden Streuobstwiesen häufig nicht mehr gepf legt und erneuert. Von der Nutzungsaufgabe sind viele Tierarten 17 Lebendige Gewässer Graugänse und Kiebitze brauchen offene Flachgewässer zum Rasten. Lebendige Gewässer Uferschwalben (u.) und Zierliche Moosjungfer (o.) Gemeinsam mehr bewegen Kooperationsprojekte für lebendige Flüsse Überflutungspolder in der Elbtalaue Mit einer Fischtreppe und weiteren Maßnahmen verbesserten wir die Wasserversorgung der Haselbacher Teiche – Heimat für Zwergdommel (o.) und Co. 2.117 Hektar In vielen Stiftungsgebieten kooperieren wir mit NABU-Gruppen und Landesverbänden und teilen die mit dem Flächenbesitz verbundenen Aufgaben. So setzen wir gemeinsam Naturschutzprojekte entlang von Elbe, Weser, Mosel und Pleiße um. Durch Flussbegradigungen und Trockenlegungen gibt es heute kaum noch naturnahe und strukturreiche Flusslandschaften in Deutschland. Dabei bieten intakte Auen einen wichtigen Schutz vor Hochwasser und zählen zu den artenreichsten Lebensräumen in Mitteleuropa. Im Dreiländereck zwischen Sachsen-Anhalt, Niedersachsen und Brandenburg gibt es noch ausgedehnte Überschwemmungsf lächen entlang der Elbe. Durch die Nähe zur ehemaligen deutsch-deutschen Grenze und die damit verbundene Störungsarmut blieb das Flusstal als international bedeutsames Reservat für Brutvögel und rastende Wat- und Wasservögel erhalten. Für eine naturnahe Elbtalaue Gemeinsam mit dem NABU Hamburg engagieren wir uns im Norden Sachsen-Anhalts für den Erhalt der Auenlandschaft in der Aland-Garbe-Niederung, die durch Elbehochwasser sowie den Wasserrückstau des Alands beeinf lusst wird. Im Frühjahr bieten die überstauten Polder Tausenden nordischer Gänse, Enten und großen Trupps von Kiebitzen einen idealen Rastplatz. Weiß- und Schwarzstörche suchen auf den feuchten Wiesen regelmäßig nach Nahrung. 2018 übertrug der NABU Hamburg rund 45 Hektar Wiesen und Wälder in der Aland-Garbe-Niederung sowie rund 15 Hektar Grünland im niedersächsischen Wendland in die Obhut der NABU-Stiftung, da so ein dauerhaf- ter Schutz der Flächen gewährleistet ist. Damit bewahrt die NABU-Stiftung im gesamten Lauf der Elbe bereits fast 780 Hektar für die Natur. Flächenkauf an Mosel und Oberweser Im Dreiländereck Frankreich, Luxemburg und Deutschland setzen wir uns gemeinsam mit dem NABU Landesverband Saarland seit 2010 für die Sicherung eines über 100 Hektar großen Kiesgrubenmosaiks in der Moselaue ein. Bedrohte Arten wie Gelbbauchunke oder Zierliche Moosjungfer haben die ehemaligen Kiesgewässer als Lebensraum erobert. Uferschwalben und Eisvögel bauen an den Steilwänden der Kiesgruben ihre Bruthöhlen. Mit Hilfe von Spenden konnten wir 2018 ein weiteres rund sieben Hektar großes Gelände mit Kiesgrube bei Nennig kaufen und so den Stiftungsbesitz in der Moselaue auf fast 20 Hektar vergrößern. Auch in den Folgejahren wollen wir hier weitere Kiesgruben erwerben. Wasserflächen geschützt zur Unterstützung von Artenschutzmaßnahmen wird die NABU-Stiftung in den kommenden Jahren weitere sanierte Grubenf lächen an der Oberweser erwerben. Die naturschutzfachliche Betreuung der NABU-Flächen übernehmen die erfahrenen ehrenamtlichen Naturschützer des NABU Rinteln. Naturschutzgebiet vor Austrocknung bewahrt In Ostthüringen retteten wir 2018 die Wasserversorgung der Haselbacher Teiche, einem vom NABU Altenburger Land betreuten, rund 125 Hektar großen Naturschutzgebiet im Einzugsgebiet der Pleiße. Hier leben schutzbedürftige Arten wie Fischotter, Dunkler Wiesenknopf-Ameisenbläuling und Zwergdommel. Seit dem Hochwasser von 2013 lagerte angeschwemmter Schlamm in der Wasserzufuhr vom Gerstenbach in das Teichgebiet. Dadurch drohten die Haselbacher Teiche auszutrocknen. In umfangreichen Arbeiten ließen wir den Schlamm abbaggern und bauten die Wasserzuleitung so um, dass künftig auch in Trockenperioden ein Zuf luss gewährleistet ist. Das alte Wehr, das bislang den Gerstenbach anstaute, um Wasser in die Teiche zu leiten, ließen wir durch eine Fischtreppe ersetzen. Damit können Fische nun wieder barrierefrei auf über neun Kilometern durch den Gerstenbach wandern. Die aufwendigen wasserbaulichen Maßnahmen verbessern auch den Hochwasserschutz, denn sie verringern das Risiko künftiger Überschwemmungen auf den angrenzenden Landwirtschaftsf lächen. Daher konnte das Stiftungsprojekt über Mittel der Ausbauhilfe von Bund und Ländern zur Beseitigung von Hochwasserschäden finanziert werden. In Niedersachsen sicherten wir 2018 rund zehn Hektar ehemalige Kiesf lächen für das Naturschutzprojekt „Auenlandschaft Oberweser“, das der NABU-Niedersachsen und der NABU Rinteln seit vielen Jahren vorantreiben. Der Flächenerwerb wurde durch eine Förderung der Kurt-Lange-Stiftung ermöglicht. Alljährlich überwintern Hunderte Zugvögel wie Graugänse, Kormorane und Silberreiher in der ehemaligen Kiesgrubenlandschaft bei Rinteln. Zur dauerhaften Gebietssicherung und Eisvögel 18 19 Artenschutz Artenschutz Die alte Brennerei Ringenwalde bietet den unterschiedlichsten Arten einen Unterschlupf. Wenn zu wenige natürliche Schlafplätze vorhanden sind, können Fledermauskästen helfen. Steinhaufen sind wertvolle Biotope für Steinschmätzer und andere Tiere der Feldflur. Bei Ducherow sicherten wir einen Horstwald, damit der Schreiadler hier weiterhin ungestört seine Jungen aufziehen kann. Was tun gegen Wohnungsnot Hilfe für Fledermaus, Steinschmätzer und Schreiadler Verdrängte Altmieter, langwierige Wohnungssuche – das ist leider nicht nur die Wohnsituation in deutschen Großstädten, sondern vielerorts Realität für die heimische Tierwelt. Wir bewahren deshalb in unseren Naturparadiesen Rückzugsräume und schaffen neuen Wohnraum für bedrohte Arten. Für Fledermäuse wird es immer schwieriger, geeignete Quartiere zu finden, wenn Gebäude saniert, Hohlräume versiegelt oder alte Bauten abgerissen werden. In Wirtschaftswäldern fehlen häufig alte Bäume mit Höhlen oder großen Spalten, wo sie im Sommer den Tag verschlafen können. In unseren Stiftungswäldern fördern wir deshalb die Entwicklung von strukturreichen Wäldern, die langfristig ein vielfältiges Angebot an natürlichen Höhlen aufweisen. Mehrere Stollen und ein eigenes Fledermausgebäude bewahren wir in Thüringen als ruhigen Winterschlafplatz für Fledermäuse. 2018 engagierten wir uns vor allem im Naturpark Märkische Schweiz in Brandenburg für die kleinen Jäger der Nacht. Wohnungsbau für Fledermäuse Die alte Brennerei Ringenwalde im Naturpark Märkische Schweiz bietet heute zahlreichen bedrohten Tierarten einen Unterschlupf. So brüten hier inzwischen nicht nur Turmfalken, Mauersegler und Weißstörche; das wiederhergestellte Dach dient auch Fledermäusen als Sommerquartier. Dank des unermüdlichen Einsatzes der Ehrenamtlichen des NABU Regionalverbandes Strausberg-Märkische Schweiz konnte der Zerfall dieses kulturhistorischen Gebäudes vor einigen Jahren verhindert werden. Seit 2013 ist die ehemalige Schnapsbrennerei in Obhut der NABU-Stiftung. 20 Mit Hilfe von Fördermitteln des europäischen Landwirtschaftsfonds für die Entwicklung des ländlichen Raums (ELER) sicherten die Ehrenamtlichen 2018 die Kellergewölbe der alten Brennerei, die von Fledermäusen wie der stark gefährdeten Mopsf ledermaus als Winterquartier genutzt werden. Eingänge und Fenster wurden vermauert, um das Raumklima zu verbessern und überwinternde Fledermäuse vor Störungen zu schützen. Durch eingebaute Einf luglöcher gelangen die Tiere ins Innere, wo zusätzlich angebrachte Hohlblocksteine einen Schlafplatz bieten. Eidechsen und Amphibien aus dem angrenzenden Dorfteich erreichen die Kellerräume über bodennahe Spalten und können so ebenfalls das neue Domizil nutzen. Im Rahmen des Förderprojektes wurden zusätzlich neue Sommerquartiere in unseren Stiftungswäldern im Naturpark Märkische Schweiz angebracht. Denn im Naturpark gehören auch Kiefernbestände und Mischwälder zum Stiftungsbesitz, die aufgrund ihres jungen Alters nur wenige Schlafplätze für Fledermäuse bieten. Insgesamt 180 Fledermauskästen hängten die Ehrenamtlichen an drei Standorten, unter anderem in den Naturparadiesen Tiergarten und Stobbertal, auf. Durch verschiedene Kastenmodelle in unterschiedlicher Ausrichtung wird eine große Bandbreite von Fledermausarten unterstützt. „Trittsteine“ für Steinschmätzer und Co. Selbst genügsame Singvögel wie der Steinschmätzer finden hierzulande immer weniger Lebensräume mit ausreichendem Nahrungsangebot. Der Steinschmätzer lebt bevorzugt in felsigen Landschaften mit karger Vegetation und nutzt hierzulande auch Ersatzlebensräume wie Kiesgruben oder Tagebaugebiete. Man kann dem in Deutschland vom Aussterben bedrohten Singvogel schon mit einfachen Maßnahmen helfen, so zum Beispiel mit der Anlage von Steinhaufen. Früher waren Lesesteinhaufen ein Nebenprodukt der landwirtschaftlichen Bewirtschaftung. Während der jahrelangen Ackerund Wiesennutzung gelangten immer wieder Steine an die Oberf läche, die aufgelesen und am Feldrand angehäuft wurden. Aufgrund von fehlendem Wohnraum entwickelten sich auch im Biesenthaler Becken bei Berlin die Bestände des Steinschmätzers in den letzten Jahren rückläufig. Das Brandenburger Naturschutzgebiet zeichnet sich durch urige Mischwälder, Moore, naturnahe Gewässer und gering genutztes Grünland aus. 460 Hektar befinden sich hier bereits in Stiftungsobhut. Unsere Schutzgebietsbetreuer schufen 2018 mit Steinen aus einer nahegelegenen Kiesgrube vier Steinhaufen auf Stiftungsgrünland, in die zusätzlich steinerne Bruthöhlen eingelassen wurden. Von den neuen Strukturen profitieren auch wärmeliebende Arten wie die Glattnatter, denn die Steine heizen sich bei Sonneneinstrahlung schnell auf und speichern die Wärme länger als die Umgebung. Durch die locke- re Aufschichtung entstehen Hohlräume, die weiteren Arten Unterschlupf bieten. Die Steinansammlungen bereichern so das Biesenthaler Becken als wertvolle Trittsteinbiotope für Tiere und Pf lanzen der Feldf lur. 10 Schreiadlerfamilien behütet Landkauf für den Schreiadler Der Schreiadler ist einer der gefährdetsten Greifvögel in Deutschland. Kaum mehr als 100 Brutpaare leben in den weiten und dünn besiedelten Landschaften Nordostdeutschlands. Hier finden sie noch gering genutztes Feuchtgrünland und urige Naturwälder, wo sie vom Menschen ungestört ihre Jungen aufziehen. Als NABU-Stiftung kaufen wir gezielt Wald und Offenland in Schreiadlerrevieren, um die Lebensräume für den seltenen Greif weit über den gesetzlichen Schutz hinaus zu bewahren und zu optimieren. 2018 erwarben wir mit Unterstützung der Regina Bauer Stiftung einen weiteren Schreiadlerbrutwald bei Ducherow in Mecklenburg-Vorpommern. Als neuer Eigentümer entließen wir das rund vier Hektar große Waldstück sofort aus der forstlichen Nutzung und bannten so die Gefahr, dass Waldnutzer durch Holzeinschlag den scheuen Greifvogel von seinem Brutplatz vertreiben. Im Unteren Recknitztal bei Gruel sicherten wir zudem weitere 4,6 Hektar Feuchtwiesen, die künftig mit den angrenzenden Stiftungswiesen extensiv bewirtschaftet werden, damit der Schreiadler hier reichlich Beutetiere findet. Insgesamt bewahren wir so bereits Lebensraum für zehn Schreiadlerpaare und ihre Nachkommen. 21 Nationales Naturerbe Nationales Naturerbe Vom Beweidungsprojekt auf der Schmidtenhöhe profitieren seltene Arten wie die Wildkatze oder der Schmalblättrige Hahnenfuß (r.o.). Neben robusten Taurus-Rindern (l.) grasen Konik-Pferde auf dem ehemaligen Standortübungsplatz Schmidtenhöhe. Bewahrung des Nationalen Naturerbes Übernahme ehemaliger Militärflächen in Rheinland-Pfalz Im Rahmen des „Nationalen Naturerbes“ erhalten Länder und Naturschutzorganisationen wertvolle Naturschutzflächen vom Bund. 2018 konnte die NABU-Stiftung die Übertragung von drei ehemals militärisch genutzten Gebieten mit insgesamt 526 Hektar in Rheinland-Pfalz erfolgreich abschließen. Militärgebiete bieten der Natur oft wertvolle Rückzugsräume, weil sie als Sperrgebiet über Jahrzehnte von Düngern und Pestiziden der Landwirtschaft unberührt blieben. Meist umfassen sie große Areale, die kaum von Straßen zerschnitten werden. Je nach Übungsbetrieb weisen sie besondere Lebensräume wie vegetationsarme Böden, zeitweise wasserehemalige Militärflächen gefüllte Senken oder forstlich gering genutzte Wälder auf. Wenn diese Gefür die Natur bewahrt biete dann auch noch in dicht besiedelten Landesteilen liegen, ist ihr Wert für den Erhalt unserer heimischen Artenvielfalt nicht hoch genug einzuschätzen: Sie sind Teil des "Nationalen Naturerbes" und müssen bei Aufgabe der militärischen Nutzung bewahrt werden. 526 Hektar 2018 gelang der NABU-Stiftung die Sicherung von gleich drei ehemaligen Militärgebieten in Rheinland-Pfalz: Sie übernahm von der Bundesanstalt für Immobilienaufgaben die stillgelegten Standortübungsplätze Westerburg, Saarburg und Schmidtenhöhe. Gute Aussichten für die Schmidtenhöhe bei Koblenz Die 235 Hektar große, ehemals als Panzerübungsplatz genutzte Schmidtenhöhe bei Koblenz zeichnet sich durch wertvolle Amphibiengewässer, weite Grünlandbe- 22 reiche und naturnahe Laubholzbestände aus. Seit Jahren führt hier der NABU Rheinland-Pfalz eine erfolgreiche Beweidung mit urigen Taurus-Rindern und Konik-Pferden durch. Bisher beruhte dieses Engagement jedoch allein auf einem Pachtvertrag und hatte damit nur befristete Perspektiven. Mit der Flächenübernahme macht die NABU-Stiftung das Beweidungsprojekt jetzt zukunftsfest. Zusätzlich ermöglicht sie die Ausweitung der etablierten Beweidung. Wildkatze, Schwalbenschwanz, Gelbbauchunke, Schwarzstorch und Bekassine sind nur einige der seltenen Arten, die hiervon profitieren. Neue Naturparadiese Saarburg und Westerburg Die Übernahme des 138 Hektar großen Standortübungsplatzes bei Saarburg macht den Weg frei für einen gleichartigen Schutzansatz: Hier wird die NABU-Stiftung in Zusammenarbeit mit dem NABU Rheinland-Pfalz ein ähnliches Beweidungsprojekt starten. Im 153 Hektar großen Gebiet Westerburg liegt dagegen das naturschutzfachliche Hauptaugenmerk auf der Entwicklung der Waldf lächen zu einem „Urwald von morgen“. Bereits heute leben in den Laubholzbeständen stark bedrohte Fledermausarten wie Bechsteinf ledermaus und Großes Mausohr. Die NABU-Stiftung schützt diese Areale ohne weitere forstliche Nutzung für die Natur. Noch naturferne Nadelholzbestände baut sie ökologisch um und überlässt dann auch sie der Naturentwicklung. Bei der Flächensicherung erhielt die NABU-Stiftung Unterstüt- Schwarzstorch zung aus dem Kreis der ihr verbundenen Naturfreunde, die mit ihren Spenden die Erwerbsnebenkosten und die kostspieligen Unterhaltungskosten der Liegenschaften in den ersten Jahren übernahmen. Damit konnte die NABU-Stiftung die 3. Übertragungsrunde bundeseigener Naturschutzf lächen in Dankbarkeit und mit großem Erfolg abschließen. Aufbruch in die nächste Übertragungsrunde Parallel zeichneten sich neue große Chancen für den Erhalt der Natur ab: Denn auch durch Recherchen der NABU-Stiftung konnten die Akteure des Deutschen Naturschutzrings den regierenden Parteien im Frühjahr 2018 verdeutlichen, welche naturschutzfachlich bedeutsamen Flächen immer noch im Eigentum des Bundes liegen und von einer Privatisierung bedroht sind. Daraufhin einigten sich die Regierungsparteien CDU/ CSU und SPD im Koalitionsvertrag 2018, das erfolgreiche Schutzprogramm „Nationales Naturerbe“ mit der Übertragung weiterer Flächen in Bundesbesitz fortzuführen. 30.000 Hektar Naturschutzf läche werden so vor dem freien Verkauf gerettet – ein weiterer Meilenstein bei der Bewahrung wertvoller Naturgebiete! Wie bei den vorhergehenden drei Übertragungsrunden hat die NABU-Stiftung die Koordinierung zwischen den Naturschutzorganisationen, die als Flächenempfänger bereit stehen, und den Bundesbehörden und ihren f lächenbesitzenden Institutionen übernommen. Noch hat die Bundesregierung ihre Vereinbarung zum Schutz des Naturerbes nicht in die Tat umgesetzt. Die neuen Flächenübertragungen würden insbesondere in Ostdeutschland ein neues Feld großer Möglichkeiten und sehr erfreulicher Perspektiven für die Natur eröffnen. Einige unserer bestehenden NABU-Naturparadiese würden erheblich erweitert und abgerundet werden. Unter den 20.000 Hektar, die die Treuhandnachfolgegesellschaft BVVG zur Übertragung beisteuern kann, befinden sich neben Wäldern auch landwirtschaftliche Flächen in Vogelschutzgebieten oder Fauna-Flora-Habitat-Gebieten, die bisher konventionell und ohne naturschutzfachliche Belange bewirtschaftet werden. Wir setzen daher darauf, dass SPD und CDU diese Chance nicht verstreichen lassen. Mit dem Übergang in Naturschutzhände könnten diese Flächen dem Insektensterben entgegen wirken und zu wertvollem Lebensraum für die besonders bedrohten Arten der Kulturlandschaft werden. Um diese große Chance zu nutzen, sind wir bereit, wieder mehrere Tausend Hektar in unsere Obhut zu nehmen. 23 Projekte Überblick Auf einen Blick Übersichtskarte der NABU-Naturparadiese Mit Fairpachten beraten wir Menschen, die landwirtschaftliche Flächen verpachten und sich mehr Natur auf ihren Flächen wünschen. Für mehr Natur in der Landwirtschaft Neues Beratungsangebot für Grundeigentümer Mit dem Projekt Fairpachten gehen wir seit 2018 neue Wege und geben unsere Erfahrungen in der naturschonenden Landnutzung weiter. So beraten wir Menschen, die selbst landwirtschaftliche Flächen verpachten und sich mehr Natur wünschen. Ob Blühstreifen am Ackerrand oder ein Verzicht auf Pestizide: Immer mehr private Grundeigentümer, Kirchen und Kommunen suchen den Dialog mit ihren Landwirten und vereinbaren Naturschutzmaßnahmen in ihren Pachtverträgen. Diese Entwicklung gibt Anlass zur Hoffnung. Doch nach wie vor ist der Rückgang der Artenvielfalt auf den Wiesen, Weiden und Äckern am stärksten. Insbesondere Insekten, Feldvögel und Wildkräuter verschwinden aus den Agrarlandschaften. Rebhuhn oder Kiebitz, die einst häufig in Feld und Flur anzutreffen waren, sind eine Seltenheit geworden. Mit einem kostenlosen Beratungs- und Informationsangebot möchten wir einen Beitrag für den Schutz und den Erhalt der Biodiversität leisten und helfen, die Artenvielfalt in der Kulturlandschaft für zukünftige Generationen zu bewahren. Grundeigentümer mit grünem Herzen In Deutschland sind rund 60 Prozent der landwirtschaftlichen Flächen gepachtet. Auch wir verpachten unsere Wiesen, Weiden und Äcker an Landwirte vor Ort. In den Pachtverträgen vereinbaren wir mit den Bewirtschaftern eine naturschonende Nutzung, die die Artenvielfalt in der Feldf lur wieder herstellt. Unsere Expertise im naturschutzfachlichen Management von Landwirtschaftsf lächen geben wir nun über das Beratungsangebot von Fairpachten an landbesitzende Privatleute, Kirchen und Kommunen weiter. 24 Hand in Hand für die Natur Grundeigentümer können sich bei Fairpachten informieren, wie sich in Absprache mit den Landwirten eine naturschonende Bewirtschaftung auf Ackerf lächen, Wiesen und Weiden umsetzen lässt. So können in Pachtverträgen Schutzzonen als Brutplätze für Feldvögel vereinbart werden. Randstreifen, auf denen Wildkräuter mehr Zeit zum Blühen haben, bieten wertvolle Lebensräume. Ein Verzicht auf Pestizide verbessert den Lebensraum und das Nahrungsangebot für Insekten. Welche Naturschutzmaßnahmen geeignet sind, hängt von den örtlichen Gegebenheiten ab. Daher bieten wir eine individuelle Beratung durch fünf Regionalberaterinnen und Regionalberater an. Informationen zum bundesweiten Beratungsangebot und die Kontakte zu den Regionalberatern finden Sie auf der Projektwebseite. Allgemeine Informationen zum Thema Landpachtrecht und ein Musterpachtvertrag bieten rechtliche Orientierung. Darüber hinaus stellen wir zahlreiche Naturschutzmaßnahmen vor, die wir im Rahmen der Beratung empfehlen. > www.fairpachten.org Das Projekt Fairpachten wird vom Bundesamt für Naturschutz mit Mitteln des Bundesministeriums für Umwelt, Naturschutz und nukleare Sicherheit im Bundesprogramm Biologische Vielfalt gefördert. 25 Überblick Überblick Flächenbilanz Flächenzuwachs 2018 Gebiet 26 Fortsetzung der Tabelle von Seite 26 Bundesland Zuwachs in Hektar Gebiet Aland-Garbe-Niederung (siehe S. 18) Sachsen-Anhalt Altfriedländer Teich- und Seengebiet Brandenburg 45,03 Anklamer Stadtbruch (siehe S. 6) Mecklenburg-Vorpommern Auenlandschaft Oberweser (siehe S. 18) Niedersachsen 9,98 Badener Moor (siehe S. 12) Niedersachsen Biesenthaler Becken (siehe S. 21) Brandenburg Breitenteichsche Mühle Büchelberg Zuwachs in Hektar Bundesland Teufelsmoor im Nationalpark Müritz (siehe S. 13) Mecklenburg-Vorpommern Tontagebau Königshofen Thüringen 2,46 Trockenhänge Oberpreilipp Thüringen 0,28 Unteres Recknitztal (siehe S. 21) Mecklenburg-Vorpommern 4,61 3,55 Wald bei Ducherow (siehe S. 21) Mecklenburg-Vorpommern 2,81 Wendland (siehe S. 18) Niedersachsen Brandenburg 1,59 Westerburg (siehe S. 22) Baden-Württemberg Baden-Württemberg 0,57 Windknollen (siehe S. 14) Thüringen 56,14 Deinstedt Niedersachsen 2,33 Zichower Wald und Weinberg (siehe S. 16) Brandenburg 11,50 Dosseniederung Brandenburg 4,49 Zimmersee Brandenburg 1,01 Elbaue bei Werben Sachsen-Anhalt 1,29 Flächenzuwachs Falkenrehder Wublitz Brandenburg 1,02 Franzigmark Sachsen-Anhalt 0,88 Gerstenbachaue Thüringen 0,03 Gositzfelsen (siehe S. 17) Thüringen 3,22 Gülper See Brandenburg 1,92 Kanonen- und Schloßberg, Schäfergrund Brandenburg 0,04 Kelsterbach Hessen 1,63 Kiefenberg bei Schkölen (siehe S. 17) Thüringen 1,37 Krahner Busch Brandenburg 3,59 Langes Elsenfließ und Wegendorfer Mühlen Brandenburg 0,48 Merlach Thüringen 1,55 6,22 1.360,34 Moortalwiese Farsleben Sachsen-Anhalt Moselaue (siehe S. 18) Saarland 10,25 Niedertreba Thüringen Nonnenhof bei Lieps (siehe S. 16) Mecklenburg-Vorpommern Oderhänge Mallnow Brandenburg 7,16 Odisheim Niedersachsen 6,02 Orchideenwiese Altglietzen Brandenburg 0,85 Peenetal von Jarmen bis Anklam Mecklenburg-Vorpommern 1,02 Plothener Teiche Thüringen 0,42 Rotes Luch und Tiergarten (siehe S. 16) Brandenburg 7,58 Rügener Boddenufer bei Rappin Mecklenburg-Vorpommern Saarburg (siehe S. 22) Rheinland-Pfalz 137,89 Salzatal bei Langenbogen Sachsen-Anhalt 6,12 Schenkenberg Thüringen 0,41 Schietmoor Niedersachsen Schmidtenhöhe (siehe S. 22) Rheinland-Pfalz Skabyer Torfgraben Brandenburg 0,72 Stechlinsee-Gebiet Brandenburg 5,62 Steudnitz Thüringen 0,25 Stobbertal (siehe S. 10) Brandenburg 3,83 Sulinger Moor Niedersachsen 0,38 Tambach-Dietharz Thüringen 3,02 Taubertsmühle Thüringen 4,19 7,29 7,43 24,89 3,96 14,34 3,99 15,26 153,46 2.176,54 Flächenabgang 2018 Gebiet Bundesland Abgang über Abgang in Hektar Bahndamm Altenburger Land Thüringen Verkauf Splitterfläche -0,11 Gamengrund Brandenburg Tausch -0,51 Tornowseen und Pritzhagener Berge Brandenburg Verkauf Kiefernforst -3,11 Wostevitzer Teiche Mecklenburg-Vorpommern Verkauf Verkehrsfläche -0,33 Flächenabgang -4,06 Flächenzuwachs insgesamt 2.172,48 Hektar Flächenbestand am 31.12.2018 20.232,81 Hektar ухѷссс% Flächeneigentum der NABU-Stiftung усѷссс% тчѷссс% 1,02 235,24 туѷссс% щѷссс% хѷссс% уссщ уссъ устс устт усту устф устх устц устч устш устщ 6.210 ha 6.847 ha 9.559 ha 11.453 ha 14.318 ha 15.822 ha 16.189 ha 16.643 ha 17.313 ha 18.026 ha 20.233 ha 27 Finanzen Finanzen Großer Sprung bei der Flächensicherung Wirtschaftliche Entwicklung Das Jahr 2018 war für die NABU-Stiftung durch außergewöhnliche Investitionen in die Bewahrung neuer Naturparadiese geprägt. Der Flächenbesitz wuchs dank der engagierten Unterstützung vieler Spender und Spenderinnen auf über 20.000 Hektar. Mit rund sieben Mio. Euro allein für den Flächenkauf lenkte die Stiftung so viel wie nie zuvor in den Schutz der Natur. Die Bilanzsumme wuchs im Vergleich zum Vorjahr um 17 Prozent auf 42,83 Mio. Euro. Die wirtschaftliche Gesamtsituation der NABU-Stiftung ist gleichzeitig weiterhin gesund und stabil. Die Arbeit der NABU-Stiftung finanziert sich aus vier Quellen: aus Spenden und testamentarischen Schenkungen, öffentlichen Fördermitteln, der Vermögensverwaltung mit insbesondere Pachtzinsen und Kapitalerträgen des Stiftungskapitals sowie aus Einnahmen des wirtschaftlichen Geschäftsbetriebes. Wie in den Vorjahren bildeten Schenkungen in Form von Spenden und Erbschaften die wichtigste Finanzierungssäule der Stiftungsarbeit. Sie sind entscheidend für den Ankauf neuer Flächen. Insbesondere durch die vielfältigen Spenden für die Rettung des Anklamer Stadtbruchs stiegen die Spenden und Erbschaften 2018 um 52,5 Prozent auf 2,87 Mio. Euro. In Abweichung zu den Vorjahren stellten die ZuschüsSpenden & Nachlässe se öffentlicher Geldgeber mit von Naturfreunden 2,38 Mio. Euro eine ähnlich hohe Einnahmequelle dar. Dies beruht insbesondere auf der Förderung des Landes Mecklenburg-Vorpommern für den Anklamer Stadtbruch. 2,87 Mio. € Im Bereich der Vermögensverwaltung fielen die Pachtund Mieteinnahmen aus dem Immobilienbesitz der NABU-Stiftung 2018 mit 721.201 Euro leicht geringer aus als im Vorjahr. Sinkende Pachteinnahmen spiegeln naturschutzfachliche Maßnahmen wider, so sinkt zum Beispiel der Pachtzins bei der Umwandlung von konventionell genutztem Acker zu gering genutztem Naturschutzgrünland. Die Erträge aus den Finanzanlagen der NABU-Stiftung fielen 2018 mit 301.611 Euro dagegen höher aus als 2017. Die Vermögensverwaltung insgesamt steuerte damit 2018 mit 1,02 Mio. Euro einen gleichbleibend hohen Anteil zur Finanzierung der Naturschutzarbeit bei. Der wirtschaftliche Geschäftsbetrieb erwirtschaftete 2018 mit 242.798 Euro einen geringeren Ertrag als 2017. Die hierzu zählenden Erlöse aus der Vermarktung des beim ökologischen Waldumbau entnommenen Nadelholzes sanken 2018 planmäßig auf 40.797 Euro. Diese Position wird weiter schrumpfen, wenn die Forste mit Ende des Waldumbaus als „Urwälder von morgen“ der natürlichen Entwicklung übergeben werden. Die zunehmenden Erlöse aus der Umsetzung von Kompensationsmaßnahmen für Eingriffe in Natur und Landschaft gleichen diesen Einnahmerückgang zum Teil bereits heute aus. Mit den auf insgesamt 6,82 Mio. Euro stark erhöhten Einnahmen und durch die Auf lösung vorhandener Rücklagen konnte sich die NABU-Stiftung den besonderen Herausforderungen des Jahres 2018 stellen, ohne ein wirtschaftliches Ungleichgewicht zu riskieren. щѷсссѷссс€ -"+!"+2+!/0 %#1"+ Spenden und Erbschaften Mittelherkunft 2.172 хѷсссѷссс€ устх устц устч устш устщ Herausragend in jeder Hinsicht war der Kauf von 1.360 Hektar im Anklamer Stadtbruch, wofür alleine im Berichtsjahr über 2,9 Mio. Euro bezahlt wurden. Zusätzliche Ausgaben hierfür fallen in das Wirtschaftsjahr 2019. Der Erwerb der rheinland-pfälzischen Naturerbe-Flächen Schmidtenhöhe bei Koblenz (235 Hektar), Westerburg (153 Hektar) sowie Saarburg (138 Hektar) verursachte als kaufpreislose Übertragung lediglich Erwerbsnebenkosten. Rund 1,1 Mio. Euro f lossen in den Ankauf von Ackerf lächen bei Rebelow, das sich aus Ökopunkten refinanzieren wird. 1,05 Mio. Euro wurden für ein Schutzprojekt bei Rhede eingesetzt. Beide Flächenkäufe wurden bereits 2017 notariell besiegelt. Für die Erweiterung der Stiftungsf lächen am Nonnenhof bei Lieps brachte die NABU-Stiftung rund 361.000 Euro auf. Ebenfalls zum Ankauf von Erweiterungsf lächen wurden rund 205.000 Euro im und am Zichower Wald eingesetzt. Die 2017 und 2018 besiegelten Flächenkäufe im Biesenthaler Becken verursachten 2018 Kosten in Höhe von zusammen rund 185.000 Euro. Für den Erwerb der ersten, 56 Hektar großen Teilf läche auf dem Windknollen setzte die NABU-Stiftung 172.500 Euro ein. Weitere Kosten entfielen auf andere, vielfältige Flächenkäufe (siehe S. 26/27). Insgesamt wurden 2018 so rund 76 Prozent der aufgewandten Stiftungsmittel für den Ankauf neuer Flächen eingesetzt. Parallel waren die Kosten der bestehenden Naturparadiese in Höhe von 694.885 Euro zu schultern: Hierin sind neben den unvermeidbaren Unterhaltungskosten des Stiftungslandes (Gebühren, Steuern, Abgaben, Verkehrssicherung in Gesamthöhe von 299.704 Euro) auch Personalkosten und Kosten für das Biomonitoring enthalten, mit dem die NABU-Stiftung die Naturentwicklung des Stiftungslandes beobachtet. Entwicklungsmaßnahmen zur Verbesserung von Lebensräumen kosteten die NABU-Stiftung 468.074 Euro. In Summe setzte die NABU-Stiftung so rund 8,2 Mio. Euro und damit 88,6 Prozent der Einnahmen unmittelbar für den Kauf, die Bewahrung und die Entwicklung der stiftungseigenen Naturschutzf lächen ein. Weitere 301.858 Euro wurden für Naturschutzprojekte ohne konkreten Flächenbezug ein- für Naturschutzflächen gesetzt, insbesondere für Faireingesetzt pachten. 8,2 Mio. € Die unvermeidbaren Kosten für die allgemeine Verwaltung und die Stiftungsgeschäftsstelle betrugen 522.279 Euro. Die Aufwendungen für die Zustifter-, Spenderund Patengewinnung, ihre Betreuung sowie die Kosten der Öffentlichkeitsarbeit lagen 2018 bei 235.836 Euro. Damit liegt der aus diesen beiden Posten errechnete Anteil der Werbe- und Verwaltungskosten am Gesamthaushalt bei 8,2 Prozent (Vj.: 14,9 Prozent). Nach den Kriterien des Deutschen Zentralinstituts für soziale Fragen (DZI) ist dieser Prozentsatz gering. Der geringe prozentuale Anteil beruht auch auf der 2018 außergewöhnlich hohen Förderquote durch Drittmittelgeber. Da die Verwaltungskosten ausschließlich aus den Einnahmen aus Vermietung und Verpachtung bestritten wurden, geht jeder gespendete Euro vollständig in die Naturschutzarbeit. Verwaltungskosten 8,2 % тсѷсссѷссс€ щѷсссѷссс€ &/10 %#1)& %"/ "0 %þ#10"1/&" Wirtschaftlicher Geschäftsbetrieb ŧ/!"/*&11") чѷсссѷссс€ Fördermittel хѷсссѷссс€ Sonstiges уѷсссѷссс€ ,+01&$"0 уѷсссѷссс€ erworben "/*ŧ$"+03"/4)12+$ Vermögensverwaltung чѷсссѷссс€ 28 Die Ausgaben der NABU-Stiftung beliefen sich 2018 auf 9,27 Mio. Euro. Mit 7,05 Mio. Euro f loss der größte Anteil der zur Verfügung stehenden Stiftungsmittel in die Sicherung neuer Naturschutzf lächen. Der Flächenbesitz der NABU-Stiftung wuchs so um 2.172 Hektar und übersprang mit 20.233 Hektar zum Jahresende die magische Grenze von 200 Quadratkilometer Naturschutzland in Stiftungshand. Durch die sehr großen Einzelf lächen lag die Anzahl der hierfür beurkundeten Kaufverträge mit 91 nur leicht Land für die Natur über dem Durchschnitt der zurückliegenden fünf Jahre. HEKTAR Mittelherkunft с€ Mittelverwendung с€ 2#3,+12/0 %217#)þ %"+ Kauf von Naturschutzflächen Mittelverwendung +1"/%)10Ҍ2+! Unterhalts- und Betreuungskosten "1/"22+$0(,01"+#Ɨ/ für Naturparadiese 12/-/!&"0" Maßnahmen zur Flächenentwicklung Ƌ+%*"+72/ )þ %"+"+14& ()2+$ Naturschutzprojekte ))$"*"&+" ŧ/!"/-/,'"(1" Öffentlichkeitsarbeit und ¢##"+1)& %("&10/"&12+! Mitteleinwerbung &11")"&+4"/2+$ allgemeine Verwaltungskosten устх устц устч устш устщ 29 Finanzen Finanzen Bilanz zum 31.12.2018 Aktiva A. Anlagevermögen I. Sachanlagen a) Immaterielle Vermögensgegenstände b) Grundstücke c) Bauten d) Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung e) Geleistete Anzahlungen und Anlagen in Bau II. Finanzanlagen B. Umlaufvermögen 2018 2017 34.664.326,58 25.157.448,53 27.434.272,29 20.486.259,09 2018 2017 A. Eigenkapital 32.700.000,11 29.501.653,34 I. Stiftungskapital 12.097.197,09 11.386.935,65 11.885.057,68 11.122.412,93 212.139,41 264.522,72 20.929.183,54 18.114.717,69 18.178.332,42 14.240.519,63 757.716,08 1.878.063,02 1.993.135,04 1.996.135,04 -326.380,52 0 a) Grundstockvermögen 19.511,42 8.538,19 23.641.217,36 16.691.428,83 3.631.916,92 3.747.017,17 25.534,90 24.184,52 a) Rücklage verwendete Spenden 116.091,69 15.090,38 b) Zweckgebundene Projektrücklagen 7.230.054,29 4.671.189,44 b) Ergebnisse aus Kursgewinnen und -verlusten II. Rücklagen c) Kapitalerhaltungsrücklage III. Mittelvortrag 8.163.870,03 11.298.526,61 I. Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände 2.635.526,13 1.446.170,49 B. Sonderposten für Investitionszuschüsse 7.334.591,54 4.285.664,60 II. Guthaben bei Kreditinstituten 2.251.927,33 9.426.766,82 III. Vorräte 3.276.416,57 425.589,30 C. Rückstellungen und Rechnungsabgrenzungsposten 1.693.741,49 1.560.879,77 4.777,36 4.160,94 D. Verbindlichkeiten 1.104.640,83 1.111.938,37 Bilanzsumme 42.832.973,97 36.460.136,08 Bilanzsumme 42.832.973,97 36.460.136,08 Treuhandvermögen unselbstständige Stiftungen 13.188.561,16 12.860.941,70 Treuhandverbindlichkeiten unselbstständige Stiftungen 13.188.561,16 12.860.941,70 C. Rechnungsabgrenzungsposten Angaben in Euro Erläuterungen zur Bilanz - Aktiva A. Anlagevermögen Die Sachanlagen sind das Herzstück der NABU-Stiftung, denn hierunter werden die stiftungseigenen Naturschutzf lächen der NABU-Stiftung geführt. 2018 erhöhte sich der Wert der Grundstücke auf 23,64 Mio. Euro (Vj.: 16,69 Mio. Euro). Der große Zuwachs erfolgte durch den außergewöhnlich umfangreichen Ankauf insbesondere des Anklamer Stadtbruchs. Zum Jahresende 2018 umfasste der Flächenbesitz der NABU-Stiftung 20.233 Hektar, die mit ihren Erwerbskosten in die Vermögensrechnung eingestellt sind. Die Position Bauten umfasst stiftungseigene Gebäude (ein vermietetes Mehrfamilienhaus und Lagergebäude als Anlage des Stiftungskapitals) sowie naturschutzfachliche Anlagen in den Naturparadiesen (wie neue Amphibiengewässer, den sanierten Frießnitzer See oder Weidezäune und Unterstände). Diese Einrichtungen werden jährlich mit zehn Prozent abgeschrieben. B. Umlaufvermögen Die hohen Forderungen gegenüber Pächtern, Drittmittelgebern, Darlehensnehmern und Vorhabensträgern in Höhe von 2,6 Mio. Euro (Vj.: 1,45 Mio. Euro) ergeben sich insbesondere aus der öffentlichen Förderung des Anklamer Stadtbruchs, die zu Beginn 2019 ausgezahlt wurde. Bei den Vorräten handelt es sich um Investitionen in Naturschutzmaßnahmen, die nicht aus stiftungseigenen Mitteln finanziert werden. Wer durch ein Bauvorhaben einen Eingriff in den Naturhaushalt vornimmt, muss diesen nach dem Naturschutzgesetz durch Naturschutzmaßnahmen ausgleichen. Die NABU-Stiftung führt in Abstimmung mit Naturschutzbehörden solche Maßnahmen durch und lässt sie durch zum Ausgleich 30 Passiva Exkurs: Verwaltung des Stiftungskapitals Die Finanzanlagen setzen sich insbesondere aus Wertpapieren zusammen, in denen Stiftungskapital nach einer defensiven Strategie angelegt ist. Bei der Wertpapieranlage folgt die NABU-Stiftung ihren Überzeugungen – investiert wird nur in Anlageformen und Unternehmen, die festgelegten ethischen, sozialen und ökologischen Kriterien genügen. Nicht nachhaltige Investments sind ausgeschlossen. Der Anteil von Aktien ist bei 30 Prozent gedeckelt, womit sowohl der Risikovermeidung wie auch dem niedrigen Zinsniveau der Kapitalmärkte Rechnung getragen wird. 2018 konnte eine Rendite nach Abzug der Kosten von 2,55 Prozent erwirtschaftet werden. Der 2018 an den Finanzmärkten angelegte Betrag hat sich auf 7,23 Mio. Euro erhöht. Zur Risikostreuung sind die Wertpapiere der NABU-Stiftung auf drei Depots aufgeteilt, die von der Bethmann Bank AG, der Honoris Treuhand GmbH sowie der Lunis Vermögensmanagement AG aktiv verwaltet werden. verpf lichtete Vorhabensträger bezahlen. Mit der Vorbereitung und Durchführung solcher Maßnahmen schafft sie zunächst einen Vorrat, der in der Bilanz erfasst wird. Der Verkauf der Ausgleichsmaßnahme aus diesem Vorrat stellt in den Folgejahren neue Mittel für den Naturschutz zur Verfügung. 2018 wurden diese Vorräte auf 3,28 Mio. Euro stark erhöht (Vj.: 425.589 Euro). Maßgeblich hierfür war der Erwerb von Landwirtschaftsf lächen bei Rebelow in Mecklenburg-Vorpommern (53,5 Hektar) sowie bei Rhede in Nordrhein-Westfalen (76,1 Hektar), die mit Ackerumwandlung, Grünlandextensivierung und der Neuanlage von Biotopen zu artenreichen Oasen entwickelt werden. Angaben in Euro Erläuterungen zur Bilanz – Passiva A. Eigenkapital Das Eigenkapital der NABU-Stiftung setzt sich aus dem Stiftungskapital, den Rücklagen an finanziellen Mitteln sowie den mit ihrem Anschaffungswert erfassten Naturschutzf lächen zusammen. 2018 stieg das Eigenkapital der NABU-Stiftung um 10,8 Prozent auf 32,7 Mio. Euro (Vj.: 29,5 Mio. Euro). 12,1 Mio. € barkeiten aus dem Flächeneigentum, die trotz aller Sorgfalt nicht gänzlich ausgeschlossen werden können, und damit der dauerhaften Bewahrung der stiftungseigenen Naturschutzf lächen. Stiftungskapital Insbesondere durch Zustiftungen privater Naturfreunde wuchs das Stiftungskapital der NABU-Stiftung 2018 um 710.261 Euro. Damit wurde die Basis für die dauerhafte Sicherung artenreicher Naturparadiese im Eigentum der NABU-Stiftung erneut entscheidend gestärkt. In den Rücklagen der NABU-Stiftung werden die beim Kauf von Naturschutzf lächen verwendeten Spenden, die finanziellen Mittel für die Umsetzung neuer Naturschutzvorhaben sowie Rücklagen für die Risikovorsorge ausgewiesen. Da die erworbenen Naturschutzf lächen („Rücklage verwendete Spenden“) auf Dauer in der NABU-Stiftung verbleiben, wächst dieser Posten kontinuierlich an, ohne dass hierdurch Spielräume für neue Vorhaben entstehen. 2018 stieg die Rücklage der verwendeten Spenden durch die umfangreichen Flächenkäufe, die durch Spenden ermöglicht wurden, auf 18,18 Mio. Euro (Vj.: 14,24 Mio. Euro). Zeitgleich verringerten sich die zweckgebundenen Projektrücklagen um 1,12 Mio. Euro auf 757.716 Euro, da diese ihrem Zweck entsprechend bei Flächenkäufen eingesetzt wurden (Vj.: 1,88 Mio. Euro). Auf annähernd gleichem Niveau wie 2017 verblieb die Kapitalerhaltungsrücklage mit rund 2 Mio. Euro. Sie dient als freie Rücklage der Risikovorsorge für Unwäg- Durch die außergewöhnlich umfangreichen Flächenkäufe des Jahres 2018 (siehe S. 29) startete die NABU-Stiftung mit einem Fehlbetrag von -326.380 Euro ins Jahr 2019. Der negative Mittelvortrag wird in den folgenden Jahren wieder abgebaut; so erhielt die NABU-Stiftung bereits zum Jahresbeginn 2019 weitere große Spenden für den Anklamer Stadtbruch. Auch wegen der dagegen stehenden Rücklagen der NABU-Stiftung wurde der negative Mittelvortrag von den Wirtschaftsprüfern als unbedenklich bewertet. B. Sonderposten Die Sonderposten bilanzieren Fördermittel von Drittmittelgebern und Einnahmen aus Kompensationsmaßnahmen, die in das Anlagevermögen investiert wurden. 2018 wuchs dieser Posten insbesondere aufgrund der Fördermittel für den Kauf des Anklamer Stadtbruchs deutlich auf 7,33 Mio. Euro (Vj.: 4,29 Mio. Euro). D. Verbindlichkeiten Die Verbindlichkeiten in Höhe von 1,1 Mio. Euro (Vj.: 1,11 Mio. Euro) bestehen insbesondere aus zinslosen Darlehen von Naturfreunden, die die Kapitalerträge ihrer Darlehen der NABU-Stiftung zur Verwendung für die Natur schenken. Der Zuwachs aus neuen Darlehen hielt sich 2018 die Waage mit dem Verzicht von Darlehensgebern auf die Rückzahlung gegebener Darlehen zugunsten der Naturschutzarbeit der NABU-Stiftung. 31 Finanzen Finanzen Gewinn- und Verlustrechung 2018 2018 2017 5.251.967,11 2.789.257,61 2.593.905,33 1.756.001,07 275.463,18 124.952,05 2.382.598,60 905.254,49 0,00 3.050,00 1.266.335,89 1.162.235,56 1. Miet- und Pachteinnahmen 721.201,60 747.889,22 2. Erträge wirtschaftlicher Geschäftsbetrieb 242.798,34 331.225,75 3. Übrige 302.335,95 83.120,59 C. Aufwendungen aus satzungsgemäßen Betätigungen (Betreuung Naturschutzflächen etc.) -308.641,48 -247.338,53 D. Personalaufwand -981.788,46 -709.893,25 E. Abschreibungen -331.194,24 -282.974,79 -2.766.470,00 -1.013.470,03 A. Erträge aus satzungsgemäßen Betätigungen 1. Spenden 2. Erbschaften 3. Zuschüsse 4. Sonstige (Bußgelder etc.) B. Sonstige Erträge F. Sonstige Aufwendungen -2.199.849,45 -552.622,72 2. Allgemeine Geschäftskosten 1. Sonderposten für Flächenkauf -147.177,99 -96.394,59 3. Mieten und Betriebskosten -36.198,77 -25.837,69 4. Vertriebsaufwand (Werbung, Reisekosten etc.) -173.780,50 -41.171,95 5. Aufwand wirtschaftlicher Geschäftsbetrieb -150.445,83 -171.910,80 -59.017,46 -125.532,28 259.978,91 213.109,69 1. Erträge aus Finanzanlagen 160.921,56 210.118,44 2. Sonstige Zinsen und ähnliche Erträge 140.689,12 23.743,06 3. Abschreibungen auf Finanzanlagen und Wertpapiere -26.631,77 -5.751,81 4. Zinsaufwand langfristige Darlehen -15.000,00 -15.000,00 2.390.187,73 1.910.926,26 -5.889,24 -18.390,54 2.384.298,49 1.892.535,72 0,00 -102.590,91 1.171.750,47 269.150,00 3.000,00 -326.381,04 -3.937.812,79 -1.618.964,98 52.383,31 -113.748,79 -326.380,52 0,00 6. Übrige G. Finanzergebnis H. Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit I. Steuern vom Einkommen und Ertrag J. Jahresüberschuss K. Mittelvortrag aus dem Vorjahr L. Veränderung zweckgebundene Rücklagen M. Veränderung freie Rücklagen N. Veränderung Rücklage verwendete Spenden O. Änderung Stiftungskapital aus realisierten Ergebnissen, aus Vermögensumschichtungen P. Mittelvortrag Erläuterungen zur Gewinn- und Verlustrechnung A. Erträge aus satzungsgemäßen Betätigungen 2018 erhielt die NABU-Stiftung rund 2,59 Mio. Euro Spenden. Insbesondere der Spendenaufruf zur Bewahrung des Anklamer Stadtbruchs führte zu einem starken Anstieg (Vj.: 1,76 Mio. Euro). Die vom NABU-Bundesverband weitergeleiteten Mittel stiegen 2018 auf 608.945 Euro. Sie stammen aus Spendenaufrufen, die der NABU-Bundesverband für Stiftungsprojekte durchführte, sowie aus projektbezogenen Kooperationen des Bundesverbandes mit Wirtschaftsunternehmen. In großer Dankbarkeit verzeichnete die NABU-Stiftung 2018 Zuwendungen aus Erbschaften, mit denen sich Naturfreunde über ihren Tod hinaus für die Natur einsetzen. Die Zuschüsse durch Drittmittelgeber stiegen 2018 deutlich auf 2,38 Mio. Euro (Vj.: 905.254 Euro), insbesondere durch die Förderung des Landes Mecklenburg-Vorpommern für den Anklamer Stadtbruch und durch Fördergelder des Bundes für das Projekt Fairpachten. B. Sonstige Erträge Bei den sonstigen satzungsgemäßen Erträgen handelt es sich zum einen um Pachteinnahmen aus den Stiftungsländereien sowie den Mieteinnahmen aus den Immobilien der NABU-Stiftung, in denen ein Teil des Stiftungskapitals investiert ist. Zum anderen tragen hierzu die Einnahmen aus den Naturschutzmaßnahmen für Vorhabensträger im Rahmen von Kompensationsverträgen sowie die Holzvermarktung der beim ökologischen Waldumbau anfallenden Nadelhölzer bei. Leicht sinkenden Erträgen stehen die 2018 aufgelösten Sonderposten in Höhe von 266.138 Euro entgegen, die die übrigen Erträge auf 302.336 Euro steigen ließen. C. Aufwendungen aus satzungsgemäßen Betätigungen Durch den wachsenden Flächenbesitz steigen parallel die Aufwendungen für die Betreuung der Naturschutzf lächen. 2018 beliefen sich diese auf rund 308.641 Euro (Vj.: 247.338 Euro). Insbesondere für die systematische Naturdokumentation (Monitoring) wurde mehr Geld aufgewandt. D. Personalaufwand Der Personalaufwand der NABU-Stiftung wuchs vor allem durch die Einstellung des Fairpachten-Projektteams um 38 Prozent auf 981.788 Euro. Seit 2018 arbeitet die NABU-Stiftung mit 17,5 Vollzeitäquivalenten (Vj.: 13,2 VZÄ), die sich auf 25 Kolleginnen und Kollegen verteilen. F. Sonstige Aufwendungen Die sonstigen Aufwendungen in Höhe von 2,77 Mio. Euro sind durch den Sonderposten für Flächenkauf geprägt, in dem die für Flächenkauf erhaltenen öffentlichen Fördergelder eingestellt wurden. Insbesondere durch den Anklamer Stadtbruch belief sich dieser Posten 2018 auf 2,2 Mio. Euro. Die allgemeinen Geschäftskosten sowie die Mieten und Betriebskosten erfuhren durch den Aufbau der Infrastruktur für das Projekt Fairpachten einen Anstieg. Der Vertriebsaufwand stieg 2018 ebenfalls aufgrund von Fairpachten auf 173.780 Euro an (Vj.: 41.172 Euro). G. Finanzergebnis Das Finanzergebnis bilanziert Zinserträge und -aufwendungen, Erträge sowie Verluste aus Kursänderungen von Wertpapieren sowie den Aufwand der Kapitalvermögensverwaltung. Aufgrund des niedrigen Zinsniveaus am Kapitalmarkt und der defensiven Anlagestrategie der NABU-Stiftung (siehe S. 30 Exkurs Finanzanlagen) liegt das Finanzergebnis wie in den Vorjahren auf niedrigem Niveau. Durch einen deutlichen, aber einmaligen Zinseffekt beim Auslaufen eines Sparvertrages trugen insbesondere die Zinserträge 2018 zu einem verhältnismäßig erfreulichen Ergebnis von 259.979 Euro bei (Vj.: 213.110 Euro). Insgesamt schloss die NABU-Stiftung das Geschäftsjahr 2018 mit einem Jahresüberschuss von 2,38 Mio. Euro ab. P. Mittelvortrag Nach der Entnahme von Spenden der Vorjahre aus den zweckgebundenen Rücklagen in Höhe von 1,17 Mio. Euro und der Zuführung der mit Spendenmitteln erworbenen Flächen in die Rücklage verwendete Spenden in Höhe von 3,94 Mio. Euro ergab sich ein negativer Mittelvortrag von 326.380 Euro. Diesen bewerteten die Wirtschaftsprüfer als unbedenklich, weil ihm umfangreiche Rücklagen, das Stiftungskapital sowie die Flächenwerte der NABU-Stiftung entgegenstehen. Da das große Spendenengagement der Stiftungsfreunde auch 2019 anhielt, ist die NABU-Stiftung zuversichtlich, den negativen Mittelvortrag in den Folgejahren abbauen und gleichzeitig unter einer klaren Kontrolle der Ausgaben neue ambitionierte Flächenkaufprojekte umsetzen zu können. Die NABU-Stiftung hat es damit geschafft, ein wirtschaftlich außergewöhnlich anspruchsvolles Jahr zu meistern und die Chancen für umfangreiche Flächensicherungen wahrzunehmen. Ihre wirtschaftliche Gesamtsituation ist weiterhin gesund und stabil. Angaben in Euro 32 33 Finanzen Treuhandstiftungen und Naturschutzfonds 16 Jeder gespendete Euro kommt der Natur zugute! Die NABU-Stiftung Nationales Naturerbe bietet sich als Treuhänder für unselbstständige TREUHANDSTIFTUNGEN Naturschutzstiftungen an, um unter unserem Dach so Naturschutz kostengünstig und verwaltungsarm zu gestalten. Im Jahr 2018 führte die NABU-Stiftung treuhänderisch 16 unselbstständige Stiftungen, die von NABU-Untergliederungen bzw. Privatleuten gegründet wurden. Das für die Treuhandstiftungen verwaltete Vermögen erhöhte sich 2018 um 327.619 Euro auf insgesamt 13,19 Mio. Euro. Zum einen erfolgten Aufstockungen des Kapitals bestehender Stiftungen, zum anderen wurden zwei Treuhandstiftungen neu ins Leben gerufen. Die treuhänderisch geführte NABU-Stiftung Saarländisches Naturerbe löste sich 2018 auf Beschluss des Stiftungsvorstandes auf. Das Stiftungsvermögen wurde mit der Zweckbindung „Naturschutzarbeit im Saarland“ in die NABU-Stiftung Nationales Naturerbe eingebracht, sodass die Zusammenarbeit am gemeinsamen Projekt „Moselaue“ erfolgreich fortgeführt wird. Naturschutzfonds bieten bei einem sehr schlanken Verwaltungsaufbau ähnliche Möglichkeiten wie Treuhandstiftungen in der Lenkung und Förderung individueller Naturschutzanliegen. Ende 2018 führte die NABU-Stiftung für 13 Naturschutzfonds ein Sondervermögen im Stiftungskapital in Höhe von zusammen 749.946 Euro. Durch Zustiftungen und Neugründungen erhöhte sich die Kapitalausstattung der Naturschutzfonds im Berichtsjahr um 156.002 Euro. Das Themen- und Förderspektrum der Treuhandstiftungen und Naturschutzfonds unter dem Dach der NABU-Stiftung ist breit. So wurden 2018 beispielsweise regionale NABU-Gruppen und NABU-Zentren gefördert, Flächenkäufe der NABU-Stiftung ermöglicht, Forschungsarbeiten im Bereich Greifvogelschutz finanziert oder in die Bewahrung eigener Naturschutzf lächen investiert. PwC Transparenz Die NABU-Stiftung ist Mitglied der „Initiative Transparente Zivilgesellschaft“ und hat sich zur Veröffentlichung der zehn wichtigsten Informationen über die Stiftung verpf lichtet. So können unter anderem aktuelle Angaben über Mittelherkunft und Mittelverwendung sowie Satzung und Stiftungsorgane auf der Stiftungshomepage eingesehen werden. > www.transparenz.naturerbe.de Die Wirtschaftsprüfungsgesellschaft PricewaterhouseCoopers GmbH hat dem Jahresabschluss zum 31. Dezember 2018 der NABU-Stiftung Nationales Naturerbe, Berlin, mit Datum vom 16. April PwC 2019 einen uneingeschränkten Bestätigungsvermerk erteilt. Das darin erhaltene Prüfungsurteil zum Jahresabschluss lautet: Die Wirtschaftsprüfungsgesellschaft PricewaterhouseCoopers GmbH hat dem Jahresabschluss zum "Wir31.haben den Jahresabschluss der NABU-Stiftung Nationales Naturerbe, Berlin, – bestehend aus Dezember 2018 der NABU-Stiftung Nationales Naturerbe, Berlin, mit Datum vom 16. April der 2019 Bilanz zum 31. DezemberBestätigungsvermerk 2018 und der Gewinneinen uneingeschränkten erteilt. und Verlustrechnung für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2018 – geprüft. Das darin erhaltene Prüfungsurteil zum Jahresabschluss lautet: Nach unserer Beurteilung aufgrund der bei der Prüfung gewonnenen "Wir haben den Jahresabschluss der NABU-Stiftung Nationales Naturerbe, Berlin, –Erkenntnisse bestehend aus entspricht der der BilanzJahresabschluss zum 31. Dezember 2018 und der Gewinn- und Belangen Verlustrechnung das Geschäftsjahr beigefügte in allen wesentlichen den für deutschen, für alle Kaufleute gelvom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2018 – geprüft. tenden handelsrechtlichen Vorschriften. Auszug aus der Wiedergabe des Bestätigungsvermerks Nach unserer Beurteilung aufgrund der bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnisse entspricht der Die Wirtschaftsprüfungsgesellschaft PricewaterhouseCoopers GmbH hat dem Jahresabschluss zum 31. Dezember 2018 der NABU-Stiftung Nationales Naturerbe, Berlin, mit Datum vom 16. April 2019 einen uneingeschränkten Bestätigungsvermerk erteilt. Das darin erhaltene Prüfungsurteil zum Jahresabschluss lautet: "Wir haben den Jahresabschluss der NABU-Stiftung Nationales Naturerbe, Berlin, – bestehend aus der Bilanz zum 31. Dezember 2018 und der Gewinn- und Verlustrechnung für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2018 – geprüft. Nach unserer Beurteilung aufgrund der bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnisse entspricht der beigefügte Jahresabschluss in allen wesentlichen Belangen den deutschen, für alle Kauf leute geltenden handelsrechtlichen Vorschriften. Gemäß § 322 Abs. 3 Satz 1 HGB erklären wir, dass unsere Prüfung zu keinen Einwendungen gegen die Ordnungsmäßigkeit des Jahresabschlusses geführt hat.“ Gemäß § 322Jahresabschluss Abs. 3 Satz 1 erklären wir, dass den unsere Prüfung zu Kaufleute keinen Einwendungen gege beigefügte in HGB allen wesentlichen Belangen deutschen, für alle gel- Der Vermerk über die Erhaltung des Stiftungsvermögens handelsrechtlichen Vorschriften. die tenden Ordnungsmäßigkeit des Jahresabschlusses geführt hat.“ undGemäß zur§ 322 satzungsgemäßen Verwendung derzuStiftungsAbs. 3 Satz 1 HGB erklären wir, dass unsere Prüfung keinen Einwendungen gegen Der Vermerk über die Erhaltung des Stiftungsvermögens und zur satzungsgemäßen Verwendung die Ordnungsmäßigkeit des Jahresabschlusses geführt hat.“ mittel enthält folgendes Ergebnis: "Wir haben die Erhalder Stiftungsmittel enthält folgendes Ergebnis: tung Stiftungsvermögens und die und satzungsgemäße Der des Vermerk über die Erhaltung des Stiftungsvermögens zur satzungsgemäßen Verwendung Stiftungsmittel enthält folgendes Ergebnis: durchund Verwendung der Stiftungsmittel diedieNABU-Stif"Wirder haben die Erhaltung des Stiftungsvermögens satzungsgemäße Verwendung der Stiftung Nationales Naturerbe, Berlin, im Geschäftsjahr tungsmittel durch die NABU-Stiftung Nationales Naturerbe, Berlin, im Geschäftsjahr vom 1. Ja"Wir haben die Erhaltung des Stiftungsvermögens und die satzungsgemäße Verwendung der Stiftungsmittel die NABU-Stiftung Nationales im Geschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 2018 31. Dezember 2018Berlin, geprüft. Nach vom 1. Januar bis zum durch 31. Dezember geprüft. Naturerbe, nuar bis zum 31. Dezember 2018 geprüft. unserer Beurteilung wurden in allen wesentlichen BeNach unserer Beurteilung wurden in allen wesentlichen Belangen das Stiftungsvermögen erhalten Nach unserer wurden in allen wesentlichen Belangen das Stiftungsvermögen erhalten langen das Beurteilung Stiftungsvermögen erhalten und die Stifundund diedie Stiftungsmittel satzungsgemäß verwendet.“ Stiftungsmittel satzungsgemäß tungsmittel satzungsgemäß verwendet.“ verwendet.“ Berlin, den 16. April 2019 PricewaterhouseCoopers GmbH Wirschaftsprüfungsgesellschaft 35 Breitblättriges Knabenkraut Ausblick Der Naturzerstörung entgegen stellen Ein Gespräch mit Stiftungsvorsitzendem Christian Unselt über neue Projekte 2018 und auch noch 2019 ist der Ankauf des Anklamer Stadtbruchs in breiten Naturschutzkreisen im Gespräch. Was bedeutet dieser Kauf für die NABU-Stiftung und für Sie persönlich als Naturschützer? Mit dem Anklamer Stadtbruch sichern wir aus dem Stand heraus ein Wildnisgebiet von nationaler Bedeutung. Dass dieses riesige Moor mit seinen herausragenden Lebensräumen und insbesondere Vogelarten auf Dauer bewahrt wird, ist mir persönlich eine große Erleichterung. Und es macht mich froh, dass die NABU-Stiftung gemeinsam mit ihren Stiftern und Spendern heute in der Lage ist, ein so großes Vorhaben innerhalb verhältnismäßig kurzer Zeit zu stemmen. Noch vor wenigen Jahren hätte ich mit Sorge auf eine derartige Herausforderung geblickt. Das große Vertrauen vieler Naturfreunde in unsere Arbeit und die beeindruckende Unterstützung, die uns daraus erwächst, weckt in mir große Dankbarkeit. Der Anklamer Stadtbruch gibt mir so neue Motivation für unsere Arbeit. Der Anklamer Stadtbruch hat auch gezeigt, dass die Sehnsucht der Menschen nach sich frei von wirtschaftlichen Zwängen entfaltender Natur ungebrochen ist... Ja, und dass wir uns der Naturzerstörung erfolgreich entgegen stellen können. Natur ist ein Gemeingut und muss von uns gemeinsam bewahrt werden. Im Privateigentum ist dies immer nur über eine begrenzte Zeitspanne – der eigenen Lebenszeit – möglich. Spätestens mit der Nachlassregelung kommt die Frage auf, wie die Erben mit dem Naturidyll verfahren werden. Bei Land in Stiftungseigentum ist diese Phase der Unsicherheit ausgeschlossen. Was können Naturfreunde tun, die sich noch stärker mit einem Stück eigener Natur verbinden möchten? Wer uns bei der Bewahrung wertvoller Flächen unterstützen möchte, kann sich und anderen ideell ein Stück Natur schenken. Zum Beispiel über eine Geschenkspende für den Kauf einer bestimmten Fläche, die wir mit einer Urkunde dokumentieren, oder über eine Patenschaft für einen Hektar im Naturparadies Grünhaus. Mit unserer neuen Urwald-Patenschaft kann man künftig auch Verantwortung für seinen persönlichen Hektar Naturwald übernehmen. Neben dem Wunsch nach unberührter Natur beschäftigt viele Menschen die Sorgen um den Erhalt der heimischen Insektenwelt. Als NABU-Stiftung gehen wir seit 2018 ganz neue Wege und setzen uns mit dem Beratungsangebot von Fairpachten auch für die Insektenvielfalt ein. Über das neue Stiftungsprojekt stellen wir unsere langjährige Erfahrung in der Zusammenarbeit mit Landwirten allen anderen Landeigentümern zur Verfügung. Damit wirken wir erstmals weit über unsere Stiftungsf lächen hinaus und können künftig noch mehr zum Schutz der Artenvielfalt in der Kulturlandschaft beitragen. Wie kann man bei Fairpachten mitmachen? Wer einen Acker oder eine Wiese verpachtet und möchte, dass darauf Insekten, Ackerwildkräuter und Feldtiere eine Heimat finden, wer sein Land also naturgerecht bewirtschaftet haben möchte, den beraten wir. Wir informieren, wie naturgerechte Bewirtschaftung aussehen kann und wie man diese im Vertrag mit seinem Pächter vereinbaren kann. Spannend wird die Auswertung am Ende des Projektes sein – wie viele Flächeneigentümer haben sich bei uns beraten lassen? Können wir zurückverfolgen, auf wie viel Land Pachtverträge angepasst wurden und damit wertvollere Lebensräume für Tiere und Pf lanzen entstanden? Auswertung ist ein gutes Stichwort. Was unternimmt die NABU-Stiftung, um die naturschutzfachliche Entwicklung ihrer Flächen zu erfassen? Hier wollen wir in den kommenden Jahren verstärkt aktiv werden. Schon seit über zehn Jahren dokumentieren wir den Zustand unserer Wälder. Dadurch wissen wir mehr über die Verjüngung heimischer Laubbäume, das Wachstum der Altbäume oder die Zunahme von Totholz und Spechthöhlen in unseren Stiftungswäldern. Die jährliche Befragung unserer Schutzgebietsbetreuer gibt uns weitere wertvolle Hinwiese darauf, wie sich das Stiftungsland entwickelt. Nun verstärken wir die systematische Kartierung von Tieren und Pf lanzen. Wir wollen zum Beispiel wissen, ob die Form der Beweidung eines Trockenrasens bereits optimal ist oder ob wir daran etwas ändern müssen. Nach dem Motto „Das Bessere ist der Feind des Guten“ möchte ich wissen, wo wir im Umgang mit unseren Naturparadiesen noch besser werden können. 37 Feldhase Stiftungsorgane & Kontakt Wir sagen Danke Stiftungsvorstand Stiftungsteam Berliner Stiftungsbüro Christian Unselt, Stiftungsvorsitzender Frauke Hennek, Leitung Kommunikation/Fundraising NABU-Stiftung Heinz Kowalski, stellvertretender Vorsitzender Simon Grohe, Leitung Schutzgebietsmanagement Nationales Naturerbe Petra Wassmann, stellvertretende Vorsitzende Jana Baumgardt, Sekretariat/Finanzbuchhaltung Charitéstr. 3 Liane Manthey, Spendenbuchhaltung 10117 Berlin Ruth Ihle, Fundraising/Spenderbetreuung Tel. 030 - 284 984 1800 Christiane Winkler, Presse- und Öffentlichkeitsarbeit Fax 030 - 284 984 2800 Johannes Enssle, NABU Baden-Württemberg Claudia Woog, Kaufverträge Naturerbe@NABU.de Rainer Altenkamp, NABU Berlin Nina Forsten, Schutzgebietsman./A&E Maßnahmen Friedhelm Schmitz-Jersch, NABU Brandenburg Felix Grützmacher, Schutzgebietsman./Moorschutz Bruno von Bülow, NABU Bremen Franziska Hermsdorf, Schutzgebietsmanagement Alexander Porschke, NABU Hamburg Stefan Schwill, Schutzgebietsmanagement Gerhard Eppler, NABU Hessen Annett Engelmann, Schutzgebietsmanagement Stefan Schwill, NABU Mecklenburg-Vorpommern Valeria Raupach, Schutzgebietsmanagement Finsterwalder Str. 21 Dr. Holger Buschmann, NABU Niedersachsen 03238 Massen-Niederlausitz Dr. Heide Naderer, NABU Nordrhein-Westfalen Nina Gunselmann, Schutzgebietsmanagement/ Vorstandsassistenz Tel. 0 35 31-60 96 11 Cosima Lindemann, NABU Rheinland-Pfalz Dorothea Renken, Schutzgebietsmanagement Fax 0 35 31-60 96 12 Ulrich Heintz, NABU Saarland Dr. Stefan Röhrscheid, Projektleitung Grünhaus Stefan.Roehrscheid@NABU.de Bernd Heinitz, NABU Sachsen Sandra Stahmann, Projektmitarbeiterin Grünhaus Roland Schmidt, NABU Sachsen-Anhalt Eckhard Wenzlaff, Ökologischer Waldumbau Hermann Schultz, NABU Schleswig-Holstein Inés Noll, Ökologisches Trassenmanagement Martin Schmidt, NABU Thüringen Jonas Arndt, Vernetzung von NNE- und Wildnisflächen Stiftungsrat Karoline Brandt, Projektmanagement Fairpachten Meike Richter, Projektassistenz Fairpachten Jörn Alexander, Öffentlichkeitsarbeit Fairpachten Johannes Bayer, Fairpachten Regionalberatung West Jennifer Dietel, Fairpachten Regionalberatung Nord Projektbüro Grünhaus NABU-Stiftung Nationales Naturerbe Dr. Stefan Röhrscheid Projektbüro Fairpachten NABU-Stiftung Nationales Naturerbe Karoline Brandt Charitéstr. 3 10117 Berlin Tel. 030 - 284 984 1844 Karoline.Brandt@NABU.de Ralf Demmerle, Fairpachten Regionalberatung Ost Jochen Goedecke, Fairpachten Regionalberatung Süd Wir sagen Danke Für die Unterstützung im Jahr 2018 Impressum © 2019 NABU-Stiftung Nationales Naturerbe . www.naturerbe.de NABU-Stiftung Nationales Naturerbe Für ihr vorbildliches Engagement zur Bewahrung unserer Natur gilt folgenden Stifterinnen und Stiftern unser besonderer Dank: • • • • • • • • • • • • • Helga Allmenröder Almut Bartsch Fritz Bauer Rainer von Boeckh Dr. Uwe Bruhns Guido Fleck Förderverein Natura Miriquidica e.V. Dr. Renate Gehring Dr. Stefan Grom Helga und Reinhard Hackel Heinz Heitland Heinz Kähler Ulrich Landwehr • • • • • • • • • • • • Dr. Rainer und Ute Leonhardt Ilka und Jürgen Materne Kathrin und Leopold Mersch Dr. Stephan Mutke Johanne Okel-Reielts und Johan Okel Gerd Ostermann und Susanne Venz Holger Petrau Siegfried Pfeiffer Ruth und Fritz Pribnow Pro Humanitate et Arte e. V. Carmen und Bernhard Rami Brigitte Riemer Charitéstr. 3 10117 Berlin • • • • • • • • • • • Jürgen Schlüter Axel Schröer Hans-Jürgen und Brigitte Sessner Stiftung für Ornithologie und Naturschutz (SON) Uta Striebl Erika und Waldemar Wagner Ute Winkler Erna Witzke Karla Woldter Michael Wolstein Hannelore Zeitler Tel. 030 - 284 984 1800 Fax 030 - 284 984 2800 Naturerbe@NABU.de Redaktion: Frauke Hennek, Christiane Winkler Gestaltung: Christiane Winkler Druck: DBM Druckhaus Berlin-Mitte GmbH, zertifiziert nach EMAS; gedruckt auf 100 % Recyclingpapier aus CO2-neutraler Produktion Bildnachweise: Titel: T. Dahms (Anklamer Stadtbruch); S. 2: S. Schwill (Anklamer Stadtbruch); S. 4: Karin Jähne/stock.adobe.com; S. 5: NABU/Hoffotografen; S. 6: S. Schwill; S. 7: F. Grützmacher (l.o.), F. Brehe (l.u., r.), S. Widstrand (Seeadler); S. 8: H. Anders; S. 9: S. Röhrscheid (l.o., r.), F. Leo/fokus-natur.de (l.u.); S. 10: M. Schneider (l.), F. Derer (r.); S. 11: M. Klatt, C. Bosch (Uhu); S. 12: Arne von Bill, NABU/T. Krumenacker (klein); S. 13: W. Rolfes, T. Dove (klein), C. Moning (Prachtlibelle); S. 14: F. Hennek (l.), N. Bussmann (r.o.), F. Derer (r.u.); S. 15: B. Witzke (l.), F. Leo/fokus-natur.de (r.); S. 16: NABU/K. Karkow (l.), C. Winkler (r.o.), LPV Mittelthüringen (r.u.); S. 17: R. Hämmerling; S. 18: F. Grützmacher (l.), C. Moning (r.o.), L. Döring (r.u.); S. 19: C. Bosch (l.o.), F. Hermsdorf (l.u.), O. Schuhmacher (r.), T. Pröhl/fokus-natur.de (Eisvögel); S. 20: F. Grützmacher (l., r.o.), NABU/O. Schäfer (r.u.); S. 21: T. Pröhl/fokus-natur.de (l.), P. Wernike (r.); S. 22: H. Strunk (l., r.o.), C. Bosch (r.u.); S. 23: H. Strunk, F. Derer (Schwarzstorch); S. 24: M. Stark/bikegreen.de (l.), C. Winkler (r.o.); S. 34: F. Grützmacher; S. 36: F. Grützmacher; S. 36: T. Pröhl/fokus-natur.de; S. 37: F. Hennek; S. 38: F. Grützmacher; Rückseite: F. Brehe (junger Seeadler) zertifiziert mit dem Umweltzeichen „Der Blaue Engel“ Daneben engagieren sich weitere Stifterinnen und Stifter, die auf eine namentliche Nennung verzichten. Ebenso wie unseren Spenderinnen und Spendern gilt ihnen unser herzlicher Dank. In großer Dankbarkeit gehen unsere Gedanken zurück zu Inge Nicodemus, die uns 2018 durch eine testamentarische Zustiftung in Höhe von 300.000 Euro bedachte. Aufbewahrt in unserem Stiftungskapital fördert ihr Vermögen auf Dauer die Bewahrung artenreicher Landschaften. Unvergessen und weit über ihr Leben hinaus wirkt Frau Nicodemus so für das, was ihr im Leben am Herzen lag. 38 UF6 Dieses Druckerzeugnis wurde mit dem Blauen Engel ausgezeichnet. Bezug: Den Jahresbericht erhalten Sie kostenlos unter www.NABU-Shop.de oder unter www.naturerbe.de zum Download. Versandkosten werden Ihnen in Rechnung gestellt. Art.-Nr.: 9812 Wir retten Paradiese! Die NABU-Stiftung Nationales Naturerbe kauft wertvolle Naturschutzflächen in Deutschland, um diese als Lebensraum für seltene und bedrohte Arten zu schützen und zu entwickeln. Ende 2018 bewahrte sie bereits 20.233 Hektar in ihrer Obhut. Kontakt NABU-Stiftung Nationales Naturerbe Charitéstraße 3 10117 Berlin Tel. 030 284 984 1800 Fax 030 284 984 2800 Naturerbe@NABU.de www.naturerbe.de Spendenkonto NABU-Stiftung Nationales Naturerbe Bank für Sozialwirtschaft Köln IBAN: DE88 3702 0500 0008 1578 00 BIC-Code: BFSWDE33XXX
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