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Full text: Das Berliner Kinder-Wochenblatt / Gropius, George Issue 5.1836

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allen milcrn, und sich ihm bezeuget durch mancherlei WchLhate», 
Wunder und Zeichen, daß er -in ihm einen Stamm sich erhaltet, 
wollte, bei dem die wahre Verehrung seiner, de» einigen Gottes, 
verbliebe, und aus welchem einst seinSohn, der menschliche» Abkunft 
„ach, hervorgehen konnte, und.wenigstens nicht fremd wäre mit der 
Äbrr von Einem höchsten Wesen. Aber wie „um das Volk auscor- 
aubet fällt, und dadurch immer mehr der Gefahr ausgesetzt erscheint, 
angesteckt zu..werden.von dem heidnischen Gotzondreiiste, von seiner 
lockende» Gestalt, der Ueppigkeit und den sinnlichen Ausschweifungen, 
die er mit sich führt: so muß nns fast hang« werden um de» Ue- 
berrest der Gottesverehrer auf Erden; bange,, daß Gott sein Ange 
sicht ganz abwenden nrvchte von der Metische» Kindern, wie zur Zeit 
der Sündfiuth. Aber der Herr ist 'barmherzig, langmüthig, gedul 
dig und von großer Gute. Ec hat an dem Samen Abrahams fort, 
während gezogen uud erzogen, gestraft und. fast ausgerottet, dann 
aber wieder geholfen, daß fein herrlicher Plan ausgeführt werde» 
könnte; und immer zu den schlimmsten Zeiten gewaltige Männer 
erscheinen lassen und mit seinem Geist erfülle, die vo» den schwan 
te,chen Seelen crhieiten und befestigte», was möglich war. 
Wenn uns die Geschichte der gleiche Juda und Israel fast ei 
nen gänzliche» Abfall des heiligen Voltes von feinem Gotte zeigt: 
so ist die», grade die Zeit der Propheten, jener mächtigen Männer 
von That und Wort, die Gott am meisten verherrlicht haben außer 
semem Sohne. .. . 
Sehr deutlich wird uns in der Schrift die Veranlassung erzählt, 
durch die eS geschehen mußte, daß besondere im Reiche Israel der 
Dienst Jehovah'S gefährdet ward durch Götzendienst. Als nämlich 
der König Jerobeam sahe, daß die Frommen aus seinen Untertha 
nen »ach wie vor zu de» Feste» gen Jerusalem zogen, um im Tem 
pel Salomo'S Gott zu Dienen, fürchtete er, die Pracht der Haupt 
stadt, und-auch wohl allerlei Versuche Rehabeamö möchten ihm sein 
Volk wieder abspenstig machen. Denn das hatte freilich dem Köizige 
von Juda nichts geholfen, daß er ein Heer hatte .rüste» wollen ge 
gen die abgefallenen Israeliten; die ihm auch treu geblieben, hatten 
doch nicht gegen ihre Brüder zu ziehen bewogen werden können. 
Aber eine wirkliche Besserung de» HcrzcnS bei Rehabeam, und eine 
veränderte Gesinnung gegen das Volk, konnte bewirken, was offne 
Gewalt nicht vermocyt hakte. Deßhalb suchte Jcrobeani die Herzen 
der Scinige» abzuwevden von Jehovah-, und baute ihnen Tempel 
und Altäre auf lustigen Hügeln im Lande umher, und machte gol 
dene Götzenbilder, lind führte einen üppigen Dienst derselben ein; 
baute auch eine schöne Hauptstadt mit Tempeüi, und nannte sie Si? 
chcm, daß eö^dald in Israel aussah wie.ini heidnischen Lande. Kein 
Dank- und isündopfer mehr, das dem Herr» Wohlgefallen hätte, 
mit frommem Gebet und geistlichem Gesang; sondern niivrdeiitliche 
heidnische Festopfer mit unzüchtigen Liedern und Reigen und wil 
de,» Lnstgcschrei.
        
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