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Full text: Das Berliner Kinder-Wochenblatt / Gropius, George Issue 5.1836

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tr regierte 888 Jahr vor Christo. Sein Ende war seines LebPS 
würdig. Die ikm unterworfenen Länder, Babylon und Medien 
empörten sich gegen ihn, und die Statthalter derselben trieben ihn 
so in die Enge, daß er sich in seinem Palast zu Ninive mit allen 
seinen Weibern (denn die morgenländischen Fürste» hatten deren 
viele) und mit seinen Schätzen verbrannte. 
Damit har jedoch das Assyrische Reich noch nicht aufgehört, 
auch sogar fast seinen frühern Umfang wiederbekommen, daß eS neni- 
lich auch Medien und Babylon beherrscht«, und der König, unter 
dem cs am meisten blühte, hieß Salmaiiassar. Der zerstörte die 
Stadt Samaria im Reiche Israel und führte ihre Bewohner gefan 
gen nach Assyrien, wovon später die Rede sein soll. 
Unter einem seiner Nachfolger aber ereignete sich wiederum, 
was überhaupt die Geschichte dieser Reiche bezeichnet, daß die Statt 
halter sich gegen ihren Herrn empörten. Die von Babylon und Me 
dien machten der Assyrischen .Herrschaft ein Ende, und «s wird von 
da an nur dieser Reiche gedacht. Das heißt seit dem Jahre 600 
vor Christo. 
Babylon ist das westliche Reich, Medien das östliche. Jenes 
breitete ain weitesten aus, und zwar nach dem mittelländischen Meerc 
zu, der König Nedukadnczar, ein gewaltiger Herrscher. Er besiegte 
die Aegypter und führte die Juden in die Babylonische Gefangen 
schaft; aber sein ungeheurer Stolz machte ihn wahnsinnig. Do» deni 
gitten Geiste verlassen, soll erlauf den Feldern und Wiesen umher 
gelaufen sein und Gras gegessen haben wie ein Thier der Weide. 
So starb er 360 vor Christi Geburt. 
Nach ihm erschien bald der Gewaltige in Asien, der den größ 
ten Theil desselben beherrscht, und nach dessen Namen man eine große 
Weltmonarchie benannt hat, es ist CvruS. Don Medien aus ging 
seine Herrschaft, wie er aber dort selbst zur Regierung gelangt ist, 
davon das nächste Mal. 
Sitten der Babylonier. 
Babylon war in ältester Zeit ein sehr reiches Land, die host. 
baren Erzeugnisse Asiens gingen auf dein Handelswege durch das 
selbe hin, und diese Art Verkehr ist eS ja, welche zu allen Zeiten 
ihre Diener bereichert hat. Die Einwohner waren daher aller Pracht 
und allem Aufwand« ergeben. 
Ihre Kleidung war ein leinener Rock, der bis auf die Füße 
ging, darüber ein anderer Rock von Tuch, und dann nahmen sic 
einen kleinen weißen Mantel um. Sie trugen langes Haar und 
eine Binde um den Kopf, und salbte» sich täglich den ganzen Leib 
mit kostbarem Oel. Ein jeder trug einen Siegelring und eiiicii 
Stgb, von Menschenhänden geschnitzt, und auf dem Stabe befand 
sich oben ein Apfel oder, eine Rose°oder eine Lilie oder sonst so et 
was, kostbares Schnißwcrk; den» ohne ein Wahrzeichen durfte nie 
mand einen Stab tragen.
        
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