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Full text: Das Berliner Kinder-Wochenblatt / Gropius, George Issue 5.1836

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Denn er zürnet nur einen Augenblick, 
Und hat Lust an unserm Leben. 
Den Abend lang währet das Weinen, 
Aber des Morgens die Freude. 
Ich sprach, da cS mir wohlging: 
Ich werde nimmermehr erliegen; 
Und nun, Herr, hast du mir eine starke Burg erbauet. 
Aber wenn du dein Antlitz verbärgest, erschrak ich. 
Darum erfreue mich nun in den Tagen meines Lebens; 
Herr, sei mir gnädig und mein Helfer! 
Du hast meine Klage verwandelt in einen Reigen, 
Hast mir die Trauerkleider ausgezogen, 
Und mich mit Freuden gegürtet, 
Daß ich dir lobstnge mit Jauchzen und nicht stille werde. 
Herr, mein Gott, ich will dir danken in Ewigkeit. (Psalm 30.) 
Und so war auch David glücklich in seinen nächsten Unterneh 
mungen, nachdem er Jerusalem erobert hatte. Er schlug die Phili 
ster zweimal gänzlich, so dafi sie sich ihm unterwerfen mussten, und 
holte die Buiidcslade von der Grenzstadt Gibea, wo sie bis jetzt in 
der dort aufgerichteten Stiftshütte gestanden hatte, mit grosser Fei 
erlichkeit nach Jerusalem. Die goldene Lade stand auf einem neuen 
Wagen, von bekränzten Stiere» gezogen, Schaarcn von festlich ge 
kleideten Männern und Frauen gingen vorauf und hinterher, Spiel- 
leute mit Posaune», Harfen und Pauken begleiteten den Zug, und 
David selbst führte ihn auf in königlichem Gewände, in tanzendem 
Schritt, Psalmen und Lieder singend zum Lobe Gottes. 
So war nun Jerusalem nicht mehr bloß die Königsstadt, son 
dern auch die Stadt Jehovah'S, denn die Hütte des Bundes wurde 
i» ihr aufgeschlagen, und das ganze Volk kam dahin, um anzube 
ten. Und David wünschte zur Ehre des Herrn einen Tempel zu 
bauen, denn er sprach: Ich wohne in einem Ccdernhause, und die 
Lade Gottes wohnet unter den Teppichen. Aber der Herr ließ eS 
nicht zu: denn er hatte noch manche Kriegt mit den benachbarten 
Völkern zu führen und viel Unruhe, bis sein Königreich vollständig 
befestigt war. Er schlug die Moabiter, die alten Feinde Israels 
gleich den Philistern; aber auch zu den Syrern trug er sein Schwcrdt 
und besiegte sie; das brachte viel Reichthum und Herrlichkeit auf 
sein Haupt- und über das Reich. Es wurde ausgebreitet bis weit 
jenseit des Jordan, und David führte reiche Beute, Silber und 
Gold nach Jerusalem, nnd schmückte damit sein Haus, und weidete 
auch einen Theil zur Ehre des Herrn, daß eS in der Stistshütte 
bewahrt wurde. 
Nun richtete er einen köin'glichen Hof- und Haushalt ein und 
eine Verwaltung dcS Reichs, wie sie unter einem Könige sein muß. 
Joab war sein oberster Feldherr; dazu hatte er einen Kanzler für
        
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