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Full text: Das Berliner Kinder-Wochenblatt / Gropius, George Issue 5.1836

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Den 25. März kamen sie zur Jgse! Mana, wo sie ei» Schiff, 
das für die Städte Arauco und Conception eine Ladung von Mehl 
und Speck führte, wegnahmen, und den 28. landeten sie auf Punto 
Carncro, 2 Meilen ohngefähr von der spanifchen Stadt St. Iago 
entfernt. Hier eroberten sie zwei Schiffe der Spanier, von denen 
die Mannschaft selbst die Flucht ergriff. Auf diesen fanden sie gro 
ße Vorräthe an Schafen, Unschlitt, Wein, Olive», Kokosnüssen u. a. m-, 
und verbrannten die Fahrzeuge, indem sie zugleich 40 Indianer, die 
sich darauf befanden, ins Meer warfen. Bei dieser Stadt St. Iago 
wächst viel Wein, an Farbe und Geschmack dem rothen Franzwcm 
gleich. : 
Jetzt wendeten sie sich westwärts in das stille Meer, und kamen 
den 15. September 1600 auf de» Ladronen oder Näübcrinsel» an, 
von denen ihnen fast an 200 CanotS entgegen kamen, und eine Menge 
saftiger Früchte, Brodtwurzcln, Zuckerrohr und auch Fische mitbrach 
ten, die sie ihnen gegen altes Eisenwerk überließen. Die Leute auf 
den Kähnen vermochten eS /»'spanischer Sprache das Wort Hierro, 
Hierro, d. i. Eisen, Eisen, ihnen zuzurufen. Einer von ihnen »ahm 
einem Holländer sein Rappier, sprang damit i» das Meer, und 
schwamm davon, den» sie verstehen ausnehmend die Kunst zu schwim 
me», und eine Zeitlang unter dem Wasser zu bleiben. Sogar meh 
rere Stücke Eisen, welche die Holländer vor ihren Auge« in's Meer 
warfen, holten sie wieder herauf. Ihre CanotS segeln schnell, sind 
15 — 20 Schuhe lang, und anderthalb breit. Die Sccgel sind von 
Rohr oder Binsen gemacht. 
Auf den Philippinische» Inseln, bei denen sie den 16. Oktober 
ankamen, stieß ein Canot vom Lande, in dem außer einem Spanier 
sich 3 Indianer befanden. Sie schossen dreimal uach den Hollän 
dern hin, die ihnen eine gleiche Antwort nicht schuldig blieben; doch 
weil sie viele Mannschaft auf dem Seln'ffe erblickten, so scheuetcn sie 
sich näher heranzukommen. Um des Bootes aber habhaft zu wer 
den, so steckten die Holländer eine spanische Flagge auf. Hierdurch 
erlangten sie, daß das Boot heran kam, doch nahmen sie es nicht weg, 
sondern tauschten von ihm Reiß, Hühner, Früchte und Schweine ein. 
Sie erblickte» am 3. Dezember ein großes japanisches Schiff, 
das aber nur Eisen und Mehl nebst einigen Schinken geladen hatte. 
Diese Japaner trugen alle lange Kleider, waren auf dem Haupte 
ganz geschoren, und ihr Befehlshaber war mit einem seidenen Rocke, 
der mit Blumen und Laubwerk gestickt war, bekleidet ; übrigens führ 
ten sie auch Säbel und Röhre, Bogen und Pfeile mit sich. Die 
Holländer erzeigte» ihnen vieles Gute, beschenkten sie auch mit eini 
ge» Stücken Leinwand und 3 Büchsen. Dafür verehrte der japani 
sche Admiral dem Olivier van Noort eine» jungen Knaben von sie 
ben Jahren aus Japan, einen hölzernen Anker, Seile aus Stroh, 
9 Körbe voll Mehl, 8 Körbe voll Fische nebst einigen Schinken. 
(Schluß folgt.)
        
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