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Full text: Das Berliner Kinder-Wochenblatt / Gropius, George Issue 5.1836

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Kein Streit, kein Streit 
Würd' unsre Spiele stören, 
Und Neid und Neid 
. }•,!•••; Nie Herz und Sinn bethöre». 
Ach! wär' ich doch ein fleißig Kind, 
Zn allen. Guten rege, 
Zur Arbeit schneller alb der Wind, 
Zum Müßiggeh'n nur träge- 
Beglückt, Beglückt 
Würd' ich zur Arbeit gehen, 
Entzückt, entzückt 
Am schöne» Ziele stehe». 
Ach! wär ich doch ein heitres Kind, 
Stets fröhlich im Gemüthe, 
Nie gegen Gottes Wunder blind, 
Nie gegen seine Güte. 
Stets klar, stets klar 
Auf Gottes Güte schauen, 
Fürwahr, fürwahr, 
Giebt Frostn» und Vertrauen. 
Du liebst, o Gott, das treue Kind, 
Das dich von Herzen liebet, 
Dich redlich sucht, u»d wenn's dich stnd't, 
Dir Preis und Ehre gicbet. 
Mein Gott, inei» Gott, 
Gieb, daß ich dein verbleibe, 
Kein Spott, kein Spott 
Mich jemals von dir treibe. 
G. Jung. 
Fabeln. 
Das Gift. 
Die Gifte befanden sich in einer Apotheke in einem besonderen 
mit einem Todtenkopf gezierten, verschlossenen Schranke, und wur 
den hier in schönen, feste», sorgfältig bedeckten Geschirren verwahrt, 
aus dem sie nur der Herr der Apotheke mit großer Sorgfalt in 
eignen, dazu bestimmten Löffel» herausnahm, und in besondern Waa 
geschalen abwog. — Darüber murrten die Pflaster, Pulver und 
Wurzeln in den übrigen Büchsen und Schachteln, und beschwerten 
sich laut, daß dem Gifte eine so große Auszeichnung zu Theil werde, 
während sie in das erste, beste Fach offen hingestellt, und von dem 
jüngsten Apotbekerlchrlinge mit jedem Löffel, ohne Umstände, gefaßt 
und in jeder Waagcschale gewogen würden. Da trat der Apothe
        
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