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Full text: Das Berliner Kinder-Wochenblatt / Gropius, George Issue 5.1836

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aber trieben die Israeliten wenig, sondern nur Ackerbau. Deßhalb 
gab auch Salomo dem Hiram für die Leute und das Holz, Korn 
und Oehl, so viel er verlangte. 
Sieben Jahre wurde an dem prächtigen Tempel gebaut, die 
Stiftshütte diente ihm zum Muster. Das mittlere Haus wurde 
ganz von gehauenem Stein aufgeführt, inwendig mit Cedernholz ge 
täfelt, und rings mit schönen Säulen verziert; am Gesims prangte» 
Cherubim, Palme» und Blumenwerk aus feinem Golde: so wa 
ren auch alle Geräthe im Heiligen und Allerheiligste» von Gold. 
Die äußere Umgebung um de» Vorhof war izicht mehr Zeltwerk, 
sondern eine feste Mauer von Srei», und innen ringsum liefe» ge 
räumige Hallen, in welchen die Priester und ihre Schüler sich zu 
Unterhaltungen über das Gesetz Gottes versammeln konnten. 
Große Freude war im Volk, als das Gotteshaus erbaut war; 
und Salomo lud die Aeltesten, und soviel ihrer nur der Raum fas 
sen konnte, zum einweihenden Gottesdienst dahin ein. Da wurden 
lobpreisende Psalmen angestimmt, begleitet von tausend schallenden 
Instrumenten, und man brachte an dem Tage mehr als zehntausend 
Thiere zum Opfer dar. Das Schönste aber war Salomo'k Rede 
an das versammelte Volk, und sein frommes Gebet, das er sprach 
vor aller Augen und Ohren auf den Stufen vor der Thür des 
Heiligen. 
Gelobet sei der Herr, Gott Israels, der durch seine» Mund zu 
meinem Vater David geredet, und durch seine Hand erfüllet hat, 
was er verheißen. Den» ich sitze auf dem Throne Israels an nie» 
neS Vaters Statt, und habe ein Hau» gebanet dem Namen des 
Herrn. Herr Gott, laß auch deine übrigen Worte wahr werden, die 
du zu unsern Vätern geredet hast. Siebe, ich habe dir dies Haus 
gebaut, wiewohl ich weiß, daß du auf Erde» allein nicht wohnest: 
denn der Himmel und aller Himmel Himmel mögen dich nicht fas 
sen. Wende dich aber zum Gebet deiner Knechte, da« sie an dieser 
Stätte thun. Wen» dein Volk Israel von seine» Feinden geschla 
gen wird, und wir flehen zu dir in diesem Hause: so wollest du hö 
ren im Himmel, und deinem Volke wieder gnädig sein. Wenn der 
Himmel verschlossen ist, daß es nicht regnet, und wir werden dich 
um deinen Segen bitten an diesem Orte: so wollest du höre» i>» 
Himmel und regnen lasse» auf das Land, das dn uns gegeben hast. 
Wenn eine Theurung oder Pest oder Brand oder Heuschrecken oder 
Raupe» im Lande sein werden, und die Geplagten erheben ihre Hände zu 
dir in diesem Hause: so wollest du höre» im Himmel und helfe» ei 
nem jeden, nachdem er es verdient hak. Wenn auch ein Fremder, 
der nicht deines Volkes ist, aus fernem Lande kommt, in deinem 
Vorhof zu beten: so wollest du auch den Fremdling erkören, daß 
alle Völker auf Erden deinen Namen erkennen, und dich fürchten 
wie dein Volk, und erfahren, daß du diesem Hause nahe bist. 
Und nun Herr, unser Gott, sei mit unö, wie du mit unsern
        
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