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Full text: Das Berliner Kinder-Wochenblatt / Gropius, George Issue 5.1836

Berliner 
NinNek-SMoeHerrdkÄtt 
J\f 35. Jahrgang V. 1836. 
Krtslstfur A. Merzet. Verleger George Gropius. 
Die Gründung des großen Persischen Reiches. 
I. 
Die alten Perser und ihr Land. 
Cyrus, der die Juden aus der babylonischen Gefangenschaft ent 
ließ, war der ersteKönig dcS großen Persische» Reiches. Er stammte 
aus dem Volke der Perser, das bis dahin den Medern unterwor 
fen war, den Medern, welche wir kennen, als die da wohnten öst 
lich von Assyrien jenseit der Wasser des Euphrat und Tigris. Sie 
batte» sich losgerissen von dem großen ncuassyrische» Reiche, und bil 
deten nicht lange erst ein eignes Land und Herrschaft, als die Per 
ser ihre Herren wurde», die, wie gesagt, zuvor ihnen unterthsnig 
waren. Und cS war um so weniger zu erwarten gewesen, daß dies 
Volk zu einem großen Namen kommen sollte in der Geschichte, denn 
cs war unbedeutend und klein, und bewohnte ein unfruchtbares, 
theils bergiges, theils ebenes aber wüstes Land. Was heute Per 
sien heißt" in der Geographie, ist von bei weitem größerem Umfange 
als das alte Persien, das jetzt nur eine Provinz ist von jenem, ge 
legen am östlichen Ufer des Meerbusens, der von dem Urvolke fei* 
ne» Namen hat, und in den der Euphrat und Tigris sich ergießen. 
Aber eben so ist auch dieses kleine Persien verschieden von dem gro 
ßen Reiche, das sein Volk sich eroberte, und von dem einer der 
Prinzen sagen konnte: „Meines Vaters Reich ist so groß, daß die 
Menschen an dem einen Ende erfrieren, während sie an dem ande 
ren vor Hitze verschmachten." Immer indeß gilt von dem Hauptheile 
dcS ganze» Reiches, was ein neuerer Reisende darüber berichtet: 
denndasLand muß ja seiner natürlichen Beschaffenheit nach dasselbe 
sein wie vor 2400 Jahren. 
*) Das ebene Land von Persien, sagt er, erstreckt sich längs 
des Fußes der Berge an der Küste des persischen Meerbusens hin, 
und bietet eine Folge schmaler Sandwüstcn dar, wo das Auge zu 
weilen durch grüne Pflanzungen von Dattelbäumen und Kornfeldern 
a» solchen Stellen erfreut wird, welche mit einem Flüßchen oder ei« 
') Aus James C. Fräsers historischer und beschreibender Darstellung 
von Persien.
        
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