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Periodical volume No. 50 Beilage zum Berliner Kinder-Wochenblatt No. 50

Full text: Das Berliner Kinder-Wochenblatt / Gropius, George Issue 5.1836

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Münster Druck und Verlag der Coppenrath'schen 
Buch- und Kunsthandlung, 68 Seiten. 
Eine, ihrem Inhalt und der Form ihrer Darstellung nach mehr 
für Erzieher, als für Zöglinge selbst berechnete, goldene, beherzigens« 
werthe Worte, wichtige, tief in das Leben eingreifende Winke, große, 
ernste Mahnungen enthaltende Schrift, werth, von jedem preußischen 
Erzieher, ja, von allen gebildeten Elter» gelesen zu werden, denen das 
hocherhabene und ernste Werk der Menschenerziehung und Volks 
bildung wahrhaft am Herze» liegt! 
Das Ganze zerfällt in 3 Abschnitte, deren erster die Frage be 
antwortet: „Welche Forderungen macht das Vaterland und der Pa 
triot an die jetzige preußische Zugend? Hier (sagt er) suche da ß 
derMensch die Verhältnisse, in wclchener lebenmuß und 
soll vonAnfang an mit den Augen der Liebe betrachte."— 
Der 2te Abschnitt erörtert die Frage: „Soll die Erziehung 
mehr als bis dahin auf die Realisirung dieser Anforderungen bedacht 
sein? So wie der 3re zum Gegenstand seiner Beantwortung den 
Satz genommen. „Welche sind die allgemeinen Grundsätze "dieser 
Realisirung? — Wir würde» dem hohen Genusse, den das Durch- 
leseu dieses WerkchenS gewiß einem jeden denkende» Leser gewähren 
wird, ohnstreitig Einbruch thun, wollten wir zu dessen Lobe noch 
Vieles hinzusetzen. Dennoch aber können wir uns selbst die Freude 
nicht versagest, einige von seine» vielen duftenden Blüthen dem herr 
lichen Kranze zu entnehmen, um unsern lieben jungen Leser», die gern 
denken Mögen,'stach dem Ganzen um so mehr Lust zu machen! — 
Klage nicht über den Man», wenn du den Knaben vernachläs 
sigt hast. In der Jugend liegt die kommende Generation, ihr Wohl 
und Wehe!" — 
„Das Vaterhaus im Großen ist der Staat, die Unterthanen, 
die gesammten Unterthanen sind die Familie, und Vater ist der 
König. Ja, das Band, das Vater und Sohn umschlingt, ist ein 
süßes Band! Es ist das Band des wahren Lebens, das Band der 
Liebe. Im Vater und für den Vater lebt das Kind, in dem 
Kinde und für das Kind lebt der Vater". — 
„Wo die Liebe fehlt, und der ächtpatriotische Sinn, da müssen 
die Furcht und die Gewalt ersetzen, was sie können, denn — sie 
können nicht alles". — 
„Wie der Eigennutz in den verschiedenen Verzweigungen des gro 
ße» Verbandes sich regt und geltend macht, dann erschlafft das feste, 
schützende, in Wahrheit einzig beglückende Band der Vaterlandsliebe, 
und das wahre Glück des Staates, Zufriedenheit des Bürgers, 
Schutz im Innern, Achtung und Sicherheit nach Außen, ist dahin! 
Wahr und schön ist die Würdigung unsers erhabenen Monar 
chen, welche wir unsern theuern Lesern zu lesen dringend anem 
pfehlen. Grumbach.
        
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