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Full text: Das Berliner Kinder-Wochenblatt / Gropius, George Issue 5.1836

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stellung von dem 6slm tormsnloso, sich auf viele Gefahren und 
Mühseligkeiten bei seiner Umsegelung gefaßt gemacht. 
Am Tage der heiligen Catharina erreichten sie eine Bat), welche 
fetzt (zu Barros Zeiten) die BlasiuSbay genannt wird, und (V 
Meilen von dem Vorgebirge entfernt liegt. Sic fanden dort Ne 
ger mit gekräuseltem Haar, ganz wie die vorigen, welche ohne 
Furcht zu den Böte» herankamen, um etwas zu erhalten, was man 
ihnen auf den Strand warf. Sie fingen auch sogleich an, sich 
durch Zeichen den Unsrigen verständlich zu machen, so daß man 
bald einen Tauschhandel zu Stande brachte, und Schafe von ihnen 
erhielt, für allehand Kleinigkeiten, welche ihnen dagegen gegeben 
wurden. Wie groß indessen die Heerden von Kühen waren, die 
sie bei sich führten, so konnte man doch von ihnen kein einziges 
Stück davon bekommen. Es schien, als ob sie ihr Rindvieh sehr 
gut hielte», denn einige ungehörntc Ochsen, welche die unsrigen sa 
hen, waren ungemein fett und glatt; die Weiber kamen auf diesen 
geritten, mit Satteln von geflochtenen Binsen. Und in den drei 
Tage», welche Basco da Gama sich dort aufhielt, batten die Unsrigen 
viel Freude an ihnen, weil es ein fröhliches Volk war, das den 
Tanz und die Musik liebte. Einige von ihnen spielten auf einer 
Art von Hirtenflöten, die ganz artig klangen. 
Von diesem Ort verlegte da Gama die Flotte in einen ander» 
nahe gelegenen Hasen, weil zwischen den Negern und den Unsrigen 
einiges Mißtrauen über den Eintausch des Rindviehes zu entstehe» 
anfing. Die Wilden folgten aber den Schiffen längs dem Strande, 
biö an den Ort, wo sie ankerten, und kamen bald in so großer 
Anzahl heran, daß man feindselige Absichten errathen konnte. Da 
Gama ließ daher einige Kanonen gegen sie abschießen, um sic in 
Schrecken zu setzen und ohne ihnen Schaden zuzufügen. Dann 
ankerte er noch zwei Meilen weiter, nahm dort alle Lebensmittel 
aus dem Proviantschiff, und ließ cS verbrennen. 
Am Tage der Geburt unsers Herrn kamen sic an der Küste 
vorüber, welche sie Terra do Natal nannten, und welche noch also 
heißt bis auf den heutigen Tag. Weiterhin fanden sie endlich auch 
einen Fluß, in welchem sie am Tage der heiligen drei Könige ein 
liefen, daher er den Namen KönigSfluß erhielt. Einige nennen ihn 
auch Kupferfluß, weil die Reisenden hier Armringe von diesem Me 
tall und von Elfenbein von den Negern des Landes eintauschten. 
Auch brachten diese Wilde» ihnen Lebensmittel, und hielten überhaupt 
mit den Unsrigen so gute Gemeinschaft, daß Vasco da Gama sie 
mit Geschenken überhäufte. Einer der Seeleute, Namens Martin 
Alfonso, ging mit Erlaubniß des Befehlshabers sogar »ach ihrem 
Dorfe, und ward dort viel gastfreundlicher aufgenommen, als Fer- 
»am Valoso bei jenen, in der Bay St. Helena. Der Herr dieses 
Dorfes empfing ihn nicht nur mit großer Festlichkeit, sondern, als 
er von dort nach den Schiffen zurückkehre» wollte, ließ er ihn, um 
ihn zu ehren, von mehr als zweihundert seiner Leute begleiten. Zn
        
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