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Full text: Das Berliner Kinder-Wochenblatt / Gropius, George Issue 5.1836

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geMsnnaßeu de.r allmächtig Linker aller Hing, der liebe Hott 
selbst geinacht hat. ■ ■: ... 
So werdet Ihr buch auch nicht wundern, wenn kch^stdm 
Anfange der Geschichte selbst, beginne, und Euch gleich hinaufführe 
in die ältesten Zeiten der Menschen: denn erstens giebt es doch 
keinen andern Anfang der Wcltbegcbenbeiten, als den Gott selbst 
gesetzt hat, und daun Kielten sich die Menschen des frühen Alter 
thums noch zu ihrem Gott oder den Göttern, die sie anbeteten, 
ja auch untem'nander hielten sie sich wie die Kinder; eS ist jene 
älteste Zeit das Kindesalter der Menschheit, und Ihr werdet die 
damaligen geschichtlichen Personen besser verstehen in ihrem Thu» 
und Treiben, als die der »eueren Jahrhunderte. 
Und wen» nun viele Thaten und Werke jener Männer und 
Völker des Alterthums groß sind und gewaltig, und bei weitem 
das Maaß dessen überschreiten, was heute geschieht; und wenn die 
Antriebe und Mittel dazu andre sind, als später sichtbar werden, 
und jene in daS Gebiet deS Wunderbaren streifen: so weiß ich, daß 
Euch das nicht abschrecken wird von diesen Geschichten, sondern viel 
mehr Euch recht lebhaft fesseln an dieselben; denn Ihr liebet daS 
Wunderbare, und Eure kindliche Phantasie beschäftigt sich gern 
mit dem Großen und Ungewöhnlichen; darum darf eS Euch auch 
nicht vorenthalten werden. 
Dann aber sollt Ihr mir auch folgen aus dem Alterthume 
durch die ebenso wunderbaren Geschichten des Mittelalters in die 
neueren Zeiten herab, und wir wollen mit einander erstarken und 
fähig werden, Ihr, die Leser, für das Verständniß, und ich, der 
Erzähler, für die Darstellung dev Begebenheiten au« der heutigen 
Welt: so daß Ihr zu seiner Zeit mit diesen gesammelten Blättern 
ein Geschichtsbuch in Händen haben werdet, das Ihr auch später 
noch, wenn die Kinderschuhe abgelegt sind, so Gott will, mit Ver 
gnügen und Nutzen lesen könnet. 
Zn Wahrheit, ich freue mich darauf, E>»ch auf diese Weise 
die Geschichten der Menschen mitzutheilen; denn wenn ich die übri 
ge» fliegende» Blätter und Schriften betrachte, die Euch Kindern 
jetzt in die Hände kommen, und, zwar mit aller Achtung vor dem 
Guten, das auch sie Euch darbieten, doch sehe, daß sic meist nur 
Erscheinungen in der Natur und neuere Grstndungrn und Werke 
der Menschen Euch darstellen: so fühle ich mich berufen, an mei 
nem Theile zu Euch zu reden, wie der Vater der Geschichte, Hero- 
dot, zu seine» Zeitgenossen: „Was ich erkundigt habe und gelernt 
von dem, das in der Welt geschehen, das habe ich hier aufge 
zeichnet, auf daß nicht mit der Zeit verlösche, was von Menschen 
geschah, noch rühmlos vergehen die großen Wunderthaten, welche 
die Frühesten unsers Geschlechts vollbracht haben." Und die Bibel 
ruft niir zu: Hüte Dich nur, und bewahre Deine Seele wohl, daß 
sie nicht vergesse der Geschichte», die Deine (geistigen) Auge» ge 
sehen haben, und sollst sie den Kindern kund thun. Darum will
        
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