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Full text: Das Berliner Kinder-Wochenblatt / Gropius, George Issue 5.1836

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Aegypter z» fürchten, und vertrugen fle sich mit diesen, so droheten 
jene mit feindlichem Einfall. Das Volk in Canaan war dem Lamme 
gleich, das ei,»ein Streite zusehe» muß zwischen Agerund Wolf, welchem 
cs zur Beure werde» soll. Doch wäre» cS diese Nachbaren nicht, 
welchen das Land endlich zu Theil wurde, sondern weiter von Osten 
her kam der Feind, der seinen Fuß scNte auf den Nackeü der Nach 
kommen Abrahams. Aber ihm wie a8e» früheren Gegner» hätten 
sie widerstehen mögen,, wenn sie zusammen gehalten hätten wie Gin 
Mann u»d ihr Vertrauen fest'gestellt auf den Gott Zebaoth (das 
heißt den Herrn der Hcerschaaren). Da sie das nicht thäten, so ver 
kündigten ihnen die Propheten den ttntrrgang deS Königreichs, und 
eine Zeit langer Noth und Trübsal, aus der sie endlich erst ein 
Held von Gott gesandt, derMefsjas, erretten sollte, der auch nicht 
bloß ihnen, sondern der ganzen Welt Hell bringt» würd?. 
So spricht Jesäias. dessen World die gewaltigsten fiiid unter 
den prophetisches die uns das alte Testament aufbewahrt: (er sprach 
sic zu dem Könige und den Bewohnern des Reiches Inda in der 
Zeit, da Israel nebe» ihnen seinem Untergangs schon ganz nahe war) 
^.O wehe deß fündigen Volkes, des Volks'von großer Missethat, 
des bösen Samens, der schändlichen Kinder, die den Herrn verlassen, 
den Heiligen in Israel lästern, die ferne von ihm weichen. DaS 
ganze Haupt ist krank, das ganze Herz ist matt. Don der Fuß 
sohle bis an dew Scheitrl ist nichts gesundes an dem Volke, Mein 
Volk war ein schöner Weinberg, wohl umzäunt und mit Steinhau 
fen verwahrt, und edle Reben darein gesenkt, ein Thurm darin ge 
baut, und eine Kelter darein gegraben; und der Gärtner wartete, 
daß er Trauben brächt«, aber er brachte Hcerlinge. Darum soll dem 
Weinberge also geschehen. Seine Wand soll weggenommen werden, 
daß er verwüstet werde, und sei» Zaun soll zerrinen werden, daß er 
zertreten werde. Der Herr wird ihn wüste liege» läffe», daß er 
nicht geschnitten noch Markt werde; Dornen und Distel» sollen dar- 
aufwachscn, und ErwirddenWokkcngcbietcn,daß sic nicht daraus regnen. 
Der Herr hoffte auf Recht und Gerechtigkeit im heiligen Lande, 
aber Sünde und Klage und wildes Geschrei der Unmäßigen ist vor 
seine Ohren gekommen. Darum wird mein Volk müssen weggeführt 
werden unversehens, und seine Herrlichen werden Hunger leihen müs 
sen und seine Niedrigen Mangel. Wehe denen, die Böses gut und 
Gutes böse heiße», die aus Finsterniß Licht Und aus Licht Finster 
niß machen. Wehe denen die Helden sind im Weintrinken Und Krie 
ger in Vollere!. Der Zorn des Herrn wird über sein Volk ekgriin- 
>uen, er wird die Heiden herbei locke» vom Ende der Erde, und siehe 
eilend und schnell kommen sie daher. Ihre Pfeile sind scharf und 
ihre Bogen gespannt, ilstek'Rosse Hufe sind fest wie Eisen, und ihc 
Wagenräder wie der Sturmwind." 
So prophezcihete Iesaias, und seine Worte sind wahr geworden, zuckst 
über das Reich Israel, wo die Greuel des Götzendienstes am ärgste» im 
Schwange gingen; dann aber auch über Judeu A. Me kg et.
        
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