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Full text: Das Berliner Kinder-Wochenblatt / Gropius, George Issue 5.1836

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geiiden, die ihn zu der Würde befähigten, der Stammvater des 
Volkes Gottes zu werden und ein Freund des Allerhöchsten, der 
sich ihm offenbarte in Befehlen und Verheißungen wie nur solche», 
die leiblicher und geistiger Weise Abrahams Nachkommen waren. 
Als der Patriarch feinem Neffe» und den Beraubten mit ihm 
so muthig und uneigennützig geholfen hatte, erneuerte ihm der Herr 
jene Verheißung, daß er seinem Samen das Land Kanaan zu ei 
gen gebe» wolle, Abrahani aber sprach: Herr, was willst du mir 
geben? Ich gehe dahin ohne Kinder, und mein Hausvogt, dieser 
Elieser von Damaskus, hat eine» Sohn. Meinst du vielleicht de», 
daß er mein Erbe sein, und seine Kinder den Genuß deiner Ver 
heißung haben sollen; Und Gott antwortete: nicht er, sondern du 
sollst einen Sohn und von ihm eine reiche Nachkommenschaft be 
kommen. Sieh auf ^en Himmel zu den Sternen, kannst du sie 
zählen? Also soll dein Same sein. Und Abraham glaubte dem 
Herrn nach seinem göttlichen Wort und sahe nicht an, daß er schon 
hundert Jahre alt war und leine Frau Sara neunzig; sondern er 
wußte gewiß, das was Gott verheißen hat, das kann er auch thun. 
Nun versuchte er es aber doch noch auf eine andre Weise und 
nahm eine zweite Frau, die Hagar, zu sich, was nach der Sitte 
der damaligen Zeit und des Morgenlandes überhaupt nicht unge 
wöhnlich war. Von dieser bekam er einen Sohn, den Jsmael; 
aber der sollte doch der Erbe nicht sein, sonder» mußte hernach aus 
dem Hause gewiesen werden samt seiner Mutter. 
In der Zwischenzeit aber saß eine« Tages Abrahani vor seiner 
Hütte unter dem Baume, der sie beschattete, und hatte eben gebe 
tet, da ginge» drei Männer vorüber von herrlicher Gestalt. Und 
der gastfreie Patriarch lud sie ei» und bat sie, daß sie bei ihm 
ausruhen möchten. Und er ließ ihnen die Füße wasche», wie es 
Sitte ist im Morgenlande, und hieß seine Frau weißes Brot be 
reiten, und ließ ein Kalb schlachten, und setzte das Gericht auf und 
Butter dabei und Milch. Da ward ihm ein schöner Lohn für seine 
Gastfreiheit, den» die Männer entdeckten sich, daß sic Engel wä 
re» und verhießen dem Abraham eine» Sohn von der Sara in 
Jahresfrist. Die Fra» aber stand in der Thür und lachte über 
diese Verheißung, daß der eine Engel sie erinnern mußte, wie Gott 
dem Herrn nichts unmöglich sei. Da schämte sich Sara und glaubte 
auch wie ihr Man». Und ihr Glaube ward ihnen erfüllt, da cs Zeit 
war. ■ 
Erste Bekanntschaft der Europäer mit den Urbewoh 
nern des südlichen Afrika. 
Feindliches Zusammentreffen der Portugiesen mit den Hottentotten. 
Nachdem nun bei de» Portugiesischen Schriftstellern der afri 
kanischen Küste lange nicht mehr erwähnt ist, sicht man endlich im 
1.1510 den Vicekönig FranciSko d'Akmehda, welcher fünft Jahre lang 
die Angelegenheiten der Portugiesen in Indien geleitet hatte, auf sei-
        
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