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Full text: Das Berliner Kinder-Wochenblatt / Gropius, George Issue 5.1836

Berliner 
NinSer-TMoeyendlatt 
JW 5. Jahrgang V. 1836. 
Redacteur A. Merzet. Verleger George Gropius. 
Die Bauwerke der alten Aegypter. 
(Fortsetzung.) 
Alle Völker, von denen unS die Weltgeschichte erzählt, haben 
sich bemüht, das Andenken von sich und von ihrer Größe auf die 
späteste Nachwelt zu bringen, aber keinem ist dies in so hohem Grade 
gelungen wie den alten Äegyptern. Wir werden, meine jungen 
Freunde, bald von einer herrlichen Stadt sprechen, die schon in den 
ältesten Zeiten die Bewunderung der ganzen Welt erregte, ich meine 
Babylon am Euphrat; aber von dieser Stadt und ihren Mauern 
und Palästen ist jetzt nicht ein Stein mehr zu sehe», und wenn 
uns nicht mehrere alte Schriftsteller von ihr erzählten, wir würden 
gar nicht wissen, daß sie bestanden hat. Anders ist cs mit der 
Hauptstadt des alte» Aegyptens, dem hundertthorigen The 
ben. Da kann sich jeder Reisende selbst überzeugen, daß das, wa« 
Herodot und andere von der Größe, der Pracht und Herrlichkeit 
derselben berichten, vollkommen wahr gewesen sein muß. Wenn 
man vom Mittelländische» Meere ans den Nil hinauf fährt, so 
gelangt man zuerst zu der Stelle, wo die Pyramiden stehen. Aber 
so sehr auch diese ungeheuren Massen die Bewunderung aller Rei- 
senden verdienen, so sind sie doch bei weitem nicht so merkwürdig 
als die Denkmäler, welche sich in Ober-Aegypten vorfinden. Wad) 
mehreren Tagereisen kommt man nämlich in die Gegend, wo das 
alte Theben stand, und da ist noch jetzt das ganze Nilthal mit 
Tempeln, Palästen und Kunstwerken aller Art bedeckt. Vieles ist 
untergegangen, das meiste ist durch die roheren Völker, welche spä 
ter hier gehaust habe», zerstört worden; aber die Menge der Werke, 
die sich erhalten habe», ist noch immer so groß, daß'ich Euch nur 
von einem kleine» Theile derselben erzählen kann. 
Das alte Theben, von den Alte» zum Unterschiede von einer 
griechischen Stadt gleiches Namen« das hundcrrthorige genannt, 
lag an beiden Seiten des Nils und erstreckte sich bis an die Ge 
birge, die hier drei bis vier Meilen von einander entfernt sind. DaS 
ganze Thal zwilchen denselben war mit den herrlichsten Gebäuden 
bedeckt. Jetzt stehen hier vier ägyptische Dörfer, deren elende Hüt-
        
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