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Full text: Das Berliner Kinder-Wochenblatt / Gropius, George Issue 5.1836

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Und da der Knabe JoaS sieben Iabr verborgen gewesen war, 
warb, der Hohepriester Jojada ihm Anhänger im Land», und be 
waffnete diePriester und Leviten zu seinem Tcht»tze>und zum Sturz« 
der grausame» Königin. Auf einen vestimmte» Tag wurde alles 
vorbereitet. Im Tempel an der Säule, die vor dem Heiligen lm 
Vprhofe errichtet war, siand der Jüngling Ioas, und die Priester 
und Leviten gerüstet um ihn her mit den Waffe», die David einst 
im Heiligthnme hatte aufhängen lassen; dazu auch Krieger aus dem 
Heere, die Jojgda gewonnen hatte. Und viel Volt war versammelt, 
den» man wußte im Lande, was geschehen sollte, und der Hohe 
priester salbt« den königlichen Jüngling, und brachte eine Krone her 
bei und feiste sie ihm ans, und alles Volk klatschte jubelnd in die 
Hände, und ries: Glück zu dem Könige! Als aber Athalja das Ge 
tümmel hörte und nicht wußte, was geschah, kam sie in königlichem 
Schmuck in den Tempel und gedachte das Volk zu beruhigen. Da 
sahe sie den jungenKönig an der Säule stehe», und erkannte mit Ent 
setze» in ihm ihren geretteten Enkes; und Priester und Volk erhoben aufs 
Neue ein Jubclgeschrei zu seiner Ehre, Trompeten und Gesang erschollen 
darein, der nun machtlosen Königin zum Hohne. Da zerriß sic ihre 
Kleider und rief: Aufruhr, Aufruhr! Aber die gcw.affnete» Priester 
und Krieger waren schon unterwiesen, was sie thun sollten: sie um 
ringten die Athalja und bemächtigten sich ihrer, und führten sie zum 
Tempel hinaus; da ward sie ermordet auf dem Wege, den die Rosse 
zum Hause des Königs pflegten geführt zu werden. 
So war ein ungerechtes Regiment gestürzt, und der neue Kö 
nig Ioas verpflichtete sich durch einen Eid gegen den Hohenpriester, 
nur den Dienst des wahren Gottes im Lande fördern und aufrecht 
erkalte» zu wollen, auch wurden die Baalstempel niedergerissen, ihre 
Priester umgebracht, und die Götzenbilder zerfkört. Aber Ioas fuhr 
in diesem löblichen Eifer für Gottes Ehre nur fort, so lange 
Jojada ihn leitete; dann folgte er auch seines Herzens Gelüsten. 
In Juda wie in Israel fingen von Zeit zu Zeit die Altäre de- 
Herrn wieder an zu lodern, und der Opferrauch grade empor zu stei 
gen zu seinem Himmel, und die Herzen in frommer Gesinnung sich 
ihm zuzuwenden; aber bald war der neue Abfall tiefer denn der frü 
here, und was schon von Gottlosigkeiten in beide» Reichen geschah, 
wird noch übertreffen von dem, was wir hier verschweige». 
Darum ging es zu Ende mit dem vorhandenen Stande der 
Dinge im gelobten Lande, so laut und herrlich auch di» Propheten- 
stimmen erschollen, das Volk zu strafen, und bei dem reinen Dienste 
Jehovah'S zu erhalte». Der Herr bediente sich der natürlichen Mit 
tel, seinem Volke zu zeigen, wie gerecht er richte: die Nachbarvölker, 
Aegypter von Süden und Syrer von Osten brachen in das Land 
ein, und Israel mußte die Schärfe des feindlichen SchwerdteS empfin 
den, oder die Gewaltthat abwenden mit kaum erschwinglichen Geld- 
summen. Schlossen sie Freundschaft mit den Syrer», so hatten sie die
        
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